Westlife - Die Mütter sind oft aufgeregter als die Töchter
Taken from: Startalk CH
Date: Februar 2006


Westlife sind zurück. Nach einer Auszeit von vier Monaten steht das erfolgreiche Quartett wieder mittendrin im Musikbusiness. startalk.ch hat die vier Iren getroffen und mit ihnen über die aktuelle Single "Amazing", ihre weiblichen Fans und einen Abstecher ins Zürcher Nachtleben gesprochen.

startalk.ch: Nach einer kurzen Auszeit seid ihr wieder zurück im Musikbusiness. Können sich die Fans auf eine Tour freuen?
Shane: Ja, unsere neue Tour in diesem Jahr, "Face to Face", wird sicher in England und Irland stattfinden und hoffentlich auch im restlichen Europa. Wir freuen uns darauf. Und wir hoffen natürlich sehr, dass wir auch in die Schweiz kommen werden. Es wird auf jeden Fall etwas komplett Neues sein gegenüber den früheren Touren. Die Fans werden hoffentlich auch davon begeistert sein.

Könnt ihr etwas über eure neue Single "Amazing" erzählen? Gibt es dazu eine Geschichte?
Shane: Der Song wurde von einem Schweden geschrieben und ist typisch für unser neues Album. Eigentlich wollten wir "Amazing" als erste Single auskoppeln. Wir haben uns dann aber für "You Raise Me Up" entschieden. Aber ich glaube, "Amazing" wird ein grösserer Favorit unserer Fans werden. Es ist ein nicht zu ernster Song, einfach easy listening. Er hat eine gute Melodie und hört sich gut am Radio an.

Was meint ihr mit "Amazing"?
Shane: Es handelt sich um die Liebe, und das ist amazing. Es ist das bedeutendste Gefühl überhaupt.

Bleiben wir bei diesem Titel. Welches war die verrückteste Zeit in eurer Karriere?
Mark: Das ist noch schwierig zu sagen, wann die beste Zeit in unserer Karriere war. Wir sind wirklich glücklich, dass wir so viele gute Momente in unserer Karriere hatten. Diese Dinge kannst du für kein Geld der Welt kaufen. Vor tausenden Leuten spielen, Duette mit Mariah Carey oder Diana Ross singen oder deine Songs auf der Nummer 1 zu sehen.

Wie ist euer Kontakt zu anderen Stars?
Mark: Das ist cool. Zu Beginn war es speziell, in TV-Shows aufzutreten, und du siehst an den Garderobentüren die Namen von Britney Spears und anderen grossen Stars. Wir machen das inzwischen seit sieben Jahren. Aber wir sehen uns nicht als Berühmtheiten. Viele meinen das, aber wir sehen uns nicht so. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns auch normal verhalten gegenüber anderen Stars. Ausser es ist jemand, den wir schon in unserer Kindheit verehrt haben.

Seht ihr Unterschiede zwischen den Fans in der Schweiz und zum Beispiel denen in Irland?
Shane: Nein, eigentlich nicht. Auch die Altersgruppen sind heute gemischt, und das ist überall in etwa gleich. Ausser in Asien. Dort sind die Fans ausser sich. Die schreien, wenn sie dich lieben, aber auch wenn sie dich nicht lieben. Hier in Europa lieben sie einfach die Popmusik. Deshalb sind wir erfolgreich, weil wir uns danach richten.

Ist das Publikum mit euch gewachsen oder sind es immer noch die jungen Girls, die eure Konzerte besuchen?
Shane: Nein, heute sind die Jüngsten vielleicht 14 oder 15 Jahre. Den Durchschnitt schätze ich auf 25 Jahre. Es ist wirklich durchmischt. Die Mütter bringen ihre Töchter und die Töchter bringen ihre Mütter mit (lacht). Manchmal sind die Mütter aufgeregter und wollen unbedingt ein Autogramm. Es ist wirklich noch spannend zu sehen, wie das Publikum mit einem wächst.

Ist das der Grund, weshalb ihr eigentlich keine Boygroup mehr seid?
Shane: Die einen betiteln uns als Boygroup, die anderen nicht. Uns ist es egal. Wir machen unsere Musik und wollen eine gute Band sein.
Mark: Genau, wir sehen uns eigentlich mehr als Popmusiker, nicht als Boygroup.

Was macht ihr, wenn ihr nicht zusammen für Westlife unterwegs seid?
Kian: Das kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal sind wir sehr oft zusammen mit nur einem freien Tag dazwischen, und dann gibt es wieder eine längere Periode, in der wir uns nicht so häufig sehen. Es ist auf jeden Fall ein sehr spezielles Leben. Aber es ist cool. Wir waren schon an Orten, die wir normalerweise nicht sehen würden. Es ist eine Berufung, Musik zu machen. Und wir leben diese Berufung.

Wir hoffen, dass ihr dennoch genügend Zeit habt auszugehen. Wir wissen, dass ihr den gestrigen Abend in einem Zürcher Club verbracht habt.
Shane: Nach dem Nachtessen im Hotel waren wir tatsächlich noch in einem Club, und Kian hat sehr viel getrunken …

Dafür siehst du nach dieser strengen Nacht sehr gut aus.
Kian: Ja, ich war schon lange nicht mehr betrunken, da habe ich es krachen lassen. Den Rest hat mein Stylist heute Morgen erledigt (lacht).

Wurdet ihr erkannt?
Shane: Nicht wirklich. Wir waren in einer ruhigen Ecke des Clubs. Wir vier haben zusammen etwas getrunken und gequatscht.

Schätzt ihr es, wenn ihr euch auch zurückziehen könnt und euer Leben leben könnt?
Shane: Ja, das ist uns sehr wichtig. Wir versuchen, ein normales Leben zu führen. Wir sind zwar in einer berühmten Band, aber das ist unser Job. Wir wollen, dass uns die Leute als normale Menschen sehen. Wir mögen es eigentlich nicht, wenn uns jemand zu sehr auf die Pelle rückt. Oft sitzen wir zusammen, trinken etwas und haben viel zu lachen. Das passiert ein-, zweimal in der Woche. Wir haben eine gute Zeit und geniessen diese Momente. Nur fehlt uns manchmal die Zeit dazu.
Mark: Bei unseren Konzerten haben wir rote Teppiche und Champagner im Überfluss. Aber eigentlich bevorzugen wir das Pub nebenan.

Apropos roter Teppich. Wie geht ihr mit der Situation um, auf der einen Seite Konzerte vor unzähligen Leuten zu geben und hinterher absolute Ruhe zu haben? Fühlt ihr euch da einsam?
Kian: Du bist auf Tour und stehst vor zehntausenden Leuten, die dir zujubeln, und danach bist du in deinem Hotelzimmer, wo es einfach ruhig ist. Das ist ein sehr spezielles Gefühl, und wir mussten lernen, damit umzugehen. Das ist auch ein Grund, weshalb viele Musiker Alkoholprobleme haben, weil sie dieses Gefühl des Hypes aufrechterhalten wollen. Es braucht Alternativen dazu. Ich habe begonnen zu surfen. Surfen gibt mir diesen Hype auch. Shane spielt zum Beispiel sehr gut Golf.
Shane: Ich habe vor drei Jahren angefangen, Golf zu spielen, und es bedeutet mir heute recht viel. Es lenkt mich ab.