Westlife - Für Männer und Mädchen
Taken from: SIE+ER
Date: April 2006


Sie stehen mit sieben Nummer-eins- Hits in Folge im «Guinness-Buch der Rekorde». Ihre Alben verkauften sich rund 34 Millionen. SIE+ER traf Shane, Mark und Kian in Zürich

SIE+ER: Wo ist denn euer vierter Mann, Nicky?
Shane: Oh, Nicky fühlt sich nicht besonders gut heute. Er hat gerade sein Mittagessen rausgekotzt und lässt sich entschuldigen.
Eine Lebensmittelvergiftung...

SIE+ER: Habt ihr gestern Nacht einen draufgemacht?
Shane: Äh, ja, wir waren in diesem Club mit riesigem Balkon. Wie hiess der schon wieder?
Kian: Keine Ahnung – Kaufleuten? Sah irgendwie aus wie ein plüschiges Theater. Wir haben uns jedenfalls prächtig amüsiert.

SIE+ER: Ihr werdet da unten von einer ganzen Armee weiblicher Groupies belagert. Shane, du bist verheiratet und dazu noch frischgebackener Vater. Bist du in Sachen Mädchen brav geworden?
Shane: (Lacht) Heeey, ich war doch schon immer ein Good Boy!

SIE+ER: Und was ist mit dir, Kian? Auch du bist ja in festen Händen.
Kian: Kein Problem, wir meistern das immer sehr gut mit den Groupies. Nein, ehrlich, wir können alle ganz klar zwischen Groupies und dem echten Leben unterscheiden. Die kreischenden Mädchen lieben dich nicht für das, was du bist, sondern für das, was du machst.

SIE+ER: Das hört sich ja geradezu vernünftig, beinahe langweilig an. Da gab es doch bestimmt wildere Zeiten.
Shane: Tja, für einige von uns bestimmt ...
Kian: Ja, ist ja gut, ich gebe es zu. Aber auch ich bin mittlerweile etwas älter geworden.

SIE+ER: Mark, du hast dich kürzlich in einem Interview als schwul geoutet – und damit bestimmt viele Mädchenherzen gebrochen...
Shane: (Lacht) Ja – und viele Männerherzen erfreut!

SIE+ER: Hattest du nicht massenhaft Briefe von weiblichen Fans, die mit Selbstmord drohten?
Mark: (Schmunzelt) Nein. Da hat sich natürlich auch einiges verändert in den letzten zehn Jahren. Heute kümmert es kaum jemanden, wenn man sich als schwul outet. Wir definieren uns ja auch nicht über das Sex-Image, sondern über unsere Songs.

SIE+ER: Und wie haben deine Eltern reagiert?
Mark: Alle Menschen, die mir wichtig sind, haben mein Coming-out positiv aufgenommen.

SIE+ER: Neuerdings dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Grossbritannien heiraten. Kannst du dir vorstellen, einmal unter die Haube zu kommen?
Mark: Falls dies in meinem Leben je ein Thema sein sollte, wieso nicht.
Shane: Endlich denkt auch von euch mal einer ans Heiraten! (Er ist der einzige in der Band, der verheiratet ist, Anm. d. Red.)

SIE+ER: Shane, singst du deine Tochter Nicole mit Westlife-Songs in den Schlaf?
Shane: Nein, ehrlich gesagt bevorzugt sie Robbie Williams.

SIE+ER: Wie gefällt dir deine neue Vaterrolle?
Shane: Nicole ist das Beste, was mir bis heute passiert ist. Durch sie ist mein Leben noch aufregender geworden. Es ist verrückt, heute bin ich motivierter, noch erfolgreicher zu werden, noch härter zu arbeiten. Manchmal stelle ich mir vor, wie sie eines Tages im Westlife-T-Shirt an ein Konzert von uns kommt und «Hey, das ist mein Dad!» rufen wird – Mann, werde ich dann stolz sein.

SIE+ER: Boygroups gibt es viele – und ihr zählt nicht mehr gerade zu den jüngsten Semestern. Wieso habt ihr immer noch Erfolg?
Shane: Ich glaube, das liegt daran, dass wir durchgehend gute Alben produziert haben. Wir machen starke Popsongs, das ist das Rezept.

SIE+ER: Was wollt ihr noch erreichen? Zwei Umkleideräume pro Hintern, wie ihr mal in einem Interview gesagt habt?
Kian: Hey, das war ein Witz! Trotzdem, es ist keine einfache Frage. Wir haben immer davon geträumt, dahin zu kommen, wo wir jetzt sind. Doch es wird schwierig sein, die Erfolge der letzten Jahre immer wieder neu zu toppen.

SIE+ER: Auf eurem neuen Album «Face to Face» singt ihr ein Duett mit Soul-Diva Diana Ross. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?
Mark: Wunderbar. Sie hatte nichts von dem Verrückten, das man ihr nachsagt.
Shane: Alle haben uns im Vorfeld gewarnt, sie sei eine Diva, um nicht zu sagen eine «Bitch». Doch sie hat sich gar nicht als solche entpuppt, sondern als sehr respektvoll und freundlich.

SIE+ER: Mal ehrlich, geht euch eure Schnulzen-Tour denn nie auf die Nerven? Habt ihr nie daran gedacht, mal wild und böse zu sein?
Kian: Nein, wir machen das, was wir können und lieben – gefühlvolle Popsongs.
Shane: Stell dir vor, Eminem würde Liebesballaden singen ...