Ich lernte Barry und seine Familie vor einem Jahr kennen. Wir trafen uns auf der Beerdigung von Nanny. Seitdem war ich hin und wieder bei den Feehilys gewesen und fühlte mich dort sehr wohl. Immer wenn ich nach Irland kam, um Urlaub zu machen, stattete ich ihnen einen Besuch ab. Mit Barry und Collin ging ich öfters ins Kino, schwimmen oder in Pubs. Marie und Oliver hingegen waren schon wie die Ersatzeltern im Ausland für mich. Ihren ältesten Sohn Mark hatte ich jedoch noch nie zu Gesicht bekommen, da er mit seiner Band immer unterwegs war. Aber manchmal dachte ich: „Noch einen Feehily überlebst du nicht!“

Jetzt war es wieder soweit. Ich war gerade auf der Fähre nach Irland und schlief etwas in meinem Auto. Ich wollte diesmal selbst mit meinem Auto die Strecke zurücklegen, denn so sah ich auch noch etwas von anderen Ländern. Und immer einen Mietwagen leihen, damit hatte ich die letzten Male nur Ärger. Auf meinen VW Touareg konnte ich mich verlassen und so düste ich wenig später über die Straßen in Irland, bis nach Sligo.

Die nächsten Tage würde ich bei Dhana wohnen. Sie ist eine wirklich gute Freundin, die ich schon lange kennen, noch bevor ich die Feehilys kannte. Sie lebt in einem kleinen Zweifamilienhaus mit ihrer Tochter Jolie (5 Jahre).

Ich war jedoch viel zu früh dran. Dhana war nicht da und ihre Nachbarin auch nicht. Also entschied ich mich nach langem Überlegen auf gut Glück zu Barry zu fahren. Vielleicht war er, oder seine Family ja zu Hause, denn er wusste ja dass ich komme.

Das Haus der Feehilys lag etwas außerhalb Sligos. Ich bog in die Straße ein, die sich nun etwas hinzog. Ich fuhr entlang einer Pferdekoppel und einem Weizenfeld, die Sonne schien und ich konnte den Duft der Natur riechen. Alles war wie immer. Nichts hatte sich verändert, seit ich das letzte Mal da war. Keine Veränderung? Doch der Hund da vorn auf dem Grundstück der Feehilys, der war mir neu. Ich kam näher- es war ein schwarzer Labrador, der sich nun aufgerichtet hatte und mit dem Schwanz wedelte. „Komisch, dich kenn ich doch gar nicht!“ sagte ich, als ich aus dem Wagen stieg und der Hund neben mir stand. Er beschnupperte mich vorsichtig und ließ sich streicheln.

Während ich zur Tür ging trottete er neben mir her. Es sah so ulkig aus, dass ich schmunzeln musste. „Na wenn du da bist, muss ja auch jemand von den Feehilys da sein“ murmelte ich und klingelte an der Haustür. Ich wartete. Nichts schien sich zu regen. Ich wollte gerade hinter in den Garten gehen, als sich die Tür öffnete. „Hey, wo wollen sie hin?“ Ich drehte mich um und erblickte einen... ja was war das? Ein Mann, ein Muskelpaket, ziemlich groß, Glatze, etwas gebräunt und mit einem ärgerlichen Gesichtsausdruck. Ich sah ungläubig zu ihm rüber. Was macht der Kerl hier? Etwas bange wurde mir schon. „Also was wollen sie hier?“ fragte er erneut. „Ich... ähm... ich wollte zu Barry!“ stotterte ich und sah den Mann etwas ängstlich an. Also zu den Feehilys gehört der auf keinen Fall, dachte ich mir.

Meine Antwort schien ihm nicht zu gefallen, denn jetzt sagte er irgendwas, was ich nicht verstand, ziemlich energisch. Ich traute mich kaum zu fragen, aber schlimmer kann es ja nicht werden. Was sollte er schon tun. „Entschuldigen sie, Sir, ich habe ein Problem sie zu verstehen, da ich Deutsche bin, und ihr English für mich etwas zu schnell war.“ Das er genuschelt hat, sollte ich ihm wohl besser nicht sagen. „Mädchen“ sagte er nun ganz langsam „würdest du bitte dieses Gelände verlassen? Bevor ich böse werde?“ Böse werde? Ist er das nicht schon!? „Ihr Fans seid echt lästig, verschwinde von hier. Das ist mein Privatleben und wenn du hier was zu suchen hättest, dann wüsste ich das glaub ich.“ Neben dem Muskelpaket tauchte nun ein Mann auf, der ziemlich viel Ähnlichkeit mit Barry und Colin hatte. Oh ja, das muss dann wohl der älteste Sohn von Marie sein. Aber wieso spielt der sich hier so auf? Mein Gott. Nur weil er der Mark von Westlife ist? Marie hatte mir schon viel erzählt, von ihrem lieben Mark, aber okay. „Entschuldige mal, ich will nicht zu dir, sondern zu Ma oder Barry!“ Er blickte seinen Gorilla an und verdrehte die Augen. „Das zieht nicht. Verlasse bitte jetzt das Grundstück. Sonst sehe ich mich gezwungen, sie hinaus zu begleiten.“ Okay ich glaub das macht keinen Sinn hier noch etwas gerade zu stellen, also verkrümelte ich mich. Mit meinem Wagen fuhr ich erst einmal zum nächstgelegenen Bäcker und verdrückte dort ein Stück Kuchen zu Kaffee.

Als ich gerade aus der Tür lief, rief mich Barry an. „Hey bist du schon in Sligo?“ „Ja, ich war auch schon bei euch. Allerdings hatte ich keine gute Masche um am Gorilla vorbei zu kommen!“ antwortete ich etwas wütend. „Snoopy? Der ist doch harmlos!“ sagte Barry. „Snoopy?“ fragte ich. „Na du meinst doch den Hund!?“ „Ach der, der war ja noch das netteste was ich auf eurem Grundstück getroffen habe. Nein, ich meine diesen Muskelprotz und deinen werten Herrn Bruder. Ich hatte reines Vergnügen mit ihnen an der Haustür. Ich sei ja nur ein lästiger Fan und solle mich doch verkrümeln!“ Barry lachte kurz. „Hehe, das hat mir Mark gar nicht erzählt. Kommst du trotzdem vorbei? Mom ist auch da. War mit ihr einkaufen- also?“ „Ja okay, aber ich bleib nicht lang. Ich bin ziemlich müde.“

Ein paar Minuten später stand ich wieder vorm Haus. Barry kam zu Haustür herausgerannt. „Hey, lass dich drücken!“ „Hey, schön dich zu sehen.“ Wir fielen uns in die Arme. „Komm, geh erst mal rein, Mom ist in der Küche. Sie weiß von nichts.“ Wir gingen rein. Ma stand gerade hinter der Kühlschranktür und kramte darin herum. Barry und ich hingegen, standen auf der anderen Seite. Es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sie die Kühlschranktür schloss. Alles lief ab, wie in Zeitlupe, sie streckte ihren Kopf wieder heraus, schloss die Tür und erschrak sofort als sie uns zwei Gestalten sah. Was ich nicht wusste: Sie hatte gerade zwei Eier aus dem Kühlschrank genommen, weil sie backen wollte, wie sie später sagte. Doch vor Schreck lagen die Eier mit einem KLATSCH am Boden. Begleitet von einem kurzem Aufschrei. Barry und ich schauten uns an und mussten lachen. Während Ma die Situation realisierte. Ich glaube sie wusste in dem Moment nicht, was sie tun sollte- schimpfen oder mich herzlich empfangen! Sie entschied sich für das letztere. Und während Barry die Eier vom Boden aufwischte umarmte mich Ma. Ich wurde regelrecht erdrückt von ihr. „Die Überraschung ist euch wirklich gelungen. Ich wusste es liegt heute was in der Luft. Barry war schon den ganzen Tag so... na ja hibbelig und fröhlich. Oh Tina ich freu mich so, dass du da bist!“

Und wieder wurde ich halb durchgeknuddelt. Marie war einfach wunderbar. Ich bin froh, dass ich sie kennen gelernt habe. Zwar war es kein schöner Anlass (die Beerdigung von Nanny), aber wieso sollte man nicht auch da zueinander finden? Marie ist so herzlich, sie erfüllt mir jeden Wunsch, wenn ich mich nicht ganz und gar dagegen sträube, was ich oft tue. Aber sie hat soviel Elan und Wärme und und und. Mittlerweile stand jemand neues in der Tür. Naja neu? „Tina, das ist Mark. Mein ältester Sohn. Mark das ist Tina. Sie hat uns schon ein paar mal besucht, allerdings warst du ja nie da.“ Sie lächelte von Mark zu mir und wieder zurück. Mark brummelte etwas und wurde leicht rot. Wow, hat es klick gemacht. Bin ich vielleicht doch nicht bloß so ein blöder Fan, was!? Ich fand diese Situation mehr als unterhaltsam und kicherte innerlich. Er hingegen starrte mich an. „Echt nett“ rutschte es mir hervor. „Fast so wie sein Bodyguard!“ Barry schmunzelte. Mark hingegen schaute kurz grimmig und verschwand dann nach oben. „Oh hat er wieder eine Wahnsinnsstimmung heute, mein Sohn“ rief Ma ihm ironisch hinterher.

Wir gingen ins Wohnzimmer und ich erklärte Mom, warum Mark so grimmig ist. Sie musste lachen. Aber es blieb nicht das einzige Thema über das wir redeten. Es gab so vieles zu erzählen. Ein paar Stunden später, es war ungefähr 18.30, kam Mark und lehnte an der Wohnzimmertür. Er blickte zu mir und verdrehte danach leicht die Augen. Da Marie nicht auf ihn reagierte, klapperte er nun mit dem Autoschlüssel um sich bemerkbar zu machen. Sie blickte zu ihm und schaute ihn fragend an. „Bleibt sie zum Essen?“ Oh, da ist aber jemand ziemlich böse auf mich. So ein komischer Kauz. Ich schüttelte den Kopf und stand auf. Ich merkte, dass ich seiner Meinung nach fehl am Platz war und dass das von ihm aus ein Rauswurf sein sollte. Sonst wäre er gegangen. Aber da ich eh müde war und Dhana wahrscheinlich schon auf mich wartete, sagte ich: „Du brauchst nicht auszureißen, ich übernehme das für dich. Ich bin sowieso müde und fahr jetzt zu Dhana.“ Ma sprang hektisch auf. „Ach bleib doch, mein ältester Sohn soll sich nicht so haben!“ Sie sprach von ihm in dritter Person, während er anwesend war. Hui, welch eine Zuneigung. Aber ich wusste, dass sie etwas verärgert mit ihm war. „Nein ist schon okay. Er ist bestimmt auch noch nicht lange da und will auch erst mal was von euch haben!“ Ich drückte Barry und Marie. „Tschau“ sagte ich und ging aus dem Haus. Dort traf ich auf Oliver. „Das Oberhaupt der Feehilys“ lächelte ich ihm entgegen, während er mit offenen Armen auf mich zukam. „Hey Tina, schön dich zu sehen, wie geht’s dir?“ Wir redeten noch eine Weile. „Okay wir sehen uns bestimmt morgen oder dann in den nächsten Tagen. Machs gut.“ Ich drückte ihn und ging zu meinem Wagen. Ich blickte noch einmal zu Oliver, der gerade zur Tür hinein ging. Ich hörte Barrys Stimme und plötzlich stand Mark vor der Tür.

Naja er wurde förmlich rausgeschoben. „Hey warte mal!“ rief er. Und während ich meine Tasche auf den Rücksitz legte kam er auf mich zu. Ich kam hinter dem Wagen hervor, so dass wir uns jetzt gegenüber standen. Ich sah ihn an. Seine Hände hatte er in den Hosentaschen und mit seinen Füßen wippte er auf und ab. Es dauerte eine ganze Weile bis er etwas sagte. „Tut mir leid. Ich war echt blöd. Ich wollte dich nicht vertreiben!“ Er blickte immer noch nach unten auf den Boden, wo er mit seinem rechten Schuh Steine hin und her schob. Ich musste schmunzeln. „Tja das hättest du fast aber ein zweites Mal geschafft!“ Er schaute immer noch nach unten, seine Hände waren noch immer in den Taschen. „Ich bin nicht wegen dir gegangen. Ich bin wirklich müde, möchte nur noch schlafen. Und Dhana, bei der ich wohne, wartet bestimmt auch auf mich!“ „Mmh... ich dachte schon du wärst sauer, weil ich mich vielleicht etwas plump ausgedrückt hatte.“ Etwas plump. Er hätte sich mal hören und sehen sollen. Aber egal. „Naja ich hab schon gemerkt, dass du gegangen wärst, wenn ich nicht die Biege gemacht hätte! War doch so oder?“ „Hmm...!“ Er blickte das erste Mal auf, erst zur Seite und mir dann in mein Gesicht, wo er sich an meinen Augen fixierte.

Erst jetzt sah ich zum ersten Mal auch sein Gesicht. Er hatte wirklich viel Ähnlichkeit mit seinen Brüdern, aber dennoch sah jeder von ihnen etwas anders aus. Das Blau in seinen Augen war intensiver, als bei Barry und Colin. Ich hätte Stunden damit verbringen können ihn in seine Augen zu schauen. Sein Gesicht wurde von der untergehenden Sonne leicht geblendet, so dass er seine Augen leicht zu kneifen musste. Und um sie herum traten nun Fältchen hervor, die sein Gesicht noch faszinierender machten. Wir standen eine Weile nur so da. Ein Windhauch, der gerade an uns vorüber huschte, schien mich aus meinen Gedanken zurück zu holen. „Also dann, ich muss jetzt los!“ „Achja, stimmt. Ich wollte dich nicht aufhalten!“ „Ich weiß, eigentlich wolltest du mich ja so schnell wie möglich loswerden!“ Ich schmunzelte ihn an. „Ja schon, aber...“ Ich blickte etwas irritiert. „Aber?“ wiederholte ich. „Naja es gibt da Personen, die hinter dem Hausfenster stehen und...“ Er stockte erneut. „Und?“ „Naja ich soll nicht ohne dich zurück kehren, meinte Mom!“ Oh süß, wie er das sagte. Ich musste lachen, auch weil das genau Ma´s Art war. Typisch für sie. „Tja das ist halt Ma!“ sagte ich und zuckte mit den Schultern. „Sag ihr einfach, dass ich nicht böse auf dich bin!“ Ich lächelte ihn an, lief dann zur Fahrertür meines Wagens und öffnete sie. Ich wollte gerade einsteigen als er fragte: „Wirklich nicht?“ Ich ging zu ihm zurück. „Nein“ Er lächelte erleichtert. Sein Blick war so schön, ich hätte ihm 1000 Mal verziehen, wenn ich ihm wirklich noch böse gewesen wäre. Ich ging noch einen Schritt auf ihn zu und umarmte ihn. Ich wusste es könnte nach hinten losgehen, doch als er seine Arme um mich schlang, vergaß ich diesen Gedanken. So standen wir da, im Sonnenuntergang.

Als er mich losließ sagte er: „Bis bald“ und lächelte mich an. „Okay“ sagte ich, drehte mich, wenn auch wehmütig, um und stieg in mein Auto. Ich wendete im Hof und fuhr davon. Ich sah noch lange in den Rückspiegel. Mark stand noch da, bis ich zu weit weg war ihn noch zu erkennen. „Naja eigentlich ist er ja doch ein netter Kerl“ murmelte ich und schaltete das Radio ein. Der Abend endete schnell für mich. Ich wurde schon von Dhana und Jolie erwartet. Während ich noch mit der kleinen im Garten Ball spielte kochte Dhana uns schnell etwas zu Essen. Nachdem Dhana mit Händen und Füßen dagegegn ankämpfte, dass ich beim Abwasch half, gab ich auf und ging nach einer kurzen Dusche ins Bett.

Am nächsten Morgen wurde ich von Klopfen geweckt. Es war ein Klopfen gegen meine Tür. Ich öffnete leicht meine Augen. „Tabs, tabs, tabs“ hörte ich Schritte an mein Bett kommen. Ich schaute über meine Schulter und konnte durch blinzeln erkennen, dass es Jolie war. „Tina, bringst du mich in den Kindergarten?“ fragte sie nun lautstark, nach dem sie gesehen hatte, dass ich mich bewegte. „Psst, Jolie, raus da. Lass Tina schlafen!“ hörte ich Dhana im Hintergrund schimpfen. „Du sollst sie doch nicht wecken!“ „Schon passiert“ murmelte ich und richtete mich etwas auf. Es war 7Uhr als ich an den Wecker sah. „Schaffst du mich nun in den Kindergarten?“ fragte Jolie. Es klang einfach zu süß. „Ja klar Maus“ Sie kam auf mich zu und ich nahm sie in den Arm. „Aber erst müssen wir uns umziehen, oder willst du so gehen?“ „Nein, du?“ fragte sie zurück und blickte mich mit großen Augen an. Dhana und ich lachten. Ich nahm ihre Hand und ging in ihr Zimmer. Gemeinsam suchten wir etwas heraus. Allerdings bestand sie darauf auch meine Sachen herauszusuchen. Nachdem wir das geschafft hatten und auch im Bad fertig waren, ging ich mit ihr aus dem Haus und brachte sie in ihre Einrichtung.

Nach einem kurzen Plausch mit Jolies Erzieherin, die mich ja auch kannte, verließ ich den Kindergarten wieder und ging zum Bäcker, um frische Brötchen zu besorgen. Dhana hatte inzwischen schon den Tisch gedeckt. Halb 9 verließ sie dann das Haus und ging zur Arbeit. Ich machte den Abwasch, räumte meine Sachen aus und ging ausgiebig duschen. Ich stand gerade 5 Minuten drunter, als mein Handy klingelte. Ich wollte es klingeln lassen, doch als es zu vierten Mal anfing hatte ich genug. „Ja?“ fragte ich etwas genervt. „Tina, ich störe doch nicht oder?“ Nein gar nicht, dachte ich ironisch. „Na ja ich wollte gerade duschen! Was gibt’s denn?“ „Kommst du heute zum Kaffee?“ „Weiß nicht, ich muss auf Jolie aufpassen!“ „Ach was, die kannst du doch mitbringen, ich würde mich freuen!“ „Okay ich frag Dhana und dann ruf ich dich zurück!“

Gesagt, getan. „Dhana ist einverstanden. Sie ist heute Nachmittag beim Zahnarzt. Ich hol Jolie halb 3 ab und komme dann gleich zu euch okay?“ Eigentlich hätte Ma nur ´Ja`sagen müssen, aber dann begann sie: „Wie findest du eigentlich meinen Großen?“ Ich verdrehte die Augen. „Mom!“ sagte ich energisch. „Was?“ fragte sie, als würde sie nicht wissen, was dieses energische Worte bedeuten sollte. Schließlich wusste ich worauf sie hinaus wollte. Sie hatte mir schon öfters gesagt, dass ich doch ihre Schwiegertochter werden solle. Sie hat schließlich genug Söhne. Einer von dreien musste mir doch gefallen. Und da Barry und Colin außer Frage kamen, weil Colin eine Freundin hat und Barry zu jung ist, versuchte sie es nun mit Mark. Um sie zu befriedigen sagte ich: „Mark ist ganz nett!“ „Nett? Hat da nichts klick gemacht bei eurer Umarmung oder während ihr euch so lang angeschaut habt?“ „Mom, du hast uns beobachtet!“ „Naja... ich will ja auf dem laufenden bleiben!“ „Ja gut, das Laufende ist, dass ich jetzt auflege, bis später.“ Ich lachte kurz. „Ja er ist später auch da.“ „Schön“ sagte ich. „Da könnt ihr euch in Ruhe kennen lernen.“ Flunkerte sie. Natürlich würden wir uns nicht in Ruhe kennen lernen können. Ma würde neben uns sitzen und alles genau verfolgen und beäugen. Das wusste ich. Aber ich wollte jetzt das Gespräch beenden und sagte „Tschüss, bis dann!“

Ich fuhr etwas eher los und stellte mein Wagen beim Bäcker ab. Auf der gegenüber liegenden Seite befand sich ein Spielplatz, den ich noch kurz mit Jolie besuchen wollte, nachdem ich sie abgeholt hatte. Aber nun machte ich mich erst einmal auf den Weg sie zu holen. Die Erzieherin schickte sie zu mir aus dem Schlafraum und wir gingen in ihr Gruppenzimmer, wo ihre Kleidung über dem Stuhl hangen. Während sich Jolie alleine anzog, schaute ich mich im Zimmer um. Es war wirklich sehr schön eingerichtet. Und während ich schaute, erzählte mir Jolie von ihrem Tag. Als wir den Kindergarten verließen fragte sie: „Bist du gar nicht mit dem Auto?“ „Doch aber das steht beim Bäcker!“ „Warum?“ „Naja ich will heute mit dir zu ein paar Freunden fahren. Aber vorher will ich mit dir auf den Spielplatz, der beim Bäcker ist und deshalb steht mein Auto da!“ „Au fein. Kenn ich die Freunde?“ „Oh Jolie das weiß ich nicht. Vielleicht hast du sie schon einmal gesehen, das ist gut möglich. Aber sie sind ganz nett!“ Wir kamen am Spielplatz an und Jolie turnte herum. Sie kletterte und rutschte, bis ich sie unterbrechen musste. „Hey Jolie, wir müssen langsam los!“ „Ich mag aber nicht!“ „Ach du weißt doch, dass wir jemanden besuchen wollen!“ „Ich mag aber lieber hier bleiben!“ Sie sträubte sich enorm dagegen, jetzt zu gehen. Also startete ich einen letzten Versuch. „Weißt du was? Wir rutschen noch einmal zusammen und dann gehen wir aber!“ „Du rutschst mit mir?“ sie sah mich fragend und überlegend zugleich an. „Ja okay!“ stimmte sie zu. Und als wir einmal die Rutsche runter waren nahm sie meine Hand und wir liefen Richtung Bäcker. „Da steht dein Auto!“ rief Jolie, deutete auf den Parkplatz auf der anderen Straßenseite und stellte sich an die Ampel. Ich sah zum Bäcker hinüber. Der kommt mir doch bekannt vor, ist das nicht der Gorilla von Mark?

Kaum hatte ich in Gedanken Mark gedachte, kam dieser aus dem Bäcker, schaute rüber und winkte. Ich winkte zurück. Jolie sah zu mir auf. „Kennst du den?“ „Ja, das ist Mark, er gehört zu der Familie zu der wir jetzt fahren!“ „Und kennst du den neben ihm?“ „Naja nicht direkt. Warum?“ „Der sieht doof aus. Der macht mir Angst!“ Ich hatte vollstes Verständnis für ihre Gefühle, schließlich stand ich selbst schon mit zitternden Knien vor ihm. „Ich bin doch bei dir, und außerdem ist Mark ja da. Er ist ein Freund von ihm. Da wird er uns schon nichts tun!“ Sie nahm meine Hand. „Grün“ sagte sie und zog mich los. Mark und sein Bodyguard schauten immer noch zu uns. „Hey“ begrüßte ich ihn. „Hallo ihr zwei!“ Er sagte kurz etwas zu seinem Bodyguard, worauf er verschwand und sich Mark wieder zu uns wandte. „Das ist Jolie, Dhanas Tochter, bei ihnen wohne ich die Ferien über!“ „Hey Jolie!“ strich er ihr über den Kopf. Sie schaute ihn nur mit großen neugierigen Augen an. „Ich bin Mark!“ sagte er. Jolie begann nun auf den großen Bäckerbeutel zu starren. Mark bekam das mit. „Oh willst du einen Pfannkuchen haben?“ Die Kleine schaute zu mir, während Mark schon kramte. „Ach lass mal, das ist doch sicher für deine Fam!“ „Ach was, soviel essen die eh nicht. Ich weiß selbst nicht warum ich soviel kaufen sollte.“ „Vielleicht weil ihr ein paar Gäste mehr habt?“ „Nein, also Mam hat nichts gesagt.“ Ich schaute ihn eindringlich an. Er runzelte kurz die Stirn. Zeigte dann auf Jolie und mich. „Ihr?“ Ich lächelte bestätigend. „Oh na dann. Muss die Madame noch etwas warten. Soll ich euch mitnehmen?“ fragte er worauf ich lachen musste. „Nein wir fahren mit Tinas Auto!“ sagte Jolie. „Achso. Wo hast dus denn stehen?“ Ich begann erneut zu lachen. „Genau hinter dir!“ „Oh“ er wurde etwas rot und verlegen. „Hab ich gar nicht gesehen. Hätte mir doch auffallen müssen.“Ich zuckte mit den Schultern. Dann öffnete ich den Wagen und Jolie krabbelte in den Kindersitz. „Bis gleich!“ sagte ich während Mark in das Auto hinter mit stieg. Es war ein sportliches, kleines Auto. Keine Ahnung welche Marke, ich tippte Mal auf Porsche und dies bestätigte sich auch.

Er fuhr die ganze Zeit hinter mir her, was ich nicht erwartet hätte. Eigentlich hätte ich gedacht er zieht an mir vorbei und würde dann zu Hause demonstrativ auf uns warten. Das überraschte mich etwas und gefiel mir irgendwie.

Als wir zum Haus der Feehilys kamen, stand Ma bereits vor dem Haus und wartete. Ich hupte gleich zur Begrüßung, Mark ebenfalls. Dann parkten wir nebeneinander und stiegen aus. „Hey ihr zwei!“ kam Ma lächelnd auf uns zu. „Ihr drei!“ meinte ich und öffnete sie Hintertür des Wagens, damit Jolie heraus konnte. Ma begrüßte sie freundlich und dann gingen wir in den Garten, wo alle schon warteten. „Hey Steph!“ Colins Freundin war also auch da. Sie schaute mich freundlich an und umarmte mich. „Lange nicht gesehen. Alles okay?“ Wir redeten kurz miteinander nachdem ich alle begrüßt hatte. „Seid ihr zusammen gekommen?“ fragte Steph als wir am Tisch saßen. Ich blickte zu Mark. „Nein, wir haben uns nur in der Stadt getroffen!“ „Achso!“ „Tja klein ist die Welt!“ meinte Mark, während er sich Kaffee einschenkte. „Und winzig unser Sligo!“ sagte Oliver und gab dann offiziell den Kaffee und Kuchen zum Verschmausen frei.

Der Kaffeeklatsch war im vollem Gange, vor allem bei uns Weibern, als Mark an unseren Tisch kam. „Tina, dein Handy. Es ist Dhana.” Ich blickte irritiert. Er hielt mir doch tatsächlich mein Handy entgegen. Er musste meine Gedanken gelesen haben. „Ich war grad vorn telefonieren, als ich dein Handy hörte. Und da dein Auto auf war, hab ich es hier hergebracht. Und jetzt geh ran, bevor sie auflegt.“ Ganz schön keck. Er schmunzelte mich an und ging dann über den Rasen zu Jolie und Barry. Beide spielten Fußball, Mark schloss sich an.

„Ja!?“ Erst jetzt hielt ich endlich mein Handy ans Ohr. „Hey ich bin´s Dhana!“ „Hey. Was gibt’s?” “Wo seid ihr zwei? Kommt ihr nach Hause und bringt etwas zum Abendbrot mit?“ „Ja okay, wir fahren gleich los und am Supermarkt vorbei. Tschau!“ Ich legte auf und mein Blick fiel auf Ma. Sie schaute zu Mark, der ihr nur müde entgegen lächelte. Sie zuckte mit den Schultern. „Alles okay Ma?“ fragte ich nach, weil ich diese Zeichen nicht deuten konnte. „Ja, ich bin nur etwas traurig, dass ihr zwei schon los müsst!“ „Achso... aber ich komm doch wieder mal vorbei“ versuchte ich sie etwas aufzumuntern. Ich geb´s ja zu, ich wollte auch nicht fort, weil es bei den Feehilys immer so schön ist. Und Jolie hatte auch sichtlichen Spaß mit Barry. „Hier hast du deine kleine Fußballgöttin“ sprach er mich von der Seite an. Die kleine Jolie trug er auf seinem Arm. „Müssen wir wirklich schon los Tina?“ fragte sie und blickte mich mit ihren rehbraunen Augen an. „Ja leider. Mama wartet schon.“

Also verabschiedeten wir uns von allen, außer Mark. Der bestand darauf uns bis zum Auto zu begleiten. Er half Jolie in den Kindersitz und schlug die Wagentür vorsichtig zu. Dann wandte er sich zu mir und schaute mich eine längere Zeit wortlos an. Ich blickte nach unten. Diese Musterung machte mich irgendwie nervös und gleichzeitig verlegen. „Schön, dass ihr da wart!“ sagte er schließlich und zwinkerte mir zu. Ich lächelte ihn an, drehte mich um und öffnete die Fahrertür. „Meine Family mag dich.“ „Ich weiß... das brauchst du mir nicht zu sagen!“ meinte ich lachend. „Ich fahr jetzt los, wir müssen noch am Supermarkt vorbei. Etwas zum Abendessen besorgen.“ „Mmh...“ wieder sah er mich an, dass ich lachen musste. Suchte er nach Worten? Dauert bei ihm jeder Abschied so lang? Oder wollte er noch etwas sagen?

„Hast du schon eine Idee, was es gibt? Also zum Essen?“ Ich musste schmunzeln. Er versucht mich doch tatsächlich aufzuhalten. „Ja, Nudel- Schinken- Auflauf.“ „Mmh lecker. Das dauert doch aber ganz schön lang oder?“ „Schlaumeier, deshalb muss ich ja jetzt los!“ drängte ich nun langsam. Er zuckte mit traurigem Blick die Schultern. Dann kam er einen Schritt auf mich zu und umarmte mich zunächst etwas zögerlich. Er war sich wohl unsicher. Als ich die Umarmung jedoch erwiderte, drückte er mich fester an sich. Die Umarmung war einfach nur schön. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Nun musste ich aber los und wollte mich aus der Umarmung lösen, doch mein Gegenüber hielt mich weiterhin fest. „Hey, ich muss doch los!“ flüsterte ich ihm entgegen. Er ließ mich los, schaute mir in die Augen und blickte kurz lächelnd auf den Boden. Es war fast schon ein Hundeblick. Und zu gern wäre ich da geblieben und hätte mich noch mehr mit ihm unterhalten und mit den Feehilys zu Abend gegessen, aber Dhana wartete schon. Ich lächelte ihm noch einmal zu und stieg in den Wagen. „Na endlich“ meinte Jolie schon fast etwas genervt. „Warum müsst ihr Erwachsenen eigentlich immer so lange quatschen!?“ „Ist ja gut“ meinte ich und startete den Motor. Mark schaute noch einmal kurz zum Autofenster hinein und sagte „Bye!“ Und dann fuhr ich davon. Einkaufen und danach in die Wohnung.

Am nächsten Morgen brachte ich Jolie wieder in den Kindergarten. Und um kurz nach 11 Uhr rief mich Barry an. Er fragte, ob wir nicht heute gemeinsam kochen wollen. Ich erklärte ihm, dass wir aber nicht bei Dhana in der Wohnung kochen könnten, weil sie heute ein Meeting in ihrer Wohnung hat. Und ich wusste nicht wann. „Okay, dann bei mir. Und was machen wir?“ fragte mich Barry. „Hmm... Nudel- Schinken- Auflauf?“ „Schon wieder?“ fragte er und stoppte kurz. „Gab´s das nicht schon gestern bei euch?“ „Ähm...ja, eh nein.“ „Was?“ fragte Barry. „Naja ich hab welchen eingekauft aber Dhana hatte dann doch schon Spaghetti gemacht, weil es so spät geworden ist!“ erklärte ich ihm. Kurze Stille. „Übrigens gute Kommunikation zwischen dir und deinem Bruder!“ Das musste mir einfach rausrutschen. Als würde ich das nicht merken. Ich wusste doch ganz genau, dass ich Barry nichts von meinen Essensplänen erzählt hatte. Und nun hatte er sich halt verplappert. Er hingegen schien sich gerade ertappt zu fühlen, meinte aber ganz lässig: „Ja das ist halt unter Brüdern so.“ „Ah- ja. Verstehe. Da möchte ich lieber keine weiteren Details hören!“ meinte ich und schmunzelte vor mich hin. „Okay wie spät bist du bei mir?“ kam er wieder zurück zum Thema. Und so machten wir aus, dass ich in einer halben Stunde vorfahren würde. „Ist sonst noch wer da?“ fragte ich um abzusichern, dass der Auflauf auch reicht. „Wer soll denn noch da sein?“ fragte er in einem neckischen Tonfall. Mensch, was dachte der schon wieder!? Und nun fing ich an mich zu Verteidigen. „Der Auflauf ist für 4 Personen, wenn wir zu zweit sind, reicht der ja locker aber es kann ja sein, dass Collin und Steph noch komm und Ma.“ „Ma.. Ma.. Mark?“ fragte Barry keck. „Haha“ Den hatte ich extra gekonnt weggelassen. „Bis später du Spinner!“ sagte ich noch und legte dann auf.

Eine halbe Stunde später bog ich in die Auffahrt der Feehilys ein. Ich sah schon vom Weitem mindestens 2 Autos im Hof stehen. Letztendlich waren es sogar drei. Vor dem Haus erblickte ich nun vier Männer. Über ihnen eine Wolke aus Zigarettenqualm. „Hmm“ dachte ich mir. Als ich näher kam sah ich Mark, der mir schon entgegen winkte, ich gab Lichthupe. Und die anderen? Die identifizierte ich eindeutig als Westlifer, sie starrten alle zu mir. Prima. Ich kam mir überhaupt nicht blöd vor. Ich stellte- nein ich musste mein Auto neben einem roten Ferrari abstellen. Etwas anderes blieb mir aus Platzmangel leider nicht übrig. Ich hob beim Anblick meine Augenbraue. „Wie kann man so ein hässliches Protzerauto bloß fahren? So ein Stück zusammen gequetschtes Altmüllteil. „Waaah“ schüttelte es mich. Ich war absolut gegen Ferrari und alles was damit zu tun hatte. Ich schüttelte den Kopf während ich auf dem Beifahrersitz meine sieben Sachen in meine Tasche verräumte. „Ist was?“ ich fuhr hoch. „Man hast du mich erschreckt.“ Ich blickte einem, nun lachenden Mark Feehily ins Gesicht. Ich stieg aus und boxte ihn sanft in den Oberarm. „Das ist für den Schock in den du mich versetzt hast.“ Doch er schmunzelte nur und zog mich in seine Arme. Über seine Schulter konnte ich hinüber zu seinen Kollegen schauen, die alles ganz genau beäugten und auch darüber redeten. Und lachten.

„Also warum hast du denn mit dem Kopf geschüttelt?“ wollte er wissen während wir zu den anderen hinüber schlenderten. „Was?“ fragte ich irritiert. „Na vorhin im Auto hast du deinen Kopf geschüttelt, noch bevor ich dich erschreckt hatte.“ Langsam dämmerte es mir. „Achso na ja das war wegen dem Ferrari. Ich frage mich, wer sich freiwillig so ein Auto kauft und dann auch noch damit fährt.“ Mark musste lachen. „Hey Nicky, sie findet dein besten Stück- deinen Ferrari- hässlich!“ rief er nun zu den anderen, die wir mit ein paar Schritten nun erreicht hatten. „Das hab ich doch gar nicht gesagt!“ protestierte ich und schaute ihn grimmig an. Danach musste ich allerdings schmunzeln. „Aber schön, dass du Gedanken lesen kannst!“ Grinste ich. „Nichts gegen mein Auto, Kleine!“ meinte Nicky spöttisch. „Es ist nicht gut die Kollegen des Freundes gleich zu verärgern!“ fügte er hinzu und alle lachten. „Achso ist das also nicht gut, wenn man seine Meinung sagt?“ fragte ich nach und gab ihm die Hand. Bevor er mir antwortete stellte mir Mark seine Kollegen vor. Dann konterte Nicky. „Doch schon, aber nicht wenn es um das beste Auto im ganzen Universum geht. Schau es dir doch mal an. So sportlich und doch elegant und...“ Ich ließ ihn nicht ausreden. „Weißt du was ich sehe, wenn ich es mir anschaue? Ich finde es weder elegant noch sportlich, ich finde es protzig und es schaut danach aus, als wäre ein Auto meines Kaliebers über deins drüber gefahren!“ Er schaute mich irritiert an. Was? Hätte er nicht gedacht dass ich so kontere? Oder wusste er nicht mehr was er darauf sagen sollte? „Kalieber? Tz...“ meinte er stirnrunzelnd. „Mein Wagen kann wenigstens Abdüsen, da ist deiner noch im Schlummerschlaf!“ „Ja Abdüsen, geht ja auch so prima bei Überholverbot und Geschwindigkeitsbegrenzung“ nickte ich mit verschränkten Armen. „Oh Verkehrsregeln... die sind dazu da um gebrochen zu werden!“ meinte er lächelnd und verdrehte die Augen. „Achso ein Protzer und Promi darf wohl alles missachten?“ zischte ich nun schon förmlich. „Hey, hallo!“ mischte sich Shane ein. Nicky und ich sahen sie irritiert an. „Wow, sie haben aufgehört!“ meinte Kian lachend. „Was denn ist doch nur Spaß oder?“ meinte Nicky zu mir. „Klar!“ nickte ich und schmunzelte zu ihm.

Mark versuchte das Gespräch auf sich zu lenken. „Warum bist du eigentlich schon wieder hier? Sehnsucht?“ Sehnsucht!? Ich schaute ihn verdutzt an und hob die Augenbraue. „Ohohoho...“ mahnte Kian. „Vorsicht, dünnes Eis!“ Alle lachten. Nur Mark schaute etwas verlegen zu mir. „Ich wollte mit Barry kochen.“ „Achso?“ Er sah mich erstaunt an. Ich lächelte verschmitzt. „Was denn? So schlechte Kommunikation heute?“ Er schaute mich fragend an. War ja klar, dass er nicht wusste worauf ich hinaus wollte. „Naja gestern seid ihr Brüder wohl gesprächiger miteinander gewesen. Denn als ich heute Barry vorgeschlagen hatte zu Mittag Nudel- Schinken- Auflauf zu machen, fragte der mich plötzlich, ob ich das nicht schon gestern hatte. Und woher sollte er es denn wissen? Ich hab ihm das jedenfalls nicht verklickert. Also musst du es gewesen sein!“ Ich sah ihn an und wartete auf eine Reaktion. Er schien sich ertappt zu fühlen. Das gefiel mir. „Ich glaube das nennt man ertappt!“ meinte Shane lachend während er Mark musterte.

„Bist du angewachsen?“ fragte Barry plötzlich. Er kam mit einem beleidigten Gesicht aus dem Haus und ließ die Tür energisch hinter sich zufallen. „Upps...“ meinte ich kleinlaut. Bemerkte ich doch erst jetzt, dass er wohl schon länger auf mich gewartet haben muss. „Hast du das Zeug im Kofferraum?“ „Ja“ rief ich ihm entgegen. „Ist offen!“ Ich beobachtete ihn wie er verärgert die Tüte aus dem Wagen holte und dann ins Haus zischte. „Also ich glaub ich geh jetzt mal lieber rein. Hat mich gefreut, vielleicht sieht man sich ja mal wieder!“ sagte ich in die Runde und gab ihnen zum Abschied die Hand. „Ganz sicher, davon bin ich überzeugt!“ meinte Nicky augenzwinkernd.

„Wir müssen auch erst mal los, ohne Mark“ betonte Kian den Satz. Er schaute zu Mark und dieser warf ihm einen Blick zurück. Richtig herzlich. „Macht das unter euch aus!“ meinte ich und ging ins Haus. In die Küche wo Barry schon am werkeln war. Er kramte im Schrank mit dem Rücken zu mir. Dann drehte er sich um und blickte mir vorwurfsvoll entgegen. „Hey tut mich sorry!“ Ich schlich mich ganz lieb an und kratzte mich drei mal an seinem Arm ein. Noch dazu senkte ich meinen Blick und schaute ihn von unten an. „Glaubst du das hilft?“ fragte er immer noch etwas verärgert. „Ja“ sagte ich, schließlich war ich überzeugt, dass diese Masche in 80% der Fälle zieht. Er lachte und nahm mich in den Arm. „Ach Maus!“ „Hmm... sonst bist du doch auch nicht so. Hast du heut keine gute Laune?“ fragte ich nach. „Naja das hat mir jetzt den Rest gegeben. Als du ewig nicht reinkamst. Gestern konnte ich nicht schlafen, weil Steph und Collin laut gemacht hatten!“ „Laut?“ wiederholte ich. Ich wusste nicht richtig was ich damit anfangen sollte. „Laut“ meinte er nickend und machte große Augen. „Achso! Achso?“ Ich schmunzelte. „Du Armer“ strich ich ihm über die Wange.

„Und wer streichelt mich? Ich konnte die Nacht zufälliger weise auch nicht schlafen- wegen Steph und Collin“ fragte Mark, der ihm Türrahmen stand. Und dort muss er wohl schon seit einiger Zeit gestanden haben. „Niemand, du bist alt genug das zu verkraften!“ konterte Barry lachend. Ich lachte auch, musste aber immer noch überraschend feststellen, dass ich nie gedacht hätte, das Mark so keck fragte. Mark schien meinen Blick zu merken, schaute mich an und lächelte mir zu. „Also fangen wir an bevor es kalt wird!?“ meinte er und griff nach der Anleitung. „Ist ja ganz easy!“ meinte er zu Barry und als ich gerade mit helfen wollte, zog mich Mark zu einem Stuhl, setzte mich nieder und redete mir ein, dass die zwei Hausmänner das ganz allein schaffen würden. Das konnte mir nur recht sein.

Der Auflauf war im Ofen und Barry verräumt mit Mark alles Ordnungsgemäß. Sie räumten benutzte Teller in den Spüler und wischten die Arbeitsplatte sauber, als Ma zur Küche herein kam. Sie staunte: „Mädel wie schaffst du das nur? Dass du da sitzt und gleich zwei Männer für dich arbeiten?“ Ich lächelte sie an, konnte aber nur mit den Schultern zucken, denn ich wusste ja selbst nicht warum ich hier so untätig herum saß. „Ging von ganz allein!“ Noch immer stand sie fassungslos da und beäugte ihre zwei Söhne die nun auch noch die restlichen Krümel entfernt hatten und zu ihrer Mutter schauten. „Ich bin fassungslos. Ich versuche das schon seit etlichen Jahren, ohne jeglichen Erfolg!“ „Das ist wahrscheinlich ihr Charme“ gab Mark von sich und beide Brüder schauten sich schmunzelnd an. „Bedeutet das, dass ich keinen besitze mein lieber Sohn?“ Sie schnappte sich ein Wischtuch und schlug es in seine Richtung. Natürlich nicht zu hart, verletzten wollte sie ihn nicht. Wir lachten. „Naja jetzt weißt du es ja dass sie es können! Da haben sie wohl in Zukunft keine Ausreden mehr!“ meinte ich zu Ma. „Keine Ausreden? Ha, die haben eher nichts mehr zu lachen! Meine Söhne!“ Und wieder schlug sie leicht mit dem Wischtuch nach Mark und Barry. Dann umarmte sie ihre Söhne. Mark schaute dabei in meine Richtung. Er zwinkerte mir zu, was mir total gefiel. Ich fand diesen Mann von Minute zu Minute immer toller. Ich kannte Mark noch nicht lange, knappe zwei Tage, aber irgendwie war er mir jetzt schon total wichtig. Es war mir unerklärlich! Ich dachte noch eine Weile nach, bis ich aus meinem Tagtraum erwachte. Ich sah Ma mit Barry albern. In dem Augenblick erschien Mark vor mir. Er kniete sich vor mich und blickte in meine Augen. „Hey alles okay?“ „Ja, klar.“ Ich sah ihn an. „Du wirkst so abwesend“ bemerkte er während er mich genau musterte und jeder Bewegung meiner Augen folgte. „Ja ich war auch kurz abwesend.“ „Bedrückt dich irgendetwas?“ fragte er liebevoll nach. „Nein, tut es nicht. Auch wenn ich vielleicht so aussehe!“ Ich blickte lächelnd zu ihm. „Dann ist ja alles okay!“ „Ich habe nie etwas anderes behauptet“ erwiderte ich. „Und wenn alles okay bleiben soll, dann müssen wir jetzt den Auflauf aus dem Ofen holen, sonst gibt’s Verbranntes!“ „Ach das mag die Dame wohl nicht?“ Er lächelte mich an. „Nein, ich bin leider etwas anspruchsvoller!“ spielte ich mich auf. Er grinste und stand auf. Ich folgte ihm zum Ofen. Marie schaute Mark über die Schultern und Barry ging mit dem Tablett raus in den Garten. „Teller nehmen wir dann mit, oder?“

Nachdem sich Ma auch eine Portion erhaschen konnte, machte sie sich wieder auf Arbeit (sie ist 3-4 mal halbtags in einem Laden in Sligo als Aushilfe tätig) und wir gingen mit unseren Tellern raus in den Garten. Barry hatte den Tisch schon gedeckt und so konnten wir gleich loslegen. Es war wirklich ein schöner Mittag. Die Sonne stand am Himmel, schien ziemlich warm herab und es waren- wie verwunderlich- nur wenige Wolken zu sehen. Wir saßen unter dem großen Apfelbaum im Schatten und genossen gelegentlich einen milden Windhauch. Mit einem Mal stand Barry auf. Fast hätte ich mich erschrocken. „Ich muss los!“ „Fußballtraining?“ runzelte Mark die Stirn. „Jap, stellt das Zeug dann einfach in den Spüler ok!“ meinte Barry. „Das weiß ich Bruder!“ konterte Mark fast schon energisch. „Ich weiß dass du das weißt, ich weiß nur nicht ob du das kannst!“ grinste Barry ihn schief von der Seite an. „Haha hau bloß ab du...!“ Mark war aufgestanden und hatte Barry einen leichten Stoß in die Rippen versetzt. Nicht dass es Barry weh tat, aber durch den Stoß kam sein Teller mit dem Besteck ins Wanken und so fiel ein Gabel auf die Wiese. „Wie nett von dir!“ „Immer wieder gern!“ neckte Mark, gab ihm erneut einen Stoß so dass auch noch sein Messer zu Boden fiel. „Oh entschuldige“ meinte Mark gespielt. „Dafür helfe ich dir aber auch und trage das restliche Geschirr gleich mit rein!“ Ich erhob mich gerade um mit anzupacken, doch Mark meinte: „Das schaffe wir auch allein!“ Und so durfte ich mich wieder setzen. „Ja schließlich sind wir zwei starke Kerle!“ fügte Barry hinzu. Da half nun alles Unterdrücken nichts- ich prustete los. Ich lachte schon Tränen als ich mit Erschrecken feststellte, dass die Brüder nun ihre ganze Aufmerksamkeit mir widmeten. Sie sahen sich an, veränderten ihren Gesichtsausdruck- der viel Rache in sich hatte- und dann nickten sie sich zu. Sie stellten ihr Geschirr ab und kamen von zwei Seiten auf mich zu.

„Ach du Sch...“ murmelte ich während ich verzweifelt zwischen beiden hin und her sah. „Nein, es tut mir leid. Ich hab das nicht so gemeint. Sorry. Ihr müsst da was falsch verstanden haben! Ich habe euch nicht ausgelacht!“ redete ich auf sie ein- doch es half alles nichts. „Das Gejammer kannst du dir ersparen!“ „Ja und deinen Hundeblick auch- der zieht nicht mehr!“ fügte Barry hinzu. „Gegen zwei starke Brüder hat der Blick ja doch keine Chance!“ „Wirklich nicht?“ „Nein“ meinten die beiden einstimmig und schon wurde ich bei Armen und Füßen gepackt. Barry an den Füßen und Mark an den Armen.

„Nein“ kreischte ich, doch die beiden fanden das eher lustig. Sie trugen mich ums Haus herum und ich ahnte schlimmes bei dem, was ich jetzt sah. Normaler weise find ich solche Dinger ja schön, aber im Augenblick gefiel mir der Swimming- Pool der Feehilys am aller wenigsten! Ich ahnte einiges voraus. Nicht in das Wasser dachte ich nur während wir immer näher kamen. Da die beiden jedoch nicht den Eindruck machten, in der nächsten Minute wegen Schlappheit aufzugeben, sank meine Hoffnung immer mehr. Wir waren nur noch zwei Meter vom Poolrand entfernt. Die Gesichter der Brüder sprachen Bände. „Nein, Barry- Mark, bitte nicht“ flehte ich ein letztes Mal. Ich setzte meinen Hundeblick ein. Und prompt bleiben wir auf den letzten Zentimetern stehen. „Oh Mark, irgendwie wird hier was schwer. Meinst du nicht auch?“ „Ja du hast recht“ gab dieser sich nachdenklich. „Na und da wir nicht stark genug sind- es wurde uns ja angezweifelt- können wir jetzt die Last kaum noch tragen“ fügte Mark neckisch hinzu. Wenn ich nicht das Opfer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich über das Wortspiel gelacht was zwischen den beiden Köpfen hin und her ging. Aber nun blieb mir nichts anderes übrig als zu dementieren. „Nein, ihr seid stark. Immerhin habt ihr mich- schweres Pfund- bis hier her geschleppt.“ „Ja du hast recht.“ „Aber trotzdem wirst du jetzt schwer“ meinte Mark und verzog sein Gesicht. „Na dann lasst mich doch einfach runter“ meinte ich zögerlich. „Okay“ stimmten sich beide nickend zu, doch diese schelmischen Blicke verrieten, dass es wohl keine trockene Ladung werden würde. Oder hatte ich mich geirrt? Ganz behutsam setzten sie mich ab und ich hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Ich stand wieder- juhu! Gerade wollte ich mich in aller Freundlichkeit bedanken als Barry und Mark mich an beiden Armen packen und Richtung Pool zogen. Im letzten Augenblick ließen sie los- doch ich reagierte prompt und hielt zumindest einen Arm so fest wie ich nur konnte. Und so war ich nicht die einzige die im Wasser landete, glaubte ich zumindest. Und so war es auch. Als ich wieder auftauchte und meine Haare aus dem Gesicht strich, sah ich nur Barry am Poolrand stehen. Natürlich knickte der sich vor lachen und neben mir tauchte Mark auf. Pitschenass. Aber wie sollte es auch anders sein. Schelmisch grinste ich ihn an.

„Wa, ist das Wasser kalt. Nichts wie raus hier“ meinte Mark und griff nach meiner Hand. Er zog mich hinter sich her bis zur Poolleiter. „Ich geh dann mal zum Fußball“ meinte Barry lustig. „Ist auch besser so!“ grummelte Mark. Wieder auf trockenem Boden gingen wir ins Haus. „Geh du zuerst duschen!“ forderte mich Mark auf und sah mich ernsthaft an. „Hier ist ein Handtuch.“ Er hatte eine Schranktür im Bad geöffnet. Es lagen bestimmt 5 Stück übereinander. „Such dir eins aus, während du duschst such ich dir ein paar Klamotten okay?“ Er grinste mich kurz an, wandte sich um und verschwand aus dem Bad.

Ich war froh diese nassen, kalten Klamotten loszuwerden und mich unter eine schöne warme Dusche zu stellen. Allerdings durfte die nicht zu ausgiebig sein, denn Mark wollte ich heute auch noch drunter lassen. Also hüpfte ich hinaus, band mir das Badetuch um meinen Körper und rief nach Mark. Keine Antwort. Ich schaute mich um, vor dem Badezimmer lag ein Kleidungsstapel auf der Kommode. „Das ist dann wohl für mich!?“ sagte ich zu mir selbst. Also schlüpfte ich in die Sachen. Sie waren mir zwar etwas zu groß, aber was solls? Er hatte mir Socken, eine Hose, ein T- Shirt und einen Pulli hingelegt. „Naja ist ja logisch dass er keine Unterwäsche für mich hat“ dachte ich mir. Obwohl ich mich trotzdem etwas unwohl fühlte- so mit nichts drunter- ging ich die Treppen hinunter in die Küche. Irgendwo musste er doch sein. Ich rief erneut. Dann schaute ich zum Ofen, auf dem ein Topf stand. Es roch nach Kakao. „Hey was gibt’s?“ Erschrocken fuhr ich herum. „Man, hast du mich erschreckt! Ich hab nach dir gerufen. Wo warst du? Und wieso hast du noch die nassen Sachen an?“ Ich schaute ihn fragend und streng zugleich an. Das gibt’s ja wohl nicht. „Willst dir wohl eine Erkältung holen und dann alles auf mich schieben?“ Er grinste, aber ich blickte weiterhin streng, so dass er das lächeln aufgab und sagte: „Ja Madame, ich gehe jetzt schleunigst duschen!“ „Ja, husch husch!“ Ich wandte mich lächelnd ab und ging von der Küche aus hinaus in den Garten. Auf dem Tisch standen zwei dampfende Tassen mit Kakao. Ich setzte mich auf die Bank und stierte auf die Wiese, wo eine Amsel gerade versuchte nach einem Wurm zu picken.

Mark kam trällernd aus dem Haus, was mich aus den Gedanken riss. „Schön, dass du unseren Kakao beschützt hast!“ meinte er grinsend. Ich lachte nur. Was war das denn für eine Aussage? Naja egal. Er setzte sich direkt neben mich, ziemlich eng sogar und sah mich von der Seite an. Dann nahm er seine Tasse und lehnte sich zurück. „Eigentlich ein schöner Tag heute. Wenn du magst hol ich eine Decke raus und wir legen uns noch ein bisschen in die Sonne!?“ Decke- legen- wir? Ich musste grinsen. „Was?“ fragte er, denn er hatte mich die ganze Zeit beobachtet und so auch meine Reaktion gesehen. Dann schmunzelte er. Ich nickte stumm. Während er aufstand nippte ich an meinem Kakao und sah ihm nach, wie er in das kleine Gartenhäuschen ging und mit einer Decke zurück kam. Er breitete sie auf der Wiese aus, zog seine Schuhe aus, schmiss sie irgendwie ins Gras und setzte sich auf die Decke. Nachdem er kurz seinen Kopf Richtung Sonne reckte wandte er sich wieder zu mir.

Oh dieser Kerl- ich weiß auch nicht. Er ist richtig toll, dachte ich bei mir. Irgendwie faszinierte mich mittlerer weile alles an ihm. Und ich fragte mich echt, ob er auch eine negative Seite an sich hatte. Denn sonst wäre er ja perfekt gewesen. Perfekt? Perfekt für was? Für mich? Nein Tina, oder doch? Ich war mir gerade nicht sicher über meine Gefühle. Es war alles durcheinander. Er brachte alles durcheinander.

Er pfiff, ich schaute ihn fragend an. „Wo warst du grad?“ fragte er lächelnd. Er hatte meine Abwesenheit wohl mitbekommen. Wahrscheinlich hatte er mich sowieso die ganze Zeit angestarrt. „Kommst du mit auf die Decke?“ Ich stand auf und ging lächelnd auf ihn zu. Dann legte ich mich auf die Decke. „Deine Sachen hab ich übrigens in den Trockner gehauen.“ „Danke.“ Ich legte mich auf den Rücken und schloss die Augen. Ich genoss die Sonne, die mich so herrlich warm anstrahlte. Ich fühlte mich wohl und schlief leicht ein. Durch ein komisches Gefühl weckte ich auf und blinzelte. „Aahh“ schreckte ich hoch, denn vor mir sah ich eine riesige Hundeschnauze. Mark hatte natürlich alles verfolgt und womöglich noch dazu angestiftet. Er lachte sich halb tot neben mir, während ich den Hund anblickte und er mich. Etwas verdutzt und womöglich genauso erschrocken. „Ach Snoop komm her“ meinte er und streckte ihm den Arm entgegen, worauf er zu Mark lief und sich kraulen ließ. „Das findest du witzig und jetzt belohnst du ihn auch noch!“ meinte ich gespielt vorwurfsvoll. „Du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagd“ klärte ich den Hund auf, streichelte ihn dann aber auch sanft über den Kopf. Als ich aufhörte kam er zu mir und stupste mich an. Also fuhr ich fort. Mark hingegen schaute nicht schlecht, denn nun sah er Snoopy nur noch von hinten. „So ist das also? Treuer Gefährte und bei der nächstbesten Frau haust du mir ab?“ „Tja er weiß halt was er will!“ „Hmm...“ „Das findest du wohl plötzlich nicht mehr so toll?“ fragte ich ihn grinsend. Er sah mich lächelnd an und schüttelte leicht den Kopf. Dann sah er mich an. Ich wandte mich voll und ganz Snoopy zu, denn das Beobachten machte mich nervös. Wir sprachen kein Wort. Dann sah ich zu ihm. Er lag noch genauso da wie vorhin. Auf der Seite, den Kopf auf den Arm gestützt. „Los hau ab!“ sagte er plötzlich und verscheuchte Snoopy förmlich. „Oh jetzt hast du´s wohl satt?“ Er grinste schief und rückte zu mir auf. Er setzte sich. „Ich geh mich jetzt umziehen. Muss nachher noch los. Shane und Nicky komm mich in ner viertel Stunde abholen.“ Mit den Worten stand er auf und ging ins Haus. Während dessen kam Snoopy wieder angetrottet und legte sich neben mich, natürlich auf die Decke.

Eine ganze Weile verging bis Mark wieder kam. Ich hatte inzwischen ein Nickerchen gemacht und war nun gespannt. Natürlich verjagte er Snoopy erneut. Ich lag auf der Seite und tat so als würde ich schlafen. Ich bemerkte Mark, wie er über meine Schulter schaute, um zu prüfen ob ich schlief. Dann hauchte er in mein Ohr, so dass ich Gänsehaut bekam. „Hey du bist gemein“ maunzte ich etwas verschlafen. „Was denn? Was hab ich denn gemacht?“ protestierte er. „Das weißt du ganz genau.“ Und wieder hauchte er in mein Ohr. Diesmal drehte ich mich auf den Rücken und lag nun genau an mit meinem Arm an seinem Oberkörper. „Das hab ich gemeint! Du hast in mein Oh gehaucht!“ Ich blinzelte zu ihm auf. Er schaute zu mir herunter. Eine ganze Weile passierte nichts. „Wie kann ich das wieder gut machen?“ fragte er während er mir eine Strähne aus dem Gesicht strich. Bei seiner Berührung bekam ich erneut Gänsehaut auf dem Arm. Er bekam das natürlich mit. „Jetzt hab ich aber nicht gehaucht!“ „Nein“ lachte ich und sah ihm in die Augen. So verharrten wir eine längere Zeit bis... ja bis Shane und Nicky um sie Hausecke bogen und Mark riefen. „Alter, da bist du? Wir stehn vorm Haus und klingeln.“ „Ist ja kein Wunder, dass er nichts mitbekommt bei dem Besuch!“ kicherte Nicky. „Haha! Ich komm ja schon...!“ „Okay dann gehen wir wohl jetzt besser und warten vorn auf dich!“ Meinte Nicky und beide fingen an zu lachen. Dann verschwanden sie. „Haha ihr seid ja so witzig!“ rief Mark ihnen nach. Dann schaute er zu mir. „Okay ich muss dann mal!“ „Gut, dann wünsch ich dir viel Spaß!“ meinte ich und schloss die Augen. Ich hörte wie er aufstand. Doch wieso geht er nicht? Ich öffnete gerade die Augen als er sich über mich beugte. Er war etwas erschrocken, dass ich meine Augen wieder geöffnet hatte, doch als ich keinerlei negative Reaktion zeigte, kam er mit seinem Mund dem meinem immer näher. Und so küsste er mich und ich ließ es geschehen.

Es war nur ein kurzer Kuss, denn von vorn ertönte nun eine Autohupe. „Ich geh jetzt. Bist du heut Abend noch da?“ fragte er mich. „Ich weiß nicht. Wie spät kommst du denn?“ „Keine Ahnung, wird schon so gegen elf werden!“ „Hmm dann glaub ich nicht, dass ich noch da bin.“ „Schade“ blickte etwas traurig zu mir. Ich merkte dass es ihm schwer fiel zu gehen, und wenn ich ehrlich bin. Ich hätte noch liebend gern weiter geküsst. Doch nun ging er, schaute noch einmal zurück bevor er um die Hausecke verschwand.

Ma weckte mich sanft rüttelnd auf. „Hey Tina! Aufwecken!“ „Mmh... was?“ meinte ich während ich mich herum drehte und die Augen ein klein wenig öffnete. „Oh hey Ma!“ sagte ich und setzte mich auf. „Du hast dirs ja mit Snoopy gemütlich gemacht!“ Ich verstand nicht ganz. Marie zeigt auf den Platz neben mir, da lag er wieder. Snoopy. Er lässt sich halt doch nicht vertreiben, dachte ich mir voller Schadenfreude.

Ich mach jetzt Kaffee, Oliver ist auch schon da. Du trinkst doch etwas mit uns oder?“ Ich nickte ihr zu. Sie ging Richtung Küche und rief mir zu: „Und dann erklärst du uns mal warum du Marks Sachen anhast!“ Ich konnte ihr Schmunzeln sehen, auch wenn sie sich nicht umgedreht hatte. Das war typisch Ma. Alles wissen wollen, könnte ja etwas mit ihr zu tun haben. Naja oder mit ihrem Wunsch, dass ich irgendwann in diese Familie einheirate. Damit konnte sie einen manchmal ganz schön auf den Wecker fallen, aber heute? Heute war ich einfach zu gut gelaunt. Schmunzelnd lief ich ihr hinter her in die Küche und dachte an den Kuss.

„Wo ist eigentlich Barry? Und Collin? Und Mark?” fragte Ma als wir in den Garten gingen. Bepackt mit Tellern, Kuchen und Kaffee. „Barry ist beim Fußball“ meinte Oli, der nun aus dem Haus trat und mich zur Begrüßung drückte. „Ja und Collin wird bei Steph sein“ stellte Marie fest. „Und Mark?“ fragte sie erneut und schaute mich eindringlich an. Was hab ich damit zu tun? War es so offensichtlich dass ich die letzten Stunden mit ihm verbracht hatte? Stimmt ja, ich hatte seine Klamotten an. „Ähm Mark?“ räusperte ich mich und gab Zucker in meinen Kaffee. „Der wurde vorhin von Shane und Nicky abgeholt.“ „Stimmt, gestern meinte er, er müsse heut noch mal ins Tonstudio. Louis hatte es angeordnet. Dieser Ausbeuter!“ schimpfte nun Oli förmlich. „Da hat der gute Junge schon mal Urlaub, er seit ein paar Tagen und schon muss er wieder ran. Unglaublich!“ „Schimpf doch nicht so herum!“ meinte Marie. „Lass dir lieber von Tina erklären, wieso sie die Sachen von unserem Großen anhat!“ Und sie lächelte mir mit einem übertriebenem, aufgesetzten Lächeln entgegen. Und ich natürlich zurück. Ich wusste ja wie ich das zu verstehen hatte. Schließlich kannte ich Ma jetzt schon eine ganze Weile.

Und so blieb mir nichts anderes übrig als den beiden alles zu erzählen. Naja Details ersparte ich ihn, zum Beispiel den Kuss. Das müssen sie ja nicht unbedingt wissen. Aber gelacht hatten sie trotzdem. „Nun haben wir so lange geredet, es ist schon wieder kurz nach fünf. Zeit den Grill anzuschmeißen. Tina du bleibst doch noch oder?“ „Oh eigentlich wollte ich gehen, ich war schließlich schon lang genug da.“ Doch Ma redete mir das im Nu aus. Ich zog schnell meine Klamotten an, die schon längst getrocknet waren und half Ma in der Küche, bereitete Salat mit vor und dann deckten wir im Garten den Tisch. Mittlerer weile waren auch Collin, Steph und Barry da. Sie saßen schon am Tisch und redeten aufgeregt. Steph unterdessen beobachtete mich. Warum wusste ich nicht. Aber es war mir auch egal, denn Mark bog gerade um die Ecke. „Hey!“ sagte er überraschend als er mich erblickte und kam mit ausgestreckten Armen auf mich zu. „Du bist ja noch da!“ flüsterte er und drückte mich fester. „Gleich nicht mehr wenn du mich erquetschst!“ „Sorry, wollte ich nicht!“ Er ließ mich los und begrüßte seine Family. Marie war gerade in die Küche gegangen und rief mir zu, dass ich doch bitte den Salat mit raustragen sollte. Also ging ich in die Küche, gefolgt von Mark. Ma war nicht hier. Und so nutzte er die Chance. Ich wollte gerade die Salatschüssel aufnehmen, doch Mark stellte sie weg, drehte mich um und gab mir einen Kuss. Als sich unsere Lippen voneinander lösten, lächelten wir uns gegenseitig an. „Daran hab ich den ganzen Tag gedacht!“ sagte er uns biss sich lustvoll auf die Lippen. „Achso, und das nennst du Arbeit?“ „Nein, die hab ich nebenbei gemacht!“ versicherte er mir, während er mich schon wieder an sich heranzog. Eng umschlossen standen wir da, ich mit meinem Po am Schrank. Er hatte seine Hände erst um meine Hüften gelegt, dann fuhr er höher. „Ich hoffe die Qualität deiner Arbeit musste nicht drunter leiden und Louis war zufrieden.“ „Ganz und gar!“ flüsterte er und sah mich an. „Das ist gut“ flüsterte ich zurück und näherte mich ihm. Unsere Lippen trafen sich wieder und wir küssten uns. Als ich plötzlich Ma in der Küche stehen sah. Wir wichen beide zurück. „Ich muss noch mal ins Bad“ meinte Mark verlegen und schwirrte davon. „Und ich... ich wollte gerade die Salatschüssel hinaus schaffen!“ beteuerte ich und grinste vor mich hin. Ich grinste in ein grinsendes Gesicht von Marie. Als ich vor ihr die Tür hinaus lief hielt sie mich kurz am Arm zurück. „Ich hab also richtig gedacht“ meinte sie glücklich strahlend. Ich nickte kurz. „Aber psst!“ Sagte ich, denn soweit ich das beurteilen konnte, wollten weder Mark noch ich jetzt preisgeben, dass wir (eventuell) ein Paar sind.

Ich stellte die Schüssel ab und fing gleich an auszuteilen. Mark kam dazu, berührt kurz meinen Po und ließ sich dann nieder. Ich spürte wie die Luft zwischen uns brannte. Die Situation in der Küche eben, trieben alles noch weiter an. Mark und ich tauschten kurz Blicke. Steph hatte alles verfolgt. Und sie verzog keine Miene. Barry, Oli und Collin hingegen hatten nichts mitbekommen, sie unterhielten sich gerade über ein Auto, welches wohl zum Verkauf an irgendeiner Straße steht.

„Sephanie- hilfst du mir den Tisch abzuräumen?“ meinte Marie und zwinkerte mir zu. Ich schaute noch etwas unbeholfen. „Ich geh mit Snoopy spazieren“ meinte Mark und zog mich einfach mit. Wir gingen einen Feldweg entlang. Er führte an einem See vorbei. Mark nahm meine Hand und zog mich hinter sich her zum See. Dann setzte er sich nieder an einem großen Baum. Immer noch hielte er meine Hand und zog mich zu sich herunter. Ich setzte mich auf seinen Schoß und er fing an mich zu küssen. Die Küsse wurden immer wilder und leidenschaftlicher. Ich spürte die Wärme, die in mir aufstieg. Mark fuhr mit seinen Händen unter mein Top und streichelte meinen Rücken. Ich begann gerade sein hellblau- weiß kariertes Hemd aufzuknöpfen als...

...als wir Steph rufen hörten. „Hallo Mark, hallo Tina. Wir wollten auch spazieren. Können wir uns mit zu euch setzen?“ „Das ist jetzt nicht ihr ernst?“ meinte ich energisch. Zugleich unbegreiflich. Mark sah mich verdutzt an. „Nein oder?“ Er verzog sein Gesicht und knöpfte sein Hemd wieder zu, während ich von Mark herunter ging und mich neben ihn setzte. „Hallo!“ sagte sie überfreundlich. „Schönes Plätzchen hier. Müssen wir uns merken Schatz. Schatz? Wo bleibst du denn?“ Collin kam erst jetzt angetrabt. Er tauschte mit Mark genervte Blicke, die wohl soviel bedeuteten wie `Sorry, ich wollte euch bestimmt nicht stören´! Während dessen fing Steph mit mir ein belangloses Gespräch an. „Du rasierst dir die Augenbrauen, was? Ich zupfe ja. Das sieht viel besser aus. Solltest du auch probieren!“ Ich dachte ich höre nicht richtig. Erst stört sie uns, weiß der Teufel warum und jetzt? Jetzt hält sie mir noch einen Vortrag wie ich mir die Haare besser entfernen sollte. Mir war nicht mehr zum Lachen. Ich schaute die zwei Männer hilflos an. „Ich glaub Snoop will nach Haus. Wird schon ziemlich kalt hier, oder?“ fragte Mark und sah mich lächelnd an. „Hast recht, mir wird auch zu kalt.“

Wir standen auf, doch nicht nur wir zwei sondern auch Steph, gefolgt von Collin dem ja wohl keine andere Wahl blieb. Er hatte ja geschnackelt, dass Mark und ich unter uns sein wollten aber Steph? In mir stieg langsam schlechte Laune auf. Dieses Anhängsel. Doch Mark nahm meine Hand und drückte sie fest. Dann sah er mich aufmunternd an.

Es war halb zehn als wir das Haus der Feehilys erreicht hatten. Collin zog Steph hinter sich ins Haus, während Mark mit mir draußen stehen blieb. Er schaute mich musternd an. „Magst du da bleiben?“ fragte er schließlich vorsichtig. Ich schaute ihn lange an ohne ihm zu antworten. Er ging darauf hin einen Schritt zurück, immer weiter... ließ aber meine Hand nicht los und ich folgte ihm. Das war wohl genauso eindeutig wie eine verbale Antwort. Und so folgte ich ihm in sein Zimmer.

Er machte kein Licht an, sondern widmete sich gleich mir. Er fing an mich zu küssen. Sie waren anfangs so wie am See, doch dann wurden sie leidenschaftlicher und fordernder. Ich begann wieder sein Hemd aufzuknöpfen, fuhr mit meinen Händen an seinem Oberkörper über seinen Bauch und seine Brust zu seinem Rücken. Dann streifte ich ihm das Hemd ab. Und er begann mich auszuziehen. Blitzschnell zog er mir mein Top über den Kopf. Er setzte sich auf den Bettrand. Zog mich zu sich. Er zog mich auf seinen Schoß, begann meinen Hals zu küssen und ging immer weiter abwärts. Er öffnete meinen BH, fuhr über meinen Rücken während er mich auf meinen Mund küsste. Das strich er mit deinen Händen über meine Brüste und begann sie nun auch zu küssen. Ich stöhnte, denn dieses Gefühl war so... irgendwie so irre, dass ich es kaum aushalten konnte. Er ließ sich zurück aufs Bett fallen und nahm mich mit. Ich begann ihn überall zu küssen und öffnete seine Jeans. Knopf für Knopf. Dann zog ich sie ihm aus und er zog mich zu sich hoch. Ich konnte seine Erregung spüren, nicht nur in seinen wilden Küssen. Keine 2 Minuten später waren wir beide völlig nackt und er drang in mich ein. Zuerst bewegte er sich etwas vorsichtig, dann aber wilder.

Eine halbe Stunde später lagen wir beide neben einander, auf der Seite. Er streichelte meine Seite, fuhr ab und zu über meinen Bauch und meine Brüste. Ich schaute überglücklich an und legte mich dann in seine Arme. Wir schliefen beide ein.

Am nächsten Morgen wachte ich auf. Es war gerade halb zehn und Mark schien schon aufgestanden zu sein. Ich zog mich an und ging runter in die Küche. Im ganzen Haus war es still. Marie stand in der Küche mit einer Tasse Kaffee und las Zeitung. „Guten Morgen“ meinte ich fröhlich. Sie brachte nur ein zögerliches Lächeln hervor. „Was ist los?“ fragte ich irritiert. Hier stimmte doch etwas nicht. Sie tippte auf die Zeitung. „Oh nein, was... das bin ja ich mit Mark!“ Die Überschrift lautete: `Ich bin Mark Feehilys Freundin!“ Darunter war ein Photo von mir. In dem Artikel stand das ich höchst persönlich dieses Geständnis machte, um die Fans aufzuklären. Darunter waren zwei Photos, die mich mit Mark zeigten. „Ich versteh das nicht!“ sagte ich verwirrt zu Marie. „Du weißt, dass ich das nicht wahr.“ Sie lächelte und nickte. Zugleich hatte sie aber Tränen im Gesicht. „Und Mark?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Er ist außer sich. Er hat die Tür hinter sich zugeknallt und ist mit Snoopy fort. In den Wald!“ sagte sie mit gebrochener Stimme. „Wann?“ „Schon vor einer ganzen Weile.“ In dem Moment flog die Haustür auf und Mark stürmte in die Küche. Er sah mich, blieb stehen. „Ich will, dass du deine Sachen nimmst und verschwindest! Ich will dich nicht mehr sehen!“ meinte er zornig und ernst. Dann ging er ins Bad und schloss ab. „Mark, ich war das nicht. Ich hab den Mist nicht geschrieben!“ „Hau ab!“ schrie er mir nur durch die Tür entgegen.

Marie tauchte hinter mir auf. „Lass ihn allein. Er muss erst einmal runter kommen. Er hat keine guten Erfahrungen gemacht in der letzten Zeit. Ich glaube, er weiß dass du es nicht warst. Er ist einfach nur sauer. Auf sich selbst und dass ihm das wieder passiert ist. Am besten du gehst nach Hause.“ Marie sah mich liebevoll an und hielt meine Hand. Ich war hin und hergerissen zwischen Haus- und Badtür. Doch ich nickte ihr zu, umarmte sie, schnappte meine Tasche- die in der Garderobe stand- und verließ das Haus. Mir war ganz unwohl zumute. Ich konnte das alles noch gar nicht realisieren.

Zwei Schritte aus der Haustür kam mir ein Mann entgegen. Er schaute mich grimmig an und sagte: „Du bist also die Freundin, die ihm alles eingebrockt hat! Sag mal spinnst du eigentlich? Weißt du, was das bedeutet? Einfach so behaupten du wärst Marks Freundin! Und selbst wenn es stimmt, hast du keinem darüber was zu sagen und schon gar nicht der Presse. Wir haben ne Menge Ärger jetzt, nur wegen dir. Ich kann dir nur raten dich aus den Angelegenheiten raus zu halten und aus seinem Leben zu verschwinden Kleines!“ Damit war er fertig und zischte an mir vorbei ins Haus. „Er will dich nie wieder sehen!“ rief er noch und schloss die Tür von innen. Jetzt kamen mir endgültig die Tränen. Womit hatte ich das verdient? Ich hab doch gar nichts gemacht!?

Meine Situation war ausweglos. Mark wollte nicht mehr mit mir reden, Bodyguards ließen mich nicht zu ihm. Ich besuchte Marie noch ein zwei Male und dann verabschiedete ich mich. Früher als geplant. Eigentlich hatte ich noch 5 Tage, doch ich hielt es hier nicht mehr aus. Die Situation im Haus der Feehilys war für mich unerträglich, wenn Mark da gewesen ist. Und das war der Fall. Schließlich hatte er Urlaub. Ich ließ also einen Rückflug nach Deutschland buchen, mein Auto würden sie nach Hamburg schippern, wo ich es irgendwann abholen konnte. Die Umstände waren mir egal. Hauptsache weg hier.

Als ich mich bei den Feehilys verabschieden wollte standen Marie und Oliver in der Küche. Barry hatte ich tags zuvor schon tschüß gesagt, denn heute ist er schon früh mit einem Kumpel losgezogen. „Schade, dass die Zeit schon wieder um ist und das sie so viel Schlechtes gebracht hat! Es ist schon erniedrigend. Du hast endlich unseren Großen kennen gelernt und es hätte mehr aus euch werden können und dann das. Tina es tut mir so leid!“ Marie flog mir um den Hals und fing an zu weinen. Ich war selbst schon kurz davor in Tränen auszubrechen, doch ich beruhigte sie. „Keine Angst, ich werde drüber weg kommen und ihr auch. Und ich komm euch weiterhin besuchen und telefoniere mit euch. Es wird sich doch zwischen uns nichts ändern!“ Ich hatte gerade Oliver umarmt, als ich mich nach Collin erkundigte. Marie und Oliver sahen sich an. „Was?“ fragte ich und hörte jemand die Treppen herunter kommen. Doch es war nicht Collin- wie erhofft- sondern Mark. Und ich dachte ich sehe nicht richtig. Er zog doch tatsächlich Steph hinter sich her. Sie grinste mich nur schräg an und hinaus waren sie. „Das kann nicht sein!“ meinte ich. „Das ist unglaublich. Was ist denn da los? Was macht Steph mit Mark? Und was ist mit Collin?“ Sie erzählten mir kurz, dass Mark jetzt mit Steph zusammen ist und Collin in seinem Zimmer liegt uns niemanden sehen will. Ich versuchte dennoch ihn heraus zu locken um ihn aus Wiedersehen zu sagen. Vergebens. ... und verständlich! Also verließ ich auch das Haus.

Zu meinem Erstaunen stand dort Steph. Wie als hätte sie auf mich gewartet! „Was soll das Spiel?“ fragte ich sie. „Welches Spiel? Ich bin jetzt mit Mark zusammen! Denn ich bin nicht so eine wie du. Ich wusste es von Anfang an. Wie verlogen du bist! Aber du funkst uns jetzt nicht mehr dazwischen. Mark und ich gehören jetzt zusammen! Du hälst dich jetzt raus! Wir wollen dich nie mehr sehen, du Schlampe. Mark braucht eine Freundin, der er vertrauen kann! Also nicht dich! Ich bin jetzt die Frau in seinem Leben und nicht du! Verschwinde aus unserem Leben!“

Das war genug. Ich hatte keine Kraft mehr ihr zu kontern. Es war sinnlos. Auf so etwas kindisches wollte ich mich gar nicht einlassen. Und deshalb stieg ich wortlos in mein Auto und fuhr davon. Zum Flughafen, wo ich wenig später im Flieger nach Deutschland saß.

Die Zeit in meiner Heimat tat mir gut. Meine Ferien waren längst vorüber und ich saß nun wieder täglich an der Kasse bei Schlecker. Mark hatte ich so gut wie vergessen. Ich musste es akzeptieren, dass er mit Steph zusammen war und das er mir nicht glaubte. Vor ein paar Wochen hatte ich durch Zufall auf dem Titelblatt der Bravo Mark gesehen. Das Management hatte öffentlich verkündet, dass Mark in einer festen Beziehung mit Steph sei. Es hatte mir einen kleinen Stich versetzt, doch ich konzentrierte mich jetzt auf meine Arbeit. Und zwar nur auf meine Arbeit. Und so verstrich die Zeit. Es war inzwischen Dezember geworden und Weihnachten lag hinter mir. Marie und Oliver haben mir ein Flugticket nach Irland besorgt, denn ich hatte ihnen gesagt, dass ich nach Weihnachten frei hatte. Eigentlich fühlte ich mich noch nicht bereit dazu, nach einem halben Jahr wieder zu ihnen zu fahren, aber nun hatte ich das Ticket und konnte keinen Rückzieher machen. Und eigentlich freute ich mich auf die Feehilys.

Am 28. Dezember um 8Uhr früh landete ich in Dublin. Marie und Oliver standen in der Halle und hatten auf mich gewartet. „Tina!“ rief sie mir entgegen und wir drei liefen aufeinander zu. „Du siehst gut aus. Du hast kurze Haare. Mensch, ich hätte dich doch fast nicht wieder erkannt!“ Das war Ma. Ich war noch nicht ganz bei, da plapperte sie schon wieder munter drauf los. Und das früh um acht! Unsere Fahrt nach Sligo verlief ohne Stau, ich saß hinten und schaute zum Fenster hinaus. Ich dachte nach. Aber nur über das Gute, was ich hier schon alles erlebt hatte. Ma und Oliver merkten, dass ich in Gedanken schwebte und ließen mich in Ruhe. „Ich muss mal auf Toilette“ meinte ich. Viel zu spät hatte ich gemerkt, dass es schon langsam eng wurde. „Jetzt?“ „Ja!“ meinte ich und entschuldigte, dass ich mich nicht schon eher bemerkbar gemacht hatte. „Da hast du aber Glück, da vorn ist gleich ein McDonalds!“ meinte Ma lachend. „Aber ich wird auch mitgehen. Sicher ist sicher!“

Und so stiegen wir zwei aus. Ma zog mich plötzlich schnell zur Tür hinein und lächelte. „So eilig hatte ich’s dann doch nicht!“ meinte ich irritiert über ihr Verhalten. Das Geschäft hatte ich erledigt und ging schon mal voraus. Marie war noch auf Toi. Ich verließ das McDonalds- doch was sah ich da? Einen Aufsteller mit einer Zeitung. „Westlife- Sänger Mark Feehily heiratet!“ hieß der Titel. Ich traute meinen Augen nicht. Marie tauchte hinter mir auf und nahm mich in den Arm. „Du solltest es nicht so erfahren. Wir wollten es dir heute sagen, nachdem du ausgepackt hast und zur Ruhe gekommen bist!“ „Ist okay“ meinte ich, noch immer etwas verstört von dieser überraschenden Nachricht. Ma hatte mir erzählt, dass er nie der Typ gewesen sei, der alles überstürzte. Aber gerade das tat er. Erst war er plötzlich mit Steph zusammen, dann ließ er noch kurz vor Wintereinbruch ein Haus bauen und jetzt die Hochzeit? Ich vergaß den Gedanken und stieg ins Auto. Traurig machte mich die Nachricht schon, aber ich fühlte mich nicht mehr so erschlagen wie vor ein paar Monaten. Ich konnte offen darüber reden ohne eine Träne zu vergießen. Ich hatte mir Mark aus dem Kopf geschlagen und es schien bis jetzt ganz gut zu funktionieren.

Barry und Collin staunten nicht schlecht, als ich zur Tür herein kam. „Beide dachten wir sind einkaufen, nach Dublin!“ meinte Oliver und grinste seine beiden Söhne an, die immer noch wie erschlagen vor der Playstation saßen und sich nicht rührten. „Was wollt ihr unserem Gast nicht Hallo sagen?“ Und jetzt stürmten beide auf mich los. Gleich zwei auf einmal und so wusste ich gar nicht wen ich zuerst umarmen sollte. „Und ihr habt uns nichts verraten.“ „Ja aber jetzt versteh ich auch wieso der Geschenke- karton für Tina noch nicht abgeschickt wurde.“ Meinte Barry und griff sich an die Stirn. „Geschenke?“ fragte ich. Noch mehr als das Ticket hatte ich nicht erwartet. Wie gut, dass ich auch einiges besorgt hatte. „Die gibt’s erst heute Abend! Nachdem Hühnchen! Tina soll doch erst mal ankommen und auspacken!“ Und so stieg ich die Treppen hinauf.

„Ihr habt renoviert?“ fiel es mir gleich auf Anhieb auf. „Ja das Zimmer von Mark ist jetzt das Schlafzimmer von Mom und Dad und ... na ja deren Zimmer ist jetzt das Gästezimmer. Also deins!“ erklärte mir Collin. Und ich wusste warum diese Veränderung. Sie wollten mir meine Rückkehr so einfach wie möglich machen. In Marks Zimmer wären vielleicht nur Erinnerungen hochgekommen. Das wollten sie wohl vermeiden. Und böse war ich den beiden nicht darüber.

Zum Abendessen kam ich hinunter. Bis dahin hatte ich mich hingelegt, geschlafen, dann geduscht und in Ruhe ausgepackt. „Und wie gefällt dir dein Zimmer?“ fragte Marie herzlich. „Es ist super.“ Ich ging zu ihre und umarmte sie. „Es ist lieb wie ihr euch kümmert. Aber wie geht es denn dir?“ fragte ich sie doch sie wich mir aus. „Lass uns nicht jetzt darüber reden. Das verdirbt uns nur den wunderschönen Abend.“ Und er wurde wirklich wunderschön. Besonders die Geschenke. Barry und Collin schauten nicht schlecht als beide jeweils ein paar Socken auspackten. „Oh wow! Die fehlen natürlich noch in meinem Sortiment!“ meinte Barry und Collin schaute etwas komisch drein. Doch als sie die Socken anprobierten- ich zwang sie dazu- bekamen sie neugierige Gesichter und zogen beide die linke Socke wieder aus. „Hey wow!“ staunte Collin, der als erster sein eigentliches Geschenk entdeckt hatten. „Ein Ticket für den Freizeitpark in Rostock!“ sagten beide gleichzeitig. „Da wollten wir schon immer mal hin.“ „Ja Mom“ sagte Collin zu Marie, die etwas irritiert über die riesengroße Freude war. „Da gibt es so eine tolle Achterbahn mit 5 Loopings –glaub ich.“ Und Barry nickte zustimmend. „Nur wie ihr hinkommt müsst ihr sehen. Aber das Ticket hält sich ja ein Jahr und da ihr mich ja mal besuchen wollt...“

Marie bekam von mir einen Wellness- tag geschenkt und Oliver einen kleinen Truck mit seinem Namen darauf. Diese Dinger sammelt er nämlich. „Der ganze Keller steht schon voll damit“ meinte Marie damals und gewährte mir einen Einblick. Von den Barry bekam ich eine DVD, von Collin eine Tasse mit einem Familienphoto- mit Mark. Und von Marie und Oliver bekam ich zusätzlich noch einen wunderschönen, kuscheligen Pullover. „Danke“ sagten wir uns schließlich alle gegenseitig und gingen am Ende des Abends glücklich und zufrieden schlafen.

Am nächsten Tag wollte ich Dhana einen Besuch abstatten, was ich auch tat. Sie freute sich mich zu sehen und wir vereinbarten, dass ich Jolie vom Kindergarten abhole und danach würden wir irgend etwas zusammen unternehmen. Es war kurz vor zwei als ich am Kindergarten ankam. Ich hatte mir heute Morgen in Sligo ein Audi A3 gemietet und stand nun auf dem Parkplatz. Ich sah Shane und seine Frau aus der Kita kommen, mit einem Kinderwagen und so beschloss ich auszusteigen und Hallo zu sagen.

„Hey Tina! Schön dich zu sehen!“ meinte Shane, drückte mich kurz und stellte mir dann seine Frau Gillian vor und seine Tochter Nicole. „Du hast mir gar nicht erzählt, dass du Vater bist!“ meinte ich erstaunt. „Naja“ meinte er etwas schüchtern. „Das klingt dann immer so als ob er schon so alt wäre, und dass imponiert doch junge Frauen nicht!“ mischte sich Gillian lachend ein. „Das wird’s wohl sein“ meinte ich. „Und wie geht es dir?“ fragte mich Gillian. Ich sah sie überrascht an. „Naja Shane hatte mir damals die Geschichte erzählt. Mit dir und Mark und Steph.“ „Achso, mir geht’s ganz gut. Ich konnte Abstand gewinnen, dadurch dass ich wieder in Deutschland war.“ Sie nickte verständnisvoll. „Und hast du schon von der Hochzeit gehört?“ „Ja ich hab es gestern gelesen, noch bevor es mir Marie erzählen konnte.“ Sie musterte mich. „Du scheinst damit gut umgehen zu können“ sagte sie erstaunt. „Ja ich hab mich ziemlich unter Kontrolle. Mich stört es nicht, ich hab deren Beziehung akzeptiert auch wenn ich es bis heute nicht verstehe. Und ich die Hochzeit sehr übertrieben finde.“ Sie nickte und atmete tief ein. „Ja ich finde das auch urkomisch.“ Shane hatte sich inzwischen verkrümelt. Er hatte Nicole- ein circa ein Jahr war- ins Auto gesetzt und verstaute nun den Kinderwagen im Kofferraum. „Shane entzieht sich wieder“ sagte Gillian etwas genervt. „Ach das ist doch verständlich. Männer lästern nun mal nicht gern. Oder nennen wir es mal einmischen. Schließlich muss er mit Mark arbeiten und somit steht er ja zwischen den Stühlen.“ „Ja du hast wahrscheinlich recht.“ Sie schaute zu Shane und dann auf ihre Uhr. „Ja ich muss auch los. Ich muss heute noch arbeiten im Center. In so einem Klamottenladen „Petros“ heißt er. Wenn du willst kannst du ja mal vorbei schauen. Dann können wir noch etwas quatschen!“ meinte sie freundlich und verabschiedete sich dann von mir. Shane winkte mir zu und stieg dann in den Wagen.

Ich machte mich nun schleunigst auf den Weg in den Kindergarten zu Jolies Gruppenzimmer. Die Erzieherin begrüßte mich. Sie war erfreut mich zu sehen, so ohne Vorankündigung. „Sie sitzt auf ihrem Stuhl und denkt, dass sie vergessen wurde!“ „Was?“ sagte ich schmunzelnd. „Ja sie ist da sehr streng. Sie muss immer kurz nach dem Schlafen abgeholt werden, wenn nichts anderes ausgemacht wurde. Und heute kam die Mami nun nicht gleich!“ Wir sahen und lächelten uns an. Dann lief ich langsam auf sie zu. Sie schaute hinaus zum Fenster. Mit einem traurigen Blick. „Jolie“ sagte ich etwas leise, um sie nicht zu erschrecken. Sie schaute mich an und... es dauerte eine Weile bis sie reagierte. „Tinaaaaa!“ rief sie und sprang auf. Voller Elan, so dass ihr Stuhl nach hinten umkippte. Ich nahm sie hoch und sie umarmte mich. „Mensch und ich dachte schon, dass mich Mama vergessen hätte, was sie noch nie hat!“ Sie gab mir einen Kuss auf die Wange. „Du hast ja kurze Haare“ sagte sie feststellend als ich sie wieder auf den Boden setzte. „Ja, gefällt es dir?“ fragte ich nach. „Naja, eigentlich schon!“ Und so verließen wir zusammen den Kindergarten. Danach fuhren wir in ein kleines Spielparadies und gegen 5 waren wir wieder zu Hause. Ich verabschiedete mich und versprach in den nächsten Tagen noch einmal vorbei zu schauen.

„Ma? Ich komm später. Ich will noch in Center. Du brauchst nicht mit dem Essen auf mich warten. Ich esse dann dort etwas!“ teilte ich ihr am Telefon mit, während ich in mein Auto stieg. Ich wollte zu Gillian. Sie hatte mir ja angeboten, mit ihr zu reden und da ich dachte, dass sie mehr wusste fuhr ich hin. Als ich in den Laden ging stand sie gerade vor einem Regal und legte Shirts zusammen. „Und das darfst du 3 mal pro Stunde machen?“ fragte ich nach. Sie drehte sich um. „Tina, schön dich zu sehen. Ja Shirts im Regal ist echt bescheiden. Wenn es nach mir ging, dann gebe es diese verfluchten Teile auch gar nicht. Sogar ein paar Kunden haben schon gemeckert, aber den Chef stört das ja nicht. Der sitzt hinter seinem Schreibtisch. Wenn überhaupt.“ Und sie legte das letzte Shirt zusammen während ich mich etwas umsah. „Suchst du was bestimmtes?“ fragte sie mich. „Nein, obwohl? Ich müsste mir Gedanken machen was ich zu Marks Hochzeit anziehe“ meinte ich belustigend. „Hast du auch eine Einladung bekommen?“ „Ja Marie sollte es mir ausrichten. Aber bis dahin ist ja noch Zeit und ich werde wohl noch eine schriftliche bekommen!“ „Ja, die Einladung war sowieso sinnlos. Das war ja nur ne Mitteilung, dass sie vorhaben im Sommer zu heiraten. Da schick ich doch nicht jetzt schon solchen Mist.“ Sie zitierte: „Wir haben vor uns am 09.07. das Ja- Wort auf einem Schloss in Sligo zu geben. Ihr seid jetzt schon recht herzlich eingeladen. Über näheres informieren wir euch zu einem späteren Augenblick. Bitte haltet euch das Datum frei!“ Wir lachten beide. „Und weißt du wer es geschrieben hat?“ fragte sie Augenrollend. „Das Fräulein persönlich“ sagte eine andere Frau die zu uns gestoßen war. „Hallo ich bin Georgina- Nickys Frau, du musst Tina sein, richtig?“ Ich nickte und gab ihr die Hand. „Wir nennen sie nur Fräulein“ meinte Gillian erklärend. „Ja und rate mal mit wem sie Hochzeitskleid shoppen will?“ sagte Gina genervt. „Mit dir, wenn ich raten darf!?“ Sie blickte hocherfreut in die Runde. Natürlich war das gespielt. „Ha, du arme!“ meinte Gillian und klopfte ihrer Freundin auf die Schulter. „Dafür darfst du mit ihr Schuhe kaufen gehen!“ meinte Gina schadenfreudig und ging an Gillian vorbei zur Kasse, an der eine Dame stand die endlich mal bezahlen wollte. „Das ist nicht dein Ernst!“ fauchte Gillian als die Frau das Geschäft verlassen hatte. „Da kannst du dir aber sicher sein!“ lachte Gina. „Sie hat es mir doch eben gesagt!“

„Es scheint so, als könntet ihr sie beide nicht leiden. Wieso unterstützt ihr sie dann?“ schaltete ich mich fragend ein. „Naja erst dachten wir, das wird noch. Vielleicht ist sie ja gar nicht so schlimm. Und jetzt können wir nicht mehr zurück, weil sie denkt, dass wir ihre Freundinnen sind.“ „Ja und außerdem sind wir zur Hochzeit eingeladen. Wie würde es denn aussehen, wenn unsere Männer da allein hingehen?“ „Abgesehen davon, dass die Hochzeit nicht statt findet!?“ meinte Georgina und schaute mich an. „Wieso?“ fragte Gillian und folgte ihrem Blick zu mir. „Genau, du musst ihn dazu bringen, dass es sie nicht heiratet! Dieses Göre. Wir sind überzeugt, dass sie den Artikel damals geschrieben hatte. Sie war doch die ganze Zeit nur neidisch auf dich und als du ihrem Mark zu nahe kamst, musste sie dich aus dem Weg räumen!“ meinte nun Gina wütend. Sie war nun voll in ihrem Element und ließ allen Hass auf das Fräulein freien Lauf.

Ich redete noch eine Weile mit den beiden bevor ich zurück zu den Feehilys fuhr. Das Gespräch mit den beiden tat mir gut und ich dachte noch lange über ihre Worte nach. „Natürlich, die Blicke die sie mir damals zuwarf. Sie schaute immer so komisch, beobachtete mich und als Mark um sie herum war, war sie ganz anders. Diese verlogene Kuh!“ murmelte ich vor mich hin. Als ich zu Hause ankam, reichte mir Ma einen Teller und öffnete den Ofen. „Woher wusstest du?“ „Ich kenne dich.“ Meinte sie lachend. „Wo warst du?“ Und so erzählte ich ihr, was ich heute alles so erlebt hatte.

Der fünfte Tag und zugleich der letzte bei den Feehilys war gekommen. Ich wollte erst später meinen Koffer packen, denn zuvor wollte ich noch Jolie in den Kindergarten schaffen und dann mich mit Gina und Gill im Café treffen.

„Was ich dich mal fragen wollte... hast du schon einmal überlegt in Irland zu bleiben?“ „Wieso?“ fragte ich neugierig während ich in meine Pizzaschnitte biss. „Naja“ meinte Gina und schaute zu Gill. „Wir hätten einen Job für dich. Natürlich nur wenn du magst!?“ „Für mich? Wo denn?“ „Bei uns im Laden. Wir brauchen bald eine Aushilfe!“ „Aha. Ich weiß nicht. Hat jemand gekündigt?“ „Nein, ich bin schwanger!“ meinte Gina und schaute mich fröhlich an. „Hey, gratuliere!“ „Danke, zurück zum Thema. Wir wären froh, wenn du da bleibst. Und wenn du meinen Job machst! Mein Chef wäre auch einverstanden!“ Sie flehte mich schon fast an. „Ja ich weiß nicht recht. Das ist ein ziemlich großer Schritt. Aber ich wollte eigentlich schon mal nach Sligo ziehen. Mich hält ja nicht in Deutschland. Meine Eltern leben ja schon seit ein paar Jahren in der Schweiz.“ Sie machten mich nachdenklich.

Als ich zurück zu meinem derzeitigen zu Hause fuhr rief ich meine Eltern an. Sie hatten nichts dagegen. Wir sahen uns ja sowieso nicht oft. Es machte keinen Unterschied, ob ich in Deutschland oder in Irland leben würde, hatten sie mir versichert. Und so fasste ich den Entschluss hier zu bleiben. Ich sah mir ganz kurzfristig noch eine Wohnung an. Sie war bei Dhana gegenüber und stand schon längere Zeit leer. Die Vermieterin war sehr freundlich und der Preis in Ordnung. Also Unterschrieb ich den Mietvertrag und fuhr zu den Feehilys. „Willst du nicht endlich packen?!“ meinte Ma die mit Barry und Collin im Wohnzimmer saßen. „Packen? Ja...aber nicht hier!“ meinte ich und alle schauten mich verblüfft an während ich lachte und nach Worten suchte. Ich kramte nach dem Mietvertrag und legte ihn auf den Tisch. „Was ist das?“ fragte Ma und dann realisierte sie, dass ich hier bleiben wollte. „Was? Geil!“ schrie Barry und alle sprangen mir an den Hals. Auch Oli war erfreut und so machte ich mich einen Tag später- Ticket umgebucht- dafür aber mit Oliver und Barry auf nach Deutschland. Meine Sachen packen. Es ging relativ schnell. Die Möbel und viele Kleidungsstücke sollten mit einem kleinen Container nach Irland geschippert werden und einiges nahm ich so mit.

Ich lebte mich sehr gut ein. Mark und Stephanie traf ich so gut wie nie. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass Mark mit Westlife auf Promotour war und Steph in meist in London oder Paris shoppte und dabei nach einem Brautkleid Ausschau hielt. Sie ging zu allen Messen, bei denen es um Hochzeit ging. So vertrieb sie sich die Zeit und haute eine Menge Geld auf den Putz. Und während sie noch um die restliche halbe Welt reiste, hatte Mark wieder Urlaub und war zu Hause. Ich nutzte die Gelegenheit. Wollte ihm einen Besuch abstatten.

„Hey. Ich wollte dich mal besuchen. Wie geht’s dir?“ fragte ich während er noch etwas sprachlos im Türrahmen stand. „Bis jetzt ganz gut.“ „Komm schon, dir wird’s doch nicht auf einmal schlecht gehen nur weil ich anwesend bin?“ Er zuckte mit den Schultern und ließ mich ins Haus. Es war sehr hell eingerichtet, zumindest das Wohnzimmer. Mehr sah ich von dem Haus nicht. Es standen drei Sofas um einen kleinen Tisch. Es waren Sofas aus Korb mit naturweißen Polstern. Ein riesiges Fenster bot eine schöne Aussicht auf den Garten und den kleinen Teich, den sie angelegt hatten. In der Ecke stand ein Klavier und gegenüber war ein großer Plasma- Fernseher. „Schön, Steph hat Geschmack.“ Meinte ich und setzte mich. „Das war nicht Steph“ meinte er kleinlaut, wahrscheinlich sollte ich es gar nicht verstehen. „Sorry, dass ich so reinplatzte. Ich wollte nur ein bisschen reden.“ „Aha.“ Er wurde immer ruhiger und sah mich die ganze Zeit an. „Stephanie kommt heute zurück.“ „Hat sie denn jetzt ein Brautkleid?“ fragte ich interessiert. „Weiß ich nicht.“ „Naja wirst du spätestens vor dem Traualtar sehen- entweder sie hat eins an oder nicht!“ meinte ich schmunzelnd um die eisige Atmosphäre etwas aufzulockern. „Mark was ist mit dir los?“ Er schaute hinaus aus dem Fenster ohne mir zu antworten. Ich setzte mich neben ihn und nahm seine Hand. „Du hast dich verändert! Ich akzeptiere deine Entscheidungen, die du in der letzten Zeit getroffen hast, aber ich möchte trotzdem ein gutes Verhältnis- ein freundschaftliches Verhältnis- zu dir haben.“ Er zog die Hand weg. „Ich hab gehört du wohnst jetzt in Sligo.“ „Ja, auf der Millerstreet 9.“ Er nickte. Ich sah ihn an, beobachtete wie er nach draußen starrte. Und hörte wie sich plötzlich die Haustür öffnete. „Hey Darling!“ stürmte Steph ins Haus mit etlichen Einkaufstüten. „Was machst du denn hier?“ fragte sie mit angewidertem Blick. „Hast du sie eingeladen, Schatz?“ Er schüttelte den Kopf, stand auf und gab ihr einen Kuss. Worauf sie ihn dann vor meinen Augen abknutschte, übertrieben gespielt. „Ich wollte sowieso gerade gehen!“ meinte ich und stand auf. „Gute Idee Darling. Schließlich muss ich meinem Schatz ja noch die Dessous vorführen die ich aus Paris mitgebracht habe. Und dabei würdest du nur stören.“ Winkte sie ab und stackste auf ihren Highheels die Treppen hinaus. „Ach Schatz würdest du dieses Etwas zu Tür bringen. Ich ziehe mich inzwischen um und warte dann auf dich!“ Ich sah Mark an. Das konnte nicht sein Ernst sein. Diese ... ich fand gar keine Worte für sie. Das Fräulein wollte er heiraten. „Ich glaub ich bin im falschen Film“ murmelte ich und ging zur Haustür. Mark folgte mir doch ich sagte, dass ich allein heraus finden würde. Jedoch ließ er es sich nicht nehmen mich zu begleiten. „Schön, dass du da warst“ sagte er und schloss die Tür ohne Tschüss zu sagen. Vor meiner Nase. Das war nicht der Mark den ich kannte.

Drei Tage später am 04.04. flatterte eine Einladung in meine Wohnung. Es war gegen drei als ich völlig sprachlos die Einladung zu ihrer Hochzeit in der Hand hielt. Ausgerechnet heute- an meinem Geburtstag. Das konnte einem den Tag schon vermiesen. Vor allem wenn es jetzt hieß wir heiraten am 07.04.! „Das ist ja in 3 Tagen!“ Sowas überstürztes. Ich konnte mir das einfach nicht erklären. War sie immer noch eifersüchtig auf mich? Muss sie schnell heiraten damit er nicht vielleicht doch merkt was für eine ... sie ist? Das hatte doch bestimmt alles mit meinem Besuch zu tun. Eine halbe Stunde später empfing ich meine Gäste. Sie machten genau das selbe Gesicht wie ich. Seine Familie verstand ihn nicht. Und so wurde es eher ein trauriger Geburtstag. „Er rennt in seinen Scherbenhaufen!“ mahnte Oliver. Und alle blickten zu Boden. Weil wir zu recht wussten, dass diese Stephanie nichts Gutes im Schilde führen konnte.

Am nächsten Tag fuhr ich zu den Feehilys. Wir wollten warten bis Stephanie wegfuhr. Sie wohnten ja praktisch nur 5 Minuten voneinander entfernt und um in die Stadt zu kommen, musste sie am Haus der Feehilys vorbei. „Da ist sie!“ schrie Barry und Ma kam zu mir. Sie zupfte mich zurecht. „Ma!“ sagte ich energisch. „Ja, ach ich wünsche dir viel Erfolg. Hoffentlich klappt es!“ „Wir drücken die Daumen!“ Und so lief ich schnellen Schrittes hinüber zu Marks Haus und klingelte. Eine lange Zeit tat sich nichts. Dann kam Mark um die Hausecke. „Schatz hast du was vergess... Oh du bists!“ sagte er und senkte den Kopf. „Du kannst mich trotzdem anschauen. Auch wenn ich vielleicht nicht mehr deinem Geschmack entspreche.“ Er blickte mich kurz- etwas wütend- an. Dann fragte er eiskalt: „Was willst du hier?“ „Ich wollte dir alles Gute wünschen. Zur Hochzeit weißt du!“ Er schaute mich musternd an. Dann lief er an mir vorbei ins Haus. Die Tür ließ er offen stehen. Ich folgte ihm. Er ging in die Küche. Auch dahin folgte ich ihm. „Willst du einen Kaffee?“ fragte er etwas nervös. „Nein, ich will dich eigentlich nur um etwas bitten.“ Er hörte auf den Kaffee in den Filter zu machen und sah mich an. „Ich wollte dir nur sagen, dass wir alle hinter dir stehen und es akzeptieren, dass du Stephanie heiratest. Allerdings sind wir skeptisch, weil alles so schnell geht und das darfst du uns nicht übel nehmen. Wir finden nur, dass es sinnvoll wäre einen Ehevertrag abzuschließen. Nur um sicher zu gehen.“ Er schaute nach unten. Bewegte und sagte nichts. „Wir haben einfach Angst, dass du dich da in etwas verrennst!“ sagte ich. Es tat mir weh ihn so zu sehen, er nahm keinen Anteil an dem, was ich sagte. Wir wollten ihn doch nur schützen. „Du solltest gehen. Stephanie wird gleich zurück sein!“ meinte er und ging an mir vorbei. Er hielt mir die Haustür auf. Diesmal blieb ich in der Tür stehen, um sie nicht wieder vor die Nase zu bekommen. Ich wollte gerade etwas sagen, als Steph vorfuhr. „Überleg es dir! Mach einen Ehevertrag!“ appellierte ich an ihn und wandte mich um. „Welch netter Besuch. Was wolltest du denn schon wieder von Mark? Er gehört mir!“ zischte sie mich an und sprach dann zu Mark. „Ich hoffe sie ruiniert unsere Hochzeit nicht, wo wir sie schon unbedingt einladen mussten!“ meinte sie zu ihm und zerrte ihn ins Haus. „Und Tschüss“ rief sie mir nach.

Der Tag der Hochzeit war gekommen. Gina hatte mir ein Kleid besorgt. Es war weiß und ging bis zu den Knien. Es sah einfach wunderschön aus. Es war weiter nichts dran und doch verliebte ich mich so gleich. „Danke Gina“ lächelte ich und fiel ihr um den Hals. Danach machten wir uns auf den Weg zu dem Schloss, eine halbe Stunde von Sligo entfernt. Ich fuhr mit den Feehilys. Als wir ausstiegen wimmelte es nur so von Photografen. „Sag bloß die sind auch eingeladen!?“ sagte ich zu Marie während wir von allen Seiten abgelichtet wurden. „Du kennst doch unsere Steph meinte sie und lächelte gekonnt in die Kameras. „Also ich geh“ meinte ich und lief mitten durchs Bild. „Entschuldigung sie müssen noch mal zurück kommen.“ Doch das war mir egal. Was ich musste und was nicht musste ich schließlich selbst wissen.

Ich lief geradewegs den Weg hinauf zur Wiese hinter dem Schloss. Dort hatten sich schon zahlreiche Gäste versammelt. Mark kam auf mich zu. „Hey“ sagte ich und umarmte ihn. „Danke dass du gekommen bist!“ „Ja deine Fam war so freundlich uns hat mich mitgenommen!“ grinste ich ihn an. „Ich wünsch dir alles Gute!“ sagte ich, noch immer in seiner Umarmung. Nun kam auch Marie, Oliver und seine Brüder. Und Nicky mit Georgina. „Was sagst du zu dem Kleid Mark?“ fragte Georgina. „Hab ich ausgesucht. Steht Tina doch fantastisch!“ Er schaute mich an und lächelte. „Ja“ sagte er und Nicky meinte: „Tja Kumpel noch kannst du´s dir überlegen. Noch bist du nicht verheiratet!“ Wir lachten, doch Gina zerrte ihren Nicky fort. „Also dann ich muss jetzt los!“ meinte Mark. Musterte mich noch einmal und lief dann in das Schloss. „Er sieht gut aus“ meinte Marie, doch man konnte heraus hören, dass sie nicht allzu sehr davon überzeugt war.

Die Zeremonie war natürlich sehr hochtrabend. Zumindest für meine Verhältnisse. Das Schloss war voll und in der ersten Reihe saßen nicht die engsten Angehörigen, sondern die Photografen. „So eine Hochzeit muss man auch vermarkten!“ meinte Georgina vor ein paar Tage. Sie hatte Stephanie mal wieder nachgespielt, darin war sie Meister.

Es ging nun schon eine halbe Stunde, dass der Standesbeamte etwas herab redete. Ich lehnte mich an und stieß ein leichtes Seufzen aus. „Was denn? Gefällt dir die Rede nicht? Dabei ist sie doch von Stephanie selbst geschrieben worden“ stupste mich Gina von hinten an. „Echt?“ fragte ich leise nach. „Ja, unglaublich oder?“ „Ja die haut mich echt um, aber eher vor Langeweile!“ Wir kicherten leise und Georgina lehnte sich wieder zurück.

Jetzt haben wir wohl zum interessantesten Abschnitt. „Wenn einer gegen diese Hochzeit etwas einzuwenden hat, dann solle er jetzt aufstehen und sprechen“ sagte der Standesbeamte und schaute in die Runde. Georgina stupste mich an und ich musste schmunzeln. Wäre schon großartig gewesen, jetzt aufzustehen und meine Meinung zu äußern. Aber das würde ich nur aus Rache an Stephanie machen. Und das wäre nicht gut. Schließlich wollte Mark sie ja heiraten, ich glaube er ist alt genug diese Entscheidung für sich zu treffen. Da sollte ich ihm an so einem wichtigen Tag nicht im Wege stehen oder ihn sogar vermiesen. Nein, ich bleibe sitzen. Und so fuhr er fort. Er fragte Stephanie ob sie Mark heiraten möchte. Sie schaute ihn liebevoll an und sagte, nach einer kurzen- absichtlichen- Pause, ein eher kühles `ja´. Mark hingegen sagte es sehr romantisch und ernsthaft. So dass mir Tränen in die Augen stiegen. „Alles okay?“ fragte Marie, die mich immer mal kontrollierend anschaute. „Ja alles in Ordnung!“ Denn ich vergoss die Träne nicht, weil ich traurig war, sondern weil ich gerührt war. Von Mark.

Nach der Trauung ließ das Brautpaar seine Gäste allein und flog in die Flitterwochen. Ins schöne prunkvolle Dubai. Wohin auch sonst? Alles andere hatte Steph ja schon gesehen. Und nichts kann gut genug sein für die Dame. Etwas erschöpft kamen wir von der Feier wieder. Allzu lange blieben wir nicht. Schließlich sind wir nicht so wie die meisten Gäste. Viele hatte Steph eingeladen. Sie taten so als wären sie reich und edel und unterhielten sich in höchsten Tönen. Das war mir zu viel. Mit dieser Art von Leuten kam ich nicht klar. Und keiner von den Feehilys wollte das. „Zu denen die sich das Maul über andere zerreißen“ – wie Ma sie nannte.

Vier Tage später war ich mit Barry zum Frühstück verabredet. Ich brachte ihm Brötchen mit und er hatte den Tisch gedeckt. Wir wollten gerade anfangen als es an der Haustür klingelte. Barry öffnete und schaute dann kurz in die Küche. „Es ist David, der will nur kurz was wegen meiner PC schauen. Kannst schon anfangen.“ Und weg war er. Ich las inzwischen in der Zeitung. Doch als er ewig nicht wieder kam entschloss ich mich doch anzufangen und wollte gerade ins Brötchen beißen als das Telefon klingelte.

„Bei Feehily“ meldete ich mich. Kurze Zeit war Stille. „Tina?“ fragte eine unsichere Stimme. Es musste Mark sein. „Mark, was ist los?“ fragte ich, mich überkam ein Schauer von Angst, als ich ihn hörte. Seine Stimme war schwach. „Mark?“ fragte ich nach. Und er prustete drauf los: „Stephanie ist gegangen. Sie hat mich verlassen. Wir hatten nur Streit. Sie hat mich betrogen. Sie will die Scheidung.“ Jetzt weinte er. Doch wie tröstet man jemanden, der erstens ganz niedergeschlagen ist und zweitens Meilen weit weg. Da kam mir Marie gerade richtig. „Warte mal ich geb dir Ma“ sagte ich und reichte ihr den Hörer. Sie sah meinen Gesichtsausdruck und ihr war alles klar. „Mark? Was ist los?“ Ich hörte sie mit ihm reden, der Appetit war mir vergangen. Als sie auflegte erzählte sie uns kurz- mittlerer weile waren alles Feehilys anwesend- was passiert war und das Mark morgen nach Hause fliegen würde. Ich erklärte mich sofort bereit ihn abzuholen vom Flughafen.

Und so stand ich am nächsten Morgen im Dubliner Flughafen und hielt Ausschau nach Mark. Ich wusste nicht was mich erwartete. Aber ich stellte mich auf vieles ein. Und da kam er endlich. Mit seinem Rollkoffer. Er trug ein Cape und eine dunkle Sonnenbrille. Dennoch erkannte man, wie abgeschlagen und traurig er war. Er fiel mir wortlos in die Arme.

Alles was ich jetzt tun konnte war, ihn hier heraus zu bringen. Umringt von Photografen, denn die Meldung hatte sich- auch dank Stephanie- wie ein Lauffeuer verbreitet. Wir stiegen in mein Auto und fuhren schweigend nach Sligo. Das Radio ließ ich aus. In den Nachrichten würden sie sich über die Neuigkeit eh nur zerreißen.

Als ich den Wagen bei den Feehilys abstellte und ausstieg sah ich Marie zur Tür heraus kommen. Sie nahm ihren Sohn in den Arm und führte ihn hinein. Ich kümmerte mich um sein Gepäck und folgte ihnen. Danach ließ ich sie allein und fuhr auf Arbeit. Später am Abend meldete sich Ma und berichtete mir, wie es Mark ginge, dass er jetzt schlafen würde. Und sie bat mich um etwas. „Du fängst doch morgen erst zu Mittag an mit arbeiten oder? Könntest du da früh nach Mark sehen? Mit ihm frühstücken oder so?“ Ich bejahte und losch das Licht.

Am nächsten Morgen machte ich mich um 9 Uhr auf zu Mark. Mit frischen Brötchen und einer Zeitung ging ich ins Haus- Marie hatte mir zu meinem Geburtstag unter anderem einen Hausschlüssel geschenkt mit den Worten: ´Du bist immer willkommen!` Und das zahlte sich jetzt aus, denn ich wusste nicht ob Mark schon wach war. Und wecken wollte ich ihn bestimmt nicht. Doch Mark war schon wach und stand in der Küche. Er sah aus wie ein Häufchen elend. „Morgen“ sagte ich und drückte ihn. Er ließ mich gar nicht los und ich wusste, dass er weinte. Ich spürte Tränen auf meiner Schulter. Überwältigt von allem wusste nicht, was ich tun sollte. Nach einer Weile hörte ich Mark sagen: „Ich habe die falsche Frau geheiratet!“ Und er blickte mir in meine Augen. Tränen liefen ihm die Wange herunter. Dieser Satz bereitete Gänsehaut. Denn ich wusste genau, was er damit andeuten wollte. Ich wusste es, weil ich es in seinen Augen lesen konnte. Ich drückte ihn erneut und versuchte ihn zu beruhigen. Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und lächelte ihn an. „Ich war so ungerecht zu dir. Ich verstehe mich selbst nicht. Es tut mir leid.“ Er senkte den Kopf. „Haben wir noch eine Chance?“ fragte er zögerlich. Ich lächelte ihn an. „Ich denke schon, aber nicht jetzt. Du solltest zur Ruhe kommen und dich davon erholen. Und mit dem Alten abschließen.“ „Aber das schaffe ich nicht.“ Sagte er. „Nicht ohne dich!“ „Das musst du auch gar nicht“ meinte ich leise und schloss ihn in meine Arme.

Ende

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