<<<< Chapter 1 >>>>
"Lass es uns doch wenigstens mal ausprobieren. Was soll denn schon passieren?....OK,
dein Haus könnte verflucht werden, aber meinst du echt, dass so was passiert?
Ich glaub zwar an Geister und so was, aber nicht an Flüche. Also, was ist
jetzt?" Steffie überlegte eine Weile, ehe sie schließlich einwilligte.
"Ich frag mich sowieso, warum du erst überlegen musstest, denn schließlich
hast du es schon mal gemacht." "Da hat es aber nicht funktioniert. Lass uns
aber am besten jetzt mal anfangen." Sie beschrifteten Zettel mit allen nötigen
Dingen und legten sie dann im Kreis auf. Bis alles genauso lag, wie es sich
gehört, brauchten die beiden eine ganze Weile. "So, und jetzt brauchen
wir ja noch Kerzen, die wir dann um den Kreis herum aufstellen." Nachdem Steffie
welche geholt hatte und sie endlich fertig waren, schalteten sie das Licht aus
und setzten sich einander gegenüber, sodass der Kreis zwischen ihnen war.
"Wen beschwören wir eigentlich?", fragte Sabrina plötzlich. "Was hältst
du von meinem Onkel, Bryan? Er ist ja letztes Jahr leider gestorben. Meinst
du denn, es funktioniert?" "Wenn wir es nicht ausprobieren, werden wir es nicht
erfahren. OK, dann lass uns Bryan nehmen. Bei drei beginnen wir....1......2......3."
"Wir beschwören den Geist von Bryan McFadden", riefen sie im Chor, doch
ließen sich nicht los, denn sie mussten auf ein Zeichen warten. Keiner
von beiden redete ein Wort, doch sie waren beide am zittern und ihre Aufregung
sah man ihnen an. Plötzlich hörten sie die Klospülung. "Meinst
du, dass war Bryan?", fragte Steffie. "Ich weiß es nicht, aber ich denke
schon, denn wer soll es sonst gewesen sein? Es ist keiner hier, der die Klospülung
hätte betätigen können, außer uns beiden und wir sitzen
doch hier." Sie ließen ihre Hände los und setzten sich ein wenig
bequemer hin. "Bist du ein lieber Geist?", fragte Sabrina nun und starrte auf
das Glas. Steffie machte es ebenfalls und stieß plötzlich einen spitzen
Schrei aus, als das Glas begann über den Boden zu rücken. Schnell
legten die beiden ihren Zeigefinger auf das Glas und hofften, dass es auf "Ja"
ging. "Ein Glück", rief Steffie, als es auf "Ja" zum Stehen kam. "Wer stellt
die nächste Frage?", fragte Sabrina. "Mach du es bitte. Mir fällt
grad keine ein." "Sei froh, dass ich mir schon was überlegt habe........Wie
heißt der Mann, den ich heiraten werde?", fragte Sabrina an den Geist
gewand. Langsam begann sich das Glas über den Boden zu bewegen. N I C K
Y. Nacheinander rückte das Glas zu den Buchstaben. "Noch kenne ich keinen
Nicky", meinte Sabrina. "Dann wirst du ihn bestimmt bald kennen lernen. So,
aber jetzt bin ich dran. Lieber Geist, wann werde ich meiner großen Liebe
begegnen?" Wieder bewegte sich das Glas langsam über den Boden. "Geil,
in einer Woche schon. Mal schauen, ob das wahr wird." "Werden Steffie und ich
für immer Freundinnen bleiben?", fragte Sabrina jetzt wieder und das Glas
ging auf "Nein". "Das ist jetzt aber mal keine gute Nachricht. Wir und keine
besten Freundinnen mehr? Das kann doch gar nicht stimmen. Hoffe ich zumindest...."
"Wann bekomme ich mal eine wichtige Nachricht, die mein Leben verändert?",
fragte Sabrina. M O R G E N. "Ich bin mal gespannt, was das für eine Nachricht
sein wird", meinte Sabrina. "Du, jetzt darf ich auch mal wieder was fragen",
kam es von Steffie. "Werde ich die Schule schaffen?" Das Glas blieb eine Weile
ruhig stehen und ging dann auf "Ja". "Das find ich gut", meinte Steffie. Plötzlich
rutschte das Glas wie wild über den Boden. "Was ist denn jetzt los?", fragte
Sabrina erschrocken. "Lass uns am besten aufhören", sagte Steffie und begann,
die Kerzen auszupusten. Sabrina tat es ihr gleich. Dann saßen sie im Dunkeln.
"Dürfen wir aufstehen?" "Ich weiß nicht." "Ich mach es jetzt einfach."
Sabrina stand auf und machte das Licht an, nachdem sie gegen Steffies Computertisch
gelaufen war. "Steffie, du kannst jetzt aufstehen", meinte Sabrina. "Ist ja
gut. Lass uns jetzt am besten erst aufräumen, ehe wir was anderes machen.
Ich hoffe echt, dass der Geist jetzt weg ist."
<<<< Chapter 2 >>>>
Am nächsten Morgen wachte Sabrina erst spät auf. Sie gähnte einmal
herzhaft und stieg dann aus dem Bett. Als sie nach unten kam, lag auf dem Tisch
etwas für sie. Als sie näher ran ging, sah sie, dass es sich um einen
Brief von ihrer Schule handelte. Sie beschloss, ihn erst zu öffnen, bevor
sie frühstückte, da sie zu neugierig war. Langsam öffnete sie
den Umschlag und faltete den Zettel, der zum Vorschein kam, auseinander. Als
sie sich den Brief durchgelesen hatte, staunte sie nicht schlecht. Das musste
sie unbedingt Steffie erzählen, deswegen lief sie schnell zum Telefon.
"Bobe?", meldete sich ihre Freundin am anderen Ende. "Hey Steffie, ich bin es,
Sabrina. Weißt du, was ich gerade erfahren habe?" "Noch nicht, aber du
wirst es mir sicher gleich erzählen, stimmt´s?" "Natürlich.
Also, ich habe heute Post von der Schule bekommen und weißt du, was in
dem Brief steht?" "Woher soll ich das denn wissen? Rück schon mit der Sprache
raus." "OK. Ich werde für ein Jahr nach Irland gehen. Ist das nicht geil?"
Am anderen Ende herrschte Stille. "Bist du noch dran, Steffie?" "Ja, aber ist
das echt dein Ernst?" "Ja, dass ist es." "Und wer bezahlt das?" "Na wer wohl?
Die Schule du Schlaumeier. Weil ich dieses Jahr Klassenbeste in Englisch bin,
steht da, sponsert mir die Schule einen Schüleraustausch nach Irland. Wenn
das keine geilen Neuigkeiten sind, ne? Also hatte Bryan gestern beim Gläserrücken
recht." "Anscheinend schon, aber ich hoffe, dass die anderen Sachen nicht alle
wahr werden." "Freust du dich denn für mich?" "Natürlich freue ich
mich, aber ich weiß jetzt schon, dass ich dich tierisch vermissen werde.
Wie soll ich es denn bitteschön ein ganzes Jahr ohne dich aushalten?" "Mach
dir doch darüber keine Sorgen. Wir können uns schreiben und ab und
zu mal telefonieren und vielleicht kannst du mich ja sogar mal in den Ferien
besuchen kommen." "Und wann geht es los?" Sabrina las sich den Brief noch mal
schnell durch und meinte dann: "Ach du Schreck, schon morgen." "WAS? So schnell?",
fragte Steffie. Sie wollte ihre Freundin nicht so schnell gehen lassen. Schon
gar nicht für ein ganzes Jahr. "Darf ich dann heute noch mal zu dir kommen?",
fragte Steffie. "Ich dachte eigentlich, dass wir heute zusammen shoppen gehen,
da ich ja noch einige Sachen für morgen brauche." "Shoppen geht auch, Hauptsache
wir sind heute noch ein letztes Mal zusammen. Ich komme dann gleich zu dir.
Bis dann." Steffie legte auf und Sabrina setzte sich an den Tisch um zu frühstücken.
Gerade als sie ihre Cornflakes aufgegessen hatte, klingelte es an der Tür.
Als sie öffnete fiel ihr ein, dass sie ja noch ihren Pyjama anhatte. "Gut,
Steffie. Du bist es. Bei allen anderen Leuten wäre es mir jetzt ziemlich
peinlich gewesen." Steffie blickte Sabrina an und verstand dann warum. "Dann
mach dich mal schnell fertig, damit wir noch genug Zeit in der Stadt haben",
drängelte Steffie. Sabrina lief nach oben, zog sich ein paar bequeme Hosen
an und ein Tshirt und lief dann mit ihrem Rucksack nach unten. "Meinetwegen
können wir gehen."
<<<< Chapter 3 >>>>
"Kannst du mir bitte mal helfen, Steffie? Ich bekomme meinen Koffer nicht zu.
Habe wohl ein wenig zu viele Sachen reingepackt", meinte Sabrina am Abend. "Das
denke ich aber auch. Komm mal her. Du setzt dich jetzt drauf und ich versuche
ihn zu schließen, verstanden?" Sabrina setzte sich auf den Koffer und
machte sich so schwer es ging. "Und, geht er zu?" "Wenn du dich noch ein wenig
schwerer machst....Genau so.....Geschafft!" "Und jetzt brauche ich noch eine
Reisetasche, für meine persönlichen Dinge und noch ein paar Klamotten",
sagte Sabrina. "Du sollst nicht nach Irland ziehen. Ich möchte, dass du
auch wieder zurück kommst", meinte Steffie. "Nur weil ich eine Menge Sachen
mitnehme, heißt das nicht, dass ich gleich dorthin ziehe. Ich nehme nur
Dinge mit, die ich während des Jahres dort auch brauche." Sabrina lief
kreuz und quer durch ihr Zimmer und schmiss alles Mögliche in ihr Tasche:
Schminke, CDs, Fotos, Kosmetikartikel, Bücher. Als sie gerade ein Kissen
hineinpacken wollte, fragte Steffie erstaunt: "Wofür brauchst du das denn?"
"Das hat mir doch David geschenkt, als wir noch zusammen waren. Das darf einfach
nicht hier bleiben. Außerdem kann ich ohne das Kissen nicht mehr schlafen."
"Nimmst du auch was mit, was dich an mich erinnert?", fragte Steffie. Sabrina
überlegte kurz und nickte dann. "Du hast mir doch mal dieses süße
Kuscheltier geschenkt, dass singen kann, oder? Das werde ich mitnehmen und jede
Menge Fotos von dir." "Das find ich gut. Und vergiss ja nicht, genug Briefpapier
einzupacken", mahnte Steffie. "Briefpapier werde ich sicher auch in Irland kaufen
können." "Das stimmt auch wieder. Na ja, ist ja auch egal. Brauchst du
sonst noch was?" "Jetzt muss ich noch meinen Rucksack packen", grinste Sabrina.
Wieder lief sie durch ihr Zimmer und packte ihren Fotoapparat, ihren Discman,
einige CDs ihrer Lieblingsband Atomic Kitten, einen Block, ihr Etui, ihr Handy,
ihr Adressbuch und natürlich ihr Portemonnaie ein. "Sag mal, nimmst du
eigentlich viel Geld mit?", fragte Steffie jetzt. "Im Moment habe ich 1000 €
in meinem Portemonnaie, aber ich weiß nicht, ob das 1 Jahr lang reichen
wird. Wenn nicht, müssen mir meine Eltern noch was schicken." Sabrina sah
auf die Uhr und blickte dann traurig zu Steffie. "Du, du musst leider gehen,
denn ich wollte heute früh schlafen gehen. Mein Flieger geht morgen früh
um 9 Uhr und da möchte ich ausgeschlafen sein. Sei bitte nicht traurig,
OK? Wir sehen uns bestimmt ganz schnell wieder." Steffie rann eine Träne
die Wange runter und sie nahm ihre Freundin in den Arm. "Ich wünsch dir
viel Spaß und grüß die Irländer von mir." "Du meinst doch
sicherlich Iren, ne?", fragte Sabrina und musste lachen. "Ist doch auch egal.
Schreib mir sofort, wie deine Familie ist und alles. Bitte." Steffie drückte
ihrer Freundin noch einen kleinen Kuss auf die Wange und verließ dann
die Wohnung. Sabrina ging ins Wohnzimmer, um ihren Eltern mitzuteilen, dass
sie nach Irland flog. Sie hatte dazu noch keine Gelegenheit gehabt, denn ihre
Eltern waren den ganzen Tag unterwegs gewesen. "Ich muss euch was sagen", meinte
sie, als sie den Raum betrat. "Und was?" "Ich werde für ein Jahr nach Irland
gehen." "Und wer soll das bezahlen?" "Das hat meine Schule gemacht. Sie sponsert
diesen Schüleraustausch für mich, da ich in Englisch die Klassenbeste
bin. Morgen muss ich um 9 Uhr am Düsseldorfer Flughafen sein. Kann mich
einer von euch dahin bringen?" "Das kann ich machen. Ich habe morgen früh
frei", sagte Sabrinas Mutter. "OK, ich gehe dann jetzt schlafen." Sabrina gab
ihren Eltern noch einen Kuss und legte sich dann hin. Schnell war sie in einen
traumlosen Schlaf versunken.
<<<< Chapter 4 >>>>
"Sabrina, aufstehen. Wir müssen gleich los." Sabrinas Mutter klopfte schon
seit 10 Minuten an Sabrinas Zimmertür und endlich schlug Sabrina die Augen
auf. Verschlafen blickte sie auf die Uhr und erschrak. "Mist. Ich habe verschlafen",
rief sie und sprang aus dem Bett. "Bist du endlich wach?", fragte Sabrinas Mutter.
"Ja, bin ich. Ich mach mich eben fertig, dann komm ich runter." Sabrina putzte
sich schnell die Zähne, sprang unter die Dusche und zog sich an. Dann lief
sie schnell nach unten in die Küche. "Habe ich noch Zeit zum Frühstücken?",
fragte sie ihre Mutter. "Nur, wenn du im Auto frühstückst, denn wir
müssen jetzt los. Oder willst du deinen Flieger verpassen?" Sabrina schüttelte
den Kopf und hörte dann ein poltern auf der Treppe. Ihr Vater kam mit ihrer
Tasche und ihrem Koffer die Treppe hinunter und brachte die Sachen ins Auto.
"Kommt Dad auch mit?", fragte Sabrina. "Er hat sich extra freigenommen, damit
er sich noch von dir verabschieden kann. Jetzt hol deine restlichen Sachen.
Wir wollen jetzt los. Ich habe dir vorhin schon eine einige Brote gemacht, die
du dann während der Reise essen kannst. Ich will ja nicht, dass du verhungerst."
"Das ist aber sehr freundlich von dir." Sabrina eilte die Treppe hinauf, schnappte
ihren Rucksack und ihre Jacke und lief dann wieder nach unten. "Ich bin soweit."
"Dann lass uns mal zu deinem Vater ins Auto gehen." Nachdem sie sich ins Auto
gesetzt hatten, ging es auch schon los. Sabrina war sehr aufgeregt und sagte
die ganze Fahrt nichts. Als sie am Flughafen ankamen, stieg ihre Aufregung noch
ein wenig. "Der Flug Düsseldorf - Sligo geht in ein paar Minuten." "Das
war mein Flug", rief Sabrina. "Dann sollten wir uns jetzt wohl beeilen." Schnell
liefen sie durch die Halle und suchten den richtigen Schalter. Gerade noch rechtzeitig
kamen sie dort an und es blieb kaum noch Zeit sich voneinander zu verabschieden.
"Ich schreibe euch. Versprochen", rief Sabrina. "Viel Spaß." Sabrina verschwand
im Gang, der sie zum Flugzeug brachte. Im Flugzeug suchte sie sich einen Platz
am Fenster und hörte ein wenig Musik. Als das Flugzeug startete, freute
sie sich, denn endlich würde sie in das Land ihrer träume fliegen.
Sie wollte schon immer einmal nach Irland und jetzt wurde ihr Wunsch endlich
wahr. Irgendwann schlief sie ein. Als das Flugzeug am Flughafen in Sligo landeten,
wurde sie durch den Aufprall wach. Als sie merkte, wo sie war, strahlte sie
über das ganze Gesicht. Plötzlich fiel ihr etwas Wichtiges ein. Sie
wusste gar nicht, wie ihre Gastfamilie aussah. Sie wusste nur, dass ihr Name
Byrne war. Sie beschloss, erst einmal auszusteigen und dann abzuwarten, was
passieren würde. Der Flughafen war nicht sehr groß und Sabrina fand
schnell das Gepäckband. Als ihre Taschen kamen, nahm sie sie entgegen und
stellte sie auf den Boden. Sie konnte nicht beide auf einmal tragen, da das
einfach zu schwer für sie war. Sie beschloss, neben dem Gepäckband
zu warten, da sie ihre Taschen nicht alleine dort stehen lassen wollte, ohne
Aufsicht. Das Risiko war einfach zu groß, dass jemand die Taschen klaute.
Plötzlich hörte sie eine Stimme neben sich. "Bist du vielleicht Sabrina?",
fragte eine weibliche Stimme. Als sich Sabrina umdrehtem stand dort eine attraktive
Frau und lächelte sie an. Sabrina nickte nur und reichte ihr dann ihre
Hand. "Schön, dass ich dich endlich gefunden habe. Dann lass uns mal zu
meinem Auto gehen. Du bist sicher auf dein neues zuhause gespannt, nicht wahr?"
Wieder nickte Sabrina nur. Sie war einfach zu aufgeregt, um auch nur ein Wort
rauszubringen. Gemeinsam trugen sie ihre Taschen zu einem Porsche. Sabrina staunte
nicht schlecht und meinte: "Das ist ja ein geiles Auto. Das war bestimmt sehr
teuer, oder?" Mrs Byrne nickte und stellte dann Sabrinas Sachen in den Kofferraum,
ehe sie sich vors Steuer setzte. Sabrina nahm auf dem Beifahrersitz platz und
fragte sich, wie das Haus, in dem sie nun ein Jahr lang wohnen sollte, aussehen
mag. "So, gleich sind wir da", sagte Mrs Byrne und hielt schließlich vor
einem großen, aber sehr schönem Haus. "Wohnen Sie dort alleine?",
fragte Sabrina. "Also, zum ersten darfst du ruhig du zu mir sagen und zum anderen
wohne ich dort nicht alleine. Mein Mann und mein Sohn wohnen auch noch dort."
"Wie alt ist denn dein Sohn?", fragte Sabrina neugierig. "Er ist in deinem Alter,
aber frag ihn das doch gleich einfach selbst. Er steht dort an der Tür
und wartet darauf, dass wir endlich aussteigen." Sabrina blickte vorsichtig
zur Tür und musste dann lächeln. Der Junge, den sie dort sah, war
wirklich sehr hübsch. "Ist das echt dein Sohn?", fragte Sabrina. "Wieso
sollte er es nicht sein?" "Ich frag nur so", entgegnete Sabrina schnell. Langsam
stiegen sie aus und liefen auf das Haus zu. Sabrinas Beine fühlten sich
wie Gummi an und sie hatte das Gefühl, jeden Moment umzufallen. "Hey, mein
Name ist Nicky.........." Sabrina hörte nur den Namen Nicky und ihr fiel
wieder das Gläserrücken ein. Gestern hatte Bryan "gesagt", dass der
Mann, den sie heiraten wird, Nicky heißt. Sollte er damit diesen Nicky
gemeint haben? Wenn ja, würde es sie freuen. "Lebst du noch?", wurde sie
von Nicky aus ihren Gedanken gerissen. "Eigentlich schon. Ich hatte gerade nur
an etwas gedacht", meinte sie. "Sagt du mir denn vielleicht an was?", bohrte
Nicky nach. "Das bleibt mein Geheimnis." "Kommt am besten jetzt rein, ihr beiden",
rief plötzlich Mrs Byrne nach ihnen. Schnell betraten sie das Haus und
Sabrina folgte Nicky in die Küche. "Was gibt’s zum Mittag, Mum?", fragte
Nicky. "Ich dachte da an Irish Stew. Hast du das schon mal gegessen, Sabrina?",
fragte Mrs Byrne. "Noch nicht, aber gleich", lachte Sabrina. "Nicky, zeig Sabrina
doch mal ihr Zimmer. Sie möchte bestimmt schon mal anfangen, ihre Taschen
auszupacken." "Gut, dann komm mal mit." Wieder folgte Sabrina Nicky. Sie gingen
eine Treppe hinauf und dann nach links. "Ihr habt ein ziemlich großes
Haus", stellte Sabrina fest, als sie eine weitere Treppe hinaufstiegen. "Da
gewöhnt man sich mit der Zeit dran......So, da wären wir. Das ist
dein Zimmer. Ich hoffe, es gefällt dir." Nicky öffnete die Tür
und Sabrina staunte nicht schlecht. "Das Zimmer muss einem einfach gefallen",
sagte sie und stellte sich in die Mitte des Zimmers. "Falls du mich suchst,
ich bin im Zimmer nebenan. Richte dich mal schön ein." Nicky verließ
das Zimmer und Sabrina war allein. Langsam ging sie zu einem der vier Fenster
und blickte hinaus. Sie hatte eine traumhafte Aussicht, auf einen großen
See mit einem Wald herum. Wie in einem Märchen, dachte sich Sabrina. Dann
ließ sie sich glücklich auf ihr Bett fallen. "Das ist ja geil", rief
sie. Sie wackelte ein wenig auf dem Bett hin und her und musste feststellen,
dass es tatsächlich ein Wasserbett war. Das Zimmer war ziemlich modern
eingerichtet. Es hatte eine Stereoanlage, einen großen Fernseher, mit
DVD-Player und Videorekorder, einen Laptop und noch einige Hightech Dinge. Sabrina
fühlte sich, als ob sie von einer auf die andere Sekunde zur Millionärin
geworden war. Langsam begann sie, ihre Taschen auszuräumen, in die dazu
vorgesehenen Schränke. Ihre restlichen Dinge verstaute sie auf Regalen
und auf dem Schreibtisch. Dann rief Mrs Byrne auch schon zum Essen.
<<<< Chapter 5 >>>>
Hey, Steffie
Es ist total geil hier. Weißt du, ich habe in meinem Zimmer ein Wasserbett,
einen Laptop, Fernseher mit DVD-Player und allen möglichen Kram. Das Haus,
in dem ich wohne, hat drei Stockwerke. Mein Zimmer befindet sich im dritten
Stock, doch ich habe eine wunderschöne Aussicht, auf einen See und einen
Wald. Wenn du das sehen könntest. Ich wette, du würdest es hier auch
mögen.
Und weißt du was? Die Familie, in der ich bin, die hat noch einen Sohn
in meinem Alter und weißt du, wie der heißt? Nicky. Sag mal, dass
ist doch total verrückt. Das ist schon die zweite Weissagung des Geistes,
die wahr wird. Ich meine, wann lerne ich bitteschön mal wieder einen anderen
Nicky kennen? Und weiß du noch was? Ich glaube, ich habe mich in ihn verliebt.
Er sieht einfach traumhaft aus. Bei Gelegenheit schicke ich dir mal ein Foto
von ihm.
Aber weißt du, was mir sehr fehlt? DU. Ich wünschte, du würdest
jetzt hier neben mir sitzen und ich bräuchte dir keinen Brief schreiben.
Ich hoffe sehr, dass wir uns bald wiedersehen.
Le grá go deo,
Sabrina
Gerade als Sabrina den Brief fertig hatte, klopfte es an die Tür. "Herein",
rief sie und Nicky betrat das Zimmer. "Ich wollte dich fragen, ob du Lust hast,
mit mir schwimmen zu kommen. Zwei meiner Freunde wollten auch kommen." Sabrina
überlegte nicht lange und sagte: "Natürlich habe ich Lust. Warte,
ich ziehe nur eben meinen Bikini an, OK?" Nicky nickte und verließ kurz
das Zimmer. Als Sabrina fertig war, schmiss sie noch schnell ein Handtuch in
ihre Tasche und ging dann zu Nicky vor ihre Tür. "Von mir aus können
wir los. Ich bin fertig." "Ich auch. Also nichts wie ab zum Strand." Sie sagten
noch kurz Mrs Byrne Bescheid und verließen dann das Haus. Der Strand befand
sich nahe des Hauses und so waren sie ziemlich schnell dort. "Wann kommen denn
deine beiden Freunde?" "Sie müssten jeden Augenblick kommen." Wie auf Kommando
erschienen zwei Gestalten am Strand. Wie Sabrina feststellte, waren es zwei
Boys, was sie aber nicht sonderlich störte. "Hey, Nicky. Na, wer ist denn
deine reizende Begleitung?", fragte einer der Boys. "Mein Name ist Kian", stellte
er sich dann vor und reichte Sabrina seine Hand. "Und mein Name ist Mark." "Das
ist Sabrina und sie wird ein Jahr bei uns wohnen, da sie einen Schüleraustausch
mitmacht." Sabrina reichte den beiden Boys ebenfalls ihre Hand. "Worauf warten
wir eigentlich noch? Ab ins Meer", rief Kian und riss sich seine Klamotten vom
Leib. Mark tat es ihm gleich, doch Nicky zog sich etwas langsamer aus. "Die
beiden sind ein wenig stürmisch", lachte Nicky. Als sich Sabrina die Klamotten
auszog, merkte sie Nickys Blicke auf ihrer Haut. "Wer als letztes im Wasser
ist, ist eine Kröte", rief Sabrina und rannte los. Nicky folgte ihr, doch
schaffte es nicht mehr, Sabrina zu überholen. "Ich hab gewonnen", rief
Sabrina. "Schaffst du es noch nicht mal ein Mädchen zu schlagen?", fragte
Kian seinen Kumpel. "Tu doch nicht so, als ob du es geschafft hättest."
"Wir können ja ein Wettschwimmen machen", schlug Kian Sabrina vor. "Dann
kann ich Nicky zeigen, dass ich dich schlagen kann." "Meinetwegen." Die beiden
stellten sich auf und schwammen dann los. Kian hatte einigen Vorsprung, doch
das störte Sabrina nicht. Wenn Kian sich jetzt auspowerte, dann hatte sie
am Ende die besseren Chancen auf den Sieg. Langsam wurde Kian schlapper und
kurz vor dem Ziel wurde er von Sabrina überholt. "Tja, da siehst du mal,
dass du es auch nicht schaffst, sie zu schlagen", meinte Mark. "Und wenn schon."
"Deine Kumpels sind echt nett, Nicky", meinte Sabrina beim Abendessen. "Ich
denke, sie mögen dich auch." "Ich hab mal eine Frage: Wann muss ich eigentlich
zur Schule? Ich bin ja nicht nur zum Vergnügen hier, sondern soll auch
was lernen." "Also, Nicky muss morgen zur Schule, also denke ich doch mal, dass
du dann auch musst. Ich werde euch morgen hinbringen und dann mit dir alles
weitere regeln, OK Sabrina?" "Das ist sehr nett." Nach dem Frühstück
ging Sabrina nach oben in ihr Zimmer. Auf dem Schreibtisch lag noch immer ihr
Brief an Steffie und sie beschloss, da noch einige Dinge hinzuzufügen.
Ich bin’s noch mal. Nicky und ich waren gerade im Meer schwimmen und er hatte zwei seiner Kumpels eingeladen. Mark und Kian heißen sie. Sie sind echt voll cool drauf. Ich denke, dass wir gute Freunde werden. Wenn ich mal Zeit habe, mache ich von den beiden mal ein Foto und schick es dir, OK? Heute zum Mittag hatten wir Irish Stew. Wenn ich ehrlich bin, ist das nicht so mein Geschmack. Irgendwie schmeckt das komisch, aber ich denke, ich muss mich nur an das irische Essen gewöhnen. Es ist ja doch schon ein wenig anders, als bei uns in Deutschland. Morgen muss ich dann zum ersten Mal in die Schule. Ich bin echt gespannt, wie die anderen Schüler sind und vor allem, wie die Lehrer drauf sind. Ich hoffe, sie sind besser, als unsere.
Cu, Sabrina
Als Sabrina fertig war, steckte sie den Brief in einen Umschlag und klebte eine Briefmarke drauf. Morgen früh würde sie Mrs Byrne fragen, wo ein Briefkasten war. Dann ging sie noch schnell duschen und legte sich dann ins Bett, denn sie war sehr müde. Kurze Zeit später schlief sie tief und fest.
<<<< Chapter 6 >>>>
"Aufstehen, Sabrina. Die Schule wartet", wurde Sabrina am nächsten Morgen
von Mrs Byrne geweckt. Sabrina räkelte sich und gähnte einmal herzhaft.
"Hast du gut geschlafen?" "Und ob. In dem Bett geht es gar nicht anders." Langsam
stand Sabrina auf und begann sich anzuziehen, nachdem Mrs Byrne das Zimmer wieder
verlassen hatte. Als sie nach unten in die Küche kam, wurde sie von Nicky
begrüßt. "Guten Morgen, Sabrina. Freust du dich schon auf die Schule?"
"Im Moment schon, aber wer weiß, wie lange das noch so ist." Sabrina setzte
sich an den Tisch und Mrs Byrne stellte einen Teller für sie auf den Tisch,
auf dem sich alles Mögliche zu Essen befand. "Soll ich das alles essen?",
fragte Sabrina ungläubig. "Nur so viel, wie du schaffst", erklärte
Mrs Byrne. Sabrina studierte erst einmal alle Sachen gründlich, die auf
dem Teller waren. Sie fand Würstchen, Eier, Speck, Toast........Als sie
die Hälfte gegessen hatte, war sie schon pappsatt. "Ich kann nicht mehr",
stöhnte sie und schob den Teller beiseite. "Wann müssen wir denn los?",
fragte Sabrina. "In 10 Minuten", erklärte Nicky. "Muss ich denn irgendwas
bestimmtes mitnehmen?" "Ich denke, du nimmst einen Block und natürlich
Stifte mit. Deine Schulsachen werden wir dann heute Nachmittag, nach der Schule
holen." Schnell aß Nicky auf und stand dann auf. Sabrina tat es ihm gleich
und lief noch mal nach oben, um ihren Rucksack zu holen. "Sabrina, beeil dich.
Der Bus kommt gleich", rief Nicky nach oben. Schnell lief Sabrina wieder runter
und verließ mit Nicky das Haus. Als sie um die Ecke gingen, stand der
Bus schon an der Haltestelle. Nicky und Sabrina rannten los und erreichten den
Bus gerade noch rechtzeitig, denn der Busfahrer wollte gerade die Türen
schließen. "Da hinten sind noch zwei Plätze frei", meinte Nicky zu
Sabrina und sie gingen bis zum Ende des Busses und ließen sich auf die
beiden Plätze nieder. "Sag mal Nicky, woher weiß ich eigentlich,
in was für eine Klasse ich gleich soll?", fragte Sabrina nach einer Weile.
"Du musst zum Direx gehen. Der wird es dir dann sagen. Ich werde dich hinbringen."
Als der Bus vor der Schule hielt, stiegen Nicky und Sabrina aus und betraten
das Gebäude. Links und rechts von den Gängen befanden sich Spinde
und Nicky erklärte ihr ein wenig über die Schule. "Jeder Schüler
hat seinen eigenen Spind. Hier in Irland ist es auch ein wenig anders mit dem
Unterricht. Bei euch in Deutschland kommen doch die Lehrer zu jeder Stunde zu
euch in die Klasse, oder?" Sabrina nickte und Nicky fuhr dann fort. "Bei uns
müssen wir zu den Lehrern gehen, aber wenn man sich erst mal dran gewöhnt
hat, ist es gar nicht mehr so schlimm. Wir haben um 12 Uhr Lunch. Da können
wir dann in der Cafeteria was essen oder auf den Schulhof gehen und entspannen."
Mittlerweile waren sie vor dem Zimmer des Direktors angekommen und Nicky meinte:
"Ich muss jetzt zum Unterricht. Wir sehen uns in der Pause, OK?" Sabrina nickte
und Nicky lief davon. Vorsichtig klopfte Sabrina an die Tür und von innen
kam ein "Herein". Sabrina betrat das Zimmer und lief langsam auf den Schreibtisch
des Direktors zu. "Was kann ich für dich tun?", fragte er sie höflich.
"Ähm....ich bin neu hier", sagte Sabrina. "Und wie heißt du?" "Ich
heiße Sabrina und bin eine Austauschschülerin aus Deutschland", erklärte
Sabrina. "Deine Schule hat mich schon benachrichtigt. Am besten Stelle ich mich
jetzt auch mal vor. Mein Name ist Mr Feehily. Warte, ich muss eben kurz im Computer
nachsehen, in welche Klasse ich dich gesteckt habe." Es dauerte nicht lange,
bis er Sabrina gefunden hatte und sagte dann: "Deine Klasse für dieses
Jahr wird die 9MD sein. Ich bringe dich hin." Mr Feehily verließ zusammen
mit Sabrina das Zimmer. Sie gingen durch viele Gänge und so langsam verlor
Sabrina die Orientierung. Sie hoffte, dass sie hier wieder rausfinden würde.
"So, da sind wir. Ich werde jetzt wieder zurück gehen. Wenn du Fragen hast
oder irgendwas nicht stimmt, kannst du zu mir kommen, OK?" Sabrina nickte und
klopfte an die Tür. Dann betrat sie die Klasse und schloss hinter sich
die Tür. Sofort herrschte Stille in der Klasse und alle Blicke wandten
sich Sabrina zu. "Kann ich dir irgendwie helfen?", wurde Sabrina von der Lehrerin
gefragt, die gerade in der klasse unterrichtete. "Mein Name ist Sabrina und
ich bin neu hier in der Klasse. Mr Feehily hat mich dieser Klasse zugeteilt",
erklärte Sabrina. "Wenn das so ist. Mein Name ist Mrs Filan und ich unterrichte
in dieser Klasse Deutsch. Wie wäre es also, wenn du uns ein wenig von dir
in Deutsch erzählen würdest?" "OK, also, mein Name ist Sabrina und
ich bin 15 Jahre alt. Meine Hobbys sind Musik hören, Freunde treffen und
ich lese sehr gerne. Ich bin ein Einzelkind und habe eine Schildkröte.
Das war es eigentlich." "Das war perfekt", sagte Mrs Filan. "Wo hast du denn
so gut Deutsch gelernt?" "Ach ja, dass hatte ich ganz vergessen. Ich komme aus
Deutschland und bin für ein Jahr als Austauschschülerin hier in Irland."
"Das erklärt natürlich alles. Setz dich am besten dort zwischen Yasmin
und Nicky." Sabrina blickte zu Nicky und musste lächeln. Jetzt war sie
also auch noch in derselben Klasse wie Nicky. Was für ein Zufall aber auch.
Langsam ging sie zu ihrem Platz und setzte sich. Mrs Filan fuhr mit dem Unterricht
fort und Sabrina lauschte aufmerksam. Nach der Stunde folgte Sabrina Nicky und
Yasmin aus der Klasse. "Was haben wir jetzt?", fragte Sabrina. "Als nächstes
steht Englisch an", meinte Yasmin. Nachdem sie sich alle gesetzt hatten und
der Lehrer da war, begann der Unterricht. "Heute werden wir kein Englisch machen,
denn ihr müsst jeder eine AG wählen, die ihr dieses Schuljahr machen
möchtet. Natürlich könnt ihr auch mehrere AGs nehmen. Das bleibt
ganz euch überlassen. Die AGs finden nie zur selben Zeit statt, also gibt
es auch keine Probleme." Langsam ging er durch die Reihen und verteile einen
Zettel, auf dem eine ganze Menge verschiedener Fächer draufstand. Sabrina
las sich alles gründlich durch und überlegte dann, was sie nehmen
sollte.
Hauswirtschaft
Französisch
Informatik
Gälisch X
Musical
Theater
Irische Geschichte
Funsport X
Deutsch
Sie entschied sich schließlich für Gälisch und Funsport. "Und, was hast du genommen?", fragte sie Nicky. "Französisch und Funsport. Und du?" "Ich habe Gälisch und Funsport." Dann mussten sie ihre Zettel abgeben und der Lehrer las sich alles einmal schnell durch. "Wer von euch ist denn Sabrina?", fragte er dann. Sabrina meldete sich und der Lehrer fragte: "Bist du neu hier?" "Ich bin eine deutsche Austauschschülerin", erklärte sie. "Dann wünsch ich dir mal ein erfolgreiches Schuljahr."
<<<< Chapter 7 >>>>
"Und, wie war dein erster Schultag, Sabrina?", fragte Mrs Byrne beim Abendessen.
"Ganz OK. Wir mussten heute eine AG wählen", meinte Sabrina. "Und was habt
ihr beiden genommen?" "Ich habe Französisch und Funsport genommen und Sabrina
hat Gälisch und Funsport", erklärte Nicky. "Gälisch ist eine
ziemlich schwere Sprache", meinte Mrs Byrne. "Ich werde es schon schaffen."
Sie aßen zuende und Sabrina und Nicky gingen noch ein wenig TV schauen.
"Kennst du schon Armageddon?", fragte Nicky. "Gehört habe ich schon mal
was von dem Film, aber gesehen hab ich ihn noch nie." "Gut, dann werden wir
ihn nämlich jetzt schauen." Nicky legte den Film in den DVD-Player und
setzte sich dann neben Sabrina auf die Couch. Still schauten sie den Film und
plötzlich fühlte Sabrina eine Hand auf ihrer. Sie hatte nichts dagegen
einzuwenden und schaute einfach stumm den Film weiter. Sanft streichelte Nicky
über Sabrinas Hand. Sabrina gefiel dieses Gefühl das sie hatte, wenn
Nicky sie streichelte. Dieses Gefühl hatte sie noch nie gehabt. Sie fühlte
sich geborgen und zufrieden. Sanft strich Nicky über ihre Wange und drehte
ihr Gesicht zu seinem. Sabrina blickte Nicky tief in die Augen und sah in ihnen
ein richtiges Glänzen. Sie konnte ihren Blick nicht mehr von ihm abwenden.
Es war so, als ob sie von etwas Unsichtbaren zu ihm hingezogen wurde. Nicky
kam mit seinem Gesicht immer näher und berührte dann Sabrinas Lippen.
Sabrina schien zu schweben. Alles um sie herum begann sich zu drehen und sie
gab sich ganz ihren Gefühlen hin. Der Film interessiert keinen der beiden
mehr. Der Kuss schien eine Ewigkeit zu dauern und als sie sich schließlich
voneinander lösten, hatte Sabrina ein ziemliches Kribbeln im Bauch. "Nicky,
das war einfach in wunderschöner Kuss. Den werde ich niemals vergessen,
aber warum hast du das gemacht?" "Hast du es denn noch nicht gemerkt?" "Was
soll ich denn gemerkt haben?" "Mensch, Sabrina, ich habe mich unsterblich in
dich verliebt. Es war Liebe auf den ersten Blick." "Nicky, bei mir war es genauso.
Als ich dich gestern gesehen habe, war es um mich geschehen." Sabrina kuschelte
sich an Nicky und blickte zum Fernseher. Sanft legte Nicky seinen Arm um Sabrinas
Schulter und zog sie ganz fest an sich. "Wir sagen meiner Mutter aber noch nichts
davon, OK?" Sabrina nickte. "Lass uns am besten jetzt mal schlafen gehen. Es
ist schon ziemlich spät und wir haben ja morgen wieder Schule." Sabrina
stand auf zog Nicky auf die Beine. Nachdem Nicky den Fernseher ausgeschaltet
hatte, gingen die beiden in den dritten Stock und jeder in sein Zimmer. Glücklich
ließ sich Sabrina auf ihr Bett fallen und ließ den Kuss noch einmal
Revue passieren. Sie beschloss, Steffie noch nichts davon zu erzählen,
sondern erst mal abzuwarten, was sich daraus entwickelte. Irgendwann schlief
sie dann unter diesen und anderen Gedanken ein. Sie träumte davon, wie
sie und Nicky ein glückliches Paar waren, dass nichts und niemand auseinander
bringen konnte, doch dann kam da Steffie. Sie und Steffie stritten sich ziemlich
heftig und schließlich kündigte Steffie Sabrina die Freundschaft.
Mitten in der Nacht wachte Sabrina auf. Zum Glück war es nur ein Traum,
dachte sie und schloss wieder ihre Augen.
<<<< Chapter 8 >>>>
Mittlerweile waren schon zwei Monate vergangen, seit Sabrina in Irland angekommen
war und sie hatte sich schon richtig gut eingelebt. Sie und Nicky waren immer
noch ein Paar und super glücklich zusammen. Sie verbrachten jede freie
Minute zusammen und bis jetzt wusste noch niemand von den beiden, noch nicht
mal Steffie. Mrs Byrne dachte, dass die beiden einfach nur gerne zusammen waren
und viele gemeinsame Hobbys hatten. Wenn sie wüsste, wie es wirklich war,
würde sie wahrscheinlich versuchen, sie wieder auseinander zu bringen,
da sie fand, dass Nicky noch zu jung für eine Freundin war. Nicky interessierte
das herzlich wenig. Er hatte hinter dem Rücken seiner Mutter schon 3 Freundinnen
gehabt und nie hatte sie etwas gemerkt. Wieso sollte es also diesmal anders
sein?
Sabrina saß im Whirlpool und überlegte, wann sie Steffie in ihr Geheimnis
einweihen sollte. Bestimmt würde Steffie ein wenig sauer sein, weil Sabrina
es so lange vor ihr verschwiegen hatte, aber sie hoffte, dass Steffie das verstehen
würde. Plötzlich gesellte sich jemand zu ihr. Sie spürte einige
sanfte Küsse in ihrem Nacken und sie wusste sofort, dass das nur Nicky
sein konnte. "Ich darf dir doch Gesellschaft leisten, oder?", fragte Nicky.
"Natürlich. Ich hab dich schon vermisst. Wo warst du denn den ganzen Tag?"
"Das sag ich dir nicht", meinte Nicky geheimnisvoll. "Du warst doch nicht etwa
bei einer anderen, oder?", fragte Sabrina, auch wenn sie wusste, dass Nicky
so was nie tun würde. "Ich würde dich niemals betrügen, Sabrina.
Ich möchte dich ja nicht verlieren." "Dann ist ja gut." Sabrina zog Nicky
zu sich und kuschelte sich an ihn. "Ach Nicky, was machen wir bloß, wenn
ich wieder nach hause muss?", fragte Sabrina nach einer Weile. "Ich halte es
ohne dich nicht aus. Bestimmt werde ich vor Sehnsucht nach dir sterben." "Ich
denke, uns wird schon eine gute Lösung einfallen, aber nicht jetzt. Wir
haben besseres zu tun." Nicky begann Sabrina leidenschaftlich zu küssen
und strich ihr dabei sanft über den Rücken. Sabrina ließ von
Nickys Mund ab und küsste seinen Hals. Sanft strich sie über seinen
Body und bedeckte jede Stelle mit kleinen Küssen, die oberhalb des Wassers
war. Nicky gefiel es sichtlich, doch dann beschloss er, dass er jetzt wieder
an der Reihe war. Langsam öffnete er den Verschluss von Sabrinas Bikinioberteils
und zog ihn ihr aus. Sanft streichelte Nicky ihren Oberkörper und küsste
sie dabei. "Ich liebe dich, Nicky", flüsterte Sabrina und knabberte an
Nickys Ohrläppchen. Nach einem sehr langen und schönen Vorspiel versanken
die beiden in ihrer Leidenschaft.
<<<< Chapter 9 >>>>
Hey Steffie,
Na, wie geht’s dir? Mir ganz gut, doch ich vermisse dich total. In der Schule
läuft alles super und bei dir? Habe schon viele neue Freunde gefunden,
doch keiner von ihnen kann dich jemals ersetzen.
Du, ich muss dir was erzählen, aber sei bitte nicht böse, dass ich
so lange damit gewartet habe. Ich wollte mir einfach nur sicher sein und jetzt
bin ich es endlich. Nicky und ich sind seit zwei Monaten ein Paar und nichts
und niemand kann uns auseinander bringen. Er bedeutet mir ziemlich viel, doch
wenn seine Mutter von uns wüsste, würde sie wahrscheinlich versuchen,
uns auseinander zu bringen, denn sie möchte nicht, dass Nicky eine Freundin
hat. Sie findet, er ist noch zu jung. Kannst du es denn verstehen, dass ich
es dir jetzt erst erzähle? Ich weiß, wir beide hatten nie Geheimnisse
voreinander und es tut mir Leid, dass ich es dir nicht schon eher gesagt habe.
Bitte verzeih mir.
Gibt es bei dir was Neues? Wann kommst du mich denn mal besuchen?
Ich mach dann auch mal wieder Schluss, denn ich muss noch Hausaufgaben machen.
Grüß alle schön von mir.
Lots of love,
Sabrina
"Was machst du denn da?”, fragte plötzlich jemand hinter Sabrina. "Ich
schreibe meiner besten Freundin einen Brief. Was dagegen?" "Ich würde jetzt
viel lieber mit dir kuscheln", meinte Nicky. "Dazu haben wir doch nachher noch
genug Zeit. Ich muss jetzt erst noch Hausaufgaben machen." Beleidigt sah Nicky
sie an. "Dann muss ich wohl mit mir alleine kuscheln", meinte Nicky und drehte
sich um. Gerade als er das Zimmer wieder verlassen wollte, spürte er jemanden
auf seinem Rücken und wäre beinahe umgefallen. "Weißt du was?
Die Hausaufgaben können doch noch warten." Sabrina zog Nicky zu ihrem Bett
und schubste Nicky hinauf. Dann legte sie sich neben ihn und legte ihren kopf
auf seine Brust. Sanft strich Nicky durch ihre Haare. So blieben die beiden
eine ganze Zeit dort liegen und irgendwann schliefen sie dann ein.
"Sabrina, aufstehen", rief am nächsten Morgen eine Stimme vor Sabrinas
Tür, doch Sabrina war so fest am schlafen, dass sie davon nichts mitbekam.
Auch Nicky schlief seelenruhig weiter. Als Mrs Byrne die Tür öffnete,
musste sie zweimal hinsehen, bis ihr klar wurde, dass Nicky und Sabrina zusammen
im Bett lagen. Im ersten Moment dachte sie sich nichts dabei und ging auf das
Bett zu, doch als sie näher kam, sah sie, dass die beiden eng aneinander
gekuschelt dort lagen. Nickys Hand lag auf Sabrinas Hintern und Sabrinas Kopf
lag noch immer bei Nicky auf der Brust. "Was hat das zu bedeuten?", fragte Mrs
Byrne und Sabrina und Nicky wurden langsam wach. "Was hat was zu bedeuten?",
fragte Nicky verschlafen und als er seine Mutter entdeckte, wurde ihm bewusst,
was sie meinte. "Ach so.........wir müssen wohl gestern Abend hier zusammen
eingeschlafen sein, als wir uns unterhalten haben. Das kann doch schon mal passieren",
erklärte Nicky. Mrs Byrne sah ihn ungläubig an. "Und du meinst, dass
glaub ich dir jetzt?" "Was soll denn sonst sein?", fragte Sabrina. "Kann es
sein, dass ihr ein Paar seid?" Sabrina blickte Nicky von der Seite an und räusperte
sich dann. "Ich glaube, lange hätten wir es eh nicht mehr verheimlichen
können. Nicky und ich sind schon seit zwei Monaten zusammen." "Und wieso
habt ihr mir nichts davon gesagt?" "Weil du doch findest, dass ich noch zu jung
für eine Freundin bin", sagte Nicky. "Eigentlich habe ich das wirklich
gedacht, aber irgendwie muss ich jetzt zugeben, dass ich mich geirrt habe. Ich
meine, du kannst ja nicht ewig alleine durchs Leben gehen. Irgendwann musst
du ja mal Erfahrungen sammeln. Aber das ihr mir nichts von euch gesagt habt,
finde ich nicht OK. Findet ihr nicht, dass ich ein Recht darauf hatte, es zu
erfahren?" "Wir hatten Angst, dass du uns verbieten würdest, ein Paar zu
sein", meinte Sabrina. "Das hätte ich nie gemacht.......Aber jetzt müsst
ihr aufstehen." Mühsam rappelten sich Sabrina und Nicky hoch und Mrs Byrne
verließ das Zimmer. "Wartest du eben? Ich zieh mich schnell an", sagte
Sabrina zu Nicky und ging zum Kleiderschrank. Als sie sich angezogen hatte,
gingen sie noch schnell in Nickys Zimmer, da er sich ja auch noch anziehen musste.
Als sie beide fertig waren, gingen sie zum Frühstück runter. Kurz
bevor sie zum Bus gingen, brachten sie noch eben Sabrinas Brief zum Postkasten.
<<<< Chapter 10 >>>>
"Sabrina, würden Sie bitte aufpassen?", wurde Sabrina mitten im Unterricht
aus ihren Gedanken gerissen. "Entschuldigung. Ich habe gerade an etwas gedacht",
entschuldigte sich Sabrina. "Können Sie uns denn vielleicht die Frage beantworten?"
"Könnten Sie die Frage denn dann noch mal bitte wiederholen?" Die Lehrerin
seufzte einmal und meinte dann: "Was heißt <<Ich liebe Dich>>
in Gälisch?" Sabrina musste nicht lange überlegen. "Tha grádh
agam ort." "Sehr schön und was heißt <<Du fehlst mir>>?”
Auch das wusste Sabrina auf Anhieb. "Tha thu bhuam!" "Wenigstens haben Sie ihre
Vokabeln vernünftig gelernt." Die Lehrerin fuhr mit dem Unterricht fort
und Sabrina versuchte, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, doch sie konnte
nur an Nicky denken.
"Was war denn mit dir los, Sabrina? Sonst passt du doch immer auf. Stimmt irgendwas
nicht?", wurde Sabrina nach der Stunde von Yasmin gefragt. "Es ist nichts",
meinte Sabrina. "Ach komm. Sag es mir doch." "OK, aber sag es niemanden, ja?
Also, Nicky und ich sind ein Paar und hatten gestern unser erstes Mal zusammen",
erzählte Sabrina. "Dann ist es ja kein Wunder, dass du mit deinen Gedanken
ganz woanders warst. Seit wann seid ihr denn schon zusammen?" "Seit zwei Monaten."
"Das ich davon gar nichts mitbekommen habe. Komisch", meinte Yasmin. "Du, wir
sollten uns lieber mal beeilen, sonst kommen wir zu spät zum Unterricht
und ich hab keine Lust auf eine Standpauke von Mrs Filan. Also komm." Sabrina
griff Yasmins Hand und zog sie hinter sich her zum Klassenzimmer. Gerade noch
rechtzeitig kamen sie an.
"Sollen wir beide heute vielleicht shoppen gehen?", fragte Yasmin nach der Schule.
"Klar. Holst du mich um vier ab?" Yasmin nickte und die beiden verabschiedeten
sich voneinander. Um vier Uhr klingelte es dann bei den Byrnes an der Haustür.
Mrs Byrne öffnete und begrüßte Yasmin freundlich. "Du willst
sicher zu Sabrina, oder?" Yasmin nickte und Mrs Byrne schickte Yasmin in den
dritten Stock, zu Sabrinas Zimmer. Sabrina saß gerade Arm in Arm mit Nicky
auf ihrem Bett und die beiden küssten sich leidenschaftlich. Als Yasmin
ins Zimmer kam, ließen sie schnell voneinander ab. "Nur weil ich jetzt
gekommen bin, müsst ihr nicht mit dem küssen aufhören", meinte
sie grinsend. "Hast du ihr etwa von uns erzählt?", fragte Nicky. "Ja, dass
habe ich, weil sie gefragt hatte. Hast du was dagegen?" Nicky schüttelte
den Kopf und meinte dann: "Ich lass euch dann mal alleine. Viel Spaß."
Er verließ das Zimmer und Yasmin und Sabrina waren allein. "Bist du fertig?",
fragte Yasmin. "Eigentlich schon. Von mir aus können wir los." Sabrina
schnappte sich ihren Rucksack und verließ mit Yasmin das Haus. "Du hast
echt ein geiles Zimmer", meinte Yasmin draußen. "Als ich es zum ersten
Mal gesehen hab, kam ich mir vor, wie in einem Traum. Die meisten Austauschschüler
haben meistens nicht so ein Glück und kommen in arme Familien, aber ich
hab wohl das große Los gezogen. Außerdem sind alle sehr nett." "Besonders
Nicky, ne?" Sabrina nickte. Sie fuhren mit dem Bus in die Innenstadt und begannen
mit ihrer Shoppingtour. "Weißt du eigentlich schon, was du Nicky zu Weihnachten
schenkst?", fragte Yasmin. "Darüber hab ich mir eigentlich noch keine Gedanken
gemacht. Ich hatte auch ganz vergessen, dass in einer Woche Weihnachten ist,
aber jetzt wo du mich dran erinnerst, sollte ich mir wohl mal Gedanken machen."
"Ich wüsste schon was für Nicky." "Und was?" "Wie wäre es mit
einer Kette oder einem Armband, mit euren Initialen?" Sabrina dachte kurz nach
und sagte dann: "Das hört sich gut an. Dann lass uns am besten mal zu einem
Juwelier gehen." Der nächste Juwelier war nicht weit entfernt und sie erreichten
ihn nach kurzer Zeit. Als Sabrina ihren Wunsch geäußert hatte, fragte
der Verkäufer: "Wenn Sie mir jetzt sagen würden, was ich eingravieren
soll, könnten Sie die Kette heute noch abholen. In ungefähr einer
Stunde." "Ich dachte da an <<Tha grádh mór agam ort, Nicky>>.
Würde das gehen?" Der Verkäufer nickte. "OK, dann kommen wir in einer
Stunde wieder. Bis dann." Die beiden Girls verließen das Geschäft
und schlenderten durch die Stadt. Nach kurzer Zeit waren sie mit Taschen vollbepackt
und machten sich wieder auf den Weg zum Juwelier, da es langsam Zeit wurde,
die Kette abzuholen. "Da sind Sie ja wieder. Ihre Kette ist fertig. Das macht
dann 30 €." Sabrina kramte ihr Portemonnaie heraus und bezahlte. Dann steckte
sie vorsichtig die Kette in ihren Rucksack und verließ mit Yasmin den
Juwelier. "Ich hoffe, Nicky gefällt die Kette", meinte Sabrina." "Wieso
sollte sie ihm nicht gefallen?" Sabrina zuckte mit den Schultern. "Du, wir sehen
uns, ja? Ich muss langsam mal wieder nach hause, denn es gibt gleich Abendessen.
Ich wünsch dir noch schöne Ferien."
<<<< Chapter 11 >>>>
"Komm, lass uns langsam runter gehen. Gleich ist endlich Bescherung", sagte
Nicky und nahm Sabrinas Hand. Gemeinsam liefen sie die Treppen hinunter ins
Wohnzimmer, wo schon die ganze Familie saß und auf sie gewartet hatte.
"Jetzt kann die Bescherung ja endlich losgehen", meinte Mrs Byrne. "Wer fängt
an?", fragte Nicky. "Ich finde, dass Sabrina das erste Päckchen öffnen
sollte." Mrs Byrne gab Sabrina ein sorgfältig verpacktes Paket und Sabrina
öffnete es vorsichtig, nachdem sie die Karte gelesen hatte, die an dem
Päckchen befestigt war. Es war von Steffie. Zum Vorschein kam ein Bilderrahmen,
mit einem Foto, dass Steffie und einen Boy zeigte. Außerdem fand sie einen
Brief von Steffie. Sie beschloss ihn vor dem Schlafengehen zu lesen und legte
es erst einmal beiseite. Als nächstes war Nicky dran und er nahm das Geschenk
von Sabrina. Als er es ausgepackt hatte, sah er Sabrina glücklich an. "Das
ist wunderschön", flüsterte er und drückte Sabrina einen Kuss
auf den Mund. "Kannst du mir die Kette vielleicht anlegen?" "Hast du denn schon
das eingravierte gelesen?" Sabrina deutete auf die verschnörkelte Schrift
auf dem Anhänger. Nicky ging mit dem Gesicht ein wenig näher dran
und las es dann. "Ich dich auch", flüsterte er ihr dann zu. Nachdem Sabrina
ihm die Kette umgelegt hatte, öffnete sie das Geschenk von Nicky. Zum Vorschein
kam ein süßer Teddybär, mit einem Herz in den Händen. Auf
dem Herz stand: <<Für meinen kleinen Engel. Ich werde dich immer
lieben! Nicky>> "Das ist aber süß", meinte Mrs Byrne. Die restlichen
Geschenke waren schnell ausgepackt. Von ihren Eltern hatte Sabrina ein neues
Handy bekommen, mit dem sie Fotos machen konnte. Ihre Eltern hatten auch so
eins und Mrs Byrne musste ein Foto von Sabrina und Nicky machen, dass Sabrina
dann an ihre Eltern schickte. Von Yasmin bekam Sabrina einen neuen Pullover
und zu ihrer großen Überraschung hatte Mrs Byrne auch noch was für
sie. "Ich hoffe, du magst es", sagte sie, als Sabrina das Paket öffnete.
"Cool, dass neue Buch von Harry Potter. Vielen Dank." Sabrina war zwar kein
riesiger Harry Potter Fan, aber die Bücher fand sie trotzdem genial. Den
restlichen Abend verbrachten sie im Wohnzimmer und schauten fern. Gegen elf
Uhr beschlossen Nicky und Sabrina nach oben zu gehen. "Kann ich noch mit zu
dir kommen?", fragte Nicky. Sabrina schüttelte den Kopf. "Ich möchte
jetzt Steffies Brief lesen und danach schlafen gehen, denn ich bin ziemlich
müde." Sie drückte Nicky noch einen Kuss auf die Wange und verschwand
dann in ihrem Zimmer. Nachdem sie ihre Geschenke auf ihr Bett gelegt hatte,
setzte sie sich an ihren Schreibtisch, faltete den Brief von Steffie auseinander
und begann ihn zu lesen.
Liebe Sabrina,
Mir geht’s auch gut, aber ich vermisse dich auch total. Bei mir läuft es
in der Schule auch super. Haben heute unsere Mathearbeit wiederbekommen. Willst
du wissen, was ich darin habe? OK, ich sag es dir einfach. Ich habe eine 2.
Ist das nicht toll? Ich meine, sonst war ich doch immer so schlecht. Tja, ist
ja auch egal. Hauptsache ist, dass ich eine 2 habe. Ich bin dir nicht böse,
dass du mir nichts von dir und Nicky erzählt hast, denn ich habe auch etwas
vor dir verheimlicht. Ich habe auch einen Freund. Er heißt Shane und ist
einfach total lieb. Ich hab dir als Weihnachtsgeschenk ein Bild von uns beiden
beigelegt und hoffe, dass ich auch bald ein Bild von dir und Nicky bekomme.
Was gibt es sonst neues bei mir? Mal überlegen........Wir haben einen neuen
in die Klasse bekommen. Ich sag dir, der ist voll ätzend. Schleimt sich
bei jedem ein, doch keiner will mit ihm befreundet sein. Ich wette, wenn du
hier wärst, würdest du bestimmt versuchen, dich mit ihm anzufreunden.
Du bist halt total nett zu allen und das mag ich so an dir. Ich weiß noch
nicht, wann ich dich besuchen komme. In den Osterferien bin ich mit meiner Mutter
in Frankreich und in den Sommerferien sind wir sehr wahrscheinlich wieder in
Holland. Ich weiß nicht, ob ich das irgendwie noch geregelt bekomme, aber
wenn nicht, sei bitte nicht traurig.
So, jetzt muss ich aber mal Schluss machen. Ich wünsche dir noch schöne
Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bis dann,
Steffie
<<<< Chapter 12 >>>>
Mittlerweile war es schon Sommer. Nicky und Sabrina hatten beschlossen, Sabrinas
Eltern zu besuchen und so saßen sie am ersten Ferientag im Flieger. Sabrinas
Eltern wussten nichts von ihrem Besuch, denn die beiden wollten sie überraschen.
Sie wollten genauso Steffie überraschen, denn noch war sie zu hause. "Ich
freue mich schon, deine Eltern und Steffie kennen zu lernen", meinte Nicky,
als das Flugzeug in Düsseldorf landete. "Du wirst sie sicher mögen
und ich denke, sie dich auch. Aber wo sollen wir zuerst hinfahren? Zu Steffie
oder meinen Eltern?", fragte Sabrina, während sie zum Gepäckband gingen.
"Lass uns erst zu Steffie gehen", meinte Nicky und schnappte sich seine Tasche.
Er und Sabrina hatten die wenigen Sachen die sie brauchten zusammen in eine
Tasche gestopft. "OK, dann lass uns jetzt mal nach einem Taxi Ausschau halten."
Hand in Hand verließen sie das Gebäude und hatten Glück, denn
draußen stand noch ein Taxi. "Wo soll es denn hingehen?", fragte der Taxifahrer
und startete den Motor. "In die Theodorstraße 11." Das Taxi fuhr los und
kurze Zeit später waren sie schon da. "Das macht dann 10 €." Sabrina gab
ihm das Geld und stieg mit Nicky aus dem Taxi. "Ich hoffe mal, dass Steffie
auch zu hause ist." Als Sabrina klingelte, wurde schon kurze Zeit später
die Tür aufgerissen. Als Steffie erkannte, wer da vor ihrer Tür stand,
sprang sie Sabrina um den Hals. "Sabrina, was machst du denn hier? Ich habe
dich total vermisst, aber komm doch erst mal rein." "Du, ich bin nicht alleine",
meinte Sabrina. Steffie blickte sich um und als sie Nicky sah, fragte sie: "Du
bist Nicky, oder? Sabrina hat mir schon sehr viel von dir erzählt." Sie
hielt Nicky die Hand hin und stellte sich dann vor. "Ich bin Steffie und Sabrinas
beste Freundin." "Das hat sie mir schon alles erzählt. Scheint so, als
ob wir schon alles voneinander wissen, was?", lachte Nicky. Steffie trat einen
Schritt beiseite und ließ Nicky und Sabrina durch. "Und, wie geht’s dir
so?", fragte Sabrina, als sie sich auf Steffies Couch niederließen. "Ganz
gut. Und euch? Habt ihr den Flug gut überstanden?" "Wie es aussieht schon.
Uns geht es auch ziemlich gut. Und was macht Shane?" "Der wollte gleich auch
noch vorbeikommen", meinte Steffie. "Ich hatte ja nicht mit euch gerechnet."
Plötzlich klingelte es an der Tür. "Jetzt werdet ihr meinen Shane
kennen lernen." Eilig öffnete Steffie die Tür und klang ziemlich glücklich,
als sie Shane begrüßte. "Schön das du da bist, Shane. Meine
Freundin ist übrigens auch da, mit ihrem Freund. Ich hab dir ja von Nicky
erzählt." Die beiden gingen in Steffies Zimmer und Shane begrüßte
erst mal die anderen beiden. "So, was machen wir denn jetzt?", fragte Steffie.
"Wir könnten nach Movie World gehen", schlug Shane vor. "Habt ihr beiden
Lust dazu?" "Ich hab Lust", meinte Sabrina. "Mir wird ja dann nichts anderes
übrig bleiben als mitzukommen, ne?" "Genauso ist es, Nicky. Dir wird es
aber dort gefallen. Movie World ist ein großer Freizeitpark mit voll geilen
Achterbahnen", meinte Steffie. "Ich bin, ehrlich gesagt, noch nie wirklich gerne
in Freizeitparks gegangen, weil ja doch alle gleich sind." "Ach, Nicky, dir
wird es dort schon gefallen und wenn nicht, gehen wir beide halt schon etwas
früher, ok?", fragte Sabrina. "Ja, ok. Und wie kommen wir dahin?" In dem
Moment begann Steffies Hund zu bellen und ihre Mutter betrat die Wohnung. "Ist
die Frage damit beantwortet?", fragte sie ihre Freunde. "Noch nicht ganz. Du
solltest sie erst mal fragen, ob sie uns fährt." "Stimmt auch wieder.......MUTTI",
rief Steffie. "Was ist?....Oh, hallo Shane", begrüßte Steffies Mutter
Shane, als sie ihn entdeckte. "Hallo, Frau Bobe." "Shane, wie oft habe ich dir
schon gesagt, dass mich nicht so nennen sollst?" "Tut mir Leid. Ich kann mir
das einfach nicht abgewöhnen." "Mutti, ich habe noch mehr Gäste ausser
Shane", meldete sich Steffie jetzt mal zu Wort. "Ach, wirklich?" Steffies Mutter
blickte sich weiter im Zimmer um und sah dann Sabrina. "Sabrina, was machst
du denn hier? Ich dachte du bist in Irland." "Wir haben gerade Ferien und da
dachten Nicky und ich, dass wir mal meine Eltern und Steffie besuchen kommen."
"Wer ist Nicky?" "Nicky ist der Sohn von meiner Gastfamilie und gleichzeitig
mein Freund." "Ach so, dann bist das wohl du, richtig?" Nicky nickte. "Schön
dich kennen zu lernen und schön dich wiederzusehen, Sabrina." "Ich freue
mich auch." "wann geht’s denn wieder nach Irland zurück?" "In einer Woche,
oder Nicky?" "Ja." "Das lohnt sich ja schon fast gar nicht mehr", meinte Steffies
Mutter. "Ja, leider. Irland ist schon wie eine zweite Heimat für mich geworden
und Nickys Familie ist mir auch schon richtig ans Herz gewachsen. Ich finde
das irgendwie voll unfair. Nicky und ich werden uns ja nicht mehr wirklich oft
sehen, wenn ich wieder hier in Deutschland bin und dabei sind wir ja noch nicht
ganz solange zusammen. Manchmal ist das Leben echt unfair." "Du wirst es schon
überleben." "Da bin ich mir nicht so sicher", entgegnete Sabrina. "Mutti,
eigentlich habe ich dich nicht gerufen, damit du dich mit meinen Freunden unterhältst.
Ich wollte dich was fragen." "Dann mach es doch." "Bringst du uns bitte nach
Movie World?" "Ja. Seid ihr denn schon fertig?" "Eigentlich schon." "OK, dann
geht schon mal zum Auto. Ich komme gleich nach." Langsam trotteten die vier
aus der Wohnung, zum Auto. "Soll ich euch nachher auch wieder abholen?", fragte
Steffies Mutter, als sie auf dem Parkplatz von Warner anhielt. "Das wäre
nett, denn sonst müssen wir ja laufen und dazu haben wir absolut keine
Lust." "Dann bin ich um 8 Uhr da. Bis später." Kaum waren die vier ausgestiegen,
fuhr Steffies Mutter auch schon davon. "Können wir unsere Tasche eigentlich
dort abgeben?", fragte Nicky. "Ja, eigentlich schon." Als sie bezahlt hatten,
brachten sie dann erst mal die Taschen weg. "Das ist aber ziemlich teuer hier",
meinte Nicky. "Das haben Freizeitparks so an sich, Nicky. Deswegen hatte ich
letztes Jahr auch den Euro Season Pass. Damit bin ich die ganze Saison über
umsonst in den Park gekommen und in andere auch noch. Das war schon ganz praktisch."
"Das glaub ich dir. Was machen wir denn zuerst?" "Achterbahn fahren", kam es
einstimmig von Shane, Sabrina und Steffie. "Drei Doofe, ein Gedanke", meinte
Shane lachend. "Du triffst es auf den Punkt." "Und in welche Achterbahn gehen
wir?", fragte nun Sabrina. "’Wild Wild West’ würd ich sagen. Das ist die
beste Achterbahn hier, oder sagt einer was anderes?" "Ich finde die beste Achterbahn
ist die ’Eraser’", kam es von Sabrina. "Ist doch auch egal. Lasst uns jetzt
einfach in irgendeine gehen, ok?", fragte Nicky. "Ist ja gut. Also erst ’Wild
Wild West’ und dann ’Eraser’, ja?" Damit waren sie alle einverstanden und gingen
schwatzend zur gewünschten Achterbahn. "Hast du mich auf dem Foto gesehen?",
fragte Shane lachend, als sie die Fahrt hinter sich hatten. "Du guckst da wie
so einer Irrer. Wieso eigentlich?" "Ich weiß nicht. Vielleicht hat das
ja der Wind gemacht", spekulierte Shane. "Ja, natürlich, der Wind. Wenn
du das sagst, Shane, muss es ja stimmen." "Leute, ich hab eine Idee", kam es
plötzlich von Sabrina. "Nur raus damit." "Ich dachte mir, wir könnten
jetzt getrennte Wege gehen. Dann haben wir alle unsere Ruhe und können
rein gehen, wo wir wollen." "Ja, dass fände ich auch nicht schlecht", meinte
Steffie. "Aber wir treffen uns nachher wieder, hier, ja?" "OK, sagen wir in
3 Stunden. Bis später." Sabrina und Nicky drehten sich um und gingen davon,
in Richtung ’Wild Bunch’. "Willst du da echt rein?", fragte Nicky, als sie davor
standen. "Hast du etwa Angst?" "Nein, ich frag ja auch nur." "Wenn du willst,
kann ich ja deine Hand halten", schlug Sabrina vor. "Das musst du sowieso machen",
meinte Nicky grinsend. Sie waren schnell an der Reihe, denn es war nicht sehr
voll. "Oben musst du bis drei zählen, wenn sich der Turm nicht mehr dreht
und dann geht er runter. Also bekommst du nicht einen allzu großen Schock",
erklärte Sabrina Nicky, als sich der Tower in Bewegung setzte. "Gut zu
wissen." Nicky drückte Sabrinas Hand und wartete ab. 1.....2.....3, zählte
Nicky in Gedanken und bereitete sich schon auf den Fall vor, doch nichts geschah.
"Was ist denn nun los?", fragte Nicky, als nichts passierte. "Ich habe irgendwie
das Gefühl, dass der Tower steckengeblieben ist." "Na toll. Und wann geht
er wieder?" "Keine Ahnung. Ich bin hier drin noch nie steckengeblieben. Vielleicht
10 Minuten oder halbe Stunde. Wir müssen einfach abwarten." "Na toll, und
wenn ich nicht mehr lange warten kann?" "Wie meinst du das?" "Ich muss auf Toilette."
"Das hättest du dir vorher überlegen sollen. Eine Attraktion kann
immer während der Fahrt kaputt gehen." "Toll, an so was denk ich doch vorher
nicht." "Hinterher ist man immer schlauer. Wenn du es gar nicht mehr aushalten
kannst, Nicky, musst du dir eben in die Hose machen." "Das werde ich dann auch
machen." "Die Leute unten werden sich freuen", meinte Sabrina lachend. "Liebe
Fahrgäste", ertönte plötzlich eine Stimme aus einem Lautsprecher
über ihren Köpfen. "Aus technischen Gründen kann die Fahrt im
’Wild Bunch’ nicht beendet werden: Wir versuchen das Problem schnellstmöglichst
zu beheben. Bitte haben sie Geduld und geraten sie nicht in Panik. Danke." "Mensch,
ich muss auf Toilette", rief Nicky, so daß auch die Leute unten es gehört
haben mussten. "Ein bisschen leiser, Nicky. Ich wette, unten die haben es auch
gehört." "Ist auch gut so. Dann wissen sie wenigstens, dass sie sich beeilen
sollen." Plötzlich gab es einen Ruck. "Was war das?", fragte Sabrina erschrocken.
"Ich weiß nicht. Ob das ein schlechtes Zeichen war?" Diese Frage wurde
Nicky genau eine Sekunde später beantwortet, als der Tower nach unten raste.
"Wir werden sterben", hörten sie eine Stimme auf der anderen Seite des
Towers. Sabrina hielt die Luft an und drückte Nickys Hand. Schreien konnten
sie beide nicht, denn sie waren zu geschockt. Einen Meter vor dem Boden stoppte
der Tower und Sabrina atmete erleichtert auf. "Nicky, wir leben noch", meinte
sie glücklich. "Ja, aber ich gehe hier nie wieder rein, damit das klargestellt
ist. Keine 1000 Pferde bekommen mich hier noch einmal rein." "Mich auch nicht."
Als die sie die Sicherheitshalterung aufmachen konnten, fielen sich Nicky und
Sabrina erst mal in die Arme. "Ich sag dir, davon werde ich heute Nacht träumen.
Musst du immer noch auf Toilette?" "Ja, sogar mehr als vorher. Vor Angst hätte
ich mir grad tatsächlich fast in die Hose gemacht." "Sei froh das auf der
anderen Seite eine Toilette ist." Hand in Hand spazierten sie dorthin und Sabrina
wartete draußen auf ihren Freund. "Und jetzt?", fragte er, als er wieder
draußen war. "Irgendwie habe ich keine Lust mehr, irgendwas zu machen,
du?" "Nach dieser Aktion irgendwie auch nicht mehr. Sollen wir dann nach hause
gehen?" "Und was ist mit Steffie und Shane?" "Du kannst Steffie ja eine SMS
schreiben, dafür sind Handys ja da." "Daran hab ich jetzt gar nicht gedacht."
Sabrina holte ihr Handy aus ihrer Hosentasche und schrieb Steffie eine SMS.
Nicky und ich gehen nach hause. Den Grund erklär ich dir später. Kannst
mich ja nachher mal anrufen, wenn du Lust hast. Bis dann, Nicky und Sabrina
"So, sie weiß Bescheid. Dann lass uns mal gehen." Ähm, laufen wir
jetzt, oder wie?" "Wie sollen wir sonst von hier wegkommen? Steffies Mutter
kommt erst in 4 Stunden und wir wollen meine Eltern ja überraschen. Und
mit dem Bus geht nicht, weil ich nicht weiß, wo er hält. Also müssen
wir wohl oder übel laufen." Nachdem sie ihre Tasche geholt hatten, verließen
sie Movie World. "Ich glaube, Steffie ist jetzt beleidigt", meinte Sabrina,
als sie die Hälfte des Rückweges hinter sich hatten und sie immer
noch keine SMS von Steffie erhalten hatte. "Und wenn schon. Wir können
ja nichts dazu, wenn uns die Lust vergangen ist und ich wette, dass sie nachher
einsieht, dass es keinen Grund gibt, beleidigt zu sein." "Hoffentlich. Ich mag
es nämlich nicht mit ihr Streit zu haben." Eine Weile schwiegen sie sich
an. "Du, Nicky?", meinte Sabrina nach einer Weile und blieb stehen. "Was ist,
Süße?" "Was machen wir denn, wenn ich wieder nach Germany zurück
muss, also für immer? Dieser Gedanke lässt mich einfach nicht mehr
los." "Das wird nicht das Ende sein. Unsere Liebe wird das aushalten. Ganz bestimmt."
"Ich habe aber Angst, dass wir uns neu verlieben. Das könnte ich nicht
verkraften." "Du kannst mir glauben, wenn ich dir sage, dass ich dir treu bleibe.
Wir können uns immer noch mal am Wochenende sehen oder in den Ferien. Wir
beide schaffen das." Nicky zog Sabrina an sich und küsste sie. Hand in
Hand gingen sie weiter. "OK, jetzt müssen wir ganz leise sein, damit wir
meine Eltern auch richtig überraschen." Leise schloss Sabrina die Haustür
auf und betrat den Flur, dicht gefolgt von Nicky. Beide lauschten, aus welcher
Richtung sie Geräusche hörten und schlichen dann dorthin. Sabrinas
Eltern saßen im Wohnzimmer und sahen fern. "Bei drei springen wir vor
den Fernseher, ja?" Nicky nickte und Sabrina begann leise bis drei zu zählen.
"1.....2.....3...jetzt." Mit einem Satz waren Sabrina und Nicky vor dem Fernseher
und ihre Eltern fielen vor Schreck fast vom Sofa. "Sabrina, was machst du denn
hier?", fragten sie erschrocken. "Euch besuchen. Darf ich euch Nicky vorstellen?
Er gehört zu meiner Gastfamilie." "Schön dich kennen zu lernen, Nicky.
Wir sind Sabrinas Eltern. Wir hatten nicht mit euch gerechnet", gestand Sabrinas
Vater. "So ist uns die Überraschung aber wenigstens geglückt, oder?"
"Ja, und wie. Ich dachte grade erst, dass da ein Geist oder so was steht, als
ich euch gesehen habe, so habe ich mich erschrocken." "Das haben wir gut gemacht,
Nicky", meinte Sabrina lachend. "Ihr habt bestimmt Hunger, oder?", fragte Sabrinas
Mutter nun. "Und wie. Ich könnte ein ganzes Pferd verputzen." "Na ja, ein
Pferd kann ich euch nicht anbieten, aber dafür Spaghetti. Ist das auch
in Ordnung?" "Ja, Spaghetti gehen auch." "Dann setzt euch solange hin, während
ich sie mache." Sabrinas Mutter verschwand in die Küche und Sabrina und
Nicky ließen sich auf der Couch nieder. "Seit wann seid ihr denn schon
in Deutschland?", fragte Sabrinas Vater. "Seit heute morgen irgendwann. Gerade
waren wir noch mit Steffie und ihrem Freund Shane in Movie World, doch nachdem
der Tower steckengeblieben war, als Nicky und ich drin waren, haben wir beschlossen,
nach hause zu gehen. Steffie und Shane sind immer noch dort", erklärte
Sabrina. "Da habt ihr ja einen schönen ersten Tag hier verbracht, ne?",
meinte Sabrinas Vater lachend. "Kann man so sagen." Sie unterhielten sich noch
über alle möglichen anderen Dinge, ehe sie von Sabrinas Mutter zum
Essen gerufen wurden. "Lasst es euch schmecken." "Das werden wir mit Sicherheit,
Frau Wolf", sagte Nicky. "Nenn mich ruhig Martina." Nachdem die beiden mit Essen
fertig waren, sagte Sabrina: "Ich denke, wir gehen jetzt schlafen, denn das
war ein anstrengender Tag für uns." "Wir müssen Nicky noch zeigen,
wo er schlafen kann", meinte Sabrinas Vater. "Nicky schläft bei mir im
Zimmer." "Auf dem Fußboden, oder wo?" "Nein, mit mir in meinem Bett."
Verwundert wurde Sabrina von ihren Eltern angesehen. "Nicky und ich sind nämlich
ein Paar." "Jetzt echt?" "Nein, wisst ihr, ich lüge euch an. Wenn irh mir
nicht glaubt, fragt doch Nicky oder seine Mutter." "Wir können es ihnen
ja auch einfach beweisen", meinte Nicky. "Stimmt auch wieder." Sabrina begann
Nicky zärtlich zu küssen und danach mussten ihre Eltern es einfach
glauben. "Und seit wann seid ihr zusammen?" "Das war noch vor Weihnachten."
"Und wieso hast du uns nichts davon gesagt?" "Weil ich da noch nicht wusste,
wie lange es halten wird." "Trotzdem möchte ich nicht, dass ihr zusammen
auf ein Zimmer geht." "Wovor hast du denn Angst, Mutti? Das wir miteinander
schlafen? Wenn ja, kann ich dir nur sagen, dass das schon passiert ist." "Und
darf ich fragen wo?" "Was geht dich das eigentlich an?" "Falls du es vergessen
hast, bin ich deine Mutter. Also raus mit der Sprache." "Miene Güte, es
war im Whirlpool. Und jetzt lass mich in Ruhe. Ich bin müde. Komm mit,
Nicky." "Nicky bleibt hier. Er wird nicht mit dir im Zimmer schlafen." "Ach,
wirklich nicht? Wenn das so ist, werden wir nicht hier bleiben. Ich kann doch
wohl alleine entscheiden, wo Nicky schläft und vorallem, ob er mit mir
schläft. Ihr könnt mir da gar nichts sagen." "Oh doch, dass können
wir. Du bist noch nicht volljährig." "Na und? Trotzdem könnt ihr es
mir nicht verbieten. Nicky, lass uns bitte gehen. Ich möchte nicht länger
hier bleiben." Sabrina griff nach Nickys Hand und zog ihn aus der Küche,
hinaus in den Flur, griff nach ihrer Tasche und verließ mit Nicky das
Haus. "Und wohin gehen wir jetzt?" "Wir fliegen zurück nach Irland. Da
können wir wenigstens in Ruhe ein Paar sein, denn deine Eltern haben ja
nichts dagegen. Meine sind da ein bisschen komisch, hast du ja eben selbst gemerkt.
Ich weiß gar nicht, was für Probleme meine Mutter plötzlich
hatte. Ich meine, wir haben ja schon miteinander geschlafen und was ist dann
schon dabei, wenn wir in einem Bett schlafen? Machen wir bei dir doch auch manchmal.
Ich verstehe die manchmal echt nicht." "Na ja, ich finde es auch ein bisschen
komisch, aber eine Nacht hätten wir doch getrennt ausgehalten, oder?" "Ich
weiß nicht. Lass uns jetzt nicht mehr über die reden, ja? Lass uns
lieber ein Taxi rufen, denn ich möchte nicht bis zum Flughafen laufen.
Das ist mir doch ein bisschen zu weit."