Hauptrollen: Kian (18), Shane (19), Mark (18), Bryan (19), Nicky (19), Danielle (17, Bryan's Schwester), Gillian (17, Kian's Schwester), Jini (17, Danielle's beste Freundin)

Bryan und Danielle sind vor vier Jahren mit ihren Eltern von Dublin nach Sligo gezogen. Dort lernen sie Kian, Shane, Mark, Gillian, später Nicky und Jini kennen. Sie gehen gemeinsam auf das Sligoer College und freuen sich nun auf die bevorstehenden Sommerferien......

Es ist 14:05 Uhr, als Bryan die Zimmertür seiner jüngeren Schwester öffnet. Erstaunt, dass es im Zimmer noch vollkommen dunkel ist (bis auf dem kleinen Spalt im Rollo, wo die Sonne hindurchblinzelt), steht er im Türrahmen. "Das kann doch wohl nicht sein!", sagt er und zieht ohne Rücksicht auf seine Schwester das Rollo hoch. Sie hat es mitbekommen, dass gerade jemand neben ihrem Bett steht und einen Höllenlärm veranstaltet. Sie weis auch, dass es ihr älterer Bruder ist, der sie *so früh am Morgen* schon quält. Sein darauffolgendes Räuspern lässt sie erahnen, was gleich kommen wird. Sie kennt diese Szene nur zu gut. "Willst du nicht langsam mal aufstehen?", fragt Bryan mit hochgezogenen Brauen. Sie liegt mit dem Rücken zu ihm und dreht sich um. "Nein!!! Nein, das hatte ich eigentlich nicht vor, Bryan!", sagt sie mit einer Stimme, die so klang, als wenn sie sie schon eine längere Zeit nicht benutzt hatte. "Warum nicht?" "Weil ich - `` "Nein, is nich! Du stehst jetzt auf !Es gibt da einen, der mit dir ein wenig Zeit verbringen möchte.", unterbricht er sie und zeigt bei dem Wort *einen* auf sich. Verwirrend sieht sie ihn an und denkt sich: "Was zum Kuckuck will der bloß von mir??" "Ach, komm schon! Jini ist jetzt für ein paar Tage bei ihrer Cousine in Dublin...und da kannst du deine Zeit ruhig mal ein wenig mit deinem Bruder verbringen! Los sei nicht so! Raus aus den Federn!!!" Sie mag es überhaupt nicht, wenn man sie herumkommandiert und genau deswegen rührt sie sich auch keinen Zentimeter und starrt ihren Bruder regelrecht an. "Och, bitte!" Sie will dann doch noch etwas dazu sagen. "Okay, an was hast du da gedacht?" Ein zufriedenes Grinsen breitet sich auf Bryan's Gesicht aus. "Na ja, ich und die anderen wollen gleich runter zum Strand. Ist ein Hammerwetter heute. Also, was ist?" "Na gut, darf ich vorher noch duschen?", fragt Danielle mit dem Wissen, dass er sowieso *Ja* sagt und geht hinüber ins Bad. Als Bryan die Dusche hört, geht er mit seinem gepackten Rucksack nach unten in die Küche, wo er sich einen Apfel aus eine Obstschale nimmt und sich auf einen Stuhl setzt, um auf Danielle zu warten.

Als sie auf dem Weg zum Strand sind, fragt Danielle: "Sag mal, wer sind eigentlich die *anderen*, die da noch mitkommen?" Bryan sieht sie flüchtig an und schaut dann wieder weg. "Na ja, meine Kumpels halt!", antwortet er auf ihre Frage. "Ja, und wer ist das, zum Beispiel??" Er hat ihr vorhin nicht ohne Grund nicht erzählt, wer alles da sein würde, denn dann - und das weis er ganz genau - wäre sie nicht mitgekommen. Aber er wollte sie nun einmal dabei haben. Zumal er weis, dass sie heute bestimmt noch nichts vor hatte. "Also, Shane - Mark - Nicky - und äh - Kian!" Sie denkt über die Namen nach, die ihr Bruder gerade genannt hatte und bleibt stehen. Da war ein Name dabei, der ihr ganz und gar nicht gefällt. Oder viel mehr die Person, die diesen Namen trägt. Sie denkt echt, dass sie sich gerade verhört hatte. Bryan bemerkt, dass seine Schwester nicht mehr neben ihm läuft und dreht sich suchend nach ihr um. "Was denn?", fragt er unschuldig. " Der bescheuerte Egan ist auch da?!!" "Ja, *der bescheuerte Egan* ist auch da!" "Warum hast du mir das nicht gleich gesagt? Dann wäre ich gar nicht erst mitgekommen!!!", teilt sie ihm aufgebracht mit. "Ich weis, und deshalb hab' ich dir nichts gesagt! Hab' dich nicht so! Du musst ihn ja nicht anschauen und reden brauchst du mit ihm auch nicht!" "Das habe ich auch nicht vor, McFadden!" "Das heißt also, dass du mitkommst? Und sprech' diesen Namen nicht so angewidert aus! Du heißt schließlich auch so!", sagt er, dreht sich auf den Absätzen wieder um und geht weiter. "Warum mache ich das eigentlich? Ich bin ja so was von blöd!", sagt sie zu sich selber und trottet ihren Bruder hinterher.

Am Strand angekommen, schaut sich Bryan nach seinen Freunden um. Da sieht er sie auch schon winken. Er winkt zurück und vergewissert sich, dass Danielle noch bei ihm ist, denn sie hatte seit vorhin nicht ein einziges Wort mit ihm gewechselt. "Schau mal, Kian hat auch seine Schwester mitgebracht!", sagt er und zeigt auf das blonde Mädchen, dass sich gerade ihr T-Shirt auszieht. "Na und!", sagt Danielle desinteressiert und blickt Bryan giftig an. " Komm schon, gib ihr `ne Chance! Sie kann nichts dafür, dass Kian ihr Bruder ist!", verteidigt er Gillian. "Mir doch egal!" "Sie ist anders, als er, glaub' mir!", sagt er und wird schneller. Danielle trottet wieder einmal, ohne einen Ton von sich zu geben, hinter ihm her. Das ist sie gewohnt. So war es schon immer gewesen. Die kleine Danielle trottet ihren großen Bruder Bryan hinterher. Manchmal gewollt, doch meistens ungewollt.

Die letzten fünf Meter rennt Bryan und begrüßt seine Jungs, die sich sichtlich freuen, dass er endlich da ist, denn er ist der Jenige, der immer - aber auch wirklich immer - zu spät kommt. Danielle kommt dazu, winkt einmal in die Runde und begrüßt sie mit einem zurückhaltenden "Hallo!?" Als sie Kian ansieht, dreht dieser sich sofort weg, denn er will so rein gar nichts mit ihr zutun haben. Das weis Danielle und es ist ihr egal. Das beruht sich nämlich auf Gegenseitigkeit.

*20 MINUTEN SPÜTER*

Danielle sitzt auf ihrem Handtuch und ist vollkommen in ihr Buch vertieft, als sie diese Blicke bemerkt. Gillian kann ihre Augen gar nicht von ihr lassen. " Das also ist das Mädchen, das mein Bruder so sehr hasst!", denkt sie sich während sie ununterbrochen Danielle mustert. Sie findet sie hübsch und normalerweise, ist sie so ein Mädchen, das Kian als Freundin mit nach Haus bringen würde. "Was ist? Hab' ich was im Gesicht?", fragt Danielle genervt, aber leise. Ja, Gillian weis jetzt - nach diesem Satz - dass sie es mit Danielle nicht leicht haben wird. "Nein, hast du nicht!" "Aber?" "Ich hab' mich gefragt, ob du vielleicht Lust hast mit mir zum Wasser zu gehen? Ich meine, wenn du dich von deinem Buch trennen kannst?" Ihr giftiger Blick geht auf einmal in Verwunderung über, denn damit hat sie nun wirklich nicht gerechnet. Sie sieht über ihr Buch hinweg zu Kian hinüber, als wenn sie testen will, ob es ihm etwas ausmacht. Doch vergebens. Er guckt ja nicht einmal zu ihnen. "Ja, warum nicht!", sagt sie dann schließlich. Beide Mädchen stehen auf und gehen hinunter zum Wasser. Die Jungs sehen ihnen nach. "Mädchengespräche, was?", sagt Shane. "Mit Sicherheit!", grinst Nicky.

"Du - sag mal - warum mag Kian dich eigentlich nicht?" "Keine Ahnung! Das musst du ihn schon selber fragen!", erwidert Danielle. "Hab' ich schon!...Er meint, weil du einfach nur bescheuert bist!" "So? - Ich für meinen Teil, finde ihn zum Kotzen!!" Gillian muss lächeln. "Was? - Machst du dich lustig?" "Nee, aber, dass du ihn nicht magst....daraus machst du echt kein Geheimnis!" "Warum sollte ich auch?!! Er soll ruhig wissen, wie bescheuert ich ihn finde!" Gillian muss erneut lächeln. Sie findet es zu putzig, wie sich Danielle über ihren Bruder aufregt. "Du machst dich nicht lustig?" Gillian schüttelt ihren Kopf. "Wie verstehst du dich eigentlich mit ihm? Also, ich wüsste ganz genau, wenn ich den zum Bruder hätte, würde ich freiwillig sonst wohin auswandern!" "Es geht eigentlich! Wir streiten uns schon oft...aber es könnte schlimmer sein!" "Es gibt Schlimmeres?" Minuten später wollen sie dann wieder zurück. Das Wasser ist ihnen wahrscheinlich zu kalt.

Sie kommen bei den Jungs an, als diese verstummen. "Ihr habt wohl gelästert?", fragt Gillian mit einem spaßigem Unterton. "Ach wo!", teilt Mark ihr mit. Danielle tauscht Blicke mit ihrem Bruder, bis sie bemerkt, dass sie aufmerksam beobachtet wird. Sie steht mit Gillian immer noch vor den Jungs. Dann schaut sie zu dem, der sie nicht aus den Augen lässt - oder lassen kann. Es ist Shane. Er betrachtet sie hochinteressiert von oben bis unten. Verlegenheit breitet sich in ihr aus - und zu ihrem Entsetzen bekommt Shane das auch noch mit. Dieser grinst ihr frech ins Gesicht. Danielle ist das echt zu dumm, nimmt Gillian an die Hand und setzt sich mit ihr auf ihr Badetuch. Sie blickt noch einmal zu Shane hinüber, der ihr immer noch frechgrinsend zuzwinkert. Verlegen wendet sie sich an Gillian und die Beiden vertiefen sich in ein Gespräch.

Bryan: "Was war denn DAS gerade, du kleiner Aufreißer?"

"Was denn?", fragt er gespielt unschuldig.

Nicky: "Da geht wohl heut' noch was!?"

Kian: "Shane - doch nicht mit der!"

Bryan blickt Kian vielsagend an.

Kian: "Ist ja gut - ich sag' ja gar nichts!"

Bryan: "Das ist auch besser so, denn sie sagt ja auch nichts!"

Shane: "Jungs, lasst uns doch mal ins Wasser gehen!"

Kian: "Nee, das ist mir zu kalt! Wenn du willst, dass dir die Eier abfrieren, dann kannst du ja gehen!"

Shane tauscht Blicke mit den Anderen und diese wissen sofort, was er vorhat.

Shane: "Gut, dann geh' ich halt allein - du alte Miesmuschel!"

Als er diesen Satz beendet hat, haben Mark, Nick und Bryan Kian schon am Schlawittchen. Nick packt seine Arme, Mark übernimmt die Beine und sie heben ihn hoch.

Kian: "IHR PENNER! WAGT ES EUCH JA NICHT! - LASST MICH SOFORT RUNTER!!!" Doch das Schreien hilft auch nichts. Die Leute verfolgen diese Szene neugierig.

Nicky: "Bryan - jetzt hilf uns doch mal!"

Mark: "Der zappelt vielleicht was zurecht!"

Kian: "IHR SEID SOLCHE IDIOTEN! DAS GIBT RACHE! DAS SCHWÖR' ICH EUCH!"

Bryan rennt hin und schlingt seine Arme um Kian's Hüfte. Lachend versuchen sie zum Wasser zu gelangen, Shane rennt schmunzelnd hinterher, mit den Mädchen hinter sich. Als sie knietief im Wasser stehen, lassen sie Kian fallen. Sie krümmen sich vor lachen.

Kian: " Haha! Sehr witzig! Wirklich!"

Shane: "Schaut mal! Er sieht aus, wie ein begossenner Pudel!"

Sie lachen weiter und Kian steht auf.

Kian: "Bin ich wieder im Kindergarten gelandet, ja?"

Nicky: "Och, Kianie! Ist doch nur Spaß!"

Kian: "Jetzt habt ihr euren Fun gehabt! Es reicht, okay?!"

Bryan: "Sei doch nicht immer gleich so eingeschnappt!"

Kian: "Bin ich nicht! Ich finde nur, dass es reicht!"

Sauer geht er an Gillian und Danielle vorbei, die sich ein Grinsen nicht verkneifen können.

Kian: "Findet ihr lustig, was? Da haben sich ja echt zwei gefunden!"

Da war vielleicht ein sarkastischer Unterton zu hören. Mit verschränkten Armen, das linke Bein von sich gestreckt und den rechten Fuß unterm linken Oberschenkel, setzt er sich aufs Badetuch. Die Jungs mustern ihren Kumpel misstrauisch- er sieht sehr gereizt aus. Sekunden später erwacht ein Grinsen auf Kian's Gesicht.

Kian: "Ihr seid solche Spinner!"

Shane: "Wissen wir! *g*"

Und schon war die Sache wieder vergessen.

*TAGE SPÄTER*

Danielle und Bryan sitzen mit ihrer Mum am Frühstückstisch. "Kommt Jini nicht heute aus Dublin zurück, Schatz?" "Yes!"

Bryan: "Du holst sie doch bestimmt vom Bahnhof ab, oder?" "Na klar!" "Was frag ich eigentlich!?"

Danielle rennt die Treppe hoch zum Bahnsteig, als Jini plötzlich vor ihr steht. Entschuldigend blickt Danielle auf.

Jini: "Bist spät dran, Danny! Aber wie könnte ich dir schon böse sein!? Komm lass dich drücken!"

Beide versinken in eine innige Umarmung. Jini ist Danielles beste Freundin und sie ist sichtlich froh, dass sie wieder da ist.

Jini: "Hast du mich vermisst?"

Danielle: "Was für eine Frage?!!!! Sicher hab' ich das!

Jini schließt die Tür ihres Elternhauses auf und schleppt zusammen mit Danielle die Taschen hoch in ihr Zimmer.

Jini: "Und? Gibt's was neues?

Danielle: "Nee, solange warst du ja nicht weg!"

Beide müssen grinsen - warum, wissen sich nicht.

Danielle: "Du - ein Freund von meinem Bruder hat heute Geburtstag...Nicky...er hat mich eingeladen und gemeint, ich solle dich mitbringen!"

Jini: "Ach ja?"

Danielle: "Ja, heute Abend! Has du Lust ?``

Jini : ``Klar, wieso nicht ! ``

Am Abend klingeln sie gemeinsam mit Bryan an Nicky's Haustür. Es ist schon zu hören, dass hier gefeiert wird. Einige Augenblicke später öffnet das Geburtstagskind die Tür. "Hey, hab' mich schon gefragt, wo ihr bleibt!"

Bryan: "Sind schon alle da?"

"Nee, nicht ganz! Kommt rein!"

Sie gehen herein. Noch im Flur umarmt Bryan seinen Kumpel. "Happy Birthday, Nick! Dein Geschenk bekommst du später!†"Alles klar, danke!"

Danielle: "Weg da - jetzt bin ich dran! Alles Gute, Nicky! Wir kennen uns zwar noch nicht lange, aber ich hab' trotzdem `ne Kleinigkeit für dich!"

Sie überreicht ihm ein Päckchen. "Das wär' doch nicht - danke, Kleine!" Er gibt ihr einen Kuss auf die Wange.

Jini: "Ähm - ja, ich hab' leider kein Geschenk für dich!" "Macht nichts! Bei mir zählt allein die Anwesenheit!" "Na ja, `ne kleine Rose konnt' ich dann doch noch besorgen!" "Uuih! Thanks!" Sichtlich erfreut führt er die drei vom Flur ins Wohnzimmer und von da aus in den Garten, wo sich schon so an die 25-30 Gäste tummeln. Darunter auch Kian, Shane, Mark und Gillian.

Danielle: "Schau Jini! Da hinten ist Gil - von ihr hab' ich vorhin gesprochen! Lass uns hingehen!"

Sie nimmt ihre Freundin an die Hand und Führt sie zu Gillian.

Danielle: "Hey, Gil! Das ist Jini! Jini - Gil!"

Gillian: "Hi! Hab schon gewartet! Die haben alle echt nur Blödsinn im Schädel! Vorhin erst wurde jemand in den Pool geworfen! Nicky musste ihn Sachen von sich borgen!"

Jini: "Da haben wir ja echt was verpasst! Aber, wenn ich mich hier so umschaue...das wird noch ein lustiger Abend!" "Darauf könnt ihr wetten Mädels!", stimmt Mark ihnen zu.

*EINE STUNDE SPÄTER*

Alle sitzen im Garten verstreut. Manche sitzen auf der Hollywoodschaukel, andere am Pool, welche an den aneinandergereihten Tischen, manche sogar im Wohnzimmer. Die Party ist voll im Gang. Mark, Nicky, Shane, Bryan und Kian sitzen am Pool in den zwei Liegestühlen und drei normalen Stühlen, die sie sich geholt haben. Sie sind gerade voll am quatschen, als Bryan etwas auffällt. Shane hat ein weißes Hemd an, wo er die drei obersten Knöpfe aufgelassen hatte. "Sag mal - Filan - ``, sagt Bryan und muss grinsen. "Hast du dir die Brust rasiert??" Shane streicht sich über die offene Stelle und schmunzelt.

Nick: "Hast du?" Er weitet das Hemd etwas und fragt: "Siehst du da noch was??"

Mark: "Der hat sich doch tatsächlich da rasiert! Glatt wie ein Babyarsch!"

Kian: "Wieso das denn?"

Shane muss grinsen. "Da stehen die Mädels drauf!", sagt er mit herauf - und heruntergehenden Brauen. "Du hast sie doch nicht mehr alle!", sagt Nicky und piekst seinen Kumpel freundschaftlich in die Seite. Gil, Jini und Danny haben das Gespräch von der anderen Seite des Pools mitgehört. Ihnen fehlen die Worte. Eines ist klar. Shane scheint sich siener Sache ganz schön sicher zu sein. Danielle entdeckt, dass er zu ihnen herübersieht. Sie hat nicht vergessen, dass Shane sie am Strand aufmerksam gemustert hatte. Ihre Blicke treffen sich. Danielle steht auf. "Mädels - ich muss mal wohin - ja?"

Gillian: "Ah ja!"

Sie geht an den Jungs vorbei. Nicky winkt ihr zu, sie winkt verlegen zurück. Einiges hat sie auch getrunken. Sie hatte vorhin immer wieder mit ihren beiden Mädels angestoßen. Aber es geht ihr gut. Bis auf die Tatsache, dass Shane sie gierig anstarrt, wenn sie an ihm vorbeigeht. Aber na ja, was soll's? Irgendwie süß fand sie ihn schon immer. Später steht sie im Bad vor dem Spiegel und betrachtet sich kritisch. Schließlich lächelt sie und streicht sich das Haar aus dem Gesicht. Sie geht die Treppe wieder hinunter, wo sie IHN unten auf einer Stufe sitzen sieht. Sie traut ihren Augen nicht. War er ihr nachgelaufen und wartet er auf sie? Es ist Shane. Sie geht weiter, an ihm vorbei. "Hey, wart' doch mal!" Sie dreht sich um und schaut ihn direkt in die Augen. Ihr stehen die Fragezeichen praktisch auf der Stirn geschrieben. Shane hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, aufzustehen. Er zeigt auf die freie Fläche neben sich. Sie zögert, doch dann setzt sie sich hin. Danielle wartet darauf, dass er etwas sagt, doch er lächelt sie nur an. An seinen Augen sieht sie, dass er schon einiges an Alkohol getrunken hat. Er hat einen trüben Blick. "Amüsierst du dich, ja?", will er wissen. "Ja, ist alles super!" "Aha! Du ignorierst mich den ganzen Abend schon - hab' ich was angestellt?" "Nein, hast du nicht!?" "Gut - ich dachte. Danny? Ich - `` *Danny* - so nannten sie bisher nur Bryan oder Jini. Jetzt wurde sie von Shane auch so genannt. Irgendwie toll findet sie das schon. "Was denn?", fragt sie. "Hast du was dagegen...wenn ich dich küsse?" Ihr Herz pocht jetzt zehn mal schneller, als noch vor ein paar Sekunden. "Ähm - nein, hab' ich nicht!" Er lächelt erneut und kommt ihr näher, bis sich ihre Lippen also treffen. Sie versinken in einem innigen Kuss. Als sie sich aus dem Kuss lösen, sehen sie sich wieder einmal tief in die Augen. Sie steht auf, geht einige Stufen nach oben und blickt dann zu Shane, der sie fragend anstarrt. Sie streckt ihm eine Hand entgegen und zieht ihm hinter sich her in Nicky's Zimmer. Erstaunt schaut er sie an. Er steht immer noch im Türrahmen. "Komm her!" Er setzt sich zu ihr auf das Bett. Wieder kommen sie sich näher und küssen sich. Sie legt sich hin und zieht ihn mit sich. "Bist du dir sicher?", fragt er. Sie haucht ihm ein leises "Ja!" entgegen.

*AM MORGEN DARAUF*

"Kian!......KIAN!!! Geh' runter!", mault Shane und schmeißt Kian's Arm von sich weg. Somit wird auch Kian wach. "Spinnst du!???, faucht Kian, und an seiner Stimme ist zu hören, dass er gerade erst wach geworden ist. "Komisch, das selbe habe ich mich auch gerade gefragt!"

*HALBE STUNDE SPÄTER*

Jetzt sitzen sie bei Shane in der Küche. Wirklich Hunger haben sie nicht. Sie reden. Auf einmal: "Du hast was?", platzt es aus Kian heraus.

Shane: "Ich hab' mit ihr geschlafen!"

Kian: "Weist du das genau?"

"Sicher weis ich das genau!! So voll war ich auch nicht, klar?!!"

Kian: "Ist ja gut!.......Ausgerechnet mit der!"

Shane: "Verdammt, was hast du nur gegen sie? Sie ist wirklich `ne ganz Liebe!"

Kian: "Wenn ich mit ihr geschlafen hätte, würde ich DAS wahrscheinlich auch sagen!!!"

Shane funkelt ihn böse an.

Kian: "Ich kann sie nun einmal nicht leiden! Du weist genau warum!"

Shane: "Nur, weil sie rausgefunden hat, dass deine Mum dich manchmal *Mausebärchen* nennt?! Mach' dich nicht lächerlich!"

Kian: "Wenn sie es wenigstens nicht überall rumerzählt hätte!!"

Shane: "Das hat sie auch nur gemacht, weil du sie andauernd geärgert hast! Das Mädel weis sich halt zu wehren und damit kommst du nicht klar!"

Entsetzt sieht Kian seinen besten Freund an.

Kian: "Na, schön!!"

Shane: "Ja, Kian! Kannst ihr ruhig mal Frieden anbieten! Ihr beide nervt manchmal echt!"

Kian: "Lieber sterbe ich!

Jini: "Du hast mit ihm geschlafen?"

Danielle: "Äh, ja!"

Jini: "Und?"

Danielle: "Was und?"

Jini: "Liebst du ihn?"

Danielle: "Nein! Ich mag ihn, aber ich bin nicht in ihn verliebt!"

Jini: "Und er?"

Danielle: "Weis nicht!?"

Später am Nachmittag ist Danielle allein in der Stadt unterwegs. Grübelnd betrachtet sie ein Schaufenster, als wenn sie überlegt, ob sie hineingehen solle. Shane sieht sie schon von weitem und läuft schneller, falls sie sich plötzlich entscheiden sollte, weiter zu gehen. Er erreicht sie schließlich. "Hi, Danny!!" Sie findet es immer noch toll, wie er sie *Danny* nennt.

Danielle: "Hey!"
Shane: "Du, ich glaub', wir müssen mal reden - wegen gestern…Hast du Zeit?"
Danielle: "Ja, klar hab' ich!"
Gemeinsam gehen sie in den nahe gelegenen Park, wo sie sich auf eine der vielen Bänke setzen.
Danielle: "Was gibt es denn zu reden, Shany?"
Shane: "Na ja, ähm - wegen..."
Danielle: "Shanyschatz! Ich glaub', ich hab' mich ein wenig in dich verguckt!"
Shane: "Waaaas!???"

Er schaut sie entsetzt an. Was sollte er jetzt nur tun? Warum hatte er sich da gestern nur wieder so hinreißen lassen? Er ist ja so dumm! Während Shane versucht, seine Gedanken zu sammeln, mustert Danielle ihn erfreut, doch inzwischen tut er ihr schon leid und sie beschließt, ihn aufzuklären.

Shane: "Ich - ähm - will nicht - also - wie soll ich das sagen?"

Danielle: "Shane - ich - ich bin nicht in dich verliebt, oder so! Ich hab' dich sehr gern, mehr nicht!"

Shane: "ECHT? Mein Gott, ich dachte schon - nicht, dass es schlimm wäre - aber ich bin auch nicht in dich verliebt! Ich wollte nur, dass DAS nicht zwischen uns steht!"

DING-DONG, macht es bei McFadden's. Danielle rennt die große Treppe hinunter zur Haustür und öffnet sie außer Atem.

Danielle: "DU??"
Kian steht vor der Tür.
Kian: "Oh my God! Die hat mir grade noch gefehlt!!"
Danielle: "Pass auf, was du sagst, ja?!!!"
Kian: "Ist Bryan da?"
Danielle: "Nee, der kommt aber gleich wieder! Muss ich ihn irgendwas von dir ausrichten?"

"Nein, wenn er gleich wiederkommt, dann wart' ich hier auf ihn!", sagt er, schiebt Danielle zur Seite und kommt ins Wohnzimmer, das mit der Küche verbunden ist. Er setzt sich auf die Couch, wo er schon so oft mit Bryan gesessen hat. Verärgert schließt Danielle die Haustür und geht ins Wohnzimmer.

Danielle: "Sowas unverschämtes, wie dich, habe ich in meinem ganzen Leben noch nie kennen gelernt, Egan!"

Kian: "Kein Wunder, du bist ja auch erst 12! Du kennst mich kein Stück!! Und außerdem, werde ich doch wohl auf meinem Freund warten dürfen!"

Danielle: "Das ist ja echt die Härte, was du hier von dir gibst! Ich bin nicht 12! Und Bryan und dein Freund??? Er ist doch sowieso nur aus Mitleid mit dir befreundet! - Weil du sonst keinen hast!"

Kian: "Ach ja??? Ich habe genug Freunde! DU musst dich melden! Immer nur JINI - JINI - JINI! Andere Freunde scheinst du ja nicht zu haben!"

Danielle: "Du hast ja keine Ahnung, Egan! Ich frag' mich, wie deine Schwester es mit dir aushält??! Ich weis gar nicht, warum ich mich mit ihr so blendend verstehe?! Wahrscheinlich, weil sie das krasse Gegenteil von DIR ist - nämlich die positive Version von dir!!!"

Kian: "Ja, das mit DIR red' ich ihr auch noch aus! Glaub' mir!"
Für einige Sekunden ist es ruhig zwischen den Beiden. Dann klingelt das Telefon.
Danielle: "Ja, hallo?!"
Shane: "Ich bin es! Ich wollt' nur fragen, ob es bei heute Nachmittag bleibt??!
Danielle: "Ja, Shane! Klar! Ich hole dich ab, ja?"
Shane: "Okay! Dann bis später! Bye!"
Danielle: "Tschüss!"

Kian sieht sie gereizt an. Wahrscheinlich, weil Danielle, die er so sehr hasst, mit seinen besten Freund verabredet ist.

Kian: "Bild' dir bloß nicht was darauf ein, dass Shane sich mit jemanden, wie DICH abgibt! - Nur, weil er mit dir geschlafen hat!"

Danielle blickt ihn entsetzt an. "Er hat es dir erzählt??" "Was dachtest du denn? Ich bin nun mal sein bester Freund! Er will eh nichts von dir!" "Kian! Halt' doch einfach mal deine scheinheilige Klappe! Ich weis, dass du alles tun würdest, um mir eins reinzuwürgen -

Aber weist du was? Das, was da zwischen mir und Sha war, haben wir schon geklärt! Wir sind einfach nur gut befreundet! Mach' dir mal lieber Sorgen um dein eigenes Liebesleben! Scheint ja nicht so berauschend zu sein!" das hat ihm gereicht. Er ist so sauer. Wütend steht er auf. "Du blöde Kuh! Kannst du nicht einfach mal auswandern, oder so?!" "Liebend gern! Aber erst mache ich meinen Schulabschluß! Danach bin ich garantiert irgendwann weg! Dein Face ertrag ich echt nicht mehr! Du bist so ein Arsch!" Kian will gerade etwas sagen, da unterbricht ihn das Zuknallen der Haustür. Bryan sieht die Beiden entnervt an. "Was geht denn hier ab?", will er wissen. "Nichts!", sagt Danielle und rennt die Treppe nach oben in ihr Zimmer. "Was war denn das grad?" "Ja, was wohl! Wir haben uns gezofft! Solltest dich langsam mal daran gewöhnen!" "Das ihr euch nicht einmal zusammenreißen könnt! Furchtbar!

Gillian und Danielle bezahlen gerade ihren Kaffe, als Gillian fragt: "Und? Kommst du noch mit zu mir?" "Eigentlich, habe ich keine Lust auf deinen Bruder zu treffen! Du glaubst gar nicht, wie wir uns wieder gestritten haben! Von den Dingen, die er mir an den Kopf geknallt hat mal ganz zu schweigen!" "Kian ist doch gar nicht da! Erst heute Abend, oder so!" "Na gut! Dann komm' ich mit!" Sie stehen auf und schlendern gemütlich die Straße entlang. Am Ziel angekommen, gehen sie erschöpft in die Küche. Gillian gießt ihnen etwas zu trinken ein, reicht Danielle ein Glas und nimmt einen Schluck aus ihrem. "Hast du eigentlich mal was von Jini gehört! Hab' sie schon `ne ganze Weile nicht gesehen!" "Na ja, ich hab' vorgestern mit ihr telefoniert. Sie hat wohl zu tun - hat sich jedenfalls so angehört! Sie meinte, sie meldet sich!" Gillian nickt ihr zu und Beide verschwinden in ihr Zimmer. Später hören sie die Haustür ins Schloss fallen.

Gillian: "Mum und Dad können das nicht sein! Es ist bestimmt Kian."
Danielle: "Na, super!"
Es klopft. Gillian sieht Danielle verwundert an, denn anklopfen, kannte Kian bisher nie.
Gillian: "Ja!"
Kian kommt rein und lehnt sich gegen den Türrahmen.
Kian: "Was macht die denn hier? Hat man nicht mal zu Hause seine Ruhe?"

Gillian: "Kannst ja wieder gehen, wenn's dir nicht passt! Danielle ist meine Freundin und ich freu' mich, wenn sie hier ist! Und jetzt hau ab - du nervst!" Kian würde zu gern kontern, doch ihm fällt einfach nicht ein, was er sagen könnte. Er macht, zur Erleichterung der Mädchen, die Tür von außen zu und geht in sein Zimmer, wo er lautstark *Wake Me Up When September Ends* von Green Day hört. Später steht er in der Küche und telefoniert.

Danielle's Handy klingelt. Sie schaut auf den Display, stellt fest, dass sie die Nummer nicht kennt und meldet sich mit einem unsicheren "Ja??..................Was???? - Im Krankenhaus? - Warum?..........Nein!!!...........Danke, das du mir bescheid gesagt hast!...Bye!......" "Wer ist im Krankenhaus??.....DANIELLE!?" Danielle kullern Tränen übers Gesicht. Mit angsterfülltem Blick starrt sie Gillian an. Sie kann nichts sagen, außer: "Jini!" Dann bricht sie völlig in Tränen aus. Sie schaut sich im Zimmer um, als würde sie etwas suchen. Ohne ein Wort zu sagen, steht sie auf und verlässt das Zimmer. Gillian rennt hinterher. Kian hat gerade das Telefonat beendet, als Danielle ihn ungewollt und unter Tränen anrempelt. "Hey!! Pass doch auf!", sagt Kian verärgert, wobei er von Gillian nur einen strafenden Blick erntet. "was ist denn mit denen?", sagt er, während sich zwischen seinen Brauen eine Falte bildet.

*VOR DER HAUSTÜR*

"Danny, kann ich irgendetwas für dich tun?" "Nein - nein, ich muss jetzt erst mal allein sein, bitte Gil!" "Wie du meinst! Doch, wenn was ist - dann bin ich für dich da!" Danielle nickt ihr zu, dreht sich auf den Absätzen um und geht. Mitleidig sieht Gillian ihr nach.

Sie läuft. Egal wohin, sie läuft. Einfach nur weg von alle dem, was sie so quält. Sie lässt die Worte in ihrem Kopf wiederhallen, die ihr jemand an ihrem Handy sagte. Es war Jini's älterer Bruder Alex. Sie liegt im Krankenhaus! Ihre Jini liegt im Krankenhaus! Im Koma - Koma - Koma - Koma - Koma......Immer und immer wieder schallt dieses Wort durch ihre Ohren. "NEIN!", schreit sie und hält sich die Ohren zu so fest, wie sie nur kann. Sie will dieses Wort nicht hören. Sie läuft weiter, da gehen ihr diese Fragen durch den Kopf: Was passiert mit Jini? - Warum das alles? - Wird sie sterben? - Was macht sie, wenn?

Stunden und Hunderte von Tränen später kommt sie nach Hause. Bryan sitzt auf der Couch und sieht fern, als er seine verstörte Schwester sieht. Sofort springt er auf und eilt zu ihr. "Hey, Danny? Was ist denn los? Warum weinst du?" Sie hat gerade erst aufgehört zu weinen, als sie schon wieder anfängt. Weinend schlingt sie ihre Arme um Bryan's Oberkörper und dieser drückt sie fest an sich. Es vergehen bestimmt zehn Minuten, bis sie sich wieder fängt und ihrem Bruder bittet sich zu setzen. Sie setzt sich dazu. Mit verwirrtem Blick wartet Bryan darauf, dass Danielle ihm erzählt, was passiert ist. Sie erzählt ihm von dem Telefonanruf von Alex. Stunden voller Verzweiflung vergehen. Es ist schon spät. Bryan bringt seine Schwester nach oben und sagt ihr, dass sie ein wenig schlafen solle. Er streicht ihr das Haar aus dem Gesicht und nimmt ihre Hand. Schließlich schläft sie ein.

Es vergehen zwei Tage, an denen Danielle nicht einmal das Haus verlässt. Sie will einfach niemanden sehen. Ihre Gedanken sind nur bei Jini. Sie will sie besuchen, aber sie kann nicht. Sie hat Angst - große Angst. Bryan und die anderen Jungs machen sich sorgen. Sogar Kian, der ihr sonst die Pest an den Hals wünscht, zeigt auf einmal - wenn auch ungewollt - Gefühle. Mit dem wissen, dass sie allein in ihrem Zimmer sitzt und leidet, sitzen die Jungs im Wohnzimmer und zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man ihr nur helfen könnte. Shane steht auf: "Das reicht! Ich geh' jetzt zu ihr! Ich ertrag' das einfach nicht mehr!" "Lass gut sein! Sie will niemanden sehen!", wirft Bryan ein und macht ihm klar, dass er sich wieder setzen solle. "Na, schön! Ich - ``, sagt er, während er auf seine Uhr schaut. "- muss jetzt los! Mein Dad wartet sicher schon! Wenn was ist -`` "Ja, dann ruf' ich an!", unterbricht ihn Bryan. Eine halbe Stunde später gehen auch Mark und Nicky. Kian bleibt. Auf einmal klingelt es. Bryan macht auf und sieht einen jungen Mann dort stehen. Er hat geschwollene, rote Augen und da weis Bryan sofort, wer dies sein muss.

Alex: "Hey! Ist - ist Danny da?"
Bryan: "Ja! Komm' doch erst mal rein! Ich hole sie!"

Er kommt rein, nickt Kian zu, Kian ebenso und Bryan geht nach oben. Vorsichtig klopft er. "Danny? - Ich weis, du willst keinen sehen - aber du hast Besuch!" "Wer?", fragt sie und es ist nicht zu überhören gewesen, dass sie schon wieder weint. "Also - Alex! - Er wartet unten. Es scheint wichtig zu sein! Komm' einfach runter - wenn du magst!" Er geht hinunter und setzt sich zu Kian und Alex. Etwa fünf Minuten schweigen sie sich an, bis Danielle die Treppe herunter kommt. "Alex? Ist was mit Jini?", fragt sie leise.

Alex: "Setz' dich doch erst mal!"
Danielle: "Ich will mich nicht setzen! Sag' mir was mit ihr ist!!"
Alex: "Danielle - bitte! Mach' es mir doch nicht schwerer, als es ohne hin schon ist!"
Tränen fließen ihm übers Gesicht. Schreckliches ahnend setzt sie sich. Ihr Herz pocht und irgendetwas sagt ihr, das etwas nicht stimmt.

Kian: "Soll ich vielleicht besser gehen?"
Danielle sieht ihn an. Zum ersten mal ist ihr Blick nicht hasserfüllt. "Nein - nein ist schon okay!", nuschelt sie.
Alex: "Hör' mal.......Jini hatte gestern Nacht zwei Hirninfakte!"
Danielle: "Was soll das heißen??"
Alex: "Sie - Sie wird sterben, Danielle!...Sie hat nur noch einen Herzschlag, weil sie an den Geräten angeschlossen ist! Sie werden heute Abend abgestellt!"
Er fängt fürchterlich an zu weinen, selbst Kian und Bryan lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Bryan streicht Alex über den Rücken.
Alex: "Danielle???"

Sie springt auf. "DU LÜGST!!! DAS STIMMT NICHT!! DU LÜGST!!" Kian ist entsetzt von dem, was er da gerade sieht. Sie tut ihm wahnsinnig leid. Er kann es kaum glauben. Sie bekommt einen richtigen Heulanfall, der in verzweifelte Schreikrämpfe übergeht. "WARUM LÜGST DU MICH AN???? DU WEIST GENAU, DASS ICH ES NICHT MAG, WENN MAN MICH ANLÜGT!!!!" Alex steht auf, geht zu Danielle, die zusammengekauert auf dem Boden sitzt. Er drückt sie an sich. Bryan setzt es ganz schön zu, seine Schwester so zu sehen. Immer wieder fragt sie "Warum???" Immer wieder. Sie weint und weint und weint.

Am selben Abend noch ist sie gemeinsam mit Alex im Krankenhaus, um sich von Jini zu verabschieden. Es ist sehr schwer für sie. Sie weis, wenn sie nicht hingehen würde, würde sie es bereuen. Sie steht neben dem Bett, in dem Jini liegt. Angewidert betrachtet sie die ganzen Geräte und Schläuche, an denen sie angeschlossen ist. Sie sieht aus, als würde sie schlafen, als würde sie jeden Moment aufwachen. Doch das tut sie nicht. Und das weis Danielle auch.

Sie nimmt Jini's Hand und drückt sie fest in die ihre. Sie ist warm. Sie hockt sich hin, immer noch mit der Hand fest in die ihre gedrückt. Unter Tränen mustert sie Jini's Hand und sieht einen Abdruck an ihrem Ringfinger. Dort hatte sie immer ihren goldenen Ring getragen. Immer. Sie fängt bitterlich an zu weinen. Alex streicht ihr über den Rücken. "Sag' ihr tschüss, Danny! Es ist besser so!" Sie schluckt einmal und gibt ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. Dann zieht Alex sie sanft von ihr weg. Kurz vor der Tür dreht sie sich noch ein letztes mal um. "Du wirst mir fehlen!", wispert sie. "Ich hab' dich lieb! Ich werd' dich nie vergessen!" Dann gehen sie beide.

Eine weitere verzweifelte Woche vergeht. Die Beerdigung war vor zwei Tagen. Seitdem kommt Danielle nicht mehr aus ihrem Zimmer.

Kian liegt in seinem Bett und starrt die Decke an. Er und die Jungs waren auch bei der Beerdigung. Sie kannten Jini zwar noch nicht sehr lange, aber ins Herz geschlossen, hatten sie sie schon am ersten Tag. Nun ist sie tot. Warum? Die letzten Wochen, die Kian mit seinen Freunden erlebte, waren voller Trauer und Verzweiflung. Er denkt an die Beerdigung, wie er diesen Drang verspürte, Danielle fest an sich zu drücken. Er schüttelt den Kopf. "Was ist los mit dir?", fragt er sich innerlich. Da, wo er sonst Abneigung fühlt, fühlt er jetzt diese Zuneigung. Was soll das bedeuten. Er liegt bis spät in die Nacht wach und versucht sich über seine Gefühle klar zu werden. So ein Gefühlschaos hat er noch nie gehabt. Was er nicht versteht: Er hasst Danielle doch! Wie konnte er dann innerhalb kürzester Zeit solche Gefühle für sie entwickeln? Vielleicht hat er sich in der ganzen Zeit, wo er glaubte sie zu hassen, ja nur etwas vorgemacht? Er starrt auf sein Handy und blättert im Telefonbuch. Er hat Danielle's Nummer. Woher, das weis er nicht einmal. Aber er hat sie, das ist es, was zählt. Er schreibt ihr, ob sie noch wach ist. (1:54 Uhr) Einige Minuten später bekommt er eine SMS: Wer will das wissen?" Sie scheint seine Nummer nicht zu kennen. Jetzt weis er, dass sie noch nicht schläft. Er starrt erneut auf ihre SMS. "Geh' ich hin? Lass' ich es bleiben?" Doch er will seine Gefühle einordnen und wenn er sie, Danielle sieht, dann würde ihm vielleicht etwas klar werden - oder auch nicht. Er zieht sich seine Strickjacke über und seine schwarzen Sneakers an. Eilig holt er sein BMX aus dem Schuppen und fährt los.

McFadden's wohnen nur eine Straße weiter. Er fährt auf ihren Hof, stellt das BMX an der Hauswand ab und spurtet in den Hintergarten, wo er in Danielle's Zimmer Licht brennen sieht. Was sollte er jetzt tun? Sie kommt seit der Beerdigung nicht mehr raus oder lässt irgendwen rein. Warum sollte das bei ihm anders sein? Er schaut zum Boden, sieht einen kleinen Stein und wirft ihn an ihre Scheibe. Erschrocken blickt Danielle in Richtung Fenster, doch sie macht keine Anstalten einmal zu sehen, was das war. Er schmeißt bestimmt noch zweimal, bis sie endlich zum Fenster kommt. Entnervt sieht sie hinaus auf den Rasen, wo ihr Kian zuwinkt. Was soll das? Was will er hier? Warum steht er jetzt in ihrem Hintergarten und wirft ihr Steine ans Feinster? Sie öffnet es. "was machst du hier?", flüstert sie. Nach der Bestattung waren dies die ersten Worte, die sie wieder sprach. Also scheint bei Kian doch etwas anders zu sein. Nur, was? Er will etwas sagen, bringt jedoch keinen Ton heraus. Er findet es einfach schön, sie zu sehen, auch wenn er sich nicht so recht Glauben schenken will. "Ich komme runter! Warte da!" Sie schließt das Fenster. "Sie kommt runter! Sie kommt tatsächlich runter!", denkt er aufgeregt. Er sieht sie kommen. Sie hat *schon* Schlafsachen an. Eine kurze Stoffhose und ein für sie viel zu großes T-Shirt, das wahrscheinlich Bryan gehört. Er betrachtet sie aufmerksam und stellt, wie schon erwartet, fest, dass es noch nicht so lange her zu sein scheint, dass sie weinte. "Warum bist du hier?", fragt sie im Flüsterton. "Ich wollte nur mal sehen, wie's dir geht!", lügt er. "Nachts um halb drei? - Ausgerechnet DU?...Ich bin nicht in der Stimmung mich verarschen zu lassen, Kian!" "Ich - ich wollte dich sehen und mit dir reden!" "Sorry, Kian! DU wolltest MICH sehen? Hab' ich da richtig gehört?" Kian nickt. "Und worüber willst du mir reden?" Sie kommt sich gerade vollkommen auf den Arm genommen vor. Was will er nur? Er hasst sie doch! Was hat er dann hier zu suchen? Kian zeigt auf den Liegestuhl auf dem Rasen und beide setzen sich. Nervös spielt er mit seinen Fingern. Danielle schaut ihm zu. Er hat schöne Hände, wie sie findet. Kian bemerkt, dass sie ihm zusieht und hört sofort damit auf.

Kian: "Wie geht es dir?"
Danielle: "Interessiert dich das wirklich?"
Kian: "Sonst würd' ich nicht fragen!"
Danielle: "Schlecht! Sie fehlt mir!"

"Ich weis!", wispert er und drückt sie an sich. Sie genießt es nicht allein zu sein, jemandem nah zu sein. "Ist das wirklich Kian, der da gerade neben mir sitzt?" Kian wundert diese Frage überhaupt nicht. Schließlich hatte er vor einigen Wochen noch von ihr verlangt, sie solle auswandern. "Sicher!", sagt er. Zwischen ihnen ist es anders, als sonst und Kian ist sich jetzt zu 100 % sicher, dass er Danielle nicht hasst. Er fühlt keinen Hass mehr, keine Wut, wenn er sie sieht. Schon lange nicht mehr. Es fühlt sich einfach nur gut an für jemanden, für Danielle da zu sein.

Kian: "Ich hab' dir das Leben manchmal ganz schön schwer gemacht, was? Ich war ein Idiot! Es tut mir leid, wenn ich dich des öfteren verletzt habe!" Danielle reißt sich aus Kian's Umarmung. "Ach, daher weht der Wind!? Hast ein schlechtes Gewissen und willst es hier vertreiben? Das kannst du vergessen!" Sie scheint ziemlich sauer zu sein. Wie gemein muss er zu ihr gewesen sein. Er kann ihre Reaktion schon verstehen, doch er will erklären und sich wenigstens ein kleines bischen verteidigen. Er hat schließlich auch seinen Stolz.

Kian: "Das stimmt nicht! Das weist du genau so gut, wie ich! Mir ist durch Jini's Tod nur klar geworden, dass ich etwas falsch mache - gemacht habe! Und ich wollte mich nur entschuldigen - mehr nicht! Ich weis - ist blöd, dass erst so was schlimmes passieren muss, um zu merken, dass man was nicht richtig macht!"

Ihr stehen Tränen in den Augen. Das wollte er nicht. "Ist wohl besser, wenn ich jetzt gehe!" Er nimmt sein BMX und fährt los. Sie will ihn zurückrufen, doch sie kann nicht. Was zum Teufel war das gerade? Dies war nicht der Kian, den sie kannte. Nein, dieser, der gerade eben noch hier war, gefällt ihr um einiges besser.

Es vergehen fast zwei Wochen, in denen Danielle sich wieder versucht zu fangen. Wenn sie Kian sah, lächelte sie ihn verlegen an. Er winkte ihr sogar manchmal zu. Die anderen fragten sich schon, ob die Beiden krank sind.

Es ist warm draußen. Die Sonne scheint heute wie ein Weltmeister. Danielle liegt auf einer Decke im Garten und sonnt sich ein wenig. Kian klingelt bei den McFadden's. Bryan macht auf. "Hey!"

Kian: "Hi!"
Sie gehen rein und setzen sich an den Küchentisch.
Bryan: "Was trinken?"
Kian: "Nein, danke!"

Bryan: "Jetzt erzählst du mir erst mal, was mit dir los ist! Du bist viel ruhiger und ausgelassener und regst dich nicht mehr über jeden Mist auf! Ich meine - ich find's toll - doch - mich würde schon interessieren, warum? Und was läuft da eigentlich zwischen dir und Danielle?"

Kian will gar keine großen Reden schwingen und redet einfach los. "Bryan - die Sache ist die - ich - na ja - ich hab' mich in deine Schwester verliebt!" Erleichtert, dass er das endlich einmal gesagt hatte, blickt er zu Bryan. Dieser sieht ihn an, als wenn er schwer von Begriff ist. (Das ist er manchmal, davon einmal ganz abgesehen!)

Kian: "Ich liebe Danielle, verstehst du mich?"
Bryan ist baff. "Ja, ich verstehe! Damit hab' ich nur nicht gerechnet!...Ich nehme an, du willst dich mal mit ihr unterhalten?"
Kian: "Ja, das würde ich schon gern!"
Bryan: "Sie ist draußen im Garten! Ich bin dann erstmal weg!"
Kian nickt ihm zu und geht nach draußen. Er setzt sich zu Danielle auf die Decke. Sie öffnet ihre Augen und lächelt.
Kian: "Ich müsste da mal mit dir reden!"
Danielle: "Nein!"
Kian: "Nein???"
Danielle: "Kannst du mich nicht einfach gleich küssen?"

Erstaunt schaut er zu Danielle hinab. Er will sie natürlich schon küssen, nichts täte er in diesem Moment lieber. Er würde ihr nur schon gern sagen, was er für sie fühlt. Aber das kann er ja auf später verschieben. Er legt sich neben sie und betrachtet ihr Gesicht. Er will sie nicht länger warten lassen und kommt ihr näher. Er liegt auf ihr und sie küssen sich. Auf einmal merkt Kian, dass Danielle weint. "Was ist los, Maus?", fragt er. "Nichts! Ich musste nur an Jini denken!" Sie fängt an fürchterlich zu weinen. Kian versucht, so gut, wie er es in seiner Stellung kann, Danielle an sich zu drücken und sie zu trösten.

Kian: "Sshhh! Nicht weinen, Süße, nicht weinen! Ich weis, es ist schrecklich, dass sie nicht mehr da ist! Aber sie ist doch hier drin, für immer!!" Er legt seine Handfläche auf ihre Brust, wo ihr Herz schlägt.

Kian: "Okay?"
Danielle: "Ja!"
Kian: "Ich liebe dich!"
Danielle: "Ich dich auch!"

Danielle ist jetzt mit Kian fast drei Monate zusammen. Sie ist sehr glücklich mit ihm. Das nächste Schuljahr hat auch begonnen und nach der ganzen Trauer müssen sich alle wieder auf die Schule konzentrieren. Es ist nicht leicht für Danielle in der Schule dort zu sitzen, wo sie vor eineigen Monaten noch mit Jini gesessen hatte. Doch sie versucht stark zu sein.

Bei Nicky im Garten sitzen Kian, Gillian, Mark, Nicky, Shane, Bryan und Danielle.
Nicky: "Endlich Wochenende!"
Mark: "Du sagst es!"

Danielle erinnert sich daran, wie sie hier mit ihnen und Jini Nicky's Geburtstag feierten. Das war ein sehr schöner Abend gewesen, den sie bestimmt nie vergessen wird. Und genau jetzt, wo sie alle hier zusammen sitzen fällt ihr auf, wie sehr sich alles verändert hatte. Sie und Kian giften sich nicht mehr an - im Gegenteil- sie lieben sich. Sie ist mit den nettesten Jungs der Schule, wie sie findet, befreundet und dieses Loch, das ihre beste Freundin hinterlassen hat. Dieses Loch wird jetzt immer da sein und nie wieder weg gehen.

Shane: "Hey, wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass Kian mal mit Danielle zusammen sein wird - den hätte ich für komplett durchgeknallt erklärt!"

Kian grinst nur.
Bryan: "Kian, du alte Grinsebacke! Wenn du so weiter machst, bleibt dein Gesicht so!"
Gelächter bricht aus.

Shane: "Jetzt mal ehrlich! Das, was diesen Sommer passiert ist, hat uns alle viel enger zusammengeschweißt! Ich komm' mir jetzt ein bischen blöd vor - wir leben einfach weiter! Doch nicht nur für uns, sondern auch für Jini! Wir machen einfach das Beste daraus! Versprecht ihr mir das?"

Alle nicken ihm zu. Die eine oder andere Träne fließt und sie wissen, dass das Leben zu kurz ist, um es nur in Trauer zu verbringen und denken mit einem Lächeln an Jini zurück.

Immer, wenn wir von Dir sprechen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Herzen
und halten Dich umfangen,so,
als wärst du nie gegangen.

So Leute! Das war meine erste Fan Fiction und ich hoffe, sie gefällt euch. Mir liegt sie sehr am Herzen, denn ich widme sie meiner lieben Stiefmama, die leider nicht mehr unter uns weilt. Euer *WestlifeAngel*