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Für alle Westlifefans auf der ganzen Welt. Westlife forever!!! Wir müssen die Lifer unterstützen, besonders jetzt. Alles Liebe, Annika

PS: Viel Spaß beim Lesen

Chapter 1

"Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Aufenthalt in Dublin und beehren sie uns bald wieder", schallte es aus den Lautsprechern im Flugzeug. "Was weiß die dumme Kuh schon...?", brummelte Rachel gereizt vor sich hin. Wunderbarer Aufenthalt. Missmutig nahm Rachel ihre Tasche und verlies mit allen anderen Passagieren das Flugzeug. Wie konnte eine einzige Person so einen Mist verbreiten? Ihr Aufenthalt würde bestimmt nicht wunderbar werden. Es würde nie mehr wunderbar werden. Rachel konnte nur mit Mühe ihre Tränen zurück halten. Mit zusammengebissenen Zähnen ging sie weiter. Gerade, als sie in den Shuttlebus vom Flughafen gestiegen war, fing es an zu regnen. Das hätte sie sich ja denken können. Sobald sie in Irland ankam fing es an zu regnen. Aber in Irland regnete es ja dauernd und hier jetzt auch noch leben??? Der Bus hatte das Flughafengebäude erreicht und wieder stiegen alle Menschen heraus. Rachel lies sich mit der Menschenmenge mitreißen. So kam sie am einfachsten zum Gepäckband. Da war es ja schon. Jetzt hieß es nur noch auf die Koffer warten. Sofort versank sie wieder in ihren Gedanken. Was sollte sie hier? Sie, Rachel, wollte wieder zurück nach Chicago und dort sollte alles so sein, wie ungefähr vor einem Monat. Aber es würde nie wieder so werden... Jemand stieß sie in die Seite. "Haben sie gar keine Koffer, Miss?", fragte der Mann, sie sind fast die einzigste hier, die noch immer am Band steht oder sind ihre Sachen gar nicht dabei?" Rachel fand mühsam in die Wirklichkeit zurück und richtete ihren Blick auf das Gepäckband. "Nein, nein, dort ist ja mein Koffer und dort meine zwei Reisetaschen...", sagte sie und zwang sich zu einem kurzen Lächeln. Dann holte sie sich einen Gepäckwagen, lud darauf ihre Sachen und verlies die Halle. Sie war jetzt im Ankunftsbereich von dem Flughafen. Überall liefen Leute auf einander zu und fielen sich in die Arme. Hier sah Rachel, wie sich ein Päarchen liebevoll begrüßte, dort schlossen Eltern ihre Tochter in ihre Arme. Rachel hatte das Gefühl, dass sich ihr Herz zusammenzog. Warum konnte sie nicht so glücklich sein? Warum nicht?

"Rachel? Rachel Morrison?", ein Mann um die Vierzig kam auf Rachel zu. "Ja, das bin ich...", bestätigte sie. "Bin ich froh, dass ich dich so schnell gefunden habe. Ich bin dein Onkel Louis Walsh!", sagte der Mann. "Hallo!", etwas anders fiel Rachel nicht ein. "Wie geht es dir?", wollte Louis wissen. "Den Umständen entsprechend...", Rachel presste die Lippen zusammen. "Natürlich", Louis nickte verständnisvoll, "du hast dich sehr verändert, seitdem ich dich das letzte Mal gesehen habe. Das war auf dem Geburtstag von deiner Mutter. Du warst vier oder so..." Rachel konnte nichts sagen. Ihre Mutter... Wie konnte er mit dem Thema umgehen, als sei nichts passiert? "Komm wir verschwinden hier erst einmal und fahren zu mir ins Apartment. Da können wir erst einmal richtig reden", redete Louis weiter und schob Rachels Gepäckwagen in Richtung Ausgang. Rachel blieb nichts übrig als ihm zu folgen. Eigentlich war ihr sowieso alles egal.

"So da wären wir!", Louis öffnete die Tür zu seinem Apartment, "ich habe sogar ein Zimmer für dich frei. Aber wir müssen sowieso noch darüber reden..." "Darüber, dass du ein Zimmer frei hast?", Rachel zog eine Augenbraune hoch. "Nein, aber es hat indirekt etwas damit zu tun...", sagte Louis, "aber jetzt bring erst mal deine Sachen in das Zimmer da vorne und ich bestelle was beim Chinaimbiss, okay?" Rachel nickte. Was sollte sie auch anderes machen. Dann machte sie sich daran ihr Gepäck in das angewiesene Zimmer zu bringen.

"Das Essen ist in einer Viertelstunde da...", sagte Louis zu ihr, als sie ins Wohnzimmer trat. "Ist okay", Rachel blieb unschlüssig stehen. "Setz dich doch", Louis nickte mit dem Kopf zu einem der Sessel. Rachel lies sich dort nieder. "Möchtest du was trinken?", fragte Louis sie. "Nein danke", Rachel schüttelte den Kopf. Louis setzte sich ebenfalls. "Ich wollte nur sagen, dass es mir wahnsinnig Leid tut mit deinen Eltern. Niemand wollte so was. Du musst dich schrecklich fühlen...", fing er leise an. "Ich möchte nicht darüber reden!", presste Rachel mühsam hervor. "Du kannst es aber auch nicht in dich herein fressen...", Louis sah Rachel besorgt an. "Ich kann einfach nicht", Rachel fing an zu schluchzen, "es tut zu weh. Ich habe alles verloren... Verstehst du das nicht?" "Ist ja gut", Louis strich Rachel beruhigend über die Hand, "ich kann dich ja nicht dazu zwingen..." Rachel wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und flüsterte kaum hörbar: "Danke." "Dann lass uns über etwas anderes reden. Ich möchte nämlich mit dir darüber reden, wie dein Leben bei mir aussehen soll...", sagte Louis. "Ich habe meinen Collegeabschluss gemacht und eigentlich wollte ich auf eine Hochschule gehen und Designerin werden, aber das kann ich mir ja jetzt wohl abschminken...", erklärte Rachel. "Nun ja", Louis überlegte einige Minuten, da klingelte es an der Tür, "das wird unser Essen sein. Einen Moment bitte." Louis ging zur Tür. Rachel sah ihm nach. Er war lieb und gab sich Mühe, aber sie wusste, dass er ihr niemals das ersetzen könnte, was sie gehabt hatte. Das war unmöglich. "So da bin ich wieder", Louis tauchte mit einer Plastiktüte in der Hand wieder auf. Er reichte Rachel eine Pappschale und eine Gabel. "Ich hoffe du magst gebratene Nudeln...", sagte er mit unsichern Lächeln. "Ist okay", Rachel nickte und öffnete die Schale. Als beide schweigend einige Gabeln Nudeln gegessen hatten, fing Louis wieder an zu reden: "Sag mal kennst du Westlife?" "Wen? Oder was ist das?", fragte Rachel, "irgendeine Lebensmittelmarke oder so?" "Nee, da liegst du ganz falsch", Louis lachte, "hast du noch nie von einer Gruppe namens Westlife gehört?" "Hm, eigentlich nicht. Oder warte mal, doch ich weiß, dass es so eine Band gibt, aber ich kann mir gar nichts darunter vorstellen. Sind in den USA wohl noch nicht so bekannt oder schon nicht mehr? Willst du wissen ob ich etwas gegen deine CDs habe?", jetzt konnte Rachel ein Lächeln nicht verkneifen. Nahm ihr Onkel solche Rücksicht auf sie? "Also ich erkläre es dir. Westlife ist eine Band, bestehend aus fünf jungen Männern Anfang 20. Bryan, Kian, Nicky, Mark und Shane. In den USA sind sie nicht so wirklich bekannt, aber auf dem Rest der Welt umso mehr", erklärte Louis. "Und warum sagst du mir das?", wollte Rachel wissen. Sie verstand gar nichts mehr. "Nun ja, ich bin der Manager von Westlife", sagte Louis. "Du bist der Manager von einer erfolgreichen Band?", Rachel sah ihren Onkel mit großen Augen an. "Ja, es klingt irgendwie unwirklich", Louis nickte, "aber es ist die Wahrheit, warte ich habe hier irgendwo eine CD von den Guys." Louis reichte ihr eine CD. "Das ist ja eine Boygroup", Rachel verzog die Mundwinkel. "Die Musik ist wirklich gut", meinte Louis. "Wenn du meinst", Rachel seufzte, "und was habe ich mit all dem zu tun?" "Nun ja, ich muss dir sagen, dass morgen die Generalproben für die Tour von Westlife beginnen. Dort muss ich natürlich hin und ich habe mir gedacht, dass du mit mir die Boys auf Tour begleiten könntest", meinte Louis. Rachel riss die Augen auf. "Ich soll da mit, aber warum?", fragte sie. "Ich möchte mich ein bisschen um dich kümmern und ich will dich nicht alleine lassen. Nicht jetzt, nicht in dieser schweren Zeit. Außerdem bist du noch nicht einmal erwachsen", erklärte Louis. "Ich bin 17. Ich würde mich schon hier in Irland einleben", versuchte Rachel Louis zu überreden. Natürlich war sie nicht begeistert in Irland leben zu müssen, aber auf Tour mit einer Boygroup gehen..., "außerdem was soll ich da überhaupt? Ich kann doch nicht die ganze Zeit Däumchen drehen..." "Du könnest ein bisschen helfen. Bei so einer Tour fällt immer viel Arbeit an. Du kannst dich ja auch ein bisschen mit den Stylisten unterhalten. Da würdest du schon mal etwas für deinen Wunschberuf lernen. Außerdem lernst du auch noch die Lifer kennen. Du kannst dir die Show ansehen...", zählte Louis auf. "Ich würde aber viel lieber hier bleiben. Geht das denn nicht auch?", Rachel sah ihren Onkel bittend an. "Tut mir leid, Rachel. Das geht nicht. Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn du ganz alleine hier sein würdest. Das verstehst du doch sicher?", Louis schüttelte den Kopf. "Ja, ja", Rachel verzog das Gesicht. Na toll. Das war ja super gelaufen. Sie würde die ganze Zeit kaum alleine sein und jeden Abend diese Schnulzenmusik hören. Sicher waren diese Westlife wie alle Boygroups. Sie standen auf der Bühne, hampelten ein bisschen rum und sangen Lieder, die sich alle gleich anhörten. Rachel war begeistert. "Und wann sagtest du, musst du dahin?", fragte sie. "Morgen um 13.00h geht der Flieger nach England", gab Louis Auskunft, "ich hoffe das kommt jetzt nicht zu kurzfristig für dich..." "Nein, nein. Ist schon okay", Rachel schüttelte müde den Kopf, "wie lange wird das ganze ungefähr dauern? Nur damit ich meine Koffer umpacken kann..." "Es gibt jetzt noch ein paar Proben circa eineinhalb Wochen Proben und dann geht die Tour in Cardiff los! Also pack genug ein und wenn was fehlt kommen wir bestimmt schnell dran", sagte Louis. "Dann gehe ich jetzt in mein Zimmer", Rachel erhob sich. "Wollen wir nicht noch ein bisschen reden?", fragte Louis. "Tut mir leid, aber ich habe heute schon einmal den Atlantik überflogen und bin müde", erwiderte Rachel, "gute Nacht, Onkel Louis." "Schlaf gut, Rachel!", meinte Louis.

Das Zimmer, in dem sie schlafen sollte, war nicht groß, aber es hatte ein großes Fenster. Dort hin kauerte sich Rachel. An Schlafen war nicht zu denken. Jetzt war sie in Dublin, weit weg von ihrem Zuhause. Aber das war sie in Chicago auch schon gewesen. Sicher, sie hatte immer noch in dem gleichen Haus gewohnt, in dem sie schon ihr ganzes Leben gewohnt hatte, aber es war nicht mehr ihr Zuhause gewesen. Seit diesem schrecklichen Freitagabend Mitte Februar:

Rachel saß gerade vor dem Fernseher und sah sich ihre Lieblingsserie Friends an. Ihre Eltern waren auf einer Feier eingeladen. Sie hatten Rachel angeboten mitzukommen, aber sie hatte abgelehnt. Feiern war das letzte was ihr in den Sinn kam. Sie hatte eine stressige Woche hinter sich und wollte einfach nur ausspannen. Ihre Eltern waren ungefähr eine Stunde weg, als das Telefon klingelte. Unwillig erhob sich Rachel und nahm ab. *Wahrscheinlich ist das Karen, die mir irgendetwas von ihrer neuen Eroberung erzählen will oder mich zu 100sten Mal fragen will, ob ich nicht doch mit in den neuen Club komme.* Dachte Rachel sich und hob genervt ab: "Rachel Morrison?" "Hallo, hier Inspektor Miller", kam eine fremde Männerstimme vom anderen Ende, "sind sie die Tochter von Taylor und Elisabeth Morrison?" "Ja", Rachel verstand gar nichts mehr. "Ich muss ihnen mitteilen, dass ihre Eltern einen Autounfall hatten. Sie konnten einem betrunkenen Falschfahrer nicht mehr ausweichen", sagte der Mann. "Sind sie schwer verletzt?", Rachels Stimme zitterte vor Angst. "Nun ja, wie soll ich sagen, sie haben den Unfall nicht überlebt...", sagte der Inspektor.

Rachel wusste noch genau wie sie sich damals gefühlt hatte. Es war schrecklich gewesen. Und jetzt saß sie hier. In einem Apartment in Dublin, bei ihren Onkel, den sie zum zweiten Mal im Leben sah und sollte morgen mit irgendeiner Boygroup, die sie keinen Deut interessierte auf Tour gehen. Rachel sprang von der Fensterbank und begann in einer der Taschen zu wühlen. Endlich hatte sie gefunden, was sie suchte. Ein Foto von ihren Eltern. Damit ging sie wieder zum Fenster. Sie betrachtete das Bild. Ihr Vater hatte einen Arm um ihre Mutter gelegt. Beide lächelten. Warum hatte dieser Unfall geschehen müssen? Warum? Rachel fing leise an zu weinen.

Chapter 2

"So ruh dich ein bisschen aus", sagte Louis zu Rachel als sie im Hotel ankamen und gab ihr einen Schlüssel, "Zimmer 303. Später stelle ich dir die Jungs vor, aber ich denke das wird nicht vor heute Abend sein." "Mach dir deswegen keine Umstände. Ich bin wirklich nicht scharf darauf", Rachel sah Louis an, "aber eins weiß ich jetzt schon das Hotel ist spitze." "Freut mich, dass es dir gefällt. Aber jetzt muss ich noch einige Dinge regeln, wir sehen uns später", damit lies Louis Rachel stehen und eilte zu einem Portier. Rachel sah ihm mit gemischten Gefühlen nach. Einerseits war sie froh alleine zu sein, weil Louis die ganze Zeit versuchte mit ihr über ihre Eltern zu reden, anderseits kam sie sich in der riesigen Hotelhalle auch ein bisschen verloren vor. Rachel war sich fast sicher, dass es das beste Hotel von Manchester war. Während Rachel sich noch umsah kam ein Mann ganz in schwarz auf sie zu. "Bist du die Nichte von Louis Walsh?", fragte er. "Warum wollen sie das wissen?", Rachel musterte den Mann. "Bist du die Nichte oder nicht?", fragte der Mann ungeduldig ein zweites Mal. "Ja, aber wieso wollen sie das wissen?", wollte Rachel wissen. "Ich bin Paul Higgins, einer der Bodyguards von Westlife und Louis hat mich gebeten dich auf das Zimmer zu bringen", gab der Mann Auskunft. "Ach so", Rachel nickte flüchtig und folgte Paul Higgins. Sie stiegen in einen Aufzug und fuhren bis in den dritten Stock, dann ging es einen Gang entlang bis Paul stehen blieb. "Hier ist es", sagte er, "man sieht sich!" "Okay, danke", Rachel schloss das Zimmer auf und trat ein. Das Zimmer war der Wahnsinn. Einfach nur der Wahnsinn. Es gab ein großes Bett, eine gemütlich aussehende Couch, einen Fernseher, eine Minibar und vieles mehr. Rachel lies sich erst einmal auf die Couch fallen. Hier lies es sich aushalten auch, wenn in den Nebenzimmern bald irgendwelche Mitglieder einer Boygroup wohnen würden. Sie schnappte sich die Fernbedienung, die auf einem Tischchen neben der Couch lag und schaltete den Fernseher ein. Sie brauchte jetzt ein bisschen Musik. Auf MTV lief gerade Bring me to life von Evanescence. Das war doch was. Rachel drehte die Musik lauter.

"Nein Gill, ich bin sicher das klappt", Shane telefonierte gerade mit Gillian, "ja, ich vermisse dich auch, mein Schatz. Ich rufe dich heut’ Abend wieder an. Versprochen. Ich liebe dich..." Damit legte er auf und legte sein Handy auf das Nachtschränkchen. Jetzt war es mal wieder soweit. Die dritte Westlifetour würde in Kürze beginnen. Einerseits freute sich Shane auf die Tour, weil er es liebte auf der Bühne zu stehen, anderseits hätte er gerne etwas mehr Zeit mit Gillian verbracht. Aber er hatte seine Verpflichtungen als Mitglied einer sehr erfolgreichen Band. Außerdem hatte er auch immer Spaß mit Nicky, Kian, Mark und Bryan und Gill wollte ihn ja auch auf der Tour besuchen kommen. Shane schloss die Augen. Ein bisschen Zeit hatte er noch, bis er mit den anderen und Louis zu den ersten Generalproben fahren musste. Dröhnende Musik ließ ihn hochschrecken. Was war das? Wer in aller Welt hörte so ohrendbetäubend laut Musik? Es musste aus dem Nachbarzimmer kommen. Shane stand auf, wer immer sich in diesem Zimmer befand würde jetzt gezwungen sein die Musik leiser zu drehen.

Wer zum Teufel hämmerte jetzt denn an ihrer Tür? Rachel verdrehte die Augen. Wenn das wieder dieser überaus freundliche Bodyguard war, würde sie durchdrehen. Genervt ging sie zur Tür und öffnete sie. Doch vor ihr stand nicht Paul, es war ein junger Mann, etwas größer als sie. Eigentlich sah er ganz gut aus. Braune Haare, braune Augen, gutgebaut, aber das stand jetzt nicht zur Debatte. "Ja, was ist denn?", knurrte Rachel. "Kannst du dir vorstellen, dass nicht alle auf dieser Etage Musik hören wollen?", fragte Shane. "Nee, kann ich nicht. Sonst noch was?", Rachel sah Shane an. Was bildete sich dieses Girl eigentlich ein? Shane war für einen Moment sprachlos, dann verzog er seinen Mund zu einem Lächeln und sagte mit einer gespielt ruhigen und freundlichen Stimme: "Dann helfe ich dir mal auf die Sprünge. Mir geht diese Musik auf die Nerven. Nicht das ich was dagegen hätte, das du Musik hörst, aber vielleicht nicht so, dass die ganze Etage es mitbekommt?" Shanes Gesicht bekam wieder den genervten Ausdruck. "Oh der Herr entschuldigen vielmals mein törichtes Verhalten. Ich werde demnächst erst um Erlaubnis fragen in MEINEM Hotelzimmer irgendetwas zu machen. Ich bräuchte nur die Zimmernummer und die Handynummer, falls mal keiner da ist", Rachel brachte ein eben so künstliches Lächeln wie Shane zu Stande. War der Typ gutgelaunt. "Mach einfach die Musik leiser oder aus, okay?", bat Shane. Er hatte sich wirklich keine Lust mehr mit dieser Person zu streiten, er wollte sich einfach nur noch ein bisschen ausruhen. "Schon gut. Und jetzt tschüss!", Rachel knallte Shane die Tür vor der Nase zu.

Shane blieb einen Moment vor der Tür stehen. Was war das denn für eine Tussi? Spielte sich auf, als wäre sie die Queen oder sonst wer... Er schüttelte noch einmal den Kopf und ging wieder in sein Zimmer.

Rachel starrte wütend die Tür von innen an. Was war das denn für einer? War das etwa einer von Westlife? Oder war das ein weiterer genervter Bodyguard? Eigentlich war es Rachel egal, aber ihre gute Stimmung war dahin. Sie schaltete den Fernseher aus und begann ihre Sachen auszupacken. Das würde ja heiter werden.

Nach einigen Stunden klopfte es wieder an ihrer Tür. Rachel öffnete. "Hallo Rachel", Louis lächelte ihr entgegen, "die Westlifer sind jetzt alle da. Ich könnte sie dir jetzt vorstellen. Ist das okay?" "Ja, ja", Rachel nickte flüchtig mit dem Kopf. "Dann komm", sagte Louis, "sie warten unten in der Empfangshalle. Während die beiden den Gang zum Aufzug entlang gingen, blieb Rachel abrupt stehen. "Onkel Louis?", fragte sie. "Ja, was ist? Hast du etwas vergessen?", wollte Louis wissen. "Nein, nein. Ich habe es schon mal gesagt, aber ich möchte auf keinen Fall, dass hier jemand erfährt, warum ich wirklich hier bin", Rachel sah Louis eindringlich an. "Ist okay, ich lass mir was einfallen", versprach Louis. Dann fuhren sie mit den Lift ins Erdgeschoss. Louis sah sich suchend um, dann hatte er anscheinend entdeckt was er suchte, denn er wies auf eine Sitzgruppe und sagte: "Da vorn sind sie!" Rachel folgte ihrem Onkel, bis zu dorthin. Er begrüßte die fünf Männer, die dort saßen und fragte nach einem gewissen Shane. "Der kommt gleich", sagte einer der jungen Männer. "Okay, dann möchte ich euch erst mal meine Nichte Rachel aus Chicago vorstellen", Louis wies auf Rachel, "sie verbringt jetzt einige Zeit bei mir. Rachel das sind Westlife, auch wenn noch einer fehlt." "Hallo", Rachel lächelte kurz. Die Vier stellen sich nach der Reihe als Mark, Kian, Nicky und Bryan vor. Rachel war ein bisschen überrascht. Sie hätte diese vier jungen Männer nie für Mitglieder einer Boygroup gehalten. Sie sahen gut aus, das war außer Frage. Aber sie waren nicht diese Milchgesicht-Typen, die sie erwartet hatte. Sie war noch völlig in Gedanken, als Shane auftauchte. "Hi Louis, hi Lads", grüßte er in die Runde ohne Rachel zu bemerken, "tut mir leid, ich hatte noch was zu tun." "Jetzt bist du ja da", Louis nickte, "darf ich dir meine Nichte Rachel aus Chicago vorstellen", Louis wies auf Rachel. Rachel schaute auf und sah direkt in Shanes Gesicht. Das war doch der Typ von vorhin. Auch Shane hatte sie wiedererkannt und grinste. "Rachel, das ist Shane", sagte Louis. "Wir kennen uns schon, Louis", Shane reichte Rachel die Hand, "nur jetzt weiß auch, wie die überaus freundliche Lady von vorhin heißt!" Rachel ergriff die Hand kurz und erwiderte mit leicht ironischem Unterton: "Die Freude ist ganz auf meiner Seite!" Das konnte ja heiter werden. Sie hätte sich das doch gleich denken können. Natürlich gehörte dieser Shane zu Westlife. Shane betrachtete Rachel belustigt. Jetzt wusste er auch, warum Rachel sich so aufgeführt hatte. Vielleicht meinte sie ja, dass sie durch ihren Onkel einen Sonderbonus hatte. Er schmunzelte in sich hinein. Das würde bestimmt noch lustig werden.

"Dann ist ja alles klar", Louis blickte in die Runde, "können wir jetzt zur Halle beziehungsweise zu dem Gebäude, wo eure Bühne momentan stationiert ist." "Okay, dann lass uns mal losfahren! Wie ich Louis kenne, müssen wir heute noch auf die Bühne", Kian grinste. "Du hast es erfasst", Louis grinste zurück. "Du Onkel Louis", Rachel sah Louis an, "ich muss da doch nicht mit, oder?" "Das ist bestimmt interessant für dich. Hinter die Kulissen eines Konzerts zu schauen...", Louis sah Rachel aufmunternd an, "außerdem kannst du dir die Bühnenoutfits der Guys mal ansehen. Das wäre doch lehrreich für deinen Berufwunsch, oder?" "Du brauchst mich nicht mehr zu überreden. Ich komme schon mit, was bleibt mir anderes übrig?", Rachel machte eine abwertende Handbewegung. "Hey, so schlimm ist unsere Gesellschaft auch nicht!", Bryan sah Rachel gespielt entrüstet an. "Das habe ich auch nicht behauptet", Rachel sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen, "was ist? Wollten wir nicht los?" "Ja, okay dann los", Louis stand auf, "die Autos stehen vor dem Hotel." Rachel ging hinter ihm her. Die Lifer folgten ihnen.

Chapter 3

Rachel saß gelangweilt in der Hotellobby und nippte an ihrer Cola. Alle waren weg. Louis hatte etwas zu erledigen. Die Westlifer waren auch irgendwie verschollen. Entweder schliefen sie noch oder sie waren nicht im Hotel. Nicht das es Rachel interessierte. Sie mochte das alles hier nicht. Der Abend gestern war furchtbar langwierig gewesen, weil sie die meiste Zeit zeitungslesend in irgendeinem Zimmer verbracht hatte. Das einzige was an dem gestrigen Abend noch gut gewesen war, als Rachel die Bühnenkleidung der Boys begutachten durfte. Die Outfits waren wirklich schön. Am besten gefiel Rachel die weißen Jacken, mit dem Portrait der Lifer. Aber sonst war der Abend zum Gähnen gewesen. Sie vermisste ihr Zuhause. Das kleine Haus in dem Vorort von Chicago. Ihre Eltern. Einfach alles. Hier war es einfach unerträglich. "Guten Morgen!", ertönte plötzlich eine Stimme über ihr. Rachel sah hoch. Shane. Er stand direkt vor ihr. "Habe ich meinen Fernseher laufen lassen, oder was ist los?", fragte Rachel nicht gerade freundlich. "Begrüßt du jeden so gutgelaunt?", Shane ließ sich ihr gegenüber auf einen Stuhl fallen. "Komm, was ist los? Ich bin sehr beschäftigt", meinte Rachel. "Ach ja und womit?", Shane lachte. Was hatte dieses Girl bloß? Warum war sie so zickig? "Muss ich dir das auf die Nase binden?", Rachel seufzte übertrieben laut. "Was ist eigentlich los mit dir?", Shane hatte Mühe freundlich zu bleiben, "ich wollte mich einfach nur mit dir unterhalten und du giftest mich die ganze Zeit an!" Rachel sprang auf. "Ich weiß nicht für was du dich hältst, aber nur weil du berühmt bist, brauchst du dir nicht einbilden, dass dir die ganze Welt zu Füßen liegt! Was ist, wenn ich mich nicht mit dir unterhalten möchte?", rief sie, "vielleicht ist eure Welt so sorgenfrei, aber meine ganz sicher nicht. Damit du es weißt ich möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden!" Rachel stürmte aus der Lobby. Shane sah ihr nach. Er verstand diese Rachel nicht. Was war los mit ihr? Er hatte ihr doch wirklich nichts getan.

Rachel war in der Zwischenzeit auf dem Flur ihres Zimmer angekommen. Sie ging eilig zu ihrem Zimmer. Sie wollte endlich in Ruhe gelassen werden? Ohne, dass sie es wollte kamen ihr die Tränen und sie lief direkt in Mark hinein. "Hey Rachel, was ist mit dir?", wollte dieser besorgt wissen. "Lasst mich doch einfach", fauchte Rachel ihn an und stürmte in ihr Zimmer. Dort stürzte sie auf ihr Bett und fing hemmungslos an zu weinen. Warum konnten sie nicht alle in Ruhe lassen? War es denn so schwer zu verstehen, dass sie keinen Wert auf Gesellschaft legte? Jedenfalls nicht auf diesen Shane. Und auf die von den anderen auch nicht. Nach einiger Zeit hatte Rachel sich wieder beruhigt. Langsam stand sie auf und ging ins Bad ihres Hotelzimmers. Rachel blickte in den Spiegel. Sie sah grauenvoll aus. Ihre Wimperntusche war verlaufen, so dass sie dunkle Schatten unter den Augen hatte. Rachel stellte den Wasserhahn an und lies sich Wasser übers Gesicht laufen. Danach fühlte sie sich wieder etwas besser.

Shane saß immer noch in der Hotellobby. Er machte sich Gedanken über Rachel. Was hatte sie? Warum war sie, wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen? Er hatte doch bloß nett sein wollen. Vielleicht wollte sie etwas mit ihrer Art verbergen... Shane schüttelte den Kopf. Was machte er sich über diese Person Gedanken? Er hatte wirklich besseres zu tun. Zum Beispiel musste er sich jetzt voll und ganz auf die Proben und die Tour konzentrieren. Außerdem hatte er ja Gillian. Was interessierte ihn da Rachel?

Chapter 4

"So da wären wir!", brummte Paul Higgins und stoppte den Wagen. Alle stiegen aus. Rachel stöhnte leise. Jetzt war es schon der vierte Tag, den sie hier in diesem Flugzeuggebäude verbrachte. Und jedes Mal war es dasselbe. Die Lifer übten für ihre Tour und sie saß gelangweilt irgendwo und vertrieb sich die Zeit mit lesen oder Musik hören. Mit Kian, Nicky, Bryan und Mark verstand sie sich mittler Weile etwas. Aber Shane. Immer wenn sie an ihm vorbeikam, musste sie sich irgendeine Bemerkung anhören. So wie jetzt auch. "Na Rach, ist es so schrecklich hier? Ich merke schon, dass du kein Typ für das Starleben bist", grinste Shane, der Rachels Stöhnen bemerkt hatte. "Wir können ja nicht alle so toll sein, wie unser Star Shane Steven Filan!", konterte Rachel und zog eine Grimasse, "und nenn mich nicht Rach...!" "Entschuldigen sie vielmals, Madam’", Shane deutete spöttisch eine Verbeugung an. Aber Rachel ignorierte ihn und stolzierte an ihm vorbei. "Hey, bist du dich noch immer mit Shane am ‚Kloppen’?", Mark bemühte sich Rachel einzuholen. "Ich kann nichts dafür. Er lässt mich einfach nicht in Ruhe", redete sich Rachel raus. Mark lachte. "Warum lachst du?", fragte Rachel misstrauisch. "Weil ich an das Sprichwort - Was sich liebt, das neckt sich- denken muss", Mark grinste immer noch. "Oh nein! Das ist es bestimmt nicht! Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie so viele Mädchen auf ihn stehen können", Rachel schüttelte den Kopf, während sie mit Mark die Halle betrat. "Du wirst dich ja auf unseren Konzerten überzeugen können, dass es viele sind", Kian, der in der Halle auf die anderen gewartet hatte, lachte, "außerdem gibt es da ein Girl aus Sligo, die auch ganz verrückt nach Shane ist. Meine Cousine Gillian Walsh, Shanes Girlfriend." "Jetzt ernsthaft?", Rachel lachte, "kann ich mir kaum vorstellen!" "Musst du auch nicht!", ertönte Shanes Stimme hinter ihr, "es reicht ja, wenn ich es weiß und fühle. Im Gegensatz zu dir habe ich jemanden. Komm schon, warum bist du hier? Bestimmt nicht, weil du dich so sehr dafür interessierst, was dein Onkel so macht. Was ist, haben deine Eltern dich zu Louis geschickt, weil sie mit einer spätpubertierenden 17-jährigen nicht fertig werden?" Shane war selbst ein bisschen erschrocken darüber, was er gesagt hatte, aber es war so aus ihm herausgebrochen und eigentlich war es überfällig dies einmal zusagen. In der Halle war es für wenige Minuten totenstill. Rachel starrte Shane an. Langsam realisierte sie was Shane da von sich gegeben hatte. Dann explodierte Rachel wortwörtlich. "Es ist wahr. Ich begreife keines Falls, warum jemand freiwillig mit dir zusammen ist. Du behauptest unmögliche Dinge, von denen du weder weißt ob sie wahr sind noch die dich etwas angehen. Wie ich dich hasse!!!", schrie Rachel Shane ins Gesicht. Dann drängte sie sich zwischen Bryan und Nicky, die hinter ihr standen vorbei und rannte aus der Halle. Die anderen waren noch immer ganz still. Shane starrte auf die Stelle, wo Rachel vorher gestanden hatte. Er wusste, dass er zu weit gegangen war. Aber hatte er damit rechnen können, dass Rachel so ausrasten würde? Er hatte eine weitere Stichelei erwartet, aber nicht diesen Wutausbruch. Da kam Louis in die Halle. "Was ist los, Jungs? Warum so schweigsam?", fragte er erstaunt. "Alles okay, Louis. Wenn du willst können wir mit der Probe anfangen", murmelte Bryan und sah beschwörend in die Runde. Keiner sagte etwas von dem Streit, der sich Minuten vorher ereignet hatte. "Na dann los, macht euch startklar. Eure Choreographin wartet schon. Sie will heute euch in Bestform sehen. Vergesst nicht, der Tourstart ist in fünf Tagen.", Louis machte eine schnelle Handbewegung, "ach ja habt ihr Rachel gesehen? Sie ist doch mit euch reingegangen, oder?" Shane wollte gerade etwas sagen, doch Kian unterbrach ihn, flüsterte ihm etwas von später und besprechen in Ohr und sagte zu Louis: "Ich glaube ihr war ein bisschen schlecht. Sie hatte nicht wirklich viel gefrühstückt. Am besten lässt du sie erst einmal." "Meint ihr wirklich, dass es nichts Schlimmes ist?", Louis sah fragend in die Runde. "Nein, nein. Das ist nur ein bisschen Übelkeit", bestätigte Nicky. "Okay Jungs, dann fangt an", Louis lachte.

Rachel kam draußen langsam zum Stehen. Sie atmete schwer und ihr liefen die Tränen die Wangen herunter. Wie konnte Shane nur so fies sein und so über ihre Eltern reden? Er hatte doch keine Ahnung. Aber langsam wurde ihr klar, dass er in einem Punkt doch Recht gehabt hatte. Sie hatte niemanden. Ihr Onkel war zwar nett, aber ihn als Bezugsperson konnte sie sich nicht vorstellen. Und ihr Benehmen hatte auch nicht dazu beigetragen jemand andern zu finden. Sie war zickig und arrogant gewesen. Trotz alledem war sie wütend auf Shane. Er hatte sich ihr gegenüber ja wohl auch nicht besser verhalten. Rachel wischte sich die Tränen aus den Augen. Sie wollte nicht weinen, nicht schon wieder, aber es ging nicht. Es kamen immer neue Tränen. Sie kramte nach einem Taschentuch, aber nicht mal das ließ sich finden.

"Bryan und Mark, was soll das?", rief Pricilla, die Choreographin von Westlife, "es kann einfach nicht sein, dass ihr die Moves von ‚When you’re looking like that’ schon wieder falsch macht! Euer erstes Konzert ist in fünf Tagen. Ich gebe euch jetzt noch einmal die Chance das alleine mit mir durch zugehen, aber dann muss es sitzen! Verstanden?!" "Klar", murmelten Bryan und Mark. "Was sollen wir machen?", fragte Shane. "Ihr habt circa eine Stunde Pause. Länger sollte es nicht dauern, die Moves der beiden hier auf Vordermann zu bringen", sagte Pricilla. "Okay danke!", Nicky nickte Pricilla zu. "So jetzt sagt mir mal, warum ihr vor Louis so getan habt, als ob nichts wäre!", fragte Shane. "Weil wir das auch so klären können!", gab Kian zurück, "ich gebe ja zu, dass Rachel nicht ganz unschuldig daran war, aber was du gesagt hast war unfair." "Du musst dich jedenfalls bei ihr entschuldigen. Vielleicht könnt ihr ja auch Frieden schließen... Wäre ganz angenehm", meinte Nicky, "das bringt doch nichts, wenn ihr euch gegenseitig hirnlose Sticheleien an den Kopf werft!" "Eigentlich finde ich das ja auch, aber dann war sie immer so zickig und da hatte ich auch keine Lust mehr freundlich zu sein", warf Shane ein. "Das verstehen wir ja, aber vielleicht guckst du ja trotzdem ja nach ihr. Es schien mir so, als hättest du sie wirklich getroffen", schlug Kian vor. "Ist okay, ich gehe sie suchen", Shane nickte.

Er verließ die Halle und trat ins Freie. War Rachel wohl immer noch hier draußen? Oder war sie schon längst woanders? War sie vielleicht zu Louis gerannt und hatte ihm alles erzählt? Er ließ seinen Blick umherschweifen. Auf den ersten Blick konnte er niemanden sehen. Doch dann sah er sie auf einer Bank hocken. Shane ging mit schnellen Schritten zu ihr herüber. "Hallo Rachel", sagte er zaghaft. Rachel sah langsam hoch. Shane stand vor ihr. Gerade Shane. Was wollte er? Wollte er wieder irgendwelche blöden Bemerkungen loswerden? "Was willst du?", Rachels Stimme klang nicht halb so aggressiv, wie sie es beabsichtigt hatte. "Kann ich mich einen Moment zu dir setzen?", fragte Shane vorsichtig. Er hoffte, dass sie ihn nicht wieder so anschreien würde, wie vorhin in der Halle. Doch seine Bedenken waren unnötig, denn Rachel zuckte nur mit den Schultern und blickte angestrengt in eine andere Richtung. Sie hatte jetzt nicht die Kraft gemein oder zickig zu sein. "Ich wollte mich für das, was ich gesagt habe entschuldigen...", fing Shane an. Rachel sah ihn überrascht an. Hatte er sich gerade wirklich entschuldigt? "Ich mir sind einfach dir Nerven gerissen. Aber mich hat es einfach geärgert wie du geredet hast", redete Shane weiter. Rachel sah ihn wieder an, dann sagte sie: "Ist schon okay, du hattest ja recht. Zumindest teilweise. Ich war zickig. Aber wenn du nur das gesagt hättest, wäre ich bestimmt nicht ausgerastet. Doch du hast dich über Sachen ausgelassen, über die du nicht so vorschnelle Vermutungen anstellen solltest! Ich möchte über diese Sachen wirklich nicht reden, aber es hat mich halt aufgeregt, wie du da rüber geredet hast! Hast du ja wahrscheinlich gemerkt." Shane hörte Rachel zu. Es schien so als wäre sie innerhalb von Minuten zu einer andern Person für ihn geworden. Mit dieser Rachel konnte man vernünftig reden ohne dass sie ihn anmeckerte. "Wollen wir nicht Frieden schließen?", wollte er wissen, "dann müssten wir uns nicht immer wieder zynische Bemerkungen einfallen lassen, wenn wir den anderen sehen. Außerdem bin ich nicht wirklich der Typ für den du mich hältst. Lass mich raten, du hältst mich für einen eingebildeten Star einer Boygroup, der nur an sich denkt. Richtig?" Rachel nickte: "So ungefähr und du hältst mich bestimmt für arrogante, egoistische Ziege, die immer am meckern und nörgeln ist?" "Könnte sogar hinkommen", Shane grinste und hielt Rachel eine Hand hin, "also Frieden?" Rachel ergriff die Hand und schüttelte sie. "Frieden", sagte sie. Shane war eigentlich ja ganz nett. Sie hätte niemals den ersten Schritt zu einer Versöhnung gemacht. Sie hatte ihren Stolz. "Sag mal Rachel, kann das sein, dass du ein Taschentuch brauchst?", fragte er und deutete auf Rachels nasses Gesicht. "Wenn du eins für mich hättest, wäre das schon gut", Rachel lächelte. "Aber sicher!", Shane zog ein Taschetuch aus der Hosentasche und reichte es Rachel, "hast du geweint, weil ich das gesagt habe?" "Ja und nein, es hat etwas in mir aufgewühlt. Es hat nichts mit dir zu tun. Aber deine Bemerkung war einfach daneben. Doch ich möchte nicht wirklich drüber reden. Versteh das bitte!", versuchte Rachel zu erklären, während sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte. "Ist okay, wenn du doch mal drüber reden willst, dann kannst du es mir ja erzählen", bot Shane Rachel an. "Danke das ist lieb!", meinte sie. "Komm lass uns wieder in die Halle zurück gehen", schlug Shane vor und zog Rachel von der Bank.

Chapter 5

Rachel gähnte während sie ihr Hotelzimmer verließ. Warum hatten die Proben gestern so lange gedauert? Auf dem Gang begegnete sie Shane und Kian, die ebenso müde, wie sie, aussahen. "Einen wunderschönen guten Morgen!", Rachel grinste sofort als sie in die müden Gesichter von Shane und Kian blickte. "Mach dich nur lustig", Shane grinste auch, "was ist, kommst du mit frühstücken?" "Gerne", Rachel nickte. "Wenn noch was da ist. Ich habe Bryan vor ungefähr zehn Minuten gehört, wie er Paul gegrüßt hat und zum Essen gegangen ist", wandte Kian ein. "Dann lasst uns mal los gehen. Ich für meinen Teil möchte nicht auf mein Frühstück verzichten!", meinte Shane. Zusammen gingen die drei zum Aufzug. Rachel sah zu Kian und Shane. Sie musste lachen. "Was ist los?", Shane sah verwirrt aus, "was ist so lustig?" "Ach nur, dass ich mir das vor ein paar Tagen nicht im entferntesten vorstellen konnte mit euch und besonders mit Shane einfach frühstücken zu gehen. Ich hatte halt ein eingefleischtes Bild von Boygroups", Rachel lachte noch immer. "Und was hast du jetzt für ein Bild von uns?", fragte Kian. "Hm... Ihr macht nicht diese von vorne bis hinten einstudierten Choreographien und euer Gesang klingt auch nicht immer gleich. Jedenfalls das, was ich gehört habe. Ach ja und eigentlich seid ihr ja ganz nett. Auch wenn ich das bei einem von euch erst gestern gemerkt habe", erklärte Rachel. "Du spielst nicht zufälliger Weise auf mich an?", wollte Shane wissen. "Nein, wie kommst du darauf?", sagte Rachel mit ironischem Unterton und stupste ihn in die Seite. Sie meinte das total ernst, da war Rachel sich sicher. "Zum Glück habt ihr euch gestern ja vertragen", meinte Kian, als sie in den Frühstücksraum traten, "sonst hätte das ganze vielleicht noch in einer Messerstecherei geendet." "So schlimm war das Ganze das doch nicht, oder Rachel", Shane sah zu Rachel, "eigentlich hatten wir uns ja von Anfang an lieb!" "Unbedingt Shane!", Rachel nickte kichernd. "Euch geht’s aber auch gut!", stellte Bryan fest, der gerade vom Büfett kam. "Wie man es nimmt", sagte Kian, "ich bin hundemüde. Aber die beiden hier, haben nichts besseres zu tun als zu flirten. Wenn Shane nicht schon mit Gill zusammen wäre..." Shane sah ihn nur ungläubig an und schüttelte den Kopf: "Du hattest eindeutig zu wenig Schlaf, Egan. Du fantasierst schon." Rachel sagte gar nichts. Hatte sie eben mit Shane geflirtet? Das war doch Unsinn. Schnell ging sie zum Büfett, wo sie auf Nicky traf. "Hi Rachel, na wie geht es dir?", fragte er. "Ich bin ein bisschen müde, aber sonst ist eigentlich alles okay", antwortete Rachel. "Kommst du mit auf den Golfplatz heute morgen? Es sind doch erst wieder am Nachmittag Proben", wollte Nicky wissen, "Mark, Bryan und ich wollen auf jeden Fall hin und ich bin mir fast sicher, dass Shane und Kian auch mitkommen." "Sagen wir es so. Ich komme mit, aber wundert euch nicht, wenn ich nicht mal den Ball treffe", Rachel willigte ein, "aber ist euch das recht?" "Sonst hätte ich ja gar nicht gefragt. Louis hat auch gesagt es ist okay, wenn du Lust hast." "Wird bestimmt ganz lustig", meinte Rachel. Sie wunderte sich über sich selbst. Vor ein paar Tagen hätte sie so eine Einladung bestimmt nicht angenommen. Aber wenigstens war sie so nicht alleine.

"Rachel, du kommst mit Golf spielen?", Shane sah Rachel überrascht ein. "Ja, ich kann doch nicht nur im Zimmer hocken und Leuten mit einem zu lauten Fernseher auf die Nerven gehen", konterte sie grinsend. Warum hatte sie das jetzt gesagt? Rachel rief sich ärgerlich zurecht. Sie beugte sich hastig über ihr Brötchen und begann Butter darauf zuschmieren. Shane beobachtete sie dabei. Rachel war eigentlich total in Ordnung, wenn sie sich gab wie sie heute war und nicht zickig, wie er sie in den ersten Tage erlebt hatte. Die nette Rachel gefiel ihm eindeutig besser. Er lächelte vor sich hin und sah weiter zu Rachel, die sich inzwischen angeregt mit Mark und Bryan über irgendetwas unterhielt. Plötzlich klingelte sein Handy. Shane stand auf und ging in eine ruhig Ecke des Speisesaals.

"Shane Filan?", meldete er sich, "oh hallo Gill."

"Na Darling, was machst du?", wollte Gillian am anderen Ende wissen.

"Ich bin gerade im Frühstücksraum", sagte Shane unwillig. Mit Gillian hatte er jetzt überhaupt nicht gerechnet. Er war mit seinen Gedanken weit weg gewesen.

"Ich hätte gedacht, dass du noch nicht einmal wach bist, Süßer", lachte Gillian.

"Nee, ich bin früh aufgestanden, weil ich mit den Jungs vor den Proben noch Golf spielen wollte", gab Shane Auskunft.

"Ach so. Du Shane, ich wollte gerade mit dir klären, wann ich dich besuchen kommen kann. Ich meine jetzt auf der Tour", redete Gillian weiter.

"Du Gill, können wir das später bereden?", unterbrach Shane sie.

"Ja klar, aber sag mal Shane was ist mit dir los?", fragte Gillian misstrauisch.

"Gar nichts, ich bin noch müde. Sonst nichts", gab Shane zurück, "wir besprechen das in den nächsten Tagen."

"Okay. Du kommen irgendwelche weiblichen Personen mit zum Golf?", wollte Gillian wissen.

"Nein, wie kommst du darauf?", fragte Shane.

"War nur so eine Idee. Dann melde ich mich später noch mal bei dir", meinte Gillian, "ich liebe dich, Shane."

"Ich dich auch", murmelte Shane, "bis dann."

Damit legte er auf und ging zum Tisch zurück. Die Gedanken kreisten in seinem Kopf. Warum hatte er Gillian nicht gesagt, dass Rachel mit kam? Aber das hätte zu lange zum Erklären gebraucht. "Wer war das denn?", wollte Kian wissen. "Also ich rate mal wer es nicht war", Bryan grinste, "nämlich Gillian. Dann wären wir heute Morgen ohne Shane gefahren. Seine Telefonate mit Gill übertreffen sogar meine mit meinen drei Mädels." "Du irrst dich Bryan", sagte Shane, "es war Gillian." "Dann bist du krank", Bryan hielt Shane seine Hand an den Kopf, "so kurz kannst du nie mit Gillian telefoniert haben." "Bry, was soll das?", fragte Shane genervt, "was geht es dich an, wie lange ich mit Gillian telefoniere?" "Schon gut", lenkte Bryan ein. "Wann wollt ihr los zum Golfplatz?", erkundigte sich Shane bei den anderen. "In circa einer halben Stunde", gab Mark Auskunft. "Okay", Shane stand auf, "ich bin solange auf meinem Zimmer." Damit verließ er den Frühstücksraum. Rachel sah ihm nach. Was hatte er? War irgendetwas mit seiner Freundin? Sie würde sich später erkundigen.

Chapter 6

Als Shane in die Lobby trat, war noch niemand außer Rachel da. "Na haben die anderen uns im Stich gelassen?", fragte er. "Nee, Nicky wollte gerade noch was mit Louis besprechen und die andern wollten auch gleich kommen", meinte Rachel, "du Shane, ich weiß nicht ob du darüber reden willst, aber kann es sein, dass du Probleme mit Gillian hast?" Shane sah Rachel erstaunt an. Er hatte von Leuten wie Kian oder den anderen Lifern solche Fragen erwartet, aber nicht von Rachel. "Nein, eigentlich nicht. Ich wollte nur nicht im Frühstücksraum über Gott und die Welt reden", erklärte Shane, "aber lieb, dass du nachfragst!" "Ist doch nichts dabei. Ich hatte eher Angst, dass du mich anfährst, ich sollte mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmern", grinste Rachel. "Ach quatsch. Wir haben doch Frieden geschlossen", Shane lachte. "Aber ich muss dir noch was gestehen, Shane", Rachel sah Shane betroffen an. "Was ist los???", Shane blickte verwirrt zu Rachel. "Ich kann kein Golf spielen. Ich habe höchstens einmal oder zweimal in meinem Leben Minigolf gespielt. Und da war ich noch klein...", erklärte Rachel, "bei meiner Clique entsprach so was nicht unserem Niveau!" "Oh dann bekommst du eine Privatstunde bei dem überaus talentierten Shane Steven Filan. Ich bring dir das schon bei", versprach Shane. "Jetzt ernsthaft?", wollte Rachel erstaunt wissen, "du opferst tatsächlich deine freie Zeit um mir das beizubringen?" "Shane, was willst du Rachel beibringen?", Bryan trat zu den beiden, "doch hoffentlich nichts Unanständiges. Denk doch mal an Gillian." "Bryan, du bist fürchterlich", Shane grinste, "nein, aber Rachel hat mir gerade gestanden, dass sie nicht wirklich Golf spielen kann und ich habe ihr angeboten, sie ein bisschen in den Golfsport einzuführen." "Ach so", Bryan nickte, "aber versprich dir nicht zu viel von Shane, Rachel. Gegen mich stinkt er voll ab." Bryan stieß Rachel in die Seite. "Ich merke schon. Ihr seid beide von eurem Talent überzeugt", lachte Rachel, "aber ich nehme dein Angebot trotzdem gerne an, Shane." "Das ehrt mich!", meinte Shane. Wenig später kamen auch Nicky, Kian und Mark. "Dann können wir ja los", sagte Bryan.

Auf dem Golfplatz:

"Du musst den Schläger weiter oben anfassen", erklärte Shane Rachel. "So?", Rachel nahm den Schläger etwas anders in die Hand. "Ja genau so und jetzt musst du mit Kraft und Gefühl schlagen!", gab Shane die Anweisung. Rachel versuchte es, doch der Ball flog nur einige Meter weiter. "Mist, irgendwie kapiere ich das nicht", Rachel schüttelte den Kopf. "Komm wir haben doch Zeit bis die anderen mit ihrer Runde fertig sind", munterte Shane sie auf und drückte Rachel einen neuen Ball in die Hand. Rachel sah Shane an. Sie fand es unheimlich lieb, dass er sich Zeit für sie nahm. "Sag mal ist das überhaupt in Ordnung für dich, dass du hier mit mir bist? Würdest du nicht viel lieber mit den anderen richtig Golf spielen?", fragte sie Shane unsicher, "oder machst du das nur weil du ein schlechtes Gewissen wegen gestern hast?" "Hey, das ist in Ordnung", Shane lachte Rachel an, "ich mache das echt gerne, weil du wirklich nett bist, wenn du nicht so zickig wie in den ersten Tagen bist." Shane war sich ganz sicher, dass er das auch so meinte. Er mochte Rachel wirklich. "Okay, dann lass uns weiter üben", Rachel griff wieder nach ihrem Schläger. "Du greifst schon wieder falsch", belehrte Shane sie, "warte ich helfe dir." Er stellte sich hinter sie, fasste ebenfalls an den Schläger und führte Rachels Hände an die Stellen, wo sie den Schläger halten sollte. Als Rachel Shanes Hände auf ihren fühlte, durchlief sie ein seltsames Gefühl. Doch es war kein Unangenehmes. "So und jetzt schlagen wir einmal zusammen", hörte sie Shane dicht hinter sich sagen, "aber pass auf, dass du mir den Schläger nicht an den Kopf haust." "Ich versuche es", antwortete Rachel, "also eins, zwei und drei." Shane sah dem Ball hinterher. "Na also, das war doch gut", er lächelte Rachel an, "komm noch ein mal."

Nach circa eineinhalb Stunden kamen Bryan, Nicky, Kian und Mark von ihrem Golfspiel zurück um Shane und Rachel abzuholen. "Na ihr beiden, wie läuft es?", wollte Mark wissen. "Gut, Rachel macht sich", gab Shane Auskunft, "sie hat Talent!" "Hör auf Shane, sonst werde ich gleich rot", Rachel grinste Shane an, "aber ich habe heute einiges über Golf gelernt." Nicky sah auf seine Uhr. "Ich glaube wir müssen zurück. Wir wollten doch in zwei Stunden zu den Proben fahren.", sagte er. "Okay, dann lasst uns gehen beziehungsweise fahren", schlug Bryan vor. Sie quetschten sich wieder alle in den Bulli, mit dem sie hergekommen waren. Shane ließ sich neben Rachel fallen. "Das nächste Mal, wenn wir Golf spielen gehen, kannst du vielleicht schon eine Runde mitspielen", meinte er. "Jetzt übertreib mal nicht!", Rachel schüttelte den Kopf, "ich habe heute zum ersten Mal Golf gespielt und da brauchst du mich nicht gleich mit Lob überhäufen. So gut war ich nämlich auch nicht!" "Okay, lassen wir das. Nur ich dachte Girls freuen sich über Komplimente!", Shane verzog den Mund. "Du weist schon wie ich das meine", Rachel lächelte ihn an, Shane konnte nicht anders und lächelte zurück.

Chapter 7

"Ich will nur noch in mein Bett", stöhnte Shane, als die Lifer und Rachel nach den Proben wieder ins Hotel kamen. "Du machst jetzt schon schlapp?", Mark sah ihn erstaunt an, "wir wollten noch für ein paar Drinks and die Bar." "Nee, das schaffe ich heute nicht mehr, sorry!", Shane schüttelte nur müde den Kopf. "Dann müssen wir wohl zu viert gehen, oder Rachel kommst du mit?", wollte Nicky wissen. "Tut mir leid, ich werde auch gleich ins Bett gehen", verneinte Rachel. Sie wünschte Kian, Mark, Bryan und Nicky eine gute Nacht und fuhr mit Shane zu den Zimmern. Vor Rachels Tür blieben beide stehen. "So dann werde ich dir auch eine gute Nacht wünschen", Shane sah Rachel an. "Ja ich wünsche dir auch", erwiderte Rachel, "und danke noch mal, dass du mir ein bisschen Golf beigebracht hast." "Keine Uhrsache. Ich fande den Morgen sehr schön. Es hat Spaß gemacht", Shane lächelte. "Mir auch", sagte Rachel. Sie konnte sich es nicht erklären, aber bei Shanes Worten lief ihr ein kleiner Schauer über den Rücken. "Dann bis morgen", Shane winkte Rachel zu und ging dann zu seinem Zimmer. "Bis morgen flüsterte Rachel und sah ihm nach. Dann öffnete ihre Zimmertür.

Shane ließ sich in seinem Zimmer erst einmal auf sein Bett fallen. Bildete er sich das ein oder benahm er sich in Rachels Gegenwart heute irgendwie anders als sonst? Er wusste, dass er Rachel immer mehr mochte. Sie war lustig und man konnte mit ihr reden. Und was hatte Kian heute mit flirten gemeint? Shane verscheuchte diesen Gedanken. Das war doch Unsinn. Um sich abzulenken griff er nach seinem Handy und schaltete es an.

-Sie haben drei neue Nachrichten-

Sie waren von Gillian. Gillian. Jetzt erst merkte Shane, dass er seit dem Frühstück nicht mehr an Gillian gedacht hatte.

Rachel, die im Nebenzimmer ebenfalls auf dem Bett lag, hatte die Augen fest geschlossen und lächelte. Ihr ging es viel besser seitdem sie und Shane Frieden geschlossen hatten. Wenn Shane nicht den arroganten Star spielte, war er total nett. Sie hatte den Morgen auf dem Golfplatz sehr genossen. Sie war das erste Mal wieder richtig fröhlich gewesen... In diesem Moment klopfte es an der Tür. Rachel sprang auf, vielleicht war es ja Shane... Sie war sich selbst nicht im Klaren, warum sie das dachte. Also öffnete sie die Tür, aber vor der Tür stand Louis und blickte sie ernst an. "Hast du was vergessen, Onkel Louis?", wollte Rachel wissen. "Darf ich einen Moment reinkommen?", fragte Louis. "Klar", Rachel nickte. Louis setzte sich auf einen Stuhl. "Was ist denn los?", fragte Rachel, "du guckst so betroffen." "Ich habe heute einen Brief erhalten. Der betrunkene Fahrer, der deine Eltern ins Auto gefahren ist, ist aus dem Krankenhaus entlassen worden...", fing Louis an. Rachels Gesichtsausdruck verdüsterte sich: "Was immer du sagen willst ich will es nicht hören..." "Sei doch vernünftig. Er hat einen Brief an dich geschrieben. Er will sich entschuldigen. Ich weiß, dass es für dich nicht entschuldbar ist, aber...", Louis nahm Rachels Hand. Rachel entriss ihm die Hand: "Du hast vollkommen Recht. Es ist nicht entschuldbar, was er getan hat. Ich hasse diesen Menschen!!!" "Ich weiß, aber willst du den Brief nicht doch lesen?", Louis sah Rachel eindringlich an. "Niemals. Ich werde den Brief von diesem...diesem Mörder nicht einmal anrühren. Außerdem habe ich dir gesagt, dass ich mit dir nicht über dieses Thema reden möchte!", fauchte Rachel. "Das ist aber falsch! Du läufst vor etwas weg, statt dich dem zu stellen, was wirklich ist! Dir würde alles viel leichter fallen, wenn du dich anderen mehr öffnen würdest", meinte Louis. "Was verstehst du schon?", Rachel sah Louis wütend an, "lass mich doch einfach in Ruhe. Ich will alleine sein." Rachel vergrub ihren Kopf in ihren Armen. Louis sah sie noch eine Weile an und verließ dann das Zimmer.

Am nächsten Tag wachte Rachel auf und fühlte sich wie zerschlagen. Sie stand wie in Tranche auf und stolperte ins Bad. Dort blickte sie in den Spiegel. Sie hatte Ringe unter den Augen und war blass. Rachel stöhnte. So konnte sie auf keinen Fall rumlaufen. Warum hatte Louis ihr diesen Brief unter die Nase halten müssen? Konnte er sich nicht denken, dass sie so was nicht sehen wollte? Er hatte doch keine Ahnung was in ihr vorging. Er hatte nicht den leisesten Schimmer, wie sie sich fühlte. Rachel spürte, dass ihr schon wieder die Tränen kamen und fuhr sich über die Augen. Dann stieg sie in die Dusche und ließ das Wasser auf sich herunterprasseln.

Im Zimmer nebenan lag Shane noch im Bett. Das Klingeln seines Handys riss ihn unsanft aus dem Schlaf.

"Shane Filan", meldete er sich verschlafen.

"Shane!? Hier ist Gillian!", meldete sich Gillian.

"Guten Morgen", Shane gähnte, "ist was passiert?"

"Weiß ich doch nicht", Gillians Stimme klang verärgert.

"Gillian, was ist los?", wollte Shane nun erneut wissen.

"Das fragst du noch? Ich habe dich gestern bestimmt an die fünf Mal angerufen! Du warst nie da und zurückgerufen hast du auch nicht", beschwerte sich Gillian.

"Hey, das tut mir echt leid. Nur gestern Abend waren die Tourproben so anstrengend, dass ich nur noch ins Bett gefallen bin", versuchte sich Shane zu entschuldigen.

"Ach ja die ach-so-perfekte Tour!!!", stieß Gillian hervor, "alles andere ist nicht wichtig oder was?"

"Nein. Aber jetzt müssen wir alle Energie in die Proben stecken. Es soll ein Wahnsinnstour werden. Ich hatte das dir doch erklärt", versuchte Shane zu erklären. Was hatte Gillian? Wollte sie Streit?

"Natürlich, der Herr Filan und Westlife. Vielleicht solltest du lieber die Jungs heiraten statt mich", meinte Gillian ironisch.

"Was ist los, Gill?", Shane wurde langsam auch sauer, "warum führst du dich so auf? Ich habe einmal nicht zurück gerufen und das nicht mit Absicht. Also warum pflaumst du mich so an???"

"Du hast doch ein schlechtes Gewissen", triumphierte Gillian, "ich will gar nicht wissen, wer gerade neben dir liegt oder wer das letzte Nacht getan hat..."

"Jetzt reicht es mir! Ich habe keine Ahnung, wie du auf so einen Nonsense kommst, aber mir ist das viel zu blöd! Wir reden wieder, wenn du dich abgeregt hast", sagte Shane ärgerlich, "bis dann." Dann legte er auf. Und ließ sich ins Bett zurück fallen und schüttelte dem Kopf. Irgendwie war er sauer auf Gillian, aber das Gefühl, das er sonst hatte, wenn er sich mit Gillian stritt, war nicht so stark. Shane war verwirrt.

Chapter 8

Rachel betrat gerade den Fahrstuhl und drückte auf die Taste für das Erdgeschoss, als sie hörte wie jemand über den Flur lief und kurz darauf seinen Fuß vor die zugehende Fahrstuhltür stellte. Die Tür öffnete sich wieder und Shane trat in den Fahrstuhl. "Hallo Shane", murmelte Rachel. Sie musste einfach grauenvoll aussehen. So verheult und mit den Augenringen. Sie wandte ihr Gesicht leicht ab. Doch Shane musterte sie trotzdem. "Rachel, sag mal, geht es dir nicht gut?", wollte er wissen. "Doch ist alles in Ordnung", presste Rachel hervor und versuchte zu lächeln, es gelang ihr nicht. "Komm du weißt, dass selbst, dass das nicht stimmt! Du siehst aus, als ob du die halbe Nacht nicht geschlafen hättest", sagte Shane. Rachel schluckte. Sie brachte keinen Ton heraus und versuchte sich darauf zu konzentrieren nicht los zu heulen. Es gelang ihr nicht. Schluchzend verbarg sie ihre Gesicht vor ihren Händen. Auch das noch, jetzt dachte Shane bestimmt noch, dass sie eine Heulsuse oder sonstiges wäre. Shane sah Rachel erschrocken an. Hatte er schon wieder etwas Falsches gesagt? In diesem Moment ging die Fahrstuhltür auf. Shane legte sanft einen Arm um Rachel und zog sie an allen Menschen vorbei in den Hotelpark. Dort zog er Rachel ganz in seine Arme und strich ihr beruhigend über den Rücken. "Ist ja gut, wein’ dich erst mal aus", redete er sanft auf Rachel ein. Was war nur los mit ihr? Es dauerte einige Zeit, dann wurde Rachels Schluchzen leiser und sie löste sich leicht aus Shanes Umarmung. "Tut mir leid", sagte sie leise. Shane lächelte sie an. "Habe ich wieder was falsches gesagt", fragte er unsicher. "Nein, überhaupt nicht", Rachel schüttelte den Kopf, "es hat gar nichts mit dir zu tun. Aber ich kann und möchte nicht darüber reden. Irgendwann sage ich dir schon, aber im Moment tut es noch zu weh um es in Worte zu fassen!" "Klar, du musst es mir nicht erzählen, aber wenn du es doch vielleicht mal loswerden willst, dann habe ich ja gesagt, dass du zu mir kommen kannst", erklärte Shane. "Danke!", Rachel nickte. Shane war so lieb, er drängte sie nicht, wie Louis. Er hatte sie einfach nur getröstet. Er hatte sich wirklich Sorgen um sie gemacht. Shane sah zu Rachel. Was verheimlichte sie nur? Hatte sie ernsthafte Probleme? Er würde es bestimmt erfahren. "Wollen wir noch ein bisschen spazieren gehen?", fragte Rachel, "ich will nicht, dass jeder sieht, dass ich geweint habe..." "Gerne...", Shane lachte, "wir haben ja auch noch ein bisschen Zeit, wir fahren ja erst gegen Mittag zur Probe." Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Dann brach Rachel das Schweigen: "Jetzt habe ich die ganze Zeit von mir geredet und nicht einmal gefragt wie es dir geht..." "Das ist schon in Ordnung", Shane lächelte, "ist doch wirklich wichtiger, dass es dir wieder besser geht." "Ach Unsinn", widersprach Rachel, "das ist überhaupt nicht wichtiger. Denkst du immer noch, dass ich so egoistisch bin?" "Nein, aber ich will dich nicht mit meinen Sachen belasten", meinte Shane. "Ist irgendwas? Du kannst es mir ruhig erzählen, das lenkt mich ab...", erklärte Rachel, "was ist los?" "Ich habe mich heute morgen mit Gillian gestritten", fing Shane an, "sie meinte ich würde nur noch an die Tour denken und sie vernachlässigen, nur weil ich einmal nicht sofort zurück gerufen habe. Irgendwie ist sie seit einiger Zeit so wieso komisch. Sie weiß doch wie wichtig mir mein Job ist." "Ich nehme an ihr habt euch da schon öfter drüber unterhalten. Hat sie das Verständnis gezeigt?", wollte Rachel wissen. "Eigentlich schon nur in der letzten Zeit nicht mehr. Sie meinte sogar, dass ich vielleicht einen von den Jungs heiraten sollte, weil ich mich ja so in die Arbeit reinhänge!", erzählte Shane. Ihm fiel es erstaunlich leicht über seine Probleme zu reden. Früher war er immer unzugänglich für jeden gewesen, wenn er mit Gillian Streit hatte, aber bei Rachel war das anders. Shane wunderte sich warum ihm das alles so leicht fiel, warum er sich nicht im Zimmer einschloss und wartete bis Gillian sich entschuldigte. Er hatte das Gefühl, dass Rachel jemand besonderes war. "Das hat sie bestimmt nur so gesagt", meinte Rachel, "bestimmt renkt sich alles wieder ein, wenn ihr sogar heiraten wollt." Rachel sah Shane an. Sie wollte Shane trösten, jedoch war sie selbst erstaunt darüber wie schwer es ihr fiel, ihm diese Worte zu sagen. Vielleicht mochte sie Shane ja mehr, als sie bisher gedacht hatte. "Nun ja, wir werden es ja sehen", Shane zuckte mit den Schultern, aber ich habe eine Idee, wie man dich noch von deinen Problemen ablenken könnte. Jetzt mal davon abgesehen, dass ich dir meine Sorgen erzähle. Was hältst du davon, wenn du mit mir und den Jungs mal so richtig shoppen gehst. Ich denke so was hilft doch immer und danach gehst du mit uns auf eine richtig große Party, okay???" "Hey die Idee ist gar nicht so schlecht, Mr. Filan!", Rachel lächelte, "das wird bestimmt lustig." "Am besten ist ja ein Tag, wenn wir nicht auftreten müssen", meinte Shane, "aber das klappt bestimmt und die anderen werden auch Feuer und Flamme sein." "Ich freue mich jetzt schon darauf", sagte Rachel, "sag mal wollen wir jetzt nicht auch frühstücken gehen? Irgendwie bekomme ich jetzt doch Hunger." "Ich auch, lass uns gehen", Shane griff nach Rachels Hand und zog sie hinter sich her. Kurz bevor sie in die Hotelhalle traten blieb Rachel plötzlich stehen. "Shane...", sagte sie leise. "Ja, ist noch was?", Shane sah Rachel erwartend an. "Ich wollte mich bei dir bedanken... dafür, dass du mich getröstet hast, ohne den Hintergrund zu kennen. Solches Verständnis findet man nicht bei vielen", Rachel sah zu Boden. "Hey, dir ging es schlecht und da konnte ich dich doch nicht einfach lassen", Shane drückte Rachels Hand. Dann gingen die beiden in Richtung Frühstückssaal. Rachel sah immer wieder zu Shane hin. Wenn ihr jemand vor ein paar Tagen gesagt hätte, dass sie Shane einmal so mögen würde, wie es jetzt war, hätte sie diesem Menschen einen Vogel gezeigt. Aber jetzt war es so. Er hatte sie als erster, wirklich getröstet. Er kümmerte sich um sie und munterte sie auf. Rachel spürte, dass Shane ihr etwas bedeutete. Mehr als sie jemals gedacht hätte.

Chapter 9

Einige Tage später in Cardiff:

"Ich bin so nervös!!!", stöhnte Bryan, "was ist, wenn die Podeste nicht gleichzeitig hochfahren? Oder ich vergesse, wie der Text zu *Do you love me* geht?" "Bryan, tu mir einen Gefallen und halt die Klappe!", schimpfte Mark, der gerade auf der Couch lag. "Ich bin auch aufgeregt!", meinte Kian, "die erste Show von unserer Greatest-Hits-Tour. Hoffentlich klappt alles!" "Es muss einfach!", Nicky presste seine Lippen zusammen, "wo zum Teufel ist Georgina? Ich brauche sie jetzt! Sofort. Sie hat gesagt, dass sie kommt!" Die Tür flog auf, aber nicht Georgina, sondern Rachel betrat den Raum. "Hallo Jungs!", rief sie. "Rachel, hey ich dachte du wärst im Hotel geblieben", Shane ging erstaunt zu ihr herüber. "Ich muss euch doch moralisch unterstützen. Und außerdem habe ich ein bisschen beim Catering geholfen und so weiter. Ach ja und ich muss mir ja einen kleinen Überblick über eure Musik machen", erklärte Rachel. "Das ist schön", Kian lächelte ihr zu. Nicky kam ebenfalls auf Rachel zu. "Du hast nicht zufällig Georgina gesehen?", fragte er hoffnungsvoll. "Sorry, aber der Name sagt mir rein gar nichts", entschuldigte Rachel sich. "Seine Liebste ist das", erklärte Mark von der Couch aus, "so eine Große mit braunen Haaren." "Eigentlich dürfte ich das gar nicht verraten, aber sie ist da. Ich habe aber gehört, dass sie dich eigentlich überraschen will und sich irgendwo platzieren will, wo du nicht dran denkst, Nicky", meinte Rachel, "aber wie du siehst konnte ich es nicht für mich behalten!" "Danke Rachel du bist ein Schatz", Nicky fiel ihr um den Hals, "jetzt geht es mir gleich viel besser." Kurz darauf steckte Louis den Kopf durch die Tür. "Noch eine ¼ Stunde bis zum Opening, also macht euch bereit! Rachel kommst du gleich, dann zeigt dir Paul noch wo du stehen kannst!", sagte Louis. "Okay Jungs, dann wünsche ich euch ganz viel Glück", Rachel umarmte jeden, Shane zuletzt. "Danke, jetzt fühle ich mich gleich besser", Shane grinste. "Das ist toll", Rachel grinste zurück, winkte noch einmal in die Runde und verließ den Raum. Shane sah ihr nach. "Hey, kann das sein, dass Rachel dir es angetan hat?", Bryan stieß Shane in die Seite. Shane sah Bryan mit einem komischen Blick an. "Wie kommst du darauf?", fragt er. "Es ist nicht zu übersehen, dass du sie magst", meinte Mark. "Mögen tut ihr sie doch auch, oder?", wollte Shane wissen. "Ja, aber bei dir ist es anders. Du hast immer so was im Blick, wenn du sie siehst...", erwiderte Nicky. "Das ist doch Quatsch. Außerdem bin ich doch mit Gillian zusammen, das ändert auch nichts daran, dass wir uns gestritten haben!", widersprach Shane, aber es kam längst nicht so überzeugend, wie es hatte klingen müssen. "Ich weiß nicht, Shay...", fing Kian an. Doch er wurde erneut von Louis, der wieder ins Zimmer kam, unterbrochen. "So Jungs ihr müsst auf die Bühne!", rief er, "Hals und Beinbruch!" Shane fragte sich was Kian hatte sagen wollen.

Rachel stand im Fotographengraben und verfolgte das Konzert. Sie stellte wieder einmal fest, dass sie sich getäuscht hatte. Westlife waren richtig gut. Mit großen Augen verfolgte sie das Konzert. Doch immer wieder fiel ihr Blick auf Shane. Seine Parts genoss sie, zu ihrer eigenen Verwunderung, am meisten. Also er sein Solo sang, sah er genau zu Rachel her und winkte ihr zu. Rachel winkte zurück. Sie ahnte nicht, dass jemand sie beobachtete. Rachel sah die ganze Zeit nur auf die Bühne. Erst als die Lifer, wegen eines Outfitwechsels, wieder von der Bühne verschwunden waren, tippte ihr jemand auf die Schulter. Rachel fuhr herum. Vor ihr stand eine blonde Frau. Ihr Gesicht hatte einen wütenden Ausdruck. "Ja?", Rachel sah sie fragend an. "Was fällt dir eigentlich ein so mit meinem Verlobten zu flirten?", fuhr die Frau sie an. Rachel war sprachlos. Was wollte diese Person? Das konnte doch nicht Gillian sein? "Wie kommst du eigentlich hier rein?", regte die Frau weiter auch, "ach ich weiß schon. Du bist ein Fan oder ein Groupie, das Kontakte zu irgendwelchen Bodyguards hat und so bist du an einen Backstagepass gekommen. Und jetzt hast du nichts besseres zu tun, dich an Shane ran zu machen. Aber das läuft nicht. Erst mal, weil er mich liebt und nicht auf billige Schlampen reinfällt!" Rachel zog scharf die Luft ein. Was bildete sich diese Ziege eigentlich ein? Sie hatte nichts gemacht und diese Person, die anscheinend Shanes Verlobte war, fuhr sie hier so an. "Sie sind also Gillian Walsh", sagte Rachel in einem sehr unfreundlichen Ton, "ich glaube Sie haben hier einige Dingen nicht verstanden. Erstens ich habe Shane zu gewunken und ihn nicht angemacht. So was liegt mir im Moment am aller fernsten. Außerdem bin ich kein Groupie, den Backstagepass habe ich von Louis Walsh persönlich. Ich finde das ganz toll, dass sie Shanes Freundin sind, aber ehrlich weiß ich nicht was er an Ihnen findet. Ich meine ich würde keinen Freund haben wollen, der so oberflächlich ist wie Sie. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Die Lust auf das Konzert in Ihrer Gegenwart ist mir vergangen!" Damit lief Rachel an Gillian vorbei in den Backstagebereich.

Chapter 10

"Das war ein genialer Tourstart!", rief Kian, als sie von der Bühne kamen, "alles hat geklappt." "Du hast recht! Das Publikum war einfach super!", stimmte Nicky ihm zu. "Ich denke Louis wird mit uns voll zufrieden sein", meinte Mark glücklich. "Ich habe bei *Do you love me* wiedererwartend keinen Fehler gemacht”, erwähnte Bryan fröhlich, "Shane was ist mit dir? Fandest du das Konzert nicht gut? Oder was ist los?" "Ach gar nichts. Ich muss das erst mal verarbeiten. Die Aufregung und so...", wich Shane ihm aus. Er war mit seinen Gedanken ganz wo anders. Er war bei Rachel. Sie hatte zugesehen, er hatte ihr ja sogar zu gewunken und dann war sie plötzlich weg gewesen. Einfach so. Was war passiert? In diesem Augenblick wurde er jäh aus seinen Gedanken gerissen. Jemand rief seinen Namen : "SHANE!!!" Es war Gillian. Sie fiel ihm um den Hals und küsste ihn. "Hallo mein Schatz. Ich konnte es einfach nicht aushalten. Ich musste einfach kommen. Tut mir leid, dass ich so komisch am Telefon war. Ich habe dich halt vermisst", Gillian kuschelte sich an seine Schulter. "Pass auf, Gill", Shane wich ein Stück zur Seite, "ich muss erst duschen, ich habe so geschwitzt!" "Klar", Gillian strahlte immer noch, "und dann machen wir uns einen schönen Abend. Ich muss leider morgen schon wieder weg, aber über Nacht bleibe ich noch." "Okay", Shane nickte, "dann sehen wir uns ja gleich." Damit lief er zu den Duschräumen.

"Louis kann ich jetzt schon ins Hotel fahren?", fragte Rachel, "ich weiß nicht mir geht es nicht so gut." "Ist was passiert?", fragte Louis und musterte Rachel. "Gar nichts", presste Rachel hervor, "ich habe ein bisschen Kopfschmerzen. Sonst ist alles okay!" Okay, ich rufe dir ein Taxi", meinte Louis. "Danke", Rachel lächelte schwach. Was fand Shane nur an Gillian? Klar sie war hübsch, aber was bildete sie sich ein zu sein? Die Queen der Welt, nur weil sie mit Shane Filan von Westlife zusammen war. Hätte sie ein bisschen nachgedacht, hätte sie doch merken müssen, dass sie kein Groupie war. "Rachel?", riss Louis sie aus denen Gedanken, "das Taxi kommt gleich."

"So jetzt lasst uns mal auf den mehr als gelungenen Tourstart anstoßen", Louis verteilte die letzten Sektgläser und alle ließen die Gläser aneinander stoßen. "Wenn die ganze Tour so läuft, dann haben wir richtig Glück!", meinte Mark und alle nickten zustimmend. Nur Shane sah sich immer wieder um. Wo war Rachel? Er hatte sie seit dem Medley-Teil nicht mehr gesehen. Warum war sie nicht hier und feierte mit allen anderen? "Du Louis?", rief Shane. « Ja ? », Louis sah zu Shane. "Wo ist Rachel eigentlich. Sie war doch vorhin noch hier", meinte Shane. "Sie hatte Kopfschmerzen und ist schon ins Hotel gefahren", erzählte Louis. "Aha", Shane nickte. "Wer ist denn Rachel?", fragte Gillian, die neben Shane saß. "Das ist Louis’ Nichte aus Amerika", erklärte Shane. "Ich wusste gar nicht, dass du eine Nichte in Amerika hast, Louis", meinte Gillian. "Wir auch nicht bis vor einiger Zeit", meldete sich Kian zu Wort. "Ja, aber wie ihr seht habe ich eine", gab Louis zurück. "Shane, ich muss dir unbedingt noch was erzählen", fiel Gillian ein, "ich wollte mir vorhin, als ich hier angekommen bin, das Konzert angucken. Und da habe ich so eine Tussi im Fotographengraben gesehen, die hat die ganze Zeit nur gegafft und immer in deine Richtung gewunken! Ich habe ihr dann klar gemacht, dass sie da nichts zu suchen hatte. Das war bestimmt ein Groupie..." Shane fuhr zu ihr herum: "Was sagst du da?" In diesen Augenblicken wurde ihm einiges klar. "Ich glaube ich weiß, wen du da eigentlich verscheucht hast, Cousinchen", schaltete sich Kian ein. "Wen?", Gillian sah perplex in die Runde. "Rachel", meinte Bryan. "Jetzt weiß ich auch, warum sie ins Hotel wollte", Louis stellte sein Sektglas auf eine Ablage. "Gillian, was hast du ihr gesagt?", wollte Shane wissen. "Ich habe ihr gesagt, dass die Jungs und besonders du nicht auf billige Schlampen reinfallen", meinte Gillian kleinlaut. "Bist du denn wahnsinnig?", fuhr Shane sie an, "sag mal glaubst du, dass solche Leute wie Groupies überhaupt bis in den Fotographengraben kommen würden?" "Es tut mir leid, aber ich kannte sie nicht und außerdem hast du ihr zu gewunken", sagte Gillian. "Na und? Das ist doch kein Verbrechen", gab Shane zurück, "ich habe auch mehreren Fans zugewunken." "Ist ja schon gut!", lenkte Gillian ein, "war halt ne blöde Situation. Ich entschuldige mich morgen, bevor ich fahre, bei ihr, okay?" Sie sah zu Shane. Der nickte. "So wenn das jetzt geklärt wäre", meldete sich Bryan zu Wort, "können wir ja alle noch ein Glas Sekt trinken!" Alle lachten.

Viel später kamen die Lifer und Crew in ihr Hotel. Alle gingen sofort auf die Zimmer. Auch Shane und Gillian. Shane schloss gerade die Tür zu seinem Zimmer auf als ihm etwas einfiel. "Du Gill, ich muss gerade noch etwas erledigen", sagte er, "geh du schon mal aufs Zimmer!" "Ist okay, aber beeil dich, mein Süßer", Gillian lächelte. Shane wartete bis Gillian im Zimmer verschwunden war, dann ging er die wenigen Meter zu Rachels Zimmer herüber und klopfte. Er hatte sich den ganzen Abend Gedanken um Rachel gemacht. Jetzt musste er wenigstens wissen, wie es ihr ging. Erst rührte sich nichts im Zimmer. Dann öffnete Rachel. "Hallo, kann ich kurz einen Moment reinkommen oder hast du schon geschlafen?", fragte Shane zaghaft. "Meinetwegen", Rachel zuckte mit den Schultern und ließ ihn eintreten. Insgeheim wunderte sie sich, dass Shane gekommen war. "Ich kann verstehen, wenn du sauer bist", fing Shane an. "Wieso denn? Ich bin nur als Groupie und Schlampe bezeichnet worden, aber sonst ist doch alles in Ordnung", meinte Rachel sarkastisch. "Hey Rachel lass diese Ironie", Shane sah sie an, "ich weiß selbst, dass das von Gillian daneben war." "Ach was soll’s", Rachel drehte sich weg, "vielleicht denkt ihr ja alle so von mir." "Das ist doch Unsinn", rief Shane aus, "du bist ein nettes Girl, das vielleicht etwas braucht um sich irgendwo ‚einzuleben’. Ich meine jetzt im übertragenden Sinne. Nicky, Kian, Mark, Bryan und ich wir mögen dich. Gill hat in dem Moment nicht nachgedacht. Vielleicht lag es auch daran, dass wir uns gestritten hatten." Rachel wandte sich Shane langsam wieder zu und blickte ihn unsicher an. "Ich wollte nur noch mal nach dir sehen", Shane stand auf, "jetzt guck nicht so, ich habe das eben wirklich so gemeint. Und jetzt schlaf gut." Shane umarmte Rachel kurz und ging dann aus dem Zimmer. Rachel saß wie versteinert und starrte auf die mittlerweile wieder verschlossene Tür. Sie spürte immer noch seine Umarmung. Shanes Umarmung. In diesem Moment wurde es ihr bewusst. Sie hatte sich in Shane verliebt...

"Hey Shane, da bist du ja endlich!", Gillian fiel Shane gleich um den Hals, "alles okay?" "Klar", Shane nickte. Gillian fing an Shane zu küssen und fuhr mit ihren Fingern über die Knopfleiste seines Hemdes. Shane schob sie sachte zur Seite. "Gill, ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist...", meinte er, "ich bin total müde. Das Konzert hat mich total geschafft." Gillian sah Shane enttäuscht an. "Was ist denn los? Ich habe mich so nach dir gesehnt", Gillian strich Shane über die Wange. "Ich habe dich auch vermisst, aber kann jetzt nicht. Ich muss erst einmal schlafen", Shane begann sich seinen Klamotten auszuziehen. Gillian sah ihm stumm dabei zu. Als Shane nur noch in Boxershorts zu ihr und küsste sie leicht auf die Wange. "Schlaf gut Gill und sei mir nicht böse", sagte Shane. "Alles klar", Gillian lächelte, "dafür hast du auf der Bühne dein Bestes gegeben. Die Show war echt gut." "Danke", Shane nickte und legte sich dann ins Bett. Er wusste, dass seine Reaktion rein gar nichts mit der Show zu tun hatte. Ihm war Gillians Nähe unangenehm und er musste an Rachel denken. Sie hatte vorhin die Coole gespielt, aber er hatte gemerkt, dass sie gekränkt war. Irgendwann schlief Shane mitten in seinen Überlegungen über Rachel ein.


Chapter 11

"Und es tut mir wirklich leid. Ich habe gestern nicht nachgedacht", Gillian trank einen Schluck Kaffee und sah zu Rachel herüber. Rachel nickte und lächelte: "Alles klar." Was hätte sie auch sonst anders sagen sollen. Rachel war immer noch sauer auf Gillian, aber sie wollte sie auch nicht weiter provozieren. "Da hast du aber noch mal Glück gehabt, Cousinchen", Kian grinste Gillian an, "ich meine in so ein Fettnäpfchen zu treten ist schon peinlich." "Aber jetzt ist es ja gut!", fiel Gillian ihrem Cousin ins Wort. "Schon okay, aber sag mal wo ist eigentlich Shane?", wollte Kian wissen. "Er schläft noch", gab Gillian knapp Auskunft. "Jetzt nicht mehr", tönte eine Stimme und Shane kam zum Tisch, "Guten Morgen allerseits!" Shane sah in die Runde, dann viel sein Blick auf Rachel, die ihm kurz zulächelte. Sie schien wieder okay zu sein. "Guten Morgen, mein Schatz", Gillian war aufgestanden und drückte Shane einen Kuss auf die Wange. Rachel beobachtete sie Szene aus den Augenwinkeln. Wie gerne hätte sie Shane so begrüßt, aber das war schier unmöglich. Er war mit Gillian zusammen. Rachel schluckte und wendete ihren Blick ab, aber er wanderte immer wieder zu Shane, der sich inzwischen angeregt mit seinen Bandkollegen unterhielt. Nach einer Weile stand Gillian auf. "Was ist los?", wollte Shane wissen. "Ich habe dir doch gesagt, dass ich heute wieder nach Irland muss und mein Flug geht in drei Stunden", erklärte Gillian. "Ich bringe dich noch zum Taxi", meinte Shane und stand ebenfalls auf. Gillian verabschiedete sich noch bei allen Lifern und Rachel und verließ dann mit Shane den Frühstücksraum.

"Warum kommst du nicht mit zum Flughafen?", schlug Gillian vor, "ihr habt heute doch frei." "Tut mir leid, Gill", entschuldigte sich Shane, "aber Louis will, bevor er uns frei gibt, noch einige Takte zum weiteren Verlauf der Tour sagen und er wird stinkig, wenn da einer von uns fehlt." Shane verstand sich selbst nicht mehr. Warum hatte er das gesagt? Dieses Treffen exsistierte doch gar nicht. Aber er fühlte sich in Gillians Nähe im Moment nicht wohl. Irgendwie war er sogar erleichtert, dass sie jetzt wieder abreiste. "Oh verstehe", Gillian nickte traurig. "Hey, tut mir echt leid", Shane sah Gillian an. "Ist schon okay. Ich glaube du bist im Moment nicht so gut drauf oder?", meinte Gillian. Shane nickte. "Das ist in schon in Ordnung. Aber denk dran, dass ich dich liebe", Gillian drückte Shanes Hand, "und wenn ihr in Irland spielt komme ich und gucke mir jedes Konzert an." Sie küsste Shane. "Mach’s gut, Gill. Wir telefonieren", mehr brachte Shane nicht heraus. Gillian lächelte und nickte. Dann umarmte sie Shane noch mal und ging zu dem Taxi, das vor dem Hotel wartete. Shane sah ihr nach. Wie war es möglich, dass er auf einmal nicht mehr dieses Wahnsinnsgefühl bei Gillian hatte? Was war mit ihm los?

Verwirrt ging Shane zurück in Richtung Frühstücksraum. Rachel kam ihm entgegen. "Morgen Rachel", Shane lächelte ihr entgegen, "geht’s dir besser?" "Oh hallo Shane", Rachel schreckte auf, "ich war ganz in Gedanken. Was wolltest du wissen?" "Ich wollte nur wissen ob es dir wieder besser geht", wiederholte Shane grinsend. "Äh...klar", Rachel spürte, dass sie extrem unsicher wirkte, "Gillian hat sich ja entschuldigt." "Du was ich fragen wollte", Shane sah Rachel an, "du erinnerst dich doch noch meine Idee mit dem Shoppen und so. Ich dachte heute ist doch ein guter Tag dafür. Ich meine wir haben erst morgen wieder ein Konzert und ganz nebenbei denke ich, dass die anderen Lifer auch ziemlich angetan von der Idee sind." "Klar hätte ich Lust bin mal gespannt was Cardiff so bietet", Rachel nickte. "Okay, ich informiere die Jungs und wollen wir so in einer Stunde los?", schlug Shane vor. "Geht in Ordnung.", Rachel nickte, "wir treffen uns dann in der Lobby, okay?" "Ja", Shane nickte, "bis gleich." Damit ging er in den Frühstücksraum. Rachel sah ihm nach. Sie kam sich lächerlich vor. Warum hatte sie eben so unbeholfen reagiert? Sie musste dämlich gewirkt haben. Kopfschüttelnd machte sie sich auf den Weg zu Louis um ihn um Erlaubnis zu fragen.

Chapter 12

"Wo bleibt Rachel?", wollte Kian wissen, "hat sie vergessen, dass wir Shoppen wollten?" "Ach quatsch", Bryan grinste, "Frauen brauchen immer ein bisschen länger." "Bryan, ich kenne Kerry zwar noch nicht, aber irgendwann werde ich sie kennen lernen und dann erzähle ich ihr was ihr Ehemann für Mist behauptet", Rachel gesellte sich zu den Lifern. "Da bist du ja endlich. Wir hatten schon Sorgen, dass du uns versetzt", Shane verzog gespielt sauer sein Gesicht. "Oh wie könnte ich dich und die anderen jemals versetzen?", gab Rachel gespielt bestürzt zurück. Shane grinste "Dann mal los und mach dich auf eine fast endlose Shoppingtour gefasst", Nicky stieß Rachel in die Seite, "es heißt zwar immer, dass Männer nicht gerne shoppen, aber da sind wir wirklich eine Ausnahme." "Das höre ich gerne", Rachel lachte, "aber ich wette ich habe noch mehr Ausdauer..." "Wir werden ja sehen", Mark zwinkerte ihr zu, "unterschätz uns bloß nicht!" "Lasst uns jetzt endlich los", drängte Kian, "ich wollte heute noch gerne was von Cardiffs Läden sehen."

Einige Stunden später:
"Puh", stöhnte Nicky, "ich bin wohl aus der Übung. Ich gebe zu Rachel du hast mehr Ausdauer als ich." "Wusste ich es doch", Rachel grinste. "Aber wie haben immer noch kein Outfit für dich. Ich meine du sollst schon was besonderes für heute Abend haben", meinte Shane, "wir haben einen total coolen Club ausgesucht." "Dann lasst uns mal in diesen Laden reingehen", schlug Mark vor und zeigte mit dem Finger auf einen Shop. Alle waren einverstanden. Der Laden war toll es gab die verschiedensten Kleidungsstücke. Von freakig bis edel. "Wow ist das toll hier", staunte Rachel. "Probier das doch mal an", Bryan hielt Rachel ein mehr oder weniger transparentes Kleid vor die Nase. "Bryan ich glaube ich mag es lieber eine Spur dezenter", erklärte Rachel lachend. "Och Mann", Bryan schmollte. "Du kannst es ja Kerry mitbringen", meinte Kian, "aber ich glaube die würde das auch nicht anziehen." "Was haltet ihr hier von?", Rachel hielt den Lifern einen halblangen, dunkeln Jeansrock und ein rotes Top vor. "Probier es doch mal an", meinte Shane, "ich denke es würde dir gut stehen." "Ist okay", Rachel verzog sich in die Umkleide. Wenig später kam sie wieder heraus. "Wow", Kian klatschte anerkennend. "Super", stimmte Mark ihm zu. "Das hat was", meinte Nicky. "Du hast recht, das steht dir besser als das Kleid dir gestanden hätte", Bryan nickte, "was sagst du Shane?" Shane sah Rachel mit halboffenen Mund an. Er hatte ja gewusst, dass Rachel hübsch war, aber in diesem Rock sah sie noch besser aus. "Das sieht echt toll aus", bestätigte er. Rachel wurde ein wenig rot. Sie freute sich über die Komplimente. "Du solltest das unbedingt nehmen", meinte Shane. "Weißt du wie teuer das ist?", Rachel zeigte Shane das Preisschild. "Mach dir da mal keine Gedanken drüber. Es ist ein Geschenk von mir", sagte Shane. "Shane, das kann ich nicht annehmen", jetzt lief Rachel richtig rot an. "Und warum nicht? Die Sachen steht dir wirklich einmalig gut und es wäre ein fataler Fehler, wenn jemand anderes als du darin herum laufen würde", widersprach Shane, "komm zieh die Sachen wieder aus und dann gib sie mir." "Ich gebe mich geschlagen, du Sturkopf", Rachel grinste. Sie war froh wieder in der Kabine verschwinden zu können. Shanes Komplimente waren zuviel für sie. Und wahrscheinlich hatte er es sowieso nur aus Nettigkeit gesagt. Warum musste sie sich auch gerade in Shane vergucken? Er war doch mit Gillian zusammen. Er wollte bestimmt nur nett zu ihr sein. Rachel zog sich wieder um und kam mit dem Rock und dem Top wieder aus der Umkleide. Shane nahm ihr es sofort ab und wollte zur Kasse gehen. "Shane, du musst mir das nicht schenken", meinte Rachel. "Das steht dir so super also keine Widerrede", Shane lies sich nicht beirren und bezahlte die Sachen. Dann gab er Rachel die Tüte. "Ich hoffe du freust dich", sagte er. Rachel konnte nicht anders und fiel ihm um den Hals: "Danke Shane, ich weiß gar nicht was ich sagen soll." "Ist doch okay", Shane lächelte. "Jetzt hat Rachel ja auch ein Outfit!", grinste Kian, "also dann schlage ich mal vor, dass wir uns jetzt irgendwo eine Kleinigkeit zum Essen genehmigen. Ziemlich zielstrebig steuerten die Sechs ein McDonalds an. Beim Essen erkundigte sich Rachel bei den Lifern über die Pläne für den Abend : "Was habt ihr euch denn für heute Abend überlegt?" "Shane hat sich an der Rezeption über die besten Clubs in Cardiff informiert und wir haben uns einen Club, der schlichtweg Sunshine heißt, geeinigt." "Das klingt doch echt gut", meinte Rachel, "und wann wollt ihr heute Abend so los?" "Ich denke mal so um halb 10, vorher ist doch noch gar nichts los", meinte Nicky, "ist das okay für dich?" "Klar, aber ich fürchte ich muss Onkel Louis um Erlaubnis bitten", seufzte Rachel.

Chapter 13

Rachel betrat Louis Walshs Zimmer. Ihr Onkel lächelte ihr entgegen. "Hallo Rachel, na wie war die Shopping Tour?", wollte er wissen. "War echt lustig", grinste Rachel, "Bryan wollte, dass ich so ein total durchsichtiges Teil anprobiere!" "Hast du das etwa gemacht?", Louis sah sie entsetzt an. "Ach quatsch", Rachel schüttelte den Kopf, "du, ich wollte dich was fragen." "Was ist denn?", fragte Louis. "Na ja die Lifer haben mich eingeladen mit ihnen in so einen Club zu gehen. Und ich wollte dich fragen, ob das okay ist...", Rachel sah Louis an. Louis schwieg ein paar Sekunden, dann schüttelte er den Kopf: "Tut mir leid, Rachel, aber das kann ich dir leider nicht erlauben." "Und warum nicht. Komm ich weiß, dass die Jungs einiges trinken können, aber sie haben gesagt, dass sie sich zurück halten werden", erzählte Rachel, "und außerdem was kann mir mit den Fünfen schon passieren?" "Es geht trotzdem nicht. Rachel erst mal habe ich die Verantwortung für dich und außerdem bist du erst 17!", wandte Louis ein. "Na und das ist ja nur ein normaler Club und kein Bordell oder ein Swingerclub. In normalen Clubs war ich auch mit meinen Freundinnen in Chicago", versuchte Rachel Louis zu überreden. "Nein Rachel, es geht nicht. Ich kann dir das nicht erlauben. Tut mir wirklich leid. Du kannst dir doch auch anders einen schönen Abend machen. Guck doch mal unten in der Videothek vom Hotel", schlug Louis vor. "Ach wie toll", Rachel verzog das Gesicht. "Komm Rachel, du musst mich doch auch verstehen", fing Louis an. "Ach ja ich soll dich verstehen und was ist mit mir? Warum kannst du mich nicht mal verstehen? Aber gut. Lass mich doch einfach in Ruhe", Rachel stand auf und verlies den Raum mit heftigen Türknallen. Warum musste Louis ihr gerade das verbieten, auf das sie sich so sehr gefreut hatte?

Einige Stunden später klopfte es an ihrer Tür. Rachel lag gerade missmutig vor dem Fernseher. "Louis wenn du das bist, dann kannst du gleich wieder abhauen...", rief sie in Richtung Tür. "Hey Rachel, ich bin es. Shane", kam es von draußen. Rachel stand langsam auf und ging zur Tür. Dann würde sie es Shane also sagen müssen, dass sie nicht mit konnte. "Hi", Shane musterte Rachel von oben bis unten, "warum bist du noch nicht umgezogen? Oder willst du etwas so gehen?" Er sah auf Rachels Schlabberpulli. "Ich komme nicht mit", sagte Rachel. "Was?", Shane sah sie ungläubig an. "Komm rein, ich erkläre es dir", Rachel schloss die Tür hinter Shane. Der ließ sich auf einen Sessel fallen und sah sie erwartungsvoll an. "Jetzt erzähl mal was los ist...", forderte Shane sie auf. "Also ich war vor einigen Stunden bei Louis und habe ihn gefragt, ob ich mit euch weggehen darf. Und er war sofort dagegen und hat das nur mit Sachen, wie er könnte das nicht verantworten, wenn mir etwas passieren würde und so begründet. Das ist so ein Quatsch...", schnaubte Rachel, "und dabei hatte ich mich so auf den Abend gefreut." Und besonders mit dir... setzte sie in Gedanken dazu und sah auf den Boden. "Vielleicht stimmt das ja, dass er die Verantwortung für dich hat. Aber dass er uns zutraut, das wir zulassen würden, dass seiner Nichte auch nur ein Haar gekrümmt würde", Shane schüttelte den Kopf. "Aber was soll’s. Ist ja wohl nichts zu machen...", Rachel zuckte mit den Schultern, "dann werde ich mir halt einen wunderbaren Abend vor den Glotze machen. Ich wünsche euch viel Spaß." "Ach Unsinn du kommst mit. Ich habe die ganze Sache doch vorgeschlagen, dass du von Grund auf mal auf andere Gedanken kommst und ich habe schon eine Idee, wie wir dich mitnehmen können", überlegte Shane. "Willst du Louis auf Knien anflehen?", fragte Rachel mit hochgezogener Augenbraue. "Nee, aber er muss ja gar nicht erfahren, dass du weg warst... Also pass auf... Ich habe da so eine Idee”, Shane zwinkerte Rachel zu und erzählte ihr seine Idee. Rachel hörte ihm mit großen Augen zu. "Shane so was hätte ich dir nie zu getraut und du glaubst das klappt?", wollte Rachel wissen. "Ich denke schon", Shane nickte, "ich bespreche das jetzt kurz mit den andern und stehe in einer halben Stunde wieder vor deiner Tür, okay?" Rachel nickte und Shane verlies das Zimmer wieder.

Rachel ging ins Bad um sich für den Abend fertig zumachen. Sie hoffte sehr, dass Shanes Plan funktionierte. Würde Louis nichts merken? Und was war wenn? Ärgerlich schüttelte Rachel den Kopf und versuchte diese Gedanken beiseite zu schieben. Sie freute sich auf den Abend mit den Lifern. Und besonders freute sie sich darauf, dass sie die ganze Zeit in Shanes Nähe sein konnte. Rachel biss sich auf die Lippe. Sie wusste, dass Shane mit Gillian verlobt war. Sie wusste auch, dass sie im Dezember heiraten wollten und trotzdem fühlte sie von Minute zu Minute, die sie mit Shane verbrachte mehr für ihn. Er hatte sie immer getröstet und hatte sich Zeit für sie genommen und das obwohl sie sich am Anfang nicht mal leiden hatten können. Plötzlich klopfte es wieder an ihrer Hotelzimmertür. Rachel ging und öffnete. "Bist du fertig?", wollte Shane wissen. "Einen Moment noch", meinte Rachel und griff nach ihrer Handtasche, "wir können los." Sie verließen gemeinsam das Zimmer. "Shane, bist du dir sicher, dass alles gut läuft?", fragte Rachel. "Hey", Shane nahm Rachels Hand, "keine Angst. Kian unterhält sich gerade mit Louis und die anderen warten schon vor dem Hotel. Wir müssen nur noch nach unten kommen." "Okay", Rachel atmete tief durch, "aber Shane, warum machst du das alles? Du... ich meine ihr bekommt wahnsinnigen Ärger, wenn das rauskommt. Warum solltet ihr das für mich riskieren?" Shane zog Rachel bis zum Aufzug und sagte dann: "Wir haben dir diesen Abend versprochen und Louis’ Reaktion war einfach übertrieben. Außerdem wäre es ohne dich nur halb so schön..." Shane unterbrach sich. Das war mehr, als er hatte sagen wollen. Ihm wurde nämlich immer mehr klar, dass Rachel ihm etwas bedeutete. Viel mehr als er gedacht hatte. Während der Aufzug nach unten fuhr, sagte keiner von beiden ein Wort. Erst als sie fast in der Lobby angekommen waren fragte Rachel: "Wie meintest du das?" Shane sah sie an: "Was habe ich wie gemeint?", wollte er wissen., obwohl er genau wusste, worauf Rachel hinaus wollte. Er wollte nur ein bisschen Zeit gewinnen um seine Gefühle ansatzweise zu ordnen. "Das was du eben gesagte hast. Das mit dem nur halb so schön’", erklärte Rachel mit leiser Stimme. Shane sah sie nicht an. "Ich weiß auch nicht...", begann er stockend, "es ist alles so eigenartig. Vor einigen Wochen kannte ich mich noch komplett aus..." "Was ist eigenartig...", wollte Rachel wissen. Shane sah sie langsam an und wollte antworten, da ging die Aufzugstür auf. Rachel seufzte leise. "Los, wir müssen uns beeilen, damit niemand auf uns aufmerksam wird", Shane nahm Rachel wieder bei der Hand und zog sie durch die Lobby. Rachel sah sich immer noch ein bisschen unruhig um. "Ich habe dir doch gesagt, dass du keine Angst haben sollst", meinte Shane, der ihren Blick bemerkt hatte. "Schon gut", Rachel lachte.

"Da seid ihr ja endlich", begrüßte Bryan die beiden, "können wir los?" Shane sah sich um: "Nein, wir müssen noch auf Kian warten. Er ist doch bei Louis." "Das dauert aber lange", wandte Rachel ein. "Ja, aber das ist alles nur Vorsicht", Shane erklärte und legte Rachel eine Hand auf den Arm. "Dahinten kommt er ja", Nicky wies zum Eingang des Hotels. "Alles okay?", fragte Shane den atemlosen Kian erwartungsvoll. "Alles klar! Ich denke er hat nichts gemerkt", gab Kian Auskunft. "Dann wären jetzt ja alle soweit", meinte Mark. Die andern stimmten ihm zu.

Chapter 14

Wenig später betrat Rachel mit den Lifern den Club. Sie sah sich um. Und wirklich Shane hatte am Nachmittag nicht zu viel versprochen. Der Club war nicht übermäßig groß, es gab eine Bar, eine Tanzfläche, um die herum Tische gestellt waren. "Das sieht doch ganz nett aus hier", meinte sie zu den anderen. "Das will ich doch auch meinen", Shane grinste. "Dahinten ist ein Tisch frei", Kian zeigte in eine Ecke vom Club. "Geht ihr mal dahin. Ich hole die Getränke", bot Nicky sich an. Alle äußerten ihre Wünsche und Nicky ging zur Theke. Die anderen ließen sich an dem Tisch nieder. "Ich kann es gar nicht glauben, dass es doch noch geklappt hat", freute sich Rachel. "Siehst du", neckte Shane sie, "und du bist vor Angst fast gestorben. Habe ich dir nicht gesagt, dass du an unserer Seite keine Zweifel haben brauchst?" "Schon gut", Rachel verdrehte die Augen und grinste dabei, "du ich gebe dir Recht." "Wenn ihr euch dann geeinigt habt, können wir auf einen tollen Abend anstoßen", schaltete Nicky sich und verteilte die Getränke. "Also dann auf einen tollen Abend", rief Mark und alle ließen die Gläser aneinander klirren. "Und jetzt geht’s tanzen", Bryan griff Rachels Hand, "der erste Tanz ist für mich reserviert. Ich meine, wenn ich schon nicht mit meiner Kerry tanzen kann, musst du dich opfern..." "Kein Problem, Bryan. Für dich doch immer", Rachel lachte und ging mit ihm in Richtung Tanzfläche. Es lief gerade ein schneller Song und Rachel lachte sich halb tot, denn Bryan alberte mehr als, dass er tanzte.

Im Laufe des Abends tanzte Rachel mit allen Lifern. Sie merkte, dass sie seit langem mal wieder richtig fröhlich war. Es machte ihr Spaß mit den Lifern zu tanzen und herumzualbern. Doch nach einiger Zeit ging sie ziemlich erschöpft zum Tisch zurück und ließ sich neben Mark, der auf den Tisch aufpasste, auf einen Stuhl fallen. "Na schon geschafft?", wollte Mark wissen. "Nicht wirklich. Ich muss mich nur ein paar Minuten ausruhen", erklärte Rachel, "aber eins muss man euch Fünf lassen. Ihr habt eine gute Kondition in Sachen Partys." "Reine Übung", grinste Mark. "Na gut ich glaube ich war schon länger nicht mehr auf Discotour", meinte Rachel. "Du kommst halt öfters mit uns mit", schlug Mark vor. "Keine schlechte Idee", Rachel nickte. "Kommst du wieder mit auf die Tanzfläche?", frage Mark. "Nee, ich brauche noch ein bisschen Pause und außerdem muss jemand auf den Tisch aufpassen. Aber geh ruhig, ich mache das", sagte Rachel. "Ist das echt okay?", Mark sah Rachel fragend an. Sie nickte. "Danke", Mark stand auf und verschwand auf der Tanzfläche. Rachel grinste ihm hinterher, lehnte sich zurück und beobachtet das Treiben in dem Club. Hier sah man die verschiedensten Leute. Man konnte jede Art von Menschen sehen: Von topaufgestylten Girls bis zu den Typen, die aussahen als ob sie noch ihren Schlafanzug trugen. Rachel war so damit beschäftigt verschiedene Personen zu beobachten, dass sie zusammenzuckte, als ihr jemand auf die Schulter tippte. Rachel fuhr herum. Vor ihr stand Shane und grinste. "Bin ich so ein schlimmer Anblick, dass du vor Entsetzen zusammenzuckst?", fragte er gespielt empört. "Ach Unsinn. Ich habe mich gerade nur auf etwas völlig anderes konzentriert. Und konnte ich ahnen, dass du mich von hinten anstößt?", gab Rachel zurück. "Ach so", Shane nickte, "und warum sitzt du hier so ganz alleine? Hat einer der Jungs dich überredet, dass du hier auf den Tisch aufpasst?" Rachel schüttelte den Kopf: "Nee, ich musste mich mal einen Moment ausruhen und da kann ich doch nebenbei auf den Tisch aufpassen, oder?" Shane sah sie an. "Dann setze ich mich zu dir und leiste dir Gesellschaft", Shane zog einen Stuhl dicht zu Rachel. So dicht, dass er mit seinem Arm ihre Schulter berührte. "Und was sagst du zu dem Club? Gefällt es dir?", fragte er. "Es ist toll. Die Musik, die Atmosphäre einfach alles", meinte Rachel, "ich fühle mich seit langem endlich mal wieder richtig gut." "Das freut mich", Shane lächelte und sah Rachel lange an. In diesem Moment kam Bryan zum Tisch gestürzt und rief: "Ich bin am Verdursten. Ich brauche jetzt mein schön kühles Bier!" Shane schob es ihm hin: "Hier Kumpel und wo du schon mal da bist kannst du auch gleich auf den Tisch aufpassen. Rachel und ich gehen jetzt tanzen!" "Geht in Ordnung. Viel Spaß", sagte Bryan und machte sich über sein Bier her.

Rachel ging mit Shane auf die Tanzfläche. Sie tanzten zu mehreren Uptemponummern. "Wir sollten vielleicht doch mal wieder über eine Tour mit Tänzerinnen nachdenken", meinte Shane zwischen zwei Liedern, "und dich einstellen. Du tanzt gut!" "Ach hör auf", Rachel wurde gegen ihren Willen rot. Shanes Komplimente waren einfach süß. "Nein echt", Shane griff nach ihren Händen. "Wenn du meinst", Rachel lachte, "danke." In diesem Augenblick fing ein neues Lied an. Rachel erkannte es schon an den ersten Tönen. Es war One moment in time von Whitney Houston, ihr Lieblingslied. Unsicher stand sie neben Shane. Sie hatte keine Ahnung was sie jetzt machen sollte. Eigentlich wollte sie nichts mehr auf der Welt, als mit Shane zu diesem Lied zu tanzen. Sollte sie ihn einfach fragen oder lieber zum Tisch zurück gehen? Shane nahm ihr die Entscheidung ab. Er sah Rachel kurz in die Augen, legte dann langsam seine Arme um ihre Tallie und zog sie zu sich heran. Er hoffte nicht das falsche getan zu haben, wieder sah er Rachel in die Augen. Die lächelte und legte ihre Arme dann zaghaft um seinen Hals. Shane atmete auf. Er war froh, dass Rachel nicht mit Ablehnung reagiert hatte und genoss das Gefühl ihr nahe zu sein. Während des Liedes dachte er keine Sekunde lang an Gillian, er war einfach nur glücklich Rachel im Arm zuhalten. Rachel hatte sich leicht an Shane geschmiegt und hatte die Augen geschlossen. Sie wusste, dass, was sie hier tat, nicht richtig war. Aber das Gefühl, das ich sich immer mehr in ihr ausbreitete, war ganz anderer Meinung. Ihr war klar, dass sie sich in Shane verliebt hatte und sie wünschte sich, dass dieser Moment niemals zu Ende gehen würde.

Doch wenig später erklangen die letzten Töne von One moment in time . Langsam öffnete Rachel wieder ihre Augen und sah zu Shane. Er lächelte sie an und sah nicht so aus, als ob ihn die letzten Minuten gestört hätten. Beide schwiegen, weil sie den wunderschönen Moment nicht kaputt machen wollten. "Hey was ist denn mit euch los?", Nicky stand plötzlich neben den beiden. "Ähm...", verlegen stellte Rachel fest, dass ihre Arme immer noch um Shanes Hals geschlungen waren und nahm sie von ihrem ursprünglichen Platz. "Wir haben getanzt. Dann räusperte sie sich und sagte: "Wir haben getanzt. One moment in time ist mein Lieblingslied.” "Aha", Nicky sah mit hochgezogener Augenbraue von Rachel zu Shane und wieder zurück. "Was ist denn jetzt, Nix", wollte Shane wissen, "du bist doch nicht gekommen, weil dir -allein auf der Tanzfläche rumstehen- so viel Spaß macht." "Äh ja", Nicky sah die beiden immer noch mit seltsamen Blick an, "Bryan, Mark und ich haben beschlossen, dass wir gehen. Es ist schon ziemlich spät und wir haben morgen, ach nee heute das nächste Konzert." "Ist okay, oder Rachel?", meinte Shane. Rachel nickte. "Was ist eigentlich mit Kian?", fragte Shane. "Mark sagt ihm gerade Bescheid, aber das könnte noch ein paar Minuten dauern, weil Kian sich noch von seiner neuen Bekanntschaft verabschieden muss", gab Nicky Auskunft, "aber lasst uns doch schon mal in Richtung Ausgang gehen." Rachel und Shane folgten Nicky. Nahe dem Ausgang stand Bryan. "Na, hat Mark Kian immer noch nicht von dem Girl losgeeist?", Nicky grinste. Bryan verzog das Gesicht: "Seit 15 Minuten warte ich schon darauf, dass Mark mit Kian wieder kommt. Richtig schlimm ist das." "Ach komm Bryan, da kenne ich aber noch einen, der plötzlich ganz viel Zeit hat, wenn seine drei Girls da sind", Shane grinste Bryan an. "Das ist was ganz anderes. Kerry, Molly und Lilly sind meine Familie. Kian kennt das Girl höchstens seit einigen Stunden", schmollte Bryan. Rachel lachte: "Du bist unverbesserlich, Bryan." "Genau", Bryan grinste wieder. "Ah da ist Mark ja und Kian hinter ihm", Nicky nickte in eine Richtung. "Puh, das war echt Schwerstarbeit Kian zum Gehen zu bewegen", stöhnte Mark. "Übertreib doch nicht", Kian stieß Mark in die Seite, "außerdem wollte ich mich doch nur verabschieden..." "Dazu sind ja auch 15 Minuten nötig, wir verstehen", meinte Nicky mit ironischem Tonfall, "siehst du sie denn wenigstens wieder?" "Weiß noch nicht", Kian zuckte mit den Schultern, "wollten wir nicht gehen?" Zusammen verließen alle den Club.

Zurück im Hotel ging Rachel mit den Lifern vorsichtig zu ihren Zimmern. Sie wünschten sich alle eine gute (restliche)Nacht. Rachel wartete bis Nicky, Kian, Mark und Bryan in ihren Hotelzimmern verschwunden waren, dann sah sie zu Shane, der war auch gerade dabei seine Hoteltür aufzuschließen. Rachel atmete tief durch und rief dann leise: "Shane." "Was ist?", Shane blickte zu Rachel. "Ich wollte mich noch einmal für den Tag bedanken", meinte Rachel, "das Shoppen war superlustig und der Abend einfach toll. Ich habe mich heute echt wohl gefühlt." Shane kam ein paar Schritte auf Rachel zu. "Du hast dich doch bestimmt schon an die 1000 mal bei uns allen bedankt", grinste Shane. "Ja, aber ich wollte mich noch mal speziell bei dir bedanken", erklärte Rachel, "du hast mich getröstet und warst einfach nur für mich da und das alles obwohl wir uns am Anfang fast gehasst haben." "Na ja, 'gehasst’ ist jetzt ein bisschen krass ausgedrückt", wiegelte Shane ab, "aber du brauchst dich echt nicht zu bedanken. Ich freue mich, dass es dir Spaß gemacht hat. Und was das andere betrifft, wollten wir unseren schlechten Start nicht vergessen?." "Klar", Rachel nickte. Danach schwiegen die zwei. Doch sie wussten beide, dass sie sich noch etwas zusagen hatten. "Shane, ich..." "Rachel, ähm..." "Du zuerst...", Shane nickte Rachel zu. Rachel holte tief Luft. "Du...äh...bist mir noch eine Antwort schuldig", fing sie zaghaft an. Sie traute sich nicht Shane anzusehen. "Du meinst die Sache vorhin im Lift?", wollte Shane stockend wissen. "Ja", bestätigte Rachel. "Okay, das habe ich mir fast gedacht", meinte Shane, "ich bin mir selbst nicht darüber im Klaren, aber ich werde es mal aus meiner Sicht, soweit ich es verstehe, zu erklären." Rachel nickte. Was würde Shane sagen? "Du hast ja auch gemerkt, dass sich in den letzten Tagen irgendetwas zwischen uns verändert hat. Aber ich fange mal von Anfang an. Als wir uns kennen gelernt haben, haben wir uns bei jeder Gelegenheit angemeckert und ich habe dich für eine arrogante Ziege gehalten. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass es nur Fassade war. In Wirklichkeit bist du nett, liebenswert und verletzlich", Shane sah Rachel ernst an, "und mir hat es einfach immer mehr Spaß gemacht meine Zeit mit dir zu verbringen. Sowie beim Golf oder heute Abend. Irgendwie ist mir dann klar geworden, dass du mir etwas bedeutest." Rachel sah auf. Wie hatte sie sich so etwas gewünscht, aber es klang alles so unwirklich. "Ich war anfangs, oder ich bin besser gesagt immer noch irritiert, weil ich dachte, dass ich für niemanden stärkere Gefühle als für Gillian haben könnte", fuhr Shane fort. Wollte er sich über sie lustig machen? Rachel blickte zu Shane, doch er sah sie weiterhin ernst an. "Aber so wie es aussieht geht das", Shane stand jetzt so dicht vor Rachel, dass sie ihm in die Augen sehen musste. Ihr lief ein Schauer über den Rücken, doch sie traute sich nicht etwas zusagen. "Das hört sich alles so dämlich an, tut mir leid", Shane zuckte mit den Schultern, "was ich dir sagen will, ach was soll’s..." Shane streckte eine Hand aus und strich Rachel leicht über die Wange. Rachel tastete nach der Hand und fuhr langsam mit den Fingerspitzen darüber. Shane lächelte und zog Rachel mit seiner anderen Hand noch weiter an sich. In der nächsten Sekunde küsste er sie. Rachel wurde schwindlig als sich ihre Lippen berührten. Shane küsste sie vorsichtig, darauf bedacht sie nicht zu überumpeln. Langsam fing Rachel an seinen Kuss zu erwidern. Sie schlang ihre Arme um Shanes Hals und fuhr mit allen Fingern durch seine Nackenhaare. Nun wurde der Kuss von Sekunde zu Sekunde intensiver. Rachels Beine fühlten sich weich an, sie war froh, dass sie sich an Shane festhalten konnte, denn sonst wäre sie wahrscheinlich in sich zusammengesackt. Außer Atem, aber glücklich lösten sich die beiden nach schier endloser Zeit wieder von einander. Zaghaft lächelte Rachel Shane an. "Wow", flüsterte sie. Shane sah Rachel liebevoll an. "Wir sollten jetzt schlafen gehen", meinte Rachel nach einiger Zeit, "ihr habt morgen ein Konzert." "Du hast recht", Shane nickte, "aber ich vorher möchte ich noch einen Gute-Nacht-Kuss." Rachel zog Shane zu sich herüber und küsste ihn: "Schlaf gut." "Du auch, bis morgen", Shane gab ihr noch mal einen Kuss und ging dann in sein Zimmer. Rachel öffnete auch in ihre Tür und ging ins Zimmer. Sie spürte immer noch Shanes Lippen auf ihren. Plötzlich piepte ihr Handy:

Hey!!!
Ich habe gerade festgestellt,
dass ich dich durchs Handy
nicht küssen kann.
Schlaf trotzdem gut.
Shane


Rachel lächelte. Glücklich legte sie ihr Handy zur Seite und schlief mit Shanes Gesicht vor Augen ein.

Chapter 15

Am nächsten Morgen wurde sie davon wach, dass jemand heftig gegen ihre Türe hämmerte. Gähnend schlug Rachel die Bettdecke zurück und schlurfte zur Tür. In ihren Gedanken war sie immer noch bei Shane und dem Kuss. Langsam öffnete sie die Tür. Bevor sie auch nur *piep* sagen konnte, kam Louis in ihr Zimmer gestürmt. Er nahm sich nicht mal die Zeit die Türe zu schließen und fing gleich an loszuwettern: "Was fällt dir eigentlich ein mich so zu hintergehen?" Rachel sah ihn perplex an. Was war mit Louis los? Er konnte doch nichts von gestern Abend wissen? Oder etwa doch? "Was?", brachte sie schließlich hervor. "Du weißt genau worum es geht", fuhr Louis sie an, "ich hatte dir ausdrücklich gesagt, dass ich nicht will, dass du mit den Jungs in diesen Club gehst! Aber nein, Madame meint ja, dass sie meine Regeln ignorieren kann." "Du weißt es...", stellte Rachel mit leiser Stimme fest. "Ja ich weiß es! Die Klatschpresse war so freundlich, mir damit das Frühstück zu versüßen", Louis warf Rachel eine Zeitung auf den Schoß. Mit zitternden Fingern nahm Rachel die Zeitung in die Hand. Auf dem Titelblatt waren diverse Bilder von ihr und den Lifern im Club. Eines zeigte sogar, wie sie und Shane zu One moment in time am Tanzen waren. "Und es reicht ja nicht, dass du dich meinen Anordnungen widersetzt. Nein, du musst dich ja noch Shane an den Hals werfen", brüllte Louis weiter und zeigte auf das Bild von ihr und Shane, "Shane ist mit Gillian zusammen und außerdem bist du noch minderjährig. Zum Glück hat das die Presse das nicht rausbekommen. Aber so wie es ist reicht es schon. Wie konntest du nur so kindisch und unüberlegt handeln?" Rachel sah zu Louis auf: "Bist du bald fertig? Ja, ich bin in dem Club gewesen! Ja ich habe mit Shane getanzt, aber ich war betrunken. Ich habe das nicht wirklich mitbekommen", log Rachel, "aber was fällt dir ein mich so anzufahren? Mit meinen Eltern konnte ich solche Sachen viel besser klären... Die waren nicht so, so..." Nun explodierte Louis wirklich: "Ach ja, schade das geht jetzt nicht mehr. Deine Eltern sind nämlich tot, auch wenn du das nicht kapieren willst!!! SIE SIND TOT!" Wie konnte er so reden? Rachel sah verletzt zu Louis. "Lass mich in Ruhe, Louis", schrie sie außer sich, "ich will dich nicht mehr sehen! Nie mehr. Ich hasse dich..." "Gut, ich lasse dich in Ruhe, aber dann bleibst du den ganzen Tag hier und zum Konzert kommst du auch nicht mit. Ach ja und halte dich fern von Shane!", Louis drehte sich um, verließ das Zimmer und stürmte Richtung Aufzug.

Shane kam aus seinem Versteck. Er hatte, weil die Tür offen gestanden hatte, alles mitgehört. Plötzlich wurde ihm alles klar. Die ganzen Reaktionen von Rachel. Langsam trat er in Rachels Zimmer, dessen Tür immer noch einen Spalt geöffnet war, ein. Er schloss die Tür hinter sich und ging weiter. Dann sah er Rachel. Sie lag auf dem Bett und hatte ihren Kopf in ihrem Kissen vergraben. Sie weinte. Shane setzte sich langsam auf die Bettkante und strich Rachel mit einer Hand über den Rücken. Sie schreckte hoch. "Shane, was machst du hier?", fragte sie mit erstickter Stimme. "Ich habe euer Gespräch mit angehört. Louis hat wohl die Türe nicht richtig zu gemacht", erklärte Shane. Rachel sah ihn erschrocken an: "Dann weißt du es? Das mit meinen Eltern?" Shane nickte: "Und mir wird dadurch einiges klarer. Zum Beispiel, dass du damals so ausgerastet bist! Ich hatte ja keine Ahnung." "Schon gut, ich habe dir ja verziehen. Schon lange", Rachel versuchte zu lächeln, aber was sie hervorbrachte war ein klägliches Ergebnis, "aber Louis versteht nicht, dass ich nicht über meine Eltern reden möchte. Er versucht mich immer wieder dazu zu drängen. Aber ich kann einfach nicht. Es tut so weh. Und dann hat er auch noch so einen Aufstand wegen gestern gemacht." "Mich und die anderen hat er auch schon zusammen gestaucht", Shane legte einen Arm um Rachel, "was uns einfallen würde und so weiter. Ich weiß auch, dass es nicht korrekt war, aber du warst wirklich total glücklich gestern Abend. Und das war es mir alle mal wert." "Hat er dir auch Vorhaltungen gemacht, wegen dem Bild, wo wir getanzt haben?", fragte Rachel. "Ja", Shane nickte, "und Gillian hat mir heute Morgen auch schon ins Ohr gebrüllt. Aber von dem Kuss weiß niemand etwas." "Aha", Rachel drehte sich etwas weg, "du bereust es, stimmt’s?" Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie die Antwort hören wollte. Shane schwieg und sah Rachel nicht an. "Also ja", stellte Rachel nach einigen Minuten weg, "du bereust es. Kann ich ja verstehen. Du bist ja mit Gillian verlobt, aber warum zum Teufel hast du dann diesen Schei* von wegen Gefühlen und so erzählt? Weil du irgendjemanden zum rumknutschen brauchtest?" "Das glaubst du doch selbst nicht", meinte Shane und sah Rachel wieder an. "Ach nein?", Rachel sah ihn kalt an, "ich bin ja auch selber schuld, warum musste ich mich auch in einen fast verheirateten Kerl verlieben... Ich bin ja so blöd. Und ich dachte gestern, dass du ähnlich denken würdest" "Rachel, ich...", Shane legte ihr eine Hand auf die Schulter. Rachel schüttelte die Hand ab. "Es ist wohl besser, wenn du jetzt gehst!", meinte sie mit brüchiger Stimme. "Rachel bitte, ich habe nicht mit dir gespielt...", Shane sah Rachel fest an, "bestimmt nicht." "Geh jetzt, bitte", Rachel wandte sich von Shane ab. Shane stand auf, sah noch mal zu Rachel. Die starrte krampfhaft aus dem Fenster. Langsam verließ er den Raum. Rachel bewegte sich erst wieder als die Tür ins Schloss gefallen war. Sie war verzweifelt. Warum? Sie war sich nach dem Kuss so sicher, dass Shane dasselbe für sie fühlte. Und jetzt das. Er liebte Gillian. Eigentlich hätte ihr das klar sein müssen. Aber warum hatte er ihr gestern all diese Dinge gesagt und warum hatte er sie verdammt noch mal geküsst?


Chapter 16

Etwas später in der Cardiff Arena:

Die Lifer absolvierten gerade ihren Soundcheck. Mark war gerade am Singen: "Cos who’s to know which one you let go, would have you made complete' Alle sahen zu Shane, der verloren auf einer Stufe eines Podest saß und auf seiner Lippe herumkaute. "Erde an Shane, hallo?", Bryan wedelte mit seiner Hand vor Shanes Gesicht herum, "du hast deinen Einsatz verpasst." "Ich war mit meinen Gedanken ganz woanders, sorry", entschuldigte Shane sich, "was für ein Lied ist denn dran?" "Flying without wings", erklärte ihm Nicky. "Everybody’s looking for a something...", fing Shane an. Kian wollte Shane gerade darauf hinweisen, dass sie schon um einiges weiter waren, da ertönte Louis’ Stimme: "Nein, Shane jetzt wäre eigentlich eine ganz andere Stelle dran gewesen. Streng dich bitte an. Wenn du die Nacht durchmachen konntest, dann kannst du jetzt auch gerade mal dich auf den Song konzentrieren!" Shane sah zu Boden und nickte. Er war wirklich nicht bei der Sache, denn er musste die ganze Zeit an Rachel denken. Er sah immer wieder ihre Enttäuschung in ihren Augen, als sie ihm gesagt hatte, dass er gehen sollte. Dabei hatte er nicht mit ihr gespielt. Er merkte immer mehr, dass sie ihm wichtig war, wichtiger als Louis Gemecker, wichtiger als Gillian. "Auf drei", riss ihn der Songcoach aus den Gedanken, "eins...zwei...drei!" Diesmal nahm Shane sich zusammen und verpasste seinen Einsatz nicht.

"Hey, Shane ist alles in Ordnung?", Mark holte Shane auf dem Weg zum Catering ein. "Ja, was sollte denn nicht in Ordnung sein?", Shane tat erstaunt. "Na ja, du weißt selbst, dass du beim Soundcheck wirklich mies warst", meinte Mark. "Ich habe einfach zu wenig geschlafen", sagte Shane, "war gestern wohl ziemlich spät." "Macht es dir zu schaffen, dass Louis heute morgen so sauer war?", wollte Mark wissen. "Na ja schon", Shane nickte. "Komm Louis beruhigt sich wieder", Mark klopfte Shane auf die Schulter, "außerdem gibt er ja nicht nur dir die Schuld." "Ist schon okay", Shane lächelte. "Ist sonst noch was? Vielleicht mit Gillian?" "Gillian?", Shane schüttelte den Kopf, "nein, eigentlich nicht. Sie war heute Morgen ein bisschen sauer, weil sie das Bild von mir und Rachel beim Tanzen gesehen hat. Aber das ist wieder okay." Schon wieder Rachel. Shane zuckte unmerklich zusammen. "Ach so. Wie geht es Rachel eigentlich?", fragte Mark. "Woher soll ich das wissen", fauchte Shane plötzlich, "frag doch Louis!" "Ganz ruhig", Mark hob beschwichtigend die Hände, "war nur ne harmlose Frage. Du brauchst ja nicht gleich auf mich los zugehen." "Sorry, ich fühle mich nicht so wohl", entschuldigte sich Shane, "am besten ich lege mich bis zum Konzert noch eine Weile hin." "Ich dachte du wolltest was essen?!", Mark sah Shane erstaunt an. "Ich hab keinen Hunger mehr. Also wir sehen uns später", Shane drehte sich um und lief in Richtung Gardarobe. Mark sah ihm irritiert hinterher. Er konnte sich Shanes Verhalten nicht erklären.

Nach dem Konzert:

Shane ging über den Hotelflur zu seinem Zimmer. Als er an Rachels Tür vorbei kam, stoppte er für einen Moment. Er hörte leise Musik, die aus ihrem Zimmer kam. Es war One moment in time . Shane schluckte. Er erinnerte sich an den gestrigen Abend. Es war so schön gewesen Rachel im Arm halten zu können. Warum glaubte sie ihm nicht, dass er nicht mit ihr gespielt hatte? Shane lehnte den Kopf an die Tür und hörte auf die Musik.

...I want one moment in time, When I’m more than, I thought could be, when all of my dreams, are a heartbeat away.


Langsam löste sich Shane von der Tür. Zu gerne wäre er hinein gegangen und hätte mit Rachel geredet. Ihr gesagt, dass er sie nicht belogen hatte, dass er wirkliche Gefühle für sie hatte. Doch er wusste, dass ein Gespräch mit Rachel jetzt nichts bringen würde. Seufzend ging Shane weiter zu seinem Zimmer.

Chapter 17

Den ganzen nächsten Tag ging Rachel Shane aus dem Weg. Sie wollte nicht mit ihm reden, sie wollte ihn nicht einmal sehen. Sie blieb fast den ganzen Tag in ihrem Hotelzimmer und kam auch nicht mit zu dem Konzert. Den anderen fiel das natürlich auf, dass Rachel, wenn Shane und sie einander begegneten, ihn kaum beachtete.

"Shane, was ist denn los?", Kian setzte sich nach dem Konzert zu Shane, der auf einer Couch saß. "Was?", Shane sah ihn fragend an. "Du bist gestern und heute ziemlich mies drauf, ist dir irgendeine Laus über die Leber gelaufen???", wollte Kian wissen. "Wie kommst du drauf?", Shane blickte misstrauisch zu Kian. "Nun ja ist mir ist aufgefallen, dass du seitdem Louis sich so aufgeregt hast so down bist und immer mit deinen Gedanken woanders", meinte Kian, "dich hat das früher doch auch nicht so mitgenommen, wenn Louis sich mal wieder aufregt. Hat deine Laune nicht mit etwas anderem oder besser gesagt mit jemanden anderem zu tun?" "Wen meinst du?", fragte Shane. "Vielleicht ist was mit Gillian", sagte Kian, "oder mit Rachel? Ich kann mir vorstellen, dass sie sich ziemlich aufgeregt hat als sie das Bild von dir und Rachel gesehen hat..." "Ki, was willst du?", fuhr Shane seinen Bandkollegen an, "was soll das mit Rachel? Meine Güte, wir haben getanzt, warum müsst ihr das so überbewerten? Oder horchst du mich jetzt für deine Cousine aus?" Shane sprang auf und sah Kian wütend an. "Shane, das...", fing Kian an. "Ach vergiss es einfach", Shane riss die Tür auf und rannte erst mal in Bryan. "So eilig, Shane?", Bryan grinste, "was mag da nur hinter stecken???" "Wisst ihr was? Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!", fauchte Shane und verließ fluchtartig das Zimmer. Bryan sah ihm verwundert nach. Langsam schloss er die Tür und ließ sich neben Kian nieder. "Was ist denn mit Shay los?", wollte er wissen. Kian seufzte: "Wenn ich das wüsste."

Am nächsten Tag mussten die Lifer nach London, weil sie dort ihr nächstes Konzert hatten. Rachel ging Shane immer noch, soweit es klappte, aus dem Weg. Shane versuchte immer wieder ein belangloses Gespräch aufzubauen, aber stieß auf Granit. Am späten Nachmittag, er kam gerade von einem Interview wieder und wollte sich etwas auf seinem Zimmer ausruhen, als er Rachel auf dem Flur sah. Sie war auch auf dem Weg zu ihrem Zimmer. "Rachel warte", Shane beeilte sich sie einzuholen. Rachel tat als hätte sie ihn nicht gehört. Sie wollte nicht mit Shane reden. Sie konnte nicht tun, als wäre alles okay. "Bitte Rachel, rede doch wenigstens mit mir. Ich denke wir haben einiges zu klären!", Shane berührte Rachel leicht am Arm. Reflexartig zog Rachel ihren Arm zurück und machte sich daran ihr Zimmer aufzuschließen. Sie sah Shane nur kurz an und wollte damit in ihr Zimmer verschwinden. "Oh nein", Shane stellte einen Fuß in die Tür und quetschte sich ebenfalls ins Zimmer, "ich werde nicht eher gehen, bevor wir miteinander geredet haben." "Wenn du nicht sofort mein Zimmer verlässt, werde ich schreien!", Rachel sah Shane böse an. "Das tust du nicht, sei doch nicht albern", erwiderte Shane und sah Rachel spöttisch an, "was willst du denn zum Beispiel Louis erklären, wenn er dich hört?" Rachel sah Shane nicht an und ging zu ihrem Bett. Shane schloss die Tür und kam ihr nach. "Ich weiß nicht was du willst, Shane", fing Rachel an. "Ich will, dass wir einfach noch mal darüber reden, was passiert ist. Ich...", erklärte Shane. "Und was soll das bringen?", gab Rachel zurück, "du willst doch jetzt die *Wir können doch Freunde bleiben* Nummer durchziehen, damit du ein reines Gewissen hast? Sorry, aber das kann ich einfach nicht." "Du denkst also, dass ich alles, was ich dir gesagt habe, gelogen, war? Dass ich nur ein bisschen Spaß haben wollte???", wollte Shane wissen. "So sieht es doch aus", sagte Rachel scharf, "aber vielleicht ist das ja auch meine Schuld. Ich meine was kannst du dafür, wenn sich eine, wie hast du gesagt, spätpubertierende 17-Jährige sich etwas erhofft? Das hast du ja schließlich jeden Tag. Wahrscheinlich magst du mich nicht einmal. Warum warst du die ganze Zeit so nett zu mir? Warum hast du mich geküsst? Aus Mitleid?" "Merkst du eigentlich was für einen Unsinn du da redest?", Shane sah Rachel kopfschüttelnd an, "das glaubst du doch alles selbst nicht?!" "Warum nicht? Würde doch prima passen", Rachel lachte kalt. "Jetzt sage ich dir mal was", Shanes Stimme war laut und scharf, "ich weiß nicht für wen du mich hältst, aber was du da erzählst ist Nonsense. Ich bin nicht der Typ, der mit allen Girls rummacht und sie dann eiskalt abserviert. Nicht nur du hast Gefühle. Als ich dich kennen gelernt habe, war ich noch fest davon überzeugt, dass ich niemanden außer Gillian liebe. Jetzt mit Ausnahme von Verwandten. Ich kann mir das hier doch selbst nicht erklären, aber die Situation ist auch verdammt schwer für mich. Doch ob du es glaubst oder nicht, ich bekomme seit gestern kaum noch etwas auf die Reihe, weil du und der Kuss mir nicht mehr aus dem Kopf gehen!" Shane warf ihr einen enttäuschten Blick zu, wandte sich ab und ging langsam zur Tür. Rachel saß wie versteinert auf dem Bett und versuchte zu realisieren, was gerade geschehen war. Sie fühlte, dass Shane keine Show abgezogen hatte. So konnte sich ein Mensch nicht verstellen. So konnte sich Shane nicht verstellen. Plötzlich wusste sie, dass sie Shane aufhalten musste. Rachel sprang auf. "Shane, bitte geh nicht...", rief sie.

Chapter 18

Shane wollte gerade die Tür öffnen, als er Rachels Stimme hörte. Langsam drehte er sich wieder um. Rachel stand wenige Meter von ihm entfernt. "Ich will nicht, dass du gehst...", sagte sie, "wirklich nicht..." Shane sah sie an. Eigentlich wollte er gehen. Es hatte ihn gekränkt, dass Rachel ihn so falsch eingeschätzt hatte. "Ich weiß, dass ich du nicht so gemein bist. Ich war nur so enttäuscht, weil ich dich wirklich liebe...", Rachel stockte. Sie sah zu Boden. Shane löste sich von der Tür und kam auf Rachel zu. Leicht hob er ihr Kinn an, sodass sie ihm in die Augen sehen musste. Sie sahen sich einige Minuten nur in die Augen, dann sagte Shane: "Ich glaube wir haben beide Fehler gemacht, oder?" Rachel nickte. Dann konnte sie nicht mehr anders und fiel Shane um den Hals. Shane drückte sie fest an sich. "Ich liebe dich auch, Rachel...", flüsterte er. Rachel löste sich etwas und sah Shane an: "Meinst du das wirklich ernst?" "Ich sage so etwas nicht einfach so, wann glaubst du mir das endlich?", Shane sah sie liebevoll an. Dann zog er sie wieder an sich heran und küsste sie zärtlich. Als Rachel seine Lippen auf ihren spürte, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Shane küsste sie ein zweites Mal, diesmal ein bisschen fordernder. Diesmal fand Rachel auch die Kraft Shane zurück zu küssen. Sie hatte ihre Hände auf seine Brust gelegt und wünschte sich, dass dieser Kuss niemals enden würde. Doch irgendwann lösten sich die beiden wieder von einander. Rachel lächelte Shane an. Shane strich mit einem Daumen über ihre Wange. Langsam nahm Rachel Shane bei der Hand und führte ihn wieder in ihr Hotelzimmer herein. Sie ließen sich beide auf dem Bett nieder. "Shane du musst mir noch was versprechen...", Rachel sah ihn ernst an. "Alles", Shane küsste sie auf die Wange. "Das mit meinen Eltern, bitte sag das niemanden...", bat Rachel, "ich will kein Mitleid, wirklich nicht." "Klar, ich sage es niemanden", versprach Shane, "aber wenn alles zu viel für dich wird, dann weißt du, dass ich für dich da bin." "Ja", Rachel kuschelte sich an Shane. Shane legte einen Arm um sie und zog sie fest an sich.

In diesem Moment klopfte es an der Tür. Rachel schreckte auf. "Wer ist da?", rief sie. "Ich bin es, Louis!", kam es von draußen, "ich muss noch mal mit dir reden." Rachel und Shane blickten sich panisch an. Sie konnten im Moment niemanden weniger gebrauchen als Louis... "Äh..., Louis, warte einen kleinen Moment. Ich bin mich gerade am umziehen", rief Rachel zur Tür hin. "Was sollen wir machen?", wollte Shane hilflos wissen. "Du musst dich irgendwo verstecken", meinte Rachel, "nur wo?" Louis klopfte ein zweites Mal an die Tür. "Einen Moment noch...", rief Rachel, die sich immer noch suchend umsah. "Am besten du versteckst dich im Bad. Ich hoffe, doch, dass Louis da nicht rein geht." Mit diesen Worten schob Rachel Shane ins Bad und schloss die Tür. Dann öffnete sie Louis. "Hallo Rachel", Louis lächelte, "hast du einen Moment Zeit?" "Klar, worum geht es denn?", Rachel lächelte ebenfalls und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass sie etwas zu verbergen hatte. "Ich denke du weißt, dass ich das wirklich nicht in Ordnung fande, dass du mit den Jungs in den Club gegangen bist, oder? Aber vielleicht habe ich vorgestern Morgen auch überreagiert", sagte Louis, "und deshalb wollte ich mich entschuldigen, dass ich so rumgeschrieen habe." "Ist schon okay", Rachel nickte flüchtig. "Nein, es tut mir wirklich leid", beteuerte Louis. "Hey, ich glaube dir doch", Rachel nickte wieder. Sie merkte, dass ihr Onkel es ernst meinte, aber die wollte ihn trotzdem so schnell, wie möglich aus ihrem Zimmer haben, bevor er merkte, wie aufgeregt und unsicher sie war. Louis musterte Rachel. « Ist alles in Ordnung bei dir?", fragte er, "ist irgendetwas passiert?" "Nein, nein, alles in okay", Rachel lächelte und sah nervös zur Badezimmertür. "Hm...ja...dann gehe ich jetzt mal", Louis kratzte sich am Kopf, "kommst du heute mit zum Konzert?" "Klar", sagte Rachel. "Okay, dann bis nachher", Louis nickte Rachel zu, "und wenn du doch ein Problem hast und willst drüber reden, dann komm zu mir." "Das mache ich. Danke Onkel Louis", Rachel umarmte ihn kurz und öffnete ihm die Tür, "bis später." "Ja bis später", Louis winkte ihr zu und ging.

Rachel atmete auf und schloss die Tür hinter sich. Shane kam aus dem Bad. "Puh das war knapp", stöhnte er, "aber Louis hat nichts gemerkt." Er umarmte Rachel von hinten und küsste sie auf die Wange. Rachel lächelte ihn an, doch dann wurde sie ernst: "Wir müssen aufpassen... Ich denke mal wir müssen es wohl oder übel erst mal geheim halten? Wenn Louis im Moment davon Wind bekommt springt er im Dreieck..." "Du hast recht", Shane nickte, "ich denke mal zumindestens die Tour müssen wir aufpassen und dann haben wir genügend Zeit alles zu klären." "Ja", Rachel lächelte wieder und drehte sich zu Shane um. Sie zog ihn zu sich herunter und sie versanken in einem langem Kuss.

Chapter 19

Einige Tage später:

Rachel und Shane waren immer noch sehr glücklich. Aber es fiel ihnen schwer ihre Liebe zu verheimlichen, zumal sie sich immer nur zu ganz bestimmten Zeiten sehen konnten ohne, dass jemand etwas mitbekam.

"Rachel, endlich", Shane schloss Rachel in seine Arme, "ich habe dich vermisst." "Ich dich auch", murmelte Rachel an Shanes Schulter, "wir haben uns heute Morgen noch gar nicht richtig begrüßt." "Du hast Recht", Shane gab ihr einen sanften Kuss, "wenn ich gewusst hätte, dass Louis die Probe direkt nach dem Frühstück angeordnet hätte, dann hätte ich mir was einfallen lassen. Weißt du eigentlich wie schrecklich das ist, dich zu sehen, aber nicht anfassen zu dürfen?" "Irgendwoher kenne ich das Gefühl", Rachel grinste und schmiegte sich an Shane, "aber von einer anderen Seite gesehen ist das auch verdammt lustig, was wir hier machen. Wir treffen uns in einer Abstellkammer einer Konzerthalle." "Du hast Recht, aber es ist der einzigste Ort, wo uns niemand vermutet", meinte Shane, "aber es ist ja nicht für immer. Nur die Tour lang..." "Und die dauert noch...", Rachel seufzte. "Sieh es positiv, solange kommst du noch in den Genuss diverser Abstellkammern", lachte Shane. "Der hätte glatt von Bryan kommen können", stellte Rachel fest und küsste Shane auf die Wange. Dann sah Shane auf die Uhr. "Mist, wir wollten in ein paar Minuten zurück ins Hotel fahren", sagte er. "Schade, aber vielleicht haben wir da ein bisschen Zeit für uns", überlegte Rachel. "Ja, bestimmt", Shane zog sie noch einmal in seine Arme und küsste sie, "bis gleich." "Bis dann", Rachel strich ihm über die Wange und öffnete die Tür. "Alles leer", sagte sie. "Geh du zuerst", sagte Shane, "ich komme in einer Minute oder so nach..."

"Wo zum Teufel ist Shane?", Louis sah die anderen Lifer fragend an, "wir müssen pünktlich ins Hotel, weil sich ein Zeitungsteam angemeldet hat." "Keine Ahnung", Nicky zuckte mit den Achseln und die anderen taten es ihm gleich. Rachel stand etwas abseits und unterhielt sich mit John, einem Stylisten, dem sie vor den Konzerten etwas half. Doch sie konnte sich nicht auf seine Worte konzentrieren. Unsicher starrte sie zu Louis, Kian, Nicky, Mark und Bryan herüber. Hatten sie etwas bemerkt? "Wäre das möglich?", fragte John sie gerade, "Rachel, hörst du mir überhaupt zu???" "Was???", Rachel sah John erstaunt an. "Du hast kein Wort verstanden, von dem was ich dir gesagt habe, nicht wahr?", John lächelte. "Nein, ich war nicht bei der Sache... Tut mir leid", entschuldigte sich Rachel, "was wolltest du wissen?"

"Wenn er in einer Minute nicht vor mir steht, bekommt er wahnsinnigen Ärger", regte Louis sich weiter auf, "ich bin das Zuspätkommen ja eher von Bryan gewöhnt, aber auch Mr. Filan hat sich an gewisse Regeln zu halten!!!" In diesem Moment kam Shane aus einem Raum geeilt. "Tut mir leid, Louis, aber ich war eben noch auf Toilette", entschuldigte sich Shane. "Ja, ja ist schon gut, aber das nächste Mal bitte pünktlich!", sagte Louis leicht genervt, "dann können wir jetzt ja fahren." Er sah sich nach seiner Nichte um: "Rachel? Ist das in Ordnung, dass du mit John und Priscilla zum Hotel fährst?" Rachels Blick schweifte kurz zu Shane, wie gerne wäre sie wenigstens mit ihm zusammen gefahren, aber sie durfte sich nichts anmerken lassen. Sie war schon froh, dass Shanes Zuspätkommen nicht all zu gravierend verlaufen war, also nickte sie: "Ist okay, wir sehen uns dann im Hotel." Dann ging sie hinter John her zu einem Wagen. Die Lifer stiegen in den dahinter. Während Louis draußen noch kurz etwas Organisatorisches regelte lies Bryan sich neben Shane auf den Sitz fallen. "Na Shane, was war eben wirklich los?", fragte er grinsend. "Ich war auf Klo", antwortete Shane. "Hey, wir sind nicht Louis. Wir kaufen dir das nicht ab", Nicky warf ein Kaugummipapier nach Shane. "Okay noch mal für meine ganz langsamen Bandmates: ICH WAR AUF DER TOILETTE!", wiederholte Shane betont langsam, "lasst ihr mich jetzt in Ruhe?" "Schon okay", Kian sah Shane nachdenklich an, "nur du bist seit einer Weile etwas komisch, da muss man ein paar Hintergedanken haben." "Ich bin nicht komisch, das bildet ihr euch nur ein", Shane schüttelte den Kopf, "ich glaube ihr solltet nach den Gigs nicht mehr so viel trinken. Das bekommt euch nicht." "Vielleicht liegt das ja alles nur am Tourstress", Mark zuckte die Achseln, "vielleicht halten wir uns ja alle für ein bisschen komisch." "Das wird es sein", Shane nickte. "So dann können wir ja jetzt fahren", Louis ließ sich auf den Beifahrersitz plumpsen und Paul startete den Wagen.

Als Rachel mit den anderen Leuten des Westlifekonzertteams im Hotel ging in der Lobby alles drunter und drüber und mitten in dem Gewühl hörte sie wie ihr Name gerufen wurde. Erst konnte sie nicht ausmachen woher es kam, aber dann erblickte sie Bryan, der auf einem Sofa in einer Ecke saß. Um ihn herum standen sie anderen Lifer. Als Rachel näher kam, sah sie, dass neben Bryan eine blonde Frau saß. "Rachel, darf ich dir meine überaus bezaubernde Frau Kerry vorstellen", Bryan wies auf die Frau neben sich, "Kerry, das ist Rachel Morrison, die Nichte von Louis Walsh. Kerry stand auf und gab Rachel die Hand. "Freut mich dich kennen zu lernen", sie lächelte. "Ich mich auch. Bryan erzählt pausenlos von dir", Rachel grinste. "Ich hoffe nur Gutes", Kerry sah von Rachel zu Bryan. "Als ob ich jemals etwas Schlechtes über dich erzählen könnte", Bryan sah entrüstet zu Kerry. "Das hätte ich niemals von dir erwartet, Liebster", Kerry beugte sich zu Bryan und gab ihm einen Kuss. Während die beiden sich küssten, drehte Rachel sich einen Moment weg und sah genau in Shanes Gesicht, das einen sehnsüchtigen Ausdruck hatte. Rachel lächelte ihm kurz zu. Shane grinste zurück und tippte auf die Uhr. Rachel nickte. In einigen Stunden würde sie ihn auch wieder in ihren Armen halten. Kerry und Bryan wurden inzwischen bei ihrem Kuss gestört, weil ein kleines Mädchen an Bryans Hosenbein zog. "Daddy, guck mal was Onkel Nicky mit Lilly macht", rief es. "Was denn Molly?", Bryan sah das kleine Mädchen erstaunt an. "Da", das Mädchen zeigte mit dem Finger zu Nicky, der ein kleines Baby vorsichtig durch die Luft wirbelte. "Nix, lass meine Tochter heile", rief Bryan. "Hey, ich pass auf. Keine Bange, du Superdaddy!", rief Nicky zurück. "Ich warne dich, Byrne", drohte Bryan lachend, dann wandte er sich wieder an Rachel, "das ist Molly, meine Große! Und Nicky gefährdet gerade meine Lilly." Rachel nickte lachend und beugte sich zu Molly: "Hallo Molly, ich bin Rachel..." Molly sah sie lange an und runzelte ihre kleine Stirn, dann lächelte sie und grabschte nach Rachels Hand: "Hallo Rachel!!!" "Sie mag dich", Kerry lächelte Rachel an. "Echt?", Rachel lachte. "Ja, wenn sie dich nicht mögen würde, dann würde sie sich irgendwo bei ihrem Daddy verkriechen... Nicht wahr, Süße?", Kerry stupste Molly an die Schulter. In diesem Moment kam Louis. "So Jungs, das Zeitungsteam ist jetzt bereit. Wir müssen jetzt!", gab er bekannt. "Schade", Bryan drückte Kerry einen Kuss auf die Wange, strich Molly über den Kopf und nahm Nicky Lilly ab, "bis später meine Girls. Bis später Rachel." Die anderen Lifer machten sich auch auf den Weg um Louis zu folgen. Shane kniete sich vor Molly. "Bis dann Molly", er kniff sie in die Nase. Molly grinste. Dann sah er Rachel an, dessen Hand Molly immer noch fest hielt. "Bis später, Schatz", flüsterte er leise. "Bis später", flüsterte Rachel zurück und lächelte. Dann machte auch Shane, dass er Louis und seine Bandmates einholte. Rachel sah ihm nach. "Was machst du jetzt?", Kerry riss Rachel aus ihren Gedanken. "Eigentlich gar nichts!", meinte Rachel. "Hättest du Lust mit mir aufs Zimmer zu kommen? Wir könnten ein bisschen quatschen. Ich weiß noch gar nichts von dir...", schlug Kerry vor. "Ja Rachel soll mitkommen", rief Molly und hopste auf und ab. "Und?", Kerry sah Rachel an. "Klar ich komme gerne mit", Rachel lächelte.

Chapter 20

"Schnell lass mich rein. Ich weiß nicht, ob die anderen hier noch mal über den Flur laufen", Shane schob sich durch Rachels Tür und schloss sie schnell. "Hat dich auch keiner gesehen?", fragte Rachel. "Niemand.", Shane sah sie an, "wie hat dir das Konzert heute gefallen?" "Es war gut, wie immer", Rachel grinste. "Na dann...", Shane legte ihr seine Hände um ihre Tallie und zog sie an sich, "weißt du was ich mir jetzt wünsche???" Rachel grinste und löste sich mit einer Drehung aus seiner Umarmung. "Hm, lass mich mal was überlegen... Willst du was essen oder was trinken?", sie sah ihn unschuldig an. Shane kam hinter ihr her. "Nicht ganz. Ich möchte einen Kuss von dir...", er blickte sie mit bittenden Blick an. Rachel näherte sich Shane wieder, bis sie ganz nah vor ihm stand. "Einen Kuss möchte der Herr Filan...", wiederholte sie und näherte sich ihm bis ihre Lippen fast auf seine trafen. Dann löste sie sich ganz plötzlich wieder und lief wieder ein paar Schritte von Shane weg. "Denkst du dass du mit mir spielen kannst?", fragte Shane und hielt sie wieder fest. Rachel sah ihm in die Augen und grinste. "Na warte", Shane hob Rachel hoch und trug sie zu ihrem Bett. "Nein, Shane bitte nicht!", Rachel wand sich auf Shanes Armen. "Oh doch", Shane ließ sie in die Kissen fallen, "vielleicht überlegst du dir das mit dem Kuss noch mal..." "Und wenn nicht", fragte Rachel gespielt beleidigt und sah Shane nicht an. "Dann werde ich an Liebesentzug sterben...", Shane beugte sich über Rachel. "Hmm", brummte Rachel. "Komm schon...", Shane begann ihren Nacken zu küssen. "Na gut", Rachel drehte sich zu ihm um. "Bekomme ich denn jetzt doch einen Kuss?", Shane sah Rachel bittend an. "Na komm schon her", Rachel zog ihn zu sich herunter und küsste ihn. "Na also geht doch", Shane grinste und zog Rachel fester in seine Arme. Rachel kuschelte sich dicht an Shane und schloss die Augen. Sie fühlte sich so wohl, wie lange nicht mehr. In Shanes Armen fühlte sie eine Art Geborgenheit, die sie lange vermisst hatte. Shane sah liebevoll auf sie herunter. "Hey Süße, schläfst du schon?", fragte er und strich Rachel über die Haare. "Mhm... Fast", murmelte Rachel, "es ist so schön bei dir zu sein." "Was meinst du wie sich das anfühlt dich im Arm zu halten?", entgegnete Shane und küsste Rachel auf die Wange. "Ich hoffe doch ein gutes", Rachel bohrte Shane einen Finger in die Seite. "Natürlich, Schatz, sonst, würde ich das doch gar nicht sagen, oder?", Shane sah Rachel ernst an. "Ich wollte ja nur noch mal sicher gehen...", Rachel grinste. "Du hältst mich immer noch für einen gefühlskalten Klotz, stimmst?", Shane fing an Rachel zu kitzeln. "Manchmal", Rachel grinste und versuchte Shanes Kitzelattacken zu entkommen. "Na warte", Shane ergriff ihre Hände und hielt sie fest, sodass Rachel ihr nicht erkommen konnte, "du denkst also, dass du dich über mich lustig machen kannst?" Er grinste sie breit an. "Also so etwas würde ich nie tun...", Rachel sah ihn unschuldig an. "Musst du eigentlich immer das letzte Wort haben?", Shane sah Rachel herausfordernd an. "Ich denke schon", Rachel lachte. "Dann wird es Zeit, dass wir es ändern", meinte Shane und bevor Rachel etwas erwidern konnte, küsste er sie innig.

Am nächsten Morgen wachte Rachel zufrieden auf. Sie blinzelte und sah Shane neben sich. Seine Arme waren um sie geschlungen. Ganz leise und vorsichtig versuchte sie auch seiner Umarmung zu winden um ihn nicht aufzuwecken. Als sie soweit war blickte sie auf ihre Uhr, die auf dem Nachttischen neben dem Bett lag. Dann entfuhr ihr ein spitzer Schrei. Shane bewegte sich unruhig, schlief aber weiter. Rachel, nun gar nicht mehr vorsichtig, versuchte ihn aufzuwecken. "Shane wach auf, bitte", sagte sie, während sie an seiner Schulter rüttelte. Langsam öffnete Shane die Augen und gähnte, dann sah er zu Rachel und lächelte. "Dir auch einen wunderschönen Morgen, Süße", grinste er und küsste Rachel auf die Wange. "Shane, wir haben da jetzt keine Zeit für. Tu mir einen Gefallen und guck auf die Uhr!", Rachel hielt ihm ihre Uhr entgegen. "Oh Shit", entfuhr es Shane, als er die Uhrzeit gelesen hatte, "10 Uhr!" "Und weißt du, wann wir zum Flughafen wollten?", Rachel sah Shane hektisch an, "um 11." "Ach du meine Güte", Shane fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare, "und was machen wir jetzt? Es wird nicht mehr lange dauern, da werden alle nach uns suchen und Louis dreht durch, wenn jemand zu spät kommt." "Ja, was machen wir jetzt?", Rachel setzte sich zu Shane auf ihr Bett, "erst mal musst du unbemerkt aus meinem Zimmer rauskommen. Am besten gucke ich erst mal wie die Lage auf dem Flur aussieht. Bleib du hier." Rachel ging zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Niemand war zu sehen. Dann öffnete sie die Tür ganz. Der Flur war leer. Vorsichtig schloss sie die Tür wieder und drehte sich zu Shane, der mittler Weile aufgestanden war. "Alles okay, der Flur ist leer...", gab Rachel Auskunft. "Dann muss ich jetzt wohl leider gehen", Shane zog Rachel in seine Arme, "bis später, Süße!" Dann küssten sich die beiden. Rachel hatte das Gefühl, dass sie Shane gar nicht loslassen wollte. "Hey, wir müssen uns beeilen", Shane löste sich langsam aus ihrer Umarmung, "wenn es nach mir ginge, würden wir uns gar nicht mehr von einander lösen." "Ist schon okay", Rachel seufzte, "wir sehen uns dann gleich..." "Stimmt und sobald wir etwas Zeit haben, suchen wir uns einen gemütlichen, abgelegenen Platz. Okay Süße?", Shane strich Rachel über die Wange. "Klar", Rachel lächelte, "Ich liebe dich." "Ich dich auch, Rachel", Shane nahm sie noch einmal in den Arm, dann öffnete er die Tür wieder, sah sich um und verlies dann das Zimmer.

Er schaffte es unbemerkt bis zu seinem Hotelzimmer und schloss Tür auf. Gerade in diesem Moment ging die gegenüberliegende Tür auf und Nicky kam heraus. "Shane, wo kommst du denn her? Du siehst auch, als ob du die Nacht überall, aber nicht in deinem Hotelzimmer verbracht hast...", Nicky grinste. "Wie kommst du darauf?", Shane versuchte so überrascht wie möglich zu klingen. "Nun ja, deine Haare scheinen sich selbstständig gemacht zu haben und außerdem trägst du dein Shirt falsch rum", wies Nicky ihn zurecht. "Nee ich hab’ verschlafen und dann ist mir eingefallen, dass ich noch was erledigen muss und dann habe ich halt nicht drauf geachtet, wie ich rumlaufe...", sagte Shane und hoffte, dass Nicky ihm seine Story abnahm. Nicky runzelte die Stirn. "Na dann", meinte er, "aber du sollest wirklich beeilen, du weißt ja was Louis für ein Theater macht, wenn einer von uns zu spät kommt!" "Okay, wir sehen uns dann gleich!", Shane nickte Nicky zu und wollte gerade in sein Zimmer gehen, da hörte er Nickys Stimme nochmal: "Shane?" Shane drehte sich wieder um "Ja?" "Aber dir geht’s doch gut, oder?", Nicky sah Shane eindringlich an. "Ja, wieso nicht? Oder habe ich dich so geschockt, dass ich hier in verdrehten Klamotten rumgeistere?", Shane lachte. "Nein, nur du bist in letzter Zeit so anders?", versuchte Nicky seine Gedanken auszudrücken, "ich meine hast du Probleme mit Gillian?" "Nein, ja...", Shane druckste herum, "so würde ich es nicht ausdrücken." "Was ist es dann?", wollte Nicky wissen. "Das ist nicht so einfach", meinte Shane, "das kann ich nicht in ein paar Sätzen erklären. Das heißt ich kann im Moment drüber reden, tut mir leid, Nicky!" "Ist gut, Shane", Nicky nickte, "aber du weißt, dass ich und die Jungs für dich da sind." "Danke", Shane lächelte, "und jetzt muss ich mich nicht nur beeilen, ich muss rasen. Bis gleich." Damit ging er in sein Zimmer. Erschöpft lehnte er sich gegen die geschlossene Tür. Fast hätte er es Nicky erzählt, aber was hätte das gebracht? Er musste die Sache erst mit Gillian ins Reine bringen. Er würde es ihr sagen, wenn sie ihn das nächste Mal besuchen kam. Bis dahin musste er die Sache mit Rachel noch geheim halten... Shane seufzte und machte sich dann auf den Weg zur Dusche.

Chapter 21

Wenig später an diesem Tag landeten die Lifer und das gesamte Tourteam in einem Flughafen in der Nähe von Stuttgart. Bryan gähnte: "Ich weiß gar nicht warum so müde bin!!!" "Ich schon!", Shane grinste und schlug ihm auf die Schulter, "deine drei Girls haben dich bestimmt ganz schön auf Trapp gehalten, da war dann bestimmt nicht so viel Zeit zum Schlafen." "Ja, ja, aber wenn meine Girls immer dabei wären, würde ich auch immer auf meinen Schlaf verzichten!", meinte Bryan überzeugt. "Oh Bryan, dann würden sich alle fragen, ob Westlife ein neues Mitglied hat", mischte Rachel sich ein, "wenn du dann wie ein Zombie rumläufst!" "Dar wäre doch auch ne Strategie!", Bryan grinste. "Wenn Bryan nicht mehr schläft steige ich aus", drohte Mark scherzhaft, "immer einen unausgeschlafenen Bryan. Das ist reiner Selbstmord." "Hey Feehily, ich möchte dich daran erinnern, dass ich nach dem Aufstehen wach bin", Bryan stieß Mark in die Seite, "der Morgenmuffel bis du oder Nicky!" "Haha", Nicky zog eine Grimasse, während die Lifer in einen Bus stiegen, der sie zum Hotel bringen sollte. "Rachel fährst du mit uns mit?", wollte Bryan wissen, "deine Idee eben war echt ausbaufähig. Westlifes Zombie!" "Rachel, jetzt hast du uns was eingebrockt", Shane sah sie gespielt entsetzt an, "Bryan wird nie wieder schlafen..." "Tja...", Rachel grinste ihn an und wandte sich dann an Louis, "Onkel Louis??? Ich fahre bei den Lifern mit ins Hotel, okay?" "Ist gut! Plant aber nicht eure nächste Clubtour, da habe ich dann was gegen!!!", grinste er. "Keine Bange!!!", Rachel winkte Louis kurz zu und stieg dann in den Tourbus. Sie sah sich um. Überall waren Sitzgelegenheiten, es gab einen Kühlschrank und im ganz hinteren Teil konnte sie eine riesige Sitzgruppe mit einem Fernseher sehen. Dort saßen die Lifer. "Na Rachel?", begrüßte Kian sie, "konntest du Louis überreden?" "Ja, aber ich musste ihm hoch und heilig versprechen, dass ich mit euch nicht wieder eine heimliche Clubtour plane", Rachel lachte. "Daran hat er immer noch zu knabbern!", wunderte sich Nicky, "dabei haben weder wir noch Rachel schlimme Folgen davon zu tragen. Und dieser dumme Zeitungsartikel war auch nicht weiter schlimm." Folgen... Rachel musste innerlich schmunzeln. Na ja zumindestens hatte Nicky darin Recht, dass der Abend keine wirklich schlimmen Folgen hatte. Rachel sah zu Shane. Er erwiderte ihren Blick kurz und lächelte. Wie gerne hätte er sie jetzt umarmt, aber es ging ja nicht, jedenfalls nicht in diesem Moment. Also warf er Rachel noch einen sehnsüchtigen Blick zu und wandte sich an seine Bandkumpel: "Sagt mal haben wir heute noch einen Termin von wegen Interview oder so???" "Nicht wirklich, wir fahren jetzt erst mal zur Halle und dann haben wir den ganzen Abend frei", gab Mark Auskunft, "das klingt doch vielversprechend..." "Das kannst auch nur du sagen", Kian warf ein Kissen nach Mark, "ich will gar nicht wissen, wann wir aus der Halle wieder raus kommen. Vielleicht dürfen wir auch unsere ganze Choreografie noch mal durch kauen... Also ich würde den Abend nicht wirklich verplanen. Guck mal jetzt ist es früher Nachmittag und ich sage mal du kennst Priscilla und unseren Vocalcoach..." "Schon gut...", Mark warf das Kissen zurück, also für heute Abend ist schlafen eingeplant."

Später am Tag:

"Kian stell nie wieder solche Vermutungen an!", Mark nahm seinen Kumpel aus Spaß in den Schwitzkasten, "ich bin total fertig." "Hey, ich hatte nur so ne Vorahnung", Kian versuchte sich aus Marks Griff zu winden. "Komisch...", Shane tauchte hinter den beiden auf, "dass gerade du auf so was kommst. Wetten du hast einen Deal mit Louis und den anderen...?" Shane grinste. "Ach du, sei bloß still!", Kian stieß Shane spaßeshalber in die Seite, "wer morgens verschlafen mit verdrehten Klamotten über den Flur geistert, sollte sich lieber zurück halten!" "Wie, Shane ist so über den Flur gelaufen", wollte Bryan, der mit Nicky hinter den dreien ging, amüsiert wissen. "Nicky", Shane drehte sich blitzschnell um, "renn um dein Leben!" Dann schnappte er sich, die Wasserflasche, die Bryan in den Händen hielt und stürzte sich damit auf Nicky. Nicky versuchte wegzulaufen, aber Shane hatte ihn schon erreicht und goss ihm den ganzen Inhalt der Flasche über den Kopf. "Gnade", lachte Nicky. "Das bekommst du zurück", Shane grinste, "dass du aller Welt von meinem morgendlichen Ausfall erzählt hast. Spätestens an deinem Junggesellenabschied." Dann mussten beide lachen und liefen Mark, Kian und Bryan hinterher...

Noch später:

"Rachel, lass mich rein! Ich bin’s Shane!" Rachel, die schon lange auf Shane gewartet hatte, riss die Tür auf und fiel ihm um den Hals. "Was meinst du, wenn uns jemand so sieht?", Shane schob Rachel ein Stück von sich weg und schloss die Tür. "Sorry, aber ich habe dich so vermisst", entschuldigte Rachel sich. "Ich dich doch auch", Shane nahm Rachel wieder in den Arm und küsste sie auf ihre Nasenspitze. "Wie sehr?", Rachel schob die Unterlippe vor und sah Shane an. "So sehr!", Shane zog Rachel an sich und küsste sie innig. Immer noch küssend hob er sie hoch und Rachel schlang ihre Beine um seine Hüften. Shane trug sie zu ihrem Bett und setzte sie dort ab. Gerade als sie sich wieder küssen wollten, klingelte Shanes Handy. Shane seufzte und nahm ab.

"Filan, hallo!"

"Shane, endlich erreiche ich dich!", kam es vom anderen Ende.
"Äh, hallo Gill", Shane zuckte zusammen, "warte mal einen Moment!" Er warf Rachel einen vielsagenden Blick zu und ging in ihr Bad. Rachel sah ihm verwundert und ein bisschen wütend hinterher. Warum wollte Shane nicht, dass sie das Gespräch mit bekam?

"So alles klar", Shane lies sich auf der Badewanne nieder, "ich war gerade in der Halle, wo alle um mich rum waren."

"Ach so, klar", Gillian klang verständnisvoll, "du Shane, ich vermisse dich. Wir haben in den letzten Tagen sowenig von einander gehört."

"Hm", machte Shane. Er wusste nicht was er sagen sollte. Er mochte Gillian immer noch und er fühlte sich auch nicht gut dabei sie zu belügen, aber er hatte sich in Rachel verliebt und daran konnte auch sein schlechtes Gewissen nichts ändern.

"Ich vermisse dich auch", sagte er zögernd, "tut mir leid, wenn ich mich so unregelmäßig gemeldet habe. Ich habe soviel Stress."

"Ist schon klar, aber vergiss uns dadurch nicht", Gillian klang etwas ängstlich, "du liebst mich doch noch?"

"Klar Gillian. Mach dir doch keine Gedanken", Shane brachte diese Wörter nur mühsam über die Lippen.

"Oh Shane, ich liebe dich doch auch. Und ich komme dich besuchen, sobald ihr in Irland seid!"

"Ja, das ist gut. Du ich muss jetzt auflegen. Wir müssen noch mal was durchproben. Morgen ist unsere erste Show in Germany", verabschiedete sich Shane.

"Ist gut, Schatz. Ciao", sagte Gillian.

"Bye", Shane legte auf und stellte sein Handy ab. Dann ging er zurück in das andere Zimmer, wo Rachel immer noch auf dem Bett saß. "Na habt ihr euch schön unterhalten?", fragte sie und konnte ihren wütenden Unterton nicht verheimlichen, "ich meine, es muss ja schon toll gewesen sein, weil du es ja ganz für dich allein haben wolltest." "Rachel, was soll das?", Shane sah sie an, "du weist, dass du da Mist redest!" "Ach ja und warum bist du dann nicht hier geblieben?", Rachel sah Shane herausfordernd an. "Weil..., weil es schwer ist, mir irgendwelche Ausreden und Ausflüchte auszudenken. So doof es klingt, ich wollte mich darauf konzentrieren", meinte Shane, "ich will es Gill nicht am Telefon sagen, dass ich mich in jemanden anderes verliebt habe. Ich mag sie und am Telefon Schluss machen ist nicht meine Art und mein Niveau!" "Und das soll ich dir glauben?", Rachel sah Shane argwöhnisch an, "ich meine, woher weiß ich, dass du Gillian nicht irgendwelche Liebesschwüre ins Ohr gehaucht hast?" "Du könntest mir zu Abwechslung mal glauben oder vertrauen", meinte Shane kalt, "aber ich zwinge dich keinesfalls dazu..." Damit drehte er sich auf dem Absatz um, ging aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Rachel sah ihm nach. Einerseits fühlte sie, dass Shane recht hatte. Aber anderseits, war sie auch sauer, dass er aus der Sache so ein Geheimnis machen wollte. Unschlüssig kaute sie auf ihrer Lippe. Eigentlich hatte sie sich den Abend nicht so vorgestellt. Sie hätte viel lieber mit Shane gekuschelt und sich vielleicht einen schönen Film angesehen. Stattdessen waren sie beide sauer aufeinander... Rachel atmete tief durch und stand auf. Auch sie musste mal ihren Dickkopf besiegen...

Shane lag währenddessen auf seinem Bett und starrte die Wand an... Auch er war nicht zufrieden. Warum war er nicht bei Rachel geblieben? Vielleicht hätten sie es auch so klären können? Vielleicht hatte er ja wirklich überreagiert. Aber warum konnte Rachel ihm nicht endlich glauben? Er liebte sie doch... Plötzlich klopfte es zaghaft an der Tür. Shane sprang auf, lief zur Tür und öffnete. Vor ihm stand Rachel und lächelte zaghaft. "Kann ich reinkommen?", fragte sie. "Klar", Shane ging zur Seite um sie herein zulassen. Er schloss die Türe und sah Rachel erwartungsvoll an. "Ich wollte den Abend nicht ohne dich verbringen...", meinte sie und sah zu Shane, "ich... es tut mir leid, dass ich dich eben so angemeckert habe." "Ist schon gut", Shane lächelte, "ich habe mich ja auch nicht ganz korrekt verhalten..." Die beiden standen eine Weile und sahen sich nur an. "Mann, was sind wir blöd", Shane musste lachen. "Ich weiß", Rachel grinste ebenfalls. "Na komm her!", Shane breitete seine Arme aus. Rachel kuschelte sich an ihn und seufzte: "Warum denn nicht gleich so..." "Und was machen wir jetzt noch mit dem Abend?", wollte Shane wissen. "Was hältst du von einem netten Film?", fragte Rachel. "Okay", Shane zog Rachel mit sich auf sein Bett und schaltete den Fernseher an. Einige Zeit sahen sie sich einige Sendungen an, dann fing Shane an unruhig auf seinem Platz herumzurutschen. "Was ist los?", wollte Rachel wissen. "Nichts besonderes, aber ich glaube mein Rücken bringt mich gerade um!", grinste er, "das kommt alles von dem Training vorhin..." "Oh, du Armer!", Rachel lachte, "was können wir da nur tun? Vielleicht eine Massage?" "Das ist doch eine gute Idee!", Shane nickte, "ich denke danach werde ich mich bestimmt besser fühlen..." "Dann rutsch mal vor mich...", sagte Rachel. Shane tat das ihm gesagte und Rachel fuhr mit beiden Händen seinen Nacken und Rücken entlang. Rachel merkte, wie Shane sich immer mehr entspannte und genießerisch die Augen schloss... Rachel lächelte und knetete weiter seine Verspannungen aus seinem Körper. Plötzlich kam ihr ein Gedanke und Rachel fuhr ganz langsam mit ihren Händen unter Shanes Shirt, dort fuhr sie mit ihren Fingernägeln über seinen Rücken... Shane lief ein Schauer über seinen Rücken und er zuckte unmerklich zusammen. Langsam drehte er sich zu Rachel herum. "Ist das deine neue Spezialmassage?", fragte er mit einem leichtem Grinsen. "Ja extra für Shane Filan...", Rachel grinste zurück und schob ihre Hand wieder unter sein Shirt. Dort lies sie ihre Finger auf Wanderschaft gehen. Sie fuhr wieder über seinen Rücken, dann über seine Brust und über den Bauchnabel. Shane atmete schwer aus, dann zog er Rachels Hände unter seinem Shirt hervor und zog sie an sich. Die Lippen der beiden verschmolzen zu einem innigen Kuss. Sanft fuhr Shane mit seiner Zunge über ihre Lippen, bis sie ihm Einlass gewährte und auf seine auf ihre Zunge traf. Nach einer halben Ewigkeit lösten sich die beiden wieder von einander. Rachel sah Shane tief in die Augen und drückte ihn langsam zurück aufs Bett. Sie schob sein Shirt hoch und küsste seinen Oberkörper. Ganz langsam mit vielen kleinen Küssen. Shane stöhnte immer wieder leise unter ihren Berührungen. Schließlich zog Rachel ihm sein Shirt über den Kopf und fuhr mit ihren Lippen an seinem Hals entlang. Doch plötzlich hielt sie inne, denn Shane hatte seine Arme um ihre Hüfte gelegt und zog die von sich runter. Dann beugte er sich über sie und küsste sie wieder. Dann wanderte er mit seinem Mund tiefer bist zu ihrem Hals und bedeckte diesen mit vielen kleinen Küssen. Rachel fuhr mit ihren Händen durch Shanes Haare und seufzte leise. Langsam arbeite Shane sich herunter zu Rachels Bluse, knöpfte sie langsam auf und bedachte jede freigewordene Stelle mit seinen Lippen. Rachel zitterte unter seinen zärtlichen Berührungen und drängte sich so nah sie konnte an Shane. Sie wollte ihm nahe sein. Näher als jemals bevor. Langsam richtete sie sich wieder auf und suchte den Weg zu Shanes Lippen. Und sie versanken wieder in einen langen leidenschaftlichen Kuss. Noch während des Kuss fuhr Shane unter Rachels Top, dass sie unter der Bluse getragen hatte, schob es immer weiter nach oben und strich über ihren Bauch, zeichnete ihren Bauchnabel nach. Er hatte noch nie erlebt, dass ihn jemand so um den Verstand brachte. Er zog Rachel das Top aus und küsste ihre Haut kurz über dem Hosenbund. Rachel währenddessen ließ ihre Lippen über seine nackten Schultern gleiten. Shane knöpfte währendesten ihre Hose auf, fuhr mit beiden Händen hinein und zog sie ihr herunter. Dann fuhren seine Hände immer wieder über ihre Oberschenken und streichelten sie sanft. Rachel schloss die Augen und seufzte leise. Die Art, wie Shane sie berührte und die Art, wie er sie dabei ansah. Sie hatte sich noch nie bei jemanden so fallen lassen können. Langsam fuhr sie mit ihren Händen Shanes Bauch hinunter und öffnete auch seine Hose. Als sie mit ihren Händen hinein fuhr und kurz sein bestes Stück streifte, stöhnte Shane auf. Er stieg selbst aus den Hosenbeinen und beugte sich dann wieder über Rachel, sodass sie sich hinlegen musste. Zärtlich griff er um sie herum und öffnete ihren BH-Verschluss und liebkoste dann die freigewordene Stelle mit vielen Küssen. Rachel drängte noch mehr an Shane. Doch plötzlich hielt Shane inne und sah Rachel ernst an. "Ist irgendwas Shane?", Rachel sah Shane erschrocken an. "Nein, aber ich will, dass du weißst, dass ich dich zu nichts drängen werde, was du nicht auch willst. Ich meine du bist 17 und ich weiß nicht...", Shane stockte. "Shane, ich weiß nicht, wie ich bei anderen Menschen rüberkomme, aber ich habe für mich einmal entschieden zu warten bis ich ganz sicher bin", Rachel hielt einen Moment inne, "...und ich war mir noch nie so sicher wie jetzt..." "Habe ich das jetzt richtig verstanden?", Shane sah erstaunt an. Rachel nickte. "Und du bist dir wirklich sicher?", fragte Shane wieder. "So sicher wie noch nie!", Rachel schlang ihre Arme um Shanes Hals. Sie versanken in einen innigen Kuss und ließen ihre Hände weiter auf Wanderschaft gehen...

Später, viel später lagen Rachel und Shane dicht beieinander unter der Bettdecke. Rachel hatte ihren Kopf auf Shanes Brust gelegt und hatte die Augen geschlossen. Shane hatte beide Arme um sie geschlungen und lauschte ihrem Atem, der sich langsam wieder beruhigt hatte. Langsam und vorsichtig strich er mit seinen Fingern ihre Wange entlang. Auf ihrem Gesicht machte sich ein kleines Lächeln breit. Shane konnte seinen Blick nicht von ihr und ihrem Lächeln wenden. In diesem Moment wurde ihm klar, dass dies der richtige Weg war, dass er und Rachel zusammengehörten. An dem Gefühl, das ihn eingenommen hatte, war nicht zu zweifeln. "Shane?", Rachel blickte zu Shane hoch. "Hey ich dachte du schläfst schon...", Shane sah sie liebevoll an. "Ich will dir nur sagen, dass ich dich liebe und dass...", Rachel hielt inne. Ihr kamen die Tränen. "Hey Süße, nicht weinen...", Shane strich Rachel über den Kopf. "Es ist nur, es war so schön. Ich fühle mich so wohl bei dir... Ich liebe dich!", Rachel kuschelte sich noch enger an Shane. "Ich liebe dich auch Rachel", Shane gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Einige Minuten schwiegen beide, doch es war kein bedrückendes Schweigen. "An was denkst du?", wollte Shane nach einer Weile von Rachel wissen. "Ich wünsche mir, dass dieser Moment, diese Stunden nie enden...", sagte Rachel. Shane nickte. "Aber wir werden noch mehr so schöne Stunden haben... Das verspreche ich dir", er sah Rachel fest in die Augen. Die beiden lagen noch einige Zeit nebeneinander bis sie bald engumschlungen einschliefen.

Chapter 22

Die nächsten Tag verliefen ruhig... Westlife setzten ihre Tour fort und auch zwischen Shane und Rachel lief alles immer besser. Sie sahen sich sooft sie konnten . Bisher hatten sie alles geheim halten können und niemand hatte etwas gemerkt.

Am Morgen vor dem letzten Deutschlandkonzert von Westlife wachte Rachel schon wie sooft in den letzten Tag in Shanes Armen auf. Sie blickte zu ihm hinauf. Shane schien noch zu schlafen. Rachel sah ihn weiter an und lächelte. Shane sah so süß aus, wenn es schlief. Fast noch wie ein kleiner Junge. Rachel küsste ihn leicht auf die Nasenspitze. Shane brummelte etwas und bewegte sich, aber seine Augen öffnete er nicht. "Schläfst du noch?", flüsterte Rachel dicht an Shanes Ohr und küsste gleich darauf sein Ohrläppchen. "Nicht mehr wirklich, aber ich genieße wie du versuchst mich auf zu wecken", murmelte Shane und grinste. "Ach du!", Rachel warf ein Kissen nach Shane. "Hey die andere Methode war mir irgendwie lieber...",Shane schlug die Augen auf und zog das Kissen von seinem Gesicht. "Oh wirklich?", Rachel beugte sich über Shane, "na dann..." Sie küsste ihn sanft so, dass ihre Lippen kaum die seinigen berührten. "Zufrieden?", fragte sie. "Fast!", Shane zog Rachel zu sich herunter und die beiden versanken in einem langen Kuss.

Später: "Fahren wir heute weiter?", wollte Rachel, während sie zum Aufzug gingen, von Shane wissen. "Ja, wir fahren nach dem Frühstück nach Hamburg", antwortete Shane und drückte auf den Aufzugsknopf. "Dann werden wir heute bestimmt wieder den ganzen Tag nicht alleine sein", Rachel sah Shane enttäuscht an, "ich wünschte wir könnten mit dem Versteckspiel bald aufhören..." Shane lächelte Rachel liebevoll an und sagte: "Bald." "Was ist bald?", ertönte hinter den beiden eine gutgelaunte Stimme. Shane und Rachel fuhren herum. Vor ihnen stand Bryan und grinste. "McFadden, warum bist du noch nicht beim Frühstück? Du bist doch sonst immer einer der Ersten...", wollte Shane wissen. "Ich hatte noch ein wichtiges Telefonat mit meinen drei Ladies", erklärte Bryan und trat in den mittler Weile angekommenen Aufzug. Shane und Rachel folgten ihm. "Und was macht ihr noch hier? Ich hätte auch gedacht, dass ich euch erst unten vorfinden würde", Bryan sah Shane und Rachel erwartungsvoll an. Rachel war Shane einen verstohlenen Blick zu und erklärte dann: "Wir haben beide verschlafen und uns dann zufällig auf dem Flur getroffen." "Zufällig?", Bryan lachte, "ist ja komisch, aber man hört ja, dass Zufälle öfters vorkommen sollen." "Bryan, es war wirklich ein Zufall", entgegnete Shane, "ob das jetzt in deinen Schädel reingeht oder nicht." "Hey ich habe auch nur gesagt, dass es häufiger Zufälle gibt...", Bryan hob abwehrend die Hände, "ich weiß gar nicht was du hast." "Schon gut", Shane grinste nun auch, "gehen wir endlich frühstücken?" Lachend verließen die Drei den Aufzug. Rachel atmete tief aus. Das war ja noch mal gut gegangen.

Nach dem Konzert:
"Shane das Konzert war einfach großartig!", Rachel stürmte in die Umkleide von den Lifern und fiel Shane um den Hals. "Meine kleine Verrückte...", Shane lachte und breitet die Arme aus, "was wäre denn gewesen, wenn ich jetzt nicht alleine hier gewesen wäre?" "Das habe ich natürlich vorher abgecheckt. Ich habe solange gewartet, bis alle aus der Umkleide rausgekommen sind." "Na dann...komm her, mein Schatz", Shane lächelte und zog Rachel an sich. Rachel kuschelte sich in Shanes Arme. Sie seufzte. "Was hast du?", wollte Shane wissen. "Ich weiß auch nicht. Es ist verrückt, wäre das mit meinen Eltern passiert, wären wir uns nie begegnet", sagte sie leise. "Wie kommst du jetzt darauf?", Shane sah Rachel aufmerksam an. "Ich weiß auch nicht...",Rachel sah zu Boden, "ich komme mir so gemein vor, weil ich endlich wieder glücklich bin..." "Hey Süße, das ist nicht gemein. Deine Eltern hätten es bestimmt nicht gewollt, dass du deine ganzes Leben lang traurig bist", Shane strich Rachel behutsam über ihre Wange, "du vergisst sie doch nicht." "Du hast ja recht", Rachel seufzte. "Und ich verspreche dir auch, dass das hier bald ein Ende hat", Shane nahm Rachels Hände in seine, "dann kann ich dich auch in aller Öffentlichkeit umarmen." Rachel lachte leise: "Alles klar." Shane zog sie noch weiter an sich und küsste sie. Für einige Minuten vergaßen sie alles um sich herum und nahmen nur sich und den anderen wahr. Sie fuhren erst auseinander als sie eine Stimme hörten. "Shane, liegt hier vielleicht meine...Shane?! Rachel!?", Kian, der gerade den Raum betreten hatte, starrte die beiden fassungslos an. "Kian...", Rachel biss sich auf die Lippe. "Kian, was machst du hier?", fragte Shane. "Ich?!", Kian schüttelte den Kopf, "ich war nur auf der Suche nach meiner Cap. Ich konnte ja nicht ahnen worein ich hier platze... Shane kannst du mir vielleicht verraten, was das hier soll?! Soweit ich mich erinnere bist du mit Gillian verlobt! Leidest du unter Gedächtnisschwund oder was ist los?" "Reg die bitte nicht so auf", Shane sah Kian eindringlich an. "Und wieso nicht? Zufällig liegt mir was an meiner Cousine und ich finde die Nummer hier einfach widerlich", rief Kian wütend, "wozu brauchst du das, Shane. Musst du dich vor deiner Hochzeit nochmal so richtig gehen lassen?" "Kian Egan, halt die Klappe", fauchte Shane, "hier geht es um viel mehr..." "Bitte schreit doch nicht so", bat Rachel verzweifelt, "Kian, hör doch wenigstens zu..." "Sei still, Rachel!", fuhr Kian sie an, "wie kannst du nur? Du weist, dass Shane verlobt ist. Diese ganze Sache ist so mies. Gillian tut mir so leid..." "Es tut mir leid", Rachel fing an zu schluchzen, "aber ich kann nichts dafür..." "Schsch...natürlich nicht", Shane legte einen Arm um sie, "Kian hat nicht das Recht so auszurasten." "Da bin ich aber verdammt anderer Meinung...", fing Kian an. Er wurde jedoch unterbrochen, weil Louis den Raum betrat. "Was ist hier los?", Louis sah fragend in die Runde, "Rachel, was machst du hier?" Rachel musste noch mehr weinen. War jetzt alles aus? Shane sah Kian kurz eindringlich an, dann wandte er sich an Louis: "Wir haben sie weinend auf dem Gang gefunden. Sie war ganz aufgelöst. Wir bekommen nicht mal raus, was passiert ist oder warum sie so weint." Louis musterte Rachel, die ihr Gesicht hinter ihren Händen vergraben hatte. Er legte einen Arm um sie und drehte sich dann zu Kian und Shane: "Ist schon okay, ich kümmere mich jetzt um sie. Geht ihr jetzt zum Bus damit ihr ins Hotel kommt. Versucht etwas zu schlafen. Wir fliegen morgen früh nach England." Damit zog er Rachel aus dem Raum.

Chapter 23

"Meinst du es geht dir wirklich besser?", Louis sah Rachel besorgt an. Rachel lächelte matt und nickte. "Ich weiß auch nicht, was über mich gekommen ist!", sagte sie, "wahrscheinlich ein schrecklicher Gedanke..." "Na ja, schlaf jetzt gut", Louis lächelte. "Danke", Rachel nickte noch mal, "morgen ist bestimmt wieder alles okay." "Das hoffe ich doch", Louis lachte und winkte Rachel noch mal zu und verlies das Zimmer. Rachel ging zum Fenster und starrte in die schwarze Nacht. Nichts war okay... Wie sollte es jetzt weiter gehen? "Na du!" Rachel drehte sich überrascht um. Bryan stand hinter ihr. "Bryan was machst du hier?", fragte Rachel überrascht. "Louis hat mich eben rein gelassen...", erklärte Bryan. "Aha...", Rachel drehte sich zurück zum Fenster. "Ich wollte wissen wie es dir geht", meinte Bryan. Rachel sah in wieder an. "Na ja. Weißt du es schon?", fragte sie dann. "Dass du und Shane?", Bryan grinste, "nicht erst seit heute." Rachel sah ihn ungläubig an. "Guck nicht so schockiert!", Bryan musste lachen, "vielleicht ist Kian aus allen Wolken gefallen, ich nicht." "Aber wie...", Rachel war immer noch nicht im Stande einen richtigen Satz zu Stand zu bringen. "Ich meine vielleicht solltet ihr euere Liebeschwüre nicht in der Gegenwart meiner Tochter aussprechen...", Bryan grinste immer noch. "Ich verstehe gar nichts mehr...", Rachel ließ sich aufs Bett sinken, wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte sie fast darüber lachen können. "Okay, dann erkläre ich dir mal wie ich darauf gekommen bin. Ich meine erst mal hat man gemerkt, dass Shane und du, als ihr euere Anfangsschwierigkeiten beseitigt habt, ziemlich gut klar gekommen seid. Ich wusste, dass Shane dich mag und irgendwann war er eine zeitlang sehr gereizt. Erst dachte ich, er hätte Probleme mit Gillian, aber ich bin doch ziemlich schnell darauf gekommen, dass es was bzw. jemand anderes war. Und dann war Shane wieder ziemlich gutgelaunt und du auch, soweit ich dich kenne. Immer seid ihr beiden zu spät gekommen. Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht. Und der entscheiden Punkt kam dann von Molly. Ich glaube sie muss mal gehört haben wie Shane sich von dir verabschiedet hat. Sie meinte dann irgendwann zu mir 'Bis später Schatz!’ Ich war erst mal verwundert und habe ihr erklärt, dass man das zu seinem Partner sagt. Sie meinte dann ‚Shane hat das aber auch zu Rachel gesagt.’ Und dann war es mir so gut wie klar, dass ihr mehr als nur Freunde seid. Solche Sachen wie heute morgen haben mir meine Erkenntnis nur noch bestätigt", erklärte Bryan. "Hasst ihr mich jetzt?", Rachel sah zu Boden. "Wieso denn?", Bryan schüttelte den Kopf, "warum sollte ich das tun oder irgendjemand von uns?" "Kian tut es jetzt", sagte Rachel leise. "Man ihr hattet Pech, dass Kian euch erwischt hat. Gillian ist halt seine Cousine. Ich denke Nicky, Mark oder ich hätten cooler reagiert", meinte Bryan, "natürlich ist die Sache etwas kompliziert, weil Shane ja offiziell noch mit Gillian zusammen und verlobt ist. Aber gegen Gefühle kann man nichts machen... Und ich kann dir sagen, dass Shane dich wirklich liebt, denn sonst würde er diesen ganzen Wirbel nicht machen." "Ich liebe ihn doch auch", sagte Rachel. "Warum ich noch gekommen bin", fing Bryan an, "ich wollte dich holen, weil wir uns gleich bei Nicky auf dem Zimmer treffen. Wir wollten noch mal die ganze Sache durchsprechen." "Du meinst ob ihr es Louis sagt oder nicht?", wollte Rachel wissen, "oder ob ihr noch mit mir redet?" "Komm Rachel hör auf", Bryan sah sie halb ernst, halb belustigt an, "steigere dich da jetzt nicht rein. Du und Shane, ihr habt nichts Schlimmes getan. Ihr habt euch verliebt. Dagegen kann niemand etwas haben. Und ich sage dir Kian beruhigt sich auch wieder und Mark und Nicky werden sowieso kein Problem damit haben. Da bin ich sicher." "Wirklich?", Rachel sah Bryan leicht ungläubig an. "Ja doch!", Bryan nickte heftig, "wir müssen nur mal über alles reden, wie das mit Gillian läuft und was wir machen können damit solange keiner was merkt. Ich meine, wenn ihr unsere Unterstützung habt, dann wird das alles. Das verspreche ich dir. Und jetzt komm. Die anderen warten schon. Und ich glaube Shane macht sich auch ganz schön Sorgen um dich, weil du vorhin so geweint hast." "Okay lass uns gehen", Rachel atmete tief ein. "Na also!", Bryan grinste und schob Rachel Richtung Tür. Zusammen gingen die beiden bis zu Nickys Zimmer. Bryan klopfte an die Tür. Es dauerte einige Sekunden, dann öffnete Nicky. "Kommt rein...", sagte er und trat zur Seite damit Bryan und Rachel durch die Tür gehen konnten. Rachel betrat Nickys Zimmer mit gemischten Gefühlen... Was würde jetzt passieren? Bryan hatte ihr doch gesagt, dass sie nur reden wollten und dass alles in Ordnung kommen würde. Aber was war mit Kian? Was war, wenn er wieder so ausrasten würde? Rachel schluckte als sie den anderen gegenüber tat. Shane sprang sofort auf und umarmte sie. "Alles wird gut", flüsterte er. Dann zog Shane sie zu dem Sofa, wo er vorher gesessen hatte. Rachel musterte die anderen. Bryan hatte sich auf einen Sessel fallen lassen und schwieg erst einmal. Kians Gesicht trug noch einen leichten wütenden Ausdruck, aber er schien erheblich entspannter zu sein, als von ein paar Stunden. Mark und Nicky lächelten sie lieb an. Nach einigen Minute Stille fing Bryan an: "Also wir wollten die Sache hier innerhalb der nächsten paar Stunden klären. Schweigen nützt da auch nichts..." "Bryan hat Recht!", Mark nickte, "Schweigen bringt gar nichts. Ich denke es wäre gut erst mal die ganze Geschichte zu hören." "Was gibt es da zu erzählen? Wir haben uns verliebt. So was kommt oft ganz plötzlich", meinte Shane. "Ach ja?", Kian warf Shane einen giftigen Blick zu, "so ganz plötzlich? Und du meinst Gill kauft dir das ab?" "Denkst du ich habe das aus Bosheit getan? Ich liebe Rachel und wegen nichts anderem möchte ich mit ihr zusammen sein", gab Shane zurück, "ich mag Gillian, wirklich, aber gegen Liebe ist man machtlos... Ich werde es ihr so schonend wie möglich beibringen. Aber das kann ich einfach nicht per Telefon. Verstehst du das denn gar nicht?" Kian wollte etwas erwidern doch Rachel kam ihm zuvor: "Kann ich mal was sagen. Ich finde nicht, dass euer Gezanke jetzt weiter bringt. Ich möchte auch mal etwas zu der ganzen Geschichte sagen und zwar wie ich sie erlebt habe, okay?" Die anderen nickten und sahen sie erwartungsvoll an.

"Eigentlich wollte ich niemanden erzählen, aber jetzt muss es wohl sein, da ich von Anfang an beginnen will. Also ihr habt euch bestimmt gewundert, warum ich plötzlich zu meinem Onkel gekommen bin", Rachel machte eine kleine Pause, "es hatte einen ganz bestimmten Grund, aber nicht den, von dem Louis euch erzählt hat. Ich bin zu Louis gekommen, weil..." Rachel stoppte wieder einen Moment. Shane griff nach ihrer Hand und streichelte sie sanft: "Ganz ruhig, Süße. Du musst das hier nicht machen, wirklich nicht..." "Doch Shane, es ist wichtig für mich. Für uns", Rachel sah Shane fest an, "also ich bin hierhin gekommen, weil Louis mein einziger, noch lebender Verwandter ist. Meine Eltern hatten vor zweieinhalb Monaten einen Autounfall. Sie sind tot."

Chapter 24

Es war wieder eine unangenehme Stille in dem Raum. Es war nichts zu hören. Shane drückte Rachels Hand fester, als er merkte, dass sie leicht zitterte. Rachel schluckte, aber dann fing sie sich wieder: "Und die Nachricht hat Louis auch ziemlich schnell erreicht. Und er war einverstanden mich zu sich zu nehmen. Ich wollte das natürlich nicht. Ich wollte bei meinen Freunden in Chicago sein. Ich meine, ich bin ja bald volljährig, aber Louis war ja sogar dagegen mich alleine in Dublin zu lassen. Er wollte mich ja mit auf Tour nehmen und so bin ich dann bei euch gelandet. Ihr habt ja auch mitbekommen, wie begeistert ich davon war. Ich fühlte mich allein gelassen und unverstanden. Louis bemühte sich zwar immer wieder mit mir zu reden. Aber irgendwie kann ich mit ihm nicht über den Tod meiner Eltern reden. Und irgendwie kam und es kommt mir immer noch so vor, als würde er die Sache jetzt als abgeschlossen betrachten. Durch diese Gespräche mit Louis habe ich mich noch unverstandener und verlassener gefühlt. Ich dachte ich würde nie wieder glücklich sein. Und dann kam auch noch diese Kinderei mit Shane, wo wir uns immer gegenseitig fertig gemacht haben. Aber dann habe ich gemerkt, dass er gar nicht so schlimm ist, wie es mir immer vorgekommen ist. Ich habe mich mit euch allen ja dann von Tag zu Tag besser verstanden, aber halt besonders mit Shane. Er hat mich dann einmal entdeckt, als ich total fertig war und hat mich einfach so getröstet ohne mich gleich zu drängen alles zu erzählen. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass Shane mir etwas bedeutet. Natürlich habe ich erst versucht dieses Gefühl zu unterbinden. Ich wusste ja von Gillian... Aber als ich dann erfahren habe, dass ich Shane auch etwas bedeute. Es war einfach unbeschreiblich. Durch Shane habe ich wieder jemanden, der für mich da ist. Es ist nicht das selbe, wie bei meinen Eltern, aber das soll es auch gar nicht sein. Ich bin nur froh, dass..." Rachel wandte sich an Shane:...Dass DU, Shane, da bist. Ich liebe dich über alles...!" Shane nahm Rachel wieder in den Arm und drückte sie fest an sich. "Ich liebe dich auch, Rachel, mehr als alles andere!", flüsterte er kaum hörbar. Rachel, der jetzt auch die Tränen über die Wangen liefen, wandte sich noch einmal an die anderen: "Ich habe euch das alles jetzt erzählt, damit ihr versteht, dass ich nicht irgendwelche Absichten hatte oder so. Es ist einfach so gekommen. Bitte hasst mich nicht dafür! Ich mag euch alle und ihr seid so was, wie meine Freunde geworden." "Rachel, ich habe dir doch vorhin schon gesagt, dass du und Shane nichts schlimmes getan habt. Niemand hasst dich...!", Bryan schüttelte den Kopf. "Genau!", Nicky lächelte, "wie kommst du auf so was? Ich glaube zwar, dass Gillian nicht so glücklich darüber sein wird. Aber Shane muss es ihr sobald wie möglich sagen, das steht fest!" Shane nickte: "Ich habe ja gesagt, wenn wir wieder in Irland sind, dann wollte sie sowieso kommen und dann sage ich es ihr..." "Das ist in Ordnung", stimmte Mark zu, "und solange müsst ihr es halt auch noch geheim halten, aber jetzt habt ihr ja unsere Unterstützung." Rachel lächelte erst Bryan, Nicky, Mark und dann Shane an, doch dann schweifte ihr Blick zu Kian. Kian hatte nach dem sie geendet hatte noch kein Wort gesagt. "Was ist mit dir Kian?", wollte Rachel wissen, "es lag nie in meiner oder auch nicht in Shanes Absicht Gillian weh zu tun." "Genau Ki", Shane sah Kian fest an, "aber Liebe lässt sich nicht erzwingen." "Das verstehe ich ja auch", Kian sah zu Boden, "aber ihr müsst mich auch verstehen. Ich bin mit Gillian zusammen aufgewachsen. Ich war so glücklich, dass sie so einen lieben Kerl, wie Shane hat. Jetzt wahrscheinlich hatte..." Er seufzte. "Kian, du weißt, dass ich Gillian mag und sie nicht absichtlich verletzten will, aber ich liebe Rachel", Shane sah Kian eindringlich an. "Das habe ich gemerkt", Kian lachte leise, "und ich kann und will auch nichts mehr dagegen sagen. Tut mir leid, dass ich vorhin so reagiert habe... Aber ich glaube ihr habt mich auch verstanden, oder?" "Ja Ki!", Shane stand auf und umarmte Kian, "Freunde?" Kian grinste: "Freunde!" Rachel war auch aufgestanden und stand nun vor Kian. "Danke Kian!", meinte sie. "Du brauchst dich nicht bei mir zu bedanken", Kian lächelte, "komm her." Er umarmte sie. Bryan, Mark und Nicky applaudierten. "Ich denke wir können stolz auf uns sein! Diese Sache wäre so gut wie geregelt!", Bryan grinste. Rachel lächelte, als wie spürte wie Shane seine Arme um ihre Tallie schlang und seinen Kopf auf ihre Schulter legte. Rachel drehte ihren Kopf ein wenig und küsste Shane auf die Wange. "Hey, wenn man euch so sieht könnte man fast neidisch werden...", Mark grinste. Shane lachte und zog Rachel nur noch fester an sich. "Kommt jetzt müsst ihr euch aber auch küssen!", Bryan grinste auch. "Du willst doch nur was zum Gucken haben!!!", zog Shane ihn auf, "nee Bryan, ich muss dich enttäuschen. Das heben wir uns für später auf." "Ich schlage vor wir gehen jetzt erst mal alle schlafen!", meinte Nicky, "morgen fahren wir weiter." "Ich bin auch dafür!", Kian gähnte. Sie verabschiedeten sich von einander und wünschten sich eine gute Nacht. Auf dem Flur hielt Shane Rachel fest. "Sag mal kommst du noch mit zu mir? Für heute Nacht?", fragte er, "ich will nicht ohne dich sein." Rachel lächelte und nickte, aber dann wurde sie ernst: "Ich glaube das geht nicht. Louis wird morgen früh bestimmt zu mir kommen und wissen wollen, wie es mir geht. Und wenn ich dann nicht da bin, würde er bestimmt sauer reagieren. Aber was hältst du davon, wenn du mit zu mir kommst? Ich meine, wir haben es ja schon mal geschafft dich dort gut zu verstecken." "In Ordnung!", Shane lief hinter Rachel her, die gerade die Tür aufschließen wollte. Er stellte sich hinter sie und begann ihren Nacken mit kleinen Küssen zu bedecken. "Shane, wie soll ich jemals die Tür aufbekommen, wenn du mich so ablenkst?", Rachel drehte sich grinsend um. "Okay, ich gedulde mich, aber nur noch ein paar Sekunden", meinte Shane und stellte sich neben Rachel. Endlich klickte es im Schloss und Rachel öffnete die Tür. Sie und Shane traten in das Zimmer. Kaum hatten sie die Tür wieder geschlossen, hob Shane Rachel hoch und trug sie zu ihrem Bett. "Weißt du was?", fragte er. "Nee...", Rachel lächelte. "Ich finde jetzt ist genau der richtige Moment dafür, was Bryan gesagt hat", meinte Shane und beugte sich zu Rachel herunter. "Meinst du wirklich?", Rachel grinste noch mehr. Shane antwortete ihr nicht sondern küsste sie innig. Rachel schlang ihre Arme um ihn und erwiderte den Kuss. Dann gähnte sie und schloss die Augen. "War das so langweilig?", Shane lachte. "Ach quatsch, ich bin nur müde! Ich glaube das war heute ein bisschen viel. Aber eins weiß ich und nicht erst seit heute! Ich liebe dich Shane!", Rachel umarmte ihn fest. "Ich liebe dich auch. Was du vorhin gesagt hast, hat mir wahnsinnig viel bedeutet", sagte Shane ernst und sah Rachel in die Augen. "Und ich habe jedes Wort so gemeint", Rachel lächelte. Dann zog sie sich ihre Hose aus und zog die Decke über sich. "Kommst du auch gleich zu mir?", fragte sie Shane. "Ja, ich muss nur noch kurz ins Bad. Dann bin ich bei dir!", meinte Shane. Kurze Zeit kam er wieder und kam zu Rachel unter die Decke. "Das ging aber schnell!", meinte Rachel. "Tja, ich konnte dich doch nicht so lange alleine lassen...", flüstere Shane und nahm Rachel in den Arm, "schlaf gut, Süße. Ich liebe dich!" "Ich dich auch", Rachel küsste Shane auf die Nasenspitze, "schlaf gut!" Doch Rachel schlief noch nicht sofort ein, aber das störte sie nicht sie fühlte sich geborgen und glücklich. Sie und Shane gehörten zusammen. Alles würde gut werden. Dachte Rachel jedenfalls.

Chapter 25

*Welcome to Belfast Airport* prangte über der Eingangshalle zum Flughafen. Die Tour hatte die Lifer und ihre Crew nun nach Belfast geführt. Dort sollten sie einige Konzerte spielen. Überall schrieen Fans, obwohl es früh am morgen war. Die Lifer winkten ihren Fans zu und schrieben einige Autogramme. Rachel beobachtete alles aus gewisser Entfernung als sie neben Louis her lief. Sie fand es unglaublich wie viele Menschen kamen um Westlife zu sehen. "Unglaublich nicht wahr?", Louis bemerkte ihre Blicke, "ich meine es gibt Westlife schon einige Jahre, aber es sind immer noch so viele Fans!" Rachel nickte nur und ging mit ihm weiter. Die Bodyguards bahnten den Lifern und ihrer Crew einen Weg durch die Menge, sodass sie das Flughafengebäude bald verließen und dort in bereitgestellte Fahrzeuge stiegen. Shane zog Rachel am Arm. "Rachel fährt bei uns mit, Louis!!!", rief er und zog Rachel dann vollendends in den Bus. "Hey", Rachel lachte und gab Shane erst mal einen Kuss, "das habe ich den ganzen Flug lang vermisst!" "Und ich erst!", sagte Shane und setzte sich mit Rachel auf ein Sofa, "aber vor morgen graut mir." "Gillian?", fragte Rachel. Shane nickte. "Wann will sie denn kommen?", wollte Rachel wissen. "Morgen Nachmittag...", Shane seufzte, "ich habe immer noch keinen Plan, was ich ihr sage." "Ich würde dir ja gerne helfen, aber ich glaube es ist keine gute Idee, wenn ich mitkomme", Rachel brachte ein schiefes Lachen zu stande. "Nee, ich glaube auch nicht", Shane strich Rachel über die Wange, "aber du bist so lieb." "Du Shane mir kommt gerade ein schlimmer Gedanke", Rachel sah Shane entsetzt an, "wenn du nicht mehr mit Gillian zusammen bist, dann müssen wir es auch Louis sagen. Er wird doch wissen wollen, warum du nicht mehr mit ihr zusammen bist." "Das stimmt schon, dann müssen wir es ihm auch erzählen", Shane nickte, "am besten auch schon morgen." "Ich hoffe er akzeptiert das, wenn ich nur daran denke, wie er auf den Zeitungsartikel reagiert hat, wird mir schlecht!", Rachel schüttelte sich. "Er wird es akzeptieren müssen", Shane nahm Rachel in den Arm, "wir schaffen das schon. Zusammen." Rachel sagte nichts, sondern drückte Shane einfach noch fester. In diesem Moment kam Bryan herein. "Na ihr Turteltauben! Wir haben uns schon gewundert wo ihr seid", grinste er, doch dann sah Bryan die bedrückten Gesichter von den beiden, "hey was ist los?" "Wie es aussieht wird morgen der Tag der Wahrheit!", antwortete Shane. "Ach ja wir sind ja in Irland. Ich werde noch ganz kirre von der vielen Rumfliegerei!", Bryan schüttelte zerstreut den Kopf, "aber gut, morgen kommt Gillian?" Shane und Rachel nickten. "Ihr schafft das schon!", Bryan lächelte, "ihr habt doch unsere Unterstützung." "Wer hat welche Unterstützung?", fragte Mark, als er sich mit Kian und Nicky sich zu den drei setzte. "Rachel und Shane unsere!", erklärte Bryan. "Ist doch logisch", meinte Nicky, "wir halten zu euch." "Nun ja, wir wollen es auch Louis sagen!", rückte Shane raus. "Oui!", Kian pfiff leise durch die Zähne, "das wird hart." "Das wissen wir auch", gab Shane zurück. "Sorry, das war nicht böse gemeint, aber ihr kennt Louis. Ich denke nicht, dass Louis die ganze Story mit offenen Armen entgegennehmen wird", meinte Kian. "Ich weiß, ich habe eben schon zu Shane gesagt, dass ich wahnsinnige Angst habe es ihm zusagen, aber es geht nicht anders!", Rachel sah zu Boden. "Aber wir haben ja gesagt, dass wir zu euch halten", Mark lächelte. "Danke", sagte Rachel und Shane nickte. Kurz darauf hielt der Bus vor einem Hotel in Belfast und alle stiegen aus und checkten dann im Hotel ein.

Später:
Die Lifer saßen nach ihrem ersten Konzert in Belfast wieder in ihrem Bus, der sie zurück ins Hotel bringen sollte. "Also ich hätte nicht gedacht, dass unsere Tour so ein Erfolg wird", meinte Kian, "es ist unglaublich, welche Stimmung immer in der Halle ist." Die anderen stimmten ihm zu, nur Shane reagierte nicht. Er saß am Fenster und sah raus. Er konnte einfach nicht aufhören an den nächsten Tag zu denken. Er wusste nicht wie Gillian oder erst Louis reagieren würden und welche Konsequenzen ihrer Reaktionen haben könnten. "Hey Shorty, vermisst du Rachel jetzt schon, nur weil ihr nicht in einem Bus sitzt?", Nicky stieß Shane lachend in die Seite. "Halt doch die Klappe, Nicky!", brummte Shane. "Du machst dir entschieden zu viele Gedanken, Shane!", Bryan baute sich vor Shane auf, "Gillian und Louis sind morgen. Heute musst du mal was anderes machen und auf andere Gedanken kommen." "Und wie? Mir fällt nichts außer Guinness ein", Shane sah weiter aus dem Fenster. "Nein, wenn du dich jetzt besäufst, ist erstens Rachel unglücklich und zweitens hast du morgen einen dicken Kopf. Und das ist für Gespräche und Diskussionen bekanntlich schlecht. Aber wir haben uns was anderes überlegt, damit du und auch Rachel auf andere Gedanken kommen!", Mark grinste. "Und was?", Shane sah ihn entnervt an. "Das wird aber noch nicht verraten, aber es wird lustig...", Nicky grinste, "wir treffen uns nachher bei mir. Sagst du Rachel auch noch Bescheid?" Shane nickte nur.

"Was haben die denn geplant?", wollte Rachel wissen, als sie mit Shane von Nickys Zimmertür stand. "Ich habe keine Ahnung, Süße!", sagte Shane, "irgendwas für uns zur Ablenkung. Also darfst du auf alles gefasst sein!" "Aha", Rachel musste trotz ihrer miesen Stimmung grinsen. In diesem Moment ging die Tür auf und Nicky stand vor ihnen. "Na, dann kommt mal rein", meinte er und lachte. Shane und Rachel betraten das Zimmer. Kian, Bryan und Mark waren auch schon da. Sie saßen alle vor einem großen Bildschirm. "Zur Feier des Tages haben wir uns überlegt, wir könnten doch mal einen Playstationkampf machen", erklärte Bryan. "Und ihr seid sicher, dass ihr schon über 20 seid?", Rachel grinste wieder. "Voll und ganz!", Kian nickte, "jetzt guck nickt so und mach einfach mit. Das wird lustig und bringt euch auf andere Gedanken." Und so war es auch. Rachel und die Lifer spielten mehrere Stunden bis allen immer wieder die Augen zufielen. "Ich finde wir machen für heute Schluss!", gähnte Bryan. "Ich bin auch dafür", Mark nickte, "ich freue mich auf mein Bett." "Okay, dann sehen wir uns morgen", sagte Shane, "komm Rachel, du kommst heute nacht mit zu mir oder?" "Nichts lieber als das!", Rachel ließ sich von Shane hochziehen. "Oho", Bryan grinste. "Bryan sag einfach nichts!", drohte ihm Shane lachend. "Alles klar", Bryan lachte auch, "gute Nacht alle miteinander."

Chapter 26

"Bitte, ich würde ihn so gerne überraschen!", flehte die junge Frau, "ich bin seine Verlobte!" "Wissen Sie wie viele das von sich behaupten?", fragte der Mann an der Rezeption. "Aber ich bin wirklich Gillian Walsh. Warum glauben Sie das nicht? Lesen Sie denn gar keine Zeitung?", Gillian sah den Mann fragend und ein bisschen ärgerlich an. "Ich habe Anweisungen an die ich mich zu halten habe, Miss", gab der Mann zurück. "Was ist denn los?", Louis kam gerade aus dem Aufzug. "Louis, sag du es dem Mann. Ich bin Shanes Verlobte", bat Gillian, "der Herr hier scheint mir das nicht zu glauben." "Ich kann das bestätigen", sagte Louis. "Na dann, kann ich Ihnen auch den Schlüssel geben. Grüßen sie Ihren Verlobten!", der Mann an der Rezeption lächelte und reichte Gillian einen Schlüssel. "Was willst du denn machen?", fragte Louis. "Ich will Shane überraschen. Er denkt ich komme erst heute Mittag...", erzählte Gillian. "Ich denke da wird er sich ja freuen", Louis lachte, "warte ich komme gerade noch mal mit hoch. Ich wollte noch was mit Kian besprechen." "Okay...", Gillian ging neben Louis zum Lift. "Wie lange bleibst du denn jetzt bei Shane?", wollte Louis wissen, während er einen Knopf drückte. "Also bis morgen auf jeden Fall", meinte Gillian, "und heute Abend entscheidet sich, ob ich länger bleibe. Kommt darauf an, wie mein Chef gelaunt ist." "Na dann wünsche ich dir mal viel Glück", meinte Louis als sie beide aus dem Lift stiegen, "das Zimmer von Shane ist da vorne." "Vielen Dank, bis später", Gillian lächelte und schloss leise die Tür auf. Ganz vorsichtig trat sie ein, schloss die Tür wieder hinter sich und ging weiter ins Zimmer. Shane schien also noch zu schlafen. Sie schmunzelte, als sie sich weiter auf das Bett zu bewegte, doch dann erstarrte sie. Gillian bemerkte, dass Shane nicht alleine im Bett lag, neben ihn, dich an ihn gekuschelt, lag eine sehr junge Frau, die fast noch ein Mädchen war. Es war die Nichte von Louis.

Rachel erwachte durch etwas, was sie im ersten Moment nicht richtig zu ordnen konnte. Sie hörte jemanden schreien. Laut schreien. Erst dachte sie es wäre nur ein Traum, doch dann schlug sie die Augen auf. Vor Schreck schloss sie sie sofort wieder. Das konnte nicht wahr sein. Sie öffnete ihre Augen wieder. Gillian war noch immer da und funkelte sie böse an. "Was soll das?", Gillian schrie weiter. Rachel stieß Shane unsanft in die Seite. "Shane?!", rief sie. Shane murmelte irgendwas unverständliches und wollte sich auf die andere Seite drehen. "Shane, bitte wach auf!", Rachel rüttelte ihn fester. Shane wusste überhaupt nicht was los war. Was hatte Rachel? Unwillig öffnete er seine Augen. Neben ihm saß Rachel stocksteif im Bett und vor dem Bett stand Gillian! "Gillian...", sagte Shane tonlos. "Du musst aber gut geschlafen haben", sagte Gillian scharf. "Gillian, was machst du hier, so früh?", fragte Shane. "Stell dir vor: Ich habe dich vermisst und wollte dich überraschen. Darum habe ich auch das Hotelpersonal beredet, dass sie mir deinen Zimmerschlüssel geben. Und was machst du? Du vergnügst dich hier mit dieser... argh!!!", Gillian schrie jetzt wieder, "warum Shane? Ich verstehe das nicht! Wir waren doch glücklich, warum tust du mir das jetzt an? Und vor allem wie lange geht das schon?! Wahrscheinlich war meine Vermutung in Cardiff ja doch gar nicht so falsch..." "Gillian, hör doch zu. Ich wollte nicht, dass du es so erfährst...", Shane stieg aus dem Bett und wollte zu Gillian gehen, "lass uns doch..." "Nein, Shane! Ich will nichts hören...", schrie Gillian und riss sich los und rannte zur Tür und riss sie auf. Auf dem Flur verabschiedete sich Louis gerade von Kian, als Gillian aus dem Zimmer gestürmt kam. "Was ist passiert Gillian?", Louis sah sie irritiert an. "Frag doch, Shane oder sein Flittchen!", Gillian wandte sich ab, doch Kian hielt sie fest. "Die Situation ist zwar jetzt ziemlich beschissen, aber dann wird es halt so geklärt", sagte er. "Was du weißt davon???", Gillian sah Kian fassungslos, "du..." "Guten Morgen allerseits!", Bryan kam gerade aus seinem Zimmer und sah dann auf Louis, Kian, Gillian und die offene Tür zu Shanes Zimmer, "oh my dear..." "Kann mir mal jemand sagen, was hier los ist!", fragte Louis leicht ärgerlich, "anscheinend wissen hier ja alle worum es geht." "Frag doch die da", Gillian zeigte auf Shane und Rachel, die mit verlegenen und ängstlichen Gesichtern aus dem Zimmer traten. Louis starrte die beiden fassungslos an. "Nein, sagt mir jetzt bitte nicht, dass ihr beide...", Louis sah Rachel und Shane mit offenen Mund an, "seid ihr denn noch zu retten?!" "Ich habe es gleich gewusst!!!", Gillian, "mir war diese kleine miese..." "Es reicht, Cousinchen. Ich kann ja verstehen, dass du enttäuscht und sauer bist, aber halte dich bitte jetzt zurück", flüsterte Kian Gillian zu. "Entschuldigung, aber ich glaube, das musst du schon mir überlassen!!!", meinte Gillian mit schneidender Stimme. "Ich will euch beide sofort sprechen!", Louis warf Shane und Rachel einen bitterbösen Blick zu, "Gillian willst du mitkommen?" "Ich würde Gillian die ganze Sache gerne später erklären!", warf Shane ein. Gillian sah ihn nicht an und murmelte: "Von mir aus!" "Dann kümmert euch solange um Gillian", Louis sah zu Kian und Bryan. Dann ging er mit Shane und Rachel zurück in Shanes Zimmer.

"So und jetzt will ich von euch beiden wissen wie lange das hier schon geht!!!", Louis sah zu Rachel und Shane, die neben einander auf dem Bett saßen. Rachel zitterte am ganzen Körper. Shane drückte ihre Hand. "Sagt endlich...", Louis’ Gesicht war krebsrot. "Fast zwei Monate", sagte Shane leise. "Was? Ihr seid doch wirklich nicht mehr zu retten!", Louis schüttelte den Kopf. "Und warum nicht?", fragte Rachel schneidend, "warum hast du damit so ein Problem?" "Warum?", Louis sah Rachel immer noch fassungslos an, "ich habe dir schon mal gesagt, warum das ein Problem ist. Erst mal bist du viel zu jung für ihn. Dann ist Shane mit Gillian zusammen. Ich habe dir damals bei der Sache mit dem Club gesagt, du sollst da nicht zwischen funken. Jetzt haben die beiden eine handfeste Krise!" "Ich denke mal ich sollte mal hier etwas richtig stellen! Erstens hat das Alter nichts mit Liebe zutun. Die Liebe richtet sich nicht danach. Und zu Gillian und mir, ist zu sagen, dass ich mich von Gillian trennen werde." "Das kannst du nicht machen!", rief Louis aus, "weißt du was das für einen Presserummel gibt?" "Die Presse ist mir im Moment so was von egal. Hier geht es um Rachel, Gillian und mich. Und um niemanden sonst", Shane wurde auch sauer, "ich werde das mit Gillian auch klären, aber ich hatte ja noch nicht die Gelegenheit." "Es geht trotzdem nicht. Ich habe keine Ahnung, wie ich deine Trennung von Gillian an die Öffentlichkeit bringen soll", Louis schüttelte immer wieder den Kopf, "Ihr solltet euch jetzt schon im Klaren, dass es so nicht weiter geht." "Und wie dann?", Rachel funkelte Louis böse an. "Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall nicht wie im Moment. Es geht einfach nicht und das habt ihr beide zu akzeptieren! Rachel, ich denke du gehst jetzt erst mal auf dein Zimmer", meinte Louis. "Nein, ich lasse mich von dir nicht herumkommandieren!", Rachel sah Louis böse an. "Rachel, bitte. Bring mich nicht dazu dich zu zwingen!", Louis stand auf. Shane zog Rachel einen Moment eng an sich und flüsterte: "Geh Süße, mach jetzt erst mal besser, was er sagt. Aber ich werde nicht zu lassen, dass er uns trennt. I love you!" Rachel umarmte Shane noch einmal kurz und küsste ihn, dann stand sie auf und ging vor Louis aus dem Zimmer. Louis drehte sich noch einmal kurz zu Shane um, warf ihm einen ärgerlichen Blick zu und verließ ebenfalls das Zimmer. Shane saß auf seinem Bett und starrte ins Leere. Viel später fiel ihm erst auf, dass er immer noch seine Boxershorts trug, die er zum Schlafen angehabt hatte. Langsam stand er auf und ging unter die Dusche.

"Ist noch irgendwas?", Rachel sah Louis genervt an. "Ja, ich bin der Meinung, dass du heute Abend nicht mit aufs Konzert kommen solltest", meinte Louis, "am besten bleibst du erst mal auf deinem Zimmer!" "WAS?! Du kannst mich doch nicht einsperren", fauchte Rachel Louis an. "Ich hoffe ich muss das nicht tun. Ich hoffe du bleibst freiwillig hier, glaub mir es ist im Moment das beste", Louis legte eine Hand auf die Schulter. Rachel schüttelte seine Hand ab. "Als ob du wüsstest, was gut für mich wäre!", schrie sie, dann lief sie ins Bad und schloss die Tür ab. Louis seufzte und verlies das Zimmer.

Chapter 27

Währendessen ging Shane mit Gillian spazieren. "Das ist die ganze Story, Gillian", sagte Shane als er mit seinen Schilderungen fertig war, "ich wollte dir wirklich nicht weh tun. Ich wollte dir alles in Ruhe erklären." Gillian schwieg einige Weile, dann sah sie Shane an. Shane sah, dass sie sehr geweint hatte. "Ich bin dir halt zu vor gekommen", Gillian versuchte zu lächeln, doch es sah eher wie eine Grimasse aus, "aber ich konnte ja nicht ahnen..." "Ich weiß... Ich mache dir ja auch gar keinen Vorwurf. Jeder hätte so reagiert", sagte Shane, "vielleicht hätte ich dir es gleich sagen sollen, aber ich wollte dir es nicht am Telefon sagen!" "Mit es meinst du, dass es vorbei zwischen uns ist?", fragte sie mit zitternder Stimme. "Ja Gillian, es tut mir leid. Ich liebe Rachel. Ich verstehe selbst nicht, wie es gekommen ist, aber es ist so", Shane sah Gillian entschuldigend an, "es ist nicht so als ob du mir gar nichts mehr bedeutest. Immerhin waren wir sehr lange zusammen, aber ich täte dir und mir keinen Gefallen, wenn ich weiter mit dir zusammen bleiben würde. Ich würde mich nicht gut fühlen, weil ich jemanden anderen liebe und du würdest dich auch nicht gut fühlen, weil es nicht mehr dasselbe wäre..." "Ich weiß...", antwortete Gillian leise. "Vielleicht...", fing Shane wieder an. "Nein, Shane sag diesen Satz jetzt nicht", unterbrach Gillian ihn. "Um Freunde zu werden, tut es noch viel zu weh und meine Gefühle sind viel zu stark für dich. Ich denke wir sollten uns erst mal nicht mehr sehen. Irgendwann werden wir uns wieder begegnen, das ist klar, aber vielleicht kann ich dann schon wieder normal mit dir reden, ohne immer daran zu denken, was du mir bedeutest." "Okay", Shane nickte, "ist vielleicht das beste. Aber denk daran, dass ich dich mag und wirklich schätze. Es ist nur...", Shane stockte. "Du liebst Rachel, das hast du schon gesagt", ergänzte Gillian, "und dagegen kann ich ja wohl schlecht etwas machen. Ich bin dir auch nicht böse oder Rachel. Wer kann schon etwas für seine Gefühle? Aber genau deswegen darfst du auch nicht von mir erwarten, dass ich über alles lache und sage ach komm vergessen wir die Sache..." "Nein, das ist klar", Shane nickte. "Okay", Gillian nickte auch, "dann ist es wohl an der Zeit mich zu verabschieden." "Du fährst heute schon nach Sligo zurück?", fragte Shane. "Ja, was soll ich denn noch hier?", Gillian zuckte mit den Schultern, "ich denke mal ihr habt hier andere Probleme." "Glaubst du, dass du es schaffst?", Shane sah Gillian besorgt an. "Na klar", Gillian zwang sich wieder zu einem Lächeln, "mach dir mal keine Sorgen. Bis dann, Shane..." Sie sah ihn kurz an. "Bis dann, mach’s gut", Shane nickte. Dann drehte Gillian sich hastig um und eilte davon. Sie versteckte ihre Tränen vor Shane.

Shane sah Gillian noch eine Weile nach. Dann kehrte er auch zurück ins Hotel. Er fühlte sich eigenartig. Leer und doch irgendwie befreit. Doch er war froh, dass er das Gespräch mit Gillian hinter sich hatte und nun wollte er nur noch zu Rachel und ihr davon erzählen. Er war fast an Rachels Tür angekommen, als Louis ihm entgegen kam. "Shane, was machst du hier?", fragte er. "Ich wollte zu Rachel", sagte Shane mit fester Stimme. "Das geht nicht!", meinte Louis. "Und wieso nicht?", Shane bemühte sich nicht sauer zu werden. "Sie braucht erst mal Ruhe", entgegnet Louis. "Ich will sie nur kurz sehen", bat Shane. "Nein, das ist jetzt wirklich keine gute Idee", Louis blieb hart, "außerdem fahren wir in fünf Minuten zur Halle." "Und kommt Rachel nicht mit?", fragte Shane. "Ich habe dir doch gesagt sie fühlt sich nicht wohl und braucht Ruhe. Sie will nicht mit", entgegnete Louis, "und jetzt komm, sonst kommen wir noch zu spät!" Shane ließ widerwillig von Louis mitziehen. Er wollte Rachel nach alledem so gerne in die Arme schließen. Was war denn so schlimm daran, dass er Rachel liebte? Shane wusste es nicht. Missmutig lief er hinter Louis her. Vor dem Hotel warteten einige Fans. Shane winkte ihnen kurz zu und schrieb einige Autogramme, stieg aber doch ziemlich zügig in den Tourbus. Dort warteten schon die anderen. "Hey, na wie war dein Gespräch mit Gillian?", frage Mark. "Es war schwer für sie und für mich irgendwie auch, weil ich sie nicht traurig machen wollte", erzählte Shane. Kian nickte. "Sie ist schon wieder weg, oder?", fragte er. "Ja und ich kann es ihr nicht verdenken!", meinte Shane. "Und wie geht es Rachel?", fragte Nicky. "Frag mich was leichteres", Shane seufzte, "Louis hatte eben partout etwas dagegen, dass ich zu ihr gehe." "Hm, vielleicht hat er den ersten Schock noch nicht überwunden. Bestimmt reagiert er bald gelassener!", meinte Nicky. "Glaubst du?", Shane sah unsicher zu Nicky. "Ich weiß nicht, aber ich hoffe es jedenfalls. Er kann euch doch nicht von einander fern halten, solange wir auf Tour sind." "Ich hoffe nicht, dass er es kann", Shane seufzte, "ihr glaubt es nicht, aber sie fehlt mir jetzt schon..."

Später an diesem Abend:
Rachel saß auf ihrem Zimmer und starrt aus dem Fenster. Jetzt war es schon nach zwölf und sie hatte immer noch nichts von Shane gehört geschweige denn ihn gesehen. Sie wollte wissen, wie sein Gespräch mit Gillian ausgegangen war. Konnte er sich das denn nicht denken? Oder hatte er doch noch Gefühle für Gillian und hatte sich nicht von ihr getrennt? Ein Gefühl von Angst machte sich breit. Rachel stand auf und legte sich aufs Bett. Sie war müde, aber wusste gleichzeitig, dass sie kein Auge zubekommen würde, wenn sie keine Nachricht von Shane bekommen würde. Sie drehte sich auf die Seite und lauschte. Alles war still. Waren Shane und die anderen schon vom Konzert zurück, oder feierten sie noch? Doch dann hörte sie etwas. Es war ein leises Klopfen. Rachel sprang vom Bett auf und riss die Tür auf. Vor ihr stand Shane. Sie fiel ihm um den Hals. "Oh Shane...", murmelte sie. "Lass mich erst mal reinkommen", Shane schob sie sachte von sich weg, "es war nämlich nicht einfach hier her zukommen, ohne dass Louis oder einer der Bodyguards was merkt." Er schloss leise die Tür und trat ein. Dann nahm er Rachel wieder in den Arm. "Du wirst es kaum glauben, aber du hast mir gefehlt", flüsterte er. "Und ich dachte du hättest dich doch noch mit Gillian versöhnt und wolltest wieder mit ihr zusammen sein...", gestand Rachel, "weil ich den ganzen Tag nach dem Spektakel heute morgen, nichts von dir gesehen habe." "Rachel, so was darfst du nicht einmal denken!", Shane sah Rachel ernst an, "ich liebe dich und ich will mit dir zusammen sein. Mit Gillian habe ich das ganze nur noch mal vernünftig geklärt." "War es schlimm?", fragte Rachel mitfühlend. "Na ja, ich habe sehen können, wie sehr sie gelitten hat, aber sie war nicht mehr böse. Eher sehr traurig. Und das ist ja verständlich...", meinte Shane und setzte sich auf Rachels Bett, "aber ich muss sagen, dass das Gespräch auch nicht gerade leicht für mich, war weil es weh tut jemanden, den du eigentlich magst, so leiden zu sehen. Aber es war das einzig Mögliche..." Rachel setzte sich neben Shane und griff nach seiner Hand. "Du hättest doch zu mir kommen können und mit mir drüber reden können", sagte sie leise. "Das wollte ich ja auch, aber als ich nach dem Gespräch mit Gillian zu dir wollte, da habe ich Louis getroffen und der meinte, dass du dich unbedingt ausruhen wolltest", erzählte Shane, "und dass du auch nicht mit zum Konzert mitkommen würdest." "Also ich hätte dich liebend gerne gesehen", Rachel sah Shane erstaunt an, "und warum ich nicht zum Konzi mitgekommen bin lag daran, dass Louis meinte es wäre besser, wenn ich im Hotel bliebe." "Das ist doch nicht wahr...", Shanes Gesicht bekam einen wütenden Ausdruck, "warum kann der nicht begreifen, dass wir beide zusammen gehören? Warum tut er das?" "Ich weiß es nicht, aber er wird es akzeptieren müssen...", sagte Rachel. "Das ist wahr", Shane lächelte und strich Rachel über die Wange. "Ach Shane ich bin so froh, dass du da bist", Rachel schlang ihre Arme wieder um Shanes Hals und vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter. "Ich kann zwar nicht solange bleiben, aber bei dir schlafen tue ich trotzdem. Ich muss morgen früh halt zeitig hier raus", erklärte Shane. "Darin haben wir ja schon Übung!", Rachel grinste. Dann zog sie Shane wieder ganz dicht an sich und küsste ihn. Zusammen kuschelten sie sich unter die Bettdecke und schliefen bald ein.

Am nächsten Morgen wachte Shane sehr früh auf. Er bewegte sich vorsichtig, damit Rachel in seinen Armen nicht aufwachte. Dann sah er auf die Uhr. Es war halb acht. Shane seufzte. Es war wohl an der Zeit aufzustehen. Er wollte Rachel nicht schon wieder alleine lassen, warum hatte Louis nur etwas gegen ihre Beziehung. Behutsam stupste er Rachel an. "Hey Süße, wach auf! Nur für fünf Minuten, dann kannst du weiter schlafen", flüsterte Shane. "Hm? Was ist denn los?", murmelte Rachel schlaftrunken. "Ich muss los. Leider", sagte Shane. "Aber dann ist mein Bett jetzt ja so leer...", Rachel setzte sich auf. "Wenn es nach mir ginge, würde ich auch bei dir bleiben", Shane küsste sie auf die Stirn, "aber es geht nicht." "Bekomme ich dann wenigstens noch einen richtigen Kuss? Wer weiß, vielleicht sehe ich dich ja erst in 24 Stunden wieder, wenn Louis noch immer so schlecht drauf ist", Rachel sah zu Shane. Shane strich ihr kurz durch die Haare und gab Rachel dann einen Kuss. "Hmm...Schade, dass du weg musst", Rachel grinste, "ich hätte jetzt eigentlich was ganz anderes mit uns vor..." "Das holen wir nach", Shane küsste Rachel noch mal kurz auf die Wange, "und vergiss nicht, ich liebe dich!" "Wie könnte ich das vergessen? Ich liebe dich doch auch. Bis später", Rachel sah Shane nach, wie er ihr Zimmer verlies und lies sich zurück in ihr Bett fallen. Warum musste alles so schrecklich kompliziert sein?

Chapter 28

Rachel schlief noch einige Stunden und stand dann auf. Sie war gerade fertig, als es an der Tür klopfte. Rachel ging zur Tür. Vielleicht war es ja Shane, der doch noch etwas Zeit hatte. Doch vor der Tür stand Louis. Rachel verzog das Gesicht. Louis tat so, als ob er ihren Gesichtsausdruck nicht bemerkt hätte und lächelte. "Kann ich einen Moment reinkommen?", fragte er. "Ich kann dich ja nicht davon abhalten", murmelte Rachel. Auch diesen Kommentar ignorierte Louis und trat in das Zimmer. "Ich wollte dich nur noch daran erinnern, dass du deine Koffer schon packst, weil der Flug nach Glasgow unmittelbar nach dem Konzert geht!", meinte Louis. "Ich habe nicht viel ausgepackt, alles ist so gut wie fertig...", gab Rachel zurück und sah Louis irritiert an. "Okay, dann sag ich einem der Hotelangestellten, dass sie es runterbringen sollen", sagte Louis. "Warum denn jetzt schon?", wollte Rachel wissen, "wenn es doch erst heute Abend los geht..." "Das wird alles gesammelt", erklärte Louis, "kommst du mit? Ich will dir noch jemanden vorstellen." Rachel sah Louis verwirrt an. Sie verstand gar nichts mehr. Was war mit Louis? Er wirkte überhaupt nicht mehr wütend. "Du willst mich nicht irgendwie verkuppeln?", fragte Rachel argwöhnisch. "Ach Unsinn", Louis schüttelte den Kopf, "kommst du jetzt?" "Okay", Rachel griff nach ihrer Tasche und folgte Louis. Zusammen gingen sie in die Lobby. Dort steuerte Louis eine Sitzgruppe, in der ein Paar platzgenommen hatte, an. "So Rachel, darf ich dir Kate und Paul O’Brien vorstellen?", Louis wies mit der Hand auf das Paar, "Kate, Paul, das ist meine Nichte Rachel." "Hallo!", Rachel nahm die ihr angebotenen Hände. "Die beiden leben in Cork", erzählte Louis. "Wir freuen uns dich kennen zulernen, Rachel", meinte Kate. Rachel lächelte halbherzig. Was sollte das hier? Louis wandte sich an Rachel: "Kate und Paul leiten eine Textilkonzern in Cork!" "Ja und wir freuen uns wirklich auf die Zeit mit dir...", meinte Paul. "Entschuldigung?", Rachel sah Paul verwirrt an, "aber ich verstehe nicht." "Er spricht von dem Praktikum, das du in ihrem Unternehmen machen sollst!", erklärte Louis, "bevor du im Herbst an eine Fachhochschule oder so was ähnliches in Dublin gehst! Das würde dich doch auf dem Weg zu deinem Wunschberuf sehr viel weiter bringen." Rachel sah verstört von Louis zu Kate und Paul. "Und wie soll das gehen? Ich denke wir fliegen weiter nach Glasgow?", Rachel sah perplex zu Louis. "Ja wir fliegen, aber ich denke für dich ist das Praktikum die beste Lösung. Außerdem kannst du bei Paul und Kate wohnen. Überleg doch mal, was du über Mode und Modedesigner lernen kannst", sagte Louis. Rachel konnte nicht glauben, was Louis da erzählte. "Dir ist doch schei*egal, ob ich was lerne. Du willst mich doch nur von Shane fernhalten!!!", fauchte Rachel, "aber ich werde nicht weggehen. Ich liebe Shane. Du kannst uns nicht trennen!!!" "Nicht so laut! Glaub mir Rachel, es ist das beste, wenn du Shane eine Weile nicht siehst. Dann wird diese Teenagerschwärmerei auch bald vorüber sein", meinte Louis. "Verdammt noch mal, das ist keine Teenagerschwärmerei. Ich liebe Shane. Kannst du das nicht verstehen?!", schrie Rachel. "Hör mir mal zu! Solange du noch nicht volljährig bist, kümmere ich mich um dich und ich sage dir jetzt, du wirst mit Kate und Paul gehen!", Louis sah Rachel starr an, "bitte bring mich nicht dazu dich zu zwingen. Wenn die Tour vorbei ist kommst du wieder zu mir und dann zeige ich dir erst mal Dublin und Irland, okay?" "Ich kann nicht glauben, dass du mir das antust", Rachel sah Louis fassungslos an, sie drehte sich um und wollte weggehen. "Hier geblieben!", Louis zog sie heftiger als gewollt zurück, "du wirst jetzt mir Paul und Kate fahren. Ende der Diskussion!!!" Louis hielt sie immer noch am Arm fest und wandte sich an das Paar, "es tut mir leid, aber das ist bestimmt nur der erste Schock. Am besten ihr nehmt sie jetzt mit, sie wird sich schon eingewöhnen! Ich glaube es ist alles bereit." "Okay", Paul und Kate standen auf und folgten Louis mit Rachel in Richtung Ausgang. Dort parkte schon ein großes Auto. "So Rachel mach’s gut! Wir sehen uns sobald es geht", Louis lächelte. "Lass mich in Ruhe, ich will dich nie wieder sehen!!!", Rachel zitterte vor Wut am ganzen Körper, "ich verzeihe dir das niemals." Damit stieg sie widerwillig in das Auto. Was für eine Wahl hatte sie denn? Louis schlug die Tür zu. Paul startete den Wagen. Rachel konnte das Schluchzen nicht mehr aufhalten. Kate drehte sich besorgt zu ihr um. "Hey, das wird wieder!", meinte sie und lächelte Rachel aufmunternd zu. Rachel antwortete nicht und starrte aus dem Fenster. Sie wollte nicht getröstet werden. Immer noch schluchzend schob sie eine Hand in ihre Tasche und suchte nach ihrem Handy. Sie musste Shane eine SMS schreiben, was hier vor sich ging. Doch ihr Handy war nicht dort. Es war verschwunden!!!

Chapter 29

"Wann geht unser Flug eigentlich heute noch?", maulte Kian gähnend, "wo wäre das Problem gewesen, wenn wir am frühen Nachmittag in Glasgow angekommen würden." "Dass wir morgen früh einen Interviewtermin haben. Ja, ich glaube das war’s", Nicky schlug Kian grinsend auf die Schulter. "Ach ja, das habe ich durch den ganzen Trouble vergessen", meinte Kian. "Hey du machst mir Konkurrenz", Bryan grinste Kian an, "sonst vergesse ich doch alles." "Ich versuche es zumindestens", Kian grinste zurück, dann sah er zu Shane, der sich unruhig umsah, "Shane was ist los?" "Ich suche Rachel. Habt ihr sie irgendwo gesehen?", fragte Shane und sah sich weiter um. "Soweit ich weiß, war sie ja nicht mit auf dem Konzert. Anscheinend ist Louis immer noch sauer!", meinte Mark. "Aber sie muss doch mit nach Glasgow kommen. Sie muss ja irgendwo hier sein", sagte Shane. "Sie ist bestimmt hier, aber ich denke Louis wird aufpassen, dass sie nicht in deine Nähe kommt", meinte Bryan, "auch wenn sein Getue echt übertrieben ist. Mach dir trotzdem keine Sorgen. Sicher sitzt sie schon im Flugzeug." Shane nickte.

Doch als sie ins Flugzeug stiegen, bemerkte Shane, dass Rachel dort auch nicht war. Er sah sich noch einmal überall um. Doch er konnte Rachel nirgendwo entdecken. Shane ging beunruhigt zu Louis. "Du wir können unmöglich starten. Rachel fehlt", meinte er. "Ich weiß", erwiderte Louis ruhig. "Und warum suchst du nicht nach ihr. Ich meine wir können sie nicht hier in Belfast lassen?!", Shane sah Louis verständnislos an. "Rachel ist auch nicht in Belfast", gab Louis zurück. "Wo ist sie dann?", Shane verstand nur noch Bahnhof. "In Cork", gab Louis Auskunft. "Was macht sie in Cork?", fragte Shane perplex, "verdammt Louis, hör auf in Rätseln zu sprechen." "Wieso Rätsel? Ich dachte Rachel hätte dir das mit ihrem Praktikum bei meinen Bekannten erzählt. Ihr standet euch doch angeblich so nah...", meinte Louis. "Nein, das ist nicht wahr!", Shane sah Louis an. "Tut mir leid. Es war die ganze Zeit schon so geplant", antwortete Louis, "und sie hat dir wirklich nichts gesagt?" Shane antwortete nichts, drehte sich um und ging zu seinem Platz. Dort ließ er sich fallen und starrte auf den Sitz vor sich. Bryan sah ihn besorgt an: "Ist irgendetwas passiert?" "Es ist Rachel, sie...", Shane brach ab und schluckte. "Ganz ruhig, was ist mit Rachel?", Bryan sah Shane beruhigend an. "Sie ist in Cork!", brachte Shane hervor. "Wieso das denn und wie ist sie dahin gekommen?", Bryan schüttelte ungläubig den Kopf. "Sie macht dort ein Praktikum bei Bekannten von Louis. Angeblich war das schon von Anfang an geplant...", erzählte Shane, "sie muss heute Morgen abgeholt worden sein. Ich verstehe das nicht? Warum hat sie mir nichts davon gesagt? Ich dachte sie liebt mich..." "Jetzt mal ganz langsam, Shay!", mischte sich Kian ein, "natürlich liebt Rachel dich. Daran darfst du nicht mal eine Sekunde lang zweifeln!" "Und warum hat sie mir nichts von dem Praktikum gesagt?", wollte Shane verzweifelt wissen. "Weil sie es eventuell selbst nicht wusste?", meinte Bryan. "Wie kommst du darauf?", Shane sah Bryan erstaunt an. "Weil ich mir vorstellen könnte, dass Louis das alles organisiert hat um euch zu trennen. So wütend, wie der seit gestern auf euch ist, ist das gut möglich." "Meinst du?", fragte Shane. "Ich finde Bryans Vermutung viel wahrscheinlicher", meinte Kian, "ich meine ich glaube nicht, dass Rachel uns und vor allem dir nur ein Theater vorgespielt hat. Bestimmt meldet sie sich bald bei dir. Ich meine, sie hat doch deine Handynummer, oder?" Shane nickte. "Na also, dann wird sie sich bald bei dir melden", sagte Bryan, "sie liebt dich, da bin ich mir ganz sicher." "Ich mir eigentlich auch...", antwortete Shane, "wahrscheinlich hast du Recht..."

Es war wirklich nicht da. Nicht in ihrem Koffer. Nicht in ihrer Tasche. Nirgends. Rachel schmiss ihre Tasche aufs Bett. Sie musste ihr Handy, als Louis sie festgehalten hatte verloren haben. Das konnte doch nicht wahr sein. Rachel durchkramte noch einmal ihre ganzen Sachen. Doch das Handy blieb verschwunden. Erschöpft setzte sich Rachel auf ihr Bett und schlug die Hände vors Gesicht. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass ihr Handy ihre einzige Möglichkeit gewesen war, Shane zu erzählen, was wirklich vorgefallen war. Was würde er nur von ihr denken, wenn er keine Nachricht von ihr bekam. Und was hatte Louis ihm erzählt? Rachel wusste es nicht. Sie hatte nur Angst, dass sie Shane nie wieder sehen würde. Oder, dass er dachte sie hätte ihm nur etwas vorgemacht. Bei diesen Gedanken musste Rachel unwillkürlich weinen. Sie warf sich aufs Bett und schluchzte leise. Warum hatte Louis ihr das angetan? Warum konnte er nicht akzeptieren, dass sie und Shane sich liebten? Unter ihren Gedanken und Tränen schlief Rachel schließlich ein.

Chapter 30

Shane schaltete sein Handy an. "Bitte lass eine Nachricht da sein", flüsterte er leise. Es war mittlerweile zwei Wochen her, dass Rachel weg war und er hatte nicht mehr viel Hoffnung. Er hatte schon öfters versucht selbst bei Rachel anzurufen, aber das Handy war immer ausgeschaltet. Und er hatte es auch aufgegeben auf ihre Mailbox zu sprechen, da sie ja doch nicht antwortete. Doch er hörte seine immer noch jeden Tag ab oder wartete auf eine SMS von ihr. Mit zitternden Händen hielt er sein Handy und wartete einige Minuten. Nichts. Wieder nichts. Seit 16 Tagen hatte er keine Nachricht von Rachel bekommen. Hatte Louis vielleicht doch Recht gehabt? War diese Aktion schon immer geplant gewesen? Hatte Rachel sich mit ihm nur über den Tod ihrer Eltern hinweggetröstet? Hatte sie ihn wirklich nie geliebt? Shane wollte das nicht glauben. Konnte jemand so ein Theater spielen? Niedergeschlagen knallte Shane sein Handy auf den Nachtisch. Er hatte zu nichts Lust. Er war so enttäuscht, traurig und dennoch hatte er die Hoffnung nicht aufgegeben. "Shane, hast du vergessen, dass wir jetzt ein Interviewtermin haben?", Nicky steckte den Kopf durch die Tür. "Tut mir leid. Ich habe das ganz vergessen...", murmelte Shane. "Ist ja nicht schlimm", Nicky lächelte, "dafür sind ja Freunde da. Hat Rachel sich immer noch nicht gemeldet?" Shane schüttelte stumm den Kopf, dann lief ihm eine Träne über die Wange. "Ich verstehe das nicht, Nicky", sagte er, "ich dachte sie liebt mich." "Ich kann das auch nicht glauben. Und ich halte Rachel auch nicht für so hinterhältig, wirklich nicht", Nicky legte einen Arm um Shane. "Ich will es auch nicht glauben, aber was soll ich denn nach mehr als zwei Wochen denken?", Shane schüttelte den Kopf, "ich weiß es nicht mehr." "Es gibt bestimmt eine Lösung dafür", redete Nicky weiter und stieß Shane in die Seite. "Glaubst du das?", Shane sah Nicky argwöhnisch an. "Ich hoffe es dir zu Liebe auf jeden Fall", erwiderte Nicky, "und jetzt komm. Wir müssen uns beeilen." Shane seufzte, fuhr sich einmal durch die Haare und folgte Nicky.

"Hey Rachel, wir müssen heute alleine essen. Paul hat noch in der Firma zu tun", meinte Kate, als Rachel die Küche zum Abendessen betrat. "Ist in Ordnung", Rachel setzte sich. "Du hast noch überhaupt nicht gesagt, ob dir das Praktikum bei uns gefällt", sagte Kate und setze sich Rachel gegenüber, "und wie es dir hier überhaupt gefällt." "Vielleicht kommt es nicht so rüber, aber das Praktikum ist echt toll. Aber nicht unter den Umständen!", sagte Rachel, "es ist genau das was ich später einmal machen will. Mode designen, aber im Moment kann ich mich nicht darauf konzentrieren. Tut mir leid..." "Was ist denn los Rachel?", Kate sah sie freundlich an, "ich habe schon als wir dich abgeholt haben, dass etwas nicht mit dir stimmt. Du bist die ganzen Tage, wo du hier bist noch kein einziges Mal fröhlich gewesen." Rachel sah Kate nur stumm an. "Hey ich erzähle Louis nichts", meinte sie, "hat es etwas mit seinem Verhalten zu tun." Rachel nickte. "Dieses Praktikum machst du gar nicht freiwillig, stimmt’s?", wollte Kate wissen. "Nein", sagte Rachel langsam, "ich wusste bis zu der Minute, wo Louis das gesagt hat, gar nichts davon. Ich habe das Gefühl, dass er mich loswerden wollte." "Aber wieso? Eigentlich kenne ich Louis gar nicht so hinterhältig", Kate sah Rachel erstaunt an. "Ich hätte das auch nie gedacht, eigentlich war er auch immer nett zu mir", Rachel seufzte, "aber es war so. Louis hat mich ja mit auf die Westlifetour genommen und so habe ich die Jungs kennen gelernt. Ich habe mich sehr gut mit ihnen verstanden. Und mit Shane halt besonders gut und es ist halt mehr daraus geworden. Nur Louis war damit überhaupt nicht einverstanden und hat auch einen ziemlichen Aufstand gemacht. Uns von einander fern gehalten. Aber ich dachte er würde es irgendwann merken, dass Shane und ich uns lieben und wie ernst es mit uns ist. Okay ich bin halt noch jung, aber ich liebe Shane." Rachel wischte sich einige Tränen aus dem Gesicht. "Louis hat sich bestimmt Sorgen gemacht, aber ich finde das hier geht zu weit. Aber Shane wird doch sicher Verständnis dafür haben, dass du gegen Louis’ Aktionen keine Chance hattest", versuchte Kate Rachel zu beruhigen. "Das ist ja gerade das Schlimme. Shane weiß nicht wo ich bin und ich habe keine Ahnung, was Louis ihm erzählt hat. Außerdem habe ich mein Handy verloren, wo ich seine Nummer gespeichert habe. Ich habe also keine Chance Shane irgendwie zu sagen, was überhaupt passiert ist", Rachel biss sich auf die Lippe. "Ach du Schande", Kate zog die Augenbrauen hoch, "da hat Louis aber ganze Arbeit geleistet." "Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich vermisse Shane. Ich habe solche Angst, dass er denkt ich hätte ihm nur etwas vorgemacht", Rachel sah zu Boden. "Vielleicht gibt es eine Möglichkeit", meinte Kate, "ich bin nicht sicher, ob sie 100% funktioniert, aber es ist eine Möglichkeit." "Was, bitte sag es mir", Rachel sah Kate erwartungsvoll an. "Du könntest ihm einen Brief schreiben, in diesem Brief erklärst du ihm alles", meinte Kate. "Ja und wo soll ich das hinschicken? An die Plattenfirma???", Rachel sah Kate skeptisch an. "Nein, aber du weißt doch in welchem Ort Shane wohnt, oder? Oder sonst ich glaube es ist Sligo. Louis hat mal da irgendwas erwähnt. Und ich denke die Postboten müssen täglich Post zu den Westlifern bringen. Da reicht es wenn du seinen Namen und Sligo drauf schreibst.", riet Kate. "Hm, aber Shane bekommt doch wahnsinnig viel Post. Wie soll er meinen Brief dann von den ganzen Fanbriefen unterscheiden?", fragte Rachel. "Du musst irgendetwas auf den Umschlag schreiben, dass ihn an dich erinnert und wobei er merkt, dass der Brief nicht von einem Fan kommt, sondern von dir... Dir fällt doch bestimmt was ein", Kate lächelte. "Oh man Kate, das ist eine Idee. Danke für den Tipp und danke dass ich mit dir reden konnte", Rachel lächelte, "aber bitte..." "Klar, kein Wort zu Louis", Kate lachte, "ist doch klar. Doch ich konnte dich hier doch nicht leiden sehen." Rachel lächelte ihr noch mal zu und machte dann, dass sie in ihr Zimmer kam. Sie wollte so schnell wie möglich den Brief für Shane schreiben. Es gab endlich eine Chance. Es war ihre einzigste Chance.

Chapter 31

Shane wachte auf. Im ersten Moment wusste er nicht wo er war. Doch dann fiel es ihm wieder ein. Er war zu Hause. Richtig zu hause. Gestern war ihr großes Konzert in Sligo gewesen. Es war toll gewesen. Shane lächelte versonnen. Die ganzen Fans, die gekommen waren. Und überall hatte er frühere Schulkameraden im Publikum gesehen. Shane versuchte sich einzureden wunschlos glücklich zu sein. Er hatte eine grandiose Tour hinter sich gebracht. Er hatte die vier besten Freunde und Bandkollegen der Welt. Und er hatte jetzt erst einmal frei bevor sie das neue Album aufnehmen wollten. Und dann war auch noch Nickys und Georginas Hochzeit. Und genau das erinnerte Shane, dass er doch nicht ganz so glücklich war. Er wollte es sich zwar nicht eingestehen, aber er vermisste Rachel. Er versuchte dieses Gefühl zu unterdrücken, weil er es nicht ertragen konnte. Sie schien sich ja nichts aus ihm zumachen. Er hatte über zwei Monate nichts mehr von ihr gehört. Sie schien sich ja wirklich nichts aus ihm zumachen, sonst hätte sie sich doch bestimmt gemeldet. Shane konnte die Gedanken nicht mehr ertragen und stand auf. Er machte sich auf dem Weg in die Küche. Dort war seine Mutter(Shane wohnte noch solange bei seinen Eltern, bis sein Haus fertig werden würde). "Morgen Shane", rief Mae Filan ihrem Sohn zu, "na hast du dich von eurem sensationellen Konzert gestern erholt?" "Ja, auch wenn ich noch ein bisschen müde bin", Shane gähnte. "Das gibt sich. Du frühstückst jetzt erst mal", Mae schob Shane ein paar Scheiben Toast hin. "Danke", Shane lächelte und begann stumm seine Toasts zu beschmieren. "Du bist ziemlich schweigsam", meinte Mae, "stimmt irgendwas nicht? Hat es was mit Gillian zu tun. Tut es dir leid, dass du eure Verlobung aufgelöst hast?" "Nein, das ist es nicht. Ich habe ich ja nicht einfach so von Gillian getrennt", sagte Shane, "da steckt ja viel mehr hinter, aber ich konnte euch das am Telefon nicht sagen..." "Du hast dich in jemand anders verliebt stimmt’s?", Mae sah ihren Sohn prüfend an. Shane nickte und kaute. Dann sagte er: "Ja, aber das ist alles nicht so einfach. Ich meine Rachel ist erstens Louis Nichte. Zweitens ist sie erst 17." Dann erzählte er seiner Mutter die ganze Geschichte. "Und jetzt habe ich keine Ahnung, ob sie mich überhaupt liebt oder sich nicht wirklich etwas aus mir gemacht hat", seufzte Shane. "Wenn sie auch die Gefühle für dich hat, wie du sie zu haben scheinst, dann wird sie sich bei dir melden. Vielleicht braucht sie einfach noch Zeit", meinte Mae. Shane zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht", sagte er, "ich hoffe es. Ich gehe jetzt erst mal ausreiten. Das habe ich die ganze Zeit auf Tour vermisst." "Okay, danach sieht die Welt schon wieder etwas anderes aus", Mae lächelte. "Dann mache ich mal auf die Socken", sagte Shane, "und danke, Mum." Dann zog er sich schnell um und ging zu den Pferden. Er sattelte sein Lieblingspferd Carlton Clover und Minuten später fegte er schon durch die Wälder von Sligo. Er machte einen ziemlich langen Ausritt und kam erst am Nachmittag wieder zurück zu dem Haus seiner Eltern. Shane sattelte sein Pferd ab und ging dann wieder ins Haus. Dort lief er seiner Mutter über den Weg. "Na geht’s dir ein bisschen besser?", fragte sie. "Ein bisschen", Shane nickte. "Ich habe dir überings deine Fanpost in dein Zimmer gelegt. Musst mal gucken, ist ganz schön viel geworden", sagte Mae. "Danke, dann gehe ich gleich mal lesen...", Shane grinste und ging in sein Zimmer. Dort lag wirklich eine beachtliche Anzahl von Briefen. Er setzte sich auf sein Bett und griff nach einigen Briefen. Shane hatte schon einige gelesen, als ihm ein Brief in die Hände fiel. Er sah eigentlich aus wie jeder andere, aber auf den Umschlag war neben der Anschrift etwas geschrieben:

...I want one moment in time, When I’m more than, I thought could be, when all of my dreams, are a heartbeat away

Shane stutzte. War der Brief etwa von... Das konnte nicht sein. Schnell öffnete er den Brief, faltete das Papier auseinander, atmete noch mal durch und begann zu lesen:

Lieber Shane,

du fragst dich bestimmt warum ich dir diesen Brief schreibe. Wie es aussieht ist es im Moment meine einzigste Möglichkeit. Darum hoffe ich umso mehr, dass dieser Brief ankommt und dass du ihn liest.

Ich weiß nicht was du gedacht hast, als ich so plötzlich weg war. Louis hat mich nämlich zu Bekannten von sich nach Cork geschickt. In dem Textilkonzern von Louis’ Bekannten mache ich jetzt ein Praktikum. Ich möchte nur, dass du weißt, dass dies alles nicht freiwillig geschehen ist. Ich wusste bis zu dem Moment, als Louis es mir eröffnet hat, auch nichts davon. Und ich wollte mich auch weigern, aber gegen Louis konnte ich nicht ankommen. Ich weiß nicht was er dir erzählt hat, aber ich bin nicht freiwillig hier. Ich meine, seine Bekannten Kate und Paul, bei denen ich auch wohne sind nett, aber ich wäre viel lieber bei dir. Doch wie es im Moment scheint gibt es keine Möglichkeit dich zu sehen. Ich wollte dir ja auch auf jeden Fall eine Nachricht zukommen lassen, aber ich habe mein Handy verloren. Wahrscheinlich als ich mich geweigert habe mit Kate und Paul zu gehen und Louis mich dazu bewegen wollte. Es tut mir leid.

Für mich ist diese Situation auch nicht leicht, weil ich dich von Tag zu Tag mehr vermisse und ständig an dich denken muss. Ich möchte so gerne wieder bei dir sein. Jeden Abend stehe ich am Fenster und sehe auf Cork. Dabei stelle ich mir vor, wie du mit den Jungs auf einer Bühne stehst und tausende Fans glücklich machst. Und dann stelle ich mir vor, dass du von der Bühne kommst und ich dich endlich wieder umarmen kann und dir sagen kann, dass es ein toller Auftritt war. Oder ich muss daran denken neben dir aufzuwachen und zu denken, dass das alles nur ein Traum ist. Obwohl es der Wahrheit entspricht. Ich könnte unzählige kleine Momente aufzählen, aber bei jedem merke ich noch stärker, dass ich dich vermisse.

Im Moment weiß ich nicht, wann und ob ich dich wiedersehen werde, obwohl ich mir nichts mehr wünsche, als wieder bei dir zu sein. Ich weiß nicht, was nach der Tour sein wird. Ich glaube dann komme ich wieder zu Louis nach Dublin. Ich weiß leider nicht, wo genau das ist, weil ich nur einmal kurz dort war. Ich höre trotzdem nicht auf mir zu wünschen, dass ich dich eines Tage wieder sehe.

Ich liebe dich

Rachel

Shanes Hand, die den Brief fest hielt, zitterte. Rachel. Sie hatte ihm diesen Brief geschrieben. Sie hatte ihm nichts vorgemacht. Da war er sich ganz sicher. Niemand schrieb so einen Brief, wenn er es nicht so meinte. Shane lächelte. Er fühlte sich wahnsinnig erleichtert. Rachels Gefühle waren immer noch dieselben wie vor zwei Monaten. Und zum ersten Mal seit längerer Zeit ließ er wieder seinen vollen Gefühlen den Lauf und dachte an Rachel. An die vielen schönen Stunden, die sie zusammen verbracht hatten. Am liebsten wäre er sofort zu Rachel gefahren, aber er musste erst einmal zu einer seiner Freunde und ihnen von der Nachricht erzählen.. Also fuhr Shane als erstes zu Kian. Doch bei Kian machte niemand auf. Daraufhin fuhr Shane zu Mark. Mark spielte gerade mit seinem kleinen Bruder Fußball. Als er Shane aus dem Auto steigen sah, winkte er ihm zu. "Na hast du schon Sehnsucht nach mir?", grinste Mark, "dabei ist es nicht mal 24 Stunden her, dass wir uns gesehen haben. Das nenne ich Liebe." Shane ignorierte Marks Kommentar und sagte: "Ich muss unbedingt mit dir reden." "Jetzt sofort?", Mark sah Shane fragend an. "Wenn es geht und wenn Colin dich entschuldigen kann", Shane grinste. "Colin, pass auf ich komme gleich wieder und dann spielen wir weiter, okay?", Mark wandte sich an seinen kleinen Bruder. Der nickte. "Gehen wir ein Stück spazieren?", schlug Shane vor. "Okay", Mark nickte. Zusammen gingen die beiden ein Stück. "Was ist jetzt passiert?", wollte Mark wissen. "Ich habe einen Brief von Rachel bekommen", platzte Shane heraus und dann erzählte er Mark alles was Rachel über Louis und ihr plötzliches Verschwinden geschrieben hatte. "Das ist ja ein Ding", Mark staunte, "Louis will mit aller Macht, dass ihr nicht zusammen seid." "Ich weiß, aber jetzt muss er erkennen, dass er damit nicht weiter kommt", meinte Shane, "er wird es akzeptieren müssen. Ich liebe Rachel." "Da hast du recht, aber Shane fahr jetzt nicht gleich nach Dublin, dann würde Louis sich nur wieder etwas Neues einfallen lassen. Wenn ich dir verspreche, dass du Rachel in den nächsten Wochen sehen wirst, fährst du morgen nicht nach Dublin?", Mark sah Shane fragend an. "Du hast ja Recht. Ich glaube Louis wäre nicht sehr erfreut, wenn ich da morgen aufkreuzen würde und Rachel sehen will", Shane nickte, "aber ich muss sie sehen. Ich vermisse sie so." "Ich habe da so eine Idee", Mark grinste, "warte ab du wirst Rachel bald sehen." "Was hast du vor?", Shane sah Mark skeptisch an. "Wird noch nicht verraten", Mark grinste, "du wirst es dann sehen. Und jetzt muss ich zurück zu Colin. Wir sehen uns die Tage mal. Und komm mir nicht vor Sehnsucht nach Rachel um, das wird schon. Du wirst sehen." Mark klopfte Shane auf die Schulter und ging zurück zu seinem Bruder. Shane sah ihm irritiert nach. Er hoffte, dass Marks Idee, was immer das auch war, funktionieren würde.

Chapter 32

Rachel kam gerade von einer Shoppingtour durch Dublin wieder. Sie hatte sich einige neue Tops zugelegt und eine neue Hose. "Na Rachel", begrüßte Louis sie, "erfolgreich gewesen?" Rachel warf ihm nur einen langen Blick zu und ging in ihr Zimmer. Seitdem Louis sie aus Cork abgeholt war, kümmerte er sich laufend um sie und wollte alles Mögliche mit ihr unternehmen. Sie wusste, dass er das alles machte, damit sich die Beziehung zwischen ihnen entspannte. Rachel tat ihm den Gefallen und fauchte ihn nicht bei jeder Gelegenheit an, doch verziehen hatte sie ihm die Aktion auf keinen Fall. Sie vermisste Shane und wünschte sich nichts sehnlicher als eine Antwort auf ihren Brief. Aber vielleicht hatte er ihn auch noch gar nicht gelesen. Vielleicht war er gar nicht erst angekommen. Vielleicht... "Rachel?", kam es von Louis, "komm essen." Rachel kam erstaunt in das kleine Esszimmer. "Wieso essen?", fragte sie mit hochgezogener Augenbraue, "sag nicht du hast gekocht." "Na ja nicht ganz, aber ich habe die Pizzen eigenhändig aufgetaut", Louis grinste. "Na dann", Rachel setzte sich Louis gegenüber an den Tisch. Doch gerade hatten sie die ersten paar Bissen gegessen, da klingelte das Telefon. Louis stand auf und ging dran. "Walsh? Hallo?", meldete er sich, "Was natürlich denke ich daran. Denkst du ich komme nicht? Immerhin habe ich eine Einladung!" Louis lachte. Rachel sah ihn irritiert an. Mit wem sprach Louis? Doch Louis drehte sich weg von ihr und hörte weiter was ihm sein ‚Telefonpartner’ sagte. "Was? Wieso?", fragte er diesmal, "nein ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist." Louis lauschte wieder eine Weile. "Aber warum? Ich hätte da schon ne andere Möglichkeit gefunden. Ja klar verstehe ich das, dass du sie auch dabei haben möchtest, aber ich denke wirklich nicht, dass es wirklich nötig ist...", sagte Louis wieder. Wieder schwieg er einige Momente und hörte zu, dann ließ er den Kopf hängen. "Ist okay. Ich frage sie. Ja bis nächsten Samstag. Und sei nicht zu nervös", verabschiedete sich Louis, "ja bye..." Dann legte er auf. Rachel sah ihn erwartungsvoll an. "Bevor du fragst. Das war Nicky", gab Louis Auskunft. "Und was wollte er?", fragte Rachel. "Ach...", Louis zögerte. "Was?", hackte Rachel nach. "Nicky und Georgina heiratet am Samstag in Frankreich und ich bin ja sowieso eingeladen. Doch er meinte, dass er und Georgina sich wünschen würden, dass du auch mit dabei bist", rückte Louis schließlich raus, "natürlich nur wenn du möchtest." "Natürlich möchte ich", Rachel lächelte. "Du kannst dir sicher denken, dass ich nicht wirklich begeistert davon bin", wandte Louis ein. Rachel gab ihm keine Antwort. "Du wirst mir etwas versprechen müssen", redete Louis weiter, "und zwar, dass du dich von Shane fern hältst. Aber ich denke zwar, dass Gillian und er dort zusammen hin kommen werden und mit sich beschäftigt sein werden, aber ich möchte das trotzdem gesagt haben. Versprichst du mir das?" Rachel nickte. Was sollte sie auch anderes tun? Wenn sie sich geweigert hätte, hätte Louis sie nicht mitgenommen. Sie hoffte nur, dass Louis sie nicht die ganze Zeit beobachten würde. Vielleicht gab es ja doch noch eine Möglichkeit mit Shane zu reden? Aber wie würde er reagieren, wenn sie sich wieder gegenüberstanden? War er tatsächlich wieder mit Gillian zusammen? Nein, das hatte Louis bestimmt nur so daher gesagt. Aber was war, wenn Shane wirklich mit jemand anderes da war? Was war, wenn er dachte sie hätte nur mit ihm gespielt? Rachel musste sich bei diesen Gedanken unwillkürlich schütteln. Doch es gab nur eine Möglichkeit um die Wahrheit zu erfahren: Sie musste mit Shane reden...


Eine Woche später...

"Können Sie nicht schneller fahren?", fragte Louis den Taxifahrer in ziemlich schlechtem Französisch. Der Fahrer warf Louis nur einen genervten Blick zu und zuckte mit den Schultern. "Beruhig dich", Rachel legte ihrem Onkel eine Hand auf den Arm, "wann fängt die Zeremonie denn an?" "In eine halben Stunde, aber ich habe keine Ahnung, wie lange die Fahrt hier dauert", grummelte Louis. "Wir kommen schon rechtzeitig", Rachel grinste, sonst war Louis nie so nervös, "du tust ja fast, als ob es dein Sohn oder deine Tochter wäre, die heiratet." "Ich weiß, ich bin schlimm, aber ich will auf keinen Fall zu spät kommen", entgegnete Louis. "Wir kommen nicht zu spät", meinte Rachel, "und außerdem kommt die Braut doch auch mindestens 10 Minuten zu spät..." "Wollen wir es hoffen", Louis sah weiter angestrengt aus dem Fenster. Rachel war innerlich aufgeregt, aber sie durfte es Louis nicht zeigen. Sie musste auf jeden Fall ruhig bleiben. Darum riss sie sich zusammen und versuchte Louis auch zu beruhigen.

"Siehst du, da sind wir ja", Rachel zeigte auf die Kathedrale, die vor ihnen erschien. "Endlich", Louis seufzte, "ich hasse es einfach zu spät zu kommen." Wenig später hielt das Taxi vor der Kathedrale. Louis und Rachel stiegen aus. "Mensch, ist das heiß...", stöhnte Rachel, "lass uns schon rein gehen. Ich hoffe in der Kirche ist es etwas kühler." "Okay, dann verpassen wir auch auf keinen Fall etwas", Louis nickte. Rachel schüttelte nur lachend den Kopf. Auf dem Weg zu ihren Plätzen grüßte Louis immer wieder einige Leute und rief ihnen ein paar Worte zu. Rachel kam sich etwas verloren vor. Vergeblich sah sie sich um. Doch sie entdeckte niemanden, den sie kannte. Darum war sie froh, als sie mit Louis die Kathedrale betrat. Ein Mann führte sie zu ihren Plätzen. Es war in der fünften Reihe, aber sie hatten dennoch einen guten Blick auf das Altar und den Mittelgang.

"Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich vor so einem Altar gestanden habe", Bryan grinste und setzte sich neben Shane auf einen Stuhl, "was war ich aufgeregt und dann hat Kerry mich auch noch unendlich lang warten lassen..." "Das gehört zu einer Hochzeit dazu", Kerry stieß Bryan in die Seite, "und nachher war es doch umso schöner oder?" Bryan lächelte nur und griff nach ihrer Hand. Shane grinste. Die beiden waren einfach ein Traumpaar. Nur machte das seine Sehnsucht nach Rachel noch größer. Mittlerweile fing er auch fast an zu glauben, dass Mark sein Vorhaben doch nicht so ganz in die Tat umgesetzt haben könnte. Doch in diesem Moment stieß Mark, der auf der anderen Seite von Shane saß , ihn in die Seite. "Was ist los? Kommt der Bräutigam?", Shane grinste. "Nicht ganz, aber ich glaube es dürfte dich genauso, wenn nicht noch ein kleinwenig mehr interessieren!", lachte Mark. Shane sah sich um und erstarrte fast, denn in diesem Moment betrat Rachel die Kirche. "Du kannst den Mund jetzt wieder zu machen", Kian, der auch schon mit seiner Freundin Jodi da war, schob Shane eine Hand unter das Kinn, "auch wenn sie noch so hübsch aussieht und sie noch so vermisst hat. Louis braucht ja nicht unbedingt mitbekommen, dass eure Gefühle für einander noch immer so stark sind. Du wirst heute schon noch eine Gelegenheit bekommen mit ihr zu reden." "Du hast ja Recht", Shane sah noch einmal zu Rachel, die ihn anscheinend nicht gesehen hatte und drehte sich wieder um. Doch er war immer wieder in der Versuchung sich noch mal umzudrehen. "Beruhig dich", Mark sah Shane halb ernst halb belustigt an, "du hast doch gehört, was Kian gesagt hat. Louis braucht wirklich nichts zu merken, also reiß dich jetzt etwas zusammen. Es geht sowieso gleich los..." Shane seufzte und nickte. Seine Freunde hatten ja recht. Rachel und er hatten es jetzt so lange ausgehalten, was waren da schon ein paar Stunden, bevor sie sich wieder endlich wieder gegenüber standen? In diesem Moment wurde er aus seinen Gedanken gerissen, denn die Glocken, der Kathedrale begannen zu läuten. Sie sahen alle zu dem Altar, wo Nicky stand und sichtlich nervös war. Doch wenige Minuten später ging die Tür auf und Georgina betrat die Kathedrale...

Chapter 33

"Hiermit erkläre ich Sie zu Mann und Frau", beendete der Pfarrer seine Predigt, "Sie dürfen die Braut jetzt küssen." Alle in der Kathedrale standen auf, als sich Nicky und Georgina küssten. Derweilen setzte die Orgel zum Nachspiel an. Und die Kirche lehrte sich nach und nach, weil alle draußen auf das frischgetraute Ehepaar warteten. Auch Rachel und Louis standen dort und warteten. Rachel sah sich weiter um. Bisher hatte sie Shane noch nicht gesehen. Und auch die anderen außer Nicky und Georgina noch nicht. Wieder applaudierten alle, denn nun verließen Nicky und Georgina die Kathedrale. Gefolgt von ihren Familien gingen sie durch die Menge und winkten ihren Gästen zu. Dann stiegen sie in eine bereitgestellte Limousine, die sie zum Schloss, wo sie weiter feiern wollten. Rachel fand, dass die beiden ein tolles Paar abgaben und in ihrer Kleidung, Georgina im langen, weißen Kleid und Nicky in seinem schicken, weißen Anzug, einfach toll aussahen und trotzdem war sie etwas abgelenkt, weil sie immer noch nach Shane Ausschau hielt. Er musste doch irgendwo sein. "Das ist ja ne Überraschung, unser lieber Louis", tönte es plötzlich hinter ihnen.
Rachel und Louis drehten sich um. Hinter ihnen standen Bryan und Kerry. "Ich hätte nie gedacht, dass du uns so hängen lässt, warum hast du dich mit deiner bezaubernden Begleitung nicht zu uns gesetzt?" "Wir waren ein bisschen spät, weil der Taxifahrer so langsam gefahren ist und da haben wir euch nicht mehr gefunden", antwortet Louis. Rachel glaubte ihm kein Wort. Er hatte sich bestimmt nicht zu den Lifern setzten, wollen weil er Angst hatte, sie könnte Shane begegnen. Bryan wandte sich ihr zu. "Rachel, schön dich mal wieder zu sehen", er umarmte sie kurz. Kerry tat das Gleiche. "Ich freue mich auch", Rachel lächelte und sah die beiden fragend an und formte mit den Lippen ein ‚Wo ist Shane?’. Bryan zuckte mit den Schultern und schüttelte gleich zeitig den Kopf. Kerry flüsterte ihr ein ‚Später’ zu. Louis sah sich derweilen um. "Was ist los?", wollte Rachel wissen. "Ich glaube unser Taxi ist nicht mehr da", meinte Louis. "Ist doch logisch oder hast du gesagt, dass der Fahrer warten soll?", Rachel sah Louis etwas irritiert an. "Nein, das habe ich vergessen, aber eigentlich wollte ich das machen. Wir haben jetzt nämlich ein Problem, weil wir nicht zum Schloss kommen", Louis fasste sich an den Kopf. "Was ist denn los mit dir?", Rachel lachte, "Nicky hat doch nur geheiratet..." "Ich weiß auch nicht", Louis schüttelte den Kopf, "vielleicht ist das die Hitze." "Ich habe eine Idee", meinte Bryan, "ihr könnt doch bei uns im Wagen mit fahren. Wir sind nur zu zweit. Die anderen sind schon auf dem Weg zum Chateau." "Okay danke, ich weiß auch nicht wie mir das passieren konnte, dass ich so was vergesse. Nehmt ihr Rachel schon mal mit? Ich muss gerade nur noch etwas klären. Ich bin in fünf Minuten da", versprach Louis. "In Ordnung", Bryan nickte. Louis verschwand in den Menschenmengen. Rachel sah ihm kopfschüttelnd hinterher. "So jetzt können, wir dich auch noch richtig begrüßen", Bryan drückte Rachel an sich, "ich freue mich so dich wieder zu sehen. Irgendwas hat uns auf Tour gefehlt, als du nicht mehr da warst." Kerry nahm Rachel auch in den Arm: "Gut siehst du aus." "Danke, ich bin auch froh euch zu sehen. Ich habe euch alle vermisst, aber am meisten...", Rachel stoppte. "Natürlich Shane", Bryan grinste, "das ist doch klar. Du wirst ihn auf jeden Fall auch sehen, aber Louis soll da erst mal nichts von mitbekommen. Du merkst ja, dass er alles vergisst, weil er sich soviel Gedanken macht, dass du und Shane euch auf keinen Fall begegnet." Rachel nickte. "So da wäre unser Gefährt", Bryan deutete auf einen schwarzen Mercedes, "bitte steigen sie ein, meine Damen!" Gentleman-like hielt er Kerry und Rachel die Tür auf. "Können wir dann losfahren, Mr. McFadden?", wollte der Fahrer wissen. "Einen Moment noch, wir sind noch nicht ganz komplett", meinte Bryan und ließ sich neben seiner Frau auf der Rückbank des Wagens nieder, "ich denke Louis kann vorne sitzen, oder?" "Ich bin auch dafür, aber was macht Louis solange?", wollte Rachel wissen. "Wahrscheinlich hat er wieder was vergessen. Bryan hat ja eben schon gesagt, dass er so beschäftigt ist, dich nicht in die Nähe von Shane zu bringen", Kerry grinste. Rachel verzog das Gesicht und seufzte: "Das war schon in Dublin so ein Theater. Ich musste ihm bestimmt eine Millionen Mal versprechen, dass ich mich von Shane fern halte. Und dann hat er noch angefangen von Gillian zu reden und dass sie wieder mit Shane zusammen ist. Das ist doch nicht wahr oder?" Bryan lachte: "Mensch Rachel, das war doch nur wieder so ein Trick von Louis. Gillian ist nicht mal hier. Nicky und Georgina haben sie zwar eingeladen, aber Kian meinte sie wollte nicht kommen. Mach dir nicht..." "Shhhh...", Kerry stieß Bryan in die Seite, "er kommt." "So da bin ich", Louis lachte, "wir können los."

Als sie vor dem Chateau D’Esclimont ausstiegen, blieb Rachel erst einmal die Luft weg. Es war einfach ein riesiges und traumhaftes Gebäude. Sie konnte sich gut vorstellen, warum Nicky und Georgina sich dieses Schloss ausgesucht hatten. Louis sah zu ihr: "Hier lässt es sich gut feiern, nicht wahr?" Rachel nickte. "Lasst uns reingehen", meinte Bryan und griff nach Kerrys Hand. In dem Chateau mussten sie erst eine breite Treppe nach oben gehen, bis sie zu den Räumen, wo die eigentliche Feier stattfand, kamen. Rachel sah sich um. Alles war festlich geschmückt und überall waren Leute. Rachel sah sich nach Louis um. Der unterhielt sich gerade mit jemanden, den Rachel nicht kannte. Sie sah sich weiter um. Wo waren denn Bryan und Kerry? Plötzlich sah sie die beiden. Sie standen bei Nicky und Georgina, die Glückwünsche entgegen nahmen. Rachel ging zu ihnen herüber. Sie umarmte erst Georgina und dann Nicky. "Alles Gute euch beiden. Die Zeremonie war traumhaft schön. Wie fühlt man sich denn jetzt als frischverheiratetes Paar?", wollte Rachel wissen. "Traumhaft", Georgina strahlte, "danke Rachel." "Meine zauberhafte Ehefrau hat es gesagt", Nicky grinste, "man fühlt sich traumhaft. Danke für deine Glückwünsche, Rachel. Schön, dass du da bist. Wir haben dich ganz schön vermisst. Du hast uns immer so schön vor den Auftritten motiviert!" "Ohne dich wäre ich wahrscheinlich gar nicht hier", meinte Rachel, "danke, dass du Louis überredet hast." "Ist doch Ehrensache. Wir konnten die Sache doch auch nicht mit ansehen", Nicky lächelte Rachel an, er wollte noch etwas hinzufügen, doch in diesem Moment kam Louis zu ihnen. "Nicky, Georgina. Alles Gute!!! Ich kann gar nicht glauben, dass schon der zweite meiner Jungs heiratet", rief Louis. Alle lachten. Louis wechselte mit Nicky, Georgina, Bryan und Kerry ein paar Worte über den Tag und das geplante Programm. Dann gingen er und Rachel weiter. In den nächsten Stunden stellte Louis Rachel viele verschiedene Leute vor. Rachel riss sich zusammen und war immer freundlich, doch sie sah sich immer wieder um. Doch bis jetzt hatte sie Shane noch nicht gesehen, auch die anderen Lifer inklusive des neuen Ehepaares waren, wie vom Erdboden verschwunden. War Shane vielleicht gar nicht da? Energisch schüttelte Rachel den Kopf. Natürlich musste Shane hier irgendwo sein. Schließlich war es die Hochzeit von einem seiner besten Freunde und außerdem hatte Bryan doch gesagt, dass sie Shane sehen würde. Gelangweilt lief sie weiter hinter Louis her.

Irgendwann gab es Essen. Louis und Rachel gingen in den Raum in dem große, lange Tische aufgebaut waren. Sie fanden an einem der mittleren Tische ihre Namenskärtchen und ließen sich dort nieder. Rachel warf wieder einmal einen Blick durch den Raum. Und plötzlich sah sie ihn. Er trug einen schwarzen Anzug und sah einfach toll aus. Seine Haare waren etwas länger geworden, aber sonst hatte er sich nicht verändert. Shane. Wie gerne wäre sie jetzt aufgestanden und wäre zu ihm herüber gegangen. Sie wollte nicht hier neben Louis sitzen. Sie wollte kein Festessen. Sie wollte mit Shane reden. Ihm sagen wie sehr sie ihn vermisst hatte. Doch sie wusste, dass es noch nicht soweit war. Shane war mittler Weile mit Kian, Jodi, Mark, Bryan und Kerry an ihren Tisch. Doch sie saßen etwas weiter oben. Kian und Mark, die sie heute noch nicht begrüßt hatte, winkten ihr zu. Rachel lächelte und winkte zurück. Shane winkte nicht. Er sah mit einem seltsamen Blick, den Rachel nicht deuten konnte, zu ihr. Dann setzte er sich ebenfalls hin und sah nicht mehr zu ihr. "Rachel was ist los?", fragte Louis mit ironischem Unterton, "du suchst doch nicht etwa jemanden?" "Nein, nein. Wen denn?", antwortete Rachel und trank ein Schluck aus ihrem Glas.

Shane starrte auf das zahlreiche Besteck, dass vor ihm lag. Seine Hände ballten sich zur Faust. "Shane, was hast du?”, Mark sah ihn verwundert an. Shane entspannte seine Hände wieder. "Ich gehe jetzt zu ihr, egal was Louis sagt. Ich halte das nicht mehr aus", er machte Anstalten zum Aufstehen. Mark hielt ihn fest. "Und dann? Was macht du, wenn Louis fluchtartig die Hochzeit verlässt?", fragte er, "dann ist die Chance, dass du Rachel noch mal wieder siehst relativ gering." "Ich kann aber nicht mehr", Shane stützte sein Kinn auf eine Hand. "Nicht mehr lange", meinte Bryan, "aber Mark hat Recht. Louis hat sich das heute zur persönlichen Aufgabe gemacht euch von einander fern zu halten. Am besten du tust, als ob dich Rachel nicht interessieren würde. Nur für eine Stunde vielleicht für zwei." Shane seufzte abgrundtief und nickte. "Ich kann dieses Später nicht mehr hören", brummte er. "Bitte Shane", Kian sah Shane an, "reiß dich zusammen und lach mal. Wir müssen gleich überings noch für Nicky und Gina singen, erinnerst du dich?" Shane nickte und grinste schwach: "Ja das tue, zurechnungsfähig bin ich noch..." Die anderen am Tisch lachten.

Chapter 34

Später, das Essen war längst vorbei. Rachel saß immer noch am Tisch neben Louis, der sich mit, wie er Rachel vorgestellt hatte, Ronan Keating unterhielt. Rachel seufzte. Sie wollte nur noch weg von dieser Hochzeit. Shane hatte sie die ganze Zeit kein Mal angesehen. Wollte er überhaupt mit ihr reden? Vielleicht hatte er ja auch nie ihren Brief bekommen. Vielleicht hatte er längst keine Gefühle mehr für sie. Sie sah missmutig zur Tanzfläche, wo Shane gerade mit einer jungen dunkelhaarigen Frau tanzte. Sie tanzten nicht besonders eng und lachten zwischendurch, aber Rachel konnte trotzdem nicht hingucken. Sie fühlte sich miserabel. Es lag nicht daran, dass Shane mit jemand anders tanzte. Es lag viel mehr daran, dass er sie nicht das kleinste bisschen beachtete. Sie hatte den ganzen Tag nach ihm Ausschau gehalten und wo sie ihn gesehen hatte, tat er so, als ob sie sich noch nie gesehen hätten. Vielleicht hatte Louis ja, mit seinen Aktionen, erreicht was er wollte. Rachel sah Louis böse von der Seite an. Der schien ihren Blick gar nicht wahr zu nehmen. Er schien sich sogar zum ersten Mal an diesen Abend sehr gut zu amüsieren. Rachel stand auf. Sofort sah Louis sie an. "Wo willst du hin? Langweilst du dich? Wenn du willst können wir gleich mal tanzen...", sagte er. "Ich will auf die Toilette", gab Rachel zurück, "aber dahin brauchst du mich nicht zu begleiten, okay?" Damit drehte sie sich um und ging aus dem Saal. Sie wollte nicht auf die Toilette, sie wollte einfach nur irgendwohin, wo sie alleine sein konnte. Da fiel ihr der Balkon ein, wo sie das Feuerwerk zu Ehren von Nicky und Georgina gesehen hatten. Sie hatte den Weg schnell gefunden und sie hatte Glück. Hier war niemand. Rachel ging an die Brüstung des Balkons und sah hinunter. Da hier draußen nur wenige Lampen waren konnte sie nicht sehr viel sehen. Sie konnte den Park, der sich hinter dem Chateau erstreckte, nur erahnen. Eigentlich interessierte sie das alles nicht wirklich. Sie war einfach nur traurig. Warum war sie überhaupt hergekommen? Was hatte sie sich erhofft? Immerhin hatte sie in keinster Weise ein Zeichen von Shane bekommen, dass er den Brief bekommen hatte und dass er sie wieder sehen wollte. Sie war selber schuld. Rachel wischte sich eine einsame Träne weg. Sie sah in die Nacht. Sie fühlte sich alleine. Sie hatte alle verloren. Ihre Eltern und jetzt auch noch Shane...

"Ist dir nicht kalt hier draußen?"

Rachel fuhr herum. Shane stand in der Tür zum Balkon und sah sie an. Rachel starrte Shane an. Sie hatte mit jedem gerechnet. Mit Louis. Mit Bryan. Mit wirklich jedem, aber nicht mit Shane. Er stand dort ohne irgendeine Regung und sah sie ruhig an. Was tat Shane hier? Er hatte ihr doch zu genüge gezeigt, dass er sie nicht mehr wollte... Dass sie ihm egal war. Und jetzt stand er hier und sah sie an ohne ein Wort zu sagen. Rachel versuchte seinem Blick stand zu halten, doch sie konnte nicht. Ihr kamen die Tränen.

Shane sah weiter zu Rachel. Warum weinte sie? Was hatte sie? Er verstand es nicht. Er sah wie ihr die Tränen die Wangen hinunterliefen. Er konnte Rachel nicht so sehen. Er konnte einfach nicht. Er ging mit kleinen Schritten auf sie zu. Kam langsam auf sie zu. Dann hob er die Hand und wischte zärtlich ihr Tränen weg. Er sah, dass Rachel die Augen schloss. Ganz langsam glitt seine Hand zu ihrem Nacken und zog sie an sich. Rachel ließ es geschehen, doch sie weinte noch mehr. Shane strich ihr beruhigend über die Haare. "Shhh...", flüsterte er, "was ist denn los?" Rachel löste sich von ihm. "Was los ist?", sagte sie mit erstickter Stimme, "ich dachte du... Du würdest nicht mich nicht mehr mögen? Du hast mich heute kein Mal beachtet. Ich weiß ja, dass Louis immer bei mir war, aber du hast mich nicht mal angesehen. Hast du überhaupt meinen Brief bekommen?" Shane nahm Rachels Gesicht in beide Hände: "Hey Rachel, was denkst du denn von mir? Ich und dich nicht mehr wollen?" Er schüttelte seinen Kopf und lächelte. "Was meinst du, wie ich dich vermisst habe, als du so plötzlich weg warst? Und weißt du wie oft mich die Jungs heute zurück halten mussten, dass ich nicht zu dir gestürmt bin? Sie wollten vermeiden, dass Louis sofort wieder reagiert und uns wieder trennt. Darum habe ich so getan als ob, aber ich wusste nicht, dass es so überzeugend war. Aber Süße, wie kannst du nur denken, dass ich dich nicht mehr liebe?", Shane sah Rachel ungläubig an, "soll ich dir zeigen wie sehr ich dich liebe?" Er wartete nicht auf ihre Antwort, sondern zog sie zu sich hin und küsste sie. Erst versteifte sich Rachel etwas, weil es so überraschend kam, aber als Shane seinen Kuss intensivierte, war auch ihr Widerstand gebrochen und sie erwiderte seinen Kuss zärtlich. Sie standen eine Weile lang, sich küssend auf dem Balkon ohne irgendetwas außer sich und den andern wahrzunehmen. Rachel kam es wie eine Ewigkeit vor, als sie sich langsam von Shane löste. "Glaubst du mir jetzt?", fragte er. "Ja Shane. Ich glaube dir. Und ich liebe dich auch. Du glaubst gar nicht, wie ich dich die letzten Monate vermisst hab", Rachel sah Shane glücklich an, "ich hoffe doch du hast auch nie geglaubt, dass ich dich absichtlich verlassen habe. Das ist alles aus Louis’ Mist gewachsen." "Louis hat mir erzählt, dass das alles geplant war und ob du das denn nicht erzählt hättest. Erst habe ich und wollte ich das nicht glauben, aber als du dich dann gar nicht gemeldet hast, da wusste ich auch nicht was ich denken sollte", sagte Shane ehrlich. Rachel seufzte. "Ich kann es dir nicht verdenken", sagte sie, "ich weiß nicht was ich in so einer Situation gemacht hätte. Hast du denn meinen Brief bekommen?" "Ja danach war mir ja auch alles klar", Shane lächelte, "und ich bin so froh, dass ich dich jetzt wieder habe." Er nahm Rachel in den Arm. Die beiden küssten sich wieder, doch Rachel löste sich schnell von ihm: "Und was machen wir jetzt mit Louis?" Shane grinste: "Gar nichts!" "Gar nichts?", Rachel sah Shane verwirrt an. "Genau gar nichts. Was meinst du, was der gucken wird, wenn ich dich gleich vor allen küsse?", Shane strich Rachel immer noch grinsend über die Wange. "Spinnst du? Dann dreht er ganz durch und ich weiß nicht , ob ich dann in ein Internat am Ende der Welt komme und wir uns nie wieder sehen?", Rachel sah Shane entsetzt an. Shane lachte: "Mach dir keine Sorgen, Süße. Eigentlich müsste er, wenn er uns gleich sieht, dass er verloren hat. Sonst hat er die Wahl entweder akzeptiert er es oder Westlife werden nur noch in einem Internat am Ende der Welt auftreten, weil ich bei dir bleibe!" Rachel grinste auch: "Du bist ein Spinner, bist du sicher, dass das klappt?" "Es muss einfach", Shane sah Rachel wieder ernst an, "wir gehören zusammen." Er küsste Rachel wieder. "Dann lass uns gehen, aber nur wenn du mit mir tanzt. Ich habe mich die ganze Zeit gelangweilt, weil niemand mit mir tanzen wollte", Rachel grinste. "Den Wunsch werde ich dir erfüllen. Wenn es sein muss, tanzen wir die ganze Nacht", Shane lachte, "komm Süße..." Er sah Rachel an. Beide lächelten. Shane griff nach ihrer Hand und sie kehrten in den Saal zurück.

THE END