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Always be proud of yourself and understand that it is your indivituality that makes you so beautiful!!

Kapitel 1

„Endlich 18“, dachte sich Kathrin, als sie an einem sonnigen Samstag Morgen die Augen öffnete. Es war ihr Geburtstag. Lange hatte sie auf diesen Tag gewartet und endlich war es so weit. Nun konnte sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzten. Sie ging ins Bad, wusch sich und kämmte ihr langes braunes Haar. Sie war so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, dass ihr kleiner Bruder David in der Tür stand und sie beobachtete. „Happy Birthday, Schwesterherz“ sagte David gutgelaunt. Bei diesen Worten drehte sich Kathrin um, um zu sehen wer der Störenfried war. „Guten Morgen, D. Wie geht es dir? Hast du gut geschlafen?“ „Danke, hab ich. Ich soll dir von Mum sagen, dass du dich beeilen und dann ins Wohnzimmer kommen sollst.“ Bevor Kathrin ihn fragen konnte wieso, war er schon wieder nach unten gerannt. Gut gelaunt stieg sie die Stufen zur Eingangshalle hinab um dann ins Wohnzimmer zu gelangen. Als sie das Zimmer betrat sah sie all ihre Familienmitglieder und Freunde, die ihr zuriefen: „HAPPY BIRTHDAY, KATHRIN!“ Lara, ihre beste Freundin kam auf sie zugeeilt um sie kurz darauf kräftig zu drücken. „Und? Wie fühlt man sich nun als Erwachsener?“ „Das musst du doch nur zu gut wissen. Du bist es ja schließlich schon über ein Jahr.“ Beide Freundinnen konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Nachdem Kathrin von allen die liebsten Glückwünsche entgegengenommen hatte, verzog sie sich mit Lara in eine etwas stillere Ecke. „Was ist denn los?“ „Ich muss dich was fragen.“ Lara sah etwas verwirrt durch Kathrins plötzliche Ernstheit. „Hast du schon mal von der ‚Dubliner Highuniversity of Dance‘ gehört?“ „Klar hab ich das. Das ist die bekannteste und beste Tanzschule hier in Europa. Wieso fragst du?“ „Ich will dort hin!“ „Was? Spinnst du jetzt völlig? Du musst eine super, nein, spitzen Tänzerin sein, um nur einen Schnupperkurs dort machen zu dürfen. Geschweige denn dort einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Das ist absurd.“ „Ich weiß.“ Das Lächeln von Kathrin‘s Lippen verschwand kurz, als sie über das Gesagte von Lara nachdachte. „Und trotzdem. Ich werde es versuchen. Machst du mit?“ Sie wusste, dass Lara genauso gerne tanzt wie sie und dass auch sie viel durchstehen würde um eine professionelle Tänzerin zu werden. „Ich weiß nicht. Ist das nicht selbst für uns etwas zu verrückt? Und wie sollen wir überhaupt eine Chance haben dort aufgenommen zu werden?“ „Am Samstag in zwei Wochen veranstaltet die ‚Main School‘ einen Tanzwettbewerb. Dort werden auch Lehrer der Dubliner University sein. Wenn wir dort mitmachen, entdeckt oder sogar gewinnen würden...“ „Das ist so gut wie unmöglich“ unterbrach Lara sie. „Aber eben nur ‚so gut wie‘“ „Ich weiß nicht...“ „Ach komm. Stell dir mal vor was für Türen uns offen stehen würden, wenn wir es wirklich auf diese Schule schaffen würden!“ „Na gut. Es ist wahrscheinlich das verrückteste was ich jemals getan habe. Aber ok, einen Versuch ist es wert. Und wenn wir es nicht schaffen, werden wir auch nicht gleich daran sterben.“ „Das hoffe ich zumindest...“

Kapitel 2

Drei Tage später saß Kathrin vor ihrem CD Player und hörte sich ihre ganze CD Sammlung an. Sie war wirklich stolz auf ihre Kollektion von verschiedensten CD’s. Diese reichten von Rock/Pop bis Jazz und HipHop. Nun wünschte sie sich jedoch nicht so viele Platten zu besitzen, denn sie hatte erfahren, dass jeder 2 Choreographien zum vortanzen hat und nun suchte sie nach passenden Liedern. Was bei der Menge an Musikträgern nicht gerade einfach war. Sie war fast am verzweifeln, doch der Gedanke an die Universität ließ sie weiter suchen. Da viel ihr plötzlich die Zeit ein, in der sie mit Lara zusammen als Cheerleader tanzte. Dies war etwa eineinhalb Jahre her, doch konnte sie sich noch gut an damals erinnern. Für sie war sofort klar, dass sie die Songs der ersten Saison wählen würde. Vielleicht könne sie mit Lara zusammen die Choreographie von früher teilweise nochmals zum Leben erwecken. Die Tänze sind von den Zuschauern schließlich immer sehr gelobt worden. Sie suchte also nach den CD’s mit „Played a live“ und „Let’s get loud“. Als sie die Platten endlich zufrieden in ihren Händen hielt konnte sie nichts mehr halten. Sofort begann sie damit neue, teils alte, Choreographien zu erarbeiten. Mitten unter der „Arbeit“ klingelte plötzlich ihr Telefon. Lara war am anderen Ende der Leitung. „Hey, Snoopy. Wie geht’s, wie steht’s? Alles klar bei dir?“ „Hi. Bei mir ist alles bestens. Ich arbeite gerade an unseren Tänzen.“ „Echt? Cool. Kann ich bei dir vorbeikommen und das Ergebnis bestaunen?“ „Klar, aber ich bin noch lange nicht fertig. Aber du kannst mir ja dabei helfen. Ich...“ Bevor Kathrin den Satz zu Ende sprechen konnte hatte Lara aufgelegt. „Typisch!“ dachte sich Kathrin und musste lächeln. Zehn Minuten später stand Lara in ihrem Zimmer. Sie musste lachen, als sie die ersten Takte von „Let’s get loud“ hörte. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Doch, wieso? Wir beide kennen dieses Lied nur all zu gut. Und auch ein Teil unserer alten Tänze ist verwertbar.“ „Wenn du meinst. Zeig mir doch mal, was du die letzten Stunden so hart erarbeitet hast.“ Lara’s freches Grinsen verging, als sie die ernste Miene Kathrin’s sah. „Ok, ok. Ich bin schon still. Also? Wenn ich Madam bitten dürfte?“ Kathrin ließ sich dies nicht zweimal sagen und begann damit Lara alles zu zeigen. Sie tanzte es immer und immer wieder, denn Lara hatte schon nach dem ersten Zusehen viele gute Einfälle die Choreographie noch zu verbessern. Die zwei tüftelten bis in die späten Abendstunden hinein, bis Lara schließlich fast die Augen zufielen. Sie verabschiedete sich von Kathrin und verabredete sich mit ihr für den nächsten Tag um alles nochmals durchzugehen. Als Kathrin später endlich in der lang ersehnten Dusche stand war sie glücklich aber auch besorgt. Würden sie gut genug sein die nächsten Herausforderungen bestehen zu können?

Kapitel 3

Die folgenden zwei Wochen vergingen wie im Flug. Kathrin und Lara hatten jeden Tag stundenlang geübt, oft bis zur totalen Erschöpfung. Jetzt würden sie sehen, ob sich die harte Arbeit gelohnt hat. Als sie die Eingangshalle der Main School am Tag des Wettbewerbes betraten, wurde ihnen allerdings schnell klar, dass sie sich vielleicht doch zu viel Hoffnung gemacht hatten. Die ganze Halle war bis zur Decke mit jungen Tänzern und Tänzerinnen gefüllt. Und alle hatten das gleiche Ziel wie sie und Lara. „Das sieht nicht gut aus“ meinte Lara mit einem bedrückten Gesicht als sie Kathrin ansah. „Ich weiß. Aber irgendwie schaffen wir das schon. Wir müssen nur stark genug daran glauben.“ „Leichter gesagt als getan, bei den hunderten von Menschen...“ Sie versuchten sich durch die Menge von Menschen zu kämpfen, um an die Anmeldestelle zu gelangen. Dort erfuhren sie, nach der doch recht einfachen Anmeldung, dass die besten drei an die Dubliner Universität gelangen und ein Sonderpreis verliehen wird. „Nur die besten drei?“ sagte Lara mit deutlicher Verzweiflung in der Stimme. „Sei froh, dass nicht nur der Gewinner aufgenommen wird.“ Kathrin wollte Lara Mut zusprechen. Doch glaubte sie bereits selbst nicht mehr daran, noch eine Chance zu haben. Zwei Stunden nach ihrer Ankunft war es dann soweit. Lara und Kathrin betraten die Bühne mit sehr weichen Knien und einem kurzen Stoßgebet nach oben. Doch als „Let’s get loud“ erklang, verflog jeder Zweifel und die zwei Mädchen tanzen sich die Seele aus dem Hals. Sie meisterten beide Tänze wirklich gut und waren sichtlich stolz auf sich. Dann, nach dreieinhalb Stunden qualvollem Warten, wurden die Ergebnisse bekannt gegeben. „Meine Damen und Herren. Wenn ich sie bitten dürfte sich zu setzen und die Ergebnisse anzuhören.“ ertönte es aus einem der vielen Lautsprecher. Dann wurde es wie auf Kommando totenstill in der Halle. Kathrin lief ein kalter Schauer über den Rücken. In wenigen Minuten wusste sie, ob sich ihr größter Traum erfüllen würde oder alles für die Katz war. „Ich darf ihnen nun Platz drei verkünden. Bitte einen kräftigen Applaus für Lilly Martins.“ Ein tosender Beifall ging durch die Reihen. „Der zweite Platz geht an die Gruppe ‚Housten‘.“ Wieder klatschten alle begeistert. Nur eine Person hielt sich ganz still. „Und der erste Platz geht an...“ Kathrin hielt den Atem an. „Joan Peters.“ Kathrin wollte ihren Ohren nicht trauen. Für sie brach in diesem Moment eine Welt zusammen. Ihre Welt. Sie nahm die Aufmunterungsversuche von Lara nur noch durch einen Schleier war. Was sollte sie jetzt machen? „Und nun noch zu unserem Sonderpreis...“ Kathrin hörte nur mit einem halben Ohr zu was ein Mitglied der Jury zu sagen hatte. „Unser Sonderpreis ist dieses Jahr etwas ganz besonderes. Die Jurymitglieder haben sich, während sie ein paar Tänzer gesehen hatten, dazu entschlossen, noch einen Platz an der Universität anzubieten...“ Kathrin wolle aufstehen und gehen. Sie wollte nicht noch einmal ein solch glückliches Gesicht an diesem Abend sehen. Doch Lara hielt sie zurück. „Der Sonderpreis geht dieses Jahr an Kathrin Wild und Lara Topkins. Bitte kommen sie zu mir auf die Bühne.“ Kathrin konnte nicht glauben was sie gerade gehört haben soll. Doch ehe sie sich besann, hatte Lara sie auf die Bühne gezerrt. „Herzlichen Glückwunsch euch zwei. Ich hoffe, ihr freut euch etwas über euren Preis.“ Und ob sie das taten! Noch am selben Abend packte Kathrin ihre Sachen. In zwei Tagen würde sie mit Lara im Flugzeug nach Dublin sitzen. Sie warf sich auf ihr Bett, schloss die Augen und konnte ihr Glück kaum fassen. Sie hatte es geschafft. Sie hatte es wirklich geschafft. Doch konnte sie in diesem Moment noch nicht wissen, was noch alles auf sie zukommen würde.

Kapitel 4

„Wau. Sieh dir das mal an. First class. Wir und first class.“ Lara war begeistert als sie endlich im Flugzeug saßen. „Wenn das Flugzeug schon so hammer ist, wie wird dann erst die Unterkunft sein?“ „Jetzt beruhige dich mal wieder. Unsere Unterkunft ist immerhin nur eine Schule und kein fünf Sterne Hotel.“ „Ich weiß. Aber stell dir mal vor wenn...“ Kathrin hörte sich die wildesten Geschichten an, die sich Lara in diesem Moment ausdachte. Dieses Mädchen hatte wirklich eine blühende Phantasie. Schließlich fielen ihr aber die Augen zu. Sie schlief tief und fest, doch hatte sie einen komischen Traum. „Hey du Schlafmütze. Aufwachen! Wir landen gleich.“ „Was ist los? Sind wir schon da?“ „Yep, komm schnall dich an.“ „Schon gut Mama.“ „Haha.“ Kathrin musste lachen, als sie in das schmollende Gesicht von Lara sah. Als sie endlich gelandet und ihr Gepäck wieder hatten, machten sie sich auf die Suche nach dem Taxi, dass sie zur Schule bringen sollte. „Da! Der Typ hält ein Schild mit unseren Namen hoch.“ Beide eilten auf einen jungen Mann zu, der sie freundlich begrüßte und sofort zur Universität brachte. Als sie dort ankamen, stürmten sie gleicht auf ihre Zimmer, nachdem sie ihre Schlüssel beim Hausmeister abgeholt hatten. „Oh man. Fünf Sterne sind das echt nicht.“ Lara war nicht sehr begeistert, als sie die Tür zu ihrem „Schloss“ öffnete. Kathrin stand hinter ihr. „Naja. So schlecht sieht es doch auch wieder nicht aus.“ Das Zimmer war sehr geräumig. Direkt in der Mitte stand ein großes Bett. Daneben ein Tisch mit zwei Stühlen. „Schau, du hast sogar dein eigenes Bad und Balkon.“ „Schon gut. Ich hab mich vielleicht auf den ersten Blick geirrt.“ Kathrin verabschiedete sich von Lara um diese in Ruhe auspacken zu lassen und um ihr eigenes Zimmer zu begutachten. Sie war ganz zufrieden, da alles da war, was sie brauchte. Sie wollte gerade auf den Balkon gehen, als es klopfte. „Ja? Wer ist da?“ „Hallo, ich bin Justin Bloor.“ Kathrin öffnete die Tür. „Hi, ich bin ein Schüler hier an der Uni und soll ihnen von Mr. Thanner ausrichten, dass ihr Unterricht in einer Stunde in der Halle elf beginnt.“ Er verschwand, ehe Kathrin etwas sagen konnte. Sie versuchte ihre Gedanken zu ordnen, während sie ihren Koffer öffnete. In einer Stunde würde es also losgehen. Sie suchte nach ihrer Trainingskleidung und entschied sich am Ende für eine schwarze Strech-Caprihose und einem roten, ärmellosen Oberteil. Ihre Haare band sie zu einem festen Pferdeschwanz zusammen, ehe sie eine Wasserflasche aus dem Gefrierschrank in ihrem Zimmer nahm und sich ein Handtuch über die Schulter warf. Sie wusste ja nicht, was sie erwarten würde. So vorbereitet macht sie sich auf den Weg zu Lara, die bereits auf sie wartete. „Jetzt wird es spannend. Hoffentlich nimmt uns Luke nicht zu sehr ran.“ „Wer ist Luke?“ Kathrin war verwirrt. „Unser Trainer. Thanner Luke.“ Kathrin wunderte sich immer wieder über Lara. Diese hatte eine Gabe, Sachen zu wissen, die sie eigentlich noch gar nicht wissen konnte. Wie sollte Kathrin wissen, dass sie ihr später dafür sehr dankbar sein würde.

Kapitel 5

Als sie die Tür zur Sporthalle öffneten wurden sie bereits von den anderen 13 Schülern und Mr. Thanner erwartet. „Immer herein in die gute Stube. Sie müssen Miss. Wild und Miss. Topkin sein? Lieg ich recht in der Annahme?“ Der Trainer schien ganz nett zu sein. Jedenfalls jetzt noch, dachte sich Kathrin. „Guten Tag, schön sie kennenzulernen. Ich bin Kathrin. Ich meine, Miss Wild.“ Kathrin war es nicht gewohnt beim Nachnamen genannt zu werden. Doch das sollte sie sich wohl schleunigst merken, wenn sie ärger vermeiden wollte. Das bemerkte sie an der Reaktion von Luke, als sie ihren Vornamen aussprach. „Gut. Am besten fangen wir gleich an. Ich zeige ihnen alle zuerst die Choreographie und dann studieren wir sie Stück für Stück ein. Morgen Abend sollte sie dann sitzen.“ Morgen Abend? Wie sollten sie bis morgen Abend einen ganzen Tanz lernen? Das war doch völlig unmöglich. Ein Blick zu Lara sagte ihr, dass diese wohl genauso dachte. „Gut, gut. Fangen wir an. Bitte stellen sie sich alle so um mich herum auf, dass sie alles sehen.“ Er betätigte den Knopf des CD Players und als die ersten Takte des Liedes erklangen fing er sofort damit an alles vorzuzeigen. Kathrin jedoch konzentrierte sich mehr auf das Lied. Sie kannte es irgendwo her. Doch woher? Da viel es ihr wieder ein. Sie hörte dieses Lied in ihrem Traum den sie im Flugzeug hatte. Ein wirklich merkwürdiger Traum. „Miss. Wild!“ Kathrin wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Mr. Thanner vor ihr stand und sie ermahnte. „Schön mit welcher Aufmerksamkeit sie bei der Sache sind. Wenn sie es so langweilig finden, können sie auch gehen. Es gibt genügend anderer talentierter Tänzer, die gerne an dieser Universität aufgenommen werden würden. Und sie würden sich nur zu sehr darüber freuen, wenn hier wieder ein Platz frei werden würde!“ Autsch. Das hatte gesessen. Kathrin entschuldigte sich kurz und versprach, dass so etwas nicht nochmals vorkommen würde. Sie wusste, dass wenn es das doch tat, das ihr letzter Tag an der Uni gewesen wäre. Die nächsten zweieinhalb Stunden konzentrierte sie sich so gut wie möglich auf die Choreographie die Mr. Thanner ihnen versuchte beizubringen. Doch konnte sie sich einfach nicht erklären, wieso ihr dieser Traum nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte und das machte ihr Angst. Doch wie konnte man vor einem Traum Angst haben? Sie würde die Antwort noch früh genug erfahren.

Kapitel 6

Als die Stunde endlich vorüber war, wollte Kathrin nur noch in ihr Zimmer. Was sie jetzt brauchte, war eine heiße Dusche, ein Bett und viel Ruhe. Sonst würde sie den nächsten Tag nicht überleben. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer musste sie ständig an die vorherigen Geschehnisse denken. Sie konnte einfach nicht verstehen, weshalb ihr ein Traum so viele Sorgen machen konnte. „Hey Ka! Komm doch mal bitte her. Hier ist jemand, den ich dir gerne vorstellen möchte.“ Lara rannte auf sie zu, kurz bevor Kathrin ihr Zimmer betreten konnte. „Was ist denn los?“ Sie war absolut nicht in der Stimmung, jetzt noch neue Kontakte zu knüpfen. „Darf ich dir Bryan vorstellen?“ Lara hatte beste Laune, als sie Kathrin zu einem jungen Mann zog. „Hallo, wie geht’s?“ „Hallo, nett dich kennenzulernen. Aber ich habe jetzt wirklich keine Zeit. Ich will nur noch in mein Zimmer und Ruhe haben.“ Kathrin wollte gehen, doch Lara hielt sie fest. „Na na. Nicht so unfreundlich, Ka. Du erinnerst dich doch sicherlich noch an die irische Boyband Westlife?“ „Boyband... mhhh... wir bevorzugen jetzt lieber den Ausdruck ‚Manband‘.“ „Manband., aha.“ Kathrin konnte sich ein lächeln nicht verkneifen. „Erfahre ich deinen Namen nun auch noch? Oder soll ich dich immer ‚Ka‘ nennen?“ Er grinste frech. „Mein Name ist Kathrin. Kathrin Wild.“ „Wild?“ Bryan verzog das Gesicht zu einem schelmischen Grinsen. „Haha. Sehr witzig du Scherzkeks!“ Ihre eh schon schlechte Laune verbesserte sich dadurch nicht unbedingt. Es trat eher das Gegenteil ein. Sie drehte sich, ohne etwas weiteres zu sagen um und ließ die zwei alleine stehen. Sie wollte nur noch in ihr Zimmer. „Hab ich was falsches gesagt?“ „Nein, nein. Miss Wild hat zur Zeit nur eine super gute Laune.“ „Darf man fragen weshalb?“ „Leider nein. Denn ich hab selber keine Ahnung wieso. Und wenn ich es wüsste, würde sie mir wahrscheinlich den Hals umdrehen, wenn ich auch nur ein sterbens Wörtchen davon erwähnen würde.“ „Oh, ok. Dann lieber nicht. Wir brauchen euch zwei ja schließlich noch länger!“ Bevor Lara ihn fragen konnte, was er damit meinte, war er im Aufzug verschwunden. Kathrin hatte sich mittlerweile geduscht und frische Sachen angezogen. Bryan von Westlife, dachte sie sich, während sie sich auf ihr Bett saß. Bryan McFadden von Westlife. Was hätte sie früher dafür gegeben, einmal in dieser Situation zu sein und Westlife zu treffen. Sie war fast drei Jahre ein Fan von den fünf Jungs, als sie sich plötzlich, ohne Grund, eine Woche vor dem dritten Konzert das sie besuchen wollte, trennten. Dies war nun ungefähr ein Jahr her und Kathrin erinnerte sich nur zu gut daran. Für sie war es damals, als ob fünf Familienmitglieder auf einmal sterben würden. Und nun stand plötzlich einer von ihnen vor ihr. Wie oft hatte sie davon geträumt sie zu treffen, mit ihnen zu sprechen, sie zu umarmen oder mehr. Nun aber hatte sie einen von ihnen beleidigt und einfach links liegengelassen. Was wollte sie damit erreichen? Sie hatte keinen blassen Schimmer. Vielleicht wollte sie sich einfach nicht nochmals an den Schmerz von damals erinnern. Doch dies würde, gegen ihren Willen, noch früh genug der Fall sein.

Kapitel 7

Am Abend machten sich die beiden Mädchen gemeinsam auf den Weg zu einer Halloweenparty die im Ort stattfand. Beide verkleidet. Lara als Pippi Langstrumpf mit roten Zöpfen und verschiedenen Strümpfen, Kathrin als sexy Zigeunerin. Sie waren beide gut gelaunt, als sie an dem Ort des Geschehens ankamen. „Sie dir das mal an!“ Lara war mal wieder begeistert. Es waren schon viele Leute anwesend und es herrschte eine spitzen Stimmung. „Komm, lass uns doch mal etwas Abwechslung in unseren Alltag bringen. Gehen wir tanzen.“ Kathrin musste lachen. „Ok, Lass uns das Haus rocken.“ Beide suchten einen freien Platz auf der Tanzfläche. Diese war gesteckt voll. Nur noch ein kleiner Platz neben den Tischen war noch frei. Doch die zwei Girls ließen sich davon nicht beirren und zeigten, was in ihnen steckte. Nach einiger Zeit wurden sie von drei Jungs angetanzt. „Hey, hey. Ihr geht aber ran.“ Kathrin war etwas verwirrt von der Anmache der Jungs, dachte sich aber, dass dies in Irland wohl so üblich sei. „Darf man wissen, wie die zwei Ladys heißen?“ wollte einer von ihnen wissen. Er war als Pirat verkleidet und Kathrin fand ihn irgendwie von Anfang an ganz niedlich. Die anderen beiden gingen als Vampir und Ritter. „Ich heiße..“ „Ich heiße Isabell und das ist Emily. Und ihr?“ Mit diesen Worten unterbrach Lara Kathrin. „Patrick, Frances und Steven.“ Schön euch kennenzulernen.“ Kathrin war platt. Weshalb hatte Lara nicht ihre wahren Namen gesagt? Sie wusste nicht wieso, aber sie hatte bei der ganzen Sache ein ungutes Gefühl in der Magengegend. „Hallo? Erde an Emily?“ Kathrin erschrak, als einer der Jungs sein Gesicht ganz nah an das ihrige nahm und sie dadurch aus ihren Gedanken riss. „Tut mir leid. Ich bin zur Zeit nicht ganz Anwesend.“ „Kein Problem.“ Er lächelte. Sie saßen sich mit den anderen an einen freien Tisch und bestellten sich etwas zu trinken. „Wohnt ihr hier in der Stadt? Ich hab euch noch nie hier gesehen?“ Der Vampir unterhielt sich angeregt mit Lara und es war nicht zu übersehen, dass er an ihr interessiert war. „Wir besuchen seit ein paar Tagen die „Highuniversity of Dance“. Kathrin war schnell genug die Wahrheit zu sagen, bevor Lara die nächste Lüge über die Lippen kam. Dass sie dies beabsichtigt hatte, konnte Kathrin an ihrem Gesicht erkennen. „Achso. Deswegen habt ihr euch vorhin auf der Tanzfläche so gut bewegt.“ Der Vampir war begeistert von dem, was er gerade gehört hatte. „Hast du Lust mit mir zu tanzen?“ Kathrin drehte ihren Kopf herum und sah direkt in die Augen des Pirats. Sie war wie gefesselt. Er hatte seine Augenklappe abgenommen und Kathrin war sich sicher, dass sie noch nie so wundervolle Augen gesehen hatte. Jedoch kamen sie ihr auch bekannt vor. Aber bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, hatte Steven sie an der Hand genommen und auf die Tanzfläche geführt. Dort angekommen gaben sie sich den Takten der Musik hin. Doch war dies nicht von langer Dauer und der DJ legte ein langsames Lied auf. Ein richtiger Schmusesong. Kathrin bekam eine Gänsehaut, als Steven ihre Hände nahm und sie sich um seinen Hals legte. Danach legte er die seinigen um Kathrins Hüften und zog sie etwas an sich heran. Sie wünschte sich, dieser Moment würde nie vorübergehen. Seine Hände, sein Duft. Einfach alles an diesem Mann zog sie gerade in seinen Bann. „Emily, Emily. Shit! Emily.“ Kathrin öffnete ihre Augen, die sie geschlossen hatte um die ganze Situation noch intensiver zu erleben. „Was ist denn los La... ähmmm, Isabell?“ Gerade nochmal gutgegangen, dachte Kathrin. „Unsere Schule hat um 23:00 Uhr Sperrstunde. Und jetzt sieh mal auf die Uhr.“ Kathrin wusste, wenn sie das täte, würde ihr das Ergebnis nicht gefallen. Sie tat es trotzdem. „23:25 Uhr. Oh nein. Und was machen wir jetzt? Unter einer Brücke pennen?“ In der Zwischenzeit waren auch die anderen zwei Jungs zu ihnen gekommen. „Was ist denn passiert? Hast du einen Geist gesehen? Oder warum bist du so plötzlich davon gerannt?“ Patrick, der Vampir, klang etwas sauer, aber auch besorgt, als er Lara diese Fragen stellte. „Nein, es tut mir leid. Wir sind nur zu spät dran. Unsere Schule hat vor 25 Minuten geschlossen.“ „Und was habt ihr jetzt vor?“ Beide Mädchen sahen sich an. Sie hatten keine Ahnung. Das würde wieder Ärger geben, da waren sie sich sicher. „Kommt doch einfach mit in unser Hotel. Zwei von uns haben ein Zimmer mit Doppelbett. Da ist also noch Platz für euch.“ Kathrin war sich nicht sicher, ob sie den Vorschlag von Frances annehmen sollten. Schließlich kannten sie die Jungs erst seit ein paar Stunden und wer weiß, ob sie nicht gesuchte Mörder waren? Doch was blieb ihr anderes übrig und Lara hatte eh schon zugesagt. Typisch! Als sie dann zwei Stunden später an dem gesagten Hotel „Admire“ mit dem Taxi ankamen, waren die Mädchen sprachlos. Sie hatten noch nie ein solch nobles Hotel gesehen. „Das macht 3,45 Euro, Mr. Filan.“ Bitte? Kathrin musste sich verhört haben. Hatte der Fahrer eben wirklich ‚Mr. Filan‘ zu Steven gesagt. Sie sah Lara an und auch sie sah ziemlich verwirrt aus. Steven Filan. Shane Steven Filan. Klaro! Daher kannte sie auch diese Augen; sie war zwei Jahre in diese verliebt. „Dankeschön und noch einen schönen Abend.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der Taxifahrer. Durch einen Blick auf Lara wusste sie, dass auch sie verstanden hatte, mit wem sie da gerade Händchen haltend in Richtung „Admire“ lief. Als sich die Jungs ihre Zimmerschlüssel aushändigen ließen, verzogen sich die Mädchen schnell auf die Toilette. „Das ist nicht wahr. Sag mir, dass das alles nicht war ist und da draußen nicht drei Jungs von Westlife auf uns warten.“ Kathrin war kurz vorm durchdrehen. „Nun beruhige dich mal wieder. Hast du nicht immer davon geträumt die Boys mal zu treffen? Und jetzt hast du sogar die Ehre, mit einem von ihnen gemeinsam in einem Bett zu schlafen.“ Lara hatte recht. Jahrelang hatte sie von dieser Chance geträumt und jetzt würde sie diese nicht ohne weiteres an sich vorübergehen lassen.

Kapitel 8

„Wer schläft bei wem? Ich und Frances haben ein Doppelbett.“ Diese Frage stellte Mark, oder immer noch Patrick, an Lara gewandt. Für ihn war klar, wie sie Antworten würde. „Macht es dir was aus, wenn du bei Frances schlafen musst?“ „Nein, nein. Schlaf du ruhig bei Patrick.“ Kathrin versuchte ihre Enttäuschung zu verbergen und willigte Lara’s Bitte ein. Sie hatte gehofft bei Shane schlafen zu können. Aber schließlich, so dachte sie, ist morgen auch noch ein Tag mit vielen neuen Gelegenheiten ihm näher zu kommen. „ Mach es dir bequem. Ich geh schnell mal unter die Dusche.“ Mit diesen Worten verschwand Kian im Bad. Kathrin war wieder einmal platt. Noch nie hatte sie ein so schönes Zimmer gesehen. Marmorfliesen am Boden und an den Wänden. Ein riesiges Bett mit wundervollen weichen Überzügen, ein Fernseher der mindestens viermal so groß war wie der ihrige. Sie war so auf die ‚Zimmerentdeckung‘ konzentriert, dass sie gar nicht bemerkte, dass Kian plötzlich hinter ihr stand. „Alles klar? Ich hoffe es gefällt dir etwas und du fühlst dich hier wie zu Hause.“ „Es ist unbeschreiblich schön.“ Kathrin drehte sich bei diesen Worten um und sah direkt in Kian’s Augen. Noch nie hatte sie so strahlend blaue Augen gesehen. „Willst du ein Hemd von mir haben?“ „Hmmm?“ Kathrin war so in Kian’s Augen vertieft, dass sie nicht wirklich wahrnahm, was er sagte. „Alles klar?“ „Sorry, alles ok. Was wolltest du von mir?“ „Ich habe dich gefragt, ob du zum schlafen ein Hemd von mir willst. Ich denke, du willst nicht in deiner Abendkleidung schlafen, oder?“ „Ähm... ja, da hast du recht. Das wäre sehr nett von dir.“ Mit einem Hemd von Kian verschwand sie im Bad. Was war nur los mit ihr? Hatten es ihr Kian’s Augen so angetan? Kathrin warf den Gedanken beiseite, dass es nicht nur seine Augen waren. Sie zog sich um. Das Hemd war viel zu groß, doch fühlte sie sich darin wohl und geborgen. Es war so weich und der Duft... alles erinnerte sie an Kian. „Kathrin, reiss dich zusammen! Du hast dir vorgenommen Shane zu erobern um ihn dann genauso zu verletzen, wie er dich vor ca. einem Jahr verletzt hat. Also vergiss Kian!“ Mit diesen Worten machte sie sich zurück auf den Weg zu ihm. „Ich dachte schon, du hättest dich verlaufen.“ Er setzte ein zuckersüßes Lächeln auf. „Das Hemd steht dir übrigens sehr gut. Vielleicht etwas groß, aber sonst sehr hübsch. Genau wie du.“ Kathrin wurde rot und flüsterte nur ein kurzes ‚Danke‘, bevor sie sich ins Bett verzog. Kian legte sich neben sie und küsste sich auf die Wange. „Gute Nacht und Träum was süßes.“ „Danke, du auch.“ Kathrin drehte sich um, sodass sie mit dem Rücken zu ihm lag. Sie versuchte zu schlafen, was ihr aber nicht gelingen wollte. Über eine halbe Stunde lag sie nun so da und dachte über die Ereignisse des Tages nach. Es war viel Schönes passiert, doch auch vieles, was sie verwirrte. Sie fing an zu zittern. Da das Fenster leicht geöffnet war, zog ein ziemlich kalter Wind durch das Zimmer. „Ist dir kalt, Emily?“ „Bitte?“ Kian flüsterte sehr leise, sodass sie nicht verstand was er von ihr wollte. Plötzlich nahm er sie in seine Arme. „Ist dir kalt? Soll ich dich wärmen?“ Kathrin war plötzlich alles andere als kalt, doch bejahte sie seine Frage. Er zog seine Decke etwas besser über sich und Kathrin. „Gut so?“ „Hmm!“ Kathrin schloss die Augen und genoss es einfach nur so dazuliegen; in Kian’s Armen. Schließlich schlief sie ein.

Kapitel 9

Als sie am nächsten Tag aufwachte, lagen sie immer noch so da, wie sie am Abend zuvor eingeschlafen waren. Kathrin hatte schon lange nicht mehr so gut geschlafen. „Guten Morgen.“ Sie drehte sich um, sodass sie Kian ansehen konnte. „Guten Morgen. Gut geschlafen?“ „Ja danke. Hoffe, ich habe dich etwas warm halten können? Nicht, dass ich dich halb erdrückt habe.“ „Nein.“ Kathrin musste lachen. „Nein, wirklich nicht. Du hast gute Arbeit geleistet.“ „Das mache ich immer.“ Mit einem Augenzwinkern verzog er sich ins Bad. Kathrin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Sie mit Kian, Arm in Arm, eine ganze Nacht lang zusammen in dem selben Bett. Echt lustig, dachte sie. Als sie aufstehen wollte, um sich umzuziehen, kam Kian aus dem Bad zurück. „Lass dich durch mich nicht stören.“ Er setzte ein freches Grinsen auf. „Das hättest du wohl gern.“ Beide fingen an zu lachen. „Ich meinte das eigentlich ernst.“ Kathrin hörte augenblicklich auf zu lachen, als Kian plötzlich vor ihr stand und seine Hände um ihre Hüften gelegt hatte. „Was machst du da?“ „Shhh...“ Als Kathrin Kian’s Lippen auf den ihrigen spürte, durchfuhr sie ein unbeschreibliches Gefühl. Auf der einen Seite war sie in diesem Moment das glücklichste Mädchen auf der ganzen Welt, auf der anderen Seite war sie wütend auf ihn, dass er sich einfach die Freiheit nahm sie zu küssen. Als er sie wieder freigab, schnappte sie sich ihre Kleidung und verschwand im Bad. „Das ist soeben nicht geschehen. Sag, dass das alles nicht war ist. Was ist nur los mit mir?“ Kathrin konnte ihre Gedanken nicht mehr ordnen. Sie saß auf dem Rand der Badewanne, das Gesicht in einem Handtuch vergraben. Sie wusste nicht was sie denken oder machen sollte. Wie konnte sie ihm jetzt nochmals unter die Augen treten? Er wusste doch nicht einmal ihren richtigen Namen. Wo sollte das alles nur hinführen. Sie sollte sich besser auf ihren Tanzunterricht konzentrieren, dachte sie. „Alles in Ordnung? Ich wollte dich nicht verschrecken. Falls ich das getan habe, tut es mir leid.“ Kian stand vor ihr. Sie hatte vergessen die Türe abzuschließen. „Nein. Es liegt nicht an dir. Ich muss mich entschuldigen. Es war falsch von mir einfach wegzulaufen.“ „Ich würde sagen, wir sind beide nicht ganz unschuldig.“ Kian lächelte als Kathrin ihren Kopf endlich aus dem Handtuch erhob. „Nein. Du hast überhaupt keine Schuld.“ „Dann sag mir doch, was mit dir los ist?“ „Ich kann nicht.“ Kian zog sie mit etwas Gewalt zu sich hoch. „Sag mir bitte was los ist. Ich kann nach allem was bis jetzt zwischen uns geschehen ist nicht glauben, dass du nichts für mich empfindest.“ „Kian, ich...“ Er ließ sie urplötzlich los. „Was hast du gesagt? Du weißt also wer ich bin? Seit wann?“ „Seit der Taxifahrer gestern zu Steven, oder besser Shane, Mr. Filan gesagt hat. Das ist aber nicht alles Kian. Mein Name ist nicht Emily sondern Kathrin. Und Isabell heißt in Wahrheit Lara. Ich weiß nicht weshalb sie nicht unsere richtigen Namen gesagt hat. Und ich weiß auch nicht, weshalb ich es nicht getan habe. Es tut mir leid, Kian. Es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht belügen. Doch ich konnte Lara nicht in den Rücken fallen. Ich hoffe du verstehst das. Ich verschwinde auch gleich.“ Kathrin weinte fast, als sie aus dem Bad gehen wollte, doch Kian hielt sie zurück. „Warte!“ Sie drehte sich um. In seinen Augen konnte sie sehen, dass er nicht wütend war. „Ich habe dich ja auch belogen. Aber ich denke, ein Name kann das, was heute Nacht und heute Morgen geschehen ist nicht überspielen.“ Kathrin sah zu Boden und nickte kurz. Kian hob mit seinem Zeigefinger ihr Kinn, sodass sie in seine Augen sehen musste. „Vergessen wird das alles einfach, ok?“ „Ok.“ Er nahm sie fest in seine Arme und Kathrin konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Kian sagte nichts. Er hielt sie einfach nur fest und strich ihr ab und zu über ihr Haar. Beide wussten in diesem Augenblick nicht wie es weitergehen würde. Vor allem Kathrin hatte mit dem Gedanken zu kämpfen was ihr eigentliches Vorhaben ist. Shane zu verletzen. Und das so stark wie es nur irgendwie möglich ist.

Kapitel 10

„Hey Emily!“ Lara kam im Gang auf Kathrin zugestürzt. „Sag Kathrin. Ich habe es Kian gesagt.“ „Was? Ich hab mich gerade verhört, oder?“ „Nein, hast du nicht. Ich hab ihm alles gesagt.“ „Wieso?“ Kathrin gab ihr keine Anwort. „Was ist letzte Nacht zwischen euch beiden passiert?“ „Das geht dich nichts an.“ „Und ob mich das was angeht. Ich steh jetzt als Lügnerin da. Was glaubst du wird Mark darauf sagen? Der wird nicht sehr begeistert sein zu erfahren, dass er die Nacht mit einer Lügnerin verbracht hat.“ „Was habt ihr gemacht?“ „Das geht dich nichts an. Oder wie hast du das gerade so schön gesagt?“ „Lara, es tut mir leid. Ich versteh mich zur Zeit selbst nicht mehr.“ „Du hast dich doch nicht etwa in Kian verliebt? Was ist aus deinem Vorhaben mit Shane geworden?“ „Ich weiß nicht.“ „Hallo!“ „Wenn man vom Teufel spricht.“ Shane kam auf die zwei Mädchen zu. „Wie geht es euch? Gut geschlafen? Ich hoffe, die Jungs sind euch heute Nacht nicht zu sehr auf die Pelle gerückt? Das wäre nichts ungewöhnliches für die zwei.“ Bei den letzten Worten nahm er Kathrin ins Visier. Sie fühlte sich unter Shane’s Blicken nicht wohl. „Nein. Sie waren ganz anständig.“ Lara beendete so die unheimliche Stille die plötzlich herrschte. „Gut. Kian und Mark können sich nämlich nur schwer beherrschen.“ Lara und Kathrin sahen etwas verwirrt, als er ihre richtigen Namen nannte. „Oh... Kian hat uns schon alles erklärt.“ Kathrin stockte der Atem. Was hatte er alles erzählt? „Ihr heißt Kathrin und Lara und ihr habt gestern, dank dem Fahrer, herausgefunden wer wir sind. Hat er sonst noch etwas verheimlicht?“ Kathrin sah zu Boden. Sie konnte sich nicht den fragenden Augen von Shane stellen. „Nein, hat er nicht.“ Kathrin war Lara dankbar, dass sie die Antwort gab, die er eigentlich von ihr erwartet hatte. „Auch egal. Ich wollte euch nur sagen, dass Bryan bei eurer Schule vorbeigeschaut hat, um zu sagen, dass ihr heute nicht zum Unterricht kommt. Euer Trainer klang nicht sehr begeistert, aber er hat die Entschuldigung angenommen, nachdem Bryan ihm erklärt hatte, wer er ist.“ „Danke, das war sehr lieb von ihm.“ Kathrin hatte sich in der Zwischenzeit wieder gefangen. „Kein Problem. Jungen Frauen in der Not hilft man doch immer gerne.“ Er zwinkerte den Mädchen zu, gab jeder von ihnen einen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich von den Beiden. „Das ging gerade nochmal gut. Aber es wundert mich, dass keiner der beiden etwas gesagt hat.“ „Wie meinst du das?“ Kathrin verstand Lara nicht ganz. „Naja. Ich denke, heute Nacht war keiner von und beiden ein Engel. Eher ein kleiner Teufel.“ „Was hast du mit Mark gemacht?“ „Nicht das, was du dir gerade denkst. Ich hab ihm nur etwas den Kopf verdreht. Man hüpft etwas in der Unterwäsche umher und lächelt ihm lieb zu und schon hat man ihn um den kleinen Finger gewickelt.“ Kathrin und Lara mussten beide lachen. „Ich denke, bei Kian und mir hat eher er mir den Kopf verdreht.“ „Oh! Na dann, pass mal auf, dass du dich am Ende nicht noch ihn in verliebst.“ „Haha, du bist witzig. Ich hab Kian doch noch nie interessant gefunden.“ „Tja, wer weiß. In der Liebe ist alles möglich. Und wenn du Shane schon nicht mehr in die Augen sehen kannst, wenn er dich etwas über Kian frägt, dann weiß ich ja nicht mehr so recht, ob da bei euch beiden nicht doch was im Busch ist.“ Lara hatte recht. Sie konnte Shane nicht mehr in die Augen sehen. Doch hatte Lara auch unrecht. Sie konnte sich nicht in Kian verlieben, denn sie hatte es schon längst getan.

Kapitel 11

„Miss. Wild, konzentrieren sie sich! Ich habe es ihnen schon einmal gesagt. Wenn sie sich nicht verbessern, fliegen sie raus.“ Kathrin war im Tanzunterricht mal wieder nicht bei der Sache. Doch war es ihr dieses Mal egal. Sie war mit den Gedanken bei Kian. Bei ihm, seinen Armen, seinen Duft, seinen Lippen... „Hey Snoopy, reiß dich zusammen oder wir fliegen beide raus.“ Kathrin nahm die Warnung von Lara und Mr. Thanner nicht war. Ein großer Fehler! „Miss. Wild, es reicht. Sie und ihre Freundin, Miss Topkin, können ihre Sachen packen. Für sie war dies ihr letzter Tag an dieser Schule. Sie können morgen heimfahren.“ Mit diesen Worten setzte er sie vor die Tür der Halle. „Super! Echt gut gemacht, Ka. Dafür hat sich die harte Arbeit echt gelohnt. Ich hoffe, du hattest wenigstens einen schönen Tagtraum.“ Kathrin sah Lara an. „Es tut mir leid.“ „Ist das alles was du zu sagen hast?“ Kathrin nickte. „Toll!“ Lara verschwand auf ihr Zimmer. Kathrin wollte nun nur noch raus. Raus an die frische Luft. Oder noch besser, zu Kian. Als sie am Eingang des „Admire“ ankam, versperrten ihr Securitys den Weg. „Hey, du kannst hier nicht rein!“ „Ich muss zu Kian.“ „Du glaubst nicht, wie oft wir diesen Satz schon gehört haben.“ „Jungs, ihr könnt sie hereinlassen. Das ist Kathrin. Eine gute Freundin von uns.“ Bryan stand plötzlich an der Tür und bat sie herein. „Hallo. Was ist denn los mit dir? Du siehst aus, als ob du von einem Geist verfolgt wirst. Oder noch besser, als ob du von der Schule geworfen worden wärest.“ Bryan lachte. „Genau das bin ich.“ „Bitte? Wieso?“ Das Lachen verschwand augenblicklich. „Ich hab mich im Unterricht nicht konzentrieren können.“ „Und deswegen bist du rausgeflogen? Dann wären wir ja seit Anfang an arbeitslos. Wir haben uns bei den Proben noch nie anständig benommen.“ Kathrin musste lächeln, doch dies verschwand schnell wieder, als sie an Lara dachte. „Mir wäre es ja jetzt egal, aber Lara muss wegen mir auch gehen.“ „Echt? Oh man. Naja, wir finden da schon eine Lösung. Verlass dich auf uns. Wir haben auch schon einige Probleme im Beruf bewältigt. Da ist das für uns ein Kinderspiel.“ Kathrin verstand nicht ganz. Doch wann tat sie das in der letzten Zeit schon. „Kannst du mich zu Kian bringen?“ „Klar. Er müsste gerade in seinem Zimmer sein. Aber wieso willst du ausgerechnet zu Kian? Bin ich dir nicht gut genug?“ Bryan versuchte Kathrin aufzumuntern, was ihm auch etwas gelang. Kurz bevor sie an Kian’s Tür klopfte, verabschiedete sie sich von Bryan. „Viel Spaß dann noch. Aber lass ihn am Leben, ja?!“ Er zwinkerte und ging. „Bryan?!“ Er drehte sich noch einmal um. „Du hast was gut bei mir!“ „Darauf komme ich mal zurück.“ Er winkte ihr und ging endgültig. Mit pochendem Herzen stand sie vor Kian’s Tür. Sollte sie wirklich zu ihm gehen? Er hatte schließlich gesagt, dass sie alles was geschehen ist, vergessen solle. Meinte er wirklich alles? Auch den Kuss? Und wieso hat er sie vor Shane verleugnet? Um eine Antwort auf all diese Fragen zu bekommen musste sie mit ihm reden. Sie hob ihre Hand und klopfte. „Was?!“ Nach einiger Zeit meldete sich eine nicht gerade freundliche Stimme. „Kian?“ „Ja. Wer denn sonst.“ „Hier ist Kathrin. Kann ich reinkommen?“ Es dauerte einige Zeit bis sich die Türe öffnete. Kian stand im Türrahmen. Die Haare wild durcheinander, ein paar Köpfe seines Hemdes geöffnet und sonst nur mit Boxershorts bekleidet. „Kathrin? Was machst du hier? Ist etwas passiert? Komm rein.“ „Danke. Ich will aber nicht stören.“ „Du störst nicht. Ich habe nur gerade etwas versucht zu schlafen, darum entschuldige bitte mein Aussehen.“ Kathrin fand, dass es nichts zu entschuldigen gab. Er sah einfach immer noch unbeschreiblich gut aus. Wenn nicht sogar noch besser als sonst. „Was ist los?“ Kian klang besorgt, als er sie in seine Arme nahm und zu seinem Bett führte. „Lara und ich sind von der Schule geworfen worden. Und ich bin schuld.“ „Oh.“ Kian lächelte. „Was gibt es da zu lachen?“ „Ist Mr. Thanner dein Trainer?“ „Eher war.“ Kian lachte lauf auf, sodass Kathrin kurz zusammen zuckte. „Oh ja. Mr. Thanner. Denn kenne ich nur zu gut. Luke war ein halbes Jahr mein Lehrer an der Uni, bevor ich von der Schule geworfen wurde. Dank ihm!“ „Du warst auch an der Universität?“ „Ja, ich hatte auch das Vergnügen Mr. Thanner kennenzulernen. Ich war damals auch gerade 18 geworden und noch verspielt, wenn man es so nennen möchte.“ Kathrin legte ihren Kopf an seine Schulter und hörte ihm aufmerksam zu. „Ich wollte früher immer ein Profitänzer werden, genau wie du. Doch liebte ich das Singen damals auch schon so sehr. Shane, Mark, ich und ein paar andere Jungs hatten gerade unsere ersten Erfolge mit I.O.U. Und als wir dann auch noch von Louis unter Vertrag genommen wurden, war Tanzen nur noch Nebensache. Ich vernachlässigte den Unterricht und wurde kurzerhand rausgeworfen. Das hat sich aber bis heute nicht als Nachteil herausgestellt. Im Gegenteil. Es war das Beste was mir damals geschehen konnte. Und du kannst sicher sein, es wird auch für dich kein Nachteil sein.“ Er küsste Kathrin auf die Stirn und sah ihr tief in die Augen. „Danke. Was würde ich nur ohne dich tun.“ „Die Frage könnte ich auch an dich stellen.“ Kian legte seine Hand auf Kathrin’s Wange und küsste sie. Erst langsam und unsicher. Doch als sie seinen Kuss erwiderte, wurde er immer intensiver und leidenschaftlicher. Sie ließen sich rücklings aufs Bett fallen. „Kathrin?“ „Ja?“ Sie öffnete ihre Augen. „Ich... ich. Ich glaube, ich...“ Kathrin hielt ihm einen Finger auf seine Lippen. „Shhh... sag nichts. Küss mich einfach.“ Kian ging dieser Aufforderung nur zu gerne nach. Bis es klopfte.

Kapitel 12

„Mr. Egan. Machen sie auf. Sofort!“ Kathrin und Kian sahen sich an. „Wer ist das?“ „Keine Ahnung. Obwohl ich denke, dass ich diese Stimme kenne. Ich denke, du versteckst dich besser mal im Bad.“ „Ja.“ Kathrin tat wie ihr geheißen. „Mr. Egan, ich weiß, dass sie da sind. Öffnen sie die Tür.“ Kian zog sich schnell etwas über und ging dann zur Tür um diese zu öffnen. „Mr Egan, ich muss mit ihnen reden.“ Er schob Kian zurück in sein Zimmer und setzte sich auf einen Stuhl an der Wand. „Hey! Was soll das? Ich habe sie nicht gebeten herein zukommen.“ „Wir müssen reden.“ „Und worüber?“ „Über den Neustart von Westlife ohne Nicky. Sie wissen, dass die Band ein fünftes Mitglied benötigt?“ Kathrin stand im Bad mit dem Ohr an die Tür gedrückt. Worüber sprachen die zwei? Und wieso ohne Nicky? Das fiel ihr auf, dass sie Nicky bis jetzt noch nicht gesehen hatte. „Ich finde, dass ist jetzt kein guter Augenblick um darüber zu reden.“ „Na gut. Ganz wie sie wollen. Sie wissen aber, dass die Geschichte mit Nicky, Shane und ihrem Eingreifen in die ganze Angelegenheit, ein Nachspiel haben wird. Reden sie darüber mit mir, oder sie haben am Ende die ganzen Probleme am Hals.“ „Ich bitte sie jetzt zu gehen.“ „Mr. Egan, ich...“ „Gehen sie!“ Kian schob den Mann aus seinem Zimmer, ohne dass etwas weiteres sagen konnte. „Kian?“ Kathrin war aus dem Bad gekommen und stand nun zwei Meter hinter ihm. Er drehte sich nicht um. „Ich denke es ist besser, wenn du jetzt gehst.“ Sie wusste, dass eine Frage zu dem Mann das Letzte war was Kian jetzt hören wollte. „Gut. Ich gehe. Ich danke dir nochmal für deine Hilfe. Zerbreche dir bitte nicht den Kopf über das was gerade vorgefallen ist. Ich habe zwar keine Ahnung um was es ging, aber ich...“ Geh jetzt, bitte!“ Bei diesen Worten drehe er sich endlich um. Kathrin erschrack als sie seine Augen sah. Sie waren durch und durch mit Angst gefüllt. Sie wusste nicht was sie noch tun sollte, darum ging sie auf ihn zu, gab ihm einen Kuss und verschwand. Kian blieb alleine in seinem Zimmer zurück. Was hatte das alles zu bedeuten? Was war zwischen ihm, Shane und Nicky vorgefallen? War dies der Grund für die Trennung? War Shane der Grund für die Trennung? Wenn dies der Fall war, wollte sie ihn nun so stark wie möglich verletzen, genauso, wie er es damals bei ihr mit der Trennung von Westlife tat. Sie war so auf die vergangenen Minuten konzentriert, dass sie nicht bemerkte wie sie an Lara vorbeiging. „Hey, hallo!“ Kathrin ging weiter. Lara rannte ihr hinterher. „Hey, Ka! Was ist los?“ Erst als ihr Lara eine Hand auf die Schulter legte, reagierte sie. „Was ist denn los?“ „Lara!“ Sie fiel ihr um den Hals. „Na na. Nicht so stürmisch junges Fräulein. Sag mir doch endlich was passiert ist.“ „Ich weiß es nicht. Ich weiß nur so viel, dass etwas zwischen Nicky, Shane und Kian in der Vergangenheit vorgefallen ist, was ich schnellst möglichst herausfinden muss.“ „Aha. Und wieso?“ „Ich muss mein Gewissen beruhigen. Ich muss wissen, dass nicht Shane an der Trennung von Westlife verantwortlich war.“ „Ähmmm... sie sind doch jetzt wieder zusammen. Also wieso interessiert dich das noch?“ „Ich glaube, Kian bekommt deswegen bald großen Ärger, wenn ihm nicht bald jemand aus dieser Angelegenheit hilft.“ „Und wer soll dieser ‚jemand‘ sein?“ „Du und ich!“

Kapitel 13

Als sie sich auf dem Weg zurück zur Schule machen wollten, um ihre Sachen zu packen, löcherte Lara Kathrin mit tausenden von Fragen. „Wie sollen wir das alles herausfinden, wenn wir morgen wieder heim nach London fliegen?“ Das war wohl die schwierigste Frage die ihr Lara stellte. „Hey, Mädls. Was seit ihr so geknickt? Habt ihr schon ein Hotel für die nächste Zeit gefunden?“ Bryan war plötzlich vor ihnen aufgetaucht. „Wieso Hotel? Wir fliegen morgen Abend wieder zurück.“ Er grinste. „Ne ne. Das machen die jungen Damen nicht.“ „Achso. Und wieso nicht?“ „Backgroundtänzer müssen doch für eine Tour jeden Tag proben. Wollt ihr da dann jeden Tag von London nach Dublin fliegen?“ Die zwei Mädchen waren sprachlos. Was hatte Bryan da soeben gesagt? „Wie meinst du das? Wir sind doch von der Schule geflogen. Also ist nichts mit tanzen.“ Er grinste nur. „Bryan?“ „Ok, ok. Ich darf es euch eigentlich noch nichts sagen. Aber wenn ihr mir verspricht, keinem zu sagen, dass ich mal wieder zu vorlaut war, erkläre ich es euch.“ „Versprochen.“ Die beiden Mädchen waren aufgeregt. Was wird er ihnen erzählen? „Am beten gehen wir in mein Zimmer, sonst hört noch jemand zu. Ich kann euch sagen, in diesem Hotel haben die Wände Ohren.“ Sie gingen in sein Zimmer. Das erste was Kathrin auffiel war, dass Bryan’s Zimmer nicht so ordentlich gehalten war wie das von Kian. Wäsche, Essen... einfach alles lag wild verstreut umher. „Tut mir leid. Aber wenn Kerry mal ein paar Tage nicht da ist, sieht es hier gleich aus wie die Sau.“ Kathrin musste lachen bei dem Gedanken, wie Kerry wohl reagieren würde, wenn sie diese Unordnung sehen würde. Bryan räumte alle möglichen Sachen von seinem Bett. „Setzt euch doch bitte.“ „Also? Jetzt spann uns nicht so auf die Folter.“ Er fand gefallen daran, die zwei Mädchen zappeln zu lassen. „Na gut. Aber denk an euer Versprechen!“ „Ja, jetzt komm.“ „Also... Louis hat mich vor ein paar Wochen damit beauftragt mich etwas an der ‚Highuniversity of Dance‘ umzusehen und nach geeigneten Tänzern für unsere kommende Tour zu suchen. Vor drei Wochen seit ihr mir dann ins Augen gestochen. Und als ihr die anderen Jungs auf der Party getroffen habt, waren auch sie sofort Feuer und Flamme für euch. Wir gingen zu Louis und sprachen mit ihm und er war ebenso begeistert von euch wie wir. Jetzt liegt es also nur noch an euch. Was denkt ihr? Hättet ihr Lust darauf? Überlegt es euch aber gut. Es steckt verdammt viel harte Arbeit dahinter.“ Kathrin und Lara sahen sich kurz an und waren sich, ohne auch nur ein Wort zu sagen, einig. „Wir nehmen an!“ Die Antwort sprudelte nur so aus den beiden heraus. „Seit ihr euch sicher?“ „Absolut!“ „Na gut. Dann rede ich heute Abend mit Louis. Ich denke, er wird sich dann mit euch in Verbindung setzen.“ Die Girls wollten gerade das Zimmer verlassen, als ihnen Bryan noch etwas hinterher rief. „Ihr braucht euch natürlich kein Hotel suchen. Ihr bekommt beide ein Zimmer im ‚Admire‘.“ Draußen im Gang sprang Lara in die Höhe. „Yeah! Kannst du das alles glauben? Das ist ja der Wahnsinn. Wir und Tänzer von Westlife.“ Kathrin stand nur neben ihr uns sah ihr zu. Sie wusste nicht ob sie sich freuen sollte, obwohl sie noch vor zwei Minuten begeistert zugesagt hatte. Eigentlich war sie froh, dass sie Kian und Co. durch den Rauswurf aus dem Weg gehen konnte. Doch nun war dies alles andere als möglich. Und ihr ungutes Gefühl sollte ihr noch recht geben.

Kapitel 14

Die Unterhaltung mit Louis Walsh war schnell vorbei. Er gab jeder von ihnen einen Vertrag den sie unterzeichneten und einen Plan für die nächsten Wochen. Daraus konnten sie ersehen, dass am nächsten Tag ein Treffen mit den Jungs und den anderen Tänzerinnen geplant war. „Das wird ganz schön stressig.“ „Ja, da hast du recht. Aber wir schaffen das schon.“ Lara machte Kathrin Mut als sie am nächsten Tag auf dem Weg zur Trainingshalle waren. „Wir lernen jetzt erstmal alle kennen und beginnen erst denn mit dem Training.“ „Erst? Wir haben gestern erst erfahren was die mit uns vorhaben.“ Lara lächelte und nahm Kathrin am Arm, als sie die Halle betraten. „Hey! Schön euch zu sehen.“ Bryan kam auf die beiden zu. Die anderen unterhielten sich in kleineren Gruppen mit den Tänzerinnen. „Und? Alles klar?“ „Ja, danke. Wir sind nur etwas nervös.“ „Ach, kein Grund zur Panik. Wir werden euch schon nicht gleich fressen. Aber passt vielleicht auf was ihr zu den werten Damen sagt.“ „Wieso?“ „Zickenalarm!“ „Oh...“ Alle drei mussten lachen. „Hey Bry! Kommst du mit den Ladys auch mal her, oder müssen wir dich holen?“ Mark machte eine witzige Geste, als er sie zu sich bat. „Wir kommen ja schon, du ungeduldiger kleiner Junge.“ Sie gingen auf die anderen zu, die sich in der Zwischenzeit alle zusammengestellt hatten. „Hi. Schön euch in unserem Team willkommen heißen zu dürfen.“ Shane drückte Lara und Kathrin kurz an sich und stellte dann die anderen Frauen vor. „Das sind unsere Tänzerinnen. Darf ich vorstellen, Angela und Frances oder Fran.“ „Hallo, schön euch kennenzulernen.“ Währen sie sich gegenseitig beschnupperten kam Jonny, ihr Tanztrainer, in die Halle. „Hi. Ihr müsst die neuen sein? Ich hoffe ihr fühlt euch bei uns wohl.“ „Bis jetzt schon.“ Alle lachten. „Gut, dann fangen wir mal mit dem Training an und dann sehen wir, ob ihr danach immer noch so denkt.“ Er zwinkerte und stellte die Musik an. Da war es wieder. Dieses Lied! Kathrin war von einer Sekunde auf die andere gelähmt. „Kathy, alles ok? Gefällt dir das Lied nicht? Das wird unser neuer Song und das große Finale bei unserer Tour.“ Bryan stand neben ihr und hatte ihr eine Hand auf die Schulter gelegt. „Ich kenne dieses Lied.“ „Haha, das ist unmöglich. Wir hören diesen Song, seit er fertiggestellt worden ist, das erste Mal. Es ist sogar für uns gerade die Premiere. Oh warte. Du hast ihn in der Uni schon gehört, oder?“ „Ja.“ „Siehst du. Dann ist ja alles im Butter auf dem Kutter.“ Er stellte sich neben Angela, seine Tanzpartnerin. Ja, sie hatte dieses Lied schon in der Uni gehört. Aber nicht nur dort! Doch wie konnte es möglich zu sein von etwas zu träumen, was es bis dahin noch gar nicht gab, oder was sie noch nie gehört hatte? Wieder machte sich ein ungutes Gefühl in ihrem Körper breit.

Kapitel 15

„Mehr Spannung im Körper wenn ich bitten darf und lächeln.“ Jonny gab ihnen konkrete Anweisungen und Kathrin fand wieder gefallen am tanzen. Sie wurde, da sie die kleinste der Tänzerinnen war, Shane zugeteilt. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich darüber freuen sollte oder nicht. „Autsch!“ Shane war ihr aus Versehen auf die Zehen gestiegen. „Oh sorry. Das tut mir wirklich leid. Ich hoffe es tut nicht zu sehr weh?“ Er sah sie mit einem bemitleidenswerten Blick an. Echt lieb, dachte sich Kathrin. Wenn er so schaute, waren seine Augen noch anziehender als sie es eh schon waren. „Geflirtet wird nicht!“ Bryan stand grinsend neben ihnen und verpasste Shane einen leichten Hieb mit seinem Ellenbogen. „Wer flirtet mit wem?“ Mark hatte sich ebenfalls zu ihnen gesellt und zeigte an diesem Thema großes Interesse. „Niemand flirtet. Shane ist mir auf den Fuß gestiegen. Das ist alles.“ „So fängt alles an.“ „... fall in love, it would be forever...“ Bryan und Mark fanden es wahnsinnig witzig die beiden zu verarschen. Kathrin war froh, dass Kian bei Lara, den anderen Tänzerinnen und Jonny stand. „Ok, machen wir weiter, bitte. Ich will euch nicht länger ertragen als unbedingt nötig.“ Jonny fand seinen Witz zum totlachen. Die anderen allerdings nicht. Sie versuchten erneut sich die Choreographie zu „Hey Whatever“ zu merken. Für Kathrin nicht so einfach. „Au.“ Shane hatte ihr diesesmal seinen Ellenbogen in den Rücken gestoßen. „Kathy, es tut mir leid. Ich kann mich nur nicht auf den Text und die Choreographie gleichzeitig konzentrieren.“ „Du musst doch gar nicht singen. Wofür läuft den die CD? Oh man, der Schlag hat gesessen.“ Kathrin rieb sich ihren Rücken. Shane hatte sie ziemlich hart erwischt. „Hey, Shane!“ Lara stand plötzlich neben ihm. “Lass mal bitte meine Freundin am Leben. Sonst muss ich dir noch an die Kehle gehen, als Rache.“ Mit einem Lächeln ging sie zurück zu Mark, ihrem Partner. „Ich sollte wohl besser aufpassen.“ „Ja, bitte. Mir tut eh schon alles weh, da brauch ich deine Liebesbeweise nicht auch noch.“ Kathrin war stinksauer. Shane merkte dies und sagte nichts mehr. Er versuchte den Rest des Trainings einen Sicherheitsabstand zu halten. „Gut, das wäre dann alles. Nur noch die Schlussposition. Bryan, Angela, kommt doch mal bitte her. Bryan du legst jetzt deine Hände um Angie’s Hüften. Angela du lehnst dich zurück. Lehn dich richtig an Bryan ran, er wird schon nicht gleich umfallen.“ Ein schallendes Gelächter ging durch die Reihen. „Angela, leg bitte nun deinen Kopf an Bryan’s Schulter und deine Arme um seinen Hals.“ Beide taten das, was Jonny ihnen erklärte hatte. Bryan schien es zu gefallen. Er vergrub seinen Kopf in Angela’s Hals. „Hey Großer. So geht das aber nicht.“ Wieder lachten alle. „Gut. Und nun versucht ihr das alle mal. Hey Mark! Die Hände sollen auf der Hüfte bleiben und nicht zu Lara’s Hintern wandern.“ Alle hatten viel Spaß. Erst versuchten es Bryan und Angela nochmal, dann Mark und Lara, Kian und Frances und zum Schluss Shane und Kathrin. Ihr war nicht wohl dabei, so auf Tuchfühlung mit ihm zu gehen. Als er seinen Kopf über ihre Schulter legte, so wie es sich gehörte, flüsterte er ins Ohr. „Ich entschuldige mich nochmals für alles und verspreche dir, dass ich das alles wieder gut mache. Noch heute. Versprochen!“ „Was hast du vor?“ „Sag ich nicht. Das ist eine Überraschung.“ Kathrin lächelte. Sie konnte diesem Mann nicht böse sein. Wie auch. Sie empfand doch immer noch etwas für ihn. Nur was genau?

Kapitel 16

Kathrin lag auf ihrem Bett. Sie hatte geduscht, einen Bademantel angezogen und wollte sich nun ausruhen. Ihre Glieder schmerzten. Sie war es nicht gewöhnt vier Stunden am Stück zu trainieren. Sie fühlte sich elend und die Schläge von Shane hatten ihren Teil dazu beigetragen. Ein großer blauer Fleck würde sich wohl bald über ihren Rücken breitmachen. Sie dachte gerade darüber nach, wie sie ihn am besten behandeln konnte, als es klopfte. „Kathy, bist du da?“ Sie erkannte die Stimme sofort – Shane. Sie ging zur Tür und öffnete diese. „Hallo, was ist? Kann ich dir helfen?“ „Kann ich reinkommen?“ „Weshalb?“ Er grinste. „Deine Überraschung!“ „Aha. Und dafür musst du in mein Zimmer kommen?“ „Yep, genau. Also?“ „Na gut. Komm rein und mach es dir bequem. Ich zieh mich nur schnell um.“ „Nein, warte. Das ist das perfekte Outfit.“ Sie stutzte. Shane zauberte plötzlich eine Ölflasche aus seiner Hosentasche. Was Jungs nicht alles in ihre Taschen bekommen. „Einverstanden?“ „Mit was? Was hast du denn vor?“ Sie setzte ein freches Grinsen auf. „Ich würde dir gerne eine Massage anbieten. Du hast gesagt dir tut alles weh und ich denke, da tut eine kleine Massage nicht schlecht, oder?“ Kathrin war sich nicht sicher. Doch am Ende konnte sie dem flehenden Blick von Shane nicht widerstehen und willigte ein. „Schön. Leg dich auf dein Bett und mach es dir bequem.“ Kathrin legte sich auf ihr Schlafgemach und nahm ein Kissen unter den Kopf. Shane wollte ihr den Bademantel von den Schultern streifen, als sie erschrocken hochfuhr. „Was ist denn los?“ „Ausziehen ist nicht.“ „Soll ich dir das Öl in den Mantel schmieren?“ Er lächelte lieb und gewann so das Vertrauen von ihr. „Na gut.“ Sie legte sich wieder hin und Shane zog ihr den Bademantel aus, sodass ihr Rücken frei war. Kathrin konnte nicht glauben was sie da gerade tat. Kian würde sie umbringen, wenn er das herausfinden würde. Shane ließ etwas Öl auf ihre Schultern tropfen und begann damit es einzumassieren. Er war wirklich begabt. „In Ordnung so? Sag wenn ich etwas anders machen soll.“ „Nein, es ist perfekt so.“ Sie ließ sich fallen und genoss es, wie Shane seine Hände auf ihren Rücken hoch und runter gleiten ließ. Er fing bei den Schultern an, ging zum Nacken über und kam dann zum Rest ihres Rückens. Kathrin fühlte sich schon lange nicht mehr so wohl. Es war, als ob er genau wüsste, wie es ihr am besten gefiel. Er brachte Kraft in seine Griffe, doch waren sie ständig gefühlvoll. Seine Hände waren am Anfang etwas kalt, doch nun hatten sie eine angenehme Wärme. Kathrin wurde warm bei dem Gedanken, dass diese Hände sie nicht nur am Rücken berühren könnten. „Shane?“ „Ja?“ „Ich denke das ist jetzt genug. Es war wirklich wunderbar. Aber es reicht nun und du solltest jetzt wohl besser gehen.“ Shane sagte nichts. Er wusste genau wieso sie ihn plötzlich wegschickte und war mehr als nur zufrieden damit. „Gut. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und hoffe, dass ich dir damit einen kleinen Gefallen getan habe und du nun nicht mehr böse auf mich bist.“ Sie lächelte, gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange und verschwand im Bad. Sie setzte sich auf den Rand der Badewanne und musste plötzlich lachen, als sie daran dachte, was für ein Gefühl durch ihren Körper ging, als Shane sie gerade so berührte. „Tja Miss. Wild. Da haben sie den Beweis. Alte Liebe rostet nicht.“ Über sich selbst lachend ging sie noch einmal in die Dusche.

Kapitel 17

Beim Abendessen setzten sich Lara und Kathrin alleine an einen Tisch in der Ecke, um in Ruhe reden zu können. „Ka, jetzt sag mal. Was läuft da zwischen dir und Kian, bzw Shane? Lass kein Detail aus.“ „Du bist gut. Da läuft gar nichts, mit beiden.“ „Kathy, ich bin nicht blöd. Ich hab dich das letzte Mal aus Kian’s Zimmer kommen sehen und du hast gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Und heute kam Shane aus deinem Zimmer. Und ich muss sagen, er hat nicht gerade traurig ausgesehen. Also?“ „Ok, ok. Bei Kian war ich, weil ich mit jemanden reden musste, als wir uns gestritten hatten und Shane hat mich heute massiert als Wiedergutmachung für die netten Einlagen in der Tanzstunde.“ „Soso“ Lara lächelte frech. „Und da sagst du, da läuft nichts? Jaja...“ „Haha, sehr witzig. Und was ist nun mit dir und Marky?“ „Ich sag’s mal so. Er hat’s drauf.“ Sie zwinkerte Kathrin zu. „Bitte? Jetzt erzähl. Was lief da alles?“ „Nicht besonderes. Aber er ist wirklich ein begabter Küsser.“ „Aha. Naja, das kann ich von Kian auch sagen.“ „Was? Du hast also doch...“ „Shhh...“ Bryan kam auf sie zu und war bester Laune. „Hey Mädls. Alles klaro?“ „Klar und bei dir?“ „Auch. Ich wollt euch fragen, ob ihr Lust hättet mit mir shoppen zu gehen? Ich brauche ein neues Outfit und wäre über weibliche Unterstützung sehr dankbar.“ „Natürlich kommen wir mit. Wir wollen ja nicht dafür verantwortlich sein, dass du am Ende in schrecklichen Klamotten herumlaufen musst. Wann willst du gehen?“ „Jetzt sofort. Geht das?“ „Ja.“ Sie machten sich in Bryan’s Auto auf den Weg in die Innenstadt. Es schien die Sonne, doch trotzdem war nicht viel los. Kathrin verstand wieso, als sie sich die Preisschilder genauer ansah. Der Laden, vor dem sie standen, verlangte für eine einfache Jeans 385,00 Euro. „Willst du da wirklich hineingehen, Bryan?“ „Yep. Da kauf ich immer ein. Lasst euch von den Preisen nicht verunsichern, die sind nicht wichtig.“ Sie hatten den Shop noch nicht ganz betreten, als ein Verkäufer auf sie zu kam. „Mr. McFadden. Schön Sie wieder zusehen.“ „Danke Andrew. Ich brauche ihre Hilfe heute aber nicht. Ich habe genügend Unterstützung dabei.“ „Gut. Sehen sie sich ruhig um. Wenn sie etwas benötigen, rufen sie mich.“ Der Verkäufer ging und die drei machten sich auf die Suche nach passender Kleidung. Dabei machten sie sich immer wieder über die komischsten Outfits lustig. „Bry, zieh das mal an.“ „Ne, echt nicht. Das ist selbst mir zu verrückt.“ Lara hielt eine Hose in sechs verschiedenen Farben hoch. An den Hosenenden waren kleine, goldene Glöckchen befestigt, die klingelten, als Lara die Hose hin und her schwang. „Lara, wir sollen ihm helfen, dass er Stadt tauglich wird, nicht zum Clown.“ Die drei lachten laut auf, doch Bryan hielt schnell wieder inne. „Entschuldigt mich bitte. Ich bin gleich wieder zurück.“ Er ging zu einem jungen Mann der an einem Kleiderständer am anderen Ende des Landen stand. Kathrin konnte erkennen, dass dieser zusammen zuckte, als Bryan ihm die Hand auf die Schulter legte. „Wer ist das?“ „Keine Ahnung. Aber er kommt mir irgendwie bekannt vor.“ Kathrin musterte den Mann ganz genau. Bryan schien ihn gut zu kennen und es sah so aus, als ob sie sich über ein ernstes Thema unterhalten würden. Als der Mann seinen Kopf etwas zur Seite drehte, erkannte ihn Kathrin. „Nicky!“ „Was ist los?“ Lara hatte sich schon wieder den Kleidern neben ihr zugewandt. „Das ist Nicky.“ „Du meinst Nicky Byrne?“ „Ja.“ „Oh man. Über was unterhalten sich die zwei?“ „Ich weiß es nicht. Aber ich denke es ist wichtig und darum werde ich es noch früh genug herausfinden.“

Kapitel 18

„Endlich mal ein paar Tage frei. Wo fährst du hin, Ka?“ „Ich hab mir für die Woche eine kleine Blockhütte in Donnerville gemietet. Die liegt mitten im Wald und ich denke, da komm ich vielleicht etwas zur Ruhe, denn die hab ich dringend nötig. Und du?“ „Ich fahr mit Mark in sein Haus.“ Sie grinste frech. „Du bist mir eine. Aber lass ihn am leben, gell?! Westlife sind eh schon nur noch zu viert. Noch einer weniger wird kompliziert.“ „Er wird mich schon überleben.“ Sie umarmte Kathrin nochmals, bevor diese in ein Taxi stieg. „Machs gut, La. Und sauber bleiben, Kleine!“ „Sicher. Pass du mal lieber auf dich auf, dass du nicht am Ende gestohlen wirst.“ Das Taxi fuhr los und Kathrin winkte Lara nochmals zu. „Bye.“ „Ciao und vergiss mich nicht!“ Eine ganze Woche frei, dachte sich Kathrin. Sie lehnte sich entspannt zurück und genoss die Aussicht. Irland war wirklich ein schönes Land. Nach einer halben Stunde übermannte sie jedoch der Schlaf. Die letzten Wochen hatten sie ganz schön mitgenommen. Zwei Stunden später stand sie vor der Hütte. Als sie sie betrat, fühlte sie sich sofort wohl. „Wie schön. Eine ganze Woche Ruhe!“ Sie brachte ihren Koffer hoch ins Schlafzimmer und begann damit sich häuslich einzurichten. Gerade als sie sich mit einer Tasse Tee vor den Kamin setzen wollte, brach ein heftiges Gewitter herein. „Toll. Wie ich das Wetter in Irland liebe. Von einer Sekunde auf die andere könnte man meinen, die Welt gehe unter. So’n Käse...“ Sie kuschelte sich in eine Decke und setzte sich auf den Boden vor das Feuer. „So könnte ich es länger aushalten.“ Plötzlich klopfte es. „Was ist denn jetzt los? Wer ist bei einem solchen Wetter um diese Uhrzeit noch im Wald unterwegs?“ Kathrin hielt sich still. Sie wollte einfach so tun als ob keiner da sei. „Kathy, bist du da? Bitte lass mich rein. Es ist nicht besonders schön hier draußen. Bitte!“ „Shane?“ Kathrin ging zur Tür und öffnete sie. Vor ihr stand ein pudelnasser Shane. Seine Haare hingen ihm ins Gesicht, seine Kleidung war triefnass. „Shane! Was machst du denn hier?“ „Hallo, kann ich reinkommen?“ „Klar.“ Sie holte ein Handtuch und ihre Decke und machte ihm dann eine heiße Tasse Tee. „Ich hoffe du magst Kamillentee?“ „Ja, danke.“ Er setzte sich auf die Couch, das Handtuch über seinen Kopf gelegt und fest in die Decke eingewickelt. Kathrin setzte sich neben ihn. Sie saßen fast eine Minute nur so da, ohne etwas zu sagen. „Darf ich fragen, wieso du bei diesem Wetter vor meiner Hütte stehst?“ „Ich muss mit dir reden.“ Seine Augen hielten die von Kathrin fest. Sein Blick durchbohrte ihre Seele. „Und worüber?“ Sie sah zu Boden. Sie hatte Angst davor zu hören, was er von ihr wollte. „Weißt du eigentlich wo Lara ist, Ka?“ „Die ist bei Mark.“ „Hatte ich mir fast gedacht.“ Er lächelte. Oh wie gefiel Kathrin dieses Lächeln, wie gefielen ihr diese Lippen, dieser Mund. Wie gefiel ihr dieser Mann. „Alles in Ordnung? Du zitterst ja.“ „Alles klar. Mir ist nur etwas kalt.“ „Ich hab ja auch deine Decke beschlagnahmt. Tut mir leid. Hier!“ „Nein, nein. Passt schon. Du brauchst sie jetzt dringender.“ „Dann wickeln wir uns eben beide in eine ein. Sie ist ja locker groß genug.“ Bevor Kathrin etwas erwidern konnte, hatte Shane die Decke um sie gelegt und sie zu sich herangezogen. „Besser?“ Sie nickte nur. „Das mit Lara ist aber nicht die Sache über die du mit mir reden wolltest, oder?“ Kathrin tat sich schwer diese Worte über ihre Lippen zu bekommen. „Ja, da hast du recht. Kathrin, magst du mich?“ „Klar, wieso nicht?“ „Du benimmst dich mir gegenüber immer sehr verschlossen. Ich wusste nicht woran das liegt. Die einzige Lösung die mir eingefallen ist war, dass du mich nicht leiden kannst.“ „So ein Käse. Natürlich mag ich dich. Ich finde du bist ein großer Engel.“ „Ein big angel?“ „Ja.“ Beide mussten lachen. „Magst du mich nur, oder empfindest du mehr als nur Freundschaft für mich.“ Kathrin verstummte. „Wie meinst du das?“ Sie sah ihn an. Eigentlich wusste sie ganz genau was er damit meinte. Er antwortete nicht, sondern stellte seine Tasse weg und legte ihr dann seine Hand auf die Wange. „Was machst du da?“ „Lass dich überraschen.“ Was folgte, war ein langer, intensiver Kuss. Kathrin vergass alles um sich herum. Wie lange hatte sie von diesem Moment geträumt. Sie vergaß selbst Kian und ihr eigentliches Vorhaben.

Kapitel 19

Kathrin öffnete die Augen. Sie war immer noch an Shane gekuschelt und überaus glücklich. Er schlief noch, während sie das Frühstück vorbereitete. Sie waren gestern Abend nach dem Kuss schnell eingeschlafen und nun war ein neuer Tag hereingebrochen. Sie deckte den Tisch, als sie an Kian denken musste. Wie würde er reagieren, wenn er von Shane und ihr erfahren würde. Wäre er sauer, oder würde er sich für die zwei freuen. Sie wusste ja nicht genau was Kian für sie empfand. Kathrin ärgerte sich, dass sie ihn das letzte Mal nicht aussprechen hatte lassen. „Guten Morgen, Prinzessin.“ Shane stand hinter ihr und begann damit ihren Nacken zu küssen. „Guten Morgen. Gut geschlafen? Wenn der Herr dann mal damit fertig wäre meinen Hals zu vernaschen, ich hätte Frühstück gemacht.“ Sie drehte sich zu ihm um und sah wieder in diese Augen, die sie so sehr anzogen. „Ich habe aufgedeckt und Tee und Toast gemacht. Ich hoffe du hast Hunger?“ „Oh ja. Aber nicht auf Toast.“ „Auf was dann? Ich hab leider nichts anderes dabei, ich hatte nämlich eigentlich nicht mit Besuch gerechnet.“ „Oh doch, du hast noch was dabei.“ Shane legte seine Arme auf die Lehne des Stuhles der hinter Kathrin stand. Sie konnte sich nun nicht mehr bewegen. „Was wird das wenn es fertig ist? Und sag jetzt nicht Überraschung. Davon hatte ich von dir schon genug.“ Sie grinste und versuchte Shane zur Seite zu schieben, doch dieser war sehr standhaft. „Nein. Ich lass dich jetzt nicht gehen.“ Mit einem gezielten Griff hob er Kathrin hoch und hinaus ins Wohnzimmer. Er ließ sie vorsichtig auf die Couch nieder. „Mr. Filan. So wird aber unser Tee kalt.“ „Den kann man wieder heiß machen. Das hast du ja bei mir auch geschafft.“ Er beugte sich zu ihr hinunter und küsste sie erneut. Doch diesesmal war es ein viel leidenschaftlicher Kuss der Kathrin genau zeigte was er wollte. Sie zog ihn zu sich auf die Couch. Shane schob seine Hand unter ihr T-Shirt und begann damit ihren Rücken zu streicheln. Auch Kathrin ließ ihre Hände unter sein Hemd gleiten. Doch kamen diese nach kurzer Zeit wieder zum Vorschein und fingen damit an die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen. Mit schnellen Griffen hatte Shane ihr das T-Shirt ausgezogen. Er küsste ihren Mund, ihren Hals, später den Bauch und Bauchnabel. Kathrin’s Atem beschleunigte sich, was Shane noch mehr in Fahrt brachte. Auch Kathrin hatte ihm in der Zwischenzeit sein Oberteil ausgezogen. Es fühlte sich so gut an, seine nackte Haut zu spüren. Sie öffnete seinen Gürtel und den Reißverschluss seiner Hose. Shane konnte es gar nicht abwarten sie endlich zu spüren, sie ganz für sich zu haben. Er stand langsam auf und öffnete währenddessen ihre Hose und zog sie ihr langsam aus. Von seiner eigenen hatte er sich schon längst selbst befreit. Kathrin lag nun auf ihm und durch seine Küsse wurde ihr immer heißer. Langsam schon Shane seine Hände zu ihrem Rücken und öffnete den Verschluss ihres BH’s. Als er Kathrin von dem Stück Stoff befreit hatte, wollte er auch den letzten Rest von ihrem Körper entfernen. Dazu drehte er sich, dass sie unter ihm lag. Er hörte nie auf sie zu küssen und Kathrin gefiel das nur zu gut. Sie hob ihre Hüfte um es Shane zu erleichtern seinen Plan in die Tat umzusetzen. Und auch er war nach kurzer Zeit seine letzte Bekleidung los. Er warf seine Boxershort durchs Zimmer, direkt ins Feuer. Eine kleine Stichflamme ging daraus hervor, die die beiden ziemlich erschrack. Als sie sich ansahen, mussten sie lachen. So sehr, dass das Feuer zwischen ihnen für den Moment erlosch. „Das war’s dann wohl.“ Kathrin lächelte. „Ja. Manno... Nach dem Schock spielt klein Shaney nicht mehr mit.“ Sie mussten erneut lachen. Sie wickelten sich in die Decke die unter ihnen lag ein und genossen für die nächsten Minuten einfach, die nackte Haut des anderen zu spüren. Es gab ja schließlich noch mehr Gelegenheiten diese Sache zu wiederholen. Das dachte sich jedenfalls Kathrin.

Kapitel 20

Drei Tage später saßen beide in Shane’s Auto. Sie waren zurück auf dem Weg zum Hotel. Seit der Abfahrt hatte keiner ein Wort gesagt, bis Shane die Stille beendete. „Ich glaube es wäre wohl am besten, wenn wir von den Geschehnissen der vergangenen Woche noch niemanden etwas erzählen. Es wäre zu früh und ich will nicht, dass Bryan wieder eine Gelegenheit findet, sich über mich lustig zu machen.“ Kathrin nickte nur. Sie was mehr als einverstanden. Sie wollte niemanden erzählen was zwischen Shane und ihr vorgefallen war. Auch, wenn nach der verpatzten Liebesnacht nichts großartiges mehr geschehen war. Vor allem wollte sie verhindern, dass Kian etwas davon erfuhr. Noch war sie sich nicht sicher, für wen sie mehr empfand. Beide waren in ihren Augen einfach nur perfekt. Als sie den Flur zu ihren Zimmern betraten, kamen ihnen Bryan und Lara völlig aufgelöst entgegen gerannt. „Da seit ihr ja. Wir haben ständig versucht euch zu erreichen. Wo wart ihr?“ Doch bevor einer der beiden etwas erwidern konnte, begann Bryan wieder zu reden. „Wir haben ein riesiges Problem.“ Bei diesen Worten legte sich Lara ihre Hände vor‘s Gesicht und begann zu weinen. „Was ist denn passiert? Lara, Bryan! Jetzt sagt schon.“ In der Stimme von Kathrin lag Angst. Sie wusste, dass ihr die Antwort nicht gefallen würde. „Mark und Kian sind...“ „Nun sag schon!“ Shane wurde ungeduldig. „Sie sind entführt worden.“ „Was?“ Shane begann zu lachen. “Der Scherz ist gut Bryan. Aber diesesmal fall ich nicht wieder drauf rein. Das hast du letztes Jahr schon mit mir gemacht.“ „Das ist kein Witz, Shane. Ich wäre froh, wenn es so wäre.“ Shane verging das Lachen, als er den ernsten Ton von Bryan’s Stimme erkannte. „Seit wann?“ Kathrin stand neben den Dreien. Sie war wie gelähmt. Sie realisierte nur noch das verzweifelte Schluchzen von Lara und Bryan’s Worte: Kian war entführt worden! „Wir vermissen sie seit gestern Früh. Gestern Abend meldete sich dann der Entführer.“ „Weiß man schon wer es ist?“ „Nein, aber ich habe eine Vermutung.“ „Wer?“ „Nicky!“ Augenblicklich wurde es still. Keiner sagte etwas. Selbst Lara blieb wohl der Atem zum Weinen weg. Eine furchteinflößende Stille... „Wie kommst du da drauf?“ Kathrin erkannte in Shane’s Stimme, dass er die Antwort bereits wusste. „Du weißt es Shane. Ich denke, ich muss es hier nicht laut sagen.“ Shane’s Blick verfinsterte sich. „Kathrin, Lara. Ich denke es ist besser, wenn ihr jetzt auf euere Zimmer geht. Bryan und ich müssen unter vier Augen miteinander reden.“ „Ja, gut.“ Kathrin hatte ihr Zimmer direkt neben der Stelle, an der Bryan die schreckliche Nachricht verkündet hatte. Lara kam mit auf ihr Zimmer. „Weißt du mehr als das was Bryan soeben erzählt hat, La?“ „Naja.“ „Sag schon.“ „Ich habe mitbekommen wie Bryan und Louis sich unterhalten haben.“ „Worüber“ „Du kannst dich doch noch an unsere Shoppingtour mit Bryan erinnern. Der junge Mann war wirklich Nicky.“ „Und weiter? Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase heraus ziehen.“ „Ich habe nur gehört wie Bryan zu Louis gesagt hat, dass Nicky ihm gesagt hat, dass...“ „Ja, jetzt komm schon.“ „Nicky hat gesagt: ‚Ich werde mich an Shane rächen. Ich werde ihm ebenfalls Menschen wegnehmen, die ihm am Herzen liegen’. Mehr habe ich nicht mitbekommen.“ Das reichte Kathrin völlig aus. Nun wusste sie es. Shane war der Grund für die Trennung von Westlife!

Kapitel 21

Die nächsten zwei Tage hielt sich Kathrin fast nur in ihrem Zimmer auf. Sie wollte nichts und niemanden sehen. Doch heute konnte sie nicht einfach länger so dasitzen und abwarten. Sie musste etwas unternehmen. Bryan hatte sein Zimmer nicht weit von dem ihrigen. Als sie die Hand hob um zu klopfen ertönte eine Stimme. „Komm ruhig herein, Kathrin.“ Sie öffnete die Tür und sah Bryan am Fenster stehen. „Ich habe mich schon gewundert wo du solange bleibst?“ „Wie meinst du das?“ „Es war mir klar, dass du früher oder später die Initiative ergreifen willst um Kian und Mark zu finden. Und es war mir auch klar, dass du nicht zu Shane gehen wirst. Ich weiß zwar nicht genau was ihr diese Woche alles gemacht habt? Aber ich denke, ihr wart keine Engel.“ Kathrin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Es ist nichts passiert, Bryan.“ „Ja ja. Das sagen sie alle. Und neun Monate späte gibt’s dann plötzlich eine große Überraschung.“ Selbst in dieser schrecklichen Lage konnte Bryan noch witzig sein. Und das mochte sie sehr an ihm. „Also, was willst du wissen?“ „Wieso Nicky? Und warum wird nichts unternommen, wenn man schon weiß wer es ist?“ „Ich kann nicht beweisen, dass Nicky daran beteiligt ist. Und darum glaubt mir niemand. Sie wollen die Sache der Polizei überlassen. Aber ich weiß, dass das nur zwischen Nicky und Shane geklärt werden kann.“ „Was für eine Sache?“ „Das kann ich dir nicht sagen.“ „Bryan. Ich glaube dir und will dir und den anderen Jungs helfen. Aber du musst mir sagen was los ist.“ „Na gut. Aber halte es geheim. Wenn das an die Öffentlichkeit gelangt, dann...“ „Ich schweige wie ein Grab. Nun sag schon endlich.“ „Bitte sag auch Lara nichts von der Sache.“ Kathrin willigte ein, da sie wusste, dass es Lara früh genug selbst herausfinden würde. „Es war vor ungefähr eineinhalb Jahren als alles begann.“ „Bryan, mir würde die Kurzfassung genügen. Ich will schellst möglich handeln.“ „Ok. Na dann. Shane hatte eine Affäre mit Georgina kurz vor deren Hochzeit mit Nicky.“ Kathrin stockte der Atem. Sie hatte einiges erwartet, aber nicht so etwas. Nicky hat es aber erst letztes Jahr im April herausgefunden. Geo konnte es ihm nicht länger verheimlichen. Nicky’s Reaktion war nicht gerade schön. Er ging auf Shane los und prügelte ihn krankenhausreif. Das alles wurde damals geheim gehalten. Nicky liebte Georgina so sehr, dass er ihr verzeihte. Aber bei Shane konnte er es nicht. Im Gegenteil. Sein Hass auf ihn wird jeden Tag mehr und hat wohl jetzt den Höhepunkt erreicht.“ „Aber wieso? Er hat Georgina doch nicht verloren?“ „Er hat es nie verstanden, dass einer seiner besten Freunde zu so etwas fähig war.“ „Das verstehe ich. Dann war das wohl auch der Grund für die Trennung von Shane und Gillian, oder?“ „Ja. Gillian kam mit der Sache nicht klar. Was ich auch verstehe.“ „Ja. Bryan?“ „Hm?“ „Wir müssen Nicky finden.“ „Und zwar so schnell wie möglich. Ich weiß nicht wozu er noch im Stande ist.“ „Wie meinst du das?“ „Ich habe schön langsam wirklich Angst um Kian und Mark. Nicky liebt Georgina so sehr. Er würde für sie sogar über Leichen gehen.“

Kapitel 22

Am nächsten Tag trafen sich die zwei in einem Caffee, ganz in der Nähe ihres Hotels. Sie wollten sich einen Plan ausdenken, wie sie Mark und Kian helfen konnten. „Hast du schon mal versucht Nicky auf seinem Handy zu erreichen?“ „Ja, natürlich. Es heißt aber immer, dass ihr gewünschter Gesprächspartner zur Zeit nicht erreichbar ist. Ich kann diesen Satz echt nicht mehr hören.“ Kathrin nickte nur. Sie überlegte was sie als nächstes tun sollte, doch ihr wollte einfach nichts einfallen. „Weißt du keinen Ort, an dem Nicky die zwei hingebracht haben könnte?“ „Es gibt so viele Möglichkeiten.“ „Kennst du einen Ort bei dem Nicky weiß, dass Shane ihn hasst?“ „Da gibt es eigentlich nur zwei. Das eine ist eine Lagerhalle außerhalb Dublins und das andere eine Höhle bei Sligo.“ „Wieso kann Shane diese Orte nicht leiden?“ „Es gibt dort haufenweise Schlangen. Und Sha hat eine richtige Phobie vor diesen Tieren.“ „Da ist er nicht der einzige.“ „Du hast Angst vor Schlangen?“ „Und wie!“ „Aja. Und wie willst du Kian und Mark dann helfen?“ „Ich werde die Viecher schon überleben.“ „Tapferes Mädchen.“ „Am besten machen wir uns gleich auf den Weg.“ „Einfach so? Na gut. Wohin zuerst?“ „Dorthin wo es mehr Schlangen gibt. Dann habe ich das Schlimmste schon mal hinter mir.“ „Ich wäre mir nicht so sicher, ob die Schlangen das Schlimmste werden.“ Sie fuhren zuerst zu der Höhle bei Sligo. Bryan war ein recht flotter Fahrer, darum waren sie nach knapp eineinhalb Stunden dort. „Ich weiß, dass ich hier niemals herziehen würde.“ „Haha. Das würde ich wohl auch nicht machen, obwohl Sligo selbst eigentlich eine schöne Stadt ist.“ Kathrin ließ Bryan den Vortritt, als sie die Höhle betraten. Da es schon Nacht wurde, hatte Bryan eine Taschenlampe mitgenommen. „Wieso muss eigentlich ich vorgehen? Normalerweise lässt man doch der Dame den Vortritt.“ Bryan lachte über sich selbst, doch Kathrin war absolut nicht zu lachen zu mute. Ihr war gerade die erste Schlange durch die Beine gekrochen. "„Ihhh...“ „Was ist denn los?“ Bryan erschrack, als ihm Kathrin ohne Vorwarnung auf den Rücken sprang. „Schlangen!“ „Ne echt?“ Bryan lachte sich halb schlapp über Kathrin, die immer noch auf seinem Rücken saß und seinen Hals umklammerte. „Ich finde deine Annäherungsversuche zwar ganz nett, aber erstens bin ich verheiratet, zweitens läuft was zwischen dir und Shane, bzw. Kian und drittens bekomme ich keine Luft mehr.“ Kathrin ließ ihn augenblicklich los. Doch nicht aus dem Grund, dass sie ihm vielleicht weh tat, sondern aus dem Grund, dass er Shane und Kian erwähnte. Sie blieb stehen und blickte zu Boden. Die Schlangen waren ihr plötzlich egal. „Was ist los?“ Sie antwortete nichts. „Keine Sorge. Ich halte meinen Mund und erzähl niemanden etwas von euch Dreien.“ „Woher weißt du es überhaupt?“ „Erstens Ka, hab ich Augen die funktionieren und zweitens haben es mir die Jungs gebeichtet. Natürlich weiß keiner der beiden über den anderen bescheid. Und ich werde daran auch nichts ändern. Versprochen! Aber bitte brich ihnen nicht das Herz. Das haben sie nicht verdient. Selbst Shane nicht.“ Kathrin war sprachlos. Sie konnte nicht glauben was sie da hörte. Beide Herren hatten ihr Versprechen nicht gehalten, nichts zu erzählen. Sie war enttäuscht. „Alles klar?“ „Ja. Oder nein! Sie haben mir versprochen nichts zu sagen. Und jetzt? Jetzt sitze ich in einer Zwickmühle und komme nicht mehr heraus.“ Wieso?“ „Ich bin in beide verliebt, Bry. Was soll ich jetzt machen? Hast du eine Antwort?“ „Nein, leider nicht. Aber ich denke, tief in deinem Herzen weißt du wenn du mehr liebst. Du musst einfach nur darauf hören.“ „Einfach? Es ist alles andere als einfach.“ „Ich weiß, aber du wirst schon die richtige Entscheidung treffen. Hey, wenn du eh in beide verliebt bist, kannst du dich ja eigentlich gar nicht falsch entscheiden.“ Er gab ihr einen leichten Stoß mit seinem Ellenbogen und lächelte ihr aufmunternd zu. „Danke Bryan.“ Zusammen verließen sie wieder die Höhle Während ihres Gespräches waren sie die komplette Höhle abgelaufen. Sie hatten jedoch keinen Nicky gefunden. Als sie in das Auto stiegen, hatte Bryan noch einen Spruch auf Lager. „Durch das Gespräch hast du wenigstens die ganzen Schlangen vergessen. Es hat halt doch auch alles seine Vorteile.“ Wenn er sich darin mal nicht geirrt hatte.

Kapitel 23

Kathrin lag auf ihrem Bett und dachte über die Sachen nach, die Bryan zu ihr gesagt hatte. Shane hätte es nicht verdient verletzt zu werden. Aber wieso? Er hatte sie doch vor einem Jahr auch zu tiefst verletzt. Oder war sie eine Ausnahme die man immer verletzen durfte? Sie wurde durch ein Klopfen an der Tür aus ihren Gedanken gerissen. Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, stand Shane vor ihr. „Hallo Kathy. Wie geht es dir?“ Er setzte sich neben sie auf das Bett und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Passt schon.“ Sie war unbeschreiblich wütend auf ihn. Er war der letzte den sie jetzt sehen wollte und er kam einfach ohne Erlaubnis in ihr Zimmer und küsste sie dann auch noch. „Was ist los?“ „Das weißt du.“ Sie wollte nicht mit ihm reden. Sie wollte ihn nicht sehen. In diesem Moment wünschte sie sich sogar, er würde einfach aus ihrem Leben verschwinden. „Machst du dir so große Sorgen um Kian und Mark?“ Er wollte sie in den Arm nehmen um sie zu trösten, doch sie blockte ab. „Hey, das wird schon alles wieder gut werden. Bryan und ich kümmern uns darum. Das verspreche ich.“ „Auf deine Versprechen pfeife ich. Du hältst sie ja doch nicht.“ „Wie kommst du darauf?“ „Wieso hast du Bryan alles erzählt? Hm? Ich dachte, wir halten es geheim.“ „Er hat es dir also erzählt?“ „Ja. Und ich bin sehr froh darüber. Kian ist entführt worden und du hast nichts besseres zu tun als unsere Geheimnisse herum zu posaunen.“ „Ich habe es nur Bryan gesagt. Und überhaupt ist Mark auch gekidnappt worden.“ „Das ist mir doch egal!“ Kathrin schrie Shane an. Sie hatte noch sie so viel Wut in sich gehabt. „Warum bist du so um Kian besorgt? Mark ist auch entführt worden. Ich wiederhole es nochmals. Mark ist auch weg! Ich verstehe, wenn Lara sich hauptsächlich um Mark sorgt. Sie sind ja schließlich mehr oder weniger ein Paar. Eher mehr. Aber du und Kian, ihr...“ Shane stoppte mitten im Satz. Doch Kathrin wusste, auch ohne, dass er etwas weiteres sagte, was er sich dachte. Sie konnte es nur zu gut von seinen Augen ablesen. „Sag mir, dass ich mit meiner Annahme falsch liege.“ Shane stand vor ihr. In seine Augen lag etwas bedrohliches. „Ich sage dir gar nichts.“ „Sag es mir!“ Shane schrie sie an und packte sie am Arm. „Lass mich los.“ „Nein! Sag mir, dass ich falsch liege.“ „Au, Shane, du tust mir weh!“ Er verfestigte seinen Griff, je mehr sich Kathrin wehrte. „Shane, bitte.“ Sie begann zu weinen. Vor Schmerz, aber auch vor Angst. „Bitte, Shane! Es gibt nichts zu sagen.“ Bei diesen Worten ließ sie sich auf die Knie fallen, doch er ließ sie nicht los. „Wenn du mir nicht sofort die Wahrheit sagst, dann...“ „Shane! Lass sie los.“ Bryan stand plötzlich hinter ihm. „Nein. Ich will die Wahrheit wissen.“ „Du tust ihr weh.“ Er sprach mit einer ruhigen Stimme zu ihm. Er ließ sie daraufhin los und verschwand zur Tür hinaus. Bryan kniete sich zu Kathrin hinunter und nahm sie in die Arme. „Shhh... ganz ruhig. Alles wird gut.“ Kathrin vergrub ihren Kopf in Bryan’s Schulter und sprach etwas, das er gerade noch verstehen konnte. „Nein, Bryan. Nichts wird gut!“

Kapitel 24

„Du willst heute wirklich zu dieser Halle fahren? Ganz alleine? Ka, das ist verrückt.“ Kathrin saß auf Lara’s Bett und erzählte ihr alles. Sie wollte nicht länger warten, sondern sofort handeln. „Du kannst ja mitkommen La, wenn du unbedingt willst.“ „Wieso willst du ohne Bryan’s und Shane’s Hilfe handeln?“ Lara wusste, sie hätte den Name ‚Shane‘ besser nicht erwähnen sollen. „Ok, dumme Frage.“ „Kommst du nun mit oder nicht?“ „Natürlich. Glaubst du, ich liefere dich den Jungs freiwillig aus? Noch dazu, woher soll ich wissen, dass du dich nicht auch noch an Mark vergreifst?“ Lara fand das urkomisch. Doch Kathrin war nicht zu Späßen aufgelegt. „Wann willst du fahren?“ „Sagen wir 19 Uhr. Ich hol dich hier in deinem Zimmer ab, ok?“ „Na gut. Ich freue mich schon drauf. Haha.“ Lara schüttelte den Kopf als Kathrin ihr Zimmer verließ. „Ok, was brauche ich jetzt alles?“ Kathrin stand vor ihrem Bett mit einem Rucksack in der Hand. Sie packte alle möglichen Utensilien ein, bei denen sie dachte, dass sie sie vielleicht benötigte. Taschenlampen, eine Schere, ein Messer, ihr Handy und ihren Basketballschläger, den sie vor 2 Jahren von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte. Mit den Worten: „Der ist nicht nur zum Spielen gut geeignet, sondern auch zur Verteidigung.“ Sie hatte nie verstanden was er damit meinte, bis heute. „Und wenn ich ihn Nicky über den Kopf ziehen muss. Kian geht vor!“ Sie packte ihn sorgfältig ein, ging dann zum Duschen und bereitete sich vor. Sie wusste nicht wieso, aber irgendwie fühlte sie, das sie Kian, Nicky und Mark dort finden würde. „Na dann. Auf in den Kampf.“ Sie warf sich den Rucksack über die Schulter und machte sich auf den Weg zu Lara’s Zimmer, da es kurz vor 19 Uhr war. „Ich dachte schon du kneifst.“ Lara erwartete sie bereits an der Tür. „Von wegen, La. Bist du bereit?“ „Natürlich, aber Ka? Darf ich dich noch was fragen bevor wir fahren?“ „Was denn?“ „Fahren wir jetzt zu einem Basketballspiel, oder wieso hast du den Schläger dabei?“ Sie zeigte auf Kathrin’s Rucksack, bei dem oben der Schläger heraussah. „Ich weiß es selbst noch nicht genau für was ich ihn vielleicht brauche. Können wir jetzt gehen? Unser Taxi wartet nicht ewig.“ „Aha. Ja, los geht’s.“ Im Flur war so gut wie nichts los, da gerade Essenszeit war. Aber eben nur fast. „Das hat uns gerade noch gefehlt. Wieso ist der nicht beim Essen? Der ist doch sonst so verfressen.“ Bryan kam gerade um die Ecke. „Na na. Immer höflich bleiben, Ka.“ „Hey, Mädls. Was geht’n? Wieso seit ihr nicht beim Essen?“ „Das gleiche könnten wir dich auch fragen.“ Kathrin’s Ton war nicht gerade der freundlichste. Sie wollte jetzt nicht mit Bryan diskutieren, sondern Kian finden. „Ich bin auf dem Weg zu Shane. Ich muss etwas mit ihm besprechen. Und jetzt ihr?“ „Ich fahr mit Kathrin zum Basketball spielen.“ „Echt? Cool.“ Kathrin war mal wieder verblüfft. Sie hatte eine gute Ausrede erwartet. Aber eine solch gute! „Ach, dafür ist der Schläger in deinem Rucksack, Kathy?“ „Ja genau. Tut mir echt leid Bryan, aber wir müssen gehen. Unser Taxi fährt sonst ohne uns.“ „Ok, ich wünsch euch viel Spaß.“ „Danke, bye.“ „Bye.“ Fünf Minuten später saßen sie endlich in ihrem Taxi. „Lara, du überraschst mich immer wieder. Wie bist du so schnell auf diese Ausrede gekommen?“ „Ja mei. Wer’s kann der kann’s.“ Beide lachten, doch es verging ihnen schnell wieder, als der Fahrer an einer abgelegenen Halle hielt. „Wollen sie wirklich hier hin?“ „Ja, danke.“ Die Mädchen stiegen aus und sahen sich an. „Das wird kein Vergnügen.“ „Ich weiß. Aber wir müssen das jetzt durchziehen. Du für Mark und ich für Kian.“ „Und zusammen für Westlife!“ Die große Eingangstür knarzte, als sie sie schließlich öffneten.

Kapitel 25

„Ich glaube, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt die Taschenlampen auszupacken.“ Auch Lara hatte einige Sachen mitgenommen „Lara? Hast du eigentlich Angst vor Schlangen?“ „Wieso?“ Lara’s Stimme klang plötzlich nicht mehr so sicher. „Wenn ja, solltest du vielleicht kein Licht anmachen.“ Zu spät. Lara hatte es bereits getan. „Oh shit!“ Beide Mädchen sprangen auf einen Tisch, der in der Eingangshalle stand. „Ich glaube Bryan lag falsch mit der Annahme, dass in der Höhle mehr Schlangen waren.“ „Welche Höhle? Naja, ist ja jetzt auch egal Wie willst du da bitte durchkommen?“ Vor ihnen lagen etwa 100 Schlangen. Ein paar von ihnen waren richtige Riesen. „Ich kann diese Dinger nicht ausstehen.“ „Ich auch nicht. Aber siehst du die Treppe dort drüben, La? Das ist der einzige Weg der hier weiterführt. Wenn wir schnell genug sind erwischt uns keines dieser Biester.“ „Und wenn nicht?“ Doch Kathrin antwortete ihr nicht mehr. Sie war bereits los gerannt. „Das ist echt ne Verrückte.“ Lara sprang vom Tisch und rannte so schnell sie konnte zu der Treppe. Sie wusste nicht auf wie viele Tiere sie während ihres Runs getreten war, doch waren es einige. „Ich will gar nicht daran denken, dass wir den Weg auch wieder zurück müssen.“ Lara hatte wohl jetzt doch mehr Angst vor den Viechern als Kathrin. „Wenn wir die Jungs finden, tragen sie uns vielleicht in ihren Händen.“ Lara’s Stimmung hob sich sofort. Sie strahlte über das ganze Gesicht. „Freu dich nicht zu früh, La. Ersteinmal müssen wir sie finden und dann können wir hoffen, dass sie überhaupt noch im Stande sind uns auf Händen zu tragen.“ Sie machten sich auf die Suche. Immer wieder öffneten sie eine Tür, doch ohne Erfolg. Sie fanden in den Räumen niemanden. „Das ist der letzte, Ka.“ „Sei froh, dass noch einer da ist. Shhh... sei mal still.“ Aus dem Raum kamen Stimmen. Kathrin erkannte sofort die von Kian. Doch klang er alles andere als wohlauf. Als Nicky’s Stimme erklang, gefror den zwei Mädchen das Blut in den Adern. Noch nie hatten sie eine so furchteinflößende Stimme gehört. „Das ist nicht der Nicky den wir kennen, Ka.“ „Ich weiß. Aber das darf uns nicht aufhalten.“ Sie öffneten vorsichtig die Tür. Ihre Lampen schalteten sie aus. Sie wollten nicht sofort auffallen. Lara zog Kathrin hinter einen Schrank, durch den sie die drei Männer beobachten konnten. Es brannte nur eine kleine Lampe, wodurch die ganze Situation noch bedrohlicher wirkte, als sie es eh schon war. „Nicky, das reicht jetzt. Lass uns endlich frei.“ Kian’s Stimme war voller Angst. Nicky hatte sie an zwei Stühle gefesselt und saß nun mit einem Messer vor ihnen. „Wieso sollte ich das tun, Mr. Egan? Es fängt gerade an Spaß zu machen.“ Das Licht warf dunkle Schatten auf sein Gesicht, doch trotzdem konnte Kathrin erkennen, dass er müde und nicht ganz bei Sinnen war. „Nicky, wenn du das hier noch länger durchziehst kommst du nicht ohne eine Strafe davon. Sei vernünftig.“ Mark klang heißer. „Mein armer Schatz. Ich bringe Nick um, wenn er Mark etwas antut.“ Kathrin hatte Mühe Lara zurückzuhalten. „Warte noch kurz.“ „Ich will Shane so tief verletzen, wie es nur möglich ist auf dieser Welt.“ Kathrin erstarrte. Genau das, was Nicky gerade sagte, war auch ihr Vorhaben. Sie hatte aber nie darüber nachgedacht, das sie damit auch andere Menschen verletzen könnte. Das wollte sie doch niemals machen. Nicht, wegen einer dummen Trennung einer Band. Endlich verstand Kathrin wie egoistisch sie eigentlich gewesen war. Wie konnte man vorhaben, den Menschen den man liebt, zu verletzen? Oder liebte sie Shane gar nicht? Aber was war dann mit Kian? Es war doch das selbe Gefühl. „Wer ist da?“ Nicky hatte Geräusche gehört. Kathrin hatte sich in ihren Gedanken versunken nach hinten gelehnt und dadurch etwas vom Regal gestoßen. „Kathrin, pass auf oder er findet uns gleich.“ Zu spät. Nicky stand bereits vor ihnen. „Sieh an, sieh an. Wen haben wir denn da. Unerwarteten Besuch. Kommt doch mit mir mit und gesellt euch zu uns.“ Die zwei Mädchen hatten keine Chance etwas anderes zu tun, als ihm zu folgen. „Kathrin!“ Kian flog fast mit seinem Stuhl um, als er sie sah. „Da schau her. Ihr kennt euch also? Dann dürft ihr euch doch gleich zu ihnen setzen. Ich will ja nicht unfreundlich sein.“ Er band sie an zwei Stühle, die er neben Kian und Mark stellte. „Was macht ihr hier?“ Kian flüsterte Kathrin zu. Er wollte nicht, dass Nicky etwas mitbekam. „Wir wollten euch helfen.“ „Alleine? Habt ihr niemanden gesagt, dass ihr herkommt?“ „Nein.“ „Schöne Bescherung.“ „Ruhe ihr zwei. Oder wollt ihr in Zukunft die Welt von unten betrachten?“ „Nicky.“ Mark konnte nur noch flüstern. „Was?!“ „Lass sie gehen. Sie können doch eh nichts unternehmen.“ „Oh doch, können sie. Sie wissen wo wir sind.“ Kathrin und die anderen saßen nun acht Stunden so da und sagten nichts. Nur Nicky’s wahnsinniges Lachen durchbrach immer wieder die Stille. „Nicky, gib uns wenigstens etwas zu trinken Die Mädchen brauchen Wasser.“ Kathrin fand es lieb von Kian, dass er selbst in dieser mißlichen Lage noch an andere dachte. „Sieht es hier aus wie in einem Hotel, Mr. Egan? Ich denke nicht.“ „Nicky, sei vernünftig.“ „Halt die Klappe, Kian.“ Wieder herrschte totenstille. Kathrin bekam nun wirklich mächtig Durst. Sie wollte gar nicht wissen wie lange Kian und Mark schon nichts mehr zu Trinken bekommen haben. Ihr wurde schwindlig. Sie brauchte etwas zu trinken oder ihr Kreislauf würde zusammen brechen. „Kathy, alles in Ordnung? Du bist so blass.“ Kian machte sich Sorgen um sie. Er sah, dass es ihr alles andere als gut ging. „Schon gut. Mach dir keine Sorgen. Kümmere dich lieber um dich selbst.“ „Nicky!“ Die Stille wurde durch einen lauten, kräftigen Schrei durchbrochen. Shane und Bryan standen plötzlich im Zimmer, doch Nicky schien das nicht großartig zu stören. „Die Herren McFadden und Filan. Was verschafft mir die Ehre?“ Er erhob sich nicht einmal aus seinem Stuhl. Sein Blick jedoch war fest auf Shane gerichtet. „Beende die Sache hier. Sofort!“ „Wie könnte ich. Jetzt, wo die Hauptperson aufgetaucht ist.“ Er fixierte immer noch Shane. „Das ist eine Sache zwischen dir und mir, Nicky. Lass die anderen gehen.“ „Wieso? Zuschauer sind doch schön. Und Fans haben uns doch schon immer gefallen.“ „Das hier sind aber keine Fans. Sie sind alles andere als freiwillig hier, Nix.“ „Nenn mich nicht so. Du weißt, dass mich nur meine Freunde so nennen dürfen. Und du bist sicherlich keiner.“ Er stand auf und ging auf Shane zu. In seinen Augen brannte ein Feuer, dass verriet, dass Nicky ihn am liebsten umbringen wollte. „Du hättest mir beinahe die wichtigste Sache in meinem Leben genommen. Das kann ich dir niemals verzeihen. Nun nehme ich dir das, was dir am wichtigsten ist.“ Er blieb vor ihm stehen. „Und was soll das sein?“ Shane versuchte eine möglichst ruhige Stimme zu bewahren. Bei der vorherrschenden Situation nicht ganz einfach. „Wie wäre es mit... mit deinem Leben!“ Ohne Vorwarnung stach Nicky ihm das Messer, dass er immer noch in der Hand hielt, in die Brust. Shane ging zu Boden und Kathrin wurde schwarz vor Augen.

Kapitel 26

Kathrin öffnete die Augen, doch sah sie alles nur verschwommen. Ihr Kopf dröhnte. Sie nahm nichts um sich herum war, sondern versuchte sie sich daran zu erinnern was in der letzten Zeit geschehen war. „Shane!“ Sie schrack hoch und saß senkrecht im Bett. „Hey, hey, ganz ruhig.“ Kathrin drehte den Kopf nach rechts um zu sehen wer sie dazu drang sich wieder hinzulegen. Es war Lara. „Beruhige dich, Kathy. Du darfst dich jetzt nicht aufregen Du musst dich schonen.“ Kian saß auf der anderen Seite des Bettes und versuchte sie zu beruhigen. „Shane, was... was ist mit Shane?“ „Er ist in Ordnung. Oder sagen wir besser, es geht ihm den Umständen entsprechend ganz gut.“ „Was heißt das, Lara?“ Sie sah Kian an und hoffte von ihm eine Antwort zu bekommen. Doch dieser starrte nur auf seine Hände. „Nun sagt schon. Lara?“ „Shane liegt auf der Intensivstation. Er kommt kommt zwar heute noch auf ein normales Zimmer, wie du hier bist, aber Nicky hat ihn ganz schön erwischt.“ Erst jetzt realisierte Kathrin, dass sie in einem Krankenhaus war. „Wie komme ich hier her? Und was ist mit Nicky?“ „Bryan konnte ihn bewusstlos schlagen, während er sich darüber freute, dass Shane zusammen gekauert auf dem dreckigen Boden lag. Während Bryan uns alle befreite wachte er jedoch auf und verschwand. Wir konnten uns nicht um ihn kümmern. Shane und du waren wichtiger.“ „Ihr wisst also nicht wo er ist?“ „Nein. Aber ich denke er lässt sich noch früh genug wieder blicken.“ Kian war endlich aus seinem Trancezustand erwacht. „Ich denke er gibt sich nicht zufrieden bis er Shane erledigt hat.“ Kathrin wollte nicht mehr hören was Kian sagte. „Kann ich zu Shane?“ „Du bist doch noch viel zu schwach.“ Lara wollte sie nicht gehen lassen. „Ich würde sagen es geht mir immer noch besser als Shane. Bitte. Kian?“ „Na gut.“ Er half ihr beim Aufstehen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu seinem Zimmer. Wie Lara schon gesagt hatte, lag er nun auf einem normalen Krankenzimmer. Gerade als sie es betreten wollten kam eine Krankenschwester heraus. „Oh hallo. Sie wollen zu Mr. Filan?“ „Ja.“ „Es kann aber leider nur eine Person zu ihm. Und bitte nicht zu lang. Er braucht noch viel Ruhe.“ Die Schwester verabschiedete sich und Kathrin betrat das Zimmer. Es war kalt in dem Raum, darum schloss sie das offene Fenster. Als sie vor Shane’s Bett stand erschrack sie. Das war nicht der Mann den sie kannte. Er war weiß im Gesicht, hatte braune Ringe unter den Augen und blaue Lippen. Trotzdem gab sie ihm einen Kuss auf die Wange. „Hallo Shane. Ich weiß nicht ob du mich hören kannst. Aber wenn ja, dann möchte ich mich jetzt bei dir entschuldigen.“ Es liefen ihr heiße Tränen über das Gesicht. „Ich habe mich benommen wie der letzte Idiot und weiß nicht weshalb. Ich liebe dich und verletze dich dann so. Es tut mir alles so leid.“ „Das braucht es nicht. Und bitte hör auf zu weinen, Kathy.“ Er hatte die Augen geöffnet und ihre Hand genommen. „Shane...“ „Nein, sag jetzt nichts. Hör mir bitte zu.“ Seine Stimme war schwach und es war nicht zu übersehen, dass er starke Schmerzen hatte. „ Ich bin derjenige der sich entschuldigen muss. Es tut mir leid, wenn ich dich verletzt habe. Egal ob körperlich oder seelisch. Ich war der größte Esel auf Erden und bin es wohl immer noch.“ „Nein, das stimmt nicht.“ „Doch, das stimmt. Und ich muss leider sagen, dass du etwas besseres verdient hast als mich.“ Kathrin konnte ihren Ohren nicht trauen. „Es gibt nichts besseres als dich, Shane. Ich liebe dich.“ „Sag so etwas nicht, Kathrin. Auch wenn ich es mir noch so sehr wünschen würde. Du gehörst zu Kian.“ Sie hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass er Kian erwähnen würde. „Nein, Shane.“ „Doch! Ich wünsche euch beiden von Herzen alles gute. Werdet glücklich zusammen. Er liebt dich, Kathy. Das hat er mir selbst gesagt. Ich werde ihm nie etwas von uns beiden verraten.“ „Nein, nein, nein...“ Sie wollte und konnte nicht länger hören was Shane sagte. Sie lief zur Tür hinaus, an Lara und Kian vorbei. Allein sein, das war alles was sie jetzt wollte. Kathrin sperrte sich in eine Abstellkammer ein. Dort konnte sie in Ruhe über alles nachdenken. Doch worüber eigentlich? Ihr gingen die Worte von Shane durch den Kopf, ‚Kian liebt dich, das hat er mir selbst gesagt‘. Stimmte das wirklich? Wenn ja, hatte sie nun ein großes Problem. Denn sie war zu einem Entschluss gekommen. Sie liebte immer noch Shane und nicht Kian.

Kapitel 27

Die folgenden Wochen vergingen sehr schnell. Shane war vor acht Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden und nun hatten alle wieder das Training für die kommende Tour aufgenommen. Kathrin hatte in der Zeit den Kontakt mit allen so gut wie möglich gemieden. „Hallo? Kathrin, bist du noch da?“ Jonny bemerkte unter der Trainingsstunde, dass sie nicht bei der Sache war. Er machte sich, wie alle anderen, Sorgen um sie. „Du solltest besser aufpassen und dich konzentrieren. In einer Woche ist die Premierenshow, das erste Konzert. Und ich will nicht, dass du auf der Bühne stehst und keinen blassen Schimmer hast was du als nächstes zu tun hast. Verstehst du?“ „Ja. Tut mir leid, Jonny. Ich versuche mich zu bessern.“ „Es nur zu versuchen ist nicht genug. Du musst es tun. Zehn Minuten Pause.“ Alle setzten sich zusammen und sprachen über die baldige Show. Nur Kathrin setzte sich mit einer Wasserflasche in eine Ecke. Sie vergrub ihren Kopf zwischen ihren Knien Sie konnte sich einfach nicht konzentrieren. Ihr gingen die letzten Wochen ständig durch den Kopf. Und was war mit Nicky jetzt? „Kathy?“ Sie hob den Kopf. Kian hatte sich vor sie gekniet. „Kann ich dir irgendwie helfen? Sag mir doch bitte endlich was los ist. Ich denke, du bist mir jetzt lange genug aus dem Weg gegangen.“ „Ich bekomme die letzten Wochen nicht aus meinem doofen Gehirn heraus. Das ist alles.“ Sie verriet ihm nichts von dem Gespräch mit Shane. Noch wollte sie nicht glauben, dass er vielleicht recht hatte. „Wir können die vergangene Zeit alle nicht vergessen. Aber wir müssen jetzt an die Zukunft denken und nicht an die Vergangenheit. Die Show ist jetzt das wichtigste, Ka. Versuch an das Kommende und nicht an das Vergangene zu denken. Bitte.“ Er legte ihr eine Hand an die Wange. Sie spürte Tränen in ihre Augen steigen, doch wollte sie nicht schon wieder schwach werden. Sie kämpfte gegen sie an. „Ich versuche es, Kian.“ „Gut.“ Er hob ihren Kopf um in ihre Augen sehen zu können. „Kämpfe gegen die Vergangenheit an. Genauso, wie du es gerade gegen die Tränen tust. Dann wirst du es schaffen.“ Er stand auf und ging zu den anderen zurück. In dem Moment als Kian ihr den Rücken zugedreht hatte, lief Kathrin eine Träne die Wange hinab.“ „Machen wir weiter, bitteschön. Und jetzt will ich volle Konzentration sehen. Das gilt für alle!“ Er fixierte Bryan und Mark die beide herumalberten. Jonny stellte den CD-Player an und es erklang „Hey, whatever“. Dreieinhalb Minuten später waren alle etwas außer Puste. Die Choreographie hatte es in sich. „Nicht schlecht. Was mit etwas Konzentration doch alles möglich ist.“ Jonny war zufrieden. Keiner hatte sich vertanzt und auch Shane war endlich im Stande Kathrin’s Zehen zu meiden. „Na gut, Jungs und Mädls. Ihr seid für heute entlassen. Aber vergesst morgen die Generalprobe nicht. Sie finden auf der Bühne statt. Nicht, dass mir jemand in dieser Sporthalle wartet.“ Kathrin war die erste die die Halle verließ. Sie wollte mit niemanden mehr reden. Sie war so erschöpft von den Trainingsstunden, dass sie Probleme hatte ihre Türe, die ziemlich schwer aufzubekommen war, zu öffnen. „Du verdammtes Ding. Geh auf!“ „Kann ich dir vielleicht helfen?“ „Nein, danke, Kian. Ich schaff das schon alleine.“ Sie drehte sich nicht einmal um. Doch er ließ sich nicht so einfach abschütteln. Er umfasste ihre Hände die krampfhaft versuchten den Schlüssel im Schloss zu drehen. Gemeinsam schafften sie es schließlich. Kathrin huschte in das Zimmer, flüsterte nur noch ein kurzes ‚danke‘ und wollte die Türe schließen. Doch Kian war schneller. Er hatte einen Fuß zwischen die Tür und den Rahmen gestellt. „Kian, was soll das?“ „Ich möchte endlich wissen was genau los ist mit dir, Kathy.“ Er hatte sich in ihr Zimmer gedrängt und die Türe hinter sich geschlossen. „Ich kann es dir nicht sagen. Ich weiß es selber nicht.“ Von wegen. Sie wusste es nur zu gut. „Dann sieh mir einmal in die Augen und wiederhole diese Worte noch einmal.“ Er ging auf sie zu und nahm ihr Gesicht in die Hände. Kathrin sah in seine Augen und wusste, dass er eine Antwort in ihren Augen suchte. „Und?“ „Ich...“ „Warte.“ Mit etwas Gewalt brachte er sie dazu sich auf das Bett zu setzen. Er hielt ihre Hände fest, als ob er verhindern wollte, dass sie wegläuft. „Jetzt.“ „Kian, ich...“ Sie konnte nicht weiterreden. Nicht, wenn sie diese umwerfenden blauen Augen so ansahen. Auch Kian fand es nicht mehr wichtig miteinander zu reden. Er küsste Kathrin. Noch nie wurde sie so geküsst. Seine Lippen spielten mit den ihrigen, als ob sie sich schon seit der Kindheit kennen würden. Er nahm sie fest in die Arme. Zusammen ließen sie sich nach hinten auf das Bett fallen. Kian fing damit an, nicht nur mit seinen Lippen ihren Körper zu erforschen. Seine Hände glitten unter ihr Shirt, in ihre Hose. Kathrin gab sich ihm völlig hin. Sie wusste nicht ob es das Richtige war, was sie da gerade tat. Aber wenn sie es nicht ausprobieren würde, würde sie es wohl nie erfahren. Was folgte, waren eine der schönsten Stunden in Kathrin’s und Kian’s Leben.

Kapitel 28

„Wahnsinn! Sieh dir die Bühne an.“ Lara war überwältigt als sie die Halle betraten in der in zwei Tagen die erste Show stattfinden sollte. „Ich hab sie mir zwar groß vorgestellt, aber das geht über mein Vorstellungsvermögen hinaus.“ Kathrin konnte nur lachen bei dem Gedanken, dass Lara’s Phantasie nicht groß genug sein sollte. „Na? Gefällt sie euch?“ Kian kam auf die Beiden zu. Er legte einen Arm um Kathrin’s Schultern und gab ihr einen Kuss. Ab jetzt wollten sie kein Geheimnis mehr daraus machen, dass sie ein Paar waren. Ja, sie waren ein Paar. Kathrin erkannte, dass es sich bei dem Gefühl für Kian doch um Liebe handelte. „Das ist der absolute Oberhammer.“ Lara war in ihrer Begeisterung nicht mehr zu bremsen. „Hey, Schatz. Komm hoch zu mir.“ Mark stand bereits auf der Bühne und streckte Lara eine Hand entgegen. „Ich komme.“ Kathrin und Kian waren verblüfft wie schnell Lara auf die Bühne gekommen war. „Respekt. Shane braucht immer einen Security der ihn hochhebt.“ Kathrin musste lachen und gab Kian schnell einen kleinen Kuss. „Wo bleibt ihr denn?“ Bryan, Jonny, die anderen Jungs und die Tänzerinnen warteten bereits auf sie. „Los geht’s.“ Kian hob Kathrin auf die Bühne und kletterte danach selbst hinauf. „Können wir jetzt endlich anfangen?“ „Wird unser Jonny Maus etwa nervös?“ Bryan machte sich über ihn lustig. Alle bemerkten, dass Jonny wohl derjenige war, der am nervösesten war. „Das kann leicht sein. Wenn ihr übermorgen nicht eine gute Show hinlegt, bin ich derjenige der es ausbaden muss. Darum fangen wir jetzt bitte mit den Proben an. Wenn Mr. Feehily und Miss. Topkin dann mal wieder zum Luft holen bereit wären?!“ Vor allem Bryan fand das sehr amüsant. Mark und Lara liefen beide etwas rot an und murmelten nur ein ‚sorry‘. Die Proben verliefen sehr gut, auch wenn Kathrin sich nicht ganz wohl fühlte, wenn sie mit Shane zusammen zu tanzen hatte. „Das sieh einer an. Die Herrschaften können ja auch mal richtig ernst sein. Jedenfalls die Mehrheit.“ Er sah Bryan an, der seine Hand gerade auf Angela’s Hintern positioniert hatte. „Gut. Ich denke das reicht. Ihr habt jetzt noch Kostümprobe und ich bitte euch das ebenfalls ernst zu nehmen.“ In einem Zimmer hinter der Bühne wartete Kim Bender auf alle. Sie war zuständig für die Outfits der Jungs und der Tänzerinnen. „Hallo. Wie geht es euch?“ „Hey, Kim.“ Bryan fiel ihr um den Hals. „Langsam, Bryan. Wir haben noch viel vor.“ „Soso.“ Er setzte ein freches Grinsen auf. „Ach du Witzbold. Fangen wir an. Ich gebe euch jetzt allen etwas zum Anziehen. Probiert es bitte an und zeigt es mir dann.“ Wie gesagt gab sie jedem ein Kleidungsstück. Die Boys bekamen schwarze Anzüge und die Girls weiße, lange Kleider. „Wie sollen wir in diesen Dingern tanzen können?“ „Keine Panik, Lara. Das Kleid ist noch viel zu lang für dich.“ „Ach, ich hätte dich schon aufgefangen, wenn du gestolpert wärst.“ Mark gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange. „Der Anzug passt dir ja wie angegossen. Da brauche ich also nichts mehr ändern. Auch gut.“ Bei den Outfits von Bryan und Shane hatten alle einiges zu lachen. Shane versank förmlich in seinem Anzug und Bryan reichte seine Hose gerade knapp über die Knie. „Haha... Ihr seit mir zwei. Wie wäre es, Bry, wenn du nicht die Kleidung von Sha anziehen würdest?“ Shane und Bryan hatten aus Versehen ihre Anzüge vertauscht. „Oh man. Und ich dachte schon, ich habe zugelegt.“ Der Anblick der Beiden war zum Todlachen und das taten auch alle. Der Rest der Kostümprobe verlief ohne weitere Zwischenfälle. Es musste nur manchmal etwas verkürzt, enger oder, für Bryan, weiter genäht werden. Am Abend fiel Kathrin müde aber zufrieden in ihr Bett. „Übermorgen ist es also so weit. Das wird der schönste Tag in meinem Leben.“ Ihr fielen die Augen zu. Doch hoffentlich hatte sie sich damit mal nicht geirrt.

Kapitel 29

„Ich sterbe gleich vor Nervosität. Es kann doch nicht so weit sein? Wir haben doch nur zwei Monate trainiert. So kommt es mir jedenfalls vor. Und jetzt sollen wir in fünfzehn Minuten auf der Bühne stehen. Ich sterbe!“ Die zwei Mädchen standen in ihrem Umkleideraum und bereiteten sich, so gut wie möglich, auf den Start des Konzertes vor. „Jetzt übertreibe mal nicht, Lara. Wir werden das Ding schon schaukeln. Wenn wir nicht gut genug wären, wären wir schließlich nicht hier. Also hör endlich damit auf dich verrückt zu machen, sondern mach dich lieber warm. Dehne dich zum Beispiel.“ Kathrin kämpfte selbst mit Lampenfieber, doch war es nichts gegen die Nervosität von Lara. „Wir wären nicht hier, bla bla bla... Ja, schon klar. Aber hast du schon mal vor 20.000 Menschen getanzt?“ „Nein, natürlich nicht. Aber vor 200.“ „200? Du meinst damals als Cheerleader? Toll! 200 Leute. Kathrin, da draußen warten 20.000 Menschen darauf, dass die Show endlich beginnt. Nicht 200.“ „Halt bitte endlich deinen Mund, Muffin. Du machst mich noch ganz verrückt.“ „Aber ich...“ „Bitte!“ „Ok, bin schon still, sorry. Aber vielleicht merkst du dann nicht einmal, dass ich vor Aufregung gestorben bin.“ „Ich bin mir sicher, wenn ich es nicht tue, dann bemerkt es Mark. Wir schaffen das schon. Also? Packen wir es. Wir müssen zum Bühnenaufgang.“ „Let’s rock the hous.“ „Na, geht doch.“ Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Hinteren Teil der Bühne. Dort wurden sie schon von den anderen erwartet. „Wir dachten schon, ihr macht euch noch zum Schluss still und heimlich aus dem Staub.“ „Lara wollte es beinahe wirklich.“ „Echt?“ Bryan war erstaunt, dass sein Witz nicht witzig war sondern Tatsache. „Hey, Boys!“ Louis kam auf sie zu. „Fünf Minuten noch. Zeig den Leuten da draußen wer die Besten sind, ok?“ „Klaro!“ Alle legten die Hände aufeinander und machten sich Mut. „Let’s rock!“ Achtzehn Hände flogen gleichzeitig nach oben. Das Geschrei der Fans wurde immer lauter, als sie die Stufen zur Bühne hoch schritten. „Da braucht man ja Ohrstöpseln.“ Kian lachte über Kathrin’s Bemerkung. „Das stimmt wohl. Aber das Problem wäre dann, dass du nicht nur die Fans nicht mehr hörst, sondern auch die Musik. Und dann würde das Tanzen etwas kompliziert werden.“ Er lächelte ihr lieb zu. „Du schaffst das. Ich glaube an dich!“ Er gab ihr einen langen, zärtlichen Kuss. „Danke.“ „Hey, Kian. Kommst du jetzt, oder sollen wir den Start nochmals um ein Jahr verschieben, damit du dich richtig von ihr verabschieden kannst? Schließlich seht ihr euch jetzt für ganze dreißig Sekunden nicht mehr.“ „Haha. Wahnsinnig witzig, Bry.“ Die Jungs machten sich auf den Weg zu dem Tor von dem aus sie die Show beginnen wollten. Die Tänzerinnen kamen durch ein paar Stufen, die am rechten Rand der Bühne waren, zum Vorschein. „Hey whatever“ erklang und die Mädchen stürmten kurz nach den Jungs die Bühne. Die Fans schrien sich die Seele aus dem Hals und Kathrin wurde klar, dass dies der Ort war wo sie hingehörte. Mit dem ersten Schritt, mit dem sie die Bühne betrat, fühlte sie sich wohl. Sie gab, wie alle anderen, ihr Bestes. Es folgten Hits wie „Mandy“, „On my shoulder“ und „Turn around“. Danach war der erste der fünf Blöcke geschafft. Die Mädchen zogen sich in Windeseile um, um kurz danach in schwarzen Miniröcken, Stiefeln und bauchfreien Tops die Jungs richtig anzuheizen. „When you looking like that“ war wohl das anstrengendste Lied dieses Abschnittes neben „World of our own“, „Dreams come true“ und „When you come around“. Der dritte Teil wurde „Beginner“ genannt, da die Jungs während diesem Part Songs wie „Fool again“, „Swear it again“, „ Flying without wings“ und „If I let you go“ zum Besten gaben. Den Mädchen gefiel dieser Teil besonders gut, denn jede saß neben einem Westlifer und schmiegte sich an diesen. Kathrin konnte mit Kian zusammen Jonny davon überzeugen, dass sie diesen Abschnitt zusammen machen wollten. So mussten sie und Lara keine großen Schauspieler sein, um in diesem Teil gut über die Runden zu kommen. Zum letzten Part zogen sie die weißen Kleider an. Als sie die Bühne betraten bemerkten Lara und Kathrin allerdings, dass Fran und Angela nicht da waren. „Wo sind die?“ Lara flüsterte Kathrin zu. Beide standen etwas unbeholfen auf der Bühne. „Ich habe keine Ahnung.“ Sie sahen ratsuchend zu den Jungs. „Hey, Dublin!“ Kian’s Stimme hallte durch die Halle. „Habt ihr Spaß?“ Die Menge jubelte begeistert auf. „Das hoffe ich doch mal.“ Mark stand nun direkt neben Kian. „Wir wollen euch allen jetzt mal zwei Menschen vorstellen, die Mark und mir in letzter Zeit ziemlich ans Herz gewachsen sind.“ Die zwei Jungs sahen Lara und Kathrin an. Bryan und Shane brachten in der Zwischenzeit zwei Stühle auf die Bühne. „Was haben die verrückten Kerle jetzt schon wieder vor?“ Lara zuckte nur mit den Schultern. Sie hatte keine Anwort auf Kathrin’s Frage parat. „Kian und ich haben während den Proben für diese Tour zwei junge Frauen kennengelernt, in die wir uns, auch wenn der ein oder andere es erst etwas später wahrgenommen hat, verliebt haben.“ In der Halle wurde es mucksmäuschenstill. „Ich möchte euch jetzt die Frau vorstellen, die meinem Leben wieder Sinn gibt. Lara, komm doch bitte her zu mir.“ Sie ging auf Mark zu uns setzte sich vor ihn auf einen der zwei Stühle. „Ja, auch ich möchte euch den Namen der Lady nicht länger verheimlichen, die mein Herz gestohlen hat. Kathrin, komm her.“ Mit weichen Knien ging sie auf den Mann zu, den sie nun so sehr liebte, wie sie es noch nie getan hatte. „Setz dich, Schatz. Wir singen jetzt für euch zwei und natürlich auch für jede einzelne Person hier in dieser Halle einen ganz besonderen Song. Es wird das erste Lied, das wir veröffentlichen nach unserer Trennung. Hier ist „I will always love you“.“ Die großen Lichter gingen aus und es wurden zwei kleine Scheinwerfer auf Kathrin und Lara gerichtet. Kian begann zu singen und Kathrin bekam eine Gänsehaut. Noch nie hatte sie diesen Mann so gefühlvoll singen gehört. Doch bekam sie auch sofort bei Beginn des Liedes ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Sie versuchte es zu verdrängen. Doch erinnerte sie sich wieder an die Bilder ihres Traumes. Dies hier war ihr Traum! Mark setzte ein und Kian gab ihr einen Kuss. Kathrin war glücklich. Einfach nur glücklich. Sie hatte den Mann für’s Leben gefunden. Alle vier zusammen sangen die letzten Worte des Liedes, als plötzlich das Licht wieder anging. „Applaus, Applaus. War das nicht herzzereissend? Es tut mir zwar leid, wenn ich eure kleine Party hier stören muss, aber ich bin mit einer Sache noch nicht ganz fertig geworden.“ Kathrin, Lara und die Jungs erstarrten. Shane machte einen Schritt nach vorne. „Was willst du hier? Du hast hier nichts zu suchen, Nicky!“

Kapitel 30

„Ich möchte mal ein paar offene Fragen der Fans beantworten.“ Die Zuschauer jubelten. Sie freuten sich, dass Nicky wieder da war. Sie konnten ja nicht wissen wieso. „Nicky, es ist besser, wenn du sofort wieder gehst.“ Das Publikum wurde still. Wieso waren Bryan und die anderen so negativ auf Nicky zu sprechen? „Hey, Dublin. Wollt ihr mal den Grund für die Trennung wissen?“ Kathrin kam es so vor, als ob 20.000 Menschen gleichzeitig „ja“ geschrien hätten. „Wusste ich es doch.“ „Nicky, halt deine Klappe!“ „Mr. Filan, von ihnen lasse ich mir 100%ig nichts vorschreiben. Die Fans haben das Recht darauf die Wahrheit zu erfahren und darum werde ich das jetzt auch tun.“ Er ging ein paar Schritte auf Shane zu. „Meine sehr geehrten Damen und Herren, hier ist er Grund für die Trennung.“ Wieder wurde es totenstill. „Mr. Filan hat mich etwa vier Monate lang mit meiner Verlobten Georgina betrogen. Er hatte eine Affäre mit ihr.“ Die Fans johlten auf. Ihnen gefiel nicht was sie hörten. Es blieb kein Zweifel daran, dass alle auf Nicky’s Seite standen. „Gut Nicky. Und jetzt kannst du wieder gehen.“ „Nein!“ Nicky zog plötzlich eine Pistole aus seiner Jackentasche. „Wir haben noch eine Rechnung offen, Mr. Filan.“ „Das ist schwachsinnig, Nicky. Steck die Waffe weg.“ Kathrin wollte ihn beruhigen. „Nicky, ich bitte dich. Komm zur Vernunft.“ „Misch dich da nicht ein.“ Er ging wieder ein paar Schritte auf Shane zu und blieb schließlich zwei Meter von ihm entfernt stehen. Viele der Fans verließen bereits die Hallte. Sie wussten, dass das hier kein Spaß war. Die anderen dachten wohl es sei eine Showeinlage. Nicky hatte die Waffe auf Shane gerichtet. Immer bereit abzudrücken. „Du bist ein kleiner Verrückter, Nix, der Hilfe braucht.“ „Sei still, Shane.“ „Nicky, bitte höre auf.“ „Halt endlich deine Schnauze.“ Nicky wirbelte in Kathrin Richtung herum und drückte ab. Ein Knall ging durch die Hallte. Kathrin fasste sich an ihre linke Schulter. Ihr weißes Kleid wurde blutrot. Sie ging in die Knie. Kian konnte sie gerade noch auffangen. Nun hatten wohl auch die letzten Fans verstanden, dass das kein Spaß mehr war. Innerhalb einer Minute war die ganze Halle leer. Die Jungs waren nur zu froh darüber. Kathrin lag in Kian’s Armen. Immer noch umklammerte sie ihre Schulter. „Kathrin! Was hast du getan?“ Shane war außer sich. „Ach, das ist also Kathrin? Von euch beiden habe ich ja auch schon viel gehört. Möchte mal wissen, ob Kian das alles weiß?“ Kathrin atmete schwer. Sie musste kämpfen um nicht ohnmächtig zu werden. „Halt Kian und Kathrin da raus, Nicky. Das geht nur uns zwei was an.“ „Finde ich jetzt weniger, Shane. Mal ne Frage an dich, Kian. Weißt du, dass Shane etwas mit diesem Mädchen in deinen Armen hatte?“ Kathrin spürte, dass sich Kian’s Griff um ihre Hüften verfestigte. „Nicky...“ Kathrin versuchte laut zu sprechen, doch alles was sie hervorbrachte waren heißerne Worte. Trotzdem hörte Nicky ihr zu. „Wieso bist du so darauf aus, allen möglichen Menschen, die dich einst geliebt haben, weh zu tun?“ „Ich verletze nur Shane.“ „Nein, das tust du nicht. Was denkst du, tust du gerade Kian, mir und den 20.000 anderen Menschen an, die einfach nur einen schönen Abend haben wollten?“ „Du liegst falsch. Du bist nur ein kleines, unwissendes Mädchen.“ „Nein, sie hat vollkommen Recht.“ Kian meldete sich zu Wort. „Hat sie nicht.“ Seine Worte wurden aggressiver. „Sieh mich an, Nicky. Als was würdest du meine Schulter bezeichnen?“ Erst jetzt nahm Nicky das Blut auf Kathrin’s Kleid wahr. „Das wollte ich nicht. Ich wollte doch nur...“ „Was immer du wolltest, es ist anders gekommen. Das musst du einsehen. Vielleicht bin ich nur ein kleines, dummes Mädchen. Aber ich weiß, dass ich Kian über alles Liebe und du diese Liebe vielleicht in diesem Moment zerstörst. Und jetzt sag mir bitte, was haben Kian und ich mit der Sache zu tun, die vor fast zwei Jahren zwischen dir und Shane vorgefallen ist? Du bist glücklich mit Georgina, ich mit Kian, Mark mit Lara und Bryan mit Kerry. Der einzige der alleine ist, ist Shane. Er hat sich seine Liebe zu Gillian selbst zerstört. Er hat seine Liebe zerstört und nicht deine. Sieh das endlich ein, Nicky.“ Nicky ließ die Waffe, die er immer noch auf Shane gerichtet hatte, nach unten sinken. „Nicky, Shane hat seine Strafe längst bekommen.“ „Du hast Recht.“ Er hob den Kopf und sah zu Kathrin, die immer noch in Kian’s Armen lag. „Es tut mir leid. Ich hoffe ihr alle werdet glücklich. Ich habe schon genug Unheil angerichtet. Ihr werdet nie wieder etwas von mir hören. Dafür sorge ich.“ Er hob die Waffe erneut und setzte sie sich an den Kopf. „Ich wünsche euch noch ein schönes Leben.“ „Nicky, NEIN!“ Erneut ging ein Knall durch die Halle und Kathrin wurde wieder schwarz vor Augen.

Kapitel 31

„Autsch, könnten sie nicht etwas vorsichtiger sein, bitte.“ Kathrin befand sich mal wieder in einem Krankenhaus. Ihr wurde gerade der Verband an ihrer Schulter gewechselt, als Lara ins Zimmer kam. „Hi Lara. Wie geht’s?“ Sie war froh jemanden zu sehen, mit dem sie reden konnte. Die Krankenschwester verließ den Raum und Lara setzte sich auf einen Stuhl neben dem Bett. „Wieso bist du so still? Lara? Ist irgendwas passiert von dem ich nichts mitbekommen habe?“ „Es tut mir leid.“ „Hä? Was denn?“ „War Kian denn noch gar nicht bei dir?“ „Nein, du bist die Erste. Und was ist jetzt los?“ „Kian...“ Bevor sie weiterreden konnte betrat Kian das Zimmer. „Hallo Kathy. Lara, kann ich bitte allein mit ihr sprechen?“ „Klar.“ Sie ging hinaus. „Ich dachte schon, du hast mich vergessen.“ Kathrin wollte seine Hand nehmen, doch er zog sie zurück. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich das sogar versucht.“ Er sah sie nicht an. „Was meinst du damit.“ „Ich habe mit Shane gesprochen. Er hat mir alles erzählt was zwischen euch war. Und ich kann das nicht so einfach ignorieren. Wieso hast du mir nichts davon gesagt?“ Er hob seinen Kopf und sah ihr in die Augen. „Weil ich Angst davor hatte, dass du es falsch verstehen würdest. Und wie es aussieht, tust du das auch gerade.“ „Was gibt es da falsch zu verstehen? Du hattest etwas mit Shane und mir gleichzeitig. Du hast mich betrogen. Und als Shane dich nicht mehr haben wollte, war ich gerade noch gut genug.“ „So ein Schwachsinn.“ „Nein, eben nicht. Kathy, ich kann auf dieser Basis keine Beziehung führen. Bitte versteh das, aber es ist aus zwischen uns. Es tut mir leid.“ Er stand auf und ging, ohne etwas weiteres zu sagen, aus dem Zimmer. Kathrin konnte nicht glauben, was soeben geschehen war. Sie hoffte, dass sie nur träumte. Doch als Lara wieder in den Raum kam und sie sie sah wusste sie, dass es bittere Realität war. „Er hat es dir gesagt?“ „Wieso? Lara, wieso? Ich hatte doch erst etwas mit Shane und dann mit ihm, oder? Ich verstehe das nicht.“ „Ich weiß und Shane hat das auch versucht im zu erklären, aber er hat nur auf sturr geschalten und gar nicht mehr zugehört.“ „Und jetzt?“ „Ich hatte vor gut zwei Stunden ein Gespräch mit Louis und er will, dass wir wieder nach Hause fahren. Er hat gesagt, wir sollen uns von allem erholen.“ „Er schmeißt uns also raus?“ „Ja. So kann man es wohl auch nennen.“ „Was ist mit dir und Mark wenn wir wieder zurück nach London fahren?“ „Ich weiß es nicht. Er hat sich ziemlich verändert seit dem Tod von Nicky. Die zwei waren früher die besten Freunde.“ „Es tut mir leid. Jetzt bin ich auch noch daran schuld, dass eure Beziehung in die Brüche geht.“ „Nein, echt nicht. Das ist eine Sache zwischen ihm und mir. Da hast du gar nichts damit zu tun.“ Sie lächelte Kathrin aufmunternd zu. „Danke.“ „Und jetzt komm. Du darfst nach Hause. Auf geht’s.“ Gemeinsam packten sie Kathrin’s Sachen zusammen und machten sich darauf ein letztes Mal auf den Weg zum „Admire“.

Kapitel 32

Traurig und ohne weitere Hoffnung gingen sie den Flur zu ihren Zimmern entlang. Kathrin wusste wie sehr sie dies hier alles vermissen wird. Die Zimmer, das Essen, die Fans vor dem Hotel und natürlich die Menschen. Und einer dieser „Menschen“ bog gerade um die Ecke vor ihnen. „Hallo. Da seit ihr ja endlich. Ich dachte schon ihr fährt ohne eure Sachen heim.“ Bryan umarmt die beiden, wobei er sie fest an sich drückte. „Schon gut, Bryan. Du darfst mich wieder loslassen, oder du erdrückst mich.“ Er gab Kathrin allerdings nicht ganz frei. Seine Hände ließ er auf ihren Schultern liegen. „Es tut mir wirklich leid wie alles gekommen ist.“ „Du musst dich doch nicht entschuldigen. Du hast überhaupt keine Schuld an irgend etwas.“ Vielleicht hast du recht. Ich finde Kian sollte sich entschuldigen.“ „Nein, auch nicht. Der Einzige der ein paar Erklärungen schuldig ist, bin ich. Und das möchte ich auch machen. Weißt du wo Kian und Shane sind?“ „Ich denke sie sind beide auf ihren Zimmern.“ Bryan war überrascht, dass sie noch mit ihnen reden wollte. „Dann werde ich da wohl mal hingehen. Bryan, ich möchte dir für alles was du für Lara und mich getan hast, danken. Du bist ein ganz besonderer Mensch. Und ich werde dich niemals vergessen.“ „Ich dich auch nicht.“ Er drückte sie nochmals kurz, bevor Kathrin sich umdrehte und in die Richtung ihres Zimmers davon rannte. Sie wollte nicht, dass er ihre Tränen sah. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde bis sie sich wieder beruhigt hatte. In dieser Zeit hatte sie alle ihre Sachen zusammen gepackt. Nun standen die vollen Koffer vor ihrem Bett. Erst vor drei Monaten standen sie ebenfalls dort als sie hier ankamen. „Was in einer so kurzen Zeit nicht alles passieren kann.“ Mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen machte sie sich ein letztes Mal auf den Weg zu Shane’s Zimmer. Das anklopfen fiel ihr leichter als sie dachte. „Herein. Die Türe ist offen.“ Sie betrat das Zimmer und erblickte Shane der auf dem Bett lag und Fernseh sah. „Kathrin?!“ Verwundert über ihren Anblick richtete er sich auf. „Ich wollte mich nur bei dir verabschieden und dir für alles danken. Die Zeit hier war vielleicht Er hörte mir nicht zu.“ „Du hast so viel getan. Mehr als du jemals tun hättest müssen. Und dafüetwas chaotisch, aber wunderschön. Ich möchte sie nicht missen.“ „Ich konnte es ihm nicht erklären. r bin ich dir sehr dankbar. Du wirst immer in meinem Herzen bleiben. Und nun Lebewohl, Shane.“ Sie wollte gehen, doch er hielt sie fest. „Warte. Ich habe nichts großartiges getan. Die Einzigen die in letzter Zeit etwas geleistet haben, waren du und Lara. Ich bin echt stolz auf euch. Besonders auf dich. Leider meinte es jemand nicht gut mit uns...“ „Shane. Bitte rede nicht weiter.“ Kathrin war wieder den Tränen nahe und Shane verstand das. Er nahm sie in die Arme und hielt sie fest. „Ich werde dich auch niemals vergessen, Kathrin. Du bist das wundervollste Mädchen das ich jemals kennengelernt habe. Ich hoffe du wirst glücklich.“ Kathrin konnte ihre Tränen nicht länger zurückhalten. Sie ließ all ihre Angst an Shane’s Schulter aus. Mit verweinten Augen betrat sie nun zum Schluss Kian’s Zimmer. „Du?“ Er war nicht begeistert sie nochmals zu sehen. „Tut mir leid wenn ich störe. Ich wollte nur noch ‚danke‘ und Aufwiedersehen sagen. Bye.“ Sie hatte schon die Türe in der Hand als er endlich etwas erwiderte. „Es war schön dich kennengelernt zu haben. Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder.“ „Ja, vielleicht. Ciao.“ „Bye.“ Leise fiel die Türe hinter ihr ins Schloss.

Kapitel 33

„Mehr hat er nicht gesagt? So ein Sackgesicht.“ Kathrin und Lara saßen im Flugzeug Richtung London und unterhielten sich über die Abschiedszeremonien. „Er hat dir nicht mal die Hand gegeben oder so etwas ähnliches?“ „Nein. Er war wohl nicht darauf vorbereitet mich nochmals zu sehen.“ „So ein Käse. Muss man sich als Superstar jetzt schon auf Verabschiedungen vorbereiten?“ Kathrin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, obwohl ihr alles andere als zum Lachen zumute war. Lara konnte sich so herrlich über die unmöglichsten Sachen aufregen. „Was ist jetzt eigentlich mit dir und Mark?“ „Da ist alle im Lot auf’m Boot.“ Lara grinste frech. „Wie meinst du das?“ „Naja. Er hat gesagt, dass er sich wie ein Vollidiot benommen hat und...“ „Und das hat dir unbeschreiblich gut gefallen. Stimmts?“ Beide lachten. „Ja, das sicherlich auch. Aber er hat gesagt, dass er mich niemals wieder gehen lassen will.“ „Darf ich dich dann fragen wieso du hier mit mir in einem Flieger nach England sitzt?“ „Mark meinte, es wäre für mich von London aus leichter unsere Hochzeit zu organisieren.“ „Was?!!“ Kathrin sprang auf. „Wiederhole das bitte nochmal. Ich glaube, ich habe mich gerade leicht verhört.“ „Setz dich wieder hin. Die Leute sehen dich ziemlich schräg an.“ Da hatte Lara wohl recht. Alle Passagiere sahen sie an. „Entschuldigung.“ Mit leicht rotem Kopf setzte sie sich wieder auf ihren Platz. „Könntest du das jetzt trotzdem nochmal wiederholen?“ „Mark und ich werden heiraten.“ „Ich habe mich nicht verhört. Oh Gott. Aber sag mir doch bitte wieso? Du bist doch normalerweise ein Mensch der bei so einschneidenden Erlebnissen niemals so voreilig handelt. Also wieso?“ „Wir wollen, dass unser Kind in eine Familie hinein geboren wird und nicht in eine simple Beziehung.“ „Ich, ich...“ Kathrin war sprachlos. „Du, du...“ „Ich, du, er, sie, es... Hahaha.... Wenn du sagen wolltest, du bekommst ein Baby, dann lautet die Antwort ‚ja‘.“ „Das haut mich jetzt aus den Socken. Wie lange weißt du das schon?“ „Sicher seit einer Woche. Als ich es Mark gesagt habe, hat er fast einen Heulkrampf bekommen vor Freude. Am nächsten Tag hat er mir dann einen Heiratsantrag gemacht. Er war so lieb und romantisch. Sollte ich da etwa nein sagen?“ Kathrin umarmte Lara heftig. „Ich freu mich so für dich. Lass ihn ja nie wieder los. Hörst du?“ „Klaro. Meinst du ich bin blöd?“ „Man weiß ja nie.“ „Haha... sehr witzig.“ Die zwei hatten Spaß daran sich den Rest des Fluges gegenseitig aufzuziehen. Nach knapp einer Stunden landeten sie schließlich in London. „We are back in town.“ „Ja, unser London hat uns wieder. Schade eigentlich.“ Kathrin war die gute Laune vergangen. Sie hatte nie wirklich realisiert, dass alles zu Ende war. Doch nun, wo sie gelandet waren, gab es endgültig kein zurück mehr. „Komm, rufen wir uns ein Taxi und dann geht’s ab nach Hause.“ „Ja.“ Zu Hause angekommen fand Kathrin einen Zettel auf dem Esstisch vor. „Hallo Kathy. Dad, David und ich sind schnell zum Einkaufen gefahren. Hoffe, du kommst nicht gerade jetzt nach Hause. Wenn doch: Wir freuen uns, dass wir dich endlich wieder für uns haben! Bussi, Mama + Papa + David. P.S. Du hast vier Briefe bekommen. Ich habe sie auf dein Bett gelegt.“ Kathrin war ganz froh darüber, dass momentan keiner daheim war. Sie wollte etwas alleine sein. Doch wollte sie sofort wissen, wer ihr geschrieben hat. Fünf Minuten später saß sie auf ihrem Bett und hielt vier Briefe in der Hand. Jedoch ohne Absender. „Wer schickt heutzutage noch Briefe ohne Absender weg?“ Sie öffnete den ersten und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus. Er war von Mark. „Hallo Kathy. Hoffe du und Lara sind gut daheim angekommen. Ich wollte dir nochmal für die schönen Monate mit euch zwei danken. Wir hatten ja leider nicht sehr viel Zeit uns großartig voneinander zu verabschieden. Aber ich denke, das wäre auch nicht nötig gewesen. Wir sehen uns ja bald wieder (ich glaube, Lara hat es dir in der Zwischenzeit ‚gebeichtet‘). Ansonsten noch Liebe Grüße und bis bald. In Liebe, Mark.“ Kathrin hielt das Blatt Papier in der Hand und musste schmunzeln. Wie war es möglich, dass diese paar Zeilen schneller in London waren als sie und Lara? Sie öffnete den nächsten Brief. „Hallo Kleine. Alles fit im Schritt? Hoffe du hast den Heimflug genossen und dich gut von mir erholt :o) (und auch von dem Rest!) Ich wollte dich nur für unser Konzert in London in drei Wochen einladen. Natürlich mit Lara (und Anhang :o)) Hab zwei Karten mitgeschickt. Würde mich freuen, wenn ihr kommen würdet. Liebe Grüße, Mr. X oder auch Bryan genannt. :o) Bye!“ „Spinner“ dachte sich Kathrin. Sie hielt die zwei Karten in der Hand. Drei Wochen und sie würde alle wiedersehen. Doch wollte sie das überhaupt? Der nächste Brief: „Hallo Kathy. Gut gelandet? Hoffe doch mal. Will dir nochmal eine Schulter zum ausweinen anbieten (falls nötig). Wäre es in drei Wochen ok? Wenn du keine mehr brauchst, genieß einfach das Konzert. Dicke Umarmung und ein Bussi auf die Wange (dass wir uns nicht falsch verstehen!!!) Shane.“ „Immer noch der Gleiche. Einfach nur zum Liebhaben!“ Sie lächelte. Nun hielt sie den letzten Brief in der Hand. Sollte ihr Kian wirklich noch geschrieben haben, nachdem er so gut auf sie zu sprechen war? Sie öffnete ihn und er war tatsächlich von ihm „Hey! Ich wollte mich für die Verabschiedung entschuldigen. Sie war wohl nicht gerade die freundlichste. Vielleicht können wir eine anständige nachholen? So in drei Wochen? Oder vielleicht ist sie ja dann auch nicht mehr nötig (Mark und Lara haben ja auch ihren Teil dazu beigetragen; wortwörtlich!) Bis bald, bye, Kian.“ Kurz angebunden, aber trotzdem nett. Kathrin war happy. Sie stand nicht länger im Krieg mit ihnen. Das Telefon klingelte und Lara war am Apparat. „Stell dir vor ich habe...“ „...vier Briefe von Westlife bekommen.“ „Ähmmm...ja. Du etwa auch?“ „Ja, mit vielen Konzertkarten.“ „Ich auch. Wie viele glauben die eigentlich, dass wir sind?“ „Ich weiß es nicht.“ Beide lachten. „Willst du hingehen?“ Lara wurde plötzlich wieder ernst. „Wieso denn nicht?“ „Dann geht doch alles wieder von vorne an.“ Kathrin überlegte kurz. „Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Ich will Freundschaft mit den Jungs. Das heißt auch mit Kian. In der Vergangenheit ist viel passiert, was nicht passieren hätte dürfen. Aber ich muss über die Vergangenheit hinweg sehen und an die Zukunft denken. Vielleicht ist diese Zukunft mit Kian, vielleicht auch nicht. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie herausfinden. Und wer weiß, vielleicht habe ich meinen Traumprinzen schon längst gefunden, nur nie wahrgenommen. Man ist oft blind und schätzt die kleinen Dinge an anderen Menschen nicht. Darum werde ich diese Dinge nochmals kontrollieren und dann entscheiden. Die Zukunft wird es zeigen!“

- ENDE -

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