Wow! So eine Show, solche geballte Livepower konnte man aber auch nur bei einem Westlifekonzert erleben. Begeistert klatschte Jana nach der Zugabe der fünf Iren Beifall. Was hatte sie alles dafür gegeben, damit sie auf dieses Konzert in Köln gehen konnte??!! Eigentlich wohnte sie in Berlin, aber da Westlife kein Konzert in Berlin gaben, hatte Jana ihre Eltern bekniet, bis sie einwilligten, dass ihre Tochter nach Köln zu ihre Tante konnte.
Wie verzaubert stand sie an der Absperrung und starrte auf die Bühne, während sich die Kölnarena hinter ihr langsam leerte. Ja, die ganze Show war wirklich ein Knaller gewesen.
Ein spitzer Schrei holte Jana jetzt unsanft aus ihren Gedanken. "Nicky! Oh Gott, seht mal, da ist Nicky!! Und, oh mein Gott, da ist Mark!" Skeptisch drehte Jana sich in die Richtung, in die das Girl dauernd gezeigt hatte. Sie traute ihren Augen kaum. Das Girl hatte Recht gehabt. Nicky steuerte etwa ihre Richtung an und fing an, den restlichen Fans, die noch in der Arena geblieben waren, Autogramme zu geben. Als er bei Jana war und ein Bild von Westlife unterschreiben wollte, schrie das Girl, was die Jungs entdeckt hatte, laut neben ihr auf. Nicky zuckte zusammen, sie tat das gleiche. Dann sahen sie sich beide an und fingen an zu lachen.
"Du schreist ziemlich laut, weißt du das?", wandte Nicky sich jetzt an das Mädchen, doch die sah ihn nur verständnislos an. Janas Englischkenntnisse waren mit ihren 14 Jahren ganz passabel, also übersetzte sie dem Girl, was Nicky gesagt hatte. Sie bekam keinen Ton heraus, wurde nur total rot und ergriff die Flucht. Nicky schüttelte lächelnd den Kopf.
"Ich hoffe, du hast dich nicht allzu sehr erschreckt.", erkundigte sich Jana. Nicky zuckte mit den Schultern. "Ich glaube, damit muss man klarkommen. Aber man erlebt es auch nicht oft, dass dir ein Girl direkt ins Ohr schreit.", erklärte er und brachte Jana zum Lächeln.
"Also, ich glaube, ich muss mich nicht mehr vorstellen. Aber dürfte ich deinen Namen erfahren?", fuhr er fort. "Ich heiße Jana. War übrigens ein super Konzert.", antwortete sie. Nicky lächelte. "Thanx. Und woher...?" Weiter kam er nicht, denn Mark beendete seinen Satz. "... kommst du?" Er hatte sich von den Fans loseisen können und hatte Nicky und Jana bemerkt. "Kommst du aus Köln?", fügte Nicky noch hinzu. Sie schüttelte den Kopf. "Nein, ich komme aus Berlin.", antwortete sie. Auf die frage, wie alt sie sei, antwortete sie mit "14".
Mindestens fünfzehn Minuten unterhielten sie sich. In dieser Zeit fragten Nicky und Mark sie über fast alles aus.
"Jana, ich hab eine Idee! Wie wär’s, kommst du noch mit Backstage? Wir könnten dir die anderen vorstellen, besser gesagt, du könntest sie kennen lernen.", schlug Nicky vor. Jana fing Marks Blick auf, der sie bittend ansah. "Wenn ihr nichts dagegen habt, gerne.", stimmte sie zu. "Hey, wir haben dich gefragt! Wir werden dich wohl nichts fragen, wo wir was dagegen hätten!", erklärte ihr Mark mit einem verschmitzten Grinsen und bot ihr ganz Gentleman-like seinen Arm an. Ebenfalls lächelnd nahm sie Marks Arm an und folgte mit ihm Nicky.
Während sie durch die Halle gingen, fiel Jana auf, dass die Arena jetzt völlig leer war. Kein einziger Fan war noch da, was sie ziemlich überraschte. Nicky und Mark führten sie durch irrsinnig viele Gänge hinter der Bühne. Nicky lief ein Stück vor Mark und Jana, sodass er nicht mitbekam, wie Mark seinen Arm langsam locker ließ. Jana bemerkte es aber auch erst im letzten Moment und konnte nicht verhindern, dass ihre Hand in Marks fiel. Ein warmer Schauer lief ihr über den Rücken, als Marks Finger sich um ihre flochten. "Ähm, Nicky, warte mal!", rief Mark jetzt. Reflexartig ließ Jana seine Hand los. Nicky drehte sich überrascht um. "What’s up, Mark?", fragte er. "Kurze Umplanung: Du warnst die anderen schon mal vor, dass wir gleich so reizenden Besuch bekommen und ich zeige Jana mal die Bühne von oben. Also, dann bis gleich!", rief Mark seinem Bandkollegen noch zu, bevor er mit Jana an der Hand in einen Seitengang einbog. Leise konnte sie Nickys Schritte hören, die sich entfernten.
Marks Finger wärmten jetzt ihre Hand, während sie durch die Gänge gingen. Er erzählte über den Aufbau der Bühne, die Proben in England und natürlich die Pannen, womit er Jana immer wieder zum Lachen brachte.
Irgendwann kamen sie zur Bühne und Mark stand zuerst nur da, Janas Hand in seiner, und betrachtete die leeren Zuschauerränge.
"Ist irgendwie komisch, jetzt, wo die Fans alle weg sind, hier oben zu stehen.", sagte er leise. Janas Blick glitt über die Bühne und irgendetwas veranlasste sie, Marks Hand zu drücken. Mark sagte darauf nichts, sondern führte sie zu einer Plattform, die während der Show die Jungs hochgefahren hatte. Er wies jetzt in den dunklen Zuschauerraum. "Jana, da hinten sitzen immer die Reporter. Das Blitzlichtgewitter, was aus der Ecke kommt, ist fast schlimmer als das von den Fans." Jana hatte ihren Kopf näher an Mark herangeführt, damit sie die gleiche Sichtweise hatte, doch irgendwie machte sie seine Nähe total nervös. Mark merkte das auch und sah sie an. Er stand genau vor ihr, seinen Blick in ihre Augen gerichtet. Jana wusste genau, was jetzt kommen sollte, musste. Sie wollte sich dagegen wehren, nein das durfte nicht sein, immerhin war er acht Jahre älter als sie, aber sie konnte einfach nichts machen, als Marks Lippen sich den ihren immer mehr näherten und sie schließlich berührten. Der Kuss war so unschuldig, nur ein Aufeinanderpressen der Lippen, aber er löste in ihr wahre Explosionen aus. Mark zitterte vor Aufregung am ganzen Körper, ihm ging es genauso. So war er noch von keiner anderen Frau geküsst worden, so etwas hatte er noch nie gefühlt. Er verschwendete keinen Gedanken mehr an ihren Altersunterschied, bei solch inniger Liebe, die er für sie fühlte, war so etwas einfach unwichtig. Doch wusste er sofort, warum sich in Janas Augen Tränen sammelten. Liebevoll strich er sie weg. "Hey, Jana, nicht weinen. Ich bin doch bei dir und werde so schnell nicht von deiner Seite weichen.", versuchte er sie zu beruhigen. Doch Jana schüttelte den Kopf und löste sich (wenn auch ungern) aus seiner Umarmung. "Mark, nein, das klappt nicht. Es ist nicht nur, dass wir acht Jahre auseinander sind. Du bist ein Star, dauernd unterwegs. Ich wäre dir da nur im Weg.", sagte sie leise, bemüht, ihre feste Stimme zu halten. Doch Mark legte einfach wieder die Arme um Jana, zog sie an sich und strich ihr über den Kopf. "Sag so was nicht, du weißt selber, dass das nicht stimmt. Jana, ich habe mich Hals über Kopf in dich verliebt, aber es ist anders als sonst. Du bist was ganz besonderes. Ich glaube, nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass du die Liebe meines Lebens bist." Während Mark gesprochen hatte, konnte Jana nicht länger so distanziert bleiben, sie musste einfach ihren Kopf an seine Brust kuscheln, sein Aftershave einatmen. Als sie wieder hochsah, blickte sie direkt in Marks blaue Augen. Sie hatte seine Augen schon immer als etwas besonderes angesehen, aber jetzt versank sie völlig in ihnen. Das Blau ähnelte dem nach einem Sturm zur Ruhe gekommenen Meer so sehr, dass sie fast schon den Küstenwind in ihren Haaren spürte. Doch stattdessen spürte sie etwas viel besseres, nämlich Marks Atem auf ihrer Haut und seine Lippen auf ihren. Diesmal blieb der Kuss nicht so unschuldig. Ganz langsam und zärtlich schob Mark seine Zunge in ihren Mund und fing an, ihre zu streicheln. Zuerst zuckte sie zurück, dann aber suchte sie Marks Zunge, massierte sie sanft. Aus Marks leicht geöffnetem Mund kam ein leises Stöhnen. Janas Hand strich zärtlich durch Marks Haar bis zu seinem Nacken runter. Ihr ganzer Körper erbebte unter Marks Kuss und seinen Händen, die über ihren Rücken wanderten, ihren Hintern liebkosten. Jana löste sich dann langsam von seinen Lippen und warf einen Blick auf ihre Uhr. "Mark, wir sind schon seit einer halben Stunde weg.", flüsterte sie ihm zu. Mark strich mit seiner Nase zärtlich über ihr Gesicht, küsste sie auf die Wange. "Jana, es ist deine Entscheidung: Willst du es Bryan, Kian, Nicky und Shane sagen?", fragte er und nahm ihre Hände zwischen seine. Jana seufzte.
"Ich weiß ja noch nicht mal, ob wir überhaupt eine Zukunft haben. Ob es sich lohnen würde, es ihnen zu sagen, wenn das mit uns doch eh nicht funktioniert.", flüsterte sie. Mark legte einen Finger auf ihre Lippen. "Bitte, Süße, sag so was nicht. Unsere Liebe ist zu stark, als dass du sie unterdrücken könntest." Ja, dachte sie, er hatte schon Recht. Aber... Sie seufzte nochmals auf.
Plötzlich hörte sie Schritte. Jana ließ Mark los und starrte auf die Tür, durch die sie und Mark gekommen waren. Als sie Nicky erkannte, trat sie instinktiv einen Schritt von Mark zurück. "Sagt mal, was habt ihr eigentlich die ganze Zeit gemacht?", fragte Nicky verwundert, als er sie auf der Plattform sah.
"Ähm.... Mark hat mir ein wenig von den Proben erzählt.", rettete Jana gerade noch die Situation. Nicky grinste. "Etwa auch die Story, wo Bryan von der Bühne geflogen ist?", fragte er. Jana schüttelte den Kopf und sah Mark mit einem schnellen Seitenblick an. Dann folgte sie Nicky wieder in die Gänge.
Diesmal konnten Mark und Jana nicht Händchen halten, da Nicky direkt neben ihnen lief und Jana von Bryans Ausflug von der Bühne erzählte.
Nach etwa zwei Minuten kamen sie an eine Tür, die Nicky einfach öffnete und reinging.
"Ok, Guys, jetzt benehmt euch mal! Wir kriegen Frauenbesuch!", rief er in den Raum hinein. Bryan ließ Shane los, den er im Schwitzkasten gehabt hatte. Jana spürte kurz Marks Hand an ihrem Rücken, dann zog Nicky sie in den Raum.
"Wow!", war Kians Kommentar zu Janas Eintreten.
"Also wirklich, Mark!", sagte Bryan vorwurfsvoll zu Mark, der die Tür gerade geschlossen hatte. "Kaum lässt man dich ne Stunde alleine, schon kommst du mit ner Frau an." Mark wurde kurz rot. "Ha, ha, McFadden. Übrigens, Nicky hat Jana entdeckt.", versuchte er sich zu verteidigen. Kian und Shane zogen Jana jetzt auf ein großes rotes Sofa in der Mitte des Raumes. Darum verteilt standen noch ein paar Sessel und Stühle. Mark blieb aber wirklich die ganze Zeit an ihrer Seite, sodass er Kian zuvorkam und sich neben Jana auf das Sofa fallen ließ. Jana musste dem Drang widerstehen, sich jetzt nicht an Marks Brust zu lehnen, obwohl er jetzt so zurückgelehnt wirklich sexy aussah.
Auch Shane schaffte es nicht, sich auf die andere Seite neben Jana zu setzen, da kam Bryan ihm zuvor.
Jetzt begann das ganze Frage-Antwort-Spiel, das sie vorhin schon mit Nicky und Mark gespielt hatte, wieder von vorn. Aber nach ihrem Alter fragte keiner.
"Jana, welches Sternzeichen bist du? Vielleicht Skorpion?", fragte Kian jetzt. "Weißt du, ich bin nämlich Stier.", fügte er noch errötend hinzu. Jana fing an zu lachen. Alle außer Kian sahen sie fragend an.
"Ja, Ki, ich bin Skorpion.", sagte sie immer noch grinsend.
"Was war denn eben los, Jana? Wieso hast du gelacht?", fragte Nicky. "Stier und Skorpion passen vom Sternzeichen her ziemlich gut zusammen.", erklärte Jana ihm. Sie merkte, wie Mark sich neben ihr versteifte, also strich sie ihn unauffällig am Oberschenkel entlang. Langsam entspannte er sich wieder.
"Hast du einen Lieblingssong?", fragte Shane. "Meinst du jetzt allgemein oder von Westlife?", stellte Jana eine Gegenfrage. "Beides.", antwortete Bryan an Shanes Stelle. Sie überlegte.
"Ich glaube, dass ich nicht so richtig einen Lieblingssong habe. Es gibt so viele Titel, die so gut sind. Aber ich denke, wenn du mich so fragst, dann würde ich Richard Marx mit "Right here waiting" nehmen.
Für die Songs von euch gilt eigentlich genau das Gleiche. Da würde ich "I cry" nehmen."
Die nächste halbe Stunde war zwar lustig, aber Jana dachte immer nur an die verhängnisvollen Küsse auf der Bühne, bis sie es nicht mehr aushalten konnte.
"Sorry, Jungs, aber ich muss gehen. Meine Tante wartet auf mich.", sagte sie und stand auf. "Och, Jana, sei doch nicht so! Komm doch noch mit ins Hotel.", bot Bryan ihr an, doch sie lehnte ab. Sie umarmte Bryan, Kian und Shane, dann kam Mark. Sie merkte, wie er sich an sie klammerte, sie nicht gehen lassen wollte. Aber um die anderen nicht misstrauisch zu machen, löste sie sich fast schneller von ihm als von den übrigen Jungs. Nicky stand an der Tür und umarmte sie. "Sag mal, Jana, kannst du mir deine Handynummer geben?", fragte er und reichte ihr sein Handy. Lächelnd nahm sie es und speicherte ihre Nummer unter ihrem Namen ab. "Kann es sein, dass da was zwischen dir und Mark läuft? Oder dass ihr euch wenigstens ineinander verliebt habt?", flüsterte Nicky ihr zu. Jana gab ihm sein Handy zurück, winkte allen noch mal zu und ging dann hinaus auf den Gang, ohne Nicky zu antworten. So schnell sie konnte lief sie wieder in die Halle und raus aus der Arena. Dort rief sie ihre Tante an, dass sie sie abholen konnte. Dann ließ sie sich auf eine Bank fallen und vergrub das Gesicht in ihren Händen.
Warum musste das Leben nur so kompliziert sein? Da verliebte sie sich zum ersten Mal wirklich und dann in einen 22jährigen Popstar. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrem Oberschenkel. Erschrocken blickte sie auf und sah genau in Marks Augen, die sie besorgt ansahen. Mark strich ihr jetzt eine Träne weg, die ihr unbemerkt über die Wange gelaufen war. Dann stand sie auf und ließ sich von Mark in den Arm nehmen.
"Mark, ich liebe dich.", flüsterte sie, bevor sie sich von ihm löste, da sie den roten Renault ihrer Tante gesehen hatte. "Ich hol mir deine Nummer von Nicky, ok? Ich liebe dich auch, Jana. Mehr als du auch nur ahnst. Jetzt geh schon.", sagte Mark noch, bevor Jana zum Auto ging und sich reinsetzte. Ohne ihre Tante anzusehen, sah sie noch einmal raus. Doch Mark war schon wieder reingegangen.
"Na, Jana, wie war das Konzert?", fragte ihre Tante Gabi jetzt und ließ den Motor an. "Super! Es war wirklich unglaublich.", antwortete Jana, aber mehr brachte sie die Autofahrt über nicht heraus.
In dem Apartment von Gabi ging sie sofort ins Bad, wusch sich und verabschiedete sich von ihrer Tante. Als sie in ihrem Zimmer im Bett lag, konnte sie nicht einschlafen. Also nahm sie noch mal ein Buch zur Hand und versuchte zu lesen. Doch auch das funktionierte nicht so, wie sie es wollte. Ihr Handy meldete jetzt eine SMS an. Jana öffnete diese und erkannte, dass sie von Mark war. Er sagte ihr noch einmal, wie sehr er sie liebte und ob sie morgen Zeit hätte. Er würde morgen noch einmal anrufen. Dann klingelte ihr Handy noch mal. Sie nahm ab.
"Ja?"
"Hi, Jana, ich bin’s, Nicky."
"Nicky, schön, dass du anrufst."
"Wieso hast du nicht geantwortet, als ich dich gefragt hab, ob zwischen dir und Mark was laufen würde? Ist gut, du kannst es zugeben, Mark hat mit mir gesprochen. Besser gesagt, ich habe mit ihm gesprochen."
"Kannst du dir das nicht denken, warum ich nichts gesagt habe? Sieh doch mal, er ist 22, ich 14! Wenn das meine Eltern erfahren, bringen die mich um! Ganz zu schweigen, dass sie Mark anzeigen werden."
"Jana, ganz ruhig. Das wird schon wieder. Obwohl ich nicht so wirklich davon begeistert bin. Wenn das die Presse mitkriegt..."
"Nicky, davon rede ich die ganze Zeit! Auch wenn Mark es nicht wahrhaben will, ich bringe ihm nur Unglück."
Das Gespräch dauerte noch ungefähr zehn Minuten, dann legte Jana auf. Obwohl sie mehr als nur fertig war, schlief sie erst zwei Stunden später ein.

Die nächsten Tage waren die schönsten ihres Lebens. Sie traf sich mit Mark mehrere Male in der Kölnarena, aber auch im Hotel. Inzwischen hatte auch Kian davon erfahren, dass Jana und Mark zusammen waren. Keiner der vier Jungs war begeistert von der Beziehung. Jana hatte einen Entschluss gefasst. Morgen würde sie wieder zurück nach Berlin fahren. Gestern hatte sie sich von Bryan, Shane, Kian und Nicky verabschiedet. Am Morgen hatte sie Mark angerufen und ein Treffen in der Arena ausgemacht. Jetzt stand sie vor der Arena. Sie musste es durchziehen. Mit zitternden Knien ging sie rein.
Mark wartete schon. Er wusste nicht, dass sie morgen zurückfahren würde. Mit einem liebevollen Lächeln umarmte und küsste er sie. Jana wollte sich zuerst wieder aus seinen Armen lösen, ließ es aber dann bleiben. Es war ihr letzter Kuss, also wieso sollte sie ihn nicht genießen?
"Jana, ich hab dich so vermisst.", flüsterte Mark ihr ins Ohr. Jana schüttelte seine Arme ab und trat einen Schritt zurück. Mark sah sie überrascht an.
"Mark, es hat keinen Sinn. Ich muss sagen, die letzten Tage waren wirklich schön, aber ich habe mir was vorgemacht. Ich habe geglaubt, dass wir den Altersunterschied besiegen könnten, die ganzen Vorurteile. Doch ich hab mich getäuscht.
Es ist das beste so. Morgen fahre ich zurück nach Berlin. Mark, ich mach Schluss." Ihre Stimme hatte die ganze Zeit so sehr gezittert, dass sie Angst gehabt hatte, sie könnte brechen und dass sie dann kein einziges Wort mehr rausbekommen würde.
"Jana", sagte Mark jetzt geschockt. "Jana, ich merk doch, dass du mich noch liebst. Du kannst das doch nicht einfach machen, mich hier allein zu lassen!"
"Ja, Mark, ich liebe dich noch!" Jana schrie jetzt fast. Sie schrie es ihm einfach ins Gesicht. "Aber das allein reicht nicht. Unsere Liebe hat keine Zukunft!!" Unwirsch wischte sie sich eine Träne weg. "Ich schäme mich dafür, dass ich dir eine Woche deines Lebens genommen habe. Such dir eine andere, mit der du glücklich werden kannst. Die dir mehr geben kann als ich." Jana drehte sich um und rannte aus der Arena, durch die Straßen. Sie hörte Mark hinter sich wie er ihren Namen rief und ihr folgte. Schnell tauchte sie in eine Seitenstraße ab und lehnte sich an die Hauswand. Nach einer Weile hörte sie Mark nicht mehr. Schluchzend rutschte sie an der Wand nach unten und heulte sich aus.
Als Jana wieder bei Gabi war, ging sie schnurstracks auf ihr Zimmer und schloss sich ein. Sie ließ sich auf ihr Bett fallen und brach erneut in Tränen aus. Jana hörte öfters ihr Handy klingeln, ging aber nie ran. Sie wollte jetzt mit niemandem reden, schon gar nicht mit Mark. Sie wollte ihn vergessen, einfach vergessen. Irgendwann würde sie das auch schaffen.
Als ihre Tante von der Arbeit kam, hörte sie ihre weinende Nichte und klopfte bei ihr an.
"Jana, bitte mach die Tür auf!" Nach einer Weile gab sie auf.
Zwei Stunden später kam Gabi in Janas Zimmer rein. Jana hatte die Beine angezogen, ihre Arme darum geschlungen und saß auf ihrem Bett. Mit verheulten Augen sah sie ihre Tante an. "Jana, willst du mir nicht sagen, was los ist? Manchmal hilft reden.", fing Gabi an. Jana sah sie noch immer an. "Gabi, bitte sag Mum nichts, ja? Bitte behalt es für dich!", bat sie. Ihre Tante nickte.
Jetzt fing Jana an zu erzählen. Vom Konzert, der nachfolgenden Führung von Mark über die Bühne, von den Küssen, ihren Zweifeln und Ängsten. Einfach alles.
Als sie fertig war, weinte sie schon wieder. Gabi nahm sie in den Arm und tröstete sie.
"Jana, dass du dich von ihm getrennt hast, war das einzig richtige. Es hätte niemals funktioniert."
Am nächsten Tag holten ihre Eltern sie ab. Gabi hatte ihnen gesagt, dass es Jana nicht gut ging. Sie sollten sie einfach in Ruhe lassen.
Die übrigen Ferientage verbrachte Jana in ihrem Zimmer am Fenster, wo sie einfach nur rausschaute. Sie bekam Mark nicht aus dem Kopf. Nicky hatte ein paar Mal angerufen, um sich zu erkundigen, wie es ihr ging. Zwei Tage, bevor die Schule wieder angefangen hatte, rief ihre Tante an und wollte Jana sprechen.
"Jana, Mark war heute bei mir.", sagte sie nur. Janas Herz krampfte sich zusammen.
"Und?", versuchte sie so gleichgültig wie möglich zu klingen.
"Es tut mir so leid, Jana, aber er hat nicht aufgegeben, bis ich ihm deine Adresse gegeben hatte. Er hat gesagt, er will nicht zu dir, er will dir nur einen Brief schreiben. Er sah sehr verzweifelt aus, hat mir aber gesagt, dass er deine Entscheidung akzeptiert. Das sollte ich dir auch sagen. Er stimmt nicht mit dir überein, aber er akzeptiert es." Janas Augen füllten sich mit Tränen.
"Jana, wenn er aber bei dir auftaucht..."
"Nein, Gabi. Wenn Mark wirklich gesagt hat, dass er meine Entscheidung akzeptiert, dann kommt er nicht. Glaub mir, ich kenne ihn besser als du. Tschüss."
"Tschüss, Jana. Alles Gute."
Am ersten Schultag war sie so gut wie abwesend. Was natürlich auch ihre beste Freundin Anja bemerkte. "Jana, komm schon! Ein Nachmittag im Lindencenter wird dir gut tun. Shoppen und Eis essen ist immer gut." Schließlich ließ Jana sich breitschlagen. Im Lindencenter löcherte Anja sie so lange, bis Jana es ihr erzählte. Nur musste sie etwas ändern: Anja würde ihr niemals glauben, dass sie sich in den Mark von Westlife verliebt hatte. So erzählte Jana, dass es ein Mark von Westlifes Tourcrew war. Zwar blieben dadurch ein paar Fragen offen, wo Anja aber ein Glück nicht nachhakte. Sie saßen im Untergeschoss, wo immer ziemlich viel Betrieb war, also war Jana froh, dass sie ihre Tränen beherrschen konnte.
Eine Woche später kam ihre Schwester von der Schule. "Jana, du hast Post!", rief sie durch die Wohnung. Jana saß gerade an ihren Englischhausaufgaben und war fast fertig. Jetzt stand sie auf und ging in den Flur. Ihre Schwester warf ihr einen dicken Briefumschlag zu. Sie sah ihn sich nicht an, sondern legte ihn in ihrem Zimmer aufs Bett. Sie wollte zuerst ihre Hausaufgaben beenden. Dass sie das entschieden hatte, rettete sie am nächsten Tag um einen Eintrag ins Zensurenbuch ihres Englischlehrers herum, denn als sie den Brief gelesen hatte, war Jana zu nichts mehr fähig.
Der Brief war von Mark, das erkannte sie schon an der Handschrift, mit der ihre Adresse auf dem Umschlag stand. Mark musste ihn von England aus geschickt haben, denn eine englische Briefmarke klebte drauf. Während sie las, fing sie an zu weinen.
Mark war gerade in England, um die neue Westlifesingle aufzunehmen. Nicky und er hatten sie mit Steve Mac und Wayne Hector zusammen geschrieben. Den Songtext hatte er mitgeschickt, sowohl auch eine CD. Immer wieder schrieb er, wie sehr er Jana vermisse, er wolle sie aber auch nicht belästigen oder drängen, indem er einfach bei ihr auftauche... Nicht der geringste Vorwurf war in dem 6 Seiten langen Brief, aber Jana konnte seinen Schmerz förmlich spüren. Sie konnte es gar nicht mehr verstehen, wie sie ihrer großen Liebe so weh tun konnte.
Sie dachte lange über den Brief nach, als sie ihn zu Ende gelesen hatte. Dann legte sie die CD ein und las den Brief noch mal. Doch mit der Musik konnte sie sich nicht mehr auf Marks Worte konzentrieren, also nahm sie den Songtext und hörte den Song noch mal von Anfang an. Mark hatte mit Nicky die ganzen Ereignisse noch mal in neuer Form aufgeschrieben, etwas verändert, etwas sehr betont, damit man auf andere Dinge nicht achtete. Der Song hieß "Anytime"...
"Anytime, I wanna see you, anytime, I wanna hold you, anytime, we will get back to us. I forgive you everything you did please just come back to me and save me,… Anytime.”
Wieder und wieder fiel ihr auf, dass Mark eine wunderbare Stimme hatte. Jana freute sich auch, dass Nicky bei dem Titel mit Mark die Leadvocals übernommen hatte. So was hatte sie sich immer gewünscht.
Sie hörte den Song noch bis tief in die Nacht hinein, denn sie wusste, wenn sie einschlief, würde sie eh wieder von Mark träumen. Doch als sie am nächsten Morgen aufwachte, erinnerte sie sich, dass sie kein einziges Mal von Mark geträumt hatte. Na ja, nicht so direkt, sie hatte einfach nur auf dem Bett gelegen und sich immer wieder "Anytime" angehört. In der Schule konnte sie sich auf fast gar nichts konzentrieren, bei Englisch war es besonders schlimm. Das fiel natürlich auch ihrem Englischlehrer auf und er nahm sie nach der Stunde bei Seite. "Jana, ist mit dir alles in Ordnung? Du hast diese Stunde nicht die Leistungen gebracht, die ich von dir erwartet hätte.", meinte er. Doch Jana schüttelte nur den Kopf.
"Es tut mir leid, Mr. Drensek. Ich werde mich ändern.", entschuldigte sie sich bei ihm. Den restlichen Tag erlebte sie wie als ob sie neben sich stehen würde. Am nächsten Tag
riss sie sich in den Fächern zusammen, um nicht noch mehr Misstrauen zu erregen. Gerade bei Mathe stand sie gut Drei und das wollte sie schleunigst auf eine Zwei bringen, also konnte sie sich in diesem Fach keinen Ausfall leisten. Aber in der restlichen Woche konnte sie gar nichts machen.
"Jana, du hast Post!" Irgendwie bekam sie immer Post, wenn sie Hausaufgaben machte! Seufzend stand sie auf und ging ihrer Schwester Sandra entgegen. Zwei Sekunden später hielt sie einen dicken Briefumschlag in der Hand.
"Ich muss noch mal los. Tschau, Jana!", rief Sandy ihr noch mal zu und war schon aus der Tür raus. Nachdem die Hausaufgaben fertig waren, sah sich Jana den Brief an. Wie sie gedacht hatte, von Mark. Es war jetzt genau eine Woche her, seit er ihr den ersten Brief geschickt hatte. Wieder liefen ihr beim Lesen Tränen über die Wangen.
Zwei Monate später kam ihre Schwester von der Ausbildung nach Hause. Jana stand schon in ihrer Tür. "Richtig, Jana, du hast Post. Da hat er sich diesmal aber richtig Zeit gelassen." Jana nahm den Brief entgegen. Mark hatte ihr einen Monat jede Woche geschrieben, jetzt hatte er es auf einmal im Monat beschränkt.
"Was macht dich so sicher, dass der Absender männlich ist?", fragte Jana ihre Schwester, die nicht schlecht staunte. Jana konnte es ihr nicht übel nehmen. Jedes Mal hatte sie Fragen über den Absender erdulden müssen und war deswegen ausgerastet, hatte die Fragen ignoriert oder davon abgelenkt. Nie hatte sie auch nur ansatzweise von ihm gesprochen. Jetzt schon.
"Ich, ich... äh, ich weiß nicht, war nur so ein Gedanke.", verteidigte sich Sandy. Jana ging zu ihrem Zimmer zurück, drehte sich aber davor noch mal um.
"Ich wünschte, ihr würdet aufhören zu denken. Die Briefe sind immerhin an mich adressiert.", sagte sie kühl und schloss die Tür.
In ihrem Zimmer hatte sie jetzt einen Taschentuchspender, den sie sich extra wegen Marks Briefen angeschafft hatte. Jana konnte machen, was sie wollte, die Tränen ließen sich nicht zurückhalten. Ihr fiel heute mal wieder auf, dass Mark langsam aufhörte, von sich und seinen Gefühlen zu schreiben. Immer nur von seiner Arbeit, aber das machte die Briefe nicht uninteressanter.
Als sie sich endlich vom vielen Weinen wieder beruhigt hatte, rief Anja an.
"Hi, Jana! Hast du Bock, mit mir ins Lindencenter zu gehen? Heute kommt doch die neue Westlifesingle raus.", schlug sie vor. Jana musste zustimmen. Wenn sie sich die Single nicht kaufte, würde Anja auf jeden Fall misstrauisch werden. Jana bereute es schon wieder fast, ihre Freundin wieder zum Westlifefan gemacht zu haben.
"Ja, Anja, ist ok. Ich hol dich ab. Bye, bis gleich.", antwortete sie. Als sie wieder vom Lindencenter zurückkamen, sagte Anja etwas von einer Autogrammstunde von Westlife in Berlin. Komisch, davon hatte sie irgendwo schon mal gehört. Zu Hause sah sie, wo sie das "gehört" hatte: Mark hatte das am Rande in seinem Brief erwähnt. In zwei Wochen sollte die Autogrammstunde sein. Und sie hatte Anja versprechen müssen, mitzukommen. Schön, jetzt saß sie in der Scheiße.
An diesem Abend betete sie zum ersten mal seit langem wieder. Sie wollte nicht dahin, wollte Mark nicht wiedersehen. Jana wusste ganz genau, wenn sie ihn sehen würde, würde sie ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle haben. Aber das Beten schien geholfen zu haben. Am Tag davor fühlte sie sich schon nicht gut, also ging sie zum Arzt, der einen leichten Virusinfekt feststellte und drei Tage zu Hause und Schonkost anordnete. Mit gespielt trauriger Stimme brachte Jana Anja bei, dass sie allein zu der Autogrammstunde musste. Anja versprach ihr aber, ihr ein Autogramm von Mark mitzubringen.
Den freien Tag verbrachte sie vor dem Fernseher beim Hausaufgaben machen. Besonders für Englisch musste sie lernen, denn eine Arbeit musste sie auf jeden Fall nachschreiben. Und die Nachschreibearbeiten waren für ihre Leichtigkeit nicht gerade bekannt. Kurz nachdem Anja Schluss hatte, rief sie Jana an.
"Jana, du wirst es nicht glauben! Westlife sind mit "Anytime" nicht nur in Irland und Großbritannien auf Platz 1, sondern auch in Deutschland! Von Null auf Nr. 1 geschossen!", rief sie in den Hörer. Schön, dachte Jana, damit hatten Westlife den Durchbruch in Germany endlich geschafft. Sie wünschte Anja noch viel Glück bei der Autogrammstunde und verabschiedete sich. Dann zappte sie sich durch die Kanäle. Bei Viva lief nur Schrott, ebenso auf Viva2 als auch auf Onyx. Doch auf MTV lief ein Song, der ihr nur allzu bekannt war: "Anytime" von Westlife.
Jana hatte das Video noch nie gesehen. Wenn sie den Song mal gelassen hatte, dann nur mit dem Teletext obendrüber, da sie keinen Bock hatte, wieder zu sehen, wie gut Mark aussah. Doch jetzt ließ sie das Video.
Mark saß inmitten von knutschenden und kuschelnden Paaren ganz allein und sag seine Song lyrics. Nicky war in einer Flughafenhalle, wo sich auch viele Paare in den Armen lagen. Am Ende fanden alle Mitglieder sich wieder zusammen und gingen gemeinsam einen dunklen Tunnel entlang, wo am Ende ein Lichtpunkt schimmerte. Als Abschluss wurde jeder noch mal einzeln gefilmt. Mark war als letzter dran und als Jana ihm in die Augen sah, konnte sie den ganzen Schmerz sehen, der auch in seinen Briefen zum Ausdruck kam.
Während Jana das Video sah, stand Anja an einer Riesenschlange an, um endlich ein Autogramm von ihren Lieblingen zu bekommen. Endlich war sie an der Reihe, ging an allen vorbei, bekam ihre Autogramme. Bei Mark blieb sie stehen.
"Äh, sorry, Mark, I have a question...", fing sie an. Mark sah fast ein wenig gelangweilt auf. "Würde es dir was ausmachen, noch ein Autogramm für meine Freundin zu schreiben? Sie liegt krank mit einem Virusinfekt zu Hause und konnte deswegen nicht kommen.", fragte sie schüchtern. Mark lächelte schwach.
"Klar, wie heißt denn deine Freundin?" "Jana, J, A, N, A.", buchstabierte Anja. Mark zuckte zusammen. Konnte es etwa sein...?, dachte er. Nein, konnte es nicht! Reiß dich zusammen, Junge, es gibt garantiert Hunderte Janas in Berlin! Er zog eine weitere Autogrammkarte hervor und schrieb ‚Gute Besserung, Jana! Love Mark Feehily" drauf.
"Danke.", sagte Anja leise, nahm die Karte und wurde dann von einem Bodyguard weggeführt.

Jana kam aus ihrem Zimmer, wie immer mit verheulten Augen, wenn sie einen Brief von Mark bekommen hatte. Dieses Mal hatte sie fast zu Stift und Papier gegriffen und zurückgeschrieben, da Marks Brief so verzweifelt geklungen hatte. Langsam ging sie ins Wohnzimmer, von da aus in die Küche und holte sich was zu trinken. Erst als sie wieder ins Wohnzimmer kam, bemerkte sie ihre Eltern, die steif auf der Couch saßen.
"Ist irgendwas?", fragte Jana verwirrt. "Jana, wir müssen mit dir reden. Bitte setz’ dich.", forderte ihre Mutter sie auf. Stur schüttelte sie ihren Kopf. "Was ist los?", fragte sie noch mal.
"Hör mal, Jana, so kann es nicht weitergehen. Jedes Mal, wenn du wieder so einen Brief kriegst, kommst du für Stunden nicht mehr aus deinem Zimmer und wenn, dann bist du total verheult. Willst du uns nicht endlich sagen, wer der Absender ist? Jana, sag es und oder ich suche in deinem Zimmer persönlich nach den Briefen!", drohte ihre Mutter ihr.
"Wieso willst du das noch mal machen?", fragte Jana. Ihre Mutter wurde blass. "Ach, komm schon, ich merk doch, wenn jemand in meinen Sachen rumwühlt. Streite es bloß nicht ab, du hast schon mal nach den Briefen gesucht." Ihr Mutter hatte sich wieder gefasst.
"Wie kommst du denn darauf? Nein. Jana, ich und dein Vater machen uns Sorgen um dich. Und wir haben erst kürzlich einen Artikel gelesen, wonach dieses Verhalten, das du zeigst, einen tieferen Grund hat." Jetzt war es Jana, die blass wurde.
"Ihr... ihr wollt mich doch nicht zu so einem Seelenklempner schicken?!", stammelte sie. "Jana, bitte beruhig dich. Dr. Cliffert ist sehr nett und will dir nur helfen. Bitte tu uns den Gefallen und geh morgen bitte zu der Therapie. Du wirst sehen, er wird dir helfen können.", versuchte ihr Vater es jetzt.
"Ich kann euch jetzt schon sagen, das ist rausgeworfenes Geld. Aber wenn ihr wirklich solche Langeweile habt...", sagte sie und verschwand in ihrem Zimmer.
Am nächsten Tag ging sie wirklich zu diesem Dr. Cliffert.
"Ms. Olzmann, schön, dass ich Sie endlich persönlich kennen lerne!", sagte ein großer, schon etwas in die Jahre gekommener Mann mit grauem Haar und schüttelte ihr die Hand.
"Schon gut, Doc, Sie können mich Jana nennen und duzen.", bot sie dem Doktor an. Der nickte und führte sie in ein Zimmer, das recht schön eingerichtet war. Nur diese aufgesetzte Fröhlichkeit störte sie sehr.
"Ok, Jana. Ich möchte unsere erste Stunde dazu nutzen, dass wir uns ein wenig kennen lernen. Besser gesagt, dass ich dich besser kennen lerne. Wie sehe, wirst du in zwei Wochen, also im November, 16, bist also noch 15. Was machst du so gerne? Hast du bestimmte Hobbys?", erkundigte er sich. Jana seufzte innerlich auf. Bei solchen Seelenklempnern musste man grundsätzlich aufpassen, was man sagte, denn in jedem der Worte wollten sie irgendwas aus dem Charakter beziehungsweise Geisteszustand des Patienten erkennen. Aber er fing mit recht unverfänglichen Fragen an.
"Ich lese gern, höre Musik, sehe gerne Sportsendungen im Fernsehen, im Speziellen Fußball und Formel 1. Außerdem unternehme ich mit meinen Freunden viel und quatsche gern.", antwortete sie. Der Doc machte sich Notizen.
"Und was liest du gerne? Hast du eine Lieblingsfußballmannschaft? Und welche Musik hörst du so?"
"Hey, nicht so schnell! Also, ich lese gern Briefe und Horrorromane. Falls sie es wissen wollen, mein Lieblingsautor ist Stephen King. Beim Fußball unterstütze ich Borussia Dortmund. Musiktechnisch höre ich fast alles aus den internationalen Charts."
"Hörst du bestimmte Künstler oder Bands?", fragte der Doc, während er sich wieder Notizen machte.
"Ja. Meine Lieblingsbands sind Westlife, Good Charlotte, Evanescene und Linkin Park. Mein Lieblingskünstler ist Eminem.", sagte ich und fügte mit einem leicht spöttischen Lächeln hinzu: "Es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, dass ich keine Bands wie Slipknot oder Korn höre." Der Doc sah mich kurz ertappt an, fing sich dann aber wieder.
Jana war lange genug mit Docs zusammen gewesen, um ihre Schwachstellen auf Anhieb zu erkennen. Aber wenn jemand die Strategie eines Psychiaters durchschaute, war das für den Doc immer schlimm. Diesen Schwachpunkt hatten alle gemeinsam.
"Äh... ja, das habe ich auch nicht erwartet.", versuchte sich der Doc rauszureden. "Good Charlotte und Evanescene sagen mir auf Anhieb jetzt nichts. Linkin Park kenne ich von meiner großen Tochter, sie ist etwa zwei Jahre älter als du. Von ihr kenne ich auch Eminem. Westlife... tja, die sagen mir zwar etwas, aber ich bekomme kein Bild von ihnen rein. Hast du zufällig Fotos der Bands dabei?" Jana nickte und holte ihr Portmonee raus. Früher hatte sie ihre Freundin innerlich fast ausgelacht, da sie Fotos von ihren Lieblingsbands im Portmonee hatte. Doch irgendwann hatte sie das von ihr übernommen.
"Gut, gut. Hörst du sonst noch andere Musik?", fragte Dr. Cliffert, nachdem sie ihm von allen die Namen gesagt hatte. "Ja, Country finde ich noch recht gut. Davon höre ich aber auch nicht alles, nur so Tom Astor und Truck Stop.", antwortete Jana gelangweilt. Der Arzt hob eine Augenbraue hoch.
"Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du einen recht ungewöhnlichen Musikgeschmack hast?", bohrte er. Sie zuckte nur mit den Schultern.
Die restliche Stunde wurde ziemlich langweilig. Außerdem war es Jana unangenehm, wie der Doc in ihrem Leben rumstocherte. Also stellte sie ihre Wand auf, die bei einigen Fragen automatisch in Kraft trat. So kam er nicht mehr zu ihr durch, sie konterte ihn nur aus.
Endlich war sie aus der Praxis raus. Gedankenversunken lief sie durch die Gegend, denn sie hatte noch überhaupt keinen Bock, jetzt zu Hause aufzutauchen. Sie musste mit jemandem reden und das dringend. Doch wer würde da in Frage kommen...?
Das Klingeln ihres Handys riss sie aus ihren Gedanken.
"Yeah?", meldete sie sich.
"Jana, hi, ich bin’s, Nicky." Nicky! Na klar! Die ganze Zeit waren sie per Handy in Kontakt gewesen, er hörte Jana immer zu, gab ihr Ratschläge. Nicky war in letzter Zeit ein sehr guter Freund geworden, ihr bester.
"Nicky! Mein Gott, wie geht’s dir?"
"Danke, mir geht’s gut. Aber die interessantere Frage ist wohl: Wie geht’s dir?"
"Frag lieber nicht. Eigentlich geht’s mir ja körperlich und geistlich ganz gut, aber meine Eltern sind mit letzterem wohl nicht so ganz einverstanden." Inzwischen hatte sich Jana auf eine Bank gesetzt.
"Wie jetzt? Jana, was ist passiert?"
"Meine Eltern haben mich zu einem Seelenklempner geschickt wegen Marks Briefen. Na ja, nicht direkt wegen den Briefen, weil ich immer geheult habe, nachdem einer angekommen ist. Und ich wollte ihnen nicht sagen, wer der Absender ist. Tja, und jetzt muss ich jeden Donnerstag zu dieser Therapie, hauptsächlich, damit meine Eltern erfahren, wer die Briefe geschickt hat." Nicky schwieg einen Moment geschockt.
"Gott, Jana, du Arme! Denken deine Eltern etwa, du hättest einen... na ja,.... psychischen Knacks oder was?"
"Wahrscheinlich. Es ist nicht gerade einfach, mit jemandem zusammenzuleben, der denkt, du wärst vollkommen plemplem."
"Und was macht die Schule so, wenn schon zu Hause alles aus dem Ruder läuft?"
"Es wird immer besser. Das Lernen zur Ablenkung hat echt geholfen. In Physik und Chemie ist mir die Eins sicher, in Mathe wahrscheinlich nicht ganz, ich muss mal sehen, ob ich da noch mal was verändern kann. Deutsch, na, da muss ich auch noch abwarten, was der Aufsatz gebracht hat. Und in Englisch auch ne Eins."
"Na, das würde mich auch stark wundern, wenn du in Englisch keine Eins bekommst.", sagte Nicky mit einem Lächeln in der Stimme.
"Na, mal abwarten.", war Janas Kommentar dazu.
"Ich wäre jetzt so gerne bei dir, um dir beizustehen und dir zu helfen, Schwesterherz. Aber du weißt ja, der Job verlangt auch einige Opfer. Scheiß Job... Hey!" Seine Stimme wechselte plötzlich von traurig zu begeistert.
"Wir beginnen in zwei Monaten mit den Proben für die Europatour! Was meinst du, wollen wir uns dann treffen, wenn wir in Berlin für ein paar Auftritte sind?" Jana hatte, während er gesprochen hatte, wieder gemerkt, wie sehr sie Nicky vermisste. Immerhin hatte sie ihn seit 1 ½ Jahren nicht mehr gesehen.
"Würde ich wirklich gerne. Aber lass uns vorher noch mal telefonieren. Aber mach dir keine zu großen Hoffnungen. Ich weiß gar nicht, ob ich Zeit hätte."
"Komm schon, das würde dir gut tun, glaub mir. Na, halt die Ohren steif und denk daran, du schaffst das!"
"Na, ich wird mal sehen, was sich machen lässt. Bye Bruderherz!"
"Ciao." Jana legte auf. Es hatte wirklich gut getan, mal wieder mit Nicky zu sprechen. Er hatte Recht, ihr Treffen würde eine gute Idee sein.
Sie schloss die Tür auf mit dem schlechten Gefühl, dass es jetzt wieder eine von den Predigten hageln würde.
"Wie war die Stunde?", hörte sie ihre Mutter schon aus dem Wohnzimmer hallen.
"Scheiße und ich sag euch noch mal, das ist Geldverschwendung, was ihr da macht.", antwortete Jana kalt. Ihre Mutter öffnete geschockt ihren Mund.
"Ja, ja, ich weiß, nicht in diesem Ton mit mir, mein Fräulein.", amte Jana sie nach und verdrehte die Augen. "Das war jetzt etwas sarkastisch.", sagte Sandy, die hinter ihr stand.
"Entschuldige, dass ich sarkastisch bin, wenn hier alle denken, ich hätte einen Dachschaden. Das ist nicht gerade leicht.", erwiderte Jana und verschwand in ihrem Zimmer.

Verzweifelt saß sie in ihrem Zimmer. Oh Gott, wie sollte sie das nur überstehen? Morgen war das Westlifekonzert in Berlin und Anja hatte die (schwachsinnige) Idee gehabt, sich zwei Karten von ihren Eltern schenken zu lassen und Jana mitzunehmen. Sie konnte ja schlecht sagen, nein, Anja, ich komm nicht mit, sonst kommt das alles wieder hoch, du weißt schon, der Kuss mit Mark und so. In den letzten zwei Jahren hatte Anja überhaupt keinen Verdacht geschöpft und Jana hatte immer wieder versucht, ihr normales Leben wieder aufzunehmen, aber so wirklich wollte ihr das nicht gelingen. Mark schrieb ihr immer noch Briefe, aber der letzte lag drei Monate zurück. Diese schwachsinnige Therapie hatte Jana auch abgebrochen. Sie hatte diesen Doc dazu genutzt, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, da sie ihn so leicht wie Seide durchschaute.
Jemand klingelte an der Tür und riss sie somit aus ihren Gedanken. Anja war da, um sie fürs Lindencenter abzuholen. Sie wollten sich Klamotten fürs Konzert kaufen. Seufzend nahm sie ihr Handy, Portmonee und Schlüssel und verließ die Wohnung.
Auf dem Weg ins Lindencenter quatschten sie wie gewöhnlich, auch als sie im Center ankamen, war nichts ungewöhnlich.
"Jana, wir müssen unbedingt zu Pimkie rein! Ich hab dir doch von den Klamotten von Atomic Kitten erzählt, die sollen total geil aussehen.", sagte Anja. Und tatsächlich sahen die Hosen und Shirts gar nicht mal schlecht aus. Eine silberne Hose aus fließendem Stoff sagte Jana besonders zu. Langsam strich sie über den Stoff. Das war garantiert Liz gewesen, die diese Hose designet hatte. So sexy kleidete nur sie sich. Blitzschnell fasste Jana einen Entschluss und war schon in der Kabine verschwunden. Wow, die Hose stand ihr wirklich gut. Sie wusste schon genau, wie ihr Oberteil aussehen musste, nur gesehen hatte sie das noch nicht. Skeptisch betrachtete sie sich im Spiegel, als Anja aus einer anderen Umkleidekabine kam.
"Geil! Mann, Jana, wenn du dazu noch das passende Oberteil findest, dann sehe ich neben dir wie ein Müllsack aus.", sagte sie ehrfürchtig. Jana beachtete ihre Freundin gar nicht, bis Anja anfing, rumzumeckern.
"Shit, warum kann dieses verdammte Oberteil nicht am Bauch breiter sein?", schimpfte sie vor sich hin. Jana warf einen flüchtigen Blick aus Anja, die ein schulterfreies, schwarzes Teil anhatte. "Ähm, Anja, wenn dir das nicht passt, kann ich das dann mal?", fragte sie. "Klar. Dir müsste es eigentlich passen." Anja verschwand wieder in der Kabine.
Anja und Jana hatten etwa die gleichen Größen, nur Anjas Bauch war nicht mehr ganz so schlank wie früher. Aber das fiel allen nicht auf, eben nur, wenn Anja ein hautenges Top anzog. Jana hatte es etwa geschafft, ihren Bauch dort zu halten, wo sie ihn haben wollte.
Anja reichte ihr jetzt das Teil raus und sie verschwand wieder in der Kabine. Als sie wieder rauskam, wusste sie nur eins: Sie hatte ihr Konzertoutfit schon gefunden! Anja betrachtete sie jetzt. "Irgendwas fehlt noch...", murmelte sie, rannte weg und kam mit einem halb dunkelblauen und halb silbernen Gürtel wieder zurück. Die Farben waren ein Glück so, dass, wenn Jana das Teil anhatte, sie einen schönen Kontrast zum Shirt beziehungsweise zur Hose gaben.
Circa drei Stunden später gingen sie wieder nach Hause. Beide waren jetzt nicht nur um 100 € leichter (obwohl das schon richtig billig gewesen war, das ganze Outfit für 100 €), sondern hatten noch bei Media Markt vorbeigeschaut und dort auch noch ein paar CDs mitgenommen. Während des Shoppens hatte Jana nur ein paar Mal an Mark gedacht, obwohl sie ja wegen des Konzerts shoppen gewesen waren. Doch als sie wieder zu Hause war, das Evanescene- Album "Fallen" voll aufgedreht, konnte sie sich auf nichts mehr konzentrieren. Also schmiss sie sich aufs Bett und starrte an die Decke. Nach zwei Jahren erlaubte Jana sich zum ersten Mal, wirklich an Mark zu denken. Aber das Telefon klingelte. Ziemlich entnervt über die Störung meldete sie sich.
"Ja?"
"Jana, du wirst nicht glauben, was passiert ist!", hörte Jana Anjas Stimme.
"Nein, werde ich nicht. Also, was ist es?", antwortete sie etwas genervt.
"Im Briefkasten lagen eben zwei Backstagepässe fürs Westlifekonzert!!!" Jana musste den Hörer ein wenig von sich weg halten, um Anjas Rufen halbwegs ertragen zu können.
"Anja, wieso das denn?? Wie sind die dahin gekommen??"
"Keine Ahnung. Sie waren einfach da. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken, danke dem Spender lieber! Jetzt lernen wir sie endlich kennen!" Jana konnte die Hysterie ihrer Freundin wirklich verstehen, aber jetzt nervte sie einfach nur. Einerseits freute sie sich, Nicky und die anderen zu sehen, aber genau ‚die anderen’ waren das Problem. Besser gesagt, einer. Sie verabschiedete sich schnell von Anja, versicherte ihr noch mal, dass sie sich riesig freuen würde und nur etwas sprachlos wäre.
Die Nacht wurde so unruhig wie noch nie. Aber die Schule brachte sie ohne weiteres hinter sich, Englisch war sogar eine richtige Entspannung, da sie sich konzentrieren musste. Zu Hause zog Jana sich um und holte Anja ab, um mit ihr zur S-Bahn zu gehen. Ihre beste Freundin war aufgeregt wie noch nie, aber Jana ging es nicht anders.
Vor der Halle waren schon Massen von Fans da, doch sie drängelten sich einfach durch. Bei einem Bodyguard, der an einer Tür stand, blieb Jana verwundert stehen.
"Sag mal, Anja, kann es sein, dass das da Fran Cosgrave ist? Der Exfreund von Natasha Hamilton?", flüsterte sie Anja zu.
"Die von Atomic Kitten? Ja, jetzt, wo du es sagst, schon. Sprich ihn mal an!", ermunterte Anja sie. Das tat Jana dann auch. Sie zeigte ihm die Backstagepässe und erkundigte sich noch nach Josh, dem es nach Fran gut zu gehen schien. Ehe sie sich versahen, waren sie in der zweiten Reihe vor der Bühne.
Das Konzert war der Hammer! Es war ein Greatest Hits Konzert, also spielten sie von jedem Album ein paar Songs. So auch "I cry". Mark sah bei seinem Part besonders gut aus und Jana wunderte sich wirklich, warum sie nicht schon längst in Tränen ausgebrochen war. Anja bekam ihren Gefühlszustand nicht mit.
Etwa zum Ende des Konzertes hin kündigte Bryan Solos der einzelnen Mitglieder an. Er machte den Anfang mit Enrique Iglesias’ "Escape". Kian und Shane folgten mit Lionel Richies "Angel" und Robbie Williams "Feel". Mark war dann dran. Er saß auf einem Barhocker in Jeans und Lederjacke. Die ersten Töne von Richard Marx’ "Right here waiting" erklangen.
Jana war sich sicher, dass Mark den Titel selber ausgesucht hatte. Er legte so viel Gefühl in seine Stimme, sodass die ganze Halle im Schein der Feuerzeuge erstrahlte und somit eine romantische Atmosphäre erzeugte. Irgendwann öffnete Mark wieder seine Augen und ließ sie über die Fanmassen gleiten. Reflexartig nahm Jana ihren Kopf runter. Sie wollte nicht gesehen werden.
Nicky kam als letzter. Tosendes Geschrei empfing ihn. Er sang "Woman" von John Lennon. Bei seiner Performance sah er Jana und fing an zu lächeln. Immer wieder suchte er den Augenkontakt, flirtete richtig mit ihr. Er freute sich wirklich, Jana, seine kleine Schwester, zu sehen, hatte aber gleichzeitig auch Zweifel, ob der restliche Abend so verlaufen würde, wie es sein sollte. Auf jeden Fall würde er sie nach dem Konzert suchen, aber nicht bevor er Bry, Shay und Ki von Janas Anwesenheit erzählt hatte. Zum Schluss als Zugabe sangen sie noch einmal alle den Song, mit dem sie ihren Fans Mut gemacht hatten, als Trennungsgerüchte im Umlauf waren: "Where we belong". Dann erschien eine Stichflamme auf der Bühne und die fünf Iren waren weg.
Anja und Jana kämpften sich zur Bühnenseite vor, wo ein Glück Fran stand und aufpasste, dass niemand Unbefugtes hinter die Bühne kam. So mussten sie nicht noch einmal alles erklären, er ließ sie gleich rein. Ein englischsprechender Bühnenassistent führte sie in einen Raum und sagte ihnen, dass sie warten sollten. Neugierig sahen Anja und Jana sich um. Janas Blick blieb an einer Playstation 2 hängen. Typisch, alle der Band waren begeisterte Spieler.
Dann hörte Jana Schritte. Mark konnte es nicht sein, Pünktlichkeit war schon immer einer seiner größten Feinde gewesen. Nein, es war Nicky. "Jana!", schrie er, umarmte Jana und wirbelte sie durch die Luft.
"Mein Gott, ich freu mich so, dich wiederzusehen. Wie geht’s dir?", fragte Nicky. Jana lächelte und stellte ihm erst mal Anja vor. Bryan, Kian und Shane waren auch gekommen und alle freuten sich riesig, dass Jana da war.
"Jana, sag mal, woher kennst du die denn alle?", fragte Anja auf deutsch.
"Vom Konzert, Anja.", antwortete Jana schnell, da Nicky sie schon wieder mit Fragen bestürmte. Bryan kümmerte sich inzwischen um Anja.
Bevor Nicky Jana aber wegen Mark fragen konnte, flog die Tür auf und Mark stürmte herein. Dabei hatte er soviel Schwung, dass er erst kurz vor Jana zum Stehen kam.
"Sorry, hat etwas länger gedauert..." Er stockte. Sah Jana an und bekam den Mund fast nicht mehr zu. Auch sie war überrascht, aber nicht darüber, dass Mark jetzt vor ihr stand. Sondern deswegen, weil Mark so gut aussah, viel besser als vor zwei Jahren. Man sah ihm seine 24 Jahre gar nicht an, Jana hätte ihn immer noch auf 20 geschätzt.
"Ähm, Anja, ich glaube, wir sollten dir mal den übrigen Backstagebereich zeigen. Ki, Shane, Nicky, kommt, das machen wir.", sagte Bryan leise und zog alle aus dem Raum. Mindestens eine Minute sahen sie sich einfach nur an. Janas Augen füllten sich mit Tränen, eine lief über uns suchte sich ihren Weg über ihre Wange. Ängstlich betrachtete sie Marks Hand, die sich ihrem Gesicht näherte und die Träne wegwischte. Jana konnte Marks ganzen Schmerz in seinen Augen sehen, seine Überwindung, sie nicht gleich zu küssen. Doch so ganz schaffte er das nicht. Seine Hand wanderte in ihren Nacken und zog sie sanft an sich. Jetzt brach auch Janas Widerstand. Immer noch schluchzend legte sie behutsam ihren Kopf an seine Brust, genoss seine vorsichtige Umarmung. Beide wussten nicht, was der andere noch für einen fühlte. Jana hob langsam den Kopf und sah in Marks Augen.
Er sah sie an und konnte es einfach nicht glauben: Zwei Jahre hatte er gelitten wie noch nie, sich zeitweise nicht mal auf den Job konzentrieren können. Seiner Mutter hatte er von Jana erzählt, auch von ihrem Alter und so. Sie hatte ihm so gut es ging geholfen, doch er hatte ständig das Gefühl, wenn er irgendwas hörte, das er mit Jana in Verbindung brachte, dass sein Herz in Flammen aufging und jämmerlich verbrannte. Wie viele Nächte hatte er in seinem Zimmer beziehungsweise Hotelzimmer gesessen und geweint, sich vorgestellt, dass er seine große Liebe irgendwann wieder in den Armen halten könnte, doch so richtig hatte er nicht daran geglaubt.
Und jetzt? Jetzt hielt er Jana im Arm und war sich nicht sicher, ob sie ihn überhaupt noch liebte. Solche Gedanken waren ihm nie gekommen, er hatte immer an die ewige Liebe geglaubt, doch wie war es bei ihr? Was, wenn er ihr jetzt sagen würde, was er noch für sie empfand, und sie würde seine Gefühle nicht erwidern? Er könnte das nicht ertragen, sie jetzt an seiner Brust zu spüren und im nächsten Moment sie wieder gehen lassen zu müssen. Doch er riss sich zusammen.
Entgegen seiner Zweifel strich er Jana eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihr schossen wieder Tränen in die Augen und doch spürte sie diese Liebe, die von Mark ausging. Doch war das seine oder ihre Liebe, die so immerwährend erschien?
Sie konnte es plötzlich nicht mehr aushalten, sie wusste, sie musste sich jetzt entscheiden: Entweder löste sie sich aus Marks Umarmung und sagte ihm klipp und klar, dass sie das nicht wollte oder...
Oder? Oder sie küsste ihn jetzt, erzählte ihm von ihrem Schmerz, den sie die letzten zwei Jahre ertragen musste, sagte ihm endlich, wie sehr sie ihn liebte und vermisst hatte, wie leid ihr das tat, was sie damals gemacht hatte.
Vorsichtig hob Jana ihre Hand und strich Mark über den Nacken und zog ihn fast automatisch zu sich runter. Doch wollte sie das wirklich?
Ihr Herz nahm ihr die Entscheidung ab, denn es sendete einen so starken Liebesstrom aus, den sie nur mit Marks Lippen aushalten konnte.
Als sich ihre Lippen berührten, weinte sie wirklich. Aber seit Jahren zum ersten Mal wieder vor Glück.
Janas Zunge schob sich zärtlich in Marks Mund und suchte seine Zunge, die ihre sofort vorsichtig liebkoste und massierte. Marks Hände lagen auf ihren Hüften und streichelten sanft ihren Hintern, während Janas Hand seinen Nacken und seine Schultern erkundete.
Mark hatte, ihren ersten mal ausgenommen, noch nie das Gefühl, gehabt, dass ein Kuss ewig dauern würde. Jetzt war es viel intensiver als beim ersten Mal. Irgendwann trennten sich ihre Lippen wieder, doch ihre Augen blieben immer auf die des anderen gerichtet.
"Ich liebe dich, Mark.", flüsterte Jana, nicht ohne einem Zittern in der Stimme.
"Ich liebe dich auch, Jana. Ich lass dich nie wieder gehen.", antwortete Mark.
"Ich werde dich auch nie wieder allein lassen. Noch mal hab ich nicht so ein Glück, dass einfach Backstagepässe im Briefkasten meiner Freundin liegen."
Wieder küssten sie sich. Nach dem Kuss bemerkte Jana, dass Nicky in der Tür stand. Tränen standen ihm in den Augen und auch den anderen ging es nicht anders. Anja war irgendwie nicht mehr da, aber das war Jana im Moment völlig egal.
"Endlich ist das Traumpaar wieder vereint.", sagte Nicky leise. Ja, das war das einzige, was bei Mark und Jana noch zählte. Glücklich lehnte sie sich an Marks Schulter, spürte seine Arme um sich, seinen Atem auf ihrer Haut. "Sag mal, Nicky, kommt dir das irgendwie bekannt vor, wenn Backstagepässe in einem bestimmten Briefkasten liegen?", fragte Mark jetzt an Nicky gewandt. Der pfiff aber nur und sah in der Gegend rum, als ob ihn das gar nichts angehen würde.
"Nicky!", rief Mark noch mal. "Ja, ja. Hör mal, ich musste doch was unternehmen. Ihr beide ward todunglücklich. Und da ein Fan, den wir kennen, so gerade in Germany war, hat das alles gepasst." Bry, Ki, Shane und Nicky setzten sich jetzt auf die Couch und die Sessel. Jana nahm Mark an der Hand und zog ihn zum Sofa. Shane machte ihnen freiwillig Platz, sodass sie nebeneinander sitzen konnten. Mark legte einen Arm um sie und zog sie an sich. Jana bemerkte Nickys Lächeln, das ehrlich erfreut aussah.
Sie unterhielten sich über das Konzert und über Gott und die Welt, als Nicky sie ansprach. "Jana, darf ich dich kurz entführen? Ganz ruhig, Marky, ich bring sie dir gleich wieder. Sogar in einem Stück." Er grinste, doch Mark sah nicht so glücklich aus. Jana küsste ihn leidenschaftlich. "Lauf nicht weg, Mark. Ich bin gleich wieder da.", beruhigte sie ihn und ging mit Nicky vor die Tür, wo er sie erst mal umarmte.
"Jana, du weißt gar nicht, wie sehr ich dich vermisst hab. Na ja, ich glaube, nicht so sehr wie Mark. Er hat wirklich sehr gelitten unter der Trennung. In den zwei Jahren hatte er keine Freundin, nicht mal eine Frau, mal abgesehen von seiner Mutter, um sich. Sehr viel länger hättet ihr wirklich nicht auseinander sein dürfen, sonst wäre Mark an Liebeskummer und Sehnsucht gestorben.", sagte er ernst. Jana ließ sich auf eine Bank sinken. "Mir ging es nicht anders. Es ist schrecklich, wenn du deine große Liebe gefunden hast, sie deine Liebe erwidert und ihr nicht zusammen seid. Ich konnte ihn gar nicht ‚betrügen’, weil ich sowieso nur ihn im Kopf hatte."
Nicky sah sie überrascht an. "Wie, du bist noch Jungfrau? Jana, wenn Mark hört, dass du ihm genauso treu warst wie er dir, wird er dir nicht mehr von der Seite weichen."
"Ich konnte einfach nicht. Schon vor Jahren habe ich mir geschworen, nur aus wahrer Liebe Sex zu haben. Mark ist meine wahre Liebe und es wird niemanden mehr geben, den ich so lieben kann wie ihn.", erklärte Jana. Nicky strich ihr über die Wange.
"Na, dann kann ich dir ja nur viel Spaß bei eurem ersten Mal wünschen. Jana, ich habe Mark noch nie so happy gesehen. Du machst ihn so glücklich." Jana lächelte. Nach drei Minuten gingen sie wieder rein. Mark sprang sofort auf und umarmte sie. Nach dem Kuss flüsterte er ihr zu: "Süße, du hast doch gesagt, du weichst nicht mehr von meiner Seite. Ich nehme dich beim Wort. Bitte übernachte heute bei mir im Hotel. Ich brauche dich einfach." Jana lächelte und streichelte seine Wange.
"Jeden anderen Tag hätte ich ablehnen müssen. Aber heute sind meine Eltern über Nacht und morgen weg. Ich müsste nur vorher noch mal nach Hause, damit sie wissen, dass ich da bin." Marks Augen leuchteten auf und jagten Jana damit einen wohligen Schauer über den Rücken. "Und wann gehen deine Eltern?", fragte er.
"Etwa um elf." "Jana, ich bring dich zu dreiviertel elf nach Hause und hol dich dann um elf wieder ab, ok?", schlug Mark vor. Jana lächelte.
"Das mit dem Hinbringen, ok, aber komm lieber erst viertel zwölf wieder. Wenn meine Eltern doch später gehen, dürfte das nicht unbedingt angenehm für mich werden." Mark nickte traurig. "Hey, Süßer, wir haben doch noch Zeit! Und wenn du mich noch nach Hause bringst, dann noch mehr!", ermunterte Jana ihn.
Als sie los musste, fuhr Mark mit ihr in einem Transporter nach Hause. Die halbe Stunde, die sie brauchten, wurde eine der schönsten, die Jana je erlebt hatte. Vor ihrem Block stieg sie aus, Mark folgte ihr. Draußen zog er sie noch einmal an seine Brust und küsste sie. "Ich liebe dich, Jana. Für immer und ewig.", flüsterte er. Jana küsste ihn zum letzten Mal und ging dann zum Hauseingang. Dort drehte sie sich noch mal um. Mark stand neben dem Auto und sah sehnsüchtig zu ihr. Schnell warf sie ihm noch eine Kusshand zu, dann verschwand sie im Hausflur.
"Wie war das Konzert?", fragte ihre Mutter gleich, als Jana die Tür hinter sich geschlossen hatte. "Wirklich gut. Ich geh mich duschen, ok.", sagte sie nur und verschwand im Bad. Dort duschte sie ausgiebig bis fünf vor elf. Ihre Eltern und Sandy standen schon im Flur und zogen sich an.
"Mach keine Dummheiten, Jana. Wir werden erst morgen Abend, möglicherweise ziemlich spät da sein.", erklärte ihr ihre Mutter.
"Ja, ja, ist ok. Viel Spaß!" Mit diesen Worten schob Jana ihre Eltern aus der Tür. Sofort rannte sie jetzt in ihr Zimmer und zog sich aus. Dann stand sie vor dem Spiegel und überlegte. Die Jeans konnte sie anziehen, die wäre das letzte gewesen, was sie ausgetauscht hätte. Und als Oberteil? Jana durchwühlte ihren Schrank. Als sie ihre Hände wieder rausnahm (leider ohne Ausbeute), fiel ihr ein T-Shirt in den Arm. Skeptisch betrachtete sie es.
Es glänzte irgendwie dunkelblau, was ein bisschen geheimnisvoll wirkte. Ja, das konnte sie anziehen. Als sie auch im Bad fertig war, klingelte ihr Handy.
"Yeah?", meldete sie sich.
"Ich hab deine Stimme so vermisst."
"Mark, ich deine auch. Bist du wieder da?"
"Ich war nie weg. Kommst du?"
"Klar. I love you."
"Love ya too."
Jana schnappte sich ihre Jacke und lief die Treppen herunter. Im Hauseingang stand Mark. Sie warf sich in seine Arme und küsste ihn. "Mark, wieso stehst du hier draußen? Wenn dich jemand erkennt..." "Das ist mir im Moment so was von egal. Du bist das einzige, was ich will." Er küsste sie noch mal, nahm sie dann an der Hand und zog sie zum Transporter. Der brachte sie zu einem Hotel, wo sie ausstiegen und in die Lobby gingen. Nicky sprang sofort auf, als er Jana und Mark erkannte. Er lief zu ihnen und umarmte Jana. Doch Mark führte sie zum Fahrstuhl und fuhr mit ihr in den zweiten Stock. Dort wollte er eine Tür aufschließen. "Shit, wo ist denn dieser verdammte Schlüssel??", fluchte er leise. Jana trat an ihn heran. "Lass mich mal." Langsam steckte sie ihre Hand in seine Hosentasche. Die war aber so eng, dass Jana ganz nah an Mark rangehen musste. Behutsam strich er ihr übers Haar, ihre Wange und küsste sie letztendlich. "Mark, wie soll ich deinen Schlüssel finden, wenn du mich küsst?", fragte sie lächelnd. "Sorry. Du hast aber eben so sexy ausgesehen, da konnte ich nicht widerstehen." Sie führte ihre Hand noch ein Stück tiefer, fand den Schlüssel zwar, kam aber auch an Marks bestes Stück. Sein Körper spannte sich bei der Berührung und Mark sah sie glücklich an. Jana hielt ihm den Schlüssel hin.
"Mark, wenn es danach ginge, dann würden sich unsere Lippen überhaupt nicht mehr trennen." Er lächelte. "Hast auch wieder Recht." Er schloss die Tür jetzt auf und führte sie ins Zimmer. Drinnen küsste sie sich wieder. Ihre Hände gingen wieder auf Wanderschaft, erkundeten den Körper des anderen und liebkosten ihn. Liebevoll strich Jana durch Marks Haar. "Ich versteh gar nicht, wie ich dir jemals so weh tun konnte. Verzeih mir bitte.", flüsterte sie, doch Mark legte ihr einen Finger auf die Lippen.
"Jana, ich hab dir schon längst alles verziehen. Also lass die Vergangenheit hinter dir. Lass uns ganz von vorne anfangen." Zärtlich strich er über ihren Rücken, seine Hände verschwanden unter ihrem Shirt. Ganz langsam zog Jana Mark aufs Bett und küsste ihn. Seine Hände glitten über ihre Oberschenkel, immer höher wanderte seine Hand, wich dann aber auf ihr Becken aus und nahm den Weg unter dem Shirt. Mark ließ sich neben sie auf das Bett fallen, ohne die Lippen von ihren zu lösen. Jana setzte sich auf ihn und ihre Lippen verließen seinen Mund und wanderten zu seinem Hals. Ihre Zunge strich über seinen Hals bis zum Kragen seines Hemdes, das Jana jetzt langsam aufknöpfte. Mark hatte die Augen geschlossen und genoss ihre Liebkosungen sichtlich. Ganz langsam küsste sie jeden Quadratzentimeter seiner Haut, spürte die leichten Schauer, die durch seinen Körper fuhren. Als Jana Mark das Hemd ausgezogen hatte, begann sie, Marks Brustwarzen erst zu streicheln, dann zu küssen und letztendlich saugte sie ganz behutsam an ihnen. Mark entfuhr ein kleines Stöhnen, als seine Brustwarzen unter Janas Liebkosungen hart wurden. Langsam arbeitete sich Jana nach unten vor; ihre Zunge spielte mit seinem Bauchnabel und fuhr zärtlich die Haarspur entlang, die in seinen Boxershorts verschwand. Irgendwann konnte Mark es nicht mehr aushalten. Er zog sie zärtlich, aber bestimmt hoch, küsste sie und drehte sie auf den Rücken. Schnell zog er ihr das Shirt aus und küsste ihre Schultern. Die BH-Träger strich er sanft von ihren Schultern und er liebkoste ihr Dekollete mit seiner Zunge. Mark so nah zu spüren war einfach unglaublich. Immer mehr Schauer ließen ihren Körper erzittern und heißer und heißer werden. Langsam zog er ihr die Jeans aus und streichelte ihre nackten Beine. Zärtlich massierte Mark die Innenseiten ihrer Oberschenkel, seine Zunge leckte über den wenigen Stoff ihres Strings, über ihren Bauch und immer höher. An ihrem BH stoppte er und setzte sich aufs Bett. Jana sah ihn fragend an. "Mark, was ist los?" Er sah sie liebevoll an.
"Hör zu, Jana: Ich möchte nichts machen, was du nicht willst. Zwar habe ich keine Ahnung, wie viel Erfahrung du hast, aber ich will dir auf keinen Fall zu nahe treten oder dich drängen." Jana nahm Marks Hand und fing an, diese zu streicheln.
"Ich glaube, ich muss dir was sagen. Die letzten zwei Jahre waren für mich ein ganzer Alptraum, weil du nicht an meiner Seite warst. Nur leider habe ich das eine Weile nicht kapiert beziehungsweise wollte es nicht kapieren. Jede Ablenkung hat nichts genützt, du warst und bist immer noch der einzige." Sie stockte. Mark sah sie etwas verblüfft an.
"Wie, hab ich das jetzt richtig verstanden? Du...." Doch Jana unterbrach ihn.
"Ja, ich bin noch Jungfrau. Ich habe die ganze Zeit auf dich gewartet. Irgendwie habe ich immer daran geglaubt, dich endlich wiederzusehen. Mark, ich liebe dich. Du bist meine große Liebe. Und mit meiner großen Liebe wollte ich mein ersten Mal schon immer erleben." Mark ließ sie jetzt nicht ausreden, sondern beugte sich vor und küsste Jana.
"Ich liebe dich auch.", flüsterte er und setzte seine Erkundungstour über ihren Körper fort. Ganz langsam zogen sie sich weiter aus...

----------ZENSIERT----------

Marks Hand strich zärtlich über ihren Kopf, der auf seiner Brust lag. Er genoss es, ihren Herzschlag so deutlich zu spüren, zu wissen, dass sie noch eine ganze Weile bei ihm bleiben würde. Oft hatte er von Paaren gehört, die einen großen Altersunterschied hatten. Damals war er der Meinung, dass das nicht gut gehen konnte, da sie ja so verschieden waren. Doch Nicky hatte etwas gesagt, was er damals nicht verstanden hatte:
Wenn sich solche Paare finden, dann ist es meistens die große Liebe. Natürlich nur, wenn beide das gleiche spüren. Aber dann werden sie etwas miteinander erleben, was sie nur in den seltensten Fällen wieder erleben werden: wahre, bedingungslose Liebe entgegen aller Vorurteile.
Jetzt, wo Mark Jana im Arm hielt, verstand er das. Sanft lächelnd sah er auf sie herunter. Er würde immer bei ihr sein, wenigstens in ihrem Herzen. Denn bei einem war er sich wirklich sicher: Dass Jana den Mark aus Sligo und nicht den Mark von Westlife liebte. Er war sich ihrer Liebe so sicher wie noch nie.
Jana spürte seinen schnellen Atem auf ihrem nackten Rücken. Auch sie war noch ziemlich außer Puste. Sex war wirklich schön, doch auch richtig auspowernd. Liebevoll strich sie mit ihrem Finger über seine Brust, seinen Hals. Mark küsste sie innig und nahm sie fester in den Arm. Jana dachte an die letzten Stunden zurück.
Als Mark in sie eingedrungen war, hatte sie außer ihn noch einen anderen Gedanken im Kopf: Dass sie zusammen gehörten.
Ja, das stimmte. Sie gehörten zusammen und würden den anderen nie mehr gehen lassen.
"Ich liebe dich, Jana. Für immer und ewig.", flüsterte Mark ihr ins Ohr. "Ich liebe dich auch." Und beide versanken in einem langen und heißen Kuss....

THE END