Sie hatte grade fünf Stunden geschlafen, da wurde sie von ihrem Handy
geweckt.
"Ja?" gähnte sie verschlafen.
"Sandy? - Hier ist Mark!" - sofort war sie hellwach.
"Mark?! Was ist los?"
"Nichts Besonderes. Wollte nur mal nach meiner Halbschwester hören!"
- es könnte sein, das er dabei grinste.
"Schuft! Dafür reißt du mich aus meinen Träumen?"
sie grinste.
"Hoffentlich von mir!"
"Klar, deshalb waren es ja auch Alpträume!"
"Sag mal, wo zum Henker steckst du denn schon wieder? Eine Verbindung zu
Dir zu bekommen scheint wie eine Audienz beim Papst, kaum machbar!"
"Hey, Du bist nicht der einzige, der in der Welt rum tingelt!"
"Also? WO?"
"! irgendwo zwischen Seattle und Vegas." Sie gähnte noch mal.
"Vegas?" - er klang so schrill.
"Ja. Wieso?"
"Da sind wir in zwei Tagen für gut eine Woche!" er freute sich
wie ein Schneekönig.
"OH!!"
"Sandy? Bist Du noch dran? - Süße, sag was, bitte!"
"! jaa, bin noch dran!"
"Gut! - Können wir uns irgendwie treffen?"
"Alleine."
"Natürlich."
"Absolut alleine!"
"Versprochen!"
"Gut. Soll ich Dich anrufen, wenn ich da bin?"
"Ja, das wäre prima. - Freust Du Dich denn nicht, Deinen kleinen Bruder
zu treffen?"
"Doch natürlich, mein Schatz! Du bist doch alles was ich noch an Familie
habe!"
"Das stimmt nicht! Daddy vermisst Dich auch ganz doll und meine Mum und
die beiden kleinen natürlich besonders!"
"Grüß sie von mir, wenn Du mit ihnen sprichst, ja?"
"Sie würden sich freuen, wenn sie wenigstens mal was von Dir selber
hören würden!"
"Schätzchen, ich weiß, das Du es nur gut meinst, doch das würde
nur alte Wunden aufreißen und das ist das letzte, was wir ALLE im Moment
gebrauchen können, oder etwa nicht?"
"! ich weiß!" er klang traurig!
"Nicht böse sein, ja? Du weißt doch, ich hab Dich lieb."
Sie sprach so liebevoll mit ihm, dass er schon wieder lächeln konnte.
"Ich Dich doch auch! Du fehlst mir nur eben sehr!"
"Wir sehen uns doch ganz bald!"
"Jaaaa, und dann gehörst Du nur mir!!!"
"Ja, versprochen!" sie lächelte über seine immer noch kindliche
Art.
"Oh, da kommt! ich muss jetzt aufhören! Bis bald meine Süße!"
"Bis bald, mein Schatz."
Sie saß nun schon seit zehn Minuten mit dem Handy in der Hand da und
sah immer wieder darauf ohne nur ein Wort zu sagen.
"Sandy? - Ist alles okay mit Dir?" Ray machte sich Sorgen.
"Hä? Was? - Ach, ja. War nur mein kleiner Bruder!"
Sie tauschten die Plätze und Sandy fuhr nun weiter und Ray schlief.
Las Vegas:
Das Equipment wurde sofort in die Halle gebracht und schon fingen die Aufbauten
an.
Sandy ging zu Joey, nachdem sie bei Lou alles geregelt hatte.
"Sandy, schön Dich zu sehen. Lou war sehr zufrieden mit Dir und Ray.
- Was kann ich Dir als Gegenleistung anbieten?"
"Ein, zwei Tage Urlaub!" war eine rhetorische Antwort.
"Schon genehmigt!" er grinste sie breit an.
"Aber nicht die nächsten Tage, oder?" fragte sie skeptisch.
"Doch, klar! Hier läuft ja alles und wenn nicht, müssen eben
die anderen auch mal mit ran!"
"Joey, bist Du krank oder nimmst Du Drogen? Du bist doch sonst!"
"Sonst, aber nicht heute!" er nahm sie auf die Seite und sagte dann
etwas leiser "Du hast mir den Arsch gerettet und dafür kannst Du drei
Tage frei machen. Dann brauch ich Dich wieder hier für den Abbau!"
Sie schnappte sich ihr Handy und rief Mark an.
"Hallo?"
"Hi, Kleiner!"
"Hi, Süße!"
"Überraschung! Ich habe drei Tage frei!"
"Das ist ja Wahnsinn! Wen hast Du denn dafür umgebracht? - Dann miet
ich Dir hier bei uns ein Zimmer und wir können uns ganz viel sehen!"
"Langsam! Das ist keine gute Idee!"
"Doch ist sie! Den kriegt ja eh kaum noch einer zu sehen und wir sind doch
Meister im Versteck spielen!"
"Na gut, aber nur, weil ich Dich wirklich schrecklich vermisst habe!"
"SUPER! Ich kümmere mich hier um alles und wann kannst Du hier sein?"
"ich hol mir erstmal einen Leihwagen und dann bin ich so in zwei Stunden
im Hotel, ja?"
"Okay, ich sehe zu, dass die anderen nichts mitkriegen. Nur Anto muss ich
was sagen, weißt schon!"
"Schon klar, er weiß ja warum!"
"Ja, und er hält zu uns!"
"Gut, dann bis gleich."
"Ja, ich freu mich so!"
Sie hatte sich wie immer einen kleinen Jeep mieten wollen, doch gab es keinen.
So entschied sie sich für ein Motorrad, mit dem man in dieser Stadt auch
besser durch kommen würde.
Die Reistasche konnte sie gut befestigen und den Rucksack schnallte sie über
ihre braune, abgewetzte Lederjacke, ohne die sie keinen Schritt tat. Ihre Haare
hatte sie geschickt zu einem Zopf geflochten und unter dem silbernen Helm gesteckt.
Ihre Jeans boten ihr genügend Widerstand gegen den Fahrtwind und ihre Sneakers
waren in der gleichen Farbe, wie ihr T-Shirt, schwarz-braun.
Sie fuhr mal wieder wie eine Wilde durch die große Stadt, die ihr genauso
bekannt war, wie die anderen großen Städte (L.A., N.Y., Bosten, Miami,
Detroit, Chicago, etc.). Ihre Arbeit war in den großen Städten, doch
wenn sie Urlaub machte, floh sie in die Weite Natur Kanadas. - Es durfte nur
nichts wie *zu Hause* sein!
Nach etwas mehr als zwei Stunden, nach dem Telefonat, kam sie im Hotel an. Na
ja, es war nobel, wie immer und sie fühlte sich für einen Moment wieder
deplatziert in ihrem Outfit, doch dann ging sie zielstrebig zum Portier und
fragte nach einer Reservierung auf ihren Namen. "Mrs. Feehily, Ihr Zimmer
wurde bereits eingecheckt. Ihr Bruder erwartet sie dort. Zimmer 1212."
Er händigt ihr den zweiten Schlüssel aus und sie ging zum Aufzug.
Oben angekommen, stand die Zimmertüre nur angelehnt offen. Vorsichtig sah
sie hinein und fand ihren kleinen Bruder vor dem Fernseher, eingenickt.
Sie schloss leise die Türe, stellte ihre Reisetasche und den Rucksack leise
ab. Dann ging sie zu Mark und küsste ihn ganz sanft auf die Wange, worauf
er erwachte.
"Süße!" er griff nach ihr und zog sie auf seinen Schoß,
umarmte sie heftig.
"Kleiner!" sie hielt ihn so fest es ging. Sie hatten sich so lange
nicht mehr gesehen und waren doch nie mehr als ein Telefonat getrennt gewesen!
Nachdem sich die beiden erstmal wieder beruhigt hatten, Sandy ein bisschen ausgepackt
hatte, ging sie kurz duschen. In ein großes Handtuch gewickelt kam sie
wieder aus dem Bad.
"Du bist wunderschön!" Mark küsste sie auf die nackte Schulter.
"Hey, denk dran; Du bist mein Bruder!"
"Leider!" seufzte er nur.
"Mark!" sie drohte ihm kurz und er nickte nur.
"Was machen wir denn heute?" fragte er auch schon.
"Hmm, wie wär's mit was zu essen und Kinoabend hier?!"
"Au ja, wie früher!"
"Genau. Order Du doch schon mal den Zimmer Service und die DVD's, die wir
dann kucken wollen. Ich zieh mich bloß an und hol uns dann noch schnell
Knabberzeug!"
So geschehen!
Sie verließ das Hotel und flitzte zu Fuß in den nächsten Supermarkt
und war ganz in Gedanken, so dass sie gar nicht mitbekam, dass sie beobachtet
wurde. Sie hatte gefunden, was sie suchte und war schnell wieder zurück
im Hotel.
Mark und sie saßen nun schon seit gewisser Zeit vor ihrem Film und kauerten
dicht zusammen, als sie von Mark's Handy genervt wurden.
"Wer stört?" meldete sich Mark genervt.
"!."
"Oh! - Äh, nicht jetzt! Komme in zehn Minuten zu Dir!" und schon
war das Gespräch beendet.
"Arbeit?" fragte Sandy verständnisvoll.
"Hmm. - Bist Du böse, wenn ich kurz weg muss?"
"Schon gut. - Komm morgen einfach nach dem Frühstück zu mir her,
ja?" sie gähnte verstohlen.
"Schlaf schön, Prinzessin!" er küsste ihre Nase.
"Schlaf gut, kleiner Prinz." Sie küsste seine Stirn.
Sie ging darauf bald zu Bett und fiel sofort in einen traumlosen Schlaf. Sie
wurde von einem Klopfen an ihrer Tür geweckt. Sie sah auf die Uhr und konnte
kaum glauben, wer sie morgens um sieben Uhr wecken würde? Mark war Langschläfer,
der konnte es im Himmel nicht sein!
Sie zog eins von Ray's riesigen Sweatshirts über, das er ihr irgendwann
mal überlassen hatte, und ging verschlafen zur Tür. "Wer ist
da?" fragte sie vorsichtshalber. - Keine Antwort. Merkwürdig... -
Sie öffnete vorsichtig die Tür, doch war niemand zu sehen. Sie wollte
die Türe schon wieder schließen, da entdeckte sie einen Brief auf
dem Boden.
Ein Blanko-Kuvert, aber definitiv mit Inhalt.
Sie hob ihn auf, sah sich nach beiden Seiten des Flurs noch mal um und schloss
dann die Türe wieder von innen.
Mit dem Kuvert ging sie ans Fenster, setzte sich auf den Sims und öffnete
ihn vorsichtig.
Eine Karte mit einer roten Rose als Bild darauf, sie klappte die Karte auf und
las nur ein Wort "talk?".
Das Blut gefror in ihren Adern. - Er wusste, dass sie hier war!
Hatte Mark sein Wort nicht gehalten? - Nein, das würde er ihr nicht antun,
sie stand ihm schließlich näher wie er.
Sandy wusste auch nicht, ob sie ja oder nein sagen sollte.
Nun ja, es würde nichts ausmachen, wenn er noch etwas in seinem Saft schmoren
würde! sie würde seine Zimmernummer in Erfahrung bringen und ihm auf
dieselbe Art antworten. Das Spiel hatte er ja nicht erfunden!
Etwas beruhigt konnte sie dann weiter schlafen. Doch die Träume, die sie
nun hatte, drehten sich nur um die Vergangenheit! und damit war alles wieder
präsent!
Mark weckte sie gegen Mittag und brachte gleich etwas zum frühstücken
mit.
Sandy erzählte ihm nichts von der vergangenen Nacht und die Karte war sicher
versteckt in einem der Bücher, die sie in ihrem Rucksack hatte.
Sie konnten heute unbehelligt das Hotel verlassen und da Sandy auch einen Helm
für Mark organisiert hatte, fuhren sie mit dem Bike durch Las Vegas.
Nach einem kleinen Snack fuhren sie in die Wüste und Sandy zeigte Mark
ihre Lieblingsstelle, an der sie schon mal eine halluzigene Erscheinung gehabt
hatte. Sie erzählte ihm davon und er sah sie erschrocken, aber doch neugierig
an.
"Du hast so was auch schon mal gehabt?" fragte er nun. "Ja. -
Du etwa auch?"
"Ja. Das war kurz bevor! na ja, Du weißt schon! passiert ist!"
er sah verlegen zu Boden.
"Deshalb warst Du so durch den Wind!" jetzt wurde ihr so einiges klar.
"Kann sein. Ich hätte aber auch sonst nicht gewusst, wie ich mich
hätte verhalten sollen!"
"Meinst Du etwa ich hätte das gewusst?" sie sah ihn wütend
an.
"Nicht! Kuck mich nicht so an!!" ihm wurde Angst und Bange bei ihrem
Blick.
Sofort sah sie weg und atmete ein paar Mal tief bevor sie ihn wieder normal
ansehen konnte.
"Tut mir leid, Marcus." Sagte sie und nahm ihn in den Arm.
"Es tut Dir immer noch weh, ja?" Mark sah sie ängstlich an. Den
Jähzorn hatte sie eindeutig von ihrer verstorbenen Mutter und der war berüchtigt!
"Eigentlich sollte es das nicht mehr. Aber ich kann mich dagegen nicht
wehren!" sie hatte eine Träne im Auge, doch sie lief nicht raus. Mark
sah ihr fasziniert in dieses Auge. Die Sonne reflektierte sich in der Flüssigkeit!
Sie schwiegen eine ganze Weile, dann reichte sie ihm wortlos den Helm und sie
fuhren weiter.
Es wurde Zeit zurück zu fahren.
Sie trafen sich diesmal in seinem Zimmer, doch auch diesmal wurden sie gestört.
Es klopfte jemand an die Tür. Sandy verschwand im Bad und Mark öffnete.
Es war Nicky. "Ich muss mal mit Dir reden, Feeh."
"Jetzt?" fragte Mark überrascht.
"Ja, jetzt!" Nicky regte sich die nächste viertel Stunde über
Kian auf, bis es wieder an der Tür klopfte. Nicky wollte nun auch im Bad
verschwinden und Mark konnte ihn nicht mehr aufhalten. Doch Sandy hatte sich
schon in der Badewanne zusammen gekauert und den Dusch-Vorhang vorgezogen.
Nicky setzte sich auf die geschlossene Toilette und beide lauschten dem Streit
im Zimmer, denn Kian war aus irgendeinem Grund ziemlich wütend und reagierte
sich bei Mark ab. Es ging wohl um Nicky, denn der seufzte leise vor sich hin.
Sandy hätte ihm gern den Arm umgelegt und getröstet, denn sie konnte
Nicky gut leiden, doch sie wollte nicht, dass er wusste, dass sie hier war.
Das hätte alles noch mehr kompliziert.
Als Mark dann Kian unsanft klar gemacht hatte, das er sich erstmal woanders
abreagieren sollte und ihn schon mehr oder weniger aus dem Zimmer geschmissen
hatte, kam er ins Bad und holte Nicky. Dem sagte er auch noch ein paar Takte
und wurde auch ihn los.
Dann kam er wieder ins Bad und nahm seine Schwester nur erleichtert in den Arm.
"Was ist hier eigentlich los?" fragte Sandy dann doch interessiert.
"Ach, ich weiß es eigentlich ja auch nicht. Nicky ist immer öfter
das Opfer von Kians Launen, die immer schlimmer werden. Das geht nun schon so,
seit!" er hielt inne.
"! seit ich ihn verlassen habe?" fragte Sandy.
"Ja." Mehr konnte Mark auch nicht sagen.
"Er hat doch nun wieder eine Freundin, hast Du mir doch erzählt. Was
will er denn noch mehr?" Sandy sah ihn verständnislos an.
"Das weiß doch von uns auch keiner ! - er ist einfach nur zum k*tzen!"
- das war deutlich! -
In Sandy regte sich etwas (Wut? Verzweiflung? Schuld?), sollte sie an diesem
Zustand nicht ganz unschuldig sein? Das durfte nicht sein! - sie fasste einen
kühnen Entschluss! -
Heute Nacht schlief sie bei ihrem kleinen Bruder, so wie früher, als sie
in den Ferien bei den Feehilys geblieben war. Beide waren so miteinander vertraut
gewesen, vom ersten Moment an. Sie waren sich so ähnlich, in allem. Es
war schon erschreckend, wie sehr sie sich ähnelten!
Mark wurde zeitig von Sandy geweckt, so dass er heute mal nicht der Letzte war.
Und Shane war schon sehr überrascht, das er Mark heute nicht brutal wecken
musste! Sandy war schon wieder in ihr Zimmer geschlichen, so dass Shane nur
das zerwühlte Bett sah, in dem eindeutig zwei Menschen geschlafen hatten.
Er sagte erstmal nichts.
Beim Frühstück konnte Shane seine Kommentare aber nicht mehr verkneifen
und so erntete er von Mark böse, und der wiederum von Nicky verwunderte
und von Kian einen *hab-ich's-doch-gewusst* Blick. Alle waren froh, dass sie
schnell fertig waren und wieder von ihrer Arbeit abgelenkt wurden.
Sandy hatte sich mit dem Motorrad auf gemacht, die Stadt zu erobern. Sie sah
sich mal um, wo sonst nicht genug Zeit für war.
Sie kaufte eine Trauerkarte, in die sie die Worte "wozu noch?" schrieb
und später beim Portier hinterließ.
Die Jungs kamen von ihrem Job zurück ins Hotel und Mark machte sich nur
schnell frisch, bevor er wieder zu Sandy verschwand.
Derweil hatte der Empfänger verwunderte das Blanko-Kuvert in Empfang genommen
und las nun die Gegenfrage immer und immer wieder. - Wollte sie nun oder wollte
sie nicht? Warum war sie die einzige Frau, die ihn verwirren konnte? Er hatte
doch sonst auch immer die Kontrolle - nur bei ihr nicht! Also zog er los und
besorgte wieder eine Karte, diesmal mit einer Kirche drauf und hinterlegte diese
nun auch beim Portier.
Sie erhielt die Karte somit erst am folgenden Morgen. Wissend nahm sie das Kuvert
entgegen und las den Inhalt erst später, als sie kurz von Mark allein gelassen
wurde.
Ihr wurde kalt (in der Hitze der Wüste, am helllichten Tag!) beim Anblick
der Worte "Remeber?". Es war eine Glückwunschkarte für ein
Hochzeitspaar. - Was beabsichtigte er damit schon wieder? Wollte er ihr noch
mal das Herz brechen oder machte es ihm einfach Spaß, sie zu quälen?
(Wut stieg in ihr auf!) Heute Nacht wäre eine günstige Gelegenheit
ihn zur Rede zu Stellen und sie wusste, dass sie es tun musste!
Eine weiter Karte, ohne Aufdruck, mit den Worten "23.00 your Room"
war die Antwort.
Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet, doch es erleichterte ihn etwas. Doch wie würden sie sich gegenüber treten? Freundschaftlich oder Feindselig? Er hoffte ersteres!
Sie duschte und zog sich etwas an, in dem sie sich wohl fühlte, nicht
zu sexy aber doch so, dass es ihm klar sein sollte, was er an ihr gehabt hat!
Mit genügend Selbstvertrauen klopfte sie um viertel nach an seine Türe.
(Er glaubte schon sie würde ihn versetzen!)
"Hi." Grüßte er kurz.
"Hallo." - er ließ sie eintreten und schloss die Türe hinter
ihr.
"Danke." Sagte er schwach - er war nervös!
"Hmm." Brummte sie nur und sah sich in Ruhe um.
Er beobachtete sie und betrachtete sie von oben bis unten. Sie war schlanker
geworden, fast schon dürr. Reifer, attraktiver, begehrenswert! - Halt!
Bei der Realität bleiben! -
"Willst Dich setzen, was trinken?"
"Gern. Wasser." Sie nahm auf einem der Sessel am Fenster Platz und
sah ihm zu, wie er ihr ein Glas Wasser fertig machte und ihr reichte. Sie nahm
es und er lächelte schüchtern. Sie nicht.
"Können wir darüber reden, oder bringst Du mich gleich um?"
fragte er nun etwas gewagt.
"Du redest, ich höre." - Keinerlei Offenbarung in welche Richtung
dies gehen könnte.
Er begann, entschuldigte sich und machte sich Vorwürfe und bereute!
Sie regte sich in keiner Weise. Er wurde immer nervöser, doch versuchte
er es sich nicht anmerken zu lassen. Als er keine Worte mehr fand, sah sie ihm
direkt in die Augen, sagte aber noch immer nichts. Sie stand auf und wollte
gehen.
"Halt! - Bleib! Rede mit mir! Bitte!" er flehte regelrecht.
"Wozu? - Egal was Du sagst oder tust, es macht es nicht ungeschehen."
"Das weiß ich, aber!"
"Ich schicke Dir die Papiere und dann wird es endgültig sein."
- das war so ziemlich das Letzte, was er hören wollte.
"NEIN! Bitte nicht! Tu uns das nicht an!" er griff nach ihr und wirbelte
sie so stark herum, das sie ihm förmlich in die Arme flog und er sie sofort
fest an sich drückte. Seinen Kopf drückte er an ihre Schulter und
sie spürte die Nässe seiner Tränen und wusste nicht wie ihr geschah.
Er hatte nur einmal geweint, bei der Beerdigung von seiner Großmutter,
das wusste sie, weil sie dabei gewesen war.
Das war der Beweis, dass er es ernst meinte. Doch sie war sich nicht sicher.
Sie brachte es nicht über sich ihn nicht zu trösten und so fuhr sie
ihm mit einer Hand über den Rücken und mit der anderen durch seine
Haare im Nacken.
Er spürte ihre Berührungen und es tat so gut! sie zu sehen, sie zu
fühlen, zu riechen!
"Bitte!" flüsterte er ihr ins Ohr.
Sie seufzte. - Wie könnte sie ihn jemals aufgeben? Sie hatte es nun schon
so viele Jahre versucht und er war ihr immer noch wichtig. Er hatte sie verletzt,
hintergangen, betrogen! Und doch waren sie in mehr als nur einer Weise verbunden!
"Es kann! ich kann nicht!" brachte sie schwer hervor.
"Bitte!" flüsterte er ihr wieder zu und küsste sanft ihren
Hals, womit ihm ihr Parfum in die Nase stieg. Nur bei ihr roch es so gut!
"Versteh doch!" sie versuchte sich ihm zu entziehen.
"Ich liebe Dich, nur Dich!" er küsste sie weiter. Ihr Widerstand
war schon fast gebrochen.
"Ich Dich auch noch, doch!" weiter kam sie nicht, denn er verschloss
ihren Mund mit seinem und da war es um sie geschehen! sie erwiderte nach kurzem
Zögern seinen Kuss, ihre Zungen tanzten Tango und seine Hände fuhren
ihren Rücken entlang.
Sie kraulte seinen Nacken, sie wusste wie sehr er das mochte, dann streichelte
sie seinen Hals und dann weiter seine Wangen.
Er unterbrach ihren Kuss und küsste ihre Hand.
Sie zeichnete mit ihren Fingern seine Lippen nach und er schnappte nach ihrem
Finger und begann daran zu saugen und mit seiner Zunge zu streicheln.
Sie sah ihm dabei zu und lächelte zum ersten Mal.
Als er das sah, war er plötzlich wieder glücklich, wie schon seit
sehr langer Zeit nicht mehr.
Sie küsste seinen Hals und begann vorsichtig an seinem Ohr zu knabbern.
Er stöhnte aus tiefster Kehle, ohne den Mund zu öffnen.
Sie fuhr ihm mit ihrer freien Hand unter sein Shirt und streichelte erst wieder
seinen Rücken, dann glitt sie nach vorne und streichelte ganz sanft seine
Brustwarzen.
Sie spürte wie sein Körper sich immer mehr spannte, es kostete ihn
Mühe, sich die Zeit zu nehmen, doch er tat es! es quälte ihn und er
genoss es gleichzeitig!
Seine Hände fuhren nun auch unter ihr Shirt und öffneten den Verschluss
ihres BHs, dann ließ er seine Hände zu ihren Brüsten wandern.
Verwundert stellte er fest, dass diese größer geworden waren und
es gefiel ihm! Langsam zog er ihr das Shirt über den Kopf, strich ihr sanft
die Träger ihres BHs von den Schultern und liebkoste ihre Haut nun mit
seinen Lippen und seiner Zunge.
Sie ließ seinen Nacken nicht los und kraulte ihn immer noch an der Stelle,
an die er nur sie ließ.
Doch dann zog sie ihm das Shirt aus und sie drückte ihren nackten Oberkörper
gegen seinen, ebenfalls nackten, Oberkörper und beide küssten sich
wieder innig.
Sie spürte das Zucken seiner Muskeln, was ihr sagte, das er schwer erregt
war.
Sie hatte das gleiche Verlangen und dachte nicht mehr nach, so dass sie ihm
nur die Hose öffnete und diese langsam von seinen Hüften streifte.
Er stöhnte nicht, aber sein schwerer Atem sagte genug. - Oh ja, sie wollte
ihn genauso wie er sie! -
Er öffnete ihre Jeans und ließ seine Hand in ihr Höschen wandern.
Sanft und ganz vorsichtig erkundete er sie. Als er den Punkt gefunden hatte,
massierte er diesen ganz langsam und beobachtet sie aus den Augenwinkeln. Sie
genoss es sichtlich!
So entledigte er sie ihrer Hose komplett, samt Höschen und beide standen
sich nun vollkommen nackt gegenüber.
Sie drückt ihn aber in Richtung Couch, wo sie ihn rückwärts auf
den Sitz drückte und sich dann auf ihn setzte. Sie behielt sie Kontrolle!
Er ließ es geschehen und genoss!
Sie war wild, dann wieder ruhig und sanft, dann wieder fordernd, um kurz darauf
wieder still zu bleiben und ihn sanft zu küssen.
Sie brachte ihn fast um den Verstand! doch er ließ sie alles machen -
sie durfte alles!
Sie stand auf, drehte sich um und setzte sich wieder auf ihn, mit ihrem Rücken
an seiner Brust.
Er massierte ihre Brüste, während sie sich langsam auf und ab bewegte.
Dann ließ er eine Hand nach unten fahren, langsam zwischen ihre Beine
und massierte sie dort.
Sie wurde heißer und er massierte fester, heftiger! "jaa!" entfuhr
es ihr und er erregte sich bereits mehr daran, dass sie so erregt war, als an
der Tatsache, dass er bereits in ihr war.
Sie neigte ihren Oberkörper von ihm fort und bewegte sich schneller, er
massierte sie fester und so kamen sie beide zusammen zum Orgasmus. Sie stöhnten
gleichzeitig auf und sanken ineinander!
Er streichelte sie noch eine Weile, während sie sich an ihn kuschelte
ohne aufzustehen. Doch irgendwann löste sie sich von ihm und verschwand
im Bad.
Er saß nur da und versuchte zu realisieren, was grade geschehen war. -
Würde jetzt wieder alles wie früher? - Er wusste nur, dass er sie
nie wieder verlieren wollte! nie wieder!
Sie kam aus dem Bad und er küsste ihre Schulter als er an ihr vorbei ins Bad ging.
Als er wieder raus kam, war sie verschwunden. - Wo ist sie hin? Warum ist sie
weg gegangen? -
Schnell zog er sich an und lief zu ihrem Zimmer.
Dort sah er nur noch, wie Mark ins Zimmer ging.
Jetzt konnte er unmöglich zu ihr gehen, dachte er.
Er beschloss gleich am frühen Morgen zu ihr zu gehen.
Dann würde er alles mit ihr klären!
Es sollte nicht dazu kommen.
Sie hatte ausgecheckt und war schon wieder fort, als er doch recht früh
(7.00) bei ihr klopfte.
Als sie nicht geöffnet hatte, war er zum Portier gegangen, der ihm dann
sagte, dass sie fort sei.
Es war auch keine Nachricht für ihn hinterlegt worden. - Warum nur? -
Sandy war zurück zur Crew und half beim Abbau und war froh von den Ereignissen
abgelenkt zu werden. Sie arbeitete härter und schwerer wie sonst. Ray sorgte
sich um sie. Erst war sie drei Tage weg und dann kam sie SO wieder, irgendwas
musste passiert sein.
Im Bus war sie sofort an seiner Schulter eingeschlafen und er betrachtete sie
nur lange. Sie sah verändert aus! so! na ja, wenn er's recht bedachte passte
eigentlich nur das Wort befriedigt - Oh, shit! Sie hatte Sex gehabt!? Mit wem?
Wieso? Warum fühlte er sich dabei so schlecht? - jetzt war er noch verwirrter
über seine Reaktion.
Nach weiteren zwei Stunden grübeln, kam er zu der ernüchternden Erkenntnis,
das er eifersüchtig war. Sie hingen nun schon so lange zusammen und dachten
sie wären nur gute Freunde, doch in Wahrheit war er wohl doch schon immer
in diese wunderbare Frau verliebt gewesen. Und das sie nun mit einem anderen
Mann geschlafen haben musste, raubte ihm den Verstand! - Wie sollte das denn
nur weiter gehen? -
Bevor sie aufwachte, war er endlich auch eingeschlafen. Sie lag wach, aber rührte
sich nicht, um ihn nicht zu wecken.
Die letzte Nacht ließ sie mehr als einmal Revue passieren. Die Leidenschaft
war sogar stärker gewesen, als früher. Beide waren jetzt älter
und reifer, kannten ihr Körper besser, wussten was ihnen gefiel! Es war
wunderbar gewesen, doch machte es die Dinge von damals nicht ungeschehen. Das
würde sie ihm nicht vergessen können - jedenfalls nicht nach der einen
Nacht!
Und Ray? Was war eigentlich mit Ray? Der gute Freund, der immer bei ihr gewesen
war, seit dem sie Europa verlassen hatte? Der Mann, der sie immer spüren
ließ, dass sie nicht alleine war, der immer an ihrer Seite sein würde.
Wie würde er reagieren, wenn er erfuhr, das sie! - Waren sie wirklich nur
Freunde? Oder erwartete er vielleicht doch mehr, als er ihr gegenüber zugab?
-
Es waren nun mehr Probleme, wie vor ihrem Urlaub und sie beschloss den nächsten
Urlaub nur mit Ray in Kanada zu verbringen. Ohne Ray würde sie wohl nicht
weiterleben können, er war ihr zu wichtig. Aber war es Liebe? !
Die Tour war nun endlich zu Ende und Ray hatte zugestimmt, mit Sandy nach Kanada
zu kommen.
Sie hatten eine Hütte tief im Wald gemietet und richteten sich für
die nächsten 4 Woche häuslich ein.
Sie verbrachten viel Zeit in der Natur und erkundeten die Gegend. Dann waren
sie wieder in der Hütte und saßen lesend oder kuschelnd auf der Terrasse.
Sandy spürte, dass Ray mehr für sie empfand, nicht nur daran wie er
sie ansah, wenn er glaubte sie merke es nicht. Nein, da sie sich auch das einzige
Bett in Haus teilten, spürte sie morgens auch seine körperlichen Bedürfnisse!
In der zweiten Woche, wusste sie, dass sie auch für ihn mehr als Freundschaft
empfand und streichelte ihn morgens, während er noch schlief. Sie wurde
immer kesser und fuhr mit ihrer Hand nun auch unter seine Shorts und massierte
ihn langsam aber beständig. Als sie ihn stöhnen hörte, kroch
sie unter die Decke und küsste erst seinen Bauch und wanderte von dort
immer tiefer! Sein stöhnen wurde stärker und nicht nur das! Er griff
in ihre vollen, langen, weichen Haare und zog sie wieder höher. Sie küsste
sich aufwärts und als sie wieder unter der Decke hervor kam, sah er ihr
mit einem Verlangen in den Augen entgegen, das eigentlich alles zu sagen schien.
Er drehte sie auf den Rücken und begann nun sie zu erkunden, zu verwöhnen!
Als auch sie ihn nun am Nacken sanft ziehend wieder unter der Decke hervor holte,
drang er auch schon in sie ein. Sie gab sich ihm willenlos hin und genoss seine
Art von körperlicher Liebe, die sie in ungeahnte Sphären zu tragen
schien! Ray war zwar nur zwei Jahre älter als sie, aber er war auch so
ganz anders, als die Männer, die sie vor ihm gehabt hatte.
Sie trug nun nur noch Röcke, statt der hinderlichen Hosen [grins] und sie
waren einen Tag zu einem kleinen Spatziergang unterwegs. Ray ließ sich
etwas zurück fallen und betrachtete sie von hinten - sie war hübsch,
wohl proportioniert, ! sein Körper meldete sich! Er schloss also wieder
zu ihr auf und streichelte ihren Po durch den dünnen Stoff ihres Rocks
und stellte dabei fest, das sie nichts drunter trug! was ihn so sehr erregte,
das er kaum noch gehen konnte. Er hielt sie also fest, drehte sie zu sich und
küsste sie voller Verlangen. Eine Hand wanderte unter ihre Bluse, die andere
zu ihrem Po zurück. Dort begann er langsam aber sicher den Rock hoch zu
ziehen und als sie sich bereits an seiner Hose zu schaffen gemacht hatte, zog
er ihren Oberschenkel hoch und legte ihn um seine Hüfte. Ihre Bluse war
in Nullkommanix aufgeknöpft und sie trug auch keinen BH. Er küsste
ihren Hals, ihren Brustansatz, ihre Brustwarzen und versuchte gleichzeitig eine
Haltung einzunehmen, die ihm erlaubte in sie einzudringen. Als er endlich eindrang
stöhnten beide heftig und laut. Sie gaben sich in der freien Natur ihrer
Lust hin und steigerten sich in extreme Extase. Als er jedoch vor ihr kam, massierte
er sie mit seiner Hand weiter, bis auch sie ihren Höhepunkt überschreiten
konnte.
Sie standen noch eine Weile so da und liebkosten sich, bis sie ihre Kleider
wieder schlossen und zurückgingen.
Auch dieser Urlaub ging schneller zu Ende, als beiden recht war.
Kaum wieder in den eigenen vier Wänden und das Handy wieder aktiv, stellte
Sandy fest, wer so alles versucht hatte sie zu erreichen.
Mark war der erste, den sie anrief.
"Hallo?"
"Hi, Brüderlein!"
"Babe! Endlich bist Du zurück!" er klang so aufgeregt und erleichtert.
"Was ist denn los?" fragte sie besorgt.
"Süße, ich weiß nicht was passiert ist, aber wenn das
so weiter geht, bringt Kian Nicky bald um! Shane und ich wissen echt nicht mehr
weiter und Lou droht mit Auflösung und Anto mit Kündigung!" -
das klang ernst!
"...Und deshalb musst Du sofort her kommen und die beiden versöhnen!"
"Ich soll WAS? Wieso ICH?"
"Du kennst die beiden und wahrscheinlich bist Du die einzige, die die Beiden
zur Raison bringen kann. - Lou zahlt Dir Flug, Hotel, etc. - Nur bitte komm
so schnell es geht!"
Es ging um die Zukunft eines gelebten Traums. Auch wenn einer von ihnen der
letzte war, den sie jetzt sehen wollte, so konnte sie die anderen drei doch
nicht im Stich lassen! Schon gar nicht ihren kleinen Bruder!
Sie flog also nach Dublin, wo sie von Mark und Georgina abgeholt wurde. Mark
und Sandy würden erstmal bei den Byrnes bleiben, um Nicky zu beruhigen.
Das war nicht so schwierig, denn Nicky war ein vernünftiger Mann und wusste
ja auch nicht, was er eigentlich verbrochen hatte.
Die Jungs waren schon zu Bett, doch die Girls saßen auf der Couch und
redeten noch.
"Was ist denn bloß mit ihm los? Er war doch sonst immer derjenige,
der so kontrolliert war!" Gina konnte keinen Sinn erkennen.
"G, ich habe dazu eine etwas gewagte Theorie, die aber nichts mit einem
übersteigerten Ego zu tun hat, sondern nur mit der Tatsache, das ein Mann
nicht über seinen Schatten springen kann!"
"Du sprichst in Rätseln, Sandy. - Mal für mich im Klartext bitte!"
"Egan kann es nicht haben, wenn er nicht derjenige ist, der die Kontrolle
hat. Wenn andere Menschen Dinge tun, die er nicht einkalkuliert hat, ist er
überfordert und frustriert."
"Ja, aber was hat Nixter denn getan, das ihn so ausklinken lässt?"
"Nichts, im Grunde genommen. - Er ist nur glücklich mit Dir!"
"Das ist nicht Dein ernst, oder? - Sag mir, das es nicht immer noch um
diese alte Geschichte geht?!" entrüstet sah sie ihre Freundin an.
"Doch, leider!"
"Aber wieso? Das ist doch nun schon! wie viel Jahre her?"
"Zu lange!"
"Der ist ja schlimmer wie ein Elefant!"
"Na ja, eigentlich hat er ja mehr was von einem wütendem Nashorn -
Wut macht blind!"
"Eigentlich heißt es ja Liebe mache blind!" - sie konnten ja
nicht ahnen!
Als bei den Byrnes alles geklärt war, wurde es Zeit nach Sligo aufzubrechen.
Zuerst mussten sie natürlich zu den Feehily's. Es wurde ein großes
Wiedersehen und die Familie war seit Jahren mal wieder vollzählig!
Marie nahm Sandy zur Seite und in die Küche. "Du musst öfter
kommen. Dein Dad und die Jungs vermissen Dich sehr!"
"Ich weiß!"
"Was ist eigentlich los? Ich merke doch, dass etwas nicht stimmt!"
Marie konnte man noch nie etwas vormachen!
Sandy sagte ihr, was der eigentliche Grund ihrer Anwesenheit war und was sie
vermutete.
"Das wird schon so sein! da gebe ich Dir recht. Er konnte noch nie gut
damit umgehen. - Pat sagt, er würde auch zu Hause völlig unkontrolliert
reagieren. Er hatte sich ganze zwei Tage im Klavierzimmer eingesperrt und nur
Beethoven gespielt, wie ein Wahnsinniger."
"Beethoven?!" Sandy war schockiert. Sie wusste wie schwer es ihm fiel
Beethoven zu spielen.
Marie nickte nur.
"Geht er denn noch immer die gleiche Runde joggen?"
"Denke schon. Soll ich Pat fragen?"
"Das wäre hilfreich!"
"Du schaffst es als einzige, davon bin ich überzeugt!"
Doch dazu kam es nicht mehr!
Am frühen Abend brach Sandy aus heiterem Himmel einfach zusammen. Mark
und sein Dad brachten sie ins Krankenhaus. Nach unzähligen Untersuchungen
offenbarte der Arzt ihr, das sie schwanger sei und sich zuviel zugemutet hatte.
Sie sollte sich mehr Ruhe gönnen und auf sich achten.
SCHWANGER???
Sie rechnete nach und es war eindeutig vor Ray!
Noch mehr schlechte Nachrichten!
Unter Tränen konnte sie es ihrem Vater und Mark beichten. Oliver war nicht
so schockiert wie Mark. Dieser nutzte die Gelegenheit, als Oliver kurz Kaffee
holen war:
"Ihr habt Euch doch im Hotel getroffen, stimmt's?" fragte er seine
Schwester direkt.
"Woher!?"
"Ich war in Mathe gut!"
"Oh!"
"Es ist also von ihm?! Wie lange weißt Du es schon?"
"Zehn Minuten länger wie Du!"
"Was? Du wusstest es bis heute gar nicht?"
"Nein. - Und jetzt weiß ich auch nicht weiter!"
"Das ist das zweite Mal!"
"Mark, das weiß ich auch! - aber diesmal wird er mir das nicht wieder
antun!"
"Wie meinst Du das? - Was hast Du vor?"
"Ich werde ihm sagen, dass das der Grund meines Kommens ist und er sich
entscheiden kann, ob er sich bekennt oder wieder fortläuft! zu einer anderen!"
"Das ist hart!"
"Und was er mit Nixter macht? Nennst Du das Freundschaft?"
"Nein. - Egal, ich bin bei Dir und werde es immer sein!"
"Danke!" sie umarmten sich, als Oliver zurückkam.
Nach drei Tagen durfte sie wieder zurück zu den Feehily's.
Marie, Colin und Barry wussten jetzt auch Bescheid.
Schon am kommenden Morgen machte sich Sandy auf den Weg, Kian beim Joggen zu
begegnen.
Er lief wie immer in Gedanken versunken und achtete auf niemanden. Doch ihre
Anwesenheit wurde ihm schlagartig bewusst gemacht - sie hatte ihm ein Bein gestellt,
als er beinah zum zweiten Mal an ihr vorbei gelaufen wäre. Er lag also
auf dem Boden und sie reichte ihm wortlos die Hand. Er wollte grade losschimpfen,
als er in ihre grau-blauen Augen blickte und es ihn wie ein Blitz traf, wer
da vor ihm stand.
"Was! fällt Dir ein?" schluckte er seine Verwunderung schnell
runter.
"Vom ignorieren wird man nur arrogant! - Oh, stimmt ja, das bist Du ja
schon!"
"Was soll das?" fauchte er zornig.
"Ach, ich dachte, Du würdest gerne wissen, was Du schon wieder angerichtet
hast!"
"Sprich nicht in Rätseln!"
"Tja, auch diesmal hast Du mir wieder Deinen Stempel aufgedrückt -
und ich dachte, ich sag es Dir diesmal BEVOR Du wieder mit einer anderen ins
Bett springst!"
Schockiert sah er sie an. "Was! soll das heißen!?"
"Egan, Du könntest diesmal endgültig Vater werden, wenn Du mich
nicht wieder in den Wahnsinn treibst, so das ich es auch diesmal verliere!"
Man konnte ihm ansehen, wie sein Verstand nun auf Hochtouren arbeitete.
"Das! Du warst damals schwanger? Und Du bist es jetzt auch?"
"Na schön, das Du soweit mitgekommen bist!"
"Warum hast Du es mir damals nicht auch schon gesagt?"
"Das wollte ich ja, aber Du warst grade anderweitig beschäftigt!"
"SCH**SSE!!!"
"Oder so!"
"Das erklärt so einiges!"
"Ja, bis auf Dein absolutes Fehlverhalten!"
"Aber!"
"Nichts *aber*! Du kannst nur an Dich denken! - Geht es auch mal in Deinen
Kopf, dass jeder auch Verantwortung gegenüber seinen direkten Mitmenschen
trägt?" Sie gingen nun nebeneinander her (sonst hätte einer von
beiden den anderen wohl umgebracht).
"Und diesmal? - Warum bist Du ohne ein Wort verschwunden?"
"Weil ich Dir noch immer nicht verziehen hatte - und daran ändert
Sex schon gar nichts!"
"Und seit wann weißt Du es! diesmal?"
"Seit vier Tagen!" sie war immer ehrlich zu ihm - auch wenn es wehtat.
"Und jetzt?"
"Wie *und jetzt*? - Das ist jetzt Dein Part!"
Nach einigen Minuten;
"Du weißt, dass ich Dich immer noch will!"
"Ist ja offensichtlich!"
"In wie fern das jetzt?"
"Nun ja, Nicky kann doch nichts dafür, das er mit Gina glücklich
ist! Ihn aber dafür fertig zu machen, dass Du es selbst nicht schaffst,
ist bescheuert!" - sagte ich schon *auch wenn es wehtut*? -
"Was ist hier eigentlich noch los, hä?" -ganz so dumm ist er
ja nun auch nicht! -
"Oh man, wenn sich nicht nur Deine Mates an mich wenden, sondern meine
Anreise sogar von Eurem Manager gesponsert wird, sollte auch Dir mal ein Licht
aufgehen, oder was Egan?"
Er trat gegen einen Mülleimer, der krachend aus den Fugen sprang - ts ts,
Bad Boy!
"War ich wirklich so schlimm?"
"Nach dem was ich zu hören bekommen habe, hätten sie Dich besser
einweisen lassen sollen!"
"Charmant so was aus dem Mund seiner Frau zuhören!"
"Tja, das wäre dann das nächste, was wir zu klären hätten.
Schön dass Du es ansprichst!"
"Wieso?"
"Tja, die Entscheidung, wie es weiter gehen soll, liegt nun mal bei Dir.
Ich kann, will und werde Dich zu nichts zwingen. Aber Du musst Dich entscheiden;
Übernimmst Du die volle Verantwortung und stehst zu dem Kind und mir, heißt
das auch das wir in der Kirche Treue schwören. Oder Du gibst mir Deine
Unterschrift unter die Papiere und Du hältst Dich aus unserem Leben raus!"
"Puh! -Du weißt, was Du mir da um die Ohren schlägst?"
"Glaubst Du eigentlich immer noch, dass ich nicht wüsste, was ich
hier tue?"
"Oh doch, dafür kenne ich Dich zu gut und zu lange!"
"Dann solltest Du Dir Zeit nehmen, eine Entscheidung zu treffen -aber diesmal
betrifft sie drei Menschen. Doch zwei davon können mit beiden Entscheidungen
leben!"
"Wie stellst Du Dir das vor?"
"Gar nicht! Ich fange erst an darüber nachzudenken, wenn Du Dich entschieden
hast. Ich gebe mich keinen Illusionen hin. -Du hast vier Tage Zeit, dann fliege
ich zurück und Du bekommst automatisch die Papiere zugestellt. Du weißt,
wo ich zu finden bin!" damit ließ sie ihn stehen.
Kian joggte die Runde heute noch viermal! Er musste nachdenken, sich abreagieren,
einen klaren Kopf bekommen.
Doch dann hatte er seinen Entschluss fast schon gefasst, er wollte nur noch
mit seiner Mum reden.
Sie war seiner Meinung, er sollte endlich mal Ordnung in sein Leben bringen.
Sie war zwar doch etwas geschockt, aber sie riet ihm sich etwas Besonderes einfallen
zu lassen und es zu versuchen.
Er kramte in seinem Zimmer nach einer alten Kiste, die durch ein Vorhängeschloss
gesichert war und tief in seinem Kleiderschrank versteckt lag. Er öffnete
sie, und nahm einige Unterlagen heraus, die er überflog, dann einige Fotos,
die ihn an glückliche Zeiten erinnerten und ihn in seinem Vorhaben stärkten.
Zuletzt entnahm er eine kleine Schatulle, die er erst sanft mit seinen Fingern
berührte. Den Deckel klappte er kurz auf, um den Inhalt zu prüfen
- ja, es war alles noch so, wie es sein sollte!-
Er legte die geschlossene Schatulle auf seinen Nachttisch, ging Duschen und
zog sich für einen besonderen Anlass an. Als er sich nach zwei Stunden
endlich bereit genug fühlte, steckte er die Schatulle in seine Jackentasche
und verließ sein Elternhaus.
Er fuhr einen kleinen Umweg und stand dann endlich vor dem Haus seines Freundes.
Kian klingelte.
Es war Colin, der ihm öffnete. "Hi, Ki!"
"Hey, Col!"
"Zu Mark?"
"Nee!"
"Oh! - Komm rein und geh ins Wohnzimmer!"
"Hmm!"
Colin ließ ihn rein und Kian ging in die Wohnstube. Es war verhältnismäßig
ruhig im Haus.
Dann hörte er zwei Menschen die Treppe runter kommen.
Schon stand sie vor ihm.
"Hi!"
"Hi!" beide waren etwas schüchtern!
"Für Dich!" er reichte ihr einen Strauß kleiner, roter
Rosen, in deren Mitte eine einzelne rosafarbene aufblitzte! (Er wusste, dass
sie pompöse Dinge nicht mochte!)
"Danke!" sie küsste ihn auf die Wange.
- "Ich bin zu den Anderen, ja?" rief Colin, doch im nächsten
Moment hörte man schon die Türe ins Schloss fallen. -
Sie standen sich nun schweigend gegenüber.
"Setzt Dich!" deutete sie ihm an. Sie setzte sich auf die Couch.
Er kam auf sie zu, doch ging er vor ihr auf die Knie. "Du wolltest dass
ich mich entscheide und das habe ich getan! Ohne Dich kann ich schon lange nicht
mehr leben, die letzte Zeit war eine Qual für mich. Ich wusste nicht, ob
Du mich noch liebst oder nicht und das brachte mich dazu Dinge zu tun, die ich
sonst nicht getan hätte!" er atmete einmal schwer und fuhr dann fort.
"Willst Du, Sandrea Grainne Feehily, mit mir - vor Gott - den Bund der
Ehe eingehen?" - ja, er hatte es geschafft! Und nun?
Sie war ganz ruhig geblieben und hatte ihm nur zugehört.
"Kee, bist Du Dir absolut sicher?" fragte sie nur.
"In meinem ganzen Leben war ich mir noch nie SOOO sicher!"
Sie seufzte und nahm dann sein Gesicht in ihre Hände. "Wie könnte
ich Dich denn nicht lieben, Du Schuft!" sie küsste ihn nur kurz. "Ja,
ich will!"
Er nahm sie überglücklich in seine Arme und küsste sie so lange,
das beide schwer nach Luft schnappen mussten.
Lachend knuddelten sie auf dem Sofa bis die Anderen endlich zurückkamen.
Mark war der erste, der die Situation erfasste. "Ihr seit verrückt!"
lachend schüttelte er seinen Kopf und gratulierte erst seiner Halbschwester
und dann seinem Kumpel.
"Wenn Du auch nur daran denkst Scheiße zu bauen, bringe ich Dich
um!" raunte er ihm zu.
"Das wird nicht nötig sein!" raunte Kian zurück.
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/ etc - immer her damit!!! J