"Lass uns mal ein wenig schneller gehen, sonst verpassen wir noch den Zug." "Du weißt doch gar nicht, wann er fährt. Außerdem sind wir doch schon da. Ich weiß gar nicht, was du dir für Sorgen machst. Wenn wir den Zug verpassen, nehmen wir eben den nächsten. Da ist doch nichts bei", versuchte Sabrina ihre Freundin Steffie zu beruhigen. "Ich möchte aber pünktlich zur Autogrammstunde von Westlife kommen. Wir haben sie das letzte Mal schon verpasst", jammerte Steffie. "Die Jungs laufen uns schon nicht weg. Glaub mir doch einfach." Sie waren mittlerweile am Bahnhof West angekommen. "Siehst du, der Zug ist noch nicht weg", meinte Sabrina triumphierend. "Toll, dafür fährt er ja auch erst in einer Stunde wieder." Niedergeschlagen ließ sich Steffie auf einen Sitz nieder und kaute an einer Haarsträhne. "Falls du es vergessen hast, es gibt auch noch andere Züge, die nach Oberhausen fahren. Lass uns doch einfach einen von ihnen nehmen", schlug Sabrina vor. "Aber da müssen wir umsteigen. Von hier fährt nur ein Zug nach Oberhausen durch." "Dir kann man auch nichts recht machen. Von mir aus bleib du hier sitzen. Ich nehm jetzt den nächsten Zug und fahre zu Westlife. Du kannst gerne mitkommen, nur dann beeil dich besser." Sabrina ging zum Fahrkartenautomaten und holte sich ein Ticket. Dann lief sie an Steffie vorbei zum Bahnsteig. Langsam rappelte sich auch Steffie auf. Sie wollte nicht alleine dort sitzen bleiben, aber vor allem wollte sie Sabrina nicht alleine zu Westlife fahren lassen. "Hey, Sabrina, warte. Ich komme mit", rief sie Sabrina hinterher. Diese drehte sich um und blickte Steffie freudig an. "Dann hol dir mal schnell eine Fahrkarte. Der Zug kommt in einer Minute." Schnell holte sich Steffie ein Ticket und lief zu Sabrina. Genau in diesem Moment kam der Zug vor den beiden zum Stehen. "Na, wieso hast du es dir jetzt doch anders überlegt?", fragte Sabrina, als sie sich gesetzt hatten. "Ich wollte nicht, dass du Westlife ohne mich triffst. Das hätte ich mir nie wieder verziehen", meinte Steffie. Als sich der Zug in Bewegung setzte, sah Steffie Sabrina erschrocken an. "Was ist los?" "Ich habe vergessen meine Fahrkarte abzustempeln." "Oh, Mist. Ich glaube ich auch." Sabrina kramte in ihrer Tasche herum und fand schließlich ihre ungestempelte Karte. "Und was machen wir jetzt?" "Wir stempeln die Karten in Essen am Bahnhof ab, wenn wir aussteigen müssen." "Du bist gut. Was ist denn, wenn......." Weiter kam Steffie nicht, denn in diesem Moment öffnete sich die Abteiltür. "Fahrkarten bitte", rief ein junger Mann. "Toll, und was jetzt?", fragte Steffie. "Dürfte ich bitte Ihre Fahrkarten sehen?", fragte der junge Mann jetzt die beiden. Sabrina hielt ihm unbeirrt ihre Karte hin. "Oh, oh. Wie ich sehe, haben Sie eine ungestempelte Karte. Können Sie mir das erklären?" "Wir waren so in Eile, dass wir vergessen haben, die Karten abzustempeln", erklärte Sabrina. "Das mag zwar sein, aber trotzdem fahren Sie beide im Moment mit nicht gültigen Tickets." "Und was heißt das jetzt?", hackte Steffie nach. "Ihr werdet bezahlen müssen. Ich bekomme von jedem von euch beiden 20€. Dann ist die Sache gegessen, aber ihr müsst am nächsten Bahnhof aussteigen." Sabrina kramte aus ihrem Portemonnaie die gewünschten 20€ und reichte sie dem Mann. Steffie tat es ihr gleich. "Eine angenehme Fahrt noch", rief er den beiden noch zu, ehe er das Abteil verließ und ins nächste ging. "Toll. Jetzt habe ich kein Geld mehr", jammerte Steffie. "Da kann ich ja nichts zu. Wir waren beide schusselig. Beim nächsten Mal wissen wir Bescheid." "Du kannst dich ja nicht beklagen. Du hast ja wenigstens noch Geld übrig. Ich dagegen habe gar nichts mehr dabei." "Mach dir darüber keine Sorgen. Bus und Zug bezahle ich für dich, denn ich weiß, dass du mir das Geld wiedergibst." "Das ist sehr freundlich von dir." Steffie wand ihren Blick aus dem Fenster. "Du, ich glaube der Zug hält gleich", meinte Sabrina nach einer Weile und stand auf. "Wo willst du hin?", fragte Steffie. "Hast du vorhin nicht richtig zugehört? Wir müssen hier aussteigen und unsere Tickets abstempeln, sonst müssen wir gleich noch mal bezahlen und dazu habe ich keine Lust." Steffie stand jetzt ebenfalls aus und als der Zug stehen geblieben war, stiegen die beiden Girls aus. "Lass uns gleich lieber einen anderen Zug nehmen", sagte Sabrina, nachdem sie ihre Tickets abgestempelt hatten. "Wieso das denn?", fragte Steffie. "Weil unser jetzt gerade weiterfährt. Wir hätten hier eh umsteigen müssen." Langsam liefen die beiden zum Bahnsteig zurück. "Und wann kommt der nächste Zug?", fragte Steffie, doch Sabrina musste nicht mehr antworten, denn der Zug hielt gerade neben ihnen. Sie stiegen ein und suchten sich ein Abteil. "Müssen wir noch mal umsteigen?", fragte Steffie, nachdem sie sich gesetzt hatte. "Eigentlich nicht. Wir müssen vom Hauptbahnhof in Oberhausen nur mit dem Bus zur Arena fahren." "Dann ist ja gut. Ich möchte die Boys auf keinen Fall verpassen." "Wieso müssen die Züge eigentlich in jeder Stadt halt machen? Keiner von uns will nach Mühlheim", meckerte Sabrina, als der Zug am Mühlheimer Hauptbahnhof stehen blieb. Plötzlich gab es eine Durchsage und Steffie zuckte erschrocken zusammen. "Liebe Fahrgäste. Es befinden sich spielende Kinder auf den Gleisen, deshalb kann die Fahrt auf unbestimmte Zeit nicht fortgesetzt werden. Vielen Dank für ihr Verständnis." "Was soll das denn jetzt heißen? Was haben diese dummen Kinder denn auf den Gleisen zu suchen? Wenn sie spielen wollen, sollen sie doch woanders hingehen", regte sich Steffie auf. "Beruhig dich. Noch haben wir eine Stunde Zeit, bis Westlife da sind." "Dann soll sich dieser verdammte Zug endlich wieder in Bewegung setzen. Wieso überfährt der diese Kinder nicht einfach? Sind sie doch dann selbst Schuld, wenn sie auf den Gleisen spielen." "So kenn ich dich gar nicht", lachte Sabrina. "Wir können auch gerne aussteigen und versuchen anders zur Arena zu kommen. Ich bleib auf jeden Fall nicht länger hier drin sitzen und dreh Däumchen." Sabrina stand auf und verließ das Abteil. "Und weißt du schon, wie wir jetzt zur Arena kommen?", fragte Steffie, die neben Sabrina lief. "Ich dachte, wir nehmen den Bus. Was sonst?" "Und welchen? Es gibt nicht viele Busse, die von Mühlheim bis nach Oberhausen fahren." "Boah, hör doch einmal auf, so negativ zu denken. Damit gehst du mir voll auf den Senkel. Wir werden jetzt einen Bus suchen, der bis nach Oberhausen fährt und noch rechtzeitig ankommen." Ein wenig beleidigt trottete Steffie hinter ihrer Freundin her. "Ich glaub das nicht", rief Sabrina plötzlich aus. "Was ist denn?" "Der nächste Bus kommt erst in einer Stunde." "Sag, dass du mich nur anlügst. Bitte, sag, dass das nicht wahr ist", flehte Steffie. "Tut mir Leid, es ist aber wahr." "Ich hasse diesen verdammten Tag. Was haben wir falsch gemacht, dass uns das Pech so verfolgt?" "Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass wir noch irgendwie nach Oberhausen kommen werden, egal wie." Sabrina dachte nach und es kam Steffie wie Stunden vor, bis Sabrina endlich wieder was sagte. "Ich hab´s", meinte sie. "Dann schieß mal los." "Also, wieso fahren wir nicht einfach mit einem Taxi? Ich habe doch noch genug Geld dabei." "Hey, das ist echt eine gute Idee. Dann lass uns mal schnell ein Taxi rufen, damit wir wenigstens noch etwas von der Autogrammstunde mitbekommen." Steffie packte Sabrinas Hand und zog sie hinter sich her zu einer Telefonzelle. "Sie sagen, sie schicken sofort ein Taxi los. Es müsste in 5 Minuten hier sein", meinte Sabrina, nachdem sie bei der Taxizentrale angerufen hatte. "Gut. Dann lass uns mal schnell rausgehen." Erneut zog Steffie Sabrina hinter sich her. Als sie draußen ankamen, stand dort schon ein Taxi und Steffie lief schnurstracks darauf zu. "Wo darf es denn hingehen?", fragte der Taxifahrer, als die beiden Girls eingestiegen waren. "Zur Arena in Oberhausen, aber schnell", sagte Sabrina. "OK, dann schnallt euch mal an." Der Taxifahrer trat aufs Gaspedal und raste davon. "Ähm....wenn es ihnen nichts ausmacht, würden sie dann ein wenig langsamer fahren? Wir würden gerne lebendig ankommen", meinte Sabrina nach einer Weile. "Das ist doch nicht schnell. Möchtet ihr mal sehen, wie ich richtig schnell fahre?" Die beiden Girls schüttelten den Kopf. "Na ja, egal. Ich zeig´s euch trotzdem." Er trat das Gaspedal bis nach ganz unten durch und hatte jetzt ein Tempo von 200 km/h drauf. "Fahren sie jetzt gefälligst langsamer, oder wir rufen die Polizei", rief Steffie, als das Taxi um eine Kurve brauste. "Ich glaube, dass brauchst du nicht mehr zu tun, Steffie", kam es plötzlich von Sabrina. "Wieso nicht?" "Schau doch mal hinter uns?" Steffie drehte sich um und atmete erleichtert auf. "Polizei. Bleiben sie sofort stehen", kam es vom Polizeiwagen. Das Taxi wurde immer langsamer und schließlich hielt es am Straßenrand. Ohne zu zögern sprangen und Steffie und Sabrina hinaus. "Ein Wunder. Wir leben", rief Sabrina. "Ist mit euch alles OK?", fragte einer der Polizisten, die zum Taxi gekommen waren. "Ja, zum Glück. Dieser Kerl wurde immer schneller und wollte einfach nicht anhalten", erklärte Sabrina. "Jetzt seid ihr ja sicher", meinte der Polizist. "Das schon, aber wie sollen wir jetzt zur Arena in Oberhausen kommen?", fragte Steffie. "Wenn ihr wollt, fahre ich euch. Ich meine, ihr könnt ja nicht hier stehen bleiben oder laufen." "Würden sie das echt machen?", fragte Steffie. "Ja, aber erst, wenn wir alles mit dem Kerl geklärt haben. Wartet hier." Der Polizist ließ die beiden Girls stehen und ging zu seinem Kollegen, um ihm zu helfen. "Wenn der sich nicht beeilt, sind die Boys gleich wieder weg", stöhnte Sabrina. "So, wir können jetzt fahren", meinte plötzlich der Polizist. Glücklich stiegen Sabrina und Steffie in den Polizeiwagen. "Was wollt ihr beiden denn so alleine in Oberhausen?" "Wir waren auf dem Weg zu einer Autogrammstunde, die vor einer halben Stunde angefangen hat", erklärte Steffie. "Doch leider wurden wir vom Unglück verfolgt. Egal wo wir waren oder was wir gemacht haben, immer ist uns etwas dazwischengekommen. Dabei wollten wir die Boys doch nur einmal sehen", fügte Sabrina hinzu. Nach einer weiteren halben Stunde waren sie an der Arena angekommen. "Vielen Dank noch mal", rief Steffie den beiden Polizisten zu, ehe sie wieder verschwanden. "Oh nein", jammerte Sabrina. "Was ist denn jetzt schon wieder?" "Die Boys sind schon weg." "Das darf doch alles nicht wahr sein. Dafür haben wir das alles auf uns genommen?" Niedergeschlagen ließ sich Steffie auf den Boden sinken. "Lass uns jetzt erst mal ein wenig ausruhen. Das hat mich alles ziemlich angestrengt. Ich könnte auf der Stelle einschlafen." Sabrina ließ sich neben Steffie auf den Boden sinken und lehnte sich an sie an. Irgendwann, ohne es zu merken, schliefen die beiden ein.
"Hey, Jungs. Schaut euch mal die beiden an", flüsterte Shane zu seinen Bandkumpels. "Was machen die denn hier?", fragte Nicky. "Das siehst du doch. Sie schlafen", klärte Kian Nicky auf. "Sehr witzig, Egan. Das habe ich jetzt überhaupt nicht gesehen. Ich meinte doch, wieso sie hier schlafen." "Ey, das weiß ich doch nicht. Sehe ich vielleicht wie Gott aus?" "Sollten wir sie nicht lieber wecken? Sie könnten sich hier draußen noch eine Lungenentzündung holen", meinte Mark. "Ich stimme Mark zu", kam es von Bryan. "Ausgerechnet du, Bryan", lachte Shane. "Hast du was dagegen?", fragte Bryan. Shane schüttelte den Kopf. "Und jetzt lasst uns die beiden wecken, aber vorsichtig. Bryan, du lässt besser die Finger von ihnen. Nicht, dass sie noch einen Herzinfarkt bekommen." Nicky und Kian gingen auf die beiden Girls zu und schüttelten sie sanft an den Schulter. Vorsichtig schlug Sabrina die Augen auf und stieß einen spitzen Schrei aus. Erschrocken wich Nicky zurück. "Was ist denn jetzt los", fragte er. Mit einem Satz war Sabrina auf den Beinen und starrte Nicky an. "Jungs, habe ich irgendwas im Gesicht hängen?", fragte er an seine Kollegen gewand. "Ja, Nicky. Du hast einen riesigen Pickel auf der Nase", sagte Bryan ernst. Nicky betastete sein Nase und meinte dann: "Ich glaube, du irrst dich, Bryan." "Dann halt nicht. Da sah aber so aus", verteidigte er sich. Steffie hatte ihre Augen mittlerweile auch geöffnet, doch sie war auf dem Boden sitzen geblieben. "Soll ich dir auf die Beine helfen?", fragte Kian höflich, doch als Steffie in Kians Augen blickte, wurde sie ohnmächtig. "Kian, was hast du jetzt schon wieder angestellt? Hast du dir heute morgen die Zähne nicht geputzt?" "Ich glaub, ich hab´s vergessen", grinste Kian. "Keine Wunder, dass die Arme das Bewusstsein verliert. Das würde ich auch tun", meinte Nicky. "Aber wenigstens hat sie nicht geschrieen, also kann ich nicht so eine hässliche Visage haben, wie du." "Nicky hat keine hässliche Visage", entgegnete Sabrina nun. Sie hatte ihre Stimme endlich wiedergefunden und verteidigte Nicky natürlich. "Und wieso hast du dann geschrieen?", fragte Shane. "Weil ich mich erschrocken habe, deswegen. Nicky hatte noch nie eine hässliche Visage. Er sieht einfach traumhaft aus." "Ach so. Und wieso hast du dich erschrocken?", fragte diesmal Bryan. "Weil.....ich hätte jeden erwartet, nur nicht Nicky. Ich habe gedacht, Steffie weckt mich und als ich dann Nicky vor mir gesehen habe, hab ich mich halt erschrocken. Ich weiß auch nicht wieso." "Ich glaube, deine Freundin hat sich noch mehr erschrocken, als du", meinte jetzt Kian. Sabrina blickte zu Steffie hinunter und kniete sich dann neben sie. "Was machst du jetzt da unten?", fragte Mark. "Das siehst du sofort." Sabrina holte aus und gab Steffie eine Ohrfeige. "Hey, was soll das?", schrie Steffie auf. "Irgendwie musste ich dich doch wieder zu Bewusstsein bekommen und mir blieb nichts anderes übrig. Tut mir Leid." Sabrina zog Steffie auf die Füße und erst jetzt realisierte Steffie, wer da gerade vor und neben ihr stand. "Jungs, das ist meine Freundin Steffie", stellte Sabrina ihre Freundin vor. Reihum reichten die Boys Steffie die Hand und dann auch noch Sabrina. "Ich heiße übrigens Sabrina." "Schön euch kennen zu lernen", sagte Nicky. "Wir haben euch bei der Autogrammstunde gerade gar nicht gesehen", meinte Shane. "Das liegt daran, dass wir nicht da waren", erklärte Sabrina. "Wir hatten ziemlich viel Trouble, bis wir endlich hier waren und dann wart ihr schon weg", fügte sie hinzu. "Wie ich sehe, sind wir noch nicht weg", meinte Bryan. "Das sehe ich auch, aber wir hatten es ja gedacht." "Würdet ihr uns denn vielleicht noch Autogramme geben? Wir sind jetzt bestimmt schon 4 Stunden unterwegs gewesen, nur um euch zu sehen, dabei wohnen wir eigentlich nur eine halbe Stunde von Oberhausen entfernt, aber wir hatte heute einfach nur Pech", sagte Steffie. "Natürlich bekommt ihr noch Autogramme", meinte Shane. Steffie sah die Boys glücklich an und holte dann einen Stift raus und ließ die Boys auf ihrem Eastpak, einigen CDs und in einem Buch unterschreiben. Dann machten die Boys das Gleiche bei Sabrina. "Könnten wir vielleicht auch noch Fotos von euch machen?", fragte Sabrina, nachdem sie auch ihre Autogramme hatte. "Ich habe nichts dagegen", sagte Nicky und zog Sabrina zu sich. "Steffie, machst du bitte zuerst Fotos?", fragte Sabrina. Steffie nickte und Sabrina gab ihr ihren Fotoapparat. Nicky nahm Sabrina in den Arm und Sabrina kuschelte sich an ihn. Sie genoss seine Nähe und wäre am liebsten für immer so stehen geblieben, doch das war leider nicht möglich. Steffie drückte ein paar Mal auf den Auslöser, ehe Sabrina sich auch mit den anderen fotografieren ließ. Als Sabrina genug Fotos hatte, war Steffie an der Reihe. Kian nahm sie zärtlich in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Sabrina sah, wie Steffie rot wurde und musste lächeln. Steffie war halt sehr schüchtern. "Habt ihr sonst noch Wünsche?", fragte Mark, nachdem auch Steffies Fotos fertig waren. "Eigentlich nicht. Wir werden uns jetzt überlegen, wie wir wieder nach hause kommen", sagte Sabrina. Nicky sah seine Kumpels an und diese nickten zustimmend. "Was haltet ihr davon wenn wir euch nach hause begleiten? Ihr habt in eurer Stadt doch sicherlich auch ein Hotel, oder?", fragte Kian. "Na ja, es ist kein richtiges Hotel, eher ein Gasthof, aber wenn ihr wollt, könnt ihr auch bei mir die Nacht verbringen", schlug Sabrina vor. Sabrina bemerkte nicht den eifersüchtigen Blick Steffies, als die Boys zusagten. "Das freut mich. Dann lasst uns am besten jetzt losgehen, sonst kommen wir nie am Bahnhof an." Gemeinsam ließen sie die Arena hinter sich und gingen zum Busbahnhof, der sich 5 Minuten entfernt befand. Zwischendurch wurden die Boys von einigen Mädchen um Autogramme gebeten, doch diese blockten ab. "Tut uns Leid, wir haben keine Zeit", sagten sie schon zum zig tausendsten Mal. Nach einer weiteren Viertelstunde kamen sie am Bahnhof an. "OK, mit welchem Zug müssen wir fahren?", fragte Bryan. "Keine Ahnung. Ich glaube, es fährt keiner bis nach Gladbeck, denn Gladbeck ist eine kleine Stadt." "Am besten fahren wir bis zum Hauptbahnhof nach Essen und von da aus dann weiter", schlug Sabrina vor. "Gut, so machen wir das." Sie kauften sich Fahrkarten und diesmal vergaßen die Girls nicht, ihre Tickets abzustempeln. "Leute, können wir vielleicht noch schnell was essen gehen, bevor wir losfahren? Ich habe Hunger", meinte Bryan plötzlich. "Bryan, Bryan, Bryan. Kannst du auch mal an was anderes denken, außer an Essen?", fragte Kian lachend. "Hey, Egan. Hör mir mal zu. Ich habe das letzte Mal um 7 Uhr heute Morgen was gegessen. Das ist schon eine Ewigkeit her." "Ist ja gut, Dickerchen. Wir können uns ja eine Pizza holen. Dort drüben ist so ein Pizzastand." Bryan funkelte Kian zornig an, doch alle wussten, dass Bryan niemanden böse sein konnte, dazu hatte er ein zu weiches Herz. "Was möchtet ihr für eine Pizza?", fragte Bryan die beiden "Ich möchte Salami", meinte Sabrina. "Und ich nehm Hawaii." Bryan stellte sich an die Theke und bestellte die Pizzas. "So, und jetzt lasst uns langsam zum Zug gehen, sonst sitzen wir noch bis mitten in der Nacht hier rum", meinte Kian. Langsam schlenderten sie zum Bahnsteig und sie hatten Glück, dass der Zug noch dort stand. Hastig aßen sie ihre Pizzas auf und stiegen dann in den Zug. "Ich glaube, die Abteile sind für sieben Mann zu klein", meinte Nicky, als er sich die Abteile betrachtete. "Da stimme ich dir zu, Nicky. Und was machen wir jetzt?" "Entweder müssen wir quetschen, oder ein paar müssen in ein anderes Abteil." "Quetschen find ich scheiße. Ich mag es nicht, so eingeengt zu sitzen", meinte Mark. "OK, dann teilen wir uns jetzt. Eine Gruppe geht in ein anderes Abteil", erklärte Shane. "Können wir uns so einigen, oder müssen wir auslosen?" "Ich denke, wir können uns so entscheiden", meinte Sabrina und fügte dann hinzu: "Ich würde gerne mit Nicky, Bryan und Shane in ein Abteil." "Ist es dir recht, wenn du mit Kian und Mark gehst, Steffie?", fragte Shane an Steffie gewand. Diese nickte nur, denn ihr war alles recht, solange nur Kian bei ihr war. "Wenn der Zug am Hauptbahnhof in Essen hält, treffen wir uns draußen", meinte Kian und verschwand mit Mark und Steffie in ein Abteil. Bryan, Shane, Nicky und Sabrina ließen sich in einem anderen nieder.
"Und, seit wann bist du Westlifefan?", fragte Nicky Sabrina. "Seit beginn eurer Karriere. Ich hatte aber leider noch nie die Gelegenheit, euch kennen zu lernen, bis heute." "Hast du auch einen Liebling?", fragte jetzt Shane. "Shane, hast du es noch nicht gemerkt?", lachte Bryan. "Was soll ich denn gemerkt haben?", fragte Shane ratlos. "Sie ist total in Nicky verliebt", erklärte Bryan und musterte Sabrina. Diese wurde nicht rot oder wand ihren Blick von Nicky ab. Das ärgerte Bryan, denn er wollte Sabrina eigentlich in Verlegenheit bringen. "Stimmt das?", fragte Shane jetzt Sabrina. "Ja, Bryan hat Recht. Ich liebe Nicky, seit ich ihn das erste Mal gesehen habe. Ich würde alles für ihn tun." "Hey, Nicky, da hast du ja eine richtige Verehrerin", lachte Shane. "Ach ne. Ich wusste gar nicht, dass du so ein Schnellmerker bist, Shane", meinte Nicky ironisch. "Warst du dieses Jahr auf einem Konzert von uns?" "Ja. Steffie und ich waren am 29.04. in Köln, also an Kians Geburtstag. Wir haben leider nicht sehr viel gesehen, denn vor uns standen so welche, die eine riesige, aufblasbare Hand hatten. Aber als ihr "Unbreakable" gesungen habt, hat Nicky mir 20 Sekunden in die Augen gesehen", schwärmte Sabrina. "Hey, Nix. Davon hast du uns ja gar nichts erzählt. Flirtest auf einem Konzert einfach mit einem Fan. Schäm dich." "Ich hab nicht geflirtet, oder vielleicht doch. Aber was ist denn dabei? Wir sind alle Singles, da kann man doch Spaß haben. Außerdem ist doch nichts passiert, oder hast du irgendwelche seelischen Störungen erlitten?", fragte Nicky lachend an Sabrina gewand. "Ich habe plötzlich nichts mehr gehört, als du mir so in die Augen gesehen hast und ich habe alles um mich rum vergessen. Erst als mich Steffie angetippt hat, bin ich aus meiner Trance erwacht. Doch ich habe danach immer noch deine Augen vor mir gesehen. Gilt das auch als seelische Störung?" "Ich denke nicht. Aber nicht, dass dir das jetzt wieder passiert, wenn Nixtaa dich ansieht", grinste Bryan. "Nein, dass wird mir nicht noch mal passieren. Falls ihr es nicht bemerkt, sehe ich Nicky die ganze Zeit an und ich vergesse nichts. Irgendwie finde ich das komisch. Wieso war das bloß auf dem Konzert so?" "Vielleicht war das da so, weil Nicky dich da das erste Mal angesehen hat. Jetzt bist du an seinen Blick gewöhnt", vermutete Bryan.
Plötzlich gab es einen Ruck. "Was war das?", fragte Steffie erschrocken. "Ich glaube, wir sind nur über etwas drüber gefahren, mehr nicht", meinte Kian. "Dann ist ja gut." Erleichtert lehnte sich Steffie wieder zurück. Es gab einen erneuten Ruck. "Ich glaube, hier stimmt was nicht", sagte Mark. "Das Gefühl habe ich auch." Steffie stand auf und wollte gerade das Abteil verlassen, als es einen Knall gab und der Zug so heftig wackelte, dass sie sich nicht mehr halten konnte und auf Kian fiel. "Ist alles OK?", fragte Kian. Steffie nickte, doch in diesem Moment begann es unter ihnen zu holpern. Steffie blickte vorsichtig aus dem Fenster und erschrak. "Was ist los, Steffie?", fragte Mark, als dieser ihr entsetztes Gesicht sah. "Wir entgleisen", schrie Steffie und klammerte sich an Kian. "Bitte zerquetsch mich nicht", flehte Kian. Steffie lockerte ihren Griff ein wenig, hielt sich aber weiterhin an Kian fest. "Wir müssen raus aus dem Zug", meinte Kian. "Und wie willst du das bitte anstellen?" "Wir wär´s mit springen?" Doch es war zu spät. Plötzlich begann der Zug zu schwanken und es gab einen harten Aufprall. "Hilfe!", schrie Steffie, als plötzlich ihr Abteil eingedrückt wurde. Ein anderer Zug hatte sie gerammt und bohrte sich jetzt in den Zug hinein. Mark, Kian und Steffie rückten sie nah es ging aneinander, doch es nützte nichts. Der Zug nahm ihnen immer mehr Platz. "Wir werden sterben", schrie Mark, als der Zug nur noch wenige Zentimeter von ihnen entfernt war. "HILFE!, schrie Steffie erneut. Doch es nützte nichts. Sie spürte einen stechenden Schmerz und alles um sie herum wurde schwarz. Kian bemerkte nur noch, wie Steffie auf ihn fiel, ehe auch um ihn herum alles schwarz wurde. Mark hatte schnell gehandelt. Er quetschte sich unter die Sitzbank, kauerte sich zusammen und hoffte, lebend aus dem Zug zu kommen.
Plötzlich war alles still. Nichts bewegte sich mehr. Bitte lass die anderen noch leben, schoss es Shane durch den Kopf. Er war der einzige aus seinem Abteil, der nichts abbekommen hatte. Er sprang auf und beugte sich zu Nicky, Bryan und Sabrina rüber. "Zum Glück. Sie leben noch", sagte Shane erleichtert, als er den Puls der drei gefühlt hatte. "Aber wie bekomm ich sie jetzt aus dem Zug?", überlegte er laut. "Hallo? Ist hier jemand?", hörte Shane plötzlich ein bekannte Stimme. "Mark, ich bin hier. Ist bei euch alles OK?", rief Shane. "Shane, warte, ich komm zu dir." Vorsichtig tastete sich Mark aus seinem Abteil, dass zertrümmert dalag und lief zu Shane. "Was ist mit den anderen?", fragte Shane, kaum war Mark bei ihm. "Ich weiß es nicht. Sie sind ohnmächtig, oder jedenfalls hoffe ich das. Oh bitte, lass sie noch leben.......Was ist mit Bryan, Sabrina und Nicky?" "Die leben noch, aber wir müssen sie schleunigst aus dem Zug bringen. Die anderen natürlich auch. Hilf mir bitte." Shane packte Nicky an den Füßen und Mark ergriff seine Arme. "Boah, ist Nicky schwer. Ich werde ihm, wenn er aufwacht, erst mal sagen, dass er ein wenig abnehmen soll", stöhnte Mark. "Mark, wir haben jetzt keine Zeit für Scherze", entgegnete Shane. "Tut mir Leid. Das ist mir jetzt so rausgerutscht", entschuldigte sich Mark. Vorsichtig hievten sie Nicky durch den Zug, auf der Suche nach einem Ausgang. "Ich glaube, da hinten ist ein Ausgang, den wir benutzen können", meinte Shane plötzlich. Und tatsächlich! Als sie den Zug verließen, legten sie Nicky vorsichtig auf die Wiese, ein wenig Abseits vom Zug. Dann holten sie die anderen. Als sich alle draußen befanden, ließen sich Shane und Mark erschöpft auf den Boden sinken. "Boah, ich hätte nie gedacht, dass Bryan so schwer ist", keuchte Shane. "Ja, Bryan ist echt schwer. Aber lass uns jetzt lieber einen Krankenwagen verständigen, oder besser mehrere und dann sollten wir schauen, ob es noch mehr Verletzte gibt, denn ich denke nicht, dass wir die einzigen Menschen im Zug waren. Was ist zum Beispiel mit dem Zugführer? Ich sehe ihn nirgendwo." "Hast du dein Handy dabei?", fragte Shane. Mark nickte und gab es Shane. "Was soll ich denn jetzt damit?" "Wie wäre es, wenn du die Krankenwagen rufst und ich mich auf die Suche nach dem Zugführer mache?" Mark stand auf und rannte zum vorderen Teil des Zuges. "Das sieht nicht gut aus", murmelte er, als er sich alles genau betrachtete. Er suchte sich einen Weg, um zum Zugführer in die Kabine zu kommen, doch es gab keine Chance. "Shane, komm doch mal bitte und hilf mir. Das sieht nicht gut aus", rief Mark Shane zu. Dieser kam auch sofort angelaufen. "Wie sollen wir denn da rein kommen?", fragte er. "Keine Ahnung. Wir müssen versuchen, durch irgendeine Lücke ins Innere zu gelangen", meinte Mark. "Und ich habe auch schon eine gefunden, aber ich glaube nicht, dass einer von uns da durch passt." Shane betrachtete die Öffnung, die er an der Seite gefunden hatte und schüttelte den Kopf. "Da würde höchstens eine der Girls durchpassen. Wir sind eindeutig zu dick dafür." "Ich werde es trotzdem versuchen", sagte Mark und er kniete sich vor die Lücke. "Falls ich stecken bleibe, versuch bitte mich wieder rauszuziehen", meinte Mark und er krabbelte in die Öffnung. "Ich frag mich was du hast. Ich passe doch durch", meinte Mark, als er drin war. "Das Loch sah halt so klein aus. Aber schön, das du durchgepasst hast. Jetzt such aber nach dem Zugführer", kommandierte Shane. Vorsichtig bewegte sich Mark in der Kabine. "Hast du ihn schon?", fragte Shane ungeduldig. "Noch nicht", antwortete Mark. Plötzlich stolperte Mark über etwas. Als er sich umdrehte, erblickte er den Zugführer. "Ich hab ihn, Shane", rief er aufgeregt. "Dann bring ihn nach draußen." Vorsichtig griff Mark nach seinen Armen und zog ihn hinter sich her. An der Öffnung rief er Shane zu: "Zieh ihn raus." Als Shane den Zugführer ganz draußen hatte, kletterte Mark hinterher. "Du, ich glaube die Krankenwagen kommen." Shane blickte sich um und entdeckte sie ebenfalls. "Bring du sie zu den anderen. Ich kümmer mich währenddessen um ihn hier", meinte Shane und beugte sich zu ihm hinunter. Mark stand auf und lief den Krankenwagen entgegen. "Gut das sie endlich da sind", meinte er, als die ersten Rettungsärzte ausstiegen. "Wo sind die Verletzten?", fragte einer der Sanitäter. Mark lief voran und blieb vor Bryan, Nicky, Kian, Sabrina und Steffie stehen. "Sind das die einzigen Verletzten?" "Nein. Mein Kumpel Shane kümmert sich gerade um den Zugführer. Ich weiß aber nicht, ob er noch lebt", sagte Mark. "Dann gehe ich am besten mal schauen. Ihr kümmert euch schon mal um diese Verletzten", sagte der Sanitäter an seine Kollegen gewand. Eilig rannte er davon. Nicky, Sabrina, Kian, Steffie und Bryan wurden vorsichtig auf Tragen gehoben und zu den Krankenwagen getragen. "Kann ich mitfahren?", fragte Mark, nachdem sich alle in den Krankenwagen befanden. "Nur engste Familienmitglieder dürfen mit", erklärte einer der Sanitäter. "Ich bin der Bruder von Sabrina", sagte Mark und deutete auf Sabrina. "OK, wenn das so ist. Steigen Sie ein." Mark kletterte in den Krankenwagen und der Sanitäter schloss die Tür. Sabrina wurde an einen Tropf gehangen und bekam Schmerzmittel. Mark hielt die ganze Fahrt über ihre Hand und redete beruhigend auf sie ein. "Du wirst es schon schaffen, Sabrina", sagte er und drückte sanft ihre Hand.
Shane saß derweil auch im Krankenwagen und begleitete den Zugfahrer ins Krankenhaus. Obwohl er kein Familienangehöriger war, hatte der Sanitäter es erlaubt, dass er mitfährt, da er ja nicht alleine dort bleiben konnte. "Fahren wir in das gleiche Krankenhaus wie die anderen?", fragte Shane nach einer Weile. Der Sanitäter nickte. "Dann ist ja gut."
"Am besten gehen wir in ein Hotel über Nacht. Ich möchte nicht hier im Krankenhaus übernachten", meinte Shane zu Mark, als sie sich in der Cafeteria trafen. "Du hast Recht, aber ist hier in der Nähe ein Hotel?" "Ich denke schon, schließlich sind wir in Essen und das ist eine Großstadt, da sind doch an fast jeder Straßenecke Hotels. Am besten fragen wir an der Rezeption mal nach", meinte Shane. Gemeinsam liefen sie zur Empfangsdame und Mark fragte höflich: "Entschuldigen Sie bitte, aber könnten sie uns vielleicht sagen, wo wir ein Hotel finden?" "Aber natürlich. Sie müssen nur das Krankenhaus verlassen und auf die andere Straßenseite gehen, da ist eins." Shane sah aus dem Fenster und nickte Mark zu. "OK, vielen Dank." Er lief zu Shane und sagte: "Wieso haben wir nicht einfach vorher aus dem Fenster gesehen? Dann hätte ich nicht fragen brauchen." "Pech gehabt. Aber jetzt lass uns gehen. Hoffentlich haben sie noch ein Zimmer frei." Sie verließen das Krankenhaus und gingen auf der anderen Seite ins Hotel. "Diesmal fragst du", sagte Mark und schob Shane zum Empfang. "Meinst du, dass stört mich?" Shane wandte sich dem Tresen zu und begann zu reden. "Entschuldigen Sie bitte. Mein Freund und ich hätten gerne ein Hotelzimmer für die Nacht. Wäre das möglich?" Frau Koch, die Empfangsdame, nickte und meinte: "Sie haben Glück. Ein Zimmer ist noch frei. Macht es Ihnen denn etwas aus, wenn einer von Ihnen auf dem Sofa schlafen muss? Es ist ein Einzelzimmer." "Eigentlich nicht, oder Mark?" Shane wandte sich seinem Kumpel zu und dieser fragte: "Was ist los?" "Sag einfach ja." "Meinetwegen." "Sehen Sie? Es stört uns nicht." Die Frau Koch reichte Shane einen Schlüssel und wünschte den beiden einen schönen Aufenthalt. "Welches Zimmer haben wir?", fragte Shane. "Nummer 537. Mal sehen, wo das ist." Mark schaute neben dem Aufzug auf das Schild und meinte: "Ich glaub es nicht. Das Zimmer befindet sich im letzten Stock und der Aufzug ist defekt. Das heißt, wir müssen die Treppe nehmen und bis ins siebte Stockwerk laufen. Haben wir heute auch nur Pech?" Mark stöhnte auf und wand sich dann dem Treppenhaus zu. "Dann wünsch ich uns mal viel Spaß. Vielleicht kommen wir ja morgen oben an." Er begann die Treppen hochzusteigen und Shane folgte ihm nach einigen Augenblicken. "Sag mal, wie viele Stufen sind das eigentlich? Ich habe das Gefühl, als ob wir schon seit Tagen hier hoch laufen und die Treppe einfach kein Ende nehmen will", jammerte Shane, als sie ungefähr die Hälfte des Weges hinter sich hatten. "Hör auf zu meckern, Shane. Wir haben es ja bald geschafft", versuchte Mark Shane aufzumuntern. "Ach ja. Bald. Das kann noch Jahre dauern." "Noch einen Ton, Shane, und es passiert etwas Schreckliches. Geh einfach mucksmäuschenstill weiter, denn du gehst mir mit deinem Gejammer langsam auf die Nerven. Ich kann es nicht mehr hören." Shane sah seinen Kumpel geschockt an. So hatte er ihn noch nie erlebt. "Ist ja schon gut, Mark. Kein Grund, deswegen so ausfallend zu werden." Den restlichen Weg sagte keiner von beiden einen Ton. Shane befürchtete, Mark würde seine Drohung wahr machen und sagte erst wieder etwas, als sie den siebten Stock erreicht hatten. "Welche Zimmernummer haben wir noch mal?", fragte er. "Nummer 537........Ich glaube, wir müssen in diese Richtung", meinte Mark und deutete den Flur nach rechts entlang. "Ich denke eher, wir müssen nach links", entgegnete Shane. "Wir können ja beide in ne andere Richtung gehen und wer das Zimmer gefunden hat, ruft den anderen, OK?", schlug Mark vor und Shane war einverstanden. Die beiden trennten sich und sahen sich die Zimmernummer genau an. Nach kurzer Zeit merkte Shane, dass er tatsächlich in die falsche Richtung ging. "Hey, Mark. Warte mal. Ich komme zu dir", rief Shane und rannte den Weg zurück. Kurze Zeit später hatte er Mark erreicht. "Hast du dich doch um entschieden?", fragte Mark "Ja. Hast du das Zimmer denn schon gefunden?" Mark schüttelte den Kopf. "Aber ich denke, dass es gleich kommen müsste, denn hier ist die Nummer 530." Die beiden gingen weiter. Shane sah sich die Nummern auf der linken Seite an und Mark auf der rechten. "Mhh, komisch. Hier müsste das Zimmer eigentlich sein.....Da ist 536 und da 538.......", murmelte Mark. "Und was sollen wir jetzt machen? Ich bin müde und habe keine Lust, noch länger dieses dumme Zimmer zu suchen", meckerte Shane. "Du kannst meinetwegen gerne hier auf dem Flur schlafen. Ich werde auf jeden Fall nach dem Zimmer suchen. Es muss ja irgendwo sein", meinte Mark entschlossen und ging den Gang weiter entlang. Shane blickte ihm nach. Er überlegte. Sollte er Mark folgen oder lieber hier stehen bleiben? Er entschied sich schließlich dazu, Mark zu folgen, da es ihm alleine zu blöd war. "Sag mal, kannst du dich vielleicht demnächst mal ein wenig schneller entscheiden?", fragte Mark genervt. "Ja, sorry. Kommt nicht wieder vor, aber motz mich nicht gleich an." Schweigend liefen die beiden nebeneinander her, ehe sich Mark zu Wort meldete. "Das ist irgendwie ein ziemlich großes Hotel, oder? Lass uns besser zurückgehen und an der Rezeption mal nachfragen, ob sie uns unser Zimmer mal zeigen würden, ja?" Shane nickte zustimmend, denn er hatte auch keine Lust mehr, in diesem riesigen Gebäude rumzulaufen und zu hoffen, dass irgendwann mal ihr Zimmer auftauchen würde. "Das heißt doch dann auch, dass wir gleich die ganzen Treppen noch mal rauf müssen, oder?", fragte Shane. "Doch, dass heißt es, aber stell dich mal nicht so an. Diese paar Stufen sind doch ein Kinderspiel." "Paar Stufen?", fragte Shane. "Ja. Was kann ich denn dafür, wenn du so schnell aus der Puste bist? Solltest mal ein wenig abnehmen. Dann würde es dir bestimmt genauso leicht fallen, wie mir", grinste Mark. "Das hab ich jetzt aber überhört", kam es von Shane. Als sie unten an der Rezeption ankamen, blickte sie die Frau Koch erstaunt an. "Wollen Sie etwa schon gehen?", fragte sie. "Nein, aber wir haben ein kleines Problem. Wir finden unser Zimmer nicht. Es ist nicht da", erklärte Mark. "Vielleicht haben Sie es ja übersehen", meinte Frau Koch. "Das denk ich nicht. Kommen Sie doch mit und überzeugen sich selbst", kam es von Shane. "Das werde ich auch tun." Sie stand auf und lief zum Aufzug. Zu Shanes und Marks Verwunderung war neben dem Aufzug kein Schild mehr, auf dem stand, dass der Aufzug defekt ist. "Entschuldigen Sie, aber vorhin war der Aufzug noch defekt und das ist noch gar nicht so lange her", meinte Shane. "Die Mechaniker waren auch gerade da", sagte Frau Koch. "Dann waren sie aber sehr schnell", kam es von Mark, doch ihm war es recht, dass der Aufzug wieder ging, denn so mussten sie die Treppe nicht noch mal hoch laufen, auch wenn es ihn nicht sonderlich gestört hätte. Nach kurzer Zeit kamen sie im siebten Stockwerk an. Frau Koch wand sich nach links und blieb schon nach ein paar Metern vor einer Tür stehen. "Ich weiß gar nicht, was Sie haben", meinte sie. "Ihr Zimmer ist doch da." Verwundert schauten Mark und Shane zur Tür. Tatsächlich, es war ihr Zimmer. "Ähm....vielleicht haben wir es ja doch übersehen", murmelte Shane, dem das alles ein wenig peinlich war. "Kein Problem. Das kann ja vorkommen. Einen guten Aufenthalt noch und eine erholsame Nacht." Frau Koch drehte sich um und verschwand im Aufzug. "Komisch", sagte Mark. "Gerade war das Zimmer aber noch nicht da. Wir haben es nicht übersehen, denn wenigstens einer von uns beiden hätte es sehen müssen. Außerdem ist es komisch, dass der Aufzug ganz plötzlich wieder geht." "Mach dir mal keinen Kopf darüber, Mark. Lass uns einfach schlafen gehen." Langsam schloss Mark die Tür auf und betrat das Zimmer, gefolgt von Shane. "Was ist das denn?", fragte Mark, nachdem er das Licht eingeschaltet hatte. In dem Zimmer stand nichts, außer einem Tisch mit zwei Stühlen, einem kleinen Schrank und zwei Matratzen. "Das kann doch nicht wahr sein", meinte Shane. "Hier werde ich bestimmt nicht bleiben", sagte Mark und wollte schon wieder gehen, doch Shane hielt in zurück. "Nun mach mal halblang. Mir gefällt es hier zwar auch nicht, aber es ist besser, als die Nacht draußen zu verbringen. Ich werde mich jetzt hinlegen." Mit diesen Worten ließ sich Shane müde auf eine der Matratzen fallen und war kurz darauf eingeschlafen. Mark stand noch immer mitten im Zimmer und blickte sich um. Er versuchte sich wenigstens ein bisschen wohl zu fühlen, aber das war einfach nicht möglich. Irgendwann legte er sich auch hin, denn er war einfach zu müde. Direkt morgen früh werden wir uns ein neues Hotel suchen, schwor sich Mark und ihm fielen die Augen zu.
"Boah, hab ich einen Kater", jammerte Shane am nächsten Morgen und blickte zur Matratze neben sich. Dort lag Mark zusammengekauert und die Wand anstarrend. "Mark, ist alles OK?", fragte Shane seinen Kumpel. "Ja, eigentlich schon, aber ich bin halb erfroren." "Und wieso starrst du die Wand so an?" "Was soll ich denn sonst in diesem Zimmer ansehen? Es gibt ja nicht wirklich viel", beschwerte sich Mark. "Ist ja gut. Sollen wir jetzt gehen?", fragte Shane. Mark nickte und stand schnell auf. Keine Minute länger wollte er in diesem Hotel bleiben. Sorgsam schlossen sie die Tür wieder ab und liefen zum Aufzug. "Das gibt es doch nicht. Schon wieder defekt?", fragte Mark erstaunt. "Macht nichts. Runter gehen die Treppen ja ganz schnell, aber rauf sind sie scheiße." Unten an der Rezeption gaben sie ihre Schlüssel wieder ab, doch sie weigerten sich, zu bezahlen. "Sagen Sie mir bitte, wieso wir bezahlen sollten? Wir müssten auf steinharten Matratzen schlafen, sind halb erfroren und von dem restlichen Zimmer reden wir besser nicht", sagte Mark ganz gelassen. "Wenn Sie nicht bezahlen, muss ich wohl oder übel die Polizei rufen und das wollen wir doch nicht, oder?" Frau Koch sah fragend von einem zum anderen. Shane griff in seine Hosentasche und zog einen 50€-Schein heraus. "Den Rest können Sie behalten", rief er noch über die Schulter zurück, als er Mark aus dem Hotel zog.
"Wieso hast du denn bezahlt?", wollte Mark draußen wissen. "Hättest du lieber Ärger mit den Bullen bekommen?" "Das nicht, aber trotzdem. Und außerdem hätte ich auch nicht gesagt, dass die den Rest behalten kann. Für so ein Schrotthotel doch nicht", regte sich Mark auf. "Jetzt ist aber gut. Es war wirklich nicht gerade das beste Hotel, aber auch Stars wie wir, können nicht immer im Luxus leben. Und für unsere Freunde, denke ich, können wir so was ruhig mal in kauf nehmen, oder?" Mark nickte stumm und folgte Shane zum Krankenhaus. Sie wollten sich nach den Zuständen der anderen erkundigen, da sie gestern keine Zeit mehr gehabt hatten. "Könnten Sie uns vielleicht sagen, wo wir unsere Freunde finden?", fragte Shane an der Rezeption. "Wenn Sie mir sagen, wie ihre Freunde heißen." "Sie wurden gestern hier eingeliefert, nach einem Zugunglück", erklärte Mark. "Ich brauch trotzdem die Namen", meinte die Empfangsdame ruhig. "Wenn es unbedingt sein muss. Also Nicky Byrne, Bryan McFadden, Kian Egan und zwei Girls. Bei ihnen wissen wir aber nur, dass sie Sabrina und Steffie heißen", sagte Shane. "Mal schauen, was ich da machen kann." Die Empfangsdame gab die Daten in ihren PC ein und meinte dann: "Sie haben Glück. Es gibt hier nur eine Sabrina und eine Steffie, also denke ich mir mal, dass das die beiden sind, die Sie suchen." "Und wo finden wir sie?", fragte Mark. "Sabrina und Nicky sind auf Zimmer Nr. 233 und die anderen drei sind auf Zimmer Nr. 473." "Vielen Dank", meinte Shane und wand sich ab. "OK, dann geh ich zu Steffie, Kian und Bryan und du gehst zu Nicky und Sabrina", entschied Shane und blickte auf die Schilder, die oben an der Decke hingen, um zu sehen, in welche Richtung er gehen musste. "Bis später, Mark", sagte er dann und ging nach links. Mark musste nach rechts und diesmal musste er auch gar nicht lange nach dem Zimmer suchen. Vorsichtig klopfte er an die Tür. "Herein", kam es von innen. "Hallo ihr beiden", begrüßte Mark sie, als er das Zimmer betrat. "Oh, hallo Mark. Von wo kommst du denn?", fragte Sabrina. "Shane und ich haben die Nacht im Hotel gegenüber verbracht, da wir beide unverletzt davongekommen waren und nicht hier im Krankenhaus bleiben wollten." "Und wo ist Shane jetzt?" "Der ist bei Kian, Steffie und Bryan", erklärte er. "Und, was fehlt euch? Ihr saht gestern ziemlich schlimm aus, deswegen wunder ich mich auch, dass ihr nicht auf der Intensivstation liegt." "Tja, die Ärzte meinen, dass wir alle einen großen Schutzengel gehabt haben müssen, denn wir hatten fast keine Verletzungen", erklärte Nicky. "Aber das ist doch fast unmöglich", rief Mark. "Du und Shane hattet das meiste Glück, denn ihr habt ja noch nicht mal ein paar Kratzer abbekommen." "Stimmt auch wieder. Ich bin aber heilfroh, dass ihr alle noch lebt." "Leben tun wir noch, aber trotzdem haben wir noch ein paar Schmerzen", meinte Sabrina. "Das ist nach so einem Unfall auch kein Wunder. Shane und ich haben übrigens auch Schmerzen, aber nicht vom Unfall, sondern vom Hotel", sagte Mark. "Wieso das denn?", fragte Nicky. "Das war das schlimmste Hotel, dass ich je gesehen habe. In unserem Zimmer standen nur zwei Stühle und ein Tisch, ein Schrank und zwei Matratzen, die steinhart waren. Außerdem hatten wir keine Decken und sind halb erfroren." "Da hatten wir es hier besser. Wir haben Decken und es ist schön warm", grinste Sabrina. "Hey, sei nicht so fies. Da werde ich ja glatt neidisch auf euch." Es klopfte an der Tür und ein Arzt betrat das Zimmer. "Guten Morgen", begrüßte er alle. "Hallo", meinte Mark. Der Arzt untersuchte Sabrina und Nicky gründlich und meinte dann: "Ich denke, dass Sie schon gehen können. Sie hatten echt Glück. Nicht viele überleben so ein Unglück und bekommen fast nichts ab. Irgendwer muss sehr gut auf Sie aufgepasst haben. Seien Sie dankbar." Der Arzt verließ das Zimmer und Sabrina und Nicky standen auf. "Dann ziehen wir uns mal eben an", meinte Nicky und er und Sabrina gingen ins Bad. Mark sah den beiden verwundert hinterher. Wieso ging sich Nicky mit Sabrina zusammen anziehen? Sehr merkwürdig. Er würde sie gleich einfach mal fragen. Als die beiden fertig angezogen aus dem bad kamen, platzte es aus Mark heraus. "Sagt mal, aber wieso wart ihr zwei euch zusammen umziehen?" "Weil......ähm....darf man das nicht?", stammelte Sabrina. "Doch, dass darf man, aber ihr kennt euch einen Tag und sie ist ein Fan......Ich will euch jetzt nichts verbieten, aber........ach, vergesst es einfach. Ich habe nichts gesagt." "Ich weiß, dass sie ein Fan ist, Mark, und ich weiß auch, dass ich sie erst einen Tag kenne, aber wir haben uns ja auch gar nicht richtig zusammen umgezogen. Hast du schon mal was, von einer Duschkabine gehört, wo ein Vorhang dran ist?" "Hey, ich wusste doch nicht, dass da ne Dusche drin ist", verteidigte sich Mark. "Dann frag das nächste Mal doch einfach nach." Sie verließen das Zimmer, nachdem sie noch alles in Ordnung gebracht hatten und gingen zu den anderen. "Ich denke mir, dass sie noch auf ihrem Zimmer sind", meinte Nicky. "Werden wir ja gleich sehen." Als sie das Zimmer betraten, wurden sie freudig begrüßt. "Hey, Nicky und Sabrina. Was macht ihr denn hier?", fragte Shane. "Müsstet ihr nicht eigentlich in eurer Betten liegen?" "Nein, denn der Arzt hat gesagt, dass wir gehen können", antwortete Sabrina. "Dann dürfen wir doch bestimmt auch gehen, oder?", fragte Bryan hoffnungsvoll. "Frag das am besten mal einen Arzt. Nicht, dass ihr noch dableiben müsst und einfach geht", meinte Mark. Es klopfte und derselbe Arzt, der auch bei Nicky und Sabrina gewesen war, betrat das Zimmer. "Wie ich sehe, haben Sie sich schon startklar gemacht", sagte er zu Nicky und Sabrina. Dann wandte er sich Bryan, Kian und Steffie zu. "Nun zu Ihnen. Ich denke, ich muss das Gleiche sagen, wie bei Nicky und Sabrina. Sie haben gewaltiges Glück gehabt und können jetzt eigentlich nach hause gehen." Überglücklich sprang Bryan aus dem Bett, dass ihm viel zu klein gewesen war, doch leider hatten sie kein größeres für ihn gehabt. Ohne ein weiteres Wort verließ der Arzt das Zimmer und die drei gingen sich anziehen. "Gehen sich die drei jetzt etwa zusammen anziehen?", fragte Shane erstaunt. "Scheint so, aber das ist normal. Haben Sabrina und Nicky auch gemacht, da einer in die Dusche gehen konnte und den Vorhang zuziehen konnte." "Aber die sind zu dritt. Ich denke, es gibt nur eine Dusche, also auch nur eine Möglichkeit, sich vor den anderen Blicken zu schützen", sagte Shane. "Sprich sie am besten nicht drauf an, denn dann kommt es nur zu blöden Diskussionen." Als die drei wiederkamen verließen sie ohne weiteren Aufenthalt das Krankenhaus. "Und wo gehen wir jetzt hin?", fragte Kian. "Müsst ihr nicht langsam mal wieder nach Irland zurück?", fragte Sabrina. "Eigentlich nicht, denn Anto hatte uns versprochen, dass wir nach der Autogrammstunde endlich mal Urlaub bekommen", sagte Bryan. "Cool", meinte Steffie. "Am besten gehen wir dann jetzt zu mir, denn meine Mutter macht sich bestimmt Sorgen und ich denke Steffies auch." "Dann lasst uns mal zum Bahnhof gehen", sagte Kian. Alle sahen Kian entgeistert an. "Egan, hast du Fieber?", fragte Nicky. "Wieso?" "Ich werde bestimmt kein Zug mehr fahren. Nicht nach gestern. Da lauf ich lieber." Die anderen waren ganz Nickys Meinung und so fuhren sie dann mit dem Bus. "Du, Steffie. Ich denke, du gehst erst mal nach hause und kommst dann nachher zu mir. Ich glaub nämlich, dass ich gleich erst mal ne Standpauke zu hören kriege und die musst du ja nicht mit anhören. Deine Mutter ist bestimmt auch sauer, dass wir so lange wegwaren, ohne Bescheid zu sagen." "Ich denke, du hast Recht. OK, dann komm ich so gegen 4 Uhr bei dir vorbei, falls meine Mutter mich weglässt. Ansonsten ruf ich dich noch mal an." Steffie verließ den Bus und wartet auf den 259, mit dem sie nach hause fahren musste. Sabrina und die Boys mussten mit dem 254 fahren, der gerade weiterfahren wollte, doch die sechs schafften es noch, hineinzuspringen.
Steffie sah dem Bus eifersüchtig hinterher. Sie fand es total fies von Sabrina, dass sie die Boys mit zu sich nahm und ihr nicht wenigstens Kian zur Begleitung mitgegeben hatte. Als ihr Bus kam, stieg sie ein und setzte sich ans Fenster. Sie hoffte, ihre Mutter würde ihr Gnade erweisen, da sie ja einen Unfall hatte und dann vergessen hatte, anzurufen.
"Jetzt müssen wir noch ein Stück laufen", erklärte Sabrina, als sie auf der Schultenstraße ausstiegen. "Wieso das denn?", fragte Bryan. "Weil der Bus nicht vor meiner Haustür gehalten hat. Aber so weit ist es gar nicht. Wenn wir nicht trödeln, brauchen wir höchstens 5 Minuten." "Wieso erkennt uns denn hier keiner?", fragte Nicky. "Weil es hier bei mir keine anderen Westlifefans gibt und hier sowieso fast nur alte Leute wohnen. OK, auf meiner Straße wohnen schon einige Kinder, aber entweder sind sie zu jung oder hören Eminem und all so was. Da denke ich nicht, dass sie euch um ein Autogramm bitten", erklärte Sabrina. "Das erklärt natürlich alles. In anderen Städten gibt es eindeutig mehr Fans", sagte Shane. "So, da sind wir. Das ist mein Haus." Sie waren vor Sabrinas Haustür stehen geblieben und Sabrina schloss jetzt die Tür auf. "Ich bin wieder zu hause", rief Sabrina und betrat, dicht gefolgt von den Boys, die Wohnung. "Wo hast du die ganze Nacht gesteckt?", wurde Sabrina von ihrer Mutter begrüßt. "Wir hatten mit dem Zug einen Unfall und dann vergessen anzurufen. Und wenn du mir nicht glaubst, frag die Boys oder Steffie. Die werden dir genau dasselbe erzählen", sagte Sabrina. Erst jetzt erblickte Sabrinas Mutter die Boys. "Was macht ihr denn hier?", fragte sie. "Sie haben Steffie und mich nach hause begleitet und ich habe ihnen angeboten, hier zu bleiben für eine Weile, da sie jetzt Urlaub haben. Hast du was dagegen?" "Nein, eigentlich nicht, aber sie schlafen alle bei dir im Zimmer, da die anderen Räume alle zu klein sind. Dein Dachboden ist, denk ich mal, groß genug für alle." "Das ist aber schön. Ich zeige den Jungs jetzt mal mein Zimmer." Sabrina ging die Treppe hinauf und die Boys folgten ihr. "Du hast aber eine nette Mutter", meinte Mark, als sie fast auf dem Dachboden waren. "Na ja. Sie ist nicht immer nett. Manchmal kann sie auch ganz anders sein." "Ach ja, ich hab noch eine Frage", kam es von Bryan. "Und die wäre?" "Wem gehören die beiden Zimmer dort unten?" "Das eine ist das Schlafzimmer und das andere ist das Zimmer meiner Schwester." "Du hast eine Schwester?" Sabrina nickte und meinte dann: "Sie ist aber total die Nervensäge......Willkommen in meinem Reich. Hier oben darf meine Schwester nicht hin, auch wenn sie es andauernd versucht." Die Jungs sahen sich um und als Shane Sabrinas Kaninchen entdeckte, lief er sofort hin. "Das ist aber süß", meinte er. "Wie heißt es denn?" "Sein Name ist Schnuffi. Du kannst ihn gerne mal streicheln oder auf den Arm nehmen." Vorsichtig öffnete Shane den Käfig und holte Schnuffi heraus. "Wo ist deine Schwester denn jetzt?", fragte Nicky. "Keine Ahnung. Entweder draußen oder bei einer Freundin. Aber wartet mal ab, bis ihr sie kennen lernt." Schnuffi leckte derweil Shanes Gesicht ab und Shane kicherte vergnügt. "Ich glaube, Schnuffi mag dich, Shane." "Wer tut das denn nicht?", fragte Sabrina. "Das ist mal eine gute Frage. Irgendwie mag jeder den lieben Shany", lachte Nicky. Shane setzte Schnuffi wieder in den Käfig und sah sich, wie die anderen Boys, im Zimmer um. "Was sehe ich denn da?", meinte Bryan plötzlich und lief zu der Wand neben Sabrinas Bett. Die anderen Boys folgten ihm, genauso wie Sabrina. "Nicki, da scheint dich aber jemand wirklich sehr zu mögen", meinte Shane. Nicki blickte Sabrina von der Seite aus an und lächelte. "Bedeute ich dir echt so viel?", fragte er sie dann. "Ne, weißt du, ich tu nur so und schreibe aus Spaß solche Sachen an meine Wand", meinte Sabrina grinsend. "Wann hast du denn diese Fotos gemacht?", fragte Mark jetzt und deutete auf einige Fotos, auf denen Shane und Nicki zu sehen waren. "Die sind schon etwas älter. Ich glaube, die hab ich am Anfang eurer Karriere gemacht." Shane betrachtete die Fotos ein wenig genauer und meinte dann lachend: "Du, Nicki, ich glaube auf diesem Bild waren wir ein wenig besoffen, oder?" "Das denke ich auch", meinte Nicki kopfschüttelnd. "Wieso habt ihr uns denn nie erzählt, dass ihr euch mal geküsst hab?", fragte Kian nun. "Weil ich es selber nicht mehr wußte", antwortete Nicki. "Ist doch auch egal. Ist doch schließlich nur ein Foto. Wie wäre es, wenn wir jetzt was essen?", fragte Sabrina. "Da sage ich nicht nein", kam es von Bryan. "Das war mir klar, Bryan", lachte Sabrina. Bryan zog einen Schmollmund und blickte Sabrina beleidigt an. "Hey, Bryan, sei jetzt nicht böse. Das ist mir jetzt so rausgerutscht", entschuldigte sich Sabrina. "Na ja, dieses einen Mal vergebe ich dir noch."
"Wo hast du gesteckt?", wurde Steffie von ihrer Mutter empfangen. "Sabrina und ich hatten einen Unfall auf dem Rückweg. Der Zug ist entgleist." "Hab ich dir nicht gesagt, dass du nicht alleine mit dem Zug fährst?" "Man, reg dich nicht so auf. Im Bus kann doch genau das Gleiche passieren. Ich weiß gar nicht, wieso du dich immer so aufregst, wenn ich mit dem Zug fahren will. Das mußt du mir mal erklären." "Weil ich es einfach nicht will. Und wieso hast du nicht angerufen und Bescheid gesagt, dass du einen Unfall hattest?" "Vielleicht weil ich nicht konnte? Ich war bewußtlos, da kann ich dich schlecht anrufen, oder?" "Aber als du wieder wach warst, oder hattest du da was anderes zu tun?" "Man, lass mich einfach in Ruhe. Ich hasse es, dass du bei allem was ich mache, meckern musst." Wütend drehte sich Steffie um und lief in ihr Zimmer. Dort schlug sie die Tür zu und verschloss sie. Dann ließ sie sich traurig und wütend zugleich auf ihr Bett fallen und Tränen stiegen ihr in die Augen. Was machte sie nur falsch, dass sie mit ihrer Mutter nicht so richtig klar kam? Sie versuchte schon so gut es ging, ihr alles Recht zu machen, doch nicht immer konnte sie das perfekte Kind sein. Kapierte sie das nicht? Sie war auch ein wenig auf Sabrina. Wieso mußte sie die Boys unbedingt zu sich einladen? Hätte sie nicht einfach sagen können, dass wenigstens Kian zu ihr kann? Das war so ungerecht. Natürlich würde sie Sabrina das nicht sagen, denn sonst würde diese bestimmt sauer sein, aber sie fand es trotzdem blöd von ihr. Irgendwann schlief sie vor Müdigkeit und unter den ganzen Gedanken ein. In ihrem Traum war sie mit Kian zusammen und glücklich mit ihm. Konnte das nicht Wirklichkeit werden?
Forstezung folgt......