"Aber Kian, sie war es, ganz sicher!!!" Mark versuchte Kian einzuholen, der so schnell wie möglich aus dem Tourbus rannte um von möglichst wenigen Fans fotografiert zu werden. Da sah Mark auch schon ein paar blitzende Fotoapparate und legte auch noch einen Zahn zu. "Mark, das sagst du doch nach jedem zweiten Konzert", seufzte Kian und drehte sich zu seinem Bandkollegen um, als sie den Eingang der London-Arena erreicht hatten. "Ich weiß, aber ich bin mir eben immer so sicher und dann ist es doch wieder nichts." Mark blieb ebenfalls stehen und lehnte sich erschöpft an die Wand. "Woher weiß man denn ob ein Mädchen die Richtige ist, hä?" "Das fragst du ja grad den Richtigen!" Kian atmete tief durch. "Frag doch Shane und Nicky, die sind ja schließlich schon verheiratet." "Das heißt du bist dir bei Jodi nicht einmal sicher?" Mark sah ihn verwundert an. "Nein, bin ich nicht, wie oft soll ich das noch sagen! Diese Gerüchte, dass wir heiraten wollen, kamen ganz sicher nicht von mir."

Nach einem ewig langen Marsch durch die Gänge der Halle erreichten die beiden endlich die Garderoben, wo Nicky und Shane sie schon auf einem Sofa zusammengekuschelt erwarteten. Nicky schlief, sein Kopf lag auf Shanes Schulter und dieser wollte sich deshalb nicht bewegen. "Na, ihr beiden! Auch schon da?", flüsterte Shane. "Mann, da stehen ja schon wieder eine Menge Fans draußen!", meinte Kian. "Was denkst denn du? Wir sind in London!" "Ja genau, in der Stadt, wo es die tollsten Läden zum Shoppen gäbe, und wir sind mal wieder voll im Stress!" Kian ließ sich neben Shane auf die Couch fallen. "Die nächsten Tage haben wir ja wieder mehr Zeit, wir bleiben ja vorläufig erstmal eine Woche hier und geben ein paar Konzerte."

Mark stand immer noch gedankenabwesend vor den dreien und fragte schließlich: "Shane, sag mal, woher und wann wusstest du, dass Gillian die Richtige ist, ich meine, die Frau fürs Leben?" Shane blickte Mark verdutzt an. "Du weißt doch, er ist mal wieder auf Brautschau. Denk dir nichts dabei!", flüsterte ihm Kian ins Ohr. "Ich werd ja wohl mal ganz normal fragen dürfen!", rief Mark empört, sodass Nicky aufwachte. "Hey, Lads, könnt ihr nicht ein bisschen leiser sein?" Mark beachtete ihn nicht und sah Shane erwartungsvoll an. "Also!" "Ist ja gut! Naja, ich wusste es einfach. Wenn man sich bereits gut kennt, merkt man einfach, dass sie es ist. So einfach ist das!" "Um was geht’s eigentlich?" Nicky schaute immer noch etwas schläfrig in die Runde. "Nicky, woran hast du gemerkt, dass Georgina die Frau ist, mit der du dein ganzes Leben verbringen willst?", fragte Mark ihn nun auch ganz direkt. "Hm, ich wusste es eigentlich von Anfang an. Gleich als ich sie zum ersten Mal gesehen hab, wusste ich, dass ich sie mal heiraten werde! Da waren wir noch lange nicht einmal zusammen." Nicky strahlte und man sah, dass er jetzt nur noch Georgina in seinen Gedanken hatte. "Eben Kian! Warum sollte sie es dann nicht gewesen sein?" Kian schüttelte nur den Kopf. "Weil ich daran einfach nicht glaube, an Liebe auf den ersten Blick. Noch dazu mit einem Fan! Weißt du was Mark, lassen wir das Thema für heute lieber wieder! Morgen schwärmst du mir eh wieder was von einer anderen vor." Er grinste Shane und Nicky an und verschwand in seinem Zimmer.

"Also nochmal: Nicky, Kian, Shane . und Mike." "Nein, Mark!" "Kian, Nicky, Shane, Mark. Kian, Nicky, Shane und Mark. Ach, ich kann mir die Namen einfach nicht merken", seufzte Mandy. Sally grinste ihre Freundin an und legte sich wieder auf ihre Isomatte. "Jetzt sind es ja eh nur noch vier, wenn Bryan noch dabei wäre, müsstest du dir den auch noch merken." Nun waren es schon zwei Stunden, die sie vor der Halle in London saßen, und noch nicht einmal die Hälfte war geschafft. Ihr war total langweilig! Die anderen Westlife-Fans hörten Musik oder lasen in Heftchen was über ihre Lieblinge. Aber das interessierte Mandy alles nicht. Sie wusste ja jetzt gerade mal die Namen der Jungs. Und mit Sally Diskman hören wollte sie auch nicht, weil sie nämlich nur diese bescheuerten Westlife-CDs dabei hatte. Nur langweilige Schnulz-Balladen und rein gar nichts Rockiges!

"Hast du vielleicht auch mal ein Foto von denen?", fragte Mandy schließlich. Sally fing an in ihrer Tasche zu kramen. "Moment mal. Sag bloß du weißt nicht mal, wie die aussehen!" "Doch schon ungefähr, aber das ist schon Ewigkeiten her, als ich die das letzte Mal so richtig wo gesehen hab. Das war glaub ich das "World of our own"-Video. Das Lied find ich ja auch gar nicht mal so schlecht, aber sonst . naja." "Also ich hab nur ein Bild von Kian in meinem Geldbeutel, ist ja auch mein Fave. Aber in zwei Stunden müssten ja dann auch Lilly und Kate kommen, die sind Shane und Nicky Fans, die haben sicher auch ihre Schnuckel in ihrem Portmonee." Sally grinste und hielt Mandy das Kian-Bild unter die Nase. "Und, ist er nicht süß?" "Hm, geht so, besonders hübsch find ich ihn nicht", meinte Mandy missgelaunt. "Mann, du hast auch gar keinen Geschmack!" Sally und Mandy waren beste Freundinnen und hatten viel gemeinsam, aber wenn es um Musik und Jungs ging, waren die beiden Mädchen nie derselben Meinung.

Um vier Uhr kamen dann schließlich auch die zwei anderen Mädchen. Sally kannte sie aus dem Internet und hatte mit ihnen seit fast zwei Jahren Emails geschrieben. Lilly und Kate wohnten im gleichen Dorf, waren gute Freundinnen und beide Westlife-Fans.

"Hi, ihr beiden, schön euch endlich mal zu sehen! Also das ist Mandy, meine beste Freundin. Sie ist mitgekommen, weil ich so ganz allein nicht fahren wollte. Mandy, das ist Lilly, ein Nicky-Fan, und das Kate, ein mega Shane-Fan." Sally stellte die Mädchen untereinander vor und umarmte ihre beiden Email-Freundinnen. "Genau, ein riesiger und total verrückter Shane-Fan, nicht wahr, Kate?" Lilly zwinkerte ihr zu und wandte sich an Mandy. "Und wer ist dein Lieblingslifer? Jetzt würde ja nur noch Mark fehlen." "Ähm, also . ich hab eigentlich gar keinen, den ich am liebsten mag." "Ach, du magst alle gleich gern? Gibt’s auch total selten, aber irgendwie find ich’s gut", meinte Kate. "Tja, was ihr vielleicht wissen solltet: Mandy ist gar kein Westlife-Fan, sie mag die Musik nicht mal besonders gern", klärte Sally die anderen auf. "Ja, und das war jetzt milde ausgedrückt." Mandy lächelte und deutete auf Sally. "Ich bin nur mitgekommen, weil sie mich ewig damit genervt hat und dann hab ich eben nachgegeben und ihr den Gefallen getan." "Na das nenn ich mal wahre Freundschaft!", sagte Lilly.

Kate und Lilly setzten sich zu den anderen in die Schlange und begannen ebenfalls ihren Diskman auszupacken. "Jetzt fangt ihr auch noch damit an! Und was mach ich?" "Bei jemandem mithören vielleicht? Dann gewöhnst du dich schon mal dran, außerdem kannst du ja sonst gar nicht mitsingen." Sally hielt ihr den zweiten Ohrstöpsel hin. "Du gibst wohl auch nie nach, oder?" "Nein." Sally grinste schon wieder. Mandy wusste, dass sie sich schon total auf das Konzert freute und gar nicht verstehen konnte, wie einem die Musik der vier Jungs aus Irland nicht gefallen konnte. Also gab Mandy eben nach und versank auch in den Stimmen von Westlife.

Als nun alle den schönen Klängen der Westlife-Lieder lauschten fragte Mandy noch einmal nach einem Bild der anderen Lifer. "Hier, ich hab eins von Shane", sagte Kate und Lilly hielt ihr auch ihr Nicky-Bild hin. "Naja, wie gesagt sie sehen nicht schlecht aus, aber sind trotzdem nicht so meine Typen", meinte Mandy. "Und was ist mit diesem Mike. ähh. Mark?" "Den siehst du dann schon! Wenn dir die nicht einmal gefallen, gefällt dir Mark sicher auch nicht." "Erwarte ich ehrlich gesagt auch nicht." Mandy stützte ihren Kopf, der sich vom vielen Musik hören schon ganz wirr anfühlte, auf ihren Arm. Es waren immer noch eineinhalb Stunden bist zum Einlass. Na, das konnte ja was werden, lauter verrückte Fans und sie mittendrin.

Kian stand vor Marks Zimmertür und klopfte schon zum fünften Mal dagegen. Immer noch keine Antwort von drinnen. Er klopfte noch dreimal hintereinander, diesmal schon wesentlich lauter und energischer. "Was gibt’s?", kam halblaut aus dem Zimmer. "Hey Mark, es ist schon kurz nach halb acht! In eineinhalb Stunden müssen wir auftreten, beeil dich mal!!!" Kian betrat Marks Umkleideraum. "Du bist ja schon fertig!" Mark sprang auf. "Wir sind alle schon fertig. Hast du schon geduscht?" "Nein, verdammt! Ich bin doch glatt eingeschlafen. Ich muss noch duschen, in die Maske, mich anziehen und einsingen. Ki, das schaff ich nie!" "Jetzt mach mal keine Panik! Schau, dass du in die Dusche kommst und ich bring dir gleich mal deine Klamotten. Während du in der Maske bist, können wir uns ja auch ausnahmsweise einsingen." Kian klopfte ihm auf die Schulter. "Hey und wegen vorhin. Tut mir Leid, was ich gesagt hab, aber ich bin mir ja nicht einmal bei mir und Jodi ganz sicher und wie soll ich dann wissen, ob so ein verrückter Fan die Richtige für dich ist." Er grinste. "Ach mach dir da mal keinen Kopf! Ich weiß ja selbst, dass es lächerlich ist, aber ich versuche doch nur die Frau für’s Leben zu finden. Aber jetzt beeil ich mich lieber und konzentrier mich auf den Auftritt!" "Genau, bis gleich!" Und schon war Kian auch wieder verschwunden.

Der Einlass war schrecklich! Mandy hatte das Gefühl, sie würde zerquetscht werden. Zum Glück war sie als erste von den vier drinnen, denn die anderen hätten wohl kaum auf sie gewartet. Dann liefen sie zu viert so schnell sie konnten in die Halle und schafften es schließlich glatt bis in die vierte Reihe vor. Als das Konzert endlich um kurz von neun begann, war Mandy doch total begeistert davon. Die Show war einfach klasse, die Jungs sahen doch gar nicht mal so schlecht aus – vor allem dieser Mark war klasse – und sie konnten einfach super tanzen und natürlich auch wirklich gut live singen. Im zweiten Teil saßen dann Kian und Mark die ganze Zeit direkt vor ihnen. Mark war ihrer Meinung nach echt viel hübscher als die anderen und als sie gedacht hatte! Er sah einfach super aus!!! Und gerade in dieser zweiten Section hatte sie ständig das Gefühl, Mark würde sie anlächeln oder ihr sogar zuzwinkern. Aber da waren doch noch so viele andere Mädchen, die er genauso gut meinen konnte, und trotzdem hatte sie schon ein totales Kribbeln im Bauch, wenn sie ihn auch nur ansah. Das war ihr schon richtig peinlich, aber unter den ganzen anderen kreischenden Teenies fiel es sowieso nicht auf, dass sie schon ein wenig rot geworden war. Ihr war verdammt heiß, aber das konnte natürlich auch daran liegen, dass es in so einer Menschenmasse nun mal total schnell sehr warm wird. Mark redete zwischen den Liedern immer mit Kian und sie bildete sich ein, er würde dann die ganze Zeit in ihre Richtung schauen. Aber war es nicht ganz normal, dass die Jungs von Westlife sich ihre Fans anschauten, lächelten und ihnen winkten? Kian sah ja schließlich auch in die vorderen Reihen hinunter. Mandy war schon ganz durcheinander.

"Hey Kian", flüsterte Mark, als Shane gerade seinen Solopart von "Flying without wings" sang. "Hm?" Kian wandte seinen Kopf von den Fans ab und drehte sich zu Mark. "Du, siehst du die mit den schulterlangen braunen Haaren da in der vierten Reihe?", fragte Mark. "Welche? Die mit dem roten T-Shirt?" "Genau die! Wie findest du, dass sie aussieht?" "Ja, ganz gut eigentlich. Aber Mark, jetzt fang doch nicht schon wieder mitten im Konzert damit an!" "Kian, siehst du ihre Augen? Sie sieht mich die ganze Zeit an! Das ist da schönste Mädchen, was ich je gesehen hab!" "Mark, komm mal wieder runter, hier schauen uns doch alle an!" Kian grinste und schaute wieder ins Publikum. Zum Glück verpasste Mark mit lauter Mädchen nicht seinen Einsatz in "Flying without wings", sonst wäre es nämlich endgültig zu weit gegangen.

Nach dem Konzert, als sie sich alle umarmt hatten und wieder hinter der Bühne gemütlich zusammen saßen, lagen Shane und Nicky mal wieder zusammen auf dem Sofa und waren schon halb weggedöst, als Mark wieder anfing von dem Mädchen zu reden. "Kian, diesmal musst du mir einfach glauben! Sie war die Richtige!" Er starrte in Gedanken versunken an die Decke. "Du sagst doch jeden Abend das gleiche", meinte Kian und gähnte. Er hatte davon langsam genug. "Hör mir mal zu", begann Mark noch mal, "heute war es ein ganz anders Gefühl als sonst! Weißt du, ich hatte ein wahnsinniges Kribbeln im Bauch und konnte mich gar nicht mehr richtig auf die Show konzentrieren. Es war total verrückt! Das Mädchen hat nicht nur einfach so zu uns hochgesehen, sondern hat mir richtig in die Augen geschaut, so ganz tief ." Er schloss seine Augen und lächelte. "Ich weiß nicht, warum ich das nur dir erzählen kann, obwohl sich Nicky und Shane da ja besser auskennen müssten, aber du hörst mir einfach immer zu. Und Kian, es war total schön!!!" Kian starrte Mark plötzlich verdutzt an. So was hatte er noch nie gesagt nach einem Konzert. Anscheinend musste es diesmal doch etwas Besonderes gewesen sein, auch wenn er das bis jetzt jeden Tag behauptet hatte. Er musste sich eingestehen, dass er diesen Abend auch ein besonders hübsches blondes Mädchen mit auf ihn wahnsinnig wirkender Ausstrahlung bemerkt hatte, aber er versuchte es zu verdrängen und Mark wollte er es schon gar nicht sagen. Er liebte Jodi und ließ nicht zu, dass eine andere sein Herz eroberte. Außerdem war er schon immer dagegen gewesen, was mit einem Fan anzufangen, und dabei sollte es auch bleiben.

Plötzlich sagte er:" Mark, wenn du dir diesmal wirklich sooo sicher bist, dann geh und schnapp sie dir, bevor du sie aus den Augen verlierst!!!" "Wie meinst du das?" Mark sah Kian etwas überrumpelt an. "Du hast doch sicher noch zwei Karten für das morgige Konzert übrig. Also, geh in den Irish Pub drei Straßen weiter und lass sie den Mädchen unauffällig zukommen. Dort sitzen die meisten Fans nach dem Konzert, wenn du Glück hast, ist sie mit ihrer Freundin auch dort!" Mark saß immer noch ganz verwirrt da und wusste nicht, was er machen sollte. "Na los, beeil dich! Es ist schon kurz nach elf!" Mark sprang auf und war schon fast aus der Tür verschwunden, als Kian ihm noch hinterher rief: "Und vergiss nicht, dass du nicht als ‚Mark’ in den Pub spazieren solltest, weil dich dort sicher sehr viele kennen werden!" Mark schaute ihn an, grinste über’s ganze Gesicht und sagte: "Danke, Kian!!!" Und weg war er.

Nach dem Konzert waren die vier Mädchen noch in den Irish Pub gegangen, der nur drei Straßen weiter war. Dort war es schon ziemlich voll, als Mandy, Sally, Lilly und Kate ankamen, weil natürlich sehr viele Fans auf dieselbe Idee gekommen waren. Sie setzten sich an die Bar und jede bestellte sich einen Cocktail. "Also, auf die süßesten Iren aller Zeiten!", rief Kate und alle hoben ihre Gläser und stießen an. "Und, wie hat dir das Konzert jetzt gefallen, Mandy?", fragte Sally. "Wenn ich ehrlich bin, es war total super!" Mandy, die Mark einfach nicht mehr aus ihren Kopf bekam, grinste. Sie musste es sich jetzt doch eingestehen, dass es einfach klasse war! Aber über ihre Gedanken von Mark sagte sie den anderen nichts, nichtmal Sally. Es war aber auch zu verrückt zu glauben, dass er nur sie die ganze Zeit angeschaut hatte und trotzdem wurde sie dieses Gefühl einfach nicht los. "Shane war doch echt der Hammer, oder?", schwärmte Kate. "Du hättest mehr auf Nicky schauen müssen", meinte Lilly, "der war mal wieder soooo süß!!!" "Tja, und mein Kian erst.", Sally schloss die Augen und grinste breit. "Wenn er Gitarre spielt, ist das so genial!" Mandy fand, dass Marks Stimme einmalig war und überhaupt, wie er getanzt hatte, sah so verdammt gut aus! Aber sie behielt das alles für sich und brachte es einfach nicht übers Herz, den anderen was vorzuschwärmen.

Die Mädchen hatten noch viel Spaß und redeten ewig über das tolle Konzert. Es war schon fast halb zwölf und nur noch wenige Fans saßen in dem Pub, als Mandy ein Mann auffiel, der in den Irish Pub kam. Er hatte einen weiten grauen Mantel an, dessen Kragen hochgeschlagen war, und sein brauner Hut war weit ins Gesicht hineingezogen, sodass man dieses kaum erkennen konnte und deshalb auch nicht sagen konnte, wie alt er war. Während Lilly, Kate und Sally sich immer noch über die Jungs von Westlife unterhielten, wobei Mandy nicht besonders viel mitreden konnte, beobachtete sie ihn aus den Augenwinkeln. Er setzte sich sehr weit hinten an die Bar, schlug sofort seine mitgebrachte Zeitung auf und bestellte sich ein Guinness. Jetzt konnte sie ihn gar nicht mehr sehen, weil er seine Zeitung genau vor sich hielt. "Und, hast du jetzt inzwischen schon einen Lieblingslifer?" Kate tippte Mandy auf die Schulter. "Was?", sie drehte sich um. "Ob du jetzt schon weißt, wer dein Liebling von Westlife ist?", wiederholte Kate. "Achso, hm, ich glaube Mark!", sagte Mandy nur und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Hey, super!", meinte Lilly, "dann sind die Faves in unserer Runde jetzt komplett und niemand streitet sich um einen." "Tja, schön wär’s, wenn man wirklich an die Jungs rankommen könnte", sagte Sally. "Aber jemand wie wir, hat ja nicht einmal die Möglichkeit sie richtig kennen zu lernen." "Ja, wem sagst du das? Aber wir bleiben unseren Lifern trotzdem ewig treu!" Kate hob ihr Glas, die Mädchen prosteten sich noch einmal zu und tranken ihre Cocktails aus. Als sie zahlten und bereits gehen wollten, sprach sie der Barkeeper an: "Ich hab gesehen, dass ihr ja ganz große Fans von Westlife seid. Also ich hätte da noch Karten für das zweite Konzert morgen. Leider sind es nur zwei, aber ich muss morgen wieder hier arbeiten und da kann ich sowieso nicht hingehen." Er lächelte die vier Mädchen an. "Wieviel wollen sie dafür?", fragte Sally grinsend und war schon im Begriff ihren Geldbeutel herauszukramen. "Ich schenke sie euch", meinte der Barkeeper und zog die zwei Konzertkarten aus seiner Schürze. "Wirklich?" "Ja, ganz ehrlich!" Kate grinste übers ganze Gesicht, nahm die Karten und zahlte, wobei sie besonders viel Trinkgeld gab. Darauf hatten Lucy, Kate und Sally es sehr eilig aus dem Pub zu kommen, bevor der Wirt doch noch etwas dafür verlangen konnte. "Hey, ich wollte euch eigentlich noch was sagen.", rief er ihnen noch hinterher, doch außer Mandy hörte es niemand mehr. Diese drehte sich um und ging wieder zurück. "Die Karten sind nicht von mir, der Herr, der dahinten sitzt, wollte, dass ihr sie bekommt." Er sah Mandy an und hob eine Augenbraue. Mandy schaute verdutzt in die Ecke, wo der Mann saß, den sie zuvor hatte reinkommen sehen. Sie strengte sich an, konnte sein Gesicht aber immer noch nicht erkennen. "Danke!", sagte sie halblaut, während sie ihn anstarrte. Denn irgendwie wusste sie, dass er sie auch an schaute. Dann drehte sie sich sofort um und rannte den anderen so schnell sie konnte hinterher. Ihr Herz pochte plötzlich wie verrückt und sie wusste nicht warum .

Kian träumte. Er sah Jodi vor sich und sie sah fantastisch aus. Da wollte er sie gerade küssen und ihr sagen, wie sehr er sie liebte, als er plötzlich erkannte, dass es gar nicht Jodi war, sondern das Mädchen, das er letztens im Publikum gesehen hatte. Erschrocken fuhr er auf und sah auf einmal Nicky vor sich stehen. Verwundert rieb er sich die Augen, aber da stand immer noch Nicky. "Sag mal, was ist denn mit dir los? Schlecht geträumt?" Nicky grinste ihn an. "Mehr oder weniger." Kian, der immer noch ganz verwirrt war, stand auf und drehte sich schnell um. Irgendwie konnte er Nicky nicht in die Augen schauen, er hatte Angst, man könnte ihm seine verrückten Gedanken daran ablesen. "Oje, bist heute aber nicht gut drauf, was?" "Ach, ich hab bloß schlecht geschlafen, mehr nicht!" Kian zog sich an. "Und wo sind die anderen zwei?" "Hm, unser Morgenmuffel Mark schläft wahrscheinlich noch und wünscht sicherlich nicht geweckt zu werden und Shane telefoniert gerade mit Gillian." Nicky schaute zur Tür heraus. "Wir gehen heute Nachmittag nämlich endlich mal wieder richtig shoppen in London", berichtete er Kian. "Gillian und Georgina begleiten uns höchstwahrscheinlich. Hast du Lust mitzukommen? Könntest ja auch Jodi anrufen." "Weiß noch nicht, bin ziemlich fertig von gestern. Es war zwar mal wieder total super, echt Jungs, ihr habt das klasse gemacht, aber so ein Konzert strengt auch ganz schön an!" Müde setzte sich Kian wieder aufs Bett. "Eben, da ist shoppen und irgendwo gemütlich einen Kaffee trinken genau das Richtige!", rief Shane, der sie von draußen gehört hatte, und kam ebenfalls in Kians Zimmer. "Na? Morgen Ki!" "Morgen! Ihr habt ja Recht, vielleicht komm ich doch mit. Musst erst mal schauen, ob ich nachmittags wieder einigermaßen fit bin. Jodi kann aber ziemlich sicher nicht mit, weil sie zurzeit viel arbeiten muss. Ihr wisst ja, dass gerade die letzten Folgen von "Hollyoaks" gedreht werden." "Schade!" "Naja, Gillian hat gesagt, dass sie und Gina auf jeden Fall mitkommen. Hätten sich sicher gefreut, wenn Jodi auch dabei gewesen wäre. Gil hat letztens gemeint, dass sie Jodi immer netter findet, je mehr sie sie kennen lernt." Shane grinste und sah Kian an. Der sagte jedoch nichts. Seine Freundin arbeitete gar nicht und wäre über eine Einladung sicherlich erfreut gewesen. Er wusste ganz genau, dass er gelogen hatte, und es tat ihm weh. Aber andererseits wollte er Jodi nicht sehen, solange er sich nicht klar darüber war, was dieser Fan für ihn bedeutete. Andernfalls würde es Jodi sicher merken und das wollte er auf keinen Fall zulassen.

"Das mit den Karten war ja mal wieder totales Glück gestern", sagte Sally, als die vier Mädchen in ihrem Hotel beim Frühstück saßen. "Tz, ich kann es immer noch nicht glauben, dass er sie uns einfach so geschenkt hat!" Kate lachte. "Tja, dafür umso mehr Pech, dass wir heute Abend nicht hingehen können", meinte Lilly ernst und sah Kate an. "Wie? Warum denn nicht?" "Wir sind doch mit dem Zug da und haben das Ticket natürlich schon gekauft. Das lässt sich nicht so einfach umbuchen oder eintauschen!" "Verdammt, daran hab ich noch gar nicht gedacht!" Kate stützte ihren Kopf auf und ihr gelang ein leichtes Grinsen. "Ich hab einfach noch zu viel Westlife im Kopf!!!" "Oh, das tut mir so Leid!", meinte Mandy. "Ich hab eigentlich gedacht, dass ihr gehen solltet, weil ich ja gar kein richtiger Westlife-Fan bin und euch sicher mehr daran liegt." Allerdings war Mandy auch total froh jetzt doch noch in den Genuss eines weitern Konzerts zu kommen, weil sie Mark unbedingt noch einmal sehen wollte. Denn was war, wenn ihre Vermutung von gestern Abend wirklich stimmte? "Tja, wir sind mit dem Auto da. Mandy hat ja schon den Führerschein und ist hergefahren. Dann werden wir wohl gehen!" Sally grinste und Mandy wusste wie sehr sie sich freute, bei dem Gedanken ihre Westlife-Jungs und vor allem Kian noch einmal life auf der Bühne erleben zu dürfen.

"Tja Mark, jetzt erzähl mal, wie ist es denn gestern gelaufen?", wollte Kian wissen. Shane, Nicky, Geogina, Gillian, er und Mark saßen in einem kleinen Kaffee in der Londoner Innenstadt. "Hm, ich hab die Konzertkarten eben dem Barkeeper gegeben, wie du gesagt hast, und die Mädchen haben sie natürlich freudig angenommen." Er lächelte. "Aber ich hatte nur zwei und es waren vier Freundinnen, also hab ich keine Ahnung, ob Mandy, so heißt sie nämlich, auch kommen wird." "Ach, das wird schon klappen!", meinte Kian. "Um was geht’s eigentlich?", fragte Gina neugierig. "Hat Mark etwa eine Freundin?" Gil war genauso interessiert an der Sache. "Nein, noch nicht! Aber er scheint sich gestern beim Konzert echt heftig in eine verguckt zu haben!" Kian legte sein mega Grinsen auf. "Echt?" Nicky schaute Mark verwundert an. "Ja, kann man schon so sagen.", meinte Mark und sah sehr in Gedanken versunken aus. "Wenn ich nur an sie denke ." "Oje, da hat’s dich aber wirklich erwischt." Nicky grinste auch und nahm Georgina in den Arm. "Und ich dachte, das wird nichts mehr mit dir." "Hey, hey, immer langsam. Ich hab ja noch keine Ahnung, ob sie heute überhaupt kommt und wie ich ihr beibringen soll, dass ich mich in sie verknallt hab. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mich gestern in dem Pub erkannt hat. Zumindest hat sie mich ganz lange angesehen." Mark lächelte verträumt. "Und ich bin ihr Lieblingslifer!", sagte er stolz. "Mark, du bist der Liebling von mehr als tausend Mädchen auf der Welt!!!" Kian war schon wieder etwas genervt von der ganzen Sache. Er freute sich zwar, dass Mark sich in das Mädchen verknallt hatte, und wollte ihm auch dabei helfen es zu bekommen, aber wenn er nun auch noch glücklich verliebt war, würde er der einzige sein, der einfach nicht wusste, was er wollte. Es kam ihm schon langsam lächerlich vor, er konnte jedoch seine Gedanken an das blonde Mädchen vom Konzert nicht verdrängen. Wenn er Glück hatte, würde sie ja vielleicht heute Abend wiederkommen. Kian versuchte ganz fest daran zu glauben.

Als es bereits kurz vor Konzertbeginn war und Sally und Mandy nebeneinander auf ihren Sitzplätzen saßen, die ganz nahe an der Bühne waren, fing Mandy plötzlich an ihrer Freundin von ihren verrückten Gefühlen für Mark zu erzählen. "Hey, wir haben dich eben angesteckt, du bist jetzt auch ein richtiger Westlife-Fan meinte Sally und lächelte. "Nein, glaub mir! Es ist ganz anders, ich hab mich wirklich in ihn verknallt. Und gestern in dem Irish Pub hat mir der Barkeeper noch gesagt, dass die Karten von dem Mann in der Ecke wären. Da wart ihr aber schon weg. Tut mir Leid, dass ich es nicht früher gesagt habe, aber ich wusste, dass ihr mich für verrückt halten würdet. Jetzt sind Lilly und Kate weg und ich dachte mir, dass ich es dir sagen sollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Mark da gestern in dem Pub saß." "Waaaas????" "Sshht! Doch, ich mein es ganz erst", flüsterte Mandy. "Und sei nicht so laut, das sollte vielleicht kein anderer mitkriegen!" "Aber Mandy, das kann nicht sein! Da waren doch so viele Fans, das hätte irgendjemand merken müssen." "Ich weiß auch, dass es unmöglich scheint, aber es kann einfach keine Einbildung gewesen sein." In diesem Moment wurde sie unterbrochen. "Entschuldigung, sind Sie Mandy?" Ein Security stand neben den beiden Mädchen. "Ähm, ja." Mandy wunderte sich, woher er ihren Namen kannte. "Ich hab hier eine Nachricht für Sie!" Er beugte sich zu ihr herunter, zog einen Umschlag aus seiner Sicherheitsweste und gab ihn ihr. "Aber bitte passen Sie auf, dass es sonst niemand liest", flüsterte er, schenkte ihr ein leichtes Lächeln, nickte mit dem Kopf, drehte sich um und ließ Mandy sprachlos sitzen. Verwirrt sah sie Sally an, die genauso durcheinander war, dann den Umschlag und begann ihn hektisch zu öffnen. Schnell und furchtbar aufgeregt zog sie den Zettel heraus. "Hi Mandy, schön, dass du noch einmal auf unser Konzert gekommen bist. Ich würde mich freuen, wenn du nach der Show noch etwas Zeit hättest und zum Hintereingang der Arena kommen könntest, denn ich würde dich sehr gerne näher kennen lernen. Mark Feehily” "Oh mein Gott!”, hauchte Sally, die den Brief auch gelesen hatte, und starrte auf das Blattpapier. Mandy steckte den Zettel schnell weg und sah sich um, ob ihn auch sonst niemand etwas davon mitbekommen hatte. Sie zitterte am ganzen Körper, aber dann drehte sie sich zu Sally und strahlte übers ganze Gesicht. Sie konnte es einfach nicht glauben, sie hatte sich das alles wirklich nicht eingebildet, alle ihre Vermutungen waren wahr gewesen und jetzt würde sie Mark sogar treffen.

Nach dem Konzert versuchten die beiden Mädchen möglichst schnell aus der Halle zu kommen. Sie machten sich zum Hintereingang auf und Mandy wurde immer aufgeregter. "Ich glaub das einfach alles nicht!", rief Sally ihrer Freundin hinterher, die etwas schneller war als sie. "Ich weiß es ist verrückt, ich kann es ja auch immer noch nicht fassen!" Mandy blieb stehen, drehte sich um und strahlte Sally übers ganze Gesicht an. Sie waren am Tor zum Tourbus-Parkplatz angekommen. Sofort wurden sie von zwei Securitys abgefangen. Verdammt, daran hatte Mandy gar nicht gedacht. Was sollte sie denen denn sagen? Sie würden ihr bestimmt nicht glauben. "Wohin, die Damen?", fragte der erste streng. "Ähm, wir wollen zu Mark Feehily." "Ach ja?" Der zweite Security-Mann fing an leicht zu lachen. "Ja, er erwartet sie sogar", meinte Sally und deutete auf Mandy, "komm zeig ihm den Brief!" "Genau. Hier, das ist eine Nachricht, die er uns zukommen hat lassen." Mandy hatte den Zettel aus ihrer Tasche gekramt und reichte ihn den Securitys. "Dass das Mark geschrieben hat, kann ja jeder behaupten.", meinte der erste spöttisch. "Hey, lasst sie sofort rein!", sagte eine tiefe Stimme ruhig. Hinter den anderen Security tauchte plötzlich ein dritter auf. Mandy erkannte ihn gleich, es war der, der ihnen auch den Brief von Mark übergeben hatte. Die Mädchen atmeten erleichtert auf. Der große Security führte sie über den riesigen Platz, wo die ganzen Trucks und Tourbusse standen, bis zum Hintereingang der Arena. "Und wer bist du?", fragte er Sally währenddessen. "Ich bin ihre beste Freundin und wir waren zusammen auf dem Konzert." "Okay, dann denke ich, es ist in Ordnung, wenn du auch mitkommst.", sagte er freundlich. "Oh danke!" Sally strahlte schon wieder.

Kaum waren sie durch die Tür gegangen, erkannte Mandy auch schon Mark, der ein paar Meter weiter drinnen in dem Gang stand. Sie blieb stehen und konnte nicht anders als ihn anzustarren. Ihr Herz pochte so laut, dass sie meinte, es könnte jeder hören. Sally schob sie vorsichtig weiter auf Mark zu und der kam einige Schritte näher, bis sie direkt voreinander standen. "Hi", sagte Mark schüchtern und lächelte sie an. "Schön, dass du gekommen bist." "Hi, Mark." Mandy fing schon wieder an zu zittern. Mark drehte sich zu Sally. "Hi, ich bin Sally, ihre beste Freundin. Wir waren zusammen auf dem Konzert.", wiederholte diese sich und Mandy wusste ganz genau, dass sie mindestens genauso aufgeregt war. Schließlich war Sally ja schon seit Jahren Westlife-Fan und hatte ihre Lieblinge noch nie getroffen. "Tja, dann gehen wir am besten mal in mein Zimmer. Auf dem Gang stehen zu bleiben ist nämlich keine gute Idee. Kommt mit!", forderte Mark sie freundlich auf und führte sie den Gang entlang.

Kian kam gerade vom Speisesaal und war unterwegs in sein Zimmer. Er war schon ziemlich müde und geschafft vom Konzert. Plötzlich hörte er Mark, wie er sich mit jemandem unterhielt. War diese Mandy etwa wirklich gekommen? Er war neugierig und lief schneller. Als er um die Ecke bog, sah er Mark mit zwei Mädchen den Gang entlang kommen. "Hi Mark, welche zwei hübschen Mädels hast du denn da im Schlepptau?" Kian grinste seinen Bandkollegen an. Mark blieb mit den beiden vor seiner Zimmertür stehen. "Komm her, dann stell ich sie dir vor!" Kian näherte sich ihnen und erkannte die beiden Mädchen plötzlich. Die eine war tatsächlich Mandy, der Mark auf seinen Rat hin einen Brief zukommen hatte lassen, und die andere erkannte er noch schneller wieder. Es war das blonde Mädchen, das Kian letzte Nach in seinem Traum gesehen hatte, das Mädchen, wegen dem er so verwirrt war, und die, die ihn davon abgehalten hatte, Jodi zum Shoppen einzuladen. Er hätte nie gedacht, sie noch einmal zu sehen und war jetzt total durcheinander, aber auch überglücklich. "Hi, du musst Mandy sein, oder?", sagte er ohne die Blonde dabei lange aus den Augen zu lassen. "Genau." "Und das ist Sally", stellte Mark ihm die andere vor. "Hi, Sally!" Kian gab ihr die Hand. "Oh mein Gott", hauchte Sally leise und blickte ihm in die Augen. "Hi, Kian!""Oh, ähm, hättest du Lust in mein Zimmer zu kommen? Dann können Mark und Mandy sich in Ruhe unterhalten." "Ja klar, warum nicht?" Sally lächelte ihn an und folgte ihm in sein Zimmer.

"Tja, dann sind wir jetzt wohl allein!" Mark lächelte Mandy an und zog sie sachte in sein Zimmer. Sie setzten sich auf sein Bett und schauten sich erstmal sehr lange Zeit ganz tief in die Augen. Mandy war überglücklich und mega aufgeregt. "Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass du gekommen bist!", begann Mark. "Ich muss dir zuerst was sagen.", meinte Mandy. "Ja?" "Ich bin eigentlich gar kein Westlife-Fan. Das heißt, jetzt wahrscheinlich schon, aber vor dem Konzert gestern, hab ich eure Musik nicht einmal so toll gefunden." Sie grinste leicht. "Das macht doch nichts. Es spielt keine große Rolle, ob du unsere Musik magst oder nicht." "Hast du mich gestern im Irish Pub erkannt?", wollte Mark wissen. "Ja, ich hatte schon so eine Ahnung." Sie grinste wieder. "Wie soll ich sagen ich. ich hab’s irgendwie gespürt. Aber ganz sicher war ich mir nicht." Da sah ihr Mark noch tiefer in die Augen und sie wusste nicht, was sie machen sollte. Schnell sah sie aus Verlegenheit weg. "Was ist?", fragte Mark vorsichtig. Mandy fing schon wieder an zu zittern, weil sie so aufgeregt und angespannt war, sie konnte einfach nicht anders. "Als ich dich gestern auf dem Konzert zum ersten Mal gesehen hab. das war ein ganz eigenartiges Gefühl, aber es war wunderschön." Mandy wusste einfach nicht, wie sie es ihm sagen sollte. Sie war sich die ganze Zeit so sicher gewesen und jetzt kam sie sich plötzlich lächerlich vor. Sie konnte Mark immer noch nicht ansehen. Der nahm ganz behutsam ihre zitternden Hände und hielt sie fest. "Hey.", sagte er leise. ".schau mich an." Langsam drehte Mandy ihren Kopf wieder zu ihm her. "Ich hatte immer das Gefühl, du würdest mich die ganze Zeit anschauen.", redete sie hektisch weiter. "Sshhht!" Mark legte ganz langsam seinen Finger vor ihren Mund und sein Gesicht kam Mandys immer näher. Sie hatte aufgehört zu zittern, denn sie schaute jetzt wieder ganz tief in seine wunderschönen meerblauen Augen und hatte das Gefühl sie würde darin versinken. auch sie näherte sich ganz automatisch seinem Gesicht. Als ihre Köpfe nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt waren, flüsterte Mark: "Das war nicht nur ein Gefühl, Mandy, das war Wirklichkeit." Und dann küsste er sie so zärtlich, dass Mandy glaubte, das ganze nur zu träumen oder im Himmel zu schweben. Zuerst war sie leicht überrascht und geschockt, aber dann erwiderte sie den Kuss genauso zärtlich und es dauerte noch mindestens einige Minuten, bis sich ihre Lippen wieder von einander lösten. "Wow!", hauchte Mandy wie in Trance. Mark strahlte sie an. "Tut mir Leid, aber ich musste es tun. Wenn ich dich jetzt nicht geküsst hätte, hätte ich mich vielleicht nie getraut." "Keine Ursache.", flüsterte Mandy und die beiden küssten sich wieder, diesmal noch intensiver, gefühlvoller und länger.

"Setz dich!" Kian deutete auf sein Bett. "Tut mir Leid, dass ich dir keinen anderen Sitzplatz anbieten kann, aber so groß ist es hier eben nicht." "Ach, macht nichts!", meinte Sally und ließ sich auf Kians Bett nieder. "Kann ich dir was zum Trinken bringen?" "Nee, danke. Mach dir wegen mir bitte keine Umstände." "Ach, was." Kian setzte sich ebenfalls aufs Bett. Sally starrte ihn immer noch halbwegs an und er wusste nicht, was er sagen sollte. "Mark ist total in deine Freundin verschossen." Er grinste. "Echt? Mandy hat sich auch voll in ihn verknallt!" Sie fingen an zu lachen. "Na, da haben sich ja zwei gefunden!", meinte Kian. "Ist Mark eigentlich echt so schüchtern?" "Ja, normal schon. Er hat sich fast noch nie getraut ein Mädchen anzusprechen. Würde mich ja interessieren, was die beiden jetzt machen!" Kian zwinkerte ihr zu. "Und, wie lange bist du schon Westlife-Fan? Sorry, es spielt eigentlich keine Rolle, aber mich interessiert es eben." "Ach, kein Problem! Inzwischen fast drei Jahre. Zwei Jahre bin ich jetzt vielleicht ein mega großer Fan von euch." "Und wen magst du am liebsten?" Kian grinste leicht verschmitzt. "Du warst schon von Anfang an mein Fave." Sally wurde leicht rot und lächelte ihn schüchtern an. "Wirklich?" "Ja natürlich, das sag ich doch jetzt nicht einfach nur so." Sie sah einfach umwerfend und furchtbar süß aus. "Weißt du, ich hätte nie gedacht, dass ich dich wirklich mal treffe, Kian. Wenn, dann vielleicht bei einer Autogrammstunde oder einem Meet and Greet oder so, aber nicht auf diese Weise." "Tja, man weiß nie, was einem passieren kann." Er hätte auch nie gedacht, dass er sie noch mal sehen würde und jetzt saß sie vor ihm und sie redeten miteinander. "Wo sind eigentlich Nicky und Shane?" "Ach, die sind mit ihren Verlobten Georgina und Gillian ausgegangen." "Achso." Kian war etwas verlegen, er wusste gar nicht, über was er sich mit ihr unterhalten konnte. Aber er fand sie einfach total nett. "Kian." "Ja?" "Bevor ich es vergesse. Ich hab mir immer vorgenommen, wenn ich euch mal treffen sollte, dass ich mich dann für alles bedanke. Ich meine, eure Musik bedeutet mir wirklich sehr, sehr viel. Die Lieder helfen einem gewisse Situationen zu überstehen und das ist einfach großartig." "Danke! Das freut mich immer, wenn Fans so etwas sagen." Kian lächelte sie an. "Jedenfalls sollt ihr wissen, dass ihr so vielen Leuten auf der Welt wahnsinnig schöne Stunden schenkt und für sie irgendwie etwas richtig Besonderes seid. Ihr seid wirklich die beste Band der Welt, Kian!" Sally kamen schon fast die Tränen vor Freude. "Hey, nicht übertreiben!" Kian spürte, dass er auch beinahe heulen musste, weil sie das so lieb und rührend gesagt hatte. "Es war ganz ernst gemeint!" Sie grinste glücklich. "Danke!!! Wir sollten uns bei euch Fans vielleicht auch öfter bedanken." "Das tut ihr doch an jedem Konzert." "Und ihr bedankt euch jedes Mal bei uns, indem ihr uns unterstützt, unsere CDs kauft und unsere Konzerten besucht. Ohne die Fans wären wir niemals so weit gekommen oder es hätte uns vielleicht gar nicht erst gegeben." "Ja, das stimmt wohl allerdings." Sally nickte. "Und ich." "Was?", fragte Kian neugierig. "Naja, ich weiß nicht, wie ich’s sagen soll. Darfst aber nicht böse sein, ja?" "Ach, Quatsch! Sag ruhig!" "Ich hätte irgendwie nie gedacht, dass ihr wirklich so nett seid! Ich hab zwar auch nicht gedacht, dass ihr eingebildet seid oder so und die anderen kenn ich jetzt noch nicht so gut, aber du bist echt super nett, Kian!" Verlegen blickte sie zur Seite. "Tja, wir sind eben auch nur normale Menschen." Kian grinste freundlich. "Und warum soll ich jetzt sauer sein? Das war doch ein Kompliment! Dankeschön! Du bist übrigens auch total nett, ganz ehrlich! Hätte ich vielleicht auch nicht gedacht." "Tja, wir Fans sind eben auch nur ganz normale Menschen.", scherzte Sally. "Außerdem bin ich kein so verrückter Fan. Ein ziemlich großer, aber nicht verrückt! Und ihr könnt froh sein, dass ihr auch so verrückte Fans habt, denn das sind – nicht immer, aber meistens – die größten Fans." Sie lachte und Kian fühlte sich einfach wunderbar. Wie toll sie aussah, wenn sie lachte, war einfach umwerfend!

Es klopfte an der Tür, Mark öffnete sie und kam herein. "Entschuldigt die Störung, ihr beiden, aber Mandy meinte, dass ihr jetzt langsam gehen müsst." Er sah Sally an. "Oh, wie spät ist es denn?", fragte Kian, der gar nicht gemerkt hatte, wie die Zeit verging. "Gleich Mitternacht." "Oh, Mandy hat Recht, die im Hotel meinten gestern, wir sollten doch bitte bis um zwölf wieder da sein, damit wir sie nicht wieder aufwecken würden", sagte Sally und sprang schnell auf. Da kam Mandy zur Tür herein und Kian fiel erst jetzt auf, dass sowohl Mark als auch sie etwas rötlich um den Mund waren. Er konnte sich ein freudiges Grinsen nicht verkneifen. "Was?" Mark sah in fragend an. "Och, nichts, nichts!" Kian winkte mit seiner Hand ab, formte seine Lippen zu einem Kussmund und presste sie anschließend aufeinander. Mark verstand, grinste und zog die Augenbrauen hoch. Kian stand ebenfalls auf und sie begleiteten die Mädchen nach draußen. Nachdem sie sich alle ausgiebig verabschiedet hatten und Sally und Mandy schon im Begriff waren zu gehen, fiel Kian plötzlich ein, dass er Sally jetzt nicht einfach so gehen lassen konnte. Sie sah einfach super aus, war total nett und er war sich nicht sicher, ob er sich vielleicht sogar ein bisschen in sie verknallt hatte. Wenn er jetzt nichts sagte, würde er sie wahrscheinlich nie wieder sehen. "Ähm, Sally. warte!" "Ja?" Die beiden Mädchen drehten sich noch einmal um. "Darf ich dich morgen vielleicht zu einem Drink einladen?", fragte er schnell. Sally strahlte ihn übers ganze Gesicht an und sah ihm, soweit das auf diese Entfernung ging, tief in die Augen. "Klar, sehr gern sogar!" "Okay, dann treffen wir uns wieder hier nach dem Konzert?" "In Ordnung. Ich freu mich." "Ich mich auch.", rief Kian und winkte ihr noch ein letztes Mal und dann waren sie um die Ecke verschwunden.

"Ich geh mit Mandy morgen auch aus!", sagte Mark plötzlich und riss ihn damit aus seinen Gedanken an Sally. "Echt? Bei euch hab ich wohl einiges verpasst." Kian grinste und stieß ihn freundschaftlich in die Seite. "Tja, ich bei euch aber auch.", meinte Mark und klopfte Kian auf die Schulter. Glücklich gingen die beiden zusammen rein und legten sich schlafen.

Nachdem die vier nun eine Woche lang fast jeden Abend miteinander ausgegangen waren oder nachmittags zumindest einen Kaffee zusammen getrunken hatten, näherte sich inzwischen langsam der letzte Tag, an dem Westlife in London waren. Die Show war an diesem Tag jedoch schon früh am Nachmittag, sodass die vier am Abend noch mal richtig groß zusammen ausgehen wollten. Bereits um sechs waren Sally und Mandy mit den beiden Jungs an der Arena verabredet und anschließend zu einem besonders feinen Essen eingeladen. Mandy sah, dass Kian und Mark sich extra herausgeputzt hatten. Mark sah einfach noch umwerfender aus als sonst!!! Zu dem Restaurant wurden sie in einer schwarzen Limousine gefahren und die Mädchen waren begeistert davon. Davon hatte Mandy immer geträumt! Mark und sie waren inzwischen total ineinander verliebt und zwar noch nicht offiziell zusammen, aber zumindest fühlten sie sich so. Sally und Kian sahen auch aus, wie ein Pärchen, waren jedoch nur gut befreundet. Aber Mandy wusste, dass Sally nach all den Abenden nun wesentlich mehr als nur Freundschaft für Kian empfand, diese Gefühle aber nicht zeigen oder es ihm sagen wollte, weil sie genau wusste, dass Kian schließlich schon fast ein Jahr mit Jodi Albert zusammen war.

Das Lokal war einfach traumhaft und Mandy war froh, dass Mark ihr zuvor gesagt hatte, in was für ein Restaurant sie gehen würden, weil sie sonst womöglich in total falscher Kleidung erschienen wären. So waren sie und Sally genau richtig mit ihren elegantesten Abendkleidern und die beiden Westlife-Jungs in ihren schwarzen Anzügen. Das Essen war auch hervorragend! Sie aßen alle vier das gleiche Fünf-Gänge-Menü. Es war einerseits eindeutig zu viel, aber andererseits auch unwiderstehlich köstlich. Mandy und Mark warfen sich ständig Liebesblicke zu und strahlten sich an. Kian und Sally unterhielten sich die meiste Zeit und hatten eine Menge Spaß dabei. Sie verstanden sich wirklich total gut, hatten die gleichen Interessen und fast immer die gleiche Meinung. Mandy fiel allerdings auf, dass Kian im Vergleich zu ihrem sehr schüchternen Mark, der seine Hand auf dem Tisch vorsichtig auf ihre schob oder seinen Arm um sie legte, nichts tat um Sally irgendwie zu zeigen, ob er mehr als Freundschaft für sie empfand. Mandy fand es ebenfalls zu schade, dass er bereits eine Freundin hatte, weil die beiden ein echt tolles Paar abgaben.

"Und, wo geht’s jetzt die nächsten Tage hin?", fragte Sally interessiert und sah Kian tief in die Augen. "Ich glaub zuerst für drei Konzerte nach Birmingham und dann nach Manchester", antwortete er. "Und es gibt wirklich keine Möglichkeit, dass ihr uns noch länger begleiten könnt?" Mark schaute Mandy verliebt an. "No way! So Leid es mit tut, Liebling, aber ich muss ab nächster Woche wieder arbeiten, ich kann mir nicht noch länger Urlaub nehmen." "Schade!" Kian ließ den Kopf hängen. "Ach komm, aber wir haben doch noch heute Abend", meinte Sally aufmunternd, "und dieser Abend kann ja noch sehr lang werden!" Sie grinste. "Sally hat Recht, gehen wir noch so richtig Party machen in irgendeinen Club!" "Genau! Wo Shane und Nicky immer hingehen, soll es super sein. Wie hieß das noch mal, Mark?" "Also, von mir aus können wir gerne noch wo hingehen. Nur ich möchte vorher noch mal ins Hotel und mich etwas frisch machen", sagte Mandy und sah Mark verführerisch an.

Gesagt, getan! Kian zahlte und in der schwarzen Limousine wurden die beiden Mädchen zu ihrem Hotel gefahren. "Okay Süße, wir kommen dann in einer halben Stunde wieder!", rief Mark ihnen noch hinterher und gab Mandy einen Luftkuss. "Ihr seid ganz schön ineinander verknallt, hab ich Recht?", wollte Sally wissen, als sie um die Ecke gebogen waren. "Ja, total verknallt!!!", schwärmte Mandy und sah in die Weite. "Es ist ein wunderschönes Gefühl, ich glaub so verliebt war ich noch nie!" "Ist ja super!" Sally lächelte zurück. "Und was ist mit dir und Kian?" "Naja, er hat ja Jodi." Sally sah zu Boden. "Wusste ich doch, dass du dich in ihn verguckt hast!", rief Mandy triumphierend. "Ach, was! Wir sind doch super-gute Freunde, was will ich mehr?" "Komm, ich seh es dir doch an! Und ihm übrigens auch!" "Hör auf! Ich will ihm auf keinen Fall Jodi ausspannen, weil ich weiß, dass die beiden zusammen glücklich sind!" Die beiden gingen ins Hotel, machten sich frisch und zogen sich um.

"Man, ihr beiden seid ja total glücklich zusammen!" "Und wie!!!" Mark strahlte Kian über beide Ohren an. "Weißt du, es war wirklich Liebe auf den ersten Blick! Mir ist so etwas noch nie passiert und ich wusste nicht, dass wirkliche Liebe so schön sein kann!" Kian grinste zu ihm zurück. "Und du und Sally?" "Wie, ich und Sally?" Kian sah Mark fragend an und spürte, wie er dabei rot wurde, doch in der Dunkelheit konnte Mark es hoffentlich nicht sehen. "Wir sind eben sehr gute Freunde." "Hey, komm schon! Mach mir nichts vor, ich weiß, dass du mehr als Freundschaft für sie empfindest." "Hm, hätte ich mir ja denken können, dass du mich durchschaust." Er grinste. "Und woher soll ich wissen, dass sie auch mehr für mich fühlt? Sie denkt, ich bin mit Jodi zusammen. bin ich ja auch, aber ich habe gemerkt, dass Sally mir einfach mehr bedeutet. Außerdem. sie ist erst siebzehn Mark! Da kann ich doch unmöglich mit ihr zusammen sein!" "Ach was, das Alter spielt doch keine Rolle und was die Presse sagt, kann dir doch egal sein. Und Ki, das seh ja sogar ich, dass es bei ihr auch gefunkt hat!" Mark stieß ihn freundschaftlich in die Seite. "Wirklich?" "Klar, ganz sicher!" Die Jungs zogen sich ebenfalls wieder Jeans und T-Shirts an und holten die Mädchen – diesmal zu Fuß – wieder vom Hotel ab.

Sally sah einfach fantastisch aus! Sie hatte einen sehr kurzen Jeans-Minirock und eine leichte Bluse an. Kian fiel es schwer zu atmen, wenn er sie ansah. "Baby, du siehst großartig aus!", rief Mark und gab Mandy, die ein schickes kurzes Kleid anhatte, einen langen Kuss. "Wo ist der Club?", fragte Mandy. "Nur ein paar Straßen weiter." Dann legte er seinen Arm um sie und sie gingen zusammen mit Kian und Sally durch den Park neben dem Hotel, in Richtung Innenstadt. Kian und Sally liefen eng nebeneinander und Kians Herz klopfte schnell. Wenn es wirklich stimmte, dass Sally dieselben Gefühle für ihn hatte, war heute Abend die letzte Gelegenheit für ihn, ihr seine zu zeigen. Er nahm all seinen Mut zusammen und nahm vorsichtig Sallys Hand. Als sie ihn spürte, lächelte sie ihn glücklich an und drückte seine Hand ganz fest an sich. Kian grinste zurück und fühlte sich, als ob er tausend Schmetterlinge im Bauch hätte. Es war wunderschön, einfach wortlos mit Sally so durch den Park zu spazieren.

Schließlich kamen sie an dem Club an, setzen sich drinnen an die Bar und bestellten vier Cocktails. Es waren ziemlich viele Leute da und Kian war froh, dass niemand etwas zu ihnen sagte. Einige sahen sie seltsam an und Kian merkte, dass sie sie erkannt hatten und sich über ihre Begleitung wunderten. Nach einer Weile konnte er alles um sich herum vergessen. Sally und er lachten zusammen und tranken einen Cocktail nach dem anderen. Später, als nicht mehr viele in dem Club waren, trauten sie sich auch zu Mark und Mandy auf die Tanzfläche, die schon eine ganze Zeit lang miteinander tanzten. Sally und Kian tanzten eng aneinander und als "She’s like the wind" kam, was sich Mark für Mandy gewünscht hatte, umarmten sie sich und Kian hielt Sally ganz fest. Es war einfach das tollste Gefühl der Welt! "Das ist dein Lieblingslied, oder?" Sally lächelte ihn an und strich ihm durch die Haare. "Ja, es ist fast so schön und romantisch wie du!", flüsterte Kian ihr ins Ohr. Nachdem sie eine Weile dazu getanzt hatten, sah sie ihm wieder ganz tief in die Augen, strich ihm über die Wange und küsste ihn auf einmal sehr intensiv und gefühlvoll. Kian erwiderte den Kuss. Plötzlich stoppte sie und drehte ihren Kopf weg. "Tut mir Leid, aber ich konnte nicht anders!", sagte sie leise. "Das braucht dir doch nicht Leid zu tun." Kian drehte ihren Kopf wieder zu sich und wollte sie noch einmal küssen, aber da wurden ihre Augen feucht und Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Sally befreite sich aus Kians Armen und setzte sich wieder an die Bar. "Hey. was ist denn?", fragte Kian vorsichtig. "Es tut mir so Leid! Ich wollte dich Jodi nicht wegnehmen, das hatte ich nie vor! Aber ich konnte gerade nicht anders!" Sie weinte noch mehr. Kian sah sie bittend an und näherte sich ihren Lippen. Er wollte sie unbedingt wieder küssen, nur noch ein einziges Mal! "Nein! Kian, das kann ich nicht!", sagte Sally diesmal etwas lauter. "Du bist mit Jodi zusammen!" Kian wollte sie nicht länger bedrängen und wusste, dass es keinen Wert hatte, erneut zu versuchen sie zu küssen. "Okay, ich versteh dich ja. Aber bitte hör auf zu weinen, ja Sally? Weißt du, dass es schrecklich ist, dich traurig zu sehen?" "Ist gut, ich versuch’s", sagte Sally, schluchzte ein letztes Mal und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

Den weiteren Abend unterhielten sich Kian und Sally wieder wie gute Freunde und als ob nichts gewesen wäre. Kian aber konnte Sallys Worte nicht vergessen. Er wusste genauso gut wie sie, dass er mit Jodi zusammen war, aber im Moment empfand er tausendmal mehr für Sally, als für Jodi. Nur er konnte es Sally einfach nicht sagen, er hatte einfach keinen Mut dazu.

"Hey Lads, was macht ihr denn hier?" Kian hörte plötzlich Nickys Stimme und drehte sich um. Er und Shane kamen gerade Arm in Arm in den Club und ließen sich neben Sally an der Bar nieder. Mark und Mandy kamen auch dazu. "Ihr habt uns doch letztens erzählt, dass der Laden hier so super ist", meinte Mark, "und da sind wir eben auch mal hergekommen." "Und habt eure Mädchen hier her entführt, was?" Shane zog eine Augenbraue hoch und stieß Sally leicht in die Seite und sie lächelte ihn an. "Und ihr macht euch wohl mal wieder einen Shnicky-Abend zusammen!" Kian grinste, er hatte bemerkt, dass sowohl Shane als auch Nicky bereits ziemlich viel getrunken hatten. Zuerst war es ihm Sally gegenüber etwas peinlich, aber sie fand es lustig und war selbst schon leicht beschwipst, obwohl sie noch nicht sehr viel getrunken hatte. "Genau, Ki! Nicht wahr, Süßer?" Nicky blickte Shane belustigt an. "Klar doch! Jimmy, zwei Guinness, bitte, wie immer!", rief Shane dem Barkeeper zu. Nachdem die beiden Bandkollegen noch einige Sprüche gerissen hatten, sich alle gut miteinander unterhalten hatten und sich Mark und Mandy wieder auf die Tanzfläche begeben hatte, verschleppten Shane und Nicky schließlich auch Sally zum Tanzen. Kian saß da und trank sein Guinness aus. Er wusste einfach nicht, was mit ihm los war. Normalerweise liebte er Shanes und Nickys Witze und fand es lustig, wenn die beiden etwas betrunken waren. Aber jetzt war er sogar ein bisschen eifersüchtig, wenn sie sich nur mit Sally intensiv unterhielten oder gar mit ihr tanzten. Dabei war es völlig lächerlich, weil sie ja beide bereits verheiratet waren. Er beobachtete die drei und konnte nicht mit ansehen, wie Sally mit seinen Kumpels so wild tanzte, wie sie es zuvor mit ihm getan hatte. Da dachte er wieder an den wunderschönen Kuss und hielt es beinahe nicht mehr aus, er hatte sich wirklich richtig in Sally verliebt, wie in noch niemanden zuvor! "Hey, Ki! Was ist denn los?" Sally stand vor ihm und grinste ihn an. "Hättest du vielleicht Lust noch einmal mit mir zu tanzen?" "Klar!" Kian sprang auf und lächelte sie an. Als sie zusammen tanzten und Shane und Nicky wieder an der Bar saßen und ihr x-tes Bier tranken, sagte Sally plötzlich: "Ich hätte gar nicht gedacht, dass die beiden so nett sind. Ich meine, dich und Mark kannte ich ja jetzt schon recht gut, aber Nicky und Shane sich ja echt auch total süß!!!" "Wie, sie sind süß?" "Na, ich find sie voll schnuckelig!" Sally lachte, sah zu Shane und Nicky hinüber und hielt sich noch mehr an Kian fest, damit sie beim Tanzen nicht umkippte. Sie war nun wirklich schon sehr betrunken. Kian hatte sicher mindestens doppelt so viel Alkohol wie sie getrunken, aber sie war anscheinend nicht besonders viel gewohnt. Kian hatte ein seltsames Gefühl gehabt, als Sally gesagt hatte, dass sie seine Bandkollegen süß und schnuckelig finden würde, aber er sagte nichts mehr und es war trotzdem wunderschön, mit dem Mädchen, das er inzwischen über alles liebte, die halbe Nacht lang zu tanzen.

Irgendwann spät nach Mitternacht waren dann alle total müde und geschafft vom Tanzen und zudem noch leicht betrunken. "Solltet ihr nicht vor Mitternacht an eurem Hotel sein?", fragte Mark plötzlich. "Heute haben wir schon angekündigt, dass es ziemlich sicher später wird", sagte Mandy und ließ sich in Marks Arme fallen. "Naja, vielleicht sollten wir trotzdem langsam gehen", meinte Kian, sah zu Sally, die auf seinem Schoß saß und deren Kopf auf seiner Schulter lag, und lächelte. "Sonst schläft Sally noch völlig ein." "Hm?" Sie öffnete ihre Augen leicht und hob ihren Kopf. "Komm, Kleine, wir gehen!" Kian hievte sie von seinem Schoß herunter und stand auf. "Also bis dann, Jungs!" Mark grinste Nicky und Shane an, drückte Mandy fest an sich und gab ihr einen langen Kuss. "Wir sehen uns, Mark! Bye, Ki! Tschüss, Mädels!" Nicky zog Mark zu sich heran und sagte leise, aber doch so laut, dass es alle hören konnten: "Und immer schön dran bleiben, Marky!!!" Mark grinste ihn an und drehte sich wieder um. Mandy sagte laut: "Na, da werd ich schon dafür sorgen!" Und sie küsste Mark noch einmal. Dann machten sich die vier auf den Weg zum Hotel der beiden Mädchen. Nicky und Shane blieben noch in dem Club und feierten bis fast in den Morgen hinein.

Kian hatte Sally seine Lederjacke um die Schultern gehängt, weil sie in ihrem kurzen Röckchen sehr fror und schon ein wenig zitterte. Außerdem hatte er seinen Arm um sie gelegt und hielt sie ganz fest. So liefen sie Arm in Arm und eng aneinander geschmiegt zurück durch den Park. Am liebsten hätte Kian ihr gesagt, wie sehr er sie liebte und sich endlich mit ihr über alles ausgesprochen, weil sie nun endlich so gut wie alleine waren, denn Mark und Mandy liefen einige Meter vor ihnen und waren so miteinander beschäftigt, dass sie ihnen sicher nicht zugehört hätten. Aber Kian wusste, dass Sally kurz vorm Einschlafen und betrunken war, außerdem hatte er immer noch nicht genug Mut dazu, also ließ er es bleiben und genoss einfach wieder diesen wunderschönen Moment. Sally in seinen Armen zu haben fühlte sich toll an, auch wenn sie sich ziemlich auf ihn lehnte. "Sally, ich liebe dich!", flüsterte er kaum hörbar und küsste sie vorsichtig auf die Stirn.

"Mandy, schaffst du es sie hochzubringen?", fragte Kian, als sie das Hotel erreicht hatten und löste Sallys Arm von seiner Hüfte. "Du musst sie gut stützen." "Ähm. Kian, Mandy schläft heute Nacht bei mir." Mark wurde rot. Kian sah die beiden fragend an. "Ja, ich glaube kaum, dass ich es auch nur eine Sekunde ohne dich aushalten würde, Liebling!" Mandy strahlte und sie und Mark küssten sich erneut und es schien ewig zu dauern, bis sich ihre Lippen wieder lösten. "Naja, wenn das so ist, bring ich Sally eben hoch!", sagte Kian und grinste. "Ihr beiden müsst ja ganz schön verknallt sein, was?" Mark und Mandy strahlten sich an. "Wir warten hier unten und lass dir nicht zu viel Zeit, Ki!" Mark zwinkerte Kian zu und Mandy gab ihm den Schlüssel.

Das Zimmer war für Kians Verhältnisse nicht besonders groß, aber im Vergleich zu ihren Zimmern, wenn sie auf Tour waren, sehr ordentlich. Vorsichtig legte er Sally auf das Doppelbett und zog ihr die Schuhe aus. Sie sah so friedlich und hübsch aus, wie sie da schlafend vor ihm auf dem Bett lag. Er setzte sich neben sie und strich ihr durchs Haar. Jetzt realisierte er erst, dass er sie nun eine ungewisse Zeit lang nicht mehr sehen würde. Aber er wusste, dass er sie so sehr liebte, wie noch nie jemanden zuvor und dass er mit Jodi Schluss machen würde, sobald er sie sah. Wie gerne hätte er Sally noch mal richtig geküsst, aber sie schlief schon tief und fest. Kian hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen dabei, als er ihr ganz sachte den Rock und die Bluse auszog, aber er wollte auf keinen Fall, dass sie in den engen Klamotten nicht gut schlafen konnte. Dann deckte er sie noch vorsichtig zu. Sollte er sich wirklich so von ihr verabschieden, ohne dass sie von seinen starken Gefühlen für sie wusste? Schnell suchte er einen Kugelschreiber und schrieb auf ein Stück Papier: "Liebe Sally, du musst unbedingt etwas wissen, was ich dir schon den ganzen Abend sagen wollte. Aber ich hatte einfach keinen Mut dazu und wusste nicht, wie ich es dir erklären soll. Sally, ich liebe dich!!! Ich liebe dich über alles und tausendmal mehr als Jodi! Es tut mir Leid, dass ich mich nicht so schnell entscheiden konnte, aber jetzt weiß ich es ganz sicher und werde meine Meinung sicher nicht mehr ändern! Du bist das tollste Mädchen der Welt!!! Danke, für die schöne Woche und die tolle Nacht heute, es hat Spaß gemacht und war einfach super mit dir zusammen! Bitte melde dich bei mir, meine Kleine! Ich hoffe, dass wir uns so bald wie möglich wieder sehen können! Lots of love, Kian xxx" Sein Herz pochte laut und schnell. Er legte den Zettel auf das Nachtkästchen, beugte sich noch ein letztes Mal zu Sally herunter und küsste sie noch einmal sanft auf die Stirn. Leise schloss er die Tür, ging wieder zu Mark und Mandy herunter und lief mit den beiden zur Arena. Nun war er selbst auch todmüde und schlief deshalb auch bald ein, träumte aber die ganze Nacht lang wunderschöne Dinge von Sally.

"Soll ich dir was sagen?" "Was denn, Süße?" Mark umarmte Mandy ganz fest, als sie in seinem Zimmer angekommen waren. "Sally ist total in Kian verknallt!!!" Sie grinste ihn an. Er grinste zurück und sagte: "Und soll ich dir was sagen? Kian ist auch total in sie verschossen!" Beide fingen an zu lachen und dann sich wild zu küssen. "Na, was hast du heute Nacht mit mir vor, Baby?" "Mal sehen!" Mandy stieß Mark vorsichtig auf sein Bett, setzte sich auf ihn, begann sein Hemd zu öffnen und leidenschaftlich seinen Oberkörper zu küssen. Mark sah wirklich so sexy aus, sie konnte ihm einfach nicht wieder stehen! Eine Weile küssten sie sich einfach nur ab und hatten eine Menge Spaß dabei. Dann wurden sie langsam intimer und Mandy öffnete langsam Marks Jeans. "Warte!" Er hielt ihre Hand fest und sah ihr so tief wie noch nie in die Augen. Mandy sah ihn überrascht an. "Ich möchte nur wissen, ob du dir auch ganz sicher bist, dass du das tun willst." Mandy lächelte ihn aus tiefstem Herzen an. "Ja, ich war mir noch nie so sicher in einer Sache." Mark strahlte sie an und sagte: "Weißt du, dass ich dich mehr als alles auf der Welt liebe und dich nie im Leben verlieren will?" "Oh Mark. Ich liebe dich so sehr!", hauchte Mandy und meinte in Marks strahlend-blauen Augen zu versinken. Darauf verbrachten die beiden eine unvergessliche und sehr leidenschaftliche Nacht zusammen.

"Mark! Mark, bist du schon wach? Mark!", tönte es von der Tür und jemand klopfte ein paar Mal dagegen. Mandy wurde davon wach und sah sich verwundert um, bevor ihr wieder einfiel, wo sie war und was letzten Abend und vor allem letzte Nacht geschehen war. Sie sah und spürte Mark, den Mann, den sie wie keinen anderen liebte, neben sich liegen und fühlte sich wie der glücklichste Mensch der Welt. "Mark! Jetzt mach doch endlich auf, Mark!" Mandy grinste, gab Mark einen leichten Kuss auf seine Backe und stand auf. Schnell zog sie seinen Bademantel an und öffnete die Tür. "Ach! Mandy, du?" Shane stand draußen und grinste. "Tja, Mark schläft noch tief und fest." Mandy lächelte zurück. "Was?" Sie sah ihn fragend an. Shane begutachtete sie von oben bis unten an und zog seine Augenbrauen hoch. "Nichts!" Er grinste schon wieder übers ganze Gesicht. "Naja, dann weckst du ihn am besten möglichst bald auf und sagst ihm, dass wir allerspätestens in einer halben Stunde fahren müssen. Sonst rastet Louis noch völlig aus, weil wir am Nachmittag schon in Birmingham sein müssen." Er verdrehte die Augen. "Was, nur noch eine halbe Stunde?" "Er kann ja dann im Tourbus weiterschlafen und frühstücken notfalls auch." Mandy knallte dem armen Shane hektisch die Tür vor der Nase zu und hastete zu Mark. Wie unbeschreiblich süß er aussah, wenn er schlief!!! Sie konnte gar nicht daran denken, dass sie ihn jetzt für mindestens zwei Wochen nicht sehen würde. Gerade jetzt, als ihre Liebe den Höhepunkt erreicht hatte, mussten sie sich trennen. Das war doch nicht fair! "Hey, Süßer." Sie beugte sich über ihn, strich ihm einige Male durch die Haare und küsste ihn dann so lange, bis er davon aufwachte. Sie strahlte ihn an und sagte ganz leise: "Aufstehen, Marky!" Mark blinzelte sie an, grinste ebenfalls, zog sie zu sich heran und gab ihr noch mal einen unendlich-langen Kuss.

"Oh, ich werde dich so sehr vermissen, Mandy!" Mark drückte sie ganz fest und Mandy strich ihm unablässig durch seine Haare. Es war ein so schönes Gefühl ihn bei sich zu spüren! Mandy merkte, wie ihr langsam die Tränen kamen. "Hey. Baby, nicht weinen! Wir sehen uns doch bald wieder." "Ich weiß nicht, ob ich es ohne dich aushalte!", flüsterte Mandy in sein Ohr. "Ich liebe dich! Vergiss nie, dass ich dich liebe!" "Mach ich nicht, meine Kleine! Ich liebe dich auch, für immer und ewig! Und du kannst mich jederzeit anrufen, falls irgendetwas ist. Meine Handynummer hast du ja." Mark sah ihr in die Augen. "Komm her." Er wischte ihr die Tränen von den Wangen und küsste sie dann ein letztes Mal ganz, ganz lange. Mandy wollte nicht mehr aufhören ihn zu küssen, bei dem Gedanken, dass sie dieses himmlische Gefühl nun mindestens zwei Wochen nicht mehr fühlen konnte. "Sorry, ich stör euch ja nur ungern, aber wir müssen jetzt wirklich fahren, Mark! Sonst kommen wir zu spät in Birmingham an." Louis tippte Mark von hinten auf die Schulter. Mandy sah ein, dass nur der Moment des endgültigen Abschieds gekommen war. Sie löste sich aus seiner Umarmung und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Na los, geh schon!", sagte sie verweint und es gelang ihr durch die Tränen ein Lächeln aufzusetzen. Mark lächelte zurück, hielt noch einmal kurz ihre Hand und stieg dann in den Tourbus ein, wo sich bereits der Rest der Band und der Tourmanager Anto Byrne aufhielten. Als letzter stieg Louis ein und unterhielt sich noch kurz mit dem Busfahrer, bevor die Türen geschlossen wurden und der Bus langsam losfuhr. Mark hatte sich in die Sitzreihe hinter Kian ans Fenster gesetzt und er und Mandy schauten sich unablässig an. Bevor der Bus um die Ecke bog, fiel allerdings Mandys Blick für einen Moment auf Kian und sie sah erschrocken, dass auch ihm die Tränen in Strömen das Gesicht herabliefen. Er starrte aus dem Fenster in die Leere hinaus und Mandy konnte in seinen Augen erkennen, dass er an Sally dachte und sie vermisste. Dabei wurde ihr bewusst, dass sich ihre Freundin und Kian genauso sehr ineinander verliebt hatten wie sie und Mark. Aber warum war sie dann jetzt nicht hier um sich zu verabschieden? Noch ein tiefer Blick in Marks Augen, dann war der Bus verschwunden.

Sally wachte auf und sah auf die Uhr. Es war schon kurz nach zehn. Mandy war nicht da, aber Sally dachte sich schon, dass sie bei Mark übernachtet hatte. Sie richtete sich auf und wollte aufstehen, als sie plötzlich merkte, wie sehr ihr Kopf schmerzte und dass sie schreckliche Gliederschmerzen hatte. Erschöpft ließ sie sich wieder zurück in ihr kuschelig-weiches Bett fallen. Langsam kamen die Erinnerungen an letzten Abend wieder zurück und sie strahlte bei dem Gedanken an Kian und daran, dass sie ihn geküsst hatte. Dennoch wusste sie immer noch nicht, was sie machen sollte. Er war schließlich mit Jodi zusammen und sie hatte einfach Angst, dass er sie nur ausnützen würde. Trotzdem schloss sie ihre Augen und stellte sich sein mega-süßes Grinsen vor und wie er redete.

Plötzlich fiel ihr ein, dass es ja der letzte Abend gewesen war, den Westlife in London verbracht hatten. Heute früh würden sie ja schon nach Birmingham fahren. Natürlich, Mandy war nicht da, weil sie Mark verabschiedete. Wieder sah Sally auf die Uhr und bemerkte, dass es inzwischen schon fast halb elf war. Wenn sie Glück hatte, konnte sie sie noch erwischen. Sie wollte gerade aufspringen, als sie einen zusammengefalteten Zettel neben ihrem Wecker auf dem Nachtkästchen entdeckte. Sie faltete ihn vorsichtig auf und begann zu lesen. Sie konnte es gar nicht fassen und weinte vor Freude, als sie Kians Worte las. Er hatte ihr seine Liebe und, dass er sie viel mehr als Jodi liebte, gestanden!!! Bei ". die tolle Nacht heute, es hat Spaß gemacht." stockte sie zum ersten Mal. Sie versuchte sich an letzte Nacht zu erinnern. Sie sah den Club vor sich, sah Mark und Mandy tanzen, sah Shane und Nicky, wie sie hereinkamen und sich mit ihr unterhielten. Doch plötzlich wusste sie nicht mehr weiter, sie konnte sich an den weiteren Verlauf des Abends nicht mehr erinnern. Da fiel ihr auf, dass sie nur Unterwäsche anhatte und sich auch nicht erinnern konnte sich ausgezogen zu haben. Ihr wurde schrecklich heiß und ganz langsam kam panikartig eine Vermutung in ihr auf. War etwa das wahr geworden, was sie immer befürchtet hatte? Hatte Kian letzte Nacht tatsächlich ihre Betrunkenheit ausgenutzt? Das durfte einfach nicht war sein! Sally kam sich so schäbig vor und fühlte sich ganz unwohl in ihrer eigenen Haut. Sie fing wiederum an zu heulen, aber diesmal waren es keine Tränen des Glücks. Sie fragte sich, wie sie nur so dumm sein konnte und auf ihn hereinfallen, machte sich Vorwürfe, steigerte sich in die Sache hinein und wusste nicht mehr weiter. Sally fasste den Entschluss nachmittags sofort mit Mandy abzureisen. Sie wollte Kian nie, nie wieder sehen und einfach nur noch heim.

Ewiglang lag sie da und weinte und weinte. Kians Brief hatte sie in tausend kleine Stücke zerrissen und weggeworfen. Als sie immer noch schluchzend auf ihrem Bett lag, kam Mandy zurück. Auch sie hatte Tränen im Gesicht, strahlte Sally jedoch an. "Sally, du wirst es nicht glauben, aber Mark und ich haben letzte Nacht zusammen geschlafen!!! Ich liebe ihn so sehr!!!" Bei diesem Gedanken heulte Sally noch viel mehr los. "Hey, was ist denn mit dir los?", fragte die verliebte Mandy, die Sallys bedrückte Stimmung erst jetzt bemerkte. "Nichts!", schniefte Sally und vergrub ihr Gesicht wieder in ihrem Kopfkissen. "Ich bin doch nicht blind. Was ist denn passiert, hm?" Sie beugte sich zu ihr herunter. "Ich will nicht drüber reden!" Sally wollte nicht einmal daran denken. "Komm, mir kannst du es doch sagen", versuchte Mandy sie zu besänftigen und zu trösten. "Lass mich in Ruhe, ich kann einfach nicht darüber reden!!!", schrie Sally und heulte halblaut weiter: "Mandy, ich will heute abreisen! Bitte, ich will nur noch nach Hause, ich kann nicht mehr!" Mandy fragte nicht weiter.

Am Nachmittag fuhren die beiden Mädchen wieder nach Hause. Sie redeten kaum mehr etwas miteinander. Mandy lieferte ihre beste Freundin daheim ab und sie verabschiedeten sich nur kurz ohne viele Worte und machten nicht wie sonst gleich einen Zeitpunkt aus, wann sie sich wieder treffen wollten.

Fast zwei Wochen lang dachte Sally über alles nach, traf sich nicht mehr mit ihrer Freundin Mandy, hörte keine Westlife-Musik und versuchte Kian zu vergessen. Dann rief Mandy schließlich an einem Freitag an. "Ja?" "Hi, ich bin’s, Mandy. Die Jungs von Westlife haben jetzt drei Tage frei und ich fahre übers Wochenende zu Mark nach Manchester. Hättest du Lust mitzukommen?" Sally schwieg. Sie dachte an Kian und schluckte. "Hm, ich weiß noch nicht. ich hab ziemlich viel für die Schule zu tun.", zögerte Sally. "Hey, komm schon! Vielleicht schaffst du ja schon alles heute. Ich hätte dich wirklich total gern dabei! Und du musst doch auch mal wieder rauskommen, oder?" "Okay", sagte Sally, "ich fahr mit!" Sie wunderte sich mal wieder, wie gut Mandy in sie hineinfühlen konnte, obwohl sie ihr nichtmal erzählt hatte, was geschehen war. Sie hatte die letzten zwei Wochen wirklich fast nichts unternommen und sich durch Schularbeiten abgelenkt. Sally und Mandy waren schon lange beste Freundinnen und nur weil Kian sie verletzt hatte, wollte Sally die Freundschaft nicht aufs Spiel setzen. Sie wusste zwar nicht, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte, wenn sie ihm begegnete, aber darüber wollte sie sich im Moment noch keine Gedanken machen.

Am Samstag fuhren die beiden Mädchen also schon vormittags los. Eigentlich wollten sie bereits am Nachmittag in Manchester sein, aber das Wetter war sehr schlecht. Es regnete fast die ganze Zeit, deshalb konnte Mandy nicht besonders schnell fahren. Außerdem hatte sie erst ein gutes Jahr ihren Führerschein und fuhr sowieso ziemlich vorsichtig. Als sie um halb sechs dann endlich das letzte Autobahnstück hinter sich gebracht hatten, mussten sie auch noch tanken. "Ich wünschte, du wärst auch schon achtzehn und hättest den Führerschein! Ich bin schon so fertig!", seufzte Mandy erschöpft, als sie tankte, und ihr gelang ein müdes Grinsen. Von dem Ort westlich von London, wo sie wohnten, bis Manchester war es doch ganz schön weit. Während sie zahlte, sah Sally sich in der Zeitschriftenabteilung um. Da fiel ihr eine Klatschzeitschrift auf, auf deren Titelblatt sie schon von aller Weite den Namen "Kian Egan" lesen konnte. Neugierig zog Sally die Zeitschrift heraus, "Westlife’s Kian Egan wählt neue Miss Ireland" war die große Überschrift, darunter war ein genauso riesiges Bild, auf dem Kian und die anderen Jurymitglieder mitten unter all den hübschen Kandidatinnen, die zur Wahl antraten, zu sehen waren. Kian sah verdammt gut aus, aber neben ihm. stand Jodi Albert! Sally konnte ihre Augen, die sich immer mehr mit Tränen füllten, nicht mehr von den beiden abwenden. Ihr Herz pochte immer schneller und schneller. "Hey Sally, warum kommst du denn nicht?", rief Mandy. Sally drehte sich nicht um, sondern blieb steif stehen und starrte weiterhin auf das Foto. Trotzdem wusste sie, dass ihre Freundin jetzt hinter ihr stand und über ihre Schulter ebenfalls auf das Heft sah. "Oh, heute Abend ist die Wahl zur "Miss Ireland" ja schon, dann wird Kian wahrscheinlich gar nicht da sein. Tut mir Leid für dich.", meinte sie. "Ich will ihn auch gar nicht sehen!", sagte Sally mit lauter aber verweinter Stimme und presste ihren Finger auf Jodi. Mandy schwieg. Dann nahm sie Sally die Zeitschrift aus der Hand, legte sie zurück und strich ihrer Freundin tröstend durch die blonden Haare. "Na los, fahren wir weiter!"

Als sie wieder ins Auto stiegen, schütte es mehr als je zuvor, der Regen verwandelte die Straße in einen Bach und noch dazu war äußerst viel Verkehr. Das Wetter passte zu Sally Stimmung. Sie wusste nicht, was sie empfinden sollte: Hass, Traurigkeit oder einfach nur Enttäuschung? Sie fühlte sich noch schrecklicher wie zu dem Zeitpunkt, als sie Kians Brief über ihre "tolle gemeinsame Nacht" gelesen hatte, und war froh, dass sie ihn nicht treffen würde. Plötzlich wurde sie durch Mandys Aufschrei aus ihren Gedanken gerissen. Sie sah das Auto, das auf sie zu kam und dessen Fahrer die Kontrolle verloren hatte, gleichzeitig Mandy, die das Lenkrad sofort links herüber riss. Wie in Zeitlupe spürte Sally, wie das kleine Auto ihrer Freundin ins Rutschen kam, sich langsam drehte und mit der Fahrerseite voraus auf die rechte Spur hinüber schlitterte. Sie wusste, dass das Auto sich selbstständig gemacht hatte und Mandy nichts mehr tun konnte. In Panik schrie auch Sally, es kam ihr jedoch ganz weit weg und dumpf vor. Dann sah sie nochmal das andere Auto ungefähr einen Meter vor sich, blickte in Mandys angsterfülltes Gesicht, es gab einen heftigen Ruck und Sally klatschte etwas Weißes hart ins Gesicht. Sofort wurde ihr schwarz vor den Augen.

Ungeduldig lief Mark in seinem Zimmer auf und ab. Es war schon kurz vor sieben und Mandy wollte eigentlich bereits am Nachmittag am Hotel sein. Er hatte schon ein ganz schlechtes Gefühl und machte sich langsam Sorgen, dass etwas passiert sein könnte. Wenn er auf ihrem Handy anrief, ging nur die Mailbox dran.

Endlich klingelte sein Handy und es stand "Mandy" dran. "Hallo Liebling, wo bist du denn?", fragte er erleichtert. Aber es war gar nicht Mandy. "Mark, ich bin’s, Sally!" Mark war verwirrt. "Aber. was ist mit Mandy?" "Hör zu, Mandy geht es soweit gut, aber wir hatten einen Unfall." "Nein! Was ist mit ihr? Wo seid ihr?" Mark war schrecklich geschockt. Er wollte sich einfach nicht vorstellen, dass seiner Freundin etwas passiert war. "Wir sind im Manchester-Krankenhaus, gleich in der Nähe der M.E.N. Arena!" "Ich komme sofort!", rief er und legte auf der Stelle auf.

Mark rannte zu seinem Auto und fuhr so schnell es ihm möglich war zum Krankenhaus. Er machte sich gleich auf den Weg in die Notaufnahme, wo Sally ihn bereits unter Tränen erwartete. Sie lief wortlos auf ihn zu und fiel Mark heulend um den Hals. Er erwiderte die Umarmung und fragte vorsichtig: "Hey, was ist denn los?" "Mark, es tut mir so Leid, ich hab dich angelogen! Mandy geht es nicht besonders gut, sie ist nichtmal bei Bewusstsein, aber die Ärzte können oder wollen noch nichts Genaueres sagen. Weißt du, ich wollte nicht, dass du dir Sogen machst und." Sally redete so schnell, dass Mark sie kaum verstand. "Ich hab Glück gehabt, nur ein paar Schrammen abgekriegt und mir den Arm ausgekugelt." Sie deutet auf das Pflaster auf ihrer Stirn und ein ziemlich großes an ihrem Unterarm. "Ist schon gut, alles in Ordnung.", versuchte Mark sie zu beruhigen und strich ihr übers Haar. Dabei kamen ihm selbst die Tränen. Er hatte noch nie so große Angst um jemanden gehabt. Endlich hatte er die Liebe seines Lebens gefunden und nun war Mandy etwas passiert und er wurde halb verrückt bei dem Gedanken daran, dass er nichts Genaues wusste.

Fast zwei Stunden saßen die beiden schweigend und eng zusammen auf einer Bank im Gang und warteten und warteten. Dann kam endlich ein Arzt aus dem Operationssaal. "Sind Sie Angehörige oder sehr gute Bekannte von Mandy?", fragte er. Mark sprang auf und wischte sich die fast getrockneten Tränen aus dem Gesicht. "Ja, ich bin ihr Freund und das ist ihre beste Freundin Sally. Sie war ja auch bei dem Unfall dabei. Bitte, sagen Sie uns, was mit Mandy ist!" "Naja, besonders gut steht es nicht um sie", begann der Arzt verlegen. "Die Operation ist allerdings sehr gut verlaufen. Sie hatte eine schwere Verletzung am Rücken und am rechten Bein. Außerdem hat sie eine leichte Gehirnerschütterung erlitten und wird sehr lange ruhen müssen. Wir dürfen jedenfalls hoffen, dass sich ihr Zustand verbessert und müssen einfach abwarten. Als wir ihr die Betäubung gegeben haben, stand sie noch unter Schock und war nicht bei Bewusstsein, aber bis Morgen wird sie hoffentlich wieder wach sein. Am besten Sie gehen heim und schlafen erst einmal eine Nacht drüber." Er klopfte Mark auf die Schulter und versuchte ihn aufmunternd anzuschauen. Dieser fühlte sich jedoch ganz steif und taub, sah in Sallys bedrückt dreinschauendes Gesicht und ihm wurde dabei ganz schlecht und schwindelig zugleich. Dann erklärte er ihr, dass er unmöglich selbst zurück zum Hotel fahren konnte und sie bestellten sich ein Taxi.

Mark hatte Sally gebeten bei ihm im Zimmer zu schlafen und trotz ihrer vermuteten Erfahrung mit Kian nahm sie die Bitte an, weil sie wusste, wie sehr Mark Mandy liebte und dass er sie nie betrügen würde. Lange lagen sie wortlos da, Mark im Bett, Mandy daneben auf der Couch, und weinten sich beide aus, bis sie einfach nicht mehr weinen konnten. Sally gingen ständig diese schrecklichen Bilder von dem Unfall durch den Kopf und sie konnte bei dem Gedanken an Mandy unmöglich einschlafen. Sie versuchte an etwas Schönes zu denken und es gelang ihr zuerst nicht, bis ihr Kian in den Sinn kam. Sie sah sein Grinsen und hörte ihn sprechen. Dabei fiel Sally auf, dass sie trotz allem immer noch Hals über Kopf in ihn verliebt war! Aber dabei dachte sie auch an die letzte Nacht in London und Jodi und war sich plötzlich nicht mehr so sicher. "Hey Sally, kannst du auch nicht schlafen?", wurde sie von Marks Flüstern aus ihren Träumen gerissen. "Nein, kann ich auch nicht. Mark, hattet ihr eigentlich schon mal Groupies oder habt ihr vielleicht immer noch welche?", fragte sie leise und vorsichtig. Zu ihrer Überraschung war Mark von dieser Frage gar nicht schockiert oder überrascht und antwortete ganz normal. Wahrscheinlich, weil er auch mal an etwas anderes denken wollte, egal was. "Naja, am Anfang unserer Karriere haben wir natürlich schon genossen, dass uns die Mädchen plötzlich zahlreich begehrt haben. Und vor allem Kian und ich haben das auch ausgenützt. Nicky und Shane waren ja schon lange mit Gina und Gillian zusammen und Bryan lernte dann auch ziemlich bald Kerry kennen. Tz, aber inzwischen bis ich vernünftig geworden und warte so lange, bis ich die Richtige gefunden hab." "Und Mandy ist es, hm?" "Ja, ich denke schon", sagte Mark verliebt und schniefte. Dabei wurde Sally klar, dass er sich womöglich noch einige Sorgen mehr um Mandy machte als sie. "Und. wie ist das mit Kian?", fragte sie um die bedrückende Stille zu brechen. "Kian hatte sicher genauso wie ich seit über drei Jahren kein Mädchen mehr für eine Nacht auf seinem Zimmer. Außerdem war ja Jodi jetzt fast ein Jahr seine feste Freundin." "Warum ‚war’? Ist er denn nicht mehr mit ihr zusammen?" Sally spürte einen winzigen Funken von Hoffnung in sich aufleuchten. "Nein er hat sie bereits gestern bei der Vorrunde zur "Miss Ireland"-Wahl getroffen um mit ihr Schluss zu machen. Er liebt dich, Sally! Wusstest du das etwa nicht? Und du brauchst auch keine Angst haben, dass er dich nur ausnützen könnte, denn wenn er das gewollt hätte, hätte er in der letzten Nacht in London bereits Gelegenheit dazu gehabt. Aber er hat dich nur kurz in euer Hotelzimmer gebracht und ist dann brav mit uns zur Arena zurückgegangen." Sally war absolut baff. Marks Worte schwirrten wirr in ihrem Kopf herum und sie musste diese erst einmal ordnen. Konnte es wirklich sein, dass sie sich alles nur eingebildet hatte, Kian sie liebte und, obwohl sie sich zwei Wochen nicht gemeldet hatte, gestern seine Beziehung mit Jodi beendet hatte? "Hey, was ist denn los?" Mark beugte sich zu ihr herüber. "Nichts. es ist nur. oh, mein Gott." Sally fühlte sich wieder überglücklich. "Mark, bitte sag Kian, dass es mir Leid tut, dass ich mich nicht gemeldet habe und. dass ich ihn auch liebe!" Trotz der Dunkelheit konnte sie Marks Grinsen erkennen. "Wenn er schon heute Nach zurückkommt, kannst du’s ihm ja selbst sagen. Aber jetzt schlaf erstmal eine Nacht drüber. Gute Nacht, Kleine!" Er gab ihr einen leichten Wangenkuss und drehte sich zur anderen Seite. "Gute Nacht!", hauchte Sally und schlief trotz den vielen Dingen, die sich in ihrem Kopf abspielten, ziemlich bald ein.

Kian wachte relativ früh auf. Er war nachts noch von London bis zu deren Hotel nach Manchester gefahren und konnte trotzdem nicht mehr schlafen. Der Sonne entgegen blinzelnd sah er in den kleinen Park des Hotels hinunter. Schien so, als würde der letzte freie Tag doch noch schön werden! Außerdem konnte er gar nicht glauben, dass er es geschafft hatte mit Jodi Schluss zu machen. Natürlich war sie geschockt darüber gewesen, Kian konnte ihr jedoch vertrauen und wusste, dass man darüber noch nicht sehr bald eine Story in der Zeitung finden würde. Und Jodi hatte es gut gefunden, dass Kian ihr gleich gesagt hatte, dass er in eine andere verliebt war. Er war sich jetzt wirklich so sicher wie noch nie, dass er Sally liebte. Er hatte lange darüber nachgedacht und wollte sie nun unbedingt wieder sehen. Hoffentlich war sie mit Mandy, die Mark besuchen kam, mitgekommen. Wenn nicht, konnte er von Mandy vielleicht Sallys Handynummer erfahren. Sie hatte sich jetzt zwei Wochen lang nicht gemeldet und Kian ärgerte sich, dass er sie nicht gleich auch nach ihrer Nummer gefragt hatte, sondern ihr nur seine gegeben hatte.

Schnell zog er sich an und machte sich auf den Weg zu Mark. Nachdem Kian dreimal ziemlich heftig an seine Zimmertür geklopft und immer noch niemand geöffnet hatte, machte er einfach selbst auf, weil er unbedingt mit Mark über alles reden wollte. Wie Kian vermutet hatte, schlief er noch tief und fest, aber direkt neben ihm auf dem Sofa, das an das Bett geschoben war, lag nicht Mandy, sondern Sally!!! Kian stand wie angewurzelt da und war erst einmal zu geschockt um zu weinen oder überhaupt irgendeinen Ton herauszubringen. Wie hatte er sich nur so in Sally und vor allem seinem besten Freund Mark täuschen können? Dieser hatte noch dazu seinen Arm zu Sally herübergelegt. Das war Kian zu viel! Er knallte mit voller Wucht die Tür zu und ging in schnellen Schritten ins Erdgeschoß und in den Park hinaus. Dort setzte er sich auf die erstbeste Bank und vergrub den Kopf in seinen Händen. Er hatte mit Jodi Schluss gemacht, war fest davon überzeugt gewesen, dass Sally die gleichen starken Gefühle für ihn empfand, wie er auch für sie hatte, und hatte sich wirklich so sehr in sie verliebt. Und jetzt lag sie mit Mark so gut wie zusammen im Bett! Kian kapierte es einfach nicht, er war total verwirrt!

"Na, Langschläfer." Nicky kam munter auf ihn zugestapft. "Hey Ki, was ist mit dir los?", fragte er, als er Kians Gesichtsausdruck sah. "Ach, ich bin nur noch ziemlich müde", log Kian und täuschte ein Gähnen vor, "bin ja schließlich gestern Nach noch hergefahren." "Achso. Naja, Shane und ich haben jedenfalls schon längst gefrühstückt und holen jetzt dann Gil und Gina vom Flughafen ab. Wir machen einen entspannenden Ausflug aufs Land und werden erst abends wiederkommen." "Ist okay", meinte Kian gelangweilt. "Shane und ich haben uns übrigens eine Überraschung überlegt. Wir fragen unsere Frauen, ob sie Lust haben im Juli zu viert in Miami Urlaub zu machen. Die beiden verstehen sich ja auch total gut und das würde sicher toll werden." Nicky schaute verträumt und Kian erkannte an seinem Blick, dass er in Gedanken ganz bei seiner großen Liebe Georgina war, was Kians Laune nicht gerade verbesserte. "Und, weißt du schon, wohin du Jodi im Urlaub entführst?" Nicky sah ihn neugierig an. Kian schluckte. Er hatte niemandem außer Mark erzählt, dass er seine Beziehung mit Jodi beenden wollte. "Ich. ich weiß es ehrlich gesagt noch gar nicht." "Naja, ist ja auch noch viel Zeit, aber normal planst du doch immer schon lange im Voraus alles." "Diesmal eben nicht!", sagte Kian schon etwas trotzig. "Ist ja gut, macht ja nichts! Denkst du eigentlich, dass das gut ist, wenn Shane und ich auch noch unseren Urlaub zusammen verbringen?", fuhr Nicky fort, der sich seine gute Laune durch nichts vermiesen ließ. "Nicht, dass wir uns dann womöglich auf die Nerven gehen und das schlechte Auswirkungen auf die Band hat oder so." "Ach was, du und Shane. ihr beiden könnte euch doch gar nicht gegenseitig auf die Nerven gehen!" Kian gelang ein echtes Grinsen. Nicky grinste überglücklich zurück. "Okay, danke Kian! Sorry, aber ich muss los!" Er sah auf die Uhr, klopfte Kian freundschaftlich auf die Schulter und war schon verschwunden. Kian aber blieb sitzen und dachte immer wieder über alles nach. Nicky und Shane waren so glücklich mit Georgina und Gillian und manchmal beneidete er die beiden wirklich, aber er gönnte ihnen auch ihr Glück. Wenn er nun mit Mark nicht zu Recht kam, welche Auswirkungen würde das auf Westlife haben? Kian war total fertig, er hätte am liebsten alles wieder rückgängig gemacht!

"Hi, du bist ja doch schon da!" Es war Mark. Kian hörte, wie er von hinten an ihn herankam, antwortete nicht und starrte auf den Boden. "Kian, schläfst du noch?" Mark ging vor ihm in die Hocke, versuchte ihm von unten ins Gesicht zu blicken und fasste ihn vorsichtig am Arm. "Kian!" Dieser riss seinen Arm aber aus Marks Griff und brüllte ihn an: "Tu doch nicht so!!! Erst verbringst du eine heiße Nacht mit Sally und dann machst du wieder auf guten Freund!!!" "Bitte???" Mark sah ihn fassungslos an. "Mark, ich hab gesehen, dass sie fast in deinem Bett gelegen ist!", rief Kian wütend. "Verdammt, Kian!", sagte Mark jetzt ebenfalls sehr laut, hielt dessen Arme ganz fest und sah ihm in die Augen. "Mandy und Sally hatten gestern auf dem Herweg einen Autounfall, Mandy liegt im Krankenhaus und musste abends operiert werden." Die letzten Worte brachte er nur noch schluchzend hervor, denn er fing an schrecklich zu weinen, stand auf und drehte sich weg. Kian war jedoch erstarrt, er spürte wie er innerlich gefror und für einen langen Augenblick brachte er keinen Ton heraus. "Mark. es, es tut mir so Leid. ich konnte doch nicht wissen. oh mein Gott. ich hatte einfach nur Sally im Kopf und dachte.", sagte er schließlich langsam und stockend. "Ich habe sie gebeten bei mir im Zimmer zu schlafen, weil ich einfach nicht allein sein wollte und mich durch irgendetwas ablenken musste. Wir haben nur ein bisschen geredet, weiter nichts!", erzählte Mark leise und schluchzte dabei. Er weinte jetzt richtig heftig und Kian tat das alles so Leid und er schämte sich für seine Vermutung. Er legte die Hand auf die Schulter seines Freundes und meinte: "Bitte verzeih mir, Mark, es tut mir Leid. Willst du jetzt ins Krankenhaus?" "Ja, Sally ist schon vor ungefähr zwanzig Minuten zu Mandy gefahren, als ich noch geschlafen hab. Sie hat mir einen Zettel geschrieben." Kian sah, dass Mark das alles nur schwer verkraftete. "Komm mit, ich fahr dich hin!" Er klopfte ihm auf die Schulter, dann gingen sie zu Kians Auto und fuhren gemeinsam ins Krankenhaus.

Sally war schon einige Zeit bei Mandy und sie hatten sich seit langem mal wieder richtig intensiv unterhalten. Sally hatte ihr endlich alles über sie und Kian erzählt und Mandy schwärmte ihr von Mark vor, was ihre starken Schmerzen erheblich milderte. "Mandy, Mark liebt dich! Er hat mir erzählt, dass du die Liebe seines Lebens bist!" Sally strahlte ihre Freundin an. "Ich liebe ihn auch so sehr! Ich denke auch, dass er der Richtige ist, Sally!" Mandy strahlte zurück und war mit ihren Gedanken ganz bei Mark. "Wo bleibt er eigentlich?" "Er müsste jeden Moment hier sein. Als ich durch irgendein lautes Türknallen aufgewacht bin, hat er noch tief und fest geschlafen. Ich wollte ihn nicht wecken und hab ihm einen Zettel geschrieben, dass ich schon zu dir fahre."

Da klopfte es plötzlich. "Komm rein!", sagte Mandy und versuchte sich aufzurichten, was ihr schmerzender Rücken jedoch nicht zuließ. Zuerst betrat Kian den Raum. "Hi! Gute Besserung, Mandy!" Mandy bedankte sich, sah ihn nur kurz an und wendete ihre Augen dann nicht mehr von der Tür ab. Ein riesiger Blumenstrauß mit wunderschönen roten Rosen schob sich ins Zimmer und dahinter. war Mark!!! Sie lächelte ihn an, er legte die Blumen beiseite und war sofort ganz nah bei ihr und küsste sie ganz fest. "Hallo, mein Schatz, wie geht’s?" "Hi, Süßer! Seitdem du hier bist, viel besser!" Sie zog ihn zu sich und küsste ihn noch mal. "Ehm." Sally räusperte sich. "Kian und ich gehen dann mal eine Blumenvase holen." Sie zwinkerte Mandy zu, Kian grinste und die beiden waren verschwunden. "Und, tut es wirklich nicht mehr so weh?" Mark setzte sich an die Bettkante. "Naja, ich hab schon noch ziemliche Schmerzen, aber wenn du bei mir bist, fühl ich mich wesentlich besser!" Sie grinste und wollte ihn wieder küssen, aber Mark wurde auf einmal ernst. "Mandy, ich hatte gestern solche Angst um dich! Ich liebe dich von ganzem Herzen und will dich nie wieder verlieren!" "Mark, ich liebe dich auch!", flüsterte Mandy. Dann sah er sie so verführerisch wie noch nie an, sie fühlte sich, als hätte sie tausende Schmetterlinge im Bauch, ihre Schmerzen waren vergessen und dann gaben sie sich einen Kuss, der unendlich lange schien.

"Hey, warte!", rief Kian, als Sally sich auf den Weg machte um nach einer Vase zu fragen. "Willst du wirklich eine Blumenvase holen?" "Warum nicht?" Sie drehte sich verwundert um. Kian hatte sich an die Wand gelehnt, sah ihr tief in die Augen und grinste übers ganze Gesicht. "Komm her!" Sally lächelte und ging langsam auf ihn zu. Er nahm vorsichtig ihre Hände. Da wurde sie von dem Blick seiner tiefblauen Augen gefangen und sie fing vor Aufregung an leicht zu zittern. Er sah sie ganz lange an und fragte: "Warum hast du dich bei mir so lange nicht gemeldet?" "Ach Kian, es tut mir so Leid! Ich hätte dich ganz sicher mal angerufen, aber das war alles ein riesiges Missverständnis und ich dachte.", fing Sally an alles schnell zu erzählen. Sie stand direkt vor Kian und ihr war schon ganz heiß. "Sshhht." Kian hielt seinen Zeigefinger auf ihre Lippen. Dann strich er ganz langsam ihre Haare hinter ihr linkes Ohr und küsste sie behutsam auf den Hals. Sally sah ihm in die Augen, in denen sie zu versinken schien, und war überwältigt! "Kian ich.", hauchte sie, konnte ihren Satz aber nicht beenden, weil dieser sie und ihre Hände gegen die Wand gedrückt hatte und sie jetzt richtig intensiv auf ihre Lippen küsste. Sally glaubte zu träumen, sie erwiderte den Kuss und fühlte sich so glücklich wie noch nie!!! "Wow!", brachte Kian nach diesem ewig langen Kuss hervor und grinste. "Ich hatte bis jetzt noch keine Gelegenheit dazu, aber ich muss dir unbedingt etwas sagen. Sally, ich liebe dich über alles!!!" "Oh Kian, ich liebe dich auch!", flüsterte Sally von dessen Blick immer noch gebannt. "Ich weiß, wir sind sehr viel unterwegs, haben nicht viel Zeit, sind mit der Band oft sehr eingeschränkt und deshalb ist es auch schwer unter diesen Umständen eine ernste Beziehung zu führen", begann Kian, "aber wenn es beide wirklilch wollen und ernst nehmen, kann es, obwohl es sicherlich nicht leicht für beide ist, trotzdem sehr gut funktionieren. Naja, du kannst dir wahrscheinlich schon denken, was ich sagen will." Er lächelte. "Könntest du dir vorstellen mit mir zusammen zu sein?" Sally strahlte über ihr ganzes Gesicht. "Und ob ich das kann! Kian ich liebe dich, wie noch nie jemanden zuvor, und ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können!" Kian grinste erleichtert. Sie umarmte ihn, fuhr ihm durch die Haare und küsste ihn wieder heftig.

Sobald es Mandy wieder etwas besser ging, wurde sie in ein Londoner-Krankenhaus umgeschrieben und so war es Sally möglich, dass sie ihre beste Freundin in den nächsten Wochen in jeder freien Minute, die ihr die Schule gab, besuchen konnte. Außerdem traf sie sich mit Kian, wann immer Westlife einen Tag oder auch nur ein paar Stunden frei bekamen. Dann war Mandy aber auch nicht allein, weil Mark dann zu ihr ins Krankenhaus kam. Ungefähr zwei Monate später, als Mandy schon entlassen worden war, war dann endlich das letzte Westlife-Konzert gegeben und die vier Jungs feierten zusammen mit ihren Frauen und Freundinnen bis tief in die Nacht ihren langersehnten Urlaubsanfang.

"Also, Mark und ich haben noch eine Überraschung für euch beide!", begann Kian seine Ansprache und sah Sally und Mandy an. "Und zwar haben wir uns gedacht, wenn Shane und Gillian und Nicky und Gina schon zusammen nach Miami fliegen, könnten wir doch auch zu viert wegfahren, oder? Deshalb haben wir bereits einen hoffentlich wunderschönen Urlaub auf den kanarischen Inseln gebucht, und wenn ihr wollt, geht es in ein paar Tagen schon los, Mädels!" Er grinste und gab Sally einen leichten Kuss. "Wow, echt? Das ist ja super! Also soweit ich weiß, haben wir noch nichts vor, oder, Sally?" Mandy strahlte und umarmte Mark. "Ich bin auf jeden Fall dabei! Danke, Jungs!", meinte Sally und schmiegte sich an Kian. "Sorry, ich weiß, das ist nachgemacht, aber es ist eben auch eine tolle Idee!", sagte dieser und grinste zu Shane und Nicky herüber. "Ach was, kein Problem!", meinten beide gleichzeitig, grinsten sich gegenseitig an und gaben ihren Frauen einen intensiven Kuss. "Ich erinnere mich noch an den Tag, bevor wir auf unser erstes Westlife-Konzert gegangen sind", sagte Mandy leise zu Mark, "ich konnte mir nicht einmal deinen Namen merken. Und jetzt sitze ich hier in deinen Armen und bin überglücklich. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so endet!" "Endet? Das ist doch erst der Anfang, Liebling!" Er lächelte. Darauf küssten sich auch Mandy und Mark und Sally und Kian leidenschaftlich und so wurde es noch eine lange, lange Nacht.

The End