Aufgeregt nahm Naomi den Brief in die Hand. War er wirklich von der Zeitschrift oder war es doch nur Tante Shio?! Oder ihr nerviger Cousin Taeo?!Schnell stopfte sie den Umschlag in ihre Schultasche, nahm die restliche Post aus dem Briefkasten und ging ins Haus.Ihre Mutter arbeitete heute länger und deshalb würde sie ungestört nach schauen können.Langsam und vorsichtig drehte und wendete sie den Brief.Dann nahm sie sich den Brieföffner und schlitzte ihn auf.
Liebe Naomi,
Wir sind froh dich als Siegerin unseres O-Town Gewinnspiels beglückwünschen zu können.Vor allem dein "Ashley ich liebe dich", hat uns sehr beeindruckt.Die Tickets sowie der Hotelgutschein liegen bei.Hoffentlich läuft alles gut und du kannst die süßen Jungs von O-Town und die Bravo-Supershow genießen. Viele Grüße die Redaktion.
Naomi laß den Brief zehn mal durch bis sie es endlich glaubte.Sie hatte den Hauptpreis gewonnen und würde in einer Woche O-Town treffen.Leider war da nur ein Problem.Wie würde sie nach Köln kommen ohne das ihre Eltern etwas bemerkten.Sie wollte schon vor Verzweiflung los heulen, da kam ihr ein Gedanke.Schnell setzte sie sich an den Computer.Den Briefkopf ihrer Schule hatte sie schnell gefälscht, dann setzte sie einen Brief über einen Austausch nach Deutschland auf.Nun musste sie nur noch die Unterschrift ihres Lehrers fälschen.-Perfekt.Stolz hielt sie ihr Meisterwerk in den Händen. Dann hörte sie ihre Mutter die Tür hinein kommen.Schnell schaltete sie den Computer aus und stürmte die Treppe hinunter. "Mama!Ich bin für einen Schüleraustausch angenommen worden, ist das nicht toll?!" Ihre Mutter starte sie entgeistert an. "Mama, jetzt guck doch nicht so, ist doch toll, dann kann ich meine Leistungen verbessern, du weißt doch Deutsch ist nicht so meine Stärke!"Naomi setzte ihr liebstes Lächeln auf. "Naja, meinen Segen hast du aber frag noch deinen Vater.Wann geht es denn los?!"Naomi fiehl ihrer Mutter um den Hals. "Nächste Woche und ich habe schon alles organiesiert du musst dich um garnichts kümmern!"Naomi setzte erneut ihr Honigkuchenpferdgrinsen auf und wollte gerade die Treppe hochsteigen, als ihre Mutter sie zurück rief. "Und warum weiß ich nichts davon, das du dich angemeldet hast?!"Kritisch und streng blickte sie ihre Tochter über ihre Brille an. "Ähm, ich hab das wohl vergessen.Tut mir Leid Mom!" Nun endlich rettete sich Naomi vor den Fragen ihrer Mutter, die Treppe hoch.Oben zog sie sich die Decke bis übers Kinn und dachte nach.sie musste alles geschickt organisieren.Sie würde nach Germany fliegen und Ashley treffen.Da war ihr eigentlich alles egal.Ihre Eltern wären bestimmt nicht begeistert, wenn sie das wüssten.Also warum beunruhigen, wenn sie sich nicht beunruhigen mussten.
Naomi ging an ihren Kleiderschrank.Was sollte sie bloss anziehen?!Stand Ash eher auf sportliche Girls oder auf Edle?Oder doch lieber auf Schicke?!Sie beschloss sich ganz normal anzuziehen.Enger Pulli und enge Jeans.Die stopfte sie dann auch gleich in ihren Rucksack.Ihr Autogrammalbum sowie ein Plüchtier für Ash wanderten hinterher.Dann noch ein paar Poster und natürlich ihr Handy.Vielleicht sollte sie ihr Guthaben noch mal aufladen.Ob Ash ihr wohl seine Handynummer geben würde?!Bald müsste sie nicht mehr mit den Postern von Ashley reden.Sie würde ihn im Arm halten.Er würde sie küssen, wie in ihren Träumen.Zum Glück hatte ihr Vater dem"Schüleraustausch" zu gestimmt.Fröhlich hüpfte sie die Treppe hinunter ins Esszimmer. "Mom, Dad, wir müssen fahren!Mein Flieger geht in einer Stunde!" Im Wohnzimmer saßen ihre Eltern.Ihre Mutter guckte sie streng an.Sie hielt das Gewinnformular des Wettbewerbs in der Hand. "Mom, das ist doch nur Werbung, du weißt schon wie diese Rubbelspiel.Ich habe es nur wegen dem Bild von Ashley aufgehoben." Ihr Vater kam auf sie zu und drückte sie. "Dann ist es ja gut mein Schatz, ich wünsche dir eine schöne Reise.Ich muss zur Arbeit, deine Mutter wird dich zum Flughafen fahren."Er drückte seine Tochter noch einmal fest, dann nahm er seinen Mantel und ging. Ihr Bruder zog Naomi zur Seite. "Viel Spaß und grüß Ash von mir!" Er zwinkerte.Ahnte er etwa was?! Dann folgte Naomi ihrer Mutter in den Wagen. "Versprich mir das du nichts verbotenes tust und immer daran denkst welche Religion du hast und wer dich erzogen hat." "Mom, ich bin doch nur eine paar Tage weg." Naomi reagierte genervt.Schließlich war sie nur fünf Tage weg und ihre Mutter tat so als würde sie eine Weltreise machen.Endlich waren sie am Flughafen angekommen. Schnell nahm Naomi ihren Rucksack. "Das du mit so wenig Sachen auskommst, verstehe ich nicht." Ihre Mutter schüttelte den Kopf. "Mom, lass mich doch, ich bin doch keine Modepuppe."Sie hielt der Securityfrau ihren Rucksack hin.Bitte räum ihn nicht aus, bitte räum ihn nicht aus. "Entschuldigung ich würde gerne ihren Rucksack auspacken haben sie etwas dagegen?!" Naomi wendete sich mit kritischem Blick zu ihrer Mutter um die auf die Uhr blickte.Dann kam ihr eine Idee. "Mom, das dauert bestimmt, du kannst schon gehen, ich werde dich vermissen."Naomi fiehl ihrer Mutter um den Hals.Diese gab ihr noch ein. "Pass auf dich auf und benimm dich gut, mach uns keine Schande!Viel Spaß"mit auf den Weg, drückte ihre Tochter und verschwand um sich zu ihrer Arbeit zu begeben.Die Frau von der Flughafensicherheit lachte, als sie mehrere O-Town Fanartikel, das Autogrammbuch und den Foto auspackte. "O-Town ist das eine von diesen Deutschen Popgruppen?" "Nein, amerikanisch." Naomi schnappte sich ihren Rucksack und verschanwand nun entgültig hinter dem Schalter.Heute würde sie Ash treffen und es waren nur noch wenige Stunden bis dahin.Sie konnte ohne Übertreibung sagen, das sie zur Zeit der glücklichste Mensch auf der Welt war.
"Willkommen im Holiday Inn Hotel Köln.Sie sind sicher Mrs. Shinizwa?!Zimmer 309.Mit dem Aufzug in den dritten Stock und dann das letzte Zimmer im rechten Gang." Die Dame an der Rezeption redete einfach darauf los. "Sorry, my German isn’t very good."Versuchte Naomi die Dame auf ihre miserablen Deutschkentnisse aufmerksam zu machen.Zum Glück wiederholte die nette Frau ihren ganzen Wortschwal auch noch mal auf Englisch und so fand Naomi dann nach zirka zwanzig Minuten ihr Zimmer.Es war relativ klein und hatte den Veranstalter wahrscheinlich nich viel Geld gekostet.Sie stellte ihren Rucksack ab und erkundete den Raum.Bett und Klo in einem Zimmer, toll!Es klopfte an der Tür und Naomi öffnete es war eine junge Frau die sich als Leiterin ihres O-Town Meet und Greet herausstellte.Sie hatte eine Menge von Ausweisen um den Hals hängen und gab nun auch Naomi einen Backstageausweis, eine Vipkarte für die Show sowie Aftershowpartie und ihren Ausweis als Gewinnerin.Naomi musterte überglücklich die baumelnden Karten um ihren Hals.Dann drückte die Frau, inzwischen als Sarah vorgestellt, ihr noch einen Stapel Blätter in die Hand und verschwand nach einer kurzen Verabschiedung. Naomi blätterte die Seiten durch, ein Stadtplan, ein Backstageplan, ein Terminplan.Sie guckte auf die Uhr.Halb Vier.Dann fuhr sie mit dem Finger über den Terminplan, bis sie die richtige Zeile gefunden hatte.Vier Uhr, Interview mit O-Town im Backstagebereich der Kölnarena.Dann musste sie sich beeilen.Sie zog ihre neuen Jeans und ein weißes Top an und schnappte sich ihren Rucksack in dem nur der Fotoapperat, das Handy und ein paar Poster lagen. Unten in der Halle fragte sie an der Rezeption nach dem Weg zur Kölnarena.Die Dame zeigte mit dem Finger gegenüber auf ein riesiges Gebäude.Dann musste sie grinsen.Naomi merkte wie sie rot wurde.Dann lief sie über die Straße zeigte den Securityleuten einen Ausweis und ging ins Gebäude.Sie war kaum drin, da umarmte sie jemand von hinten. "Hey Darling!" Naomi konnte es nicht glauben, das war die Stimme vo Ash.Ihr Traum war geworden, sie lag in den Armen ihres Traummannes.Dieser hatte sie inzwischen schwungvoll zu sich gedreht und gab ihr ein Küsschen links und ein Küsschen rechts. Er war noch süßer als im TV.Leider hielt die traute zweisamkeit nicht lange an den Jacob schlenderte auf sie zu.Im Gepäck die Leute von der Bravo. Naomi wurde fotografiert und interviewt.Ashley war ein total lieber Kerl.Sie hatte noch nie einen so tollen Jungen wie ihn getroffen.Doch dies sollte nicht lange anhalten.
Am nächsten Tag war die Bravo Super Show eingeplant.Dann sollte Naomi noch zwei Tage mit den Jungs in Köln verbringen.Naomi hatte schon früher als geplant das Hotel verlassen und war bei der Halle angkommen.Inzwischen war es dunkel.Sie ging an den Leuten der Security vorbei, die sie inzwischen schon kannten und durch den langen Gang zu den Räumen der Jungs.Sie wollte gerade anklopfen als ihr Name fiehl. "Diese Naomi ist doch echt Rattenscharf die würd ich gern mal so richtig...!" Das war Ashley. "Ash, die ist echt geil und so heiß auf dich die würd bestimmt nicht nein sagen!"Das war Jacob. "Ich glaub ich krall die mir heute während der Aftershowparty, ob sie will oder nicht!"Ash haute mit der Faust auf den Tisch.Naomi traute ihren Ohren nicht.War das ihr Traumtyp?!War das wirklich ihr Ash?!Die Tränen stiegen ihr in die Augen.Sie rannte den Gang entlang durch eine ihr unbekannte Tür und landete in einem Hinterhof.Sie setzte sich auf eine kleine Mauer, die früher den Hof in zwei Teile geteilt hatte.Plötzlich erschien im dunkel eine zweite Gestalt im Hof.Naomi dachte es wäre Ashley und ging in Deckung.Doch die Person war kleiner und gerade dabei sich eine Zigarette an zuzünden.Naomi versuchte ihr schluchzen zu unterdrücken doch es gelang ihr nicht.Nun, hatte die dunkle Gestalt sie bemerkt und kam auf sie zu.Mit einem Schwung saß er neben ihr auf der Mauer.Naomi drehte ihren Kopf zu ihm und erkannte im Licht zwei hell leuchtende blaue Augen.Sie waren einfach wundervoll. "He, warum weinst du denn?!"Er strich ihr sachte über die Backen. "Naomi?!"Hörte sie plötzlich Ashleys Stimme. "Ashley, er darf mich nicht finden."flüsterte Naomi und rettete sich mit einem schnellen Sprung hinter die Mauer. "Egan, hast du ein Mädchen gesehen, etwa so groß wie du mit braunen Haaren und einem schwarzem Top?!"Das war wieder Ashley. "Tut, mir Leid, nie gesehen."sagte der Mann mit den blauen Augen etwas säuerlich über die Anspielung auf seine Größe.Dann streckte er eine Hand auf die andere Seite der Mauer und half Naomi hoch. "Die Luft ist rein."flüsterte er.Dann strich er erneut über ihre Backen. "Was hat das Schwein dir getan?!"Naomi schluchzte.Sie betrachte den Blonden mit den auffallend blauen Augen.Dann ohne zu überlegen erzählte sie los, wie sehr sie O-Town Fan war, was Ashley in der Umkleide über sie erzählt hatte und wie sie darauf hin geflohen war.Dann fiehl sie nach vorne und umarmte den Fremden.Dieser schloss ebenfalls die Arme um sie.Sie saßen länger da in einer innigen Umarmung. Dann lies sie ihn los. "Ich bin übrigens Kian und du bist lass mich raten: Naomi?!"stellte der Blonde sich vor und lächelte. "Was soll ich denn jetzt machen?!Ich will nicht zurück ins Hotel, ich will nichts mehr mit O-Town zutun haben."Naomi liefen erneut die Tränen über die Backen. "Also, ich schalge vor als erstes hört ein so hübsches Mädchen auf zu weinen und dann, hmm, wenn du willst kannst du in meiner Suite übernachten.Sie hat zwei Schalfzimmer." Naomi schaute überglücklich zu Kian. "Danke, aber vorher müssen wir noch meine Sachen aus dem Hotel hohlen, moment, macht es dir wirklich nichts aus, mich bei dir auf zu nehmen?!"Naomi zögerte, Kian war schon von der Mauer gesprungen. "Ach, Quatsch, dann wird es mir wenigstens nicht so langweilig."Er lächelte liebevoll und zog Naomi von der Mauer.Hand in Hand gingen sie durch den Backstagebereich und weiter zu Naomis Hotel, das praktischerweise auch Kian beherbergte.Das hieß sie mussten einfach nur drei Stockwerke höher fahren. "Kian, danke, du bist echt meine Rettung!" Naomi lächelte den treuherzig dreinblickenden Kian an und fand das er eigentlich viel hübscher war als Ashley. Naomi war so müde das sie sich gleich in das zweite Schlafzimmer legte und das Licht ausknipste.Sie nickte sofort ein.Plötzlich hörte sie, wie es an der Tür zur Suite klopfte.Dann schlurfende Schritte.Sie vernahm ein Stimmengewirr. "Wo warst du denn Anto hat fast einen Nervenzusammenbruch erlitten.Er hat getobt.Deine Fans haben uns aus gepfiffen.Shane musste alle deine Parts übernehmen, er ist völlig am Ende."Sprach eine Stimme die sehr der eines Kettenrauchers ähnelte. "Psst, sei leise Sie schläft!" das war Kian "Wer schläft?!"fragte nun eine andere Stimme. "Naomi, ich hab sie vorhin auf gegabelt, war ziehmlich am Ende, Ash die dumme Sau hat sie fertig gemacht."Kian flüsterte. "Naomi, aha, Ash hat sie fertig gemacht und dann kamst du der Selbstlose Kian und willst natürlich nur Freundschaft."Ein hämisches Lachen entfuhr dem Kettenraucher. "Bryan hör auf mit dem Scheiß du weißt genau, das ich nichts mit Groupies anfange."Kian hatte nun einen sehr harten Ton drauf. "natürlich ist mir klar, dass sie nichts mit Ash wollte, das war nur ein Plan um mich zu bekommen!"Kians Stimme hatte eine gewisse coolheit hart an der Grenze zu eingebildet.Das konnte sich Naomi nicht länger gefallen lassen.Sie sprang aus dem Bett und schnappte sich ihren Rucksack.Mit einem ruck riss sie die Tür auf und starrte in die verdatterten Gesichter von drei Jungs.Kian, dieser Bryan und noch ein blonder standen vor der Tür.Naomi guckte mit eises starre in Kians Gesicht. "So ich bin also ein geiler Groupie, ja?! Dann dankeschön für die selbstlose Hilfe! Ich bin Weg!" Damit drehte sie sich auf dem Absatz um und verschwand aus der Tür.Sie lief zu den Aufzügen.Komm schon.Betete sie.Endlich ertönte der Klingelton und der Aufzug öffnete seine Türen.Naomi trat ein.Gerade wollten die Türen sich schließen, da queschte sich eine zweite Person noch schnell durch den Spalt.Es war Kian. "Naomi, bitte so war das doch garnicht gemeint.Das war doch nur Spaß!Er schaute sie wieder mit einem Dackelblick an.Sie wollte ihm gerade eine trotzige Antwort geben, da ruckte plötzlich der Fahrstuhl und Stand.Da waren sie nun, die junge Naomi und der kleine Kian. "Scheiße!" Langsam ließ sich Kian auf dem Boden nieder. "Ich hab tierische Angst vor Aufzügen und außerdem Platzangst." Gestand Naomi und sah Kian hilfesuchend an. "Guck mich nicht so an, ich mach mir selber fast in die Hosen!" Naomi hatte sich nun ebenfalls gesetzt.Langsam rückten die beiden näher zusammen. Naomi hielt Blickkontakt zu Kian und dieser wendete seinen blauen Augen nicht von Naomi ab.Langsam nahm er ihre Hand.Dann legte er seinen Arm um ihre Schulter.Sehr behutsam, ließ sie ihren Kopf auf seine Schulter sinken.Sie blickten sich immer noch tief in die Augen. "Du bist wunderschön."flüsterte Kian. Wann hatte das, das letzte mal jemand zu Naomi gesagt ?! Sie wusste nicht, ob jemals jemand so etwas zu ihr gesagt hatte. "Du hast super schöne Augen Kian, ich könnte sie nur noch ansehen."Alles war vergessen.Das Gespräch vorhin, der Altersunterschied, Naomis Kultur und vor allem das sie im Fahrstuhl fest steckten. Langsam nährte sich Kians Kopf dem von Naomi. Erst legte er ihn nur an ihre Schulter.Dann schloss er die Augen, sie tat es ihm gleich.Seine Lippen näherten sich.Gleich würde Naomi den ersten Kuss ihres Lebens bekommen.Von jemanden den sie wirklich liebte, denn jetzt, in diesem Augenblick war ihr klar, das sie Kian liebte.Ashley, wer war Ashley?!Sanft stupsten ihre Nasen gegeneinander. Doch bevor sich ihre Lippen trafen, sprang plötzlich die Tür vom Fahrstuhl auf.Kian lies sofort ihre Hand los und beide verliesen getrennt den Fahrstuhl.
"Kian, ich liebe dich."Nein, so konnte sie es nicht sagen. "Kian, die Sache im Fahrstuhl was denkst du denn?Sollen wir es probieren?" Plötzlich stand er vor ihr.Hatte nur ein Handtuch um seine Hüften geschlungen.Reiß dich zusammen, sprach Naomi sich selbst Mut zu. "Kian, ich..." "Naomi, ich hab es auch schon wieder vergessen.Es muss dir nicht peinlich sein." Er drehte sich um und ging Richtung Wohnzimmer.Verdammt!Kian empfand garnichts für sie das, das konnte doch garnicht sein. "Kian, warte!"Kian drehte sich um.Er zog die Augenbraun hoch. "Du kannst mir nicht erzählen, das du nicht auch in mich verliebt bist, oder was war das im Aufzug?!Ich weiß ich bin erst vierzehn, aber wir könnten es doch probieren?!" Kian drehte sich wieder Richtung Tür. Naomi hatte anscheinend verloren. Dann drehte er sich wieder um und lächelte.Naomi lächelte zurück. Langsam ging sie auf ihn zu.Dann nahm sie ihn in den Arm.Er reagierte nicht.Er stand einfach nur da. "Ich geh mich dann mal anziehen."Damit löste er sich aus der Umarmung und ging Richtung Badezimmer. "Mist verdammter!" Naomi fluchte und heulte darauf los.Wie konnte sie nur so blöd sein.Wie konnte Sie nur denken, das ein berühmter Popstar in sie verliebt sein könnte.Das war doch völlig bescheuert.Absurder als absurd.Kian Egan und ein kleines Mädchen aus Notting Hill. Sie ging in ihr Zimmer.Nahm ihren Rucksack und machte sich auf den Weg. Ihr Flug würde in einer Stunde gehen.Sie würde Kian vergessen und damit wäre die Sache gegessen. Sie würde ihr Leben jetzt umkrempeln.
Naomi verließ das Flugzeug und stieg in den Pendelbus Richtung Notting Hill. Sie hatte die ganze Zeit versucht nicht an die blauen Augen von Kian zu denken.Warum war er nur so abweisend gewesen. Sie waren sich doch so Nahe gekommen im jedenfalls war das ihr Eindruck gewesen.Hatte sie sich wirklich so in ihrem Kian getäuscht?! Es war nicht so wie bei Ashley, es war ihr ernst.Sie konnte nur noch an Kian denken.Jede freie Minute.Dachte sie an die Schule, hatten plötzlich alle Schüler blaue Augen. Es war wie ein Fluch.Aber wenn das nur alles gewesen wäre. Als sie zu Hause ankam, erwarteten sie ihre Eltern.Ihre Mutter hielt die "Sun" in der Hand. Sie knallte die Zeitung vor Naomis Füße. "Schüleraustausch, ja?!Das du mich so belügst, hätte ich nicht gedacht.Ich bin schwer entäuscht." Naomi wurde auf ihr Zimmer geschickt, dort sollte sie bis zu den Sommerferien bleiben, nur in die Schule durfte sie gehen. Naomi fügte sich.Sie hatte keinen Bock auf Stress mit ihren Eltern oder sonst jemanden in ihrer Family.Sie ging in die Kirche und trug ihre japanischen Kleider und Schuhe. Doch ihre Gedanken schweiften nur um Kian.Sie liebte ihn.Sie wollte ihn wiedersehen.Ihr war klar.Sobald die Sommerferien anfangen würden, würde sie zu ihren Verwandten nach Sligo fahren.Da hätten ihre Eltern bestimmt nichts dagegen.Ein Besuch auf der grünen Insel.
Tatsächlich.Ihre Eltern stimmten zu, das Naomi gleich am ersten Ferientag zu ihren Verwandten fahren durfte. "Da kommt sie wenigstens auf andere Gedanken und vergisst diesen ganzen Boygroup quatsch!"hörte Naomi ihre Mutter sagen.Sie nahm ihre Koffer und steckte den größten Teil ihrer Klamotten hinein.Sie wollte gut aussehen um Kian für sich zu gewinnen.Sie liebte ihn und war sich sicher, dass er sie auch liebte.
Hei Tante Miou, hei Onkel Shan! Hei, Naomi! Küsschen rechts, Küsschen links.Wie Naomi das hasste aber sie würde sich heute Mittag noch absetzen um Kian zu treffen. Ihre Tante führte Naomi in ihr Zimmer. Es war weiß tapiziert und in der Mitte stand ein Bett.An der Seite war ein riesen großer Schrank. Naomi dankte ihrer Tante.Irgendetwas gefiehl ihr nicht.Genau, ihre Cousine fehlte. "Naomi, bist du auch mal wieder da!" Zu früh gefreut, da war das Nervenbündel wieder. "Tante Miaou, ich würde gerne ein bisschen durch Sligo bummeln.Ich muss einfach mal wieder ruhe in meinen Körper bringen." "Natürlich Schätzchen, geh ruhig. Um sieben gibt es Abendessen, bis dahin müsstest du zurück sein oder ruf an." Gut gelogen, lobte sich Naomi selbst.Dann zog sie los. Das ging alles viel schneller, als sie sich das erhofft hatte.Nur wie sollte sie nun Kians Adresse raus bekommen?!Naja, in so einem Kaff wie Sligo durfte das alles nicht so schwirig sein. Sie ging durch die Straßen. Kian, verdammt warum liebst du mich bloss nicht.Ich liebe dich.Das sagte ich so vor mich hin.Plötzlich prallte ich auf jemanden.Es war einer aus Kians Boygroup.Der Gutaussehende.Wie war noch mal sein Name?!Ach genau Shane.Naomi erinnerte sich an Shane den sie schon mal auf einem Bild gesehen hatte. "Shane !" Der junge Mann zog die Baseballkappe tiefer ins Gesicht . "Bleib stehen, du Depp ich will kein Autogramm von dir, du bist mir doch Scheißegal." Das schien den smarten Boy zu beeindrucken.Er drehte sich zu Naomi um.Dann kam er auf sie zu. "Okay mach schnell und red leiser, guck mal wie die Leute uns anstarren." "Sag mir bitte wo Kian wohnt." Naomi sah Shane flehend an. "Warum sollte ich das tun?!"Er hielt mich wahrscheinlich für einen durchgeknallten Fan. "Hör zu ich bin das Mädchen, das in Germany bei Kian im Zimmer geschlafen hat.Naomi!Jetzt will ich ihn besuchen und habe leider seine Adresse nicht!"Wieder sah Naomi bettelnd zu Shane auf. "Du bist das, wegen dir ist er völlig fertig.Er bringt nichts mehr auf die Reihe.Deswegen werde ich dir auch nicht seine Adresse geben, er muss dich vergessen und du am besten auch ihn, geh nach Hause und spiel mit deinen Puppen!"Damit rauschte Shane ab. Naomi war wütend und traurig zu gleich.Sie liebte Kian.Wie sollte sie ihn nur finden. Sie zog weiter ihre Kreise durch Sligo. Dann musste sie mal aufs Klo.Sie ging in einen nahe liegenden Pub. Wollte es der Zufall so?! Als sie ihn betrat sah sie Kian in einer Horde Girlies sitzen.Er lächelte und feixte doch etwas machte Naomi stutzig. Sie kannte Kian noch nicht lange, aber lange genug um zu sehen, dass diese Augen nicht fröhlich waren.Sie wirkten sogar tief traurig.Sie musste nicht mehr aufs Klo.Sie ging auf Kian zu. Doch auf halben Weg verlor sie den Mut, den Mut ihn vor allen an zusprechen.Statt dessen ging sie aus dem Pub raus. Plötzlich griff eine Hand nach ihrer Schulter.Freudig drehte sich Naomi um, ganz sicher das es Kian war.Doch es war nicht Kian, es war ein anderer Lifer und zwar Mark.Sie kannte ihn ebenfalls nur von Fotos aber er war nicht zu verkennen mit den blond gefärbten Haaren und der großen Sonnenbrille. "Hey, ich kenne dich, du bist Kians kleine Freundin aus Germany.Er spricht oft von dir.Aber tu uns den Gefallen, lass Kian in Ruhe.Er ist fröhlich, endlich. Zerstör das nicht." Das war zu viel.Alle Emotionen platzten aus Naomi heraus. "Kian, hat mich ab gewiesen, er ist nicht das Opfer und ich bin auch nicht die Böse.Ich liebe diesen Mann.Ich weiß ich bin erst vierzehn aber ich kann das Wort `Liebe´ sehr gut defienieren.Wenn du Kian richtig kennen würdest, dann würdest du auch sehen, das es ihm schlecht geht.Sau schlecht!" Das Gebrüll hatte Kian auf Naomi aufmerksam gemacht.Er kam aus dem Pub. Seine blauen Augen blitzten zwischen Mark und Naomi hin und her. Dann ging er demonstrativ an Naomi vorbei.Diese wusste garnicht was Los war. Sie hatte Kian doch nicht weh getan.Wiso war er so abweisend zu ihr?! "Kian!" Sie musste einfach hinter ihm her.Doch Mark hielt sie fest. "Lass gut sein Mark."Kian hatte sich um gedreht.Naomi war nun mit Kian auf einer Höhe.Plötzlich passierte etwas womit Naomi garnicht gerechnet hatte. Kian legte seinen Arm um sie. Naomi zuckte zusammen und Kian zog erschrocken seinen Arm weg. "Nein, lass ruhig."Sie lächelte Kian an. "Ich...!" fingen beide an. "Du zuerst!" überlies Naomi Kian das Wort. " Naomi, ich weiß nicht wie ich es sagen soll, ich bin ein ziehmlicher Feigling und in den letzten Jahren bin ich oft von Mädchen entäuscht worden.Ich nehme mir das immer sehr zu Herzen und deshalb hatte ich Angst eine neue Beziehung ein zu gehen, vor allem mit einer minderjährigen.Du weißt ja, das unsere Beziehung verboten ist.So oder so.Aber ich kann es nicht länger verschweigen.Ich liebe dich!Meine Süße!" Naomi hielt inne.Sie glaubte nicht was sie da eben gehört hatte.Ihr Kian liebte, er liebte sie wirklich. "Ki, Ich liebe dich auch, lass es uns wenigstens probieren!"Sie umarmten sich.Kian, wollte Naomi küssen, aber sie drehte sich weg. "Kian, langsam."Kian nickt und nahm seine Naomi in den Arm. "Ich habe Zeit, nur ich hab leider noch ein Problem." Naomi zog die Augenbraun hoch. "Naomi, ich steh mitten in der Öffentlichkeit, wie wollen wir unsere Beziehung geheim halten?!Ich habe mir überlegt das ich eine offiziele Freundin bezahle, nur für das Geschäftliche nicht für die Liebe, denn es gibt nur eine Frau auf dieser Welt, die ich über alles liebe."Er nahm Naomi in seine Arme.Sie lächelte.
"Ich bin wieder da."Naomi ging in ihr Zimmer stellte ihre Sachen ab, zog ihre japanischen Kleider an und ging die Holztreppe hinunter zum Abendessen.Das Abendessen verlief schweigend.Naomi aß den komischen Brei mit sehr spitzen Lippen.Wie gerne wäre sie jetzt bei Kian. "Und Naomi wie war dein Ausflug?!"fragte ihre Tante interessiert. "Oh, sehr schön, ich gehe morgen wieder.Hier kann man so richtig die Seele baumeln lassen." "Wo warst du denn genau?!"bohrte ihr Onkel nach. "Weiß ich nicht genau, mal hier mal da." Endlich gaben ihre Verwandeten Ruhe.Naomi sehnte sich nach Kian.Sie hatte sich mit ihm für morgen Abend in der Disco verabredet. "Morgen werde ich etwas länger weggehen, ich habe ein Disco gesehen die ich gerne mal ausprobieren würde." "Tut mir Leid Liebes, morgen wird es nichts mit Disco, wir haben einen Grillabend geplant." Erklärte ihre Tante. Naomi nickte.
Oben in ihrem Zimmer kramte sie nach ihrem Handy. "Hi Ki, du Disco is nicht meine Family plant einen Grillabend.Ja, find ich auch schade.Ich liebe dich auch.Nein, ich liebe dich mehr.Ich wär jetzt so gerne bei dir." Naomi seufzte Sehnsuchtsvoll.Dann hörte sie den Kuss, den Kian in den Hörer geschmatzt hatte. "Kian hör auf, ich kriege Sehnsucht." " Dann komm her." "Okay, ich versuchs, wenn nicht dann morgen Mittag.Ich liebe dich." Naomi drückte das Handy aus. "Ich geh noch mal einen Spaziergang machen, bin in zwei Stunden wieder da." "Warte!"Ihre Cousine hielt sie an der Schulter fest. "Ich komme mit, dann bist du nicht so alleine." Naomi nickte wieder. Das war ja wohl voll nach hinten los gegangen. Sie lief zwei Stunden mit ihrer Cousine durch die langweilige Landschaft von Irland. Die ganze Zeit redete Sunny auf Naomi ein.Von ihrer absuluten Lieblingsgruppe Westlife.Naomi langweilte sich tierisch.Wie gerne wäre sie jetzt bei Kian!Am liebsten würde sie sich jetzt ganz fest in seine Arme kuscheln.Zu Hause legte sich ins Bett und dachte über Kian nach.Würde ihre Beziehnug wohl halten?! Vielleicht würden ihre Eltern ihr ja erlauben, die ganzen Ferien in Irland zu verbringen.Dann könnte sie sechs Wochen mit Kian verbringen.Sie stellte sich Kians Augen vor.Sie waren so wunderbar
"Darling!"Naomi nahm Kian in den Arm und dieser wirbelte sie im Kreis. "Wo warst du denn gestern?!" Er lächelte sie an.Sie strahlte und versank im tiefen blau seiner Augen. "Das ist blöd gelaufen, meine Cousine wollte umbedingt mit und dann sind wir stundenlang spazieren gegangen und sie hat mir erzählt wie toll sie Westlife findet." Naomi rollte mit den Augen. Kian lachte, er konnte sich garnicht mehr einkriegen. "Du bist doof!"Naomi gab Kian einen Klaps auf den Hinterkopf. Sofort hörte er auf zu lachen und nahm die leicht beleidigte Naomi in den Arm. "Ach Darling, du bist Süß!" Er legte einen Arm um Naomi und ging mit ihr in die nächste Eisdiele. "Ich liebe Schokoladen Eis."Begierig stürtzte sich Naomi auf ihren Schokoladencreme Becher. "Mehr als mich?!"Kian schob seine Unterlippe vor. "Jep!" mampfte Naomi. Doch nun musste sie lachen, als sie in Kians verdattertes Gesicht sah, das eine ganz andere Antwort erwartet hatte. "Ach quatsch!" Sie beugte sich zu Kian und bekam ihren ersten Kuss der sehr nach Kians Banana Split schmeckte.Lange schaute sie ihm in die Augen. "Ich liebe dich, ich werde nie mit einem anderen Mädchen so glücklich werden wie mit dir." Plötzlich läutete die Türglocke, des altertümlichen Eiscafes. Eine schlanke, blonde Frau ungefähr einen Kopf größer als Kian betrat das Cafe. Sie blickte in die Runde und kam dann auf den Tisch von Naomi und Kian zu.Sie strahlte Kian an, nahm sich einen Stuhl setzte sich zu den beiden. "Hi Ki, wie geht’s?!Ist das, das Mädel?!" Naomi guckte verwirrt zu Kian. "Ähm, Naomi das ist Cindy.Sie ist deine Vertrettung in der Öffentlichkeit."Naomi kniff die Augen zusammen. Sie wusste genau das Cindy eine absolute Traumfrau war.Sie wusste genau das Cindy hundert mal besser aussah, als sie selbst.Nur was sie nicht wusste war, würde Kian bei so einer Frau zu ihr halten?! "Schön."sagte sie knapp. "Ich muss dann auch gehen.Ihr kommt auch sicher ohne mich klar, nicht war?!" Naomi stand auf, winkte Kian einmal kurz und ging. Warum lief Kian ihr nicht hinterher?!Hatte er nicht gemerkt wie verletzt sie war?!Wahrscheinlich hatte er nur Augen für diese Cindy gehabt. Naomi stiegen die Tränen in die Augen, als eine Hand sie an der Schulter fest hielt. Es war nicht Kian, es war Nicky, glaubte sie jedenfalls. "Wo kommst du denn her?!"Denn soweit sie informiert war, lebte Nicky in Dublin. "Ich war eben bei Shane, jetzt treff ich dich hier.Tränenüberströmt.Vorne in der Eisdiele sitzt Kian mit einer mir unbekannten Blondine-was ist los?!" Naomi schluchzte. "Sie ist mein Double für die Öffentlichkeit.Ich fürchte Kian mag sie mehr als mich." Erneut liefen ihr die Tränen über die Backen. " Wie kommst du denn auf so einen Quatsch?!"Nicky schüttelte den Kopf. " Sie ist viel hübscher und passt auch viel besser zu ihm."Entgegnete Naomi trotzig. "Das kann schon sein, aber Kian liebt dich und nicht sie.Was glaubst du womit er uns nach Germany die Ohren voll geheult hat.Wochenlang ging es nur Naomi, Naomi, Naomi!" Nicky rollte die Augen, bei dem Gedanken an die letzten Wochen. "Danke Nicky!" Naomi lächelte ihn zu frieden an. "Gern geschehen, ich helfe gern." Fröhlich ging Naomi nach Hause. Ihr Tag schien noch ein schönes Ende zu nehmen. Denn als sie zu Hause war empfing sie ihre Tante. "Naomi-Liebes das Grillen fällt heute Abend aus.Wir hatten völlig vergessen, das wir auf einem Geburtstag eingeladen sind.Du kannst also weg gehen, wenn du willst?!" "Danke!" Naomi fiehl ihrer Tante um den Hals. "Übrigens, wenn du willst kannst du auch ruhig länger bleiben, ich bin heute mal nicht so streng!Aber um vier Uhr spätestens.Plus minus eine Stunde, versteht sich!"flüsterte ihre Tante. Naomi traute ihren Ohren nicht.War das ihre strenge Tante?! "Danke, du bist Klasse!" Sie gab ihrer Tante einen Kuss auf die Wange und verschwand in ihrem Zimmer. "Kian, Disco geht doch!Meine Tante hat es mir erlaubt, bis fünf Uhr!"erzähte sie ihrem Freund aufgeregt. "Super mein Schatz, dann bis heute Abend.Kuss!" Dann legte er auf. Naomi freute sich.Sie hohlt ihren schwarzen Rock aus dem Koffer und das weiße Top.Zum Schminken hatte sie keine große Lust. Etwas Wimperntusche und Voilà! Dann schnappte sie sich ihre Handtasche und verschwand, mit einem kurzen Ciao.
In der Disco war es sehr verraucht und Naomi musste lange suchen bis sie den Tisch der Westlife-Jungs gefunden hatte.Sie sah Nicky, Shane, Bryan und Mark doch wo war Kian?!Sie steurte auf die Jungs zu und schaute sie fragend an. Alle guckten etwas peinlich berührt zur Tanzfläche und nun wendte auch Naomi ihren Kopf. Mitten zwischen den Leuten, tanzeten, Cindy und Kian eng umschlungen. Naomi guckte wieder zu den Jungs. Blitzschnell handete sie. Sie schnappte sich Marks Hand und zog ihn auf die Tanzfläche.Dieser war noch etwas verdattert. Doch er wurde schnell warm.Bald lag Naomi fest an Marks Schulter gepresst, in seinen Armen.Die beiden wogen sich im Takt der Musik.Auch beim nächsten Lied bildeten sie das perfekte Paar auf der Tanzfläche, Patric Swayze und Jennifer Grey waren ein Scheißdreck dagegen. Sie tanzten nun den dritten Song miteinander.Wieder kuschelte sich Naomi eng an Mark. Kian hatte sie in diesem Moment völlig vergessen. Plötzlich griff eine Hand nach Marks Schulter und riss ihn von ihr Weg. Klatsch, hatte Mark die erste von Kians Fäusten im Gesicht. Und Klatsch, die zweite im Bauch.Mark krümmte sich und saggte auf dem Boden zusammen. Die Hand auf seine Nase gepresst, aus der das Blut schoß. Besorgt kniete sich Naomi zu Mark. Doch Kian zog sie grob am Arm hoch und beförderte sie aus der Disco. Draußen stellte er Naomi zur reden. "Was sollte das eben?!"fragte er. "Das gleiche könnte ich dich fragen!Warum hast du Mark geschlagen?!" "Weil er dich übel angebaggert hat." "Achja nur, weil ich mit ihm getanzt habe?!" "Das war keinen Tanzen mehr, außerdem hast du nicht mit ihm zu tanzen." "Ach Nein, ich darf nicht mit ihm tanzen aber du mit Cindy oder was?!" Kian starrte die sehr wütende Naomi an. "Ja, das ist was anderes!" "Ach und warum wenn ich fragen darf ?!" "Weil, weil..." "Ja, weil..?!" "Weil das Öffentlichkeitsarbeit war." "Du verstehst also unter Öffentlichkeitsarbeit, heftig mit jemanden rum zumachen oder was?!" Kian grinste. "Was?" fragte Naomi. "Du bist so süß wenn du sauer bist." Kian lächelte versöhnlich. " Nimmst du mich überhaupt ernst?!" Kian lächelte weiter. "Sag mal willst du mich verarschen oder was?!Bin ich für dich nur das kleine dumme Ding ?!Soll ich dir mal was sagen?!Du hast mir das Herz gebrochen!Und weißt du auch warum?! Ich habe mir geschworen nur meine große Liebe zu küssen.Ich habe dich geküßt!Was machst du mit der nächst besten?!Du machst mit ihr rum! Du bist so fies!Ich hasse dich Kian!"Naomi wusste sofort was sie dagesagt hatte. Sie hatte wieder mal einen ihrer Wutausbrüchen.Sie hatte so Angst Kian zu verlieren.Sie blickte in Kians Augen.Die blauen Kristalle waren zerbrochen. Anscheinend war er sich nicht bewusst gewesen, wie sehr er Naomi verletzt hatte. "Naomi, ich...ich liebe dich.Es tut mir Leid was ich dir angetan habe.Ich weiß ich habe zwar nur getanzt aber wahrscheinlich war das nicht so das wahre gewesen.Es tut mir Leid, du hasst mich nicht oder?!" Er lächelte vorsichtig und setzte einen perfekten Dackelblick auf. "Wie könnte ich dich hassen, wenn du mich so ansiehst?!" Sie lehnte ihren Kopf an seinen Bauch. Er legte seinen Kopf auf ihren. Naomi war seelig, trotzdem blieb ein kleiner Zweifel an Kians Treue.Aber wie gesagt nur ein kleiner.Der Abend war noch Klasse. Mark war zwar sehr sauer und außerdem blut verschmiert, als sich aber mehrere gutaussehende Mädels um ihn scharten um ihn zu bedauern,war er auch wieder relativ gut gelaunt. Naomi und Kian tanzten fast die ganze Nacht durch. Sie war zwar erst 14 aber an der Seite ihres 23 Jährigen Freundes fühlte sie sich viel älter und vorallem geborgen. "Mist, schon so spät!Ki, ich muss gehen." "Och, nö! Sag das du bei einer Freundin übernachtest!"nörgelte Kian. Naomi überlegte kurz, dann beschloss sie es zu versuchen. "Hey, Ich bins, du ich hab da eine wirklich nette Freundin gefunden.Ihr Dad ist Arzt.Wir sind hier gerade in einer prunkvollen Villa in Dublin und ich glaube es ist zu spät, um nach Hause zu kommen.Darf ich bleiben?!"Naomi machte eine Pause und betete dafür das ihre Tante ihr die Lüge abkaufte. Sie tat es. "Danke, du bist die liebste Tante der Welt!" Naomi fiel Kian um den Hals. "Soso, in einer Prunkvilla, ja?!"Kian lachte herzlich und gab Naomi einen sanften, aber sehr vorsichtigen Kuss.Dann irgendwann gegen sieben Uhr liefen die beiden zu Kians Wohnung. Leider hatten sie dabei nicht mit Naomis Cousine gerechnet, die an diesem Tag keine Schule hatte und deswegen, Kian, dem berühmten Westlifestar vor der Haustür auflauerte. "Scheiße, meine Cousine!Ich muss weg Kian, schnell, das gibt ärger!" Aber zu spät. Sunny hatte sie und Kian entdeckt. "Naomi, was machst du denn hier mit Kian?" Naomi wusste nicht ob jehmals jemand das Wort "Kian" schriller ausgesprochen hatte als Sunny. "Ich ähm..." stotterte Naomi herum. "Bist du nicht eigentlich bei einer Freundin?!" Naomi guckte zu Kian. Er wirkte völlig gelassen. "Wir haben uns gestern bei der Party ihrer Freundin kennen gelernt.Sie hat mir erzählt das sie momentan bei ihren Verwandten in Sligo ist.Deshalb habe ich ihr vorgeschlagen sie nach Hause zu bringen und dann hat sie mir erzählt, dass ihre Cousine riesiger Westlife Fan ist und dann habe ich vorgeschlagen, ihr noch Autogramme und Fansachen mitzugeben."log Kian astrein. Sunny war hin und weg.Als Kian ihr dann noch einen Kuss auf die Backe gab und ein Foto mit ihr machte, war sie am Ende mit den Nerven.Naomi und Sunny fuhren nach Hause wo Sunny sofort alles begeistert ihren Eltern erzählte. "Ach übrigens, Naomi deine Eltern haben angerufen.Du sollst morgen wieder nach Hause kommen.Pack am besten schon mal." Naomi versteinerte innerlich. "Warum soll ich denn schon nach Hause, haben sie irgendetwas gesagt?!" "Dein Bruder hat doch übermorgen Geburtstag.Hast du das vergessen?!Wir kommen auch übermorgen für einen Tag, aber ich glaube du sollst noch helfen vorbereiten." Naomi fiel es siedenheiß wieder ein.Jetzt würde sie Kian bald nicht mehr sehen. "Ich mache noch mal einen Abschlussspaziergang." Naomi griff nach ihrer Jacke und verließ das Haus ihrer Verwandten.Dann schlug sie schnurstracks den Weg zu Kians Haus ein. Sie drängelte sich an der Gruppe Fans vorbei und klingelte. "Ja, bitte?!"ertönte Kians Stimme. "Ich bins, Naomi!" Die Mädchen im Hintergrund fingen an zu kreischen, als Kian die Tür öffnete. Naomi stieg die Treppen hoch und stand mitten in Kians Wohnzimmer. "Mein Sweatheart!Na, Cousinchen abgeschüttelt?!"Kian nahm Naomi in die Arme. "Ki, ich muss morgen nach Hause." Kians Gesichtszüge wurden blass, jedenfalls fand das Naomi. "Warum das denn?Jetzt schon, hat deine Cousine etwas erzählt?Wissen sie etwa schon von uns?"Kian legte schützend einen Arm um Naomi. "Nein, sie wissen nichts.Aber ich hab völlig vergessen, dass mein Bruder übermorgen Geburtstag hat.Da muss ich natürlich hin." "Ich will das du bleibst."Quängelte Kian während er Naomi fest mit seinen Armen umschlang und sie hin und her wiegte. Naomi löste sich vorsichtig aus den Armen und sah Kian traurig an. "Ki, ich muss gehen, sonst krieg ich ärger.Ich komme so bald wie möglich wieder!Versprochen!" Kian gab seiner Naomi noch einen Abschiedskuss.Dann musste sie gehen.
Am nächsten morgen fuhr Naomi zum Flughafen. Ihre Verwandten hatten verzichtet sie zu begleiten, da sie für ihren Flug am nächsten Tag noch packen mussten. Stattdessen stand eine andere Person am Abflugsgate. Kian! Naomi stürmte auf ihn zu und fiel ihm um den Hals. "Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich!" sie hiehlt ihrem Kian ganz doll fest. Dieser war nicht weniger stürmisch. "Du bist so süß, Naomi!Ich werde dich vermissen, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde." Kian gab Naomi einen leidenschaftlichen Kuss und zog sie noch mal an sich. "Denk an mich, okay?!Und find mir bloss keinen anderen!" Kian lächelte verschmitzt und reichte Naomi einen Umschlag. "Erst aufmachen, wenn du im Flugzeug sitzt, okay, mein Schatz?!" Er drückte Naomi noch einmal, dann nahm sie ihr Ticket und folgte dem letzten Aufruf für den Flug nach London. Kaum saß sie in der kleinen Maschiene überwältigte sie ihre Neugierde.Sie nahm den Umschlag und riss ihn auf. Sie zog ein Foto heraus, das Sie und Kian in der Disco zeigte.Sie dachte mit Freude an den Tag zurück, andem sie sich geborgen gefühlt hatte.Dann allerdings beschlichen Naomi Zweifel.Sie dachte daran, wie Kian mit dieser blöden Kuh getanzt hatte. Allerdings auch an seine Entschuldigung und das er Mark geschlagen hatte, zeigte doch wie gern er sie hatte?! Kian war ihre große Liebe.Aber konnte man das überhaupt sagen?Wusste man mit vierzehn schon, wer die große Liebe war?!Oder war das alles nur ein Traum.Wie konnte sie, das hässliche Entlein der Familie, mit einem berühmten Popstar zusammen sein?Benutzte Kian sie nur? Naomi, wie kannst du so etwas denken?schimpfte sie sich selbst. Sie schaute aus dem Fenster über die Wolken und wieder zurück zum Foto.Sie drehte es um. "Damit du mich nicht vergisst! Ich liebe dich! Kuss Kian" war mit großen, roten Bustaben auf die Rückseite geschrieben.Naomi musste lächeln.Er war so süß!Sie konnte sich keinen besseren Freund vorstellen, als ihren Kian. Hoffentlich würden ihre Eltern sie wieder zurück nach Irland schicken.Dann könnte sie noch ein bisschen Zeit mit Kian verbringen.
Am Flughafen wartete ihre Mutter ungeduldig und drängte Naomi in ihr Auto, da sie noch eine Menge für die große Geburtstagsfeier ihres Bruders vorzubereiten hatten. Naomi betrat ihr Zimmer und traute ihren Augen nicht.Alle ihre O-Town Poster waren abgehängt.Nicht das ihr das etwas ausgemacht hätte, aber was bedeutete dieser Koffer auf dem Boden. "Hallo meine Süße!Wie geht es dir?!" Naomi glaubte ihren Ohren nicht zu trauen, das konnte doch nicht... Sie drehte sich um und erblickte allen ernstes ihre Sandkastenliebe, Milo.Sie waren unzertrennbar gewesen, bis Milo mit seiner Familie nach Japan zurück gezogen war. "Was machst du denn hier?!" Naomi musterte Milo der sich in all den Jahren sehr zu seinem Nachteil verändert hatte.Seine damals kurzen Haare waren nun zu einem langen Zopf gebunden und trifften vor Gel.Er war nicht nur in die Höhe sondern auch in die Breite geschossen. Kurz: Von dem gutaussehenden 8- Jährigen, dem Schwarm aller Grundschulkinder, war nichts mehr übrig. Stattdessen lächelte ihr das nackte Grauen entgegen. " Freust du dich nicht das ich hier bin?!" Er zeigte ihr seine übergroße Zahnspange. "Kian, hilf mir!"schickte Naomi ein Stoßgebet zum Himmel. "Ähm, doch, schön dich mal wieder zu sehen." Meine Güte lüge ich diese Woche viel, dachte Naomi.Sie wollte Kian jetzt bei sich haben. Sie nahm ihr Handy und schickte ihm eine Sms.Keine Antwort. "Lass uns an unsere früheren Geheimplätze gehen."schlug Milo vor. Das war das letzte was Naomi jetzt wollte. "Ich muss noch meiner Mutter mit dem Essen helfen." Sagte Naomi während sie zusammen mit Milo die Wändeltreppe hinunter stieg. Leider machte ihre Mutter ihr einen Strich durch die Rechnung. "Du kannst dich ruhig um Milo kümmern, habt Spaß!" Milo griff sehr zu Naomis ekel nach ihrer Hand. Sie löste sich von seiner Hand, kaum waren sie aus der Tür draußen. "Gehen wir Eis essen oder mal wieder auf unseren Lieblingsspielplatz von früher?!" Naomi zuckte mit den Schultern. In diesem Moment klingelte ihr Handy. "Hallo mein Schatz!" begrüßte Kian sie überschwenglich. "Falsch verbunden!" Naomi drückte Kian weg, der so laut gerufen hatte, das Milo schon ganz komisch zu ihr rüber schilte. "Gehen wir." Forderte Naomi Milo auf weiterzugehen. Dieser blickte seine Cousine mit glasigen Augen an und steuerte auf die Eisdiele zu. Sie saßen sich gegenüber und Naomi dachte die ganze Zeit nur an Kian.Plötzlich lies Milo sein Erdbeereis, Erdbeereis sein und griff nach Naomis Hand.Diese starrte wild entschlossen in ihr Banana-Split-Kian-Gedächtnis-Eis. "Naomi, ich habe dich sehr vermisst und ich will dich nicht noch einmal vier Jahre lang nicht sehen, denn ich liebe dich. Ich weiß auch das du mich noch liebst.Komm mit mir nach Japan." Er wollte Naomi küssen, doch diese zog ihre Hand weg. "Ich liebe dich nicht und ich will auch nicht mit dir gehen.Sorry!" Sie sprang auf, kramte vier Euro für ihr Banana-Split heraus und hinterlies ihren todunglücklichen Cousin.
Sie rannte durch halb Notting Hill und stoppte erst als sie auf dem Spielplatz ihrer alten Schule angekommen war.Völlig erschöpft lies sich Naomi auf eine Schaukel fallen. Ihr Handy klingelte erneut.Es war Kian. Naomi erzählte ihm die ganze Geschichte von ihrem Cousin der mit ihr nach Japan zurück gehen wollte und das sie Kian so sehr vermisste, das ihr schon ganz schlecht war. "Oh, mein armer Schatz."Kian machte sich doch tatsächlich wiedermal über sie lustig. "Was willst du denn mehr, als das alle Männer dir zu Füßen liegen?!"Blödmann, Naomi drückte das Gespräch weg. Das letzte was sie jetzt gebrauchen konnte, war ein gut gelaunter Kian. Naomi schaukelte leicht, als wieder das nervige klingeln ihres Handys ertönte. Kians Name blinkte auf dem Display.Naomi nahm den Anruf an. "Schatz, ich liebe dich, leg nicht wieder auf."flötete Kian in den Hörer. "Chamour, wie könnte ich dir böse sein." Naomi musste lächeln.Kian war einfach das beste was ihr passieren konnte. Sie schaute auf die Uhr. Ein bisschen Zeit hätte sie noch mit Kian zu telefonieren.Sie klagte ihm ihr Leid.Von ihren Verwandten, ihrem Cousin und dem bevorstehenden Geburtstag. Kian konnte einfach super zu hören.Er war so lieb, das Naomi die Tränen über die Backen liefen. Sie wollte Kian nicht verlieren, niemals.Sie liebte ihn.Für immer und ewig, das schwor sie dich kurz nachdem sie den Hörer aufgelegt hatte.
Zuhause angkommen wartete die gesammte Familie auf sie. Sie schauten sie alle ernst an. Naomi blickte verwundert in die Runde. "Ja?!" "Naomi, es ist schön das ihr glücklich seit. Wir haben schon alles arangiert.du kannst ihn begleiten, kein Thema."Ihre Mutter guckte fröhlich aber auch verwundert zu gleich. Naomi verstand nicht. Von wem redete sie. Milo trat vor. "Naomi Liebes wo warst du so lange?Ich habe dich schon vermisst. "Was hat Milo denn erzählt?"fragte sie nun unsicher. "Das ihr unendlich glücklich seit.Aber um ehrlich zu sein verstehe ich dich gut, Naomischatz."Ihre Mutter nahm sie in den Arm.Was war denn nun los? Komm Naomi lass uns nach oben gehen.Milo legte seinen Arm um ihre Schulter. Naomi verzog angewidert das Gesicht.Als sie oben an der Treppe angekommen waren, schüttelte Naomi seinen Arm ab. "Kannst du mir vielleicht sagen was das soll?!"giftete Naomi ihren Cousin an. "Hör zu, entweder du spielst mit oder..!" "Was oder?!" Milo griff in seine Hosentasche. Er hielt das Bild von ihr und Kian hoch, oder die ganze Sache mit dir und diesem Engländer fliegt auf. Naomi stockte der Atem. "Wo hast du das her?Was fällt dir ein meine Sachen zu durch wühlen?!" Sie versuchte nach dem Photo zu greifen, doch er hielt es in die Höhe.Es war ein Albtraum und Naomi wusste nicht wie sie ihn ohne Verlust zu Ende bringen sollte. Weinend lief sie ins Badezimmer. Was sollte sie nur machen?! Kian anrufen und zu ihm fliehen?!Nein, sie musste weg -jetzt- oder sollte sie doch besser mit Kian reden.Vielleicht war es das Beste. Dann kam ihr allerdings ein Gedanke. Kian würde sie bestimmt nicht bei sich aufnehmen, wenn er wusste das sie von Zu hause ausgerissen war. Das hieß jetzt gut überlegen. Noch den Geburtstag überstehen und dann abends heimlich weg, mit der Nachtmaschiene nach Irland. Weg nur weg.
Am Abend war Naomi sehr schlecht gelaunt. Milo machte einen auf glückliche Familie. Und sie musste dabei gute Mine zum bösen Spiel machen. Irgendwann in der Mitte des Abends nahm ih Bruder sie zur Seite. "Naomi, mache keinen Mist, mit so einem wirst du doch nicht glücklich!" Naomi sah keinen Ausweg mehr. Sie musste es ihrem Bruder beichten. "Hör zu, ich bin nicht in Milo verliebt sondern in Kian, einen Irländer. Ich habe mich in Deutschland in ihn veliebt und habe mich während meiner Ferien in Irland mit ihm getroffen. Er hat mir ein Foto mit Liebeswidmung geschenkt und nun hat Milo das Foto gefunden und erpresst mich!" Sie hohlt wieder Luft, jetzt war es raus. Ihr Bruder nahm sie in den Arm. "Wir schaffen das schon, was hast du vor?!" "Ich fliehe erstmal nach Irland, noch heute Abend und wartete bis die Family abgereist ist. Bitte sag Mum und Dad nichts!" Naomi warf ihrem Bruder einen ängstlichen Blick zu. "Naomi, ich weiß nicht ob ich das verantworten kann.Wer weiß was dieser Engländer mit dir anstellt!" "Er stellt nichts mit mir an, Kian liebt mich!Wirklich!Du musst mir glauben, Neo.Bitte!" Neo, wiegte den Kopf hin und her, so wie er es immer tat wenn er aufgeregt war. "Also, gut!Geh packen! Ich lenke die Familie ab!" Er drückte seine Schwester fest. "Ich bin mir sich du weißt was du tust!" Naomi verschwand nach oben und packte ihren Rucksack. Dann warf sie den Rucksack aus dem Fenster und kritzelte schnell eine Notiz auf ihren Block. Den Zettel legte sie auf ihr Bett. Dann kletterte sie ebenfalls aus dem Fenster zum Baum und rutschte dann den Stamm hinunter. Mit diesem Trick waren Neo und Naomi früher oft um den Hausarrest herumgekommen. Schnell hatte sie ihr Haus und somit auch Milo hinter sich gelassen. Sie hatte ihre gesammten Ersparnisse und die ihres Bruders für ein Flugticket nach Irland ausgegeben. Hoffentlich würde sich das Lohnen. Ihr Handy klingelte.Naomi hob ab. Es war ihr Bruder. "Hi, Naomi!Milo hat dein Verschwinden bemerkt. Ich habe ihn erstmal ruhig gestellt.Nur das Foto ist leider kaputt. Ich melde mich.da kommt Mum!"
Der Schalterbeamte musterte Naomi kritisch als er ihren Reisepass in die Hand nahm. Jetzt fehlt nur noch das er mir so ein rotes Schild umhängt auf dem steht, das ich alleine reise, dachte sie als sie sich in die zweite Reihe des Flugzeuges setzte. Die Maschine war fast leer. Sie blickte sich um hinter ihr saßen noch zwei Frauen die sich schnell in einer Fremden Sprache unterhielten. Rechts am Fensterplatz saß ein Mann und schlief mit seinem Walkman auf den Ohren. Sie blickte nach voren und beschäftigte sich intensiv mit dem Gepäcknetz.Dann fiehl sie in einen tiefen Schlaf. Sie träumte von Kian. Er nahm sie in den Arm und wiegte sie hin und her.Dann faste er sie an die Schulter und rüttelte sie. Naomi schlug die Augen auf. Ein blonder Steward hatte sich zu ihr runter gebeugt und schüttelte sie am Arm.Verschlafen stand Naomi auf und rieb sich die Augen. Dann trottete sie aus dem Flugzeug. Sie bahnte sich ihren Weg durch die Starßen von Sligo. Warum sah nur alles so verdammt gleich aus. Zum Glück stand sie nach ewigen suchen, vor Kians Haus. Sie klingelte. Schlurfende Schritte zur Tür. Kian blinzelte ihr verschlafen entgegen. "Naomi?"er sah sie unsicher an. "Kian!" Sie versanken in einem innigen Kuss und Naomi fühlte sich geborgen. "Kian, ich liebe dich!Ich will dich nicht verlieren!" Er hielt seine Freundin fest in den Armen. Er tastete vorsichtig nach ihrer Hand. Dann zog er sie mit sich ins Schlafzimmer. Sie lies sich neben ihm aufs Bett fallen. Vorsichtig zog er ihr das Top aus. Naomi weinte. Sie weinte vor Freude, das sie Kian so nah war. Erschrocken gab er ihr das T-Shirt zurück. "Ich kann warten.Kein Problem."Naomi schubste das T-shirt über die Bettkante. "Mehr aber noch nicht!" flüsterte sie und kuschelte sich in Kians Arme. Dieser hiehlt sie fest. Sie heulte sich in den Schlaf. Sie liebte Kian, aber was würde ihre Familie sagen. Kian tröstete sie. Er gab ihr Geborgenheit. Er gab ihr das Gefühl wichtig zu sein. Für ihn. Sie war sich sicher das er sie liebte.
Am nächsten Morgen wachte Naomi in Kians Armen auf. Sie blickte ihn an. Er sah so süß aus, wenn er schlief. Langsam schlug er die Augen auf. "Ich liebe dich!" flüsterte Naomi ihm ins Ohr. Kian starrte sie ungläubig an. "Was machst du denn hier, Naomi?!" Er rieb sich die Augen mehr mals bis er sich sicher war das es kein Traum war. "Ich bin gestern Nacht hierher gekommen. Weißt du nich mehr?!" Kian schien sich dunkel zu erinnern. Er ließ sich zurück in die Kissen fallen. "Oh Man, wenn uns jemand so erwischt, dann wandere ich in den Knast." Naomi setzte sich auf. "Wenn das, das einzige ist was du denkst, dann gehe ich- und zwar sofort!" Sie griff nach ihrem Top und streifte es sich über. Doch Kian hiehlt sie fest. "Komm her, mein süßer Trotzkopf!" Er nahm sie in den Arm. "Du weißt doch, das ich dich liebe." Er gab ihr einen Kuss. Plötzlich vibrierte es auf dem Nachttisch von Naomi. Ihr Handy. Sie löste sich schwerenherzens von Kian und griff nach dem Handy. Es war ihr Mutter. "Du kommst sofort wieder nach Hause!!!!Sonst gibt es sehr viel ärger mein Fräulein!Und bring diesen irischen Trottel mit!"Dann knallte sie den Hörer auf. Kian hatte das Gespräch mit gehört. "Deine Eltern wissen nicht das du hier bist? Bist du wahnsinnig, du bringst uns in Teufelsküche.Ich fahre dich sofort Heim!" Naomi liefen die Tränen über die Backen. Sie konnte sich nicht emhr einkriegen. Kian war inzwischen schon aus dem Bett gesprungen. Er war damit beschäftigt sein T-Shirt zu suchen. "Was hast du dir nur dabei gedacht?Du kannst doch nicht einfach herkommen. Solange sind wir nun auch wieder nicht zusammen. Das war eine große Dummheit und ich, ich darf es jetzt ausbaden. Warum hast du das gemacht?Ich versteh das nicht Er stand mit dem Rücken zu Naomi, deshalb sah er auch nicht wie sie weinte. Sie weinte leise, dafür flossen die Tränen in Sturzbächen auf Kians Bett. "Weil ich dich liebe."sagte sie mit zitternden Stimme.Jetzt drehte Kian sich blitzartig um. Er erblickte das kleine Häufchen Elend auf seinem Bett. Er kam sich richtig mies vor, das er se so beschimpft hatte. Er nahm Naomi in den Arm. "Mensch, das wird schon. Unsere Liebe ist so stark. Ich will dich icht verlieren, Naomi.Wirklich nicht. Ich liebe dich auch. Du bist für mich was ganz besonderes.Gemeinsam stehen wir das durch."Naomi schlurzte weiter, diesmal allerdings in Kians immer noch unbekleideten Oberkörper. Behutsam küsste er sie. Sie schmiegte sich an ihn. Zum zweiten mal flog das Top über die Bettkante.
"Wir müssten schon seit einer Stunde zu Hause sein, wir müssen uns beeilen, sonst kommen meine Eltern noch auf dumme Gedanken."Naomi sammelte ihre Klamotten auf. Kian allerdings lag auf dem Bett und beobachtete sie dabei. "Kian, Hallo?Lebst du noch? Ich habe mir das auch anders vorgestellt.Aber könntest du dich jetzt vielleicht mal bequemen aufzustehen?!" Nun wurde Kians Blick ernst. "Du bereust es doch nicht oder?!" "Keine Sekunde!" Sie küsste ihn auf die Nasenspitze. "Aber wir müssen nun wirklich los!Sie warf ihm die Jeans und das T-shirt zu. Kian gab sich geschlagen und schlüpfte erstmal in die Boxershorts. Naomi band schon ihre Schuhe zu. "Kian!Hurry up!" "Ein alter Sänger ist doch kein D-Zug!" Wiederwillig schlüpfte er nun auch in seine Sportschuhe. "Glaubst du deine Mum reißt mir den Kopf ab?!" Er sah Naomi vorsichtig an. "Nein." "Da bin ich ja erleichtert."Kian seufzte auf. "Sie wird ihn aufspießen und zu Sushi verarbeiten."
Leise parkte Kian seinen Porsche vor der Eingangstür von Naomis Haus. Sie gaben sich einen letzten Kuss. "Wer weiß, wann wir das wieder tun." Kian umarmte Naomi. "Kian, es war wunderschön heute morgen. Ich liebe dich. Langsam, wie als könnten sie so das Unheil abwenden, stieg Naomi aus dem Wagen und Kian schloss sich an. Sie hätte sich am liebsten gleich wieder verdrückt, als sich auf ihr Klingeln, die Tür öffnete. Naomis Vater schaute sie streng an. Er deutete ihnen das sie sich ins Wohnzimmer setzten sollten. Im Wohnzimmer saß schon Naomis Mutter und ihr Bruder. Kian setzte sich auf einen Sessel und Naomi neben ihren Bruder. "Naomi, Kind, haben wir dich wirklich so schlecht erzogen? Hast du denn garkein Vertrauen zu uns? Du hättest uns den jungen Mann doch vorstellen können." Ihre Mutter war ungewöhnlich freundlich. "Das ist Kian Eagen."Kian reichte ihrer Mutter und ihrem Vater die Hand. "Und wie alt sind sie wenn ich fragen darf?!" Kian starrte zu Naomi doch die starrte zu ihrem Bruder. "Ich bin 23." Lies Kian die Bombe platzen. Naomis Eltern guckten sich an. Ihre Mutter fand zu erst die Sprache wieder. "Sie wissen sicher das sie sich strafbar machen." "Mama!"Naomi sah ihre Mutter strafend an. "Naomi, du hälst den Mund gehst nach oben, wir wollen mit deinem Freund alleine reden. Neo, du auch!"Naomi erhob sich nur sehr widerwillig, wollte aber nicht noch mehr ärger haben. Sie ging in ihr Zimmer. Neo folgte ihr. "Mum und Dad werden Kian auseinander nehmen.Mein Gott wie peinlich!" Sie schlug sich mit der Hand vor die Stirn. "Wenn das dein einziges Problem ist. Sie werden dir wahrscheinlich die Beziehung zu Kian verbieten.Was willst du dann machen?!"
Neo sah seine Schwester fragend an. Naomi allerdings zuckte nur mit den Schultern. Sie war wieder kurz davor loszuheulen. "Neo, ich liebe ihn, er ist das Beste was mir passieren kann." Ihr Bruder nahm sie in den Arm. Naomi musste an den heutigen Mogen denken. Sie wollte Kian nicht verlieren. Er war so wunderbar gewesen. "Ich liebe ihn doch!" Sie fing wieder an zu weinen.Ihr Bruder strich ihr sanft über den Rücken.In diesem Moment war sie froh, das sie einen so lieben Bruder hatte.
Eine halbe Ewigkeit saßen die beien nebeneinander auf Naomis Bett. Dann ging die Tür auf. Kian kam herein. Neo stand auf und übergab Naomi an Kian. Diese allerdings löste sich von ihm. "Was ist los?!" "Ich muss mich von dir verabschieden. Sie wollen das ich mich von der dir fernhalte.Mir bleibt nichts anderes Übrig als das zu akzeptieren."Kians Augen waren traurig. Sie strahlten nicht, wirkten stumpf. Langsam floss eine Träne über seine Backe. "Es ist aus oder?!" Naomi hatte Angst vor der Antwort. Kian nickte. "Ich weiß nicht ob unsere Liebe die zwei Jahre übersteht.Aber ich kann mir nicht vorstellen, dich nie wieder zu sehen. Du bist was besonders weißt du.Ich werde dich immer in meinem Herz behalten." Kian stand auf. Er drückte Naomi fest und ging. Sie hörte seinen Porsche davon fahren. Sie warf sich aufs Bett und weinte. Sie konnte nicht mehr aufhören. Wenn jemande in ihr Zimmer kam, saß sie nur bewegungslos auf dem Bett und sagte grnichts. Sie aß nichts. Mit Mühe und Not konnte Neo sie dazu bewegen, etwas zu trinken. Mit ihren Eltern redete sie kein Wort mehr. Sie war leer. Wenn sie alleine auf ihrem Bett saß, dachte sie oft an Kian. Wie sie zueinader gefunden hatten. Der erste Kuss, den Spaß den sie zusammen hatten. Nie hatte sie sich geborgener gefühlt.Nie hatte sie sich wohler gefühlt. Von Tag zu Tag wurde der Hass auf ihre Familie größer.Außer Neo hätte sie alle vergiften können. Sie wollte nicht mehr leben. Nach einer Woche brachte Naomi gerade mal 32 Kilo auf die Waage. Was zum vergleich zu ihren 48 Kilo vorher ziehmlich mager war. Als sie in der zweiten Woche immer noch nichts essen wollte und sich weigerte mit ihren Eltern zu sprechen, riefen diese den Notarzt. Naomi wurde ins Krankenhaus gebracht, allerdings konnten die Ärzte dort auch keine körperliche Krankheit feststellen.Naomi wurde künstlich ernährt und redete immer noch nicht. Mit niemanden.Man hatte das Gefühl, sie wäre innerlich Tod. Das war schon kein Liebeskummer mehr. Jeden Tag kam ihr Vater sie besuchen.Nach zwei Wochen sprach er die Worte die alles anders werden liesen. Er griff nach Naomis Hand. "Ich kann es nicht mehr mit ansehen. Werde glücklich." Er legte ein Flugticket in ihre zitternde Hand. Naomi wollte ihren Kopf heben, doch sie konnte nicht. Sie war zu schwach.
Jetzt merkte sie, das sie am Boden lag.
Bei der nächsten Visite, musste sie sich anstrengen um den Arzt zu erklären, das sie jetzt wieder essen wollte. Sie wollte nichts mehr als wieder zu kräften zu kommen. Sie wollte so schnell wie möglich zu Kian. Doch es zog sich hin. Sie bekam jeden morgen ein kleines Stück Toastbrot. Abends wurde sie noch künstlich ernährt.Eine Woche später bekam sie dann morgens und abends ein Stück Toast und einen Yougurt.Nach zwei Wochen durfte sie endlich nach Hause, allerdings mit einem strickten Diätplan in der Tasche. Obwohl ihr Wille stark war, musste Naomi sich gedulden. Sie konnte gerade mal einen Teller Nudeln ohne Soße vertragen. Sonst wurde ihr schlecht. Langsam wurde sie wieder schwerer. Fünf Wochen nach dem Krankenhaus wog sie wieder 45 Kilo. Jetzt durfte sie wieder relativ normal Essen. Nur Fast Food und andere fettige Sachen kamen schnell wieder ans Tageslicht. Naomi fieberte dem nächsten Sonnabend entgegen. Dann würde sie Kian überraschen. Sie malte sich alles in den schilernsten Farben aus. Als sie wieder zu Kräften gekommen war, hatte sie sich sofort auf Shoppingtour begeben. Sie hatte sich eine irre Top und ein hautenge Jeans gekauft. Das war schweineteuer gewesen. Sie hoffte das es Kian einigermaßen gefiehl. Freitags packte sie ihren Koffer. Sie hatte ein Bild von sich machen lassen und eine Widmung für Kian drauf geschrieben. Ihre Eltern hatten ihr erlaubt den Rest der Ferien bei ihm zu verbringen. Naomi war völlig überdreht vor Freude. Sie konnte es kaum fassen. Wie Kian wohl gucken würde, wenn Sie ihm plötzich gegenüberstand?
"Wenn du nicht gleich runterkommst, fliegt das Flugzeug ohne dich!"Naomis Mutter brüllte zu Naomi hoch, die gerade auf dem Zimmerboden herumrobbte um ihren Ohring zu finden. "Komme gleich Mama!" Sie hatte ihren Ohrring gefunden und nahm nun ihren Rucksack vom Bett. "Hast du auch alles?!Pass?Ausweis?Tickets?Geld?" "Alles da!" Naomi wurde von ihrer gesammten Familie zum Flughafen gebracht. "Und mach keine Dummheiten! Pass auf dich auf, ja?!Melde dich mal, bei Onkel und Tante!" Ihre Mutter nahm sie in den Arm. Dann kam ihr Vater an die Reihe. Auch er drückte seine Tochter und meinte: "Wir vertrauen dir!Machs gut!" Naomi lief eine Träne über die Backe. Ihr Bruder sah, sie an und musste schmunzeln. " Machs gut Schwesterchen, ich wünsch dir viel Spaß und ich finde du hast in den letzten Wochen schon genug geheult!" Er wischte ihr die Träne von der Backe. Ihre Mutter war nun auch am weinen. Ihre Mutter, die sich sonst immer so hart gab. "Ich bin ja bald wieder da. Ihr müsst euch keine Sorgen machen!" Naomi drückte nochmal jeden und dann ging sie entgültig durch die Absperrung. Sie drehte sich nocheinmal kurz um, winkte und ging dann durch das Gate in das inzwischen gut bekannte Flugzeug nach Irland. Die Stewardess begrüßte sie freundlich und konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Inzwischen kannte Naomi schon fast das ganze Personal auswendig. Wäre sie jetzt in einer Firma, hätte sie bestimmt schon Bonusmeilen bekommen.
Das Taxi bahnte sich seinen Weg durch die kleinen Strassen von Sligo. Eigentlich hätte Naomi auch laufen können, so wie immer. Aber diesmal hatte sie, erstens: Einen schweren Koffer und zweitens: Angst davor sich schmutzig zu machen. Endlich hatte dieser verpennte Taxifahrer, den Weg gefunden. Naomi drückte ihm sein Geld plus Trinkgeld in die Hand. Sie stand vor Kians Haus. Sollte sie wirklich einfach so bei ihm reinschneien. Ja, sie war fest entschlossen, ihn zu überraschen. Sie wusste wo er seinen Zweitschlüssel versteckt hatte. Damals als sie ihn besuchen kommen wollte, hatte er es ihr verraten. Wenn das die wahnsinnigen Fans wissen würden. Hinter einem Busch war ein kleines Stück Rasen gelockert, dort lag der silberne Schlüssel. Naomi nahm ihn heraus und verschloss die Lucke wieder richtig. Dann befreite sie den Schlüssel von der Erde und schloss die Tür auf. Naomi
Ging als Erstes in die Küche. Dort war niemand. Hoffentlich war Kian überhaupt zu Hause. Sie ging weiter ins Wohnzimmer. Völlige leere. Die Doppelschiebetür des Schlafzimmers war geschlossen. Kian schlief wahrscheinlich noch. Voller Vorfreude auf ihren Schatz öffnete Naomi die Tür. Das knarren der Tür löste eine Lawine von Katastrophen aus. Naomi betrat den Raum. In diesem Moment setzten sich zwei Personen auf. Der blonde mit der verwuschelten Frisur war natürlich Kian, wer auch sonst. Die Blonde die sich hektisch in die Decke wickelte war keine andere, als Cindy. Naomi traute ihren Augen nicht. Ihr Mund stand offen. Sie hatte ihre Taschen fallen gelassen. Sie war wie erstarrt. "Nein, nein!" Naomi schüttelte immer wieder den Kopf und ging langsam rückwärts. Aus den langsamen Schritten wurden immer schnellere. Durch den Flur über die Treppe quer über den Rasen bis sie schließlich durch Sligo’s Straßen rannte . Sie rannte blind, ihre Augen waren verquollen. Sie rannte und rannte. Irgendwann war sie an einer Weide angekommen und ließ sich einfach ins Gras fallen. Schluchzend versuchte sie sich die Tränen aus den Augen zu wischen. Doch sie kamen immer wieder und wieder. Während sie so da lag, schoßen ihr eine Menge Gedanken durch den Kopf. Warum?Wieso?War sie ihm doch nicht genug gewesen? Was war los? Hatte er sie einfach vergessen?Naomi wischte sich erneut die Tränen aus den Augen. Sie sah einen Mann auf dem Weg entlang kommen. Wer es war konnte sie nicht erkennen. Aber wenn es Kian war, musste sie weg. Sie stand auf und fing an loszulaufen. Folgte er ihr? Sie drehte sich um und sah den Mann, auf einem Pferd. Auf einem Pferd? Wo kam das denn plötzlich her? Das konnte nicht Kian sein. Der Reiter kam ganz nah an sie heran. Kurz vor ihr zügelte er sein Pferd. Naomi hatte sich inzwischen wieder ins Gras gesetzt. Nun blickte sie zu dem Mann hoch. Es war Shane. Blieb ihr denn heute garnichts erspart?! "Naomi, was ist denn mit dir los?!" Naomi stieß einen Schlurzer aus und schwieg. Shane schwang sich unterdessen von seinem Pferd und setzte sich neben Naomi ins Gras. "Sag schon was ist los?!" Naomi starrte auf den Hintern von Shanes Pferd und sagte keinen Ton. "Du willst also nicht darüber reden, ja?!" Naomi schüttelte schluchzend den Kopf und starrte weiter vor sich hin. "Okay, dann werde ich einfach Fragen stellen und du nickst, einverstanden?!" Naomi musste lächeln, doch gleichzeitig stiegen ihr wieder die Tränen in die Augen. "Es, ist wegen Kian. Er, ich…!" Sie konnte nicht weiterreden, da sie ein neues Tränenmeer über ihre Backen ergoß. "Na, komm mal her, was ist denn nun passiert?!" Shane nahm Naomi in den Arm und strich ihr behutsam über den Kopf. "Ich habe Kian und Cindy im Bett erwischt." Naomi vergrub ihre Fingernägel in Shanes Rücken. Dieser zog verkraft die Augen zusammen sagte aber keinen Ton. "Dabei hatte er mir seine ewige Liebe beteuert und ich, ich habe mich auf 30 Kilo runtergehungert vor Sehnsucht, in dieser Zeit war er anscheinend schon mit Cindy zusammen. Er wollte mich nur loswerden." Shane überlegte kurz, dann antwortete er. "Naomi, so war es ganz sicher nicht. Kian ging es ganz schön dreckig .Er hat nicht viel geredet und war total apatsich. Das war bestimmt nur ein Ausrutscher. "Ach dann war das mit mir bestimmt auch nur ein Ausrutscher!" Naomi sprang auf und ging heulend weiter. Sie wollte nicht mehr mit Shane reden. Sie wollte nie wieder etwas mit den Jungs zutun haben. Sie waren doch alle gleich. "Ausrutscher!" Sehr witzig. Shane kam hinter ihr her. " Naomi warte! Das ist doch nicht meine Schuld.Was willst du denn jetzt machen?!" Naomi lief wortlos weiter, bis Shane sie am Arm fest hielt. "Lass mich sofort los, ihr seit doch alle gleich!" Sie fing an mit den Fäusten auf Shanes Brustkorb einzutrommeln. "Ja, schlag ruhig drauf wenn es dir hilft." Naomi vergaß alles um sich. Sie wusste nicht wie lange sie schon auf Shane einschlug bis er endlich ihre Hände festhielt. Sie fiel total erschöpft in seine Arme. Behutsam trug er sie zu seinem Pferd und setzte sie vor sichDann ritt er langsam zu sich nach Hause.
Am nächsten Morgen wachte Naomi auf einer unbekannten Couch auf. Entsetzt blickte sie durch den geschmackvoll eingerichteten Raum. Wo war sie?! Eine Schiebetür öffnete sich und ein total verschlafener Shane nur mit Boxershorts bekleidet, schlappte heraus. Seine nackten Füße machten ein komisches Geräusch auf dem kalten Steinboden. Er sah eigentlich noch besser aus, als wenn er, wie sonst, voll gestylt war. Er war durchtrainiert und seine Haare standen wirr nach links und rechts ab. Ein totaler Knuffel. Naomi fiel es richtig schwer ihren Blick von ihm abzuwenden. "Naomi, bist du schon wach?!" Shane kam auf sie zu. "Geht es dir besser?!" Er setzte sich auf die Couch und strich ihr über die Backe. "Ja, es geht. Aber ich werde sobald wie möglich abreisen. Ich werde hier an jeder Ecke an Kian erinnert." "Ich weiß, das was Kian gemacht hat, war nicht in Ordnung, aber rede doch noch mal mit ihm. Du musst ja nicht wieder mit ihm zusammen kommen, aber wenn du dich nicht mit im aussprichst wirst du dir weiterhin tausend Fragen stellen." Naomi schüttelte denn Kopf. Nein, auf keinem Fall wollten sie diesem Schwein noch einmal in die Augen sehen. "Shane, ich will einfach nur nach Hause." Naomi lehnte sich sanft gegen Shanes Brust. "Komm schon, ich bleib auch bei dir. Ich verspreche es dir. Ich lasse nicht zu das er dir noch mal weh tut!" Langsam taute Naomi auf sie setzte sich auf und wischte sich die Tränen aus den Augen. Die erneut drohten Shane so zu durchnässen, das er gute Chancen bei einem Wet- T-shirt contest gehabt hätte. "Ich werde mit ihm reden, ich werde ihm diese eine Chance geben." Shane schmunzelte zufrieden. Nach dem Frühstück, bestand Shane darauf sofort zu Kian zu fahren. Doch dies machte Naomi wieder nervös. "Du willst mich nicht zufällig los werden?!" Sie schaute Shane kritisch an. "Nein, natürlich nicht. Oder wenn ich es mir recht überlege… DOCH!" Er lachte und zog sein T-Shirt hoch. " Guck mal, was du mir angetan hast." Auf Shanes Muskelbody, waren lauter blaue und grüne Flecke zu sehen. Er sah aus wie eine Weltkugel. Naomi musste lachen. Doch dann wurde ihre Miene sofort wieder ernst. " Danke für alles, ich weiß es zu schätzen. Du bist wirklich nicht so, wie ich dich eigentlich eingeschätzt habe." Sie drückte ihn noch mal ganz fest. Nun hatte sie genug Mut, Kian entgegen zu treten.
Auf der Autofahrt redeten beide kein Wort miteinander. Naomi starrte fortwährend aus dem Fenster. "Na, kennst du nun alle Bäume auswendig?" fragte Shane, als er vor Kians Haus parkte. Naomi nickte abwesend. "Naomi, hallo, aufwachen?! Guck mich mal an. Du darfst gleich nicht so gucken. Klar, Ki hat dir wehgetan aber du musst ein Pokerface aufsetzen. So demonstrierst du deine Stärke. Kopf hoch und Schultern zurück." Shane klopfte Naomi auf die Schulter, dann stiegen sie aus. Naomi tippelte von einem Fuß auf den anderen. "Hör auf damit!" pflaumte Shane sie an. Kian öffnete. Er hatte sich in den zwei Tagen völlig verändert. Er trug seine Haare ganz kurz geschoren, trug eine enge Lederhose und ein noch engeres T-Shirt. "Hallo, kommt doch ins Wohnzimmer." Er deutete auf die schwarze Couch. Naomi griff nach Shanes Hand. Dieser nahm sie und drückte sie fest. Kian musterte diese Geste mit einem unsicheren Blick. Dann setzten sich die beiden auf die Couch und Kian auf einen Sessel. Kian ergriff das Wort um die peinliche Stille zu unterbrechen. " Also Naomi, ich denke du willst die Wahrheit wissen, oder?" "Das ist ja wohl mal das mindeste!" knurrte Naomi. "Also gut, es war so: Ich habe dich wirklich vermisst. Denn ich liebe dich- jetzt auch noch. Es war nicht mehr mit mir anzufangen. Mein Leben zog an mir vorbei. Die Wochen ohne dich waren leer. Ich hatte keine Lust zu nichts. Doch einen Tag bevor du kamst, stieg bei unserem Plattenlabel eine große Fete. Ich musste gehen und natürlich Cindy mitnehmen, sonst hätte die Presse mir unangenehme fragen gestellt. Ich habe den ganzen Abend nur in einer Ecke gesessen und einen Drink nach dem anderem geschüttet. Spät Abend kam dann Cindy zu mir, plötzlich war mir alles egal. Ich wollte nur dieses Scheißgefühl loswerden. Diese leere. Deshalb fing ich an mit Cindy rumzuknutschen. Und ich weiß gar nicht mehr wie es passiert ist. Nur das ich sie morgens mit zu mir genommen habe und dann ist es passiert, kurz bevor du kamst." Naomi war zum heulen zumute. Doch sie hatte sich fest vorgenommen, es nicht zu tun. "Danke, für deine umfangreiche Ausführung. Wenn das alles war, was du zu sagen hast, können wir ja jetzt gehen. Shane und ich haben noch viel vor und übrigens: ES IST AUS!" Kian schaute auf den Boden. "Naomi, es tut mir wirklich Leid. Ich liebe dich. Dein Alter hat für mich noch nie eine Rolle gespielt, denn ich liebe dich." " Das sagtest du schon." Naomi stand auf. "Komm Shane, wir gehen." Shane stand auf. Er hielt Naomi immer noch an der Hand. "Sag mal Shane bist du jetzt mit ihr zusammen? Na, viel Spaß, pass auf die ist nicht so willig wie du vielleicht denkst!" Shane ging auf Kian zu. Es sah so aus, als wollte er zuschlagen, doch er beherrschte sich. Er ging zu Naomi zurück, zog sie an sich und küsste sie leidenschaftlich. Dann nahm er Sie an die eine und ihren Koffer in die andere Hand. Im Auto schwiegen wieder beide. "Shane..!" begann Naomi. "Okay, ich weiß es war nicht okay von mir, aber ich wollte ihm zeigen das er einen Fehler gemacht hat, mir hat es viel bedeutet, aber nicht aus Liebe in dem Sinn, sondern, weil ich finde das du eine tolle Frau bist!" Shane sah Naomi mit seinen Haselnussbraunen Augen an. "Shane, ich, ich…!" "Ja?!" "Der Kuss war wunderschön, aber ich denke genauso wie du!" Das war gelogen. Naomi war zerflossen. Sie hatte Kian geliebt. Er hatte sie wunderbar geküsst. Aber sie hatte keinen Vergleich gehabt. Sie wusste nicht, ob sie in Shane verliebt war. Sie fand das auch ein bisschen komisch. Es sah so schlampig aus. Kaum den einen Freund verlassen, hatte sie einen anderen und dann noch den besten Freund ihres Ex. In ihr herrschte das völlige Chaos. Sie war hin und her gerissen zwischen Shane und Kian. Das nannte man wohl "Pupertät ". Aber sie wollte nicht so sein. Aber das musste man sich mal vorstellen. Sie war gerade mal vierzehn und jetzt schon von einem Freuden betrogen worden und zwar richtig! Sie hatte gedacht Kian wäre der Richtige. "Naomi?!" Shane hatte den Wagen vor seinem Haus geparkt. Naomi stieg aus. "Kann ich noch ein bisschen bei dir wohnen?!" "Klar, wenn meine Couch dir nicht zu unbequem ist." Sie war Naomi tierisch unbequem doch Naomi wusste nicht wo sie sonst unterkommen könnte. "Ich hätte da aber noch eine andere Alternative." Und zwar, gibt es da noch Mark, der wohnt noch bei seinen Eltern und die haben ein Gästezimmer, wäre das auch okay für dich?!" Es war okay für Naomi. Nur hatte sie irgendwie das Gefühl, das sie von einem Lifer zum nächsten weitergereicht wurde. Also zog Naomi zu Mark. Seine Familie war wirklich sehr zuvorkommend. Natürlich hätte Naomi auch zu ihren Verwandten ziehen können, aber sie wollte auf keinen Fall das ihre Familie, das mit Kian erfuhr. Sie würden nie mehr dulden, das Naomi jemals wieder mit einem Iren zusammen wäre, geschweige denn jemals wieder mit irgendeinem anderem Man, der nicht Japaner war. Davor hatte Naomi Angst.
Marks Mutter hatte köstlich gekocht. Ein richtiges Menu und Marks Hund Snoppy wollte gar nicht mehr von ihrer Seite weichen. "Ich will noch mal mit dem Hund an die Klippen, hast du Lust mitzukommen?!" fragte Mark, Naomi nach dem Abendessen. "Klar, gerne." Also zogen sie los. Snoppy lief fröhlich bellend zwischen den beiden her, als würde er die angespannte Stille riechen. "Also, hm, was hast du denn jetzt so vor, in nächster Zeit?" unterbrach Mark die Stille. "Ich weiß nicht." Naomi spielte mit den Füßen im Sand. "Vielleicht fahre ich zurück nach London, vielleicht überrede ich meine Eltern, dass ich hier bleiben darf. Mir gefällt es hier." Naomi spürte einen Arm um ihre Schulter. "Ich weiß ich war am Anfang nicht nett zu dir, aber jetzt stehe ich voll hinter DIR. Wirklich! Das glaubst du mir doch, oder?!" "Klar, wieso auch nicht." Sie gingen weiter Arm in Arm am Strand entlang. Plötzlich kam ihnen eine Person entgegen. Sie hatte ihr Gesicht unter einer dicken Sonnenbrille verborgen. Doch Naomi erkannte ihn auf 5 Meter Entfernung. Er hätte auch 1000 Meter weit Weg sein können und mit einer schwarzen Maske. Sie hätte ihn trotzdem erkannt. Es war Kian. Sie tat so als hätte sie ihn nicht bemerkt und gab Mark plötzlich einen langen Kuss. Dieser allerdings wirkte sehr verwirrt. Er wusste nicht mit der Situation umzugehen. Plötzlich stürzte sich Kian auf Mark. Er schlug ihn ins Gesicht, in den Bauch. Doch diesmal war Mark nicht so wehrlos wie beim letzten Mal. Gezielt verpasste er Kian einen Schlag auf die Schläfe. Dieser taumelte ein paar Schritte bevor er zu Boden ging. Mark hielt sich seine starkblutende Nase. Doch das war nicht das einzige. Mark sah aus, als hätte er gerade gegen Lenox Lewis geboxt. Auf seiner Stirn zog sich ein langer Riss und sein linkes Auge war blau und angeschwollen. "Kian!" Naomi stürzte zu ihrem bewusstlosen Ex-Freund. "Kian, wach auf!" Doch nichts geschah. Kian blieb völlig ruhig. Fast wirkte es, als wäre er in einen tiefen Schlaf gefallen. Er sah wieder so aus, wie der Kian, in den sie sich verliebt hatte. Er war so ruhig, wie ein Baby. Naomi liefen die Tränen über die Backen. "Kian, bitte wach wieder auf! Bitte!" Sie verpasste ihm eine saftige Ohrfeige. Nichts. "Mark, tu doch was, ein Arzt." Während Mark mit seinem Handy einen Notarzt orderte, versuchte Naomi krampfhaft, sich an den Erste -Hilfe Kurs in der Grundschule zu erinnern. Puls, Puls, an welchem Handgelenk war er noch mal? Sie schmiss diese Maßnahme erst mal zur Seite und fühlte die Pulsschlagader. Kian lebte, wenigstens etwas. Nun drehte Naomi ihn in die stabile Seitenlage. Jedenfalls versuchte sie ihn in eine Position zu bringen die etwas nach Seitenlage aussah. Auf Kians Schläfe bildete sich nun ein riesiger blauer Fleck. Plötzlich schlug Kian seine blauen Augen auf. "Naomi? Naomi, ich liebe dich!" Dann klappten seine Augen wieder zu. "KIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIAAAAAANNNNNNNN!" Naomi brach weinend zusammen.
"Sie können gehen, aber ihr Freund wird wohl noch zur Beobachtung da bleiben müssen." Der Arzt gab Naomi die Hand und verabschiedete sich freundlich. Kaum trat Sie aus dem Behandlungsraum stürzten drei durcheinander redende Jungs auf sie zu. Shane kam gerade rechtzeitig um Naomi aufzufangen die noch sehr wackelig auf den Beinen stand. "Was ist denn passiert?" fragte Nicky entsetzt und half Shane dabei Naomi auf einen dieser sterilen Plastiksitze zu setzten. "Wir waren spazieren und und…es ist meine Schuld." Naomi stütze ihren Kopf gegen Shanes Brust. "Ich bin an allem Schuld!" Dicke Tränen kullerten über ihre Wangen. "Das diese pupertären Weiber immer gleich flennen müssen, ich geh mal runter an den Snackautomaten und hohl mir was zu essen." Bryan erhob sich gelangweilt. Und erntete einige böse Blicke von den Jungs. "Warum solltest du an allem Schuld sein?!" Shane nahm Naomi in den Arm. "Weil, weil ich doch Mark geküsst habe, aus Rache und dann ist Kian auf Mark losgegangen und alles nur wegen meinem Kuss, den Mark eigentlich gar nicht wollte und jetzt wird Mark gerade genäht und Kian liegt mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus." "Kian wird doch morgen schon wieder entlassen, es ist doch gar nicht so schlimm. Er hat nur eine leichte Gehirnerschütterung." "Viel schlimmer ist das du dich wahllos durch die Gegend knutschst! Denk doch mal an Marks Gefühle!" gab nun Nicky seine Meinung ab. "Ich weiß ja auch nicht, aber nach dem Kuss von Shane habe ich nicht weiter gewusst. Meine Gefühle standen völlig Kopf! Kian oder Shane? Und außerdem habe ich gemerkt, dass man Kian mit einem Kuss rasend eifersüchtig machen kann. Das wollte ich! Ich wollte das er leidet. Shane du warst so super lieb zu mir, ich dachte ich hätte mich in dich verliebt. Der Kuss mit Mark war so eine Art Test. Hätte Kian anders reagiert so wie bei dem Kuss mit dir, dann hätte ich mich für dich entschieden. Du bist nämlich unheimlich süß…." "Naomi STOP!" Shane stand auf und Naomi musste sich aus seinen Armen lösen. "Rede dich bitte nicht um Kopf und Kragen! Naomi du hast die ganze Zeit so erwachsen gewirkt, aber so wie du jetzt redest…Also was ich sagen will, hätte ich gewusst das ich so ein Gefühlschaos in dir auslöse, hätte ich dich nie geküsst. Denn ich liebe dich nicht und meiner Meinung nach liebst du auch nicht mich sondern Kian. Ich möchte gerne mit dir befreundet sein und mir macht es auch nichts aus wenn du dich öfters mal an meiner Brust ausheulst, denn du bist und bleibst eine gute Freundin. Aber mehr nicht. Außerdem kann ich gar nicht so gut küssen." Shane grinste verschmitzt und nahm Naomi in den Arm. "Wie du hast sie auch geküsst?!" fragte Nicky noch viel entsetzter als vorher. "Wo sind wir hier denn? In irgendeiner Peepshow?! Soll ich sie vielleicht auch noch küssen, oder Bryan? Oder Anto? Oder die Krankenschwester von der Entbindungsstation?!" Nun mussten alle drei lachen. Nicky schaffte es immer alle zum lachen zu bringen, fast immer.
"Naomi, ich weiß das ich dich verletzt habe, mit meinem Seitensprung, meiner blöden Erklärung und dem dummen Spruch Shane gegenüber." "Ist doch in Ordnung. Ich habe mein Herz an dich verloren und so wird es auch immer bleiben." "Naomi ich mag dich auch." "Du magst mich?" "Ja, ich mag dich. Aber ich sehne mich nach mehr. Ich sehne mich nach einer gleichaltrigen Freundin. Ich habe mich in eine andere verliebt. Es ist nicht Cindy, soviel dazu. Aber du wirst immer, als eine besondere Freundin in meinem Herz bleiben." "Aber am Strand, du hast gesagt du liebst mich." "Vielleicht tue ich das auch noch ein bisschen. Aber es geht nicht. Ich komme mir jedes Mal vor wie ein Kinderschänder. Es tut mir Leid, es geht nicht. Ich fühle mich dabei nicht wohl. Vor ein paar Wochen war ich mir noch ganz sicher, dass ich dich will! Aber jetzt habe ich nachgedacht. Es ist ganz aus, wir haben keine Chance mehr." Mit diesen Worten brach für Naomi eine Welt zusammen. "Ich dachte für dich wäre es auch die große Liebe!" Sie spürte Wut in sich aufkochen. "Hast du mir mit deinem Gesäusel die ganze Zeit nur etwas vorgemacht? Wolltest du mich nur rum kriegen? Wolltest du nur testen wie das ist? Mit einer Minderjährigen? Ich liebe dich und werde nie ein anderes Mädchen so lieben können wie dich!" äffte Naomi einen von Kians Liebesschwüren nach "Ich wusste dass du das so aufnimmst! Aber so ist es nicht. Glaub mir Naomi, so ist es nicht. Ich kann dir das nicht erklären…!" Damit drehte er auf die andere Seite und forderte Naomi still zum gehen auf. Sie ging. Würdevoll. Ohne eine Träne. Er wollte sie nicht mehr. Ihr Stolz war zu tiefst verletzt. "Und alles wieder in Butter?!" Nicky nahm Naomi in Empfang. "Er hat sich von mir getrennt. Ich bin für ihn ein kleines Kind und außerdem hat er eine Neue!" "Hat er nicht!" rutschte es Nicky heraus. "Hat er nicht?!" Naomi war nun total verstört. Für eine andere hätte sie die Trennung ja noch einigermaßen verstanden, aber für nichts? Sie ging schweigend aus dem Krankenhaus. Sie nahm den nächsten Bus nach Sligo. Sie wollte nur noch schlafen. Nachdenken. Fliehen. Vergessen. "Na Kindchen, was bedrückt dich?!" Eine alte Frau hatte sich neben Naomi gesetzt. "Wer sind sie?!" "Das ist unwichtig. Wichtig ist doch nur, dass dein Problem gelöst wird. Also was ist los?!" "Ich bin 14 und mein Freund ist 23. Er ist mir fremdgegangen. Erst war ich furchtbar sauer und traurig, aber dann wollte ich es noch einmal probieren und jetzt hat er Schluss gemacht. Er meinte ich wäre zu jung und er hätte eine neue Freundin. Jetzt hat mir aber ein guter Freund von ihm gesagt, er hätte gar keine neue! Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll." Naomi sah ihre Nachbarin fragend an. "Ich gebe dir einen Rat, hör auf dein Herz. Mach nur das was es sagt und sei nicht leichtgläubig." Die Dame zwinkerte Naomi zu. Dann stand sie auf und verließ den Bus an der nächsten Haltestelle. "Danke! Mach ich!" rief Naomi ihr hinterher. Entschuldigen sie aber der Bus hat die Endhaltestelle erreicht. Der Busfahrer rüttelte Naomi sanft wach. "Ähm, saß hier vorhin eine alte Dame?!" Naomi war sich nicht sicher ob sie alles nur geträumt hatte. "Ja, warum?!" Der Busfahrer betrachtete Naomi so, als würde er an ihrem Verstand zweifeln. "Ach nur so." Naomi stieg aus. Sie sollte auf ihr Herz hören, hatte die Dame gesagt. Zurzeit sagte ihr Herz, das sie nicht nach Hause sondern an den Strand gehen sollte. Es war zwar mitten in der Nacht und sie war Müde, doch sie musste nachdenken. Also setzte sie sich auf eine Klippe, die über dem Meer endete und auf der man einen tollen Ausblick auf den Sand und das Wasser hatte. Was sagte ihr Herz jetzt gerade, wo sie da so saß? Sie wusste es nicht. Ihr Herz war auch viel mehr damit beschäftigt aufgeregt zu klopfen, anstand ein Wort zu sagen. Doch sie hatte so ein Gefühl, ein Gefühl, so als wäre das mit Kian noch nicht vorbei. Jedenfalls noch nicht entgültig. Eine Träne floss. Sie wollte Kian, nur Kian. Vielleicht hatte sie alles falsch gemacht. Vielleicht hätte sie ihn nicht verletzten dürfen. Aber hatte er sie nicht betrogen? Hatte er sie nicht hintergangen? War er nicht der Böse? Müsste er nicht eigentlich Reue zeigen? Sie machte sich Gedanken. Dabei war er doch an allem Schuld. Sie war nicht die Böse. Mit diesem befreiendem Gedanken im Gepäck ging sie zurück zum Haus der Feehilys wo sie völlig übermüdet ins Bett fiel. Am nächsten Morgen klingelte ihr Handy Sturm. Es war ihre Mutter. "Naomi Schätzchen, geht es dir gut? Benimmt sich Kian?" "Mum, natürlich geht es mir gut, mit Kian ist alles in bester Ordnung!" Zwei Lügen in einem Satz, das konnte ja noch ein tolles Gespräch werden. "Vielleicht kommen wir dich mal besuchen." "Mum, das ist doch ober-peinlich." "Aber du weißt das du spätestens in einem Monat wieder hier sein musst?!" "Ja, Mum, ich weiß die Schule. Ich muss Schluss machen, es gibt Frühstück. Bis bald. Ich hab euch lieb. Küsschen." Naomi drückte den roten Knopf. Sie kam in die Küche. "Ähm, guten Morgen." Marks jüngerer Bruder errötete leicht. Er saß nur in Boxershorts am Küchentisch. "Hi, ich bin Naomi." "Eine neue Flamme von Mark?!" "Nein. Ich wohne nur hier." Sie hatte keinem Lust diesem "gleichaltrigen" alles über Kian und sie zu erzählen. "Wo sind eigentlich alle anderen? Mum, Dad, Mark?!" "Mark liegt im Krankenhaus, er hat sich die Nase gebrochen." Der Junge nickte. Naomi wollte gerade wieder in ihr Zimmer gehen, da rief er sie zurück. "Frühstück?!" Naomi nickte ebenfalls und setzte sich zu dem Jungen an den Tisch. Er servierte ihr Cornflakes, Toast, Marmelade und Kakao. "Kann ich vielleicht ein Wasser haben?!" "Wasser?!" Der Junge sah sie entsetzt an. "Zum Frühstück?!" Naomi nickte hartnäckig. "Die spinnen die Briten!" Trotz seines verständnislosen Kopfschüttelns stand Marks Bruder auf, schlurfte zum Kühlschrank und dann zu einem Regal, wo er ein buntes Glas herausnahm und stellte es vor Naomi auf den Tisch. In diesem Moment tauchte auch Snoopy auf. Er bellte und sprang am Tisch hoch. "Verpiss dich, du blöder Köter!" schnauzte little Mark (So hatte Naomi den Jungen inzwischen getauft, da er keine Anstallten machte sich vorzustellen)den Hund an, der gerade dabei war, sein Toast abzulecken. Er stieß ihn vom Tisch und Snoppy landete unsanft auf dem Boden. Er jaulte und winselte. Naomi stand auf bedankte sich für das Wasser und ging in ihr Zimmer, dort zog sie ihre Joggingklamotten an und lief wieder zurück in die Küche. "Ich geh mal mit Snoopy joggen." "Ja, bring die Töle mal ein bisschen in Schwung!" Naomi schüttelte entsetzt über so dumme Sprüche den Kopf und zog Snoopy sein Halsband über.
"I lay my love on you!" laut sang Naomi eins ihrer Lieblingslieder mit, während sie mit ihrem Discman auf den Ohren am Strand entlang joggte. Sie sang und lief und vergaß einfach die ganze Welt um sich herum. Es war die erste CD die Kian ihr geschenkt hatte. Sie war voll mit gute Laune Songs. Naomi lief eine Stunde am Wasser entlang. Dann machte sie sich auf den Rückweg. Snoopy hechelte neben ihr her und zeigte mit Winseln und Jaulen großen Protest gegen den langen Ausflug. Naomi lies sich davon nicht stören. Es war traumhaft. Das Wasser, der Sand und das Wetter. Alles könnte so schön sein. Aber nein. Das Thema Kian hatte sie abgeschlossen. Vorbei, Aus, Ende! Plötzlich wurde Naomi schlaffer. Sie musste kurz anhalten. Ihr wurde sogar richtig schlecht. Langsam ging sie ein Paar Schritte. Dann wurde ihr schwindelig. Sie lies sich in den Sand fallen. Zehn Minuten blieb sie bewegungslos sitzen. Dann stand sie auf und joggte weiter. Wahrscheinlich nur ein kleiner Schwächeanfall. Sie hatte es bestimmt wieder mal übertrieben. Bei den Feehilys sprang sie erstmal unter die Dusche und setzte sich dann gemütlich mit dem Discman auf den Ohren in den Garten um sich die Fußnägel zu lackieren. "Bop Bop Baby please!" "Don’t let me go!" ergänzte eine schöne Stimme ihren eher schrägen Gesang. Naomi drehte sich um. "Mark!" Sie nahm ihn in den Arm. "Wie geht’s ? Tut es noch sehr weh?!" fragte sie mit Blick auf seine angeschwollene Nase, die mit einer komisch riechenden Creme eingeschmiert war. " Sie ist nicht gebrochen- Zum Glück. Ansonsten fehlt mir nichts und wie geht’s dir?" Naomi schwieg und blickte zu Boden. "Ich hab von der Sache mit Kian gehört. Übel was er gemacht hat. Erst rettest du ihm das Leben und dann das." Naomi schwieg immer noch und lackierte nun zum fünften Mal ihren großen Zehennagel blau. "Wir wissen nicht wie es mit Westlife weitergehen soll. Nach allem was passiert ist, schaffen wir es bestimmt nicht uns zusammen zureißen." Nun schwieg auch Mark. "Klar und an allem ist mal wieder die kleine Naomi schuld! Tut mir Leid wenn ich euer harmonisches Leben aufgemischt habe. Es sind ja nur meine Gefühle!" Naomi sprang auf und rannt die Treppe hoch. Mark guckte etwas unbeholfen. Sie hatte ja Recht und das wusste sie auch. Weinend warf Naomi sich aufs Bett. "Warum? Warum? Es hätte alles so schön sein können. Mit Kian und überhaupt. Warum musste er nur berühmt sein?! Warum war er nicht so wie du und ich? Und da waren sie wieder. Die alten Gefühle. Die angeblich verbannten Gefühle. Sie liebte Kian, ja sie liebte ihn wirklich. Shane? Mark? Nein! Sie liebte Kian!!! Leider waren mit ihren Gefühlen auch die Sorgen zurückgekehrt. Und als ob sie jemand quälen wollte, bekam sie wieder den Schwindel und die Übelkeit. Schnell sie musste auf die Toilette und sich übergeben. Naomi rannte. "Nur die Nerven, bestimmt! Sprach sie sich selbst Mut zu und verkroch sich vom Klo direkt unter die Bettdecke. Da klopfte es. Es war Mark. " Naomi, niemand macht dir einen Vorwurf! Kein Mensch. Du und Kian ihr habt euch nun mal verknallt. Außerdem wird sich Westlife bestimmt nicht trennen! Gerade habe ich mit Anto telefoniert. Übermorgen singen wir bei `Party in the Park´. Kian ist bis dahin bestimmt auch wieder fit." Naomi nickte. "Hast du mal mit deinen Eltern geredet wie es mit der Schule weitergeht und so?!" "Ja, in einem Monat muss ich wieder in London sein." "Dann hast du ja noch viel Zeit um mit uns was zu unternehmen. Außer `Party in the Park´ haben wir keine Events mehr. Wir machen Pause." Mark stand auf und wollte gehen. Dann drehte er sich noch mal auf dem Absatz um und sagte:"Kian liebt dich immer noch!" Dann ging er. Naomi hallten die Worte wieder in ihren Ohren. "Kian liebt dich!" Das war so einfach gesagt, aber zu verstehen war es nicht leicht. Kian hatte eine merkwürdige Art von Beziehung. Naomi musste sich daran erinnern, wie eingeschnappt er gewesen war nachdem sie ihm ihre Liebe gestanden hatte. Seine verletzliche Seite, die Naomi so geliebt hatte. Nun war er nur noch hart und kalt. Nichts mehr da vom sanften Kian, dem Naomi vertraut hatte. Doch einmal war er noch mal der Kian gewesen. Als er am Strand lag. Kurz bevor er wieder in die Ohnmacht zurück geglitten war. Dann im Krankenhaus war er wieder der Stein gewesen. Kalt, schroff und unberechenbar. War seine Entscheidung für immer? Naomi konnte und wollte das nicht fassen. Klar, seine Art machte ihr Angst. Ja, wirklich riesige Angst. Aber wieso hatte er sich so verändert? Es musste doch einen Grund dafür geben. Sie musste diesen Grund rausfinden. Sie musste in sein Haus. Jawohl Miss Marple! Naomi musste über ihre eigene Neugierde grinsen. Sie griff in ihre Jeansjacke. Dort war noch immer Kians zweiter Hausschlüssel versteckt. Sie musste noch vor ihm in seinem Haus sein. Mark musste sie fahren. Sie wollte alles über seine angebliche Freundin herausfinden.
"Oh Man, Naomi! Wenn Kian uns erwischt! Dann ist es mit Westlife aus." "Du sollst mich doch nur fahren und Schniere stehen! Ich muss mir Klarheit verschaffen! Wann wird er noch mal entlassen?" "Um fünf glaube ich!" "Jetzt ist es erst viertel vor Drei! Also!" Naomi hatte Mark überredet und sie fuhren zu Kians Haus. Zum Glück standen keine Fans davor. Mark klingelte. Nichts. Er klingelte noch zweimal und als sich dann noch nichts regte, steckte Naomi den Schlüssel ins Türschloss und öffnete sie leise. "Du pfeifst, falls Kian kommt!" schärfte sie Mark ein, dann ging sie langsam ins Schlafzimmer. Als erstes war sein Nachttisch dran. Sie kramte darin herum. Ein Notizbuch. Sie ließ es in ihrem Rucksack verschwinden. Außerdem lag da noch eine kleine Pillendose. Sie wanderte hinterher. Im anderen Nachttisch lagen nur Magazine wie die FHM und der Playboy.
Naomi ging weiter ins Wohnzimmer wo sie den Schrank öffnete. Da fiel ihr ein Bild von sich selbst in die Hände. Das Glas des Rahmens war mit Rissen durchzogen. Da lag noch ein zweites Foto. Naomi ließ auch das in ihre Tasche verschwinden. Ins seinem Kleiderschrank ging sie jede Hose und jede Jacke durch. Sie fand lauter Zettel mit Telefonnummern. Doch in der Küche machte sie den größten Fund. Sein Handy! Natürlich konnte das nicht mitgehen lassen, aber sie konnte es durchsuchen. Es waren viele SMS von Girls drauf. Aber keins schrieb so als sei es seine Freundin. Auch im Terminplaner war keine auffällige Notiz. Die letzte gewählte Nummer war die von Anto. Zu guter letzt ging Naomi mit einem Taschentuch an alle Schränke und Schubladen, die sie angefasst hatte und wischte ihre Fingerabdrücke weg. Dann ging sie schnell zur Tür. Fastte auch die nur mit einem Taschentuch an zog sie zu und versteckte den zweit Schlüssel unter der Erde. Sie stieg gerade rechtzeitig zu Mark ins Auto, als Kian in einem Taxi um die Ecke bog. Mark machte sich mit seinem Jeep in die andere Richtung davon. "Das war knapp!" säufzte er.
Naomi hatte sich mit ihrem Rucksack auf ihr Bett gesetzt. Sie nahm den Terminkalender und öffnete ihn. Ihr fielen viele kleine Fotos entgegen. Alle zeigte Kian mit einer hübschen, dunkelhaarigen Frau. Naomi wurde das Herz schwer. Denn es war auch ein Brief herausgefallen. Er war anscheinend von Kian. Sie wusste das man die Post von anderen nicht lesen durfte, sie tat es trotzdem.
Liebe Honigmaus!
Ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll. Es fällt mir nicht leicht. Die Liebe zu dir ist so besonders. Du bist das allerliebste was ich habe. Mit dir möchte ich die Ewigkeit verbringen. Ich möchte dir die Sterne vom Himmel hohlen. Du bist das liebste was ich habe. Niemand kann uns trennen. Keine Sache auf der Welt! Denn es gibt nur uns zwei- für immer und ewig. Alles ist rosarot. Mein Herz schlägt wie wild .
Naomi schlurzte. In wen war Kian so verliebt. Wem schrieb er so einen schönen Liebesbrief. Warum hatte er ihr nicht so schön geschrieben? Sie drehte die Seite um. Dort ging es weiter.
Naomi ich liebe dich! Für immer! Dein Kian
Naomi traute ihren Augen nicht. Der Brief war an sie gerichtet. Warum hatte er ihn nur nie abgeschickt? Wahrscheinlich war ihm etwas oder besser jemand dazwischen gekommen. Vielleicht wollte er ihn ja abschicken. Auf einmal fühlte Naomi sich so schäbig. Wie konnte sie sich nur dazu herablassen bei Kian einzubrechen? Sie war doch völlig irre!!! Doch dann sah sie wieder die anderen Bilder, von dieser hübschen Frau und lass die letzten Einträge in seinem Terminkalender. Chantal, Chantal, Chantal usw. Die Wut kochte in ihr hoch. Es war eine verzweifelte Wut. Sie schmiss den Terminkalender gegen die Tür. Diese öffnete sich prompt. Es war little Mark oder auch Colin wie sie inzwischen herausgefunden hatte. "Was war das denn? Was hast du geworfen? Spinnst du?!" "Nichts!" War Naomis einzige Reaktion. Sie hatte sich zum Fenster gedreht, sodass er ihr inzwischen Tränen überströmtes Gesicht nicht sehen konnte. "Du hast doch was geworfen! Willst du mich verarschen? Was hast du geworfen?!" fragte er nun mit Nachdruck. "Nichts!" presste Naomi hervor. Langsam aber sicher ging er ihr auf die Nerven. Colin hatte inzwischen gemerkt, dass mit Naomi etwas nicht stimmte. Er setzte sich zu ihr aufs Bett und legte ihr die Hand auf die Schulter. "Du kannst mit mir über alles reden. Wirklich." "Lass mich einfach in Ruhe!" Sie sprang auf und rannte die Treppen hinunter. Direkt an Mark vorbei. Sie lief bis zu den Nahe gelegenen Klippen. Dort setzte sie sich auf einen Felsvorsprung, der direkt über dem Meer endete. Lange sah sie der Flut zu, wie sie mit ihren Wellen gegen die Felsen schlug, wie die Wassermaßen daran zerbrachen und vor Gicht aufschäumten. Die Wellen hatten etwas mit ihrer Beziehung zu Kian gemeinsam. Doch Naomi wollte nicht an Kian denken. Sie ließ die Seele baumeln. Kurz kehrte die Übelkeit zurück. Aber nur kurz.
"Naomi, wo warst du denn solange?" Mark sah sie aufgeregt an. "Ich, ich habe nachgedacht." Mark zog erwartungsvoll die Augenbrauen hoch. "Ich werde noch bis Ferien Ende in Sligo bleiben. Ist das okay? Danach fliege ich nach Hause. Ein für alle mal. Ich werde alles hinter mir lassen!" "Ein großer Schritt. Ich muss dich jetzt leider alleine lassen. Unser Flieger geht gleich. Morgen früh bin ich wieder da." Er gab ihr die Hand
(Wahrscheinlich traute er sich nicht, ihr ein Küsschen auf die Wange zu geben) und verabschiedete sich. Dann stieg er in seinen Geländewagen und fuhr davon. Naomi guckte dem Auto hinterher, bis es nicht mehr zu sehen war. Dann beschloss sie sich Party in the Park im TV anzusehen. Schaden konnte es ja nicht.
"But if I let you go, I will never know!" Naomi saß tapfer vor dem Fernseher und betrachtete mit eiserner Miene den TV Auftritt von Westlife. Colin hatte sich mit dem Kommentar: "Was finden die nur alle an der schrecklichen Stimme meines Bruder?!" verzogen und Naomi saß alleine da, da alle anderen Feehilys unterwegs waren. "Nein, er ist nicht süß, nein, er ist nicht süß!" sagte sie leise vor sich hin. Doch was war denn jetzt los. Naomi traute ihren Augen nicht. Die Jungs hatten gerade die Bühne verlassen und nun wurde ein Backstage interview mit ausgestrahlt. Shane war gerade dran, da sah man Kian im Hintergrund leidenschaftlich mit einer anderen rumknutschen. Es war die Frau von den Fotos. Nun war Kian mit Interview an der Reihe. "Ich möchte den heutigen Tag nutzen um der ganzen Welt, meinen neuen Schatz vorzustellen! Chantal!" Er gab ihr einen sanften Kuss. "We’re so happy!" beteuerte er. Dann erzählte er noch was von Traumfrau usw. usw. Das alles sah Naomi nur noch durch einen Nebelschleier. Diese Chantal war wirklich Kians neue Liebe. Er hatte eine neue. Auch wenn sie vor Mark so stark getan hatte. Sie hatte sich insgeheim doch noch Hoffnungen gemacht. Nein! Das konnte nicht wahr sein. Es war doch ihr Kian! Er war doch nicht so ein Schwein. Unter Tränen schlief sie erschöpft auf dem Sofa ein.
"He, Schlafmütze aufwachen!" Mark rüttelte sie leicht an der Schulter. Naomi war sofort hell wach. "Ach, Mark!" Sie fiel ihm um den Hals. " Es ist alles so schrecklich." Mark drückte sie fest. "Du hast es also doch gesehen?!" Naomi nickte und schluchzte noch heftiger. "Sie ist eine blöde Kuh. Außer Kian kann sie keiner leiden. Und bei ihm bin ich mir da auch nicht so sicher." Versuchte er sie zu trösten. "Mark womit habe ich das verdient?!" "Du warst O-Town Fan das reicht für ein paar Jahre in der Hölle." Er grinste und auch Naomi musste lächeln. Doch dann überkam sie wieder diese Übelkeit. Blöde Nerven. "Ich würde Kian gerne besuchen. Ich möchte ihm ein letztes Mal in die Augen sehen." "Willst du das wirklich tun?!" "Ja, das will ich." Ihre Augen bekamen einen eiskalten Blick.
Langsame schlurfende Schritte zur Tür. Naomi hatte sich ganz alleine zu Kian gewagt. Gut Mark saß im Wagen, das zählte nicht. Die Tür öffnete sich. Kian sah überrascht aus. "Komm doch rein." Er versuchte seine Verlegenheit zu überspielen. "Möchtest du was trinken?!" "Nein, danke." Naomi setzte sich in den Sessel, den Kian ihr anbot. "Ich will eine richtige Erklärung Kian. Deshalb bin ich gekommen. Ich will mich jetzt nicht wieder als Täterin abstempeln lassen, also falls du mir nicht die Wahrheit sagen willst, erfinde was Gutes." Kian sah sie geschockt an. "Du willst es also wirklich wissen?" "Ja." "Nun gut, ich hatte es dir nicht gesagt um dich zu schonen. Es ist nicht Chantal. Es ist auch nicht dein Alter. Es ist einfach die Gesamtsituation. Mit dir kann ich mich nirgendwo sehen lassen. Mit dir kann ich nicht prahlen. Mit dir kann ich einfach keinen Spaß mehr haben. Du bist anders. Du willst keine Beziehung, du willst mich für immer. Aber ich weiß nicht ob ich dich für immer will. Was ist wenn, er machte eine kurze peinliche Pause, wenn ich einer hübscheren, älteren Frau begegne? Ich will dich dann nicht verletzen, also habe ich es einfach frühzeitig beendet. Du bist einfach nicht meine Traumfrau. Ich meine du bist noch ein halbes Kind. Du bist zwar super aber nicht das was ich mir für die Ewigkeit vorstelle." Naomi war außer sich. Sie war völlig fertig. Kian war ein Schwein, ein richtiges Schwein. "Du hast mich nur benutzt! Für deine Zwecke! Du hast mir deine Liebe nur vorgespielt? War ich nur ein Experiment? Nur ein Versuchskaninchen? Du bist das aller Letzte! Das aller, aller Letzte! Sie sprang auf. "Warte, bleib sitzen! Du wolltest die Wahrheit hören, oder?!" "Ja, aber wenn ich das gewusst hätte! Ich bereue alles was ich jemals mit dir getan habe." "Du bereust es, ja? Dann lauf doch überall rum und erzähl ich hätte dich dazu gezwungen!" " Du wirst unsachlich!" "Und du erzählst Müll!!!" "Tu ich nicht!" Naomi sprang wieder auf. Doch sie geriet ins wanken. Plötzlich drehte sich alles. Sie kippte nach vorne und landete in Kians Armen.
"Du schon wieder!" Der junge Arzt begrüßte Naomi belustigt, nachdem sie aus ihrer Ohnmacht erwacht war. "Häh? Was mache ich hier?!" "Also du bist ohnmächtig geworden. Kein Wunder, bei dieser Belastung. In deinem Alter. Wissen deine Eltern schon davon?" "Von was?" Naomi verzog die Augen zu kleinen Schlitzen. "Ach herrje du weißt es auch noch nicht?" "Was?!" "Na du bist schwanger!" "Ich glaub ich fall gleich wieder in Ohnmacht." Naomi traf die Nachricht wie ein Blitz. Sie konnte natürlich nur von einem Mann schwanger sein. "Kian!" " Wann darf ich wieder aufstehen?!" "Wenn sie wollen, jetzt sofort, ich rate ihnen aber noch mal zwei Minuten zu warten." Warten war nichts für Naomi. Sie stand sofort auf und segelte dem Arzt beinahe wieder in die Arme. "Vorsicht, du musst noch ein bisschen aufpassen. Am besten du kommst in den nächsten Tagen noch mal vorbei!" Naomi nickte. Dann trat sie auf den Flur, wo Mark und Kian saßen. "Naomi, was ist los?!" Kian war sofort aufgesprungen. "Fahr du am besten nach Hause und sei "very happy" mit Chantal!" Sie ging weiter, doch Kian hielt sie an der Schulter fest. "Ist es etwas Ernstes?!" "Tue nicht so mein Leben, meine Gefühle, das ist dir doch alles scheiß egal!" schrie Naomi. "Können wir das vielleicht draußen regeln?!" Kian guckte sich um, überall guckten schaulustige Patienten zu. Deshalb schob er Naomi sanft aus der Tür zum Parkplatz. Sie ließ es verdutzt geschehen. "Also wo war ich…?!" nahm sie den Faden wieder auf. "Du hast doch von Anfang an mit mir gespielt! Geliebt hast du mich doch nie, oder?! Weißt du eigentlich was Liebe bedeutet?!" "Nein, aber du mit deinen vierzehn Jahren bestimmt!" Doch Naomi ließ sich von den sarkastischen Kommentar nicht abbringen. Wieder entlud sich ihre ganze Wut auf Kian. "Ich werde lachen, wenn ich in Zukunft irgendwo lese oder höre, wie sensibel du doch bist. Ich verabscheue dich Kian Egan! Du bist das widerlichste was mir jemals auf dieser Welt begegnet ist! Du bist ein Dreckskerl!" Mit diesen Worten stürmte Naomi zu Marks Auto setzte sich hinein und wartete bis dieser sich bequemte aus dem Krankenhaus zu kommen. Dann zeigte sie Kian den berühmten Finger. Auf dem Weg zu Marks Haus redeten sie kein Wort. Zuhause warf sich Naomi aufs Bett, was sollte sie tun? Der Arzt würde sicher das Jugendamt einschalten. Obwohl, sie wussten ja nicht wer der Vater ist und Naomi war ja vierzehn. Da könnte nicht viel schief gehen. Es klopfte. "Darf ich reinkommen?!" Es war Mark. "Klar." Naomi setzte sich im Bett auf und machte ihm platz. "Naomi, was hat der Arzt denn gesagt? Was macht dich so fertig? Es ist doch nicht nur Kian?!" Naomi schluckte. "Mark, ich…ich…ich bin schwanger von Kian!" Marks Mund stand offen. "Wow, aber du bist doch erst vierzehn. Das ist doch unverantwortlich. Was willst du machen?!" "Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wie ich es ihm sagen soll. Wenn ich ihm in die Augen sehe, wird mir komisch. Ich bin nicht seine Traumfrau und jetzt bekomme ich auch noch ein Kind von ihm." "Bist du sicher, das es von Kian ist?!" "Mark, ich bin vierzehn!" "Okay, Okay!" "Was soll ich tun?! Abtreiben? Alleine das Wort lässt es mir kalt den Rücken runter laufen. Aber ich muss es ihm doch sagen." Mark nickte und fuhr Naomi den Rücken mit den Fingern auf und ab. "Mark, es mag komisch klingen, aber ich liebe Kian immer noch. Er kann noch so ein Schwein sein, ich liebe ihn immer noch. Er ist und bleibt mein Traummann." Mark schwieg immer noch. "Und wie soll ich es meinen Eltern sagen? Sie lassen Kian doch glatt einbuchten und das hilft mir auch nicht. Aber wenn ich nicht sage das es von Kian ist?" "Naomi, die ganze Lügerei bringt nichts, aber das mit Kian und deinen Eltern wäre besser. Ich denke du solltest erst mal mit Kian reden und dann mit ihm gemeinsam entscheiden, was mit dem Baby geschehen soll." "Er ist doch aber mit Chantal zusammen, ich will die beiden nicht auseinander bringen. Wenn es seine große Liebe ist." Naomi lehnte sich an Mark. "Ich denke nicht, dass sie seine große Liebe ist. Ich denke die hat er schon gefunden, er hat nur Angst das zuzugeben. Wer weiß vielleicht kittet das Baby ja eure Beziehung wieder!" Naomi rutschte immer tiefer in Marks Arme. "Ich will nicht das Kian mit mir zusammen ist, weil ich ein Kind von ihm erwarte! Ich will nicht das er in zehn Jahren sagt, ich hätte ihm mit meinem Kind alles vermasselt." "Naomi, egal wie du musst es ihm irgendwann, irgendwie sagen!" "Gut, dann fahren wir morgen zu ihm und ich werde es ihm sagen." Eine kurze Pause trat ein. "Mark ich kann das nicht!" "Oh, Naomi du bist stark. Und wenn du vor Kian stärke beweißt, wer weiß vielleicht kapiert er dann endlich wer die richtige für ihn ist." Naomi kuschelte sich an Mark. Er war zwar lieb und nett, aber sie hätte viel lieber in Kians Armen gelegen. Sie vermisste ihn so. Er hätte heute noch viel Schlimmeres zu ihr sagen können. Er hätte sie beschimpfen können, sie würde Ihn trotzdem lieben!
Nachdem Mark gegangen war, lag Naomi auf ihrem Bett. Sie dachte nach. Darüber was sie morgen zu Kian sagen würde, darüber, wie er wohl reagieren würde. Aber wie würden ihre Eltern reagieren? Wahrscheinlich würden sie Sie aus der Familie ausschließen. Ihre Mutter würde entweder lange Mutter-Tochter Gespräche führen oder die ganze Zeit darüber reden was ich doch für eine Schande für die Familie wäre und was sie nur falsch gemacht hätte- im schlimmsten Fall beides. Ihr Vater würde nicht viel sagen, nur still vor sich hin brühten und ihr Bruder würde sie bestimmt verstehen. Doch am schwersten war die Sache mit Kian. Sie wollte ihn nicht verlieren. Aber hatte sie ihn nicht schon längst verloren? Oder liebte er sie vielleicht doch noch? Wenn er sie nicht liebte, hätte er sich dann im Krankenhaus so lieb um sie gekümmert? Und sie hatte sich total idiotisch verhalten. Wäre sie jetzt in irgendeiner Soap würde sie im jetzt ein Liebeslied vorsingen. Aber sie konnte nicht singen. Was hatte sie eigentlich für bescheuerte Gedanken? Ein Kind. Sie würde Mama werden. Mit vierzehn. War sie ihrer Aufgabe überhaupt gewachsen? Sie war doch selbst noch ein Kind. Wie sollte sie denn eins erziehen? Wenn ihr Kind eingeschult würde, wäre sie noch nicht einmal volljährig! Sie wäre noch nicht mit der Schule fertig, ihr ganzes Leben wäre kaputt. Sie hätte keinen Freizeitspaß, immer nur für ihr Kind da sein. Konnte sie das? War es das was sie sich vorstellte? Wollte sie das? Langsam schlief sie über ihren Gedanken ein.
Am nächsten Morgen war Naomi super nervös. Sie aß kaum etwas. Die ganze Familie Feehily saß still am Küchentisch. Anscheinend hatte Mark ihnen von ihrem bevorstehenden Gespräch mit Kian erzählt. Hoffentlich wussten sie nicht worum es ging. Vielleicht wollten sie, Sie auch einfach nur loswerden und hofften, dass sich das Gespräch positiv entwickelte. "Willst du Wasser?" fragte Colin schüchtern und sah sie dabei mit einem so lieben Blick an, das sie beinahe wieder angefangen hätte zu heulen. "Ich gehe nach oben und mache mich frisch, dann können wir los, ja?!" "Alles klar!" quetschte Mark zwischen einem Erdnussbuttertoast und einem Schluck Kaffee hervor. Naomi war zwar klar, das es nicht die feine englische Art war, ihn nicht zu Ende frühstücken zu lassen, aber sie wollte das mit Kian so schnell wie möglich hinter sich bringen und außerdem kam sie nicht aus dem feinen England. Trotzdem ließ sie sich mit dem frisch machen etwas Zeit. Denn irgendwie war sie hin und her gerissen zwischen "Ich bringe das schnell hinter mich" und "Trödeln, trödeln, trödeln!"
Als sie eine viertel Stunde später mit Mark im Auto saß war ihr das Herz schon bis in die Hose gerutscht. Zu allem Überfluss spielte ihr Gehirn gerade Kino und zeigte ihr alle schönen Erlebnisse mit Kian. Da parkte Mark auch schon den Wagen. Warum hatten sie bloß keinen längeren Weg zu Kian? Warum lebte er nicht in Dublin? Mark stubste sie vorsichtig an. "Du machst das schon! Sei stark! Ich warte hier. Wenn etwas ist, brauchst du mich nur holen oder schreien!" "Mach ich." Naomi atmete einmal tief durch, dann stieg sie aus. "Ich drück dir die Daumen!" Das konnte sie auch gebrauchen. Langsam drückte sie auf die Klingel. Ihr Herz klopfte wie wild. Zu allem Überfluss öffnete Chantal die Tür. "Oh, hallo." Sagte sie trocken. "Kian, Besuch für dich!" Kian kam die Treppen hinunter gesprungen. "Naomi." Seine Augen bekamen einen gläsernen Blick. Blitzte da etwa Sehnsucht in seinen blauen Augen? "Darf ich reinkommen?!" "Natürlich komm!" Anscheinend hatte ich den beiden ein Date vermasselt, denn Chantal verzog eine säuerliche Mine. "Willst du etwas trinken?!" "Nein danke. Ich wollte etwas mit dir unter vier Augen bereden." Inzwischen hatten Chantal und er auf seinem Sofa platz genommen. Naomi saß in einem Sessel. " Es gibt nichts was Chantal nicht auch hören dürfte." Wahrscheinlich sagte er das nur, um die missgelaunte Chantal zu besänftigen, jedenfalls legte er ihr zur Bekräftigung seiner Aussage eine Hand auf den Oberschenkel. Naomi zeriss es fast das Herz. "Gut, wenn du meinst. Also es gibt da etwas, was ich dir nicht länger vorenthalten kann, sonst ist es zu spät. Ich weiß eigentlich auch nicht wie ich es dir sagen soll. Na Ja, eigentlich ist es etwas ganz natürliches. Also kurz gesagt. Ich bin von dir schwanger. Du brauchst dir keine Sorgen machen. Du musst dich nicht mit dem Kind rumschlagen, ich kriege das auch gut ohne dich hin. Ich dachte nur du solltest es wissen." Da war es raus. Kian guckte Naomi völlig verstört an. " Du bist was?" "Schwanger! Hat sie doch gesagt!" giftete Chantal. Kian saß völlig sprachlos da. Er hatte die Hand von Chantals Oberschenkel genommen und starrte Naomi an. "Ich geh dann mal, wenn du deine Sprache wieder gefunden hast, kannst du mich ja vielleicht anrufen oder so." Naomi ging in den Flur. "Wenn du ihr jetzt nachläufst, ist es mit uns beiden vorbei!" hörte sie Chantal sagen. Kian kam ihr nicht nach. Das war wohl eine Art Entscheidung. Naomi ging ganz ruhig zu Marks Auto. Doch als sie neben ihm saß verlor sie die Beherrschung. Heulend und schluchzend brach sie zusammen. Mark nahm sie in die Arme und tröstete sie. "Er hat sich gegen mich entschieden. Er fühlt nichts mehr für mich, gar nichts!" "Naomi, so ist das sicher nicht. Vielleicht muss er erst mal seine Gefühle und Gedanken ordnen. Sollen wir nach Hause fahren?!" "Nein, ich möchte zu Shane, ich will mit ihm reden." "Dann kann ich dich aber nur absetzten. Ich bin noch mit Bryan in Dublin verabredet." Naomi nickte. Dann schloss sie die Augen. Sie wollte mit Shane reden. Mark war ja lieb und nett, aber sie fühlte immer noch am besten von Shane verstanden. Sie hatte lang nicht mehr mit ihm geredet. Da standen sie auch schon wieder vor Shanes Haus. Mensch, Sligo war vielleicht ein Kaff! "Danke!" Naomi gab Mark ein Küsschen auf die Wange. Dann stieg sie aus, winkte Mark noch mal kurz zu und ging zu Shanes Haus. "Naomi, schön dich mal wieder zu sehen." Shane drückte Naomi. "Gibt es irgendetwas Besonderes?!" "Nö, ich wollte dich einfach nur mal besuchen." Shane zog die Stirn in Falten. "Was ist wirklich los?!" "Ich bin schwanger." "Äh, was?!" Shane setzte sich langsam auf einen Stuhl und bedeutete Naomi sich ebenfalls zu setzten. "Du bist schwanger?" fragte er noch einmal nach. "Jep, von Kian." Shane guckte immer noch ungläubig aus der Wäsche. "Und weiß er es schon?" "Ja, aber er hat nicht viel herausgebracht. Ich weiß noch nicht wie er darüber denkt. "Meinst du, du willst das Kind?!" "Wenn ich das wüsste!" "Na komm mal her oder willst du das nicht mehr ich meine wegen dem Kuss oder so?!" Naomi schüttelte den Kopf und ließ sich in Shanes Arme gleiten. Dann fing sie wieder an zu schluchzen. "Ich weiß nicht was ich machen soll, ich bin doch erst vierzehn! Mein ganzes Leben liegt doch noch vor mir!" "Abtreiben?" fragte Shane vorsichtig nach. Naomi schwieg. Sie wollte und konnte diese Frage nicht beantworten. "Es ist alles so furchtbar. Normalerweise ist ein Kind etwas schönes, vor allem wenn es vom Traummann ist, aber bei mir scheint das Gegenteil der Fall zu sein." "Ich denke Kian wird sich früher der später auch für dich entscheiden. Er braucht noch etwas Zeit. Er muss sich über seine Gefühle klar werden. "Aber er war sich klar! Er hat mich geliebt, sonst wäre ich jetzt nicht schwanger!" Shane striche Naomi durch die Haare. "Ich bin mir sicher Kian liebt dich noch. Vielleicht hat er einfach nur Angst vor einer ewigen Beziehung. Weißt du Kian ist noch lang nicht so weise wie er tut. Wir alle sind das nicht. Er hat immer Angst etwas zu verpassen. Er kann mit den riesigen Gefühlen zu dir nicht umgehen. Chantal ist zwar sehr hübsch aber er liebt sie nicht wirklich. Ich denke er gibt nur vor, das du nicht seine Traumfrau bist." "Ich verstehe das nicht, er kann doch nicht ewig seine Liebe unterdrücken." Naomi war nun wieder völlig gefasst. "Ich meine ich bin vierzehn, was soll ich denn dazu sagen? Ich habe vielleicht noch viel mehr vor mir. Doch ich weiß das ich zu Kian gehöre und er zu mir. Wieso merkt er das nicht? Oder sind meine Gefühle eine Täuschung? Er tut mit Chantal auf heilige Familie. "We are so happy!" zitierte Naomi wieder mal den TV-Auftritt bei "Party in the Park" Vielleicht hat er auch das Versteckspiel satt. Ich verstehe das einfach nicht." "Ich verstehe ihn auch nicht, du wirkst so reif, so erwachsen. Er weiß gar nicht was er an dir hat." Langsam strich Shane Naomi über den Rücken. "Ach Shane, wieso kann Kian nicht wenigstens ein bisschen so wie du und Mark sein?! Ich werde ihm nicht mehr nachlaufen." "Das ist vielleicht das Beste." "Ach Shane, danke!" "Für was denn?!" Shane war von Naomis Dank positiv überrascht. "Du verstehst mich einfach am Besten. Mark kümmert sich ja auch super um mich aber du bist anders. Nicht das ich Marks Unterstützung nicht auch zu würdigen wüsste, aber du bist Besonders. Danke!" "Du liegst mir eben am Herz!" Um seine Aussage zu Unterstützen nahm er sie fest in den Arm. Naomi fühlte sich geborgen- aber anders als bei Kian.
"Hi Naomi, ich bin’s Kian. Ich würde gerne mit dir reden? Können wir uns vielleicht bei mir treffen?" Das waren Kians Worte gewesen. Naomi stand an ihrem Koffer und wusste nicht was sie anziehen sollte. In der Jury saßen Mark und Collin. "Das?!" fragte sie und präsentierte ihnen mindestens schon das 20 Top- Schulterfrei grün-gelb gemustert. "Es regnet." Meinte Collin trocken. "Und es ist Schweine kalt!" ergänzte Mark. "Okay Jungs wenn euch das nicht gefällt, bin ich ratlos." Naomi verschwand wieder hinter der Schranktür- die als Sichtschutz diente- vor allem für Collin, Mark würde sie voll vertrauen. Dann sprang sie wieder hervor. Sie trug einen schwarzen Rollkragenpullover und ihre normalen Jeans. "Super!" lobten Mark und Collin im Chor. Wahrscheinlich waren sie froh nicht mehr Modeberater spielen zu müssen. "Was hast du denn für Unterwäsche an?!" Collin wurde rot. "Entschuldige!" Er verließ den Raum, Naomi musste lächeln. "Jungs!" "Sag mal Mark fährst du mich bei dem Wetter vielleicht doch?!" "Ich hab doch gesagt, dass ich mit Nicky verabredet bin." Plötzlich peitschte ein riesiger Wasserschwall, der zuvor das Meer aufgewühlt hatte gegen das Fenster. "Okay, ich fahre dich!" "Ach brauchst du nicht." Naomi schaute aus dem Fenster. Gerade zuckte ein greller Blitz über dem Meer. "Kein falscher Stolz, natürlich fahre ich dich! Das hast du doch gewollt, oder?!" Er zwinkerte ihr zu und ließ sie sich in Ruhe fertig machen. Die Haare fielen offen über die Schultern. Auf Wimperntusche und Schminke hatte sie auf Grund von eventuellem Regen oder Tränen verzichtet. Sie musste sich nur noch die Zähne putzen dann war sie fertig. Mark wartete schon ungeduldig. Collin begleitete sie mit einem riesigen Regenschirm zum Auto. "Vergiss bitte was ich vorhin gesagt habe, es tut mir Leid!" "Was soll ich vergessen?!" Sie lächelte Collin zu.
Wieder mal war die Fahrt zu Marks Haus schnell zu Ende. "Ich wünsche dir
viel Spaß!" Mark lächelte und Naomi musste ihn einfach umarmen. "Wünsch
ich dir auch, grüß Nicky." Dann stieg Naomi aus. Kian öffnete
schon die Tür. Sodass Naomi nicht wirklich nass wurde. Die Wohnung war
ganz ruhig. "Ich habe uns einen Salat gemacht!" Kian deutete auf den gedeckten
Küchentisch. Naomi ging zum Mülleimer um ihren Kaugummi auszuspuken.
Darin lagen zwei Plastikbehälter. "Na ja, vielleicht nicht ganz selbst
gemacht." Beide mussten lachen. Sie setzten sich. Nach einigen sehr verkrampften
Sätzen, brach das Eis und die beiden unterhielten sich richtig gut. Naomi
dachte eigentlich das Kian über das Baby reden wollte, aber dem war nicht
so. Er plauderte über alles Mögliche. Naomi hatte das Gefühl,
als wollte er wieder mit ihr zusammen sein. Wo war eigentlich Chantal? Hatten
sie Schluss gemacht? "Du hast da was?!" Kian zeigte auf Naomis linke Backe.
"Wo?!" "Da!" Er strich mit seinem Finger, ein Kraut von ihrer Wange. Lange hielt
er ihr Gesicht sanft in seiner Hand. Naomi verlor sich erneut in dem blau seiner
Augen. Langsam kamen sich ihre Lippen näher. Ihre Nasen stupsten vorsichtig
aneinander. "DAS NENNT IHR ALSO EIN UNVERBINDLICHES GESPRÄCH? HABT IHR
VOR, NOCH MEHR KINDER ZU ZEUGEN ODER WAS? UND ICH DACHTE DU MEINST ES ERNST
MIT MIR!!!" Chantal stand wütend in der Tür. "Chantal, ich wollte
nicht. Sie hat mich verführt, ich liebe doch nur dich!" Kian war aufgesprungen.
Naomi traute ihren Ohren nicht. Was war denn das jetzt? Sie hatte Kian verführt?
War der jetzt völlig bescheuert? "Ähm, hallo? Wie war das?!" Chantal
sah Naomi an. "Ich glaube du kannst jetzt gehen. Mit dir und Kian, das wird
nichts mehr." "Bin ich ihm falschen Film, oder was?!" "Du hast doch gehört!
Du sollst gehen und bitte komm nicht mehr her, du musst verstehen, das es aus
ist." ....