Huhu Mädels!
Jetzt ist auch die zweite Story von fünf Teilen fertig.
Der erste Teil hieß „Run away“
und wir hoffen, ihr wartet schon gespannt auf die nächsten Folgen? ;-)
Sehr viel Spaß beim Lesen wünschen wir euch!
Any & Honey

Albernd und quatschend, aber auch ein Wenig nachdenklich liefen die vier Jungs über die Straße in Richtung ihres Hotels. „Ich glaub’s nicht! Unser Marky hat ’n Date!“, lachte Kian. er brach in einen Lachkrampf aus. Die anderen sahen vorwurfsvoll zu ihm: „Hey! Das ist gerade sehr unfair, was du da tust!“, meinte Shane strafend, „Freu dich doch für ihn. Er hat endlich jemanden, der ihn mag.“ „Man unser Kumpel hier weiß schon wie ich’s meine!“, gab Kian gut gelaunt zurück.

Vor dem Eingang ihres Hotels blieben sie stehen. „Gehen wir noch was trinken?“, fragte Kian. „Ach Kiki, wenn’s bei dir nur bei einem Was bleiben würde!“, grinste Mark. „Deine Freundin ist nicht da. Du brauchst niemanden zu beeindrucken!“, ärgerte Kian seinen Kumpel weiter. „Ihr benehmt euch, wie zwei Teenager!“, meinte Nicky kopfschüttelnd. „Wer kommt nun mit was trinken?“, Kian schaute fragend in die Runde. Alle gaben sich geschlagen und nickten.

Als Mark später im Zimmer auf seinem Bett lag, lief der Abend noch einmal wie ein Film in seinem Kopf ab. Die Show, das geheimnisvolle Mädchen, das sich später als Nadja herausstellte, die Blicke, die sie sich während des Konzertes zugeworfen hatten, ihr herrlicher schwarzer Lockenkopf an seiner Schulter und die Verabredung vorm Gute-Nacht-Sagen.
Immer, wenn er die Augen schloss, sah er ihr hübsches Gesicht vor sich, als sie langsam aufwachte. In seinem Kopf lief der Plan für den nächsten Tag noch einmal ab:
„Als Erstes wird das Fotoshooting um 07:00 Uhr stattfinden, dann werde ich Nadja abholen und mit ihr einen schönen Tag verbringen. Und vielleicht wird sie noch bei dem letzten Konzert dabei sein.“
Die Termine – Fotoshooting und Konzert zogen wie eine dunkle Wolkenkette durch seinen Kopf, doch immer, wenn der Name Nadja auftauchte, bildete die Wolkenkette eine lichte Stelle. Er schaltete die Nachttischlampe an und sah zum Fenster. Schräg gegenüber lag Nadjas Hotel. Hinter irgendeinem dieser Fenster schlief sie jetzt wohl. Oder würde sie wach liegen, wie auch er gerade und an ihn denken? Konnte es wirklich sein? Was war dieses Gefühl bloß? Er konnte es erst nicht zuordnen, doch dann kam die Einsicht: Er hatte sich verliebt. Er war wirklich richtig verliebt! In ein deutsches Mädchen, welches den schönen Namen Nadja trug.
Mark knipste die Lampe wieder aus. Er musste sich jetzt zum Schlafen zwingen. Die anderen würden ihm nicht verzeihen, dass er übermüdet auftauchte. Bevor ihm die Augen entgültig zu fielen, dachte er Noch „Nadja, my little Angel“

Als Nadja am nächsten Morgen erwachte, musste sie erst mal nachdenken, wo sie war. Aber dann viel es ihr wieder ein. Mark hatte sie hier hergebracht! Ja Mark mit seinen Bandmates und kein anderer. Doch dann kam ihr wieder das Date in den Sinn. Mark wollte sich mit ihr treffen. Sie sah auf den Wecker. 07:00 Uhr! In einer Stunde! Sie weckte Maja fix, doch diese war überhaupt nicht begeistert vom Aufstehen. „Nee, will nich’!“, quengelte sie immer wieder und es dauerte bestimmt 10 Minuten, bis Nadja sie soweit hatte, um sie zu waschen und ihr die Klamotten anzuziehen. Anschließend ging Nadja auch endlich duschen und überlegte sich, wie sie ihre Haare tragen sollte. Nach einigem Hin und Her beschloss sie sie offen zu lassen. Sie umspielten ihre freiliegenden Schultern und gaben ihr ein lockeres Aussehen. Sie trug nur ein kurzes Trägerkleid, da es versprach ein sehr schöner Tag zu werden. Endlich gingen Maja und Nadja in den Speisesaal, um zu frühstücken. Anschließend gingen sie in die Lobby, um auf Mark zu warten. Es war inzwischen dreiviertel acht und mit jeder Minute wurde Nadja immer aufgeregter. Maja hüpfte durch die Eingangshalle und rief ständig „Nani, will Ian suchen!“ Nadja nahm sie, nachdem eine alte Frau sich schon beschwerte, auf den Schoß und sang mit ihr einige Westlifesongs. Fünf vor acht. „Wenn er doch überpünktlich wäre!“, dachte Nadja hibbelig. Maja hatte noch einmal die Augen zugemacht und döste ein vor sich hin. 10 nach acht. „Noch fünf Minuten warte ich. 15 nach acht. Nadja war ärgerlich und betrübt zugleich. „Er hat mich angelogen! Er hat nur die Dinge gesagt, die Stars zu einem Fan sagen, wenn sie ein Meeting gewinnen! Da war nichts dabei! Wie konnte ich nur so dämlich sein?“ Das alles ging Nadja durch den Kopf, während Tränen über ihr Gesicht liefen und ihre Wimperntusche beinahe total verwischten.

„Nicht sehr höflich deine Angebetete warten zu lassen!“, stellte Kian fest, während sie auf das Hotel zurannten. „Nicht sehr einfach, dich als Aufpasser für Maja zu gewinnen!“, gab Mark ärgerlich zurück. „Ich tue das nur, weil du mein Freund bist und du endlich auch eine , neben bei gesagt sehr hübsche, Frau abbekommst.“ Außer Atem betraten sie die Lobby des Hotels, wo Nadja übernachtet hatte. Diese saß traurig auf einem der Ledersessel mit ihrer kleinen Schwester auf dem Schoß und schien völlig in Gedanken zu sein. Als Kian sie sah, sagte er grinsend zu seinem Kumpel: „Also, ich würde lieber auf die aufpassen, als auf die Kleine da!“ „Kannst du einmal deine blöden Bemerkungen sein lassen?“, fragte Mark ärgerlich. Er hatte Nadjas verweintes Gesicht gesehen und befürchtete nun, sie wolle nichts mehr von ihm wissen. Vorsichtig trat er an sie heran. „Sorry es tut mir so leid! Ich musste nur einen Babysitter für Maja engagieren!“, versuchte er sich sogleich zu entschuldigen. „Babysitter?“, fragte Nadja verblüfft. „Wenn wir weg gehen, sollst du dich doch auch entspannen und ich hab’ ’nen Babysitter, der Maja bestimmt gefällt.“ Kian tauchte neben Mark auf und begrüßte Nadja mit einem „Hallo!“. Maja schlug die Augen auf und als sie Kian erblickte, jubelte sie und sprang ihm in die Arme. „Denk dran!“, sagte Kian, „Ich mach das nur aus Freundschaft zu dir! Auf Kinder aufpassen! Phh!“ Maja verstand zwar kein Englisch, aber sie spürte schon, dass Kian etwas gegen sie gesagt hatte. Deshalb begann sie auch gleich zu weinen. „Großartig Kian!“, meinte Mark. Kian hatte schon viele Mädchen seinetwegen weinen gesehen, aber noch nie so ein kleines Mädchen wie Maja. Er fühlte sich schuldig. Sie hatte ihm doch nichts getan, außer auf seinem Schoß geschlafen. Auch musste er sich eingestehen, dass er stolz war, dass sie sich ihn als Beschützer ausgesucht hatte und nicht Shane, der so wie so viel besser mit kleinen Kindern umgehen konnte als Kian selbst, obwohl Shane nie jüngere Geschwister gehabt hatte, so wie er. Er nahm Maja in die Arme und sagte: „Hey Kleine! Das tut mir leid! Das war nicht so gemeint!“ Maja beruhigte sich langsam, da sie merkte, dass Kian wirklich nichts Böses wollte. „Ian wieder lieb?“, fragte sie schüchtern. Einige Worte Deutsch verstand Kian doch schon, nickte nur mit dem Kopf und lächelte sie lieb an. „Sei schön brav, wenn du mit Kian mitgehst und mach keine Dummheiten!“, mahnte Nadja ihren kleinen Wildfang und strich Maja noch einmal zum Abschied über die zerzauste Lockenpracht. „Was habt ihr denn vor?“, fragte Kian an Mark und Nadja gewandt. „Ich würde gern mal mit dem Schiff über die Havel fahren.“, sagte Mark schwärmerisch. „Gute Idee, das machen wir!“, strahlte Nadja begeistert. „Na da habt ihr’s ja gut!“, grinste Kian, „Wir werden, denk ich, in den Zoo gehen oder so.“ Damit nah er Maja bei der Hand und machte sich auf den Weg nach Draußen. Es bereitete der Kleinen schon Unbehagen ganz ohne ihre große Schwester weg zugehen, aber an Kians Seite fühlte sie sich sicher. Als Kian mit Maja das Hotel verlassen hatte, ging Nadja noch einmal in ihr Hotelzimmer und ins Bad, um ihre verlaufene Schminke abzuwaschen und neue aufzutragen. „Er ist noch gekommen und ich bin mit ihm alleine!“, dachte sie überglücklich.
Als Nadja fertig war, machten sie sich auf den Weg. Sie liefen quer durch die Stadt, an vielen grauen Gebäuden entlang, durch einen kleinen, ziemlich kahlen Park und über eine Brücke, die über die Havel führte. Dann gingen sie am Flussufer entlang und kamen schließlich, nach etwa einer Stunde Fußmarsch am Hafen an, von wo aus das Schiff ablegte. Mark kaufte zwei Tickets und wenig später konnten sie auch schon an Board gehen. Das Schiff war nicht sehr groß, aber dafür sehr gemütlich. Es waren einige weiße Bänke auf den Deck, wo sich auch Mark und Nadja niederließen. Die Rehling war in einem schönen warmen Gelbton gehalten, was einen guten Kontrast zu dem blauen Wasser bot. Die Sonne schien schon warm vom strahlend blauen Himmel, obwohl es erst um zehn Uhr morgens war. Die beiden hatten sich nebeneinander auf eine der strahlend weißen Bänke nahe der Rehling gesetzt und hielten ihre Gesichter in die warmen Sonnenstrahlen. Mark sah sich Nadja endlich einmal näher an, während diese die Augen geschlossen hielt. Sie hatte sich die Lippen mit etwas Lippenstift nachgezogen, ihre Wimpern, die sehr lang waren, kamen mit Wimperntusche noch mehr zur Geltung, ihr langes schwarzes Haar lag auf ihren freien Schultern und ihr hautenges Schwarzes Kleid stand ihr ausgezeichnet. Mark musste an den Film „Titanic“ denken, wo Jack und Rose verliebt auf dem Oberdeck standen. War er nicht auch Ire, wie Jack? Und sie – war sie nicht auch ein Mädchen, das versuchte von allem freizukommen wie Rose? Mark schloss die Augen und sah sich, die Arme ausgebreitet auf der Rehling stehen und „I’m the King over the world!“ rufen. Bei dem Gedanken musste er lachen. „Was ist denn so lustig?“, fragte Nadja sogleich. „Nichts, nichts.“, grinste Mark und riss sich zusammen. Wolken waren aufgezogen und es wurde frisch. Nadja schüttelte sich und auf ihren Armen bildete sich Gänsehaut. Mark drehte sich zu ihr um und meinte besorg: „Du frierst ja!“ „Ja ein bisschen. Geht schon.“, antwortete sie schnell. Mark rutschte näher an sie heran und legte den Arm um sie. Er spürte, wie Nadja zitterte und wollte ihr Wärme spenden. Nach einer Weile fühlte sich Nadja wärmer und glücklich. Ihr Herz schlug schneller und im Bauch tobten die Schmetterlinge. Eine Weile standen sie nur so da und genossen die Nähe des anderen. Auch Mark war glücklich. Sie war da, ganz nah bei ihm. „Soll ich sie jetzt küssen?“, überlegte er, „Nein, lieber noch nicht!“ Still schaukelte der kleine Dampfer vor sich hin. Verträumt sahen die beiden auf das leicht plätschernde Wasser und ließen die Eindrücke auf sich wirken. Die Ruhe wurde jedoch gestört, als Nadjas Handy zu klingeln begann. Die Nummer Ihrer Mutter stand auf dem Display. Mittels Knopfdruck hatte Nadja das Handy zum Schweigen gebracht. Sie wollte jetzt nichts diskutieren - nein, sie Wollte das alles jetzt genießen. Sie und Mark so nahe beieinander an der Rehling stehend, einfach in Marks blaue Augen sehen ohne an nachher zu denken.

Inzwischen bummelten Kian und Maja durch den Tierpark. Die beiden verständigten sich durch einige Worte, aber hauptsächlich durch Augenkontakt und Zeichen. Dennoch machte es ihnen viel Freude, einige neue Worte in Deutsch und Englisch zu lernen. Maja hüpfte an Kians Hand wie ein Flummi herum - es gab ja so viel für sie zu sehen. Vor einem Käfig mit kleinen Tieren, wie Meerschweinchen und Zwergkaninchen blieben sie stehen. „Hohhebe!“, verlangte Maja, doch Kian verstand ausgerechnet jetzt nichts. „hä?“, fragte er unsicher. Maja versuchte nun an seinem Bein hochzuhüpfen. Jetzt verstand Kian endlich. „Oh yeah, okay, okay!“, meinte er lächelnd und nahm sie auf die Schulter, damit sie alles sehen konnte. Ein paar Leute drehten sich zu ihnen um und guckten blöd. „Jetzt stellen die schon männliche Aupairmädchen ein!“, meinte eine alte Dame verwundert. „Bevor die Eltern der Kinder diese Typen auf sie loslassen, sollten sie ihnen erst mal Deutsch lernen!“, sagte ihre Begleiterin. Kian zuckte mit den Schultern und tippte sich an die Stirn. „ey guck mal! Frech is’er auch noch!“, rief die eine mit der knall pinken Handtasche. „Ja ja! Die Dinge die sie verstehen wollen, verstehen sie und den Rest nicht!“, meinte Mrs Riesenhut, wie sie Kian insgeheim nannte, da sie einen wirklich übergroßen Hut trug. „Warum fällt mir ausgerechnet jetzt nichts Passendes in Deutsch ein?“, dachte Kian verärgert und ging mit Maja weiter.

Das Schiff hatte wieder angelegt, die sonne ließ ihre Strahlen erneut durch die Wölkchen schauen und brannte wenig später heiß vom Himmel. „Das war toll! Richtig romantisch!“, schwärmte Mark träumerisch. Vom vielen Stehen taten ihnen die Füße weh und so setzten sie sich auf eine Bank nahe des Hafens. „Wo geht ihr denn hin, wenn euer Konzert zu ende ist?“, fragte Nadja irgendwann. „Ach du meinst morgen! Na ja da gehen wir zurück nach Irland. Wir haben endlich mal wieder einige Wochen Urlaub und was ist mit dir?“, Mark schaute sie von der Seite an, doch sie sah weg - irgendwo in die Ferne. „Ich... ich... weiß noch nicht.“, stammelte Nadja, denn auf diese Frage war sie nicht vorbereitet gewesen. Mark bemerkte das auch gleich. „Warum hast du bloß so’n Stress mit deiner Family?“ „Ach, das is’ ’ne lange Geschichte.“, meinte Nadja abwesend. Es war ihr unangenehm, mit Mark, ihrem Schwarm ausgerechnet über ihre Familiendinge zu reden. „Wir haben Zeit.“, lächelte Mark. Er wollte mehr über sie wissen und ihr helfen, wo er nur konnte. Egal wie ihre Geschichte lautete, er würde ihr zuhören und für sie da sein. Nadja zögerte eine
Weile, dann fing sie aber doch an zu erzählen: „Meine Eltern hatten schon sehr früh festgestellt, dass ich musikalisch bin. Mit drei hatte ich schon Klavierstunden. Die hatten völlig vergessen, dass ich noch ein Kind war. Ich hatte schon sehr früh viele Auftritte, und einmal war ein Wettbewerb. ’Das ist sehr wichtig Schatzi!’, hatte meine Mum immer wieder gesagt. Einen Abend vor dem Auftritt hatte ich meinen Finger in die Schranktür eingeklemmt und konnte ihn kaum bewegen. Er war grün und blau und Mama hatte mir einen Verband angelegt, worunter sie eine kühlende Salbe geschmiert hatte. ’Sie muss trotzdem spielen!’, haben meine Eltern immer wieder gesagt. Wer den Wettbewerb nämlich gewann, bekam ein hohes Preisgeld und das kam meinen Eltern sehr gelegen.“, Nadja machte eine Pause. Die Erinnerungen an diese Zeit schmerzten sehr und sie musste die Tränen zurückhalten. Mark legte behutsam die Hand auf ihre Schulter. „Sie haben dich also nur benutzt, um finanziell gesehen eine Gute Zukunft zu haben?“, er konnte die Eltern nicht verstehen. Er dachte an SEINE Kindheit. Seine Eltern waren stolz auf ihn gewesen und hatten nie nach Geld gefragt. Nadja nickte nur und fuhr fort: „Am Tag meines Auftritts ging’s meiner Hand noch nicht besser. Ich musste ein schweres Stück von Bethhofen spielen und hatte mich wegen des Fingers oft verspielt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie wütend meine Eltern auf mich waren, als wir das Preisgeld nicht gewannen. Bis heute geben sie mir die Schuld an ihrer misslungenen Zukunft.“ Mark war fassungslos. Er drückte Nadja an sich, die in Tränen ausgebrochen war. Sonst musste sie immer das große Mädchen sein, das keine Schwäche zeigen durfte, aber jetzt brach alles aus ihr heraus. Die Dämme waren gebrochen und zum Glück war einer da, der sie tröstete und es war auch noch ihr süßer Marky. Dieser strich beruhigend über ihr Haar: „Es tut mir so leid. Wie können Eltern nur so grausam sein?“ Nadja vergrub ihr Gesicht in seinem Shirt und weinte hemmungslos. Es tat so gut an seiner Schulter zu weinen und zu spüren, dass jemand für einen da war. Das Gefühl hatte sie seit vielen Jahren nicht mehr gehabt. „Geht’s wieder?“, fragte Mark nach einer Weile und reichte ihr ein Taschentuch. „Ja, schon okay.“, flüsterte Nadja ziemlich fertig. Mark drückte sie an sich und fragte vorsichtig, als er sich ganz sicher war, dass sich Nadja wieder vollständig beruhigt hatte: „Hast du dann noch Musik gemacht?“ „Ich hab mir ’en Bisschen Gesang beigebracht, aber meine Family mag dieses „Popgejammere“, wie sie sagen nicht. Sie meinen, dass ich nicht singen kann und nur wie ein Jammersack klinge.“, erzählte Nadja und sie klang ziemlich enttäuscht; fand Mark. „Sing doch mal was!“, schlug er deshalb vor. Nadja schaute zu ihm auf und schüttelte den Kopf: “Sorry, wahrscheinlich haben sie ja Recht und dir fallen die Ohren ab oder du fällst gleich tot um, wenn ich meine schräge Schnauze auf mache.”, ihr stiegen schon wieder Tränen in die Augen und Mark fragte geschockt: „Haben sie das etwa auch gesagt?“ Sein Verdacht bestätigte sich, als Nadja langsam und traurig nickte. „Glaub doch nicht immer was andere sagen! Du bist eine eigenständige Person und wenn du glaubst, dass du singen kannst, dann lass es dir nicht von irgendwem einreden, dass es nicht so ist. Sing doch bitte mal etwas für mich, dann sag ich dir, ob du es kannst oder nicht.“ „Mh...“, Nadja nickte, wischte sich die letzten Tränen weg und begann einen Part von „Seasons in the Sun“ zu singen. „We had joy we had fun, we had seasons in the sun...”
Mark hörte zu, schloss die Augen und genoss ihre leise warme Stimme. Eine Weile war es still, doch dann meinte Mark: „Hm, das klingt gar nicht so schlecht. Dir fehlt zwar das gewisse Etwas noch, aber das kann man ja üben. Wenn du magst, zeig ich dir, wie man das macht?“ Nadja schaute ihn glücklich an: „Jaaa Mark! Danke!“ Sie fiel ihm strahlend um den Hals und wollte ihn gar nicht wieder loslassen. „Hey! Lass mich am Leben!“, lachte Mark, „Wir gehen am besten an einen ruhigeren Platz und da zeige ich dir einige Gesangsübungen, die ich selber auch anwende und wie man seine Stimme unter Kontrolle bekommt.“ Nadja nickte begeistert. Also standen sie auf und machten sich auf den Weg zu einem Nahegelegenen See.

Währenddessen war Kian damit beschäftigt, Maja davon zu überzeugen, dass man die Pferde, die auf einer Koppel im Zoo standen, nicht mitnehmen konnte. „Will Ferd mitnehmen!“, quengelte sie, strahlte und klatschte vor Begeisterung in ihre kleinen Hände. „Nein! Das kann man doch nicht!“, versuchte Kian sie vom Gegenteil zu überzeugen. „Doh! Ferdi hause haben will!“, quiekte die Kleine wieder und sprang fast von Kians Arm. „Ach Süße, das geht aber doch nicht.“, sagte Kian ruhig und Majas Kulleraugen füllten sich mit dicken Tränchen, die sich auch sogleich einen Weg über ihre Wangen bahnten. „Hey Mäuschen, nicht weinen! Guck mal, das Pferdchen würde sich doch gar nicht wohl fühlen in einer engen Wohnung. Es würde doch ganz traurig werden, wenn es keine große Wiese zum Fressen mehr hätte, mh? Und es würde bestimmt auch seine Spielgeferden vermissen. Meinst du nicht, dass es besser ist, wenn es hier bleibt?“, Kian sah Maja liebevoll an und strich ihr über ihre zerzausten Locken. Immer noch kullerten die Tränchen und sie schluchzte: „Wihill ahaber Feherdschn hahaben!“ Ein Tierwärter kam dazu und meinte: „Hör mal Kleine! Ein Pferd ist doch kein Tier für ’ne Wohnung!“ „Rum nüsch?“, fragte Maja todtraurig. Der Mann wandte sich an Kian. „Bin ig ihr Vata oder Sie? Ig bin nig jazu da Ihrer Pippi da sowas zu jerklären, sondern Sie!“, nöhlte er Kian an, doch dieser verstand nur „Bahnhof“. „Wie Sie jas majen is’ mir völlij ejal! Nur jass mir nachher ja kein Pferd fehjlt!“, damit verschwand er wieder und Kian rief halblaut „Arschloch!“ hinter ihm her. Er wunderte sich anschließend, denn das war das erste deutsche Wort, was ihm heute eingefallen war.
Maja weinte immer noch. Kian wusste sich nicht anders zu helfen, also nahm er sie auf den Arm und fing an leise zu singen. Und es klappte – Maja wurde ruhig. Nachdem sie den Tierpark verlassen hatten – sie hatten so wie so alles gesehen, bogen sie in Richtung Innenstadt ab. Kian kam plötzlich ein Gedanke. Er sah sich suchend um und entdeckte schließlich das Objekt der Begierde. Eine Spielwarenladen. Er steuerte direkt darauf zu und betrat das Geschäft mit Maja, die immer größere Augen bekam, als sie das VIIIEEELE Spielzeug sah. Kian ging mit ihr durch die Regale und schaute sich um. Nach einigem Suchen fand er, was er wollte. Ein Spielzeugpferd, welches einen kleinen Sattel auf dem Rücken trug und Wieherte. „Wenn sie schon kein richtiges haben kann, warum dann nicht wenigstens so eins?“, dachte Kian. Also nahm er es, bezahlte und verließ den Laden wieder. Die überglückliche Maja hatte ihn ganz fest umarmt und vor Glück fast wieder angefangen zu weinen. Sie war einfach total happy. Während die beiden noch durch Berlin liefen, wieherte das Spielzeugpferd bestimmt 50 mal. „Das reicht jetzt!“, schimpfte Kian genervt. Fast hatte er den Kauf schon bereut.
„Danke Ian!“, jauchtste Maja und umarmte ihn wieder. Zum Laufen war sie zu geschafft, denn schließlich war sie schon stundenlang durch den Tierpark gelaufen. „Pass auf Süße, nicht I-an! Ki-an!“, berichtigte er die Kleine lächelnd.“ „I-an!“, wiederholte sie fröhlich. „Ian, Ian, Ian!“, sie lachte und hampelte auf Kians Arm herum, als wäre er ein Klettergerüst. „Ki-an! Nicht Ian, Kian!“, versuchte er sein Glück noch einmal. „Ian!“, war Majas fröhliche Antwort auf seine Bemühungen. „Kian, K-ian!”, gedduldig wiederholte er es, doch Maja bekam es nicht auf die Reihe: „Ian! Ian! Ian!!!!“ Kian lachte los, denn Majas eifriges Gesicht war einfach zu süß. Und wie sie dann immer schaute... „War das jetzt richtig?“, sollte das wohl heißen. „Versuchen wirs mit Kiki! So nennt man mich auch!“, grinste Kian sie an. Maja lachte: „Kiki!“, kreischte sie fröhlich und krietschte es immer wieder: „Kiki! Kiki! Kiki!!!!“ „Sie hat mich verstanden!“, freute sich Kian. Er hatte es geschafft, einem kleinenn Mädchen, welches seiner Sprache nicht mächtig war und er ihrer nicht, etwas beizubringen. „Kiki Eis haben!“, bettelte Maja, als sie an einer Eisdiele vorbei kamen. „OK!“, lachte Kian, „Wenn das bloß meine Tochter wäre!“ Gleich darauf betraten sie die Eisdiele und verdrückten einen großen Eisbecher. Maja machte es viel Freude, alles in ihrem Gesicht, auf dem Tisch und ihrem Kleid zu verteilen, worüber Kian nicht sehr erfreud war. „oh! Du Schweinchen! Was meinst du macht Nadja mit mir, wenn du so eingesaut zurückkommst?“ Kian nahm eine Serviette und befeuchtete sie mit seinem Wasser. Dann versuchte er den Erdbeerfleck, der in Majas pinken Kleid festgetrocknet war, heraus zu waschen. Doch erfolglos...
„Mist! Nadja Killt mich Süße!“, meinte Kian lächelnd zu der Kleinen.

Maja machte sich da weniger Sorgen: „hahaha Kleid dreckig!“, lachte sie und drückte die übrige Sahne, die noch in ihrem Becher war in Kians Gesicht. „hey!“, rief dieser und er wusste nicht, ob er lachen oder wütend sein sollte. Es war ja wirklich zu niedlich. Er entschied sich schließlich fürs Lachen. „So jetzt reichts aber du Ferkelchen!“, rief er dann aber doch entschlossen, „Es ist gleich 12:00 Uhr und du musst deinen Mittagsschlaf machen! Das hat Nadja mir noch gesagt!“ Maja verstand ihn ja nicht und so kümmerte sie sein Gerede auch nicht. Lachend patschte sie mit ihren Händen auf den Tisch und in Kians Gesicht, welches dadurch auch schon kunderbunt aussah. Doch Kian wusste sich zuhelfen. Er schloss die Augen, legte seinen Kopf seitlich auf seine Hände und zeigte dann auf Maja. Diese wusste sofort was Sache war und maulte: „Will nüsch Bett gehen! Maja nüsch müde.“ Kian lachte nur, wischte sich die Eis- und Sahnespuren aus dem Gesicht und Maja von den Händen und machte sich, nachdem er bezahlt hatte, auf den Rückweg zum „Westlife-Hotel.“

„Maja nüsch deidei mahen!“, ningelte die Kleine, als Kian sie auf sein Bett legte. „Hey, das muss aber sein Süße. Sonst bist du heute Nachmittag müde und das wollen wir doch auch nicht, oder? Aber weißt du was? Wenn du ausgeschlafen hast, gehen wir noch auf den Rummel!“ Maja verstand natürlich nicht und so jammerte sie weiter. Kian nahm ein Blatt Papier und malte einige Karusels darauf und zeigte sie ihr. „Hiesenhad fahen!“, kreischte sie dann aufgeregt. „Aber erst wird geschlafen.“, sagte Kian fest und, oh Wunder, Maja legte sich tatsächlich hin. Kian verschwand mal kurz aus dem Zimmer, um gleich darauf in Nickys Zimmer zu stürmen. Aber auf dem Gang begegnete Shane ihm und dieser fragte auch gleich: „Und? Wie war dein erster Tag als Babysitter?“ „Sie ist so süß!“, meinte Kian vertreumt. Er hatte den Vormittag mit der Kleinen mehr als genossen. Sollten die anderen doch denken, was sie wollten! Ihm war es nicht peinlich. Gerne hatte er im Tierpark mit ihr herumgealbert, gerne hatte er ihr das Pferd gekauft und gerne hatte er ihr beim Eisessen zugesehen!
Shane grinste vor sich hin und nickte: „So so, aus dir wird sicher ein guter Babysitter, wenn du deine Ausbildung beendet hast.“ Damit ging er unschuldig pfeifend in sein Zimmer, um von Kian nicht noch einen Ellenbogen in die Rippen gestoßen zu bekommen. Doch Kian hatte gerade andere Sorgen. Nicky hatte seinen Fernseher so laut, dass Maja im Nebenzimmer mithören konnte und das gefiel ihm gar nicht, denn schließlich sollte sie ja schlafen. „Geht’s vielleicht noch lauter!“, motzte Kian, als er in Nickys Zimmer platzte. „shure!“, antwortete Nicky und drückte einen Knopf an der Fernbedienung. Sogleich plerrte das Gerät voll los und Kian wurde sauer: „Man, ich hab ein Kleinkind das schlafen soll nebenan!“ „Nun reg dich nicht auf Mr. Babysitter! Hatte ich wieder ganz vergessen! Sorry! Wie war’s denn?“ Nicky drehte die Kiste wieder Leiser und schaute Kian fragend an. „Sehr lustig.“, grinste dieser und zwinkerte Nicky zu. Dann ging er aber wieder rüber in sein Zimmer. Was er da sah, ließ ihm vor Rührung die Tränen in die Augen steigen. Während er noch bei Nicky gewesen war, hatte Maja sich wie ein Kätzchen unter der Bettdecke zusammengerollt und war eingeschlafen.
Kian strich vorsichtig über ihre Wange: „Schlaf schön, mein kleines Bärchen!“ Leise setzte er sich an den kleinen Tisch und nahm ein Buch zur Hand. Doch das Lesen fiel ihm schwehr. Er konnte sich absolut nicht auf den Inhalt konzentrieren; er dachte nur an Maja, schaute ständig wieder zu ihr, kurz um, er war mit seinen Gedanken ganz woanders.
Seufzend legte er das Buch weg und holte Blatt und Stift hervor. Er musste die Empfindungen, die er gerade hatte, irgendwie in einen Song fassen.

“On My Shoulder”

Nah nah nah nah nah nah nahh
All around the world
All around the world
Someone needs somebody
Let it be a shield
All around the world
All around the world
Someones feeling lonely
But I know you never will

Cos when it all gets too much

Put your head down on my shoulder
A little warmth when it gets colder
Now I dont know the things that your going through
But you can put your head down
On my shoulder
Where the storm is it blows over
I know your there for me too
No Ill be there for you

Your waiting for a change
Your waiting for the day
When all that you remember is with you once again
Theres a long road ahead
Stretches out for miles
And if u want some company
Walk with me a while
Ohh and when the road gets too rough

Put your head down on my shoulder
A little warmth when it gets colder
Now I dont know the things that your going through
But you can put your head down
On my shoulder
Where the storm is it blows over
I know your there for me too
No Ill be there for you

Cause when it all..gets...too..much...

Put your head ... on my shoulder
Put your head ... on my shoulder
(on my shoulder, a little warmth when it gets colder…)
put your head down ... on my shoulder
put your head down ... on my shoulder
(I don’t know the things that you’re going through… babe…)
put your head down ... on my shoulder
put your head down ... on my shoulder
(on my shoulder... Where the storm is it blows over
I know your there for me too... Now I’ll be there for you)
Nah nah nah nah nah nah nahh nah
Nah nah nah nah nah nah nahh nah
Nah nah nah nah nah nah nahh nah
Nah nah nah nah nah nah nahh

Anmerkung: Sorry, zu dieser Zeit, wo die Story spielt gab es den Song eigentlich schon, aber ich habe ihn so passend gefunden. Ihr verzeiht mir doch? *biiitteee*

Zufrieden las Kian sich sein Werk noch einmal durch. Zustimmend nickte er dann: „Nun fehlt nur noch die Melodie.“, dachte er, doch viel mehr Zeit blieb ihm nicht mehr, da Maja die Augen aufschlug und verschlafen fragte: „Kiki Hummel gehen!“ Lachend legte er den Zettel weg und stand auf: „Na Süße, hast du gut geschlafen? Maja sah ihn mit ihren großen verschlafenen Kulleraugen an und hüpfte auf seinen Arm. Kian zog sie lächelnd an und machte sich dann mit ihr auf den Weg zum Rummel.

Nadja und Mark hatten sich ein ruhiges Plätzchen in einem Wäldchen außerhalb Berlins gesucht und bis jetzt hatten sie die Zeit für Gesangstraining genutzt. Mark war wirklich sehr süß, aber als Gesangstrainer war er außerordentlich streng. Immer wieder hatte er sie bei ihrem Song unterbrochen und gesagt: „Mehr Feeling! Ich weiß doch überhaupt nicht, was du mir damit sagen willst, wenn du wie ein Gefühlsbrett singst!“ Aber schon bald hatte Nadja den Dreh raus und lernte schnell dazu. „You know I’m in love with an uptown girl ... she’s my uptown girl…” “Stopp!”, rief Mark kopfschüttelnd. „Das my ist ein H1 und das up ist ein H2, also eine ganze Oktave unterschied. Spring einfach mal zwischen den zwei H’s hin und her.“ „My up, my up, my up,...“, versuchte Nadja Marks Anweisung zu befolgen. „Nee, mach das mal nur mit ah ah, ah ah, ah ah!“, schlug Mark vor. „Okay...“ So probten sie noch eine Weile und beschlossen dann erst mal Feierabend zu machen und Saßen entspannt im Gras. In dem Wäldchen befand sich ein kleiner See, der zum Bootfahren und Baden freigegeben war. Die Sonne brannte gnadenlos vom strahlend blauen Himmel und wie sie so da saßen, konnte Nadja den Blick nicht mehr von Mark abwenden. So war es ihr schon den ganzen Tag ergangen, seit sie ihn mit Jeans und T-Shirt gesehen hatte. Doch jetzt war es besonders schlimm. Sie hatte wirklich Mühe die aufkommenden Gefühle unter Kontrolle zu haben. Am Liebsten würde sie sich ihm in die Arme werfen und ihm sagen: „Oh Mark ich liebe dich!“, aber das konnte sie doch nicht so einfach tun. Wie würde er reagieren? Was würde er dazu sagen? Und vor allem, was würde er von ihr denken? Aber andererseits – nach dem was sie ihm anvertraut hatte – darüber hatte er ja auch nicht gelacht. „Ich sag’s ihm! Ich sag’s ihm nicht! Ich sag’s ihm! Ich sag’s ihm nicht!“, ging es in ihrem Kopf herum, doch zu spät - sie hatte keine Zeit mehr darüber nachzudenken, da Mark sie in ihren Gedanken unterbrach. „Ich hätte noch mal Lust Boot zu fahren. Kommst du mit?“ „ähm ja klar!“, antwortete Nadja benommen. Sie suchten sich ein kleines Ruderboot aus. „Madame?“, meinte Mark schauspielerisch und hielt ihr die Hand zum Einsteigen hin, worüber Nadja grinsen musste. Mark legte ab und setzte das Boot mit kräftigen Ruderschlägen in Bewegung. Nadja beobachtete ihn dabei hingerissen. Mitten auf dem See blieben sie Stehen. Ruhig schaukelte das Boot auf dem Wasser und sie genossen die herrliche Stille. Nur das Plätschern des Wassers am Boot, der Vogelgesang ganz weit weg und das Geschnatter der Enten und Schwäne war zu hören. Plötzlich stellte Mark sich auf den Rand des Bootes und ahmte die Titanic-Szehne nach, an die er auch auf dem Dampfer gedacht hatte und so grinsen musste. „I’m the king over the world!“, rief er mit ausgebreiteten Armen. Nadja lachte laut auf und tippte sich an die Stirn: „Du spinnst ja! Pass bloß auf, dass das Boot nicht kentert!“, meinte sie mit erhobenem Zeigefinger. „Ich? Ich würde dich doch nie ins Wasser fallen lassen!“, Mark empörte sich über ihre Bemerkung und... verlor das Gleichgewicht, wodurch er rückwärts ins Wasser klatschte. Nadja brach in schallendes Gelächter aus, doch als Mark nicht wieder auftauchte, bekam sie Panik: „Mark! Oh Gott! Mark!“, rief sie ängstlich, aber er blieb verschwunden. Allmählich bekam sie riesige Angst. Was, wenn er nicht wieder auftauchte? Gerade erst hatten sie sich kennengelernt und jetzt? „Maaaark!“ rief sie noch Lauter. Sie beugte sich über den Bootsrand, wo Mark ins Wasser gefallen war und versuchte etwas in der Tiefe zu erkennen, doch Erfolglos. Hinter ihr plätscherte das Wasser plötzlich laut und als sie sich umdrehte, tauchte auf einmal ein Kopf aus dem Wasser auf. „Buh!“, machte eine ihr sehr bekannte Stimme. Zwei Hände umfassten ihre Schultern. „ah!“, schrie Nadja erschrocken vor Kälte. Mark lachte. „Das war nicht witzig!“, rief Nadja immer noch panisch, „Ich hatte wirklich Angst um dich!“ Mark kletterte zurück ins Boot. „Dachtest du, ich wär ertrunken?“, fragte er mit einem schlechten Gewissen. Erschrecken wollte er sie wirklich nicht. „Ja hatte ich echt gedacht?“, ihr saß der Schreck immer noch in den Knochen. „Sie hat Angst um mich gehabt!“, dachte Mark, „Ob das heißt, dass sie mich liebt?
Es wär doch schade, wenn ich einfach so ertrunken wäre.“, sagte er schließlig und blickte ihr fest in die Augen. Er entschloß sich, zu handeln. „Jetzt werde ich es ihr sagen! Jetzt oder nie! Sonst trau ich’s mich nie! „Keine Angst Nad, denn wenn ich jetzt ertrunken wäre, hätte ich dir nie sagen können, wie viel du mir bedeutest und wie sehr ich dich mag!“ Nadja saß wie erstarrt da. „Was hat er gesagt? Er liebt mich?“, ging es ihr durch den Kopf. Dann sagte sie laut zu Mark: „Du … du liebst mich?“, fragte Nadja verwirrt. „Oh Gott wie peinlich“, dachte sie hinterher. Jetzt dachte er bestimmt, sie sei nicht ganz dicht, schließlich hatte er nur gesagt, er mag sie! Doch Pustekuchen! Mark lächelte nur: „Ich weiß, das ist für dich schwer zu glauben, weil du „nur“ ein „gewöhnliches“ Mädchen bist, aber das ist mir egal! Ich liebe dich wirklich und ich werde dich nicht im Stich lassen, was auch passiert, ich bin bei dir. Und außerdem bist du für mich kein „gewöhnliches“ Mädchen, sondern ein sehr starkes und bewundernswertes!“ Nadja stiegen vor Glück die Tränen in die Augen. Sie sprang Mark übermütig in die Arme, so dass das Boot zu kippen drohte. „Ach Mark! Ich liebe dich auch! Ich hab mich nur nicht getraut, dir alles zu sagen!“ Mark hielt sie festb in seinen Armen. „Ich bin doch auch nur ein Mensch.“, meinte er nur lächelnd. Jetzt hüpfte Nadjas Herz nur noch. Der, von denen die Eltern sagten, dass sie ihn nie erreichen würde, war seit diesen Minuten ihr Freund. Er hatte ihr seine Liebe gestanden und sie war glücklich! Seit Langem mal wieder glücklich. Sie lehnte ihren Kopf an Marks Schulter und er strich liebevoll über ihr Haar. Dann küssten sie sich zum ersten mal. Erst vorsichtig und schüchtern, dann aber leidentschaftlicher und fordernder. Nadja wünschte sich, die Zeit würde stehen bleiben. „Oh wir müssen los!“, sagte Mark plötzlich erschrocken. „Warum?“, fragte Nadja etwas traurig. „Wir müssen sehr pünktlich sein. Um 17:00 Uhr ist Soundcheck! Louis kann da ganz eklig werden.“, erklärte Mark seiner Süßen und küsste sie erneut. „Aber ich seh dich doch noch mal?“, fragte Nadja traurig. „Klar! Wärend des Konzerts und danach auch, versprochen!“, nickte Mark überzeugend und Nadja fühlte sich besser. Also paddelten sie in Richtung Ufer und gaben das Ruderbot wieder ordungsgemäß ab.

Will Huhbahn fahen!“, krietschte Maja, als sie die Geisterbahn entdeckte. Aufgeregt zeigte sie in die Richtung und Kian lachte: „Du willst dich mit Hexen, Teufeln, Gespenstern, Henkern und Wampieren beschäftigen? Das kenn ich von kleinen Kindern aber nicht! Mein kleiner Bruder Colm hat da immer wie am Spies geschrieen.“, Kopfschüttelnd lief er mit Maja an der Hand auf die „Huhbahn“, wie Maja so schön gesagt hatte zu und kaufte zwei Karten. Wenige Minuten später ging es auch schon los. Kian hatte sich mit Maja auf dem Schoß in einen Wagen gesetzt und langsam fuhr die Bahn an. Zu Erst war es stockdunkel, so dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte, doch dann wurde der Gang in ein unheimliches schummeriges Licht getaucht. Maja schaute fasziniert auf die vielen Gespenster, Hexen und alles, was es dort noch so gab. Kian hingegen fand das Ganze nicht so prickelnd. Ihm wurde schon etwas komisch, wenn er die halb grün-durchsichtigen Gespenster oder die Hexen mit den Ratten und Schlangen sah. Doch Maja erzählte aufgeregt die verrücktesten Geschichten: „Kiki! Guck ma! Die Hexe da hat Langenbaten macht! Ohne Langenbaten kann die nehmisch nich fliegn! Muss die essn!“ „Ach echt? Kann ich auch fliegen, wenn ich sowas esse?“, lachte er los. Mit ernstem Gesicht legte sie den Kopf zur Seite und überlegte. Dann schüttelte sie ernsthaft den Kopf: „Nee, weij die dasu auh noh den Besn baucht und du hast teinen.“ „Oh, und wenn ich mir einen kaufe?“, grinste Kian sie fragend an. „Ja, dann vieejeicht! Kiki! Besn haufen! Will Besn heiten!“, lachte Maja los. „Okay Süße, aber erst später.“, lachte Kian und hoffte, dass sie diese Idee schnell wieder vergessen würde.

„Egan! Mein Gott wo steckst du schon wieder? Egan! Antanzen!“, Louis Walsh drehte fast durch, „Egan!!!!“ „Mein Gott Lou, schrei doch nicht das ganze Hotel zusammen!“, Shane kam aus seinem Zimmer und trocknete sich die Haare mit einem Frotteetuch ab. „Wo steckt Egan?!“, tobte Louis los. „Kian ist auf dem Rummel. Kommt vor vier oder halb fünf auch nicht zurück. Was willst du denn von ihm?“, fragte Shane locker. „Sag mal Shane, was habt ihr euch dabei gedacht?“, schrie Walsh weiter. „Hä? Bei was denn?“, Shane schaute seinen Manager verständnislos an. „Sag mal seit ihr übergeschnappt?!“, Louis wollte sich einfach nicht beruhigen. „Was sollen wir denn jetzt schon wieder angestellt haben?“, Shane wusste absolut nicht, worauf Louis hinaus wollte. „Filan! Tu nicht so dumm! Ihr dreht wohl langsam völlig durch?!“, Louis war schon ganz rot vor Wut im Gesicht. „Mein Gott Lou! Jetzt sag mir endlich worum es geht, sonst geh’ ich wieder in mein Zimmer und mach mich lieber für unsere Show fertig!“, rief nun auch Shane aufgebracht. „Wo von ich rede? Das fragst du noch? Ich rede davon, dass ihr hier ein Mädchen versteckt haltet! Und damit nicht genug, nein, auch noch ihre kleine 2-jährige Schwester! Seit ihr eigentlich noch ganz klapper?!“, schrie Louis weiter. „Hä? Wir halten was versteckt?“, Shane tat ahnungslos, obwohl er im ersten Moment ziemlich erschrocken war. „Filan!!!! Sag mir sofort was hier abgeht! Mein Gott, ihr seit erwachsen! Man könnte wirklich meinen, dass ihr langsam vernünftiger werdet, aber nee, auf euch muss man immer noch 1000 Augen haben!“, die Wut von Louis ließ Shane ebenfalls sauer werden, doch er riss sich zusammen: „Pass auf Lou, ich weiß wirklich nicht von was du redest und deshalb gehe ich jetzt wieder in mein Zimmer und mach mich für die Show fertig. Guten Tag!“, damit drehte er sich um und verschwand in der Tür. „Das hat ein Nachspiel Filan!“, schrie Walsh seinem Schützling hinterher und stampfte mit hochrotem Kopf davon.

Eine mit Zuckerwatte beschmierte Maja kam noch vor Mark und Nadja im Hotel an. „Das ist ja ’ne ganz Süße!“, lachte Shane, als er die zwei im Gang traf und holte einen nassen Lappen, um der Kleinen die Händchen und das Gesicht zu Säubern. Doch Maja wich aus und sagte mit piepslicher Stimme: „Kiki soll!“ Shane lachte und gab Kian den Lappen: „Hier Kiki soll!“ meinte er spöttisch. Alle begannen zu lachen, denn sie waren gemeinsam in Nickys Zimmer. In diesem Moment ging die Tür auf und Mark kam mit Nadja auf dem Arm lachend herein. „Lass mich bloß nicht fallen!“, kreischte Nadja gespielt vorwurfsvoll. „Bestimmt nicht!“, grinste Mark, lief zum Bett und schmiss seine Freundin kraftvoll darauf. Diese schrie auf: „Maaaark! Du solltest...“ Da wurde sie von Nicky unterbrochen: „Mr. Feehily, Sie sind uns eine Erklärung schuldig!“ Alle hatten sich zu den beiden umgedreht und grinstend wissend. „Was gibt’s da zu erklären? Hast du uns denn so genau erklärt, warum du gerade Georgina als Freundin und Ehefrau wolltest?“, fragte Mark feixend. „Also ist es so, wie wir denken?“, bohrte Nicky nach. „Wenn’s recht ist, ja!“, gab Mark lächelnd zurück. „Es ist uns recht!“, grinste Shane und umarmte Nadja zur Begrüßung. Auch klein Maja sprang auf sie zu und kreischte: „Nani, Nani! Hab Tiere anguckt! Und von Kiki Ferd kriegt! Dann Kiki mit Sahne bewerft!“ Nadja lachte und knuddelte ihre kleine Schwester ganz fest: „Schön wenn’s dir gefallen hat. Kian sah an Marks Hosen hinunter. „Bist du so verliebt, dass du so dahinschmilzt?“, fragte er dann lachend. Mark lachte laut los, schüttelte den Kopf über seine Bandkumpels, drehte sich um und ging in sein Zimmer. Nadja folgte ihm mit Maja auf dem Arm; ebenfalls lachend. „Ihr seid mir ein Haufen!“, lachte sie ihren Schatz an. „Ja ja, ich weiß. Alles nur Chaoten.“, grinste er, während er seine Hose auszog und sie zum Trocknen aufhing. Nachdem er sich umgezogen hatte, setzte er sich neben Nadja aufs Bett. „Ich geb dir mal meine Adresse, aber du darfst sie echt keinem zeigen!“, meinte er schließlich an seine Freundin gewandt. „Du, das ist zu riskant!“, antwortete Nadja nachdenklich, „Wenn meine Eltern die finden! Dann... Ich geb dir besser Meine.“ „Stimmt, ist sicherer.“, nickte Mark zustimmend. „Ich hoffe, du meldest dich auch mal?“, fragte Nadja unsicher. „Klar.“, Mark nickte fest und es klang überzeugend. Sie umarmten und kü´ßten sich wieder, während Maja im Zimmer herumsprang. „Mark! Mark!“, Shane stand in der Tür, „Die suchen Nadja und die Kleine!“ Erschrocken blickten die zwei Verliebten auf und sahen Shane geschockt an. „Was?“, Nadja bekam Angst. „Ja Kleines, Louis war vorhin hier und hat getobt, weil wir angeblich ein Mädchen mit ihrer kleinen Schwester hier verstecken.“, meinte Shane ernst. „Oh Gott! Was machen wir denn nun?“, fragte Mark panisch. „Momentan können wir gar nichts tun, denn der Streifenwagen ist ereits vorgefahren und die Beamten werden jeden Moment hier sein.“, sagte Shane seufzend und schaute das Liebespaar mitleidig und traurig an. In diesem Moment klopfte es an der Tür und Nadja versteckte sich hinter Mark. „Herein!“, rief Mark bedrückt. Nadja schielte hinter Marks Rücken hervor und sah zur Tür, in der gerade zwei Polizisten erschienen. Maja versteckte sich sofort unter dem Tisch. „Nadja Krüger?“, fragte einer der Männer streng. Sie nickte nur betrübt. „Jetzt ist alles aus.“, dachte sie verzweifelt. Sie wollte nicht wieder Heim. Nicht wieder angeschrieen werden, nicht wieder für alles bestraft werden; sie wollte doch einfach nur mit Mark und Maja glücklich sein. Der andere Polizist zog Maja grop unter dem Tisch hervor. Diese schrie daraufhin wie am Spies. „Packen Sie, wir fahren umgehend nach Suhl!“, rief der Beamte und ging mit Maja auf dem Arm in Richtung Zimmertür, „Ich warte!“ Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloß und Nadja starrte geschockt auf diese. Mark war aufgestanden und schaute Nadja ernst an: „Sag mal, wie alt bist du eigentlich?“ Er hatte beinahe Angst vor der Antwort. Was wenn sie erst 16 war? Er hatte sich teuschen lassen, von ihrem Aussehen und glaubte, sie sei bereits volljährig. Warum hatte er nicht gleich gefragt. Er wusste doch all zu gut, was für Probleme so etwas mit sich bringen konnte. „Ich bin 20!“, antwortete Nadja unsicher. Was sollte diese Frage jetzt?
„Und warum sucht dann die Polizei nach dir, wenn du doch 20 bist?“, fragte Mark etwas sauer. „Du glaubst mir nicht?!“, rief Nadja fassungslos. Auch sie war aufgestanden und funkelte ihn böse an, „Hör mir jetzt mal zu!“, begann sie wütend, „Ich wurde seit ich vier war von meinen Eltern angelogen. Immer haben sie mir vorgegaugelt, dass wir trotz allem eine richtige Familie sind. Aber immer wieder war ich für sie das Unglückskind, wenn irgendetwas war, was nicht richtig lief. Was ich dir sagen will ist, ich wurde die ganze Zeit von ihnen belogen. Das hat mich sehr verletzt, dass mich einer, der mich liebt anlügt. Sollte ich also auch einen, der mich liebt anlügen, obwohl ich weiß, dass es ihm weh tut?“ Mark erstarrte. Er wusste auf den ersten Schreck nicht was er sagen sollte. Nadja aber drehte sich um und stürmte aus dem Zimmer. Sie war sehr wütend und verletzt, das wusste er.
„Ich muss noch in mein Hotel.“, sagte sie zu den beiden Polizisten. „Aber beeilen Sie sich! Wir warten mit der Kleinen hier!“
Schon rannte sie wütend an den anderen vorbei. Sie überhörte, wie Shane hinter ihr her rief, sie rannte fast Kian über den Haufen und bemerkte im letzten Moment die Treppen. Erstaunt über ihr Verhalten drehte Shane sich um und ging in Richtung Marks Zimmer. „Was war denn jetzt los?“ Mark saß weinend auf seinem Bett. „Was auch passiert, ich versau’s mir echt mit jeder!“, schluchzte er und er tat Shane leid: „Erzähl mal!“, sagte Shane und legte Mark die Hand auf die Schulter. In diesem Moment kam auch Kian dazu und Mark begann alles zu erzählen, was vor wenigen Minuten zwischen ihm und Nadja abgelaufen war. „Oh god!“, meinten beide entsetzt, als Mark geendet hatte. „Vielleicht hilft dir das hier ihr zu glauben!“, sagte Nicky, der gerade noch mitbekommen hatte, worum es ging, als er das Zimmer betreten hatte und hielt etwas rechteckiges in die Höhe. Mark schaute ihn fragend an. „Nadjas Ausweis. Er muss ihr aus der Tasche gefallen sein.“, erklärte Nicky und gab ihn an Mark weiter. „Hoffentlich ist sie noch nicht weg!“, rief Kian aus und sprang auf, „Am besten wir gehen in ihr Hotel und geben ihr das Ding wieder!“ Zusammen mit Mark rannten sie, wie schon am Morgen in Richtung Nadjas Hotel. Sie saß in ihrem Zimmer und hatte schon gepackt, aber noch keine Lust, jetzt schon loszugehen. Wie konnte Mark bloß an ihr zweifeln? Sie wusste nicht, wie sie ihm beibringen sollte, das sie ihn nie in Schwierigkeiten bringen würde. Nadja prüfte, ob alles in ihrem Rucksack war und stellte fest, dass ihr Ausweiß fehlte. „Mist!“, fluchte sie. Wo konnte sie ihn bloß verloren haben? In diesem Moment ging die Zimmertür auf. „Nadja!“, Mark stürmte außer Atem in den Raum und hielt ihr den Ausweis hin. “Da kannst du nachlesen, dass ich auch wirklich 20 bin.“, meinte sie trotzig. „Ich glaub’ dir ja!“, sagte Mark flehend, „Es ist nur so, dass wir schon viele Schwierigkeiten deshalb hatten!“ „Du glaubst mir wirklich?“, fragte Nadja noch mal nach. „Ja! Ach meine Süße, es tut mir so leid!“ Kurz überlegte Nadja, dann fiel sie ihm um den Hals und sie küssten sich leidenschaftlich. Nadja war froh, dass zwischen ihnen wieder alles geklärt war und so schmiegte sie sich ganz nahe an ihn. Doch dann mussten sie wirklich los. Ein letztes mal küssten sie sich sehnsüchtig und machten sich dann auf den Weg zurück. Der
Streifenwagen stand schon bereit und einer der Polizisten stand ungeduldig davor und schien auf sie zu warten. Maja saß schon im Auto und schrie sich die Seele aus dem Leib. Das Geschrei, welches Kian vernahm, schmerzte ihn höllisch und trieb ihm die Tränen in die Augen. Er rannte zum Auto und riss die Türe auf, um die Kleine zu umarmen. „Kiki! Kiki!“, schrie diese immer wieder verzweifeld und ängstlich. Kian drückte Maja fest an sich. „Es wird alles gut Bärchen!“, redete Kian beruhigend auf sie ein. Maja atmete hastig, denn durch das viele Schreien und Weinen wurde ihr wieder die Luft knapp. „Los jetzt!“, rief der Polizist verärgert. Es half nichts. Kian musste Maja loslassen und auch Mark und Nadja mussten sich trennen. „Du darfst nicht zulassen, dass die uns jetzt mitnehmen!“, flehte Nadja immer wieder verzweifeld. Es war ihr in diesem Moment egal, ob sie sich wie ein Kleinkind anhörte. „Ach Darling. Ich kann dir leider noch nicht helfen! Aber ich hab ja deine Adresse und ich werd mir was einfallen lassen; das versprech ich dir!“, flüsterte Mark tröstend. „Ich liebe dich!“, schluchzte Nadja noch ein letztes Mal, bevor sie ins Auto stieg. „Ich dich auch! Sei tapfer!“, meinte Mark liebevoll. Noch ein letzter Kuß und die Tür des Wagens schlug zu. Mit Vollgas fuhr der Fahrer des Wagens los. Fassungslos standen Kian und Mark da. Beiden standen die Tränen in den Augen. Zum ersten mal hatten sie etwas gemeinsam. Sie hatten jemanden verloren, den sie erst seit Kurzem liebgewonnen hatten. Gemeinsam gingen sie ins Hotel zurück, wo Shane und Nicky schon auf sie warteten. „Man hat die Kleine ja bis hier drinnen weinen gehört!“, begann Nicky, „Warum wollen die nicht nach Hause? Schon in der Bar hast du uns erzählt, dass sie Abgehauen ist Mark!“ Gemeinsam setzten sie sich in Marks Zimmer und lauschten Nadjas Geschichte, die Mark von vorn bis hinten erzählte. Seine Freunde hatten ihm schweigend zugehört. „Jetzt ist mir alles klar!“, meinte Nicky nachdenklich. Shane stand entschlossen auf und klopfte Mark und Kian auf die Schulter. „Klar ist auch, das wir euch helfen, die beiden da rauszuholen! Uns sind sie genauso ans Herz gewachsen und Vielleicht kommen sie mit nach Irland!“ „Langsam, langsam!“, beruhigte Nicky ihn, „Wie willst du das denn anstellen?“ „Uns fällt bestimmt was ein!“, meinte Kian, der sich wieder gefasst hatte. Nur Mark war immer noch verzweifelt. Nicky trat an ihn heran und sagte aufmunternd: „Hey! Das ist jetzt sehr hart, das weiß ich, aber wir müssen uns jetzt auf’s Konzert konzentrieren! Ab morgen ist Urlaub und dann überlegen wir uns etwas, wie sie da rauskommen!“ Er nahm Mark am Arm und zog ihm vom Bett hoch.
Das Konzert lief wie immer ab, nur das Mark nicht so fröhlich lächelte, als er es sonst immer tat. Nicky und Shane redeten während der Umziehpausen immer auf ihn ein, doch es half nichts. Deshalb waren auch alle froh, als das Konzert an diesem schwarzen Tag endlich vorbei war.

Die Küche der Krügers war an und für sich ein freundlich eingerichteter Raum, doch die bedrohliche Stimmung, die darin herrschte machte diesen Raum bedrohlich. „So!“, schimpfte Lars, „Du bist wirklich verrückt! Du gehst auf das Konzert, obwohl wir dir das verboten hatten. Und damit nicht genug, nein, dann verabredest du dich mit diesem… diesem… Kerl! Und dann knutscht ihr auch noch rum! Du bist doch kein Flittchen!“ „Lars bitte!“, unterbrach Bianca ihn, „Nicht solche Worte!“ „Bianca, wenn es aber doch so ist!“, motzte Nadjas Vater weiter. „Eins sag ich dir Fräulein! Das hat Konsiquenzen!“ Lars war geschafft und Bianca sprang ein. „Alles, was du von diesen Hurensöhnen hast, ist bei uns Abzuliefern! Und dann hast du Hausarest!“ „Einen Scheiß werd ich Tun!“, giftete Nadja zurück, „Wo sind wir denn hier? Bin ich vielleicht noch ein Teeny?“ So wie du dich aufgeführt hast, glauben wir das!“, schrie Bianca zurück. Lars stand auf und verpasste Nadja eine schallende Ohrfeige. Nadja hielt sich mit verzogenem Gesicht die Backe. Nadja machte den Mund auf und wollte etwas erwidern. „Wag’s dich!“, drohte ihr Vater, „Noch ein wort und du kriegst auf die andere Seite noch eine!“ Nadjas Augen füllten sich mit Tränen der Wut, der Entteuschung, der Trauer, der Sehnsucht usw. Sie drehte sich schnell um, damit ihre Eltern die Tränen nicht sahen, denn das wäre für sie nur ein Triumpf gewesen und ging in ihr Zimmer, wo sie ihre Musik laut aufdrehte. Nach wild tanzen war ihr nicht, obwohl sie wütend war. Sie warf sich auf’s Bett und ließ die letzten Tage noch ein mal filmartig in ihrem Kopf ablaufen.
Nur wenige Stunden zuvor waren sie und Mark noch auf einem Boot gewesen, hatten sich geküsst und sich versprochen, dass sie immer beieinander bleiben würden. Und jetzt? Nadja hörte gerade „More then Words“, als sie eine Welle der Gefühle und Emotionen überkam und so brach sie in hemmungsloses Weinen, ja fast Schreien aus, so verzweifelt war sie. Die Gedanken fraßen sich quälend durch sie hindurch. Da riss Bianca plötzlich die Tür auf und stürmte herein. Ohne Nadja zu beachten, ging sie zum Schreibtisch und riss das Große Westlifeposter ab. Mit schnellen Bewegungen hatte sie es zusammengeknülllt und warf es in den Papierkorb. Nadja konnte sich nicht dagegen wehren; so fertig war sie. An der Tür drehte ihre Mutter sich noch einmal um und meinte kalt: „Das hast du nun davon! Zieh endlich das nuttige Kleid aus!“ Sie knallte die Tür hinter sich zu und rauschte ab. Nach einer Weile wurde die Tür wieder geöffnet, aber es war keiner ihrer Eltern, sondern Maja, die zakhaft ins Zimmer getabst kam. Sie tippelte mit geschlossenen Augen und ihrem Pferd im Arm herein und murmelte verschlafen: „Kiki!“ „Is’ nich da!“, gab Nadja eintönig zurück, „Komm her Süße!“ Maja legte sich zu ihrer großen Schwester unter die Decke und kuschelte sich zufrieden an sie ran. Dann schliefen beide vor Erschöpfung ein. Am nächsten Morgen ging es Nadja nicht besser. Die Eltern waren schon aus dem Haus, als sie Maja für den Kindergarten fertig machte, ihr Kopf schmerzte und sie hatte rote Ringe unter den Augen, die wahrscheinlich vom vielen Weinen kamen. Vor dem Kindergarten verabschiedete sie sich von ihrem geliebten Schwesterchen. „Ich hol dich heute Nachmittag ab.“ Geknickt schlug sie den Weg zu ihrer Schule ein. Gerade rechtzeitig zum Stundenklingeln betrat sie ihr Klassenzimmer und setzte sich auf ihren Platz. „Nadja Krüger!“, rief die Lehrerin streng und hatte ein böses Funkeln in den augen. Nadja wusste nur zu gut, was das bedeutete. „Ja?“, sagte sie so ruhig wie möglich, denn sie wollte nicht, dass Frau Hair bemerkte, wie unsicher sie war. Das wäre für sie nur ein Triumpf gewesen und das wollte Nadja auf jeden Fall vermeiden. „Deine Mutter hat vorhin hier angerufen und mich gebeten, dass ich auf dich ab jetzt besonders achte, da du dich am Wochenende völlig gestöhrt verhalten hast. Damit du mal merkst, was für bescheuerte Ideen du hast, kannst du deiner Klasse mal davon erzählen.“, meinte Frau hair verächtlich und grinste bei ihren letzten Worten. „Sicher nicht!“, sagte Nadja fest, obwohl sie am Liebsten schreiend aus dem Raum gerannt wäre. „Ach? Du schämst dich wohl schon?“, fragte Frau Hair herausfordernd. „nein, keines Falls, aber nicht jeder Drops hier muss über mein Privatleben bescheid wissen.“, gab Nadja grimmig zurück. „Ach so, dann sollen dich wohl alle für ein liebes braves Mädchen halten? Dann sollen wir ihnen wohl verschweigen, dass du in Wirklichkeit ein hinterhältiges, aufmüpfiges Flittchen bist, das zum Spaß Stars befriedigt?“, fragte ihre Lehrerin sauer. „Dann befriedigen sie ihren Mann wohl auch bloß?!“, schrie Nadja nun wütend, „Ach nein, ich vergaß, sie haben ja gar keinen abbekommen!“ Das ging Frau Hair nun entgültig zu weit und sie rief aufgebracht: „Jetzt reicht’s! Ich hab die Hand über dir, vergiss das nicht! Dieses Mädchen hier hat ihre kleine Schwester entführt und ist mit ihr zu einem Westlifekonzert gefahren. Anschließend hat sie das 2-jährige Mädchen bei einem dieser versoffenen schwulen Kerle abgestellt und ist mit einem anderen durchgebrannt! Erst die Polizei konnte sie mit Gewalt zurückholen. Sie haben sie sogar beim Knutschen gesehen! Und nun entscheidet selbst, ob sie noch zurechnungsfähig ist!“
„Echt! Du kannst einem Leid tun!“, meinte Mario, der Klassensprecher, „Haust ab für so’n Haufen Vollidioten!“ „Lass sie in Ruhe!“, ging Sina dazwischen. Sie ging zu Nadja und umarmte sie. „Und? Wieder gesund?“, fragte Nadja, um vom Thema abzulenken. Sina nickte. „Tröste sie nicht noch!“, meckerte Olli, ein Kumpel von Mario. „Wir unterhalten uns nachher!“, motzte Mario. Nadja hatte Angst, denn das klang sehr drohend.
In der großen Pause drängte Mario Nadja von Sina weg; in eine ruhige Ecke des Schulhofs. Er packte sie fest an der Schulter und begann wüst auf sie ein zu schimpfen: „Hör mal! Du hast unser Image ganz schön versaut!“ Er boxte sie in den Bauch und fragte herausfordernd: „Na? Jetzt sind diese Westlife-Luschen nich da! Scheiß Gefühl hä!“ Zwei andere Jungs kamen dazu und quälten sie. „Hört auf! Ich hab euch doch gar nichts getan!“, sie wimmerte und flehte ihre Peiniker regelrecht an aufzuhören, doch eher das Gegenteil trat ein. „Du Nutte! Steigst mit so ’nem Weichei ins Bett. Wenn du unbedingt Sex haben willst, kannst du auch uns fragen. Ich sag garantiert nicht nein!“, rief ihr einer von Marios Kumpels zu. „Bitte hört auf! Bitte! Das tut weh!“ Mario lachte: „Ach echt? Hätte ich das gewusst, dann hätte ich das doch nicht gemacht!“ Er lachte und auch seine Kumpels grinsten Nadja fieß an. „Woher sollen eigentlich alle wissen, was ich angeblich so Schlimmes gemacht habe?“, fragte Nadja vorsichtig, „Frau Hair hat es doch nur der Klasse erzählt.“ „Hahahahaha!“, die Jungs begannen zu lachen, „Du bist echt ’ne zu dumme Pute! Knutschst mit einem Popstar herum und denkst es sieht keiner! Hahahahahahahaha!“ Nadja wurde unwohl, was war geschehen? „Ähm sorry, von was redest du?“, fragte sie deshalb unsicher. „Hahahaha! Du bist auf dem Titelblatt semtlicher Teenyzeitschriften und weißt es nicht einmal? Hahahahahahahahahahaha!“ Lachend rannten die Jungs davon, da es gerade klingelte. Noch zu geschockt von dieser Nachricht blieb Nadja regungslos stehen. Doch dann lief sie doch los und Sina hinterher, die das Ganze aus sicherem Abstand beobachtet hatte. „Stimmt das? Bin ich wirklich auf dem Titelblatt der Teenyzeitschriften?“, fragte sie Sina geschockt. „Ja, sieht so aus.“, antwortete diese kalt. „Oh Gott! Und jetzt noch die furchtbaren Kerle!“, jammerte Nadja weiter. „Ich kann dir nicht helfen!“, sagte Sina knapp, ja fast erschrocken, wandt sich ab und rannte davon. „Sina warte!“, rief Nadja hinter ihr her. „Lass mich in Ruhe! Die machen mich sonnst fertig!“, gab Sina ängstlich zurück und rannte weiter. Jetzt war alle Hoffnung verschwunden. Selbst ihre beste Freundin ließ sie jetzt hängen.

In den nächsten Tagen lief es nicht anders. Sina ignorierte Nadja ganz und sie erfuhr auch den Grund. Mario und seine Gang schüchterten sie total ein.
Drei Tage, nach dem sie vom Konzert nach Hause gekommen war und drei Tage nachdem sie mit Mark zusammenkam, sollte ein Lichtblick in ihr zurzeit trübes Leben kommen. Sie Kam am Nachmittag mit hängenden Schultern und einem blauen Auge mehr heim. Mario und seine Jungs hatten sie wieder tüchtig massakriert und gedemütigt. Als sie die Tür aufschloss, kam ihr Maja entgegen. „Du bist ja schon da!“, wunderte sie sich und schloss ihre kleine geliebte Schwester in die Arme. Bianca tauchte hinter Maja auf. „Wir gehen zu Tante Inka und schlafen dort!“, sagte sie kühl, „Und wir nehmen Maja mit! Nicht, dass du wieder auf die Idee kommst, sie wegzuschleppen!“ Maja steckte im kitschigstem Kleid ihres Kleiderschranks. „Und du lernst!“, fuhr Lars sie noch an. Er hob Maja hoch und ging mit ihr nach draußen. „Will Nani bleiben!“, schrie Maja so laut, sie konnte, doch es half nichts. Vom Fenster aus sah Nadja, wie Maja in den Maxikosi gestopft wurde und das Auto weg fuhr. „Meine kleine Maja! Halt durch!“, flüsterte Nadja traurig.

Es war Abend gewurden und die Sonne war bereits hinter den Häusern verschwunden, als es geschah... Wer genau in diesem Moment aus dem Fenster gesehen hätte, hätte vier Gestalten erkannt, die eine Leiter trugen und in Richtung dem Haus gingen, wo Krügers Wohnung war. „Und du bist dir wirklich sicher, dass du das willst?“, meinte einer der vier. Es war Nicky. Mark nickte entschlossen. „Ist mir egal, ob die mich erwischen!“ Shane und Nicky schoben die Leiter an die Hauswand. „Gut, dass die im errsten Stock wohnen!“, flüsterte Kian, der Schmiere stand. „Pass auf dich auf!“, wisperte Shane und klopfte seinem Mate freundschaftlich auf die Schulter. „Und denk dran, was wir besprochen haben! Hast du alles dabei?“ Mark nickte und umarmte seine Freunde: „Danke Jungs! Ihr seid echt die BESTEN!“ „Na dann los, good luck!“, meinte Nicky und Mark wandt sich der Leiter zu. Langsam erklomm er Sprosse für Sprosse bis er oben ankam.

Nadja prütete über ihrem Matheheft. Es war einfach zum Mäusemelken! Wieso war dieser Mist auch immer so schwer? Ihr Kopf rauchte schon vom vielen denken und so hob sie gedankenverlohren den Kopf, um aus dem Fenster zu sehen. Ihr herrlich großes Poster war ja nicht mehr da... Als sie hinaus schaute, um den aufgehenden Mond zu sehen, erschrak sie. Zwei blaue Augen strahlten sie an! Jetzt hatte sie schon Wahnvorstellungen. Doch diese Augen verschwanden nicht wieder. Nadja kniff sich in ihren Arm und fluchte: „Mist!“ Es war etwas sehr doll gewesen. Aber die Freude, die in ihr aufstieg, als sie realisierte wer dort vorm Fenster war, war viel stärker und sie riss das Fenster förmlich auf und umarmte Mark fest. Beinahe hätte sie ihn von der Leiter gestoßen. „Hoppla!“, lachte er, „Nicht so stürmisch Süße!“ Dann kam er hinein geklettert.
Nadja sah noch, wie Shane und Nicky die Leiter wegnahmen und ihr von unten zuwinkten. Die trübe Stimmung entschwand urplötzlich und nichts war mehr wichtig. Nur sie beide und ihre Liebe, die von Sekunde zu Sekunde, die sie mehr miteinander verbrachten mehr entflammte. „Mark!“, rief sie überglücklich und fiel ihm in die Arme. Sie knuddelten und küssten sich stürmisch. „Ich hab dich so vermist!“, flüsterte Mark leidenschaftlich. „Du musst nicht flüstern. Meine Eltern sind nicht da.“ Nadja schloß das Fenster und zog die Vorhänge vor. Mark ließ den Blick über Nadjas Matheheft schweifen. „Sieht ja kompliziert aus!“, meinte er stirnrunzelnd. Dann lächelte er liebevoll und sagte: „Vergiss das jetzt mal.“
Sie ließen sich auf Nadjas Bett fallen und sahen sich tief in die Augen.
„Oh Mark ich liebe dich!“, flüsterte Nadja in sein Ohr und knapperte leicht an seinem Ohrläppchen. Er lächelte sie verliebt an und küsste sie so voller Liebe und Leidenschaft, dass Nadja der Atem wegblieb. „Hey Süße, was ist denn los?“, fragte Mark besorgt, „In deinen Augen liegt so viel Traurigkeit. Was ist in den lätzten Tagen passiert?“ „Ähm na ja, also, ähm, ich... in der Schule, die Jungs, also Mario, er... er hat... er hat mich... fertig gemacht.“, brachte sie unter ein paar Tränen hervor. Sie wollte Mark nicht die Wahrheit sagen, denn sonst würde er sich nur Sorgen machen. „Oh meine Süße, das tut mir so leid. Wenn er das wieder macht, dann sagst du mir bescheit, ja?“, Mark strich ihr über die Wange und küsste ihre Tränen weg. „Hey Engelchen, hör doch auf zu weinen!“ Leise begann er zu singen...

„Smile, though your heart is aching,
Smile, even though it's breaking
When there are clouds in the sky,
You'll get by
If you smile
Through your fear and sorrow
Smile - and maybe tomorrow
You'll see the sun come shining through
For yooooooou

Light up your face with gladness,
Hide every trace of sadness.
Although a tear
May be ever so near
That's the time you must keep on trying,
Smile - what's the use of crying
You'll find that life is still worthwhile
If you just smile

That's the time you must keep on trying
Smile - what's the use of crying
You'll find that life is still worthwhile
If you just smile”, leise und gefühlvoll hatte Mark für seine Nadja diesen Song gesungen und er hatte total zu Nadja gepasst. „Oh danke Mark! Das war süß von dir!“, lächelte sie und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Sie wurden immer wilder und ließen ihren Gefühlen und Leidenschaften freihen Lauf...

Mark schreckte hoch. Er musste eingeschlafen sein und auch Nadja hatte die Augen geschlossen. Er stützte sich auf die Ellenbogen und betrachtete ihr Gesicht. Ruhig lag sie da, gleichmäsig gingen ihre Atemzüge und sie sah einfach zu süß aus, wie sie so da lag. Vorsichtig stand er auf, um sich auf den Rückweg zu machen. Da bewegte sich Nadja und blinzelte ihn an: „Wo willst du hin?“, murmelte sie verschlafen. „Ich muß gehen! Wenn deine Eltern kommen bin ich dran!“, meinte er ruhig. „Meine Eltern schlafen auswärts. Kannst du nicht bei mir bleiben? Bitte bleib hier!“, Mark hatte das Ängstliche in ihrer Stimme gehört, wollte sie aber nicht fragen, was mit ihr los war. Nicht jetzt! Außerdem konnte er es sich schon denken. „Okay, ich bleib da!“, sagte er sanft und legte sich wieder neben sie.
Zufrieden kuschelte sich Nadja in seine Arme und sog den Duft seines Aftershafes tief ein.
Eine Weile lagen sie nur so da. „Mark?“ Mark schreckte hoch. Er war beinahe wieder eingeschlafen. „Was ist?“ „Wenn du nach Irland fährst, mimmst du mich mit?“, fragte Nadja etwas bittend und irgendwie klang es auch flehend. Mark seufzte: „So einfach geht’s nicht! Ich muß doch etwas für uns zum Wohnen suchen und außerdem, hast du dir das wirklich richtig überlegt?“ Nadja nickte fest. „Mich hält nichts mehr hier.“ Mark drehte sich auf die Seite, so dass er Nadja direkt ins Gesicht sehen konnte. „Bist du dir da wirklich sicher?“, fragte er erneut. Nadja nickte wieder und meinte: „Ja und Maja nehmen wir mit!“ Mark lächelte. „Okay, aber ein bisschen musst du noch warten!“, grinste er dann. „Aber wie lange?“, Nadja schien wirklich schnell weg zu wollen. Mark streichelte über ihremRücken. „Bald, so bald wie möglich geht’s los. Das versprech ich dir!“ Verträumt schaute Nadja zum Fenster und betrachtete den Vollmond, der hell vom Himmel leuchtete und sie anzulächeln schien. „Schau mal Mark! Das sieht so aus, als würde jemand nach unten zu uns gucken!“, lächelte Nadja ihren Liebling an. „Früher hatte ich wirklich gedacht, dass dort oben wer wohnt!“, meinte Mark grinsend. „Klar, der Mann im Mond!“, lachte Nadja spöttisch.
Mark knuffte sie leicht in die Seite. „Mach dich nicht lustig!“, er tat beleidigt. „Wenn mich schon keiner weiter ernstnimmt, dann hätte ich doch gehofft, dass wenigstens meine Freundin das tut!“, sagte er schmollend. „Tu ich doch, du alter Träumer!“, Nadja grinste immer noch. Dann sah sie auf die Uhr. „Wir sollten wieder schlafen. Ich muss morgen früh raus!“ „Bald nicht mehr!“, versprach Mark und küsste sie zärtlich. „Bald brauchst du die blöden Matheaufgaben nicht mehr!“ Er gab ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss und meinte:
„Träum schön, sweetheart!“ „Du auch!“, flüsterte Nadja zurück.
Bald darauf waren beide eingeschlafen.

„God morning!“ Mark hatte den Wecker ausgeschlagen. „Schon?“, gähnte Nadja und streckte sich. „Wieso musst du überhaupt in die Schule, wo du doch schon 20 bist?“, fragte Mark beiläufig, während er sich seinen Pullover angelte und ihn über den Kopf zog. „Ich geh’ aufs Gymnasium; meine Eltern wollen es so.“, sie seufzte und schnappte das Matheheft, welches noch immer auf ihrem Schreibtisch gelegen hatte und stopfte es in ihre Schultasche. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und jemand stürmte herein: „Das ist doch unglaublich!“, Bianca stand wutschnaubend da und schrie nach ihrem Mann, „Lars, Lars!“ Nadjas Vater rannte ins Zimmer. „Also stimmt das, was Frau Möller nebenan gestern gesehen hat! Jemand ist in dein Zimmer geklettert!“, rief sie entgeistert. Mark und Nadja saßen wie versteinert da. Die Eltern sollten doch erst später heimkommen! „Was habt ihr die Nacht getrieben?“, fuhr Lars sie an.
„Ich will’s gar nicht wissen!“, schrie Bianca außer sich. „Sie verlassen jetzt mein Haus!“, brüllte Lars. Mark sah verständnislos zu Nadja. Sie übersetzte ihm schließlich alles, nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatte. „Zieh dich an und dann komm in die Küche! Das wird mir langsam zu bunt mit dir! Du kommst ins Internat, damit du endlich wieder normal wirst!“ Bianka hatte sich einen roten Kopf geschrieen. „Wo ist Maja?“, fragte Nadja ängstlich. „Bei Tante Inka! Die bleibt da auch erst mal! Nicht dass sie auch noch so wahnsinnig wird wie du!“ Lars wandte sich wieder an Mark: „Sie sitzen doch immer noch da, sie Mistkerl! Hören sie auf meine Tochter anzuglotzen und wenn ich Sie noch mal hier sehe krachts!“ Die Eltern verließen das Zimmer. „Toll! Jetzt hab’ ich auch mal deine Eltern kennen gelerrnt!“, meinte Mark trocken. „Ich wollte das nicht!“, schluchtste Nadja und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Ich weiß! Ich geh’ jetzt! Du brauchst nicht ins Internat! Wir finden bestimmt eine Lösung – und wenn du erst mal mit bei meinen Eltern wohnst!“, sagte Mark beruhigend. Dann drückte er Nadja eine Dose mit Keksen in die Hand. „Die kommen aus Irland und Kian sagt, dass Maja die gerne mochte. Aber heb die gut auf, wenn sie leer ist!“ „Danke!“, sagte Nadja immer noch schluchzend. „Wein nicht mehr Süße!“ Mark küsste seine Nadja noch mal zum Abschied und verließ dann das Haus. Nadja zog sich an und dann setzte sie sich auf ihr Bett. Bald würde sie aus diesem Haus, dieser Stadt und aus diesem Land raus kommen. Mark hatte es ihr versprochen. „Du solltest doch in die Küche kommen!“, die bösen Blicke Biancas funkelten in Nadjas Richtung. „Na wartet ihr Spießer!“, ging es Nadja durch den Kopf, als sie hinter ihrer Mutter die Küche betrat. „Ihr habt meine Westlifer, besonders meinen Marky unterschätzt. Bald sind Maja und ich hier weg und ihr könnt die Wände anmotzen!“ Bei diesem Gedanken grinste sie in sich hinein, verzog aber in wirklich keit keine Mine.

So... auch eine Story muss irgendwann mal enden. *hehe*
Aber wir können euch beruhigen.
Es kommen noch drei Fortsetzungen! ;-)
Also freut euch schon mal und habt noch etwas Geduld.
Auch unsere Zeit ist LEIDER begrenzt.
Über Feedback würden wir uns höllisch freuen!
Also: Ab ins Netz und eine Mail verfasst!
Liebe Grüße
Eure Any & Honey
Honey-Westlife@web.de