Advice: Please notice that this story includes explicit sexual content and therefore you should not read this if you are under 18 or easily offended!!

Nicky stand ganz vorne auf der Klippe. Unter seinen Füßen tat sich das nichts auf, welches im 100 Meter unter ihm im tosenden Meer endete. Das Gesicht wie versteinert. Der Wind zerrte an seinen Haaren und seiner Kleidung. Er war ganz in schwarz gekleidet. Die schönen, unsagbar blauen Augen tränten von der Kälte des Windes. Sein Blick war starr in die Ferne gerichtet. Plötzlich breitete er die Arme aus, streckte sie waagrecht zu seinem Körper, legte den Kopf in den Nacken und sprang. Er fiel schnell. Der Schwarze Mantel, den er trug, flatterte wie Rabenflügel hinter ihm her. Das Meer verschluckte ihn. Kein Schrei zerriß die Stille. Nur der Wind heulte sein trauriges Lied.
"Nickiiieeeee"
Mit diesem lauten Schrei setzte sich Shane, schweißgebadet im Bett auf. Er zitterte am ganzen Körper. "Oh mein Gott, oh nein. Ich muß zu Nickey." Verwirrt sprang er aus dem Bett. Noch hatte er nicht realisiert, das er geträumt hatte. Er schlüpfte in seine Jeans und zog sich einen Pullover an. "Was hast du denn Shane?" fragte seine Mutter, den Kopf durch die Türe streckend. Er zog gerade einen Socken an und sah erstaunt auf, als er die Worte vernahm.
"Mum? Verd.. sorry. Wo bin ich denn?" "Zu Hause, wo solltest du denn sonst sein?" antwortete sie erstaunt. Sie betrat nun das Zimmer und sah ihren Sohn prüfend an. "Geht’s dir nicht gut ?" "Doch, ich hatte nur so einen blöden Traum." Er zitterte noch immer. "Komm zum Frühstück. Dann geht’s dir gleich besser." "Ja, ich komm gleich runter." Nachdem er sich die Schuhe zugeschnürt hatte, verließ er sein Zimmer, stieg langsam die Stufen hinunter und betrat die Küche. "Morgen." murmelte er und setzte sich an seinen Platz. " Shay, was brüllst du denn am frühen Morgen schon das ganze Haus zusammen?" fragte Finbarr ihn "und wer ist Nickey?" Shane sah ihn mit offenem Mund an. Kein Wort wollte seine Kehle verlassen. "Du kennst doch Nickey. Der war doch schon so oft hier." "Shane, iß jetzt dein Müsli. Du hast nur schlecht geträumt. Nickey? Ist das nicht der nette Junge von McBarrets, die neu hier her gezogen sind ?" fragte seine Mutter, während sie ihm Kaffee einschenkte. Shane sprang auf und schrie : "Nein, Nickey ist mein Bandkumpel und mein bester Freund." Sein Vater erhob sich und legte ihm seine Hand auf die Stirn. "Fieber hat er keins. Was ist denn los mit dir Junge? Und von was für einer Band redest du denn. Du kannst doch gar nicht singen und ein Instrument spielst du auch nicht" Finbarr legte ihm eine Hand auf die Schulter und sah ihn an "Hast wohl gestern zuviel getrunken Kleiner." "Was ist hier los? Ihr kennt doch meine Band. Wir sind weltberühmt." "Shane beruhige dich. Du mußt hier nicht so rumschreien. Und wenn du meinst, du hättest einen Band, dann gründe doch eine. Ich fände das wirklich nett. Du hast als Kind immer sehr schön gesungen. Allerdings hab ich dich seit dem Stimmbruch nicht mehr singen gehört." sagte seine Mutter ruhig.
Shane wurde schlecht. Was war das bloß? " Bin ich jetzt irre geworden? Oder wo bin ich. Ich müßte eigentlich in England auf Tour sein. Die tun alle so als wäre ich nie von zu Hause weg gewesen." dachte Shane ängstlich. "Mum, was für ein Datum haben wir ?" "Heute ist der 9. Juli mein
Schatz ." "Das Jahr Mum, das Jahr." Seine Stimme klang, als würde er gewürgt. "Shane, also wirklich...." "Bitte" flehte er. "1997." Stöhnend sank er auf seinen Stuhl und legte sein Gesicht in seine Hände. "Das kann nicht sein. Gestern war noch das Jahr 2003 und jetzt bin ich wieder in der Vergangenheit?" "Shane, was redest du denn? 2003 ! Sag mal hast du irgend welche Drogen genommen, oder was getrunken, das dir nicht gut getan hat ?" "Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das ich gestern in England auf der Bühne stand und gesungen hab. Und jetzt ist das alles nicht wahr? Kein Westlife?? Bryan existiert nicht? Nickey kenn ich keinen ? Und was ist mit Mark und Kian. Gibt’s die auch nicht?" "Oh doch Kian und Mark kommen doch heute zu dir ." lächelte Mae, obwohl sie sich große Sorgen um Shane machte. "Peter ruf mal den Doc. Ich glaube Shane ist ernsthaft krank." "Ich bin übergeschnappt. Das ist die einzige Erklärung." schrie Shane, sprang auf und rannte hinaus. "Weg, ich muß weg von hier. Wo ist das verdammte Zeittor?"
"Was für ein Zeittor?" fragte eine sanfte Stimme. Shane drehte sich ruckartig um, um zu sehen wer das gesagt hatte und schlug sich heftig den Kopf an, als er aus dem Bett fiel.

"Man Shay, was machst du denn?" Nickey’s Gesicht erschien an der Bettkante und er schaute verschlafen zu ihm hinunter. "Nickey? Oh man, ich glaub, das überleb ich nicht." stöhnend schloß er die Augen. Nick stand auf und hockte sich zu Shane auf den Boden. "Was hast du denn? Erst rufst du meinen Namen und dann suchst du ein Zeittor. Hast schlecht geträumt?" "Das war der schlimmste Traum meines Lebens." Und er erzählte Nickey den verrückten Traum, nur den ersten Teil, mit dem Sprung ließ er weg. Nickey schüttelte den Kopf, als Shane geendet hatte und meinte nachdenklich:
"Ich weiß ja nicht, was dich zu der Annahme verleitet, alles könnte ein Traum gewesen sein, aber traumhaft ist unsere Karriere schon. Komm jetzt." Er half ihm aufstehen und sah, das Shane sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. "Du blutest ja. Warte ich verbinde dir das mal." Shane tapste mit den Fingern in die Wunde und verzog das Gesicht. "Ich bin doch echt ein Depp, oder? Schlag mir den Kopf im Schlaf auf." Zusammengesunken saß er auf der Bettkante. "Ja, das kann wirklich nur dir passieren." kicherte Nickey. Nach dem er Shane ein Tuch auf die Wunde am Hinterkopf gelegt hatte packte ihn wieder ins Bett. "Versuch zu schlafen." "Ich hab Angst, das ich wieder so was träume." "He, Alpträume haben keine Fortsetzung." "Ich hoffe, du hast recht." flüsterte Shane und schloß die Augen.

"Aufstehen! Shane komm zu dir. Es ist Zeit zum Frühstücken." Nickey stand angezogen vor dem Bett und schaute besorgt auf Shane herab, der blinzelnd zu ihm hochsah. "Wie spät?" brummte er. "11.30 Uhr. Wir sind spät dran, also komm hoch." "Ja, bin gleich so weit." fauchte er und setzte sich auf. Übelkeit stieg in ihm auf und er schluckte trocken. "Mir ist schlecht." stellte er fest. "und Kopfweh hab ich auch." "Wundert dich das, nach dieser Nacht?" fragte Nickey. "Nö." Shane schnappte sich seine Klamotten und verschwand im Bad.
Es klopfte an der Zimmertüre und Nickey öffnete sie. Bryan lehnte lässig am Türrahmen. "Na, schon wach?" fragte er grinsend. "Ja klar, fit wie ein paar Turnschuhe." lächelte Nick zurück. "Wo ist Shane?" "Duschen." "Was habt ihr denn schönes gemacht, heute Nacht?" fragte er anzüglich weiter. Er und Kian hatten das Zimmer gleich neben Nickey’s und sie waren von Shane’s Schrei wach geworden. "Komm rein und mach die Türe zu, dann erzähl ich es dir." flüsterte Nickey geheimnisvoll. Bryan bekam große Augen und trat ein. "Shane hatte heute Nacht Alpträume, die sich gewaschen haben. Er ist aus dem Bett gefallen und hat sich den Kopf aufgeschlagen."
"Ich dachte schon ne ganze Weile, das etwas mit ihm nicht stimmt. Er ist so ruhig in letzter Zeit. Den bedrückt etwas." sinnierte Bryan. "Ja, ich hab auch ein komisches Gefühl, was das angeht." stimmte Nickey Bryan zu. "Man, du wohnst doch mit ihm im selben Zimmer, quetsch ihn doch mal aus." drängte Bryan. "Ich werd’s versuchen." antwortete Nickey.

Shane stand unter der Dusche. Er stützte sich mit den Händen an der Wand ab. Heiß lief ihm das Wasser über den Kopf und den Rücken und spülte seine Träne ab. Normalerweise sang er immer, wenn er duschte, aber in letzter Zeit hatte er überhaupt keine Lust mehr zu singen. Weder unter der Dusche, noch auf der Bühne. Leise schluchzend richtete er sich auf. "Reiß dich zusammen, Shane." schimpfte er sich selbst. Er griff zum Shampoo und rieb es sich in die Haare. Dann hob er sein Gesicht in den Strahl und versuchte, auch die Gedanken, die ihn belasteten, wegzuspülen.
"Wenn ich nur wüßte...ach quatsch, Shane vergiß es... Nickey. Ich ertrage das bald nicht mehr. Immer im selben Bett und ich darf ihn nicht anfassen. Wie gerne würde ich ihn in die Arme nehmen und ihn streicheln. Aber er ist ja so normal. Mag Mädchen. Ich ja auch und das ist das schlimmste. Ich weiß nicht mehr wer ich bin . Oder was." Er erinnerte sich nur zu deutlich, wie er Nickey das erste mal gesehen hatte. Das Vorsingen hatte gerade angefangen, und Shane war natürlich mal wieder zu spät dran. Also war er gerannt und hatte die Türe zum Proberaum kräftig aufgestoßen. Nickey, der nicht damit gerechnet hatte, das jemand mit der Brachialgewalt eines D-Zugs in den Raum stürmen würde, hatte an der Tür gelehnt. Er flog nach vorne auf die Knie. Nur dank seiner geschulten Reflexe hatte er sich nicht verletzt. Und da stand Shane und starrte ihn an, als ob er einen Blick in den Himmel werfen würde. Er hatte gespürt, wie ihm das Blut in den Kopf stieg und er stammelte nur "Oh, sorry ich....man " und er streckte die Hand aus, um diesem Engel, mit den schönsten blauen Augen, die er je gesehen hatte, wieder auf die Beine zu helfen. Nickey nahm seine Hand, stand auf und lachte ihn an. "Du bist noch nicht an der Reihe." schmunzelte er. " Was? Ich?.. ne ich sing doch nicht" stotterte Shane. "Schade, hast es schon mal versucht ?" "Shane! Endlich." Mark kam angehüpft und war ganz aufgeregt. "Der da singt, der ist echt gut, findest nicht? Heißt Bryan und der hat Humor." Verwirrt schaute er dann auf Shane‘s Hand, die immer noch Nickey’s hielt. Shane wurde wieder rot und ließ Nick`s Hand los. "Hallo ich bin Mark. Ich gehöre zu der Band und der dich umgeschmissen hat, heißt Shane und gehört auch dazu." Mark reichte Nickey auch die Hand.
"Hallole, ich bin Nickey und bin zum Vorsingen hier, der da oben ist mein Freund" und an Shane gewandt "du singst also doch ?" "Ja ... ich singe auch. Ich meinte doch nur...." "Du bist dran" meinte Mark und schob Nickey in Richtung Bühne. Nickey sang so gut er konnte und sah dabei fast nur Shane an. Shane starrte zurück und verspürte den dringenden Wunsch, das Nickey einer derer sein sollte, die ausgewählt werde würden.
Plötzlich stand neben ihm ein baumlanger Kerl und grinste auf ihn herunter. "Nix ist echt gut. Der kommt bei den Mädels super an. Als er noch Fußball spielte, waren da immer viele Mädchen beim Training zum zusehen. Dabei wollten sie nur Nickey sehen." erzählte er "Oh ich bin Bryan." er streckte die riesige Hand aus. "Ich weiß, hab dich singen gehört. Du bist auch sehr gut. Ich bin Shane" antwortete er und ergriff die dargebotene Hand, aber ohne Nickey aus den Augen zu lassen. "Der hat ne gute Stimme. Ich denk, ihr beide würdet gut zu uns passen." Das fand Louis auch.

Ja, so war das damals. Und seit dieser Zeit waren sie immer gute Freunde gewesen. Shane gestand sich nun ein, das er sich damals im ersten Augenblick in Nickey verliebt hatte. Und zwar so heftig, wie er ihm die Türe in den Rücken gestoßen hatte. Nur das Nickey eben normal war und er nicht. Weiter sinnierend schäumte er seine behaarte Brust ein. "Immer wenn wir ne Fotosession haben und wir uns berühren sollen, werd ich so was von aufgeregt. Und er berührt mich ja auch immer, nur das es bei Fußballern eben so üblich ist und die sich nichts dabei denken. Ich denk mir wohl was dabei und nutze jede Gelegenheit, wenn Nickey mal wieder diesen Berührungsdrang hat. Ich stell mich ja immer so, das ich ihm am nächsten bin. Das er eben mich drückt." Seine Hände kreisten tiefer und reinigten auch seinen Penis, der sich halb aufgerichtet hatte. Das passierte ihm immer, wenn er an Nickey dachte. Traurig lächelnd stellte er den Wasserstrahl auf kalt und keuchte, bis die Errektion abgeklungen war, unter dem kalten Strahl. Er stieg aus der Dusche und trocknete sich ab. Es klopfte und Nickey streckte den Kopf durch die Türe. Shane bedeckte schnell seinen Unterleib mit dem Handtuch und schaute fragend zu Nick.
Der musterte ihn mit unergründlich funkelnden, blauen Augen. "Hey Süßer, kommst du bald?" fragte er einen lüsternen Filmhelden imitierend.
"Er ist immer so gut drauf und merkt nicht, wie es mir dabei geht" dachte Shane und antwortete "Ja, nur noch anziehen und stylen, dann komm ich."
"Oh, ich kann dir beim kommen helfen." schnurrte Nickey anzüglich grinsend. Shane wurde rot und schob ihn ohne ein weiteres Wort aus der Türe. Dann lehnte er sich mit dem Rücken dagegen und murmelte " wenn du das nur mal tätest. Ich wär der glücklichste Mensch auf dieser Welt."

Nickey stand an der Türe und schloß die Augen. "Ich sollte das lassen. Ich werd noch verrückt, wenn ich ihn nackt sehe und dann nehme ich ihn mir und wir sind danach keine Freunde mehr. Wenn er nur nicht so sexy wäre und so normal." Traurig schlenderte er zum Sofa und ließ sich darauf fallen. Den Kopf an die Lehne gelegt träumte er von ihrer ersten Begegnung.
Er hatte an der Türe gelehnt, als Shane, der zu spät dran war, sie ihm in den Rücken gestoßen hatte. Er war auf die Knie gefallen und hatte sich, dank jahrelangem Training, abgerollt. Wütend hatte er sich, noch am Boden, umgedreht und wollte grade losbrüllen, als er in das liebste Gesicht, das er je gesehen hatte, blickte. Grün-braune Augen sahen ihn erschrocken an. Ein gerötetes Gesicht und er hatte ihm die Hand hingestreckt. Eigentlich hätte er die nicht benötigt, aber er ergriff sie und ließ sich beim Aufstehen helfen. Eine schöne, warme Hand war das. "Wenn sie mich doch nur einmal anders als freundschaftlich berühren würde." wünschte sich Nickey.
Shane hatte irgend etwas gemurmelt, aber er hatte nicht darauf geachtet. Er war viel zu beschäftigt, das Gesicht zu studieren. "Ich hab mich sofort in ihn verliebt. Dieses Lächeln und so schüchtern." Den Kopf in Richtung Badtüre gedreht flüsterte er " Du hast meine Hand lange gehalten, aber du hast nicht bemerkt, was dabei mit mir geschehen ist. Vielleicht hätte ich dich nicht gleich so aufziehen sollen. Ich hab dich ja wie einen kleinen Jungen behandelt. Aber du kamst mir so jung und unerfahren vor und ich wollte dir deine Schüchternheit nehmen. Dich in den Arm nehmen und dich küssen."
"Was ist? Übst du nen Text oder was?" fragte Mark, der plötzlich vor ihm stand. Nickey war so in Gedanken gewesen, das er das Klopfen überhört hatte. "Was? Nein...ja.. ach vergiß es. Was ist denn los?" Mark setzte sich neben Nick und fragte ihn ganz sanft " Nickey, ich will das jetzt ganz ehrlich von dir wissen." "Was?" "Was ist zwischen dir und Shane? Aber sei ehrlich. Mir kannst du vertrauen. Ich kenn Shay schon mein ganzes Leben und dich, glaub ich, kenn ich auch ganz gut. Da ist etwas zwischen euch"
"Ach Mark." schluchzte Nickey auf. Mark war ehrlich erschrocken über den Aufschrei , legte dem weinenden Nickey den Arm um die Schulter und überlegte kurz-
"Verliebt? Klar, du bist verliebt in Shane. Das mir das nicht früher klar wurde. Bei euch hat‘s doch schon das erste mal, als ihr euch gesehen habt gefunkt. Man oh man und Shane merkt nichts ? Oh doch, dem geht’s nämlich nicht anders als dir und keiner traut sich, es dem anderen zu sagen."
Schniefend sah Nickey Mark an " Du hast das bemerkt? Damals?"
" Na wenn zwei Jungs sich die Hände halten und sich ansehen, als wäre der jeweils andere das Beste und Schönste, das er je gesehen hat, dann ist das doch klar." "War das so offensichtlich?" "Hm nein, aber jetzt wo ich Shanes Launen und deine Tränen zusammen zähle, da wird mir so einiges klar." Sich erhebend sagte Nickey leise:
"Shane fühlt nicht so wie ich. Der ist doch immer mit Mädchen zusammen und flirtet und..." "Moment. Der treibt sich immer in deiner Nähe rum und wenn du jemanden in den Arm nimmst, ist es doch meist er.
Und wie er dich anschaut, wenn du es nicht merkst. Weiß Bryan eigentlich davon?" "Das ich verliebt bin? Ja, er hat mir das klar gemacht, als wir nach dem Vorsingen nach Hause gegangen sind."
Nickey dachte daran zurück.
Sie waren die Ersten gewesen, die vorgesungen hatten. Erst Bryan und dann er selbst. Er hatte nur für Shane gesungen und hatte immer wieder zu ihm hingesehen. Dummer Weise hatte er damals keine Kontaktlinsen getragen und so konnte er nicht sehen, ob Shane ihn beobachtete.
Nach seinem Vortrag hatte Louis ihnen gesagt, das sie von nun an dazugehören würden und Bryan und er hatten einen Freudentanz aufgeführt. Bryan hatte, im Überschwang seiner Freude, alle umarmt, was Nickey sofort nachmachte, weil er so Shane in den Arm nehmen konnte. Der hatte ihn fest gedrückt und schüchtern lächelnd gesagt, das er sich riesig freuen würde. In Bryan‘s bäriger Umarmung hatte er so klein und verletzlich ausgesehen.
Nach den Formalitäten waren Bryan und er gemeinsam nach Hause gegangen. Erst hatten sie sich über das Vorsingen unterhalten und dann hatte Bryan, in seiner unnachahmlichen Art, angefangen Mark, Kian und Shane zu charakterisieren.
Lächelnd drehte sich Nickey zu Mark um und meinte "Weißt du, wie Bryan dich damals beschrieben hat?" " Ne, hast mir nie erzählt. Wie denn?"
Nick stellte sich in Positur und ahmte Bryan gekonnt nach: "Dieser Mark
Hat nichts als Musik in sich. Der singt mit Sicherheit auf dem Klo und sein Urin singt sicher auch. Sein Duschgel in der Dusche singt und im Schlaf singt er auch noch. Und dann tut er so, als würde er nichts von der Außenwelt mitkriegen. Aber glaub mir eins. Der sieht alles und hat nen Weitblick, den wir uns nur wünschen können. Nebenbei hat er auch noch nichts wie Blödsinn im Kopf. Ne gelungene Mischung. Der wird uns noch verblüffen.." " Das hat Bryan über mich gesagt?" fragte Mark ungläubig. "Ich dachte immer, er hält mich für nen abgehobenen Idioten." "Tut er auch, aber er hat ne sehr hohe Meinung von dir." grinste Nick. Mark freute sich, auch das Nickey wieder lächelte.
"Ja und als er dann Shane als geducktes Huhn und Landei bezeichnete, da bin ich dann ausgerastet. Ich hab ihn angeschrien, das er Shane doch überhaupt nicht kennt und das er so nett wäre. Da sagte mir Bryan auf den Kopf zu, das ich verliebt wäre. Man das war mir nicht klar gewesen, bin ja nicht zum ersten mal verliebt, aber in nen Jungen, das war neu für mich. Ich wollte Shane nur beschützen. Und Bryan sagte dann, das ich mich vorsehen müsse, weil ein Landei nie mit nem Kerl was anfangen würde. Nur nach Norm. Mit Mädchen. Basta. Ich hab mir das zu Herzen genommen und mich nur immer nach ihm gesehnt. Aber langsam kann ich nicht mehr. Wir schlafen im selben Zimmer. Manchmal sogar im selben Bett. Ich seh ihn nackt. Ich höre ihn stöhnen, wenn er träumt. Ich nehm ihn in den Arm und mehr darf ich nicht. Ich weiß, das du das nicht verstehst, aber..." "Ich versteh dich besser, als du glaubst." sagte Mark.
Plötzlich stand Shane im Zimmer.
"Shay, du siehst nicht gut aus. Bist du krank?" fragte Mark besorgt. "Kopfweh." brummelte er. Mark stand auf und sah Shane in die ausdrucksvollen, vom weinen geröteten, Augen.
"Soll ich jetzt was sagen, oder laß ich es? Nein das müssen die beiden selber klären." dachte Mark und nahm Shane am Arm. Der starrte Nickey an, als wollte er etwas sagen. "Wie lange bist du schon im Zimmer?" fragte Nickey mit belegter Stimme.
"Mark, bitte geh." sagte Shane ganz leise. Mark ließ seinen Arm los und verließ das Zimmer.
Nickey setzte sich auf einen Sessel, strich sich mit der Hand die goldenen Haare aus dem Gesicht und sah zu Boden. Shane bewegte sich auf ihn zu und stellte sich vor ihm auf. " Ich bin schon lange genug im Zimmer um das wichtigste zu hören. Nickey, Nix ....ich" er holte tief Luft, was ihm nur zitternd gelang . Nickey wollte ihn nicht ansehen, weil er befürchtete, etwas zu sehen, das er nicht sehen wollte. Ablehnung, das Ende der Freundschaft. "Nein, bitte Shay, tu mir das nicht an." flehte er in Gedanken. "Nickey." Nick sah nun doch nach oben und was er sah, traf ihn tief. Tränen rollten über Shane’s Wangen. Er sank langsam vor Nick in die Knie, legte seine Hände auf dessen Knie und sah ihn an. "Wieso hörst du eigentlich immer auf andere?" fragte er schluchzend. "Ich war vom ersten Augenblick in dich verliebt. Ich wußte lange nicht was mit mir los war, aber dann wurde mir klar, das ich mit Mädchen nichts mehr anfangen wollte. Ich hab dich, wenn du geschlafen hast, oft beobachtet. Und mir hat es beinahe das Herz zerrissen, wenn du gestöhnt hast und ich nicht der Grund war. Du warst immer so cool, das ich mich nie getraut habe, etwas zu sagen." Seine Hände schoben sich langsam die Oberschenkel hinauf, "Nickey, ich mag ein Landei sein, aber ich weiß genau was ich will. Dich und sonst nichts." Weinend hob Nickey die Hand und wischte Shane die Tränen mit dem Daumen weg. Shane schloß die Augen und schmiegte seine Wange in Nickey’s Handfläche. "Du bist schlecht rasiert." lächelte Nick unter Tränen. Shane legte den Kopf in den Nacken und lachte sein so typisches, ansteckendes Lachen. Dann kitzelte er Nickey erbarmungslos. Da Shane aber noch kitzeliger war als Nickey, zog er bald den Kürzeren und so kugelten sie auf dem Boden und lachten aus vollem Hals. Nickey gewann die Oberhand und setzte sich auf seinen Bauch. Er hielt Shane’s Arme über dessen Kopf fest und beugte sich langsam über Shane’s Gesicht. Ihre Nasen berührten sich fast. Nickey flüsterte: "Jetzt werde ich mal sehen, ob du so gut schmeckst wie du riechst. Dein Rasierwasser turnt mich voll an." Und er legte seine Lippen auf Shane’s. Ein Zucken ging durch Shane’s Körper und er öffnete die Lippen. Seine Zunge suchte Nickey’s und das war das schönste Gefühl, das er jemals erlebt hatte. Er hatte es sich nie vorstellen können, wenn andere Jungs von den Knutschereien erzählten, das man da weiche Knie bekam und alles Blut sich scheinbar in den Lenden sammelte. Auch er hatte geknutscht, aber das war, na ja, nicht so wie mit Nick.
Tatsächlich bestand er nur noch aus Gefühl und konnte nicht mehr denken.
Nickey legte sich auf Shane und ließ seine Hände los. Dafür streichelte er ihm über die Ohren und ließ dann eine Hand auf der Ausbuchtung seiner Hose liegen. Shane stöhnte und sein Kopf bog sich zurück. Nickey knabberte an seinem Adamsapfel und ließ zärtlich seine Zähne über die Haut am Hals schaben. Shane’s Hände legten sich an Nickey‘s Kopf und die Daumen strichen sanft an seinen Wangen entlang. " Du könntest dich auch mal rasieren." flüsterte er atemlos. Nickey lachte auf und übte etwas mehr Druck auf Shane‘s intimste Stelle aus. "Nicht, sonst hast du nur noch ein Landrührei." kicherte Shane überglücklich. "Ich kann mit Eiern gut umgehen." grinste Nickey, um dann sofort aufzuspringen, weil lautes Klopfen an der Türe ihn erschreckt hatte. Er streckte Shane die Hand hin um ihm aufzuhelfen. Shane griff danach und ließ sich hochziehen. Dabei legte er seine Hand auf sein bestes Stück um die Errektion zu unterdrücken. "Alles anständig da drin?" fragte Mark’s Stimme von draußen. Shane blies die Backen auf und atmete ein paar mal tief durch. Nickey drückte auf seinen kleinen Soldaten und versuchte, sich wieder in den Griff zu bekommen.
"Komm rein." Mark streckte nur den Kopf rein, als ob er Angst hätte, das er etwas an den Kopf kriegen könnte. "Wird Zeit. Seid ihr soweit? Alles klar?" fragte er vorsichtig als er die erhitzten Gesichter der beiden erblickte. "Streit?" fragte er. Beide sahen sich an und lachten. "Ne, ein kleiner Kampf, aber sonst ist alles o.k." grinste Shane. "Na gut dann kommt. Der Wagen wartet." Nickey setzte sich in Bewegung und Shane strich ihm sanft über den Po. Sofort reagierte dessen Goldjunge. Nickey zog zischend die Luft ein und legte seine Hand darüber. "Was ist denn los?" fragte Bryan ahnungslos. " Ich hab mir, glaub ich, die Leiste gezerrt, beim blödeln mit Shane." "Äh. Was?" er sah Nickey scharf an. Der senkte seinen roten Kopf und Bryan verstand auf einmal alles. Er grinst vor sich hin und ging pfeifend weiter. "Hätte ich nicht gedacht, das Shane sich traut. Aber die Liebe ist unberechenbar." sinnierte er. Aber einen Spaß auf ihre Kosten mußte drin sein. Soviel stand fest. Kian und Bryan setzten sich ins Auto und warteten, das Mark endlich die Türe freigab, das auch die Anderen einsteigen konnten. Shane war etwas zurück geblieben, um ein paar Fans die Hände zu schütteln. Nickey schaute zu ihm zurück und dachte."Mein Shane. Er ist immer so charmant zu jedem." Plötzlich, ein Knall, es entstand ein Tumult und Nickey wurde auf die Seite gerissen. Zu erst dachte er, es wäre ein Bodygard, aber er sah sich getäuscht. Eine Faust flog direkt auf ihn zu. Nur seinen ausgezeichneten Reflexen verdankte er, das seine Nase von dem Schlag nicht gebrochen wurde. Aber sie erwischte ihn an der Wange und er sank benommen zu Boden. Grobe Hände hievten ihn hoch und schleiften ihn mit. Er wollte sich wehren, aber er war zu benommen um viel auszurichten. Jemand packte ihn unter den Armen und ein Anderer nahm seine Füße. Er wollte schreien, aber kein Ton verließ seine Kehle. Er wurde auf die Ladefläche eines Lkws geworfen und schon beschleunigte der Wagen kraftvoll.
Shane erging es nicht viel besser. Ein Mädchen wollte ihn nicht los lassen und er zerrte an seiner Hand. Plötzlich explodierte etwas vor seinen Augen und Dunkelheit umfing ihn. Die Tritte und den Aufprall auf der Ladefläche spürte er nicht mehr.
Bryan hatte alles mit angesehen und wollte sich aus dem Auto stürzen, aber Kian saß ihm im Weg. "Weg!! Shane!! Nickey!! Verdammt die werden entführt. Tut doch was!!" brüllte er. Die Bodygard’s taten was sie konnten, aber das Ablenkungsmanöver war einfach perfekt gewesen. Es war zu spät.
Die Polizei war schon an Ort und Stelle, aber mehr als Fragen konnten sie auch nicht stellen.

"Wir können nur auf die Lösegeldforderung warten." meinte Inspektor Lord. "Und wenn sie kein Lösegeld verlangen? Wenn sie sie umbringen?" knurrte Brian. "Wieso sollten sie das denn? Die Jungs sind doch so viel Wert, da wären sie doch dumm, nicht viel Geld zu verlangen." "Man wo leben sie denn? Noch nie Nachrichten gesehen oder gehört?" schrie Bryan. "Wer so was macht, ist nicht ganz klar im Kopf. Der ist weich im Mischer und kommt auf die blödesten Ideen!! Ich sagte ihnen doch bereits, das es ein blauer Pickup war. So viele von diesen Wagen gibt’s doch in Glasgow auch nicht,
oder? " "Richtig Mr. McFadden, aber die Fahndung läuft doch schon und wir werden ihre Freunde sicher bald finden."
"Und wenn nicht?" fragte Mark leise.
"Dann werden wir einen anderen Weg finden." beruhigte Inspektor Lord.
"Sie haben die Ruhe weg, man." schnappte Kian.
"Wir tun alles, was in unserer Macht steht." "Das seh ich." brummelte Bryan und zog heftig an seiner Zigarette.
Ein Polizist betrat den Raum und er hielt ein Papier in der Hand. "Und?" fragend sah der Inspektor ihn an. "Ein Bekennerschreiben. Sieht nicht gut aus Sir." antwortete der ruhig.
"Her damit!" Ehe jemand ihn aufhalten konnte, hatte Bryan ihm den Brief aus der Hand gerissen und las:
So ihr arroganten Ärsche.
Ihr macht kein Mädchen mehr verrückt. Suchen könnt ihr euch sparen. Diese Hurensöhne seht ihr nie wieder. Vielleicht gräbt mal jemand, so in 100 Jahren, einen von den beiden aus. Bis dahin sind unsere Mädchen aber anständig und benehmen sich nicht mehr wie läufige Hündinnen.
Eure schwarze Macht ist gebrochen.
Bryan war blaß geworden. "Verdammt. Der oder die sind verrückt." Er blickte in die Runde und flüsterte: "Wir müssen Nickey’s und Shane’s Familien benachrichtigen." "Ist schon geschehen. Wir werden eine Soko bilden und jedes Haus überprüfen. Schnell."
Eine Hundertschaft von Polizisten durchkämmten Glasgow und Umgebung.
Ohne Erfolg.
Nickey und Shane blieben verschwunden.

Nickey zitterte und registrierte verwirrt, das er sich nicht bewegen konnte. "Wo bin ich denn? Hallo?" ängstlich versuchte er die Dunkelheit mit den Augen zu durchdringen, aber die Augen hatten jeden Wert verloren. Tiefe, erstickende Schwärze umgab ihn und die Angst streckte ihren kalten Finger nach Nickey’s Herz aus. Noch einmal versuchte er sich zu bewegen und bemerkte das Seil, das seine Hände auf dem Rücken festhielt. "Dann sind meine Beine sicher auch gefesselt." stellte er fest. Die Luft war feucht und roch unangenehm. Nun hörte er das stetige Tropfen. "Eine Höhle!" dachte er. " Nein, das kann nicht sein. In einer Höhle riecht es nicht so beschissen. Oh! Ja beschissen. Dreck aber auch, ich liege hier wohl in einer Kanalisation. Und mir ist schlecht. Wieso bin ich hier und gefesselt auch noch?" fragte er sich verzweifelt durch den Mund atmend, um dem Gestank zu entgehen. Sein Gesicht schmerzte und im fiel wieder die Faust ein. "Entführt! Ich bin entführt worden." Panik ließ sein Herz rasen.
Ein leises Würgen ließ in aufhorchen und seine Panik verwandelte sich in Hoffnung. "Hallo? Ist da jemand? Bitte. Hilfe!!" Seine Stimme hallte gespenstisch in den Katakomben. "Da kotzt einer. Kein Wunder bei dem Gestank." dachte er. "Hallo." versuchte er es etwas lauter. "Nickey?" kam es schwach aber nahe. "Shane? Shane, sprich weiter ich versuch, zu dir zu kommen." "Nickey? Wo sind wir? Gott ist mir schlecht. Mein Kopf platzt gleich und..." Shane übergab sich noch einmal. Nickey robbte, die Knie immer wieder an den Leib ziehend und mit den Füßen abstoßend, auf dem schmierigen Boden in Richtung Shane’s Stimme. "Bist du auch gefesselt?" fragte er Shane keuchend. "Ja, ich kann mich überhaupt nicht bewegen." kam es kläglich von Shane. Nickey stieß an etwas weiches und Shane wimmerte leise. "Das war meine Schulter. Ich glaub, die ist ausgerenkt." "Scheiße, Shane, wieso sind wir hier? Wem haben wir was getan?" schluchzte Nickey "Weiß nicht Nix, aber wir müssen versuchen hier raus zu kommen. Ich will nicht hier unten sterben. Wo immer das auch ist." "Also erst mal die Fesseln." beschloß Nickey, Mut fassend und drehte sich mit dem Rücken zu Shane’s Rücken " Ich hab das schon in so vielen Filmen gesehen, wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch hinkriegen würde." "O.k. Häuptling Nick. Versuch dein Glück." scherzte Shane unter Schmerzen. Nickey ertastete Shanes Fesseln. Zum Glück waren sie nicht sonderlich kunstvoll angelegt. Die Entführer hatten wohl gedacht, das sie nicht versuchen würden, sich zu befreien. Oder es gab kein Entkommen aus dieser Kloake. Doch soweit wollten die Beiden nicht denken. Endlich, nach einer, wie es Nickey schien, endlosen Zeit hatte er Shane’s Fesseln an den Händen gelöst. Shane versuchte sich aufzusetzen, was ihm erst nach dem dritten Versuch gelang. Seine Rippen schmerzten höllisch, aber er wollte Nickey nichts davon merken lassen. Mit einer Hand, die andere konnte er nicht bewegen, fummelte er an dem Seil, konnte es aber so nicht lösen. "Ich schaff das so nicht!!" rief er verzweifelt und beugte sich stöhnend zu Nickey’s Händen hinunter. "Ich werde nicht darüber nachdenken, was alles auf diesem Stück Seil rumglibbert. Ich werde einfach die Fessel lösen und nichts denken." Also nahm er den Knoten zwischen die Zähne und machte sich an die Arbeit. Endlich gaben auch Nickey’s Fesseln nach und er rieb sich im Aufsetzten die Handgelenke. "Meine Uhr ist weg." stellte er empört fest. "Na und." stöhnte Shane. Nick löste den Knoten an seinen Füßen. Shane war zur Seite gefallen und würgte endlos. Seine Rippen stachen und seine Schulter pochte wie verrückt. " Shane? Shane komm ich helf dir." Nickey löste Shane’s Fußfessel und versuchte ihn aufzuheben. "Aahhh, nicht ich kann nicht. Laß mich hier streben." wimmerte er unter großen Schmerzen kläglich. "Shane! Nein, du stirbst doch nicht. Wir kommen hier raus. Du wirst sehen." Er tastete über Shane’s Gesicht und fühlte eine große Schwellung um seinem linken Auge.
Nickey hatte wieder Mut gefaßt, als sich seine Fesseln lösten und er wollte Shane jetzt auch Mut machen. "Heute Mittag hast du entschieden besser gerochen." Versuchte er zu witzeln. "Du auch." würgte Shane. "Komm, versuch mal aufzustehen." Nickey hielt seinen Freund vorsichtig am unverletzten Arm und am Gürtel und zog ihn hoch. Er fühlte, wie Shane schwankte. " Wird’s denn gehen?" "Muß." quetschte Shane mühsam hervor. Nickey legte sich Shane’s unverletzten Arm um seinen Hals und packte ihn mit der anderen fest am Gürtel. So begann ihre Odyssee im Abwasserkanal von Glasgow.


"SCHEIßE!!!" brüllte Bryan und warf das Glas, aus dem er gerade getrunken hatte, an die Wand. Mit einem lauten Klirren zerbrach es und die Splitter spritzten in das Zimmer, wie ein Regen aus Diamanten. Mark schüttelte betrübt den Kopf. So hatte er Bryan noch nie gesehen. Das Warten war für alle hart, aber das Bryan so ausflippte, war schon merkwürdig. "Mal sehen ob ich ihn etwas beruhigen kann." dachte er.
Kurz zuvor war Bryan Kian an die Kehle gegangen und hatte ihn beschuldigt, schuld an der ganzen Sache zu sein, weil er ihn nicht vorbei gelassen hatte.
Als ob das was geändert hätte. "Bryan." "WAS?" "Beruhige dich doch mal wieder. Damit änderst du auch nichts." Inzwischen hatten alle, außer Mark, das Zimmer verlassen. "Was hast du denn bloß? Wir machen uns alle große Sorgen, aber du bist ja ganz weg, Mensch."
Bryan sank in sich zusammen und Tränen glitzerten plötzlich in seinen Augen. Seine Wut war gebrochen, wie das Glas, das er keine Minute zuvor an die Wand geworfen hatte. "Weißt du," fing er leise an zu sprechen "als wir damals bei dem Vorsingen waren, fand ich es so komisch, das sich die beiden in einander verliebt hatten. Sie himmelten sich an, von Anfang an. Ich sagte damals zu Nickey, er soll‘s lassen. Das bringe nichts. Er hat sich daran gehalten. Aber ich war ein Egoist. Ich wollte keinen schwulen Freund und wußte genau, was ich sagen muß, das er nichts unternimmt. Dann, heute, als sie endlich zu ihren Gefühlen standen, da hab ich eingesehen, das sie zu einander gehören. Ich hab ihnen ihr Glück versaut und jetzt sind sie tot und hatten nicht mal eine Nacht zusammen." Tränen rollten über seine Wangen und er tat nichts um sie zu verbergen, oder abzuwischen. "Sie sind nicht tot, das weiß ich genau. Und du solltest so was nicht mal denken. Sie werden gefunden und alles wir gut. Mir ist auch etwas komisch, wenn ich denk, das sie ein Paar sind, aber sie sind ein schönes Paar und sie lieben sich. Ist das nicht das wichtigste?" "Das sind jetzt 24 Stunden Mark. Es ist kalt draußen und..." "Na so kalt ist es auch wieder nicht, schließlich ist es Juli, falls du es vergessen haben solltest." Bryan blickte zum Fenster und flüsterte : "Es Regnet." Auch Mark schaute blicklos zum Fenster und schwieg.


Shane stolperte zum wiederholten mal und Nickey spürte, das seinem Freund nicht mehr viel Zeit bleiben würde, bis er zusammenbrach. Sie irrten seit Stunden in diesen stinkenden Gewölben umher und fanden keinen Ausgang. " Wir müssen dahin, wo die Brühe herkommt. Nicht weg von ihr." sagte Shane plötzlich schleppend. "Wieso denn?" fragte Nickey erschöpft. "Na weil dort die Häuser sind, und dann auch Öffnungen zum rauskriechen." murmelte Shane erschöpft. "Scheiße!! Du hast recht. Und ich dachte immer, ich könnte logisch denken." Aus einem Seitenkanal strömte wieder ein Schwall stinkender Brühe und schwemmte Ratten auf sie zu.. "Das wird hart Shane." "Alleine schaffst du das schon." "Ich laß dich hier nicht alleine. Das kannst du dir abschminken. Dich fressen keinen Ratten." sagte Nickey mit schriller Stimme. "Kann nicht mehr." "Oh doch du kannst. Du willst nur nicht. Bist mal wieder zu faul. Komm schon Weichei." Shane wußte nun, wenn er zusammenbrach, würde Nickey auch hier sterben und das wollte er unter keinen Umständen. "O.K., dann los." Das Abwasser reichte ihnen bis zur Mitte der Oberschenkel und stank pestilenzartig. Das Laufen machte Shane unsagbare Mühe und so versuchte er sich abzulenken, in dem er leise und abgehackt vor sich hin summte. Seine Schmerzen waren so schlimm, das er, hätte er eine Pause gemacht, sicher nicht mehr hätte aufstehen können. "Was singst du?" fragte Nickey keuchend. Auch seine Kräfte ließen langsam nach, da er seinen Freund fast
tragen mußte. "Was?" "Ja, was singst du denn?" "Puzzle of my heart." stöhnte Shane "glaub ich wenigstens." "Guter Song. Den mag ich besonders."
"Ich mag lieber you make me feel. Erinnert mich immer an uns. Sing es an meinem Grab." "Einen Scheiß wird ich tun. Wenn du stirbst, rede ich nie wieder mit dir. Auch im Himmel nicht." "Ich werd mich bemühen, nicht zu sterben, aber ich hab so gemeine Schmerzen, das es, glaub ich, nicht viel länger geht." "An einer ausgerenkten Schulter ist noch keiner gestorben." "Wenn es.." "Da vorne ist Licht!!" schrie Nickey. "Wo? Ja ich seh‘s auch! Aber ich glaub‘s nicht." "Kannst du aber. Da ist ein Ausgang."


"Inspektor!! Inspektor!!" der Uniformierte rannte zu Lord und übergab ihm eine Brief. "Ein neuer Bekennerbrief, Sir." sagte er laut und aufgeregt.
"Her damit." schnauzte Lord und riß ihm das Kuvert aus der Hand, bevor Bryan sich wieder das Beweismittel aneignen konnte. Der hatte schon die Hand nach dem Brief ausgestreckt, doch diesmal war der Inspektor schneller. Er entnahm das Schreiben seiner schützenden Hülle und las laut:

Nun fressen schon die Ratten an den Söhnen des Teufels.
Dort, wo sie hingehören, müssen sie auf ewig in Pestilenz und Unrat
wandeln und im Dreck der rechtschaffenen Menschen harren.
Auch die anderen Söhne des Teufels werde ich erwischen, auf das sie mit ihren verdammten Genossen auf Ewig büßen.

"Na der hat sich ja einiges vorgenommen!" brummelte Inspektor Lord.
Mark hatte mit gesenktem Kopf dagestanden und hatte den Worten gelauscht. Nun hob er den Kopf und schaute mit aufgerissenen Augen in die Runde"Der Dreckskerl hat sie in die Kanalisation gebracht!" rief er plötzlich. "Wie kommst du denn darauf?" fragte Kian. "Na, das ist doch klar. Wo gibt es Ratten und wo ist der Dreck, der rechtschaffenen Menschen?" "In der Kanalisation!" sagten alle wie aus einem Mund. Inspektor Lord war schon bei dem Wort Kanalisation los gerannt und hatte alle zu den Eingängen des unterirdischen Systems beordert.
Nun begann eine fieberhafte Suche. In welchem Stadtteil waren die Beiden? Lebten sie noch? Noch mehr Polizeikräfte wurden angefordert. Und wer war der Irre Entführer?


"Und wie kommen wir da hoch? Ist bestimmt verriegelt." Shane konnte nicht mehr sonderlich klar denken. Sein Kopf schwamm im Schmerz und das Atmen ging nur noch ganz flach. Er hielt sich an einer Eisenstange, die in der Wand eingelassen war, fest und schwankte hin und her. Nickey sah zum ersten mal wie schlimm Shane’s Auge geschwollen war und befürchtete nun, das Shane schlimmer verletzt war, als er bisher angenommen hatte. "Shane, du hängst an der Leiter die nach ober führt." sagte er sanft und sehr besorgt. Shane blickte nach oben und senkte sofort wieder den Kopf. Schwindel durchzuckte ihn und er wäre beinahe ohnmächtig geworden. Er lehnte sich halt suchend an die Wand "Kletter du zuerst und schau nach, ob wir hier raus können." flüsterte Shane schwach.
Nickey wußte, das es keine andere Möglichkeit gab, als ihn alleine zu lassen.
"O.K ich geh und schau nach, aber du singst mir eins, während ich klettere." "Ich versuchs." Nickey sah ihn noch einmal prüfend an und machte sich auf den Weg zur Erdoberfläche. Oben angekommen, drückte er mit der Schulter gegen den Schachtdeckel und der hob sich leicht. Er drückte ihn ganz zur Seite und rief nach unten. "Shane, ist nicht verriegelt! Shane?" "Hab‘s gehört." kam ganz schwach von unten. Wendig wie ein Äffchen kletterte Nix nun schnell nach unten. Die Aussicht, diese Kloake zu verlassen, mobilisierte seine letzten Kraftreserven.
Die würde er auch brauchen um Shane von hier weg zu bekommen.
Bei Shane angekommen, legte er dem die Hand auf den gesunden Arm und lächelte ihn an. "Bald ist es geschafft. Dann nehmen wir erst mal ein langes Bad und tun so viele Duftöle rein, das dieser Wohlgeruch hier für immer vergessen ist. Bist du so weit?" "Nix ...ich... schaffe... das ....nicht." "Shane Steven Filan, du hörst jetzt auf zu jammern und machst dich auf den Weg nach oben." Nickey hatte Shane’s Mutter so perfekt nachgemacht, das Shane ohne Widerspruch zu klettern anfing. Nickey kletterte nur eine Stufe hinter ihm, um ihn Notfalls zu stützen und ihm zu helfen. Es war anstrengend und Nickey fing an zu zittern. Shane kam nur seh langsam voran, aber er kletterte. Endlich, frische Luft umströmte ihre Köpfe. Shane setzte sich zusammengekrümmt an den Rand des Schachts. Sein Atem kam hechelnd. So tat es am wenigsten weh. Nickey setzte sich neben ihn und sah ihn entsetzt an. Shane‘s linke Gesichtshälfte war geschwollen und blutunterlaufen. Das Auge zugeschwollen. Am rechten Haaransatz hatte er eine Platzwunde die, verdreckt und nässend, sehr schlimm aussah. Geronnenes Blut war rechts an seiner ganzen Seite bis zu seiner Taille. Kurz. Er sah aus wie ein Zombi aus dem Film. Nickey stieß einen leichten Pfiff aus. "Man, warum hast du mir nicht gesagt, das du so schwer verletzt bist?" "Bin ich das? Du siehst schlimm aus Nick. Deine linke Wange ist blau und ganz geschwollen." "Du siehst schlimmer aus. Überall Blut und dein Auge.. Du brauchst dringend einen Arzt." "Ja das glaube ich auch, aber welcher Arzt hilft schon solchen Pennern wie uns ?" "Dann müssen wir uns eben waschen und neue Klamotten besorgen." "Und wo?" Nick hielt einen Rundblick und blieb an einem Haus hängen, das nicht weit von ihnen entfernt, einsam an einen kleinen Hügel geschmiegt, stand. Eine kleine Stadt war etwas weiter entfernt zu sehen. Erst jetzt fiel Nick auf, das es wohl später Nachmittag sein mußte und sie mitten auf einer Straße saßen. Die Sonne versuchte ihr bestes, die Regenwolken zu verdrängen. "Ich möchte mal wissen, wie lange wir da unten waren. Komm, das ist eine Straße und wir müssen runter davon. Wer weiß schon, ob nicht der Typ, der uns gekidnappt hat, hier wohnt." Entsetzt schaute Shane zu ihm auf "Ist das möglich ?" "Alles ist möglich ." Nick stand auf und schwankte leicht, fing sich aber unter Shane’s prüfendem Blick sofort wieder. "Komm ich helf dir." Er zog Shane hoch und stützte ihn an der Seite. Der krümmte sich sofort vor Schmerz.
"Rippen auch gebrochen?" fragte er entsetzt. Shane konnte nur nicken. "wenn ich das gewußt ...."
"Wenn du das gewußt hättest, wären wir immer noch da unten." keuchte Shane. "Stimmt. Und ich Idiot sag zu dir Weichei. Du bist der härteste Typ den ich kenn. Da kommt ein Auto. Nichts wie weg." So schnell sie konnten, verschwanden sie in die Straßenböschung. Das Auto fuhr weiter und sie atmeten auf. "Wenn ich jetzt da drüben Klamotten und Seife klau, bleibst du hier und wartest." "O.K. aber sei vorsichtig. Bitte Nix." "Mach ich."
Nix tigerte los und verschwand wenig später im Haus. Niemand war da, was Nickey sehr erleichterte. Er raffte Hosen und dicke Pullover zusammen, griff nach einer Flasche Shampoo und einem Stück Seife. Alles steckte er in eine Plastiktasche, um es nicht schmutzig zu machen. "Wenn du noch was zu essen suchst, komm in die Küche." rief eine alte Stimme.
Nickey blieb wie angewurzelt stehen. "Scheiße" entfuhr es ihm. "Genau so riechst du mein Söhnchen. Komm nur, ich verpfeif dich nicht, egal was du auch angestellt hast." So schlich Nix um die Ecke zur Küche, immer auf einen Schlag gefaßt. "Komm nur, ich beiß nicht, schon gar nicht, wenn man so riecht wie du." Erstaunt sah Nickey einen Mann, dessen Alter er nicht schätzen konnte. Er konnte 50 oder 100 Jahre alt sein. Er war so groß wie Nickey, schlank, fast sehnig und hatte eine geradezu königliche Haltung. Die Haut war aber schrumpelig wie bei einem uralten Apfel und das üppige Haar war schneeweiß. "Wau, deine Wange sieht aber gar nicht gut aus. Hast du Kopfschmerzen? Ich hab da nen Tee, der kann dir helfen. Mein Name ist Moses." "Danke." Stammelte Nickey überrascht. "aber ich muß weg von hier, ganz schnell." "Bist nicht aus dieser Gegend. Stimmt‘s? Ire, würd ich mal sagen. Meine Frau, Gott hab sie selig, war eine Irin. Ein Temperament, sag ich dir, nur vom feinsten. Ich mach dir jetzt erst mal Wasser zum waschen warm und dann mach ich dir was zu essen." "Ich kann nicht hier bleiben." flüsterte Nickey, plötzlich am Ende seiner Kraft.
"Und wieso nicht? Wenn du jetzt da raus gehst, kippst du mit Garantie in fünf Minuten aus den Socken." Er drückte ihn auf einen Holzschemel. "Ich will jetzt alles wissen. Erzähl mir nur keine Märchen. Lügner mag ich nicht leiden." " Shane." "Du bist also nicht allein?" Nick schüttelte leicht den Kopf. Es tat so gut, zu sitzen und sich auszuruhen. "He. schlafen kannst du später. Wieso ist dein Freund nicht mit auf die Ausräumtour gekommen? He?" "Der ist verletzt." "Na und, bist du auch." "Schlimm." "Wo ist er?" fragte Moses scharf. "Draußen an der Straße." "Was genau fehlt ihm?" "Ich glaub, er hat die Rippen gebrochen und ne Gehirnerschütterung."
"O.K du bleibst jetzt genau hier sitzen und ich hole deine Freund. Bleib sitzen, ich kann nicht zwei tragen." schnauzte er, als Nickey sich erheben wollte. Nick sah Moses hilflos an. Der beugte sich vor und sah Nickey mit kobaldblauen Augen an "He Kleiner, ich will euch wirklich helfen." Nickey senkte den Kopf. Er mußte Moses vertrauen, er hatte keine Kraft mehr und so nickte er ergeben. Moses holte aus einem Schrank ein Bettuch und riß es in breite Streifen. "Für seine Rippen, nicht das sie die Lunge durchstoßen."
Plötzlich starrte er Nickey an. "Hat er Blut gehustet?" " Weiß ich nicht. War zu dunkel." "So zu dunkel. Na egal. Bin gleich wieder da. Mit deinem Freund." Moses nahm noch eine Decke mit und verließ das Haus. Suchend blickte er am Straßenrand entlang und entdeckte kurze Zeit später ein Bündel. "Gut getarnt." lächelte er. Und ging mit großen Schritten auf Shane zu. Der lag auf der Seite und versuchte keine Panik zu bekommen, als Nickey so lange weg war. Mit geschlossenen Augen lag er da und hörte die Vögel singen. Dann vernahm er Schritte und öffnete das rechte Auge vorsichtig. Das linke war zugeschwollen. Das Licht verschlimmerte seine Kopfschmerzen. Er zuckte zusammen und verbiß einen Fluch zwischen den Zähne, als der Schmerz über ihn hinwegrollte. "Ich bin im Delirium. Das kann es nicht geben." dachte er und schloß das Auge wieder. Moses beugte sich zu ihm herunter und berührte ihn sanft am Arm. Er stöhnte nur. Mit kundiger Hand stellte Moses fest, das die Schulter ausgerenkt war. Dann tastete er den Gestank nicht achtend, seine Rippen ab. "Drei Rippen sind‘s auf jeden Fall. Komm hoch, gleich kannst du besser Atmen." Er zog Shane in eine sitzende Position und zog ihm vorsichtig die Jacke aus. "Ahh, nicht." "Doch, muß sein." Er faßte Shane‘s ausgerenkten Arm fest am Ellenbogen und am Oberarm vollführte eine geschickte Drehung und das Gelenk rutschte wieder in die Pfanne. Shane schrie und wollte sich wehren, aber das war nur ein schwacher Versuch. "Muß dir leider noch ein paar Schmerzen mehr zufügen, bevor du wieder ganz bist. Das du nicht bewußtlos geworden bist. Ein zäher kleiner Kerl bist du." Moses erwartete keine Antworten. Er redete immer mit sich selbst, wenn er behandelte. Nun zog er Shane das stinkende Hemd vom Körper und betrachtete den Brustkorb. Shane zitterte und hatte schreckliche Angst. "Hat der Irre Nickey schon umgebracht und was hat er mit mir vor?" fragte sich Shane verwirrt "Hat dich wohl jemand zwei oder dreimal getreten." stellte Moses fest. Fest umwickelte er Shane’s Brustkorb mit dem in Streifen gerissenen Bettuch. "So. Ist es jetzt besser mit dem Atmen?" fragte er Shane. Der blinzelte mit dem einen Auge zu ihm auf und nickte benommen. Das Stechen hatte gleich nachgelassen. "Sehr schön. Bleib kurz hier. Ich muß euren Fluchttunnel noch schließen." Moses schaute links und rechts, lief dann zu dem Schachtdeckel und schob ihn wieder an seinen Platz. Dann kehrte er zu Shane zurück und legte ihm die Decke um die Schultern. "Die stinkt doch nachher." murmelte Shane "Hohoho. Ja, das wird sie vermutlich, aber das macht nichts Söhnchen. Die Hauptsache ist, das dir nicht mehr so kalt ist." "Komm schon. Dein Freund denkt sicher schon ich hab dich Sklapiert." Shane, der inzwischen Fieber hatte und alles nur verzerrt sehen konnte, dachte verwirrt. "Der Lacht wie der Weihnachtsmann." Moses zog ihn hoch und stützte ihn. Seine Jacke und das Hemd hatte er vorsorglich in einer Plastiktasche verstaut. "So nun wirst du und dein Freund erst mal gebadet und dann gibt’s was zu essen." Langsam führte er Shane auf das Haus zu. Nickey hatte das ganze vom Haus aus beobachtet und als Shane schrie, wäre er fast aus dem Haus gelaufen. Aber komischer Weise vertraute er Moses bereits vollkommen.
Als der mit Shane das Haus betrat, war Nick aber doch sehr erleichtert. "Wie geht’s dir Shay?" "Besser, glaub ich." flüsterte er. "Setz dich, Shane?" sagte Moses freundlich. "Ja, ich bin Shane und das ist Nickey." "Freut mich, Gentleman, ich bin Moses."


Inspektor Lord war kurz vor dem Verzweifeln. Sie hatten die ganze Kanalisation von Glasgow mit Männern und Kameras abgesucht und nichts gefunden. Den Rest der Band, hatte er überzeugt nach Hause zu fahre, da es ihm, nach der neuen Drohung, zu gefährlich war, sie hier zu haben. "War ja auch nur ein Strohhalm." brummelte er, obwohl er fest damit gerechnet hatte, die Beiden dort zu finden. "Und wenn sie nun in eine andere Richtung gelaufen sind. Oder nicht in Glasgow ausgesetzt wurden? Der Radius muß größer sein. Der Irre schreibt wie einer vom Land, also müssen wir eher außerhalb suchen. Die Zeit ist so verdammt knapp. Schon 36 Stunden. Wenn sie gefesselt oder bewußtlos sind, sind ihre Chancen zu überleben so oder so fast Null. Verdammt, und das zwei Jahre vor meiner Pensionierung." "Sir! Sir! Wir haben den Pickup." "Endlich!! Wo?" "Haversmith, eine kleine Ortschaft ca. zwei Stunden nordwärts von Glasgow." "Wem?" "Abel Grifith, ein Prediger, der merkwürdige Ansichten und viele Anhänger hat." "Bingo." freute sich der Inspektor. "Festnehmen und verhören. Die Suche nach den Beiden dort ausdehnen." "Schon veranlaßt, Sir." "Gut der Mann. Danke." Zwei Stunde später wurde der Inspektor darüber unterrichtet, das man ca. 100 Kilometer von Haversmith entfernt in der Kanalisation Seile gefunden hatte, aber von Shane und Nickey keine Spur. "Ich bin mir sicher, sie Leben, aber verdammt, wo zum Teufel stecken sie? Schon 38 Stunden."

Das Baden war für Shane sehr schmerzhaft gewesen, aber auch eine Wohltat, den Gestank wegzuwaschen. Nun lag er unter einer Decke und versuchte die Suppe, die Moses gekocht hatte, ohne zu viele Schmerzen in seinen Magen zu bekommen. Nickey saß im Schneidersitz neben ihm und aß genauso vorsichtig . Tiefe Ringe waren um seine Augen aber er lächelte schon wieder schief, was Shane sehr freute. Moses saß auf einem Schemel und löffelte schnell und methodisch seine Suppe.
Ihm fielen die Blicke auf, die die beiden sich zuwarfen und dachte sich seinen Teil. "Würde mich jetzt aber doch interessieren, wie ihr beiden hier her nach Haversmith kommt. Und das noch in diesem Zustand. Und durch die Kanalisation. Ich stelle fest, ihr wart beide gefesselt. Ihr wurdet beide zusammengeschlagen, böse zusammengeschlagen und ihr seid einander sehr zugetan. Also. Wer fängt an zu erzählen?" Nick hatte sich bei dem Wort zugetan verschluckt und rang nach Atem. "Nun," begann Shane langsam. Sein Gesicht schmerzte immer noch, genau so wie sein Kopf, auch nach den Kompressen und den Tees die Moses ihm und Nickey verabreicht hatte. "mein voller Name ist Shane Filan und das ist Nickey Byrne. Wir gehören zu der Band Westlife und heute Mittag...oder war es gestern? vorgestern? Ich weiß es nicht genau, da sollten wir zu einem Auftritt fahren. Als wir das Hotel verließen, schüttelte ich noch ein paar Mädchen die Hände..... " Shane erzählte das, an was er sich noch erinnerte und Nickey ergänzte mit seinem Wissen. "Da habt ihr aber einen Höllenritt hinter euch. Wenn Abel gewußt hätte, das ihr schwul seid, wäre das vermutlich nicht passiert. Ich kenne den Idioten schon lange genug. Man da soll bei ihm jedes Mädchen bis ans Ende ihrer Tage Jungfrau bleiben. Ein Spinner eben, nur hätte ich nicht gedacht, das er jemanden so verletzen würde. Ich werde ihn anzeigen und dann kommt er in eine geschlossene Anstalt. Das hätte ich schon viel früher tun sollen. Ihr seht, ich bin auch mit schuld an eurem Erlebnis und eurem Zustand. Es tut mir aufrichtig leid."
Shane sah Nickey an und meinte dann an Moses gewandt. " Keiner sieht in das Herz des anderen, Moses. Du konntest nicht wissen, was Abel alles anstellen würde." "Ich hätte es ahnen können. Aber nein, ich hab‘s nicht gewußt." "Wir müssen die Polizei benachrichtigen. Die machen sich doch alle Sorgen." sagte Nickey leise. "Ich hab da bisher nichtmal daran gedacht. Aber die denken bestimmt, wir sind tot." Moses nickte. "Ich hab auch nicht daran gedacht. Ich hielt euch für Streuner, die wegen irgend einem Diebstahl statt Polizei eine Tracht Prügel bezogen haben." Shane und Nickey lachten, aber nur vorsichtig. Die Schmerzen waren einfach noch zu groß. "Ich hab zwar kein Telefon, aber Funk im Auto. Nur.. der wird von den Anhängern Abels abgehört. Was sollen wir tun?" Shane hatte die Augen geschlossen und öffnete sie jetzt mühsam. " Schlafen möchte ich." Nickey wollte etwas sagen, aber Moses winkte ab. "Ich denke das sollten wir alle tun. Es ist bereits drei Uhr vorbei und da schlafen auch eure Lieben, die sich dann der Sorge durch etwas Schlaf entziehen. Morgen Früh bring ich euch dann nach Glasgow zur Polizei. Nick, es ist besser und sicherer." "Vermutlich hast du recht. Danke Moses." "Wofür denn?" lächelte er freundlich und deckte Shane zu.
Als die Sonne gerade den ersten Hügel von Haversmith erklomm, war alles schon gepackt. Shane steckte in, ihm viel zu großen Hosen, die von Moses‘ Sohn stammten. Der Pullover, den er trug, war weit, grünlich und verwaschen. Gummistiefel ergänzten das ganze Outfit und Nickey lachte. "Das ist das Outfit, das du dir überall aussuchen würdest." spöttelte er. Dabei sah er keinen Deut besser aus. Weite Hosen und einen langen, verwaschenen Pullover. Shane versuchte vorsichtig ein Lächeln. Es geriet, auf Grund der Schmerzen, etwas schief, aber es ging. "He Jungs, los geht’s." Sie stiegen in den grünen Pickup und Moses beschleunigte sanft. Als sie kaum hundert Meter von der Ausfahrt des Hauses entfernt waren, bog in den Weg ein blauer Pickup ein. Männer stiegen aus und durchsuchten das Haus. Nichts ahnend, fuhr Moses in Richtung Glasgow.
Seine Gäste waren noch einmal eingeschlafen, was er ihnen nicht verübeln konnte. Die sahen so nett und frisch aus, na ja, wenn man von den Blessuren mal absah, das sie gut aufs Land gepaßt hätten. Aber sie waren berühmt. Und doch so normal. Moses lächelte und stellte seinen Sprechfunk im Wagen an.

"Was soll das heißen, der Vogel ist ausgeflogen?" schrie Lord in das Telefon. "Ich hatte erwartet, das ihr den Mann dingfest macht und ihr könnt ihn nicht finden. Genauso wenig könnt ihr die beiden Jungs finden. Verdammt, dann strengt euch mal an." Wütend und frustriert warf er den Hörer auf die Gabel. "Und dann diese alten Telefone. Und überhaupt. scheiß Job. Martha hat recht. Ich warte nicht. Ich gehe in den Ruhestand . Es reicht. Sobald ich diesen Fall gelöst habe, geh ich in den Ruhestand!"
Das Telefon klingelte und Lord hob nur widerwillig ab. "Ja? Lord SokoW1, was kann ich für sie tun?"
"Hör mir genau zu. Ich sag‘s nur ein mal. Diese Söhne des Teufels sind mir entkommen, aber ich werde sie mit der Hilfe Gottes noch vor Sonnenuntergang in das dunkle Reich zu ihrem Erschaffer geschickt haben. Auch du, Handlanger des Bösen, kannst ihnen nicht mehr helfen. Auch dich wird mein gerechtes Schwert treffen. Sie sind auf dem Weg hinab in die gläserne Stadt und dort wird ihr Schicksal sie ereilen. Und dich auch." Tuuuuut.
Das Freizeichen zerrte an seinen Nerven, und er legte auf, um sofort den Hörer wieder aufzunehmen. "Wer hat angerufen? Wie hat er sich gemeldet??" fragte er mit mühsam beherrschter Stimme. "Abel der Auferstandene. So hat er sich gemeldet, Sir." antwortete die monoton klingende Frauenstimme am anderen Ende. "Ihr habt nicht zufällig eine Fangschaltung aufgebaut?" fragte er hoffnungslos. "Doch Sir. aber der Anruf kam von einem mobilen Gerät, vermutlich ein CB-Funk-Gerät." Voller Freude murmelte Inspektor Jonathan Lord, als er den Hörer sanft auf seinen Platz legte "Ha, die kann man orten. Nun du Irrer. Ich kriege dich am Schwanz und wenn es das letzte ist was ich kriege. In die gläserne Stadt?? Was meint er nur damit." sinnierte er nun angestrengt. "Ich komm nicht drauf. Verdammt, was kann mir helfen?
Das Telefon klingelte und er hob geistesabwesend ab und meldete sich automatisch mit "Soko W1 Lord am Apparat. Was kann ich für sie tun?"
"Feehilly hier. Hallo Jonathan. Ich bin’s Mark, gibt’s was neues?"
"Mark!" brüllte Jonathan in den Hörer, so das Mark ihn schnell von seinem Ohr wegzog und ihm einen bösen Blick zuwarf. "Deinen Anruf schickt der Himmel." "Was gibt’s den ?" fragte Mark sofort in Alarmbereitschaft. Beide hatten sich auf das DU geeinigt, als Mark den Tipp mit der Kanalisation gegeben hatte. "Mark, ich hatte eben einen Anruf von dem Irren, der Shane und Nickey entführt hat." "Ja und?" "Er sagt, sie sind ihm entwischt und fahren auf die gläserne Stadt zu... ." "Logo, Glasgow." "Scheiße, ich bin vernagelt in dem Fall. Nun klickts auch bei mir. Hinab heißt von oben also Norden." sagten beide synchron. "Danke Mark, hast mir sehr geholfen. Was gibt’s? Wolltest du was wissen?" "Nö, hast mir schon alles gesagt. Ich komm sofort nach Glasgow." " Tu das, mein Junge, ich kann dich hier gut brauchen. Bis später." Jonathan legte auf und lächelte, das erste mal seit fast drei Tagen.
"Ich kriege dich Saukerl."

"Abel one an Genesis one, bitte kommen" "Hier Abel one. Was gibt’s?" Moses drehte lauter und weckte damit Nickey. " Sorry, aber ich wollte hören was der Feind macht." "Macht doch nichts." gähnte Nick und verzog das Gesicht. Er hatte vergessen, das er verletzt war und das es noch nicht vorbei war. Er blickte Shane an, der zwischen ihnen schlief. "Du hast ihm was in den Tee gegeben, oder?" Moses lächelte sparsam und meinte dann: "Mit gebrochenen Rippen ist nicht zu spaßen, ebensowenig wie mit einer Gehirnerschütterung. Er übersteht das besser, wenn er schläft." "Und wenn wir flitzen müssen?" Moses zog eine gefüllte Spritze mit geschützter Nadel aus der Jackentasche. "Dann, haben wir noch die. Ich hoffe nur, wir brauchen sie nicht." "Ich auch." sagte Nickey und begann zu beten.
"Hier Abel one Die Teufelssöhne sind in der Nähe der gläsernen Stadt. Der Meeresbeherrscher bringt sie." "Hier Abel one! Moses du verdammter Aasgeier, wenn ich dich mit den Söhnen des Teufels erwische, dann Gnade dir Gott. Du bist tot. Das schwöre ich dir." Nickey sah Moses an und erschrak. Sein Gesicht wirkte wie versteinert, aber um Jahre jünger. "Du kennst ihn gut?" fragte Nick mit piepsiger Stimme. "Ja leider. Er ist mein irrer Bruder." Nick stöhnte auf. "Willst du ihm nicht antworten?" fragte er schüchtern. "Wozu? Der ist irre und bleibt irre. Da hilft nur noch eine Zwangsjacke. Das Reden hab ich schon vor Jahren aufgegeben. Damals hatte er gerade unseren ältesten Bruder erschossen. Sie hatten sich wegen eines Mädchen gestritten und Kaleb, mein ältester Bruder, wollte Abel erklären, das sie nicht Unzucht getrieben hatte, sondern vergewaltigt wurde. Abel meinte wohl, sie sei selbst schuld, wenn sie so unzüchtig rumliefe. Ein Wort gab das andere und ein Schuß löste sich und traf Kaleb direkt ins Herz. So noch 10 Kilometer und wir sind in Glasgow." Nickey senkte den Kopf. "Das kann nur ein böser Traum sein. Ein Alptraum wie der von Shane. Aber mein Gesicht tut weh und Shane sieht aus als wäre er durch den Wolf gedreht. Also kein Traum." realisierte er. Plötzlich überholte ein Auto und stellte sich vor ihnen quer. Moses reagierte blitzschnell. Er überfuhr die Straßenbegrenzung und landete mit einem gewaltigen Satz in er Botanik. Dort beschleunigte er wie ein Rennfahrer. Nickey hatte Shane festgehalten, der von der ganzen Sache nichts mitbekam. Moses lenkte, trotz der Unebenheit des Geländes, den Wagen sicher bis zu einer alten Scheune. Er fuhr hinein, sprang sofort aus dem Auto und schloß die großen Flügeltüren. Dann hetzte er zurück und zog die Spritze aus der Tasche. Mit den Zähnen zog er die Schutzkappe ab und versenkte die Nadel in Shane’s Armvene. Kurze Zeit später schlug Shane die Augen auf und blickte verwirrt um sich. "Schon zu Hause?" fragte er schläfrig. "Ihr müßt jetzt alleine weiter. Ich versuche sie aufzuhalten, aber versprechen kann ich nichts." sagte Moses ruhig. "Los macht schon. Ich wünsch euch viel Glück. Schreibt mir mal, wie es euch geht." Mit diesen Worten drückte er beide kurz und schob sie zu einer kleinen Türe. "Lauft immer in diese Richtung, dann kommt ihr in die Stadt. Meidet offenes Gelände und die Straße." Shane fragte "Was meinst...." Nickey nahm Shane’s Arm und zog ihn hinter sich her. "Du raffst heute aber auch gar nichts ," zischte Nick "Wir müssen flitzen!." Sie rannten geduckt über das hügelige Gelände.
"Wie weit ist es denn noch?" fragte Shane keuchend. Er hatte wieder starke Schmerzen, aber die Angst war stärker und so trabte er neben Nickey her. "Weiß nicht, oh man Shane, ich wünschte wir hätten nen Wagen oder ein Pferd oder irgend was anderes. Ich kann nicht mehr, aber wenn die uns erwischen, sind wir am Arsch." "Weiß ich auch, aber ich hab Hunger und die Rippchen melden sich auch wieder." grinste Shane. "Bist du high, oder was. Was gibt’s denn da zu grinsen?" "Ist doch ne komische Situation, oder? Da wetzen wir durch die Pampa und sehen wie zwei Schläger aus. Und Mörder sind hinter uns her. Und dann, als wir kriminell werden, treffen wir nen Arzt, der als Einsiedler lebt und stellen fest, das sein Bruder uns ans Leder will." Nick grinste jetzt auch "Hast recht. So betrachtet ist das der Stoff für nen perfekten Krimi." "Mein ich auch. Da vorne sind Häuser." bemerkte Shane. Sie blieben stehen und holten keuchend Atem. "Und jetzt?" fragte Shane unsicher. "Weiß nicht. Wo sind wir nur? Ist das jetzt Glasgow oder nicht? Ich hab keine Orientierung mehr." " Ich auch nicht. Aber da steht das Ortsschild. Warte mal. Glasgow. Klasse. Dann sind wir 10 Km gerannt." "Na
super , aber wo sollen wir jetzt denn hin. Wenn uns ein Journalist oder ein Fotograf erwischt kannst du sicher sein, das wir ganz schön blöd dastehen. Die glauben das mit der Entführung doch eh nicht." " Dann werden wir eben noch einmal kriminell und klauen uns andere Klamotten und ne Sonnenbrille." " Gute Idee! Dann los." Kurze Zeit später tauchten in Glasgow zwei Typen mit Kaputzenkittel, weiten Jeans, Turnschuhen und Sonnenbrille auf, die etwas unsicher durch die Straßen schlichen. " Wenn wir wenigstens Geld hätten, dann könnten wir uns ein Taxi zur Polizei nehmen. Ich weiß nicht mal wo das Headquater der Bullen ist." maulte Shane. "Wie wär’s denn mit nem Hotel? Dann könnten wir was essen und dann die Bullen anrufen?" fragte Nickey.
"Gebongt. Wir spazieren das rein, nehmen die Brillen ab und fliegen hochkant wieder raus. Hast du ne Ahnung wie wir aussehen??" erwiderte Shane. "Man die kennen uns doch. Die schmeißen uns nicht raus." behauptete Nickey. "Glaub ich nicht. Aber versuchen wir es einfach. Ich mag nicht mehr rumlaufen." Inzwischen waren sie in der Innenstadt und blieben vor dem Hilton stehen. Zweifelnd sah Shane an der Fassade hoch. "Sollen wir?" fragte Nickey leise. " Ich weiß nicht. Mit den Klamotten? Und den Gesichtern ? Die schmeißen uns raus, sag ich dir." In diesem Moment fuhr ein Taxi vor und Mark und Bryan stiegen aus. Sie waren wieder in die Stadt gekommen, um den Inspektor etwas unter Druck zu setzten. Bryan hatte eine schwarze Sonnenbrille auf und meinte , an Mark gerichtet. "Ich wollte, die beiden würden jetzt hier stehen und hallo Bryan sagen." "Hallo Bryan, lädst du uns zum Essen ein? Wir haben nämlich kein Geld bei uns." Bryan fuhr herum und starrte diese komischen Typen, die da vor ihm standen an.
Er erkannte sie nicht und brummte. "Geht zur Heilsarmee oder sonstwo hin. Für solche Scherze hab ich heute keine Zeit." Mark, vollkommen in Gedanken, hatte nicht auf die Typen geachtet, aber nach Bryan‘s knurren besah er sie sich gründlicher. Nickey zog den einen Mundwinkel nach oben und Shane kicherte. Was Mark da erblickte, war abenteuerlich. Nick trug weite Hosen die auf die Hüfte gerutscht war. Einen roten, zu großen Kaputzenkittel in dessen Taschen er seine Hände vergraben hatte, die Kaputze hatte er tief über Augen gezogen, welche von einer übergroßen Sonnenbrille beschattet wurden. Von seinem Gesicht war nicht viel mehr zu sehen, außer der Schwellung an der linken Wange. Shane sah nicht viel besser aus. Auch seine Hosen waren auf halbmast und sein blauer Kaputzenkittel war noch eine Spur größer als der Nickey‘s. Die Kaputze beschattete sein Gesicht und die Brille sah gruselig aus, über der Schwellung seiner Gesichtshälfte. Er hatte die Schultern hochgezogen und die Hände in den Taschen seiner Jeans. Mark hatte Mitleid mit diesen abgebrannten Kerlen, aber er erkannte sie nicht und sagte: "Komm Bryan, denen geht’s echt nicht so gut. Lade sie doch ein." "Hab jetzt echt andere Dinge im Kopf." sagte er und betrat das Hotel. "Ich hätte nicht lachen sollen, verflixt, tut das weh." dachte Shane und krümmte sich zusammen. Nickey reagierte sofort und legte seinen Arm um seine Schulter, um ihn zu stützen. Auch Mark reagierte. Er nahm Shane’s Arm und führte ihn auf den Hoteleingang zu. Gemeinsam betraten die Drei das Hotel. Bryan stand an der Rezeption und hob die Augen in Richtung Decke, als er Mark mit den zwei Pennern die Lobby betreten sah. "Fehlt nur noch, das die hier ne Schlägerei anfangen." knurrte er und sah dem entgegen was wohl kommen mußte. "Mark, ich finde das nicht gut. Wenn die dich ausrauben, bist selber schuld." " Wie rauben niemanden aus, haben nur Hunger und sind tierisch müde." sagte Shane leise. Mark, der direkt neben Shane stand, blickte ihn nun noch einmal prüfend an und dann erschien ein Lächeln des Erkennens auf seinem Gesicht. Schnell schob er Shane und Nick auf den Aufzug zu und drückte den Knopf. An Nickey gewandt fragte er: " Oder willst du lieber laufen?" Nickey grinste, als ihm klar wurde, das Mark sie erkannt hatte und flüsterte "Ich bin genug gelaufen, für die nächste Zeit." Der Aufzug kam und Mark schob die Beiden hinein. "Kommst du mit Bryan?"
fragte er an der Türe. "Hmhm." brummelte Bryan, klimperte mit den Codekarten und bestieg hinter Mark den Aufzug.
Die Angestellten des Hotels schüttelten die Köpfe, als sich die Aufzugtüren geschlossen hatten.
Im Aufzug starrte Bryan vor sich hin, sonst hätte er das glückliche Grinsen Mark’s sicher merkwürdig gefunden. Shane hielt sich seine Rippen, aber er mußte doch heftig grinsen und zwinkerte Nickey über den Rand seiner Sonnenbrille zu. Der grinste ebenfalls und sagte leise: "Danke Mann, echt cool von dir." Mark sagte nichts und lachte auf, als Bryan schnaubte. " Ja und wie stellst du dir das jetzt vor? Packst sie jetzt in unser Zimmer und legst sie auch noch in unser Bett und fütterst sie mit Kaviar, oder wie?" "Mir wär ein Hamburger lieber." schmunzelte Shane. "Kriegst du!" lachte Mark und die Aufzugtüre öffnete sich. Er schob sie zur Zimmertüre und zog die Codekarte durch den Schlitz. Die Türe wurde entriegelt und sie traten ein. "Bryan, komm mit hier rein ich muß dir was zeigen." kicherte Mark. "Ich hab schon genug gesehen." schnauzte er, betrat aber doch Mark’s Zimmer. Mark schloß die Türe und ging ans Telefon. "Was wollt ihr?" fragte er während er den Hörer abhob. "Hamburger mit allem wäre O.K." grinste Nickey. Mark bestellte und fragte dann Bryan "Auch was?" "Ja, das selbe." brummte er. "Setzt euch und nehmt diese gruseligen Brillen ab. Ich will mal sehen wie ihr zugerichtet wurdet. Braucht ihr nen Arzt?" meinte Mark ernst und trat zu Shane, der sich die Seite hielt und sich langsam in einen Sessel sinken ließ. "Ich brauch keinen, aber Shane." Sagte Nickey, der Shane beim setzen stützte. Bryan riß die Augen auf und war mit zwei Schritten bei den Dreien. Er zog Nickey’s Kaputze und Brille herunter und starrte ihm dann wortlos in das zerschlagene Gesicht. Dann beugte er sich zu Shane, der sich die Kopfbedeckung schon selbst in den Nacken geschoben hatte, herunter und sagte ganz leise. "Mein Gott. Ihr seht schlimm aus. Wie geht’s euch denn? Wieso seid ihr so komisch angezogen? Wo wart Ihr? Wieso hast du mir nicht gleich...." "Halt die Luft an Bryan. Sie müssen erst mal essen und dann müssen wir die Polizei verständigen und einen Arzt für Shane." "Mach ich sofort." Während Bryan zum Telefon griff, kam das Essen und Nickey und Shane fielen hungrig darüber her. "Hallo? Ja hier ist McFadden. Ich will Inspektor Lord sprechen. Inspektor? Ja, sie sind wieder da. Dachte ich mir. Bringen sie einen Arzt mit. Ja, beide. O.K. bis gleich." Bryan legte auf und setzte sich neben Shane, der zusammenzuckte, als er sein Gewicht verlagerte.
"Was fehlt dir denn? Was gebrochen?" fragte er besorgt. "Hmhm, die Rippen." sagte Shane mit vollem Mund. "Und du ?" fragte er Nickey. "Bei mir ist alles klar, bis auf die Schramme hier." "Gut, aber ich platze gleich, so neugierig bin ich." "Warte noch etwas, sonst müssen sie das alles noch einmal erzählen." Als machte Bryan sich über sein Essen her. Es klopfte und der Inspektor stürmte, gefolgt von einem älteren Mann, dem Arzt, in das Zimmer. "Ich glaub es nicht. Da sucht man ganz Glasgow ab und die sitzen hier und schlagen sich den Magen voll und melden sich nicht." " "Moment. Sehen sie sich diese Prellungen an. Das war kein Ausflug, das war eine Entführung." meinte der Arzt ruhig und nahm Nickey’s Gesicht vorsichtig in die Hände um den Bluterguß zu betrachten. "Kopfschmerzen?" " fragte er dann. " Mir geht’s gut, kümmern sie sich lieber um Shane." Das machte der Arzt sofort, als man ihm von den Rippenbrüchen erzählte. "Gut verbunden, aber noch nicht geröntgt?" "Nein, wir sind erst seit einer Stunde wieder in der Stadt." sagte Shane müde. " Und wo wart ihr, um Himmels willen?" fragte Lord.
Nickey warf Shane einen langen Blick zu und begann, die abenteuerliche Geschichte zu erzählen.
Als sie geendet hatten, war es still im Zimmer. "Man, das hätte böse enden können. Aber ich ..." "Telefon Inspektor." "Danke." Der Inspektor nahm das Handy ans Ohr. "Ja? Wie? Wann? Von wem weiß man das? Alleine? Gut Ich komme sofort auf die Wache." er drückte den Auflegenknopf und drehte sich zu Shane und Nickey um. "Wie haben ihn." "Klasse, das ist die beste Nachricht." lachte Bryan. "Ihr bringt jetzt die beiden ins Krankenhaus. Aber so, das es nicht auffällt." sagte er zu Mark und Bryan "Ich geh auf die Wache und verhöre den Irren." " Was ist mit Moses?" fragte Shane leise. "Dem geht’s gut. Streifschuß, aber sonst geht’s ihm gut . Ihr werdet ihn im Krankenhaus treffen." Mark hatte ein Taxi gerufen und so fuhren sie am Krankenhaus vor. Shane brauchte ziemlich lange zum Aussteigen aber er schaffte es. Seine Kaputze hatte er wieder über den Kopf gezogen und die Brille wieder vor den Augen. Die Tarnung war perfekt.- Niemand erkannte sie. Nach dem Röntgen wurde Shane neu verbunden und sein Auge mit Salbe versorgt. Nickey wurde auch geröntgt, aber ohne Befund. Nur eine leichte Gehirnerschütterung. Shane hatte vier gebrochene Rippen und eine leichte Gehirnerschütterung. Der Arm war blutunterlaufen, schmerzte ihn aber nur noch, wenn man darauf drückte. Moses hatte gute Arbeit geleistet. Dieser schaute noch kurz bei ihnen Vorbei und erzählte ihnen ernst, das sein Bruder versucht hatte, ihn zu töten, wie er es angekündigt hatte. Er hatte ihn in die Scheune gelockt und Abel hatte auf ihn geschossen. Moses konnte ihn dann niederschlagen. Als ihr Anführer gefangen war, gaben seine Anhänger auf. Moses verabschiedete sich und ging.
"Ich bleibe nicht hier im Krankenhaus. Nein, ich will nach Hause." "Mr Filan, mit Gehirnerschütterung dürfen sie nicht fliegen." erklärte der Arzt ruhig. "Sie brauchen Ruhe und schlaf, um wieder ganz gesund zu werden und die finden sie hier am besten. Mr. Byrne muß auch hier bleiben." "Was? Ich bleibe mit Sicherheit nicht hier. Wenn schlafen, dann im Hotel, aber niemals im Krankenhaus." empörte sich Nickey. Shane nickte zustimmend. "Nun gut. Wenn sie unbedingt wollen, dann eben das Hotel, aber sie müssen täglich zur Kontrolle kommen." "Ja, Ja. Kann man ja alles machen." "Ich geh jetzt schlafe." sagte Shane und stand auf. Gemeinsam fuhren sie wider ins Hotel zurück. Nick trat an die Rezeption und buchte ein Doppelzimmer mit Badewanne. Der Manager sah ihn etwas hochnäsig an und fragte . "Ich kann ihnen kein Zimmer geben. Wie möchten sie das denn bezahlen?" Bryan lachte lauthals und Mark schüttelte amüsiert den Kopf. Nickey sah ihn an und sagte, die Brille abnehmend und seine blauen Augen blitzten. "Ich verdiens mir heute Nacht. Wollen sie auch kommen ?" Er hatte mit dem Ton das Klischee des Homosexuellen genau getroffen. Dann drehte er sich um, hakte sich bei Shane und Bryan ein und ging hüfteschwingend in Richtung Aufzug. Shane hielt sich seine Rippen und lachte Tränen. Bryan grölte laut. Mark lief hinterher und stolperte vor Lachen. "Pennt ihr halt in meinem Zimmer." sagte Bryan atemlos vor lachen. "Hab auch Badewanne und ein Doppelbett. Ich schlaf dann mit Mark, äh bei Mark" "Na dann gute Nacht." kicherte Shane und zog den Kittel beim Betreten des Zimmers aus. Darunter trug er nur den Verband. Nickey schloß die Türe, lehnte sich dagegen und beobachtete seinen Freund. "Was ?" fragte Shane und blickte Nickey groß an. "Sind deine Schmerzen schlimm?" "Auszuhalten. Warum?" "Nur so." langsam schlenderte Nick auf Shane zu und als er ihn erreicht hatte, blieb er ganz dicht vor ihm stehen. Seine Hand berührte die unverletzte Seite seines Gesichts. "Ich mag deinen Bart, wenn er so ist wie jetzt. Du siehst dann so verwegen aus wie ein Pirat." Shane zog ihn an sich und ihre Lippen trafen sich. "Und du, mein blonder Engel, wirst immer mir gehören. Küß mich." imitierte Shane den Piraten gekonnt. Nickey lachte und küßte Shane dann stürmisch. Der öffnete den Gürtel an Nickey’s Hose und die rutschte sofort auf seine Füße. "Ich trage keine Unterwäsche." flüsterte er und Shane wollte das natürlich nachprüfen. Er faßte mit einer Hand unter den Kaputzenkittel und streichelte dort Nickey’s Hoden. Keuchend legte Nick den Kopf in den Nacken und strich an Shane’s Arm abwärts. An dessen Gürtel hielt er an und öffnete den. Die Hose folgte der Schwerkraft und blieb auf Shane’s Füßen liegen. "Ich kenn mich auch mit Eiern aus." murmelte er zwischen zwei Küssen und legte seine Hand um die festen Kugeln. Shane stöhnte und flüsterte. "Ich muß mich hinlegen, oder ich nehm dich hier auf dem Teppich und das wäre nicht so schön." Nickey löste sich nur schwer und nach unzähligen, kleinen Küssen erreichten sie das Schlafzimmer. "Ich hoffe, ich tu dir nicht all zu weh, wenn ich dich jetzt vernasche." lächelte Nickey "Hab schon schlimmere Schmerzen gehabt." grinste Shane zurück. Nick zog Shane die Socken und Schuhe aus. Das war das einzige, das er noch am Leib hatte. Dann zog er sich selbst aus und kuschelte sich an Shane. Eine leichte Decke über sie ziehend, bedeckte er Shane‘s Gesicht und Brust bis zum Verband mit vielen kleinen Küssen.
Shane streichelte seinen Rücken, seine Hände blieben auf seinem Po liegen und kneteten die muskulösen Halbkugeln. Shane drehte sich auf die unverletzte Seite und strich mit sanfter Hand über Nickey’s Gesicht. Dann ließ er die Finger über seinen Hals zu seiner Brust gleiten. Dort verweilte sie an den rosa Brustwarzen, und spielten dort aufreizend. "Ah.. oh.. hmm...Ja. Oh ist das schön." Diese Worte erregten Shane sehr, was Nick sofort fühlte, da er seine Hand genau an dieser Stelle hatte. Er ließ Shane’s Goldjungen los und ließ seine Hand leicht über seine Hüfte zu seinem Po gleiten. "Du hast den schönsten Po, den ich jemals gesehen hab. Ich wollte den schon immer streicheln." Und das tat er, bis Shane nur noch ein vibrierendes Bündel unter seinen Händen war. Shane war inzwischen an Nickey’s Samenspender angelangt
und zog die Vorhaut zurück . Er befeuchtete seine Finger mit Speichel und begann sanft, Nickey’s Eichel zu umkreisen. "Aahhh....nein ....ohh ich ....." zuckend kam Nickey zum Höhepunkt und Shane hielt ihn fest in den Armen. Nach Atem ringen flüsterte Nick "Das war gemein. Ich .. Du hast mich überrascht." Shane, immer noch kurz vor seiner Entspannung, lächelte zittrig und antwortete "Ich dachte du wärst soweit. Und ich hatte recht." " Na warte." "Das tu ich." Nick küßte ihn wild und voller Verlangen. Dann drehte er ihn auf den Rücken und kniete sich zwischen seinen Schenken hin. Shane’s kleiner Soldat stand stramm und Nick kicherte. "Vorwitziger Kerl. Mal sehen ob ich ihn zum tanzen bring." "Was....?" weiter kam Shane nicht mehr. Nickey zog die Vorhaut zurück und seine Zunge spielte über den empfindlichen Kopf. "Aahhhh....hmmmmmm.....Nickeiieeee!!" Heftig zitternd rief er Nickey’s Namen und der Orgasmus überflutete ihn. Schwer atmend öffnete er die Augen und lächelte. "Nickey. mein Nickey. Wieso haben wir nur nie darüber gesprochen?" "Weil wir Angst hatten den Anderen zu verlieren. Wie geht’s dir?" "Glücklich, müde und zerschlagen." lächelte er und küßte Nick. Arm in Arm schliefen sie sicher und zufrieden ein.