The story is dedicated to all my friends, doesn’t matter if they are no Westlifefans. And of course to somebody who is very special to me.

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Teil 1

Chapter 1

Anja konnte es kaum fassen. Sie hätte ja nie damit gerechnet. Sie, Anja Henning, hatte gewonnen! Einen dreiwöchigen Urlaub mit ihrer absoluten Lieblingsband. Westlife. Zitternd las sie den Brief noch einmal. Aber es stand immer noch das gleiche dort:

Hallo Anja, Du hast bei unserem Gewinnspiel ´Gewinne einen Urlaub mit Westlife’ gewonnen. Zusammen mit einem zweiten Fan wirst du einen dreiwöchigen Urlaub mit Westlife verbringen. Genauere Daten und Informationen lassen wir dir noch zu kommen. Freu dich schon mal auf die Jungs... Dein Bravo-Team


Es war wahr. Sie wurde ihre Lieblinge treffen. Anja konnte es jetzt schon nicht mehr erwarten. Sie griff zum Telefon und rief ihre Freundin Marleen an. Diese meldete sich: "Marleen Albert?" "Hi Marleen! Du es ist etwas wahnsinnig tolles passiert!!!", sprudelte es aus Anja heraus. "Hallo Anja!", Marleen lachte, "was ist denn so Geniales passiert???" "Das kann ich dir am Telefon nicht wirklich erklären. Kannst du nicht für ne halbe Stunde rüber kommen?", bat Anja ihre Freundin. Marleen erklärte sich bereit zu kommen. Es dauerte kaum fünf Minuten als Marleen, die nur zwei Häuser von Anja entfernt wohnte vor der Tür stand. Die beiden Freundinnen gingen in Anjas Zimmer. "Setz dich doch!", forderte Anja Marleen auf. Widerwillig setzte sich Marleen. "Aber jetzt sag mir was so tolles passiert ist, bitte sonst platze ich!!!", forderte sie. Anja lies sich langsam auf ihre Schreibtischkante sinken und griff nach dem Brief. Langsam las sie ihn vor. Bei jedem Wort machte Marleen immer größere Augen. Als Anja fertig war, war Marleen erst mal sprachlos. Anja hielt es nicht mehr aus und fiel ihrer Freundin um den Hals. "Was sagst du dazu???", fragte sie gespannt. "Du bist ein Glückspilz!!! Ich fasse es einfach nicht, du wirst die süßen Iren leibhaftig treffen!!!", kam es von Marleen. "Ich bin auch superglücklich!!!", Anja konnte nur noch strahlen. "Du kannst das wirklich gebrauchen, nachdem was in den letzten Monaten los war", meinte Marleen. "Du meinst die Sache mit Jack?", ein Schatten huschte über Anjas Gesicht. "Ja, was er getan hat war echt nicht in Ordnung und du hast doch wirklich gelitten. Dazu kam noch der Abi-Stress!!!", erklärte Marleen, "der Urlaub wird dir gut tun und als Bonus wirst du diesen mit Westlife verbringen!!! Stell dir mal vor du triffst endlich mal Nicky und die anderen." "Du hast recht und wenn dieser Sommer vorbei ist habe ich Jack ganz und gar vergessen!!!", nahm Anja sich vor, "oje ich glaube, wenn ich vor Nicky stehe werde ich kein einziges Wort heraus bringen!" "Dazu hast du ja ganze drei Wochen Zeit!!! Da werdet ihr bestimmt mehr als ein paar Wörter wechseln. Hat er sich nicht vor einem Monat oder so von seiner Georgina getrennt?", wollte Marleen wissen. "Ja, aber worauf willst du hinaus?", fragte Anja. Marleen grinste sie nur an. "Oh nein!!! Erstens kenne ich Nicky weder einen der anderen Fünf gar nicht, jedenfalls noch nicht! Zweitens bin ich nur ein Fan von Millionen und drittens will ich die Fünf nur mal kennen lernen! Also hör mit diesem Thema auf!!!", Anja stieß ihre Freundin in die Seite. "Ist ja schon gut! Wohin geht es eigentlich?", wechselte Marleen das Thema. "Ich weiß es nicht. Aber ich denke mal irgendwo, wo es warm ist und es Wasser gibt", meinte Anja, "Ich bekommen ich genauere Informationen." "Du musst aber doch wissen, wann du ungefähr wegfährst!", wandte Marleen ein. "Irgendwann in den eigentlichen Sommerferien. So Juli bis August", gab Anja Auskunft. "Da müssen wir vorher unbedingt noch mal shoppen gehen", beschloss Marleen, "du musst doch etwas starkes zum Ausgehen haben. Die Boys sind doch berühmt für ihre Partys. Und Anja, du musst mir unbedingt SMS und Briefe schreiben und mir alles so gut es geht erzählen. Aber wie ich dich kenne wirst du das sowieso tun!!!" "Klar werde ich das machen. Aber noch bin ich ja noch nicht weg", Anja lachte über den Eifer ihrer Freundin. Sie war selbst schon sehr aufgeregt, nur sie wollte es aus irgendeinem Grund nicht zugeben...

Chapter 2

"Was ist, wenn ich nicht bestanden habe?", jammerte Anja, "dann kann ich noch ein Jahr Schule dranhängen um Abi zubekommen!" "Quatsch!!!", Marleen legte ihr eine Hand auf den Arm, "eigentlich müsstest du es geschafft haben. Und wenn nicht, dann machst du dir einen schönen Sommer mit Westlife und büffelst nächstes Jahr bis zum Umfallen!!! Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass du eine Ehrenrunde drehen musst!" "Du hast ja gut reden, du bist ja gleich bei A wie Albert dran gekommen Die brauchen eine Ewigkeit, bis die bei den Schülern mit H angekommen sind!", schimpfte Anja nervös. Doch dann kam endlich die Erlösung und Anja wurde aufgerufen. Zehn Minuten war sie weg, dann kam Anja aus dem Schulgebäude wieder heraus. Sie zog ein langes Gesicht und wirkte unglücklich auf Marleen. "Bist du wider aller Erwarten doch durchgefallen?", fragte sie leise. Jetzt musste Anja grinsen. "Nein, ich habe bestanden, sogar besser als ich dachte", kam es aus ihr heraus, "jetzt müssen wir nie wieder in die Schule. Jedenfalls nicht mehr auf diese!!!" Es klang zwar sehr glücklich, aber auch ein bisschen wehmütig. Die beiden Girls verabschiedeten sich von ihren Mitschülern und verließen das Schulgelände. "Morgen geht es los!", schwärmte Anja, "morgen düse ich ab nach Griechenland und treffe Westlife!!!" "Hey, du hast mir gar nicht erzählt wohin es geht!", Marleen spielte die Empörte. "Jetzt weißt du es doch!", Anja lachte ihre Freundin an, "also ich und der andere Fan werden nach Mykonos fliegen und dort treffen wir Westlife und werden mit einem Schiff nach Naxos fahren." "Das klingt super!", Marleen klang begeistert, "sag mal kannst du mich nicht irgendwie mit schmuggeln? Dieser Traumurlaub und dazu noch Westlife, das ist Wahnsinn!" Anja lächelte nur und fragte Marleen: "Kommst du heute und hilfst mir Sachen packen?"

Am nächsten Morgen stand Anja viel zu früh auf. Sie konnte einfach nicht mehr schlafen. So kam es, dass sie um fünf Uhr morgens fertig angezogen war, obwohl es zum Flughafen nicht weit war und erst um neun Uhr das Treffen mit Kai von Bravo war. Dann würde sie dann auch die zweite Gewinnerin treffen. Um halb neun wurde sie dann von ihren Eltern zum Flughafen gebracht. Vor dem Eingang verabschiedete sie sich von ihnen. Sie umarmte beide. "Mach’s gut, meine Große!", ihr Vater klopfte ihr auf die Schulter. "Und pass auf dich auf!!!", ihre Mutter strich Anja über die Wange. "Bis dann!!!", Anja winkte ihren Eltern noch einmal zu, nahm ihr Gepäck und ging in das Flughafengebäude herein. Dort sah sie sich erst einmal um. Plötzlich sah sie einen Mann, so Anfang 30 auf sich zu kommen. "Du bist bestimmt Anja Henning, nicht wahr?", fragte er. Anja nickte. "Hi ich bin Kai Böcking von Bravo. Ich soll euch Gewinner bis zum Flugzeug begleiten! Wir können gleich einchecken, wir müssen nur noch auf die zweite Gewinnerin warten. Sie heißt Sandra!", gab Kai Auskunft. Die beiden hielten sich gut zehn Minuten über alles Mögliche bis sie auf ein Mädchen, ungefähr in Anjas Alter, aufmerksam wurden. Sie hatte lange, schwarze Haare, trug einen Minirock und darüber einen engen Pullover. "Das muss Sandra sein!", meinte Kai und ging auf das Mädchen zu. Kurz darauf kam er mit ihr zu Anja zurück. Anja verzog leicht den Mund. So jemanden hatte sie sich nicht vorgestellt. Aber vielleicht war diese Sandra ja ganz nett. "Das ist Sandra, Anja. Sandra, das ist Anja!", stellte Kai die beiden gegenseitig vor. Anja lächelte freundlich, reichte Sandra die Hand und sagte: "Freut mich!" Sandra zog die Augenbraunen hoch, als ob sie fürchterlich genervt war, lächelte für den Bruchteil einer Sekunde und drückte kurz Anjas Hand.

Kai begleitete die Girls noch bis sie ins Flugzeug einsteigen mussten. Er sagte ihnen noch, dass sie auf dem Flughafen von Mykonos von jemanden empfangen werden würden. Dann stiegen sie in das Flugzeug ein. Anja war ziemlich nervös. Bald würde sie Westlife treffen. Unbemerkt sah sie zu Sandra, doch die schien nicht das geringste aufgeregt zu sein. Anja hatte ohnehin nicht mehr als ein paar Worte mit Sandra gewechselt. Sie hoffte nur, dass sich das noch ändern würde, da sie ja schließlich auch mit Sandra drei Wochen verbringen musste. Doch jetzt saß sie erst mal im Flugzeug und sah aus dem Fenster, wie die Dinge unter ihr immer kleiner wurden. Plötzlich merkte sie wie Sandra sie in die Seite stieß. Anja sah sie überrascht an. "Und was versprichst du dir von diesem Urlaub?", fragte sie mit einem leichten Grinsen. "Wie meinst du das?", fragte Anja verwirrt. Sandra lachte spöttisch und erklärte: "Sag mal bist du so doof? Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, dass ein bestimmter der Guys nach diesem Urlaub jemanden neues an seiner Seite haben wird!" "Und wer?", wollte Anja wissen. "Das wirst du noch früh genug erfahren. Aber ich denke du wirst mir sowieso nicht in die Quere kommen. Ich dachte ehrlich ich hätte stärkere Konkurrenz, na um so besser!", Sandra grinste siegessicher in ihren Taschenspiegel. Anja zog scharf die Luft ein. "Und du glaubst, dass dir alle Boys dir gleich zu Füßen liegen werden und besonders der, den du dir ausgeguckt hast?", Anjas Tonfall war mehr als ironisch. "Vielleicht, aber nach fünf Tagen bestimmt! Verlass dich drauf!", Sandra lächelte künstlich. "Sicher!", murmelte Anja und drehte ihren Kopf wieder zum Fenster. Jetzt sah sie nur noch Wolken. Sie fühlte sich gar nicht mehr gut. Diese Sandra fand sie jetzt schon unmöglich. Was die sich einbildete... Natürlich würde Anja auch überglücklich sein, wenn sie mit den Boys und besonders mit Nicky mehr als gut auskommen würde. Aber anderseits kannte ihn ja nur von Fotos und Videos. Was war, wenn Sandra ihr das Leben wirklich schwer machen würde? Wenn sie Anja jede Chance mit den Westlifern zu unterhalten kaputt machte? Anja traute ihr so etwas nach den letzten Kommentaren zu. Mitten in ihren Gedanken und der Aufregung fielen Anja plötzlich die Augen zu und sie schlief ein.

Wenige Stunden später landete das Flugzeug auf dem kleinen Flughafen von Mykonos. Verschlafen stieg Anja hinter Sandra aus dem Flugzeug. "Ist das warm hier!", Anja zog sich ihre Jeansjacke über ihrem T-Shirt aus. "Das ist gar nicht gut", jammerte Sandra, "wenn ich so schwitzte verläuft mein ganzes Make-up!" "Reg dich ab!", meinte Anja nur, weil sie in diesem Moment nichts weniger als Sandras Gezicke abkonnte. Mit Kleinbussen wurden sie zum Flughafengebäude gebracht. Zögernd betraten die beiden das Gebäude und sahen sich um. Plötzlich wurden sie von einer blonden Frau Anfang 20 angehalten. Anja erkannte sie sofort. "Du bist Kerry, nicht wahr?", sagte sie. Die Frau nickte. "Hi erst mal!", sie reichte Anja und Sandra die Hand. "Ich dachte wir würden hier Westlife treffen und nicht die Ehefrau von Bryan", bemerkte Sandra spitz. Anjas warnender Rippenstoß kam zu spät. Kerry musterte Sandra ein wenig irritiert, aber dann fing sie sich gleich wieder. "Die Jungs warten mit Molly auf der Yacht", erklärte Kerry, "wir werden dorthin fahren, sobald ihr euer Gepäck habt." Bei dem Namen Molly verzog Sandra abermals das Gesicht und murmelte irgendetwas von Blag. Anja sah entsetzt zu Kerry, aber die schien zum Glück nichts mit bekommen zu haben. "Geht ihr schon mal zum Gepäckband", schlug Sandra vor, " ich muss mich erst mal etwas frisch machen und eine Cola wäre auch nicht schlecht!" "Tu dir keinen Zwang an!", meinte Kerry, "aber mach nicht so lange!" Sandra lächelte zuckersüß: "Natürlich nicht!" Dann verschwand sie in Richtung Toilette.

Kerry und Anja gingen zum Gepäckband. "Du Kerry...", fing Anja an, " ich..., es tut mir leid wie Sandra sich benommen hat. Ich kenne sie erst seit heute Morgen und habe wirklich keine gute Meinung von ihr! Nicht, das ich sie schlecht machen will, aber mir gegenüber hat sie alles getan, dass man sie nicht nett findet." Kerry lächelte: "Schon okay, du kannst ja nichts dafür, dass sie sich daneben benommen hat!" "Dann ist ja gut, ich will nur nicht, dass du denkst, dass ich genauso bin wie Sandra", meinte Anja. "Denke ich nicht!", sagte Kerry, "aber Sandra hat mich wirklich im ersten Moment ziemlich irritiert!" "Wieso bist du eigentlich mitgekommen?", wechselte Anja das Thema, "ich finde das toll, weil du für mich irgendwie auch zu Westlife gehörst und ich dich gerne mal kennen lernen wollte!" "Das ist so: Bryan sieht Molly und mich ja sehr wenig und vermisst uns sehr, also haben wir das so geregelt, dass Molly und ich mitkommen", erklärte Kerry. "Das ist ja toll!", Anja lächelte. Kerry sah sie von der Seite an. "Sag mal Anja, bist eigentlich aufgeregt, wo du doch gleich Westlife treffen wirst? Ich meine wenn ich an die kreischenden Fans vor den Konzerthallen denke bist du ja ziemlich ruhig", wollte Kerry wissen. "Ich bin ganz und gar nicht ruhig! Oder jedenfalls nur nach außen hin. Ich bin schon so gespannt die Jungs zu treffen", erzählte Anja. "Gibt es denn einen bestimmten?", fragte Kerry gerade in dem Moment, als Sandra neu aufgestylt zu ihnen kam. Anja signalisierte Kerry, dass sie die letzte Frage jetzt auf keinen Fall beantworten konnte. Kerry nickte. "Na ihr beiden, habt ihr das Gepäck schon?", wollte Sandra wissen. "Ja wir haben nur noch auf dich gewartet", meinte Kerry trocken. "Das freut mich!", Sandra lächelte künstlich und stolzierte vor Kerry und Anja her. "Würdet ihr bitte kommen! Ich bin wegen den Jungs hier!", drängte Sandra. "Wie gesagt, wir haben nur auf dich gewartet!", wiederholte Kerry und seufzte, "ich glaube Anja, du hattest gar nicht so unrecht!"

Vor dem Flughafen stand ein Taxi. Nach dem das Gepäck im Kofferraum verstaut war, setzten sich die drei Girls hinein und fuhren in Richtung Hafen. Anja sah fast die ganze Zeit aus dem Fenster. In kurzer Zeit würde sie Westlife gegenüberstehen.

Chapter 3

"So da wären wir!", Kerry stieg aus dem Taxi. Anja und Sandra taten es ihr gleich. Anja sah spöttisch zu Sandra, die zum hundersten Mal ihren Taschenspiegel aufklappte und ihr Aussehen begutachtete. Kerry grinste Anja vielsagend zu. Doch Anja vergas dies sogleich wieder, denn sie sah eine Yacht im Hafen. Auf dieser Yacht standen fünf junge Männer. Anja konnte es nicht fassen. Dort standen Westlife. Bryan sprang als erster an Land, lief auf Kerry zu und gab ihr einen Kuss. Dann sah er Anja und Sandra an. "Das sind wohl die Engel, die uns diesen tollen Urlaub ermöglicht haben!", grinste er, "Herzlich Willkommen!!!" Damit zog er erst Anja und dann Sandra in seine Arme. Anja lächelte ihn verlegen an. Dann kamen auch schon Shane, Kian, Mark und Nicky von der Yacht und begrüßten die Girls. Als Anja Nicky gegenüberstand lief es ihr, trotz der Hitze, kalt über den Rücken. Nicky war einfach der Wahnsinn. Nicky sah Anja lange an. Sie war hübsch. Sie hatte schon leicht gebräunte Haut, halblange, dunkelblonde Haare und braune Augen. Er reichte ihr die Hand. "Hi, ich bin Nicky, aber das weißt du sicher und wie heißt du?", wollte er wissen. "Anja!", sie lächelte Nicky zaghaft an. "Ah Anja!", Nicky grinste. "Und ich bin Sandra!", Sandra schob sich zwischen Anja und Nicky und fiel ihm um den Hals. Anja drehte sich leicht enttäuscht weg. So hatte sie sich das vorgestellt. Sie hatte mit keinem der Boys auch nur drei vernünftige Sätze reden können, weil Sandra ihr immer dazwischen kam und gerade bei Nicky machte ihr das am meisten zu schaffen. Er sah in natura noch besser aus als auf den Postern und er schien wirklich nett zu sein, wie sie aus seinem bisherigen Benehmen feststellen konnte. Anja war so in Gedanken, dass sie erst wieder aufschreckte, als ihr jemand mit der Hand von ihrem Gesicht hin und her wedelte. Dieser jemand war Shane. "Hey träumst du?", fragte er lachend, " wir, das heißt unser Bootsmann, will gleich ablegen, damit wir noch vor heute Abend in Naxos ankommen." "Mein Gepäck...", fiel Anja ein. "Schon auf dem Boot!", gab Shane Auskunft, "komm die anderen sind auch schon alle an Bord!" Shane nahm Anja leicht an die Hand und zog sie mit sich zur Yacht. Wenig später legten sie ab.

Anja lies sich am hinteren Teil der Yacht nieder. Sandra machte schon wieder ihre Show und darauf hatte sie keinen Nerv. Sie saß dort schon bestimmt zehn Minuten, als sie spürte wie jemand sie ganz leicht in die Seite stupste. Anja drehte sich um und sah ein kleines Mädchen vor ihr stehen. "Hallo!!!", sagte es und sah Anja mit großen Augen an. "Du bist Molly, nicht wahr?", fragte Anja. Die Kleine nickte eifrig. "Und du?", wollte sie wissen. "Ich bin Anja!", Anja hielt Molly eine Hand hin. Molly ergriff sie freudig. "Bist du eine neue Freundin von jemanden?", fragte Molly und musterte Anja. Die musste lachen: "Nein Molly, das bin ich nicht!" Plötzlich hörte sie eine Stimme: " Guck mal Bryan, da ist Molly. Sie hat sich mit Anja angefreundet!" Kian grinste. Anja sah auf. Vor ihr standen die fünf Westlife-Guys! "Hast du was dagegen, wenn wir uns ein bisschen zu dir setzten?", fragte Bryan, während er Molly auf seinen Schoß nahm. "Setzt euch ruhig!", Anja lächelte. "Wir haben uns schon gefragt, was mit dir los ist? Du bist irgendwie ganz anders als deine Freundin...", meinte Nicky. "Ihr meint Sandra?", Anja sah ihn an, "oh Sandra ist nicht meine Freundin, wir kennen uns erst seit heute morgen. Wir haben beide das Gewinnspiel gewonnen! Was ist überhaupt mit ihr?" "Ihr ist eben fürchterlich schlecht geworden!", sagte Shane, "akuter Fall von Seekrankheit!" "Aber Kerry hat sich bereit erklärt sich um sie zu kümmern!", erzählte Bryan, "sie sind unter Deck!" "Ach so!", Anja nickte. "Sandra ist irgendwie die typische Art Fan!", stellte Mark fest, "total aufgedreht und so...!" "Aber du, Anja, bist, wie Nicky schon gesagt hat, ganz anders. Viel ruhiger...", meinte Kian. Anja sah ihn irritiert an. Nicky bemerkte ihren Blick. "Kian, hat das nicht negativ gemeint! Ruhiger zu sein hat doch auch seine Vorteile...", er sah Anja lächelnd an. Für einen Moment sah Anja geradewegs in seine strahlend blauen Augen. Anja konnte es sich kaum erklären, aber auch ihr Herz fing an immer schneller zu schlagen. Zum Glück wechselte Mark das Thema. "Wie findest du eigentlich das Urlaubsziel?", wollte er wissen. Bryan stieß Anja in die Seite. "Sag bloß nichts falsches. Mark hat Griechenland ausgesucht und lässt nichts darauf kommen!", Bryan grinste. "Nein, ich finde Griechenland absolut toll!!!", meinte Anja, "ich war als ich jünger war mit meinen Eltern mal auf Kreta und seitdem liebe ich die griechische Kultur und vor allem das griechische Essen!" "Dir ist klar, dass du Mark gerade überglücklich gemacht hast, oder Anja?", bemerkte Shane leicht spöttisch. "Mann, Ihr freut euch doch genauso über den Urlaub wie ich!!!", sagte Mark. "Da hast du auch wieder Recht!", meinte Kian, "und das haben wir alles Anja und Sandra zu verdanken!" Anja lächelte. Der Rest der Fahrt verging wie im Fluge. Anja verstand sich großartig mit den Fünf. Sie unterhielten sich darüber, wie Anja Fan geworden war, welche Pläne Westlife hatten, über die verschiedenen Hobbys und über vieles mehr. Anja merkte bald, dass alle supernett waren. Aber Nicky gefiel ihr immer noch am besten. Er hatte eine Art die sie irgendwie verzauberte...

"Das Hotel ist ja der Wahnsinn!", stieß Anja hervor, als sie die riesige Hotelanlage sah. "Gefällt es dir?", fragte Kerry, die hinter ihr stand. "Gefallen ist ja fast gar kein Ausdruck mehr!", Anja konnte nur noch strahlen. "Tja, du bist halt so etwas nicht gewöhnt. Die Jungs übernachten öfter in solchen Hotels!", zischte Sandra ihr zu, "also führ dich nicht so peinlich auf!" Das Lächeln wich schlagartig aus Anjas Gesicht. Zum Glück hatten die Jungs von Westlife es nicht gemerkt, die gingen schon vor ihnen zur Rezeption um die Zimmerschlüssel zu holen. Und Sandra stolzierte jetzt auch schon vor ihr her um zu den Lifern zu kommen. Anja sah, wie sie sich bei Shane und Nicky einhackte und fröhlich auf sie einredete. "Und diese vielen Clubs!", hörte Anja sie sagen. Sie wandte sich ein bisschen ab und sah nicht wie Nicky sich kurz nach ihr umsah. "Hey Anja, die Jungs sind nicht so oberflächlich!", Kerry stieß Anja aufmunternd in die Seite, "sie werden auch bald merken, was hinter Sandras hübschen Gesicht steckt. Du hättest mal sehen sollen wie undankbar sie ist. Sie war unerträglich hochnäsig als ich mich auf der Yacht um sie gekümmert habe, ich konnte gar nichts richtig machen!" "Du magst sie auch nicht besonders?", wollte Anja wissen. "Ehrlich gesagt nein. Sie hat solche dummen Anspielungen auf die Jungs gemacht, die irgendwie komisch wirkten", erzählte Kerry, "aber das beste gegen ihre Tour ist pure Freundlichkeit, vielleicht merkt sie dann ja von selber, wie dumm ihr Verhalten ist!" "Vielleicht!". Anja seufzte. Inzwischen waren sie bei den Zimmern angekommen, wo Bryan mit Molly auf Kerry wartete. "Da seid ihr ja! Wir haben auf euch gewartet!", lachte Bryan und legte einen Arm um Kerry, dann wandte er sich an Anja: "wir haben gerade beschlossen, dass wir erst einmal auspacken, uns ein bisschen einleben und dann zusammen hier im Hotel essen, ist das in Ordnung?" "Klar!", Anja nickte, "bis später dann!" Sie winkte Bryan, Kerry und Molly zu und öffnete dann ihre Zimmertür. Das Zimmer war groß und hell, in der Mitte stand ein riesiges Bett und es hatte einen großen Balkon. Anja lies sich erst mal auf das Bett fallen. Sie war wie erschlagen von den vielen neuen Eindrücken. Die Reise, ihr Begegnungen mit Sandra, Kerry, Molly, den Jungs und besonders Nicky... Anja ging auf den Balkon, von dem sie einen grandiosen Blick auf das Meer und Naxos-Stadt hatte. Anja seufzte. Hier ließ sich es eigentlich aushalten. Sie zog ihr Handy aus der Hosentasche und sah nach ob sie neue SMS hatte. Natürlich Marleen:

Hey Anja, wie ist es? Wie sind die Boys??? Sims schnell zurück. Cu Marleen

Anja lachte und tippte in ihr Handy:

Hier ist es superschön! Die Jungs sind total nett. Ein Problem gibt es zwar auch, aber das erkläre ich dir mal später. Vielleicht kann ich dich ja mal anrufen. Bye Anja

Sie drückte auf senden und machte sich ans Auspacken ihrer Sachen. Wenig später traf sie sich mit den Lifern, Kerry, Molly und Sandra im Hotelrestaurant. Das Essen verlief ohne weitere Zwischenfälle, sogar Sandra war einiger Maßen ruhig. Nach dem Essen unterhielten sich alle noch eine Weile, doch bald zogen sie es vor sich erst einmal von der Anreise auszuruhen und schlafen zugehen.

Chapter 4

Anja schlug die Augen auf. Es war noch nicht richtig hell. Verschlafen sah Anja auf ihre Uhr. Kurz vor Sechs Uhr!!! Stöhnend ließ sie sich zurück in die Kissen fallen. Aber vergebens, sie war wach, also stieg sie aus dem Bett und öffnete die Tür zum Balkon. Sie sah auf das Meer. Wie ruhig es doch aussah. Anja sog die frische Morgenluft ein. Plötzlich hörte sie eine Stimme: "Das ist ja eine Überraschung am frühen Morgen!" Anja drehte sich um. Auf dem Nachbarbalkon stand Nicky und lächelte sie mit seinem umwerfenden Lächeln an. Anja bekam dabei ganz weiche Knie. "Guten Morgen Nicky!", sie hob kurz die Hand. Sie hatte ja keine Ahnung gehabt, dass Nicky gleich neben ihr sein Zimmer hatte. "Na, konntest du auch nicht mehr schlafen?", wollte Nicky von ihr wissen. "Nee, obwohl ich gestern Abend total müde war!", erzählte Anja. "Mir geht’s genauso", meinte Nicky, "aber ich habe eine Idee. Bis wir uns alle um zehn Uhr zum Frühstück treffen wollen, ist ja noch ewig Zeit, hättest du Lust mit mir am Strand joggen zugehen?" "Gerne!", Anja nickte Nicky zu. "Wirklich? Ich kenne nicht viele Menschen, die zu so etwas früh morgens Lust haben", Nicky sah Anja erstaunt, aber irgendwie auch begeistert an, "treffen wir uns also in fünf Minuten vor dem Hotel?" Anja willigte ein. Während sie sich ihre Shorts und eine enges T-Shirt überzog, dachte sie die ganze Zeit an Nicky.

Wenig später trafen sich die beiden vor der Hotelrezeption. Nicky strahlte sie richtig an. "Na komm, lass uns los laufen!", Nicky nickte mit dem Kopf in Richtung Strand. Für eine Weile liefen die beiden schweigend neben einander her. Anja genoss den frühen Morgen und Nickys Nähe. Nach dem sie gut eine halbe Stunde gelaufen waren lies Nicky sich auf einem Stein ganz nah am Wasser fallen. "Wie wäre es mit einer kleinen Pause?", wollte er wissen. "Ja, das wäre ganz gut!", Anja setzte sich mit etwas Abstand neben ihn. Nicky sah sie lange an, dann sagte er: "Danke, dass du mit mir joggen gekommen bist!" "Wieso danke? Es ist doch keine Zumutung für mich mit dir laufen zu gehen!", wehrte Anja ab. "Ach ich weiß auch nicht genau, ich bin zur Zeit einfach nicht gerne alleine...", meinte Nicky, "ich wusste halt nicht, ob du nach dem Aufstehen erst mal ein bisschen Zeit für dich brauchst." "Dann hätte ich bestimmt nicht ja gesagt, als du mich wegen dem Joggen gefragt hast", Anja lächelte, "aber du sagst du bist nicht gerne alleine? Auch bei all dem Stress mit Promotionstouren und so weiter nicht?" "Im Moment nicht, ich muss immer jemanden bei mir haben und wenn es einer unserer Bodyguards ist", Nicky lachte leise auf, "weißt du als ich noch mit Georgina zusammen war, da hatte ich nie dieses Problem. Ich habe ihr einfach eine SMS geschickt und ich wusste, dass jemand da war. Ich könnte natürlich auch Bryan, Shane, Kian, oder Mark eine SMS schicken, aber das wäre nicht dasselbe. Mir fehlt wahrscheinlich die eine Person. Verstehst du was ich meine?" "Ja. Ich verstehe dich. Sehr gut sogar. Ich habe auch eine Trennung hinter mir. Vor circa vier Monaten habe ich mich von meinem Freund getrennt...", erzählte Anja. "Das tut mir leid!", Nicky legte Anja seine Hand auf den Arm, " Vermisst du ihn?" Anja sah aufs Meer und schüttelte den Kopf. "Nein, er hat bei jeder Gelegenheit mit anderen geflirtet und das über lange Zeit. Sollte ich seine Lügen vermissen???", Anja blickte Nicky kurz direkt ins Gesicht, dann wieder weg und fragte: "Wie ist des mit dir? Vermisst du Georgina?" "Nein..., sie hat mir sehr weh getan, warum sollte ich jemanden, mit dem ich so etwas verbinde, vermissen? Ich vermisse nur das Gefühl jemanden zu haben, dar immer bei mir ist, egal wie viele Kilometer uns trennen", Nicky seufzte. "Diesen jemand wirst du finden!", Anja griff nach Nickys Hand, die immer noch auf ihrem Arm ruhte und drückte sie fest. "Wer weiß...", Nicky lächelte Anja an. Anja hatte schon wieder Herzklopfen. Die Art, wie Nicky sie ansah, machte sie ganz verrückt. Aber es war nicht unangenehm in Nickys Gegenwart. Er gab ihr ein Gefühl sie zu verstehen. Er war für sie nicht mehr wie ein Star. Er war für sie viel mehr... "Nicky, darf ich dir etwas sagen?", fragte sie zaghaft. "Na klar!", Nicky sah sie erwartungsvoll an, "ganz im Ernst, als ich das hier gewonnen habe, dachte ich , ich würde mit euch viel Spaß haben und einfach einen tollen Sommer erleben. Aber ich dachte nicht, dass ihr so seid wie ihr seid, viel mehr wie Stars...", sagte Anja. "Meinst du abgehoben, oder so?", wollte Nicky wissen. "Nein, ich glaube ihr werdet in den Medien immer total sorgenfrei dargestellt, obwohl jeder weiß, dass das nicht stimmt, glaubt man es irgendwie. Aber ich weiß jetzt dass ihr so auf keinen Fall seid und ich glaube ich mag euch deshalb noch mehr...", Anja sah ein bisschen verlegen aus. Nicky konnte nicht anders, er musste sie einfach in den Arm nehmen. "Danke, du weißt gar nicht was mir das bedeutet von einem Außenstehen zu hören. Es gibt nicht viele Menschen, die uns so sehen...", murmelte Nicky bevor er Anja wieder losließ. Diese Umarmung schlug bei Anja ein wie ein Blitz. Sie wusste auch schon vorher, dass sie für Nicky sehr große Zuneigung empfand, aber das Gefühl, das sie in diesem Moment mit Nicky verband, war mit dem vorherigen nicht zu vergleichen. Es war viel mehr...

Die beiden unterhielten sich noch eine Weile über alles Mögliche. Anja stellte fest, dass sie sich mit Nicky stundenlang unterhalten konnte ohne, dass ihnen der Gesprächsstoff ausging. Wenig später liefen Nicky und Anja zurück zum Hotel. Vor den Zimmern blieb Nicky vor Anja stehen. "Okay, wir sehen uns dann in einer Stunde beim Frühstück!", sagte er. Anja nickte: "Bis gleich!" Sie wollte sich umdrehen und ihr Zimmer aufschließen, da hielt Nicky sie kurz zurück. "Ich fand es schön heute morgen", meinte er und lächelte. "Ich auch...", Anja winkte ihm noch mal zu und ging in ihr Zimmer.

Chapter 5

Anja kam gerade aus der Dusche und wollte sich fürs Frühstück umziehen, da klingelte ihr Handy. Sie ging dran. "Ja?!"

"Hi Anja!", kam es vom anderen Ende.

"Marleen, wie geht es dir?", wollte Anja wissen.

"Mir geht es gut, aber ich habe es nicht ausgehalten. Wie ist es bei dir?", fragte Marleen neugierig.

"Das Urlaubsziel ist total schön und die Jungs sind auch total nett", gab Anja Auskunft. Nett! Wenn Anja an Nicky dachte, wusste sie genau, da dies nicht der Wahrheit entsprach, weil sie ihn viel mehr mochte um ihn nur mit nett zu beschreiben. Aber sie wollte es Marleen nicht sagen, noch nicht.

"Echt, sind die gar nicht abgehoben oder so?", Marleen staunte.

"Nee überhaupt nicht!", beteuerte Anja, "aber der andere Fan. Sie heißt Sandra. Die ist so was von ätzend. Das ist fast gar nicht möglich. Sie tut alles um sich bei den Jungs einzuschleimen. Und das auf eine billige Tour..."

"Ist die das Problem aus deiner SMS?", fragte Marleen, "mit so einer wirst du doch wohl fertig! Gegen dein Auftreten hat die doch gar keine Chance!"

"Schön wär’s!", meinte Anja, "aber ich glaube sie hat einige Tricks auf Lager! Aber irgendwie schaffe ich das schon! Du Marleen, ich muss jetzt Schluss machen, wir treffen uns gleich zum Frühstück. Wir telefonieren morgen oder übermorgen wieder, okay?"

"Geht klar!", willigte Marleen ein, "und Anja, ich wünsche dir noch ganz viel Spaß und lass den Kopf nicht hängen!"

Die beiden verabschiedeten sich von einander und legten auf. Danach zog Anja sich fürs Frühstück um. Sie wählte einen Jeansrock und ein Spaghettitop. Gut gelaunt ging sie auf die Terrasse, wo das Frühstücksbuffet aufgebaut war. Suchend sah sie sich um. Da sah sie Shane und Kian schon an einem Tisch sitzen. Sie winkten ihr zu. Anja ging zu ihnen rüber "Na, wie geht’s?", Shane lächelte Anja zu, als sie sich auf den Platz neben ihr fallen lies. "Och mir geht’s gut! Es ist einfach wunderschön hier...", schwärmte Anja. "Aber ich habe gesehen, dass du gar nicht ausgeschlafen hast...", Kian grinste Anja an, "sei ehrlich, wie lange hat Nicky gebraucht, dass er dich soweit hatte mit ihm joggen zu gehen? Wenn wir auf Promotour oder so ähnlich sind, da versucht er uns fast jeden Morgen zu überreden..." "Er hat mich nicht lange überreden brauchen, ich war nämlich sowieso zu früh wach und hatte nichts zu tun...", erklärte Anja. "Da hast du ja wirklich Glück gehabt, was Nix?", Shane begrüßte Nicky, der gerade an den Tisch kam. "Wieso Glück gehabt?", Nicky lächelte Anja zu, "Anja ist einfach nicht so unsportlich wie ihr!" Nicky setzte sich auf den Stuhl neben Anja. "Das hat nichts mit Unsportlichkeit zutun, nur man kann es mit frühmorgens Joggen gehen auch übertreiben!", Kian lachte. Wenig später kamen auch Mark, Kerry und Bryan mit Molly. "So ich hoffe ihr seid euch bewusst, dass wir uns gleich erst einmal den Ort angucken!", Mark grinste, "ich habe nämlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Ort ausgearbeitet!!!" "Ich wusste ja gar nicht, dass du dich so für griechische Kultur interessierst, Feehily!", Bryan sah Mark an während er Molly auf seinem Knie festhielt. "Ach...", Mark setzte zu einer Erklärung an, als Sandra an den Tisch trat. "Einen wunderschönen guten Morgen allerseits!!!", flötete sie und legte dabei, wie zufällig, Nicky und Mark jeweils eine Hand auf die Schulter. Anja verdrehte ihre Augen gen Himmel. Und sie hatte ernsthaft gedacht, dass Sandra ihr Getue abstellen würde. Sie sah zu Kerry, die warf ihr auch einen langen Blick zu, der sagte, was Anja dachte. Was Anja nicht wusste, dass besonders Nicky diese Berührung unangenehm war. Er sprang auf und sagte: "Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber ich habe Bärenhunger!" Mark stand ebenfalls auf und Sandra setzte sich auf den letzten freien Stuhl. Nun machten alle Anstalten sich etwas zum Essen zu holen außer Sandra. "Hast du keinen Hunger?", wollte Shane von ihr wissen, als er mit einem Teller Cornflakes zurück kam. "Ich ernähre mich sehr bewusst und morgens vertrage ich nicht mehr als eine Tasse Pfefferminztee", erklärte sie Shane bestimmt. "Na ja du musst es ja selbst für dich entscheiden, aber ich könnte das nicht", Shane schüttelte sich leicht. Nach und nach kamen alle wieder und begannen zu essen. "Sag mal Mark, was war jetzt eigentlich mit deinem plötzlichem Interesse an griechischer Kultur?", fragte Kian seinen Bandkollegen. "Das ist nicht plötzlich gekommen!", erzählte Mark, "ich mag Griechenland gerne und habe mich halt ein bisschen über unser Urlaubsziel kundig gemacht!" "Gehen wir eigentlich gleich zum Strand?", fragte Sandra, "ich muss doch unbedingt meinen neuen Bikini einweihen!" "Mark hat erst noch ein Besichtigungsprogramm zusammengestellt und Mark als Reiseführer darf man sich einfach nicht entgehen lassen!", meinte Shane. "Aber es ist warm, da wollt ihr doch nicht allen Ernstes durch die Stadt laufen?", Sandra sah die Westlifer leicht schockiert an. "Ich stelle mir ganz witzig vor!", sagte Anja, "ich komme auf jeden Fall mit!" "Ja, du hast ja keine Ansprüche!", Sandra sah spöttisch zu Anja. "Du musst es ja wissen!", entgegnete Anja. Aber Sandra fuhr ungeirrt fort: "Seid mir nicht böse, aber Kultur ist einfach nichts für mich. Ich lege mich schon einmal an den Strand. Will mich jemand begleiten? Vielleicht du Nicky?" Sie legte Nicky eine Hand auf das Knie. Anja schluckte. Sandra hatte es auf Nicky abgesehen und jetzt baggerte sie ihn hemmungslos an. Ihr war zum Heulen zu Mute. Bestimmt würde Nicky lieber mit Sandra gehen... "Ich meine wir müssen nicht alle in die Stadt gehen", meinte Mark. "Quatsch, ich habe doch gesagt, dass ich mit komme!", widersprach Anja. Kian, Shane, Bryan und Kerry stimmten ihr zu. Und selbst Molly rief: "Mit Onkel Mark gehen!!!" "Was ist mit dir Nicky?", wollte Mark wissen. Nicky sah zu Anja, doch die tat, als ob sie ganz mit dem Schmieren ihres Brötchens beschäftigt wäre. Wenn Nicky ganz ehrlich zu sich war, wollte er auf keinen Fall mit Sandra alleine sein, denn ihre offene Anmache missfiel ihm gründlich. "Ich komme auch mit in die Stadt. Deine Tour, Mark, lass ich mir nicht entgehen. Sorry Sandra, ich hoffe du verstehst mich...", sagte er. Sandra warf ihm einen enttäuschten Blick zu, doch dann hatte sie ihre Masche wieder voll drauf. "Na ja ich kann ja niemanden zu seinem Glück zwingen, ich warte auf euch am Strand, okay?", sagte sie zuckersüß. Die anderen waren einverstanden. Nicky sah zu wieder zu Anja. Jetzt umspielte ein kleines Lächeln ihre Lippen während sie sich mit Kerry unterhielt. Nicky konnte nicht sagen warum, aber Anja war etwas besonderes. Jedenfalls für ihn. Er hatte die Stunden am frühen Morgen mit ihr wirklich genossen...

Chapter 6

Nach dem Frühstück half Anja Kerry Molly für den Stadtrundgang fertig zumachen. Das hieß sie mussten Molly, ein paar andere Sachen anziehen und ihr ihren Sonnenhut aufsetzten. Molly hatte ihren Spaß und Kerry und Anja hatten ihre Mühen bis Molly komplett fertig war. "Danke, dass du mir geholfen hast!", seufzte Kerry. "Ist doch keine Uhrsache. Echt nicht! Ich mag Molly!", erklärte Anja. "Kannst du mir dann noch einen kleinen Gefallen tun und mit ihr schon mal zu den Jungs gehen? Ich bin schon wieder so durchgeschwitzt, dass ich mich jetzt auch umziehen muss", bat Kerry. "Aber klar doch!", Anja nahm Molly auf den Arm und ging mit ihr in Richtung Tür. "Du Anja", sagte Kerry, "lass dich nicht von Sandra irritieren. Sie wird es schon nötig haben sich so auf zuführen!" Anja nickte und verließ mit Molly das Zimmer. "Anja?", Molly schlang ihre kleinen Ärmchen um Anjas Hals, "da ist die komische Tante…!" "Wen meinst du?", Anja sah Molly ernst an. "Da!", Molly streckte einen Arm aus. Anja drehte sich um. Hinter ihr stand Sandra und sah sie finster an. "Stör dich nicht an ihr !", flüsterte Anja Molly ins Ohr und wollte an Sandra vorbei gehen, doch die hielt sie fest. "Du glaubst doch nicht, dass die Jungs lange auf deine Ich-bin-ganz-toll-Tour reinfallen?", meinte Sandra gehässig. "Im Gegensatz zu dir bin ich normal. Ich ziehe keine Tour ab!", gab Anja zurück, "und ich denke nicht, dass du mit deiner dummen Anmache bei den Lifern besser ankommst!" "Ach bist du eifersüchtig, dass Nicky so irritiert auf meine kleinen Hinweise reagiert hat? Tja da hast du keine Chance, denn ich habe ihn schon so gut wie an der Angel! Erinnerst du dich noch was ich gesagt habe? Er ist es und ich werde ihn bekommen! Und jetzt entschuldige mich! Ich muss mich für den Strand fertig machen…", Sandra lächelte Anja noch mal überheblich zu und ging an ihr vorbei zu ihrem Zimmer. Anja ging mit Molly schnell weiter. Sie ärgerte sich maßlos über diese blöde Kuh. Aber sie wusste, dass Sandra ihr wirklich gefährlich in Bezug auf Nicky werden konnte...

Inzwischen war sie an der Rezeption angekommen, wo Bryan, Nicky, Shane, Kian und Mark warteten. Molly streckte ihre Arme gleich nach ihrem Daddy aus. "Wo ist Kerry?", fragte Bryan Anja. "Sie wollte sich noch kurz umziehen!", gab Anja Auskunft, "sie wird gleich kommen!" "Daddy?", Molly sah Bryan an, "wir haben eben so eine komische Tante gesehen!" "Was?", Bryan lachte leicht. "Wen meint sie, Anja?", wollte Bryan wissen. "Sie meint Sandra, aber das hat sie nicht von mir. Echt!", beteuerte Anja. "Aber Molly hat Recht", sagte Shane plötzlich, "sie ist echt ein bisschen komisch... Ich kann noch nicht sagen warum, aber ich habe irgendwie so den Eindruck...!" In diesem Moment kam Kerry angelaufen. "Na endlich Schatz!", Bryan legte seinen Arm um Kerry. "Können wir dann los?", fragte Mark. Die anderen waren einverstanden und gingen in Richtung Naxos-Stadt.

"So jetzt kommt der letzte Punkt meiner Tour!", kündigte Mark an und wies mit einer Hand auf ein Tor aus Säulen, "dies ist das Tempeltor von Naxos! Es wurde ursprünglich für einen Tempel gebaut, von dem heute, aber nur noch das Tor übrig ist! Man kommt nur über eine Art Steg zu der kleinen Halbinsel mit dem Tor!" Mark zeigte jetzt auf einen schmalen und instabilwirkenden Pfad. "Und der hält?", Kerry sah Mark skeptisch an. "Ich hoffe doch, aber wenn ihr nicht darüber laufen wollt, dann müsst ihr schwimmen!!!", meinte Mark. "Na dann los! Glaubt ihr, wir können Mollys Karre hier ein paar Minuten stehen lassen?", wollte Bryan wissen und nahm seine Tochter aus dem Buggy. "Ich denke schon", meinte Shane, "wir haben ja von dort ziemlich viel im Blick!!!" "Dann lasst uns gehen!", Mark machte eine einladende Bewegen in Richtung des Steges. Nicky lachte: "Nee Mark, du bist der Reiseführer du gehst vor!" "Also gut, so instabil kann der Steg ja gar nicht sein!", seufzte Mark und setzte seinen Fuß auf den ersten Stein. Hinter ihm kamen Shane, Kian, Bryan mit Molly, Kerry, Anja und Nicky ging als letztes hinter her. Es war doch ziemlich schwierig den Steg zu überqueren, weil er durch die Wellen, die darüber gespült wurden, ziemlich rutschig war. Sie hatten circa dreiviertel des Weges geschafft, als Anja plötzlich ausrutschte und das Gleichgewicht verlor. Sie machte sich schon gefasst, dass sie sich im Wasser wiederfinden würde, als sie in Nickys Armen landete. "Hey, du musst aufpassen!", grinste Nicky sie an, "aber du hast ja noch mal Glück gehabt, dass ich hinter dir stand!" "Danke!", Anja war etwas verlegen. "Nichts zu danken!", Nicky lächelte, "dich in den Armen zuhalten ist ja eigentlich angenehm, ich glaube Bryan hätte ich nicht gehalten." Anja spürte wie ihr Herz heftig gegen ihre Brust schlug. Es war wunderschön gewesen in Nickys Armen zu liegen. "Komm", Nicky stieß Anja sanft an, "lass uns weiter gehen! Die anderen sind schon alle drüben. Oder bist du noch so geschockt, dass du im Moment unfähig bist zu laufen? Dann muss ich dir wohl helfen!" Ehe Anja es verneinen konnte, hatte Nicky sie schon hoch gehoben und trug sie über den restlichen Steg. Anja lachte. "Hey, dass du so ein Gentleman bist, hätte ich nicht gedacht!", meinte Anja. "Tja, ich konnte dich dort doch nicht stehen lassen, das wäre zu schade gewesen!", entgegnete Nicky, "wo sind denn die anderen?" "Die sind schon da vorne bei dem Tor", Anja zeigte mit dem Finger zu dem Tor. Mark erklärte gerade die Bedeutung des Tors. Nicky und Anja gesellten sich zu den anderen, die Mark zu hörten. Kerry warf Anja einen überraschten Blick zu, als sie Anjas Strahlen sah. "So mehr wäre dazu nicht zu sagen!", schloss Mark seinen Bericht. "Großes Kompliment, Mark!", Kian schlug seinem Bandkollegen mit der Hand auf die Schulter. "Ein Lob von Kian?!", Mark grinste Kian an, "wer hätte das gedacht! Und wie hat dir meine Tour gefallen, Anja? Ich meine du bist ja sozusagen die Ehrenperson hier!" "Sehr gut, Mark!", Anja lächelte, "als ich euch letzte Woche im Fernsehen gesehen habe hätte ich nie gedacht, dass du dich für Griechenland interessierst!" "Wir sind halt voller Überraschungen!", scherzte Bryan, "die wenigsten wissen etwas über unsere geheimen Vorlieben!" Dabei sah er Nicky an. Nicky wurde leicht rot. "Ich guck mal wie weit die Halbinsel ins Meer geht!", rief er und ging in Richtung Wasser. Bryan warf den anderen Westlifern einen vielsagenden Blick zu.

Wenig später machte sich die Gruppe auf den Rückweg. "Ich bin dafür, dass wir jetzt an den Strand gehen!", meinte Kian, "ich brauche jetzt erst mal eine Abkühlung!!!" "Und was ist mit Essen?", wollte Bryan wissen. "Ach Bryan, musst du immer ans Essen denken?", Mark lachte, "ich finde es viel zu heiß um jetzt etwas Warmes zu essen!" "Wer sagt denn, dass es irgendetwas Warmes sein soll?", Bryan war gespielt empört, "ich habe so ein Eis gedacht!" "Das ist ja wieder eine gute Idee von meinem Schatz!", Kerry lächelte, "ein Eis käme mir jetzt auch gelegen!" "Wollt ihr anderen auch ein Eis?", fragte Shane. Alle bis auf Mark bejahten dies und so suchten sie erst eine Eisdiele. Dort bestellten alle. "Und jetzt ab zum Strand!", meinte Kian, "ich schwitze mich tot!" Diesmal waren alle ausnahmslos einverstanden.

"Was ist das Komisches?", Nicky deutete grinsend auf Anjas grünes Eis. "Das ist Apfeleis, mein Lieblingseis!", erklärte Anja, "hast du das noch nie probiert?" "Nee ich bleibe eigentlich meinem Schokoeis treu!", Nicky lachte, "aber es schadet ja nie etwas Neues zu probieren, darf ich mal probieren?" Anja hielt ihm die Waffel hin. "Mhm, lecker!", Nicky schaute zufrieden. "Jetzt musst du mich auch mal von deinem probieren lassen", forderte Anja lachend. "Wie Madame wünschen!", Nicky hielt Anja sein Eis hin , zog es aber gerade als sie lecken wollte weg und hielt es in die Höhe. "Hey Nicky, das ist gemein!", Anja versuchte seinen Arm herunterzuziehen. Nicky grinste und hielt das Eis weiter nach oben. "Wegen dir werde ich jetzt vielleicht verhungern!", Anja sah Nicky gespielt beleidigt an. "Das kann ich natürlich unter keinen Umständen zulassen!", Nicky tat bestürzt und hielt Anja sein Eis hin, dass sie endlich probieren konnte. "Würdet ihr jetzt vielleicht auch kommen, wir wollten zum Strand!", Shane stieß Nicky in die Seite. "Ist schon gut, wir kommen ja!", Nicky nickte Shane zu, "Anja kommst du?"

Chapter 7

Der Strand war in der Mittagszeit ziemlich voll und die sieben inklusive Molly machten sich auf die Suche nach Sandra, die irgendwo auf sie wartete. Endlich hatten sahen sie sie. Sandra hatte es sich unter einem Sonnenschirm gemütlich gemacht, aber als sie die anderen sah sprang sie auf und fiel allen , zumindest den Boys, einmal um den Hals. Doch sonderlich begeistert wirkten alle nicht. "Ich springe erst mal ins Wasser!", meinte Kian und zog sich sein T-Shirt über den Kopf. "Ich komme mit!", stimmte Mark ihm zu und Nicky und Bryan nickten. "Was ist mit dir Anja?", fragte Nicky. "Ich komme auch mit. Ich muss mir nur noch gerade meine Sachen ausziehen!", erklärte Anja. "Ihr wollt jetzt schon ins Wasser?", fragte Sandra und zog dabei die Augenbrauen nach oben, "wollt ihr nicht erst mal ein bisschen relaxen? Ich meine wir haben doch alle Zeit der Welt!" "Nee, ich muss jetzt ins Wasser!", Kian lief in Richtung Meer. Nicky, Mark, Bryan und Anja folgten ihm. Kerry zog Molly ihren kleinen Badeanzug an und Shane legte sich platt in die Sonne. "Wie können die jetzt ins Wasser gehen?", Sandra schüttelte sich, "und Anja muss sich ja gleich wieder bei ihnen einschleimen. Ich finde es widerlich!" "Was hast du eigentlich für ein Problem?", fuhr Kerry Sandra an, "Anja benimmt sich ganz normal, vielleicht solltest du dich mal an deiner eigenen Nase packen und überlegen, wer hier ne Show abzieht!" "Ich sehe keinen Anlass mich mit dir weiter zu unterhalten!", Sandra schloss die Augen und drehte sich von Kerry weg.

Anja war währenddessen mit Kian, Bryan, Nicky und Mark im Wasser und alberte mit ihnen herum. Plötzlich waren alle vier verschwunden. Anja ahnte, dass sie etwas vorhatten, aber was? Plötzlich spürte sie einen Ruck an ihrem Bein und im nächsten Augenblick wurde sie in die Tiefe gezogen. Anja strampelte und versuchte sich von, wie sie feststellte, Nicky und Bryan loszukommen. Prustend tauchte sie schließlich auf. "Das gibt Rache!", rief sie und spritzte Nicky und Bryan mit Wasser voll. So ging das immer hin und her, bis die Fünf erschöpft ans Ufer zurück schwammen und zu den anderen zurück kehrten.

"Na habt ihr euch amüsiert?", fragte Kerry, "ihr seht irgendwie ziemlich fertig aus, besonders du Anja!" "Ich musste mich ja auch gegen Vier wehren!", Anja lachte. "Was habt ihr mir Anja angestellt?", Shane sah seine Bandkollegen an. "Wir haben nur ein bisschen ihre Wassertauglichkeit getestet!", Nicky grinste. "Ach du!", Anja warf ihr Handtuch nach ihm und lachte. "Aber sie hat sich ganz gut gehalten!", Kian nickte Anja zu. Nicky hatte sich inzwischen wie alle anderen auch auf ein Handtuch gelegt. Nach einiger Zeit stand Sandra auf und ging zu Nicky. "Du bist ja ganz rot auf dem Rücken!", rief sie übertrieben laut, "ich glaube du brauchst dringend eine Portion Sonnencreme!" Bevor Nicky reagieren konnte, saß Sandra schon auf seinem Rücken und verteilte Sonnencreme darauf. Anja vermied es in die Richtung der beiden zu sehen und tat so als ob sie in ihr Buch vertieft wäre. Nicky fühlte sich auch nicht wohl in seiner Haut. Er wollte nichts von Sandra eingecremt werden, weil ihm irgendetwas nicht an ihr gefiel. Sie war ganz hübsch, keine Frage, aber Anja gefiel ihm tausend Mal besser. Mit ihr konnte er richtig viel Spaß haben, aber auch, wie er in der kurzen Zeit festgestellt hatte, reden. Anja war etwas besonderes für Nicky, das wusste er. Also schob Nicky Sandra von seinem Rücken und sagte: "Ich glaube das wäre vergebene Mühe, Sandra. Ich wollte sowieso gerade in den Schatten." Damit stand er auf und setzte sich zu Kian auf eine Liege, die unter dem Sonnenschirm stand. Sandra war nun ziemlich sauer, dass Nicky nicht auf ihre Versuche, ihm näher zukommen, einging. Sie hatte das Gefühl, dass er ihr überhaupt nicht nah seien wollte. Und dies ärgerte sie gewaltig. Ziemlich beleidigt ging sie wieder zu ihrem Liegeplatz zurück.

Es wurde ein ziemlich fauler Nachmittag. Alle faulenzten und gingen hin und wieder ins Wasser. Am späten Nachmittag gingen sie wieder in Richtung Hotel. Dort setzten sie sich noch ein wenig an die Poolbar und besprachen, was sie am Abend unternehmen wollten. "Ich wäre dafür, dass wir erst richtig schön essen gehen!", meinte Bryan. "Das konnte nur von dir kommen, Bry!", Mark lachte. "Und was machen wir dann?", wollte Anja wissen. "Ich schlage vor wir gehen irgendwohin, wo wir richtig abfeiern können!", meinte Kian, "mir wäre so danach!" "Das ist doch eine gute Idee", schaltete sich Sandra ein, "so richtig schön Party!" "Und was machen wir mit Molly?", fragte Kerry, "ich meine zur Not könnte ich auch im Hotel bleiben. Ich meine Molly kann ja nicht alleine bleiben?" "Mach dir mal keine Sorgen Schatz!", Bryan legte einen Arm um Kerry, "ich habe an der Rezeption erfahren, dass es hier so eine Art Betreuung für Kinder gibt, auch abends. Ich denke ein oder zweimal geht das doch, oder? Wir müssen ja nicht erst um vier Uhr morgens wieder kommen!" Kerry war einverstanden. Die acht beschlossen sich um halb acht wieder in der Hotelrezeption zu treffen. Bis dahin wollten sie duschen oder sich einfach noch ein bisschen auszuruhen.

Chapter 8

Anja stieg aus der Dusche und schlang ein Handtuch um ihren Körper. Mit den Gedanken war sie bei Nicky. Sie konnte an nichts anders mehr denken. Wenn sie die Augen schloss, sah sie ganz deutlich seine blauen Augen und sein Lächeln vor sich. Anja wusste, dass sie sich in Nicky verliebt hatte, denn sie konnte das Gefühl in ihrem Bauch nicht leugnen. Doch sie hatte Zweifel. War es denn überhaupt möglich, dass Nicky die gleichen Gefühle für sie hatte? Es konnte doch genauso gut sein, dass er nur einen schönen Urlaub mit einem netten Flirt haben wollte... Anja vermutete dies eher. Doch gleichzeitig wuchs ihr Wunsch, dass er sie gern haben könnte, ins Unermessliche. Gedankenverloren trocknete Anja sich ab und überlegte sich ihr Outfit für den Abend. Nach einiger Zeit entschied sie sich für ein dunkelblaues Top mit chinesischen Schriftzeichen und eine hellblaue Jeans. Dann schminkte sie sich noch etwas. Anja war gerade fertig, als es an ihrer Tür klopfte. Sie öffnete. Vor ihr stand Shane. "Hi, ist es schon so spät???", wollte Anja wissen, "wartet ihr schon?!" Shane lachte: "Ach Unsinn!!! Ich wollte einmal mit dir reden!" "Ich bin gleich fertig!", Anja schnappte sich ihre Tasche und schloss die Tür hinter sich, "setzen wir uns an den Pool?" Shane war einverstanden. Sie gingen zusammen zum Pool und setzten sich dort an einen Tisch. "Gefällt es dir hier?", wollte Shane von Anja wissen. Anja nickte. "Ja, hier ist es total schön!", sagte Anja. "Das freut mich!", Shane lächelte, "und was hältst du von uns?" "Wie soll ich das denn verstehen?", Anja grinste. "Sind wir für dich totale Idioten und kommen im Fernsehen immer total sympathisch rüber oder halt so ähnlich...", Shane grinste zurück. "Mal ernst, ich finde ihr seid, wie ich mir euch immer vorgestellt habe. Total nett und richtig coole Kumpels!", Anja lächelte. "Wir alle?", fragte Shane weiter. "Wie jetzt?", Anja lief ein kalter Schauer über den Rücken, sie wusste natürlich genau was Shane gemeint hatte, aber wie kam er darauf. Hatte er etwas von ihren Gefühlen für Nicky gemerkt. Sie war doch überhaupt nicht auffällig gewesen. "Ich meinte, ob du jemanden von uns mehr als nur nett findest?", Shane sah Anja an. "Wie kommst du darauf?", Anja fühlte unsicher. "Ich kenne doch unseren Nicky. Ich habe ihn seit seiner Trennung von Georgina nicht mehr so fröhlich gesehen, wie wenn er mit dir zusammen ist. Und ich wollte dich fragen, wie du über Nicky denkst. Ich meine ihr kennt euch noch nicht lange, aber ihr wirkt schon so als ob ihr euch ewig kennen würdet!", Shane schaute erwartungsvoll zu Anja . "Ich mag Nicky...", Anja seufzte, "sogar mehr als du dir vorstellen kannst!" Erschrocken stoppte sie. "Hey, das ist doch vollkommen in Ordnung!", beruhigte Shane sie, "ich wollte es nur wissen, weil ich denke, dass Nicky dich auch mag und nicht nur als Flirt." Anja sah Shane an als ob er keinen Kopf mehr hätte. "Du meinst...?", fragte sie ungläubig. "Ich meine...", Shane lächelte, "ich weiß es nicht 100%tig, weil Nicky sich hüten würde es an die große Glocke zu hängen, wenn er sich verliebt. Aber sein Verhalten spricht Bände!" "Das könnte aber auch etwas mit Sandra zutun haben", meinte Anja unsicher. Shane lachte laut auf: "Oh nein, Sandra ist niemals der Typ von einem von uns und Nickys Typ schon gar nicht!" "Shane, ich habe eine Bitte. Dieses Gespräch bleibt unter uns!", sagte Anja, als sie Kian, Bryan, Nicky und Mark näher kommen sah. "Alles klar und bitte auch kein Wort zu Nicky! Ach ja, Anja wenn du mal über etwas reden willst, ich bin da!", Shane lächelte. Anja nickte. Sie war total durcheinander durch das Gespräch mit Shane. Was war, wenn es stimmte, was Shane gesagt hatte. Sie und Nicky... Anja wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sich die anderen Lifer zu Shane und ihr an den Tisch setzten. "Du bist glaube ich die einzigste weibliche Person, die nicht Stunden im Bad verbringt!", stellte Bryan fest, "Kerry ist noch nicht fertig und Sandra anscheinend auch nicht." Anja lachte. Sie spürte, dass Nicky sie ansah und wurde ein bisschen verlegen. "Was habt ihr für den Abend geplant?", wollte sie von den Lifern wissen. "Wir haben vorhin in der Stadt eine Karaokebar gesehen!", gab Kian Auskunft. "Da wollten wir hin, nach dem wir etwas gegessen haben!", Nicky lachte. "Das wird bestimmt lustig!", Anja lächelte. In diesem Moment kam Kerry. "Na ihr!", grüßte sie in die Runde, umarmte Bryan von hinten und küsste ihn auf die Wange, "können wir los?" "Sandra fehlt noch!", meinte Mark. Alle anderen nickten. Doch fünf Minuten später erschien Sandra. In einem super kurzen Minirock und einem knappen Top. Anja verzog das Gesicht. "Dann wären wir soweit!", Nicky stand auf, "wir können los!" "Wo wollen wir eigentlich hin?", fragte Sandra. "In eine Karaokebar!", erklärte ihr Bryan, "und vorher etwas essen!" "Das hört sich ja total gutem Programm an!", Sandra lächelte den Lifern und besonders Nicky verführerisch zu, ging zu Nicky rüber, hackte sich bei ihm ein und flötete: "hast du nicht vor Westlife immer an Karaokewettbewerben mit gemacht?" Anja wandte sich leicht ab. Shane hatte sich bestimmt geirrt. Sandra sah nun mal total gut aus und dagegen konnte sie nicht ankommen. Anja biss sich auf die Lippe. Kerry stieß sie aufmunternd in die Seite: "Ich glaube nicht, dass er sie mag!" "Was, wieso?", Anja sah Kerry irritiert an. "Ach komm, ich weiß, dass du in Nicky verliebt bist!", grinste Kerry. "Woher?", fragte Anja. "So was merke ich sofort!", Kerry lächelte, "aber von mir erfährt keiner ein Wort. Und ich weiß nicht, aber Nicky scheinst du auch nicht egal zu sein! Was ich so von Bryan gehört habe!" "Wieso habe ich dann das Gefühl, dass er Sandra viel lieber mag?", fragte Anja unsicher. "Nein das ist garantiert nicht so, hast du denn nicht die Unterschiede bemerkt, wie Nicky sich gegenüber dir verhält und wie Sandra. Ich weiß auch, dass den Jungs Sandra auch ziemlich auf die Nerven geht", erzählte Kerry. Anja wollte etwas erwidern, doch da hörten sie Bryans Stimme: "Anja, Kerry? Wo bleibt ihr?" "Komm es wird bestimmt ein toller Abend!", Kerry lächelte Anja zu. Zusammen liefen sie in Richtung der anderen.

Chapter 9

"Und jetzt in die Karaokebar!", rief Bryan, "ich habe das ewig nicht mehr gemacht! Weißt du noch Nicky, wie wir uns das erste Mal bei so einer Veranstaltung mitgemacht haben? Das war noch vor Westlife!" "Klar!", Nicky lachte und wandte sich dann an Anja, "weißt du schon was du singen willst?" "Eigentlich nicht...", antwortete Anja. "Wollen wir dann zusammen was singen?", wollte Nicky wissen. "Keine schlechte Idee!", Anja lächelte Nicky zu. "Was für ein Lied schlägst du vor?", Nicky sah Anja an. "Ich hätte da so eine Idee!", Anja grinste, "das Lied ist was ganz anderes was du jemals gesungen hast!" "Ist in Ordnung!", Nicky lächelte, "ich bin vielseitig!" "Okay, aber sag nicht, dass ich dich nicht vorher gewarnt hätte! Was hältst du von Dilemma von Nelly feat. Kelly Rowland ?", schlug Anja vor. "Hey, das wäre doch mal was. Ich bin dabei!", Nicky grinste. "Was habt ihr schon wieder für Geheimnisse???", Shane grinste von Nicky zu Anja. "Tja du wirst dich noch gedulden müssen bis du das erfährst!", Nicky sah Shane verschmitzt an. "Na dann lasst uns rein gehen!", Shane hielt Anja die Tür auf, "die anderen sind schon drinnen und suchen uns einen Tisch."

Die Karaokebar war toll. Es herrschte eine Wahnsinnstimmung schon als die Acht hereinkamen. "Wollen wir uns erst anmelden, dass kein anderer unser Lied singt?", flüsterte Nicky Anja zu. Anja nickte und Nicky zog sie zu einem Tisch, an dem ein Mann saß und die Wunschsongs aufschrieb. Die beiden hatten Glück und der Song war noch nicht belegt. "Wenn sie wollen könnt ihr gleich als nächstes singen!", schlug der Mann vor. "Los, lass uns das machen. Das wird bestimmt total lustig!", Nicky lächelte Anja an. Anja bekam bei dem Blick ganz weiche Knie, doch ihr gelang es ihr zurückzulächeln. "Freu dich nicht zu früh. Mit meinen Gesangskünsten ist es nicht weit her!", warf Anja ein. "Jetzt sei doch nicht so bescheiden. Wenn du genauso bezaubern singst, wie deine Stimme klingt, dann ist doch alles in Ordnung!", Nicky grinste, "komm wir der Mann hat uns das Zeichen gegeben!"

Wenige Minuten später standen Nicky und Anja auf der kleinen Bühne der Bar. "Du wirst es nicht glauben, aber ich bin aufgeregt!", flüsterte Anja. "Keine Panik, das vergeht gleich!", Nicky drückte ihren Arm. Dann fing die Musik an zu spielen. Und Anja begann zu singen: Nelly I love you, Nelly I need you

Währendessen am Tisch bei Bryan, Kian, Shane, Mark, Kerry und Sandra. "Das gibt’s doch nicht! Nicky und Anja mit Dilemma", lachte Bryan. "Ich wusste gar nicht, dass Nicky rappen kann", Mark lachte auch. "Ich finde die beiden machen eine total coole Show." "Irgendwie passen die beiden total gut zusammen!", meinte Kerry plötzlich, "es passt einfach!" "So was kannst auch nur du behaupten!", giftete Sandra, der die ganze Situation gehörig gegen den Strich ging, "ich möchte mal wissen wie sie das geschafft hat. Und ganz nebenbei kann Anja nicht singen. Es ist überhaupt peinlich!" "Weißt du was?", Shane sah Sandra ärgerlich an, "die einzige Person, die sich hier peinlich aufführt bist du. Du stellst dich wegen jedem bisschen an. Ich meine, wenn das dir hier alles nicht passt warum hast du dann erst bei diesem Wettbewerb mitgemacht?" Sandra sah Shane erstaunt an. "Ich meine wir haben uns echt Mühe gegeben, aber ich glaube du hattest ein ganz anderes Bild von uns!", fügte Kian hinzu. "Wisst ihr was, wenn das so ist, dann gehe ich jetzt!", zischte Sandra, "ich hätte nicht gedacht, dass ihr so seid! Ich frage mich nur, wie ihr Stars geworden seid!" Damit erhob sie sich und rannte aus der Bar.

Nicky und Anja hatten von der Auseinandersetzung nichts mitbekommen. Sie waren beschäftigt die letzten Töne von Dilemma zusingen. Anja war total glücklich Nicky an ihrer Seite zu spüren. Sie hatte das Bedürfnis Nicky von ihren Gefühlen von ihr zu erzählen, aber sie fragte sich ob es der richtige Zeitpunkt war. "Komm!", Nicky berührte leicht Anjas Arm, "wir feiern unseren Auftritt! Du warst überings toll!!!"

Chapter 10

Er beugte sich über sie , sie konnte in seine tiefblauen Augen schauen und Sekunden später küssten sie sich. Sie konnte ihn "Ich liebe dich!" sagen hören. Bevor sie wieder in einem langen Kuss versanken...

Widerwillig öffnete Anja die Augen. Sie wollte den Traum in dem sie und Nicky die Hauptrolle gespielt hatten solange wie möglich hinaus zögern. Aber sie war wach und so viel Mühe sie sich gab sie konnte nicht mehr einschlafen und den Traum weiter träumen. Anja setzte sich also auf und sah auf ihre Armbanduhr und sprang beinahe aus dem Bett es war Viertel vor Zehn und um zehn wollte sie sich mit den Jungs und Kerry beim Frühstück treffen. Schnell zog sie sich an und lief in Richtung Terrasse. Dort saßen schon alle mit Ausnahme von Sandra, aber die vermisst Anja nun wirklich nicht. "Na du, Langschläferin?", rief Nicky und lächelte Anja entgegen. "Es war gestern ja auch spät!", entgegnete Anja. "Du meinst wohl heute morgen!", Mark lachte. Anja strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, nickte lächelnd und setzte sich auf einen freien Stuhl. Gerade als Sandra auf der Bildfläche erschien. Sie war fast gar nicht wieder zu erkennen. Sie hatte sie nicht das kleinstes Bisschen aufgetakelt. Etwas zurückhaltend kam sie zum Tisch. "Guten Morgen!", sagte sie. Die anderen sahen hoch. "Morgen Sandra", murmelte Shane und die anderen taten es ihm gleich. Dann gingen alle nach einander zum Frühstücksbuffet. Anja war immer mehr erstaunt, als sie sah, dass Sandra ebenfalls aufstand und sich etwas zum Essen holte. Konnte sich ein Mensch über Nacht so verändern? Sandra hatte außer dem guten Morgen noch nichts von sich gegeben weder einen Annäherungsversuch auf Nicky gestartet. Anja grübelte immer noch, als sie mit ihrem Teller schon wieder an dem Tisch saß. Doch Sandra riss sie aus ihren Gedanken. "Ich möchte euch etwas sagen!", fing sie an. Alle sahen erwartungsvoll zu Sandra. "Ich möchte mich bei jedem von euch, also Nicky, Shane, Kian, Bryan, Mark, Kerry, Anja und Molly, entschuldigen, dass ich mich so unmöglich aufgeführt habe. Ich weiß auch nicht, wie ich mich so benehmen konnte! Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen!", meinte Sandra und blickte in die Runde. Die anderen schwiegen einen Moment und sahen einander an. "Ist schon okay!", meinte Bryan, "nur dein Verhalten war eben blöde!" Die Lifer stimmten ihm zu. "Und ihr beide Kerry und Anja?", wollte Sandra wissen, "kommt schon, ich weiß, dass ich nicht fair war!" Anja seufzte: "An mir soll es nicht liegen!" Kerry nickte. "Dann ist ja alles in Ordnung!", Sandra strahlte. "Was habt ihr heute vor?", wollte Anja wissen. "Ich wäre für einen faulen Strandtag!", rief Kian. "Also ich bin auch dafür!", meldete sich Nicky. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Es war ein erholsamer Tag und alle hatten viel Spaß und sogar Sandra, wie Anja erstaunt feststellte konnte ganz normal sein. Aber sie hatte eh nicht soviel mit ihr zu tun, weil sie die meiste Zeit mit Nicky beschäftigt war. Er wich keine Minute von ihrer Seite, ging mit Anja schwimmen, cremte ihr den Rücken ein und unterhielt sich mit ihr. Anja hatte die ganze Zeit weiche Knie und die Gedanken in ihrem Kopf fuhren Karussell. Gegen fünf Uhr beschlossen Anja, Kerry und Sandra schon einmal ins Hotel zu gehen. Sie hatten gerade ihre Sachen zusammen gepackt und wollten los gehen als Nicky zu Anja kam. "Du können wir uns später vielleicht an dem Stein, wo wir gestern waren, treffen? Ich wollte einmal mit dir reden!", bat Nicky leise, "so um acht?" Anja lächelte und nickte: "Ist okay, ich werde da sein!" Nicky strahlte.

Chapter 11

Nachdem Anja geduscht hatte, setzte sie sich an die Poolbar und relaxte ein bisschen. Innerlich war sie aufgeregt. Nicky wollte mit ihr reden. Was wollte er ihr sagen? Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch als sich Sandra und ein schwarzhaariger Typ sich neben sie setzten. "Hi Anja!", Sandra lächelte ihr zu, "darf ich dir José vorstellen???" "Hi!", grüßte Anja. Der Typ gefiel ihr nicht besonders. Er schien eine ganze Tube Gel in den Haaren zu haben und sein billiges Aftershave konnte man meilenweit riechen. "Wie sieht’s aus?", sprach Sandra weiter, "trinkst du mit uns einen Drink?" Sie hielt Anja ein Glas entgegen. "Na ja, ich muss gleich los...", wandte Anja ein. "Hey nur ein Glas! Auf dass wir uns vertragen haben!", Sandra klimperte mit den Wimpern. "Na gut", Anja streckte die Hand aus und nahm den Drink. Sie trank einen Schluck. Das Zeug war ziemlich stark und Anja hatte vor Aufregung noch nichts gegessen, so schlug ihr der Alkohol, obwohl sie sonst einiges vertrug , sofort zu Kopf. Doch sie ließ sich nichts anmerken und trank noch einen Schluck. Nach einigen Minuten sagte Sandra, sie müsse kurz auf die Toilette und verschwand. Anja hatte gerade ihr Glas leer und wollte aufstehen. "Du willst doch noch nicht gehen?", José sah sie enttäuscht an. "Ich muss weg!", brachte Anja mit Mühe über die Lippen und kicherte. Sie war schon sehr beschwippst. "Wann denn?", fragte José und hielt Anja am Arm fest. "Um...um acht!", brachte Anja hervor. "Dann hast du ja noch Zeit!", José schob Anja wieder auf ihren Stuhl, "und kannst noch etwas trinken!" "Aber nur noch einen alkoholfreien Drink!", meinte Anja und lachte wieder. Sie fühlte sich aber überhaupt nicht fröhlich. Alles drehte sich irgendwie. Nach drei weiteren Drinks sah sie irgendwie alles doppelt. Plötzlich fiel ihr Nicky ein. "I...ccchhh musss zummm STTTRAnd!", lallte sie. "Du willst zum Strand?", José legte ihr einen Arm um die Schulter und grinste, "okay lass uns gehen, babe."

In der Zwischenzeit wartete Nicky auf Anja. Wo war sie bloß? War etwas passiert oder hatte sie ihn nur vereimert? Machte sie sich denn so wenig aus ihm? Enttäuscht sank er auf einen Stein. Inzwischen war es schon halb neun, es war unwahrscheinlich, dass sie noch kam. Doch dann sah er eine Gestalt auf ihn zukommen. Nicky sprang auf. Doch es war nicht Anja. Die Person, die vor ihm stand war... Sandra. "Was machst du hier?", fragte sie, "du siehst so enttäuscht aus!" "Ach es ist nichts!", stieß Nicky hervor, "hast du vorhin Anja gesehen?" "Nein!", Sandra tat als ob sie scharf überlegen müsste, "doch, ich habe sie mit so einem schwarzhaarigen Typen heftig im Clinch gesehen! Wieso?" "Was sagst du da?", Nicky riss die Augen auf. "Wenn du mir nicht glaubst dann siehst dir selber an. Das Pärchen ist vorne am Strand!", Sandra deutete in eine Richtung. Nicky rannte los. Wenig später hatte er den Weg, der zum Hotel führte erreicht. Dort sah er zwei Leute und er erkannte Anja mit einem anderen. Anja hatte Nicky auch gesehen und rief: "Nnnnicky!" Nicky drehte sich nur verächtlich um und ging zu tiefst enttäuscht ins Hotel. Sandra lief ihm an Anja und José vorbei hinterher.

"Ichill zurück!", murmelte Anja und wollte sich aus Josés Umarmung losmachen. "Aber warum denn?", José hielt sie fest. "Llllass mich!", rief Anja und wankte. Zu ihrem Glück kamen gerade Bryan und Kerry mit Molly, die einen Abendspaziergang machen wollten. Sie sahen Anja mit José. Sie näherten sich den beiden. "Anja, was ist los?", Kerry schüttelte Anja. "Verschwindet!", fauchte José, "euch geht das hier nichts an!" "Brrrrryan, Kkkkerry? Nicky... mir ist so schlecht...", Anja übergab sich und sank in den Sand. "VERSCHWINDE!", schrie Bryan José an, "ich weiß nicht was du ihr gemacht hast, aber wenn du dich noch einmal in ihrer Nähe aufhältst bekommst du Ärger!" José sah den wütenden Bryan verschreckt an und lief weg. Bryan gab Kerry Molly. "Wir müssen sie in ihr Zimmer bringen. Anja hat ganz klar zu viel getrunken!", stellte er fest. Kerry nickte betroffen.

Chapter 12

Anja wachte am nächsten Morgen mit heftigen Kopfschmerzen auf. "AH", sie fasste sich an den Kopf. Anja sah Kerry neben sich sitzen, die sie besorgt ansah. "Hey, du hast ja lange geschlafen!", Kerry lachte leise. Anja richtete sich mit schmerzverzogenem Gesicht auf. "Mein Kopf fühlt sich an, als würde er jeden Moment explodieren!", stöhnte sie, "Kerry kannst du mir sagen, was passiert ist? Ich fühle mich so leer!" Kerry strich Anja über die Hand. "Das wird schon wieder. Du musst gestern einiges getrunken haben, dann mit so einem komischen Typen abgezogen sein, ich glaube er wollte irgendetwas von dir und du nicht. Zu dem Zeitpunkt sind Bryan und ich dann gekommen!", erzählte Kerry, "und der Typ ist abgehauen!" "Ah, jetzt fällt es mir wieder ein. Das war José, aber ich war doch mit ihm und Sandra an der Hotelbar. Ich habe dort ein bisschen gewartet, weil ich mich doch um acht mit Nicky treffen wollte. Sandra wollte mit mir nur etwas trinken, weil wir uns doch vertragen hatten...! Oh, ich bin so blöd!", Anja ließ sich wieder ins Bett sinken. "Nein, du warst mit deinen Gedanken schon bei Nicky und hast gar nicht mehr überlegt!", stellte Kerry richtig, "oh diese falsche Schlange. Sie wollte nie nett sein. Es war nur ein Trick um bei Nicky zu landen und dich aus dem Weg zu räumen!" "Ja, Nicky hat mich doch mit José gesehen. Ich habe das irgendwie in Erinnerung...", Anja schlug die Hände vor ihr Gesicht und fing an zuschluchzen, "er wird denken, ich mag ihn nicht und habe nur nicht den Mut ihm das zu sagen. Dabei liebe ich ihn doch!" Kerry nahm Anja in den Arm. "Shh, das wird schon, ganz bestimmt. Jetzt gehst du erst mal kalt duschen, damit du richtig klar wirst und danach gehen wir etwas essen!", schlug sie sanft vor. "Und Nicky?", Anja stand auf. "Das regelt sich schon, bestimmt!", meinte Kerry, "und jetzt unter die Dusche mit dir!"

Wenig später gingen die beiden zum Restaurant des Hotels und suchten sich einen Platz auf der Terrasse. "Was willst du essen?", fragte Kerry, "es ist zwar schon Mittag, aber vielleicht ist dir ja trotzdem nach einem Toast...!" "Ich hätte gerne eine Suppe!", meinte Anja. "Bleib sitzen, ich hole dir eine!", Kerry stand auf und ging in das Restaurant herein. Nun saß Anja alleine an dem Tisch. Plötzlich sah sie Nicky, der gerade an der Terrasse vorbei ging. Sie sprang auf. "Nicky, bitte warte!", rief sie. Nicky blieb stehen, aber sein Gesicht hatte einen kalten Gesichtsausdruck. "Was ist?", fragte er mit eisiger Stimme, die Anja erzittern lies. "Du hast gestern etwas falsch verstanden. Das war nicht so wie du denkst. Ich...", versuchte Anja zu erklären. "Ach was gab es da denn miss zu verstehen?", unterbrach Nicky sie, "es ist doch alles in Ordnung, du hast mir zu genüge bewiesen, dass du in keinster Weise an mir interessiert bist. Auch wenn ich gedacht habe, dass du nicht so feige bist und es mir so beibringen musst! Und jetzt lass mich einfach in Ruhe, ja?" "Nicky, bitte! Hör mir nur einmal zu!", flehte Anja. "Nicky?!", hörte Anja von hinten Sandras Stimme, "oh, du bist schon da? Dann lass uns gehen, oder gibt es noch etwas Wichtiges?" Nicky sah Anja noch einmal an und sagte: "Nein, gar nichts!" Damit zogen die beiden ab. Anja liefen die Tränen über die Wangen. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Sie drehte sich um. Es war Shane. Ohne ein Wort zog er sie in seine Arme. "Es tut mir so leid!", murmelte er dann. "Ich wollte ihn nicht verletzen! Ich liebe ihn! Es war nicht meine Schuld!", weinte Anja. "Das glaube ich auch nicht!", Shane nahm Anja mit zu dem Tisch, wo neben Kerry jetzt auch noch die anderen Westlifer mit Ausnahme von Nicky saßen. "Komm jetzt iss erst mal deine Suppe!", Kerry schob ihr einen Teller hin, "und dann erzählst du den Jungs erst mal was du mir erzählt hast."

"Das ist echt ein Witz!", Shane schlug mit der Faust auf den Tisch. "So etwas ist einfach unmöglich!", pflichtete Kian ihm bei. "Ich finde es schon hart, wie man sich in Menschen täuschen kann!", meinte Bryan, "es hat echt so gewirkt, als ob Sandra es ernst meinte!" Mark nickte: "Und es war die ganze Zeit nur ein Spiel!" "Und sie hat es gewonnen!", Anja schluchzte. Molly, die erst unter dem Tisch gespielt hatte, krabbelte auf Anjas Schoß und umarmte sie. "Nicht weinen, Anja!", sagte sie. Anja musste lächeln. "Ach quatsch, ich habe dir doch gesagt, dass Nicky nicht an Sandra interessiert ist!", Shane sah Anja an. "Ach ja?! Und was zieht er jetzt ab?", Anja kamen schon wieder die Tränen. "Er sieht in Sandra jetzt so eine Art Engel, der ihr die Augen geöffnet hat. Genau was sie wollte!", meinte Shane. "Wir müssen nur dafür sorgen, dass jetzt die Wahrheit ans Licht kommt", sagte Kerry. "Wir haben keine Beweise!", widersprach Anja, "und Nicky wird mir nie glauben! Hat man doch eben gesehen." "Das kommt schon alles wieder in Ordnung, glaub uns", meinte Mark, "lass uns alle mal einen Tag ausspannen und morgen sieht schon alles ganz anders aus." "Ja du machst dir, so gut es geht, heute einen schönen Tag!", schlug Kerry vor, "ich habe eine Idee, wir machen uns heute einen Frauentag mit ein bisschen Shopping. Nur Molly, du und ich!" "Und wir versuchen mit Nicky zu reden!", meinte Bryan. Anja nickte. Ihr war sowieso alles außer Nicky egal. Doch sie war den anderen dankbar, dass sie sich so lieb um sie kümmerten. Darum versuchte sie zu Kerrys Vorschlag einigermaßen fröhlich auszusehen. Wenig später ging sie mit Kerry und Molly in den Ort.

Nicky lag derweilen mit Sandra am Strand. Doch es machte ihm keinen Spaß. Er fragte sich immer noch, wie er sich in Anja täuschen konnte. Konnte es nicht anders gewesen sein? Nicky verwarf diesen Gedanken sofort. Er hatte Anja doch mit diesem Typen gesehen. Warum? In diesem Moment wurde er aus seinen Gedanken gerissen, weil er Sandras Hand auf seinem Rücken spürte. "Bist du immer noch traurig?", fragte sie und strich ihm weiter über den Rücken, "so wie Anja sich verhalten..." Weiter kam sie nicht, denn ein dunkelhäutiger Typ kam auf die beiden zu gerannt. Als er näher kam, erkannte Sandra José. Sie erschrak fürchterlich, doch im nächsten Moment hatte sie ihre Fassung wieder. "Sandra!", rief José, "wieso hältst du dich nicht an unsere Abmachungen? Warum hast du mich heute morgen sitzen lassen?" "Kennst du ihn?", fragte Nicky Sandra. "Nein, wie kommst du darauf? Ich habe ihn noch nie gesehen", Sandra spielte die Erstaunte. "Und woher kennt er deinen Namen?", wollte Nicky nun misstrauisch wissen, denn er hatte José vom Vorabend wiedererkannt. "Das kann ich erklären!", meldete sich José zu Wort. "Du wirst gar nichts!", fauchte Sandra. "Erzähl!", forderte Nicky. "Also, ich habe Sandra das erste Mal vorgestern vor der Karaokebar im Ort gesehen...", fing José an.

"...und sie hat mir versprochen, dass sie den ganzen nächsten Tag mit mir verbringt, wenn ich Anja dazu bringe, dass sie sich besäuft und ich dann mit ihr in eindeutiger Situation am Strand auftauche", schloss José. Nicky konnte nicht glauben, was er da gerade gehört hatte. "Stimmt das, Sandra?", fragte er mit schneidendem Unterton. "Nein...", stieß Sandra hervor, "was José da labert ist nichts als Mist." "Woher weißt du, dass er José heißt, wenn du ihn doch angeblich nicht kennst? Er hat es nicht gesagt!", Nicky war kurz daran auszurasten. "Ach... Nicky. Na gut ich gebe es ja zu ich habe die Sache organisiert! Aber ich habe es nur gut gemeint. Ich liebe dich. Anja ist nicht gut genug für dich. Wir sind das ideale Paar! Ich liebe dich!", Sandra schlang ihre Arme um Nickys Hals. "Lass mich!", Du bist echt das Letzte!", Nicky schüttelte Sandras Arme ab, "mit dir bin ich fertig!" Damit suchte er seine Sachen zusammen, zog sich sein T-Shirt über den Kopf. "Nicky, wo willst du hin?", schrie Sandra ihm hinterher. "Kann dir doch egal sein!", rief Nicky über seine Schulter, dann war er auch schon weg. Er wollte zu Anja. Nicky war so wütend auf sich selbst, wieso hatte er Anja nicht wenigstens für eine Minute zugehört? Warum hatte er Sandra auch nur eine Minute lang Glauben geschenkt? Atemlos erreichte er den Hotelpool, wo Bryan, Kian, Shane und Mark sich niedergelassen hatten. "Hi Jungs, wo ist Anja? Es ist total wichtig!", Nicky schrie fast. "Hey ganz langsam!", meinte Kian, " Anja ist mit Kerry und Molly im Ort." "Weißt du über Sandras mieses Spiel bescheid?", wollte Bryan wissen. "Ja", antwortete Nicky, "ich kann es immer noch nicht fassen und ich habe Anja so gemein behandelt. Dabei bedeutet sie mir so viel!" "Das renkt sich wieder ein, Kumpel", Shane klopfte auf die Schulter. "Setz dich erst mal und", schlug Mark vor, "und wenn Anja zurück kommt redest du mit ihr!" Nicky seufzte und ließ sich auf eine Liege fallen. Hoffentlich hatten seine Freunde Recht.

Chapter 13

Circa zwei Stunden später kam Kerry mit Molly wieder. Nicky sprang sofort auf. "Wo ist Anja?", fragte er Kerry. "Sie wollte ein bisschen alleine an den Strand", gab Kerry Auskunft, "aber..." "Danke!", rief Nicky und schon war er unterwegs in Richtung Strand.

Anja war zu den Steinen, wo sie mit Nicky beim Joggen Pause gemacht hatte, gegangen und hatte sich dort nieder gelassen. Sie brauchte jetzt Ruhe. Sie war immer noch traurig. Zwar hatte sie der Stadtbummel mit Kerry und Molly etwas abgelenkt, aber sie hatte es nicht vergessen oder verdrängen können. Anja wusste nicht, wie sie den restlichen Urlaub aushalten sollte, wenn Nicky sie die ganze Zeit ignorieren würde. Verzweifelt sah sie aufs Meer. Das Wasser schlug sanft gegen den Stein, auf dem sie saß. Auf einmal hörte sie ein Räuspern hinter sich. Erschrocken fuhr sie herum. Hinter ihr stand Nicky und sah sie betreten an. "Hallo Anja!", sagte er. "Hi", erwiderte sie fast tonlos. Einige Minuten hielt sie Nickys Blick stand, dann verbarg sie ihr Gesicht hinter ihren Händen und schluchzte auf. "Nicht weinen!", Nicky setzte sich neben Anja und strich ihr über den Rücken, "es tut mir so leid. Ich bin ein kompletter Idiot. Ich habe Sachen gedacht, die ich nie hätte denken dürfen. Ich habe geglaubt du hättest dir einen Spaß gemacht und ich dachte du würdest mich nicht wirklich mögen." Anja hob für einen Moment ihr Gesicht und sah Nicky in die Augen. "Und wenn es genau das Gegenteil ist, was du gedacht hast?", fragte sie. "Du meinst...?", Nicky betrachtete Anja, "was hast du gerade gesagt?" "Ist schon gut!", Anja drehte ihr Gesicht weg. Doch auf einmal spürte sie Nickys Finger unter ihrem Kinn, die sie sanft zwangen ihm in die Augen zu sehen. "Vielleicht erzähle ich dir von mir...", schlug er vor, "also ich muss dir etwas ganz wichtiges sagen. Ich habe mich in dich verliebt... Seit dem Morgen, an dem wir zusammen joggen waren, gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Es ist dieses Gefühl, dass alle anderen Sachen um eine Stufe nach hinten stellt! Ist es das was du meintest?" Nicky sah Anja tief in die Augen. "Ich...ach Nicky, mir geht es genau so, wie dir. Jedenfalls wie du es eben gesagt hast, aber...", doch weiter kam Anja nicht, denn sie spürte plötzlich Nickys Lippen auf ihren. Er küsste Anja ganz zärtlich und vorsichtig. Anja versteifte sich erst ein bisschen und zögerte eine Sekunde, aber als Nicky seine Lippen etwas öffnete und mit seiner Zunge über ihre Lippen strich, war ihre letzten Zweifel weggeräumt und sie erwiderte seinen Kuss mit Hingabe. Es dauerte eine Ewigkeit bis die beiden sich wieder von einander lösten. Sie sahen sich in die Augen. Anja lächelte Nicky an, doch dann kam ihr ein erschreckender Gedanke, der ihre Zweifel wieder erscheinen lies. "Was ist?", Nicky strich Anja über die Wange. "Nicky, meinst du es wirklich ernst?", fragte sie, "bitte sag mir die Wahrheit!" "Hey...", Nicky strich Anja über das Gesicht, "ich habe dir doch eben etwas gesagt. Du bist für mich nicht irgendein Girl. Du bist für mich hübscher als jedes andere Mädchen, du bist unheimlich nett, einfühlsam und denkst überhaupt nicht egoistisch. Du bist etwas Besonderes. Falls du denkst du bist ein Ersatz für Georgina, das ist auch nicht wahr. Diese Sache ist abgeschlossen. Ich liebe dich!" Nicky blickte Anja fest an. "Es ist nur, dass ich so wahnsinnige Angst habe enttäuscht zu werden", Anja lief eine Träne über die Wange. Nicky küsste die Träne weg. "Vertrau mir", flüsterte er. Anja nickte und bald machte sich auf ihren Lippen ein kleines Lächeln breit. "Komm her!", Nicky schloss sie in seine Arme. Anja schlang überglücklich ihre Arme um Nickys Hals. "Ich liebe dich auch", wisperte sie dich an seinem Ohr. Nicky strich ihr über die Haare. Er war so froh, dass er sie jetzt wirklich im Arm halten konnte. Anja ging es ähnlich sie hatte ihr Gesicht an Nickys Schulter gepresst und genoss Nickys Nähe. So verharrten sie einige Minuten, dann suchte Nicky wieder Anjas Lippen und die beiden versanken in einem Kuss. Diesmal war er aber leidenschaftlicher, als wären mit einem Mal alle Lasten von ihnen gefallen. Es war einfach wunderbar.

Chapter 14

"Wie lange dauert es denn sich zu versöhnen und sich auszusprechen?", fragte Bryan, "ob ich mal gucken geh, vielleicht ist ja auch was schief gegangen..." "Bryan! Wirst du aufhören den Teufel an die Wand zumalen?!", Kerry stieß ihren Mann in die Seite, "die beiden müssen sich wirklich aussprechen und das kann manchmal lange dauern. Das weißt du doch." "Woher denn?", Bryan grinste, "wir sind so ein perfektes Paar, dass es bei uns keine Streitigkeiten gibt!" Kerry lachte und küsste Bryan. "Aber Bryan hat Recht, ich finde auch, dass die beiden schon heftig lange weg sind", meinte Kian. "Ihr seid ja schlimm!", lachte Shane, "lasst den beiden doch erst einmal Zeit für sich, wenn etwas schief gegangen wäre, säße mindestens einer von beiden hier und würde todtraurig sein!" "Das leuchtet ein, Shay", Mark grinste, "und ich glaube du hast Recht!" Mark deutete auf ein Pärchen, das näher kam. "Hi!", Nicky grinste die anderen an. "Seid ihr zusammen?!", fragte Bryan ebenfalls mit einem Grinsen. "Ich weiß nicht...", Anja schaute Nicky an, "Nicky sind wir zusammen?" "Sieht nicht so aus!", Nicky drückte sie an sich. "Ihr seid fies!", rief Kian. Nicky beugte sich über Anja und küsste sie kurz. "Reicht das als Antwort?", fragte Nicky, "wir wären jetzt nämlich gerne noch ein bisschen alleine!" "Geht schon!", Kerry lachte, "ich werde schon dafür sorgen, dass die neugierigen Jungs in Frieden lassen!" Nicky und Anja winkten den andern zu und gingen in Richtung Hotelzimmer.

Vor Anjas Zimmer fragte Nicky: "Kommst du noch ein bisschen mit zu mir?" "Ja... gerne!", Anja nickte. "Na dann komm...", Nicky nahm ihre Hand und ging weiter bis zu seinem Zimmer. "Treten sie herein, my lady", er hielt Anja die Tür auf. Anja ging ins Zimmer. Sie ließ sich auf sein Bett fallen. Nicky setzte sich neben sie. "Oh Nicky kneif mich!", Anja legte ihren Kopf auf seinen Schoß, "sonst denke ich noch es ist nur ein Traum!" "So Madame denkt das alles hier ist nur ein Traum!", Nicky sah Anja gespielt vorwurfsvoll an, "da müssen wir ja wohl Klarheit schaffen!" Im selben Moment begann er Anja zu kitzeln. "Nicky das ist unfair!", kicherte Anja und versuchte sich zu befreien. Doch Nicky gab sie nicht frei. "Okay, okay jetzt weiß ich, dass es kein Traum ist!", lachte Anja. "Wirklich?!", Nicky kitzelte sie weiter. "Echt!", beteuerte Anja. "Na gut!", Nicky ließ von Anja ab. "Dafür möchte ich aber eine dicke Entschädigung haben!", beschwerte sich Anja gespielt sauer. Nicky küsste Anja stürmisch. "Etwa so?", fragte er. "Hm...", Anja sah Nicky von der Seite an. Nicky küsste sie noch mal, aber viel zärtlicher. "Und jetzt?", wollte er wissen. Als Antwort kuschelte Anja sich an Nicky. Der legte einen Arm um sie und begann leise zu singen:

I’ve been trying to reach you
cause I got something to say
But you are talking about
Nothing at all
And you’re slipping away
We were crying together
It was a long time ago
Before you walk out the door
And leave me this way
Just hear what I say

You make me feel
You make me real
For the rest of my days
In so many ways
You make me feel […]

Anja genoss es Nicky zu zuhören und ohne dass sie es merkte fielen ihr bald die Augen zu und sie schlief.

Chapter 15

Anja wachte am Morgen davon auf, dass ihr jemand sanft über das Gesicht fuhr. Sie öffnete die Augen und sah Nicky, der sie liebevoll ansah. "Guten Morgen, mein Schatz", sagte er. "Oh, Morgen Nicky!", Anja lächelte verschlafen, "bin ich gestern eingeschlafen?" "Ja und ich wollte dich nicht wecken, außerdem war es ganz angenehm jemanden neben sich zu haben!", Nicky küsste Anja auf die Nasenspitze. Anja zog Nicky weiter zu sich herunter und küsste ihn leidenschaftlich. "Von mir aus könnte jeder Tag so anfangen!", murmelte sie zufrieden. "Das ist doch möglich!", Nicky sah Anja mit seinen underwiderstehlichstem Lächeln an. "Aber, wenn der Urlaub zu Ende ist, wirst du wieder nach Irland oder sonst wohin müssen und ich nach Deutschland!", Anja sah Nicky traurig an. "Hey Süße, wir werden schon eine Lösung finden!", Nicky drückte Anja fest an sich, "und wenn ich dich in meinem Koffer mit nach Dublin nehmen muss!" Anja musste lachen. "Erst mal haben wir noch über zwei Wochen, in denen wir jede Minute zusammensein können und dann werden wir uns noch etwas ausdenken, das verspreche ich dir", Nicky strich Anja eine Haarsträne aus dem Gesicht. "Danke", hauchte Anja, "Ich gehe erst mal kurz rüber in mein Zimmer, dusche und ziehe mir frische Sachen an." "Ja, aber beeile dich. Du weißt doch, dass wir jede Sekunde zusammen verbringen wollen. Und ich kann es nur ganz schwer ohne dich aushalten kann!", erinnerte sie Nicky. "Ich beeile mich, Schatz!", Anja küsste Nicky kurz auf den Mund. Dann machte sie sich auf den Weg zu ihrem Zimmer. Sie hatte gerade den Schlüssel ins Schloss gesteckt, da kam Sandra aus dem gegenüberliegendem Zimmer. Anja tat so als hätte sie Sandra nicht gesehen und wollte in ihr Zimmer gehen. "Anja warte!", Sandra kam auf sie zu. Anja sah sie stumm an. "Ich habe eben mit den anderen gesprochen und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist, wenn ich abreise. Ich denke ihr seid alle sauer auf mich und ich fühle mich einfach nicht wohl in der Umgebung!", sagte sie, "ich fahre heute mit einem Schiff nach Mykonos und fliege morgen ganz früh zurück nach Deutschland. Ich weiß, dass du es mir nicht glaubst, aber es tut mir wirklich leid. Werde glücklich mit Nicky!" "Ich denke das ist wirklich das Beste", antwortete Anja nun, "ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich einfach über das, was du gemacht hast, hinwegsehen kann. Dafür war die Nummer einfach zu link, aber ist ja gut, dass du deinen Fehler einsiehst und ich hoffe du hast draus gelernt! Machs gut!" Damit ging Anja entgültig in ihr Zimmer und stellte sich unter die Dusche. Während sie sich abtrocknete, schaltete sie ihr Handy an und sah nach ob sie Mails hatte. Auf dem Display stand:

-Sie haben zwei Kurzmitteilungen erhalten-


Eine war von ihren Eltern, die wissen wollten, ob alles in Ordnung sei. Anja bejahte dies und versprach ihren Eltern im Laufe der Woche sich mal zu melden. Die andere SMS war von Marleen:

Hi Anja! Wie ist es? Ist in der Zwischenzeit etwas passiert? Ich sterbe hier vor Langeweile. Bitte mail so schnell es geht zurück. Cu Marleen.

Anja smste zurück:

Hallöchen! Mir geht es wahnsinnig gut und ich bin überglücklich. Details später. See ya Anja.

Dann schaltete sie ihr Handy wieder aus, suchte sich ein paar Klamotten aus dem Schrank und zog sich an. In diesem Moment klopfte es an der Tür. Anja öffnete. "Na meine Süße, bist du fertig?", fragte Nicky. "Na klar!", Anja grinste. Zusammen gingen sie zum Frühstück.

Chapter 16

Die nächsten Tage genossen Nicky und Anja in vollen Zügen. Sie waren wirklich jede Minute zusammen. Es war ungefähr Mitte der zweiten Woche und Anja kam gerade mit Kerry von der Bar(Nicky hatte irgendetwas zutun...) als Shane Anja fest hielt und ihr einen Zettel in die Hand drückte. Darauf stand:


Hallo mein Schatz! Erinnerst du dich noch an die Yacht, mit der wir hergekommen sind? Ich warte dort um 20.00h auf dich. In Liebe Nicky


Anja lächelte. Nicky war ja so süß und immer wieder für Überraschungen gut. "Was ist denn?", Kerry sah Anja fragend an. "Es ist von Nicky!", erzählte Anja, "er hat irgendetwas auf der Yacht. Kannst du mir helfen? Ich weiß nicht was ich anziehen soll!" "Klar", Kerry lachte, "wie viel Zeit haben wir denn noch?" "Circa eineinhalb Stunden!", gab Anja Auskunft. "Das schaffen wir locker!", grinste Kerry und hackte sich bei Anja ein.

Um kurz nach Acht kam Anja vor der Yacht an. Sie sah sich um. Von Nicky war keine Spur zu sehen. Doch dann entdeckte sie einen weiteren Zettel. Darauf stand:

Hallo meine Schönheit, willkommen an Bord.

Anja betrat die Yacht und stellte sich an die Reling. Die Sonne stand tief über dem Horizont und Anja genoss die Wärme , die sie aus strahlte. Plötzlich spürte Anja wie jemand seine Arme um ihre Tallie schlang. Dieser Jemand war Nicky. "Schön, dass du gekommen bist!", flüsterte er dicht an ihrem Ohr. Anja drehte sich unendlich langsam zu ihm herum und sah Nicky in die Augen. Er blickte mit einer Wärme auf sie herunter, dass Anja ganz schwindelig wurde. Sie wusste, dass dies der Mann war, den sie über alles liebte. Langsam strich Anja Nicky über die Wange und fuhr dann mit ihren Fingern die Konturen seiner Lippen nach. Dann schlang sie langsam ihre Arme um Nickys Hals und küsste ihn. Nicky zog Anja noch fester an sich und erwiderte ihren Kuss. Dann löste er sich von Anja und verschwand kurz im Inneren der Yacht. Gleich darauf kam er wieder mit einer Flasche Champagner und zwei Gläsern wieder heraus. "Ich dachte damit können wir uns den Sonnenuntergang ansehen", schlug Nicky vor und reichte Anja ein volles Glas, "Auf die schönste Frau der Welt!" Er hob sein Glas. Anja lächelte und trank einen Schluck. Dann setzten sie sich engumschlungen auf den Boden der Yacht und sahen zu wie die Sonne im Meer verschwand. Zwischendurch küssten sie sich immer wieder. Als die Sonne untergegangen war, begann Anja zu frösteln. "Sollen wir reingehen?", fragte Nicky. "Ja, irgendwie ist es kalt", meinte Anja. "Na komm!", Nicky legte einen Arm um Anja und zog sie in Richtung Innenraum. Es gab eine, mit vielen Kissen bestücke Couch, einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen und noch einige andere Gegenstände. Aber als erstes fiel Anja auf, dass überall Kerzen brannten und im Hintergrund leise Musik lief. Die Kerzen tauchten den Raum in ein schönes, aber auch geheimnisvolles Licht. "Nicky, hast du das alles für mich gemacht?", fragte Anja überrascht. "Ja, weil du jemand besonderes für mich bist!", Nicky führte Nicky zum Tisch. "Für etwas zu Essen hast du auch gesorgt?", Anja konnte nur noch staunen. "Ja und total griechisch!", Nicky grinste ein bisschen, verschwand kurz in einem kleinem Nebenraum und tauchte kurz darauf mit einem Tablett wieder, "Voilà griechischer Bauernsalat und Mousaka!" Nicky stellte einen Teller vor Anja und setzte sich ihr dann gegenüber. Die beiden begannen zu essen. Anja probierte ein Salatblatt. Es war sehr salzig. Sie wollte es Nicky nicht, sagen er hatte sich so viel Mühe gemacht. "Schmeckt es dir?", fragte Nicky. "Nun... ja es ist extrem viel Salz dran. Nicky...", Anja sah ihn verlegen an. Doch Nicky begann zu lachen. "Zum Glück hast du es gesagt. Es ist auch das erste Mal, dass ich was gekocht habe. Tut mir leid, dass es nicht schmeckt, aber mir schmeckt es auch nicht!", Nicky sah Anja entschuldigend an. "Ist schon gut! Ich finde es total süß von dir, dass du es überhaupt gemacht hast!", Anja lächelte Nicky an. "Na gut ich habe noch eine Alternative. Ich habe noch etwas nicht ganz so Griechisches besorgt. Es ist eher Italienisch und sollte eigentlich der Nachtisch sein", erklärte Nicky und ging noch einmal in den Nebenraum. "Tiramisu! Und diesmal nicht selbst gemacht!", Nicky stellte einen kleinen Teller vor sich hin. "Und ich? Willst du etwa, dass ich verhungere?", Anja schob ihre Unterlippe vor. "Komm her, wenn du was haben willst!", Nicky hielt Anja eine Hand entgegen. Anja setzte sich auf Nickys Schoß und er schob ihr einen Löffel Tiramisu in den Mund. Dann fütterte Anja Nicky und so ging es weiter bis sie den gesamten Nachtisch aufgegessen hatten. "Möchtest du tanzen?", wollte Nicky wissen und sah Anja tief in die Augen. "Hier, ganz alleine? Gerne", Anjas Lippen umspielte ein kleines Lächeln. Sie schlang ihre Arme um Nickys Hals. Engumschlungen bewegten sie sich langsam zu den leisen Klängen der Musik. "Anja, ich liebe dich!", sagte Nicky leise, aber es hinterlies trotzdem einen Gänsehaut bei Anja. Sie sah Nicky weiter in die Augen. Wie konnte jemand nur so tiefblaue Augen haben? Doch sie konnte nicht weiter darüber nachdenken, denn sie spürte Nickys Lippen auf ihren. Sie vergas alles um sich herum und erwiderte den Kuss. Immer noch küssend ließen sich die beiden auf die Couch fallen. Noch während des Kusses fing Nicky mit seinen Fingern den Weg unteren Teil von Anjas Top zu suchen. Langsam glitt er mit einer Hand drunter. Anja spürte wie sie ein angenehmes Gefühl durch ihren ganzen Körper strömen. Nicky fuhr mit seiner Hand langsam über Anja Bauch. "Das kitzelt!", Anja lachte leise. "Das war ganz meine Absicht", Nicky grinste nur. "Hey das ist unfair, ich will dich auch mal kitzeln!", Anja wand sich aus Nickys Armen und beugte sich über ihn. Langsam knöpfte sie die untersten Knöpfe seines Hemdes auf , tat so als ob sie ihn kitzeln wollte, aber dann küsste sie seinen Bauch. Sie sah in Nickys Gesicht. Seine Augen waren geschlossen und durch sein leises Stöhnen merkte Anja, dass es Nicky gefiel. Mit einem kleinem Lächeln auf den Lippen knöpfte sie den nächsten Knopf auf und fuhr wieder mit ihren Lippen über die freigewordenen Stelle. Einige Zeit ging sie dieser Tätigkeit nach bis sie das Hemd ganz aufgeknöpft war. Anja streifte Nicky gerade das Hemd ab, als Nicky sich plötzlich aufrichtete und Anjas Hände fest hielt. Er küsste sie kurz, schob seine Hände wieder unter ihr Top und strich über ihre nackte Haut. Dann zog er ihr es über den Kopf und lies es neben die Couch fallen. Dann küssten sich die beiden wieder. Anja fuhr Nicky durch die Nackenhaare. Nicky machte sich inzwischen an ihrer Hose zuschaffen und zog sie ihr aus. Anja seufzte leise und lehnte sich zurück. Nicky küsste leicht ihre Lippen, dann ihren Hals und ihren Oberkörper. Als er beim BH angelangt war hielt er kurz inne und sah zu Anja, doch sie lächelte. Also öffnete Nicky den BH und bedeckte die freigewordenen Stelle mit Küssen. Anjas Finger wanderten inzwischen hinunter zu Nickys Hose und zogen sie ihm herunter. Nicky lies derweilen von Anjas Oberkörper ab und fuhr herunter zu ihrem Slip. Er blickte Anja tief in die Augen, als ob er wissen wolle, ob das hier richtig war, was er tat. Als Antwort küsste Anja in und zog ihn ganz dicht an sich. Also zog Nicky Anja auch noch den Slip und sich seine Boxershorts aus. Dann beugte er sich über Anja und die beiden versanken in zärtliche und leidenschaftliche Stunden...

Viele, viele Stunden später lagen Anja und Nicky engumschlungen unter einer Decke. "Nicky...", fing Anja leise an. "Ja?", flüsterte Nicky und küsste ihren Nacken. "Ich weiß gar nicht wie ich es sagen soll...", Anja drehte sich zu Nicky um, "ich will nur, dass du weißt... Nicky, es war wunderschön!" Nicky lächelte. "Es war schön für dich...?", fragte er vorsichtig nach. "Mehr als das! Ich wusste es zwar schon lange, aber jetzt bin ich absolut sicher: Nicky, ich liebe dich. Mehr als alles andere!!!" "Ich liebe dich auch!", Nicky strich Anja über die Wange, "und egal was passiert, ich werde zu uns stehen!" Er küsste Anja zärtlich. "Du meinst wegen der Presse?", Anja sah ihn mit einem Anflug von Angst an. "Ja auch das. Ich meine, wenn du nicht in der Öffentlichkeit stehen willst, ist das auch okay, aber ich meinte, dass ich dich nicht verleugne!", sagte Nicky. Anja nickte. "Wenn wir aus dem Urlaub zurück sind, gebe ich bekannt, dass ich wieder vergeben bin. Ist das okay für dich? Wir müssen auf keinen Fall irgendwelche Fotosession machen. Ich kann schon verstehen, dass das für dich unangenehm ist. Ich möchte nur nicht irgendwelchen Gerüchten eine Chance geben. Sonst wird dir nachher noch angedichtet, du hättest die Beziehung von mir und Georgina zerstört oder ähnlichen Quatsch! Und das will ich nicht. Ich will nicht, dass dir irgendjemand weh tut!", Nicky sah Anja ernst an. "Du bist so lieb!", Anja küsste Nicky auf die Nasenspitze, "so wie du hat sich noch niemand Sorgen um mich gemacht." "Na ja du siehst ja ich bin perfekt!", Nicky lachte. "Und größenwahnsinnig!", Anja grinste. "Hey", Nicky bohrte einen Finger in Anjas Bauch. "Aber ich liebe dich trotzdem!", Anja gab Nicky einen Kuss auf die Wange. Die beiden kuschelten noch ein bisschen bis sie dann beide glücklich einschliefen...

Chapter 17

Am nächsten Morgen wurde Anja als erstes wach. Wo war sie? Doch dann hörte sie wie Nicky neben ihr leise atmete. Bei den Gedanken an die letzte Nacht musste Anja lächeln. Nicky war so zärtlich gewesen und er hatte ihr in dem Gespräch danach nochmals bewiesen, wie ernst er es mit ihr meinte. Anja lag einige Minuten nur so da und beobachtete Nicky beim Schlafen. Dann löste sie sich sanft aus seinen Armen, zog ihre Unterwäsche und Nickys Hemd, das sie auch auf dem Boden fand, über. Dann trat sie hinaus in die frische Morgenluft. Die Sonne war gerade wieder aufgegangen. Anja fühlte sich wahnsinnig gut. Sie wusste gar nicht wie lange sie dort gestanden hatte, als sie eine Stimme hinter ihr hörte: "Guten Morgen, mein Schatz!" Nicky gab ihr einen Kuss. "Bist du schon wach?", Anja war erstaunt. "Mir ist so kalt unter meiner Decke gewesen. Ich glaube ich hatte zu viel Platz und dann hat mir noch mein Hemd gefehlt... Wie kann man da schlafen?", Nicky sah Anja leidend an. "Oh mein armer Nicky!", Anja strich ihm über das Gesicht. "Du könntest mir das Hemd ja wieder geben...", Nicky spielte mit den Knöpfen des Hemds. "Hey!", Anja schob seine Hände weg, "wer hat dir das überhaupt erlaubt?" "Niemand! Aber es ist mein Hemd und ich habe ein Anrecht darauf!" Damit hob er Anja hoch und trug sie zurück in den Innenraum der Yacht.

Einige Zeit später gingen verließen Anja und Nicky die Yacht. "Weißt du was? Ich habe richtig Hunger", sagte Nicky, "was hältst du davon, wenn wir uns jetzt ein kleines Restaurant suchen und frühstücken?" "Perfekt!", Anja grinste Nicky an. "Guck mal das kleine Café da vorne!", Nicky weiß auf ein kleines Haus mit ein paar Stühlen davor, "das ist doch einladend!" "Okay, lass uns dort hinsetzten. Ich sterbe vor Hunger!", Anja sah Nicky übertrieben leidend an. "Ich sag ja meine Ideen sind gut!", Nicky grinste Anja überheblich an. "Ach du", Anja stieß Nicky in die Seite. Gemeinsam betraten sie das kleine Café und bestellten ein großes Frühstück. Während sie warteten zog Anja ihr Handy aus ihrer Tasche und schaltete es an. "Hey, du sitzt neben deinem überaus attraktiven Freund und hast nichts besseres zu tun als mit deinem Handy rumzuspielen", Nicky blickte Anja gespielt beleidigt an. "Ach quatsch! Ich will nur schauen ob es eine wichtige Nachricht gibt", rechtfertigte sich Anja. Dann hörte sie ihre Mailbox ab:

Sie haben eine neue Sprachnachricht. Sie war von Marleen. Anja drückte eine Taste um sie abzuhören:

Hi Anja, hier ist Marleen. Bitte melde dich so schnell du kannst bei mir. Ich muss mit dir reden.

Marleens Stimme klang aufgeregt. Anja hatte plötzlich einen Drang zu wissen, was ihre Freundin auf dem Herzen hatte. "Nicky, wärst du mir böse, wenn ich gerade mal telefonieren gehe?", fragte sie Nicky. "Es ist hart für mich, aber ich werde es überleben", Nicky grinste Anja an. "Danke Schatz", Anja küsste ihn kurz und entfernte sich dann ein paar Meter. Dann wählte sie hastig Marleens Nummer. Marleen musste wohl neben dem Telefon gesessen haben, denn es dauerte nicht mal eine Sekunde, bis am anderen Ende abgehoben wurde. "Marleen Albert?!" "Hi Marleen", meldete sich Anja, "was ist los?" "Das könnte ich dich genau so gut fragen, Madame Henning oder sollte ich vielleicht Byrne sagen?", Marleens Stimme klang ärgerlich. "Was meinst du?", wollte Anja nun perplex wissen. "Ich dachte du wärst meine Freundin", meckerte Marleen am anderen Ende der Leitung, "und kaum triffst du Westlife und flirtest mit einem von denen rum, schon bin ich dir so egal, dass du mich nicht mal aufklärst!" "Hör auf!", langsam wurde Anja sauer, "erstens flirte ich nicht mit Nicky, sondern ich liebe ihn, zweitens hätte ich dir davon erzählt, aber ich wollte mir erst mal 100%tig sicher sein, was ich überings bin und woher weißt du das mit Nicky und mir eigentlich?" "Das steht seit heute morgen in jedem Klatschblatt, das du dir nur denken kannst!", erklärte Marleen. "Ach du grüne Neune", Anja fasste sich an die Stirn. "Das kannst du laut sagen", kam wieder von Marleen. "Marleen, vergibst du mir, wenn ich mich ganz doll entschuldige? Es tut mir echt leid, dass ich dir nichts gesagt habe", meinte Anja, sie fühlte sich total merkwürdig. Bald würde die ganze Welt wissen, dass sie, Anja Henning, die neue Freundin des Westlifemitgliedes Nicky Byrne war. "Ist schon okay, Anja. Du hast jetzt andere Sorgen. Aber du erzählst mir alles, wenn du wieder zu Hause bist, okay?", forderte Marleen. "Geht klar, bis dann!", Anja legte auf. Sie war wie vor den Kopf gestoßen. Natürlich wusste sie, dass alles irgendwann rausgekommen wäre und sie hatte sie auch vorgenommen dem zu stellen. Aber das kam alles so plötzlich. Die ganze Welt wusste Bescheid. Anja musste es mit eigenen Augen sehen. Glücklicher Weise war neben dem Café ein Kiosk, wo man Zeitschriften kaufen konnte. Anja suchte nach The Sun. Das war die größte Klatschzeitung. Endlich hatte sie die Zeitung gefunden. Dort auf dem Titelblatt prangte dick und fett die Überschrift: Westlifemember Nicky Byrne in love. Darunter war dann eine diverse Auswahl von Bildern, die sie und Nicky am gestrigen Abend auf der Yacht zeigten. Anja steckte die Zeitung wieder in den Halter zurück und griff zur nächsten. Dort war zwar nicht das ganze Titelbild voll, aber wieder ein Bild, dass auf eine ganze Doppelseite Bilder im Inneren der Zeitschrift hinwies. Ziemlich durcheinander verließ Anja den Kiosk und kehrte zu Nicky zurück. Vor ihm standen zwei Teller mit einem reichhaltigen Frühstück. "Da bist du ja wieder!", Nicky lächelte Anja erfreut an, "ich habe schon gedacht, dass du weggelaufen bist." "Hm", murmelte Anja und ließ sich auf den Stuhl gegenüber von Nicky fallen. "War was besonderes?", wollte Nicky wissen, "weil du so plötzlich telefonieren musstest..." "Was?", Anja sah Nicky total überrascht an. "Süße, was ist denn mit dir los träumst du oder ist irgendetwas Schlimmes passiert?", Nicky schaute besorgt zu Anja. "Ach Nicky", Anjas Stimme zitterte, "wir haben gestern Nacht über die Sache geredet und ich war mir so sicher, dass es nicht so schlimm wird auf einmal in der Öffentlichkeit zustehen, aber ..." "Was ist denn passiert?", Nicky griff nach Anjas Hand. "Am besten erzähle ich es dir von Anfang an...", sagte Anja als sie sich wieder einiger Maßen gefasste hatte, "also meine Freundin Marleen hat mir vorhin auf die Mailbox gesprochen, dass ich sie umgehen anrufen soll. Habe ich dann ja auch getan. Sie war total sauer. Erst konnte ich mir gar nicht erklären warum. Dann hat sie mir vorgeworfen, dass ich ihr nichts von uns erzählt habe. Ich wusste natürlich warum sie es wusste. Dann hat sie mir erzählt, dass die Zeitungen voll von Bildern von uns beiden sind. Ich wollte es nicht glauben und bin schnell zum Kiosk nebenan. Es stimmt, Nicky. Die ganze Titelseite von der The Sun ist voll von Fotos und es gibt viele andere Zeitschriften in denen es ähnlich aussieht." "Du hast da ein Problem mit, oder?", Nicky strich langsam über Anjas Hand. Anja wusste nicht was sie antworten sollte. "Es ist so. Eigentlich weiß ich ja, dass es so kommen musste, aber es ist so plötzlich... Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich ausgerechnet heute mein Bild in sämtlichen Zeitschriften sehen würde", versuchte Anja Nicky zu erklären. "Ist ja gut", Nicky lächelte liebevoll an, "die Presse ist einfach wahnsinnig schnell. Mach dir bitte nicht so viele Gedanken, wenn ich wieder in Irland bin kläre ich das und mache es offiziell. Wenn es für dich okay ist?!" Nicky sah Anja fragend an. Anja musste lächeln. "Ist okay, aber du verstehst es doch auch, dass ich im ersten Moment nicht so begeistert von der ganzen Sache bin. Aber ich hoffe, dass ich es schaffen werde...", Anja beugte sich über den Tisch und küsste Nicky. Dann machten die beiden sich über das Frühstück her...

Chapter 18

Die restlichen anderthalb Wochen vergingen, sehr zum Leidwesen von Anja und Nicky, wie im Fluge. Und schon war der letzte Tag ihres gemeinsamen Urlaubs gekommen. Am nächsten Tag musste Anja wieder nach Deutschland und Nicky mit seinen Westlifekollegen wieder nach Irland um dort Songs für ihr Album aufzunehmen. Nachmittags saßen Anja und Nicky an der Hotelbar und besprachen wie es mit ihnen weiter gehen sollte. "Erst einmal werde ich zu Hause alles regeln und mich dann an einer Uni in Dublin bewerben", beschloss Anja. "Das ist gut, wenn ich in Dublin bin, dann können wir uns immer sehen und in den Semesterferien kannst du dann mit auf Promotour oder auf eine richtige Tour mitkommen", schlug Nicky vor, "ich meine wenn du willst!" "Und ob ich will. Ich vermisse dich jetzt schon ", Anja legte eine Hand auf Nickys Knie. "Wir werden es schaffen!", Nicky umarmte Anja zärtlich. "Aber es kann dauern bis wir uns wiedersehen, was ist, wenn die mich an der Uni nicht sofort nehmen?", fragte sie Nicky. "Dann versuchst du es weiter und ich besuche dich sobald ich ein paar freie Tage habe. Wir gehören zusammen, Süße. Hab keine Angst", Nicky nahm Anjas Gesicht zwischen seine Hände und gab ihre einen gefühlvollen Kuss. "Nicky, wenn das so einfach wäre. Du bist ein Superstar, du triffst auf jede Menge total hübsche Girls, viel hübscher als ich...", Anja sah Nicky angstvoll. "Die sind mir doch egal! Ich möchte mit dir zusammen sein. Dich möchte ich küssen und niemanden anderen!", Nicky sah Anja fest in die Augen, "glaub mir das doch..." Anja musste lächeln. "Ist ja schon okay. Ich glaube dir. Nur ich weiß momentan nicht wirklich, wie ich es auch nur eine Sekunde ohne dich aushalten soll", Anja legte ihren Kopf an Nickys Schulter. "Du bist stark, Anja und ich hoffe ich bin es auch. Und wir lieben uns. Was soll passieren?", Nicky lächelte Anja an, "und jetzt komm, wir gehen uns umziehen. Die Jungs, Kerry und ich haben noch eine Überraschung für dich!" "Was denn?", Anja sah Nicky erwartungsvoll an. Nicky ging mit seinem Mund nahe an Anjas Ohr, streifte es kurz mit seinen Lippen und flüsterte dann: "Wenn ich es dir verraten würde eine Überraschung? Du wirst dich geduldigen müssen. Und jetzt gehen wir ins Zimmer!"

Anja zog sich gerade ein Top über, als Nicky, nur mit einem Handtuch um die Hüften, aus dem Bad kam. "Nicky? Kann ich das Hemd, das du an unserem Abend auf der Yacht anhattest, bekommen? Es erinnert mich an dich, wenn wir uns jetzt erst einmal nicht sehen...", bat Anja . "Ist okay, aber ich habe noch etwas anderes für dich", Nicky setzte sich auf sein Bett und griff in seine Nachtischschränkchen. Kurz darauf holte er etwas heraus. "Komm zu mir...", Nicky klopfte auf sein Knie. Anja ließ sich dort nieder. "Und jetzt mach die Augen zu!", forderte Nicky. Anja schloss gespannt ihre Augen. Kurz darauf fühlte sie Nickys Hände an ihrem Hals, die etwas Dünnes, Kaltes darum befestigten. Langsam öffnete Anja die Augen. Um ihren Hals baumelte an einer dünnen Kette ein winziger, verschnörkelter Schlüssel. "Vielen Dank, Nicky!", Anja gab Nicky einen dicken Kuss. "Ich habe ihn in einem ganz kleinen Laden hier gefunden und gedacht, er würde dir gefallen. Sieh es als Schlüssel zu meinem Herzen an", Nicky legte einen Arm um Anja und zog sie an sich. "Er ist wunderschön!", Anja lächelte, "aber ich habe auch etwas für dich." Sie kramte in einer ihrer Taschen, holte einen Ring hervor und gab ihn Nicky. "Ich habe ihn seit ich fünfzehn bin. Ich habe ihn seitdem immer getragen. Er ist etwas besonderes für mich, genau wie du, Nicky. Er soll dich immer an mich erinnern, wenn ich nicht da bin!", Anja legte ihn in Nickys Hand. Nicky sah den Ring an. Dann drückte er Anja fest an sich. "Du weißt gar nicht wie viel mir das bedeutet!", flüsterte er leise. Anja küsste seine Nasenspitze. Nicky strich ihr über die Wange, dann fiel sein Blick auf die Uhr. "Oh mist, jetzt muss ich mich aber beeilen. Wir müssen gleich los!", er führ sich durch seine noch nassen Haare. Er zog sich schnell an und stylte seine Haare. "Bist du soweit, Anja?", rief er ins Bad, wo Anja sich gerade schminkte. "Ja", Anja verließ das Bad. "Du siehst super aus! Hat dir das überhaupt schon jemand gesagt?", Nicky legte einen Arm um Anja und zog sie zur Tür.

"Nicky, gehen wir auf die Halbinsel, wo Mark uns das Tor gezeigt hat?", fragte Anja, als das Tor in Sicht kam. "Du hast es erraten, aber diesmal trage ich dich den ganzen Weg!", Nicky hob sie hoch und trug sie über den Steg. Dann gingen sie langsam Hand in Hand weiter. Ganz nah am Wasser sah Anja plötzlich eine Lampe stehen. Und sanfte Gitarrenklänge hallten zu ihr herüber. Als sie näher kamen konnte Anja die anderen Westlifer, Kerry und Molly erkennen. "Da seid ihr ja endlich", begrüßte sie Shane grinsend, "was meint ihr wie schwer es war Bryan vom Essen abzuhalten bis ihr kamt!" "Kommt setzt euch!", Kerry klopfte auf ein Strandhandtuch, das auf die Steine gelegt war, "wir müssen doch unseren letzten Abend mit Anja doch feiern." "Ihr habt das für mich gemacht?", Anja sah in die Runde. "Klar Darling!", Nicky legte sein Kinn auf ihre Schulter. "Und als erstes haben wir uns überlegt, dass wir ein Lied nur für dich spielen. Such dir dein Lieblingslied von uns aus", Kian klopfte auf seine Gitarre. Anja überlegte. "Mein Lieblingslied von euch... Da gibt es viele... Dann wünsche ich mir Let’s make tonight special . Das passt dann auch zu diesem Abend", meinte sie. Die Westifer stimmten das Lied an. Anja kuschelte sich an Nicky und hörte einfach nur zu. Sie fühlte sich wundervoll. Der Abschied, der Morgen kommen würde war fast vergessen... Der Abend wurde für alle wunderschön. Molly schlief zwar nach einiger Zeit in den Armen ihrer Mami ein, aber die anderen saßen bis spät in die Nacht zusammen, lachten, sangen Lieder und redeten über den vergangenen Urlaub. Anja war sich sicher, dass es trotz dem Stress am Anfang der schönste, den sie je erlebt hatte, gewesen war.

Chapter 19

"So da wären wir wieder am Flughafen!", Bryan hielt die Eingangstür für alle auf. "Hier hast du uns empfangen, Kerry", schluchzte Anja. "Hey, nicht weinen!", Kerry drückte Anjas Hand, "wir sehen uns alle bald wieder. Du siehst Molly, Bryan, mich, Kian, Shane, Mark und natürlich deinen Nicky wieder!" "Wenn du nach Irland kommst, dann lernst du auch Gillian kennen", versprach Shane. "Wann geht eigentlich dein Flieger?", wollte Nicky von Anja wissen. Anja suchte in ihrem Rucksack nach ihrem Ticket. "In ca. einer Stunde. Also wird es höchste Zeit, dass ich einchecke. Wann fliegt ihr?", fragte Anja. "Wir haben noch Zeit. Erst in ungefähr drei Stunden", beruhigte Nicky sie.

Dann war es soweit. Anja stand an dem Gate zu ihrem Flugzeug. "So dann mache ich mal den Anfang mit dem Abschied", Mark ging auf Anja zu, "mach’s gut. Wir passen dir schon auf deinen Nicky auf. Und wenn du dann zu uns kommst, dann kriegst du ihn unbeschädigt wieder." Er umarmte Anja. "Genau!", Kian nahm Anja auch in den Arm, "pass auf dich auf!" So ähnlich verlief auch der Abschied von Bryan und Shane. Kerry küsste Anja auf beide Wangen und sagte: "Wenn du nach Dublin kommst, dann machen wir beide mit Molly erst mal eine riesige Shoppingtour!" Molly gab Anja zum Abschied auch einen dicken Schmatzer auf die Wange. Anja kamen schon wieder die Tränen. "Danke meine Süße!", Anja streichelte Molly über die Wange. "Komm!", Nicky legte ihr einen Arm um die Schultern und zog sie weiter. "Nix, wir warten in dem kleinen Café!", sagte Bryan. Dann verschwanden die anderen. "Anja, jetzt muss ich mich leider auch von dir verabschieden!", Nicky zog Anja an sich. Die beiden küssten sich. "Nicky, wie soll ich es nur ohne dich aushalten?", Anja liefen die Tränen über die Wangen. "Weine nicht, Schatz", Nicky wischte ihre Tränen mit seinem Daumen weg, "vergiss nicht ich liebe dich! Und ich rufe dich heute Abend, wenn ich wieder in Dublin bin an." "Okay! Ich liebe dich auch!", Anja vergrub ihr Gesicht noch mal an seinem Hals, "wir sehen uns ja bald wieder!" "Ganz sicher, Süße", Nicky küsste Anja noch einmal zärtlich. Dann nahm Anja ihren Rucksack und ging zu dem Durchgang, der ins Flugzeug führte. Sie sah sich noch einmal um. Nicky hatte einen Finger auf seine Lippen gelegt und winkte ihr im nächsten Augenblick zu. Anja verspürte plötzlich eine Drang zurück zulaufen, sich in seine Arme zu kuscheln und zu vergessen, dass sie sich trennen mussten. Doch sie winkte ihm nur zurück, drehte sich um und ging langsam in Richtung Flugzeug. Verstohlen wischte sie sich eine Träne aus dem Gesicht, als sie sich auf ihren Platz fallen lies.

"Nicky!", empfing Shane seinen Kumpel, als er zu ihnen ins Café kam, "war’s sehr schlimm?" "Ich vermisse sie jetzt schon", seufzte Nicky. "Hey, wetten du hast sie bald wieder? Nicht wetten! Natürlich!", Bryan klopfte Nicky auf die Schulter. Nicky schluckte und nickte. "So und jetzt trink erst mal einen Kaffee!", Kian schob ihm einen Pappbecher zu. "Danke", Nicky zwang sich zu einem kurzen Lächeln. Aber wirklich überzeugend wirkte es nicht.

"In Kürze werden wir landen. Ich hoffe sie hatten einen angenehmen Flug", tönte es aus den Lautsprechern des Flugzeuges. Anja schreckte hoch. Sie war den ganzen Flug über in Gedanken gewesen. Jetzt war sie wieder in Deutschland. Was Nicky wohl gerade machte? Er saß sicher in dem Flieger Richtung Dublin. Sie strich mit ihren Fingern über den kleinen Schlüssel, den sie um den Hals trug. "Oh Nicky", flüsterte sie. "Wollen wir nicht auch aussteigen, wir sind vor fünf Minuten gelandet!", eine Stewardess stieß Anja an. "Äh ja sicher!", Anja nahm hastig ihren Rucksack und verließ das Flugzeug und ging in die Halle mit den Gepäckbändern. Es dauerte zum Glück nicht lange bis sie ihr Gepäck hatte. Langsam machte sie sich mit ihrem Koffer auf den Weg zum Ausgang. Sie wollte gerade ihre Eltern anrufen, dass sie sie abholen kamen, da hörte wie jemand ihren Namen rief. "Anja!!!" Anja fuhr herum und blickte in Marleens strahlendes Gesicht. "Hey, was machst du hier?", fragte Anja. "Ich habe mich mit deinen Eltern abgesprochen, dass ich dich abhole. Ich habe nämlich jetzt einen Führerschein!", Marleen grinste und umarmte Anja, "und wie geht es dir? Ach warte, ich glaube nicht so gut, nicht wahr?" "Hm", Anja nickte. Nur mit Mühe gelang es ihr die Tränen zurück zuhalten. Marleen legte ihr einen Arm um die Schultern. "Du vermisst Nicky", stellte sie fest, während sie zum Auto gingen. Anja nickte wieder nur, als sie sich auf den Beifahrersitz neben Marleen setzte. Die schaltete das Radio ein.

...Und nun die News über alle Stars und Sternchen. Momentan scheinen viele Promis im siebten Himmel zu sein wie zum Beispiel Nicky Byrne von Westlife. Und immer noch rätseln alle wer das neue Girl an seiner Seite ist. Vor ungefähr eineinhalb Wochen waren die ersten Bilder von beiden im Liebesurlaub aufgetaucht. Wir werden an diesem Thema dran bleiben...

"Siehst du alle Welt redet noch über dich!", Marleen lachte. "Das ist überhaupt nicht witzig", Anja sah sie leicht sauer an, "das mit Nicky ist was Ernstes." "Hey, ich weiß, dass es nicht leicht für dich ist und dass du Nicky wie verrückt vermisst, aber mich brauchst deshalb nicht anzupflaumen!", schoss Marleen zurück. Anja murmelte ein "Sorry". Aber den Rest der Fahrt wechselten sie nicht mehr all zu viele Worte. "Da wären wir!", Marleen hielt vor Anjas Haus. "Du Marleen, es tut mir echt leid. Ich will mich nicht mit dir streiten!", meinte Anja und sah Marleen an, "ich bin ein bisschen neben der Spur." "Ist schon okay!", Marleen lächelte sie an, "am besten ruhst du dich aus und morgen komm ich rüber und dann musst du mir aber alles erzählen!" Anja lächelte. "Bis morgen", sagte sie und ging zur Tür. Ihre Eltern mussten schon auf sie gewartet haben, denn die Tür flog schon auf, bevor Anja überhaupt ihren Finger auf die Klingel legen konnte. "Anja!", ihre Mutter umarmte sie zur Begrüßung, "wie braun du geworden bist." Dann kam ihr Vater. "Hallo mein großes Mädchen!", ihr Vater legte Anja einen Arm um die Schulter. "Ich habe Essen gekocht, Anja", ihr Mutter ging voran in das Esszimmer, "dabei musst du uns alles erzählen, was in deinem Urlaub war." Anja seufzte. Sie mochte ihre Eltern sehr, aber in diesem Moment wünschte sie, sie wären so verständnisvoll wie Marleen. Sie wollte einfach nur in ihr Zimmer die Sachen auspacken und auf Nickys Anruf warten. Aber sie riss sich zusammen und setzte sich an den Esstisch zu ihren Eltern. Vielleicht war es ja auch ganz gut, so konnte sie ihnen in aller Ruhe von Nicky erzählen. Nachdem sie sich den ersten Bissen in den Mund geschoben hatte, fing sie an: "Bevor ich euch von meinem Urlaub allgemein erzähle, gibt es noch etwas ganz besonderes was ich euch erzählen will. Wenn ihr es nicht schon wisst..." "Was denn Anja?", ihr Vater sah sie an. "Na gut. Ich bin mit jemanden zusammen. Er ist von Westlife und heißt Nicky", erzählte Anja. Es war still am Tisch. Anja sah abwechselnd zu ihrer Mutter und ihrem Vater. Warum sagten sie nichts? "Also das kommt jetzt doch ziemlich überraschend!", bemerkte Anjas Mutter, "warum gerade so jemand aus einer Boygroup? Ich weiß ja nicht wie die so drauf sind..." "Deine Mutter hat Recht", Anjas Vater nickte, "wir kennen ihn doch gar nicht und auch nicht wirklich lange. Glaubst du denn wirklich, dass das gut geht. Diese Stars sind meistens doch nicht wirklich sesshaft!" Anja sprang auf. "Was gibt euch da Recht so über Nicky und die Andern zu reden? Ja ihr habt Recht ihr kennt sie nicht, aber keines von euren Vorurteilen ist wahr. Shane, Kian, Mark und Bryan, der überings verheiratet und Vater ist, sind total nett. Und Nicky ist der liebste und einfühlsamste Mensch der Welt. Ich liebe ihn!!! Und glaubt ja nicht, dass ihr ihn mir verbieten könnt ich bin volljährig und kann machen was ich will", Anja lief aus dem Zimmer und rannte in ihr Zimmer. Dort knallte sie die Tür hinter sich zu. Schluchzend warf sie sich über ihr Bett. Nie hätte sie gedacht, dass ihre Eltern so reagieren würden. Dann kam ihr eine Idee. Sie wollte so schnell wie möglich weg von hier. Zu Nicky. Sie war zwar müde, aber Anja fing trotzdem ihre Unterlagen für ihre Bewerbung an einer Universität in Dublin zusammen zu suchen. Sie wollte die Bewerbung so schnell wie möglich wegschicken. Da klopfte es leise an ihrer Türe und ihre Mutter trat herein. "Es tut uns leid Anja", sagte sie, "es kam nur so plötzlich. Wir waren gar nicht darauf gefasst! Natürlich kannst du mit Nicky zusammen sein. Wir werden dir es bestimmt nicht verbieten!" Anja sah sie einige Minuten nur an. Dann fing sie an zu schluchzen. "Oh, ich vermisse ihn so! Jetzt schon...", brachte sie hervor. Ihre Mutter setzte sich zu Anja und nahm ihre Hand. "Ist es denn wirklich etwas festes?", fragte sie. Anja nickte. "Dann werdet ihr es schaffen!", ihre Mutter lächelte. "Es tut mir leid, dass ich eben so ausgerastet bin!", Anja sah ihre Mutter vorsichtig an. "Ist schon okay. Wir haben uns ja auch nicht richtig verhalten", gab ihre Mutter zu. "Aber es gibt noch etwas was ich euch sagen möchte", Anja sah zu Boden. "Was denn?", ihre Mutter guckte sie mit einem komischen Blick an, "du bist doch nicht etwa schwanger?" "Nein!", Anja lachte, "ich wollte sagen, dass ich mich an verschiedenen Universitäten in Dublin bewerben werde. Ich möchte zumindest oft in Nickys Nähe sein!" "Meinst du nicht, dass es nicht noch ein bisschen früh ist zusammen zu ziehen?", wollte ihre Mutter wissen. "Nein, ich werde nur bei Nicky wohnen, wenn er in Dublin ist. Für die andere Zeit werde ich in eine kleinre Wohnung ziehen!", erklärte Anja ihrer Mutter. Anjas Mutter wollte gerade noch etwas hinzufügen, da klingelte Anjas Handy und ihre Mutter verließ mit einem Lächeln das Zimmer.

"Ja?", Anja meldete sich am Handy.

"Hallo, meine Süße!", kam es von anderem Ende.

"Nicky!", rief Anja, "bist du gut angekommen?"

"Hm", brummte Nicky, "du fehlst mir!"

"Du mir auch. Wir sind jetzt erst einen halben Tag getrennt und schon halte ich es kaum ohne dich aus!", erzählte Anja.

"Mir geht es doch genauso. Weißt du hier ist alles so leer. Ich glaube ich weiß gar nicht wie ich es heute Nacht alleine in meinem großen, kalten Bett aushalten soll", Nicky seufzte.

"Du musst einfach an unsere schöne Zeit denken und wenn wir uns wieder sehen!", schlug Anja ihm vor, "was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig!"
"Das ist doch kein Ersatz für meine reale Anja!", beschwerte sich Nicky.

"Hör zu, ich habe begonnen meine Unterlagen, für die Unis in Dublin, zusammen zu suchen. Morgen oder Übermorgen schicke ich sie ab! Wenn ich Glück habe, dann bekomme ich in einer Woche eine positive Antwort!"

"Das wäre wunderbar, Schatz!", freute sich Nicky.

Die beiden telefonierten noch eine ganze Weile und es fiel ihnen schwer aufzulegen, sodass sie bestimmt eine halbe Stunde für Liebeserklärungen zum Abschied draufgingen. Aber Anja war danach nicht mehr ganz so traurig.

Chapter 20

Anja und Nicky telefonierten in den folgenden Tagen täglich sooft es nur möglich war. Es war kein wirklicher Ersatz, doch beide versuchten das Beste aus der Lage zu machen. Innerhalb der ersten Woche gab Nicky offiziell bekannt, dass die Fotos auf der Yacht, kein Urlaubsflirt waren, sondern, dass er mit Anja liiert war.

Zwei Wochen später...

"Anja, es ist Post für dich gekommen!", Anjas Mutter kam in Anjas Zimmer, in dem Anja mit Marleen über Anjas Urlaubfotos. "Was???", Anja sprang auf. "Zwei Karten und ein Brief!", gab Anjas Mutter bekannt und gab Anja die Post. Als Anjas Mutter das Zimmer verlassen hatte betrachtete Anja den Brief. "Er ist aus Dublin!", Anjas Stimme zitterte. "Dann schau rein", Marleen, die längst über Anjas Pläne informiert war, stieß ihre Freundin in die Seite. "Ich trau’ mich nicht", Anja strich über den Umschlag, "schau du bitte!" Sie reichte Marleen den Brief. "Na gut", Marleen öffnete den Brief und faltete ein Papier auseinander. "Was steht da? Bitte sag’s mir!", Anja kaute auf ihrer Lippe herum. "Oh, das ist nicht gut", Marleen schaute Anja kopfschüttelnd an. "Ich bin nicht genommen worden oder auf die Warteliste gekommen, weil sie zuviel Anfragen haben", vermutete Anja. "Jetzt lass mich doch erst mal ausreden!", Marleens Gesicht umspielte ein kleines Grinsen, das Anja entgangen war, "ich meinte es ist nicht gut, dass ich jetzt eine Weile ohne meine beste Freundin auskommen muss. Denn hier steht: Sehr geehrte Miss Henning. Ihre Unterlagen waren sehr überzeugend, sodass wir uns freuen würden, Sie im nächsten Semester ab dem 15.September bei uns begrüßen zu können. Und dann kommt noch so ein bisschen blabla, dass du einige Tage vor Semesterbeginn schon mal dahin kommen sollst!" Anja riss Marleen den Bogen aus der Hand und ungläubig, das was ihr gerade vorgelesen worden war. Dann fiel sie Marleen um den Hals. "Ich geh nach Irland!!!", schrie sie, "das gibt es doch gar nicht. Ich sehe Nicky wieder!!! Ich bin so glücklich!" "Ich freue mich auch für dich, nur wir sehen uns dann so nur noch so wenig", Marleen sah Anja betroffen an. "Ach Quatsch du besuchst mich sooft es geht, du musst ja schließlich die Jungs auch kennenlernen und ich komme ja auch gelegentlich dich und meine Familie besuchen. Ich muss gerade Nicky anrufen." Anja schnappte sich ihr Handy und wählte Nickys Nummer. Doch es war nur die Mailbox dran. Also hinterließ sie eine Nachricht. "Ich kann es kaum erwarten, dass er anruft!", sagte Anja strahlend zu Marleen.

Aber Nicky rief nicht an. Nicht am Abend und auch nicht am nächsten Tag. Und sooft Anja versuchte ihn zu erreichen war es entweder besetzt oder seine Mailbox war dran. Langsam wurde Anja nervös. Warum meldete Nicky sich nicht? Er hatte sie sonst jeden Tag mindestens einmal angerufen und sie hatten sich Unmengen an SMS geschrieben, aber nicht mal eine SMS hatte sie bekommen. Liebte er sie nicht mehr oder war ihm etwas geschehen? Am frühen Abend des zweiten Tages hielt es Anja nicht mehr aus. Sie wählte Kerry und Bryans Nummer. Vielleicht wussten sie etwas.

"McFadden, hallo?", meldete sich Bryan.

"Hallo Bryan, hier ist Anja!", sagte Anja.

"Hey Anja, wie geht es dir? Schön, dass du dich meldest", Bryan war anscheinend richtig guter Laune.

"Gut, aber ich habe ein Problem. Kannst du mir sagen, was mit Nicky los ist? Seitdem ich ihm auf die Mailbox gesprochen habe, dass ich an deiner Uni aufgenommen worden bin, meldet er sich nicht mehr. Ist was mit ihm passiert oder was ist los? Habe ich was falsch gemacht?", Anja klang verzweifelt.

"Also, passiert ist Nicky nichts, das wüsste ich! Aber was Nicky macht? Ich habe keine Ahnung, wir haben ein paar Tage frei und Nicky hatte ein paar Sachen hier in Irland zu tun. Aber was weiß ich nicht! Und ich muss jetzt los, ich muss mit Kerry weg", sagte Bryan.

"Okay, grüß Kerry, Molly und die anderen von mir. Und sag Nicky, dass er sich bei mir melden soll. Bitte!", bat Anja.

"Wird gemacht!", willigte Bryan ein, "mach’s gut. Ich denke wir sehen uns bald, wenn du in Dublin studierst!"

Dann legten beide auf. Anja war genau so schlau wie vorher. Irgendetwas stimmte nicht. Hatte Nicky eine andere? Wollte er ihr so beibringen, dass er sie nicht mehr liebte? Bei diesem Gedanken kamen Anja die Tränen. Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht in Nickys Hemd. Sie wollte nicht, dass alles vorbei war, dass ihr Traum, wie eine Seifenblase, zerplatzte. Unter Tränen schlief sie schließlich ein.

Chapter 21

Am Morgen des nächsten Tages ging Anja mit Marleen, deren neuen Freund Chris und einer alten Schulfreundin namens Katha, shoppen. Doch sie hatte keine Freude daran. Sie musste die ganze Zeit an Nicky denken und warum er sich nicht mehr meldete. Der Anblick von Marleen und Chris machte es auch nicht besser, obwohl die beiden sich zurück hielten. Zum Abschluss des Bummels wollten die Vier noch schnell zu McDonalds. Während Marleen und Chris das Essen holten reservierten Katha und Anja schon mal einen Tisch. Während sie sich unterhielten kamen drei Mädchen zu ihrem Tisch. Sie waren so um die 14 Jahre alt und musterten Anja. "Du bist es. Ja ich erkenne dich von den Fotos wieder. Du bist die Neue von Nicky Byrne von Westlife!", sagte das Mädchen mit den roten Haaren. Anja sah sie nur perplex an und wusste nicht, was sie antworten sollte. "Ich finde jedenfalls sein Geschmack nimmt stetig ab. Georgina ging ja noch, aber bei dir", fuhr ein anderes Mädchen mit kurzen braunen Haaren fort. Anja ging immer noch nicht auf sie ein. "Seid ihr bald fertig?", Marleen kam mit Chris zum Tisch, "dann kann Anja ja ganz in Ruhe essen ohne, dass sie durch eifersüchtige Fans gestört wird!" Die drei Mädchen lachten, warfen Anja einen letzten gehässigen Blick zu und gingen weg. In dem Moment fing Anja zu weinen. "Ich weiß doch nicht mal mehr, ob er mich mag und außerdem hatten sie recht. Was ist denn besonderes an mir?", brachte Anja hervor. "So ein Quatsch!", Katha legte ihr einen Arm um die Schulter und Marleen fuhr fort: "Das ist doch ausgemachter Blödsinn. Lass dich doch nicht von so blöden Ziegen anlabern. Die können dir einfach nicht dein Glück gönnen!" "Welches Glück???", Anja lachte kalt auf, "vielleicht will er mich ja gar nicht mehr..." "Jetzt hör schon auf. Das renkt sich wieder ein!", Marleen sah Anja eindringlich an. "Wenn du meinst!", Anja sah nicht so aus als ob sie ihr glauben würde. "Sonst fährst du einfach nach Dublin und stellst ihn zur Rede. Du musst sowieso bald hin. In weniger als vier Wochen beginnt dein erstes Semester!", meinte Marleen aufmunternd. "Vielleicht will ich gar nicht mehr dort hin", sagte Anja verbittert. "Jetzt hör aber auf", Marleens Stimme wurde lauter, "mir scheint dir geht es dir nicht so gut. Am besten bringen wir dich nach Hause. Sonst kommst du wahrscheinlich auf noch dümmere Ideen!"

Widerstandslos ließ Anja sich von den Anderen nach Hause bringen. Ihr war es recht. Sie wollte mit niemanden mehr reden, sondern sich einfach nur in irgendeine Ecke verkrümeln und gar nichts tun. Also rief sie ihrer Mutter im Vorbeigehen zu, dass sie sich in den Garten setzen wollte. Dort schnappte sie sich einen Liegestuhl und verzog sich in die hinterste Ecke des Gartens. Sie wusste nicht wie lange sie dort gesessen und nachgedacht hatte, als hörte wie jemand an der Tür klingelte. Doch Anja machte sich keine Gedanken. Sie dachte es wäre ihr Vater oder irgendeine Freundin ihrer Mutter. Sie schreckte erst hoch als sie jemand von hinten an den Schultern berührte. Anja drehte sich um und sah direkt in Nickys Augen. Anja kniff die Augen zusammen. Das konnte gar nicht sein. Langsam öffnete sie die Augen wieder, Nicky war noch immer da. "Nicky, du??? Wie kann das sein?", Anjas Stimme hörte sich rau an, "warum bist du hier? Warum hast du dich nicht gemeldet? Hast du meine Nachrichten nicht bekommen?" "Doch und ich wollte dich überraschen und an unseren freien Tagen besuchen, weil ich dich so vermisst habe. Deine Mutter hat mich eben reingelassen", erklärte Nicky, "ich wollte mich nicht verplappern und da habe ich mich nicht gemeldet. Du guckst so komisch... Freust du dich gar nicht?" "Doch Nicky. Nur ich dachte du wolltest nichts mehr mit mir zu tun haben... Und Bryan hat am Telefon auch so komisch reagiert...", erzählte Anja. "Oh Anja. Wie kannst du nur so was denken? Ich liebe dich doch! Glaub mir das doch endlich...", Nicky setzte sich zu Anja auf die Liege, "und das mit Bryan kann ich dir auch erklären. Die Jungs waren doch alle eingeweiht und haben mir hoch und heilig versprochen nichts zu sagen." "Es tut mir leid, Nicky!", Anja sah Nicky an, "nur ich habe dich so vermisst und dann haben mich heute so ein paar eifersüchtige Fans dumm angequatscht. Ich liebe dich doch auch mehr als alles andere!" "Shhh... Schon gut", Nicky strich Anja eine Haarsträne aus dem Gesicht, "jetzt bin ich bei dir und lasse dich sobald nicht wieder alleine!" Nicky küsste Anja zärtlich und Anja gab sich ihm ganz hin. Wie hatte sie dieses Gefühl vermisst? Seinen Geruch, seine weichen Lippen und einfach den ganzen Nicky. Verliebt schmiegte sie sich an ihn, während Nicky ihr von den Aufnahmen für das neue Album berichtete. "Und du hast tatsächlich eine Zusage von einer Uni bekommen?", wollte Nicky, nachdem er fertig war, wissen. "Ja. Ich konnte es selber kaum glauben... Komm mit ich zeige dir den Brief!", Anja nahm Nicky bei der Hand und führte ihn in ihr Zimmer. Dort griff sie in eine Schublade und gab Nicky den Brief. Nicky las ihn mit Aufmerksamkeit durch. Dann grinste er und wirbelte Anja herum. "Das ist ja Wahnsinn", rief er, " ich freue mich so. Wir werden viel öfter zusammen sein." "Ich weiß Nicky", Anja schlang ihre Arme um Nickys Hals. "Das wird wunderschön", sagte Nicky bevor er Anja einen Kuss gab.

Teil 2

Chapter 22

"Dublin...", flüsterte Anja leise als sie an der Seite von Nicky aus dem Flugzeug stieg. "Ja. Jetzt bist du in Dublin!", Nicky flüsterte genauso leise, "bei mir!" "Mr. Byrne", Nickys Bodyguard schaltete sich ein, "ich habe so eben die Nachricht bekommen, dass sich vor dem Flughafen eine Menge Reporter und Fans versammelt haben. Ich habe keine Ahnung, aber irgendwie hat es sich herumgesprochen, dass Nicky von Westlife und seine Freundin heute ankommen!" Nicky seufzte und sah besorgt zu Anja:"Meinst du, dass du es schaffst? Ich meine du bist ja noch nicht wirklich mit Reportern in Konfrontation gekommen..." "Ich denke schon", Anja nickte. Innerlich war sie sich da zwar nicht so sicher. "Dann lass uns gehen. Und denke daran ignoriere die Fragen der Reporter einfach. Das sind oft die Typen, die dir das Wort im Mund umdrehen", Nicky zog Anja an sich und wandte sich zu dem Bodyguard, "können sie uns zu meinem Wagen bringen?" Der Bodyguard nickte und deutete den beiden ihm zu folgen. Im Flughafengebäude war es zu draußen verhältnismäßig ruhig. Hier und da winkte jemand Nicky zu, aber sonst war alles ruhig. Draußen wurde es laut. Anja schien es als ob sie von Menschen erdrückt würde. "Keine Angst, Schatz", raunte Nicky ihr zu, "du gewöhnst dich daran!" Von überall her hörte man das Klicken von Fotoapparaten und das Geschrei von bestimmt 500 Fans. Zwischendurch konnte Anja immer wieder einzelne Reporterfragen wie "Wie denken sie über ihre Beziehung zu Nicky" oder "Wie lange sind sie schon zusammen?" heraus. Doch Anja ging nicht darauf ein. Nicky winkte den Fans zu, während der Bodyguard ihnen einen Weg durch die Menschenmenge bahnte. Die Fans. Vor ein paar Monaten war Anja noch genauso wie sie gewesen. Sie warteten stundenlang nur um ihre Stars nur einmal zusehen, um ein Autogramm zu bekommen oder wenigstens ein Lächeln. Doch jetzt kannte sie Nicky und auch die anderen Jungs besser, viel besser sogar. Sie wusste, dass auch sie nur ganz normale Menschen waren. Mit den gleichen Problemen, Ängsten und Sehnsüchten. Ein Wort riss sie aus ihren Gedanken. "Bitch!" Und sie hörte es noch mal. Und dann von einer anderen Seite: "Leave Nicky alone, little tart!" Anja schluckte. Wie hätte sie denn erwarten können, dass die Fans sie mit offenen Armen empfingen? Wie konnten die jemanden mögen, der, nach dem Nicky endlich wieder solo war, eine neue Beziehung mit ihm anfing? Anja biss sich auf die Lippe. Als Nicky hörte, was manche Fans Anja zuriefen, sein Lächeln erstarrte und er ließ seine Hand sinken. Er wies den Bodyguard schneller zumachen. Er entzog Anja seine Hand und legte stattdessen einen Arm um ihre Schulter. Es kam Anja eine Ewigkeit vor bis sie das Auto von Nicky erreichten. Erschöpft lies sich Anja von Nicky auf die Hinterbank schieben. Der Bodyguard setzte sich hinter das Steuer und startete den Wagen. Anja zitterte und ihr kamen die Tränen. "Hey!", Nicky küsste ihr eine Träne weg, "mach dir nicht so viele Gedanken. Das sind nur ein paar. Selbst Kerry und Gillian werden noch von ihnen beschimpft. Aber es gibt auch, und ich glaube das ist die Mehrheit, total liebe Fans. Glaub mir. Ich weiß, dass das hart für dich ist, aber mit der Zeit wirst du solche Bemerkungen lernen zu überhören." Anja wischte sich einmal über ihr Gesicht und nickte. "Ich bin so froh, dass es dich gibt!", Anja drückte ihr Gesicht an Nickys Schulter. "Ich weiß jetzt gar nicht ob es dir recht ist, dass wir eigentlich jetzt ein kleines Willkommensessen beiden McFaddens geplant haben... Vielleicht willst du jetzt auch erst für dich alleine sein...", Nicky sah Anja fragend an. "Nein, ist schon gut! Ihr habt euch sicher viel Mühe gegeben und außerdem freue ich mich, dass ich die anderen auch mal wieder sehen kann!", Anja lächelte zaghaft.

Wenig später hielt der Wagen vor dem Haus der McFaddens. Drinnen mussten alle schon auf die beiden gewartet haben, denn die Tür ging sofort auf und Molly kam mit Kerry im Schlepptau heraus gestolpert. "Anja!", rief die Kleine. "Hallo Anja", meinte auch Kerry und umarmte Anja, dann schob sie Anja ein bisschen von sich weg und sah sie besorgt an, "was ist passiert? Du hast ja geweint!" "Wir sind vor dem Flughafen auf ein paar weniger nette Fans getroffen und das hat ihr ein bisschen zugesetzt", antwortete Nicky für Anja und strich Anja über den Arm. "Das kenne ich", Kerry nickte mitfühlend, "die meisten sind nett zu mir, aber es gibt halt auch ein paar Fans, die einem das Glück nicht gönnen!" Kerry seufzte. "Aber mir geht es wieder besser", sagte Anja, "und eigentlich freue ich mich in Irland zu sein!" "Na dann kommt mal rein ihr beiden. Die anderen warten schon!", Kerry machte eine Geste, dass Nicky und Anja ihr folgen sollten. Sie selbst nahm Molly an die Hand. Im Haus saßen schon alle im Esszimmer. "Herzlich willkommen, Anja!", riefen die restlichen Westlifer und Anja bemerkte, dass neben Shane eine andere junge blonde Frau saß. Als Anja alle Westlifer begrüßt hatte, kam diese auf sie zu. "Hallo Anja, schön dich kennen zu lernen. Ich bin Gillian, die Freundin von Shane", Gillian gab Anja die Hand. "Ich freue mich auch!", Anja lächelte. "Ich habe dir doch gesagt, dass du meine zauberhafte Freundin kennen lernst, wenn du nach Irland kommst!", Shane grinste und zog Gillian wieder neben sich auf das Sofa, wo sie eben noch gesessen hatte. "Wo ist eigentlich mein Ehemann?", Kerry sah sich suchend um, "eben war er noch hier..." "Bryan wollte gerade mal in die Küche und nach dem Essen schauen", gab Kian Auskunft. "Oh je", Nicky hatte einen leicht schockierten Blick, "Bryan hat gekocht??? Was ist denn gegen eine Pizza vom Service einzuwenden?" "Du hast recht, Nix. Wir fragen uns auch schon die ganze Zeit womit Bryan uns vergiften will...", Mark grinste. "Hey, hab ich was gegen deine Rolle als Fremdenführer gesagt???", Bryan tauchte hinter Mark auf, "warum darf ich nicht mal Koch spielen? Außerdem, wer will darf sich jetzt, wie ihr sagt, von mir vergiften lassen." "Dann werden wir mal sehen, was mein Göttergatte gezaubert hat", Kerry strich Bryan über die Wange. Während alle ins Esszimmer gingen, zog Nicky Anja an sich und flüsterte: "Dir ist keiner ernsthaft böse, wenn du das Essen nicht isst!" "Wie bei dir Nicky?", Anja konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Das ist fies. Ich habe es wenigstens versucht", Nicky schmollte. "Ich habe doch gesagt, dass ich deine Idee ganz toll fand und darauf kommt es an!", flüsterte Anja zurück. "Was habt ihr da schon wieder zu tuscheln?", stellte Bryan die beiden grinsend zu Rede. "Ist schon gut!", Nicky lachte. Dann setzten sich alle an den Tisch und ließen sich von Bryan, der auch die Rolle des Kellners übernehmen wollte, Essen auffüllen. Es gab zu Anfang einen kleinen Salat, dann Steak mit Kartoffeln und Bohnen und zum Nachtisch Eis. "Wow Bryan, ich muss sagen ich habe dich unterschätzt! Das Essen war super!", Kian lehnte sich zurück. "Sag ich doch!", Bryan grinste. Auch den anderen hatte es super geschmeckt. Alle hatten noch einen schönen Abend, an dem viel gelacht wurde.

Chapter 23

Viel später erst fuhren Nicky und Anja zu Nickys Haus. Nicky zeigte Anja erst mal alles. "Schön hast du es hier!", Anja staunte. "Finde ich auch und wo du jetzt hier bist geht es mir auch wieder gut. Ich glaube, ich habe mich, allen möglichen Leuten gegenüber, wie ein liebeskranker Teenager benommen. Aber ich konnte nicht anders. Ich habe dich so vermisst, Anja", Nicky sah Anja ernst an. "Ich war zu anderen auch wahnsinnig unfreundlich", gestand Anja. "Dann müssen wir uns ja jetzt von der besten Seite zeigen. Nicht wahr?", Nicky stieß Anja in die Seite. "Das können wir ja auch. Ich habe dich, du hast mich. Was wollen wir mehr?", Anja gab Nicky einen Kuss. Du hast ja so Recht", Nicky zog Anja an sich, "aber ich habe dir noch was zu beichten. Ich habe keine kleine Wohnung für dich gefunden. Glaubst du kannst nicht jetzt schon in dem großen Haus wohnen? Ich möchte dich nicht gehen lassen!" "Du wirst es nicht glauben, Nicky, aber ich denke, ich habe mich soeben daran gewöhnt hier zu wohnen!", Anja schlang die Arme um Nickys Hals und die beiden versanken in einem langen und gefühlvollen Kuss.

Am nächsten Morgen erwachte Anja in Nickys Armen. Er schlief noch und Anja wollte ihn nicht wecken. Er musste wahrscheinlich in Kürze wieder in aller Frühe aufstehen. Vorsichtig kletterte sie aus dem Bett und schlich leise aus dem Schlafzimmer. Sie zog sich einen Pulli über ihr Schlafshirt und ging die Treppe herunter. Dort sah Anja sich noch einmal im Erdgeschoss um. Bei Tageslicht sah alles noch schöner aus. Es gab unten noch einmal ein kleines Bad, eine große Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer und noch einige andere Räume. Anja ging in die Küche und sah nach was sie im Kühlschrank fand. Vielleicht konnte sie ja Frühstück für Nicky und sich selbst machen. Doch dort befand sich gähnende Leere. Es gab nur ein bisschen Butter, eine Tüte Milch und ein Stück Käse. Anja musste lachen. Doch in diesem Moment klingelte es an der Tür. Anja zuckte zusammen. Sollte sie auf machen? Aber was wenn es irgendwelche Reporter waren? "Wer kann das denn sein?", Nicky erschien verschlafen auf der obersten Treppenstufe. Langsam schlurfte er zur Tür und öffnete. Anja blieb im Hintergrund. Doch vor der Tür stand nur eine blonde Frau, die Nicky umarmte. "Hallo Mum, was machst du denn hier?", fragte Nicky ungläubig. "Du hast doch gesagt, dass du weggewesen bist und ich rette dich jetzt, dass du nicht verhungerst!", Nickys Mutter lachte, "und deine Freundin auch nicht. Wo ist sie denn?" "Anja kommst du mal", rief Nicky. Anja trat aus der Küche. "Anja ich möchte dir meine Mutter Yvonne vorstellen", Nicky nahm Anja an die Hand. "Hallo Anja, nett dich kennen zu lernen", Yvonne lächelte. "Guten Tag Mrs. Byrne!", Anja ergriff die ihr gebotene Hand. "Du kannst auch Yvonne zu mir sagen. Das klingt besser", Yvonne lachte, dann musterte sie Anja und Nicky. Anja mit ihrem Pullover und Nicky nur in Boxershorts, "wie es scheint, seid ihr gerade erst aufgestanden. Ich wollte eigentlich auch gar nicht stören. Ich wollte euch nur was zu Essen bringen." Sie gab Nicky eine Tasche. "Danke schön!", Nicky lächelte, "willst du nicht mit in die Küche kommen? Wir könnten doch alle zusammen frühstücken..." "Nein, ich muss weiter. Aber kommt doch einfach mal, wenn ihr Zeit habt vorbei. Ciao ihr beiden!", Yvonne winkte Nicky und Anja noch mal zu und ging dann wieder. "Deine Mutter ist einfach großartig", platzte Anja heraus, "so locker und total nett!" "Freut mich, dass du sie magst", Nicky legte einen Arm um Anja, dann sah er sie von der Seite an, "duuuu?" "Was denn?", wollte Anja wissen. "Ich habe heute noch keinen Kuss von dir bekommen", bemerkte Nicky. "Meinst du ich sollte das ändern?", fragte Anja grinsend. "Unbedingt...", stimmte Nicky zu. Anja küsste ihn zärtlich: "Guten Morgen!" Dann gingen die beiden frühstücken.

"Hast du heute noch frei?", fragte Anja Nicky, nachdem sie aus dem Bad kam. "Ja, aber nur noch heute!", Nicky sah Anja entschuldigend an, "morgen treffen wir uns mit Louis und dort klären wir alles weitere. Wahrscheinlich ein paar Fotoshootings und Auftritte. Und dann werden wir noch einige Songs aufnehmen. Am besten kommst du morgen mit und lernst die ganze Crew um Westlife herum kennen." "Okay, aber heute kannst du mir noch einen Gefallen tun", meinte Anja. "Was denn meine Süße?", Nicky zog Anja zu sich heran und knabberte sanft an ihrem Ohrläppchen. "Du könnest mir zeigen wo die Uni ist. Ich muss da nämlich kurz vorbei!", Anja schob Nicky kichernd von sich. "Klar mach ich und dann zeige ich dir ganz Dublin!", Nicky küsste schon wieder Anjas Ohrläppchen und wanderte tiefer zu ihrem Hals. Anja wand sich aus seiner Umarmung. "Hey, ich wollte heute noch zur Uni. Für das andere haben wir später noch Zeit!", Anja grinste. "Och...", Nicky schob die Unterlippe wie ein kleines Kind, das schmollt, vor, "erst lässt du mich heute morgen alleine im Bett und dann darf ich nicht mal mehr ein bisschen kuscheln. Ich bin ein Mensch, der sehr viel Zuneigung braucht." Anja lächelte: "Die bekommst du auch. Ich widme mich den ganzen Tag dir, wenn wir bei der Uni waren..." "Versprochen?", Nicky sah Anja an. "Versprochen!", Anja küsste Nicky kurz. "Dann komm. Wir fahren schnell zur Uni, damit ich dich endlich für mich habe!", Nicky zog Anja nach draußen.

Chapter 24

"Und wenn Louis was gegen mich hat?", Anja sah Nicky angstvoll an. "Ach quatsch was sollte er gegen die bezaubernste Person, die ich jemals gesehen habe, sagen?", Nicky küsste Anja auf die Wange. "Du bist ein Spinner, Nicky. Aber ein lieber!", Anja lachte. Eine Tür ging auf und ein etwas älterer Mann kam heraus. "Nicky da bist du ja! Die anderen warten schon", sagte er. "Immer langsam, Louis. Ich wollte dir erst mal Anja Henning vorstellen, meine Freundin. Anja, das ist Louis Walsh, unser Manager...", Nicky stellte die beiden gegenseitig vor. "Hallo Anja", Louis lächelte. "Guten Tag Mr. Walsh", Anja lächelte zaghaft zurück. "So und jetzt kommt rein, wir haben viel zu besprechen", Louis winkte die beiden ungeduldig in einen Raum. Dort saßen auch schon Bryan, Kian, Shane und Mark. So gab es erst mal ein großes Hallo. Da nach gab Louis bekannt, was Westlife in den kommenden Wochen erwarten würde. Anja saß still daneben und hörte zu. Es ging um diverse Fototermine und Promotionauftritte. "Das ist ja wahnsinnig viel für die nächsten Wochen!", stöhnte Kian. "Das ist euer Job, Guys", Louis meinte Louis ernsthaft, "und es kommt noch besser. Euer erster Fototermin inklusive Interview ist ungefähr in einer dreiviertel Stunde!" "Louis, bitte keine Scherze dieser Art!!!", Shane verzog das Gesicht. "Es tut mir leid, Shane, aber das war kein Scherz!", Louis hob die Schultern, "ich wollte einen anderen Termin machen, aber es hat nicht geklappt", Louis sah sich entschuldigend um. "Ist schon okay und immerhin freuen sich bald ein paar Fans über illustriertes Interview mit uns!", Bryan lachte. "Aber wenn das jetzt so kurzfristig ist, dann kommt Anja mit!", bestimmte Nicky, "ohne sie kann ich nicht arbeiten!" Er strich Anja über die Hand. "Von mir aus kann sie mitkommen", Louis nickte flüchtig, "aber lasst uns jetzt losfahren, sonst kommen wir zu spät!" Wenige Minuten später stieg Anja mit den Lifern, einigen Betreuern und Bodyguards in einen großen Van. Sie fuhren einmal durch ganz Dublin, weil das Studio ganz am anderen Ende der Stadt lag.

Circa eine Viertelstunde kamen sie vor dem Gebäude, wo das Shooting und das Interview gemacht werden sollte, an. "Los ein bisschen Beeilung", mahnte Louis. "Ja, ja! Fünf Westlifer sind keine D-Züge", Kian grinste und kletterte aus dem Van. "Soll ich nicht lieber in der Zwischenzeit irgendwie was anderes machen?", Anja stieß Nicky in die Seite. "Hey, ich habe das eben ernst gemeint. Du gehst nirgendwo hin außer mit mir und den anderen in dieses Gebäude", Nicky küsste Anja kurz auf die Wange, "du störst doch überhaupt nicht."

Die Westlifer wurden erst mal in die Maske gesteckt und dann sollten sie zur Kleidungsanprobe. Das erwies sich als äußerst schwierig, weil die Stylisten sich nicht so wirklich vorbereitet waren und den Jungs zum Teil echt unmögliche Outfits vorschlugen. Shane sollte zum Beispiel ein Shirt in einem knallgrün tragen. "Wenn Gillian dich so sieht, dann kippt sie gerade weg aus den Latschen", kicherte Bryan und schlug Shane auf die Schulter. "Okay ich ziehe das wieder aus, aber Bry, du siehst auch nicht wie aus dem Ei gepellt aus. Die gelbe Hose steht dir nicht!", Shane lachte ebenfalls. Nach einer halben Stunde harter Arbeit für die Stylisten, sahen Westlife dann wieder normal aus: leicht verwaschene Jeans und jeder trug einen unterschiedliches T-Shirt oder Hemd. "Na was denkst du, Darling?", Nicky kam zu Anja, "wie sehe ich aus?" "Blendend, wie eigentlich immer...", Anja stupste ihn an. "Was heißt eigentlich?", Nicky sah Anja fragend an. "Na ja, das hellrosa Hemd vorhin. Da sahst du eher ein bisschen merkwürdig aus!", Anja lachte. Nicky beugte sich ganz dicht zu Anja und flüsterte: "Du hast Recht. Aber ich sage dir wir hatten schon mal bessere Stylisten!" "Mr. Byrne, würden sie ins Nebenzimmer kommen damit wir mit den Aufnahmen beginnen können?", der Fotograph winkte Nicky ungeduldig zu, dann hielt er inne und beobachtete Anja und Nicky, die immer noch eng zusammen standen. "Was würden sie davon halten", fing der Fotograph an, "wenn wir ein paar Bilder von ihrer Freundin und ihnen machen? Das könnte dann schön in das Interview integriert werden. Es steht nämlich ganz im Zeichen von Liebe, Partnerschaft, geheime Träume..." Nicky sah Anja überrascht an. "Einen Moment!", Nicky zog Anja ein Stück zur Seite, "was denkst du? Wollen wir es machen? Vielleicht ist das gar keine so schlechte Idee." "Ich habe eigentlich nichts dagegen...", Anja sah trotzdem ein wenig unentschlossen aus. "Nur wenn du wirklich willst. Ich will dich zu nichts zwingen, was mit der Presse zutun hat", Nicky sah Anja eindringlich an. "Nein, die Idee ist wirklich ganz gut", Anja lächelte. "Okay", Nicky wandte sich wieder an den Fotographen, "ist in Ordnung, wir machen Fotos!" Der Fotograph lächelte: "Dann kommen sie, Mr. Byrne. Dann machen wir die Fotos mit ihrer Freundin direkt im Anschluss zu der Westlifefotosession." Er wandte sich an Anja: "Sie können dann mit unserem Stylisten mitgehen, er wird mit ihnen das richtige Outfit raussuchen!" Anja nickte. Nicky hielt sie kurz am Arm fest. "Sag bloß, wenn dir ein Outfit nicht gefällt, sonst steckend die dich womöglich in ein rosa Tüllkleid", flüsterte er, dann ging er hinter dem Fotographen her zu den anderen Lifern. Anja folgte dem Stylisten.

Erst einmal wurde sie in die Maske geführt und dort professionell geschminkt. Anja war es etwas unangenehm, weil sie daran dachte, was die Stylisten bei den Lifern zu Anfang zu Tage gebracht hatten, aber bei ihr lief alles gut: Die bronzefarbenen Lidschatten passten gut zu ihren braunen Augen und ihren blonden Haaren. Einige Haarstränen waren an ihrem Hinterkopf befestigt worden und andere fielen ihr locker ins Gesicht. Aber auch mit ihrer Kleidung war Anja zufrieden. Sie trug ein dunkelrotes Top und ein beige Hose. So wartete sie auf Nicky, der gerade mit den anderen Jungs das Interview gab. Wenig später kamen er und der Fotograph zu ihr. Für die Fotos bekam Nicky noch einmal andere Klamotten. Er trug jetzt eine hellbraune Hose und ein weißes Hemd. "Wo sollen die Fotos gemacht werden?", erkundete sich Anja. "Ich hätte eine gute Idee", meinte der Fotograph, "was halten sie wenn, wir auf unsere Dachterrasse gehen. Dann könnten wir die Fotos im Hintergrund von Dublin machen..." "Kling nicht schlecht, hm", Nicky nickte zustimmend. Anja war ebenfalls einverstanden. Also fuhren sie auf die Dachterrasse. Dort baute der Fotograph erst mal seine Ausrüstung auf. "Wow ist es hier schön!", Anja sah über das Geländer hinweg, "Dublin ist einfach wunderschön." "Sage ich doch, das hier der ideale Platz ist", der Fotograph lächelte zufrieden. "Wie sollen wir anfangen?", Nicky sah den Fotographen fragend an. "Stellen sie sich erst einmal hinter ihre Freundin und umarmen sie sie", gab der Fotograph die ersten Anweisungen. Nicky schlang seine Arme um Anjas Hüften. "Sehr gut und jetzt lächeln sie beide", der Fotograph winkte mit einer Hand. Das erste Foto war im Kasten. "Mr. Byrne, setzten sie sich auf die Bank da vorne und sie Miss Henning stellen sich da neben, legen eine Hand auf die Schulter von Mr. Byrne und sie lächeln sich beide an. Sehr gut so!", der Fotograph lächelte wieder und drückte den Auslöser seiner Kamera.

Nach einer halben Stunde war der Fotograph zufrieden. "Und war’s so schlimm?", Nicky zog Anja an sich. "Du weißt genau, warum ich so skeptisch war", Anja sah Nicky ernst an. "Klar doch. Du hast Angst vor dem schreckenerregenden Fotographen", Nicky grinste und gab Anja einen Kuss auf die Wange. "Ach du!", Anja versuchte böse zu gucken, aber es gelang ihr nicht, sie musste lachen, "was würde ich nur ohne dich machen?" "Du würdest ziemlich einsam sein", Nicky drückte Anja fest an sich und die beiden versanken in einem Kuss. Doch dann war ein Räuspern zu hören. Nicky und Anja fuhren herum. Louis stand hinter ihnen. "Was gibt’s Louis?", Nicky fuhr sich einmal durch die Haare. "Ich möchte euch nur ungern stören, aber ich habe gerade erfahren, dass ich den ganzen Terminplan umstellen kann, weil einige Auftritte in London, Sheffield, Liverpool und einigen anderen Städten dazwischen gekommen sind...", Louis seufzte. "Und was heißt das?", Nicky sah Louis an. "Es tut mir leid, aber wir müssen heute Abend noch nach England. Ich habe geradeso noch die nötigen Flüge bekommen", eröffnete Louis. "Das ist doch nicht wahr!", Nicky sah aus, als ob er auf eine saure Zitrone gebissen hätte. "Leider! Mir wäre es auch lieber gewesen die nächste Woche noch in Irland zu verbringen, aber es ist nun mal anders gelaufen. Das ist euer Job, da kann es halt einmal passieren, dass Terminänderungen vorkommen", Louis hob seine Stimme an. "Ist ja in Ordnung" lenkte Nicky ein, "wann fliegen wir?" "Um 23.00h geht der Flieger Richtung Heathrow"!", Louis sah in seinen Unterlagen nach, "bis dahin habt ihr frei um Sachen zupacken und so weiter! Ich sehe dich dann um 22.00h am Flughafen, Nicky. Die anderen wissen auch Bescheid." Damit verschwand Louis Richtung Ausgang. "Na toll", Nicky sah Anja entschuldigend an, "dann werde ich dich ja schon wieder eine Weile nicht sehen..." "Dann lass uns schnell nach Hause fahren, damit wir wenigstens noch ein paar Stunden zusammen haben!", Anja strich Nicky über die Wange. Nicky griff nur wortlos nach ihrer Hand.

Chapter 25


"Kannst du nicht mitkommen?", Nicky nahm Anjas Gesicht in seine Hände, "ich will nicht wieder ohne dich sein." "Nicky, du weißt, dass ich nichts lieber als das täte, aber ich habe übermorgen meinen ersten Tag an der Uni", Anja sah Nicky traurig an. "Ich verstehe dich ja, aber trotzdem...", Nicky schüttelte den Kopf. "Aber Louis hat es doch gesagt, das ist dein Job", Anja zog Nicky auf die Couch und sah ihn ernst an, "was meinst du wie viele Fans du morgen und bei alle den anderen Auftritten glücklich machst, wie viele Fans sich über tolle Fotos von dir und den Jungs freuen... Überleg mal. Nicht dass es mir leicht fällt, dass du schon wieder von mir wegmusst, aber ich liebe dich und diese Zeit geht auch vorbei..." Nicky lächelte und umarmte Anja: "Ich weiß gar nicht was ich ohne dich machen würde, Süße..." Er küsste sie zärtlich, "ich würde dich am liebsten gar nicht mehr loslassen..." Wieder folgte ein Kuss, der aber viel fordernder als der erste war. In diesem Moment klingelte es an der Tür. Unwillig löste sich Nicky von Anja und stand auf. "Bryan...Komm doch erst mal einen Moment rein. Ich bin gleich soweit, dass wir fahren können", hörte Anja Nicky sagen. Kurz da drauf betrat Nicky gefolgt von Bryan das Wohnzimmer. "Na Anja, jetzt musst du deinen Nicky ja schon wieder gehen lassen...", Bryan lachte, "aber Spaß beiseite, ich weiß wie es euch geht. Ich habe mich gerade von meiner kleinen Familie verabschiedet und ich vermisse sie jetzt schon..." Anja nickte. Nicky hatte sich wieder zu Anja gesetzt und umarmte sie. Bryan sah währenddessen auf die Uhr: "Nicky, so leid es mir tut, wir müssen los, wenn wir pünktlich sein wollen und das ist notwendig, denn Louis ist nicht gut drauf. Ich warte im Auto, okay? Aber beeil dich...", Bryan klopfte Nicky auf die Schulter und umarmte Anja zum Abschied, "pass auf dich auf, sonst haben wir ein Problem mit unserem Nicky und wenn du dich in Dublin nicht zurecht findest, dann ruf Kerry an. Sie kann dir unter Garantie helfen." "Mach’s gut, Bry und danke", Anja lächelte. Dann verschwand Bryan. Nicky und Anja sahen sich an. "Du musst jetzt gehen, Nicky", Anja wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Nicky nahm sie in den Arm. "Ich liebe dich, Anja!", flüsterte er, "wir telefonieren und smsen sooft es geht. Du musst mir auf jeden Fall erzählen, wie es in der Uni ist." "Das mache ich, Nicky. Ich liebe dich auch...", Anja küsste Nicky ein letztes Mal, dann begleitete sie ihn zur Tür, sah zu wie Nicky sich noch einmal zu ihr zurück sah und dann zu Bryan ins Auto stieg. Langsam verschwand Bryans Wagen in der Dunkelheit und Anja sah ihm nach bis der letzte Lichtpunkt, des Scheinwerfers verschwunden war.

Der nächste Tag verlief recht ruhig für Anja. Sie telefonierte am Morgen mit Marleen, traf sich am Nachmittag mit Kerry und den Abend telefonierte sie mit Nicky. Und dann am nächsten Morgen war der Tag gekommen. Sie ging das erste Mal zur Uni. Anja konnte es nicht leugnen sie war nervös. Nicky hatte zwar am Morgen schon angerufen um ihr Mut zumachen und ihr Glück zu wünschen. Trotzdem hatte Anja ein mulmiges Gefühl. Mit zitternder Hand tastete sie nach der Kette von Nicky, die sie immer trug. "Oh Nicky", flüsterte sie kaum hörbar, dann atmete sie durch und legte die letzten Meter zur Uni zurück. Verhältnismäßig ruhig trat sie in das Hauptgebäude. In der Eingangshalle wimmelte es von jungen Studenten, die alle durcheinander liefen. Nach einigen Minuten konnte Anja aus dem Stimmengewirr um sie herum entnehmen, das an den Wandborden die verschiedenen Studiengänge mit Räumen aufgelistet waren. Also versuchte Anja sich durch die riesigen Listen zufinden. Endlich hatte sie ihren Studiengang Architektur gefunden. "Linker Flügel, Hörsaal 11", murmelte Anja leise, "wo zum Kuckuck ist das..." Plötzlich vernahm sie eine Stimme hinter sich: "Hast du dich auch für den Studiengang Architektur angemeldet?" Anja drehte sich um, hinter ihr stand eine junge Frau, ungefähr in ihrem Alter. "Ja", Anja nickte, "warst du hier schon öfter oder weißt du vielleicht wo der Hörsaal 11 ist?" "Ich weiß wo das ist. Meine Cousine, die hier schon drei Semester ist, hat es mir gezeigt. Wollen wir zusammen hingehen?", fragte die Frau. "Gerne...", Anja lächelte, "ich bin überings Anja Henning, eigentlich komme ich aus Deutschland, aber studiere jetzt in Irland." "Ich bin Joyln Edwards, aber du kannst mich ruhig Joy nennen", Joy lächelte, "lass uns gehen. Ich will nicht am ersten Tag zu spät kommen." "Kommst du eigentlich aus Dublin?", fragte Anja Joy während sie eine Treppe hinaufstiegen. "Nein, ich bin aus Wexford, aber wohne jetzt in Dublin", gab Joy Auskunft, "sag mal, bilde ich mir das ein oder starren uns alle an?" Anja sah sich unbehaglich um. Viele Augenpaare waren auf sie gerichtet. Das konnte doch nicht wahr sein. Kannte sie wirklich jeder, nur weil sie die Freundin von Nicky von Westlife war? Das war doch bestimmt Einbildung. "Das kommt dir so vor, weil wir hier neu sind", Anja schüttelte den Kopf. "Wenn du meinst", Joy war nicht wirklich überzeugt. "Meine ich...", Anja ging schneller weiter. Plötzlich kamen ihnen zwei Girls in Minirock und Blazer entgegen. Das war die Sorte, die Anja an Sandra erinnerte. Die beiden Girls blieben stehen, starrten Anja an und tuschelten miteinander. Dann verzogen sie das Gesicht und gingen weiter. "Was war das denn schon wieder?", Joy sah Anja erstaunt an, "kanntest du die beiden?" "Nein", Anja schüttelte wieder bestimmt den Kopf. "Irgendwoher kannten die dich aber", Joy sah verständnislos an, "bist du irgendwie eine Serienmörderin oder so was?" "Ach quatsch...", Anja musste grinsen, "komm schau da vorne ist der Saal 11." Sie zog Joy mit sich. Doch in ihrem Innersten war sie gar nicht so locker, wie sie tat. Im Hörsaal erhielten sie erst einmal Informationen, wie das Studium und vor allem das erste Semester gegliedert war, welche Vorträge und Lesungen sie sich anhören sollten, welche Fachliteratur für die Studenten nützlich sein konnte, welche praktischen Aufgaben sie erwarteten und wie die Klausuren aussehen könnten. Dann wurde eine Art Plan verteilt, worauf sich alle "Aktivitäten" des ersten Semesters befanden. Einschließlich Semesterferien. Anja strich leicht über die Ferientermine. Diese würde sie ausschließlich mit Nicky verbringen. Für einen Moment lächelte sie. "Dann sehen wir uns demnächst in einer der Stunden", verabschiedete sich der Dozent Dr. Kilkenny. "Du Joy, was hältst du davon, wenn wir zusammen einen Kaffee trinken gehen und noch ein bisschen quatschen?", Anja sah zu Joy herüber. "Gute Idee, aber ich wollte Dr. Kilkenny noch kurz etwas fragen", meinte Joy. "Okay, dann warte ich vor dem Saal", Anja winkte Joy kurz zu und ging aus dem Saal. Draußen wurde sie von einer Frau Anfang 20 angehalten. "Kann ich ihnen helfen?", Anja sah die Frau erstaunt an. "Bist du Anja Henning?", fragte diese mit kaltem Unterton. Anja nickte. "Du glaubst gar nicht was du mir angetan hast", schimpfte die Frau los, "das mit Nicky..." Anja wich erschrocken zurück. Diese Frau benahm sich ja wie ein hysterischer Teenager. "Ich hasse dich", die Frau schrie jetzt fast, "du verdienst Nicky nicht... Er hat etwas besseres verdient!" "Äh", Anja brachte keinen vernünftigen Satz hervor. Was gerade geschah war ihr unbegreiflich. "Du Kuh", die Frau versetzte Anja einen Stoß, sodass Anja rückwärts taumelte. Dann lief die Frau davon. Anja lehnte erschrocken an der Wand. Wie konnte das sein? Was hatte sie getan? So fand sie Joy. "Anja, was ist passiert?", Joy sah Anja besorgt an, "ich habe eben nur die Frau von dir weglaufen sehen." "Ich erzähle dir das alles bei einem Kaffee und einem Snack, okay? Ich muss erst einmal hier raus", presste Anja hervor.

Chapter 26

"Du bist echt mit Nicky von Westlife zusammen?", Joy riss die Augen auf. "Ja und Nein. Ich bin mit Nicky Byrne zusammen und der ist bei Westlife", Anja lächelte ein bisschen, "mich wundert es ja schon, dass du es nicht wusstest. Die Zeitungen waren doch voll damit." "Ich interessiere mich eigentlich für so etwas nicht", gab Joy zu, "aber nachdem was du mir erzählt hast verstehe ich die ganzen Zusammenhänge. Warum dich alle so angestarrt haben, warum dich die Girls ausgelacht haben und warum dich diese Frau angemeckert hat." Anja lachte auf, aber es klang eher wie ein Seufzen. "Ich meine ich habe doch nichts schlimmes getan. Ich liebe Nicky", sie zuckte mit den Schultern. "Ich verstehe das auch nicht", Joy sah Anja mit Mitgefühl an, "vielleicht regen die sich ja bald wieder ab." "Vielleicht", sagte Anja, aber in ihrer Stimme war Zweifel zu hören. "Du Anja, ich muss jetzt los. Ich habe gleich noch einen Arzttermin. Aber wir sehen uns ja morgen in der Uni und außerdem könnten wir ja öfters mal was zusammen unternehmen...", Joy lächelte. "Okay, vielleicht können wir ja mal ne Clubtour in Dublin machen oder so", Anja lächelte zurück. Die beiden verabschiedeten sich und Anja machte sich auf den Weg zu Nickys Haus. Aber sie freute sich nicht wirklich. Nicky war nicht dort. Er gab jetzt bestimmt irgendwelche Interviews oder sang gerade ein paar Songs... Verstohlen wischte sich Anja eine Träne aus dem Gesicht. Sie vermisste Nicky. Genau in diesem Moment klingelte ihr Handy.

Anja kannte die Nummer nicht, doch sie nahm ab: "Ja?"

"Hi, my love", tönte es vom anderen Ende.
"Nicky!", rief Anja erfreut, "ich hätte deinen Anruf jetzt gar nicht erwartet."

"Störe ich denn?", fragte Nicky, "bist du noch in der Uni?"

"Nee, ich stehe gerade vor dem Haus", antwortete Anja, zog den Türschlüssel aus der Tasche und sperrte die Tür auf.

"Wie war denn dein erster Tag an der Uni?", wollte Nicky wissen.

Einen Moment lange wollte Anja Nicky alles von der Frau und den anderen Girls erzählen, dann biss sie sich auf die Lippe und sagte: "War in Ordnung. Ich habe ganz nette Leute getroffen und bin später dann mit jemanden einen Kaffee trinken gegangen..."

"Wie mit jemand? Wie sieht er aus?", in Nickys Stimme war ein bisschen Eifersucht zu hören.

"Dunkle Haare, helle Augen und Name Joyln", Anja lachte.

"Du hast mich reingelegt. Du hast eine Freundin gefunden!", Nicky lachte auch.

"Warst du etwa ein wenig eifersüchtig?", neckte Anja ihren Freund.

"Ach quatsch, aber man weiß ja nie was das für Typen sind", gab Nicky zurück, "was machst du heute noch so?"

"Ich werde mir irgendetwas beim Chinaimbiss bestellen, weil ich nämlich überhaupt keine Lust zum Kochen habe und dann werde ich die Zeitung nach einem Nebenjob abklappern, weil ich ja auch ein paar Unkosten zu decken habe und danach werde ich mich vor den Fernseher setzen und dich ganz schrecklich vermissen", gab Anja Auskunft.

"Ich muss in circa zwei Stunden auf die Bühne und in so einer Fernsehshow auftreten", erzählte Nicky.

"Du Ärmster, ganz alleine? Haben dich die anderen im Stich gelassen?", fragte Anja.

"Nee, soweit kommt’s noch", kam es von Nicky, "aber ich würde mich hundert Mal besser fühlen, wenn du jetzt bei mir wärst, wenn ich dich umarmen und küssen könnte..."

*Ich würde mich auch besser fühlen, wenn ich bei dir wäre... Dann würde mir alles nicht so schwer fallen...* dachte Anja still und antwortete Nicky dann: "Ja, das wäre schön, wunderschön..."

"Anja, sag mal ist was nicht in Ordnung?", Nickys Stimme hörte sich besorgt an, "du klingst so nachdenklich."

"Was soll denn sein?", Anja lachte leise und weich auf und dankte dass Nicky sie nicht sah, "mir geht es gut, obwohl es mir noch viel besser ginge, wenn du jetzt neben mir auf dem Sofa sitzen würdest."

"Es tut mir ja auch leid, aber wenn ich wieder da bin, dann machen wir uns ein paar Tage nur für uns, einverstanden?", schlug Nicky vor.

"Das machen wir", Anjas Stimme zitterte.

"Du Anja, ich muss jetzt aufhören. Wir wollen zum Set!", bedauerte Nicky.

"Ist okay... Wir telefonieren morgen wieder, okay?", fragte Anja.
"Wenn es dir Recht ist, dann rufe ich dich nachher noch einmal an", meinte Nicky.

"Und wie", stimmte Anja zu.

"Du?"

"Ja?"

"Ich liebe dich, Anja! Über alles..."

"Ich liebe dich auch, Nicky! Bis nachher!"

"Bis dann!"


Chapter 27

Anja hatte Nicky auch weiterhin verschwiegen, wie schlecht es ihr ging. Sie wollte alleine damit fertig werden, dass ihr einige Fans so zusetzten. An der Uni gab es einige, die sie oft anmeckerten und öfters wurde sie auch von Fans auf der Straße angesprochen. Einige waren nett, aber mehrere waren auch unverschämt und beschimpften sie. Anja fühlte sich von Tag zu Tag schlechter. Außer Joyln, mit der sie sich angefreundet hatte und Marleen wusste keiner über Anjas Gefühle bescheid. An Kerry traute sie sich nicht zu wenden, weil sie auf keinen Fall wollte, dass Nicky etwas davon erfuhr. Er sollte sich keine Sorgen machen. Doch Anja wünschte sich immer mehr, dass er von seiner Promotour zurück kam. Er war mittler Weile schon länger als einen Monat weg. Sie telefonierten zwar täglich, aber es war kein wirklicher Ersatz.

Eines Tages traf Anja sich nach der Uni mit Kerry. Die beiden hatten sich länger nicht gesehen, weil Kerry als Moderatorin viel zu tun gehabt hatte. Kerry wartete vor der Universität auf sie. "Hallo Anja", Kerry umarmte sie zur Begrüßung, "du siehst müde aus. War es so anstrengend?" "Hm", Anja nickte. In Gedanken war sie noch bei der heutigen Grafikstunde. Dort hatte sie Jenna, die junge Frau, die sie am ersten Unitag schon angemeckert hatte, wieder beschimpft und gesagt, dass Nicky sich ja auf jeden Fall nach jemanden Neues umsehen solle. Anja konnte es nicht mehr hören. "Findest du auch, dass wir das machen sollten?", fragte Kerry sie plötzlich. Anja hatte zwar keine Ahnung, was Kerry sie gefragt hatte, aber antwortete mit ja. "Du hast mir überhaupt nicht zugehört", Kerry lachte, "ich habe dich nämlich gefragt, ob wir im Hafenbecken schwimmen gehen sollen." "Sorry Kerry, aber ich war mit meinen Gedanken ganz weit weg", Anja lächelte schwach. "Ich glaube, du musst erst einmal was essen", stellte Kerry fest, "komm wir gehen erst mal eine Pizza oder sonst was essen." "Okay, Pizza ist gut", Anja nickte. Kurz vor dem Restaurant kam eine Gruppe von vier Mädchen auf die beiden zu. "Guckt mal da vorne ist Kerry, die Frau von Bryan!", rief eine der Mädchen. Sie kamen näher und bestürmten Kerry mit Autogrammwünschen, dann fiel ihr Blick auf Anja. "Das ist ja die Tusse von Nicky", sagte eine und sah Anja giftig an. "Sie hat Nickys und Georginas Beziehung kaputt gemacht, da bin ich mir sicher!", sagte eine andere. Kerry lies den Stift, mit dem sie Autogramme schreiben wollte, sinken. Die Girls schimpften weiter auf Anja ein. "Lass Nicky in Ruhe" "Du verdienst ihn nicht!" Auf einmal wurde Anja alles zu viel und sie stieß die Mädchen zur Seite und rannte weg. Sie wusste nicht einmal welche Richtung sie einschlug. Sie wollte nur weg. Die Girls starrten den Fleck an, wo Anja gerade noch gestanden hatte. "Was fällt doch euch eigentlich ein?", wandte Kerry sich wütend an die Mädchen, "sie hat euch doch nichts getan. Sie ist mit Nicky zusammen, mehr nicht. Sie hat weder irgendeine Beziehung zerstört noch wird Nicky durch seine Liebe zu Anja anders. Ich frage mich nur was ihr für Westlifefans seid, die Nicky nicht mal eine Freundin gönnen?" Darauf hin drehte sich Kerry um und lief in dir Richtung, in die Anja verschwunden war. Wohin war Anja nur gerannt? Hoffentlich war ihr nichts passiert?

So langsam ging ihr die Puste aus und Anja wurde langsamer. Sie sah sich um. Wo war sie? Das hier musste ein Teil des Hafens von Dublin sein, doch sie war noch nie hier gewesen. Anja fummelte ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche und wischte sich ihr verweintes Gesicht trocken. Warum waren manche Fans so fies? Sie war doch als Fan auch nie so gewesen und sie hatte andere Fans gekannt, die auch ganz anders dachten, als die Fans, denen sie in der letzten Zeit häufig begegnete. Anja musste schon wieder schluchzen. Sie hatte keine Kraft mehr. Sie vermisste Nicky, die Fans, die einen Hass auf sie hatten, setzten ihr mächtig zu... Ihr wurde schwindelig, alles begann sich zu drehen... Anja spürte noch wie jemand, ihre Schulter berührte und etwas rief: "Miss??? Miss, ist etwas nicht in Ordnung???" Dann spürte Anja einen Aufprall und ihr wurde schwarz vor Augen.

"Anja? Anja, hörst du mich?", rief jemand. Anja öffnete mit Mühe die Augen. Alles war so grell. Wo war sie? Sie lag nicht zu hause im Bett, sie lag auch nicht in Nickys Bett, sie war wo anders... An ihrem Bett saß Kerry und betrachtete sie eingehend. "Irgendwie kommt mir die Situation bekannt vor", brachte Anja leise über die Lippen. Kerry nickte stumm. "Letztes Mal war ich total besoffen, als du an meinem Bett warst, aber was ist jetzt los, was ist passiert?", fragte Anja. "Du bist unten am Hafen zusammengebrochen. Die Ärzte meinen es war ein Schwächeanfall, du musst etwas verschleppt haben", gab Kerry Auskunft, "was ist denn los?" "Was soll schon los sein? Ich habe einfach zuviel gearbeitet das ist alles...", wich Anja Kerry aus. "Komm, du weißt selbst, dass das nicht stimmt. Es kommt hinzu, aber es gibt noch einen anderen Grund. Du kannst es mir erzählen...", Kerry lächelte Anja aufmunternd an. "Nun ja es ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich von den meisten Fans gehasst werde. Denk doch noch an die Fans vor dem Restaurant oder die am Flughafen. Und an der Uni gibt es auch solche, die mich nicht in Ruhe lassen... Ich habe doch nichts getan... Ich liebe Nicky, aber das ist doch kein Verbrechen?", Anja schossen wieder die Tränen in die Augen. "Und du wolltest damit alleine fertig werden, hm?", vermutete Kerry. Anja nickte betreten. "Ich muss einfach damit fertig werden...", sagte sie. "Aber nicht allein. Du hättest doch mit mir reden können oder mit Nicky...", meinte Kerry. "Nicky, hat doch genug Stress, wenn er auf Tour ist", wehrte Anja ab. "Jetzt hör aber auf!", Kerry klang aufgebracht, "Nicky liebt dich und er weiß auch dass es schwer für dich ist. Er versteht dich bestimmt, also mach es dir doch nicht so schwer!" Anja sah auf ihre Hände und schwieg. In diesem Moment ging die Tür auf und eine Krankenschwester herein. "Mrs McFadden? Miss Henning ist noch sehr schwach und braucht noch Ruhe, wenn sie vielleicht in ein paar Stunden wiederkommen würden...", bat die Schwester. "Geht in Ordnung!", Kerry nickte und beugte sich zu Anja, "wir sehen uns nachher und denk daran: Alles wird gut." Dann verlies sie das Zimmer. "So Miss Henning wir werden ihnen noch ein Beruhigungsmittel geben, damit sie noch ein bisschen schlafen können", erklärte die Schwester und gab Anja eine Tablette. Anja schluckte diese, dann legte sie sich wieder hin. Was hatte Kerry mit "Alles wird gut" gemeint? Wollte sie Nicky Bescheid sagen? Würde er sauer sein? Sie hatten doch heute den vorletzten Termin in England... Nicky konnte doch nicht einfach fehlen... Weiter kam Anja mit ihren Gedanken nicht, sie schlief ein.

Als sie wieder aufwachte, bemerkte sie erst, dass es im Zimmer unglaublich hell war. Es musste mitten am Tag sein. Erst dann fiel Anja auf, dass wieder jemand an ihrem Bett saß. "Nicky", sagte sie leise. Nicky schreckte hoch, er war wohl eingenickt. "Hey Süße, was machst du denn für Sachen?", Nicky strich Anja über die Wange, "was meinst du, was ich für einen Schreck bekommen habe, als du nicht zu hause warst, als ich gestern Abend angekommen bin. Und dann hat Kerry noch angerufen, dass du hier im Krankenhaus bist." "Wie lange sitzt du denn hier?", fragte Anja. "Die ganze Nacht", gab Nicky Auskunft. "Hast du jetzt wegen mir einen Termin abgesagt?", wollte Anja wissen. "Anja, du bist mir wichtig und den einen Auftritt hier in Dublin bekommen die Jungs auch einmal zu viert hin!", Nicky sah Anja eindringlich an. "Nicky, ich will das nicht, dass du wegen mir Auftritte absagst. Ich will kein Hindernis sein!", Anja lief eine Träne über die Wange. "Was sagst du denn da?", Nicky schüttelte den Kopf, "Anja ich liebe dich, du bist meine Freundin. Du bist doch kein Hindernis! Rede dir so was bloß nicht ein! Und das mit den Fans, was Kerry mir erzählt hat, du hättest es mir doch erzählen können." "Ich wollte dir nicht unnötig Stress machen", meinte Anja kleinlaut. "Aber selber daran kaputtgehen?", fragte Nicky scharf. Anja senkte ihren Kopf. "Es tut mir leid Nicky, dass ich dir nichts gesagt habe. Ich wollte dir nur keine Probleme bereiten, weil ich dich liebe", sagte sie leise ohne Nicky anzusehen. "Mach dir keine Gedanken mehr, ich weiß, dass du erst damit umgehen muss, dass dich die Leute öfters erkennen", Nickys Stimme war nun wesentlich sanfter. "Ich habe dich so vermisst", Anja hob ihren Kopf und sah Nicky zaghaft an. "Ich...", fing Nicky an, doch da ging die Zimmertür auf und ein Arzt kam zu Anja herein. "Guten Tag, Miss Henning! Oh ich sehe sie haben Besuch", der Arzt lächelte, "sind sie ein Freund von Miss Henning?" "Ich bin ihr Freund", meinte Nicky, "wissen sie wann Anja wieder nach Hause kann?" "Ich werde sie jetzt noch einmal untersuchen und wenn ich nichts Auffälliges feststelle, dann können sie sie mitnehmen", gab der Arzt Auskunft.

"So Miss Henning", sagte der Arzt nach der Untersuchung, "sie können sind eigentlich entlassen, aber passen sie auf sich auf, dass sei nicht noch einmal umkippen." "Mache ich", Anja lächelte. Wenig später verlies sie mit Nicky das Krankenhaus.

Chapter 28

"So da sind wir", Nicky öffnete die Tür zu seinem Haus. "Nicky, ich ziehe mich ganz schnell um, ich bin so verschwitzt und fühle mich unwohl", sagte Anja. "Ist schon okay!", Nicky nickte verständnisvoll und Anja verschwand im Bad. Als sie wieder herauskam trug sie frische Sachen. Nicky saß in der zwischen Zeit im Wohnzimmer und hatte die Augen geschlossen. Anja setzte sich zu ihm und sah ihn an. Wie hatte sie ihn vermisst, zwar hatte sie die Ereignisse der vergangenen Tage noch nicht vergessen, aber jetzt war Nicky wieder da. Mit ihm würde es leichter werden. Nicky öffnete die Augen. "Anja", sagte er liebevoll, "meine Anja..." Anja legte ihren Kopf an seine Schulter. "Ich bin eben nicht dazu gekommen es dir zu sagen, weil der Arzt reingekommen ist, aber ich habe dich auch vermisst, mein Schatz", Nicky sah Anja an, "du glaubst gar nicht wie komisch es sich anfühlt, dich nicht in seiner Nähe zu haben..." "Du bist doch bestimmt tausend hübschen Girls begegnet", Anja zwickte Nicky in den Arm. "Kann schon sein", meinte Nicky gleichgültig, "aber das ist mir doch egal..." "Wirklich?", wollte Anja wissen. Nicky beantwortete die Frage nicht, sondern beugte sich über Anja und küsste sie. Der Kuss war voller Leidenschaft und Sehnsucht, als ob die beiden damit ausdrücken wollten, wie sehr sie sich vermisst hatten...

"Wie spät ist es?", murmelte Anja, ihren Kopf auf Nickys Schulter. Nicky erhob kurz seinen Oberkörper. "Halb fünf", sagte er leise und zog die leichte Decke ein bisschen weiter über Anja, "Anja???" "Mhm?", Anja fuhr mit ihrer Hand über Nickys Oberkörper. "Du machst mich so glücklich, weißt du das eigentlich?", Nicky küsste sie auf die Stirn. "Ich hoffe doch...", Anja lächelte. "Ich meinte das ernst. Ich habe dir doch damals erzählt, dass mir jemand fehlt und diesen jemand habe ich jetzt gefunden, Süße...", erklärte Nicky. Anja gab ihm einen Kuss. "Das bedeutet mir wahnsinnig viel so etwas von dir zu hören!", flüsterte sie. Dann lagen die beiden einige Zeit ganz still. "Was hältst du davon, wenn wir jetzt noch einen Spaziergang machen?", fragte Nicky in die Stille hinein, "ich meine kurz vor Fünf ist doch noch keine Zeit um ins Bett zugehen... Nicht dass es nicht wunderschön wäre mit dir hier zu liegen." "Gerne, ich brauche auch noch ein bisschen frische Luft", Anja kroch unter der Decke hervor und begann sich anzuziehen, was sich als ziemlich kompliziert erwies, weil Nicky sie immer wieder küsste. "Ich dachte du wolltest einen Spaziergang machen?", Anja sah Nicky an und warf ihm seine Boxershorts zu.

Wenig später machten sie sich auf den Weg. Sie gingen eine Weile stumm durch die Straßen Dublins bis Anja das Schweigen brach: "Sag mal bist du eigentlich noch sauer, dass ich dir das mit den Fans nicht gesagt habe?" "Nein, das habe ich dir doch schon gesagt. Aber in Zukunft sagst du mir so etwas bitte. Dir geht es doch auch nicht gut dabei, oder?", Nicky sah Anja ernst an. "Eigentlich nicht, aber ich wollte dir nicht im Wege stehen!", griff Anja ihre Worte aus dem Krankenhaus wieder auf. "Redest du immer noch diesen Unsinn?", Nicky blieb stehen, "du stehst mir nicht im Weg! Meine Liebe steht mir nicht im Weg! Wenn du mir immer noch nicht glaubst dann schreie ich es noch lauter. Meine Anja steht mir nicht im Weg..." "Du bist ein Spinner. Gut, dass hier nicht so viele Leute sind", Anja lächelte. "Das ist mir egal Hauptsache du glaubst mir!", Nicky stellte sich ganz dicht vor Anja. "Ich glaube dir ja", Anja grinste. "So ist es gut", Nicky lächelte ebenfalls, "und jetzt möchte einen Kuss." Den bekam er auch.


Teil 3

Chapter 29

Es war ein strahlend heller Februarmorgen, als Anja aufwachte. Aus Gewohnheit tastete Anja auf den Teil des Bettes neben ihr. Leer. Da wurde sie Vollendens wach, Nicky war ja gar nicht da, sondern schon seit drei Wochen auf Promotour in ganz Europa. Aber morgen würde er wieder kommen. Morgen. Dann waren sie acht Monate zusammen. Anja dachte noch einmal an den Moment, als Nicky sie zum ersten Mal geküsste hatte. Und jetzt waren sie schon so lange zusammen. Alles kam Anja vor wie ein Traum. Vergnügt sprang sie aus dem Bett, sie würde erst einmal ausgiebig frühstücken, da sie nicht in die Uni musste und dann wollte sie einkaufen, denn sie hatte für den Abend, an dem Nicky wieder kam ein Festessen geplant. Schnell lief sie die Treppen in die Küche herunter und machte sich Frühstück. Dabei sang die Lieder aus dem Radio mit. Bevor sie sich an den Tisch setzte, ging sie noch einmal kurz die Zeitung aus dem Briefkasten holen. Dann lies sie sich wieder auf den Stuhl fallen, griff zu ihrer Tasse, trank einen Schluck und schaute auf die Zeitung. Eine Sekunde später verschluckte sie sich und fing entsetzlich an zu Husten. Auf der Titelseite war nämlich ein Bild von Nicky an dessen Arm ein schwarzhaariges Girl hing. Beide waren ziemlich vertieft in einander. Darunter war ein Verweis auf die Story im Inneren der Zeitung. Mit zittrigen Händen schlug sie die Zeitung auf und suchte nach dem Artikel. Endlich hatte sie ihn gefunden. Ganz oben auf der Seite stand in dicken, fetten Buchstaben: NICKY, NEVER LET YOUR GIRLFRIEND SEE THIS! Darunter war eine diverse Auswahl von Bildern auf denen Nicky immer mit diesem Girl. Auf einem Bild küssten sich die beiden sogar. Anja fühlte sich als ob sie in ein tiefes Loch fiele, alles verschwamm vor ihren Augen. Das konnte doch nicht wahr sein. Gestern hatte sie doch noch mit Nicky telefoniert. Er hatte ihr gesagt, wie sehr er sich freuen würde sie wieder zusehen und jetzt das. Wie konnte er nur? Anja sprang auf, feuerte die Zeitung in eine Ecke der Küche und rannte zum Telefon. Dort wählte sie Nickys Handynummer. Es dauerte einige Zeit bis sich jemand meldete:

"Byrne?", brummelte Nicky ins Handy.

"Na, liegt sie neben dir? Hattest du eine tolle Nacht? Wie oft hat sie es denn gebracht?", schrie Anja ins Telefon.

"Anja? Bist du das? Schrei doch bitte nicht so. Was ist denn los, Schatz?", wollte Nicky mit schwerer Stimme wissen, man hörte ihm an, dass er einen Kater hatte.

"Wenn ich dein Schatz bin, ist die Tussi von gestern dein Sweetheart oder was?", giftete Anja weiter.

"Süße, wovon sprichst du?", Nicky verstand gar nichts.

"Davon dass du ein Mistkerl bist oder sollte ich Idiot sagen? Und nenn mich nicht Süße!", Anjas Stimme überschlug sich fast.

"Ich verstehe nicht was du meinst. Sag doch was los ist! Warum bist du so sauer? Und bitte rede normal, mein Kopf dröhnt!", stöhnte Nicky.

"Okay, fangen wir ganz von vorne an. Du drehst dich jetzt zur Seite. Siehst du sie neben dir liegen? Schwarze Haare, Silikonbusen??? Oder ist sie etwa schon weg? War’s ein kurzes One Night Stand oder ist sie gerade im Bad?", fragte Anja mit schneidender Stimme.

"Wieso sollte jemand neben mir liegen? Ich habe dich doch, Anja. Was ist eigentlich in dich gefahren? Ich war dir treu, wirklich", Nicky war halb erstaunt und halb entsetzt.

"Dann guck mal in die Sun!", schoss Anja zurück, "vielleicht hilft das dir ja weiter. Ich finde es einfach unmöglich, dass du mich nicht nur betrogen hast, sondern mich auch noch belügst! Ich dachte du liebst mich. Aber gut zu wissen, dass es anders ist!" Mit diesen Worten legte sie auf. Dann fing sie an zu schluchzen. Wie konnte er nur? Sie liebte ihn doch. Wie sollte jetzt weiter gehen. In diesem Moment klingelte es. Wer konnte das sein? Anja erhob sich und ging zur Tür. Sie musste grauenhaft aussehen, aber das störte sie nicht im geringsten. Also öffnete sie die Tür und blickte direkt in das Gesicht von Marleen. "Überraschung... Mein Gott Anja, was ist passiert?", Marleen starrte Anja geschockt an...

Chapter 30

"Und ich dachte er liebt mich", Anja griff nach zigsten Taschentuch. "Er muss nicht mit ihr geschlafen haben", versuchte Marleen ihre Freundin aufzubauen. "Schau dir die Bilder doch an. Das sieht nicht so aus, also ob sie gleich auf sein Zimmer gehen, nur um Monopoly zuspielen!", Anja schluchzte schon wieder. Sie hatte Marleen alles lang und breit erzählt. Marleen hatte zugehört und versuchte nun Anja zu trösten. "Er scheint ziemlich viel getrunken zu haben. Vielleicht weiß er gar nicht mehr was los war und konnte auch nichts mehr steuern...", überlegte Marleen. "Das ist keine Entschuldigung!", rief Anja. Da klingelte das Telefon. "Komm geh dran", meinte Marleen, aber Anja schüttelte nur heftig den Kopf, "bitte Anja, sonst erfährst du nie die Wahrheit." "Nein, ich will nicht mit ihm reden!", fauchte Anja. "Dann nehme ich ab!", Marleen griff nach dem Hörer. "Lass das...", rief Anja, aber Marleen war schneller gewesen.

"Wer hier ist? Ich bin Marleen, eine Freundin von Anja. Ja, aus Deutschland. Ja, Anja sitzt hier neben mir", erklärte Marleen. *Nicky kann es nicht sein. Marleen kennt ihn, weil sie ihn gesehen hat, als er in Deutschland bei mir war* überlegte Anja. Weiter kam sie mit dem Überlegen nicht, denn Marleen reichte ihr den Hörer.

"Ja?", meldete Anja sich mit erstickten Stimme.

"Ich bin’s, Shane", meldete sich die Person am anderen Ende.

"Hallo", sagte Anja.

"Ich muss mit dir über Nicky reden!"

"Wieso? Musst du jetzt für ihn lügen? Komm Shane, das hat keine Sinn!"

"Unsinn. Ich will nicht für ihn lügen, ich will hier ein paar Sachen gerade biegen. Nicky sitzt bei mir im Zimmer und ist völlig fertig mit sich und der Welt."

"Ist mir doch egal, ich fühle mich auch beschissen!"

"Anja. Nicky hat auf keinen Fall mit diesem Girl geschlafen. Das kann ich dir versichern."

"Warum sollte ich das glauben? Die Bilder sind doch eindeutig. Darauf kann ja nur eine super Nacht für Nicky gefolgt haben...", entgegnete Anja scharf.

"Nein, wir haben halt auch einiges getrunken, aber lange nicht soviel wie Nicky. Ich weiß nicht was der alles intus hatte", versuche Shane zu erklären, "der hat uns, als wir ihn dann mit Hilfe eines Bodyguards auf sein Zimmer gebracht haben, nicht mal erkannt."

"Das soll mir ein Trost sein? Er hat mit einer anderen rumgemacht!", Anja schluchzte auf.

"Er hat davon gewisser Maßen nichts mitbekommen. Er hat es heute morgen erfahren, was er für eine Dummheit er gemacht hat. Ich schwöre, dass ich die Wahrheit sage. Anders kann ich mir das nicht erklären. Er will keine andere als dich, Anja. Er liebt dich...", Shane hob bei den letzten Worten die Stimme.

"Ach ja?", meinte Anja ironisch.

"Rede bitte noch einmal mit ihm!", bat Shane, "ich hole ihn."

"Nein Shane, lass es. Es kommt nichts vernünftiges dabei heraus", blockte Anja ab.

"Aber Anja, du musst mit ihm reden. Sonst geht Nicky kaputt. Er ist jetzt schon total am Ende", meinte Shane.

"Sollte ich jetzt noch Mitleid mit ihm haben?", fragte Anja sauer, "tut mir leid Shane, soweit reicht mein Mitgefühl nicht."

"Anja, hör schon auf, wenn du über Nicky schimpfst, ändert sich auch nichts! Wir kommen morgen wieder. Rede mit ihm. Ihr findet eine Lösung", sagte Shane.

"Wenn du meinst...", Anja klang nicht überzeugt.

"Wir müssen jetzt los", sagte Shane, "mach keine Dummheiten, Anja und wenn du jemanden brauchst, dann sind Bryan, Ki, Mark und ich trotz alledem für dich da. Bye bis morgen..."

"Ciao!", Anja legte auf, dann fing sie wieder an zu weinen. "Hey", Marleen legte ihr eine Hand auf den Arm, "nicht weinen. Was hat Shane denn gesagt?"
"Dass Nicky von nichts weiß und dass er total besoffen war...", brachte Anja hervor. "Siehst du er liebt dich, er hat es überhaupt nicht bewusst getan...", Marleen stieß Anja in die Seite. "Trotzdem ist das ein Vertrauensbruch! Ich knutsche, wenn ich was getrunken habe auch nicht irgendwelche Kerle ab, oder?", gab Anja unter Tränen zurück. "Hat er denn mit ihr geschlafen? Was hat Shane noch erzählt?", fragte Marleen weiter. "Er meint Nicky wäre aufs Zimmer gebracht werden und zwar alleine, aber ob ich das glaube... Ich weiß es nicht. Shane hat gesagt, dass sie morgen wieder kommen und ich soll mit Nicky reden. Ich weiß gar nicht wie ich das schaffen will und was ich ihm überhaupt sagen soll...", Anja griff nach einem Taschentuch. "Das ist doch einmal positiv. Ihr redet mit einander und dann kommt alles in Ordnung, Anja glaub mir...", Marleen versuchte ein Lächeln. "Nein, selbst wenn wir uns vertragen. Ich kann so etwas nicht leicht vergessen. Ich könnte ihn nicht einfach küssen, das geht nicht...", Anja schüttelte den Kopf, "dazu tut es viel zu weh!" "Liebst du ihn nicht genug?", hackte Marleen ganz vorsichtig nach. Anja fuhr zu ihr herum. "Wie kannst du so etwas fragen?", rief sie hysterisch, "ich liebe Nicky über alles, aber ich kann das nicht einfach über die Schulter werfen, lächeln und weiterleben wie gestern oder wie vor einer Woche!" "Was willst du dann machen?", wollte Marleen wissen. "Ich habe keine Ahnung, ich muss nachdenken!", sagte Anja leise. "Dann koche ich dir erst einmal was. Du hast bestimmt noch nichts herunterbekommen", überlegte Marleen, "habt ihr Nudeln?" Anja nickte: "Aber verlass dich nicht darauf, dass ich jetzt was essen kann." Marleen zuckte die Schultern und ging in Richtung Küche. Anja blieb auf dem Sofa sitzen und fuhr über den Stoff. Wie oft hatte sie hier mit Nicky zärtliche Stunden verbracht, wie oft hatten sie hier aneinander gekuschelt gesessen und sich Filme angesehen, wie oft... Anja fielen tausend Dinge ein. Und jetzt... Die Gedanken kreisten in ihrem Kopf herum... Sie wusste nicht wie lange sie schon so saß, als ihr ein Gedanke kam. In dem Moment kam Marleen mit zwei Tellern Spaghetti wieder. "Marleen, ich glaube ich habe so etwas wie eine Lösung...", sagte Anja.

Chapter 31

"Glaubst du wirklich, dass du das Richtige tust?", fragte Marleen Anja zweifelnd. "Es ist das Beste!", meinte Anja fest, "gehst du schon einmal ein Taxi rufen? Ich glaube Nicky ist gerade angekommen." Marleen verschwand mit dem Telefon in die Küche. Wenig später hörte Anja den Schlüssel im Türschloss und kurz darauf öffnete sich die Eingangstür. Nicky war da. "Anja?", hörte sie ihn rufen. "Ich bin im Wohnzimmer", gab Anja zurück. Nicky trat in das Wohnzimmer. Er sah müde und erschöpft aus. Seine geröteten Augen verrieten Anja, dass er geweint hatte. "Setz dich...", forderte Anja Nicky auf, "wir haben zu reden." "Anja, es tut mir so leid. Hätte ich doch nur nicht soviel getrunken...", fing Nicky zu reden, "ich wollte das nicht." Anja regte sich nicht. "Es war ein Kuss, vielleicht auch zwei, aber ich habe nicht mit ihr geschlafen. Ich weiß doch nicht einmal wer sie ist...", redete Nicky verzweifelt weiter, "ich wollte dich nie verletzen. Ich bin so dämlich..." Anja verzog immer noch keine Miene. "Sag doch etwas", flehte Nicky, "bitte! Schrei mich an oder sonst was, aber sag etwas..." "Gut Nicky", fing Anja mit zitternder Stimme an, "glaub bloß nicht, dass mir was ich dir jetzt sagen will leicht fällt... Ich habe mich entschlossen für einige Zeit nach Deutschland zurück zufahren..." "Nein", Nicky starrte sie fassungslos an, "willst du damit sagen, dass es vorbei ist...?" "Ich weiß es nicht, Nicky", Anja biss sich auf die Unterlippe, "Fakt ist, dass ich Zeit für mich brauche. Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen und ich weiß noch nicht wie ich damit klar komme und so denke ich, es ist da beste, wenn wir uns eine Weile nicht sehen." "Aber du kannst doch gar nicht gehen... Was ist mit deinem Studium???", Nicky klammerte sich an den letzten Strohhalm, "du kannst da doch nicht einfach weg!" "Das habe ich geregelt. Die Prüfungen sind vorüber. Das restliche Material bekomme ich per Mail zu geschickt, damit ich nichts versäume und in drei Wochen sind ja sowieso zwei Monate Semesterferien. Das klappt also ganz gut", erklärte Anja. "Bedeutet das, was wie hatten, denn gar nichts mehr?", Nicky wirkte wie erschlagen. "Sonst würde ich gar nicht mehr hier sein, Nicky", Anja hielt mit Mühe die Tränen zurück. "Und wann kommst du zurück und was ist dann?", es war zu merken, dass Nicky die Frage am liebsten gar nicht gestellt hätte. "Dann werde ich es wissen, wie es weiter geht. Vorausgesetzt du willst das in Kauf nehmen. Sonst können wir die Sache auch heute beenden...", Anja wagte den Satz kaum auszusprechen. "Dann wäre ja meine letzte Hoffnung verschwunden...", entgegnete Nicky trocken, "wann fliegst du denn?" "In vier Stunden. Marleen hat schon ein Taxi gerufen, es müsste gleich hier sein!", Anja wagte Nicky nicht anzusehen. "Ich hätte nie gedacht, dass der Text aus When you’re looking like that mal so wahr sein könnte", Nicky lachte verzweifelt auf, "but they say you never miss the water til it’s gone..." Draußen war ein Hupen zu hören. "Ich muss los!", Anja stand auf, sie legte Nicky kurz eine Hand auf die Schulter, "mach’s gut Nicky..." "Pass auf dich auf", Nicky sah Anja in die Augen, "und ich warte auf dich...egal wie lange es dauert!" "Wir werden sehn. Grüß die anderen von mir", Anja drehte sich langsam um und verlies das Zimmer. Nicky hatte so fertig ausgesehen, aber sie musste dies tun, wenn ihre Liebe eine Chance haben sollte... "Komm Anja, wir müssen...", Marleen reichte Anja ihren Koffer, "war’s sehr schlimm?" Anja zuckte mit den Schultern, doch ihr Gesichtsausdruck war verkrampft, denn sie versuchte die Tränen zurück zuhalten. Nebeneinander verließen die Freundinnen das Haus. Erst als Anja im Taxi sah, blickte Anja zurück. Nicky stand am Fenster und starrte nach draußen. Das Taxi setzte sich in Bewegung. Bald sah Anja nur noch Nickys Konturen und dann bogen sie um die Ecke und er verschwand aus ihrer Sichtweite...


You said goodbye
I fell apart
I fell from all we had
To I never knew
I needed you so bad
You need to let things go
I know, you told me so
I’ve been throug hell
To break the spell
Why did I ever let you slip away
Can’t stand another way without you
Without the feeling I once knew

(I cry, World of our own)

*~Epilog~*

Der Flug von Dublin nach Deutschland kam mir wie eine Ewigkeit vor. Marleen versuchte mich immer wieder von meiner Trauer und meinen Zweifeln abzulenken, aber es gelang ihr nicht. Was würde ich als nächstes tun? Ich hatte gar keine Perspektiven mehr. Meine ganze Zukunft, die ich mir mit Nicky ausgemalt hatte war weg. In dem Moment war ich mir ganz sicher, dass ich nie wieder einen Fuß nach Irland setzen würde. Nicht in das Land, in dem die Person lebte, die ich mehr als alles andere liebte und genau dieselbe Person, die mich so verletzt hatte. Endlich landeten wir. Ich hatte ein unglaubliches Bedürfnis aus dem Flugzeug zu stürmen, aber ich riss mich zusammen und verlies neben Marleen das Flugzeug.

Zu hause wurde ich schon wurde ich schon von meinen Eltern empfangen. Meine Mam hatte mein Lieblingsessen gekocht und mein Dad hatte mir mein Lieblingsmagazin vom Kiosk geholt. Beide setzen sich mit mir an den Tisch und wir unterhielten und über mein Studium, über die wunderschöne, irische Landschaft und ich erzählte ihnen von Joyln. Keiner der beiden sprach mich auf Nicky an. Ich war einfach nur dankbar. Sie waren so lieb, aber trotzdem verabschiedete ich mich bald und ging in mein Zimmer. Dort lies ich zum ersten Mal an diesem Tag meinen Tränen freien Lauf. Es war irgendwie eine Erleichterung meinen ganzen Kummer ausdrücken zu können.

Die nächsten Tage war ich immer noch fest überzeugt, dass es das beste wäre Nicky zu vergessen. Ich ging mit meinen alten Freunden shoppen und auf Partys. Ich bekam langsam den Eindruck, die Sache mit Nicky tat mir nicht mehr so weh. Das dachte ich jedenfalls. Ich telefonierte zwar in der Zeit zwar oft mit Kerry und Joyln, aber keiner mit keiner der beiden sprach ich über Nicky, sonder höchstens allgemein über Westlife. Meine Gefühle holten mich erst wieder ein, als ich schon über einen Monat wieder in Deutschland war. Es begann damit, dass ich mich, nach einem langen Tag mit Marleen und ein paar anderen Freunden, vor den Fernseher setzte und ein bisschen herumzappte. Ich blieb bei Viva hängen und schaute mir einige Clips an ohne mich wirklich dafür zu interessieren. "Und jetzt kommt die neue Single von Westlife Broken dreams. Dies ist die erste Single, die komplett von Westlife geschrieben ist und als Maxi erscheint. Die Single kommt nächsten Montag heraus und hier ist schon einmal das neue Video...", kündigte der Moderator an. Ich starrte sofort konzentriert auf den Bildschirm, ich konnte mich einfach nicht losreißen. Das Video war in schwarzweiß gefilmt und spielte in einer verlassenen und verfallen Stadt. Als sah man Bryan, der ziellos durch die Straßen streifte und den ersten Part sang. Zum Refrain sah man dann alle auf einem umgekippten Zug sitzen. Die zweite Strophe teilten sich Shane und Kian und nach dem zweiten Refrain sah man zum ersten Mal Nicky alleine er stand auf einem ausgebrannten Auto und sang den Anfang der dritten Strophe. Ich war wie verzaubert und mein Blick klebte sozusagen am Bildschirm. Dort war er. Nicky. Der Mann, den ich liebte, der, der mich so verletzt hatte. Ich bemerkte gar nicht mehr, dass Mark den zweiten Part in der Strophe nach Nicky sang und dann zum Endrefrain ansetzte. Ich hatte immer noch Nicky vor den Augen, als schon längst ein anderes Lied lief. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich nicht mehr das Bedürfnis das Geschehene mit Nicky zu verdrängen. Mir wurde zum ersten Mal klar, dass ich ihn vermisste. Dass er mir wichtig war. Er hatte mir weh getan, aber war meine Liebe nicht stärker? Zum ersten Mal zweifelte ich daran, ob ich nicht auch einen Fehler gemacht hatte, als ich hals über Kopf abgereist war. Langsam stand ich auf, schaltete den Fernseher aus und ging in mein Zimmer. Dort griff ich zu meinem Handy, ehe ich mich versah und ohne wirklich zu überlegen, wählte ich Kerrys Nummer. Es war aber trotzdem mehr einen Kurzschlussreaktion. Ich hatte das Gefühl, dass ich, wenn ich es jetzt nicht versuchte, nie mehr den Mut dazu finden würde.

"McFadden?", hörte ich Kerrys Stimme.

"Hallo, Kerry hier ist Anja", sagte ich, "hast du etwas Zeit? Es ist wichtig."

"Es geht doch um Nicky, oder?", seit langer Zeit sprach sie in meiner Gegenwart über Nicky.

"Ja", brachte ich heraus, "ich habe eben das Video zu Broken dreams gesehen und ich... ich habe gedacht ich könnte ohne Nicky sein..."

"Das Video ist schön, nicht?", schmunzelte Kerry.

"Mehr als schön", rief ich, "du kann ich dich einmal was fragen?"

"Schieß los, Anja!"

"Wie geht es Nicky?"

"Wie man es nimmt..."

"Bitte sag es mir..."

"Er hat sich etwas verändert. Er macht seinen Job, aber er ist nicht mehr der Nicky, der im einen Joke auf den Lippen hat. Er ist ernster geworden, seitdem du weg bist."

"Hat er eine... Ich meine hat er jemanden neues kennen gelernt?", nur mühsam brachte ich diese Frage hervor und war nicht mir nicht mal sicher ob ich eine Antwort darauf wollte.

"Das meinst du doch nicht ernst?", Kerry lachte, "nein, er vermisst dich wahnsinnig. Bryan sagt, er spricht zwar nicht darüber, aber man merkt es ihm an."

Ihm lag noch etwas an mir. Sonst hätte er sich doch bestimmt anderweitig orientiert??? Kerry riss mich aus meinen Gedanken: "Bist du noch dran, Anja?"

"Ja"

"Anja, komm wieder zurück. Nicky liebt dich mehr als alles andere und du liebst ihn auch. Das merke ich ohne, dass ich dich vor Augen habe."

"Ich weiß nicht...", ich zögerte.

"Klar weißt du. Nicky wird so etwas nie wieder machen. Das ist selbst dir klar und du vermisst ihn doch bestimmt auch wie verrückt...", meinte Kerry lachend.

Mir kamen die Tränen. Klar, vermisste ich Nicky und wie. Ich musste dreimal schlucken bevor ich antworten konnte: "Ja Kerry, aber wenn er mich jetzt nicht mehr will...?"

"Ach Unsinn!", Kerry lachte, "mir kommt da gerade ein grandioser Einfall..."

Eine Woche später:
Ich konnte es nicht glauben. Vor einem Monat hätte ich über die Idee gelacht noch einmal auf diesem Flughafen zu stehen. Es kam mir immer noch total unwirklich vor. Jetzt stand ich hier mit meinem Koffer in der Hand und hielt nach Kerry Ausschau. Dort war sie ja und winkte mir wie wild. Ich lief zu ihr und wir lagen uns in den Armen. "Jetzt wird alles gut!", flüsterte sie mir zu. "Klappt alles?", fragte ich noch einmal unsicher. "Aber ja und Nicky hat nicht den leisesten Schimmer...", grinste sie. Ich sah sie mir an. Sie war etwas runder geworden seitdem ich sie das letzte Mal gesehen hatte. "Guck nicht so schockiert!", Kerry stieß mich in die Seite, "ich habe es bis zum vierten Monat auch nicht gemerkt." "Du bist schwanger?", brachte ich erstaunt hervor. Kerry nickte: "Aber jetzt komm, sonst kommen wir noch zu spät und das willst du ja nicht!" Gemeinsam gingen wir zu Kerrys Wagen und fuhren los.

Endlich hatten wir den Point Depot erreicht. Die Lifer waren schon auf der Bühne, also suchten wir Louis Walsh, der auch eingeweiht war. Er empfing mich mit einem Grinsen. "Na, aufgeregt?", fragte er. Ich konnte nur nicken. Bald würde er wieder leibhaftig vor mir stehen. Nicky. Aber was war, wenn Kerry und die anderen(die anderen Lifer wussten natürlich auch von meinem Plan) auch nicht Recht hatten. Wenn ihn meine Reaktion zu tief getroffen hatte. Ich verbot mir diese Gedanken. "Wie lange geht die Show noch?", erkundigte sich Kerry bei Louis. "Ich denke noch circa eine halbe Stunde", gab Louis Auskunft. Ich atmete tief durch und bat Louis: "Kannst du mir den Raum zeigen?" "Klar", antwortete er, "komm mit, ich zeige dir alles." Kerry klopfte mir auf die Schulter und als hätte sie meine Gedanken gelesen, sagte sie: "Mach dir keine Gedanken. Das wird schon... Alles läuft wie abgesprochen!" Dann folgte ich Louis durch die Gänge der Halle bis zu einer Art Büro. "Ist das okay, es ist wirklich der Chefraum?", wollte er wissen. "Sehr gut", ich brachte ein nervöses Lächeln zu Stande, "danke!" "Keine Uhrsache. Ich verschwinde jetzt erst einmal. Viel Glück", damit verlies Louis den Raum wieder und ich war alleine. Ich sah auf die Uhr jetzt würde es nur noch knapp eine Viertel Stunde dauern, bis die Jungs von der Bühne kamen...

Nach dem Konzert:

Kerry wartete nach der Show auf die Lifer. Da kamen sie und Bryan kam ihr als Erster entgegen. "Hallo, mein Schatz", begrüßte sie Bryan und gab ihm einen Kuss. "Hey Süße, ich dachte du wolltest nicht kommen", Bryan legte Kerry einen Arm um die Schulter. "Ich wollte dich überraschen", Kerry grinste, dann fiel ihr Blick auf Nicky, der hinter Bryan stand. "Ach Nicky", sagte sie, "Louis will etwas von dir. Er wartet in seinem Büro hier auf dich. Am besten gehst du sofort!" "Ist okay. Danke Kerry", meinte Nicky und ging in Richtung. Kerry, Bryan, Kian, Shane und Mark grinsten sich an...

Endlich hörte ich Schritte. Dann stand er unmittelbar vor dem Raum, indem ich saß. Ich hörte ihn eintreten, denn ich saß mit dem Rücken zu ihm, in einem großen Sessel, der mich ganz verschwinden lies. "Also Louis, ich wäre dir dankbar, wenn du dich kurz fassen könntest. Ich bin hundemüde!", fing Nicky an. Langsam drehte ich meinen Sessel bis er mich ganz sehen konnte. "Hallo Nicky", sagte ich. Er starrte mich nur sprachlos an. Ich stand auf und ging auf ihn zu. Wir sahen uns in die Augen. Ich spürte wie es mir gleichzeitig heiß und kalt wurde. Ich wollte mich in seine Arme kuscheln und einfach wieder mit ihm glücklich sein. Aber so einfach ging das nicht... Was wenn er im nächsten Moment losschreien würde??? Mir sagen würde, dass er mich nie wieder sehen wollte... "Anja...", sagte Nicky fast tonlos. Ich versuchte verzweifelt einen Anfang zu finden. Doch ich war nicht im Stande ein vernünftiges Wort heraus zubringen. "Wie oft habe ich mir diesen Moment vorgestellt", sprach Nicky plötzlich, "dabei wusste ich nie sicher, ob ich dich jemals wieder sehen würde. Ich habe mir ausgemalt, was du wohl sagen würdest und meine Reaktion auch. Einmal dachte ich du würdest mir sagen, dass du in Deutschland wieder mit deinem Ex, von dem du mir damals in Griechenland erzählt hast, zusammen bist, dass ihr heiraten würdet und ob ich und du Freunde bleiben könnten. Ein anderes Mal hast du gesagt, dass du wieder mit mir zusammen sein möchtest und in einer dritten Vorstellung von mir hast du gesagt, dass du mich hasst und nur gekommen bist um deine letzten Sachen zu holen... Oh man was erzähle ich hier eigentlich...?" Nicky lachte kopfschüttelnd auf. Ich lächelte zaghaft. "Nicky... ich", ich stützte den Kopf auf die Hände, "vorhin im Flugzeug wusste ich noch genau, was ich sagen wollte und jetzt alles wie weggeblasen. Dabei wollte ich dir soviel sagen." "Lass uns vielleicht rausgehen. Hier drin ist es so warm", schlug Nicky vor. Ich war einverstanden.

Ohne ein Wort zu sagen, gingen wir nach draußen. Vor dem Point Depot war es leer. Kein Fan, kein Reporter war mehr dort. Wir gingen schweigend ein paar Schritte weiter. "Nicky...", fing ich wieder an, "ich wollte dir sagen, wieso ich hier bin..." Er sah mich ruhig mit seinen wunderbaren blauen Augen an. "Am besten ich fange ganz am Anfang an", sagte ich, "als ich den Zeitungsartikel gesehen habe, war ich wütend und enttäuscht. Ich denke das weist du. Ich konnte es mir nicht erklären, wieso und warum. Daraufhin wollte ich einfach weg, wirklich weg. Bin ich ja auch nach unserem Gespräch... Ich weiß, dass es feige war. Ich hätte mich der Situation stellen sollen und versuchen das beste daraus zu machen. Habe ich aber nicht. Ich bin davongelaufen, habe versucht alles zu verdrängen. Das ging sogar, denn alle haben Rücksicht auf mich genommen. Doch dann ungefähr heute vor einer Woche habe ich zum ersten mal Brocken dreams gehört und gesehen. Daraufhin habe ich gemerkt, dass ich dich nicht einfach so vergessen kann. Es geht einfach nicht, egal was war. Darum bin ich hier um dir das zusagen. Ich kann gut verstehen, wenn du sauer bist. Dass ich weggelaufen bin war nicht richtig." Dies zu sagen hatte mich viel Mut gekostet. Zaghaft sah ich zu Nicky. Er sah mich nicht mehr an, sondern blickte in den pechschwarzen Nachthimmel. "Ich kann dir deine Reaktion nicht verdenken. Ich weiß nicht was ich gemacht hätte, wenn ich dich mit jemanden anderes gesehen hätte. Ich denke, wenn ich den Fehler nicht gemacht hätte, ständen wir gar nicht hier", sagte er nachdenklich. "Ich habe dir aber auch wehgetan damit, dass ich so überstürzt abgefahren bin. Ich kenne dich, Nicky. Es erschien mir in dem Moment richtig, aber jetzt...", ich senkte meinen Kopf, "damals war ich so durcheinander ohne zuerkennen, dass unsere Liebe schon vieles überstanden hat, obwohl wir kaum ein Jahr zusammen sind. Ich weiß nicht ob der Fehler wieder gut zumachen ist." Langsam drehte Nicky sich zu mir um und sah mich wieder an. "Das widerspricht, aber deiner ersten Aussage. Hast du nicht eben noch gesagt, dass unsere Liebe vieles überstanden hat?", fragte er. "Schon aber...", sagte ich leise. Worauf wollte er hinaus? "Ich meine, warum kann unsere Liebe, wenn du mich noch liebst und mir meine Dummheit verzeihen kannst, nicht auch das überstehen. Ich weiß nämlich, für meinen Teil, dass ich dich liebe und es die ganze Zeit getan habe. Ich will niemanden anderes als dich", offenbarte er mir. Ich stand da wie versteinert. Hatte er das wirklich eben gesagt??? Hatte ich mich nicht verhört??? Einige Sekunden verharrte ich so, dann fiel ich ihm um den Hals. "Natürlich verzeihe ich dir, mein Dummkopf, nur lass es nie wieder soweit kommen", schluchzte ich, weil ich meine Freudentränen nicht mehr zurück halten konnte, "ich liebe dich, Nicky!" Er hielt mich ganz fest in seinen Armen. "Ich hätte in den letzten Wochen gar nicht mehr daran zu glauben gewagt, dich noch einmal in meinen Armen halten zu können", flüsterte Nicky mir ins Ohr, "doch jetzt lasse ich dich nie wieder gehen." "Ich hoffe doch!", ich grinste ihn, immer noch mit Tränen im Gesicht, an. "Hey Süße, nicht weinen", Nicky wischte mir mit seinem Daumen die Tränen weg, "so nass wie dein Gesicht ist, werde ich ja auch ganz nass, wenn ich dich küsse." Und dann küsste er mich so gefühlvoll, wie noch nie zu vor und ich war mir sicher, dass es nicht falsch gewesen war zurück zukehren...

The End