Langsam schlenderte Shane den Strand entlang.Er wollte einfach nur seine Ruhe haben nach der anstrengenden Tour.
Da sah er sie! Sie saß im Sand, ihre Sandalen lagen neben ihr.Ihre Haare waren vom Wind zerzaust und sie schien in Gedanken versunken zu sein.Er schlenderte langsam weiter, nicht fähig seinen Blick von ihr zu wenden.Was machte sie hier, so abgeschieden und einsam, so weit weg von allem Lärm und den Leuten?Vielleicht das selbe wie er, einfach nachdenken..über Gott und die Welt......über die Zukunft.
Langsam dämmerte es und Shane zwang sich den Weg nach Hause einzuschlagen.Warum beschäftigten sich seine Gedanken immer wieder mit diesem jungen Mädchen von 16 Jahren?Nein, er war nicht fähig zu schlafen, er starrte an die Decke und sah vor sich die Augen des Mädchens.Die Augen die so traurig erschienen. Was ging ihn das denn an?
Shane schlug wie automatisch den Weg zum Strand ein. Hoffte er sie wiederzusehen?Er wusste es nicht genau. Sein Gang wirkte monoton und unsicher, auf seinen Lippen lag ein Lächeln als er sie erblickte. Die letzten 3 Abende saß sie immer hier. Er wollte gern mehr von ihr erfahren.Warum zog sie ihn so in ihren Bann? Ganz leise ließ er sich neben sie in den Sand fallen.Nein, sie sah nicht auf. Hatte sie ihn überhaupt bemerkt? Er räusperte sich, was sie zusammenschrecken ließ.
"Hallo, ich wollte sie nicht erschrecken" sagte er entschuldigend."Schon in Ordnung! Ich habe sie gar nicht bemerkt" Schweigend sahen beide auf den Horizont, den die untergehende Sonne orange färbe.Er beeilte sich und rannte die letzten paar Meter zum Strand.
Shane wusste genau, das sie dort sein würde. Ja, sie saß wie jeden Abend im Sand.Sie sah genauso aus wie immer. Ihre langen, braunen Haare umrahmten ein blasses, kindliches Gesicht.Doch etwas war anders als sonst! Ihre sonst ausdruckslosen Augen glänzten und sahen ihm entgegen.Shane setzte sich zu ihr. Lange sah sie ihm in die Augen.
"Ich weiß erst so wenig von dir Jessy. Bitte erzähle mir doch etwas von dir.""Nein Shane" "Aber warum denn nicht?" er schien nicht zu verstehen.Sie schüttelte den Kopf. "Shane...du würdest mich nicht verstehen."Nein er verstand wirklich nicht. Ruhig saßen sie da.
Plötzlich zerbrach die Stille "Shane....Shane ich habe eine Bitte."Er sah sie mit seinen Braunen Augen fragend an. "Shane bitte höre mich an!Ich habe nicht viel Zeit. Du wirst es nicht verstehen, aber ich bitte dich..."Sie schluckte bevor sie fortfuhr "Shane bald habe ich alle Zeit der Welt, doch nun rennt sie mir Davon.Morgen, aber spätestens Übermorgen wirst du diesen Sonnenuntergang allein ansehen. Aber sorge dich nicht,ich werde den Sonnenuntergang nicht verpassen. Doch die Zeit vergeht zu schnell. Ich habe doch keine Zeit."Ein Lächeln lag auf ihren Lippen als sie Seufzte. "Ja die Zeit vergeht schnell" stimmte Shane zu.Sie hatte Recht, er verstand sie nicht, oder wollte er nicht verstehen?
"Shane.....bitte schenke mir einen Tanz" "Bitte was? Tanzen? Ok gerne"Sie erhoben sich. Sanft fasste er ihre Hüften und sie legte die Arme um seinen Hals."Shane schließe die Augen, präge dir diesen Tanz ein. Er wird uns ewig verbinden."Er gehorchte und schloss die Augen. Ja es war wunderbar mit geschlossenen Augen zu tanzen.Jedes Detail prägte er sich genau ein. Doch warum sollte er das?
Sie tanzten und tanzten. Der Himmel färbte sich, von der untergehenden Sonne.Er öffnete die Augen und sah sie an. Sie sah furchtbar süß aus, wie sie mit geschlossenen Augen tanzte.Er beugte sich vor und küsste sie langsam und zärtlich. Sie öffnete die Augen und erwiderte seinen Kuss.Sie tanzten, bis der Tag der Nacht wich. Wieder sahen sie sich an, so unbeschreiblich glücklich.Sie lächelte Shane an "Shane verstrich mir, dass du mich nie vergißt."
"Darling ich werde dich niemals vergessen, was auch immer geschieht."Ein leises Wort des Dankes kam über ihr Lippen. Sie löste sich von ihm. "Es ist spät." "Ja, du scheinst müde." in seinem Blick lag so viel Zuneigung, das sie ihn am liebsten küssen würde.
Sie gingen den Weg, und ließen den Strand hinter sich.Sie umarmte ihn lange. "Danke für alles Shany, besonders für den Tanz. Denk an dein Versprechen."Damit verschwand sie in der Türe. Die Tür fiel leise ins Schloss, doch es klang laut in der Stille der Nacht.Er wusste es genau, sie war die Frau seiner Träume, die Frau die er liebe.
Am nächsten Abend war er früher am Strand als sonst, er wollte mehr Zeit mit ihr verbringen.Er setzte sich hin und wartete, doch sie erschien nicht. Sehnsüchtig wartete er auf ihr Erscheinen,doch sie tat ihm den Gefallen nicht. Gerade wollte er den Weg nach Hause einschlagen, da ging er zu der Tür, zu der er Jessy gestern gebracht hat. Er wartete und klingelte dann. Eine ältere Frau öffnete ihm.Diese Augen, es waren die selben wie Jessy sie hat. "Entschuldigen sie Miss! Ich suche Jessy. Wo ist sie?""Sie wissen es noch nicht?" fragte sie traurig, und Tränen bahnten sich ihren Weg.Shane fühlte, dass er etwas falsches gesagt hatte. "Bitte sagen sie mir, sind sie Mr. Shane Filan?" Ihre Stimme versagte. Sie gab ihm einen Umschlag und entschuldigte sich. Dann fiel wieder die Tür ins Schloss.
Nun stand er da, mit dem Briefumschlag. Er ging schnellen Schrittes zurück zum Strand, wo er mit zitternden Fingern den Umschlag öffnete. Er wusste, dass der Inhalt viel bedeuten musste.
Lieber Shane!
Ich weiß, dass du verwirrt bist, aber ich bin mir sicher das du mich nun verstehen wirst.Ich bin gegangen, nicht fähig dir zu sagen, dass ich dich Liebe.Ich bin gegangen ohne dir eine Erklärung zu geben, doch ich hatte keine Zeit.Dieser Tanz und der Kuss ist alles, was uns voneinander bleibt!Ich sitze hier und bin so glücklich wie noch niemals zuvor, und das obwohl ich weiß, das meine Zeit gekommen ist.
Ja du hörst richtig, ich werde nun den letzten Sonnenuntergang gesehen haben.Doch wer weiß, vielleicht sitzen ja jeden Abend die Engel auf einer Wolke, gleich über dem Platz wo wir immer saßen, und sehen genau wie wir den Sonnenuntergang an.Nun werde ich dort oben sitzen und über dich wachen........jetzt habe ich alle Zeit der Welt.Irgendwann werden wir uns wiedersehen, dort bei den Engeln.
Nein ich vergieße keine Tränen in meinen letzten Minuten, doch schmerzt es mich dich zu verlassen.Wenn du dies ließt werde ich schon dort sein, dort oben bei den Engeln.Ich war schwer krank schon seit Jahren, das ahntest du nicht, doch ich wollte nicht dein Mitleid, sondern deine Liebe.Was auch immer passiert, erinner dich an unseren Tanz! Bitte..... Shaney ich hoffe du vergisst mich wirklich nicht, die Zeit mit dir war eine der schönsten.
You just close your eyes
and you be here with me
just look to your heart
and thats where i`ll be
if you just close your eyes
till your driftin` away
you never be too far, from me
if you close your eyes
In ewiger Liebe
~Jessy~
Sie war fort! Er wollte es nicht glauben. Immer wieder rollten Tränen über sein Gesicht, er hatte seine Gefühle nicht im Griff.
Er würde sein Versprechen halten!
Wie könnte er sie denn jemals vergessen, die Frau die er liebte?