Noch ein paar Minuten zu Fuß und ich war endlich an meinem Arbeitsplatz. Mist, warum mußte ausgerechnet heute Morgen mein Auto nicht anspringen? Ich war in Gedanken schon dabei mir eine Ausrede für meinen Chef auszudenken, als ich plötzlich hart mit jemanden zusammen stieß. Ich konnte mich nicht mehr abfangen und mein Opfer und ich fielen unsanft zu Boden.
„Entschuldigen sie Miss, ich habe sie gar nicht kommen sehen!“ entschuldigte sich der junge Mann bei mir.
„SIE müssen sich nicht entschuldigen, ICH war mit meinen Gedanken ganz wo anders und habe nicht aufgepaßt!“ ich lächelte ihn an und rappelte mich auf, dann zog ich ihn hoch. Dabei fiel mein Blick auf eine ziemlich tiefe Wunde auf seiner Hand.
„Oh, mein Gott! War ich das?“ ich zeigte auf seine Hand.
„Entweder das, oder es ist noch jemand in mich rein gerannt und ich habe es nicht bemerkt!“ er grinste mich an.
„Sorry, ich bin wirklich nicht ganz da!“ ich lächelte ihn unsicher an „Kommen sie mit, ich arbeite da drüben in der Klinik, ich schaue mir ihre Hand mal genauer an.“ ich deutete auf die Klinik auf der anderen Straßenseite.
„Das ist nicht nötig.“ er wickelte ein Taschentuch um seine Hand.
„Doch das ist nötig, vielleicht ist ja Schmutz in der Wunde, das kann sich böse entzünden.“
„Na, gut ich hoffe nur es dauert nicht allzu lange.“ er sah mich an und ich betrachte ihn das erste Mal genauer. Er trug ein Basecap, was er ziemlich weit ins Gesicht gezogen hatte und eine Sonnenbrille, obwohl im Moment die Sonne nicht schien.
Wir gingen über die Straße und betraten die Klinik durch die Notaufnahme.
„Hey Jess! Dr. Carter sucht dich überall!“ empfing mich Alyson vom Empfang.
„Danke Ally!“ erwiderte ich gereizt „Was ist frei?“ ich deutete auf den jungen Mann.
„Die Zwei ist frei! Man, bringst du deine Freunde jetzt schon mit zur Arbeit?“ Ally grinste mich an.
„Sehr witzig! Er ist nicht mein Freund! Wo ist Jack? Er soll in der Zwei bitte alles für eine Wundreinigung vorbereiten, ich zieh mich schnell um!“ ich winkte dem jungen Mann zu und er folgte mir. Wie auf Stichwort erschien Jack in meinem Gesichtsfeld. Ich wollte gerade etwas sagen, als er mich unterbrach.
„Hab` alles mitbekommen! Zieh dich um!“ er fuchtelte mit seiner Hand.
„Danke! Du bist ein Schatz!“ ich lief zu unseren Umkleideräumen und zog meine blaue Hose und meinen blauen Kasack an. Ich pinnte mir mein Namensschild an den Kragen, legte mir mein Stethoskop um und band mir auf den Weg zurück in die Zwei meine Haare zusammen.
„So, da bin ich wieder! Dann wollen wir mal schauen!“ ich zog meine Handschuhe an und der junge Mann legte seine Hand auf den Tisch. Ich stellte die Lampe ein und untersuchte die Wunde. Ich merkte wie genau er mich dabei beobachtete. Er hatte sein Cap und seine Sonnenbrille abgenommen und ich bemerkte seine wunderschönen Augen.
„Aha, jetzt weiß ich wenigstens wie sie heißen.“ er sah auf mein Namensschild „ Jessica Miller. Da habe ich ja richtig Glück gehabt, das ich mit einer Ärztin zusammen gestoßen bin!“ er grinste mich breit an.
„Zusammen gestoßen? Ich würde eher sagen ich habe sie umgerannt!“ ich lachte und begann seine Wunde zu säubern. „Und wie ist ihr Name?“
„Entschuldigung...“ er schlug sich mit seiner freien Hand an die Stirn „..Wo sind nur meine Manieren. Ich bin Mark, Mark Feehily!“
„Dann nochmals Entschuldigung Mister Feehily!“ ich sah ihn an und grinste.
„Mark tut es auch!“ er lachte und im nächsten Moment verzog er das Gesicht.
„Sorry, das brennt jetzt etwas! Ich werde mit 2 kleinen Stichen nähen, in 10 Minuten sind sie dann..., ich meine bist du dann so gut wie neu! Ich bin übrigens Jess!"
„Ich würde jetzt gerne sagen das es mich freut, aber....“ er zog eine Schnute.
„Schon gut!“ ich lachte und zog die Spritze mit dem lokalen Betäubungsmittel auf. Mark sah mich ängstlich an.
„Ist die für mich?“
„Jep! Einmal Zähne zusammen beißen, dann ist es fast überstanden!“ ich war gerade fertig mit spritzen als sein Handy klingelte.
„Ja!.......Ich kann erst in gut einer halben Stunde da sein!......Reg` Dich nicht so auf!.....Ich bin im General Hospital!.....Hey leg` nicht gleich auf!...“ er fluchte einige unanständige Wörter vor sich hin und sah mich dann verlegen an.
„Sorry!“
„Kein Problem, ist ja irgendwie meine Schuld!“
„Mach` dir keine Gedanken!“
Ich nahm mein Nahtmaterial und versorgte seine Wunde, ich war gerade fertig als die Tür aufging.
„Mein Gott Mark! Was fehlt dir?“ ein ziemlich aufgeregter Mann kam herein gestürmt und schubste mich beiseite. Ihm folgten noch ein paar andere Männer, einige sahen richtig furchterregend aus.
„Hey Jake! Alles O.K.! Nur ein kleiner Kratzer an der Hand...“ Mark lehnte sich gelassen zurück.
„WAS? Wir haben heute noch einen Promo Termin und dann habt ihr noch die Studioaufnahmen!“ der Mann, Jake nehme ich an, war total aus dem Häuschen.
„Seit wann brauch ich zum Singen und zum Fotos machen meine Hand?“ Mark blieb total gelassen.
„WER war das?“ er zeigte auf Marks Hand.
„Ich“ meldete ich mich zu Wort.
„Das wird Konsequenzen für dich haben, mein junges Fräulein! Kannst du dir vorstellen, was ein Tag Verdienstausfall für ihn bedeutet?“ er stand nur noch Zentimeter von mir entfernt und ich fühlte mich gar nicht wohl in meiner Haut.
„Ich denke....“ begann ich.
„Es interessiert mich nicht was du denkst, klar?!“ Jake kam mir noch näher, falls das möglich war.
„HEY Jake! Laß sie in Ruhe! Klar?“ Mark war aufgestanden und stellte sich hinter mich.
„War ja klar das unser Womanizer wieder das schwache Geschlecht beschützen will!“ Jake konnte oder wollte sich nicht beruhigen.
„Sie sind jetzt entlassen Mister Feehily! Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag!“ ich wollte zu Tür gehen, wurde aber von einem Typen festgehalten.
„Mein Name ist Jessica Miller, wenn sie irgendwelche Forderungen gegen mich stellen wollen, gibt ihnen unsere Verwaltung gerne meine Adresse. Ich muß jetzt arbeiten, wenn sie mich lassen!“ so langsam wurde ich wütend. Ich wußte nicht wer Mark war oder warum sich dieser Jake so furchtbar aufregte, aber ich hatte keine Lust mehr mir das weiter anzuhören.
„Laß sie los Paul!“ Jake schrieb sich meinen Namen auf.
„Vielen Dank!“ ich stapfte wütend aus dem Raum und lief prompt Dr. Carter in die Arme.
„Oh, schön Miss Miller ist ja auch endlich da!“ er schob mich unsanft in Richtung Anmeldung.
„Entschuldigen sie bitte, ich hatte gerade eine Wundversorgung...“ begann ich zu erklären.
„Ich weiß schon das sie unseren Star behandelt haben, nun kommen sie mal wieder runter von ihrer Wolke 7. Ich möchte wissen warum sie heute morgen nicht um Punkt 8 Uhr auf der Matte standen!“ er funkelte mich böse an.
„Ich hatte Probleme mit meinem Wagen.“ gestand ich wahrheitsgemäß.
„Ich hoffe für sie das es nicht noch einmal vorkommt. Sonst können sie sich eine neue Praktikumsstelle suchen. Ich denke es gibt in Dublin genug Medizinstudenten, die einen Praktikumsplatz brauchen. War das deutlich?“
„Ja, Sir!“ sagte ich leise.
„Gut, dann wieder an die Arbeit, ausgeschlafen genug müßten sie ja sein!“ entgegnete er mir ironisch.
„Ja, Sir!“
Dann ging er endlich und ich sah zu allem Überfluß Mark mit seinem Gefolge auf dem Flur stehen und an Jakes schadenfrohem Grinsen erkannte ich, das sie alles mitbekommen hatten.
„Na, toll!“ ich ließ meinen Kopf auf die Tischplatte fallen und Ally blickte erschrocken auf.
„Hey, hey Jess! Es hätte schlimmer kommen können!“ sie wuschelte durch meine Haare.
„Noch schlimmer?“ ich war völlig am Boden.
„Sorry, wenn du wegen mir Schwierigkeiten bekommen hast.“ Mark stellte sich neben mich, er trug wieder seine Mütze und seine Sonnenbrille.
„War meine eigene Schuld!“ entgegnete ich resigniert.
„Wie wäre es wenn du mich heute Abend zum Essen begleiten würdest? Sozusagen als einen positiven Punkt an diesen Sch... Tag!“ er strahlte mich an und ich mußte widerwillig grinsen.
Ich wollte ihm gerade antworten als unsere Notfall Sirene ging und ihr eine Durchsage folgte:
<< Schwerer Verkehrsunfall, Zwei Schwer- und ein Leichtverletzer! Sind in einer Minute bei euch!>>
Kaum war die Durchsage beendet erschien schon die erste Trage in der Tür. Ich mußte Mark stehen lassen und lief auf den Sanitäter zu.
„Was haben wir?“ ich lief neben ihm her und wir kamen an Mark vorbei. „Ich habe um 20 Uhr Schluß!“ flüsterte ich ihm zu, er zwinkerte und verließ dann mit seinen Leuten die Notaufnahme.
„Schädel-Hirn-Trauma, womöglich Wirbelsäulenverletzungen, der Typ war nicht angeschnallt..“ antwortete der Sanitäter mir.
Bis zur Mittagspause hatten wir den Mann operiert und er lag auf der Intensivstation. Zum Mittag hatte ich mich mit Ally verabredet und wir gingen in die Cafeteria. Kaum saßen wir am Tisch löcherte sie mich mit Fragen.
„Und sag` schon! Wie ist er? Was hat er alles gesagt?“ sie hibbelte auf ihrem Stuhl herum.
„Wovon redest du?“ ich löffelte seelenruhig meinen Joghurt.
„Wovon ich rede? Na von Mark?“ sie sah mich strafend an.
„Woher kennst du seinen Namen?“ ich blickte sie erstaunt an.
„Sag` bloß du weißt nicht wer er ist?“ lachte sie los.
„Nein!“ ich schaute sie verwirrt an und sie konnte sich nicht beruhigen.
„Alyson McFeeh! Wer ist Mark, hmm?“ ich hielt ihre Hand fest und sah sie ernst an.
„Er ist Sänger, kennst du nicht Westlife?“
„Vom Hörensagen!“
„Er ist einer von ihnen! Er ist Westlife-Mark!“
Ich merkte wie mein Gesicht blaß wurde.
„Alles klar Jess?“ Ally sah mich nun eher besorgt als belustigt an.
„Ich gehe heute Abend mit ihm Essen.“ flüsterte ich.
„OH MEIN GOTT!“ schrie sie los.
„Psst Ally! Es müssen ja nicht gleich alle wissen!..“ ich sah sie verzweifelt an „Was mach ich denn jetzt? Er holt mich um 20 Uhr ab.“
„Sei du selbst und behandele ihn so wie heute morgen!“ sie lächelte mich an und streichelte meine Hand.
Der Rest meiner Schicht flog nur so an mir vorbei. Wir hatten viel zu tun und als ich auf die Uhr sah erschrak ich. 19:45 Uhr, in 15 Minuten würde Mark hier sein. Ich meldete mich am Empfang ab und ging in die Umkleide. Ich zog mir meine Jeans und ein Top an, darüber meine Jeansjacke und dazu meine schwarzen Sandaletten. Ich legte noch etwas Make-up auf und löste dann meinen Zopf. Noch einmal schnell mit der Bürste durch meine lange braune Mähne und fertig war ich. Ich schaute nervös zur Anmeldung und atmete auf als ich Mark noch nicht stehen sah. Ich ging um die Ecke und mich traf fast der Schlag, da stand er im Wartebereich, wieder mir Mütze und Brille und mit einer weißen Rose in der Hand. Er lächelte als er mich sah.
„Hey Doc! Fertig?“ er bot mir seinen Arm an und überreichte mir die Rose. „Für dich!“
„Danke! Ich bin startklar! Bye Ally, bis morgen! Bin dann um 20 Uhr da!“ ich winkte ihr zum Abschied und sie drückte mir beide Daumen. Wir gingen hinaus zu seinem Wagen. Er war ganz Gentleman und hielt mir die Tür zum Einsteigen auf. Wir fuhren eine Weile schweigend durch die Stadt.
„Hey Jess, warum so still?“ Mark sah mich von der Seite an.
„Hmmm, weiß nicht was ich sagen soll.“ antwortete ich ihm schüchtern.
„Interessiert es dich gar nicht wo wir hin fahren?“ Mark grinste und konzentrierte sich dann wieder auf die Straße.
„Klar!“ meine Neugier war geweckt.
„Laß dich überraschen!“ Mark zwinkerte mir zu.
„Das ist gemein“ ich lehnte mich schmollend in meinem Sitz zurück.
Nach einer Weile fuhren wir in eine Auffahrt eines McDonalds Restaurant. Ich sah Mark fragend an und er grinste. Er bestellte am McDrive Schalter einige Sachen und wir fuhren weiter.
„Hmm, McDonalds fast so ausgewogen wie unsere Krankenhauskost.“ ich versuchte meiner Stimme einen ernsten Klang zu geben.
„Kannst ja aussteigen...“ Mark sah mich prüfend an.
„Kann ich nicht, du fährst zu schnell...“ ich schaute aus dem Fenster und die Landschaft flog an uns vorbei.
„Ich kann gerne anhalten...“ er sah mich herausfordernd an und ich konnte mir mein lachen nicht mehr verkneifen.
Nach eine paar Minuten fuhren wir auf einen einsamen Parkplatz, der direkt an den Klippen lag. Es waren die Batson Clips. Ich war hier als Kind das erste Mal gewesen, heute schaffte ich es nicht mehr ganz so oft...ich erkannte es gleich wieder. Es lag nur ca. eine viertel Stunde außerhalb Dublins und war für mich einer der schönsten Plätze überhaupt.
„Wir sind da!“ Mark hielt mir die Tür auf, nahm seine Mütze und holte eine Decke aus dem Kofferraum. Er nahm unser Essen mit und wir suchten uns ein schönes Plätzchen und Mark breitete die Decke aus. Es war Mitte Juni und es war noch recht warm. Wir setzten uns und genossen die letzten Sonnenstrahlen am Horizont. Eine ganze Weile saßen wir schweigend da und ließen diesen Augenblick auf uns wirken.
„Das Essen wird gleich ganz kalt!“ Mark hielt mir einen Hamburger unter die Nase.
„Das wollen wir natürlich nicht.“ ich nahm ihm den Burger ab und biß beherzt hinein. „Hmmmm“
„Na, schmeckt wohl doch besser wie eurer Krankenhaus-Essen?“
„Viel besser!“ murmelte ich.
Während des Essens alberten wir herum wie kleine Kinder und am Ende wälzten wir uns auf der Decke. Mark gewann schnell die Oberhand und drückte mich auf den Boden.
„Erzähl mir was von dir! Wer ist Dr. Jessica Miller?“ Mark rollte von mir runter und sah mich von der Seite an.
Ich drehte mich zu ihm. „Also, erstens bin ich noch keine „richtige“ Ärztin, ich mache gerade mein Praktikum. Zweitens, mein voller Name lautet Jessica Marie Feline Miller, ich bin 24. Ich bin in Ballina geboren und aufgewachsen. Ich habe drei Geschwister, wobei ich die Älteste bin. Meine kleine Schwester Jennifer ist gerade 5 geworden und meine beiden Brüder Kenny und David sind 17 und 20. Mein Dad leitet eine kleine Firma in Ballina, er verkauft Computersysteme, meine Mum ist Innenarchitektin. Ich wohne seit 6 Jahren in Dublin und ich fahre einen VW Golf. Noch Fragen?“ ich grinste ihn an.
„Ich muß erst einmal verarbeiten...“ er rollte auf den Rücken.
„Und nun du!“ ich kitzelte ihn und er bat um Gnade „Na dann mal raus mit der Sprache!“
„Also meine Name ist Marcus Michael Patrick Feehily, ich bin 25. Ich bin in Sligo geboren und aufgewachsen. Ich habe zwei Brüder Barry und Colin, 17 und 15 Jahre alt. Ich wohne immer noch in Sligo, habe aber seit 4 Jahren ein Appartement in Dublin. Ich fahre einen Porsche. Noch Fragen?“
„Was machst du so?“ ich sah ihn genau an und merkte das er dieser Frage lieber aus dem Weg gegangen wäre.
„Ich arbeite in der Unterhaltungsbranche,......ich unterhalte sozusagen die Leute,.....ich habe mit Musik zu tun...“ stotterte er.
„Welche Art von Musik?“ fragte ich ihn unschuldig.
„Pop“
„Aha! Kannst du singen?“ bohrte ich weiter nach und ihm wurde es immer unangenehmer.
„Hmmmm......ja, ich denke schon......irgendwie!“
„Mark, warum sagt du nicht einfach das du bei Westlife singst?“ ich sah ihn an.
„Du weißt es?“ fragte er mich perplex.
„JA, Ally hat mich darauf gebracht.“ ich fischte mich die letzten Früchte aus der Fruchttüte.
„Und dann läßt du mich hier so rum stottern?“ fragte mich Mark gespielt böse.
„Das war so NIEDLICH!“ ich grinste ihn an.
„Na warte....“ Mark fing an mich durch zu kitzeln und er hörte erst auf als ich schon fast keine Luft mehr bekam.
„Hör endlich auf!“ keuchte ich.
„Das war deine gerechte Strafe, weißt du...ich bin nämlich gar nicht niedlich! Nicht mal ein ganz kleines bißchen!“
„Find ich aber doch!“ mein Atem normalisierte sich wieder. Mark hob die Hände.
„Nein Mark bitte nicht, ich bin jetzt auch ganz lieb und sage nie wieder das du niedlich bist!“
„Fein, dann hätten wir das auch geklärt! Was hat dir Ally denn noch so erzählt?“ Mark lehnte sich an einen Felsen und sah mich an.
„Gar nichts weiter, sie meinte nur ich solle dich so behandeln wie heute Morgen und ich soll ganz ich selbst sein“ antwortete ich ihm achselzuckend.
„Sehr kluge Frau, so find ich dich nämlich am niedlichsten!“ er grinste mich an und ich warf mit einem kleinen Stein nach ihm.
„Wenn ich dich nicht niedlich nennen darf, dann nennst du mich gefälligst auch nicht so, klar?!“
„O.K., O.K. dann bist du halt süß!“ er duckte sich.
„Na, ja schon etwas besser, aber so das Wahre ist es noch nicht!“
„Weißt du was ich total schön finde?....“ fragte er mich und ich legte meinen Kopf auf sein Knie.
„Nein“
„....Das du dich so völlig normal verhältst. Du liegst hier, in einem T-Shirt, in einer Jeans, barfuß, vom Wind verwuschelte Haare und ich muß sagen ich habe noch nie eine Frau so schön gefunden wie dich jetzt. Ich fühle mich so wohl, so geborgen, ich habe keine Angst das hinter dem nächsten Baum eine Reporter heraus springt und mich für seine Titelseite verkauft. Ich fühle mich so......normal.“
„Definiere normal!“ ich sah ihm direkt in die Augen.
„Normal....Hier liegen und die Nacht zu genießen, dich bei mir zu haben...jemanden dem nicht so wichtig ist immer die neuste Kollektion von Dolche & Gabbana zu tragen, der sich mit mir über alltägliche Sachen unterhält, jemand der ehrlich zu mir ist, der mich um meiner Willen mag und nicht weil ich der Star einer Band bin. Eigentlich ist das die Ausnahme, alles andere wäre normal...jemand der sich mit mir unterhält um in die Schlagzeilen zu kommen und das neuste Kleid von irgendeinem Designer präsentiert. Der sich mit mir über absolut belanglosen Kram unterhält und ich muß dazu nur immer fein lächeln und unser Saubermann-Image vertreten, das ist für mich normal!“ Mark sah mich traurig an.
„Also wenn du über die neuste Gucci Mode sprechen willst, dann muß ich dich enttäuschen da habe ich absolut keine Ahnung von...“ ich lächelte ihm aufmunternd zu „...ich behandele jeden so, wie ich gerne behandelt werden möchte und, ja klar ich hatte schon Bammel als ich wußte wer du bist und ich wußte am Anfang nicht wie ich mich verhalten soll, aber dann habe ich gemerkt das auch du...Mr. Superstar...ganz normal bist und ich den schönsten Abend seit sehr langer Zeit mit dir Mark verbracht habe.“
Er beugte sich langsam zu mir herunter und seine Lippen berührten meine ganz sanft. Er gab mir einen kurzem Kuß, sah mich dann an, streichelte meine Wange und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Du bist so nied.... Sorry....süß! Wo warst du die letzten 25 Jahre?“ er lächelte mich an.
„Hier! Mein Herz war immer hier!“ ich grinste ihn an und zog ihn an seiner Kette zu mir herunter und küßte ihn.
Nach einer guten halben Stunde wurde es langsam kalt und wir beschlossen zurück zu fahren, er brachte mich bis vor die Haustür und hielt mir wieder die Tür auf.
„Hier wohnst du also?“ Mark deutet auf das Haus.
„Ja, ganz oben im vierten Stock.“ ich nahm Mark meine Jacke ab.
„Schlaf gut Süße!“ Mark gab mir einen Kuß.
„Du bist wirklich nicht böse, daß ich dich nicht hoch bitte?“ ich sah ihn an.
„Nein, ganz und gar nicht, ich finde es sogar gut.....irgendwie!....“ er küßte meine Nasenspitze. „...Sehen wir uns morgen?“
„Wann hättest du denn Zeit?“ ich zeichnete mit meinem Zeigefinger die Konturen seines Gesichtes nach.
„Immer!...Nein leider nicht, wir sind bis 17 Uhr im Studio, danach habe ich Zeit.“
„O.K. Um 17:30 Uhr Batson Clips? Ich muß aber spätestens um 19:30 Uhr wieder los, mein Dienst beginnt um 20 Uhr.“
„O.K. dann bis morgen, ich denk an dich!“ er gab mir einen letzten Kuß, stieg ein und fuhr los. Ich wartete bis er nicht mehr zu sehen war, dann ging ich nach oben. Ich duschte ausgiebig und schlief anschließend sofort ein. Am nächsten Morgen ging ich früh joggen, dann einkaufen und dann wartete ich bis es endlich 17 Uhr war. Ich fuhr schon viel zu früh zu den Klippen und legte mich etwas in die Sonne. Nach ein paar Minuten wurde es mir zu heiß und ich zog mein T-Shirt aus. Ich lag nur noch in Shorts und Bikini Oberteil auf der Decke und wartete. Plötzlich fühlte ich etwas sehr kaltes auf meinem Bauch. Ich öffnete meine Augen, schob meine Sonnenbrille hoch und sah in Marks grinsendes Gesicht, ich schaute auf meinen Bauch und Mark hielt eine Eistüte darüber die auf meinen Bauch tropfte.
„Super Mister!“ ich setzte meine Sonnenbrille wieder auf und tat als ob nichts passiert wäre.
„Hey, das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt!“
„Und?“
Mark überlegte kurz und schmierte mir dann das Eis ins Gesicht. Ich quiekte und wand mich unter seinem Griff.
„Genauso dachte ich mir das!“ er fing an das Eis weg zu küssen.
„Mark!“ kreischte ich, denn seine Reinigungsaktion kitzelte.
Nachdem wir beide fertig waren, ich habe solch eine Tat natürlich bestraft und mir mit seiner Eistüte ebenfalls einige Späße erlaubt, lagen total verschmiert und lachend auf der Decke und beobachteten die kleinen Wolken am Himmel.
„Mark..“
„Hmmm“
„Ich muß los. Ich muß noch duschen!“ ich hob meinen Kopf von seiner Brust und sah ihn an.
„Habe ich dich nicht richtig sauber gemacht?“
„Doch, doch alles bestens, ich denke nur, wenn Carter mich so sieht, dann darf ich mir wirklich eine neue Stelle suchen...Ach und noch etwas, kauf beim nächsten Mal bitte kein Schokoladeneis.“
Mark lachte und half mir hoch als wir uns beide so ansahen konnten wir beide vor Lachen nicht mehr. Wir waren über und über mit Eiscreme beschmiert und sahen aus wie Kinder die grade eine Schlammschlacht hinter sich haben. Mark nahm mich in den Arm.
„Du machst mich so glücklich!“ er küßte mich.
„Du mich auch!“ ich erwiderte seinen Kuß.
Nach ein paar Minuten löste ich mich. „Ich muß jetzt wirklich los....“
„Wirklich?“ Mark sah mich fragend an und fing dann wieder an zu lachen.
„Ja...“ ich sammelte meine Sachen zusammen. Mark fing ebenfalls an seine Sachen ins Auto zu räumen.
„So, jetzt muß ich....! Bye!“ ich ging um meinen Wagen herum zu Mark und er nahm mich in seine Arme.
„Bye! Wann sehen wir uns wieder?“ er gab mir einen sanften Kuß.
„Wie wäre es am Freitag? Ich habe das Wochenende frei.“ ich streichelte seinen Nacken.
„Och, das sind ja noch drei ganze Tage..“ er sah mich traurig an.
„Wirst du es überleben?“ fragte ich ihn grinsend.
„Gerade so...Wann am Freitag?“ er zog mich wieder näher an sich heran.
„Um 20 Uhr bei mir?“
„Darf ich dann auch hoch kommen?“
„Spinner! Nein, du bleibst unten im Hof und ich bleibe oben.“ ich boxte ihm in die Rippen.
„Bis Freitag, ich zähl die Minuten.“ Mark gab mir einen letzten Kuß und wir fuhren beide los.
Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zu meinem Dienst und mußte Ally erst einmal einen Bericht erstatten. Sie freute sich für mich und war froh das alles gut gegangen war.
Die nächsten Tage zogen sich wie Kaugummi in die Länge und wollten irgendwie gar nicht vergehen, aber dann hatte ich endlich am Freitag um 18 Uhr Feierabend. Ich fuhr so schnell es im Berufsverkehr möglich war nach Hause, duschte kurz, räumte etwas auf und stellte mein vorbereitetes Essen in den Ofen. Ich war gerade dabei mich fertig zu machen als es um 19:30 Uhr klingelte und ich drückte auf den Summer. Keine Minute später stand Mark vor mir.
„Was machst du denn schon hier?“ empfing ich ihn.
„Nette Begrüßung!“ er zog eine Flunsch.
„Sorry...Komm erst mal her!“ ich zog ihn in meine Arme und gab ihm einen Kuß.
„Schon besser.“ er grinste mich an.
„Komm rein!“ ich deutete in die Wohnung.
„Hübsch hier.“ Mark legte seine Jacke ab.
„Führung gefällig?“
„Sehr gern!“ er folgte mir.
„So hier haben wir mein Wohnzimmer mit Balkon...“ ich zog ihn weiter durch den Flur. „hier ist mein Arbeitszimmer, das da hinten in der Ecke ist übrigens Spike..“ ich deutete auf mein Skelett. “...hier haben wir meine Küche, mein Bad und mein Schlafzimmer. Thats it!“
„Gefällt mir sehr gut...“ er nahm mich in den Arm „...aber du gefällst mir am Besten!“
„Danke!“ ich stupste ihn auf die Nase. „Ich kümmere mich mal kurz uns Essen.“ Ich ging zurück in die Küche und stellte den Backofen an.
„Was gibt es denn?“
„Lasagne.“
„Hmmm ich sterbe für Lasagne!“
„Bitte nicht hier und jetzt...“ ich zog ihn ins Wohnzimmer „...Jetzt haben wir erst mal noch eine Stunde Zeit.“
Wir machten es uns auf der Couch bequem und sahen etwas fern. Ich kuschelte mich an ihn und genoß den Augenblick. Nach gut einer Stunde aßen wir und allem Anschein nach schmeckte es Mark.
„Das war toll! Dich behalte ich!“ er küßte meine Nasenspitze.
„Wart´s ab! Komm wir gehen auf den Balkon!“ ich nahm unsere Weingläser und wir gingen raus. Draußen war es angenehm kühl und wir setzten uns auf meine kleine Bank. Ich legte meinen Kopf in seinen Schoß und eine Zeit lang sagten wir gar nichts.
„Du Jess!“
„Hmmm“
„Kann es sein, das du kein weiß magst?“
Ich sah Mark erstaunt an. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“
„Na, ja in deiner Wohnung ist kein Raum weiß. Dein Wohnzimmer ist grün, dein Schlafzimmer und dein Bad sind blau, deine Küche ist Orange und dein Arbeitszimmer und der Flur sind lila.“
„Ich finde weiß langweilig, außerdem sehe ich im Krankenhaus den ganzen Tag weiße Wände, da brauche ich eine Abwechslung wenn ich nach Hause komme.“
„Finde ich schön.“
„Danke! Hab ich übrigens alles selbst gestrichen.“
„Super, du hast alle Qualitäten die ich an einer Frau schätze...Mir wird langsam kalt, wollen wir wieder rein?“ Mark schüttelte sich.
„Ja, ich habe uns noch einen Film ausgeliehen.“
„Welchen?“
„Sei nicht so neugierig.“
Ich holte einen Decke aus dem Schlafzimmer und klappte meine Couch aus. Ich legte die DVD in den Player und kuschelte mich wieder an Mark.
„A walk to remember? Kenn ich gar nicht!“ Mark streichelte über meinen Rücken.
„Dann schau hin, der Film ist toll!“ ich nahm seine freie Hand und zeichnete seine Finger nach. Kurze Zeit später war ich eingeschlafen und wurde erst wieder wach als mir die Sonne ins Gesicht schien. Ich sah zu Mark, der immer noch neben mir lag und mich fest umschlungen hielt. Er war schon wach und strahlte mich an.
„Guten Morgen Süße!“ er küßte meine Stirn.
„Guten Morgen!“ murmelte ich.
„Los mach dich fertig, ich habe eine Überraschung für dich!“ Mark sprang auf und zog die Decke weg.
„Mark, ich bin morgens nicht so aktiv, gib mir die Decke wieder!“ quengelte ich.
„Ich auch nicht!“
„Das merk ich!“ nuschelte ich und rollte mich zusammen.
„Fertig machen!“ er fing an mich zu kitzeln.
„Ist ja gut!“ ich gab nach und trottete ins Bad, ich duschte ausgiebig und zog mir frische Sachen an. Nach einer halben Stunde stand ich in der Küche, Mark hatte Kaffee gemacht und ich setzte mich erst einmal. Nach ein paar Minuten wurde Mark ungeduldig.
„Los komm! Wir fahren jetzt!“ er zog mich von meinem Stuhl und hielt mir meine Jacke hin.
„Immer mit der Ruhe!“ ich band mir in aller Ruhe meine Schuhe zu und wurde dann von Mark die Treppen runter gezogen zu seinem Wagen. Nach gut 2 ½ h Fahrt wurde ich langsam unruhig.
„Wohin geht es eigentlich?“
„Überraschung!“
„Mark!!“
„Wir sind gleich da...“ er deutete auf ein Schild an der Straße. Welcome to Sligo.
„Was hast du vor Mark?“ ich sah ihn erschrocken an.
„Wir besuchen meine Eltern. Sie freuen sich schon darauf dich kennenzulernen.“
„Ich fühl mich nicht wohl! Was wenn sie mich nicht mögen? Warum so schnell? Wir kennen uns doch gerade mal eine Woche.“ ich sah aus dem Fenster.
„Hey, sie werden dich nicht nur mögen, sie werden dich lieben, so wie ich dich liebe.“ er streichelte meinen Oberschenkel.
„Du liebst mich?“ flüsterte ich.
„Ja, du bist das Beste was mir je passiert ist..“ er sah mich zärtlich an.
„Ich liebe dich auch!“ erwiderte ich glücklich.
„So, gleich sind wir da...“ Mark strahlte mich an und ich mußte einfach grinsen.
„Hast du Bescheid gesagt das wir kommen?“
„Nö.“ grinste er.
„Mark!“ ich wurde noch nervöser.
„Alles in Ordnung Süße!“ er steuerte den Wagen in eine Auffahrt.
Wir stiegen aus und gingen zu Tür, wobei mich Mark mehr zog als ich ging.
„Alles ist O.K. Entspann dich!“ flüsterte er mir ins Ohr.
Dann wurde uns auch schon geöffnet, ein junger Mann stand vor uns.
„Mark, hey was treibt dich denn hierher?“ er nahm Mark in den Arm.
„Ich möchte meine Familie besuchen und euch jemanden vorstellen. Barry, das ist Jessica. Jess das ist Barry.“
„Freut mich Jess!“ Barry gab mir die Hand. „MUM! DAD! COLIN! MARK IST HIER!“
Sofort kam seine Mum um die Ecke. Mark nahm mir gerade die Jacke ab.
„Mark! Komm her mein Kleiner!“ sie nahm ihn in den Arm.
„Mum!“
„Und was für eine entzückende junge Dame hast du uns mitgebracht? Ist das Jess?“
„Ja Mum! Das ist Jess. Jess das ist meine Mum.“
„Freut mich Mrs. Feehily.“ ich gab ihr die Hand.
„Nenn mich ruhig Marie.“ sie zog mich ebenfalls in ihre Arme und gab mir einen Kuß. „So ein hübsches Mädchen!“
„Ich weiß Mum!“ erwiderte Mark stolz und ich entspannte mich langsam.
„Kommt mit, wie ich Mark kenn habt ihr noch nicht mal gefrühstückt...“ sie ging voran in die Küche. „Oliver, wir haben Besuch! Schau mal wen uns Mark da mit gebracht hat. Das ist Jess!“ seine Mum schob mich in die Küche, in der sein Dad und sein jüngster Bruder saßen.
„Oh, wie schön. Freut mich Jess, ich bin Oliver und das ist Colin.“ er deute auf Marks anderen Bruder.
„Hi!“ er gab mir über den Tisch die Hand.
„Und Kinder habt ihr nun gefrühstückt?“ Marie sah uns fragend an.
„Mum du kennst mich, ich brauche morgens ewig um wach zu werden...“ Mark nahm seine Mum in den Arm.
„Also nein, hab ich es mir doch gedacht“ sie lachte, holte zwei Teller aus den Schrank und begann uns ein Frühstück zu zaubern.
„Heute Morgen machtest du aber einen sehr fitten Eindruck!“ ich sah Mark an.
„Ich wollte unbedingt das du meine Familie kennenlernst und ich wollte das sie dich kennenlernen.“ gab er zu und küßte mich.
„So Kinder setzt euch!“ seine Mum deutete auf zwei Stühle und wir setzten uns.
„Und Jess was machst du so?“ fragte mich Oliver nach dem Frühstück.
„Ich studiere Medizin, ich mache gerade mein Praktikum am General Hospital in Dublin.“
„Interessant, weißt du schon in welche Fachrichtung du später willst?“
„Ich denke Notfallmedizin, ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ich habe noch etwas Zeit mich zu entscheiden.“
Ich unterhielt mich mit Oliver noch etwas über meinen Beruf dann wollten die Männer nach den Pferden sehen und ich blieb mit Marie in der Küche. Ich half ihr bei Geschirrspüler einräumen und aufräumen.
„Jess, du brauchst mir wirklich nicht zu helfen!“
„Ich mach es gern, wirklich!“ beruhigte ich sie.
„Mark sieht sehr glücklich aus, ich habe ihn schon lange nicht mehr so gesehen.“ sie setzte sich an den Tisch und klopfte auf den Stuhl neben sich.
„Ich bin auch sehr glücklich.“ ich strahlte sie an.
„Du bist seit langem das erste Mädchen was mit nach Hause bringt und das schon nach so kurzer Zeit. Es scheint ihm ernst zu sein. Ist es dir auch ernst?“ sie sah mich prüfend an.
„Natürlich!“ antwortete ich entrüstet.
„Tut mir leid ich wollte dich nicht verletzten, ich habe nur Angst das Mark weh getan wird.“ sie blickte mich entschuldigend an.
„Tut mir auch leid, ich weiß ja das du dir auch nur Sorgen machst.“ ich nahm ihre Hand.
„Wissen es eigentlich die anderen Jungs und Louis schon?“
„Nein, ich möchte es erst einmal nicht, die Jungs werden wir wohl bald einweihen, aber mit Louis warten wir noch etwas, wir wollen erst einmal schauen ob das mit uns funktioniert.“
„Ich kann das verstehen und ich finde es gut.“
Wir unterhielten uns noch eine ganze Zeit über Mark, dann begannen wir das Mittag vorzubereiten und kurz bevor wir fertig waren kamen die Männer zurück. Allesamt total verschwitzt.
„Hey Süße!“ Mark nahm mich fest in den Arm.
„Iiiiiiihhh, Mark! Laß mich los!“ ich befreite mich aus seiner Umarmung.
„Sorry es hat länger gedauert, wir sind noch mal kurz aus geritten!“ er strahlte mich wie ein kleiner Junge an.
„Dann geh vor dem Essen schnell duschen!“ ich gab ihm einen Kuß und sah ihm grinsend hinterher.
„Ich habe ihn wirklich schon lange nicht mehr so erlebt! Danke Jess!“ seine Mum nahm mich in den Arm.
„Gern geschehen!“ ich erwiderte ihre Umarmung.
Das Essen verging wie im Flug und wir hatten viel Spaß.
Nach dem Essen zeigte mir Mark das ganze Grundstück uns stellte mir die Pferde vor. Wir aßen noch Kuchen mit seiner Familie und brachen dann gegen Abend wieder auf.
„Und das du uns ja bald wieder besuchen kommst, Jess!“ Marie strahlte mich an.
„Sicher! Es war sehr schön hier!“ ich nahm sie in den Arm und gab ihr einen Kuß auf die Wange.
„Jess, es hat mich auch sehr gefreut!“ Oliver zog mich ebenfalls in seine Arme.
„Mich auch! Bye! Bis zum nächsten Mal!“ ich winkte allen zu und stieg ins Auto.
Mark verabschiedete sich ebenfalls und wir fuhren los.
„Wenn meine Mum könnte, würde sie dich sofort adoptieren!“ Mark grinste mich an.
„Deine Eltern sind toll, deine Familie ist toll!“ ich lehnte mich zurück und nach ein paar Kilometern war ich eingeschlafen. Mark weckte mich vor meinem Haus.
„Hey Murmeltier! Aufwachen! Wir sind da!“ er gab mir einen sanften Kuß.
„Schon?“
„Na hör mal, du hast fast 3 Stunden geschlafen.“ Mark stieg aus und half mir beim aussteigen.
Wir gingen hoch und ruhten uns erst einmal aus.
„Was machen wir mit dem angebrochenen Abend?“ Mark nahm seinen Kopf hoch und sah mich an.
„Weiß nicht! Worauf hast du denn Lust?“ ich sah zu Mark.
„Eigentlich möchte ich hier bleiben und den Abend mit einer tollen, bezaubernden, hübschen, klugen Frau verbringen.“ er grinste mich an.
„Soll ich da jemand bestimmtes anrufen?“
„Komm her! Du weißt genau das ich dich meine!“ er zog mich zu sich.
„Mich? Kann ich mir gar nicht vorstellen!“ lachte ich und küßte ihn.
Den Rest des Wochenendes verbrachten wir im Bett und Montagmorgen fuhr Mark wieder ins Studio. Wir sahen uns in den nächsten drei Wochen fast jeden Tag, wenn auch manchmal nur für eine Stunde. Wir genossen die Zeit mit einander und ich fühlte ich immer wenn ich Mark zusammen war wie eine Prinzessin. Er führte mich zum Essen aus, aber ich bestand darauf in keine zu abgehobenen Restaurants zu gehen, außerdem bezahlte ich manchmal die Rechnung. Mark fand es zwar nicht toll, aber er sagte auch nichts dagegen. Oder wir fuhren zu den Klippen oder an den Strand. Wenn ich einen ganzen Nachmittag frei hatte, dann fuhren wir zu seinen Eltern und zu seinem Hund, Snoopy, der mir bei unserem zweiten Besuch vorgestellt wurde. Anfangs hatte ich das Gefühl er mochte mich gar nicht, aber nach dem ein oder anderen Leckerlie waren wir die besten Freunde. Mark zeigte mir sein Haus in Sligo und seine Lieblingsplätze. Dann hatte ich endlich mal wieder ein Wochenende frei.
„Wollen wir etwas zum Strand fahren und spazieren gehen?“ Mark und ich saßen in der Küche und hatten ein sehr spätes Samstags-Frühstück. Er sah mich fragend an.
„Ja, warum nicht! Frische Luft schadet ja nie!“ ich grinste ihn an.
„O.K., dann mal los!“ er stand auf und ging in den Flur.
„Moment, ich zieh mir schnell bequemere Sachen an.“
Ich ging ins Schlafzimmer und fischte meine Lieblingsjeans aus dem Schrank, dazu zog ich ein bauchfreies Top an und band mir einen Pulli um. Auf dem Weg zur Tür zog ich meine Sneakers an und nahm mein Cap von der Garderobe.
„So, wir können los!“ ich grinste ihn an.
„Na, wird ja auch Zeit!“ er hatte sich ins Wohnzimmer gesetzt und sah mich gespielt böse an.
„Schönheit braucht ihre Zeit!“ lachte ich los.
„Du bist immer schön!“ er kam auf mich zu und nahm mich in den Arm, ich zog seinen Aftershavegeruch ein und schloß die Augen. Er setzte sich seine Mütze auf, nahm seine Sonnenbrille und wir gingen zu seinem Wagen. Auf dem Weg dorthin setzte ich mein Cap auf und wir fuhren eine halbe Stunde bis zum Strand. Es war viel los und wir setzten uns in den Sand. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
„Süße?!“
„Hmmm“
„Wann wollen wir es den Jungs sagen?“
„Weiß nicht, wir wollten doch erst mal sehen ob das mit uns klappt.“ ich nahm meinen Kopf hoch und sah ihn an.
„Ich bin mir sicher, das es mit uns klappt. Du bist was ganz besonderes und ich kann schon nach so kurzer Zeit sagen das ich dich von ganzem Herzen liebe!“ er gab mir einen Kuß.
„Ich liebe dich auch!“ ich schlang meine Arme um seinen Hals und erwiderte seinen Kuß.
„Außerdem sind mir die Jungs sehr wichtig und ich möchte einfach das sie dich kennen lernen!“
„O.K.!“ ich sah ihn an und er nahm mich fester in den Arm.
„Ich denke ich werde sie morgen zum Lunch nach Sligo einladen und dann lernen sie dich kennen und du lernst sie kennen! Wie findest du das?!“ er zappelte herum und steckte mich mit seiner Aufregung irgendwie an.
„Find ich gut!“ ich zog meine Schuhe aus und lief zum Wasser, als ich mit meinen Füßen im Wasser stand merkte ich wie kalt es war und wollte zurück, aber Mark stand schon hinter mir und grinste mich an. Er jagte mich über den ganzen Strand und wirbelte mich dann durch die Luft. Er gab mir einen Kuß und wir ließen uns in den Sand fallen. Er holte sein Handy aus der Tasche und rief bei den Jungs an um das Treffen für Sonntag ab zu machen. Nach gut einer halben Stunde hatte er alle erreicht und beugte sich über mich. Ich hatte zwischenzeitlich etwas für meinen Teint getan und blinzelte als ich den Schatten merkte.
„Und?“ fragte ich ihn neugierig.
„Alles klar, sie sind morgen alle um 13 Uhr da!“ er freute sich wirklich und ich zog ihn zu mir herunter. Wir blieben bis zum späten Nachmittag am Strand, fuhren dann zu mir, ich packte ein paar Sachen und dann fuhren wir nach Sligo.
Wir holten Snoopy bei seinen Eltern ab und fuhren zu seinem Haus. Zum Abendessen hatte uns Marie eingeladen und wir konnten diese Einladung einfach nicht abschlagen. Wir blieben bis kurz nach Mitternacht bei seinen Eltern und fuhren dann wieder zu ihm. Am nächsten Morgen wurde ich von Snoppy geweckt, der an unserer Bettdecke zog. Ich sah zu Mark, der noch tief und fest schlief. Ich beschloß aufzustehen, ich befreite ich mich vorsichtig aus seiner Umarmung und ging dann erst einmal ins Bad. Ich duschte und zog mich an. Mein erster Weg führte mich zum Kühlschrank, um dann fest zu stellen das so gut wie gar nichts drin war. Ich wußte das Mark für das Lunch einen Catering Service bestellt hatte, aber frühstücken wollte ich schon gerne. Ich schnappte mir Snoopy und wir gingen zu Bäcker, dort kaufte ich auch noch ein paar andere Kleinigkeiten zum Frühstück, als mein Blick auf den Zeitungsständer fiel. Ich mußte mich bemühen nicht los zu schreien als ich die Titelseite sah, ich machte mir nicht die Mühe die Schlagzeile zu lesen sondern nahm die Zeitung, bezahlte alles und ging mit Snoppy wieder zurück. In der Küche legte ich meine Einkäufe auf den Tisch und nahm mir die Zeitung vor.
MARK FEEHILY FRISCH VERLIEBT! DOCH WER IST DIE HÜBSCHE FRAU AN SEINER SEITE?
Darunter waren einige Bilder unseres gestrigen Strandausfluges auf dem wir uns küßten und herum alberten. Ich las mir den kurzen Artikel dazu durch.
DIESE SCHÖNEN BILDER SIND GESTERN NACHMITTAG AN EINEM STRAND UNWEIT VON DUBLIN ENSTANDEN. SIE ZEIGEN DEN WESTLIFE SÄNDER MARK FEEHILY (25) MIT EINER UNBEKANNTEN FRAU. DIE BEIDEN VERBRACHTEN DEN GANZEN NACHMITTAG AM STRAND UND MACHTEN EINEN SEHR VERLIEBTEN EINDRUCK. SIE ALBERTEN HERUM UND KÜSSTEN SICH IMMER WIEDER. WER IST DIE FRAU UND WIE LANGE KENNEN SIE SICH SCHON? FRAGEN, DIE IM MOMENT WOHL NUR EINER BEANTWORTEN KANN, NÄMLICH MARK SELBST! BMG LEHNTE GESTERN JEGLICHE STELLUNGNAHME AB ZU DIESEM THEMA AB.
Dann folgten noch mehr Bilder unseres Ausflugs. Ich wußte nicht was ich von der ganzen Sache halten sollte und machte erst einmal Frühstück. Kurze Zeit später ging ich nach oben um Mark zu Wecken. Ich setzte mich aufs Bett und küßte sanft seine Stirn, ich brauchte allerdings mehrere Anläufe bis er überhaupt reagierte.
„Hey Baby! Frühstück ist fertig!“ ich knabberte an seinen Ohrläppchen.
„Wenn du mich aufißt, dann hast du gleich keinen Hunger mehr!“ meinte er verschlafen.
„Dann beeil dich, sonst esse ich das ganze Frühstück allein!“ mit diesen Worten stand ich auf und ging wieder in die Küche. Keine 20 Minuten später stand Mark geduscht und in Shorts in der Küche.
„Wow, wo hast du denn dieses leckere Frühstück her gezaubert? Es war doch gar nichts hier.“ er setzte sich und sah mich verwundert an.
„Das habe ich auch gemerkt und bin schnell zum Bäcker gegangen, der hatte auch alles andere für ein leckeres Frühstück!“ ich setzte mich zu ihm und schenkte uns Kaffee ein. Nach dem Frühstück räumte Mark den Tisch ab.
„Ich denke übrigens du solltest dich heute unbedingt bei Louis melden, es könnte sein das er etwas böse auf dich ist!" sagte ich wie nebenbei zu ihm.
“Heute ist Sonntag, er wird böse sein wenn ich heute anrufe! Warum?“
Ich legte ihm wortlos die Zeitung hin und er las sich den Artikel durch. Ich stand auf und trat auf die Terrasse.
„Ich denke wir sind jetzt kein Geheimnis mehr!“ Mark umarmte mich von hinten und küßte meinen Nacken.
„Das glaube ich auch! Wie gut das die Jungs heute Mittag kommen, sonst hättest du dir morgen im Studio ganz schön was anhören können.“ ich grinste ihn an.
„Es ist also nicht schlimm für dich?“ Mark drückte mich fest und ich drehte mich zu ihm um.
„Nein, ich denke wir schaffen das und die Hauptsache ist das wir uns lieben!“ ich küßte ihn sanft.
Nach ein paar Minuten löste sich Mark von mir.
„Ich denke ich werde jetzt Louis anrufen, sonst bin ich morgen tot!“ er lachte, gab mir einen Kuß und ging ins Wohnzimmer.
Das Gespräch dauerte über eine Stunde und ich deckte in der Zwischenzeit schon mal den Tisch, der Catering Service wollte in gut 30 Minuten hier sein und dann ging ich hoch und zog mich um. Ich stand gerade in Unterwäsche vor dem Schrank als Mark das Schlafzimmer betrat.
„Na Baby! Wie ist es gelaufen?“ ich nahm ihn in den Arm und sah ihn an, er sah etwas mitgenommen aus.
„Anfangs war er ganz schön sauer, aber dann habe ich ihm die ganze Sache erklärt, dann fand er es gar nicht mehr so schlimm, ich hätte nur ihn vorher einweihen sollen. Er hat uns gebeten Montag ein kurzes Fotoshooting zu machen, Dienstag kommt dann die offizielle Stellungnahme von BMG.“ er lehnte seine Stirn an meine und sah mich an.
„Gut, dann ist aber erst einmal Schluß mit Fotos!...“ ich grinste ihn an und er schien erleichtert das ich es nun doch lockerer nahm wie anfangs befürchtet. „...Ich bin doch kein Model!“
„Könntest du aber glatt sein!“ er nahm mich auf die Arme und trug mich zum Bett.
„Mark! Deine Gäste kommen gleich und der Catering Service ist in einer halben Stunde hier!“
„Dann darfst du nicht nur in Unterwäsche hier herum laufen! Außerdem sind es unsere Gäste, nicht nur meine Gäste!“ er küßte sanft meinen Hals.
„Ich will mich umziehen, da muß ich erst meine alten Sachen ausziehen um mir dann meine neuen an zu ziehen!“ meinte ich lachend zu ihm und stand auf.
„Ja, ja erst heiß machen und dann fallen lassen!“ Mark drehte sich beleidigt weg, ich bekam Mitleid mit ihm und ging zurück.
„Baby?! Komm schon! Ich verspreche dir, wenn nachher alle weg sind machen wir da weiter wo wir eben aufgehört haben! O.K.?!“ ich streichelte über seinen Rücken.
„O.K.! Dann muß ich die Jungs eben so schnell wie möglich wieder los werden!“ er drehte sich wieder um und lachte mich an.
„Untersteh dich! Und zieh dir jetzt endlich was an!“ ich ging zum Schrank, in dem ich schon ein paar meiner Sachen gebunkert hatte und zog einen Jeansrock und ein weißes T-Shirt heraus. Ich zog mich an und bürstete dann meine Haare. Mark hatte sich in dieser Zeit keinen Millimeter bewegt sondern hatte mich die ganze Zeit beobachtet. Ich griff wieder in den Schrank und holte für ihn auch eine Jeans und ein T-Shirt raus. Dann schmiß ich ihm noch Socken hin.
„Zieh dich an! Ich schminke mich schnell und wehe du bist nicht angezogen wenn ich zurück komme! Sonst kannst du mein Versprechen vergessen!“ ich grinste und ging ins Bad.
Ein paar Minuten später klingelte es und der Service lieferte das Essen. Mark schien sich also überwunden zu haben und seine Sachen angezogen zu haben. Dann klingelte es erneut und ich hörte mehrere Stimmen im Flur. Ich zog mir Söckchen und meine Sneakers an und ging nach ein paar Minuten nach unten. Die Stimmen kamen nun aus der Küche.
„....ich schlug heute Morgen die Zeitung auf und mich traf fast der Schlag....Du hättest ja mal was sagen können!“ ein junger Mann und eine Frau standen mit dem Rücken zu mir und redeten auf Mark ein.
„Entschuldigung...“ mischte ich mich nun ein und die beiden drehten sich um. „...Das ist meine Schuld. Ich wollte nicht das es jemand weiß, bevor wir wußten ob es mit uns überhaupt klappt!“ ich ging auf die beiden zu und reichte ihnen die Hand „Ich bin Jessica Miller, das Mädchen von der Titelseite!“ fügte ich lachend hinzu. Die beiden stimmten mit ein.
„Ich bin Gillian und das ist Shane! Freut uns Jessica!“
„Jess!“ meinte ich augenzwinkernd zu ihr.
„Gill!“ sie grinste mich an.
„So, dann haben wir das ja auch geklärt, ich bin übrigens Mark!“ Mark kam auf mich zu und küßte mich.
Ich gab ihm einen Klaps und wir gingen ins Eßzimmer. Nach einem kurzen Augenblick klingelte es erneut und Mark stürmte zu Tür. Ich hörte wieder einige energische Stimmen auf dem Flur und entschuldigte mich kurz bei Gill und Shane.
„Ich glaub ich muß ihm mal kurz helfen!“
Ich ging in den Flur und fand mich zwischen zwei weiteren Frauen und ihren Männern wieder. Ich ging zu den Frauen und sagte meinen kleinen Text auf, während die Männer mich gar nicht zur Kenntnis nahmen.
„...Ich bin also Jessica Miller, das Titelseiten-Girl!“ schloß ich meinen Vortrag.
„Hi! Ich bin Georgina und das ist Jodie. Nett dich kennenzulernen, Jessica! Die beiden gehören übrigens zu uns, der kleine Blonde ist Kian und gehört zu Jodie und der andere ist Nicky und der gehört definitiv zu mir!“ sie grinste mich an.
„Freut mich auch! Nennt mich bitte Jess! Jessica sagt nur meine Mum, und auch nur dann wenn sie etwas will oder etwas auszusetzten hat!“ ich führte die beiden Richtung Eßzimmer.
„Das kenn ich mich nennt auch keiner Georgina, also bin ich nur Gina!“ sie reichte mir nochmals die Hand und wir beide lachten uns an.
„Und mich nenn ruhig J!“ Jodie umfaßte meine Schultern und wir betraten das Eßzimmer. Wo die beiden erst mal begrüßt wurden. Wir setzten uns und nach etwa 10 Minuten kamen dann die Jungs vom Flur dazu.
„Hey Gina! Du kannst doch nicht einfach so gehen?“ Nicky sah sie empört an.
„Ihr habt uns überhaupt nicht mehr zur Kenntnis genommen und nachdem sich Jess vor gestellt hatte, fanden wir es hier gemütlicher!“ Gina blickte Nicky mit einem geübten Augenaufschlag an und er grinste.
Dann kamen er und Kian auf mich zu.
„So, so du bist also Jess? Du hast unserem Marky den Kopf verdreht und er hat uns über 1 Monat nichts davon gesagt?“ Kian stand nun direkt vor mir und sah mich ernst an.
„Grundsätzlich sind die Fakten ja richtig, aber man kann es schon noch schöner ausdrücken.“ meinte ich mit meinem breitestem Grinsen zu ihm.
„Hey, die Kleine läßt sich nicht einschüchtern!“ mischte sich nun Shane ein und Nicky klopfte mir anerkennend auf die Schulter.
„Welcome to Westlife-Family!“ Kian nahm ein Glas vom Tisch und prostete mir zu.
„Danke!“ ich nahm ebenfalls ein Glas und wir stießen alle an.
Der Tag verging viel zu schnell und ich lernte die anderen richtig gut kennen. Gina und ich hatten uns für die nächste Woche zum shoppen in Dublin verabredet. Wir merkten schnell das wir viele Interessen teilten. Gegen Abend brachen dann alle wieder auf, da einige von ihnen nach Dublin fahren mußten. Mark und ich hatten beschlossen morgen früh mit Shane nach Dublin zu fahren, so hätten wir noch ein bißchen Zeit für uns. Außerdem mußte ich ja noch ein Versprechen einlösen...
Am nächsten Morgen holte uns dann Shane wie abgemacht um Punkt 06:30 Uhr ab. Mark und ich schliefen auf der Fahrt nach Dublin noch etwas und Shane hielt dann vor der Klinik an.
„Jess! Aufwachen! Du mußt hier raus!“
„Oh! Danke Shane! Sag bitte Mark er soll mich um 15 Uhr abholen.“ ich deutete auf den schlafenden Mark und grinste.
„Mach ich! Bis morgen zur Pressekonferenz!“ Shane winkte mir zu und ich schloß die Tür.
Der Arbeitstag verlief relativ ruhig, ich hatte mich mit einigen Patientenakten zurück gezogen und diktierte die Arztbriefe. Gegen 14:30 Uhr ging mein Piepser und ich lief sofort zum Empfang. Ally grinste mich an und deutete in den Wartebereich. Dort stand Mark und studierte unser schwarzes Brett. Ich schlich mich an und hielt ihn die Augen zu.
„Rate?!“ flüsterte ich ihm mit verstellter Stimme ins Ohr.
„Hmmm, laß mich nachdenken. Mariah Carey?“
„Hey!“ ich nahm meine Hände herunter und boxte ihn.
„O.K. Friede! Es tut mir leid. Natürlich kann das nur meine gutaussehende, charmante und atemberaubende Freundin sein!“ er zog mich zu sich und gab mir einen Kuß.
„Schon besser! Warte kurz, ich ziehe mich schnell um!“ ich löste mich von ihm und ging mich umziehen, 5 Minuten später stand ich wieder vor ihm.
„Bye Ally! Ich habe alle Tonbänder ins Arztzimmer gelegt, bis Mittwoch!“ schon standen Mark und ich vor der Klinik. Ein Blick auf die Uhr und ich erschrak.
„Wir müssen uns beeilen, ich muß noch kurz nach Hause, mich umziehen und mich stylen. In einer Stunde müssen wir im Hotel sein und die Fotos machen.“ ich zog ihn zu seinem Wagen.
„Klamotten und Stylisten sind da! Du brauchst dich um nichts zu kümmern!“ er grinste mich an und stieg ein.
„Ach so!“ ich kam mir vor wie ein kleines Kind.
„Hey Süße! Guck nicht so, das konntest du nicht wissen!“ Mark nahm meine Hand.
„Gut, dann auf ins Getümmel!“
Wir fuhren zum Hotel, das Shooting sollte in einer der Suiten statt finden und wir wurden schon erwartet. Eine Stylistin nahm sich meiner sofort an und mir wurden verschiedene Outfits präsentiert, wir entschieden uns dann für einen kurzen schwarzen Rock, ein rotes bedrucktes T-Shirt, eine Netzstrumpfhose und Stiefel. Das Outfit sah edel aber nicht zu abgehoben aus. Dann wurden meine Haare hoch gesteckt und ich wurde geschminkt, nach 1 ½ Stunden sah ich dann Mark endlich wieder. Er trug ein schwarzes Hemd und eine Jeans. Wir gingen auf den Balkon und machten dort ein paar Aufnahmen, dann wurden noch in der Suite ungefähr 100 Aufnahmen gemacht. Nach 3 Stunden hatten wir es endlich geschafft. Die Fotos wurden sofort fertig gemacht und wir suchten die 3 besten aus, diese würden dann noch heute zu Louis gehen, damit die Presseerklärung raus gehen konnte.
Die Pressekonferenz am nächsten Tag verlief reibungslos und Mark war sehr stolz auf mich.

- ein Jahr später –

„Süße, ich bin wieder da!“
„Baby!“ ich sprang Mark um den Hals noch bevor er seine Tasche abstellen konnte.
„Du hast mir so gefehlt!“ Mark küßte mich stürmisch.
„Du mir erst!“ ich zog ihn mit ins Wohnzimmer „Guck mal!“
„Hey, du hast ja schon alles fertig!“ Mark ging durchs Wohnzimmer in die Küche.
„Ja, meine Mum konnte es sich nicht nehmen lassen sich hier auszutoben! Ich hoffe es gefällt dir!“ ich stand an den Türrahmen gelehnt und beobachtete ihn. Wir hatten uns das Haus vor zwei Monaten gekauft und er war gerade 1 ½ Monate weg gewesen. Ich hatte mich inzwischen daran gewöhnt viel allein zu sein, aber seitdem wir das Haus hatten war es noch schwerer, in jedem Zimmer erinnert mich etwas an ihn. Wir hatten uns ein Haus in Ballina gesucht, direkt am Meer, so war ich nah genug an meiner neuen Arbeitsstelle. Ich machte mittlerweile mein praktische Jahr im Krankenhaus von Ballina. Wir waren dicht bei seinen Eltern, bei meinen Eltern und bei Shane und Gill. Wir besuchten uns oft und gingen dann shoppen oder fuhren zu J und Gina. Wir Mädels hingen ständig zusammen wenn die Jungs nicht da waren. Unsere Beziehung lief super, die Fans hatten uns akzeptiert, was uns sehr viel bedeutete.
„Es gefällt mir sehr!“ er kam zu mir und nahm mich in den Arm.
„Unser Haus! Ich kann es gar nicht glauben!“ ich schmiegte mich an ihn.
„Ich auch nicht! Ich bin so glücklich!“ er streichelte sanft über meinen Rücken.
„Komm ich zeige dir den Rest..“ ich zog ihn die Treppe rauf. Die Wand die Treppe rauf war mit Bildern von uns, von unseren Familien, von Westlife und von den Mädels tapeziert. Mark blieb vor unserem Lieblingsbild stehen. Ich hatte es extra neu rahmen lassen. Es war ein schwarz-weiß Bild, Nicky hatte es auf der letzten Tour im Bus gemacht. Mark saß auf einem Sitz und ich saß bei ihm auf dem Schoß. Wir mögen beide dieses Bild, weil es so natürlich ist. Mark sah zu mir und lächelte mich an.
Ich zeigte ihm das Obergeschoß und im Schlafzimmer hielten wir uns dann etwas länger auf. Danach ging ich in die Küche um Abendessen zu machen.
„Du Süße?!“ Mark stellte sich hinter mich und küßte meinen Nacken.
„Was?“
„Ich muß morgen schon wieder los.“
„WAS?...“ ich drehte mich zu ihm um „...Ich dachte ihr hättet jetzt erst mal eine Woche Ruhe?“
„Dachte ich auch, aber wir müssen noch mal für eine Woche nach Stockholm ins Studio.“ er sah mich traurig an „Es tut mir leid!“
„Ich weiß Baby!...“ ich nahm ihn in den Arm „...Aber dann habt ihr etwas frei, oder?!“
„Ich denke schon, die Promotermine gehen erst in drei Wochen los.“ er setzte sich und zog mich auf seinen Schoß.
„Ich möchte wieder mehr Zeit mit dir verbringen.“ ich sah ihn lange an.
„Das möchte ich auch...“ er streichelte zärtlich meine Wange „...Weißt du was wir buchen nächste Woche einen schönen Urlaub, nur wir zwei!“
„Meinst du?!“ ich sah ihn unsicher an, meistens wenn wir etwas planten kam dann in letzter Minute etwas dazwischen.
„Na, klar meine Süße. Ich kümmere mich um alles. Wie wäre es mit Hawaii?“ er nahm mich hoch und setzte mich auf einen anderen Stuhl.
„Klingt toll!“ ich ließ mich von seiner Vorfreude anstecken.
Er suchte eine Telefonnummer heraus und telefonierte kurze Zeit mit jemanden den ich nicht kannte.
„So, alles geregelt. Mike kümmert sich um alles. Nächsten Donnerstag geht es für 10 Tage nach Hawaii!“ er wirbelte mich durch die Küche.
„Ich freu mich so! Sonne, Strand und du! 10 ganze Tage! Was wir da alles machen können!“ ich grinste ihn an.
“Mir fällt da schon was ein und wir fangen am Besten gleich mit dem Üben an..“ er gab mir einen Schmatzer und zog mich die Treppe hoch...
Am nächsten Morgen war Mark schon weg als ich aufstand und zur Arbeit fuhr. Am Nachmittag fuhr ich zu Gina nach Dublin und erzählt ihr von unseren Urlaubsplänen. Sie überredete mich zu einer sofortigen Shoppingtour. Die Woche verging sehr schnell und ich mußte etwas mit meinem Chef kämpfen bevor ich Urlaub bekam. Aber er meinte dann er wolle dem jungen Glück nicht im Wege stehen. Mittwoch Abend kam Mark spät und wir packten schnell seine Sachen. Er kam mir irgendwie verändert vor, aber ich schob es auf den Streß der letzten Wochen. Im Flieger schliefen wir beide und nach 15 Stunden standen wir endlich auf hawaiijanischen Boden. Wir wurden zu unserem Bungalow geführt und ließen uns aufs Bett fallen.
„Du Schatz?! Was ist denn los? Du bist so still?“ ich drehte mich auf den Bauch und sah Mark an.
„Es ist alles in Ordnung. Ich bin nur etwas müde.“ er beugte sich zu mir und gab mir einen Kuß.
Wir erholten uns prächtig auf Hawaii und Mark trug mich förmlich auf Händen. Es kam mir manchmal etwas komisch vor, aber wer findet es nicht toll auf Händen getragen zu werden. Er bemühte sich sehr um mich und an unserem letzten Abend gingen wir in einer einsamen Bucht spazieren. Plötzlich hielt Mark an und sah mir in die Augen.
„Jessica! Mein liebster Schatz, ich will dich nie wieder in meinem Leben missen..“ er ging auf die Knie „...Ich liebe dich mehr als Worte es jemals ausdrücken könnten und ich frage dich: Willst du meine Frau werden?“ er holte eine Schatulle aus der Tasche und klappte diese auf, ein wunderschöner Ring strahlte mich an.
„JA!“ nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte sprang ich ihn um den Hals und jubelte. Ich war noch nie so glücklich wie in diesem Moment. Er steckte mir den Ring auf und eng umschlungen gingen wir zurück zu unserem Bungalow. Am nächsten Morgen flogen wir zurück nach Dublin und wurden am Flughafen schon von etlichen Reportern empfangen. Mark gab kurz unsere Verlobung bekannt und dann fuhren wir zu Nicky und Gina um diese einzuweihen. Am gleichen Tag erzählten wir es noch unseren Familien und alle freuten sich mit uns.
Dann mußte Mark auf Promotour nach Europa, danach hatten sie noch einige Auftritte in Südostasien. Wieder war ich alleine in unserem großen Haus und wieder war ich fast jeden Tag bei Gill. Die Jungs waren schon über drei Monate weg als Gill Veränderungen an mir fest stellte.
„Jess, du gefällst mir zu Zeit gar nicht, bist du sicher das alles in Ordnung ist?“ sie setzte sich gegenüber von mir auf die Couch und sah mich an.
„Ich wollte eigentlich damit noch warten...“ ich sah sie grinsend an „Mir geht es im Moment wirklich schlecht, vor allen Dingen morgens....Unser Urlaub auf Hawaii ist nicht ohne Folgen geblieben.“ ich sah sie an und ich merkte wie es in ihrem Kopf arbeitete.
„OH, MEIN GOTT!“ sie sprang auf und nahm mich in den Arm „Weiß es Mark schon?“
„Nein, ich warte bis er wieder hier ist, aber ich denke er wird sich freuen...“ ich blickte zu Boden.
„Alles klar bei Euch?“
„Ja, ja schon, er ist seit den Studioaufnahmen so bemüht um mich, er liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, er trägt mich praktisch auf Händen..“
„Deine Sorgen möchte ich haben...“ sie nahm mein Gesicht in ihre Hände „Mark liebt dich über alles in der Welt und er wird der glücklichste Mann auf Erden sein wenn du ihn erzählst das er Vater wird!“
„Du hast Recht! Manchmal bin ich aber auch ganz schön blöd!“ ich lachte sie an.
„Das sind alles die Hormone!“ sie lachte zurück und wir verbrachten die nächste Zeit damit ein Kinderzimmer herzurichten. In drei Wochen sollte Mark zurück kommen und ich wollte ihn damit überraschen. Wir suchten uns ein Zimmer direkt unterm Dach aus, wir strichen es mintgrün und klebten eine Borte mit kleinen Häschen unter die Decke. Dann fuhren wir nach Dublin und ich weihte Gina und J ein. Wir fuhren zu einem großen Möbelhaus und wir suchten eine Wiege, einen Schrank und einen Wickeltisch aus. Am Tag bevor Mark wiederkam war alles fertig und stand am richtigen Platz. Barry, Colin, Kenny und David hatten uns beim Zusammenbau der Möbel tatkräftig unterstützt und auch Oliver ließ es ich nicht nehmen die Wiege für sein Enkelkind persönlich zusammen zu schrauben. Marie, Gill, Gina, J und ich hatten auf jeden Fall viel zu lachen. Dann war es soweit, ich hörte den Schlüssel im Schloß und lief ihm gleich entgegen.
„MARK! BABY!“ ich sprang auf seinen Arm.
„SÜßE!“ er wirbelte mich herum.
Wir küßten uns erst einmal ausgiebig, dann wurde ich langsam ungeduldig.
„Komm, ich muß dir was ganz wichtiges zeigen...“ ich zog ihn die Treppe hoch und hielt ihn die Augen zu, erst als wir im Kinderzimmer standen nahm ich die Hände runter.
„Oh, mein Gott! Ist das wahr?“ er sah mich mit Tränen in den Augen an.
„Ja, du wirst Daddy!“ ich nahm ihn in den Arm und er fing an zu weinen. „Hey, Baby alles wird gut, du wirst Daddy und ich werde Mummy!“ ich strich eine Träne weg und sah ihn an.
„Ich freue mich so!“ er zog mich ganz nah zu sich und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren.
Nach dem ersten Schock freute sich Mark wie verrückt auf das Kind und wir beschlossen unsere Hochzeit, statt im September nun schon im Mai zu feiern, so würde unser Baby ehelich werden und das wollten wir beide. Der Geburtstermin war für den 19.07. berechnet, somit war im Mai keine Gefahr. Die Zeit verlief unheimlich schnell und schon war mein Jungesellinenabend da. Gill, Gina und J hatten alles organisiert und es war ein voller Erfolg. Gegen 4 Uhr morgens klingelte es an der Tür. Eine junge Frau stand vor mir.
„Was kann ich für sie tun?“ ich sah sie fragend an.
„Sind sie Jessica Miller?“
„Ja, das bin ich! Was kann ich für sie tun?“ wiederholte ich meine Frage.
„Ich bin Eva Lindström und ich muß mit ihnen reden.“ sie sah zu Boden.
„Worum geht es denn?“ ich wurde langsam nervös.
„Um Mark!“ sie sah mich an und ich sah in ihren Augen unendliche Trauer und Verletzheit. Ich bat sie einzutreten. Im Wohnzimmer stellte ich sie den anderen vor und auch sie merkten das es ziemlich ernst sein mußte. Wir stellten die Musik leiser und schickten die letzten Gäste nach Hause. Dann saßen wir alle auf der Couch und ich sah sie an.
„Was wollen sie mir sagen?“
„Ich möchte ihnen das lieber unter vier Augen erzählen.“ sie rutschte auf ihrem Stuhl herum.
„Ich meine sie können es auch hier sagen, die Mädels erfahren es sowieso.“ ich lehnte mich zurück.
„O.K. Ich habe Mark vor gut einem Jahr in Stockholm kennen gelernt. Er hatte mit Westlife gerade Studioaufnahmen und ich arbeitete in diesem Studio. Eines Abends unterhielten wir uns lange an der Bar und sind dann auf sein Zimmer gegangen. Es kam eines zum anderen und wir schliefen mit einander...“
„NEIN!“ entfuhr es mir.
„...Bitte lassen sie mich ausreden. Wir hatten diese ganze Woche etwas mit einander und am letzten Abend erzählte er mir dann das er eine Freundin hat, ich fühlte mich so gedemütigt und ausgenutzt. Er hat mir einen Scheck gegeben, damit ich schweige. Ich möchte auch nicht damit an die Presse gehen, ich wollte das sie es wissen..“ sie fing an zu weinen und vergrub ihr Gesicht.
„WARUM SOLLTE ICH IHNEN GLAUBEN?“ schrie ich sie an.
„Fragen sie doch Nicky, er hat damals alles mitbekommen und hat immer wieder versucht Mark ins Gewissen zu reden.“ sie schluchzte auf und ich griff nach meinem Handy.
Nach mehrmaligem Läuten erklang Nickys verschlafene Stimme.
„Bryne“
„Hat Mark etwas mit Eva Lindström gehabt?“ schrie ich ihn fast an.
„Was? Woher? Ich meine...“ stammelte er nervös.
„NICKY! Hatte er oder hatte er nicht?“ ich war kurz davor durch zu drehen.
„Ja..“ gab dieser nun kleinlaut zu.
Wie in Trance legte ich auf und ging zu den Mädels zurück.
„Danke Miss Lindström. Es wäre nett wenn sie jetzt gehen würden.“ ich deutete zur Tür
„Es tut mir leid!“ sie ging hinaus.
Gina kam zu mir und wollte mich in den Arm nehmen.
„Fass mich bitte nicht an! Geht alle nach Hause, die Hochzeit ist abgesagt!“ ich sank auf der Couch zusammen und streichelte unablässig über meinen Bauch. Die Mädels wollten nicht gehen und setzten sich zu mir. Kurze Zeit später hielt ein Auto mit quietschenden Reifen vor dem Haus. Plötzlich standen Kian, Shane, Nicky und Mark im Wohnzimmer.
„Laß dir es dir erklären...“ Mark setzte sich zu mir auf die Couch. Ich sprang auf und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Du elenden Lügner! Für wen hältst du dich eigentlich? Du kommst aus Stockholm wieder und bist plötzlich so bemüht um mich, du hattest nur ein schlechtes Gewissen. Hast du mir ein Antrag gemacht, weil du Angst hattest ich könnte dahinter kommen?“ ich stand mit dem Rücken zu den anderen und sah aus dem Fenster. Die ganze angestaute Wut brannte in mir.
„Jess! Es tut mir so leid! Ja, ich habe einen großen Fehler gemacht. Aber ich liebe nur dich und unser Baby!“ er weinte und wollte zu mir kommen.
„Bleib wo du bist! Komm mir nicht zu Nahe, nie wieder! ICH WILL DICH NIE WIEDER SEHEN! DIE HOCHZEIT IST GEPLATZT! MACH DIR GEDANKEN WIE DU DAS DER PRESSE ERKLÄREN WILLST; ICH BIN RAUS!“ ich ging zur Tür.
„Jess..“ mischte sich nun Nicky ein.
„Du halt dich mal da ganz raus! DU hast es gewußt und nichts gesagt!“ blaffte ich ihn an.
„Wohin willst du denn?“ Kian stand plötzlich neben mir.
„Ich weiß es nicht! Ich will nur weg!“ Tränen liefen mir übers Gesicht.
Kian brachte mich zu seinem Auto und fuhr mich zu einem Hotel in der Nähe von Cork, damit mich die Presse so schnell nicht finden konnte. Am nächsten Morgen wachte ich früh auf und fuhr zu meinen Großeltern die in Cork wohnten. Ich erzählte ihnen alles und weinte mich bei meiner Grandma erst einmal richtig aus. Es tat gut und sie meinten ich könne so lange bleiben wie ich wollte. Ich legte mich hin und zum Kaffee saß ich mit ihnen am Tisch, mein Grandpa deutete auf die Zeitung und ich nahm sie zur Hand.
HOCHZEIT GEPLATZT! TRAUMHOCHZEIT VON MARK FEEHILY (25) UND DER MEDIZINSTUDENTIN JESSICA MILLER (24) WURDE HEUTE MORGEN ABGESAGT: DIE BEIDEN WOLLTEN SICH HEUTE UM 14 UHR IN DER ST.PATRICKS CATEDRAL IN SLIGO DAS JAWORT GEBEN: SEIT 2 JAHREN GELTEN DIE BEIDEN ALS TRAUMPAAR; ABER VON INSIDERN HÖRT MAN DAS ES UM DIE BEZIEHUNG DER BEIDEN GAR NICHT GUT BESTELLT SEIN SOLL. DIE SCHWANGERE JESSICA SOLL AUS DEM GEMEINSAMEN HAUS AUSGEZOGEN UND UNTERGETAUCHT SEIN: EVA LINDSTRÖM; EIN MODEL AUS STOCKHOLM SOLL AN DIESER SITUATION NICHT UNSCHULDIG SEIN....BMG UND DAS MANGAGEMENT LEHNTEN JEDLICHE STELLUNGNAHME AB.

Mir liefen wieder Tränen übers Gesicht und mein Grandpa nahm mich in den Arm. Die nächsten Wochen ging ich durch die Hölle, ich vermißte Mark jeden Tag aber ich konnte ihm nicht verzeihen, dazu hatte er mir zu sehr weh getan. Ich telefonierte oft mit Gill, Gina und J. Nach fast zwei Monaten, drei Wochen vor der Geburt unseres Kindes fuhr ich zu unserem Haus, ich brauchte einige Sachen. Ich hatte mir in der Nähe von Donegal ein kleines Haus gemietet und nun brauchte ich noch einige meine Sachen. Ich hatte zwar meinen Schlüssel, doch ich klingelte. Es passierte lange nichts und ich atmete schon auf. Ich dachte das Mark wohl nicht da war als ich ihn die Treppe herunter kommen sah. Er schloß auf und sah mich entgeistert an.
„Hi“ er konnte mir nicht einmal in die Augen sehen.
„Hallo. Ich wollte nur ein paar Sachen abholen.“ ich ging an ihm vorbei die Treppe hoch ins Schlafzimmer. Ich nahm mir einen Koffer und räumte meinen Schrank leer. Dann nahm ich eine zweite Tasche und packte Kindersachen aus dem Kinderzimmerschrank ein.
Als ich wieder herunter kam hatte sich Mark kaum bewegt.
„Jess?“ er stand direkt vor mir.
„Ja?!“ ich drängelte mich an ihm vorbei zur Tür.
„Bitte bleib!“ seine Stimme klang brüchig.
„Ich kann nicht!“ flüsterte ich und legte meinen Schlüssel auf die Kommode. Ohne mich noch mal umzudrehen verließ ich das Haus. Tränen liefen mir übers Gesicht, ich vermißte ihn so sehr und er tat mir so leid, aber ich war nicht dazu in der Lage ihm zu verzeihen.
Zwei Wochen später wurde unser Sohn geboren. Meine Mum stand mir bei der Geburt zur Seite und half mir in den Wochen danach. Über die Namenswahl hatten Mark und ich nie richtig gesprochen. Ich entschied mich für Tyler.
Als der Kleine 4 Monate alt war kündigte ich meinen Besuch bei Marie, Oliver und den Jungs an. Die anderen hatten mich oft besucht und Mark hatte den Kleinen auch oft gesehen. Wir sprachen bei diesen Treffen kein Wort mit einander, er saß einfach nur da und betrachtete unseren kleinen Sohn. Wenn er mal schrie nahm er ihn ganz vorsichtig aus seinem Bettchen und trug ihn durch die Gegend bis er sich beruhigt hatte. Er spielte mit ihm und in diesen Momenten sah ich ihn auch mal wieder lächeln.
Am frühen Nachmittag kam ich am Haus der Feehilys an und wurde schon ungeduldig erwartet. Tyler schlief und wurde von allen erst einmal begutachtet. Nach ein paar Minuten zog mich Marie zu Seite.
„Jess, es tut so gut dich zu sehen! Tyler ist ja allerliebst, Mark hat uns schon so viele Bilder von dem Kleinen gezeigt, aber in Natura ist er ja noch viel niedlicher!“ sie nahm mich in den Arm. „Ich habe eine ganz große Bitte an dich..“ sie sah mich bittend an.
„Was?“ ich ahnte das es was mit Mark zu tun haben würde.
„Mark kommt nachher noch vorbei, ich möchte nicht das du ihm verzeihst, ich möchte nur das du mit ihm redest!“ sie nahm meine Hand „Hör ihm bitte zu!“
„Ich versuche es!“ ich nahm sie in den Arm und wir gingen dann zurück zu den Männern. Tyler war mittlerweile wach und betrachtete das Treiben um ihn herum und gluckste zufrieden. Wir waren gerade mit dem Mittag fertig als Mark kam. Ich packte Tyler in seinen Kinderwagen und ging zu Mark.
„Komm, wir gehen spazieren, dabei läßt es sich leichter reden.“ ich lächelte ihm zu, er holte seine Jacke und wir gingen raus. Ein ganzen Stück sagte keiner von uns etwas, ich durchbrach dann das Schweigen.
„Warum hast du mir nichts gesagt?“ ich sah zu ihm, er schob den Kinderwagen und blieb plötzlich stehen. Er sah mich das erste Mal seit damals an, ich meine er sah mich richtig an und mir lief ein Schauer über den Rücken.
„Ich fühlte mich so mies! Ich hatte dich hintergangen und ich kann die nicht einmal sagen warum ich es getan habe. Ich denke ich hatte plötzlich Angst etwas zu verpassen. Dann kam ich nach Hause und ich hatte dich wieder, es tat so gut dich um mich zu haben. Ich beschloß um dich zu kämpfen. Dann sagtest du ja zu mir und ich war so glücklich wie noch nie, obwohl ich jedesmal wenn ich dich sah ein schlechtes Gewissen hatte. Dann sagtest du mir das wir Eltern werden, da war ein so glücklicher Moment in meinem Leben und zugleich hatte ich wieder ein so schlechtes Gewissen. Es tut mir so unendlich leid und ich liebe dich so sehr wie am ersten Tag!“ es war als hätte er die ganze Zeit darauf gewartet mir das sagen zu können. Er fing wieder an zu weinen und ich strich mit meiner Hand eine Träne weg, er hielt meine Hand fest und küßte sie.„ Ich liebe dich so sehr!“ flüsterte er.
„Ich liebe dich auch!...“ sagte ich ebenso leise „...aber ich brauche Zeit!“ ich nahm ihn in den Arm.
„Ich gebe dir alle Zeit der Welt!“ schluchzte er und hielt mich fest.
In der nächsten Zeit sahen Mark und ich uns wieder sehr oft, wir redeten über uns, über unsere Ängste und über unsere Zukunft. Wir beschlossen wieder zusammen zu ziehen und unsere Beziehung langsam wieder aufzubauen. An Tylers erstem Geburtstag und seiner Taufe luden wir die alle zu Mark ein. Wir hatten noch niemanden etwas gesagt, wir wollten sie überraschen. Mark und ich wollten nicht nur Tyler taufen lassen, wir wollten uns gleichzeitig das Jawort geben. Gegen Mittag trudelten alle so langsam ein. Wir hatten Nicky zum Patenonkel und J zur Patentante auserkoren und beide hatten das Angebot gerne angenommen. 10 Minuten vor der Taufe bat ich Gill und Gina zu mir.
„Gina, Gill ich muß euch eine wichtige Frage stellen..“ begann ich.
Beide sahen mich erstaunt an und nickten.
„..Also, die Sache ist die. Wir feiern heute nicht nur die Taufe von Tyler, sondern Mark und ich werden heute heiraten.“
So, damit war die Bombe geplatzt. Ein paar Minuten sagte keiner was, dann sprang mir Gina um den Hals und schrie.
„ICH HABS GEWUßT! IHR SCHAFFT DAS! ICH FREUE MICH SO!“
„OH; MEIN GOTT! ICH KANN ES GAR NICHT GLAUBEN! Was können wir denn jetzt für dich tun?“ Gill sprang mich ebenfalls an und wir hüften alle drei im Kreis als die Jungs dazu kamen. So wie sie schauten hatte Mark ihnen noch nichts erzählt.
„Was ist denn hier los?“ Nicky grinste Gina an, die mich immer noch festhielt.
„Ich wollte die beiden gerade fragen ob sie meine Brautjungfern werden wollen.“ grinste ich in die Runde.
„Du willst heiraten?“ Shane sah mich erstaunt an.
„Ja!“ antworte ich ihm.
„Und was ist mit Mark?“ Kian sah von mir zu Mark.
„Der wird auch heiraten, der gehört ja schließlich dazu, und wenn wir uns jetzt nicht beeilen dann verpassen wir noch unsere Hochzeit!...“ ich sah ihn vier erstaunte Gesichter, die erst so langsam begriffen was los ist „...Ich zieh mir jetzt mein Brautkleid an und in 15 Minuten sehen wir uns in der Kirche. Übrigens Shane, mach deinen Mund zu, ich hoffe du bist gleich unsere Trauzeuge.“
„Ja“ stotterte dieser.
„Kian ich hoffe du hast auch gleich nichts vor, ich bräuchte da noch jemanden!“ Mark kam zu mir und gab mir einen langen Kuß. Dann entschuldigte ich mich und zog mich um.
15 Minuten später betrat ich zum Hochzeitsmarsch die Kirche und die Gäste staunten nicht schlecht, da sie ja alle der Meinung waren sie würde heute nur eine Taufe zu sehen bekommen. Der Pastor begann mit der Zeremonie und dann kamen wir zu den Teil an dem wir uns selbstgeschriebenen Liebesbeweise vorlesen sollten. Ich machte den Anfang.
„Mark, wir haben schwere Zeiten hinter uns..“ ich schluckte und erschrak wie stark meine Stimme in der Kirch widerhallte „...Ich bin froh das wir den Weg zu uns zurück gefunden haben und ich bin dir dankbar das du mir die Zeit gelassen hast die ich brauchte. Nun weiß ich das ich dich über alles liebe und das du und unser kleiner Tyler, das ihr beide meine Welt seid.“ einzelne Tränen liefen über meine Wange und Mark wischte sie vorsichtig weg.
„Jess, ich kann gar nicht in Worte fassen wie sehr ich dich und Tyler liebe. Ihr seid das Größte für mich und ich würde für nichts in der Welt dieses Glück auf Spiel setzten. Ich liebe dich so sehr und jedesmal wenn du mich anlächelst geht die Sonne für mich auf, wenn du mich anschaust, dann möchte ich die ganze Welt umarmen und allen sagen wie glücklich ich bin. Ich liebe dich und ich werde dich für immer und ewig lieben!“ nun weinte auch er und meine Mum reichte uns Taschentücher.
„.....dann erkläre ich euch hiermit, Kraft meines mir verliehenen Amtes zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt küssen!“
Mark nahm mein Gesicht in seine Hände und küßte mich sanft, ich schlang meine Arme um seinen Nacken und genoß diesem Augenblick.
„...Damit keine Langeweile aufkommt kommen wir jetzt zur Taufe unseres Geburtstagskindes.“ unterbrach uns der Pastor. Wir holten Tyler und Mark hielt ihn auf dem Arm während er getauft wurde.
„...Hiermit taufe ich dich auf den Namen Tyler Marcus Oliver James Feehily!“ mit diesen Worten schüttete er Tyler das Weihwasser über den Kopf und dieser quittierte das mit einem kräftigen Schrei. Nachdem dann auch die Taufe überstanden war, kamen alle zu uns um uns zu gratulieren. Alle waren froh, das wir nach dem letzten schweren Jahr wieder zusammen gefunden hatten.

Heute sind wir 50 Jahre verheiratet und ich blicke auf ein Leben voller Liebe und Zärtlichkeit zurück. Tyler blieb nicht unser einziges Kind, ihm folgten noch Jonah, Emily, Kirian und Ashley. Sie haben inzwischen alle eigene Familie und haben uns mit vielen Enkelkindern beschenkt. Jeden Morgen wenn ich aufwache bin ich dankbar für eine so liebevolle Familie und für einen so tollen Mann wie Mark, der mir nie wieder in irgendeiner Form weh getan hat. Es lohnt sich zu verzeihen und zu vergeben, ich bin froh das ich diese Erfahrung machen konnte.