Mandy ist gebürtige Irin. Sie wurde in Bray geboren, das liegt an der Ostküste von Irland und ungefähr 1,5 Autostunden von Dublin entfernt. Als Mandy 8 Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden, und sie zog mit ihrer Mum nach Deutschland, genauer gesagt nach Berlin.
Sie vermisste ihre Heimat noch immer. Es scheint also zu stimmen, daß Iren ihr ganz Leben lang mit ihrer Heimat verbunden bleiben, egal wo sie lebten.
Sie verbrachte die letzten 3 Sommer bei der Schwester ihrer Mutter in Dublin. Ihren Cousin vermisste sie dann immer am meisten, wenn sie wieder zurück nach Berlin fliegen musste. Aber sie und Nicky schrieben sich regelmäßig Briefe und telefonierten fast einmal die Woche miteinander.

Mandy seufzte, als sie mal wieder an Nicky denken musste. Er fehlte ihr sehr.
Ihre Mum riss sie aber aus ihren Gedanken.
"Schatz, kannst du bitte Abendbrot machen? Ich muß noch mal schnell weg, und was für deinen Geburtstag besorgen."
"No Problem, Mum."
'Hoffentlich ist es nicht wieder irgend ein dummes Geschenk’, dachte Mandy so bei sich, als sie ihre Mum beobachtete, wie sie in den Wagen stieg und davon fuhr.
Morgen war der 24. Juni 1997, und sie wurde 15 Jahre alt.

In der Küche stand schon alles für einen irischen Käseauflauf bereit. Dieses Essen liebte Mandy über alles. In Dublin gab es ihn auch immer am ersten und letzten Tag, wenn sie zu Besuch war. Sie musste gedankenverloren lächeln, und machte sich dann auch gleich an die Arbeit.

Am Flughafen wartete Mrs. Flynn ungeduldig auf den bereits angezeigten Flug aus Dublin.
' Hoffentlich ist er in der Maschine’, hämmerte es in ihrem Schädel. Als sie die sehnsüchtig erwartete Person erblickte, machte sich ein strahlendes lächeln auf ihrem Gesicht breit.
"Tante Kathy!" brüllte Nicky, als er sie sah. Schnell rannte er zu ihr, und sie umarmten sich stürmisch.
"Wo ist denn Mandy?" fragte er etwas enttäuscht.
"Sie macht Abendbrot. Außerdem weiß sie doch gar nichts von deinem Besuch."
"Stimmt, hatte ich ja ganz vergessen", sagte Nicky, und schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn.
"Wie war der Flug?"
"Ich hab gepennt. Aber er scheint gut gewesen zu sein, denn ich lebe noch", scherzte er.
Dann gingen sie lachend zum Auto.

Mandy holte gerade den Auflauf aus dem Ofen, als sie die Tür hörte.
"Du kommst gerade zur rechten Zeit, Mum. Der Auflauf ist..." Plötzlich konnte sie nichts mehr sagen.
"Was machst du denn hier?"
"Eigentlich hatte ich eine andere Begrüßung erwartet. Aber wenn das so ist, dann kann ich gleich wieder den nächsten Flug nach Dublin zurück nehmen."
"Ich freu mich so wahnsinnig dich zu sehen, Nickster!"
Dann fiel sie ihm um den Hals, und drückte ihm fast die Luft ab.
"Hilfe...ich... kann...nicht...atmen", jappste Nicky nach Luft. Schnell ließ Mandy ihn los. Dann stürmte sie zu ihrer Mum und fiel auch ihr um den Hals.
"Ich liebe dich, Mummy", flüsterte sie in ihr Ohr, und drückte sie noch fester an sich.

"Das riecht ja fast wie Käseauflauf hier", unterbrach Nicky das Treiben.
"Was heißt denn hier fast?" beschwerte sich Mandy, und knuffte ihm liebevoll in die Seite.
"Ich habe einen Kohldampf kann ich euch sagen." Schnell setzte er sich an den Tisch und wartete auf sein Essen.
"Mmh, das schmeckt noch besser als bei meiner Mum", sagte er mit vollem Mund, und grinnste seine Cousine an.
"Ich würde dich glatt auf der Stelle heiraten, wenn ich nicht dein Cousin und mit Georgina zusammen wäre."
Mandy lächelte gequält, aber Nicky bekam das nicht mit. Ganz im Gegenteil zu ihrer Mum, die genau wußte, was ihre Tochter gerade in diesem Augenblick dachte.

Mandy und Nicky räumten nach dem Essen den Tisch ab, und spülten das Geschirr. Anschließend gingen sie in Mandys Zimmer, das sie sich für die nächsten 2 Wochen teilen würden.
"Du hast sie tatsächlich noch", sagte er erstaunt, als er die irische Flagge an ihrer Wand sah.
"Natürlich habe ich sie noch. Was hast du denn gedacht?"
Nicky musste grinsen. Er konnte sich noch genau an den Tag erinnern, als er ihr die Flagge schenkte.
Er war damals 10 Jahre alt, und Mandy war kurz davor, mit ihrer Mum nach Berlin zu ziehen. Er hatte sein ganzes Taschengeld gespart, damit er ihr diese Flagge schenken konnte.
"Woran denkst du, Nicky?"
"Kannst du dich noch an den Tag erinnern, als ich dir die Flagge geschenkt habe?" fragte er sie. Mandy nickte.
"Manchmal hasse ich meine Eltern dafür, daß sie sich haben scheiden lassen, und ich aus Irland weg musste. Wir hätten doch ruhig dableiben können. Und wir würden uns öfters sehen." Schnell wischte sie die Tränen weg, die über ihr Gesicht liefen, Nicky hatte sie aber längst bemerkt.
"Hey Mäuschen. Lass den Kopf nicht hängen. Ich und du, wir sind doch nicht aus der Welt." Er nahm sie seitlich in seine Arme und Mandy legte ihren Kopf auf seine rechte Schulter.
"Du hast wahrscheinlich Recht, so wie immer", sagte sie leise, und kuschelte sich an ihn.

Als Nicky die Augen öffnete sah er Mandy, die ihren Kopf in seinen Schoß gelegt hatte, und fest schlief. Sanft strich er ihr über das Gesicht. Dann beugte er ich zu ihr runter, und küsste ihr Haar.
‚Sie sieht so süß aus, wenn sie schläft’, dachte er sich, und beobachtete sie noch eine kleine Weile.
Es war mittlerweile 22:35.
"Hey Mandy", sagte er leise, und stupste sie leicht an.
Sie bewegte sich nicht von der Stelle.
"Mandy, wach auf, bitte!" sagte er etwas lauter.
Langsam regte sie sich.
"Was ist denn?" fragte sie völlig verschlafen, und öffnete ihre Augen. Nicky sah sie mit seinen blauen Augen lange an, und Mandy wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen, und hätte ihn die ganze Nacht geküsst.
"Lass uns fürs Bett fertig machen. Du musst morgen zur Schule, da brauchst du deinen Schlaf."
Sie stand langsam auf, schnappte sich ihren Pyjama und ging ins Bad, um sich fürs Bett fertig zu machen.
Nicky klappte die Couch auf, und es entstand eine riesige Liegewiese, auf der auch locker 3 Personen Platz hätten.

"Gute Nacht, Mum!" rief Mandy ins Wohnzimmer, und ging dann in ihr Zimmer.
"Schlaf schön, Süße", hörte sie noch ihre Mum rufen.
"Das werde ich ganz sicher", murmelte Mandy.
Kaum war sie im Zimmer, flog ihr ein Kissen entgegen. Sie war blitzschnell wieder wach.
"Na warte, Byrne! Das kriegst du zurück!" schrie sie, und krallte sich das andere Kopfkissen vom Bett.
Sie holte aus, und traf Nicky mitten ins Gesicht. Nun war die Kissenschlacht richtig im Gange, und die beiden kreischten wie kleine Kinder und sprangen auf dem Bett umher.
Als sie nach 15 Minuten völlig außer Atem waren, ließen sie sich auf das Bett fallen. Schwer atmend lagen sie neben einander, und fingen an zu lachen.

Mandy konnte ihren Blick nicht von Nickys Augen abwenden, auch wenn sie es versuchte.
Auch Nicky starrte Mandy an.
‚Wieso ist sie nur meine Cousine’, ging es ihm durch den Kopf. Er war sich nicht sicher, was sie für ihn empfand, aber er liebte sie. Er liebte sie anders, als man seine Cousine lieben sollte.
Mandy drehte ihren Kopf zur Seite. Sie konnte diesen Blick nicht länger ertragen.
‚Warum müssen wir verwandt sein? Warum nur?’ hämmerte es in ihrem Schädel. Sie begann zu weinen und war in diesem Moment froh, daß Nicky ihre Tränen nicht sehen konnte.
"Gute Nacht", sagte sie leise und schnell, damit er ihre weinerliche Stimme nicht hörte.
"Was hast du?"
‚Er merkt aber auch alles. Verdammt!’
Sie zuckte mit den Schultern. "Nichts", sagte sie schnell, und kuschelte sich in ihre Decke.
"Gute Nacht", sagte nun auch Nicky, und drehte sich ebenfalls auf die Seite.
Sie schliefen Rücken an Rücken ein.

Als Mandy am nächsten Morgen aufwachte schaltete sie den Wecker noch vorm klingeln aus, damit Nicky in Ruhe weiter schlafen konnte. Leise und behutsam kroch sie aus dem Bett, schnappte sich ihre Klamotten und ging ins Bad.
"Guten Morgen, Mum", murmelte sie noch etwas verschlafen, als sich die beiden auf dem Flur trafen.
"Gut geschlafen?" Mandy nickte und rieb sich ihre Augen.
"Magst du auch eine Tasse Kaffee, Schatz?"
"Sehr gern", antwortete sie ihrer Mum. Dann ging sie unter die Dusche.
Als das warme Wasser ihren Körper runter lief, musste sie wieder an gestern Abend denken.
‚Hätte ich ihn einfach küssen sollen?’, fragte sie sich in Gedanken, als sie die Dusche abstellte, und sich eine Handtuch um den Körper wickelte.
Als sie im Bad fertig war, ging sie ins Wohnzimmer.

"Happy Birthday to you. Happy Birthday to you. Happy Birthday, dear Mandy. Happy Birthday to you”, schmetterten ihr da Nicky und ihre Mum entgegen.
"Danke", war alles, was sie sagen konnte, bevor sie in schallendes Gelächter ausbrach.
Nicky und seine Tante sahen sich fragend an.
"Auf sie!" schrie Nicky, und kitzelte sie durch. Mandy sank zu Boden.
"Hör auf, Nicky!" schrie sie. Er war von diesem Schrei so erschrocken, das er sofort von ihr ließ. Panik packte ihn, als er Mandy dort gekrümmt am Boden liegen sah.
"Mandy, Schatz, was hast du?" fragte ihre Mum ängstlich.
"Es tut so weh Mum. Es tut so weh", jammerte sie, und hielt sich den Bauch.
Schnell wählte Mrs. Flynn den Notarzt, während sich Nicky um seine Cousine kümmerte. Er redete beruhigen auf sie ein, streichelte ihren Rücken und gab ihr einen liebevollen Kuss.

"Nein!" rief er plötzlich.
"Sie atmet nicht mehr, Tante Kathy!" schrie er in Panik. Ohne zu zögern startete er Wiederbelebungsmaßnahmen. Er machte die Mund zu Mund Beatmung, während ihr Mum eine Herzmassage durchführte.
Kurz nachdem Notruf, traf das Rettungsteam der Feuerwehr und ein Notarzt ein.
Sie übernahmen die Wiederbelebungsmaßnahmen.
Nicky nahm seine weinende Tante fest in den Arm.
"Es wird alles wieder gut. Sie wird wieder gesund", beruhigte er seine Tante, und gleichzeitig auch sich selbst.
Mandy wurde in den Rettungswagen geschoben, nachdem sie wieder zu sich gekommen war. Ihre Mum und Nicky fuhren mit ins Krankenhaus.

Es waren jetzt schon 2 Stunden vergangen, und noch immer konnte niemand sagen, was denn mit Mandy passiert ist.
Nicky lief unruhig den Gang rauf und runter, während Mrs. Flynn weinend an ihren Daumen knabberte.
Plötzlich öffnete sich ein Tür mit Fenstern aus Milchglas, und ein Arzt steuerte auf die beiden zu.
Sofort rannte Nicky zu ihm.
"Wie geht es ihr, Doktor?"
Der Arzt setzte sich zu Mrs. Flynn.
"Wir haben sie gründlich untersucht", begann er ihr zu erzählen.
"Dabei haben wir einen Tumor in ihrem Magen festgestellt, der die Größe einer Zitrone hat."
Mrs. Flynn sah ihn entsetzt an. "Krebs?" stotterte sie.
Der Arzt nickte.
"Kann man den nicht heilen?" fragte Nicky.
"Hätten wir ihn früher entdeckt, würde noch eine Chance auf Heilung bestehen, aber nicht mehr in diesem Stadium."
"Blödsinn!" schrie Nicky, und hätte dem Arzt am liebsten eine gescheuert.
"Das ist doch totaler Bullshit den sie da von sich lassen. Mein Gott, wir leben im 20. Jahrhundert, da kann man Krebs doch heilen!"
"Ich kann ihre Aufregung und Wut ja verstehen, aber der Krebs ist zu weit fortgeschritten, um noch eine Heilung erzielen zu können."
"Kann ich meine Tochter sehen", fragte Mrs. Flynn fast unhörbar.
"Natürlich", sagte der Arzt sanft. Er rief eine Schwester, und ließ Mrs. Flynn zum Zimmer führen, in dem ihre Tochter lag.

"Wie lange wird sie noch leben?" fragte Nicky mit zitternder Stimme.
"Ich kann und will keine genauen Angaben machen. Aber nach jahrelanger Erfahrung würde ich sagen, daß sie ihren 17. Geburtstag nicht mehr erlebt." Er legte Nicky seine Hand auf die Schulter, dann ging er. Nicky sank weinend auf einen Stuhl.

Als sich Nicky wieder etwas beruhigt hatte, ging er auch ins Zimmer zu Mandy.
Sie lag dort in diesem Bett, und wurde von sämtlichen medizinischen Geräten überwacht. Nicky hätte am liebsten laut geschrieen.
"Wie geht es ihr?" fragte er leise seine Tante. Sie schreckte auf.
"Sie sieht so friedlich aus, findest du nicht auch?" fragte sie ihn. Er nickte und stimmte ihr leise zu.
Dann ging er zur anderen Seite des Bettes und zog sich einen Stuhl heran.
Als er sich hingesetzt hatte, nahm er ihre linke Hand in seine und streichelte sie zärtlich.
"Hey Cousinchen, ich bin bei dir", sagte er leise.
Mrs. Flynn liefen die Tränen.
"Weiß man schon, wie lange sie noch..." Sie traute sich nicht den Satz zu beenden.
Er schüttelte den Kopf und sah seiner Tante tief in die Augen. Sie wußte sofort, daß Nicky deswegen schon mit dem Arzt geredet hatte.
"Nicht vor ihr", flüsterte er ihr zu, und deutete auf Mandy.
"Ich werde noch mal mit dem Arzt reden", sagte seine Tante entschlossen, und verließ das Zimmer.

Nicky küsste Mandys Hand und legte sie auf seine rechte Wange.
"Ich brauch dich doch", flüsterte er, und küsste die Innenfläche ihrer Hand.
"Ich liebe dich, Mandy", sagte er, bevor er ihr einen Kuss auf ihren Mund gab. Tränen liefen über sein Gesicht. Er hatte das Gefühl, als hätte ihm jemand sein Herz aus der Brust gerissen.
Er legte seinen Kopf auf ihren Oberkörper und hörte ihr Herz schlagen.
"Ich liebe dich", wiederholte er wieder. Dann schloss er seine Augen und schlief ein.

"Nicky?"
Zärtlich strich ihm jemand über den Kopf. Er war aber zu fertig, um seinen Kopf zu heben.
"Nicky?"
Da war sie wieder. Diese Stimme kam ihm so vertraut vor. Langsam öffnete er seine Augen.
Er musste sich in den Sessel gesetzt haben, und eingeschlafen sein.
"Nicky?"
Wieder diese Stimme. Dann schlug er die Augen auf.
"Mandy!" rief er freudestrahlend aus. Er stürzte zum Bett, und umarmte sie.
"Was ist denn passiert?" fragte sie ihn.
Als er ihr gerade eine Antwort geben wollte, betrat der Arzt das Zimmer, mit dem sich Nicky gestern unterhalten hatte.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis der Arzt aus dem Zimmer kam, und er wieder zu seiner Cousine konnte.
Sofort ging er zu ihr, als der Arzt das Zimmer verlassen hatte.
"Er hat es dir also gesagt?" fragte er, als er Mandy sah, wie sie sich schnell die Tränen weg wischte.
"Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, Cousinchen."
Sie sah ihn wütend an, was sie kurz darauf aber schon wieder bereute.
"Was hat er dir noch erzählt?"
"Ich muß noch übers Wochenende hier bleiben, aber Montag kann ich wieder nach Hause."
Nicky freute sich für sie.
"Ich soll ganz normal weiterleben, meinte er. Aber wie soll ich das denn machen?" Sie begann zu weinen.
Vor lauter Scham, wendete sie sich von Nicky ab.
"Warum tust du dir das an?"
Sie verstand nicht, was er von ihr wollte.
"Wieso zeigst du deine Gefühle nicht offen? Warum frisst du sie in dich hinein? Was bringt dir das?"
"Was weißt du schon von Gefühlen Nicky!" schrie sie ihn an.
"Du hast dein ganzes Leben noch vor dir! Ich dagegen werde vielleicht meinen 17. Geburtstag nicht erleben, weil ich irgend so einen beschissenen Tumor in meinem Bauch habe. Ich habe noch nie mit einem Mann geschlafen, und werde also nie erfahren wie sich das anfühlt. Ich werde nie heiraten, nie Kinder haben. Ich werde nie wieder nach Irland fliegen", sprudelte es nur so aus ihr raus. Sie weinte und weinte und ließ ihren Gefühlen freien Lauf.
Dann sah sie Nicky an.

"Rede nicht so, als ob du morgen schon sterben wirst", sagte er wütend.
"Du musst mir was versprechen, Nicky", sagte sie leise. Er schaute sie fragend an.
"Ich will in Irland begraben werden. Irgendwo am Meer. Versprichst du mir das?"
Nicky begann zu weinen, ging auf das Bett zu und nahm Mandy in seine Arme. "Ich verspreche es dir", sagte er. Dann verließ er das Zimmer, ohne sich von ihr zu verabschieden.

Heute war endlich Montag, und sie würde heute aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Nicky bog gerade um die Ecke, als Mandy aus dem Zimmer kam. Schnell lief er ihr entgegen.
"Hi!" rief er ihr von weitem zu, und sie strahlte ihn an.
"Schön das du mich abholst."
"Na höre mal, das ist doch selbstverständlich", sagte er entrüstet.
Mandy winkte den Schwestern zu und hakte sich bei Nicky unter. Dann schlenderten die beiden zum Auto.
"Mum ist arbeiten?"
"Ja. Sie muss sich ablenken, hatte sie gesagt."
"Verständlich", sagte sie nachdenklich.
Dann stiegen die beiden in den Wagen und fuhren davon.

"Mach mal die Augen zu."
"Warum?"
"Mach sie doch einfach mal zu", sagte Nicky.
Mandy schloss die Augen.
"Nicht blinzeln", mahnte er sie.
Mandy merkte, wie der Wagen um eine Ecke bog, und dann stehen blieb. Plötzlich vernahm sie ein Geräusch, das sie schon irgendwo mal gehört hatte.
"Du kannst die Augen wieder öffnen."
Sie sah auf das Fußballstadion.
"Du weißt wer heute hier spielt?"
Mandy schüttelte völlig entgeistert den Kopf, und sah Nicky an.
Er legte ihr einen Schal um den Hals und wartete auf ihre Reaktion.
Mit einem breiten grinsen sah sie ihn an.
Sie stiegen aus dem Wagen und gingen ins Stadion, wo heute die deutsche gegen die irische Nationalmannschaft spielte.

"Ey du blöder Schiri! Das war ein Foul! Hast du denn Tomaten auf deinen Augen?" Mandy brüllte aus Leibeskräften, als der Schiedsrichter einen Elfmeter zu Gunsten der deutschen Mannschaft pfiff.
Schnell hielt sie sich die Augen zu. Aber sie war so aufgeregt, das sie doch gucken musste.
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!" schrie sie mit den anderen Fans, als der Elfmeter gehalten wurde.
Plötzlich wurde ihr ganz schwindelig, und sie musste sich setzten.
Besorgt erkundigte sich Nicky nach ihrem Befinden.
"Es geht schon wieder", sagte sie und lächelte ihn an.
Dann wurde die erste Halbzeit abgepfiffen.
"Das war eine tolle Idee, Nickster", sagte sie strahlend und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann fiel sie ihm um den Hals und drückte ihn fest.

In der 75. Minute traf Robbie Keane zum 2:1, und die irischen Fans tobten. Nicky war kaum zu bändigen, und auch Mandy schrie wie am Spieß.
Aber es waren ja noch 15 Minuten zu spielen, wenn es nicht zur Verlängerung kam.
In der 89. Minute erzielte Deutschland den Ausgleichstreffer.
Nach einer Verlängerung von 5 Minuten, wurde zum Elfmeter schießen gepfiffen.
Mandy und Nicky hielten sich an den Händen und fieberten jedes Mal mit, wenn die Iren am Zug waren.
Es stand jetzt 5:4 für die irische Mannschaft. Die Deutschen waren an der Reihe.
Rudi Völler sollte den nächsten Elfmeter schießen.
Im Stadion herrschte absolute Stille. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.
Dann setzte Völler an und schoß.
Der Ball wurde gehalten, die Iren hatten gewonnen!
Mandy und Nicky brüllten um die Wette und fielen sich um den Hals. Sie drehten sich zu den anderen Fans um, und auch denen fielen sie um den Hals. Im Stadion wurde gefeiert, und die irische Mannschaft bedankte sich mit einer menschlichen Welle bei den Fans für die tatkräftige Unterstützung.

"Das war irre, Nicky", rief Mandy auf der Fahrt nach Hause.
Er sah sie an und sagte nichts.
"Danke", sagte sie schließlich, als sie sich wieder etwas beruhigt hatte.
Als sie zu Hause ankamen, stürmte sie die Treppen rauf und rannte zu ihrer Mum in die Küche.
"Wir haben gewonnen Mum! Gewonnen!" rief sie völlig außer Atem.
"Beruhige dich, Mandy", sagte sie erschrocken, und hielt ihre Tochter fest, die sich um ihren Hals warf.
"Wir haben endlich die deutschen im Fußball geschlagen", sagte nun Nicky voller Stolz, und goss sich etwas zu trinken in ein Glas. Dann trank er alles aus, ohne auch nur einmal das Glas ab zu setzen.

Völlig fertig lag Mandy in ihrem Bett und starrte auf den Fernseher.
"Kommst du essen?" fragte Nicky, der gerade den Kopf zur Tür rein steckte.
"Gleich", antwortete sie, und sah sich noch schnell das Ende der MTV News an.
Sie setzte sich neben Nicky, und stocherte in ihrem Essen rum.
"Ich habe keinen Hunger", sagte sie schließlich, und schob den Teller von sich weg.
"Du musst aber was essen, Kind", mahnte ihre Mum sie.
"Ich habe aber keinen Hunger, Mum", nörgelte sie rum. Sie nahm ihren Tee und trank einen Schluck.
Plötzlich sprang sie auf, und rannte ins Bad.
Sie schaffte es noch gerade rechtzeitig den Deckel der Toilette zu öffnen, dann musste sie sich schon übergeben.

Ihre Mum und Nicky sahen sich an, sprangen von den Stühlen auf, und rannten ins Bad.
"Was hast du?"
"Mir war nur etwas übel, mehr nicht", beruhigte sie die beiden. Sie zwängte sich an ihnen vorbei und ging in ihr Zimmer.
Kurz darauf folgte ihr Nicky.
"Kann ich irgend etwas für dich tun?"
"Kann ich nicht mal meine Ruhe haben? Herr Gott noch mal. Ich hab nur gekotzt. Das hat früher auch niemanden interessiert!" schrie sie ihn an. Nicky drehte sich um, und verließ das Zimmer wieder.
Mandy ließ sich zurück in ihr Kissen sinken, und begann zu weinen.
"Wir sollten sie lieber mal allein lassen", sagte er, als er zurück ins Wohnzimmer kam. Er setzte sich auf die Couch und starrte auf den Fernseher. Der Film der dort lief, zog buchstäblich an ihm vorbei. Nicky war mit seinen Gedanken ganz wo anders.

"Ich geh schlafen", sagte er, und gab seiner Tante einen Gute Nacht Kuss.
Vorsichtig und leise öffnete er die Tür zu "seinem" Zimmer.
Dort lag Mandy quer im Bett und schlief, aber der Fernseher lief noch.
"Sie sieht so schön aus, wenn sie schläft", sagte Nicky ganz leise. Er schaltete den Fernseher aus und ging dann zu Mandy.
Sanft berührte er ihre Schulter und versuchte sie zu wecken.
"Mandy", flüsterte er leise.
Sie gab einen leisen Seufzer von sich.
"Hey Kleines. Leg dich mal auf die andere Seite vom Bett", sagte er in ihr Ohr. Dann passierte es.
Mandy drehte sich rum, und in dem Moment berührten sich ihre Lippen ganz leicht. Sie öffnete ihre Augen, und sah die Umrisse von Nickys Gesicht. Ohne zu zögern küsste sie ihn noch einmal. Nicky erwiderte ihren Kuss.
Er streichelte ihr Gesicht und merkte das sie weinte. Langsam küsste er ihre Tränen weg, und dann fanden sich ihre Lippen erneut zu einem Kuss.

Als Mandy am nächsten Morgen erwachte, lag Nicky eng an sie gekuschelt, und hatte seinen Arm um sie gelegt.
Plötzlich erinnerte sie sich an die letzte Nacht.
‚Was haben wir nur getan!’, dachte sie entsetzt und sah den noch immer schlafenden Nicky neben sich an.
Schnell stand sie auf und lief ins Bad. Sie brauchte jetzt dringend eine Dusche.
Das warme Wasser lief über ihren Körper und sie konnte noch einmal die letzte Nacht Revue passieren lassen.
Noch immer konnte sie seine weichen Lippen auf ihren spüren. Seine Hände, wie sie langsam und einfühlsam ihren Körper entlang glitten. Sie hatte noch immer den Geruch seines Aftershaves in der Nase.
‚Reiß dich zusammen’, ermahnte sie sich in Gedanken.

Sie hatte sich abgetrocknet und eingecremt. Dann zog sie sich schnell an und ging in die Küche.
"Guten Morgen, Mum", sagte sie gedankenverloren, schmierte sich schnell ein Nutellabrot und biss gelangweilt ab.
"Bis heute Nachmittag", rief Mandy, und machte sich auf den Weg zur Schule.

Nicky erwachte und schaute auf die leere Seite im Bett neben ihm. Auch ihm spielte sich die letzte Nacht noch einmal vor seinem inneren Auge ab.
Er strich sich über seine Lippen und lächelte verträumt.
Das klingeln seines Handys riss ihn aus seinen Gedanken.
"Hi Honey!" quiekte ihm eine Frauenstimme ins Ohr.
"Georgina...", stammelte er nur.
"Wie geht es dir? Wann kommst du wieder zurück? Ich vermisse dich so, Nicky."
Er hatte sie ja völlig vergessen.
"Ähm...ich fliege am Montag wieder." sagte er leise.
"Ich kann es kaum erwarten dich wieder zu sehen. Ich liebe dich, Nicky!"
"Ähm. .ja dann also bis Montag, Georgi", sagte Nicky, und legte auf.
"So eine Mist", fluchte er, und ging ins Bad.

"Mandy! Hallo!" rief Herr Papke, ihr Mathelehrer, immer wieder.
Erschrocken sah sie auf, und sah ihn fragend an.
"Was? Wie?" fragte sie, und blickte sich fragend in der Klasse um.
"Komm bitte an die Tafel und rechne die Gleichung aus", sagte er zu ihr, und hielt ihr ein Stück Kreide entgegen.
Mandy nahm es an, und schlich zur Tafel um die Gleichung zu lösen.
Gott sei Dank ertönte in diesem Moment die Pausenglocke, und sie war erlöst.
Schnell packte sie ihre Sachen in den Rucksack und lief heim.

Nicky und seine Tante standen in der Küche und kochten Mittag.
Schnell rannte sie in ihr Zimmer, schmiss den Rucksack in die nächste Ecke, und lief wieder nach vorn.
Ohne auch nur ein Wort mit den anderen zu wechseln, holte sie 3 Teller aus dem Schrank und deckte den Esstisch im Wohnzimmer.
"Das riecht echt lecker", unterbrach Nicky die Stille. Dann setzten sich alle an den Tisch und aßen schweigend.
"Was ist denn los mit euch?" fragte plötzlich Mandys Mum.
Erschrocken und mit aufgerissenen Augen sah Mandy ihre Mum an.
Schnell zuckte sie mit den Schultern und sah bedrückt auf ihren noch vollen Teller.
"Mir geht es nicht so gut. Ich glaub, ich hab keinen Hunger", sagte sie, und stand vom Tisch auf.
"Ich rede mal mit ihr", sagte Nicky, und ging ihr hinterher.

Mandy saß auf ihrem Bett, und hatte den Kopf auf ihre Arme gestützt. Als Nicky ins Zimmer kam sah sie ihn mit großen Augen an.
"Ähm...Mandy. Wegen gestern..."
"Ist schon okay, Nicky", unterbrach sie ihn. "Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist. Ich hab mich wohl einfach nur nach Nähe gesehnt, mehr nicht", log sie ihn an. Sie konnte ihm nicht die Wahrheit sagen, was sie wirklich für ihn empfand.
Nicky atmete tief ein, dann setzte er sich neben sie und legte seine Hand um ihre Schulter. Sofort bekam Mandy eine Gänsehaut und hatte seine zärtlichen Berührungen der letzten Nacht wieder in Gedanken. Schnell wand sie sich aus der Umarmung, und rückte ein Stück zur Seite.
"Am besten ich schlafe die nächsten Tage bei meiner Mum." sagte sie, und blickte zu Boden. Aus den Augenwickeln konnte sie sehen, wie er nickte. Dann herrschte Schweigen.

Heute war nun schon Sonntag, und Nicky würde morgen früh zurück nach Dublin fliegen.
Die letzten Tage waren der reinste Alptraum für Mandy und ihn. Sie gingen sich in allem aus dem Weg, redeten kaum noch miteinander und konnten sich auch nicht mehr in die Augen sehen.
‚Ich bin froh, wenn das hier endlich ein Ende hat’, dachte sich Nicky, und packte still seinen Koffer.
Mandy saß im Wohnzimmer vor dem Fernseher und schaute sich irgendeine Dokumentation über Bio-Gemüse an, die sie aber überhaupt nicht verfolgte. Gedankenverloren knabberte sie auf ihrer Unterlippe rum und starrte auf den Fernseher. Sie merkte dabei nicht, wie sie von Nicky beobachtet wurde.
‚Sie ist so wunderschön’, ging es ihm durch den Kopf. ‚Ich kann noch immer nicht fassen, das sie bald sterben wird.’ Tränen stiegen in seine Augen, und er wischte sie schnell weg. Dann räusperte er sich. Mandy zuckte zusammen.
"Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken."
"Ist schon okay", murmelte sie und sah ihn an. Das erste Mal seit Tagen, daß sie ihm wieder in die Augen sehen konnte. Diese Augen waren einfach göttlich. Mandy versank fast in ihnen.

"Wo ist denn Tante Kathy?"
Sie zuckte die Schultern.
"Ich glaub sie trifft sich mit ihrer besten Freundin. Sie meinte nur es wird heute spät." Antwortete sie ihm, nahm die Fernbedienung und zappte durch die Kanäle.
"Schalt noch mal zurück", rief Nicky plötzlich.
Als sie ihm den Wunsch erfüllte, sah sie 5 hopsende Typen auf einer großen Bühne, die dazu auch noch versuchten zu singen.
"Oh mein Gott", war alles was sie sagen konnte, bevor sie sich die Ohren zu hielt. Nicky musste schmunzeln, als er das sah.
"Wie kann man sich nur so eine Musik reinziehen?" fragte Mandy mit hochgezogenen Augenbrauen.
"Das will ich auch mal machen", sagte er und starrte weiterhin auf den Fernseher.
"Bitte?!" Mandy sah ihren Cousin an.
"Ja, ohne scheiß. Das will ich auch mal machen. Es muß toll sein auf einer Bühne zu stehen, und tausende von Mädchen schreien deinen Namen", sagte er verträumt.
"Die rufen aber auch nur deinen Namen, damit du aufhörst so schief und gnadenlos falsch zu singen", scherzte Mandy.
Ehe sie sich wehren konnte, stürzte sich Nicky auf sie und kitzelte sie durch.

Mandy versuchte sich ihm zu entzeihen, aber Nicky kitzelte immer weiter. Ihr tat schon der Bauch vor lachen weh.
"Nicky! Hör auf! Ich... ich.. kann nicht...mehr!" rief sie immer wieder, aber er zeigte kein erbarmen.
"Wieso glaubst du ich könnte das nicht auch?" fragte er schließlich.
Sie holte erst einmal tief Luft, bevor sie ihm antwortete.
"Ich kann es mir einfach nur nicht vorstellen, wie du da oben stehst und mit dem Hintern wackelst."
"Wieso? Ich kann das doch ziemlich gut", sagte er, sprang auf und drehte seinen wackelnden Hintern in ihre Blickrichtung. Mandy zögerte gar nicht lange, und schlug mit der flachen Hand darauf.
"Autsch!" rief Nicky, und rieb sich über seine rechte Pobacke. Mandy musste grinsen. Wie hatte ihr doch genau das gefehlt. Diese Neckereien und Blödeleien mit Nicky liebte sie über alles. Auch Nicky schien das selbe zu denken, denn er grinste sie an. Dann ließ er sich neben sie auf das Sofa fallen, und legte seinen Kopf auf ihre Schulter.
Gemeinsam sahen sie sich das Konzert bis zum Schluss an.

"Hast du auch so einen Bärenhunger?" fragte er, und strich sich über den Bauch. Mandy nickte ihm zu.
"Was haben wir denn da?" fragte sie in die Küche. Dann hörte sie nur klapperndes Geschirr und kochendes Wasser. Sie streckte sich, ließ sich zur Seite fallen, und zog ihre Beine auf das Sofa.
Irgendwann muß sie eingeschlafen sein.
"Hey, Schlafmütze. Essen ist fertig."
Mandy öffnete langsam die Augen. Nicky stand, mit seinem Gesicht über ihrem gebeugt, vor dem Sofa.
‚Diese Augen werden mir noch mal zum Verhängnis’ war alles, was ihr durch den Kopf ging.
Langsam erhob sie sich und wollte aufstehen, aber Nicky wich nicht zur Seite. Sie sahen sich lange in die Augen und keiner wußte wie er sich jetzt am besten verhalten sollte.
"Nicky", flüsterte Mandy, als sich sein Gesicht ihrem gefährlich näherte.

"Nein, nicht", sagte sie, und stieß ihn leicht zur Seite, damit sie endlich aufstehen konnte.
Sie standen sich noch eine Weile gegenüber, dann gingen sie zum Tisch. Wieder setzte das Schweigen der letzten Tage ein, als sie sich am Tisch gegenüber saßen. Sollte das jetzt ewig so weiter gehen?
"Hat es dir geschmeckt?" wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Sie nickte schnell mit dem Kopf.
"Lass stehen, ich mach den Abwasch", sagte sie zu ihm, als er abräumen wollte. "Du hast schon gekocht."
Sie trug das Geschirr in die Küche, und machte sich an die Arbeit. Dabei bemerkte sie nicht, wie sie von jemandem beobachtet wurde.

Als sie den warmen Atem in ihrem Nacken spürte, drehte sie sich erschrocken um. Hinter ihr stand Nicky und sah sie mit einem Blick an, den Mandy nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Dann näherten sich ihre Gesichter und als sich ihre Lippen trafen, ließen sie alles um sich herum vergessen.
Seine Zunge tastete sich langsam zu ihrer vor. Als sie sich trafen, spielten sie zärtlich miteinander. Beide stöhnten leise auf. Nicky zog Mandy ganz nah an sich heran. Ihre Becken berührten sich.
Zärtlich strich sie über seinen Rücken und ließ ihre Hände unter sein Shirt wandern?
‚Was mache ich hier nur’ dachte sie sich. ‚Es fühlst sich aber so gut an’, ging es ihr weiter durch den Kopf.
Ihre Hände strichen den nackten Rücken von Nicky rauf und runter. Langsam fuhr sie ihm über seine Brust und massierte seine steifen Brustwarzen. Er riss sich das Shirt vom Leib und sah ihr tief in die Augen. Jetzt konnte sie diesen Blick deuten. Es war die blanke Begierde. Leidenschaftlich verfielen sie in einen Kuss, der ihr fast den Atem zu rauben schien.
Nicky zog Mandy das Shirt über den Kopf, und strich ihr über den BH. Dann tastete er an ihrem Rücken nach der Öffnung, fand sie und löste diese. Seine Zunge wanderte zärtlich über ihr Dekolletè und seine Hände streichelten ihre Brüste. Mandy ließ ihren Oberkörper nach hinten fallen. Dabei konnte sie seine Erregung deutlich spüren, als sich ihre Becken eng aneinander rieben. Sie öffnete den Gürtel seiner Hose und zog den Reißverschluss auf. Ihre Hand glitt zwischen seine Beine und Nicky stöhnte laut auf. Langsam ließ sie sich nach unten gleiten und ihre Zunge wanderte über seinen Oberkörper hinunter in seinen Schambereich, während sie ihm die Hose hinunterzog. Dann verwöhnte sie ihn mit dem Mund. Nicky zog sie wieder nach oben, riss ihr die Hose regelrecht von der Hüfte und zog sie fest an sich. Seine Finger waren auf ihrem ganzen Körper und als er ihr zwischen die Beine ging und mit seinen Fingern in sie eindrang, stöhnte auch sie laut auf. Gemeinsam ließen sie sich auf den Küchenboden sinken und küssten sich leidenschaftlich.
Nick rollte sich auf sie, fasste ihr unter den Hintern und drang mit leichten Stößen in sie ein. Voller Begierde und Leidenschaft wurden seine Bewegungen schneller. Mandy stöhnte immer lauter, als er immer tiefer und schneller in sie eindrang. Sie spürte seinen heißen und schnellen Atem auf ihren Gesicht, als sie gemeinsam dem Höhepunkt entgegenkamen. Sie klammerte sich fest an ihn, als ihr Körper von einem Orgasmus zum zittern gebracht wurde. Beide stöhnten auf, und ließen sich dann erschöpft neben einander fallen.

Als Mandy am nächsten aus der Schule kam, stieg Nicky in Dublin aus dem Flugzeug.
Den ganzen Tag konnte sie an nichts anderes als den gestrigen Nachmittag und die Nacht denken. Wie sie Arm in Arm an Nicky gekuschelt einschlief. Sie war noch nie so glücklich in ihrem Leben, und sollte es auch nie wieder werden.

5 Monate später

Sie schaute auf die weiße kahle Wand rechts von ihr, und hoffte bald wieder zu Hause zu sein.
"Ich hasse Krankenhäuser", murmelte sie in ihre Decke, und zog sie bis unter die Nasenspitze.
Die Tür zu ihrem Zimmer öffnete sich und Robert, ein Krankenpfleger kam auf ihr Bett zu gelaufen.
"Hallo schöne Frau! Zeit für ein bisschen Abwechslung", rief er fröhlich.
Mandy war alles andere, als nach Abwechslung.
Anstatt ihre Ferien wie üblich in Irland, und ganz besonders mit Nicky zusammen zu verbringen, lag sie im Krankenhaus, und musste eine Chemotherapie nach der anderen über sich ergehen lassen.
"Muss das sein?" pflaumte sie Robert an. Der schenkte ihr sein zuckersüßes Lächeln, setzte sie in den Rollstuhl und schob sie aus dem Zimmer.
"Du gewinnst wohl immer, oder?"
"Nicht immer, aber in deinem Fall schon", neckte er sie.
"Was soll das denn bitte schön heißen?" Entrüstet drehte sie sich zu ihm um, und blickte fragend zu ihm auf.
"Du kannst mir wenigstens weglaufen wie die anderen immer. Darum hab ich es so leicht bei dir."
Schnell drehte sie sich wieder um, damit er ihre Tränen nicht sehen konnte. Wenn er wüsste, wie gern sie wieder mal barfuss über eine Wiese oder einen Strand laufen würde.
"Bitte entschuldige", sagte Robert. Er hatte gemerkt, wie sehr er Mandy mit seiner Äußerung verletzt hatte. Er legte ihr seine Hand auf die Schulter und drückte sie sanft. Dann holte er Schwung und raste mit ihr im Rollstuhl über den langen Gang. Mandy schrie lachend auf.

"Mit wem schreibst du dir eigentlich immer?" wollte Robert wissen.
"Neugierig bist du gar nicht, oder?"
Er zog sich einen Stuhl ran, und setzt sich neben Mandy, die wie eine Irre auf die Tastatur des Computers hämmerte.
"Und, wer ist er?"
"Was?" fragte sie abwesend.
"Wer ist der Glückliche?"
"Er ist eine Sie", lachte Mandy, und schrieb weiter.
"Sie heißt Manja und kommt auch aus Berlin", ergänzte sie, als sie auf Antwort von ihrer Freundin wartete.

Manja: >>Vielleicht können wir uns ja mal treffen. Wo wohnst du denn?<<
Erschrocken blickte sie auf den Bildschirm.
"Was mach ich jetzt bloß", fragte sie sich leise.
"Gibt’s ein Problem?" fragte Robert, als er ihren Gesichtsausdruck sah. Dann schaute er auf den Schirm.
"Na ist doch eine super Idee. Dann hast du wenigstens mal eine bessere Abwechslung, und müsstest nicht immer in deinem Zimmer hocken", sagte er lächelnd, und stupste Mandy an.
"Sie weiß es nicht, Robert", antwortete sie leise und sah ihn mit ernstem Gesicht an.
"Wie meinst du das?"
"Sie weiß nichts von meiner Krankheit. Ich wollte niemanden aus Mitleid kennen lernen."
"Lass mich mal da ran", sagte er, und zog die Tastatur zu sich rüber.
Mandy: >>Bin momentan leider im Krankenhaus. Würde mich aber freuen, wenn du mir einen Besuch abstatten könntest.<<
"Und abschicken", sagte Robert, und haute auf die Enter-Taste.
"Bist du wahnsinnig!"
"Wieso? Von deiner Krankheit hab ich nichts gesagt. Das wirst du dann machen. Aber immerhin ist der Anfang getan."
Mandy sah ihn wütend an, aber ihn interessierte das herzlich wenig.
"Ich will dich zwar nicht verletzen, aber dein ewiges Selbstmitleid macht dich auch nicht gesünder."
Ohne auch nur die Antwort von Manja ab zu warten, fuhr sie in ihr Zimmer.
Manja: >>Klar komme ich dich besuchen. Wo liegst du denn?<<
Robert antwortete ihr, bevor er Mandy ins Zimmer folgte.

"Warte doch und lass dir helfen", sagte er als er ins Zimmer kam, und sich Mandy mit letzter Kraft versuchte aus dem Rollstuhl ins Bett zu ziehen.
"Nimm deine Hände von mir", zischte sie ihm wütend an.
Mit aller Kraft versuchte sie sich Halt zu verschaffen, musste aber einsehen das sie die nicht hatte, als sie sich auf dem Boden sitzend wieder fand.
"So eine verfluchte Scheiße!"
Robert packte sie auf seine starken Arme und legte sie ins Bett.
"Danke."
"Manja kommt übrigens morgen um 15 Uhr", sagte er noch im rausgehen. Dann fiel die Tür ins Schloss und Mandy war allein. Mal wieder.

Es war jetzt 14:45 und Manja würde gleich hier sein. Nervös lag Mandy im Bett und zupfte an ihrer Decke. Dann ging mit einem Schwung die Tür auf, und niemand anderes als Robert stand im Türrahmen.
"Erschreck mich doch nicht so!"
"Willst du etwa so deine Freundin begrüßen?" Entsetzt sah er sie an.
Als sie an sich runtersah, musste nun auch Mandy einsehen, das ihr Aufzug nicht gerade der Beste war.
"Kannst du mir schnell helfen, was anderes an zu ziehen?" fragte sie ihn mit flehenden Augen. Er atmete tief ein.
"Aber nur weil du es bist", sagte er schmunzelnd und zwinkerte ihr zu.
Schnell holte er eine Jeans und ein Shirt aus dem Schrank, dann half er Mandy beim anziehen der Sachen. Gerade als sie in den Rollstuhl gesetzt wurde klopfte es an der Tür.
"Das war aber in letzter Sekunde", sagte er leise und grinste. Erst da bemerkte Mandy seine blauen Augen zum ersten Mal. Sofort musste sie an Nicky denken, und machte ein trauriges Gesicht.
Die Tür ging auf, und eine junge Frau mit kurzen roten Haaren und einem kleinem Blumenstrauß betrat das Zimmer.
"Mandy?" fragte sie etwas schüchtern und sah zu dem Mädchen im Rollstuhl. Das Mädchen nickte ihr zu. Robert räusperte sich kurz, dann verließ er das Zimmer.

"Ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr hier", rief Georgina vergnügt, und fiel Nicky um den Hals. Dann gab sie ihm einen Kuss und drückte ihn zärtlich an sich.
Nicky blickte von den Klippen auf den Ozean hinaus.
"Was hast du?" fragte sie, als sie bemerkte, wie still er plötzlich geworden ist.
"Ach nichts", log er, und sah stur geradeaus.
"Sag mal Nicky. Kommt Mandy diesen Sommer gar nicht her?"
Das war zu viel für ihn. Schnell drehte er sich um und rannte weg. Er rannte weg von Georgina und von den schmerzhaften Erinnerungen an den letzten Sommer.
An dieser Klippe hat er immer mit ihr übers Wochenende gezeltet. Er rannte immer weiter, als ob er dadurch den Erinnerungen an sie davon laufen könnte. Tränen liefen über sein Gesicht, er bekam Seitenstechen, aber er rannte immer weiter.
Als er zu Hause ankam stürzte er in sein Zimmer, und ließ sich weinend auf sein Bett fallen.
Er griff auf seinen Nachttisch, nahm das Bild in seine Hand und starrte es an. Dann gab er der abgebildeten Person einen Kuss, und legte das Bild neben sich.
"Ich liebe dich", flüsterte er erschöpft und schlief ein.
Mandy lachte ihm vom Foto glücklich entgegen.

"Vermisst du deine Heimat noch oft?"
Mandy und Manja verstanden sich prima. Erst hatte Mandy große Angst ihr von der Krankheit zu erzählen, aber dieses Gefühl der Unsicherheit und Panik verflog schnell.
Beide hatten das Gefühl sich schon eine halbe Ewigkeit zu kennen.
"Wenn ich nicht hier abhängen müsste, dann würde ich mit meinem Cousin jetzt Dublin unsicher machen", sagte sie verträumt und musste wieder an Nicky denken.
"Warst du denn schon mal in Irland, Manja?"
"Ja. Es ist ein umwerfend tolles Land. Ich würde sofort dort hinziehen, wenn ich die Möglichkeit hätte."
"Wo warst du denn überall?"
"Dublin ist immer dabei. Diese Stadt kann ich mir nie entgehen lassen. Vor allem nicht Temple Bar." Beide mussten kichern.
"Die Cliffs of Moher kennst du mit Sicherheit auch. Ein traumhaftes Naturschauspiel." Manja seufzte.
"Richtig begeistert war ich auch von Glendalough und Donegal."
Mandy hörte ihrer Freundin begeistert zu. Noch nie hatte sie jemanden getroffen, der so von Irland schwärmte, obwohl er nicht von der Insel kam.
Die beiden unterhielten sich noch eine halbe Ewigkeit über alles mögliche.
"Tut mir leid euch zu stören", hörten sie plötzlich eine männliche Stimme. Robert stand in der Tür und lächelte ihnen freundlich entgegen.
"Ich sag das zwar nie gern, aber die Besuchszeit ist leider vorbei." Dann verschwand der braune Lockenkopf wieder aus der Tür.
Mandy und Manja umarmten sich herzlich.
"Kann ich dich morgen wieder besuchen?"
"Gern. Ich würde mich riesig freuen."
Dann verabschiedete sich Manja und ging. Auf dem Gang entdeckte sie den Pfleger, der gerade im Zimmer war, und steuerte direkt auf ihn zu.
"Ähm...entschuldigen sie bitte", sprach sie ihn an. Ruckartig drehte er sich um.
"Ja?"
"Kann ich sie mal was wegen Mandy fragen?"
"Klar doch. Was wollen sie wissen?"
Dann fragte sie ihn über den Cousin von Mandy aus.

6 Monate später

In 4 Wochen würde Mandy 17 werden.
Ihr Gesundheitszustand hat sich drastisch verschlechtert, und sie war in den letzten 6 Wochen nicht mehr aus dem Bett gekommen.
Manja besuchte ihre Freundin fast täglich. Zwischen den beiden jungen Frauen hat sich eine wunderbare Freundschaft entwickelt.
"Hey", sagte Mandy schwach, als sie Manja ins Zimmer kommen sah.
"Na du Schlafmütze? Wie geht es dir?"
Sie lächelte schwach.
"Es ging mir auch schon besser."
Manja setzte sich zu ihr ans Bett.
"Kannst du mir was versprechen, Manja?"
"Wenn es sein muss."
"Wenn ich sterbe, dann möchte ich gern in Irland begraben werden. Das ist mein letzter Wunsch. Mehr will ich nicht."
"So schnell stirbst du schon nicht", munterte sie ihre Freundin auf und senkte schnell ihren Blick, damit man die Tränen nicht sah, die ihre Augen füllten.

3 Monate später

"Wir haben versucht dich an zu rufen, aber dein Handy war ständig aus!"
Nicky saß weinend auf der Couch, als er die Nachricht erhielt.
"Wann...wann ist sie ..." Er konnte den Satz nicht beenden. Seine Mum nahm ihn fest in die Arme.
"Sie ist gestern eingeschlafen."

Mandy wurde 17 Jahre alt, als sie die Augen für immer schloss.
Weinend hielt ihre Mum ihre Hand.
"Nein! Nein! Mandy!" rief sie immer wieder.
Manja nahm sie in ihre Arme.
"Was mach ich jetzt nur ohne sie?" schluchzte sie immer wieder.
Manja wußte nicht ob es ein richtiger Zeitpunkt war, aber sie fragte trotzdem.
"Kannten sie den letzten Willen ihrer Tochter?"
Sie schüttelte weinend den Kopf.
"Was wollte sie denn?"
"Sie möchte in Irland begraben werden."
"In Irland? Aber wieso denn?"
"Sie will wenigstens nach ihrem Tod nah bei Nicky sein", sagte Manja leise.
Sie wußte alles über Mandy und Nicky. Auch das sich die beiden näher standen, als es sonst bei Cousin und Cousine üblich war.

Die Beerdigung fand im engsten Kreis der Familie statt.
Manja wollte nicht dabei sein, aber Mandys Mutter hatte darauf bestanden.
Jetzt stand sie neben einem jungen blondhaarigen Mann, der ihr irgendwie bekannt vorkam. Er weinte fürchterlich, und war auch nicht von der jungen Frau an seiner Seite zu beruhigen.
Immer wieder schüttelte ihn ein neuer Weinkrampf.
Plötzlich erkannte Manja ihn. Es war Nicky, der Cousin von Mandy. Sie hatte ihn einmal auf einem Foto gesehen, das Mandy immer bei sich trug.
2 Tage nach der Beerdigung flog Manja zurück nach Deutschland und ließ die letzten Monate Revue passieren.

Im November 1998 hatte Nicky endlich einen Termin zum vorsingen. Da suchten drei Typen aus Sligo noch Verstärkung für eine Boyband.
Kurz bevor er an der Reihe war musste er lächeln.
‚Ich kann es mir einfach nur nicht vorstellen wie du da oben stehst, und mit dem Hintern wackelst’. Noch immer hörte er Mandys Stimme.
"Byrne?"
"Häh? Ja, das bin ich", sagte er, und ging in den Raum wo das Vorsingen stattfand.
Der Raum war leicht abgedunkelt, und er sah inmitten des Raumes einen Tisch stehen, an dem 3 junge Kerle saßen, die ihn gespannt anstarrten.
"Was singst du?" fragte ihn ein blonder Typ, und sah fast durch ihn durch.
"Ähm, Seasons in the sun" sagte er aufgeregt. Dann legte er los.
Alle 3 steckten die Köpfe zusammen und tuschelten, als Nicky fertig war.
"Wir melden uns bei dir", sagte der blonde Typ wieder. Dann durfte Nicky gehen.
"Ähm, hallo?"
Nicky wirbelte herum.
"Kannst du bitte...", der Blonde sah auf den Zettel, "Bryan McFadden rein schicken? Danke!"
Nicky ging raus und rief den Namen.
Ein großer, etwas pummeliger, blonder Typ in einem Hawaii-Hemd sprang auf, starrte Nicky an und rannte ihn fast um, als er in den Raum sprintete.
Nicky musste sich ein Lachen verkneifen.
‚Der Typ hat doch nicht alle Latten am Zaun’, dachte er nur und trottete nach Hause.

3 Wochen später bekam Nicky einen Anruf von einem gewissen Louis Walsh. Er wurde zu einem Treffen in sein Büro eingeladen. Alles weitere würde er vor Ort erfahren.
Völlig aufgeregt fuhr er zum Büro von diesem Mr. Walsh und sagte der Dame an der Rezeption sein Anliegen. Diese lächelte ihn nur an und nahm den Telefonhörer in die Hand.
"Mr. Walsh, ihr 2 Uhr-Termin ist da. Soll ich ihn zu ihnen rein schicken?"
Die Frau nickte und legte dann den Hörer wieder auf. Dann sah sie Nicky an.
"Sie werden bereits erwartet, Mr. Byrne", sagte sie freundlich zu ihm, und führte ihn in das Büro von Louis Walsh.
Als er das Büro betrat sah er drei bekannte Gesichter. Es waren die 3 Männer vom Casting.
"Hallo! Ich bin Shane Filan", stellte sich ein braunhaariger Mann ihm vor.
"Das dort ist Kian Egan", sagte Shane und zeigte auf den Mann, der es sich im Sessel bequem gemacht hatte.
Bevor er den dritten im Bunde vorstellen konnte, wurde noch einmal die Tür zum Büro aufgerissen.
Dort kam nun auch der fünfte im Bunde herein. Nicky erkannte ihn sofort wieder. Wie konnte man auch einen Typen vergessen, der in einem Hawaii-Hemd zu einem Vorsingen kam?
"Also noch mal von vorn", bemerkte Shane seufzend.
"Ich bin Shane Filan." Er gab Bryan die Hand und lächelte ihn freundlich an.
"Ich bin Kian Egan", sagte Kian zu den beiden, machte sich aber nicht die Mühe auf zu stehen, sondern hob zum Gruß nur kurz die Hand.
"Mark Feehily", sagte der dritte etwas zurück haltend.
"Nett euch kennen zu lernen. Ich bin Nicky. Nicky Byrne." Er nickte allen freundlich zu.
"Mich kennt ihr ja bereits", sagte Bryan und ließ sich auf das Sofa plumpsen, genau zwischen Shane und Mark, die ihn einen nicht gerade freundlichen Blick zu warfen.
"Na das kann ja heiter werden", hörte man Louis seufzen.

"Wo bleibt denn dieser McFadden schon wieder?" Kian hasste nichts mehr auf der Welt als Unpünktlichkeit.
"Reg dich ab Kian, er wird gleich kommen", beruhigte Nicky ihn. Kurz darauf erschien Bryan etwas außer Atem im Tonstudio.
"Bryan!" rief Louis. "Du bist die Woche schon zum fünften Mal zu spät gekommen. Dabei haben wir gerade mal Mittwoch."
"Na dann hätte ich mir ja noch Zeit lassen können. Das ist neuer persönlicher Rekord."
Louis Gesicht färbte sich bedrohlich rot, und die Ader auf seiner Stirn fing an gefährlich schnell zu pochen.
"Oops. Da hat aber jemand mächtig Ärger", kicherte Kian schadenfroh, und ließ sich auf die Couch fallen, damit er auch alles genauestens mit bekam.
"Verpiss dich Egan", fauchte Bryan ihn an. Die beiden waren nicht gerade die besten Freunde, und das demonstrierten sie auch jeden Tag aufs Neue.
"Kriegt euch schnell wieder ein. Bryan du musst zur Aufnahme", mischte sich Nicky schnell ein, um einen Streit zu verhindern.
Bryan stand auf und trottete in den Aufnahmeraum.

Gespannt saßen Bryan, Kian, Mark, Nicky und Shane im Büro von ihrem Manager Louis.
"Wisst ihr was der schon wieder will?" fragte Bryan die anderen vier. Sie zuckten mit den Schultern. "Keine Ahnung", sagten sie alle gleichzeitig.
Plötzlich kam ein aufgeregter Louis ins Büro gestürmt.
Er setzte sich an den Schreibtisch und grinste die fünf an.
"Wir haben es geschafft!" rief er fröhlich.
"Was haben wir geschafft?" fragte Kian.
"Ihr seid mit eurer ersten Single auf 1 eingestiegen!"
Alle sahen sich für ein paar Sekunden fragend an. Dann gab es kein Halten mehr. Sie sprangen auf, umarmten sich und klopften sich gegenseitig auf die Schultern. Durch ein lautes PLONG wurden sie kurz zu Ruhe gebeten, dann kreischten sie weiter um die Wette, während Louis die Gläser mit Champagner füllte.
Sie stießen auf den Erfolg an und begossen dieses Ereignis ordentlich. Nur Nicky wirkte etwas nachdenklich.

Allein und einsam saß Manja in ihrem Wohnzimmer. Sie packte ihren Laptop aus, und wollte etwas chatten. Vielleicht lernt sie ja jemand nettes kennen. Mandy hatte sie ja auch so kennen gelernt.
Sie lächelte, als sie auf das Bild an ihrer Wand schaute. Dort war sie zu sehen, wie sie Mandy ganz fest im Arm hielt. Mandy sah so glücklich aus. Wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, das sie 5 Monate später tot sein würde?
Schnell ging sie ins Internet, um sich etwas abzulenken.
"Hier sind mal wieder nur Idioten unterwegs", stellte sie nörgelnd fest, und wollte gerade den Chatraum verlassen.
Adam: >>Hi!<<
Manja: >>Hi<<

Adam: >>Bist du oft in dem Chat?<<
Manja: >>Seit kurzem wieder.<<

Adam: >>Jetzt bin ich aber neugierig geworden. Warum erst seit kurzem wieder?<<
Manja: >>Ist was sehr persönliches. Ich möchte nicht darüber reden.<<

Adam: >>Ich erzähle es auch nicht weiter.<<
Manja: >>Trotzdem. Sorry.<<

Dann verließ sie den Chat.
"Blöder Ochse", sagte sie lachend, "Aber doch irgendwie nett."
Sie schaltete ihr Laptop aus und ging zu Bett.
Sie wachte mitten in der Nacht auf und konnte nicht mehr einschlafen. Als sie feststellen musste das im Fernseher nichts lief, ging sie einfach noch einmal ins Internet.

Adam: >>Kannst du auch nicht schlafen?<<
Manja: >>Nicht wirklich, nein.<<

Adam: >>Kann ich vielleicht den Grund dafür erfahren?<<
Manja: >>Ich hab vor 2 Jahren meine beste Freundin verloren.<<

Adam: >>Ist sie weg gezogen?<<
Manja: >>Nein. Gestorben.<<

Adam: >>Tut mir leid. War sie krank?<<
Manja: >>Warum willst du das wissen?<<

Adam: >>Ich hab vor 2 Jahren auch jemanden verloren. Meine Cousine ist an Krebs gestorben. Sie war gerade mal 17.<<

Manja schluckte. 'Nein, er heißt ja Adam’, beruhigte sie ihre wilden Gedankengänge.

Manja: >>Meine Freundin hatte auch Krebs. Sie war auch noch sehr jung.<<

Adam: >>Jeden Tag muß ich an sie denken. Sie fehlt mir unheimlich, weißt du.<<
Manja: >>Du kannst sie wenigstens immer am Grab besuchen wenn dir danach ist. Ich hab dieses Privileg nicht.<<

Adam: >>Wieso?<<
Manja: >>Da sie Irin war wollte sie in Irland beerdigt werden. Das war ihr letzter Wille.<<

"Das...nein...das ist unmöglich", stotterte Nicky, und starrte auf den Bildschirm seines Computers.

Manja: >>Bist du noch da?<<
Adam: >>Ja. Bin noch hier. Wo ist sie denn begraben?<<

Nicky hielt den Atem an. Mit weit geöffneten Augen starrte er wieder auf den Bildschirm, dann verließ er den Chat.

4 Monate später

Bryan, Kian, Mark, Nicky und Shane, besser bekannt als Westlife hatten mehr Erfolg als sie sich jemals erträumt hatten. Nicht nur das ihr Song "Flying without wings" zum Song des Jahres 1999 gekürt wurde. Nein, ihre fünfte Single schaffte wieder auf Anhieb den Sprung von Null auf Eins.

Manja lag gelangweilt vor ihrem Fernseher, als es an ihrer Tür klingelte. Als sie die Tür öffnete grinsten ihr auch schon Jenny, Matze und Nadine entgegen.
"Was wollt ihr denn hier?"
"Na, hallo erst mal", sagte Matze, und umarmte ihre Freundin.
Jenny schmiss ihr einen Reisekatalog entgegen. "Schon vergessen?"
Jetzt fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.
Die 4 Freundinnen wollten im nächsten Sommer nach Irland fliegen.
Als sie sich alle begrüßt hatten machten sie es sich im Wohnzimmer bequem.

"Habt ihr schon mal dieses Lied hier gehört? Das ist der absolute Wahnsinn", sprang Matze plötzlich auf, und schmiss Manjas Anlage an und legte eine CD ein.
Dann hörte man die ersten Takte von "My Love".
"Na ja", meldete Manja sich zu Wort. "Typisch Boyband-Kram halt."
"Hast du das Video dazu schon mal gesehen?" Matze war kaum noch zu beruhigen. Auch Nadine und Jenny schienen von dieser Band völlig begeistert zu sein.
"Das Teil läuft auf MTV rauf und runter. Schalt doch mal ein", sagte Nadine, und riss Manja fast die Fernbedienung aus der Hand.
"Hey, ganz langsam, ja. Ihr seid ja völlig aus dem Häuschen", bemerkte sie trocken.

"Ah!" schrie Matze und zeigte auf den Fernseher. "Das sind die 5!" Manja sah sich das Video an.
Dann ließ sie vor Schreck die Fernbedienung fallen.
"Super Song, oder?" fragte Jenny, und klopfte ihr auf die Schulter. Manja starrte auf den Mann mit den halblangen blonden Haaren und blauen Augen.
"Ist der nicht knuffig", rief Matze, als ein braunhaariger Mann mit einer sinnlichen Unterlippe und blauen Augen singend am Strand stand.
Matze kroch fast in den Fernseher, als der Kerl auch noch anfing zu lächeln.
Manja starrte noch immer auf den Fernseher.
"Huhu! Hallo!" Nadine fuchtelte mit ihrer Hand vor Manjas Gesicht herum.
"Häh? Was?"
"Wie du das Video und den Song findest?"
"Geht so. Das Video ist ganz nett, aber der Song doch zu schmalzig."
"Dafür hast du aber ganz schön auf das Bild gestiert, Süße", meldete sich Jenny zu Wort.
"Ich dachte nur...ach ist ja auch egal." Schnell schob sie den Gedanken zur Seite, aber er sollte sie noch eine ganze Weile verfolgen.

"Guten Morgen!"
Jenny kam unter ihrer Bettdecke hervor gekrochen und rieb sich die Augen. Dann streckte sie sich. Im nächsten Augenblick hatte sie den Arm von Matze im Gesicht, die sich ebenfalls streckte.
"Aua!" rief plötzlich eine Stimme von unten, als Jenny auf Manjas Hand getreten war, als sie zur Toilette wollte. Nur Nadine war noch am pennen.
"Wer holt Brötchen?", fragte Matze, und zog die Bettdecke bis unter die Nase.
"Ich nicht", murmelte etwas aus dem Hinterhalt.
"Madame ist wieder unter den Lebenden", gähnte Jenny, die jetzt in der Tür stand.
Manja zog sich schnell etwas drüber und ging zum Bäcker um die Ecke.
Als sie zurück kam, lagen alle 3 wieder im Bett und diskutierten, wer denn von Westlife die beste Stimme hat.
Leicht genervt verdrehte sie die Augen und kochte erst einmal Kaffee. Den brauchte sie jetzt ganz dringend.

Als sie den Fernseher einschaltete lief, wie sollte es auch anders sein, "My Love". Schnell schob sie eine Kassette in den Videorecorder und zeichnete den Song auf. So konnte sie sich ihn später noch einmal in Ruhe ansehen, und ganz besonders einen Typen genauer unter die Lupe nehmen.
"Frühstück!" rief sie in Richtung Schlafzimmer und sprang schnell aus dem Weg, als Matze, Nadine und Jenny eine kleines Wettrennen veranstalteten.
"Der Sessel gehört mir!", schrie Matze und war mit einem Sprung auf der Lehne. Dann ließ sich in ihn hinuntergleiten und atmete tief ein und aus.
"Geschafft", murmelte sie und grinste siegessicher. Manja gesellte sich zu den 3 verrückten Hühnern und sie schlugen sich die Bäuche voll.

Adam: >>Lange nichts mehr von dir gelesen. Wie geht es dir?<<
Manja: >>Ganz gut. Und dir?<<
Adam: >>Kann mich nicht beklagen. Wo wohnst du eigentlich?<<
Manja: >>Ist schon komisch, oder? Da kennen wir uns nun schon eine ganze Weile, aber wissen eigentlich doch nichts voneinander.<<

Adam: >>Das können wir ja ändern Fang an, schließlich war es dein Gedanke.<<
Manja: >>Ich wohne in Berlin, bin 21 Jahre und versuche gerade meinem Traum als Choreographin etwas näher zu kommen. Und du?<<

Adam: >>Ich bin 21, komme aus Dublin und bin aus beruflichen Gründen viel unterwegs.<<
Manja: >>Dublin ist eine tolle Stadt. War schon mehrmals dort. Was machst du denn beruflich, wenn ich mal fragen darf?<<

Adam: >>Ich versuche mich als Sänger, wenn ich es mal so ausdrücken darf.<<
Manja: >>Und schon Erfolg gehabt?<<

Adam: >>Kann man so sagen. Aber reden wir wieder von dir. Hast du vor ins Ausland zu gehen um Choreographin zu werden?<<
Manja: >>Darüber habe ich mir eigentlich noch keine Gedanken gemacht. Ich muß erst einmal selbst zu mir finden, bevor ich meine Zukunft plane. Das Leben kann so schnell vorbei sein.<<

Adam: >>Du vermisst deine Freundin sehr, oder?<<
Manja: >>Ja. Obwohl wir uns gar nicht so lange kannten. Wir hatten uns ja im Chat kennen gelernt, wie ich schon mal erwähnte. Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnern kannst.<<

Adam: >>Ja, ich erinnere mich.<<
Manja: >>Neulich habe ich einen jungen Mann im Fernsehen gesehen und dachte ich kenne ihn, aber ich hatte mich wahrscheinlich nur geirrt. Meine Freundin hatte zwar immer ein Foto von ihrem Cousin dabei, aber ich habe nur kurz auf das Bild geschaut, als sie es mir damals zeigte.<<

Nicky konnte nicht glauben was er dort gerade las. Sollte er wirklich jemanden getroffen haben, der Mandy kannte?

Adam: >>Du sei mir nicht böse, aber ich muß wieder. Hab morgen ein paar Termine und muß fit sein. Ich hoffe wir treffen uns bald mal wieder im Chat.<<
Manja: >>Kein Problem. Schlaf gut und viel Erfolg bei deinen Terminen, was immer es auch ist. Bis bald, Adam.<<
Adam: >>Eigentlich heiße ich ja Nicholas, aber alle nenne mich Nicky. Adam ist nur eine weiterer Vorname von mir. Bis bald, Manja.>>

Manja aber war schon aus dem Chat verschwunden, so daß sie diese Nachricht nicht mehr erhielt.

Es war ein heißer Tag im August, und Manja, Matze, Nadine und Jenny standen am Schalter 4 auf dem Flughafen Tegel.
Matze summte ständig mit den Songs mit, die sie per Kopfhörer ins Ohr geballert bekam. Manja rempelte sie an.
"Was hörst du denn da?"
"Na was wohl", mischte Jenny sich ein, und gab Manja einen ihrer Kopfhörer ab.

Try again, never stop believing
Try again, don’t give up on your love
Stumble and fall is the heart of it all
So when you fall down, just try again

"Und, wer singt das nun?” sah sie Jenny fragend an. Sie kramte in ihrer Tasche und knallte Manja eine CD-Hülle in die Hand.
"Die da", rief sie, und steckte sich den zweiten Kopfhörer wieder ins Ohr.
Manja schaute auf das Cover der CD. Dort stand in großen weißen Buchstaben auf hellblauem Hintergrund WESTLIFE, und man sah die 5 Mitglieder der Band etwas verpeilt vom Cover schauen.
‚Das...nein...das kann nicht sein’, schoss es ihr durch den Kopf. Schnell nahm sie das Booklet aus der Hülle und blätterte darin. Bei Nicky stoppte sie und starrte das Bild an.
"Ach du heiliger Strohsack", sagte sie etwas lauter, und der junge Mann vor ihr drehte sich entgeistert zu ihr um.
"Sie meinte ich nicht", blaffte sie ihn etwas unfreundlich an, entschuldigte sich aber gleich wieder darauf.
Sie las sich den Text neben Nicky durch, und hielt sich die Hand vor den Mund, als ob sie etwas schreckliches erfahren hätte.
"Alles klar mit dir?" fragte Jenny. Manja nickte stumm und las sich die Zeilen noch einmal durch.
And finally I dedicate this album to my late cousin Mandy, whom we tragically lost earlier this year. Mandy, not a day passes that we don’t think or speak of you or ask that famous question, why? You know Mandy, people say time will heal, but I simply don’t believe anything can ever heal the pain caused by your absence. Watch us and guide us Mandy, keep us safe, your memory will never be forgotten. I love you!

Mit zitternden Händen stieg sie ins Flugzeug und setzte sich auf ihren Platz.
"Was hast du denn plötzlich?" fragte Nadine besorgt. Sie sah Manja an, die der Schweiß auf der Stirn und Tränen in den Augen standen.
"Ich...ich hab ein kleines bisschen Flugangst. Das geht gleich wieder weg", log sie ihre Freundin an. Dann vergrub sie sich ganz weit in ihren Sitz, nachdem sie sich angeschnallt hatte.

Matze kam von der Toilette gestürzt und rannte zu ihrem Platz.
"Ihr glaubt ja nicht, wer in der Maschine ist", quietschte sie aufgeregt, und sah abwechselnd ihre drei Freundinnen an.
"Na, wer?" bohrte Jenny nach.
Matze kramte im Rucksack und hielt eine CD hoch.
"Oh mein Gott", kam es aus Nadines und Jennys Mund gleichzeitig. Dann begann die Rangelei, wer als nächster auf Toilette ging. Manja war das zu dumm, und sie stand auf und ging als nächstes zur Toilette.

"Sie zu erst", sagte eine freundliche Stimme, und Manja blickte auf. Fast hätte sie der Schlag getroffen.
Vor ihr stand ein großer, gut aussehender Mann mit blonden kurzen Haaren, die von allen Richtungen seines Kopfes abstanden. Er hatte wunderschöne blaue Augen wie Manja feststellte, und ein kleines süßes Grübchen am Kinn.
Manja lächelte ihn an, und ging dann in die Toilette. Der Mann wartete geduldig vor der Tür, als er zwei junge Mädchen entdeckte, die ihn fassungslos anstarrten.
Er drehte sich nach links und rechts um, um sicher zu gehen, dass er das Objekt der Begierde zu sein schien. Dann zwinkerte er den beiden zu und winkte sie zu sich.

Nadine gab Jenny einen kleinen Stups in die Seite und machte komische Kopfbewegungen in Richtung der Toiletten. Jenny blieb auf der Stelle stehen, und beide starrten ihn an.
"Hat der uns grad zu sich gewunken?" flüsterte Jenny und starrte weiterhin zu dem Mann an den Toiletten. Langsam setzten sich die beiden in Bewegung und blieben kurz vor dem Mann stehen.
"Hi!", grüßte er die beiden Mädchen, und gab ihnen die Hand.
"Wie heißt ihr? Ich brauch mich ja sicher nicht mehr vorstellen, oder?" fragte er grinsend.
"Ich heiße Jenny, und das hier ist meine Freundin Nadine. Du bist Bryan von Westlife, oder?"
Er nickte, und trat ungeduldig von einem Bein aufs andere.
"Was machst du denn so lange auf dem Klo, Bry?" fragte eine Stimme hinter ihm.
Nadine wurde immer blasser im Gesicht, denn hinter Bryan kam Shane zum Vorschein.
"Darf ich dir Jenny und Nadine vorstellen?"
Shane gab ihnen freundlich die Hand und lächelte sie an.
Dann kam Manja aus der Toilette gestolpert, und wäre fast über Jennys Fuß gefallen, wenn Bryan sie nicht noch rechtzeitig aufgefangen hätte.
"Alles klar?" fragte er. Sie nickte und lächelte Bryan kurz an. Dann ging sie zu ihrem Platz, und Bryan konnte endlich seine Blase leeren.

Manja ließ sich auf ihren Sitz fallen, und starrte aus dem Fenster.
"Wo sind denn Nadine und Jenny?" drehte sich Matze fragend um.
"Die unterhalten sich gerade mit irgendwelchen Typen. Keine Ahnung wer die sind", sagte sie, und fuhr sich mit beiden Händen über ihr Gesicht und gähnte anschließend.
"Oh mein Gott", hörte sie Matze nur, dann war ihre Freundin verschwunden.

In London angekommen, hieß es auch schon ab in den nächsten Flieger Richtung Dublin.
"Kommt ihr endlich? Wir haben nicht den ganzen Tag...", dann verstummte Manja plötzlich.
Sie starrte einem Mann in die Augen, der ebenfalls in ihre starrte. Manja erkannte ihn aus dem CD-Booklet. Es war dieser Nicky.
Nervös zupfte sie an ihrem Rucksack rum, als der Typ vom Klo direkt auf sie zu kam.
"Kann ich vielleicht noch deinen Namen erfahren?" Er sah sie mit seinen blauen Augen fast flehend an.
"Und dann?" Manja biss sich auf die Unterlippe.
"Entschuldige. Ich heiße Manja. Und du?"
"Du kennst mich nicht?"
Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie ihn an.
"Müsste ich dich denn kennen?"
"Eigentlich nicht, aber ich dachte da deine Freundinnen mich und meine Kumpels kennen...aber ist ja auch egal. Ich heiße Bryan." Freundlich streckte er ihr seine Hand entgegen. Manja schüttelte sie kurz, dann wandte sie sich wieder Jenny, Matze und Nadine zu. Sie stieß einen schrillen Pfiff aus, und jeder in der Flughalle bleib augenblicklich stehen, und starrte Manja an. Bryan hatte sich sogar die Ohren zu halten müssen, so sehr schallte das hier.
Mit hochrotem Kopf winkte sie ihre Freundinnen zu sich und machte sich dann auf zum Flugsteig, von wo sie dann weiter nach Dublin fliegen sollten.
Bryan wich nicht von ihrer Seite.
"Sag mal hab ich Klebstoff gefressen, oder warum klebst du mir ständig am Hintern?"
Ein blonder Typ, der sich zu Bryan gesellt hatte, schüttete sich aus vor lachen, als er den Gesichtsausdruck von ihm sah. Manja schaute ihn kurz an, dann war auch dieser ruhig.
"Und was hast du für ein Problem?" fragte Manja ihn, und blieb stehen, um sich nach ihren Freundinnen um zu sehen. Gerade als sie noch mal einen Pfiff ausstoßen wollte, hielt sich Bryan die Ohren zu, und kniff die Augen zusammen. Als er nichts hörte öffnete er seine Augen vorsichtig und nahm die Hände vom Kopf, und Manja grinste ihn dann. Bevor er reagieren konnte schallte auch schon wieder ein Pfiff durch die Halle, und Manja sah ihre Freundinnen nicht sehr begeistert an.

Als dann nun auch der Letzte saß, konnte das Flugzeug mit 10 Minuten Verspätung starten.
"Die hat was, Kian. Die Frau hat echt was", flüsterte Bryan seinem Kumpel zu, als er hinter dem Vorhang durch einen kleinen Spalt Manja beobachtete.
"Wer dich sprachlos stehen lässt scheint echt was zu haben", begann Kian. Doch bevor er weiterreden konnte, klopfte ihm ein anderer junger Mann auf die Schulter.
"Über wen redet ihr denn?" fragte er die beiden.
Bryan deutete in die Richtung von Manja.
"Die hat was, Nicky. Die Frau hat was", erzählte Bryan nochmals.
"Kennst du ihren Namen?" fragte Nicky. Als Bryan ihm den Namen nannte, starrte Nicky ihn ungläubig an.
"Wie, hast du gesagt, heißt sie? Manja?"
Bryan nickte und drehte sich wieder zu ihr. Aber wo war sie nur? Er suchte alles genauestens mit seinen Augen ab, er konnte sie aber nirgends entdecken.
"Pfeif doch mal, vielleicht hört sie das", scherzte Kian, und alle brachen in schallendes Gelächter aus, bis auf Nicky. Er grübelte die ganze Zeit über die Frau mit den kurzen roten Haaren nach, die auf dem Weg nach Dublin war.

Sie stand sehr früh auf, und schlich sich aus dem Zimmer, damit sie Jenny nicht weckte, mit der sie sich ein Zimmer teilte.
"Good morning, Miss", grüßte die Dame an der Rezeption freundlich, als Manja auf dem Weg nach draußen war.
"Good morning", antwortete sie kurz, und machte sich dann auf den Weg. Sie hatte Jenny einen Zettel hinterlassen, damit sie Bescheid wußte, und sich die drei nicht unnötig Sorgen machten, wenn sie nicht bis zum Abend zurück war.

Sein Schädel brummte und drohte zu explodieren vor Schmerzen. Nicky stolperte in die Küche, und griff im Küchenschrank nach den Aspirin. Schnell drückte er zwei Tabletten aus der Packung, und spülte sie mit einem Glas Wasser seine Kehle hinunter.
Dann setzte er sich Kaffee an.
"Wer dieses Getränk entdeckt hat, hat einen Orden verdient", murmelte er in sich hinein, und drückte auf den Knopf der Kaffeemaschine.
Als er sich zum Kalender drehte und das Datum sah, verbesserte das nicht gerade seine Laune. Es war der 14. September, der Todestag seiner Cousine Mandy.
Lange starrte Nicky auf das Datum, dann ging er sich anziehen. Wie war er doch froh, das sie heute einen freien Tag hatten. Er hätte heute nichts gescheites zustande gebracht.

Manja stand auf einer Klippe, und der Wind blies ihr ins Gesicht. Wie oft hatte ihre Freundin ihr von diesem wunderbaren Ausblick vorgeschwärmt. Nun konnte sie sich selbst von diesem einmaligen Ausblick überzeugen.
"Hier hast du also immer mit Nicky gezeltet", sagte sie leise und lächelnd zu sich, als sie sich in das noch feuchte Gras setzte. Sie zog die Beine ganz nah an ihren Körper, und umschloss sie mit den Armen. Dann atmete sie die frische Meeresluft tief ein, und seufzte beim ausatmen.

Nicky stieg in seinen schwarzen BMW und fuhr in Richtung Friedhof. Er hatte Mandy ja so viel zu erzählen.
Als er das Radio einschaltete lief gerade ein alter Hit von Barry Manilow, "Mandy". Mit Tränen in den Augen sang er den Song mit.
...looking in their eyes
I see the memories
I never realized how happy you maybe…
Er wischte sich die Tränen aus den Augen, dann wechselte er schnell den Radiosender.

Langsam beugte sie sich runter und streichelte über den Grabstein.
"Hi, Süße!", sagte sie mit tränenerstickter Stimme.
"Ich hab es endlich geschafft vorbei zu kommen. Es ist ja so viel passiert in den letzten Monaten. Daher weiß ich gar nicht, wo ich zu erst anfangen soll zu erzählen." Manja stockte der Atem.
"Ich vermisse dich so wahnsinnig, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Es ist jeden Tag schwerer für mich zur Arbeit zu gehen, da ich nicht weiß, ob ich wirklich den richtigen Job gewählt habe, um mir das Tanzstudium finanzieren zu können. Kannst du dich noch an Robert erinnern? Sicher kannst du dich noch an ihn erinnern. Wir arbeiten zusammen. Ja, ich hab eine freie Stelle auf der Krebsstation in der Charitè angenommen. Er ist wirklich sehr nett. Noch heute redet er fast jeden Tag von dir." Sie wischte sich eine Träne von der Wange.
"Dann glaub ich, das ich Nicky gesehen habe, aber ich kann nicht zu hundert Prozent sagen, ob er es auch wirklich war. Wenn er es gewesen ist, dann kann ich dir nur sagen, das sich sein großer Traum erfüllt hat. Wie sagtest du doch mal so schön? Du kannst dir beim besten Willen nicht vorstellen wie er auf einer Bühne steht, und mit dem Hintern wackelt." Sie musste lachen.
"Wie gesagt, wenn er es wirklich ist, dann macht er genau das. Er steht auf der Bühne and shake his bump. Seine Band heißt..." Sie dachte angestrengt nach, kam aber nicht auf den Namen. "West...West...irgendetwas mit West. Westside? Nein das war es nicht. Ich hab’s. Westlife. Genau. Sie heißt Westlife, die Band wo er seinen Hintern wackelnd auf der Bühne präsentiert." Manja hatte sich mittlerweile neben das Grab gesetzt und erzählte und erzählte.

Die Autotür plumpste mit einem lauten Knall zu, und Nicky drückte die Fernbedienung. Ein kurzes Piepen ertönte, und die Türen schlossen sich. Langsam lief er den langen Weg des Friedhofes lang. Als er gerade nach rechts abbog und zum Grab von Mandy gehen wollte, erblickte er sie.
"Was...", sagte er leise, und stellte sich hinter einen Busch. Er konnte die Frau leise reden hören, aber verstand nicht, was sie sagte. Leise schlich er sich näher zum Grab.
Woher kannte er nur ihr Gesicht? Dann fiel es ihm plötzlich ein. Es war die Frau aus dem Flugzeug, die einen großen Eindruck bei Bryan hinterlassen hatte. Aber was machte sie hier?
Schnell wich er hinter dem Strauch zurück, als sich die Frau umdrehte.
‚Hoffentlich hat sie mich nicht gesehen’, flehte Nicky in Gedanken, und lunschte wieder hinter dem Strauch vor. Er ging noch ein paar Schritte weiter, dann konnte er sie klar verstehen.

"Ich hab jemandem im Internet kennen gelernt; Mandy. Es war komisch, aber wir verstanden uns von Anfang super. Genau wie wir beide, als wir uns kennen lernten. Weißt du noch?" Sie musste lachen.
"Er kommt aus Dublin, ist 21 Jahre und heißt Adam. Auch er hat jemanden verloren. Seine Cousine starb ebenfalls an Krebs..."

Nicky schlug sich mit der flachen Hand auf den Mund. Was hat sie da gesagt? Er konnte nicht glauben, was er da hörte.

"Irgendwie hat mich das erst total schockiert, da es ja doch komisch ist, das auch er seine Cousine durch diese Krankheit verloren hatte. Ich scheuchte den Gedanken aber schnell beiseite. Wäre ja auch ganz schön dumm zu glauben, das ich deinen Nicky kennen gelernt hätte. Aber er heißt ja auch Adam, also hatte sich mein Gemüt schnell wieder beruhigt. Das wäre doch echt mehr als Schicksal. Meinst du nicht auch?"

"Das Schicksal wählt nicht umsonst manchmal den seltsamsten Weg, um zwei Menschen zueinander zu führen."
Erschrocken sprang sie auf und drehte sich um. Vor ihr stand der Typ vom Flughafen.
"Sie kannten sie?" fragte Nicky, und zeigte auf das Grab. Manja nickte und hatte das Gefühl jeden Moment umzukippen.
"Wer? Was?", stotterte sie, und blickte immer wieder zum Grab, und dann zu dem Mann vor ihr.
Langsam kam er auf sie zu.
"Ich glaube ich brauch mich nicht weiter bei dir vorzustellen, Manja", begann er, und stellte sich neben sie.
"Bitte?" entfuhr ihr es.
"Ich bin Adam. Ich meine, ich bin Nicky", stotterte er.
"Du bist...Nein das kann nicht sein."
In ihrem Kopf schwirrten tausende von Gedanken umher. Immer wieder starrte sie ihn an, bevor sie kopfschüttelnd wieder auf das Grab starrte.
"Kann ich dir bei einer Tasse Kaffee alles in Ruhe erklären?" fragte er sie freundlich, und sah Manja erwartungsvoll an.
Nickend hob sie ihren Rucksack auf, und dann ging sie mit Nicky zum Parkplatz.

Als Jenny aufwachte, fand sie neben ihr auf dem Kopfkissen einen Zettel vor. Sie rieb sich die Augen, streckte sich der Länge nach und gähnte. Dann nahm sie den Zettel und las ihn.

Hi Jenny!
Ich bin schon unterwegs, wenn du diesen Zettel liest. Seit mir bitte nicht böse, aber ich brauch heute einfach ein bisschen Ruhe. Da heute der 14. September ist, könnt ihr euch vielleicht denken, wieso.
Macht euch keine Sorgen um mich, ich komm zurecht. Wann ich zurück sein werde kann ich euch leider noch nicht sagen, aber ich versuche zum Abendbrot, aber spätestens um Mitternacht zurück zu sein.
Ich hab euch lieb, und danke für euer Verständnis.
Manja

Jenny wußte genau wohin ihre Freundin gefahren war. Jetzt konnte sie auch verstehen, warum sie gestern bei der Ankunft etwas komisch drauf war, und bei jeder Kleinigkeit fast ausgeflippt ist.
‚Sie muß ja eine tolle Freundin gewesen sein’, ging es Jenny nur durch den Kopf. Dann stand sie auf, und sprang unter die Dusche.
Beim Frühstück erzählte sie den anderen beiden von dem Brief.
"Na super. Und wer zeigt uns jetzt bitte Dublin?" fragte Matze, und biss leicht säuerlich in ihr Brötchen.
"Jetzt sei doch nicht gleich so angepisst. Ich kann Manja verstehen. Wann hat sie schon die Gelegenheit dazu mal wieder auf den Friedhof zu gehen, um ihre Freundin zu besuchen. Auch wenn das ziemlich bescheuert klingt", wurde sie gleich von Nadine zurecht gewiesen. Nun war Matze erst recht sauer.
"Oh man", maulte sie, und schmiss ihr Brötchen auf den Teller. Dann lief sie rauf in ihr Zimmer.

"Kommst du nun mit nach Dublin?" fragten Nadine und Jenny.
Matze nickte. Dann sah sie etwas betroffen zu Boden.
"Ich wollt euch nicht anpflaumen vorhin. Tut mir leid."
"Ist doch schon längst vergessen", sagte Nadine, und umarmte ihre Freundin. Dann machten sie sich zu dritt auf den Weg nach Dublin-City.

Schweigend saßen sie im Auto.
Manja schaute aus dem Fenster und sah nur eine grüne Landschaft, so weit das Auge reicht, an sich vorbei ziehen. Hier und da war mal ein bunter Klecks irgendeines Blumenstrauches zu entdecken. Oder vereinzelt sah man ein paar Schafe, die sich als weiße Flecken auf dem satten grün abzeichneten. Wie hatte sie doch diesen Anblick vermisst.
"Du hast sie also im Internet kennen gelernt?" unterbrach Nicky die Stille, die im Auto herrschte.
"Ähm...ja. Wir haben uns vom ersten Tag an sehr gemocht. Es kam mir vor, als ob wir uns schon ewig kennen würden." Wieder sah sie zum Fenster raus.
"Warst du...dabei? Ich meine...", Nicky stotterte herum und suchte nach den richtigen Worten.
"Sie ist nicht allein eingeschlafen, wenn du das wissen willst. Ihre Mutter und ich waren bei ihr, als sie..."
"Gut." Sagte er kurz, und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
Manja hätte schwören können, ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen gesehen zu haben.
Als Nicky vor einem kleinen Kaffee anhielt, stiegen beide aus, und gingen dann an einen Tisch und setzten sich.

"Ich kann nicht mehr. Ist es denn noch weit?" Matze zog Jenny hinter sich her.
"Nicht schlapp machen. Wir sind bestimmt gleich da. Stimmt’s Nadine?"
"Ich hab keine Ahnung", sagte Nadine, und studierte den Touristikführer, den sie in der Hand hielt.
"Das doofe College muß doch hier irgendwo sein?"
Matze und Jenny tauschte einen kurzen Blick aus, dann gingen sie zu Nadine.
"Kann ich euch vielleicht helfen?" fragte eine männliche Stimme hinter ihnen.
Die drei Mädels drehten sich ruckartig um.

"Na so ein Zufall! Haben wir uns nicht erst gestern im Flugzeug gesehen?" Bryan strahlte die Mädchen an.
"Wo ist denn die rothaarige?" fragte er vorsichtig nach.
"Manja hat was privates zu erledigen", sagte Jenny, und himmelte ihn an.
"Ähm...Kannst du uns vielleicht sagen, wie wir zum Trinity College kommen?" fragte Nadine ihn, und hielt ihm den Touristikführer fast unter die Nase.
"Das könnte ich tun, aber nur unter einer Bedingung."
Jenny, Matze und Nadine starrten ihn fragend an.
"Ich darf euer Stadtführer sein. Dann lernt ihr Dublin von allen Seiten kennen. Schließlich bin ich hier aufgewachsen."
Das ließen sich die Mädels natürlich nicht zweimal sagen, sondern stimmten seiner Bedingung sofort zu.
Bryan legte Matze und Jenny seine Arme auf die Schultern, dann zog er sie mit sich mit. Nadine trottete hinterher.

Als sie ihre Bestellung aufgegeben hatten, saßen sie noch einen Moment schweigend da.
"Du bist also Adam, ja?"
Er nickte ihr zu.
"Wieso hast du mir nie gesagt, das du Mandy kanntest?" fragte er plötzlich.
"Ich konnte ja nicht ahnen, daß du...ich meine ich hatte schon so ein komisches Gefühl im Magen, aber...wie konnte ich denn annehmen das du ihr Cousin bist? Ich kannte dich nur als Nicky."
"Als du mir erzähltest wo sie begraben wurde, wußte ich sofort wer du bist, aber ich weiß auch nicht, warum ich dich nie darauf angesprochen habe." Nicky spielte an dem weißen Tischtuch, und konnte ihr einfach nicht in die Augen sehen.
"Ich hatte mir eigentlich schon immer gewünscht dich endlich mal kennen zu lernen", sagte Manja plötzlich.
";Mandy hat immer so von dir geschwärmt. Es verging kein Tag, an dem wir nicht von dir redeten."
"Hat sie dir..."
"Keine Angst. Es bleibt unser Geheimnis", lächelte sie ihn an. Sie wußte genau was er sagen wollte.
"Ich habe sie geliebt, Manja. Ich liebe sie immer noch. Noch nie hat mich eine Frau so in ihren Bann gezogen."
"Du bist gerade mal 21 Nicky, da kommen mit Sicherheit noch einige Frauen, bei denen du genauso denkst."
Nicky schüttelte den Kopf. Er konnte sich das einfach nicht vorstellen. Bei Georgina hatte er nie solche Gefühle empfunden, wie er sie bei Mandy empfunden hatte.

"Wir sind da", sagte er, und zeigte auf das Trinity College.
Sie hatten Glück, es war nicht gerade viel los, und so mussten sie nicht lange anstehen, um sich die Bibliothek des Colleges mit dem berühmten Long Room, der ältesten irischen Harfe und dem Book of Kells anzuschauen.
Matze machte es sich auf einem kleinen Hocker bequem der vor einem der vielen Bücherregale stand, und zog ein beliebiges Buch aus dem Regal. Dann begann sie zu lesen.
"Und interessant?" fragte Bryan plötzlich, der hinter ihr stand. Nickend schaute sie zu ihm auf.
"Kann ich dich mal was fragen? Aber sag den anderen beiden nichts davon, okay?" Matze nickte ihm wieder zu. Dann hockte er sich neben sie.
"Erzähl mir mehr über Manja, bitte."
Mit einem breiten grinsen begann Matze von Manja zu erzählen. Bryan machte es sich auf dem Boden bequem., und hörte interessiert zu.

"Und der hat echt ein Hawaii-Hemd getragen?" Manja wischte sich die Tränen aus den Augen.
Nicky hatte ihr von dem Tag des Vorsingens erzählt, und dann von Bryan, wie er in diesem Hawaii-Hemd für Aufsehen sorgte. Beide lachten sich schlapp.
"Wie läuft es eigentlich bei dir und deinem Traum Choreographin zu werden?"
Manja winkte kurz ab.
"Es kostet einen Haufen Geld, das ich momentan einfach nicht habe. Aber durch meinen Job, der relativ gut bezahlt wird, wird das schon irgendwann klappen."
"Was machst du, wenn ich fragen darf?"
Sie scheute kurz ihm von ihrem Job zu erzählen.
"Ich arbeite im Krankenhaus", sagte sie kurz.
"Und wo da?"
Sie hatte diese Frage befürchtet.
"Ähm...", druckste sie rum.
"Ähm...auf der ...der Krebsstation", sagte sie schließlich.
Nicky sah sie stumm an.
"Warum?"
Bitte? Was sollte denn diese Frage?
"Warum denn nicht?" sagte sie etwas patzig zurück.
"Meinst du, du kannst ihren Tod und deinen Verlust so besser verarbeiten?"
Sie konnte einfach nicht glauben was er da sagte.
"Nein, ich hätte mir ja auch irgendein CD-Cover schnappen und der ganzen Welt in einem literarischen Erguss meinen Verlust mitteilen können!"
Sofort biss sie sich auf die Unterlippe.
Nicky stand ohne ein Wort zu sagen auf, knallte etwas Geld auf den Tisch und ging.
Manja senkte ihren Blick.
"Warte bitte! Es tut mir leid!" rief sie ihm hinterher, als sie ihm folgte. Als sie ihn erreichte hielt sie ihm am Arm fest.
Er sah sie mit einem wütenden Blick an, als er sich zu ihr rumdrehte.
"Was weißt du denn schon? Du kanntest sie gerade mal etwas über 1 Jahr. Du hast keine Ahnung!" Nicky war so wütend. Am liebsten hätte er sie einfach hier stehen lassen, und wäre davon gefahren, aber irgend etwas sagte ihm, das nicht zu tun.
"Es tut mir leid, Nicky", sagte Manja nochmals leise, und blickte verschämt zu Boden.
"Ist schon gut", sagte Nicky, und nahm sie in seine Arme.
Manja legte ihren Kopf auf seine Schulter. Jetzt konnte sie ihre Freundin verstehen, was sie immer meinte als sie sagte: "Ihn muß man einfach lieb haben!". Lächelnd strich sie sich die Tränen vom Gesicht.

"Das ist ja schrecklich", sagte er, und sah Matze mit großen Kulleraugen an.
"Nickys Cousine ist auch an Krebs gestorben."
"Das ist also diese Mandy, die er bei seiner Dankesrede auf dem ersten Album erwähnte?"
"Du liest dir die durch?"
"Klar! Was denkst du denn? Das ist, nach der Musik und den Fotos das beste am Album."
"Mehr kommt da ja auch nicht mehr", stellte Bryan trocken fest. Beide brachen in schallendes Gelächter aus, und wurden von strafenden Blicken gewürdigt.
"Komm, lass uns deine Freundinnen suchen, und dann nix wie raus hier", sagte er noch immer kichernd, nahm Matze an der Hand und zog sie hinter sich her.

Sie wussten nicht, wie lange sie so dastanden, aber keiner wollte sich aus den Armen des anderen lösen.
Schließlich gab sie sich einen Ruck, und ging einen Schritt zurück. Auch er wich ein Stück zurück, dann schloss er den Wagen auf.
Als die Beiden nach Dublin zurückfuhren, herrschte auf der ganzen Fahrt absolute Stille. Es war schon fast unheimlich.

Manja musste eingeschlafen sein, denn sie wurde durch einleichtes rütteln geweckt.
"Wir sind da", sagte Nicky, und deutete auf die Pension, die vor ihnen lag.
"Danke", sagte Manja etwas verschlafen, dann stieg sie aus seinem Wagen.
"Warte!" rief Nicky, und stieg ebenfalls aus. Dann ging er um den Wagen rum, und kam dicht vor ihr zum stehen.
"Es war ein schöner Tag. Vielleicht könnten wir uns ja noch einmal treffen?" fragte er, und sah sie abwartend an.
"Sicher, das lässt sich bestimmt einrichten. Wie lange bist du denn noch in Dublin?"
"Wir haben die nächsten 3 Tage frei, dann geht’s erst mal nach Asien und dann nach Deutschland auf Promo", sagte Nicky, und sein Blick wich nicht von ihr ab.
"Hast du ein Handy, wo ich dich erreichen könnte?" fragte er schnell. Sie schrieb ihm seine Nummer auf ein kleines Stück Papier, dann verabschiedete sie sich von ihm.
Nick hielt sie am Arm fest, dann zog er Manja noch mal zu sich heran, und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
"Danke", flüsterte er ihr ins Ohr, und hauchte ihr einen Kuss darauf. Manja lief es eiskalt den Rücken herunter, und die Haare in ihrem Nacken stellten sich auf.
Schnell entzog sie sich ihm und ging in die Pension, ohne sich noch einmal zu ihm umzudrehen.

"Hey Manja!" wurde sie auch schon von Stimmen lautstark begrüßt, die aus Richtung der Bar kamen, die zur kleinen Pension gehörte.
Sie lächelte, und ging den Stimmen nach. Dort saßen Jenny, Matze und Nadine. Aber sie entdeckte noch eine weitere Person, die mit dem Rücken zu ihr dastand. Als sich die Person zu ihr rumdrehte, glaubte Manja zu träumen.
Sie lief auf die Viererbande zu.
Bryan konnte seine Augen einfach nicht von ihr lassen. Manja waren seine Blicke etwas unangenehm, aber dennoch genoss sie es.
Sie streckte Bryan ihre Hand entgegen, aber er umarmte sie stürmisch. Dann ließ er sie genauso plötzlich wieder los, wie er sie an sich gerissen hatte.
"Sorry", murmelte er.
"Kann passieren", schmunzelte Manja, und begrüßte dann ihre Freundinnen.
"Wie geht es dir?" fragte Jenny sie.
"Gut. Sollte es mir schlecht gehen?"
"Na ich dachte nur...weil du doch heute zum Friedhof wolltest...und so", sagte Jenny vorsichtig.
"Mir geht es wirklich gut. Aber danke der Nachfrage. Ist lieb von dir." Manja umarmte ihre Freundin herzlich und wunderte sich selbst ein wenig über ihr plötzliches Hoch.

Sie lag noch lange wach in dieser nacht. Ihre Gedanken kreisten immer wieder zu Nicky und Bryan.
Sie konnte die Umarmung und die zärtlichen Küsse von Nicky einfach nicht vergessen. Aber auch Bryan ließ ihr keine Ruhe. Er hatte einfach etwas an sich, das sie magisch in seinen Bann zog.
"Jenny?" flüsterte sie.
Nichts.
"Jenny?"
Wieder nichts.
Leise zog sie ihre Jeans und einen dicken Pullover an, dann schlich sie sich aus dem Zimmer und dann aus der Pension.

Es war stockdunkel, als sie die Pension verließ, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Es war doch alles ein wenig zu viel für sie heute gewesen.
Sie stellte sich unter die Laterne an der Straßenecke, und spähte auf ihre Uhr. Es war gerade mal 1:15.
Vorsichtig schaute sie sich nach allen Seiten um, das auch nicht irgendwo jemand lauerte, der sie möglicherweise überfallen würde. ‚Was renn ich auch mitten in der Nacht durch Dublin? Ich bin doch echt eine blöde Kuh!’, mahnte sie sich wütend in Gedanken.
Plötzlich hörte sie Schritte. Erschrocken blieb sie stehen und hielt den Atem an. Die Schritte kamen immer näher auf sie zu. Panik machte sich in ihr breit, und sie wollte wegrennen, aber irgendetwas hinderte sie daran.

Sie stieß einen grellen Schrei aus, als ihr jemand von hinten auf die Schultern fasste.
"Ich bin es!" schrie der Mann ebenso panisch.
Moment, diese Stimme kannte sie doch. Manja drehte sich um.
"Bbbbryan", stotterte sie, als sie sich umdrehte, und ihn hinter sich erblickte.
"Was machst du hier? Und dann auch noch allein?" Besorgt sah er sie an.
Manja zitterte am ganzen Körper, starrte immer noch fassungslos in sein Gesicht.
Schnell zog er seine Jacke aus, und legte sie ihr um die Schultern.
"Ich wollte dich nicht erschrecken, Manja", sagte er leise, und sah sie mit seinen blauen Augen liebevoll an.
"Ich sollte ja auch eigentlich nicht allein, und schon gar nicht um diese Uhrzeit, durch Dublin spazieren gehen", meldete sie sich schüchtern zu Wort, und zog seine Jacke fest um ihren Oberkörper. Ihre Unterlippe zitterte leicht, und Tränen stiegen in ihre Augen.
Langsam ging er auf sie zu und streichelte die erste Träne weg, die ihr über die Wange lief. Dann nahm er sie zärtlich in seine Arme und drückte sie an sich. Manja legte ihren Kopf auf Bryans Brust, und umklammerte sich fest an ihn.
"Komm, ich bring dich wieder zurück. Du gehörst ins Bett. Besonders nach dem heutigen Tag."
"Woher weißt du..."
"Matze", war alles was er sagte brauchte.
Bryan legte seinen Arm um ihre Schulter und sie liefen schweigend zur Pension zurück.

"Danke", sagte sie mit zitternder Stimme.
Das sie Bryan nur in einem kurzen Shirt vor sich stehen sah, ließ nicht gerade eine wohlige Wärme in ihr aufsteigen.
Schnell gab sie ihm seine Jacke zurück, und rannte in die Pension.
"Manja?"
Sie drehte sich noch einmal um. Bryan kam ihr entgegen.
"Darf ich dich morgen wiedersehen?" fragte er sie leise, und blickte etwas schüchtern zu Boden.
In ihrem Inneren schien plötzlich die Sonne auf zu gehen, und sie musste leicht grinsen.
"Ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen würden, Bryan."
Zwei strahlend blaue Augen blickten plötzlich auf sie hinab, und Bryan strahlte sie an.
"Wann darf ich..."
"Überrasch mich einfach", unterbrach sie ihn. Dann drehte sie sich um und lief die Treppe rauf.
Bryan sah ihr hinterher und hoffte, sie würde sich noch einmal zu ihm umschauen. Seine Hoffnungen erfüllten sich nicht wirklich, denn Manja stand an der Ecke und lunschte durch die Palmenblätter hindurch, um nicht entdeckt zu werden. Als sie sein enttäuschtes Gesicht sah, musste sie schmunzeln. Dann drehte sie sich um und ging in ihr Zimmer.
Bryan verließ die Pension, und lief glücklich nach Hause.

"Das kenne ich gar nicht von ihr, das sie so lange schläft", sagte Matze, und biss von ihrem Brötchen ab.
"Wenn man vom Teufel spricht", meldete sich Nadine zu Wort, und deutete mit ihrem Kopf in Richtung der Tür zum kleinen Speisesaal. Dort stand Manja mit kleinen Augen, und schien noch nicht wirklich wach zu sein.
"Huhu, hier sind wir!" rief Jenny, und wedelte aufgeregt mit ihren Armen in der Luft herum.
‚Ist das peinlich’, dachte sich Manja, und ging mit gesenktem Blick zu ihren Freundinnen.
"Morgen", gähnte sie, und setzte sich müde auf einen Stuhl.
"Was kann ich ihnen zu trinken bringen?", fragte die Kellnerin freundlich, und lächelte Manja an.
"Ein großes Kännchen Kaffee bitte."
Manja gähnte schon wieder.
"Ist wohl doch noch spät geworden gestern, oder?" fragte Jenny mehr als zweideutig.
"Bitte?" fragte Manja ahnungslos.
Ihre Freundinnen sahen sich an, und lachten.
"Wir haben dich noch mit Bryan zusammen gesehen", klärte Nadine sie auf.
"Und außerdem hab ich ja gehört wann du gegangen und wieder gekommen bist", fügte Jenny noch hinzu.
"Und? Darf ich das nicht?"
"Doch, doch. Was läuft eigentlich zwischen dir und Bryan?"
Manja verschluckte sich fast an ihrem Brötchen.
"Was soll denn bitte diese dumme Frage, Matze?"
"So wie der uns wegen dir ausgequetscht hat, scheint der an dir einen Narren gefressen zu haben", antwortete Matze auf die Frage von Manja.
"Da läuft überhaupt nichts. Wie kommt ihr nur auf solch dumme Gedanken? Ich steh nicht auf Teenies!"

Genervt von der vielen Fragerei, ließ sich Manja auf ihr Bett fallen.
"Die haben doch echt einen Sprung in der Schüssel. Kann man einen Typen nicht einfach nur nett finden? Muss man immer gleich was mit ihm am Laufen haben?" fragte sie sich selbst, und schüttelte dabei ihren Kopf fragend hin und her.
Sie schnappte sich ihr Laptop, was auf dem kleinen Nachtschränkchen neben ihr stand, und checkte ihre Mails.

Hi Manja!

Ich habe den Tag gestern, zu meinem Erstaunen, sehr genossen. Ich hätte nie gedacht, das ich jemals mit jemanden so offen über Mandy und meinen Gefühlen ihr gegenüber, reden kann.
Du bist sehr nett, und ich würde mich freuen, wenn wir weiterhin in Kontakt bleiben könnten.
Mandy hat in dir wirklich eine wahre Freundin gehabt. Du hast sie verstanden, und warst immer für sie da.
Ich möchte dir dafür danken.

Nicky

PS: Was machst du am Freitag Abend? Ich würde dich gern zum Essen einladen.

Manja lächelte, als sie die Mail las.
‚Wofür sind Freunde denn sonst da?’, dachte sie sich, als sie fertig war mit lesen.
Sie teilte ihm ebenfalls mit einer Mail mit, das sie am Freitag noch nichts vorhabe, und sehr gern mit ihm essen gehen würde.

"Also wenn ihr mich fragt, ich würde ja mit Bryan...ihr wisst schon. Ich meine, hallo? Habt ihr seinen Hintern gesehen? Wenn der Rest auch so knackig ist...Holla die Waldfee!" redete Jenny wie ein Wasserfall. Sie bekam in ihrem Redefluss überhaupt nicht mit, wie wild Matze und Nadine gestikulierten, sie solle die Klappe halten.
"Häh? Habt ihr irgendwelche Probleme? Soll ich einen Arzt rufen?"
Nadine ließ ihren Kopf in ihre Hand sinken, und schloss, peinlich berührt, die Augen. Matze schaute pfeifend an die Decke.
"Das hat mir noch niemand gesagt, das ich einen knackigen Hintern habe", hörte Jenny eine männliche Stimme hinter ihrem Rücken. Ruckartig drehte sie sich auf ihrem Stuhl um und sprang auf, als sie in Bryans grinsendes Gesicht sah.
"B...B...Bry...Bry... Bryan", stotterte sie, und ihr Gesicht färbte sich von einem zarten rosa in ein knalliges rot.
Bryan hielt sich bei ihrem Anblick den Bauch vor lachen.
"Wenn dieser Tag schon so herrlich startet, wie wird der denn dann nur enden?" fragte er, und sah Jenny noch immer grinsend an.
"Ich...ich...das ist mir jetzt total peinlich", sagte Jenny kleinlaut, und wollte nur noch schnell weg hier.
"Ach, ist doch nichts dabei. Dein Hinterteil ist schließlich auch nicht zu verachten", setzte Bryan einen drauf, und beugte sich über ihren Rücken, um das besagte Hinterteil in Augenschein zu nehmen. Nun mussten auch Jenny, Matze und Nadine lachen.
"Lasst uns schnell gehen, bevor die uns noch aus der Lobby schmeißen", sagte er, und zog die drei Mädels mit sich.

Das Laptop stand aufgeklappt auf dem Bett, und Manja lag mit angezogenen Beinen daneben und schlief.
"Pst", sagte Bryan, und legte den Finger auf den Mund, als er sich zu den Mädels umdrehte.
"Ich erledige das", sagte Jenny, und wollte in das Zimmer stürmen, aber Bryan versperrte ihr den Weg. Mit einem fast flehenden Blick sah er sie an.
"Lass mich das machen, bitte", sagte er, ging ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
"Die hat es echt gut", murmelten Jenny, Matze und Nadine, und gingen in das Zimmer nebenan.

Zärtlich strich er ihr über das Gesicht und sah sie an.
‚Ob ich...’, überlegte er kurz, dann entschied er sich.
Langsam beugte er sich zu ihr herunter, und küsste sie auf die Wange. Seine Lippen wanderten langsam, und sich den Weg suchend, zu ihrem Mund vor. Er hielt kurz inne, denn Manja regte sich kurz.
Sie murmelte etwas unverständliches, strich sich über das Gesicht, als wolle sie ein kleines Insekt verscheuchen, und schlief weiter.
Bryan musste grinsen, dann küsste er sie noch einmal. Diesmal genau auf den Mund.

Lange presste er ihr seine Lippen auf ihre.
Manja schreckte hoch, und Bryan landete unsanft auf dem Boden.
Sie wendete ihren Blick seitlich aus dem Bett, und sah dort unten Bryan liegen, wie er seinen Hinterkopf streichelte. Lachend fiel sie ins Bett zurück.
"That’s not funny", maulte er etwas, dann zog er sich wieder auf das Bett.
"Was machst du hier? Und überhaupt? Wie bist du hier rein gekommen?"
"Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du mit mir einen kleinen Bummel durch Dublin bei Tageslicht machen möchtest?"
Bryan sah sie an, und rieb sich immer noch den Kopf.
"Tut’s denn sehr weh?", fragte ihn Manja, und blickte etwas verunsichert auf seinen Kopf.
"Zeig mal her", sagte sie, und zog ihn an sich ran.
Bryan ließ sich gleich in ihren Schoß fallen, und grinste sie an.
"Jetzt geht es mir schon wieder besser. Viiiieeeel besser", grinste er sie an.
Manja verpasste ihm einen kleinen Stoß, und er plumpste wieder aus dem Bett.

Schweigend saßen Jenny, Matze und Nadine vor dem Fernseher, und sahen sich die MTV News an.

Westlife brechen alle Rekorde, und lassen Mädchenherzen höher schlagen.
Ihre erste Tour durch England und Irland ist komplett ausverkauft. Zusatzkonzerte werden bereits geplant.

Die Sprecherin der News überschlug sich fast vor lauter Langeweile, als sie diese Nachricht vom Teleprompter ablas.
"Ich hasse diese aufgedonnerten Zicken von den Musiksendern. Als ob es einen Weltuntergang darstellt, auf die Musik der Jungs zu stehen", maulte Matze, und schaltete die Kiste aus.
"Das beste Beispiel ist unsere Manja. Von Boybands nix wissen wollen, aber jetzt mit einem im Bett liegen", sagte Jenny mehr als wütend.
"Was ist denn jetzt in dich gefahren?" fragte Nadine ungläubig.
"Die ist doch auch nicht anders, als all die anderen Tussis, die nur auf das eine aus sind."
"Aber nun halt mal die Backen, ja! Du redest da über unsere Freundin!" beschwerte sich Matze lautstark. Innerlich war sie aber auch froh, das dort nebenan nicht Mark lag. Wer weiß, wie sie dann reagiert hätte. Irgendwie konnte sie Jenny ja verstehen, aber sie wußte auch, das Manja nicht so eine Person ist.

"Was war das denn jetzt?" fragte Bryan, und legte sein Kinn auf die Bettkante.
"Also hör mal", beschwerte sich Manja, und überlegte nach einer passenden Antwort, aber ihr fiel nichts, aber auch rein gar nichts ein.
Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem etwas verzweifelten Blick sah er sie an, und krabbelte langsam wieder aufs Bett.
"Darf ich?" fragte er vorsichtig, und zeigte auf den Platz neben sie.
"Geht doch", antwortete sie mit einem nicken, und lächelte ihn an.
"Ich hoffe, du hast dir wirklich nicht weh getan, Bryan."
Er schüttelte den Kopf, und sah stur gerade aus. Dann ließ er sich langsam nach links gleiten, und machte Geräusche, als ob er ersticken täte.
Manja sah erschrocken zu ihm rüber.
"Bryan?!"
Besorgt beugte sie sich über ihn, und rüttelte an seiner Schulter.
"Bryan?"

"Komm hör auf mit dem Unsinn!"
In Manja stieg langsam aber sich Panik auf. Sie rüttelte an seiner Schulter, aber Bryan rührte sich nicht.
Sie beugte sich über ihn, um nach dem Telefon zu greifen, als sie von zwei Armen an der Hüfte gepackt wurde.
Schneller als sie schalten konnte, lag er auf ihr, und sah ihr in die Augen.
"Du bist...", weiter kam sie nicht, denn Bryan küsste sie.
Wild mit den Beinen strampelnd lag sie unter ihm, und versuchte ihn von sich zu schubsen. Bryan aber war zu schwer für sie.
"Mmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhh!"
Kaum hatten sich seine Lippen von ihrem Mund gelöst, bekam er eine schallende Ohrfeige.

"Sag mal spinnst du jetzt total!" Manja schrie ihn völlig außer Atem und wutentbrannt an.
Bryan wußte gar nicht, wie er darauf reagieren sollte.
"Was sollte das denn?"
"Ich dachte du empfindest auch so. Ich meine...gestern Abend, da hatte ich das Gefühl, das du auch etwas für mich empfinden würdest?"
Entgeistert sah er sie an, und wollte nach seiner schmerzenden Wange greifen. Er tat es aber nicht, sondern stand einfach auf, und verließ das Zimmer.
Manja, die vom Bett gesprungen war, ließ sich auf das selbige wieder sinken, und fuhr sich mit beiden Händen über ihr Gesicht, während sie einen Seufzer ausstieß.
Wieso wehrte sie sich so gegen ihre Gefühle für Bryan?

"Ich geh da jetzt rüber", sagte Jenny entschlossen, und riss die Zimmertür auf.
Genau in diesem Moment kam Bryan aus dem Nachbarzimmer gestürzt, und ließ sich auf den Boden sinken.
"Bryan? Was ist denn mit dir passiert?" fragte sie, als sie ihn dort auf dem Boden sitzend vorfand.
"Nix", schüttelte er den Kopf, und blickte immer noch nach unten.
Sie zögerte kurz, aber dann gesellte sie sich zu ihm auf den Boden.
"Hey, Mr. Knackarsch", versuchte Jenny ihn aufzumuntern, aber Bryan zeigte keinerlei Regung.
"Was ist denn los?"
"Ach lass mich doch einfach in Ruhe, Jenny", blaffte er sie an, stand auf und rannte nach unten, und dann aus der Pension.

Manja schreckte auf, als die Tür knallend ins Schloss fiel.
"Was war hier los?" fragte Jenny, und starrte ihre Freundin nicht gerade freundlich an.
"Was?" Manja blickte ihre Freundin an.
"Ich will wissen, was hier verdammt noch mal passiert ist? Was hast du mit Bryan angestellt?"
"Also jetzt komm mal wieder runter, Jenny. Ich hab überhaupt nichts mit ihm angestellt", sagte sie, und deute mit einem Arm in Richtung Tür, als ob Bryan dort stehen würde.
"Und warum hat er dann weinend vor der Tür gehockt?"
Jenny konnte nur mutmaßen das er geweint hat, denn seiner Stimme nach zu urteilen, hatte er das.
Manja erzählte ihrer Freundin alles.

"Lass uns mal lieber nach den dreien schauen gehen. Nicht das Jenny den beiden Turteltäubchen den Kopf abreist", scherzte Nadine, und sprang vom Bett. Matze hinterher.
Als sie aus dem Zimmer traten, sahen sie gerade Bryan, wie er um die Ecke bog.
"Auweia, da hat aber jemand schnell kalte Füße gekriegt", witzelte Matze, und stieß die Tür zum Nachbarzimmer auf.
"Was ist denn mit euch beiden los?" fragte Nadine, als sie Jenny und Manja, wie zwei begossene Pudel, auf dem Bett sitzend sah.
"Ist `ne längere Geschichte", sagte Jenny, und bat die Freundinnen, sich zu setzen.
Dann erzählte sie ihnen, was ihr gerade Manja erzählt hatte.

"Oh man, Manja. Was willst du denn mehr?" quietschte Matze auf, und hopste auf dem Bett auf und nieder.
"Der Kerl ist total in dich verschossen, und du spielst hier die eiserne Jungfer. Also ich würde sonst was dafür geben, wenn mich Mark so...", sie fuchtelte mit dem Armen in der Luft umher, und suchte nach den richtigen Worten.
"So...so...na ja nicht gerade vergöttern, aber attraktiv, genau attraktiv, finden würde."
Manja sah zu Matze auf, die immer noch auf dem Bett rumsprang.
"Aber was bringt mir das denn? Was will ich denn mit einem Freund, der ständig unterwegs ist, und wir kaum Zeit miteinander verbringen können. Da hab ich echt keinen Bock drauf."
Nadine wollte gerade ihren Senf hinzu geben, als es an der Tür klopfte.
"Herein!" schrie Matze, und ließ sich auf das Bett fallen.
Die Tür ging auf, und Bryan stand im Zimmer.
Er blickte sich suchend im Raum um, fand das Objekt seiner Begierde und ging darauf zu.
"Die hatte ich vergessen", murmelte er, als er seine Jacke in den Händen hielt. Dann drehte er sich wieder um, und verließ das Zimmer wieder.
"Na los! Worauf wartest du denn noch?" sagten Jenny, Matze und Nadine gleichzeitig, und schoben Manja zur Tür.
"Nein, bitte nicht. Ich will nicht!"
Aber das half alles nichts. Die Tür fiel ins Schloss, der Schlüssel wurde herumgedreht, und Manja wurde aus ihrem eigenen Zimmer ausgesperrt.

"Bryan! Warte bitte!" rief sie quer über den Gang, als sie ihn sah.
Bryan aber ging weiter, achtete gar nicht auf die Stimme im Hintergrund.
"So warte doch, bitte."
Sie lief ihm hinterher.
‚Was mache ich hier eigentlich’, ging es ihr durch den Kopf, als sie die Treppen runter rannte.
Sie sah, wie er die Pension verließ, stoppte kurz, setzte ihren Weg dann aber fort.
Als sie ihn eingeholt hatte packte sie ihn am Arm, und hielt ihn fest.
"Lass mich los", zischte er, und sah ihr wütend in die Augen.
"Bryan, bitte. Ich...ich...kann dir das erklären."
"Du hast mir eine geknallt, ich hab meine Schlüsse daraus gezogen, basta, aus und fertig."
"Aber..."
"Nichts aber. Ist okay. Ich kann mir auch eine andere Tussi suchen, die mit Sicherheit nichts dagegen hat, mit mir ein Nümmerchen zu schieben."
Das hatte gesessen. Manja sah ihn fassungslos an, dann drehte sie sich auf der Stelle um, und rannte zurück in die Pension.
"Es tut mir leid", flüsterte Bryan zu sich selbst, und Tränen liefen sein Gesicht hinab.
"Ich hab dich doch lieb, Manja." Dann drehte auch er sich um, und lief nach Hause.

Tränen rannen über ihr Gesicht. Sie konnte einfach nicht glauben, was er dort gerade gesagt hatte.
Ein hupendes Auto riss sie aus den Gedanken.
Erschrocken blieb sie stehen, und wurde auch schon im nächsten Moment wild beschimpft.
"Are you blind?! What’s wrong with you?!”
Manja hatte einfach die Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten.
"Was ist denn mit ...", er kniff die Augen zusammen, um die Verrückte genauer zu betrachten, die dort mitten auf der Straße stand.
"Das ist doch...Manja?!
Schnell parkte er an der Straßenseite, und stieg aus. Dann rannte er zu Manja und zog sie von der Straße.
"Hey, was machst du denn für Sachen?"

Weit entfernt nahm sie eine Stimme wahr. Irgendwie kam sie ihr sehr bekannt vor, aber wer war das?
Mit tränenverschleiertem Blick sah sie die Person die vor ihr stand an, aber sah nur verschwommene Umrisse.
Ein Arm wurde über ihre Schulter gelegt, und sie wurde nach vorn geschoben. Wie in Trance ging Manja mit der Person mit, die ihr über die Straße half.

"Willst du dich umbringen, Süße?"
Das kann nicht...nein, das konnte er nicht sein.
Immer noch versperrten ihr die Tränen eine klare Sicht. Sie wischte mit ihrem Arm über ihre Augen, und sah die Person an.
"Robert? Was...was machst du denn hier?" fragte sie immer noch weinend.
"Ich hab ein paar Tage frei, und da die Flüge bei Ryanair grad so preiswert sind dachte ich, ich besuch dich einfach mal. Und wie es aussieht, scheine ich zur richtigen Zeit gekommen zu sein." Er nahm Manja fest in seine Arme, und drückte sie an sich.
"Sei mir nicht böse Rob, aber du hättest dir keinen schlechteren Zeitpunkt wählen können. Ich...ich...", stotterte sie rum, aber wußte nicht, warum sie eigentlich nicht wollte das Robert bei ihr war. Vielleicht hat sie genau in diesem Moment einen Freund gebraucht, der die Männerwelt sehr gut verstand. Schließlich ist Robert einer. Oder er will mal einer werden wenn er groß ist, zog sie ihn immer wieder auf.

"Erzähl keine Blasen, ich kenn dich zu gut, Schätzchen. Lass uns in ein ruhiges Cafè gehen, und du erzählst mir den Grund für deine Krokodilstränen." Er zog sie hinter sich her, und ging in das Cafè, was er entdeckt hatte.
Er drückte sie runter auf den Stuhl, und setzte sich gegenüber von ihr hin.
Dem Kellner gab er die Bestellung durch, dann widmete er sich wieder seiner Freundin.
"Und nun erzähl. Was ist passiert."
Manja atmete tief durch.
"Ich kann dir das nicht erzählen. Ich weiß ja selbst nicht mal, warum ich eigentlich heule. Eigentlich hab ich keinen Grund dazu", log sie an, und lächelte.
Robert lehnte sich zurück, verschränkte seine Arme vor seiner Brust und sah sie mit hochgezogener rechter Augenbraue an.
"Das kannst du gern deinem schnuckeligen Postboten erzählen, aber nicht mir."
"Du kennst mich viel zu gut, Rob. Manchmal könnte ich dich dafür auf den Mond schießen, weißt du das?"
Er nickte sie frech grinsend an. "Die Masche zieht aber auch immer bei dir."
Manja warf ihm ihre Serviette entgegen. "Blödmann", murmelte sie, und ärgerte sich über sie selbst.
‚Warum falle ich eigentlich immer wieder darauf rein?’, dachte sie so bei sich, als der Kellner mit einem lauten scheppern den Kaffee vor ihr platzierte.
Robert musterte den Typen, dann sah er wieder Manja an.
"Also was denn nun? Ich warte noch immer auf deine Erklärung."

"Ja bitte?" meldete sich Jenny am Handy von Manja, das sie im Zimmer der Pension liegen gelassen hatte, als sie Bryan nach gelaufen war.
"Wer ist da?!" rief Jenny, nein kreischte sie fast, in den Hörer.
Nicky hielt sich seinen Hörer einen halben Meter vom Ohr weg, und schaute skeptisch auf ihn.
"Kann ich bitte Manja sprechen?" wiederholte er seine Frage.
"Die ist leider nicht da, Nicky. Kann ich ihr vielleicht etwas ausrichten?"
Kurze Stille am anderen Ende der Leitung.
"Hallo? Nicky? Bist du noch dran?"
"Ja, ja, ich bin noch dran. Nein lass mal gut sein, ich ruf sie später noch einmal...", dann brach der Kontakt ab.
"Was wollte denn Nicky von ihr?" fragte Nadine.
"Das Glück möchte ich auch mal haben, das zwei Typen von Westlife hinter mir her sind", sagte Matze verträumt.

30 Minuten später

"Schnell, mach den Ton an", wurde sie von den anderen beiden kreischend aus ihren Gedanken gerissen.
Sie starrten auf den Fernseher, wo gerade, na was wohl, Westlife zu sehen waren.
"Was faselt die denn da? Der hat doch grad hier angerufen. Wie kann denn Nicky so plötzlich im Krankenhaus liegen?"

"So ein Arsch!" sagte Robert empört, als Manja ihm die Geschichte erzählt hatte.
"Aber sag mal, dieser Nicky, ist der..."
"Na toll. Ich schütte dir hier mein Herz aus, und du überlegst, wen du ins Bett kriegen kannst." Manja strafte ihn mit einem beleidigten Blick.
"Was? Das wollte ich doch gar nicht wissen? Aber da wir grad bei dem Thema sind. Ist er denn was für mich?" Er setzte ein unschuldiges lächeln auf, und strahlte sie damit an.
"Tut mir leid, aber er hat eine Freundin."
"Dann passt ja meine nächste Frage."
"Die da wäre", unterbrach Manja ihn, und schob sich einen Löffel Eis in den Mund.
"Ich kann mir gut vorstellen, nach deinen Erzählungen zu urteilen, das er auch ein Auge auf dich geworfen hat."
Manja warf lachend ihren Kopf zurück.
"Du spinnst doch. Also ehrlich. Dir ist wohl der Linksverkehr nicht gut bekommen."
"Mir wäre überhaupt irgendein Verkehr ganz lieb", schleuderte er ihr entgegen.
Manja spuckte ihm vor Lachen ihr gerade in den Mund genommenes Eis ins Gesicht.
"Hey, was soll das denn werden wenn es fertig wird?" fragte Robert, und wischte sich das Eis vom Gesicht.

"Ich bin so ein verdammtes Arschloch!"
Bryan stampfte die Stufen zu seinem Zimmer rauf, und knallte die Tür hinter sich zu.
Haare raufend lief er das Zimmer auf und ab.
"A amadàin!" fluchte er auf irisch.
Das klingeln und vibrieren in seiner rechten Hosentasche ließ ihn kurz zucken, dann kramte er sein Handy hervor.
"Ja?!"
"Bryan du musst sofort herkommen. Es geht um Nicky!"

"Was hat der denn jetzt schon wieder angestellt?" fragte er sich selbst, und raste mit seinem Auto zum Krankenhaus.

"Was ist denn mit euch passiert?" fragte Manja entsetzt, als sie in die verheulten Gesichter ihrer Freundinnen schaute, als sie ins Zimmer kam.
Matze zeigte stumm auf den Fernseher.
Mit vor Schreck geweiteten Augen starrte Manja auf den Fernseher.
Nein, das kann nicht sein. Das konnte einfach nicht wahr sein.
Im Fernsehen sah man einen schwarzen BMW. Manja war gestern erst in diesem Wagen mitgefahren. Dieser Wagen gehörte Nicky.
Sie stürzte aus dem Zimmer und rannte den Flur und dann die Treppen runter.
Schnell sprang sie in das Taxi, das vor der Pension stand.
"To the hospital!" schrie sie dem Fahrer entgegen, der auch sofort aufs Gaspedal drückte.
‚Bitte nicht! Bitte nicht!’ hämmerte es immer wieder in ihrem Kopf. Tränen der Angst und Tränen des Schmerzes stiegen in ihre Augen.
"Bitte nicht", flüsterte sie, dann faltete sie ihre Hände zum Gebet.

"Hi! Ich bin Robert", versuchte er die gedrückte Stimmung etwas zu heben. Da er aber keine Antwort bekam, wagte auch er endlich einen Blick auf den Fernseher.
"Was ist denn passiert?"
"Das würdest du eh nicht verstehen", schluchzte Jenny, und schnaubte sich die Nase.

"Nicky Byrne, Mitglied bei Westlife, hatte heute einen schweren Autounfall, bei dem er lebensgefährlich verletzt wurde. Die Ärzte geben ihm kaum Chancen zu überleben.
Hunderte von Fans haben sich vor dem Krankenhaus in Dublin versammelt, um für ihr Idol zu beten." sagte die blonde Frau von den MTV News.

Nun konnte Robert auch das Verhalten seiner Freundin verstehen.
"Der wird schon wieder", versuchte er die drei heulenden Mädels, die vor dem Fernseher saßen, auf zu bauen.

Bryan bahnte sich einen Weg durch die Menschentraube am Eingang des Krankenhaus. Anto kam ihm sofort entgegen, und zog ihn zur Tür herein.
"Was ist denn passiert?" fragte Bryan ihn völlig verstört.
"Er hatte einen schweren Autounfall. Es...es...", Anto konnte den Satz nicht beenden. Bryan wußte auch so, was er meinte.
Geschockt sank er auf einen Stuhl, und legte das Gesicht in seine Hände.
"Wie...wie ist denn das passiert? Weiß das jemand?"
"Er hat telefoniert, und dabei eine rote Ampel übersehen."
"Ich hab ihm schon hundert Mal gesagt, das er beim fahren nicht telefonieren soll", sagte Bryan leise und einem monotonen Ton. Anto legte ihm eine Hand auf die Schulter, um ihm Trost zu spenden.

Manja bezahlte schnell, und sprang aus dem Taxi. Erst da sah sie die vielen Fans vorm Krankenhaus stehen.
"Na super. Das hat mir grad noch gefehlt", stöhnte sie leise, und suchte nach einem weiteren Eingang. Nichts.
"Es muß doch hier noch ein anderer Eingang sein", fluchte sie genervt, als sie sah, wie ein blonder Mann aus einer Seitentür kam.
"Der hat mir grad noch zu meinem Glück gefehlt", zischte sie zwischen den Zähnen hindurch, und ging auf Bryan zu.

Mit einem tiefen Zug zog er an der Zigarette, um den Qualm in den nächsten Sekunden wieder aus seinem Mund zu blasen.
Als er nach links schaute, sah er jemanden auf sich zu kommen.
"Na super", stöhnte er.

Manja stand jetzt neben Bryan, wußte aber nicht so recht, was sie sagen sollte.
"Was willst du denn hier?" fragte er sie abwertend, wofür er sich am liebsten selbst in den Arsch getreten hätte.
"Tut mir leid. Ich wollte dich nicht..."
"Ist okay, Bryan. Ich...ich...ich kann..."
"Nein nichts ist okay!" schrie er plötzlich, und warf wütend die Zigarette weg, die er noch nicht einmal zur Hälfte geraucht hatte.
Er schaute ihr tief in die Augen.
"Ich weiß nicht was passiert, wenn Nicky...", Tränen liefen über sein Gesicht.
"Er darf nicht sterben Manja. Er darf einfach nicht sterben", jammerte er wie ein kleines Kind, und ließ sich auf den Boden sinken.
Manja nahm ihn schnell in ihre Arme, und er umklammerte sie fest.
"Er wird nicht sterben", redete sie ruhig auf ihn ein, und wiegte ihn wie ein kleines Kind hin und her.

Sich auf sie stützend, liefen Bryan und Manja zu Anto.
"Wer ist denn sie?" fragte Anto Bryan.
"Eine gute Freundin von mir. Ich brauch sie jetzt", sagte er zu ihm, und zog Manja fest an sich.
Anto nickte ihr zu, und streckte ihr seine Hand entgegen. Manja drückte sie kurz, dann setzte sie sich auf einen Stuhl.
"Hast du seine Eltern schon angerufen?"
"Sie sind doch im Urlaub, Bryan. Ich kann niemanden erreichen."
"Und Georgina?"
Anto schüttelte den Kopf.
"Bryan! Anto! Wie geht es ihm? Wie ist denn das passiert?" riefen Shane, Mark und Kian, als sie den langen weißen Krankenhausflur entlang rannten.
Anto erzählte ihnen in kurzen Sätzen was passiert ist, dann wählte er noch einmal die Nummer des Hotels, in der Nickys Eltern Urlaub machten.
Kian setzte sich neben eine rothaarige Frau, die er nicht wirklich wahr nahm.
"Hi!" grüßte Shane sie leise. Nun blickte auch Kian auf.
"Hallo Manja", sagte er ebenfalls leise.
Mark hob nur kurz die Hand, und lächelte sie gequält an.
Bryan hatte immer noch den Arm um sie gelegt, was den dreien trotz der Ereignisse nicht entgangen ist.

"Wie geht es ihm? Wird er überleben?" überschlug sich Anto fast, als der leitende Chefarzt auf ihn zu ging.
"Heißt jemand von ihnen Mandy?" fragte er kurz angebunden, und blickte die fünf Gestalten an, die auf den Stühlen vor ihm saßen.
Bryan, Kian, Shane und Mark schüttelten die Köpfe.
"Ich...ich weiß wen er meint", sagte Manja leise, und wandte sich dem Arzt zu.
"Sind sie Mandy?"
"Nein. Ich bin eine sehr gute Freundin von ihr gewesen, warum?"
"Er ruft ständig ihren Namen."
"Lassen sie mich bitte zu ihm", flehte Manja den Arzt an.
"Kommen sie Miss."
Manja lief dem Arzt hinterher, und ließ vier fragende Gesichter zurück.

"Mandy! Ich...ich...bin...gleich...bei dir", sagte Nicky immer wieder, und warf seinen Kopf wild hin und her.
Manja legte sanft ihre Hand auf seine Stirn, und strich sie langsam über sein Gesicht.
"Du gehst nirgends hin. Hast du gehört Nicky?" flüsterte sie in sein Ohr und küsste seine Stirn.
Nicky wurde ruhiger und verstummte mit der Zeit.
Schweißperlen bedeckten sein Gesicht, und Manja nahm einen Lappen, und wischte sie ihm weg. Dann redete sie mit ihm.
"Ich bin es, Manja. Was machst du bloß für Sachen, Nicky? Davon kommst du ihr auch nicht näher, hörst du. Sie hat bestimmt nicht gewollt, das du auf diesem Wege zu ihr kommst. Lebe dein Leben, es ist viel zu kostbar, um es einfach so weg zu werfen."
Manja wischte sich die Tränen vom Gesicht.
"Sie hat dich so wahnsinnig geliebt Nicky. Du hättest ihre Augen sehen sollen, wenn wir von dir gesprochen haben. Sie glänzten mit jedem Wort mehr. Behalte sie einfach so in Erinnerung wie sie war. Was anderes hat sie nie gewollt." Sie gab ihm noch einen Kuss auf die Stirn, dann verließ sie das Zimmer.
Weinend brach sie vor der Tür zusammen. Das war einfach alles zu viel für sie.

Hey, Manja", hörte sie blecherne Stimmen. Irgendetwas berührte sie, tastete ihr Gesicht ab.
"Was machst du denn?"
Zögerlich öffnete sie die Augen, und sah in drei blaue und ein braunes Paar Augen, die sie ängstlich ansahen.
Oh, diese Schmerzen.
Sie fasste sich an ihren Kopf und konnte schon jetzt eine kleine Beule auf der Stirn spüren.
"Super", flüsterte sie, und leckte über ihre trockenen Lippen.
Sie versuchte sich auf zusetzten, aber der augenblicklich eintretende Schwindelanfall ließ sie wieder nach hinten sacken.
Sie merkte nur noch wie sie auf etwas weiches gelegt wurde, dann wurde es schwarz vor ihren Augen.

1 Tag später.

Erschrocken schlug sie die Augen auf, und blickte schnell atmend um sich.
‚Wo bin ich hier?’, fragte sie sich in Gedanken. Sie versuchte sich auf zusetzten, aber irgendetwas hinderte sie daran.
"Du musst noch liegen bleiben."
Sie blickte in die Richtung, aus der diese Stimme kam.
"Bryan?"
Lächelnd sah er sie an.
Plötzlich erinnerte sie sich wieder an seine Worte, die ihr so verdammt weh taten, und sie starrte ihn wütend an.
"Was willst du eigentlich hier?"
Bryan verstand nicht was sie meinte, und legte ihr seine Hand auf ihren Armen.
"Fass mich nicht an", zischte sie ihm entgegen.
"Was ist denn plötzlich los mit dir?"
"Das müsstest du am besten wissen."
Bryan wußte in diesem Moment genau wovon sie redete.
"Manja es tut mir leid, was ich da von mir gelassen habe. Ich hab das nicht so gemeint."
"Wie geht es Nicky?" versuchte sie das Thema zu wechseln.
Bryan sah sie schweigend an.
"Nein! Bryan er ist doch nicht..."
"Nein! Um Gottes Willen! Nein!" beruhigte er sie auch sofort.
"Er hat die Nacht überstanden, und der Arzt sagt, er wäre jetzt übern Berg."
Manja atmete erleichtert auf.
Bryan sah sie fragend an.
"Was?"
"Woher kennst du eigentlich Mandy?" fragte er.

"Hallo?...Hallo? Ist denn hier niemand zuständig!" fluchte Robert, und hätte demnächst besten am liebsten gehörig die Meinung gesagt.
"Ah, schön das hier auch mal eine nette Schwester gibt", laberte er einen jungen Kerl in einer weißen Hose und einem grünen Shirt an.
"Sie können mir bestimmt weiterhelfen", sagte er zu ihm, und hielt ihn am Arm fest.
Erschrocken blickten ihn zwei haselnussbraune Augen an.
"Ich bin ja so froh endlich jemanden gefunden zu haben, der hier zuständig ist", redete Robert auf den völlig verschüchterten Kerl ein.
"Was wollen sie von mir?" fragte dieser endlich den völlig überdrehten Typen an seiner Seite.
"Sie können mir bestimmt sagen in welchem Zimmer Manja liegt. Rote Haare, Sommersprossen und grüne Augen. Und dann dieses Lächeln, aber was erzähl ich das eigentlich. Hach ich bin so aufgeregt." Robert rollte mit den Augen, und wedelte mit der flachen Hand vor seinem Gesicht rum.
"Und? Können sie mir nun helfen, Schwester?"
Der junge Mann deutete auf das Zimmer 406, und sah diesen schrägen Vogel, der vor ihm stand, mit offenem Mund und großen Augen an.
"Och danke, Herzchen. Du hast mir sehr geholfen. Bussi!" Dann dackelte Robert ins Zimmer 406, und schloss leise die Tür.
"Wer war das denn?" stupste Kian den noch immer völlig irritierten Shane an.
"Keine Ahnung", murmelte er nur, und schüttelte ungläubig mit dem Kopf. Dann erhellte ein breites grinsen sein Gesicht.
"Was ist denn jetzt?" fragte Kian.
"Bryan ist im Zimmer 406. Da ist der Irre gerade rein."
Kian und Shane bogen sich vor lachen, und machten sich auf den Weg zu Nicky, dem sie gerade einen Besuch abstatten wollten, bevor sie aufgehalten wurden.

"Meine Güte, Schätzchen! Kaum lässt man dich 5 Minuten aus den Augen, baust du Mist."
Tief seufzend setzte sich Robert auf das Bett in dem Manja lag, und schlug die Beine übereinander.
"Was?" stotterte diese nur.
"Hach wie ist das alles aufregend hier. Und hübsches Personal haben die hier, kann ich dir sagen", er ließ seine rechte Hand locker nach vorne fallen, um sie sich im nächsten Moment an die Stirn zu pressen, als würde er einer Ohnmacht nahe sein. Dann erblickte er Bryan, der neben dem Bett auf einem Stuhl saß, und ihn mit großen Augen anstarrte.
"Na hoppala, wen haben wir denn hier? Hallöchen, ich bin Robert. Und mit welchem wunderschönen Namen hat man dich gesegnet?" Er klapperte ihn mit seinen Augen an, und streckte ihm seine rechte Hand entgegen.
Zögernd griff Bryan nach der Hand, schüttelte sie kurz und sagte "Bryan", bevor er diesen völlig überdrehten Typen weiterhin anstarrte.
"Du bist Bryan? Du bist der Schuft, der meinen Süßen hier das Herz gebrochen hat?"
"Robert! Jetzt halt doch mal die Klappe!" schrie Manja plötzlich. Als dieser aber gerade wieder seinen Mund öffnete um weiter zu reden, stieß Manja einen schrillen Pfiff aus.
"Menno! Du weißt genau wie ich das hasse", sagte Robert und hielt sich die Ohren zu., ebenso wie Bryan.

Shane und Kian drehten sich auf der Stelle um, und blieben vor Zimmer 406 stehen. Wie kleine Kinder pressten sie die Ohren an die Tür, und lauschten.
"Der hat echt eine Macke, oder?" fragte Kian, und stupste Shane auf die Schulter.
"Ich lach mich schlapp." Shane ging einen Schritt zurück, winkelte ein Bein leicht an, verlagerte sein Körpergewicht auf das andere Bein und leicht nach vorn gebeugt, ließ seine rechte Hand locker nach vorn fallen und säuselte "Und mit welchem Namen bist du gesegnet worden?" zu Kian.
"Hör auf, ich piss mir gleich in die Hosen" lachte Kian, und stellte ein Bein vors andere, und fasste sich in den Schritt.
Beide standen wie eine 1, als ein greller Pfiff ertönte.
"Die hat aber auch Klasse, diese Frau", äfften sie nun Bryan nach, und rannten lachend auf die nächste Toilette, damit sie auf dem Flur des Krankenhauses keinen See entstehen ließen..

"Was hat man dir denn heute in den Kaffee getan?"
"25 Red Bull", säuselte Robert, und wollte schon wieder losquatschen, aber Manja zerrte ihn an seinem Arm zu sich runter, und presste ihre Hand auf seinen Mund.
"Halt bloß die Klappe, sonst lass ich dir einen Einlauf nach dem anderen verpassen!"
Roberts Augen weiteten sich und man musste Angst haben, das sie ihm jeden Moment aus den Augenhöhlen fallen würden.
"Prima Idee. Dann steckt wenigstens mal wieder irgendwas in meinem Hintern."
Angewidert verzogen Manja und Bryan das Gesicht.
"Aber nun verrate mir doch mal was dieser Typ hier", Robert sah Bryan von oben bis unten an, stieß einen verächtlichen Seufzer aus und beendete den Satz "zu suchen hat."
"Ich wüsste nicht, was sie das angeht", meldete sich Bryan zu Wort.
"Hör mal zu, du über die Bühne hüpfender, unheimlich gut aussehender Chorknabe. Das dürfte dich erst einmal herzlich wenig interessieren, kapiert?"
Bryan blieb bei so viel Dreistheit echt der Mund offen stehen.
"Bitte tu mir einen Gefallen, und halt endlich deine Klappe", schrie Manja zum wiederholten Male.
"Oder du fliegst hier im hohen Bogen raus, und..." Aber das war ja die Idee überhaupt.
Manja drückte den Notruf.

Eine junge Schwester betrat das Zimmer, und sah fragend in die Runde.
"Könnten sie diesem Verrückten hier bitte den Weg nach draußen zeigen?" fragte Manja höflich, und zeigte mit einem Finger auf Robert.
"Aber natürlich, Misses McFadden" sagte die junge Frau höflich, rief noch 3 Krankenpfleger zur Hilfe, und die brachten Robert dann vor die Tür.
"Oh hallöchen", säuselte Robert sofort den drei Männern zu, als diese das Zimmer betraten.
"Ich folge euch auch freiwillig bis ans Ende der Welt."
Die 5 verließen den Raum, und Manja sah noch immer geschockt zur Tür.
"Wie hat die mich grad genannt, Bryan?"
"Das ist meine Schuld. Ich kenne ja deinen Familiennamen nicht, also hab ich einfach meinen genommen und dich als meine Schwester ausgegeben." Er hob entschuldigend die Arme in die Luft, und zog beide Augenbrauen nach oben.
"Ist okay. So lange ich nur deine Schwester bin, hab ich nichts dagegen."
Bryan nickte, und sein Blick wanderte traurig zu Boden.

"Das kann doch nicht ewig dauern. Wo bleibt der denn?" fragte Jenny mit zitternder Stimme, als plötzlich die Tür vom Hintereingang des Krankenhauses aufging, und Robert sie zu sich winkte.
"Und, weißt du jetzt wo sie liegt?" fragten die drei Mädchen.
"Ja, aber ich kann da nicht mehr mit rein. Ich glaub ich hab ein bisschen übertrieben." Er lächelte, und teilte den Mädels die Zimmernummer mit.
Dann hielt er ihnen die Tür auf und ließ sie ins Schloss fallen, als Jenny, Matze und Nadine hindurch geschlüpft sind.
"Ich war aber auch wieder verdammt gut", sagte er zu sich selbst, und zündete sich eine Zigarette an.

"402, 404, ah ja 406. Da ist es", sagte Nadine schnell, und zog ihre Freundinnen zu sich. Dann gingen sie schnell, und ohne anzuklopfen in das Zimmer, in dem Manja liegen sollte.
"Wie seit ihr denn hier rein gekommen?" fragte sie erstaunt, als sie dort Nadine, Matze und Jenny stehen sah.
"Ähm...Robert hat uns da...na ja...er hat uns irgendwie dabei geholfen, hier rein zu kommen", stotterte Nadine, und sah sie mit einem unschuldigen Blick an.
Manja konnte nicht anders. Sie fing lauthals an zu lachen, und schüttelte ihren Kopf.
"Er ist doch echt der Hammer, dieser Typ", sagte sie, als sie sich wieder etwas beruhigt hatte.
Bryan, der überhaupt nicht wußte was hier gerade ablief, sah etwas dumm aus der Wäsche.
Schnell wurde er von den vier Frauen aufgeklärt. Dann brach auch er in schallendes Gelächter aus.

"Wie geht es dir eigentlich?" fragte Nadine.
"Und wie geht es Nicky?" setzte Jenny noch hinten dran.
"Mir geht es wieder gut. Ich wird heute noch entlassen. Zu Nicky kann ich leider auch nichts sagen."
"Oh, verdammt. Den hätte ich ja fast vergessen!" rief Bryan plötzlich, sprang auf, und rannte aus dem Zimmer.
Kaum hatte sich die Tür geschlossen, wurde sie auch schon wieder geöffnet.
"Misses McFadden?"
"Misses?" riefen alle vier im Raum fragend, und starrten die Schwester an, die noch kurz zuvor mit drei weiteren Männern Robert aus dem Krankenhaus transportiert hatte.
"Sind sie denn nicht die Frau von Mister Bryan McFadden?"
Manja sah sie ungläubig und fragend an.
"Nein ist sie nicht", sagte Jenny, sah aber daraufhin gleich zu Manja. "Bist du doch auch nicht, oder?"
Manja schüttelte den Kopf.
"Wo hast du denn deinen...ah da ist er ja." Matze ging zum Stuhl, zog den Rucksack von Manja darunter vor, und kramte in ihm herum. Als sie fand was sie suchte ging sie zur Schwester, und reichte ihr den Ausweis von Manja. Schnell notierte sich die Schwester die Angaben, nickte etwas errötet und wollte dann wieder das Zimmer verlassen.
"Was wollten sie eigentlich von ihr?" hielt Jenny sie noch auf.
"Oh, sorry. Hätte ich ja fast vergessen. Sie werden in zwei Stunden entlassen, Miss", sagte sie nickend zu Manja, und verschwand dann wieder aus dem Zimmer.
Sofort wurde sie natürlich mit Fragen von ihren Freundinnen bombardiert, auf die sie aber selbst keine Antworten wußte. Sie wollte nur schnell zu einem gewissen Bryan McFadden, um ihm gehörig die Meinung zu sagen.

"Wie geht es ihm?" fragte Bryan, als er in das Zimmer trat, in dem Nicky noch immer schlafend im Bett lag.
"Er wurde in ein künstliches Koma gelegt. Es würde wohl besser für ihn sein, wegen der Schmerzen und so", versuchte Kian das fachchinesisch des Arztes wieder zu geben. Shane nickte nur, als wüsste er über was Kian dort gerade sprach.
"Und sonst? Wird er denn wieder völlig gesund?"
"Beide Beine sind gebrochen, und er hat sich ein paar Rippen geprellt. Sonst ist aber alles okay." Meldete sich nun Shane zu Wort.
"Sonst ist gut. Eigentlich sollte er hier nicht liegen müssen", sagte Bryan, und schnappte sich den noch letzten freien Stuhl im Raum.
Mark betrat kurz darauf das Zimmer.
"Hey Jungs! Wie geht es unserem Patienten?" Er hatte die Hände tief in seinen Hosentaschen vergraben, und sah nun fragend in die drei Gesichter, die ihn anstarrten.
"Wie siehst du denn aus, Mark?"
Mark ging zu dem Waschbecken an der Wand und sah über den darüber hängenden Spiegel. Er erschreckte sich fast selbst vor dem Mann, der ihm da entgegen blickte.
Er hatte verquollene Augen, dunkle, fast schwarze Augenringe, und eine Rasur täte ihm mit Sicherheit auch mal wieder gut. Müde fuhr er mit einer Hand über sein Gesicht, dann holte er tief Luft und stieß sie seufzend wieder aus.
"Das hat mich alles fertig gemacht. Was ist, wenn Nicky...wenn er...". Tränen liefen langsam über sein Gesicht. Schnell wischte er sie weg. Was sollten nur Shane, Bryan und Kian von ihm denken?
"Er wird wieder gesund Mark", beruhigte Shane ihn, der mittlerweile neben ihm Stand. Er legte einen Arm um seine Schulter, klopfte kurz darauf, dann ließ er sie regungslos auf der selbigen liegen.
"Ich hoffe es", flüsterte Mark.

"Was bildet sich dieser...dieser...och." Manja kochte innerlich, und machte ihre Wut lautstark bemerkbar.
"Warum du dich so künstlich darüber aufregst. Andere Mädels wären glücklich, wenn sie einfach mal so Misses Bryan McFadden werden", säuselte Matze, und verdrehte leicht genervt die Augen. Sie konnte einfach nicht begreifen, warum sich ihre Freundin so sehr darüber aufregte, was Bryan getan hatte.
"Meine Güte Manja. Langsam reicht mir dein Getue", sagte Nadine plötzlich, und es wurde augenblicklich still im Zimmer.
"Mein Getue?!"
"Ich an deiner Stell würde sonst was dafür geben, wenn Sahne mich als seine Frau ausgeben würde. Aber dazu müsste er mich überhaupt erste einmal beachten. Dir scheinen gleich zwei der Jungs am Arsch zu hängen, und du hast nichts anderes zu tun, als dich über so etwas lieb gemeintes aufzuregen." Nadine schnaubte wütend, dann verließ sie das Zimmer.
"Irgendwie hat sie da Recht", sagten nun auch Jenny und Matze.
"Wieso denn zwei Typen?"
Jenny sah sie fragend an. Stimmt, sie wußte es ja noch gar nicht.
"Nicky hatte heute auf deinem Handy, was du in der Pension vergessen hattest, angerufen. Er klang irgendwie aufgeregt, und musste unbedingt mit dir sprechen, aber du warst nicht da. Er wollte dich später noch einmal zurück rufen, aber da ist dann wohl der Unfall passiert."
Manja konnte nicht glauben, was sie da gerade hörte.
"Er...ich...ich bin schuld an seinem Unfall", stammelte sie nur, und schlug sich die Hände vor ihr Gesicht.

"Wie hast du eigentlich das Treffen mit diesem völlig Irren überstanden?" fragte Shane grinsend, und drehte sich zu Bryan.
"Hör mir bloß auf mit dieser überkandidelten Tunte. Der Typ war der reinste Alptraum."
"Shane hat er auf dem Weg zu Manja auch angemacht. Der war auf Speed, oder was weiß ich. Auf jeden Fall hatte ich meinen Spaß", sagte Kian, und musste wieder lachen.
Mark sah etwas irritiert in die Runde, sagte aber nichts dazu.
"Es ist doch erstaunlich, wen die hier alles reinlassen."
Bryan schüttelte mit dem Kopf, und musste nun auch wieder lachen. Shane, der ein Lachen versuchte zu unterdrücken, prustete nun auch los.
"Geht’s noch?" fragte Mark, und sah seine Freunde mit wütenden Augen an.
"Nicky geht es saumäßig, und ihr habt nichts besseres zu tun, als euch schlapp zu lachen. Tolle Freunde seid ihr, ehrlich."
Bevor auch noch irgend jemand etwas sagen konnte, stürzte er aus dem Zimmer, und fand sich im nächsten Augenblick auf dem Boden wieder.
"Oh, sorry! Ich...ich...hab sie nicht gesehen", stammelte eine junge Frau mit blonden langen Haaren.
‚Ach du grüne Neune’, hämmerte es in ihrem Schädel, als sie den Mann erkannte, den sie dort umgerannt hatte.

"Ist ja nichts passiert, Miss", sagte Mark, stand auf und klopfte sich auf seinen Hintern, als wolle er Unmengen von Dreck von ihnen klopfen.
"Bist du nicht eine Freundin von Manja?" fragte Mark plötzlich, als er Matze erkannte. Sie nickte nur, denn ihr hatte es völlig die Sprache verschlagen.
Trotz seines völlig übernächtigten Aussehens war er noch unheimlich sexy, in ihren Augen.
"Ähm...ja...ddddas bin ich", stotterte sie, als sie seine blauen Augen sah, die sie von oben bis unten zu mustern schienen.
"Wie geht es ihr?"
"Ganz gut. Sie wird heute noch entlassen."
Schweigend standen sie sich gegenüber.
Du...du kommst grad von Nicky?"
Mark nickte, dann sah er betroffen zu Boden.
"Oh Gott, geht es ihm...ich meine ist er...", Matze überschlug sich fast beim reden.
Lächelnd sah Mark sie an, und legte ihr eine Hand auf ihre Schulter. "Nein, nein. Mach dir keine Sorgen um ihn. Es geht ihm bald wieder besser."
Noch immer lag seine Hand auf ihrer Schulter.
‚Das fühlt sich so gut an’, ging es ihr durch den Kopf, und am liebsten hätte sie ihn ganz fest in ihre Arme genommen.
Erleichtert atmete Matze auf, und Tränen stiegen unbewusst in ihre Augen. Dann spürte sie einen kurzen Ruck, und fand sich, mit ihrem Gesicht an Marks Brust, wieder. Sie vergrub ihr Gesicht ganz tief in seinen Pullover, und Tränen rannen über ihr Gesicht. Mark streichelte zärtlich über ihren Rücken.
"Ist ja gut", versuchte er sie zu beruhigen.
"Lass uns was trinken gehen...", sagte er, und sah sie fragend an. "Wie heißt du eigentlich?"
"Madeleine, aber alle nennen mich nur Matze", sagte sie völlig verheult.
"Oh Gott, ich seh bestimmt schrecklich aus", sagte sie im nächsten Moment, und wischte sich die Tränen von ihren Wangen.
"Komm mal mit", sagte Mark, und zog sie hinter sich her.

"Hallo?...Ich bin ein Mann...ich komm jetzt rein!" rief er in die Damentoilette. Als er keine Antwort bekam ging er Hand in Hand mit Matze hinein.
Er drehte den Kaltwasserhahn auf, schnappte sich etwas Toilettenpapier und benässte es. Dann rieb er ganz sachte unter ihren Augen die verlaufene Mascara weg.
"Sieht schon wieder besser aus", sagte er leise, und lächelte sie an. Matze war völlig überwältigt. Und ohne zu überlegen gab sie Mark einen Kuss auf den Mund und bedankte sich flüsternd bei ihm.
Ehe sie auch nur realisieren konnte was sie da eben getan hatte, wurde sie von Mark aus der Toilette und zur Cafeteria des Krankenhauses gezogen.

Als Manja ihren Rucksack auf ihr und Jennys Bett in der Pension schmiss, hätte sie am liebsten die Lampe vom Nachttischchen mit runter gerissen.
"Wie können die nur?" rief sie immer wieder, und warf sich wütend auf ihr Bett.
Leises klopfen an die Tür ließ sie den Kopf nach rechts drehen.
"Wer ist da?"
"Ich bin’s, Robert."
"Na der hat mir zu meinem ganzen Glück grad noch gefehlt", murmelte sie, und schlich zur Tür.
"Was willst du?" fragte sie gelangweilt durch den Türspalt. Bevor sie aber auch nur eine Antwort bekam, stand Robert bereits in ihrem Zimmer.
"Ich kann mich zwar nicht daran erinnern dich reingebeten zu haben, aber bitte, komm doch rein", sagte sie maulend zu Robert, der es sich gerade auf ihrem Bett bequem machte.
"Da du mir mit Sicherheit eine Menge zu erzählen hast, hab ich uns eine kleine Stärkung mitgebracht", sagte er vergnügt, und hielt ihr eine Flasche Wodka und ein paar Dosen Red Bull entgegen.
"Eigentlich wollte ich richtig sauer auf dich sein, aber..."
Robert hatte einen Finger auf ihren Mund gelegt.
"Wann warst du jemals auf mich sauer?" fragte er mit Dackelblick, und strahlte seine beste Freundin an.
"Das ist es ja. Ich kann nicht sauer auf dich sein. Ich meine...du bist einfach immer da für mich. Und deine kleine Szene im Krankenhaus war wirklich einmalig."
Bestürzt fasste er sich mit einer Hand auf die Brust, die andere legte er mit dem Handrücken gegen die Stirn und verdrehte die Augen nach oben.
"Danke", sagte er schluchzend, und wischte sich eine unsichtbare Träne weg.
Lachend ließen sich die beiden auf das Bett fallen.

Der Autoschlüssel landete im hohen Bogen auf dem kleinen Tisch neben seinem Bett. Seine Hose und das Sweatshirt warf er auf sein Bett. Als er sich nun auch noch seiner Unterwäsche entledigt hatte, die er quer durch das Zimmer kickte, lief er ins Bad. Er brauchte jetzt dringend eine Dusche.
Pfeifend stand Mark unter der Dusche, und wusch sich die Haare.
"Ich hab eine Verabredung, ich hab eine Verabredung...lalala...lalala", sang er immer wieder, und sprang dabei wild in der Dusche rum.
"Aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!" schrie er plötzlich, als das Wasser nicht mehr warm, sondern eiskalt über seinen Körper floss. Draußen hörte er jemanden dreckig lachen.
"Barry! Du...du dämliches Arschloch!" brüllte Mark, machte die Dusche aus, wickelte sich ein Handtuch um die Hüfte und rannte seinem kleinen Bruder hinterher.

Matze war mehr als aufgeregt. Immer wieder rannte sie ins Bad um sich zu vergewissern, das ihre Frisur noch ordentlich und die Mascara auch noch dort war, wo sie hingehörte.
"Wie sehe ich aus? Kann ich so gehen? Bin ich auch nicht zu nuttig angezogen? Wird er mich mögen?"
Nadine und Jenny verdrehten die Augen und zerrten Matze auf das Bett.
"Jetzt bleib hier sitzen, du machst mich mit deiner ständigen Rumrennerei völlig fertig", tadelte Jenny sie. Nadine stimmte nickend zu.
"Wenn er dich nicht mögen würde, dann hätte dich Mark auch nicht nach einem Date gefragt, oder?" Nadine wußte das sie recht hatte, und war richtig neidisch auf ihre Freundin. Wie gern würde sie mit Shane ausgehen wollen? Sie stieß einen Seufzer aus, und lächelte Matze aufmunternd zu.

Nicky öffnete für einen kurzen Moment seine Augen, die ihm aber sofort wieder zu fielen.
Wo war er hier? Was ist passiert?
Noch einmal versuchte er seine Augen zu öffnen, aber er war zu schwach dazu.

Als es an der Tür klopfte, zuckte Matze erschrocken zusammen.
"Oh mein Gott, das ist er", flüsterte sie zu Nadine und Jenny. Sie stand langsam auf und ging zur Tür.
"Heeeeeyyyyyyyyy!" kam ihr eine Alkoholfahne entgegen, und Manja sank in ihre Arme.
"Was ist denn mit euch beiden los?" fragte Matze Manja und Robert, die mehr als schwankend und kichernd vor der Tür standen.
"Wir wollten ein bissl feiern. Was ist, macht ihr mit, hicks?" fragte Robert mit großen Augen und einem schiefen grinsen, als ihm jemand von hinten auf die Schulter klopfte.
"Na wen haben wir denn hier?" säuselte er zu dem Mann hinter ihm, der angewidert die Nase rümpfte, als ihm die Alkoholfahne entgegenschlug.
"Tut mir leid eure kleine Feier hier zu stören, aber ich würde euch gern jemanden entführen", sagte Mark, und sah Matze an, die verlegen zu Boden schaute.
"Wollen wir?" fragte er sie, und hielt ihr seinen Arm hin, damit sie sich bei ihm unterhaken konnte.
Mit einem schüchternen lächeln nahm sie sein verlockendes Angebot an, und hakte sich bei ihm unter. Gemeinsam gingen sie den Flur entlang, und ließen die anderen staunend zurück.
"Was will Mark denn mit Matze?" fragte Manja lallend, und rülpste. Kichernd sah sie Robert an, der ebenfalls grinste.
"Man seid ihr besoffen. Ihr stinkt ja zehn Meilen gegen den Wind", sagte Jenny, und wedelte mit der Hand vor ihrer Nase hin und her. Dann warf sie den beiden die Tür vor der Nase zu und ließ sie auf dem Flur stehen.


Als sie das vornehme Lokal betraten, kam ihnen auch schon der Restaurantleiter entgegen.
"Mr. Feehily, wir haben ihnen und ihrer reizenden Begleitung einen Tisch im hinteren Bereich unseres Restaurants reserviert, damit sie vor neugierigen und aufdringlichen Blicken verschont bleiben", säuselte er den beiden entgegen, und hätte leicht in das extrem knackige Hinterteil von Mark gepasst, in dessen Weg er sich mit seinem Geschleime gerade befand.
Sie wurden zu dem reservierten Tisch geführt. Mark zog einen Stuhl nach hinten und bat Matze, sich zu setzten. Dann schob er den Stuhl an sie ran, damit sie sicher Platz nehmen konnte. Dann setzte er sich ihr gegenüber an den Tisch.
Ein kurzes Schweigen setzte ein.
"Ähm...Ma...Ma...Matze", stotterte Mark plötzlich los, und biss sich verunsichert auf seine Unterlippe. Matze schreckte hoch und schaute ihn an.
"Ich wollte dir sagen, das du wirklich hübsch aussiehst, heute Abend." Mit einem schüchternen lächeln bedankte sie sich bei ihm, und zupfte verlegen an einer Ecke der Stoffserviette, die auf dem Tisch lag.
"Du siehst auch toll aus, aber wann tust du das mal nicht", antwortete sie ihm dann noch, als ein Kellner sich zu ihrem Tisch gesellte, und die Bestellung für die Getränke aufnehmen wollte.
"Ich kann ihnen einen hervorragenden Rotwein empfehlen", teilte der Kellner mit, als ihn Mark danach fragte. Zustimmend nickte Mark ihm zu, dann verschwand der Mann in seinem schwarzen Anzug, der sehr an einen Pinguin erinnerte, wieder, um kurz darauf mit einer Flasche Rotwein zurück zu kommen.

"Da wird wenigstens eine heute noch glücklich", seufzte Jenny, und ließ sich neben Nadine auf das Bett fallen.
"Sind dieser Robert und Manja eigentlich ein Paar?" fragte Nadine wie aus heiterem Himmel.
Jenny bog sich daraufhin vor lachen.
"Was ist denn daran bitteschön so witzig?"
"Nadine, Süße, der Typ ist so was von schwul, das geht schon gar nicht mehr schwuler", kringelte sich Jenny noch immer auf dem Bett hin und her. Nun musste auch Nadine lachen.
"Was da schon wieder abgeht, interessiert mich", sagte Manja, die vor der Tür auf dem Boden saß, und mit dem Rücken an der Tür lehnte. Sie schob sich nach oben, öffnete die Tür und ging hinein.
"Was habt ihr denn für Probleme?" rief sie dem lachenden Knäuel auf dem Bett zu.
"Nadine...dachte...du und Robert, sie dachte...ihr wärt...zusammen", sagte Jenny nach Luft schnappend. Manja warf ihren Kopf nach hinten, und musste nun auch lachen.
Alle drei bemerkten nicht den Mann, der hinter Manja stand, und mehr als glücklich aussah.

"Bitte entschuldige", sagte Mark, als sein Handy klingelte.
"Ja, wer stört?"
"Mark, du musst ins Krankenhaus kommen! Es ist wegen Nicky!"
Mark sah Matze an, aber schien sie nicht wahr zu nehmen. Plötzlich sprang er von seinem Stuhl auf.
"Ich muß sofort ins Krankenhaus. Es ist was mit Nicky."
"Ich komm mit", sagte Matze schnell, und sprang ebenso wie Mark von ihrem Stuhl auf. Schnell verließen sie das Restaurant. Mark sagte noch irgend etwas zu dem Restaurantleiter, dann ging er zu Matze, die bereits vor dem Restaurant wartete.

"Hey Bryan! Was grinst denn du wie ein Honigkuchenpferd?" fragte Jenny, als sie ihn erblickte. Manja verstummte augenblicklich, denn sie hatte noch ein Hühnchen mit dem Kerl zu rupfen.
"Mitkommen!" sagte sie zu ihm, und zog ihn am Hemdkragen aus dem Zimmer, bevor der Ärmste auch nur etwas sagen konnte.
"Was denkst du eigentlich wer du bist? Glaubst hier einen auf...", weiter kam sie nicht, denn Bryan hatte ihr seine Hand auf den Mund gelegt.
"So gern ich dieses Gespräch auch fortsetzten würde, aber es gibt Neuigkeiten von Nicky", sagte er zu ihr.
Mit großen Augen sah sie ihn an, und riss seine Hand nach unten.
"Was für Neuigkeiten?"
"Er...er...er ist wach. Einfach so, bumms", sagte Bryan, und klatschte dabei in seine Hände. Manja fiel ihm glücklich um den Hals, drückte ihm einen Knutscher auf die Wange und drückte sich fest an ihn.
Bryan der gar nicht wußte wie ihm geschieht, legte seine Arme um sie, und drückte sie auch fest an sich. Er strich sanft über ihren Rücken und schloss seine Augen, um diesen Moment genießen zu können, der sofort von Nadine und Jenny unterbrochen wurde.
"Was ist mit Nicky?"
"Er ist aufgewacht", sagte Manja glücklich.
Bryan sah, wie ihre Augen glänzten und sah plötzlich etwas irritiert und traurig aus.
‚Sie liebt ihn.’, dachte er sich, dann ging er schon zu den Aufzügen, um dann dort auf die drei Mädels zu warten. Tränen stiegen in seine Augen.
"Warum bist du auch immer so bescheuert, McFadden", sagte er wütend zu sich selbst, und haute auf den Knopf, um den Aufzug zu holen.

Matze hielt sich in jeder Kurve fest, und schaute beängstigend auf die Straße, und dann zu Mark.
"Könntest du vielleicht ein bisschen langsamer fahren? Sonst sind wir auch bald reif für die Klinik", sagte sie, bevor sie sich wieder im Sitz fest krallte.
"Habt ihr Frauen eigentlich nichts besseres zu tun, als ständig an uns Männern rum zu nörgeln?"
Was sollte das denn jetzt?
Matze konnte darauf nichts erwidern. Mit einen Ruck hielt der wagen, Mark sprang aus dem Auto und rannte zum Hintereingang des Krankenhauses. Matze stieg ebenfalls aus, konnte aber wegen ihrer hohen Absätze nicht so schnell laufen.
Wartend drehte Mark sich an der Tür um. Als er sah, das Matze wie eine kleine Japanerin im Kimono auf ihren Schuhen zur Tür getippelt kam, wurde es ihm zu bunt. Er riss die Tür auf, und stürmte ins Innere.
"Toll! Der Typ ist ja echt der Gentleman der ersten Stunde", bemerkte sie trocken, und tippelte weiter.
"Ich zieh noch mal diese Dinger hier für einen Typen an. Wie macht das die dumme Carey nur, das die auf diesen Dingern laufen kann?" Matze stiegen Tränen der Verzweiflung und der Wut in die Augen. Dann erreichte auch sie endlich die Tür, und ging hindurch.

"Wo ist er? Wie geht es ihm? Kann mir überhaupt jemand etwa sagen?"
Von weitem konnte sie Mark schon hören, auch wenn sie ihn noch nicht sah.
"Mensch, wo warst denn du so lange?" hörte sie ihn fragen. Als sie ihm antworten wollte merkte sie aber, das nicht ihr die Frage galt, sondern Bryan, der so eben mit Manja, Nadine und Jenny das Krankenhaus betreten hatte, und nun hinter Matze stand.
Er drängelte sich an Matze vorbei und ging auf seinen Kumpel zu.
"Weißt du schon was genaues?"
"Nein. Hier scheint sich keiner verantwortlich zu fühlen", bemerkte Mark etwas lauter, als sich ihnen eine Schwester näherte.
"Miss, Miss...können sie uns vielleicht sagen...", weg war sie.
Mark stampfte mit dem Fuß auf, und rannte hinter den Thresen der Anmeldung.
"Mensch Feehily, was machst du denn da?"
"Das wirst du gleich sehen", sagte er langsam, dann haute er mit der flachen Hand auf die Tischplatte.
"Zimmer 109", rief er vergnügt, und rannte auch schon los.
"Manchmal wundere ich mich immer wieder über ihn", sagte Bryan kopfschüttelnd, und folgte ihm mit den vier Mädels im Schlepptau.

Langsam und zögernd öffnete sich plötzlich die Tür, auf die er die ganze Zeit gestarrt hatte. Dann breitete sich ein lächeln auf seinem Gesicht aus.
"Hey Kleiner!" wurde er von Mark und Bryan begrüßte.
"Hallo ihr", sagte Nicky noch etwas schwach.
"Wir sind so schnell gekommen wie es ging."
"Danke Mark. Ich hoffe, ich hab euch nicht von irgend etwas abgehalten."
"Um Gottes Willen, nein", winkte Mark ab, und setzte sich zu ihm ans Bett. Den Blick von Matze konnte er dabei nicht sehen, zu seinem Glück.
"Was gibt’s denn schon wichtigeres als seinen Kumpel?"
Bryan stand noch immer etwas betreten in der Gegend rum. Ihm war das ganze etwas unangenehm hier, obwohl er sich eigentlich tierisch freuen müsste. Aber er kannte die Gefühle von Manja für Nicky, aber er dachte auch zugleich an Georgina. Wo war die eigentlich?
"Sag mal, Nixter. Wo ist eigentlich deine Georgina?"
Nickys Augen füllten sich mit Tränen.
"Ihr wisst es noch gar nicht, oder? Ich hab mich von ihr getrennt. Ich...da waren keine...ach scheiße Jungs. Ich hab sie einfach nicht mehr geliebt."
Das war nun die Antwort, die Bryan überhaupt nicht hören wollte.
"Ihr habt euch getrennt? Einfach so, von heute auf morgen? Wieso das denn?" Bryan stierte seinen Freund an, dann fuhr er sich mit beiden Händen über den Kopf, und raufte sich die Haare.
"Ich...lieb sie eben nicht mehr", sagte er leise, und sah dabei unbemerkt Manja an.
"Jetzt lasst ihn doch mit euern blöden fragen in Ruhe. Er wird schon wissen, warum er sich von ihr getrennt hat", sagte sie schnell, denn sie hatte den Blick von ihm ganz genau deuten können.
"Na jetzt verstehe ich das erst einmal", sagte Bryan, und lachte dreckig.
"Du bist seine neue Schnalle", sagte er weiter, und stupste Manja leicht an der Schulter an.
"Ich glaub du hast schlecht geschlafen, Bryan. Du weißt ja nicht, was du da redest", mahnte sie ihn, und warf ihm einen wütenden Blick zu.
"Ähm, ich will ja diese nette Zweisamkeit zwischen euch beiden nicht stören, aber könntet ihr eure kleine Beziehungskrise nicht auf dem Gang klären", mischte sich Nadine nun ein, die allmählich die Schnauze voll hatte. Jeder reißt sich hier ein Bein wegen Manja aus, aber sie wird nicht einmal für wahr genommen. Nicht einmal von Shane, der gerade das Zimmer betrat, und sich neben sie stellte.
"Hi", flüsterte er ihr augenzwinkernd zu.
"Was ist denn hier los", flüsterte er weiter, als er die gedrückte Stimmung bemerkte.
Nadine schüttelte nur den Kopf. "Ist wahrscheinlich alles zu viel für jeden von uns hier", sagte sie leise, und erwiderte sein lächeln etwas schüchtern.
Bryan wurde mal wieder am Hemdkragen nach draußen gezogen.

"Sachte ja?! Das Teil war teuer", schnauzte er sie an, und schlug ihre Hand leicht von dem Kragen weg, als sie aus der Hintertür des Krankenhauses ins Freie traten.
"Was ist dein Problem?"
"Ich hab kein Problem."
"Das sehe ich aber anders!"
"Wer hat hier denn wem den Freund ausgespannt."
"Du kannst so bescheuert sein, Bryan. Hat dir das schon einmal jemand gesagt?" Manja drehte sie auf der Stelle um, und rannte zu den Taxen. Sie stieg ein, und fuhr davon.
"Wieso bin ich immer das Arschloch?" schrie Bryan ihr wütend hinterher, und hatte in Null Komma Nix die Aufmerksamkeit der Fans auf sich gezogen, die vor dem Haupteingang des Krankenhauses warteten.
"Bryan! Bryan! Bryan! Wie geht es Nicky?” schrieen ein paar Mädels.
"Bryan! Ich liebe dich!" eine andere.
"Ich will ein Kind von dir, Bryan!"
Häh? Das war ja wohl die Härte! Schnell rannte er zurück ins Krankenhaus.

"Mensch Nicky, du hast uns allen einen fürchterlichen Schrecken eingejagt", sagte Shane, als er zu seinem Freund ging und ihn umarmte.
"Ich hab schon versucht Georgina..."
"Shane, nicht", sagte Mark, und hielt sich den Finger auf den Mund. Shane nickte. Er konnte sich denken was er meinte. Wie oft hatte sich Nicky in den letzten Monaten bei Shane ausgeheult wegen Georgina.
Er liebe sie nicht mehr, und er würde noch immer an Mandy hängen. Aber er habe da jemanden im Internet kennen gelernt. Er glaubte, das diese Frau seine Mandy kennen würde, und er müsse sie unbedingt kennen lernen. Außerdem glaubte er, er habe sich in diese Unbekannte verliebt. Shane zählte langsam eins und eins zusammen. Nicky hatte sich in Manja verliebt.
"Habt ihr alles klären können?" wurde Bryan von Mark gefragt, als er wieder ins Zimmer kam. Er schüttelte nur mit dem Kopf.
Jenny stöhnte auf, und ließ sich auf den Boden sinken.
"Wie lange soll dieses Theater eigentlich noch gehen, Bryan?"
Alle starrten sie an.
"Du liebst sie, sie liebt dich. Knutschi, Knutschi, stöhn, stöhn, fertig. Ich weiß gar nicht, warum ihr euch das Leben so schwer macht. Ich hätte schon längst Nägel mit Köpfen gemacht." Jenny sah auf, und sah in 4 verdatterte Gesichter.
"Hab ich das jetzt gerade laut gesagt?" fragte sie zögerlich, und ihr Gesicht färbte sich dunkelrot.
"Ey, Casanova. Worauf wartest du dann noch?" fragte Shane, und klopfte Bryan ermutigend auf die Schulter.
"Bryan?" hörten sie plötzlich Nicky.
"Tu ihr nicht weh, okay. Das hat sie nicht verdient. Mach du sie wenigstens glücklich."
Wer sollte da jetzt noch durchblicken?

Manja packte ihren Koffer. Sie musste weg hier. Sie hatte keine Nerven mehr für dieses Theater. Sie konnte nicht behaupten Bryan zu lieben, nach all den Vorkommnissen, aber es waren eindeutige Gefühle ihm gegenüber vorhanden.
Dann war da aber auch noch Nicky. Was sollte sie nur tun? Sie hatte Nicky auch sehr gern, aber würde sie ihm auch solche Gefühle entgegenbringen können wie sie sie Bryan entgegenbrachte?
"Autsch! So eine verfluchte...!" schrie sie auf, als sie sich ihren Fuß am Bett stieß.
"Wo willst du denn hin?" fragte plötzlich Robert.
"Ich...ich...ich...das ist alles so...", sie suchte nach den richtigen Worten, brachte aber nur Gestammel raus.
"Wieso habt ihr eigentlich nie solche Probleme mit Männern?" Sie fiel ihm heulend um den Hals.
Robert zog sie runter auf das Bett, und setzte sich neben sie.
"So schlimm, Süße?"
"Ich glaub, ich hab mich in Bryan verliebt, Rob, aber er..."
"Schh, der braucht eben etwas länger. Schließlich ist er Ire. Die kommen nun mal fast immer zu spät", versuchte er seine Freundin auf zu muntern.
"Ich hab mich, nein ich fühl mich immer so wohl in seiner Gegenwart. Hattest du auch schon mal das Gefühl, dich in jemanden verliebt zu haben, obwohl du ihn nur kurz gesehen hast?" Rob nickte.
"Und genau dieses Gefühl hab ich bei Bryan. Er ist genau die Art von Mann, mit dem ich zusammen sein möchte. Ich kann mit ihm ernsthaft reden, aber in der nächsten Sekunde kringeln wir uns vor lachen auf dem Boden. Ich hab das Gefühl bei ihm geborgen zu sein, immer eine Schulter zum anlehnen zu haben, aber er stößt mich immer wieder weg. Mach ich vielleicht alles falsch?"
"Du machst nichts falsch", hörten sie plötzlich jemanden sagen, aber es war auf keinen Fall Robert.
Sie hatte gar nicht bemerkt, wie Robert seinen Platz mit Bryan getauscht hatte, als dieser plötzlich im Zimmer stand.
Mit verheultem Blick sah sie zu ihm auf.
"Ich war so blöd, Manja", sagte er leise und mit zitternder Stimme.
"Ich...ich..."
"Sch" machte Manja. Dann küsste sie ihn einfach.
Bryan erwiderte ihren zaghaften Kuss.

Matze musste hier schnell weg.
Der Abend hatte so wunderbar begonnen, aber dann entwickelte sich alles zum Desaster.
Wie oft hatte sie sich gewünscht, einmal mit Mark Essen zu gehen, oder wenigstens einen Abend mit ihm zu verbringen. Dann war das große Ereignis da, und alles wurde mit einem einzigen Schlag zu nichte gemacht.
"Ich wird dann mal gehen. Ich ...", unterbrach sie, denn sie wurde eh von niemandem für wahr genommen. Mark schaute auch nur ganz kurz auf, nickte ihr zu, und das war’s dann auch schon.
"Arschloch", murmelte Matze, als sie auf dem Gang des Krankenhauses stand, und sich auf den Weg zur Pension machen wollte.
"Wir kommen mit, warte", sagten plötzlich Nadine und Jenny, die auch keinen Bock mehr hatten hier zu bleiben.
"Ähm, Nadine. Warte doch mal bitte."
War das tatsächlich? Nein, das konnte er nicht sein.
Ein Kribbeln zog durch ihren ganzen Körper, als plötzlich Shane vor ihr stand.
"Würdet ihr uns bitte einen Moment allein lassen?" fragte er höflich Matze und Jenny, die neben Nadine stehen blieben.
"Ist ja schon gut", maulte Jenny, und zog, mit Matze im Schlepptau, ab.

"Ich, ähm, ich wollte dich fragen, ob ich...hast du heute noch etwas geplant? Ich meine geht ihr heute noch weg?"
"Nicht das ich wüsste. Jedenfalls ist bis jetzt noch nichts geplant. Wieso fragst du?"
"Ich wollt fragen, ob wir beide...", Shane konnte den Satz vor lauter Nervosität nicht beenden.
"Willst du mich nach einem Date fragen?"
Nadine kam sich gerade wie in einem dieser typischen amerikanischen Teenie - Filme vor.
Shane nickte mit dem Kopf, und sah sie erleichtert an.
"Ich würde gern mit dir ausgehen, Shane", sagte Nadine, und konnte ihr Glück noch gar nicht fassen.
"Ich geh mich nur schnell von Nicky verabschieden, dann können wir auch gleich los. Ich hoffe das kommt jetzt nicht zu plötzlich für dich."
"Ich würde mir schon noch etwas anderes anziehen wollen." Sie sah an sich runter.
"Wieso? Du siehst doch gut aus? Was willst du denn mehr?"
"Ich will perfekt aussehen."
Ehe sie sich versah küsste Shane sie.
"Du bist schon perfekt für mich."
War das gerade wirklich passiert? Hatte sie Shane gerade geküsst? Das konnte doch nur wieder einer ihrer unzähligen Tagträume sein.
Da, es passierte schon wieder. Sie spürte seinen Lippen auf ihren.
"Lass uns gehen", flüsterte er ihr zärtlich ins Ohr, während seine Hände an ihren Hüften Halt fanden.

"Warum bist du eigentlich so aufgestylt, Mark?" fragte Kian plötzlich.
"Ich war mit Matze unterwegs, als ich die Nachricht wegen Nicky bekam."
"Und wo ist sie?"
"Wer?"
Kann ein Mensch so schwer von Begriff sein?
"Deine Mutter."
"Was hat denn meine Mutter..."
"Oh man, Feehily! Bist du so blöd, oder tust du nur so? Matze! Ich meine Matze!" rief Kian, und schlug Mark mit der flachen Hand auf die Stirn.
"Ist da oben überhaupt jemand anwesend?"
"Oh verdammt! Die hab ich ja ganz vergessen." Mark schlug sich mit der flachen Hand gegen seine Stirn.
Er sah Kian an, dann hinterließ er nur noch eine Staubwolke, und war verschwunden.

Es war ein Gefühl, als würde sie schweben. Manja genoss die Küsse von Bryan unendlich.
Wie lange hatte sie sich nach einem Kuss von ihm gesehnt? Eigentlich wäre sie ihm am liebsten noch auf dem Flug nach London auf den Schoß gesprungen, nachdem sie sich vor der Bordtoilette kennen lernten. Sie musste lachen.
"Was ist?" fragte Bryan, und zog sie kurz von sich weg, um sie an zu sehen.
"Kannst du dich noch an unser erstes Treffen erinnern?"
"Oh ja", sagte Bryan, und gab ihr einen Kuss.
"Wo habt ihr euch eigentlich kennen gelernt? Vor der Toilette im Flugzeug." Manja fiel fast von seinem Schoß, als sie das sagte.
"Stimmt nicht. Ist ja total falsch!"
"Häh? Na klar haben wir uns das erste Mal vorm Klo getroffen."
"Sie meinte ich nicht", äffte Bryan sie nach.
Manja verstand nicht was er meinte.
"Du hast Jenny nach der Musik gefragt, die sie gerade hörte. Daraufhin hat sie dir die Kopfhörer und unsere erste Cd gegeben, die du skeptisch gemustert hast. Bei Nicky bist du stehen geblieben, und hast dir sein Dankeschön durchgelesen. Dann drehte ich mich kurz um, da du irgendetwas sagtest, darauf hin hast du mich dann angemotzt, aber sofort wieder entschuldigt. Da hat es bei mir mächtig gefunkt."
Jetzt wo er alles erzählte, fiel es ihr auch wieder ein. Sie nickte ihm zaghaft zu, und pflichtete Bryan bei.
"Und jetzt sitzt du hier auf meinem Schoß und ich bin richtig happy."
Er legte eine Hand unter ihr Kinn, hob es leicht an, dann näherten sich seine Lippen ihrem Mund. Sie fanden sich zu einem Kuss, der alles um sie herum vergessen ließ.

‚Wo kann die nur sein?’, fragte sich Mark in Gedanken versunken, als er keine Antwort aus ihrem Zimmer bekam. Aber er hörte doch jemanden reden? Es kam aus dem Nachbarzimmer.
Er klopfte und wartete ab. Dann klopfte er noch einmal. Nichts. Aber es waren doch Stimmen zu hören.
"Hallo? Matze?"
Die Tür flog auf, und Bryan stand in der Tür.
"Mark, was willst du denn hier?"
"Hast du vielleicht Matze gesehen?"
Bryan drehte sich zu Manja.
"Weißt du wo Matze ist, Manja?"
"Nein, wieso? Ist was passiert?" fragte sie, und kam ebenfalls zur Tür.
Bryan zog sie zu sich in seine Arme. Er konnte einfach nicht die Finger von ihr lassen.
"Wolltet ihr nicht zusammen weg gehen, Mark?"
"Ja, waren wir ja auch. Aber dann kam das mit Nicky dazwischen, und ich hab sie einfach vergessen."
"Die wichtigste Regel überhaupt, Mark. Gebe einer Frau nie das Gefühl vergessen worden zu sein, wenn du mit ihr verabredet warst."
"Na das sagt der Richtige", murmelte Manja, und ging schnell in Deckung.
"Du entschuldigst uns?" fragte Bryan, warf Mark die Tür vor der Nase zu, und schnappte sich Manja.

Mark wollte gerade nach unten gehen, als ihm Matze entgegen kam. Er sah, das sie weinte.
Als sie ihn erblickte, drehte sie auf dem Absatz um, und lief wieder nach unten. Mark folgte ihr schnellen Schrittes.
Vor der Pension konnte er sie gerade noch davon abhalten, wieder in das Taxi zu steigen, das sie anscheinend gerade her gefahren hatte.
"Es tut mir leid, Matze, wirklich. Du musst mir glauben, das war alles einfach zu viel für mich."
"Was denkst du eigentlich, wer du bist? Du meinst wohl auf den Gefühlen anderer rumtrampeln zu dürfen, wie es dir grad in den Kram passt." Matze redete sich richtig in Rage.
"Aber..."
"Ich bin noch nicht fertig mit dir", hob sie abwertend die Hand, und zwang ihn somit zu Ruhe. Mark verstummte augenblicklich.
"Ich hatte mich so auf diesen Abend mit dir gefreut. Ich hab meine Freundinnen fast in den Wahnsinn getrieben, weil ich einfach perfekt aussehen wollte, nur für dich. Diese dämlichen Schuhe hier, haben mich fast zum Krüppel gemacht, nur weil ich dachte, ich könnte dir so gefallen. Du bist nicht einfach nur Mark von Westlife für mich, weißt du. Du bist einfach nur Mark aus Sligo für mich. Ein Typ der für sein Leben gern singt, und das auch noch verdammt gut, ein Typ der so schusselig ist, das man ihm eigentlich nicht böse sein kann. Du bist einfach jemand, den man gern haben muß, ob man nun will oder nicht. Ich hab dich gern, weil du einfach ein Mensch geblieben und nicht abgehoben ist, aber leider wurde diese Erkenntnis gerade völlig zerstört. Du bist auch nicht anders als die anderen, die nur auf eine Nummer aus sind, und dann ab in die nächste Stadt."
Tränenüberströmt und völlig außer Atem sah sie ihn an.
"Lass mich einfach in Ruhe, Mark. Lass mich einfach in Ruhe." Sie ging zurück in die Pension, ohne sich auch nur einmal umzudrehen, und ließ Mark im plötzlich einsetzenden Regen stehen.
"Danke!" schrie er mit erhobenen Armen Richtung Himmel, als ob er den Wettergott anbeten würde.

"Na warte, du...das zieht jetzt ernsthafte Konsequenzen mit sich!" rief Bryan, als er Manja durch das Zimmer jagte. Kreischend und lachend stürmten sie quer durch den Raum, über das Bett, wieder quer durch den Raum, bis Bryan sie an einem Arm zu fassen bekam, und auf das Bett schmiss. Er flog gleich hinterher.
"Nein!" schrie Manja und lachte laut, als Bryan sie überall kitzelte. Er hatte sich auf sie gesetzt, so daß sie sich nicht wehren konnte.
"Bitte! Hör auf! Ich...ich...mach mir gleich...in die Hosen", jappste sie nach Luft. Er hörte auf, aber machte keine Anstallten von ihr runter zu gehen.
"Würdest du bitte so freundlich sein, und mich mal für kleine Mädchen gehen lassen?"
Mit einem Blick der nichts gutes zu verheißen schien, ließ er grinsend von ihr ab, und setzte sich so auf das Bett, das er mit dem Rücken an der Wand lehnte. Manja rannte schnell ins Bad.
Als sie wieder kam, saß Bryan noch immer so da, hatte aber die Augen geschlossen.
‚Er sieht so verdammt gut aus’, dachte sich Manja, krabbelte zu ihm, und legte ihren Kopf in seinen Schoß. Dann schloss auch sie die Augen, und war kurz darauf eingeschlafen.

"Warte! Lass deine Augen bitte noch geschlossen", bettelte Shane, als er Hand in Hand mit Nadine auf einer großen Koppel stand.
"Ich hoffe, du liebst das hier genauso wie ich", sagte er, und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
"Jetzt mach die Augen auf", wisperte er ihr anschließend ins Ohr, stellte sich hinter sie, und schlang seine Arme um ihren Bauch.
Nadine öffnete ihre Augen.
"Oh Shane, das ist ja...traumhaft", sagte sie begeistert, drehte sich zu ihm um und gab ihm einen Kuss.
"War das denn schon alles?" bettelte er, bevor sie in einen langen und gefühlvollen Kuss versanken.
Etwas stieß Nadine an der Schulter an, und sie drehte sich um.
"Aah!" schrie sie auf, als ihr plötzlich eine Pferd seine Nüstern ihrem Gesicht entgegen streckte.
"Carlton Clover, geh weg!" rief Shane, dann zog er Nadine wieder an sich, und sie küssten sich wieder.
"Ich könnte das stundenlang mit dir machen, weißt du das, Nadine. Ich bin einfach total happy im Moment."
Nadine lächelte ihn verliebt an, und kuschelte sich an ihn. Sie genoss es in seinen starken Armen zu sein. Der Duft seines Aftershaves raubte ihr fast die Sinne, und sie grub ihre Nase fast in seinen Halsbereich, um den Geruch ganz tief einzuatmen.
"Was...das kitzelt...oh man", stöhnte Shane plötzlich, als Nadines Zunge seinen Hals entlang schlängelte.
"Nicht aufhören, bitte", flüsterte er, und zog sie noch fester an sich. Ihre Hände wanderten unter seine Jacke, und strichen langsam über seinen Rücken.
Shane nahm ihr Gesicht in seine Hände, und er strich mit seinen Daumen zärtlich über ihre Wangen. Langsam näherte sich sein Gesicht ihrem. Ganz behutsam ertasteten seine Lippen ihren Mund, bevor sie sich zu einem leidenschaftlichen Kuss fanden.
Ganz langsam ließen sie sich auf den Boden gleiten, und Shane rollte sich auf sie. Immer fordernder wurden die Küsse der beiden.
"Komm mit", sagte Shane, und zog Nadine wieder nach oben und ging mit ihr in einen Stall.
Wieder begannen sie sich zu küssen. Shane zog ihr die Jacke aus, seine Hände wanderten unter ihr Shirt und tasteten sich zum Verschluss ihres BHs vor.
"Shane....nein. Das geht mir alles zu schnell. Bitte nicht."
Er lehnte seinen Kopf gegen ihre Stirn, atmete tief aus, dann gab er ihr einen Kuss auf die Stirn.
"Tut mir leid. Ich will dich zu nichts drängen, was du nicht auch möchtest."
Sie küssten sich noch einmal, dann liefen sie wieder zu seinem Wagen.

Als sie die Zimmertür aufschloss sah sie Jenny, die wie eine Irre durch das Zimmer raste, und ihre Klamotten in ihren Koffer warf.
"Jenny? Was ist denn..."
"Ich hab die Schnauze endgültig voll. Ich bin fertig mit Irland, ich bin fertig mit Westlife und vor allem, ich bin fertig mit Manja. Diese verlogene Schlampe!" Tränen rannen in Strömen über ihr Gesicht.
"Was lässt du denn da für einen Unsinn von dir?"
"Sie weiß ganz genau, das ich total auf ihn abfahre, aber sie hat ja nix besseres zu tun als mit ihm jetzt in irgendeinem Zimmer hier zu sein, und..."
"Jenny! Jetzt halt aber mal die Luft an!" Matze konnte nicht glauben, was hier gerade passierte.
Sollen es ausgerechnet die Jungs, die ihnen so viel bedeuten es schaffen, einen Keil zwischen ihr Freundschaft zu treiben?
"Ich steh nicht auf Teenies...Die ist doch auch nicht älter als Bryan. Sie sind beide 21!" schrie Jenny aufgebracht weiter. Matze merkte, das sie fürs erste nicht zu beruhigen war.
"Und deswegen willst du jetzt abhauen?"
"Was will ich denn noch hier?"
"Jetzt beruhige dich erst einmal, und dann reden wir weiter. Okay Jenny?"
"Ich will mich aber nicht beruhigen", rief sie zornig und stürmte aus dem Zimmer.
Was hatte sie vor?
"Wenn ich ihn nicht haben kann, dann kriegt sie ihn auch nicht", zischte sie wütend, und rannte an die kleine Rezeption der Pension.

Kian verließ das Krankenhaus und schlenderte zur Pension zurück. Er wollte mit seinen Freunden noch etwas trinken gehen.
Nicky lag in seinem Bett und dachte an Mandy und an Manja. Wie konnten zwei völlig fremde Frauen, sich doch so ähnlich sein?
"Ich wünsch dir viel Glück mit ihm", flüsterte er, und schlief ein.

Rums!
"Ja kannst du denn nicht aufpassen!" schrie Jenny den Typen an, der sie gerade umgerannt hatte.
"Oh, hi Jenny. Und hast du was da unten gefunden?"
"Ich bin nicht gerade zu Scherzen bereit, also den Blödsinn gleich mal", fauchte sie zurück.
Abwertend hob er seine Arme. "Bitte entschuldige die Frage, aber welche Laus ist denn dir über die Leber gelaufen?"
Jenny rappelte sich auf, dann warf sie Kian nur noch einen vernichtenden Blick zu, bevor sie an die Rezeption ging.
Kian packte sie am Arm.
"Mitkommen, dalli, und halt bloß die Klappe!"
Wild um sich schlagend wurde sie hinter ihm hergezogen. Die Leute in der Lobby sahen sich schon tuschelnd nach den beiden um.
Vor einem Zimmer machten sie halt. Kian sperrte auf, und stieß sie sanft ins Innere.
"Und jetzt will ich alle Einzelheiten hören, und komm mir nicht mit dem dummen Spruch: Das geht dich überhaupt nichts an, bla bla bla."
"Was denkst du eigentlich, wer...."
"Ich will so einen Scheiß nicht hören, Jenny!"
"Was willst du denn dann hören?"
"Ich denke, das weißt du selbst ganz genau", sagte Kian mit erhobenen Augenbrauen und gerunzelter Stirn.
"Oh, muß ich mir das gefallen lassen?" presste sie wütend hervor.
Sie stürmte zur Tür, aber Kian war schneller. Mit einem wuchtigen Knall stieß er die Tür wieder zu, und legte demonstrativ seinen Arm davor.
"Bist du bescheuert, Egan?"
"Danke das du mich an meinen Namen erinnerst, aber für dich noch immer Kian oder Mr. Egan."
Jenny kochte innerlich, dann liefen ihr Tränen wie Sturzbäche das Gesicht herunter. Sie sackte zu Boden.

"Ich...ich...hasse sie. Wie konnte sie nur? Er...sie...sie weiß genau,...was er mir...bedeutet", schluchzte sie, und hielt sich die Hände vor’s Gesicht. Kian hatte sich mittlerweile neben sie gesetzt, und legte einen Arm um ihre Schulter.
"Manja und Bryan?" fragte er vorsichtig, dabei kannte er längst die Antwort. Jenny nickte.
"Ach Kleines. Gegen die Gefühle und Neigungen anderer sind wir nun mal total machtlos. Wir können sie nicht beeinflussen, jedenfalls nicht so wie wir das gern hätten."
"Aber sie weiß, wie gern ich ihn hab, Kian."
"Trotzdem glaube ich nicht, das sie sich aus purer Absicht in ihn verliebt hat. Dazu gehören immer zwei, und Bryan hatte sich schon am Flughafen in deine Freundin Hals über Kopf verliebt."
Das wußte Jenny noch nicht. Woher denn auch?
"Woher weißt du das?"
"Er ist einer meiner besten Freunde. Wir unterhalten uns ab und zu auch mal. Kannst du dir das vorstellen?" versuchte er sie auf zu muntern, was ihm etwas gelang, denn Jenny lächelte für einen Moment.
Dann fing sie Kian an zu erzählen, welche Gedanken sie hatte, bevor er mit ihr zusammen stieß. Kian schreckte hoch, und konnte kaum glauben, was er da hörte.

"Magst du etwas trinken?" hörte Nadine Shane aus der Küche fragen. Sie ging zu ihm und gab ihm ihre Bestellung.
"Warm oder kalt. Wie magst du ihn denn am liebsten?"
"Warm schmeckt er einfach am besten, aber ich will dir hier keine Umstände machen, Shane."
"Komm mal her", sagte er zu Nadine, und hielt ihr seinen ausgestreckten Arm entgegen. Nadine legte ihre Hand in seine, und Shane zog sie vorsichtig an sich.
"Du machst mir überhaupt keine Umstände. Ich würde dir jeden Wunsch erfüllen, damit du glücklich bist", sagte er, und sah ihr dabei tief in die Augen. Nadine wurde etwas unsicher bei diesem Blick, denn sie konnte nicht genau erkennen, was er damit meinte.
"Du kannst gern schon ins Wohnzimmer gehen, während ich dir einen Kakao koche." Er gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze und drehte sich um, um sich um das Getränk zu kümmern.
‚Er ist so wahnsinnig lieb’, dachte Nadine, als sie sich auf die weiße Ledercouch fallen ließ. Dann ließ sie ihren Blick in dem Raum umher wandern. Dabei blieben ihre Augen an den ganzen Auszeichnungen hängen, die er bis jetzt schon mit Westlife hatte verliehen bekommen. Sie ging zu dem Regal auf dem sie alle standen, und sah sie sich näher an. Ihr Blick fiel dabei auf ein Foto von Shane mit Georgina. Er lächelte glücklich in die Kamera, als das Foto gemacht wurde. Sie hatte sich an ihn gelehnt, und sah auch mehr als glücklich aus.
Da wurde Nadine plötzlich bewusst, das sie Shane bestimmt nie so glücklich machen könnte. Zweifel machten sich in ihr breit.
‚Wie konnte ich auch nur so ein Rindvieh sein und annehmen, das er es ernst mit mir meint? Ich hätte doch schon in der Scheune schalten müssen, das er nur das eine von mir will’, ging es ihr durch den Kopf. Tränen bahnten sich ihren Weg in ihre Augen, aber sie wollte nicht weinen. Nicht in seinem Haus, nicht vor seinen Augen. Aber was sollte sie denn jetzt tun? Einfach wegrennen und so tun, als wäre nichts gewesen?
Wie oft hatte sie sich denn nach diesem Moment gesehnt. Sie wollte in seinen Armen liegen, seinen ganzen Körper mit Küssen bedecken und ihm ganz nah sein.
"Hier ist dein Kakao", wurde die Stille unterbrochen. Erschrocken drehte sie sich zu ihm um.
"Was ist? Du guckst, als ob du gerade einen...". dann sah er den Grund. Schnell ging er zu Nadine, die ihre Tränen nicht mehr zurück halten konnte, wie sie es sich eigentlich geschworen hatte.
"Ich weiß was du jetzt denkst Nadine, aber so ist das nicht."
Nadine lächelte gequält. Fängt der Satz aller Sätze nicht auch immer so an? Es ist nicht so, wie es aussieht.
"Ich weiß nicht, um ehrlich zu sein, was ich eigentlich denke." Sie wischte sich schnell eine Träne weg, die ihre Wange hinunter lief.
"Du weißt, das ich nur ein einfacher Fan bin Shane, aber ich möchte nicht, das du deswegen mit mir deine triebst." Sie holte tief Luft. "Ich hab dich wirklich sehr gern, aber ich glaube das hier ist ganz anders, als ich es mir jemals erträumt habe. Im Grunde genommen kenne ich dich gar nicht, genauso wie du mich nicht kennst."
"Ich weiß schon mal, dass du heiße Schokolade magst", versuchte Shane etwas Witz in die ganze unangenehme Angelegenheit zu bringen.
"Shane bitte. Mach dich nicht lustig über mich", sagte sie, und sah ihn mit einem fast schon flehenden Blick an.
"Ich glaub einfach, dass du zu deiner Georgina gehörst Shane."
Hatte sie das wirklich gerade gesagt? Nadine konnte es selbst kaum glauben. Sie rannte an ihm vorbei aus dem Haus. Ohne sich auch noch einmal umzudrehen, lief sie vom Grundstück der Familie Filan, ohne ein genaues Ziel vor Augen. Nadine wußte nur eins. Sie musste zurück nach Dublin. Aber wie sollte sie dort hinkommen? Sie saß hier in Sligo fest, und kannte sich obendrein überhaupt nicht hier aus. Es reicht eben nicht nur das man weiß, aus welchem Ort die Jungs kommen.

Matze saß noch immer etwas geschockt auf dem Bett, als ein zaghaftes klopfen an der Tür zu hören war.
Langsam schleppte sie sich zur Tür und öffnete sie.
"Was willst du denn hier?" fragte sie etwas gereizt, als sie Mark vor sich stehen sah.
"Kann ich vielleicht reinkommen? Ich muß mit dir reden."
Sie überlegte kurz, trat dann aber einen Schritt zur Seite, um ihn eintreten zu lassen.
"Was willst du, Mark?" fragte Matze erneut, als sie kaum die Tür geschlossen hatte, und sich krampfhaft an dem Türknauf festhielt. Mark musste schmunzeln, als er das sah. Dann wurde er wieder ernst.
"Ich...ich wollte mich bei dir entschuldigen", begann Mark dann zaghaft zu erzählen.
"Ich weiß auch nicht, warum ich dich einfach so links liegen lassen hab, aber ich hab mir solche Sorgen um Nicky gemacht. Das ist keine Entschuldigung, ich weiß, aber ich..."; Mark suchte nach den richtigen Worten, um Matze nicht noch mehr zu verletzen.
"Ich hab mich verliebt Matze", sagte er, "aber leider nicht in dich", beendete er den Satz. Waren das wirklich die richtigen Worte? Und hatte sich er da auch nicht getäuscht?
Kann man einer jungen Frau eigentlich das Leben noch mehr zur Hölle machen, als es in diesem Moment eh schon ist? Mark schien ein kleiner Spezialist darin zu sein.
"Ich glaub, ich hab mich...", aber Matze wollte das nicht hören. Sie konnte sich denken, welcher Name jetzt fallen würde, aber sie wollte ihn nicht hören. Nicht aus seinem Mund.
"Ich denke es ist besser, wenn du jetzt gehst, Mark."
Mark, der gerade etwas erwidern wollte sah nur das funkeln in ihren Augen und wußte sofort, das er hier nicht mehr erwünscht war.
"Deine Angebetete liegt gleich im Nachbarzimmer mit Bryan im Bett, aber das soll jetzt nicht mein Problem sein. Viel Glück!" Plauz - die Tür war definitiv fest im Türschloss eingerastet.
"Manja? Wieso denn Manja?" murmelte Mark, als er sich wieder auf den Weg zum Krankenhaus machte, um Nicky seine Liebe zu gestehen. Ihm war jetzt alles egal. Mark wußte nur eins. Er hat sich in Nicky verliebt, wie auch immer das passiert ist, aber er war sich seiner Gefühle für ihn sicher.
Weinend sank Matze auf ihr Bett, und ließ ihren Tränen freien Lauf.

"Wirst du wohl deine Hand da weg nehmen", sagte Manja, und schob Bryans Hand aus dem Hinterteil ihrer Jeans.
Es ging ihr dann doch alles etwas zu schnell. Auch wenn sie den Mann, der neben ihr im Bett lag, mehr als attraktiv fand, und mehr von ihm wollte. Aber sie wollte auf den richtigen Moment warten.
Bryan zog widerwillig seine Hand von ihrem Hintern und gab ihr einen Kuss.
"Tut mir leid", presste er zwischen seinen Lippen hervor, die sich sanft um ihren Mund schlossen.
Als er seine von ihren Lippen löste, blickte Bryan ihr intensiv in die Augen. "Was ist?"
"Du bist so wunderschön. Weißt du das eigentlich?"
Manja sah skeptisch zu ihm auf, als er sich über sie beugte. Lächelnd schüttelte sie den Kopf.
"Du kannst manchmal einen ganz schönen Blödsinn von dir geben", versuchte sie ihre Unsicherheit zu überspielen, und entzog sich seinen Blicken, die ihr etwas unangenehm wurden.
"Hab ich was falsch gemacht?"
Manja schüttelte den Kopf. Sie wußte das Bryan nichts falsch gemacht hatte, denn das hatte schon jemand ganz anderes getan.

Nadine rannte noch immer eine Straße entlang, an der aber auch kein Hinweis zu finden war, wie sie am besten nach Dublin kommt.
‚Gibt es denn in diesem Kaff keine Busse? Na Hauptsache die haben hier einen Flughafen’, hämmerte es in ihrem Kopf.
Aber das war doch die Lösung ihres Problems. Der Flughafen von Sligo. Sie schaute sich nach Hinweisen um, und wurde auch nach einiger Zeit findig. Nadine schlug den Weg zum Flughafen ein, und hoffte auf ein Wunder.

Jenny und Kian verstanden sich prächtig. Er war froh, das sie ihre Meinung geändert hatte, und klopfte sich selbst auch ein wenig auf die Schulter, denn schließlich war er an ihrem Stimmungswechsel nicht ganz unbeteiligt.
Er hatte plötzlich das Gefühl, als ob er sie schon ewig kennen würde. Kian lächelte sie an, und versank förmlich im blau ihrer Augen. Er hatte bisher gar nicht so genau darauf geachtet.
"Ich gebe es ja nur ungern zu Kian, aber die sind nicht echt."
"Häh?" Kian sah sie fragend an.
"Das sind eingefärbte Kontaktlinsen, mehr nicht. Die sind eigentlich nicht so blau wie sie im Moment aussehen", entschuldigte sie sich mit einem lächeln bei ihm.
Ohne zu zögern beugte er sich zu ihr, und gab ihr einen Kuss. Jenny, die im ersten Moment nicht wußte wie ihr geschah, stieß ihn weg und sprang auf.
"Was soll das denn jetzt?"
"Es...es...es tut mir leid", stammelte Kian, und sah bedrückt zu Boden.
‚Ich bin aber auch zu blöd!’ raste es in seinem Hirn.
Jenny fuhr sich mit ihren Fingern über ihre Lippen. Der Kuss hatte ihr gefallen, nein da war noch etwas anderes, was ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel. Sie setzte sich wieder neben Kian hin, und sah ihn an.
Kian bemerkte ihren Blick, aber bevor er auch nur etwas sagen konnte, spürte er ihre Lippen auf seinem Mund.
Gierig saugten sie an den Lippen des anderen, und schmiegten sich eng aneinander. Kian nahm ihr Gesicht in seine Hände, und sah ihr für einen kurzen Moment in die Augen. Da war ihm klar, das auch Jenny es wollte. Er küsste sie wieder, und ihre Zungen trafen sich zu einem leidenschaftlich Spiel. Er zog sie auf seinen Schoss und Jenny presste ihren Körper fest an seinen. Sie bedeckte sein Gesicht mit Küssen, fuhr mit ihrer Zunge seinen Hals entlang und knabberte an seinem Ohrläppchen, was Kian aufstöhnen ließ. Sie hatte eine seiner erogenen Zonen entdeckt. Sie spielte immer weiter mit seinem Ohrläppchen, und Kian wurde fast wahnsinnig. Er packte sie am Hintern und zog sie noch fester an sich. Jenny konnte seine Erregung spüren, als sie mit ihrem seinen Schambereich streifte.
Seine Hände wanderten weiter nach oben, und glitten unter ihr Shirt. Zitternd suchten seine Hände den Verschluss ihres BHs und als er ihn fand, öffnete er ihn. Er ließ seine Hände zu ihr nach vorn wandern, und befreite ihre Brüste aus dem BH, die sich auch gleich in seine Hände schmiegten. Kian massierte ihre steifen Brustwarzen, und er zog ihr das Shirt aus. Er beugte sich zu ihren Brüsten hinunter und saugte daran. Jenny ließ sich leicht nach hinten fallen und stöhnte. Dann öffnete sie langsam die Knöpfe an seinem Hemd, und küsste jeden Zentimeter seiner freigelegten Brust. Ihre Zunge spielte mit seinen Brustwarzen. Ihre Finger strichen sanft und zärtlich über seinen Rücken.
Kians Hände legten sich um den Hintern von ihr, und er schob sie unter ihre Backen. Jennys Finger suchten sich ihren Weg zitternd zu seinem Hosenbund, und sie löste seinen Gürtel. Als sie langsam einen Knopf nach dem anderen öffnete, streifte sie jedes Mal sein steifes Glied, was Kian wahnsinnig zu machen schien. Dann schob sie seine Hand in seinen Slip, massierte seine Hoden und umfassten seinen Penis. Kian stöhnte auf, und lockerte seinen Griff an ihrem Hintern. Er genoss ihre Berührungen, und versank darin. Dann öffnete auch er ihre Hose, zog Jenny ein Stück nach oben, um sie dann auf den Rücken zu legen. Er beugte sich über sie, sah ihr noch einmal tief in die Augen, bevor er sie leidenschaftlich küsste. Seine Zunge wanderten von ihrem Hals zu den Brüsten über den Bauchnabel, bis hin zu ihrem Hosenbund. Langsam streifte er ihr die Jeans ab, und küsste jeden Zentimeter Haut, der frei gelegt wurde. Jenny bog sich ihm entgegen. Kian verwöhnte sie mit Küssen und Zungenspielen im Schambereich, und Jenny stöhnte laut auf. Ihre Finger krallten sich in seinen Haaren fest, und sie leitete seinen Weg mit eindeutigen Bewegungen.
"Kian...ich...ich..."
Aber er wußte was sie wollte. Langsam legte er sich auf sie, fasste unter ihren Hintern und drang mit festen Stößen in sie ein. Sie liebten sich fast bis zur Ekstase, als sie laut stöhnend zum Orgasmus kamen. Erschöpft und schwer atmend lagen sie nebeneinander. Kian legte ihren Arm um sie, kuschelte sich an sie, und bedeckte ihren Körper mit Küssen. Ehe Jenny auch nur reagieren konnte, drang er wieder in sie ein, und sie liebten sich noch ein weiteres Mal.
Sie stand auf und ging ins Bad. Bryan blickte ihr nachdenklich hinterher. Wieder kreisten seine Gedanken zu Nicky. Aber war es nicht Manja gewesen, die ihm erst vor ein paar Stunden ihre Liebe gestanden hatte? Bryan schüttelte lächelnd den Kopf und verscheuchte seine Gedanken.
"Alles klar mit dir?" fragte er, als er vor der geschlossenen Badtür stand.
"Ja, ja", erklang es dumpf. Er ging wieder zum Bett, setzte sich und schaltete den Fernseher ein. Aber wieder kreisten seine Gedanken zu Manja und Nicky. Er wurde einfach den Gedanken nicht los, das Manja sich in seinen Kumpel verliebt hatte, und ihm nur etwas vorspielte. In seinen Augen verband die beiden mehr als nur eine normale Freundschaft.

Nadine hatte endlich den Flughafen von Sligo erreicht, jedenfalls glaubte sie das?
"Also wenn hier Flugzeuge landen und nicht abstürzen, dann kann man das eventuell noch als Flughafen gelten lassen", murmelte sie leise. Dummerweise lag er völlig im Dunkeln, also würde hier auch kein Flugzeug mehr landen oder starten. Jedenfalls nicht mehr heute. Was sollte sie nur tun? Sie konnte schlecht zurück zu Shane gehen, und das wollte sie auch nicht. Völlig verzweifelt ließ sie sich auf den Bordstein sinken und weinte. Wie sollte sie nur wieder hier wegkommen?
"Hallo?"
Nadine zuckte erschrocken zusammen und blickte nach oben.
"Kann ich ihnen vielleicht helfen?" fragte die junge Frau, und lächelte freundlich zu Nadine runter.
Sie nickte nur und stand dann auf.
"Ich muß auf dem schnellsten Weg zurück nach Dublin, aber ich komme einfach nicht hier weg", sagte sie mit zitternder Stimme und war den Tränen nahe.
"Jetzt beruhigen sie sich erst einmal wieder, okay. Ich nehme sie mit zu mir nach Hause, da wird uns schon eine passende Lösung einfallen", sprach sie beruhigend auf Nadine ein. Dann legte sie einen Arm um sie und zog sie zu ihrem Wagen, in dem noch jemand saß.
"Mensch, wo warst du nur?" fragte Shane besorgt, und nahm Nadine in seine Arme. Erschrocken drückte sie sich von ihm weg und wollte gerade wieder den Wagen verlassen, als sich die junge Frau wieder zu Wort meldete. Erst da erkannte Nadine um wen es sich bei ihr handelte. Es war Gillian.

"Bist du okay?" fragte Bryan noch einmal, als Manja aus dem Bad kam und sich neben ihn auf das Bett setzte. Sie nickt nur und sah gebannt auf den Fernseher.
"Ich glaube, wir sollten uns mal unterhalten, Manja."
Sie sah Bryan an, wußte aber sofort was er meinte. Manja senkte ihren Kopf, dann liefen ihr Tränen über die Wangen. Bryan atmete hörbar aus, dann rückte er näher an sie ran. Zaghaft legte er ihr einen Arm um ihre Schultern und zog sie an sich heran. Manja ließ ihren Kopf auf seine Schulter fallen und weinte immer heftiger.
"Es tut mir leid, Bryan, aber ich...ich..."
"Sshh, sag nichts. Ich weiß das du Nicky liebst."
Hatte er gerade gesagt sie würde Nicky lieben?
"Aber das stimmt doch gar nicht, Bryan", schluchzte sie, und putzte sich die Nase. Bryan sah sie verwundert an.
"Aber dann ist doch eigentlich alles wunderbar, oder irre ich mich da?"
Manja schüttelte den Kopf.
"Nichts ist wunderbar. Ich mag dich wirklich sehr, aber ich...ich...", wieder stockte ihr der Atem. Sie konnte es ihm nicht sagen, nicht hier und nicht jetzt.
Was war nur plötzlich aus dieser selbstbewussten Frau geworden, die Bryan kennen gelernt hatte? Ja in die er sich sogar Hals über Kopf verliebt hatte.

Jenny lag in Kians Armen und schlief. Kian beobachtete sie dabei und strich ihr zärtlich über den Rücken. Dann gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und schlief ebenfalls ein. Er war glücklich, richtig glücklich.

"Ich steige aber nicht wieder bei euch ein, nein!"
"Jetzt hab dich doch nicht so affig", maulte Gillian, der das rum gezicke von Nadine mächtig auf den Zeiger ging.
"Shane, würdest du sie bitte irgendwie in den Wagen verfrachten? Mir ist egal wie du sie hier rein kriegst, aber beweg deinen Hintern, okay!"
Nadine sah Gillian etwas entsetzt an. Wie konnte sie nur so kaltherzig mit ihrem Freund umgehen? Nadine hätte weiß Gott anders reagiert, wenn Shane ihr Freund gewesen wäre und sie hätten Gillian aufgabeln müssen. Sie hätte einen großen Bogen um sie gemacht und auf der Straße zurück gelassen. Aber vorher wäre sie noch durch eine große Pfütze in ihrer Nähe gefahren.
‚Wie ich dieses Frauenzimmer hasse!’ pochte es in ihrem Schädel, als sie sich langsam wieder in den Wagen und somit neben Shane setzte. Lächelnd legte er ihr seinen Arm um die Schulter.
"Du kannst fahren, sie ist drinnen."
"Wurde aber auch langsam mal Zeit", maulte Gillian und ließ den Motor an. Dann setzte sich das Auto langsam in Bewegung.
"Warum bist du denn plötzlich weg gelaufen?" fragte Shane und gab ihr einen Kuss auf ihre Haare. Nadine wich zurück.
"Bist du wahnsinnig? Was ist, wenn sie das mitbekommt?"
Shane musste laut lachen. Oh wie liebte sie dieses Lachen und die Fältchen um seine Augen, die dabei zum Vorschein kamen.
"Was ist bitte so lustig daran?"
"Du weißt wohl noch nicht, daß ich mich schon vor längerer Zeit von Gillian getrennt habe."
Getrennt? Hatte er gerade getrennt gesagt. Oh mein Gott! Am liebsten wäre ihm Nadine um den Hals gefallen, aber sie hielt ihre Begeisterung über diese Neuigkeiten dezent im Hintergrund.
"Nein, das wußte ich nicht", sagte sie kühl und schaute aus dem Fenster in die stockdunkle Nacht. Shane schmunzelte, als er ihr grinsendes Spiegelbild im Fenster sah.
"Ich kann dich sehen", flüsterte er ihr ins Ohr und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Nadine steckte ihm kurz die Zunge raus, dann sah sie wieder aus dem Fenster.

"Egal was du hast, du kannst es mir jeder Zeit sagen, okay?" Bryan hatte immer noch seinen Arm um Manja gelegt gehabt und ihr Kopf lag noch immer auf seiner Schulter.
Unwillkürlich musste er an die Worte von Nicky denken, die er im Krankenhaus sagte. ‚Tu ihr nicht weh. Das hat sie nicht verdient. Mach du sie wenigstens glücklich.’ Was hatte Nicky damit gemeint?
Er war so in seinen Gedanken versunken das er gar nicht bemerkte, wie Manja ihren Kopf in seinen Schoß gelegt hatte und jetzt schlief. Ruhig war ihr Atem und sie sah glücklich aus. Bryan strich ihr über die roten Haare, die er so sehr liebte. Er strich gefühlvoll über ihre Wange und ließ einen Fingern über ihren Mund gleiten. Manja drehte sich mit dem Gesicht zu Bryan. Lange sahen sie sich an, bevor er sich zu ihr herunter beugte und sie zärtlich küsste. Mit beiden Armen umschloss sie seinen Kopf und zog ihn weiter zu sich runter.
Zögernd streichelte ihr Bryan über ihren Bauch, bevor er unter ihr Shirt ging. Sofort stoppte ihn Manja und wandte sich von ihm ab.
"Ich...ich...kann das nicht, Bryan. Bitte entschuldige." Wieder begann sie zu weinen, und sperrte sich im Bad ein. Was war nur plötzlich los mit ihr?

Leise betrat Mark das Zimmer von Nicky.
"Mark?"
Nicky sah ihn erstaunt an.
"Was willst du denn schon wieder hier?"
Er atmete einmal tief ein, dann setzte er sich auf das Bett von Nicky.
"Ich muß dir was sagen", begann er mit zittriger Stimme. Nicky sah ihn mit großen Augen an.
"Ich weiß auch nicht wie das passiert ist, aber ich...", Mark stoppte plötzlich, als eine Schwester mit dem Abendbrot ins Zimmer kam. Freundlich lächelte sie ihm entgegen und stellte das Tablett auf dem Tisch ab. Dann ging sie wieder nach draußen.
Mark wollte wieder ansetzten, als ihn Nicky unterbrach.
"Stört es dich, wenn ich mir nebenbei schnell was hinter die Kiemen schiebe?" Mark schüttelte den Kopf und reichte ihm das Tablett.
"Was wolltest du mir sagen?" fragte Nicky, als er sich ein Brot schmierte. Dabei konzentrierte er sich so sehr, das er sich ständig mit der Zunge über seine Lippen leckte. Mark musste lächeln, als er das sah.
"Na und? Ich warte Feehily? Oder willst du mich dumm sterben lassen?"
"Ich weiß gar nicht, ob du danach nicht wirklich stirbst wenn du erst einmal hörst, was ich dir zu sagen habe."
Nicky wurde neugierig. Er biss herzhaft von seinem Brot ab, trank einen Schluck Tee und verzog angewidert das Gesicht.
"Bäh, Kamillentee! Wie ich den hasse!"
"Soll ich mal nach einem anderen Tee fragen?"
"Nee, nee. Lass man gut sein Mark. Ich werd daran schon nicht sterben, wenn ich mal was gesundes trinke." Wieder diese lächeln, was Mark fast in den Wahnsinn trieb. Er starrte Nicky an, dann beugte er sich einfach zu ihm und küsste ihn.
"Sag mal...hast du noch alle Latten am Zaun, Feehily" schrie Nicky ihn an, als er Mark von sich gestoßen hatte.
"Es tut mir leid Nicky, aber ich musste das einfach tun."
"Oh man. Dich hat man als Kind wohl zu heiß gebadet", schimpfte Nicky weiter wie ein Rohrspatz und bemerkte gar nicht, wie sehr er Mark damit verletzte.
Erst als die Tür mit einem lauten Knall zufiel blickte Nicky auf. War das gerade wirklich passiert? Hat Mark gerade Nicky geküsst?
Nicky schob das Tablett angewidert von sich. Ihm war der Hunger vergangen.

Als sie vor dem Haus ankamen in dem Nadine erst vor ein paar Stunden zusammen mit Shane war, stiegen sie aus dem Wagen.
"Danke Gil! Du hast was gut bei mir!" rief Shane ihr noch zu, bevor er zusammen mit Nadine ins Haus ging.
Shane entledigte sich seiner Jacke und hing sie in den Flur an die Garderobe. Dann ging er in die Küche.
"Möchtest du was trinken, Nadine?"
"Nein, danke", erwiderte sie zögernd und stand noch immer im Flur.
"Willst du deine Jacke nicht ausziehen?" fragte Shane, als er nach ihr schaute.
"Ich will eigentlich nur nach Dublin Shane, nichts anderes", sagte sie zögernd und leise.
Er atmete hörbar tief ein und stieß einen kleinen Seufzer aus.
"Hör mal, was dort im Stall passiert ist das tut mir leid, aber du machst mich total wahnsinnig. Ich...meine Gefühle spielen total verrückt, und ich..." weiter kam Shane nicht, denn eine ins Schloss fallende Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Schnell rannte er Nadine hinterher.

Matze saß noch immer weinend auf ihrem Bett und verfluchte diesen Mark Feehily.
"Hallo?" fragte ein zartes Stimmchen plötzlich, und Manja stand neben ihr.
"Verschwinde bloß", fauchte Matze sie an. Manja wußte überhaupt nicht was sie getan hatte, das ihre Freundin plötzlich so sauer auf sie war.
"Sag mal, reicht dir Bryan nicht? Musst du nun auch noch mit Mark rummachen?"
"Bitte?!"
"Tu bloß nicht so scheinheilig. Ich weiß was da läuft!"
"Ich weiß ja nicht was du geraucht hast, aber irgendetwas scheint deine Sinne total zu vernebeln. Ich weiß überhaupt nicht warum du hier so einen Zirkus veranstaltest?"
Das reichte ihr. Wütend sprang Matze von ihrem Bett auf und sah Manja mit einem bösen Blick an.
"Ich wünschte, wir hätten uns nie kennen gelernt", zischte Matze noch, bevor sie wütend aus dem Zimmer stürmte. Manja hörte nur einen dumpfen Schlag und rannte hinterher.
Sie wußte nicht ob sie lachen oder weinen sollte.
Matze war beim hinaus stürmen mit Mark zusammengestoßen, der gerade gedankenverloren auf dem Gang daher lief.
Manja wollte die beiden nicht stören, sondern ging wieder in ihr Zimmer, wo Bryan noch immer schlafend auf dem Bett lag.

"Na das habt ihr ja geschickt eingefädelt. Erst kommt sie zu mir, damit du aus ihrem Zimmer schleichen kannst."
"Häh?" Mark sah Matze verwirrt an und wuschelte in seinen Haaren rum.
"Bitte entschuldige, aber ich kann dir nicht folgen. Was redest du denn da für einen Bullshit?" Mark war hörbar wütend. Er robbte über den Gang und lehnte sich an die Wand neben Matze.
"Kannst du mich bitte freundlicherweise mal aufklären?" fragte Mark und sah sie von der Seite an.
"Matze schüttelte energisch den Kopf.
"Ich will nicht mit dir reden."
"Dann bleibt mir keine andere Wahl." Er stand auf, packte Matze an der Hand zog sie nach oben und legte sie sich wie einen Sack über seine Schulter.
"Lass mich sofort runter!" schrie sie und hämmerte mit ihren Fäusten auf seinen Rücken. Sie strampelte mit ihren Beinen, aber das ließ ihn seinen Griff nur noch verstärken.
"Mark! Lass mich sofort runter!"
Aber er dachte nicht mal daran, sondern ging mit ihr immer weiter.
Matze hatte irgendwann aufgegeben, sie hing schlapp über seiner Schulter.
"Willst du mir noch immer nicht sagen was los ist?" fragte Mark ein letztes Mal.
"Nein, verdammt und zugenäht. Lass mich endlich runter!"
Das hätte sie sich überlegen sollen, denn gerade nahm sie diesen Chlorgeruch wahr.
"Oh nein Mark, das wagst du...." weiter kam sie nicht. Mit einem lauten platschen landete sie im Wasser.
"Bist du...na warte!" schrie sie ihn an, als sie wieder auftauchte. Mark bog sich am Beckenrand vor lachen und Tränen liefen ihm schon über sein Gesicht. Aber ehe er sich versah spürte er wie ihm jemand um die Füße fasste. Im nächsten Moment fand auch er sich im Wasser wieder.
"Ey, die Hose war teuer. Tickst du noch richtig?"
"Wer hat denn hier wen zuerst ins Wasser geschmissen?" beschwerte sich Matze, und wollte gerade zur Leiter schwimmen, als sie ein dreckiges grinsen hinter sich hörte. Sie drehte sich um und bemerkte nur noch wie Mark sie an den Schultern packte und unter Wasser drückte. Panisch schlug sie um sich und drückte sich wieder nach oben.
"Nein...bitte nicht...noch einmal..." hechelte sie, und sah ihn mit ihren großen braunen Kulleraugen an. Mark durchzog es wie ein Blitz. Ohne auch nur nachzudenken zog er sie an sich und presste seine Lippen auf ihre. Matze versuchte ihn von sich zu stoßen, rutschte aber immer wieder an seinen nassen Armen ab. Als sie es dann doch irgendwie schaffte sich von ihm zu lösen, stieg sie aus dem Becken und rannte weg.
Was war denn plötzlich mit Mark los?

"Jenny weißt du...oh sorry", murmelte Manja als sie rück links aus dem Zimmer stolperte.
"Manja?" hörte sie Jenny leise fragen. Sie ging wieder zögernd hinein. Kian hatte sich schnell etwas angezogen und verschwand im Bad.
"Ähm...tttut mir leid, das ich einfach so...na einfach so reingeplatzt bin", stotterte sie und sah Jenny mit hochrotem Kopf an.
Jenny musste grinsen und klopfte neben sich auf ihr Bett, damit sich Manja neben sie setzte.
"Du und Kian?" fragte sie noch etwas geschockt und starrte auf die geschlossene Badtür. Jenny beantwortete ihre Frage mit einem Seufzer und einem glücklichen lächeln.
"Ich will keine Einzelheiten hören", winkte Manja ab und setzte sich neben ihre Freundin.
"Was gibt es denn so wichtiges?"
Ja, was wollte Manja eigentlich hier? Sie starrte Jenny an.
"Bitte?"
"Warum bist du hier?" fragte Jenny und hob fragend die Augenbrauen.
"Oh ja, hätte ich ja fast vergessen", kicherte sie und setzte sich bequemer hin.
"Aber du wirst da wohl die Letzte sein die mir da helfen kann, schätze ich", stammelte sie und sah Jenny an.
"Also langsam reicht es Manja. Was ist los?"
Manja schüttelte den Kopf. "Ich kann mit dir nicht darüber reden. Das geht einfach nicht", schüttelte sie ihren Kopf und ging wieder. Jenny saß fragend auf ihrem Bett, schüttelte ihren Kopf und ließ sich wieder nach hinten in die Kissen fallen.
"Ist sie weg?" fragte Kian, der gerade seinen Kopf durch die Badtüre schob. Sie nickte und ehe sie sich versah, rannte Kian wie ein Irrer auf sie zu und ließ sich ins Bett plumpsen. Was dann passiert ist, brauch ich ja nicht näher zu erläutern, oder J.

Als Manja zurück in ihr Zimmer kam, war Bryan verschwunden. Sie schnappte sich ihr Laptop und checkte ihre e- mails als sie bemerkte, das jemand in ihrem Posteingang war. Die Nachricht von Nicky, bevor er seinen Unfall hatte, blinkte ihr entgegen.
"Scheiße!" rief sie, schnappte sich ihre Jacke und rannte aus dem Zimmer.
Draußen war es bereits dunkel, als sie das kleine Hotel verließ.
Sie irrte ziellos durch die Straßen und stand irgendwann vorm Krankenhaus. Schnell rannte sie zum Hintereingang und dann zu Nicky. Sie musste unbedingt mit jemanden reden dem sie vertraute.
Zaghaft klopfte sie an die Tür und ging hinein. Sofort zauberte sich ein lächeln auf ihr Gesicht als sie Nicky sah. Er sah so friedlich aus, wenn er schlief.
"Nicky?"
Er öffnete seine Augen und strahlte sie an.
"Hey, schön dich zu sehen", sagte er und nahm sie in die Arme.
Manja nickte nur und setzte sich auf einen Stuhl.
"Sehr begeistert siehst du aber nicht aus", fügte er noch hinzu, als er ihr trauriges Gesicht sah.
"Was ist denn los?"
"Mir würde das alles leichter fallen, wenn ich dir das schreiben könnte, aber das geht leider nicht, Nicky."
Er lächelte und erinnerte sich an all die Nachrichten und Chats die sie hatten. Wie oft hatten sie sich gegenseitig ihr Herz ausgeschüttet, Probleme diskutiert und analysiert. Sie waren sehr gute Freunde geworden und hatten kaum Geheimnisse voreinander. Nur bei einem Thema blockte Manja immer wieder ab.
"Was ist denn los?" fragte Nicky nun schon etwas besorgter und streckte ihr seine Hand entgegen. Manja zögerte erst, griff dann aber doch nach ihr und setzte sich zu ihm aufs Bett.
"Ich steh vor einem großen Problem Nicky, und ich denke du weißt welches ich meine." Er nickte ihr zu und strich über ihr Gesicht. Dann zog er sie langsam zu sich runter und drückte sie fest an sich.
"Er wird es verstehen, wenn er dich liebt. Und glaub mir, er liebt dich von ganzen Herzen. Red einfach mit ihm darüber", redete er beruhigend auf sie ein, während ihm Manja sein ganzes Hemd voll weinte.
"Ich kann es ihm nicht sagen. Ich schaff das nicht." Schluchzte sie immer wieder und vergrub ihr Gesicht noch tiefer in seinem Hemd.
Nicky atmete tief durch und nahm ihr Gesicht in seine Hände. Er lächelte sie aufmunternd an.
"Wo ist nur die starke und selbstbewusste Frau hin, von der Mandy immer so schwärmte?"
‚Sie ist mit ihr gestorben’ ging es Manja durch den Kopf.
"Ich hab das gehört", kicherte Nicky und sah sie an.
"Du musst dich grad regen", begann sie. "Du liegst hier und trauerst ihr noch immer hinterher, als endlich ein neues Leben zu beginnen, Nicky. Du bist kein Deut besser als ich, also mach mir bitte keine Vorschriften wie ich mein Leben in die Hand zu nehmen habe."
Sofort biss sie sich auf ihre Lippe und verfluchte sich.
"Würdest du jetzt bitte gehen", sagte er mit zitternder Stimme und wendete seinen Blick von ihr ab.
"Nein, ich werde nicht gehen. Sie kommt nicht mehr zurück, auch wenn du es dir noch so sehr wünscht, Nicky. Sie ist tot!"
"Halt die Klappe!" schrie nun Nicky und sprang aus dem Bett. Schnurstracks lief er auf Manja zu und sah sie mit einem bösen Blick an.
"Ich weiß das sie nie mehr zurückkommt, Manja. Ich weiß es. Meinst du ich bin bescheuert?"
Manja wich ängstlich zurück, als sich Nicky immer weiter auf sie zu bewegte. "Manchmal wünsche ich mir, ich hätte dich nie kennen gelernt, Manja. Du bist ihr so verdammt ähnlich und ich...", Nicky schlug sich mit den Fäusten an seinen Kopf und sah sie an.
Ohne zu zögern nahm Manja ihn in die Arme und zog ihn an sich. Weinend fiel er ihr um den Hals und klammerte sich an ihr fest, wie ein kleines Kind der seine Eltern verloren und wieder gefunden hatte.
"Es tut mir leid, Nicky", flüsterte sie und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Dann löste sie sich von ihm und verließ das Zimmer und anschließend das Krankenhaus. Sie wußte nun was sie zu tun hatte.

Als er sie eingeholt hatte hielt er sie am Arm fest.
"Warum läufst du ständig vor mir davon? Bin ich so fürchterlich?" fragte Shane etwas außer Atem. Nadine sah ihm in die Augen und schüttelte zögernd mit dem Kopf.
"Was ist es dann?"
"Weißt du Shane, das mag sich für dich jetzt total bescheuert anhören, aber ich hab mich schon so lange danach gesehnt dir einmal so nah sein zu können. Ich hätte nie gedacht, das sich dieser Traum irgendwann mal erfüllen würde, aber es passierte. Als du mich das erste Mal geküsst hast, da glaubte ich zu schweben, aber dann machten sich diese Gedanken in meinem Kopf breit. Ich wußte nicht ob du nur ein Spiel mit mir spielst, oder ob..." aber weiter kam sie nicht, denn Shane küsste sie.
"Ich spiel nicht mit dir", flüsterte er, als sich seine Lippen von ihren lösten. "Ich hab mich Hals über Kopf in dich verliebt, Nadine. Das musst du mir einfach glauben. Du bist eine wunderbare Frau und ich will einfach mit dir zusammen sein. Mehr will ich gar nicht. Doch einen Wunsch hätte ich noch...eigentlich zwei."
Nadine sah ihn fragend an.
"Erstens möchte ich das du glücklich bist, und ich meine richtig glücklich und zweitens möchte ich dich einfach nur noch küssen, küssen, küssen...", schmunzelte er und zog sie an sich. Nadine legte ihm einen Finger auf den Mund.
"Kann ich mir auch noch was wünschen?" fragte sie ihn. Shane nickte.
"Ich wollte dich schon immer mal dort küssen."
"Wo?"
Langsam beugte sie sich zu ihm und küsste Shane hinter seinem Ohr. Als sie merkte wie er es genoss fuhr sie langsam mit der Zunge zu seinem Ohrläppchen und knabberte daran.
"Ich...oh mein Gott. Ich...hätte...da....oooohhh....einen Vorschlag zu....oh ja...zu machen", stöhnte Shane und presste seinen Körper an ihren. Ohne zu zögern schnappte er sich Nadine und trug sie auf seinen Armen ins Haus. Sofort rannte er mit ihr die Treppen rauf und stieß die Tür zum Schlafzimmer auf. Schnell lief er zum Bett und ließ Nadine hineinfallen. Dann legte er sich zu ihr und küsste sie zärtlich.
"Du machst mich wahnsinnig", hauchte er in ihr Ohr, als sie wieder an seinem knabberte.
Er rollte sich auf sie und begann ihren Körper mit Küssen zu bedecken. Er schob ihr Shirt noch oben und küsste ihren Bauch. Immer wieder ließ er seine Zungenspitze in ihren Bauchnabel gleiten und leckte und küsste ihre Haut darum. Nadine stöhnte auf und ihre Hände krallten sich leicht in seinen Haaren fest. Immer weiter schob er das Shirt hoch, bis er es ihr ganz auszog. Gleichzeitig befreite er sie vom BH und küsste und saugte ihre Brustwarzen. Seine Hände wanderten über ihren ganzen Körper und stoppten an ihrem Hosenbund. Langsam öffnete er den Knopf und zog den Reißverschluss nach unten. Dann ließ er seine Hand in ihren Intimbereich gleiten und massierte sie.
"Shane...", stöhnte sie und hielt seine Hand fest. Er sah ihr in die Augen und ließ von ihr ab.
Nadine nutzte die Gelegenheit und rollte sich mit ihm im Bett, so daß sie auf ihm saß. Shane grinste erleichtert und zog sie zu sich runter um sie zu küssen. Sie versanken in einem leidenschaftlichen Zungenkuss. Langsam löste sie sich von seiner Zunge und ließ ihre Zunge seinen Hals entlang wandern. Als sie seinem Ohr nur etwas näher kam merkte sie wie er sich verspannte. Nadine musste lächeln und fuhr mit ihren Händen unter sein Shirt um es ihm kurz darauf aus zu ziehen. Sie leckte und saugte seine Brustwarzen und strich ihm zärtlich über den Haaransatz der sich zu seinem Intimbereich schlängelte. Dann hielt sie kurz inne.
"Bitte...hör nicht auf", flüsterte Shane außer Atem und sah zu ihr auf. Nadine lächelte und beugte sich hinunter. Langsam öffnete sie die Knöpfe seiner Jeans und zog sie ihm vom Becken. Er hob seinen Hintern um ihr dabei zu helfen. Als sie ihm die Jeans komplett ausgezogen hatte fuhr sie die Innenseite seiner Schenkel entlang. Sie genoss es wie sie Shane in der Hand hatte und ihre Hände glitten über seinen Penis, der sich deutlich in seinen Shorts abzeichnete. Langsam zog sie ihm die Shorts aus und leckte sich dabei genüsslich über die Lippen. Shane schien das nur noch mehr anzutörnen und er riss sie zu sich. Dann rollte er sich auf sie und riss ihr fast die Jeans vom Körper. Seine Zähne erfassten ein Stück ihres Tangas und er zog sie ihr aus. Er schob ihre Beine etwas auseinander und küsste die Innenseite ihrer Schenkel. Seine Zunge wanderte immer weiter nach oben und Nadine stöhnte laut auf. Immer intensiver und fordernder wurden seine Zungenspiele und Nadine bog und wand sich unter ihm.
"Shane...ich will dich", stöhnte sie, dann zog sie ihn auf sich.
Mit leichten und kreisenden Bewegungen drang er in sie ein und hielt kurz inne. Dann bewegte er sich auf ihr. Nadine passte sich seinem Tempo an, schlang ihre Beine um sein Becken und ihre Hände packten ihn am Hintern. Immer schneller und fordernder wurden ihre Bewegungen.
"Warte", sagte Nadine und stieß ihn von sich, dann setzte sich auf ihn und ließ seinen Penis in sich hinein gleiten.
"Du liebst es wohl zu reiten", sagte Shane etwas heiser und grinste.
Nadine ließ ihr Becken kreisen und schaute Shane dabei in die Augen. Shane konnte nicht länger. Er umfasste ihr Becken und verstärkte ihre Bewegungen noch.
"Oh gott", stöhnte Shane und zog Nadine zu sich runter die ebenfalls zum Höhepunkt kam. Shane küsste sie immer wieder und hielt sie fest in den Armen. Nadine lag glücklich und schwer atmend auf ihm.

Mark entledigte sich seiner nassen Klamotten, wickelte sich ein weißes Badetuch um die Hüfte und machte sich so auf den Weg zu Matze. Er musste sich unbedingt bei ihr für sein dämliches Verhalten entschuldigen. Gleichzeitig hoffte er, das sie ihm überhaupt zuhören würde.

Matze wickelte sich gerade ein Handtuch um ihre nassen Haare, als es an ihrer Tür klopfte.
"Oh man. Was will der denn schon wieder?" fluchte sie und öffnete die Tür.
"Manja? Was machst du denn hier?" fragte Matze erstaunt, als sie ihrer Freundin und nicht Mark ins Gesicht schaute.
"Ich wollt mich nur schnell bei dir verabschieden, Süße."
"Wie, verabschieden? Ah verstehe, du fährst zu Bryan damit ihr ungestört sein könnt." Grinste sie schelmisch und zwinkerte ihr zu.
"Nein Matze. Bryan darf nicht wissen das ich fahre. Du musst mir unbedingt versprechen das du ihm nichts sagst, okay! Ich muß weg hier, ich halt das alles nicht länger aus."
Manja begann zu weinen und Matze zog sie mit ins Zimmer.
"Hey, jetzt beruhige dich ersteinmal wieder, und dann reden wir in Ruhe über alles, okay."
Gerade als Matze ins Bad wollte, klopfte es wieder an der Tür.
Als sie öffnete stand dieses Mal wirklich Mark dort.
"Mark hör zu. Das ist jetzt grade ganz schlecht, ich hab grad keine Zeit."
"Lass gut sein Matze. Klärt euer Problem, ich komm später wieder zu euch", sagte Manja und zwängte sich an den beiden vorbei.
"Was hat sie denn?" fragte Mark und blickte ihr hinterher.
"Das wollte ich ja grad raus kriegen. Du tauchst aber auch immer zu den ungünstigsten Momenten auf."
"Okay, ich wird die Dame das nächste Mal anrufen und nach einem Termin fragen", grinste er und ging an ihr vorbei ins Zimmer.
Matze schnappte nach Luft. Zu soviel Dreistheit fiel ihr nun wirklich nichts mehr ein. Sie schloss die Tür und drehte sich, mit vor der Brust verschränkten Armen, zu Mark um.
"Hör zu Matze, ich muß unbedingt mit dir reden", begann er und setzte sich auf ihr Bett.
Sie ging zu einem der beiden Sessel und machte es sich dort bequem. Dann sah sie ihn mit einem erwartungsvollen Blick an.
"Ähm...das ist so....Ich hab da glaub ich...ähm...ganz großen...ähm Mist gebaut", stotterte er rum.
‚Das er schüchtern ist hab ich ja schon oft gehört, aber das ist ja wohl die Härte’ ging es Matze durch den Kopf. Sie musste innerlich total grinsen, denn sie fand es irgendwie süß, wie er dort wie ein kleiner Schuljunge saß und rumstotterte.
"Ich bin ganz Ohr", sagte Matze betont langweilig, und sah auf ihre Fingernägel.
"Ich dachte ich hätte mich....oh man ich kann dir das nicht sagen. Du würdest mich für total bescheuert erklären. Ich versteh mich ja selbst nicht mal mehr, wie solltest du dann Verständnis für mich aufbringen?"
Mark stand auf und wollte gehen. Matze atmete tief durch, schmiss ihre Prinzipien über den Haufen, stand auf, packte ihn am Arm und hielt ihn fest.
"Wenn du jetzt einfach so gehst Feehily, dann brauchst du nie wieder zu kommen."
Ohne zu zögern und wie ein völlig neuer Mensch packte er ihre Hände, drehte sich zu ihr und stellte sich dicht vor sie. Matze konnte sein warmen Atem auf ihren Gesicht spüren. Erst jetzt registrierte sie, das er nur mit einem Badehandtuch um die Hüften gewickelt vor ihr stand. Oh wie liebte sie doch sein kleines Bäuchlein, was sich leicht über das Handtuch wölbte. Ihr Atem wurde schneller und sie starrte Mark mit weit aufgerissenen Augen an. "Mmmm.mark", stotterte sie, aber da verschloss er ihre Lippen schon mit einem Kuss. In ihrem Kopf drehte sich alles und sie spürte wie ihre Beine unter ihr weg zu sacken drohten. Sie hielt sich an ihm fest und schlang ihre Arme um ihn. Langsam öffnete sie ihren Mund und bot seiner Zunge Einlass. Leicht stupste er mit seiner Zunge ihre Zunge an, dann massierten sie sich gegenseitig und wurden immer leidenschaftlicher. Als sie einen Seufzer ausstieß wurde Mark nur noch wilder. Er zog sie noch fester an sich und ließ seine Hände auf ihrem Rücken rauf und runter wandern.
‚Was mache ich hier?’ schoß es Matze plötzlich durch den Kopf, und sie riss sich von ihm los.
Schwer atmend standen sie sich gegenüber und sahen sich an. Dann überkam sie wieder die pure Leidenschaft und sie verschmolzen in einem nicht enden wollenden Kuss.

Manja schmiss ihre Sachen in den Koffer, packte ihre Kosmetikutensilien dazu und dann machte sie das sperrige Teil zu. Tränen liefen ihr Gesicht herunter. Musste sie wirklich gehen? Musste sie den Mann verlassen, von dem sie glaubte, ihn mehr als alles andere auf der Welt zu lieben, nur damit er glücklich wird? Aber wie sollte er denn glücklich werden, wenn sie einfach ihre Sachen packt und einfach so verschwindet? Sie würde ihm sehr weh tun, aber er würde über diesen Schmerz sicher bald hinweg kommen. Er wird sich neu verlieben und sie irgendwann vergessen. Manja hoffte so sehr, dass das alles so passieren würde, denn sie wollte den Menschen der ihr so viel bedeutet nicht unnötig mit ihrem Problem belasten.
Sie kritzelte noch schnell etwas auf ein Stück Papier, legte es auf das Bett und verschwand. Sie hastete den Flur entlang und hoffte, das ihr niemand begegnen würde. Sie stürzte ins Treppenhaus und zerrte ihren Koffer die Stufen hinunter. In der kleinen Lobby angekommen ging sie sofort zur Rezeption, checkte aus und machte sich auf den Weg.
Als das Taxi, in das sie so eben gestiegen war, losfuhr, betrat Bryan das Hotel. Manja liefen Tränen über ihr Gesicht.
"Ich liebe dich", flüsterte sie noch, bevor sie die Augen schloss und ihren Kummer laut hinaus schluchzte.

Erschöpft, aber glücklich ließen sich Mark und Matze ins Bett fallen.
"Bist du sauer weil ich noch nicht mit dir schlafen will, Mark?" fragte sie vorsichtig, bekam als Antwort aber einen Kuss und war sich sicher, das Mark nicht sauer war. Sie hoffte es zumindest.
"Oh shit!" fuhr sie plötzlich erschreckt hoch.
"Was?"
"Manja! Ich hab sie ganz vergessen!"
Mark umarmte sie und gab ihr einen Kuss auf ihre Schulter.
"Nun geh schon zu ihr. Ich warte hier so lange auf dich."
Lächelnd gab sie ihm einen Kuss auf die Stirn und wollte verschwinden.
"Kann ich noch einen haben, bitte? Aber dann bitte genau hierhin", sagte er fast flehend, und tippte mit einem Finger auf seinen Mund. Matze lachte und gab ihm einen weiteren Kuss, und dieses Mal auch auf den Mund. Seufzend ließ sich Mark in die Kissen fallen und sang "I just want your extra time and a.....kiss", bevor er ihr eine Kusshand zu warf.
‚Scheiß auf Manja, die ist nachher auch noch da’, hallte es in ihrem Schädel und sie lief zurück zum Bett. Sie landete genau neben Mark der laut lachte.
"Da weiß ich ja, wie ich dich jetzt immer wieder zurück ins Bett kriege", grinste er und küsste Matze.
"Bei deiner Stimme kann man gar nicht anders reagieren." Sie leckte über seine Unterlippe, knabberte kurz daran und fuhr mit ihrer Zunge seinen Hals entlang. Mark zog sie auf sich und legte seine Hände auf ihren Hintern. Langsam und gefühlvoll spreizte er ihre Beine, so dass sie auf ihm saß.
"Jetzt bin ich dir willenlos ausgeliefert", scherzte er und zog sie zu sich runter.
"Mach was du willst mit mir", hauchte er ihr ins Ohr, bevor seine Zunge hinter ihrem Ohrläppchen einen Weg suchte.
"Oh man", stöhnte Matze und krallte sich in seinem Handtuch fest. Wie elektrisiert ließ sie ihr Becken sanft kreisen und brachte Mark in eine prekäre Lage.
"Wenn du nicht willst ooohhh..... das ich über dich herfalle, dann solltest.....oh gott...dann solltest du aufhören...wow...dich so zu....bewegen", stöhnte Mark und umfasste ihre Hüfte.
Matze grinste und öffnete langsam das Handtuch. Genüsslich und wissend, das sie Mark in der Hand hatte, leckte sie sich über ihre Lippen ließ sich von seinem Schoß gleiten und kniete sich neben ihn.
"Komm her", sagte er, zog sie an sich, verlagerte sein Gewicht und lag auf ihr. Seine Zunge wanderte ihren Hals entlang und seine Hände unter ihr Shirt. Das sie keinen BH trug gefiel ihm um so mehr und er massierte ihre steifen Brustwarzen mit zwei Fingern. Sie stöhnte leise auf und wuschelte mit ihren Händen durch seine Haare. Mark zog ihr das Shirt über den Kopf und strich über ihre blanken Brüste, bevor er sie einzeln liebkoste und massierte. Seine Hand wanderte weiter nach unten und blieb am Hosenbund hängen. Auch hier hatte er ein leichtes Spiel, denn sie trug nur so eine Schlabberjogginghose. Langsam tastete er sich vor und seine Finger glitten tiefer unter die Hose. Plötzlich hielt er inne und sah Matze an.
"Willst du auch wirklich?" fragte er liebevoll und wartete ihre Antwort ab. Matze nahm seine Hand und schob sie weiter nach unten. Mit einem breiten grinsen wandte sich Mark wieder von ihr ab und seine Zunge wanderte über ihren Bauch und seine Zungenspitze umkreiste ihren Nabel. Sie zuckte leicht was ihn nur noch mehr dazu bewegte seine Liebkosungen fort zu setzen. Immer weiter ließ er seine Zunge wandern und stoppte vor der Hose. Mit beiden Händen packte er das lästige Stück Stoff und zog es nach unten und dann aus. Seine Zunge wanderte ihre Schenkel entlang nach oben und seine Hände schoben sich unter ihren Hintern. Er legte sein Gesicht zwischen ihre Schenkel und ließ seine Zunge kreisen. Immer wilder und fester wurden seine Bewegungen und Matze stöhnte von Mal zu Mal lauter. Sie zog Mark nach oben und küsste ihn.
"Schlaf mit mir", flüsterte sie und presste ihr Becken an seines. Dabei konnte sie seine Erregung spüren und ließ ihr Hand an seiner Brust entlang nach unten wandern. Zärtlich umfasste sie seinen Penis und kraulte seine Hoden. Sie rollte sich mit ihm und saß wieder auf ihm. Sie fuhr mit ihrer Zunge seine Brust über seinen Bauch bis zu seinem Intimbereich lang und küsste ihn um seinen Penis herum. Mark atmete stoßweise und er stöhnte immer wieder. Matze nahm seinen Penis wieder in die Hand, leckte sich kurz über die Lippen dann ließ sie ihre Zunge an seinem Schaft rauf und runter gleiten, ehe sie ihn mit beiden Lippen umschloss. Sie ließ ihre Zunge um seine Eichel wandern und stupste mit der Spitze auf seine Öffnung. Mark stöhnte immer lauter und presste ihr sein Becken entgegen.
"Oh fuck, that’s beautiful", stöhnte er und zog sie auf sich.
Er drehte sich auf sie und ohne auch nur zu warten drang er mit kräftigen Stößen in sie ein. Matze stöhnte lauter mit jedem Stoß. Ihre Finger krallten sich in ihren Kissen fest als sie zum Höhepunkt kam., gleichzeitig mit Mark. Erschöpft ließ er sich von ihr rollen und kuschelte sich an sie. Dann zog er die Decke vom Boden nach oben und legte sie über sich beide, bevor sie sich nochmals küssten und Arm in Arm gekuschelt einschliefen.
Mit Tränen in den Augen und einem Zettel in der Hand ließ sich Bryan auf das Bett sinken. Er zitterte am ganzen Körper und fing an zu weinen. Immer wieder las er sich den Zettel durch. Immer wieder schüttelte ihn ein neuer Weinkrampf.
Er rannte aus dem Hotel und sprang ins nächste Taxi. Hoffentlich war es noch nicht zu spät.
Als das Taxi am Krankenhaus stoppte bat er den Fahrer zu warten und rannte schnurstracks zum Hintereingang.
Er riss die Tür zu Nickys Zimmer auf, aber da war niemand mehr.
"Schwester! Hey! Hallo!" schrie er über den Flur, aber niemand schenkte ihm Beachtung. Da packte ihn langsam aber sicher die Wut. Er sprang vor die nächste Person die seinen Wegkreuzte.
"Bryan? Was ist denn dein Problem?" fragte Nicky erschrocken.
"Weißt du wo Manja ist? Sie hat mir nur so eine komische Nachricht hinterlassen." Bryan reichte Nicky den Zettel.
"Oh scheiße, Bryan. Lass uns sofort hier verschwinden. Ich ahne schlimmes."
Panik packte Bryan. Was ist passiert? Wieso wußte Nicky was mit dem Zettel anzufangen?
Zu zweit rannten sie aus dem Krankenhaus, sprangen in das Taxi, teilten dem Fahrer ihr Ziel mit und beteten, daß sie nicht zu spät kommen würden.

Robert war kaum wieder in Berlin angekommen, als sein Handy klingelte.
"Kannst du mich bitte in 1 Stunde vom Flughafen abholen?" fragte Manja am anderen Ende der Leitung.
"Was? Wieso? Du kommst doch erst..."
"Robert bitte! Kannst du mich abholen? Ja oder nein?"
"Ich bin da. Kannst dich drauf verlassen, aber dann ist ein Gespräch fällig. Das ist dir hoffentlich klar."
"Ich hab dich lieb!" Dann legte sie auf.

"Was wollen wir hier Nicky?" schrie Bryan, um gegen das Geräusch tobender Wellen anzukämpfen, die mit voller Kraft gegen die Klippe schlugen.
"Ich dachte, Manja ist hier. Aber....dort drüben!" schrie Nicky plötzlich und rannte los. Bryan hinterher. Er hatte ein komisches Gefühl. Ahnte er schon das schlimmste?
Vor einem kleinen Sandhaufen blieb Nicky stehen und ließ sich auf die Knie fallen.. Bryan stürzte zu ihm. Als er dann den Hügel sah ließ auch er sich auf die Knie fallen.
Auf dem Hügel lagen 2 rote Rosen und ein Zettel.

Goodbye Mandy!

Ich werde dich niemals vergessen.

Wir sehen uns bald wieder, das verspreche ich dir.

Manja

"Oh nein Nicky! Sie ist...oh mein Gott...nein!" schrie Bryan in die dunkle Nacht und fiel weinend zu Boden. Er hatte seine große Liebe verloren.
Manja war tot.
Nicky umarmte Bryan und versuchte ihn zu trösten. Auch Nicky weinte erbitterte Tränen. Er hatte seine beste Freundin verloren.

Fortsetzung folgt