
„Ashley, komm schon! Wir haben nicht ewig Zeit!“ meine beste Freundin Mary trat
nervös von einem Fuß auf den anderen.
„Nur noch ein paar Minuten! Was meinst du, mag Luca die Feuerwehr oder den Bagger
lieber?“ ich hielt beide Spielzeuge hoch.
„Ash, er ist gerade mal 2 ½ . Ihn interessiert die Verpackung viel mehr!“
lachte sie und deutete auf die Feuerwehr „Aber damit hast du die besseren Chancen!“
„Gut, dann nehme ich die Feuerwehr.“ ich packte sie in unseren Wagen.
„Was fehlt uns denn noch?“ sie buddelte in unserem Wagen herum.
„Weiß nicht! Ich denke wir haben alles für ein schönen Weihnachtsabend
zusammen!“ ich zuckte mit den Schultern.
„Ich glaube du hast Recht, wir haben ja fast den ganzen Laden leer gekauft!“
Wir schoben den Wagen Richtung Kasse, bezahlten unseren Rieseneinkauf und brachten
alles zu unserem Auto.
Auf dem Weg nach Hause sangen wir Weihnachtslieder und alberten herum. Kaum angekommen
stellten wir unseren Baum auf und begannen ihn zu schmücken.
„Wann holst du Luca ab?“ Mary steckte gerade die Baumspitze an.
„Ich hole ihn zu um 6 ab, dann hat er seine Medikamente schon bekommen und wir
haben Ruhe bis morgen früh.“ ich reichte ihr den Stecker der Lichterkette.
„Bereit?“ fragte sie und baute sich vor der Steckdose auf.
„Bereit! Licht an!“ ich klatschte in die Hände und Mary steckte sie Lichterkette
ein. Unser Wohnzimmer erstrahlte in einem märchenhaften Licht und ich nahm
sie in den Arm.
„Meinst du es gefällt ihm?“ sie legte ihren Kopf auf meine Schulter.
„Ja, ich denke er wird es lieben!“ lachte ich und drückte ihr einen Kuß
auf die Wange.
„Hast du eigentlich noch mal mit Mrs. Greystone telefoniert?“ sie ging in die
Küche.
„Ja, sie meint meine Chancen stehen sehr schlecht, ich bin allein stehend, habe
nicht genügend Sicherheiten und bin zu jung.“ ich ließ mich mit einem
seufzen auf die Couch fallen.
„Ich verstehe das einfach nicht, Luca liebt dich und du liebst ihn. Warum machen
sie es euch so schwer?“ Mary kam mit zwei Tassen Tee zurück und gab mir eine.
„Ich weiß es nicht, er hat vielleicht noch ein Jahr und ich möchte
das er zu mir gehört, aber das Amt stellt sich quer.“ ich trank vorsichtig
einen Schluck Tee.
„Wir machen ihm ein ganz tolles Weihnachtsfest, er soll es nie vergessen!“ Mary´s
Augen strahlten.
„Wir werden es auch nie vergessen!“ ich nahm ihre Hand.
„Oh, man es ist so viel passiert im letzten Jahr. Du hast dich von Brain getrennt,
ich habe Jason kenne gelernt und wir sind sogar immer noch zusammen...“ lachte
sie „...Wir sind zusammen gezogen, du hast im General angefangen, ich habe im
O`Connels angefangen. Du hast Luca kennengelernt und wir haben Chimney aufgenommen.“
lachte sie und krauelte unser Findelkind.
Chimney ist ein kleines strahlend weißes Kätzchen, das wir vor drei
Monaten in unserem Keller gefunden hatten. Sie war pechschwarz und man konnte
die Farbe nicht einmal erahnen. Wir nannten sie Chimney, was soviel wie Schornstein
bedeutet. Sie sah damals aus, als sei sie durch einen Schornstein gerutscht und
so blieb es dabei.
Jason und Mary sind mach mal wie Hund und Katze, aber wenn man die beiden beobachtet
dann sieht man wie sehr sie sich lieben. Ich gönne es ihr und bin froh das
sie so glücklich ist.
„Ich weiß noch, das ich Luca gleich in meiner ersten Schicht kennen lernte,
er lag da an all den Geräten und Maschinen und seine strahlend grünen
Augen sahen mich so verzweifelt an. Jetzt ist er immer fröhlich und seine
Augen strahlen wenn er mich sieht.“ ich grinste Mary an.
„Ja, du machst ihn glücklich. Dann hol mal den kleinen Zwerg ab, bevor er
denkt wir haben ihn vergessen!" sie sah auf die Uhr.
„Gut, ich bin in gut drei Stunden mit ihm da, mach bitte...“
„Ja, ja ich mach noch die Kekse fertig. Packe seine Geschenke ein und mache sein
Bett fertig!“ sie hob lachend die Hände.
„Gut, dann wäre das geklärt!“ ich nahm sie in den Arm.
„Denk bitte an den Monitor, den brauchen wir!“ erinnerte sie mich und gab mir
meinen Autoschlüssel.
„Mach ich! Bis gleich!“ ich nahm meine Jacke und ging zu meinem Wagen.
Ich brauchte fast eine halbe Stunde bis zur Klinik, es war Heilig Abend und die
Straßen waren voll gestopft. Jeder Mensch in Sligo schien noch schnell seine
letzten Einkäufe machen zu wollen. Völlig entnervt parkte ich den Wagen
auf dem Klinikgelände, zog ein Parkticket und ging zum Pförtner.
„Hallo Jo! Fröhliche Weihnachten!“ ich reichte ihm mein Ticket.
„Hallo Ash! Hast du Dienst?“ er sah auf dem Plan nach.
„Nein, nein ich hole Luca ab. Er bleibt die Feiertage bei mir und Mary.“ strahlte
ich ihn an.
„Bei euch beiden Verrückten? Da wird er sicher viel Spaß haben!“ er
reichte mir mein Parkticket.
„Aber sicher doch! Es soll unvergeßlich für ihn werden!“ ich steckte
das Ticket in meine Tasche.
„Er hat Glück das er jemanden wie dich hat!“ Jo beugte sich vor und gab mir
einen Kuß.
„Ich bin froh das ich ihn habe!“ grinste ich und winkte ihm zu.
Ich lief den Flur zum Fahrstuhl entlang und prallte gegen jemanden.
„Hey Ashley! Wohin so stürmisch?“ Dr. Greene, der leitende Arzt der Kinderstation
sah mich schmunzelnd an.
„Ich hole Luca ab.“ ich drückte auf den Knopf.
„Ach, ja er hat heute den ganzen Tag etwas von Ashley und Mary gebrabbelt. Er
war kaum ruhig zu halten!“ lachte er.
„Ja, er liebt mich halt!“ ich zuckte mit den Schultern.
Der Fahrstuhl hielt an und wir besteigen ihn beide.
„Ja, wer kann ihm das schon verübeln. Hast du eigentlich noch mal mit dem
Jugendamt gesprochen?“ er sah mich ernst an.
„Ja, ich habe mit Mrs. Greystone gesprochen. Sie macht mir wenig Hoffnung, ich
bin zu jung, ich bin ledig und ich habe nicht genügend finanzielle Sicherheiten
für eine Adoption.“ ich zuckte mit den Schultern.
„Wir werden noch mal mit Mrs. Greystone sprechen, unserer Meinung nach, bist du
das beste was Luca passieren konnte.“ er legte seinen Arm um meine Schulter.
Der Fahrstuhl hielt im dritten Stock und mehrere Reporter sahen uns erstaunt an.
Ich sah Dr. Greene fragend an.
„Wir haben heute prominenten Besuch!“ er deutete auf eine Gruppe junger Männer.
„Westlife?“ fragte ich leise.
„Du kennst sie?“ er zog eine Augenbraue hoch.
„Dr. Greene, ich wohne seit drei Jahren in Sligo, würde ich sie nicht kennen,
wäre ich blind oder taub, oder vielleicht beides!“ lachte ich.
„Stimmt!“ meinte er lächelnd „Dann sieh mal nach was dein Kleiner macht,
bevor er denkt du kommst nicht mehr!“ er gab mir einen kleinen Schubs.
Ich ging an den Reportern vorbei und meine Kollegin Annie entdeckte mich sofort.
Ich nahm meine Mütze ab und öffnete meine Jacke.
„Ash! Komm mal her!“ sie zog an meiner Jacke. „Darf ich vorstellen? Das ist Schwester
Ashley, einer unserer Engel! Und das sind Westlife! Na, ja zu mindestens ein Teil
von ihnen.“ stellte sie mich vor.
„Freut mich!“ ich gab allen meine Hand und die Jungs stellten sich mit Namen vor.
„Was machst du denn heute hier? Du hast doch Urlaub!“ Annie sah mich fragend an.
„Ich hole Luca für die Feiertage zu mir nach Hause.“ ich lächelte sie
an.
„Ist Luca dein Sohn?“ fragte mich Kian neugierig.
„Nein, er ist ein kleiner Patient, den ich seit fast einem Jahr kenne.“ ich grinste
ihn an.
„Luca war unser kleines Sorgenkind, bis Ashley kam. Er ist 2 ½, er ist
seit 14 Monaten bei uns. Er hat einen Gehirntumor und durch Ash hat er gelernt
was es heißt geliebt zu werden. Seine Mutter hat ihn gleich nach der Geburt
zur Adoption frei gegeben und Ash ist zu ihm wie eine Mutter....“ sie nahm mich
in den Arm „...aber sie hat nie ihre anderen Patienten vergessen!“ fügte
sie lachend hinzu.
„Dann wollen wir den kleinen Mal kennen lernen!“ Shane bot mir seinen Arm an.
„Gut...“ ich hakte mich bei ihm unter „...dann kommt mal mit!“
Wir gingen den Flur entlang zu Luca´s Zimmer. Leise öffnete ich die
Tür und Luca sah gespannt zur Tür, als er mich erkannte fing er an zu
strahlen und lief auf mich zu. Ich fing ihn auf und wirbelte ihn soweit es seine
Schläuche zuließen durch die Luft.
„Hallo Baby!“ ich gab ihm einen Kuß.
„Ash!“ quiekte er und umarmte mich.
„Na, hast du schon gepackt?“ ich sah ihn gespannt an.
„Gucken!“ er strampelte und ich ließ ihn runter. Er führte mich zu
einem kleinen Tisch auf dem ein Bild lag.
„Für mich?“ fragte ich erstaunt.
„Nein. Mary!“ lachte er.
„Für Mary?“ ich nahm das Bild in die Hand.
„Ja! Mary und Chimney!“ kicherte er.
„Ach, so meine beste Freundin und unsere Katze bekommen ein Bild. Und ich?“ ich
zog eine Flunsch.
„Für dich!“ Luca sah mich ernst an und streckte mir seine Ärmchen entgegen.
„Was ist für mich?“ ich sah ihn an.
„Das!“ er gab mir einen dicken Schmatzer.
„Wenn das so ist, dann kann Mary gerne das Bild haben!“ lachte ich.
„Wer ist das?“ Luca sah mit großen Augen zu den Jungs.
„Das sind Mark, Shane und Kian. Die können ganz toll singen!“ ich kniete
mich vor ihn „Sagst du ihnen mal hallo?“
„Na gut!“ er ging zu den Jungs. „Ich bin Luca!“ er reichte ihnen die Hand.
„Hallo kleiner Mann!“ Shane nahm seine Hand und lachte ihn an.
„Hallo Luca, ich bin Mark!“ Mark nahm seine Hand und beugte sich zu ihm runter.
„Was meinst du wollen wir mit den anderen ein paar Weihnachtslieder singen?“ er
sah ihn fragend an.
„Oh, ja!“ Luca war nicht mehr zu halten. „Komm!“ er nahm Mark an die eine und
Kian an die andere Hand.
„Und wenn du fertig bist, dann fahren wir zu Mary!“ mischte ich mich ein „Wenn
du noch mit willst!“ ich sah ihn ernst an.
„Aber ja! Erst singen! Bitte!“ er sah mich mit seinem Hundeblick an.
„Sieh mich nicht so an Luca Fernadez! O.K.!“ ich struvelte ihm durchs Haar.
„Man Kleiner, sie frißt dir ja aus der Hand!“ meinte Kian lachend und Luca
kicherte.
„Dann geh mal singen, ich packe deine Sachen schon mal ins Auto. Annie hilfst
du mir bitte den Monitor runter zu bringen?“ ich sah sie bittend an.
„Klar!“ lächelte sie.
Wir schafften den Monitor und noch einige andere Sachen ins Auto, dann ging ich
hoch und beobachtete die Kiddies beim singen. Luca saß mittendrin und strahlte
mit den anderen um die Wette. Nachdem alle ein Autogramm hatten und glücklich
waren holte ich Luca`s Jacke und zog ihn an.
Kian kam auf uns zu und gab mir eine CD.
„Für dich! Fröhliche Weihnachten!“ er strahlte mich an.
„Danke!“ meinte ich gerührt.
„Hast du dir verdient!“ Mark trat hinter Kian und reichte mir die Hand „Für
einen Engel tun wir so etwas gerne!“
Ich merkte wie mir die Röte ins Gesicht schoß und ich konzentrierte
mich wieder darauf Luca anzuziehen. „Danke!“ nuschelte ich.
„Mach sie doch nicht verlegen!“ Shane grinste mich an.
„Sehr nett, danke!“ ich band Luca die Mütze zu.
„So sind wir!“ Kian ging wieder zu den anderen Kindern und Shane folgte ihm mit
einen letzten winken für mich.
Ich nahm Luca auf den Arm und sah Mark lange an.
„Danke, das ihr ihm einen so schönen Nachmittag gemacht habt!“ ich lächelte
ihn an.
„Das haben wir gerne gemacht!“ er grinste mich an.
„Sag mal magst du Pferde?“ er sah Luca gespannt an.
„Ja.“ Luca legte seinen Kopf schief.
„Willst du mich dann mal besuchen und ich zeige dir meine Pferde?“ Mark sah erst
Luca und dann mich gespannt an.
„Ja! Darf ich?“ Luca nahm mein Gesicht in seine Hände.
„Luca!“ meinte ich gespielt genervt.
„Bitte! Bitte!“ er gab mir einen Kuß.
„O.K.!“ gab ich nach und Mark und Luca schlugen ein.
„Morgen?“ fragte Luca.
„Nein, morgen nicht!“ lachte Mark „Wie wäre es mit nächstem Wochenende?“
„Ich weiß nicht ob ich arbeiten muß.“ ich sah ihn vorsichtig an.
„Dann geh schnell fragen, ich pass so lange auf ihn auf.“ er nahm mir Luca ab
und ich ging zu Annie. Wir tauschten ein paar Dienste und ich ging nach ein paar
Minuten zurück zu den anderen. Luca und Mark saßen im Wartebereich
und spielten mit Legosteinen.
„So Luca, wir müssen los! Mary hat Kekse für dich gebacken und Chimney
wartet bestimmt schon auf uns!“ lachte ich und hielt ihm meine Hand hin.
„Oh, ja Kekse! Grrr...“ er nahm meine Hand.
„Bist du das Krümelmonster?“ Mark wich zurück.
„Nein, ich bin ein Keksmonster!“ lachte Luca und stürzte sich auf ihn.
„Rette mich!“ winselte Mark und ich nahm Luca auf den Arm.
„Du bist wirklich ein Engel! Du hast mich gerade vor dem Keksmonster gerettet!“
lachte Mark.
„Ja, ich denke ein Zweijähriger kann mehr Schaden anrichten als man denkt.“
ich sah zu Luca der sich kringelte vor lachen.
„Und was ist mit nächstem Wochenende?“ Mark stand auf und begleitete mich
zum Fahrstuhl.
„Alles geregelt, ich habe frei.“ ich ließ Luca runter und er drückte
auf den Knopf für den Fahrstuhl.
„Super, dann hole ich euch ab. Wo wohnst du?“ er sah mich gespannt an.
„Fishers Lane 7. Klingel bei Finnety und McNamara!“ lachte ich und stieg in den
Fahrstuhl.
„Bis dann! Bye Luca! Bye Angel!“ er winkte uns zu und die Türen schlossen
sich.
Ich setzte Luca in seinen Kindersitz und fuhr so schnell es möglich war nach
Hause. Mary erwartete uns schon ungeduldig.
„Da seid ihr ja!“ sie nahm mir Luca ab und ging mit ihm gleich ins Wohnzimmer.
„Augen zu kleiner Mann!“ sie hielt ihm die Augen zu.
Ich trat hinter die beiden.
„Augen auf!“ flüsterte Mary.
„Ohhh!“ Luca strahlte mit dem Baum um die Wette.
„Gefällt es dir?“ fragte ich ihn.
„Es ist so schön!“ er nahm mich in den Arm.
„Nur für dich!“ ich gab ihm einen Kuss.
„Für mich?“ Luca sah mich und Mary mit großen Augen an.
„Ja sicher kleiner Mann!“ Mary fing an ihn auszuziehen.
„Ich hole schnell die anderen Sachen aus dem Auto.“ ich lief zu Tür und prallte
mit Jason zusammen.
„Hey Lizzy! Mal langsam!“ er nahm mich in den Arm.
„Was machst du denn hier? Außerdem heiße ich immer noch Ashley!“ ich
sah ihn perplex an.
„Weiß ich! Aber ich nenn dich doch schon immer Lizzy!...“ er grinste mich
an „...Ich habe mich entschieden mit euch dreien Weihnachten zu feiern.“ nun strahlte
er.
„Wirklich? Und deine Familie?“ staunte ich.
„Sie verstehen es! Wo sind die Kekse und wo ist der Rest?“ er sah an mir vorbei
in die Küche.
„Im Wohnzimmer und bestaunen den Baum!“ lachte ich und ging in den Flur.
„Und wo willst du hin?“ er sah mich gespannt an.
„Ich hole noch ein paar Sachen aus dem Auto. Bin gleich wieder da!“ ich warf ihm
eine Kußhand zu.
Ich holte den Monitor aus dem Auto und schloß ihn in Luca`s Zimmer an, dann
ging ich wieder ins Wohnzimmer. Jason, Mary und Luca saßen unter dem Baum
und Jason erzählte die Weihnachtsgeschichte. Luca hatte große Augen
und lauschte ihm gespannt. Wir verbrachten den Rest des Abends damit Luca Geschichten
zu erzählen und gegen 9 Uhr wurde er müde und kuschelte sich auf meinem
Schoß ein.
„Müde?“ ich streichelte ihm eine Strähne seines braunen Haares aus dem
Gesicht.
„Hmmm!“ meinte er leise.
„Dann komm, ich bring dich ins Bett!“ ich stand auf und nahm ihn auf den Arm.
„Gute Nacht!“ meinten Mary und Jason und gaben ihm einen Gute Nacht Kuß.
Ich brachte ihn in sein Zimmer, wechselte seine Pampers, zog ihm seinen Pyjama
an und befestigte die Monitorsensoren.
„Schlaf schön mein Schatz!“ ich gab ihm einen Kuß.
„Du mußt noch Kekse und Milch hinstellen!“ meinte er verschlafen.
„Für den Weihnachtsmann?“ ich sah ihn lange an.
„Hmmm.“ er kuschelte sich in seine Decke.
„Mach ich, hier ist noch Eric!“ ich reichte ihm seinen Kuschelelch und ging leise
raus.
Ich ging zurück zu Jason und Mary, wir redeten noch den ganzen Abend und
hatten viel Spaß. Ich erzählte ihnen auch von meiner Einladung und
sie wünschten mir und Luca viel Spaß.
Am nächsten Morgen wurde ich von Luca geweckt, mein Zimmer war gleich neben
seinem und die Durchgangstür war offen.
„Ash! Ashley!“ rief er leise nach mir.
„Komme!“ rief ich verschlafen und tapste zu ihm ins Zimmer.
Er saß in seinem Bett und strahlte mich mit seinen grasgrünen Augen
voller Vorfreude an. Ich entfernte seine Sensoren und hob ihn aus dem Bett. Er
lief gleich Richtung Wohnzimmer.
„Hey!...“ ich packte ihn am Kragen „Nicht so schnell! Komm wir wecken noch Mary
und Jason!“ ich schlich den Flur entlang.
„Ja!“ er war sofort Feuer und Flamme.
„Seid ihr wach?“ ich klopfte vorsichtig an Mary`s Tür.
„Ja!“ kam es verschlafen.
„Na, denn mal los!“ ich öffnete die Tür und Luca stürmte hinein.
Ich stand in der Tür und Luca hatte es in weniger als 10 Minuten geschafft
das ihm beide auf den Flur folgten. Er stürmte gleich an uns vorbei und lief
ins Wohnzimmer. Er kniete sich vor den Baum und begann seine Geschenke auszupacken.
Seine Augen wurden mit jedem Geschenk größer und Mary und ich sahen
ihm lächelnd zu. Unsere Geschenke kamen super an, er freute sich über
die Feuerwehr und die Lego-Burg. Aber am meisten freute er sich über einen
kleinen Plüschtiger von Jason.
„Der heißt Jason! Genau wie du!“ meinte er strahlend zu ihm.
„Das ist ja toll!“ Jason nahm ihn hoch.
Die Feiertage verbrachten wir bei meinen und Mary`s Eltern und wurden köstlich
bekocht. Am 28. brachte ich Luca wieder in die Klinik und begann meinen Dienst.
Luca scharrte seine Geschenke um sich und erzählte jedem was der Weihnachtsmann
ihm alles gebracht hatte.
Die Woche verging wie im Flug und schon war Freitag. Ich nahm Luca wieder mit
zu uns und er freute sich auf die Pferde.
Am Samstag klingelte es gegen 10 und Luca stürmte zu Tür.
„Ashley! Mark ist da!“ quiekte er und lief wie aufgezogen durch die Wohnung.
Ich packte ihn am Arm und lachte ihn an.
„Dann ziehen wir uns jetzt eine Jacke an und dann geht es los!“ ich setzte ihn
auf den Boden und zog ihm seine Schuhe an.
„Hmm!“ Mark räusperte sich.
„Oh Sorry! Hallo Mark!“ ich lächelte ihn verlegen an.
„Hallo Angel! Frohes neues Jahr!“ lachte er.
„Hören sie auf damit!“ ich nahm Luca`s Jacke von der Garderobe.
„Wir waren beim du! Erinnerst du dich?“ meinte er neckend.
„Sorry, dann hör du bitte auf damit! Ich wünsche dir auch ein schönes
neues Jahr!“ ich stellte Luca hin und band ihm seinen Schal um.
Dann nahm ich meine Jacke und zog meine Schuhe an.
Luca lief zu Mark und ließ sich von ihm runter tragen.
„Guck mal Ash!“ er deute staunend auf Marks Auto.
„Toll, nicht?“ lächelte ich.
„Oh, ja!“ er lief um das Auto herum.
Ich holte seinen Kindersitz aus meinem Auto und Mark schnallte ihn an. Dann hielt
er mir die Beifahrertür auf.
„Ladie!“ meinte er verschmitzt.
„Oh, vielen Dank!“ ich steig lächelnd ein und schnallte mich an.
„So, Kumpel! Alles klar?“ Mark stieg ein und lachte Luca an.
„Alles klar!“ er reckte seinen Daumen in die Höhe und strahlte ihn an.
„Dann los! Wir fahren jetzt zu meinen Eltern und dann darfst du reiten! Darf er?“
fragte mich Mark.
„Ja klar! Wenn er mag.“ grinste ich.
„Super!“ er fuhr zu einem Gestüt etwas außerhalb von Sligo.
Kaum waren wir da, wurden wir von seinen Eltern begrüßt.
„Hallo!“ seine Mum nahm Mark in den Arm und ich schnallte Luca ab und stellte
ihn vor das Auto.
„Wer bist du denn?“ Marks Dad ging in die Hocke.
„Ich bin Luca! Wo sind die Pferde?“ er sah ihn schüchtern an.
„Du willst die Pferde sehen?“ er hielt ihm die Hand hin.
„Hmm!“ er nickte.
„Dann komm mal mit! Ich bin Oliver und zeige die alles. Willst du?“
Luca ergriff seine Hand und sah zu mir.
„Geh schon!“ meinte ich lächelnd.
„Was dagegen wenn wir mitkommen?“ mischte sich ein junger Mann ein.
„Wer seid ihr?“ Luca sah ihn und einen anderen jungen Mann skeptisch an.
„Ich bin Barry und das ist Colin! Wir sind die Brüder von Mark! Und das ist
unsere Mum. Sie heißt Marie!“ meinte er lächelnd.
„Hallo Barry! Hallo Colin! Hallo Marie!“ Luca sah alle nach einander an. „Ich
bin Luca!“
„Dann komm mal mit Luca!“ Barry sah ihn an.
Mit Oliver an der einen und Barry an der anderen Hand ging er Richtung Stall.
„Hallo! Du bist bestimmt Ashley!“ Marie hielt mir ihre Hand hin.
„Ja, ich bin Ash! Freut mich!“ ich lächelte sie schüchtern an und sah
ängstlich Luca und den anderen hinterher.
„Die machen das schon! Möchtest du einen Tee?“ sie hakte mich unter.
„Gerne!“ ich legte meine Nervosität langsam ab.
„Und was ist mit mir?“ Mark sah uns beleidigt an.
„Kannst ja mitkommen!“ meinte Marie lachend und Mark schloß sich uns an.
Wir gingen ins Haus und setzten uns in die Küche, von dort konnten wir auf
die Koppel sehen und die anderen beobachten. Lächelnd sah ich Luca zu wie
er alles erklärt bekam.
„Ist er dein Sohn?“ Marie sah mich freundlich an.
„Nein, aber ich wünschte er wäre es.“ ich sah sie an.
„Was fehlt dem Kleinen denn? Mark meinte er hat euch im Krankenhaus kennen gelernt
und der Kleine hats ihm angetan.“ sie grinste Mark verschwörerisch an.
„Er hat einen Gehirntumor, die Ärzte geben ihm im bestem Fall noch ein Jahr!“
ich stützte meinen Kopf auf meine Hände.
„Kann man gar nichts machen?“ sie sah mich mitfühlend an.
„Nein, wir haben alles versucht. Wir können ihm nur noch die restliche Zeit
so schön wie möglich machen.“ ich sah hoch und Mark direkt in die Augen.
„Warum kannst du ihn nicht adoptieren?“ Mark nahm meine Hand.
„Also, erstens bin ich zu jung, zweitens bin ich ledig und drittens mittellos.“
ich schüttelte frustriert den Kopf.
„Aber sie müssen doch sehen, wie gut es für ihn ist!“ meinte er mitfühlend.
„Die sehen nur was auf dem Papier steht. Aber ich will mir darüber jetzt
keine Gedanken machen, er soll sein kurzes Leben genießen. Dafür tue
ich alles!“ ich richtete mich auf und sah beide offen an.
„Gut, was ißt Luca am liebsten?“ Marie stand auf.
„Hmm, Pizza, Spaghetti und Schoko-Eis.“ sagte ich lachend.
„Gut, dann gibt es heute Pizza und zum Nachtisch Eis!“ meinte sie lachend und
begann einige Sachen aus dem Kühlschrank zu räumen.
„Kann ich helfen?“ ich stand ebenfalls auf.
„Nein, nein! Mark kann dir ja mal alles zeigen. Wenn du Lust hast?“ sie sah von
mir zu Mark.
„Gerne! Führung gefällig?“ Mark hielt mir seine Hand hin.
„Gern!“ ich nahm sie, wir zogen unsere Jacken über und gingen durch die Hintertür
raus.
Mark nahm wieder meine Hand und ließ sich nicht los, er zeigte mir verschiedene
Pferde und führte mich über das Grundstück. Mir wurde langsam kalt
und ich begann zu zittern.
„Ist dir kalt?“ Mark sah mich an.
„Ein bißchen!“ ich kuschelte mich in meine Jacke.
„Komm her!“ er zog mich in seine Arme.
„Aber..“ setzte ich an.
„Nichts aber! Komm her!“ er streichelte meinen Rücken.
Wir standen eine Weile schweigend da und sahen über das Grundstück.
„Nicht nur Luca hatte es mir in der Klinik angetan, ich habe mich die ganze Zeit
gefreut dich wiederzusehen“ er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Ich seufzte und legte meinen Kopf an seine Schulter.
„Mark, ich weiß nicht was ich sagen soll. Luca ist mir im Moment das wichtigste.“
ich sah ihn an.
„Das weiß ich und ich möchte die Zeit mit euch beiden verbringen!“
er legte seine Hand unter mein Kinn und sah mich an.
„Wirklich?“ fragte ich ungläubig.
„Ja...“ er küßte mich sanft „...mit euch beiden!“
Wir standen noch eine Weile so da und gingen dann langsam zurück zum Haus.
Als wir eintraten ließ sich Luca gerade von Colin durchs Haus jagen. Luca
versteckte sich hinter mir und lachte vergnügt.
„Luca!“ rief Colin und wirbelte ihn herum.
„Col!“ juchzte er.
„Schatz? Komm mal her! Du mußt noch deine Tabletten nehmen!“ ich nahm ihn
Colin ab und holte meine Tasche. Er nahm die Tabletten ohne Proteste und stürmte
dann gleich wieder zu seinem neuen Freund.
Mark nahm meine Hand und wir gingen zu Marie in die Küche.
„Da seid ihr ja wieder. Und war es schön?“ sie sah mich gespannt an.
„Ja, es ist toll hier!“ ich strahlte sie an.
Sie sah auf Marks und meine Hand und lächelte. „Na, mein Großer! Bei
dir auch alles toll?“ neckte sie ihn.
„Besser kann es gar nicht werden!“ lachte er und wir setzten uns und beobachteten
Marie.
„Ich weiß nicht was du gemacht hast, Ash, aber was immer es war, du hast
Mark ganz schön den Kopf verdreht!“ sie sah in den Ofen.
„Mum!“ stöhnte Mark.
„Was denn? Ashley scheint was ganz besonderes zu sein, sie ist deine erste Freundin
seit über 5 Jahren die du uns vorstellst!“ sie nahm lachend meine Hand. „Aber
du hast Recht, sie ist was ganz besonderes!“
„Ja Mum, sie ist ein Engel!“ lachte er und küßte mich.
Luca nahm es freudig auf das Mark und ich zusammen waren und wir verbrachten
viel Zeit bei den Pferden. Jason und Mary kamen ein paar Mal mit und mach mal
kam es vor das Marie auch noch Kian, Shane und ihre Frauen bewirtete. Luca wickelte
alle um den kleinen Finger und es ging ihm richtig gut. Anfang Februar erhielt
ich einen Brief vom Jugendamt und rief sofort Mark an, er war gerade mit Westlife
in Stockholm um das neue Album aufzunehmen.
„Mark hier!“ meldete er sich fröhlich.
„Mark..“ ich konnte meine Tränen kaum unterdrücken.
„Ash! Süße! Was ist los?“ fragte er besorgt.
„Ich habe einen Brief vom Jugendamt bekommen. Sie werden Luca verlegen, sie
meinen es sei nicht gut für ihn eine Bezugsperson zu haben, die nicht das
Sorgerecht hat. Mark was soll ich machen? Sie nehmen ihn mir weg!“ schluchzte
ich.
„Baby! Ganz ruhig, ich bin morgen bei dir! Wir lassen das nicht zu, hörst
du!“ meinte er beruhigend.
„Aber wie?“ ich konnte mich nicht beruhigen.
„Ich laß mir was einfallen, hörst du! Mach nichts unüberlegtes.
Ich bin morgen früh bei dir!“ sagte er ruhig.
„Hmmm.“ schniefte ich.
„Ich liebe Dich!“ damit legte er auf.
„Ich dich!“ flüsterte ich.
Mary kam später nach Hause und kümmerte sich die ganze Nacht um mich.
Am nächsten Morgen stand Mark in der Tür und Mary brachte ihn gleich
zu mir.
„Baby!“ er nahm mich in den Arm.
„Mark!“ ich begann wieder zu weinen.
„Psst, mir ist was eingefallen. Ich weiß, wir sind erst knapp zwei Monate
zusammen und es ist jetzt etwas unromantisch, aber würdest du mich heiraten?“
er nahm mein Gesicht in seine Hände.
„Was?“ ich sah ihn erstaunt an.
„Heirate mich!“ er küßte mich.
„Mark?“ ich sah ihn zweifelnd an.
„Nein Ashley! Willst du?“ er kniete vor mir.
„Ja!“ flüsterte ich.
„Gut, dann komm mit!“ er zog mich hoch. Mary stand in der Tür und sah uns
beide ungläubig an. Mark grinste sie an.
„Du darfst uns auch gratulieren wenn du willst.“ neckte er sie.
„Herzlichen Glückwunsch!“ meinte sie perplex und nahm uns beide in den
Arm.
„Gut, genug geredet. Bist du unsere Trauzeugin?“ Mark sah sie gespannt an.
„Ja klar!“ Mary fand ihre Stimme wieder.
Damit ließen wir sie stehen und Mark bugsierte mich ins Auto.
„Mark, wie stellst du dir das vor? Was sagen deine Eltern? Die Jungs? Dein Management?“
ich sah ihn zweifelnd an.
„Meine Eltern halten mich für verrückt...“ er grinste mich an.
„Du bist verrückt!“ meinte ich.
„Vielleicht...“ er lächelte mich an. „...Die Jungs stehen hinter mir. Shane
und Nicky sind meine Trauzeugen. Mein Management gibt die Presseerklärung
morgen raus und auch die halten mich für verrückt.“ er nahm meine
Hand.
„Mark?“ ich konnte es nicht glauben.
„Ash, ich werde es nicht zulassen, das sie Luca von dir weg bringen!“ er drückte
zärtlich meine Hand.
„Und von dir!“ fügte ich hinzu.
„Und von mir, ich liebe diesen Zwerg und ich liebe dich!“ er küßte
mich kurz und konzentrierte sich dann wieder auf die Straße.
Wir fuhren zu einer kleinen Kirche, wo Marie und Oliver schon auf uns warteten.
„Hallo Marie, Oliver!“ die beiden nahmen mich in den Arm.
„Hallo Kleines!“ Marie strich mir zärtlich über die Wange.
„So, bist du dir sicher Mark?“ Oliver sah uns skeptisch an.
„Ich war mir noch nie so sicher!“ er nahm meine Hand und wir betraten die Kirche.
Der Pastor führte uns in sein kleines Büro und wir nahmen Platz. Plötzlich
ging die Tür auf und meine Eltern standen in der Tür.
„Mum, Dad! Was macht ihr denn hier?“ ich nahm sie überrascht in den Arm.
„Wir haben mit Mark telefoniert und er hat uns alles erzählt. Wir werden
alles tun, damit Luca und ihr zusammen bleiben könnt. Wir wollten euch
unseren Segen geben.“ meine Mum nahm mich in de Arm.
„Gut, sie wollen also heiraten?“ der Pastor nahm Platz und deutete auf Stühle
für meine Eltern.
„Ja.“ sagte Mark mit fester Stimme.
„Gut. Haben sie schon einen Termin ins Auge gefaßt?“ er sah uns gespannt
an.
„Am 14.“ meinte Mark.
„Am 14. was?“ fragte der Pastor irritiert.
„Am 14. Februar.“ Mark sah ihn gespannt an.
„Das sind nur noch 3 Tage.“ meinte er kopfschüttelnd.
„Es ist uns sehr wichtig...“ Mark erklärte ihm die Situation.
„Gut, dann also am 14., ich werde einen Bekannten dazu bitten. er ist Standesbeamter
und macht es dann auch amtlich. Dann brauche ich ihre Personalien und die Geburtsurkunden.“
er sah uns lächelnd an.
Meine Mum legte meine und Marks Mum seine Geburtsurkunde auf den Tisch.
„Marcus Michael Patrick Feehily, 28.05.1980?“ fragte er an Mark gewandt.
„Richtig.“
„Ashley Elisabeth Joanne McNamara, 24.02.1981?“ er sah mich an.
„Richtig.“ meinte ich überflüssiger Weise.
„Gut, dann kläre ich alles weitere ab und wir sehen uns am 14. Februar
um 10 Uhr. Ich brauche noch die Namen der Trauzeugen.“ er nahm sich einen Zettel.
„Shane Filan und Nicolas Bryne.“ Mark sah ihn lange an.
„Mary Sophie Finnety und Gillian Filan.“ ich sah fragend zu Mark.
„Sie freut sich bestimmt.“ er drückte sanft meine Hand.
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und ehe ich mich versah war schon
der Morgen meiner Hochzeit. Die Presse hatte eine Fotoerlaubnis vor der Kirche
bekommen und der Rest der Feier sollte privat bleiben.
Gill und Mary halfen mir beim anziehen meines Brautkleides und beim fertig machen.
Nach drei Stunden stand ich staunend vor dem Spiegel. Ich hatte ein langes,
mit Rosen bedrucktes Brautkleid mit einer langen Schleppe an, meine braunen
lagen Harre waren hochgesteckt und ich trug meine Mums alte Perlenkette und
die passenden Ohrringe. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin. Mary holte
Luca aus der Klinik ab und zog ihn an.
Kurz nach 10 Uhr fuhr ich an der Kirche vor und die Reporter fotografierten
was das Zeug hielt. Mark hatte Tränen in den Augen als er mich sah und
die Ansprache des Pastor war wunderschön. Luca reichte uns die Trauringe
und um 11:30 verließen wir als Mr. und Mrs. Feehily die Kirche. Die Presse
bekam ihre Fotos und wir fuhren dann zu Mark um zu feiern. Es war eine wunderschöne
Feier im kleinsten Kreis und wir genossen jede Minute.
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Jugendamt.
„Können sie uns bitte sagen wo wir Mrs. Greystone finden?“ Mark sah den
Pförtner gespannt an.
„Zimmer 309, im dritten Stock!“ er zeigte uns den Weg zum Fahrstuhl.
Mein Herz klopfte bis zum Hals als wir vor der Tür standen.
„Vielleicht hätten wir einen Termin machen sollen?“ meinte ich zweifelnd.
„Nein, komm!“ er klopfte und wir traten ein.
„Bitte?“ sie sah Mark gespannt an, dann entdeckte sie mich. „Miss McNamara,
was kann ich für sie tun?“ sie deutete auf die Stühle und wir nahmen
Platz.
„Sie haben ihren Antrag auf die Adoption von Luca Fernandez aus zwei guten Gründen
abgelehnt. Erstens weil sie ledig ist und zweitens weil sie nicht genügend
finanzielle Sicherheiten hat.“ antwortete Mark für mich.
„Das ist richtig. Mr.?“ sie sah Mark erstaunt an.
„Mr. Feehily. Wir möchten erneut einen Antrag für diese Adoption stellen.“
Mark reichte ihr die Hand und lehnte sich dann wieder zurück.
„Aber..“
„Mry. Greystone. Diese beiden Gründe existieren nicht mehr. Miss McNamara
ist seit gestern Mrs. Feehily und ich habe genügend finanzielle Sicherheiten.
Können sie den Antrag bitte prüfen?“ Mark sah sie bittend an.
„Das dauert einen Moment.“ sie sah uns perplex an und blätterte in einem
Buch.
„Wir warten gerne!“ Mark nahm meine Hand.
„Gut, einen Moment bitte. Ich müßte einige Telefonate führen.“
sie ging in das Nebenzimmer.
„Was ist wenn es nicht klappt?“ ich sah Mark verzweifelt an.
„Es wird alles gut gehen..“ meinte er aufmunternd.
Nach einer halben Stunde lief Mark im Zimmer auf und ab und ich spielte nervös
mit meinen Haaren, da betrat Mrs. Greystone wieder das Zimmer. Wir sahen sie
gespannt an.
„Also Mr. Feehily, Mrs. Feehily...“ sie setzte sich.
„Ja?“ antworteten wir beide.
„Ich habe mit ein paar Vorgesetzten telefoniert und angesichts der Dringlichkeit
in dieser Sache haben wir einstimmig beschlossen ihnen das Sorgerecht für
Luca Fernandez zu übertragen..“
Mark und ich fielen uns jubelnd in die Arme.
„...Die Papiere werden gleich gefaxt und ich denke wir sollten auch gleich die
Namensgebung mitmachen. Ich nehme an sie wollen das Luca den Familiennamen trägt,
oder?“ sie sah uns milde lächelnd an.
„Ja sicher!“ Mark ließ mich los und wir setzten uns.
Drei Stunden später verließen wir glücklich das Jugendamt und
fuhren in die Klinik.
„Ash!“ Annie nahm mich in den Arm.
„Annie, es hat geklappt. Luca gehört jetzt zu uns. Er heißt jetzt
offiziell Luca Feehily!“ jubelte ich.
„Das freut mich so, holt ihr ihn jetzt zu euch?“ sie ließ mich gar nicht
los.
„Ja, ich ziehe zu Mark und wir holen Luca zu uns. Er soll nie wieder ins Krankenhaus
müssen. Ich werde erst einmal pausieren.“ ich sah sie an.
„Aber du kommst wieder?“ sie hatte Tränen in den Augen.
„Ja, wenn die Zeit da ist komme ich wieder!“ ich wischte ihr eine Träne
weg.
Wir holten Luca ab und er strahlte übers ganze Gesicht. Dr. Greene trafen
wir am Empfang.
„Dr. Greene können sie bitte die Entlassungspapiere für Luca Feehily
unterschreiben?“ Annie hielt sie ihm unter die Nase.
„Feehily?“ fragte er erstaunt. Dann entdeckte er uns.
“Ashley, Ashley. Sie machen Sachen, erst heiraten sie in aller Stille und die
meisten von uns erfahren es aus der Zeitung und dann heißt unser Lieblingspatient
Feehily und jetzt nehmen sie ihn auch noch mit.“ er gratulierte uns und Luca
und wir verließen die Klinik.
Den ganzen Sommer über verbrachten wir mit reiten, Sandburgen bauen und
anderen schönen Sachen. Am 7. Juli feierten wir mit Luca seinen 3. Geburtstag
und alle kamen um ihn zu feiern. Ich habe ihn selten so glücklich wie an
diesem Tag erlebt. Wir waren eine richtige Familie und ich dankte Mark jeden
Tag dafür das es ihn gibt. Mark blühte in seiner Rolle als Daddy auf.
Luca nannte uns Ash und Mark, aber wir wollten nichts erzwingen. Jeden Abend
wenn wir ihn zu Bett brachten erzählte er uns wie lieb er uns hat.
Im September ging es dann mit Luca bergab und wir wußten das es bald vorbei
sein würde. Der Tumor drückte auf sein zentrales Nervensystem und
er konnte sich kaum noch bewegen. Er mußte über eine Sonde ernährt
werden und konnte nichts mehr alleine. Mark und ich kuschelten viel mit ihm.
So auch am 15. September. Ich fühlte das Luca uns für sich allein
haben wollte und wir legten uns alle ins große Bett. Ich strich Luca immer
wieder eine Strähne aus dem Gesicht und seine Augen sahen mich glasig an.
„Du kannst gehen mein Schatz!“ flüsterte ich ihm ins Ohr.
„Mummy!“ flüsterte er und zog mich zu sich.
Ich nahm ihn in den Arm und wiegte ihn hin und her. Mark legte sich hinter mich
und umarmte uns.
„Daddy.“ Luca sah ihn liebe voll an.
„Mein kleiner Tiger!“ Mark küßte ihn sanft auf die Stirn „Geh Kleiner,
geh wenn du willst!“ Mark liefen Tränen übers Gesicht.
Luca sah uns ein letztes Mal voller Liebe an und schloß dann die Augen.
Mark und ich lagen noch lange mit Luca im Arm auf dem Bett und weinten um ihn.
Er war gegangen...
Wir riefen alle an und sie kamen um sich zu verabschieden. Am 20. September
fand seine Trauerfeier statt. Wir ließen 1164 weiße Luftballons
steigen, einen für jeden Tag den er gelebt hatte. Nachdem alle schon gegangen
waren gingen Mark und ich noch mal an sein Grab. Liebevoll strich er über
die Gravur.
Luca Feehily
07.07.2002~15.09.2005
In endless Love
Mummy & Daddy
Mark stand auf und nahm mich in den Arm.
„Ich bereue nichts, nicht eine Sekunde!“ er küßte mich sanft.
„Ich auch nicht!“ ich wischte ihm eine Träne weg.
Ein Jahr später wurde unser zweiter Sohn geboren: Jamie Adam Feehily.
In ihm lebte Luca für uns weiter und wir erzählten ihm später
die Geschichte seines Bruders.
Er bekam noch drei weitere Geschwister: Emily Marie Feehily, Tyler James Feehily
und Samantha Aylin Feehily.
Mark und ich danken dem lieben Gott jeden Tag aufs neue für unsere entzückenden,
gesunden und bezaubernden Kinder.
Mary und Jason haben drei Jahre nach uns geheiratet und haben mittlerweile zwei
niedliche Kinder: Luca Marcus O`Neill und Jenny Lizzy O`Neill.
Love is the most important thing!