
Kapitel 1
Es begann alles an einem kalten, regnerischen Oktobertag. Lily saß am Fenster, blickte trübselig in die verregnete Landschaft und seufzte. Sie war unglücklich und gelangweilt, darüber gab es keine Zweifel. "Was kann man an einem solchen Tag auch besonderes anfangen?" dachte sie. Wenn doch wenigstens die Sonne scheinen würde, dann könnte sie ein wenig spazieren gehen, und so ihren Kummer vergessen. Die Verabredung mit Mat war ganz und gar nicht nach ihrem Sinn verlaufen. Lily war fest überzeugt davon gewesen, er würde um ihre Hand anhalten, oder zumindest: sich mit ihr verloben wollen "Stattdessen macht dieser Mistkerl Schluss! Wie konnte ich mich nur so in ihm täuschen?" Lily wusste es nicht. Sie wusste nur, dass sie dringend Abwechslung brauchte. "Hey Lily, deine Mum hat gesagt, du wärst in deinem Zi.... Aber was ist denn los mit dir?!! Du heulst ja!" Astrid war ehrlich erschrocken über Lilys verweintes Gesicht. Schnell ging sie auf ihre Freundin zu und umarmte sie: "Ist irgendwas mit Mat?" Lily weinte sonst nie, und Astrid hatte sie bisher immer nur sauer oder betrübt erlebt, wenn etwas mit ihrem Freund war. "Dieser Mistkerl hat Schluss gemacht! An unserem Einjährigen macht er Schluss! Ich versteh das einfach nicht..." ; "Das hätte ich nie im Leben von ihm gedacht", meinte Astrid fassungslos. Aber als sie in das verheulte Gesicht Lily’s schaute, redete sie rasch weiter: "Mach dir nicht so viele Gedanken, Lily. Der Typ ist es nicht wert, dass ihm auch nur eine einzige Träne nachgeheult wird, glaub mir! Er hat dich nicht verdient, Süße!" "Ich werde das schon irgendwie schaffen....irgendwie... Aber nun erzähl mal, wieso bist du hier? Bei so einem Regenwetter würde man mich NICHT aus dem Haus bekommen ; es sei denn, es wäre was Wichtiges vorgefallen!!?" "Achja, deswegen bin ich ja eigentlich gekommen! Stell dir vor, ich hab gewonnen!" Jubelnd umarmte Astrid ihre verdutzte Freundin. "Wie, du hast gewonnen? Bei was denn, bitte?", fragte Lily perplex. "Ja, bei dem Gewinnspiel in diesem Reisemagazin! Ich hab dir doch davon erzählt! Tja, jedenfalls hab ich heute einen Brief bekommen, in dem steht, dass ich eine Irlandreise gewonnen hab, ... für 2 Personen! Und jetzt darfst du 3x raten, wen ich mitnehmen werde...." "Aber doch nicht etwa mich? Du weißt, dass es mir meine Mutter nie erlauben würde ..." ; "Aber mit ihr hab ich doch schon längst gesprochen, du darfst selbstverständlich mit! Na, was sagst du?" Mit einem Mal hellte sich Lily’s Mine auf; das war genau das, das sie in ihrem Kummer brauchte. In Irland würde sie sich erst mal entspannen, und ihre trüben Gedanken über Bord werfen. Nachdem die Freundinnen noch ein wenig gequatscht hatten, und soweit alles bezüglich der Reise besprochen war, brach Astrid zum Heimweg auf.
Kapitel 2
"Oh, wie wunderschön es hier doch ist!!" rief Lily begeistert aus. Nach dem 2 stündigen Flug kamen sie endlich in Dublin an, und bezogen erst mal ihre Hotelzimmer. Morgen würde es nach Sligo weitergehen, wo sie die restlichen Ferien verbringen würden. Nachdem die Girls zu Abend gegessen hatten, machten sie sich auf den Weg zur Temple Bar. Aus einem Reiseführer wussten sie, dass dort immer was los sein würde ... und gerade wegen dem Spaß waren sie ja eigentlich von Österreich nach Irland geflogen ; um irische Leute, die irische Kultur, und das irische Guinness kennenzulernen. Nachdem sie in der Temple Bar angekommen waren, sahen sie sich nach einem guten Sitzplatz um, und bestellten beim Kellner erst mal 2 Mineralwasser ; "Fürs erste reicht das", wie Astrid zwinkernd meinte; Während Astrid bezahlte, sah sich Lily in dem kleinen Pub um, und beobachtete die Leute. Zwei Typen mittleren Alters unterhielten sich lautstark am Tresen, ein paar Studentinnen diskutierten an einem der runden Tische, die im Ganzen Pub aufgestellt waren. Ansonsten war das Pub relativ leer ; bis auf....
Die Tür ging erneut auf. Zwei Männer ; Lily schätzte sie auf 22 Jahre ; betraten das Lokal und setzten sich an den Tisch gleich nebenan. Sofort schnappte sich Lily die Getränkekarte, und tat so, als würde sie sie sorgfältig studieren, doch ihre Augen linsten immer wieder zu dem gutaussehenden, jungen Mann herüber, der beim Kellner zwei Guinness für sich und seinen Kumpel bestellte. Sein kurzes, dunkelbraunes Haar hatte er mit ein wenig Gel in Form gebracht. Seine Lippen waren eher breit, und da er gerade lachte, konnte Lily einen Blick auf die geraden, weißen Zähne werfen. In ihren Beobachtungen fiel ihr gar nicht auf, dass der andere Typ unentwegt zu ihr herüberschaute. Er beugte sich zu "Mr. Beauty" hinüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. In der nächsten Sekunde ; sie konnte sich nicht mehr rechtzeitig abwenden ; schaute er ihr direkt in die Augen. Ein Stromstoß durchfuhr Lily von Kopf bis Fuß: In solche wunderschöne, tiefblaue Augen hatte sie noch nie geschaut, und sie hatte das Gefühl, geradewegs in ihnen zu versinken.
"Hey, Lily, was hast du denn? Wieso schaust du so komisch?", fragte Astrid ; im nächsten Augenblick war ihr alles klar, als auch sie die beiden Typen bemerkte. Leise sprach sie "Da hat wohl jemand Feuer gefangen, hmm?", und wandte sich dann ab, um mit ein paar Mädels weiterzuquatschen, mit denen sie sich angefreundet hatte. Doch Lily war wie weggetreten. Sie spürte, wie ihr vor Aufregung schlecht wurde und schaute sich hilflos suchend nach den Toiletten um. "Das Klo ist hinten links", sprach sie das dunkelbraune Mädchen an, das sich mit Astrid unterhielt. "Danke", brachte Lily gerade noch heraus, sprachs, und verschwand schon in Richtung Toiletten.
"Ob ich ihr nicht doch besser nachgehen sollte?" - "Nein, lass nur, Astrid", meinte Susan, "Sie muss nur einen Moment ausruhen. Ich schätze, der Blick dieser Typen hat sie ganz schön durcheinander gebracht." ... Als hätten "die Typen" mitgekriegt, dass über sie gesprochen wurde, standen sie auf und kamen geradewegs auf ihren Tisch zu. "Können wir uns zu euch setzen?" Die Girls bejahten natürlich, und rückten ein wenig zusammen, damit die Jungs Platz hatten. Sofort begann ein angeregtes Gespräch zwischen Astrid und Mark ; so hieß "Mr. Beauty" wirklich. Kian, der andere Typ, sprach währenddessen mit Susan und ihrer Clique. "Woher kommst du? Ich hab euch hier noch nie gesehen", fragte Mark. "Das wird wohl daran liegen, dass wir nicht in Irland leben. Wir sind nur auf Urlaub hier. Eigentlich kommen wir ; meine Freundin Lily und ich ; aus Österreich. Und woher kommst du?" ; "Ich bin aus Sligo." "Sligo, Wahnsinn!!", meinte Astrid begeistert, "wir fahren morgen weiter nach Sligo, und werden dort unsere restlichen Ferien verbringen". "Hey, dann sehen wir uns ja vielleicht noch mal! Ich hab die nächsten paar Tage frei, dann kann ich euch Mädels die Stadt Sligo zeigen. Was hältst du davon?" Astrid stimmte sofort zu, und sie machten eine Location aus, wo sie sich in Sligo treffen würden. Nach einer kleinen Pause begann Mark, von Lily zu sprechen. "Ich hoffe, ich hab sie nicht erschreckt.... sie ist eben ziemlich schnell verschwunden...",meinte er schuldbewusst. "Aber nein, du hast sie nur ein wenig durcheinander gebracht. Sie hat es zurzeit nicht leicht. Ihr Freund hat vor kurzem mit ihr Schluss gemacht, und na ja...." Mark verstand, und fragte nicht weiter. In seinem Inneren jedoch arbeitete es. Er musste mit diesem Mädchen unbedingt mal reden, oder sie zumindest wiedersehen. Es hatte ihn verzaubert, wie sie ihm vorher in die Augen geschaut hat.... Ein kurzer Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass sie nun gehen mussten ; ein wichtiger Termin mit Westlife stand ihnen bevor. Er verabschiedete sich von Astrid und den irischen Girls. Bevor sie gingen, schrieb Mark Astrid noch seine Adresse und Telefonnummer auf: "Gib das bitte deiner Freundin!!", bat er sie. Und schon verschwanden er und Kian aus dem Pub.
Kapitel 3
Als Lily einige Zeit nach Marks und Kians Abgang wieder am Tisch erschien, schob Astrid ihr den Zettel mit Marks Addy und Handynummer zu. "Was ist das? Wo hast du das her?", fragte Lily verdutzt. "Das hat mir der Typ gegeben, den du die ganze Zeit über so angestarrt hast. Er und sein Kumpel Kian sind jetzt die ganze Zeit bei uns gesessen und haben sich mit uns unterhalten. Leider mussten sie jetzt gehen, aber Mark lässt dich fragen, ob du dich mal bei ihm meldest....achja, wir werden uns in Sligo mit ihm treffen, ich hab schon alles organisiert..." "Moment mal, wie bist du eigentlich mit ihnen ins Gespräch gekommen?", fragte Lily. Astrid erklärte ihr vergnügt, dass die Jungs zu ihnen hergekommen seien, und gefragt hatten, ob sie sich hersetzen könnten. Und Mark hätte auch angefangen, mit ihr über Lily zu reden. Lily konnte es nicht glauben. Sie würde diesen Mark in Sligo wiedersehen. Sie würden was zusammen unternehmen... Astrid beobachtete ihre Freundin einige Zeit, und stellte fest, dass diese Begegnung mit Mark wahre Wunder bewirkt hatte. War Lily zuerst eher still, mürrisch und schlecht draufgewesen, so war sie jetzt ein völlig neuer Mensch. Was Typen doch alles bewirken können, dachte sich Astrid. Sie erinnerte Lily daran, dass sie langsam aufbrechen mussten. Sie hatten morgen einen anstrengenden Tag vor sich. Die beiden Girls erhoben sich und verabschiedeten sich von den irischen Girls, gingen jedoch nicht eher, bis sie die Nummern ausgetauscht hatten. Als dies geschehen war, gingen sie langsam zu ihrem Hotel zurück, und legten sich auch gleich schlafen.
Kapitel 4
6 Uhr morgens ; der Wecker klingelte. Müde schlug Lily die Augen auf und tastete nach ihm, um ihn auszuschalten. Nach ein paar Minuten stand sie auf und verschwand im Bad, um sich zurechtzumachen. Auch Astrid zog sich um, und als die Freundinnen fertig angezogen und geschminkt waren, nahmen sie ihr Gepäck und fragten unten an der Rezeption nach einer guten Zugverbindung nach Sligo. Bereits eine Stunde später saßen sie im richtigen Zug und beide freuten sich auf das, was es in Sligo zu sehen geben würde. Nach ca. zwei Stunden Zugfahrt hieß es endlich: "Sligo, Hauptbahnhof". Die beiden stiegen aus, und wollten sich schon ein Taxi suchen, als Astrid plötzlich grinste und Lily mit dem Ellenbogen anstieß. "Schau mal, wer da kommt...- aber nicht erschrecken!" Sofort drehte sich Lily um und sah Mark und den einen Typen vom Pub näherkommen ; direkt auf sie zu!
Lily merkte, wie ihre Knie zu zittern begannen. Wieso musste er ausgerechnet am Bahnhof sein, jetzt, wo sie doch so schrecklich wegen der anstrengenden Zugfahrt aussah! Mark schien das jedoch überhaupt nicht zu stören, er begrüßte die beiden herzlich, und erkundigte sich, in welchem Hotel sie wohnen würden. "Im 'Strandhill Hotel’", antwortete Astrid sogleich, während Lily neben ihr keinen Ton herausbrachte. "Gut, dann fahren wir euch gleich dorthin. Ich schätze, ihr seid ziemlich müde von der Zugfahrt. Und wenn ihr wollt, dann können wir danach noch ein bisschen spazieren gehen..." Er sah Lily fragend an Die nickte nur ; sie war nicht fähig, einen vollständigen Satz zustande zu bringen. Eine Viertelstunde später parkte Kian den schwarzen BMW vor der Einfahrt des "Oceanview Hotels" und half den Mädchen mit ihrem Gepäck. "Dass Girls aber auch immer soviel mitschleppen müssen ; Typisch", feixte er. Astrid streckte ihm die Zunge heraus und ging, bepackt mit ihrem Koffer und ihrer Tasche, zur Rezeption, um einzuchecken. So blieb Lily allein mit Mark und Kian, und sie fühlte sich höchst unwohl. Wenn sie doch bloß nicht so müde aussehen würde! Mark merkte, dass sie ganz angespannt in seiner Gegenwart war und hielt es für das Beste, für eine Weile abzuhauen, und die beiden dann wieder abzuholen. "Naja, ich werde dann mal wieder gehen, muss noch was zu Hause erledigen. Ich hol euch so um 15:00 Uhr ab, ist das okay für euch?" Schon stiegen Kian und er wieder ins Auto und fuhren los. Als nichts mehr von dem schwarzen BMW zu sehen war, ließ sich Lily langsam auf ihre Tasche sinken. "Toll, jetzt hab ich mal wieder alles vermasselt", dachte sie, "Wieso hab ich jetzt nicht mit ihnen gequatscht? Aber nein, ich sitz da wie ein hypnotisiertes Schaf...." Offensichtlich dachte sie ein wenig zu laut, denn hinter ihr meinte jemand belustigt: "Ich wusste gar nicht, dass du Selbstgespräche führst..." Astrid stand hinter ihr und hielt die Schlüssel für das Hotelzimmer in der Hand. "Wo sind denn Mark und Kian so schnell hin?", fragte sie. Lily antwortete, dass die beiden gegen 15:00 Uhr kommen und sie abholen würden. Nach diesem Statement nahm sie die Schlüssel und ging voraus, um das Zimmer zu begutachten, und sich seelisch auf den Nachmittag vorzubereiten ...
Kapitel 5
Es war erst viertel vor 3 Uhr, als plötzlich das Zimmertelefon klingelte. Lily nahm ab und bekam die Nachricht vom Portier, dass die Herren Feehily und Egan soeben eingetroffen waren, und in der Lobby warteten. Nachdem die Freundinnen noch einen letzten Blick in den Spiegel geworfen hatten, schnappten sie sich ihre Taschen und machten sich auf den Weg nach unten. Als sie die Lobby betraten, sprangen die Jungs sofort auf um sie zu begrüßen. Mark blieb wie angewurzelt vor Lily stehen und bewunderte sie im Stillen. Er hatte selten so ein süßes Mädchen gesehen, wie sie es war.
"Komm schon, Feehily, nicht einschlafen! Wir wollten den Süßen doch was von Irland zeigen! Rumstehen können sie daheim auch!", schaltete sich Kian ein und gab Mark einen sanften Puff in den Rücken. Jäh erwachte Mark aus seinen Tagträumen. "Ich muss mich zusammenreißen", dachte er sich. Mittlerweile wartete Kian schon beim Auto, Astrid stand neben ihm. Lily und Mark gingen schweigend nebeneinander hinaus ins Freie. "Verehrteste Damen, wir werden nun einen Abstecher zum "View of Lough Gill" machen. Es ist ein kleiner Hügel ausserhalb Sligo’s, und wir gehen immer dorthin, wenn wir in Sligo sind.. - was leider nicht allzu oft geschieht.", kündigte Kian an.
Als sie beim legendären "View of Lough Gill" ankamen, setzten sie sich auf einen umgeholzten Baum und schauten sich den Sonnenuntergang an. Lily fand es wunderschön, einfach so dazusitzen und sich mit Mark den Sonnenuntergang anzusehen. Astrid hingegen, die die Aufgewecktere von den beiden war, fand das alles schnell langweilig und wollte ein wenig die Landschaft kennenlernen. Kian begleitete sie unter dem Vorwand, er wolle ihr ein paar besonders schöne Plätze zeigen. Kaum waren die beiden verschwunden, fragte Mark: "Sag, Lily, wieso bist du so komisch in meiner Gegenwart? Hab ich dir irgendetwas getan?" Ja, das hast du, wollte Lily sagen.
Doch sie schwieg, schaute ihn nur hilflos an. Mark redete hastig weiter: "Ich meine, du hast mich gestern im Pub schon so merkwürdig angesehen, und plötzlich warst du verschwunden! Ich würde so gerne mal mit dir reden, und etwas über dich erfahren ; aber ich hab das Gefühl, dass du nicht daran interessiert bist, mit mir zu quatschen."
Er sah ihr direkt in die Augen und wartete auf ihre Antwort. "Du weißt, dass das nicht stimmt, Mark. Ich.. ich möchte auch gerne von dir erfahren, wo du wohnst, was du machst.... alles einfach. Aber ich weiß nicht, wie ich mich dir gegenüber verhalten soll..." - "Sei einfach so, wie du mit Astrid umgehst! Ich bin doch auch nur ein Mensch, oder etwa nicht?" Mark schaute sie liebevoll an. Er versuchte, eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht zu streichen - ... das war zuviel für Lily. Heulend vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen und merkte, dass Mark sie ganz sachte umarmte ... "Du bist so süß, selbst wenn du weinst", murmelte er. Langsam näherten sich ihre Lippen und Augenblicke später erlebte Lily ihren ersten "richtigen" Kuss. Es war ein Kuss, der sie durch und durch elektrisierte, als würde sie unter Strom stehen. Nicht einmal mit Mat hatte sie einen solchen Kuss durchlebt. Mark erging es wohl genauso wie Lily, denn er konnte von ihren Küssen nicht genug kriegen ...
Kapitel 6
Als die beiden Fußgetrampel hörten, ließen sie schnell voneinander ab, und schauten wieder der Sonne zu, wie sie langsam unterging. Kian und Astrid kamen von ihrer Erkundungstour zurück und meinten, es wäre langsam an der Zeit, zu gehen. Zögernd folgten die beiden Frischverliebten Kian und Astrid.
Nachdem sie die Girls im "Strandhill Hotel" abgeliefert hatten, fuhr Kian Mark nachhause. "Du scheinst bei Lily ja richtig gut anzukommen, Kumpel", meinte er grinsend, "und sie auch bei dir, nehm ich an?? Da schau an, endlich ist unsere Single verliebt!" ; "Ach, lass mich in Ruhe, Kian. Ich meine es ernst mit ihr, ob du es glaubst oder nicht! Ich habe noch nie ein Mädchen getroffen, das mich so verzaubert hätte, wie Lily es tut. Ich mache mir Sorgen, wenn du es genau wissen willst! In 2 Wochen fliegt sie wieder nach Österreich, und was wird dann aus uns?" Kian war fassungslos. Mark schien es ja wirklich erwischt zu haben. Er musste einfach mit Lily zusammenkommen, da war sich Kian im Klaren. "Hey, das ist jetzt wohl das kleinste Problem, Mark! Überleg doch mal, wie viel wir mit Westlife unterwegs sind! Dann machen wir halt Abstecher nach Österreich, dann kannst du sie sehen. Und du kannst sie auch einfliegen lassen, wenn du sie unbedingt sehen willst!"
"Aber sie weiß doch gar nichts von Westlife! Sie weiß ja nicht, dass wir in der ganzen Welt berühmt sind! Deswegen hab ich auch keine Zweifel, dass sie mich nur deswegen lieben könnte, weil ich in einer Band bin. Und wenn diese blöden Journalisten dann noch auf uns herumhacken, dann kann auch unsere Beziehung nicht überleben..." sagte Mark. ;"Dann würde ich es ihr aber auf alle Fälle sagen, dass du in Westlife bist. Jetzt weißt du, dass sie dich als ganz normaler Mensch liebt, und ich glaube nicht, dass sich das ändern wird! Besser, sie erfährt es durch dich, als durch die Presse!", polterte Kian. Mark sah ein, dass Kian Recht hatte. Als sie bei Marks Haus angekommen waren, verabschiedeten sie sich mit einem High Five und Mark stieg aus dem Auto.
Als Mark in seinem Bett lag, dachte er noch lange an Lily ; seine erste große Liebe, seit er in Westlife war. Die ganzen 5 Jahre über war er Single gewesen, während Shane seine Gillian, Nicky seine Georgina geheiratet hatte. Auch Kian war längst nicht mehr Single; er war glücklich mit Jodi liiert. Nur er war die ganze Zeit über Single gewesen. Er würde es nie und nimmer zulassen, dass diese Liebe den Bach runterging. Da piepte das Handy. ‚Hy Mark, Lily hier.. J.. Können wir uns morgen sehen? Süße Träume, schlaf gut’
Kapitel 7
"Mark Feehily ; Hat er seine Herzensdame nun gefunden?"
Dick und fett prangte die Schlagzeile auf der Zeitung "Local Irish". Darunter war ein Foto abgebildet, wo sich Mark und sie ; Lily ; küssten! Lily blickte erstarrt auf das Foto und begriff gar nichts mehr. Sie begann, den seitenlangen Artikel zu lesen und wurde mit jedem Absatz stiller. Just in diesem Augenblick kam Mark zur Tür des Frühstückssaals herein und ging freudig auf sie zu. Er wollte ihr einen Kuss auf die Wange geben, da sah er die aufgeschlagene Zeitung vor ihr liegen. "Oh nein, das darf doch nicht wahr sein", stöhnte er. ;"Was hat das zu bedeuten? Wieso hast du mir nicht gesagt, dass du ... berühmt bist?", wollte Lily unter Tränen wissen. "Ich wollte es dir sagen, bevor du es über die Presse erfährst, Lily! Ich schwöre dir, dass ich dich nicht verletzen wollte! Bitte verzeih mir, dass ich es dir so lange verschwiegen habe, aber ich war so glücklich darüber, dass du MICH liebst ; und nicht den Star Mark Feehily...." Aber Lily sprang schluchzend auf und rannte auf ihr Zimmer. Dass aber auch immer nur SIE die Niederlagen einstecken musste. Nie konnte sie glücklich sein! Dabei hatte doch alles so schön angefangen mit Mark und ihr. Sie war schon lange nicht mehr so glücklich mit einem Jungen gewesen, wie mit Mark.
Mark klopfte leise an der Zimmertür: "Lily, darf ich bitte reinkommen? Ich will mit dir reden!" Er trat ein und sah Lily auf dem Bett liegend, wie sie die gegenüberliegende Wand anstarrte. Langsam ging er auf das Bett zu und setzte sich neben sie. "Bitte sei nicht sauer auf mich. Ich hatte bisher einfach nicht die Gelegenheit, es dir zu sagen! Findest du es denn wirklich so schlimm, wenn ich berühmt bin?" ; "Nein, natürlich finde ich es nicht schlimm... aber was soll denn aus uns werden? Vielleicht bin ich ja nur ein Flirt für dich ;" seufzte Lily, "vielleicht meinst du das gar nicht so ernst mit mir, wie ich es tue!"
Mark widersprach ihr: "Jetzt hör mir mal zu! Ich liebe dich! Und ich werde alles tun, dass wir zusammenbleiben können ; ALLES! Und ich schwöre es dir, dass ich es dir heute sagen wollte... Kian hat mich ja gestern schon dazu gedrängt....Vertrau mir einfach, okay?"
Mit diesen Worten nahm er Lily ganz fest in seine Arme. Sie sanken auf das Bett und blieben eine Weile reglos liegen. Dann flüsterte Mark:" Du darfst nur eines nie tun: Glaube nie der Presse, okay? Sie wollen unsere Beziehung nur zerstören ; aber ich werde das nicht zulassen" Mit diesen Worten schliefen sie beide ein ...
Kapitel 8
Am späten Nachmittag wachte Mark jäh aus seinen Träumen auf. Etwas hatte ihn geweckt. Da sah er, wie sich Lily ; eingebettet in seinen Armen ; an seine Brust schmiegte. Es war also kein Traum gewesen ; Lily war tatsächlich bei ihm. Ein paar Minuten betrachtete er seine schlafende Freundin, dann weckte er sie mit einem Sanften Kuss. Lily erwachte sogleich und sie umarmten sich erneut. Als sie auf die Uhr sahen, stöhnte Mark genervt auf. "Shit, ich muss ja ins Aufnahmestudio, eine wichtige Besprechung mit den anderen Jungs! Das hab ich ganz vergessen...Hey, weißt du was? Du kommst einfach mit mir! Astrid wird dich schon nicht vermissen." Lily stand zögernd auf - sie wollte nicht stören, aber da zog Mark sie schon mit, zu seinem Auto.
Als sie beim Studio ankamen, nahm Mark sie an der Hand und sie gingen gemächlich ins Innere des Gebäudes. Mit großen "Hallo" wurden die beiden von den anderen Jungs begrüßt. Auch drei Mädels waren dabei, Geo, Gill und Jodi, wie sich wenig später herausstellte. "Komm mit, Lily, lassen wir unsere Männer mal alleine, damit sie ihre Tour besprechen können. Shane hat mir versichert, dass es nicht lange dauern wird. Sonst wär ich nämlich auch nicht mitgekommen", fügte sie augenzwinkernd hinzu, und deutete auf den dunkelhaarigen Mann, der neben Mark stand und lebhaft mit den Händen gestikulierte. Sie gingen in den Raum nebenan und holten sich was zu trinken. Während sie warteten, diskutierten Geo und Gill heftigst über die neueste Mode. Jodi und Lily saßen ein wenig abseits und unterhielten sich mit gedämpfter Stimme. "Wie bist du denn mit Mark zusammengekommen?", wollte Jodi wissen. Lily erzählte ihr von der Begegnung in der Temple Bar in Dublin, und wie dann alles seinen Lauf genommen hatte. "Ich bin schon ziemlich lange mit Kian zusammen. Du musst dich in Acht vor diesen lästigen Journalisten nehmen. Die ersten paar Monate bekam ich auch haufenweise Drohbriefe von hysterischen Fans. Aber das hört sich mit der Zeit alles auf. Die Jungs sind eben in der ganzen Welt berühmt, und manche Leute akzeptieren es einfach nicht, wenn sie Freundinnen haben. That’s life." Dann erzählte sie Lily noch, dass Mark nichts von One-Night-Stands hielt ; "Du kannst also ganz beruhigt sein, dass er dich liebt. Sonst hätte er nie so eine crazy Nummer abgezogen", versicherte Jodi.
Als die Session der Jungs beendet war, trennten sich die Wege. Während die anderen noch etwas trinken gehen würden, entschlossen sich Mark und Lily, zu Mark nach Hause zu fahren. Auf dem Weg zu Marks Zimmer liefen sie seiner Mutter entgegen, die Lily herzlich in ihrem Haus begrüßte. Hinter ihrem Rücken aber machte Mrs. Feehily ein High Five und strahlte ihren Sohn an; was soviel heißen sollte wie: "Dieses Girl ist mir höchstsympathisch, die kannst du ruhig öfter herbringen J" In Marks Zimmer angekommen, versperrte er die Zimmertür und wandte sich dann seiner Freundin zu - er bedeckte sie mit Küssen und nach einiger Zeit trug er sie zu seinem Bett hinüber. Sie sanken zwischen den Kissen nieder und vergaßen alles andere um sich herum. Nach einiger Zeit fragte Mark: "Bist du dir wirklich sicher, dass du es willst?" Lily war sich ganz sicher; so zogen sie sich gegenseitig aus und verbrachten eine wunderschöne Nacht zusammen.
Kapitel 9
Der Tag der Abreise rückte mit jeder Sekunde näher. Fast zwei Wochen waren inzwischen vergangen und die beiden Verliebten unternahmen soviel, wie es nur ging. Doch auch Marks Urlaub nahm langsam sein Ende. An dem Tag, wo Lily und Astrid wieder nach Österreich fliegen würden, brachte Mark sie zum Bahnhof, der die beiden wieder nach Dublin bringen würde. Mit Tränen in den Augen standen sich Lily und Mark gegenüber und sahen sich nur an. Zum dritten Mal schon wurde die Abfahrt des Zuges durchgesagt ; Lily musste einsteigen. "Ich besuche dich, sooft ich nur kann", versprach Mark seiner Lily, "Und ich werde dich auch einfliegen lassen, sooft wir beide Zeit haben. Du hast meine Adresse, meine Telefonnummer und meine E-Mail Adresse. Schreib mir, und ich werde dir zurückschreiben. I Love you! Und jetzt steig ein, du verpasst noch den Zug, Schatz” Und schon zerrte Astrid ihre Freundin zur Waggontür und verfrachtete sie ins Innere. Mit unterdrücktem Schluchzen lief Lily zu einem Fenster und schaute ihm nach. Durch das Zugfenster gab Mark ihr noch einen kleinen Zettel in die Hand. "Lies ihn, wenn du zu Hause angekommen bist. Ich denk an dich"
Als die beiden Freundinnen am Innsbrucker Flugplatz landeten, wurden sie schon freudig von ihren Familien begrüßt. Lily’s Mutter allerdings machte sich Sorgen um ihr "kleines Mädchen", das ihr mit verheulten Augen entgegen kam. Als sie im Auto Richtung Reutte saßen, faltete Lily mit zitternden Händen den kleinen Zettel auf, den Mark ihr noch am Bahnhof gegeben hatte.
" Wenn du willst, kann ich dich in 2 Wochen für ein paar Tage besuchen,
Le grá gó déo, Mark xx" P.S. I luv ya, dear