'endlich geschafft’ dachte ich mir und schmiss meine Sachen auf den Boden. Ich war gerade von der Arbeit nach hause gekommen und war wie immer ziemlich geschafft. Zum entspannen schaltete ich meinen Fernseher ein, in der Hoffnung irgendetwas interessantes zu entdecken. ,oh mann, mal wieder das typische Nachmittagsprogramm, nur Sch***,’ ärgerlich zappte ich mich durch die Programme. Auf MTV blieb ich dann, es kamen gerade die TRL Charts und ich wollte mal wieder schauen, welches Lied gerade auf Platz 1 war. Ich interessierte mich nicht unbedingt riesig für Musik. Ich hörte beim Autofahren Radio und war jedes Wochenende in der Disko, das war mir genüg. Ich hatte einfach keine Lust, mir irgendwelche CD`s zu kaufen und dabei den Plattenfirmen das Geld in den Rachen zu schieben. Vor der Werbung wurde ein Aufruf für ein Gewinnspiel gemacht. Man konnte eine Karte für ein Konzert mit anschließender Autogrammstunde der Boygroup Westlife gewinnen. Es war nur ein kleines Konzert und die Karten waren dementsprechend ziemlich teuer. Außerdem war eine Übernachtung in einem Luxushotel im Gewinn enthalten. Gelangweilt schaltete ich um, da mich die Gruppe nicht besonders interessierte und ich auch keine Lust hatte, mir die Werbung anzusehen. Nachdem TRL vorbei war entschloss ich mich ins Internet zu gehen und nach einem Geburtstagsgeschenk für meine Cousine zu suchen. ,für was interessiert sich ein 10 jähriges Mädchen` überlegte ich. Da fiel mir ein, dass meine Cousine bei ihrem letzten Besuch total von Westlife geschwärmt hatte und ihre Eltern fast in den Wahnsinn trieb, weil sie u. a. ihr ganzes Zimmer mit Postern übersäht hatte. Immerhin waren die Jungs mehr als doppelt so alt wie sie. ‚ich könnte ja bei dem Preisausschreiben mitmachen, vielleicht gewinne ich ja, da würde sie sich richtig freuen’. Das tat ich dann auch. Schaute mich aber vorsichtshalber noch nach anderen Geschenken um. Ich hatte ja noch nie in meinem Leben irgendetwas gewonnen.
Da das Konzert ziemlich kurzfristig geplant war, war auch schon eine Woche später Einsendeschluss. Ich kam mal wieder genervt von der Arbeit, als das Telefon schellte. "Wagner", "Spreche ich mit Eva Wagner?" hörte ich eine Stimme am anderen Ende des Apparates "Ja, um was geht es denn?" fragte ich. "Ich gratuliere Ihnen recht herzlich. Sie haben bei unserem Gewinnspiel mitgemacht und eine Konzertkarte für Westlife mit Autogrammstunde und einer Übernachtung in einem 4-Sterne-Hotel gewonnen". Ich freute mich riesig. Zum einen hatte ich das beste Geschenk, das ich mir vorstellen könnte und zum anderen freute ich mich natürlich über die Übernachtung. Man hat ja nicht jeden Tag Gelegenheit in so einem teuren Hotel zu schlafen. Wir klärten noch einige Einzelheiten und er versicherte mir, dass mir in den nächsten Tagen noch ein Brief mit Karte und allen Informationen zukommen würde.
Sofort rief ich meine Tante an und klärte sie auf. Sie war total begeistert und es machte ihr auch nichts aus, dass ich gern mit meiner Cousine gehen würde. Immerhin hatte ich das ganze ja gewonnen und mein Englisch war noch das beste in meiner Familie. Wir entschieden uns, meine Cousine an ihrem Geburtstag damit zu überraschen. Wie es der Zufall wollte, war das Konzert am darauffolgenden Tag. Ich nahm mir Urlaub und meine Tante stellte meine Cousine ausnahmsweise vom Unterricht frei. Endlich war der Geburtstag meiner Cousine gekommen. Ich klingelte an der Haustüre. Meine Cousine öffnete die Tür "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Liz" "Eva, was machst du denn hier?" Sie war total überrascht, dass ich vor der Tür stand, ich wohnte ca. 3 Stunden von ihr entfernt. "Dich zum Geburtstag gratulieren. Außerdem ist ja Oma bei euch und ich möchte nicht auf die wunderbare Torte verzichten" scherzte ich. "Hier, mein Geschenk für dich, aber eines möchte ich dir raten, schrei nicht so laut, sonst überlegten es sich deine Eltern noch und lassen dich nicht mitkommen" flüsterte ich. "Wohin mitkommen?" Neugierig öffnete sie den Umschlag. Sie konnte sich wirklich nur mit großer Mühe den Schrei unterdrücken, als sie die Konzertkarten sah. "Oh danke" sie drückte mich ganz fest. Es war so süß mitanzusehen, wie sehr sie sich freute. Ich verstand sie aber, immerhin war ich früher ein riesiger BSB Fan und hätte wahrscheinlich alles für solche Karten gegeben. "Ach ja und vergiss bitte morgen nicht, deinen sämtlichen Fan-Stuff mitzunehmen. Deine Freundinnen werden neidisch auf die Autogramme sein. Nach dem Konzert ist nämlich eine Autogrammstunde". Jetzt flippte sie total aus. Wir hatten abends große Mühe, sie davon zu überzeugen, doch endlich ins Bett zu gehen. Damit sie morgen auch richtig ausgeschlafen war. Zum Glück fand das ganze in München statt, deshalb musste ich nicht so weit fahren. Das hätte ich sonst nicht überlebt, mit diesem lebendigen Nervenbündel auf dem Beifahrersitz. Das Konzert war einfach super, das musste ich mir als Nicht-Fan eingestehen. Ich war wirklich überrascht, dass die Jungs so gut live singen konnten. Man kennt es ja von diversen Künstlern, die sich live einfach grausam anhörten. Die Jungs waren auch alle 4 total hübsch, ich verstand nun wirklich, wieso Liz so ein riesen Fan war. Besonders ein großer Dunkelhaariger hatte es mir angetan. "Das ist Mark, er hat die strahlendsten blauen Augen, die du dir vorstellen kannst. Der kleine mit den blonden Haare ganz rechts ist Kian. Der daneben ist Shane und der andere ist Nicky. Früher waren sie zu Fünft, aber Bryan hat im März aufgehört, weil er sich mehr um seine Familie kümmern möchte,"klärte mich Liz auf.
Wir standen nun schon stundenlang in der Schlage, um ein Autogramm zu bekommen. Endlich kamen wir an die Reihe. Shane saß ganz links, daneben Nicky, Kian und Mark. Jetzt standen wir vor Mark, er sah wirklich gut aus, aber ich wusste nicht so richtig, was ich von ihm halten sollte. Die anderen gaben den Fans ab und zu ein Küsschen und scherzten mit ihnen. Mark tat das alles nicht. Er saß mehr oder weniger still auf seinem Platz und schrieb fleißig. "Schreib bitte für Liz drauf, du bist ihr absoluter Liebling," bat ich ihn. Irgendwie hatte ich Herzklopfen, auch wenn Mark noch nicht einmal aufgesehen hatte. "Und wie heißt du?" fragte er mich, immer noch ohne einmal den Kopf zu heben. "Mir musst du nicht unbedingt eines schreiben, ich bin eigentlich nur die Dolmatcherin für meine Cousine". "Jetzt bist du schon mal da, also bekommst du auch ein Autogramm" sagte er entschlossen. "Ok, danke. Mein Name ist Eva." "Also für die Dolmatcherin Eva", grinste er und schaute mich an. Ich war geschockt. Liz hatte nicht übertrieben, das waren die strahlendsten und fröhlichsten blauen Augen, in die ich je in meinem Leben gesehen hatte. Ich lächelte zurück und er schrieb schnell mein Autogramm fertig. Als er es mir übereichte berührten sich unsere Hände. Es war, als würde ich einen Stromschlag bekommen und ich hatte am ganzen Körper eine Gänsehaut. Wie konnte das sein? Ich hatte diesen Mann ja nur ein paar Minuten gesehen und nur wenige Sätze mit ihm gewechselt. Auch er blickte mich verwirrt an. Ich brachte noch ein "Danke" heraus, als Liz und ich von den anderen Fans regelrecht weiter geschubst wurden. Ich verlor den Augenkontakt und als ich mich das nächste mal umdrehte, hatte sich Mark wieder seinen anderen Fans gewidmet.
Auf dem Weg zum Hotel redeten Liz und ich kaum miteinander. Wir hingen beide unseren Gedanken nach. Nachdem ich mich einige Male verfahren hatte, kamen wir dann auch endlich beim Hotel an. Wir gingen erst einmal auf unser Zimmer und schauten uns dort ein wenig um. Das Zimmer war einfach unbeschreiblich. Wir hatten noch nie so etwas luxuriöses mit den eigenen Augen gesehen. Nachdem wir auch die letzte Ecke unseres Zimmers kannten, beschlossen wir, uns auch das restliche Hotel einmal genau anzusehen. Ich weiß nicht, wie lange wir im Hotel rumgelaufen waren, aber als wir alles gesehen hatten, war Liz total müde. Der ganze Tag war ja auch aufregend und anstrengend. Ich ging mit aufs Zimmer und sie machte sich "bettfertig". Eigentlich hatte ich noch keine Lust, auch schon ins Bett zu gehen. Ich blickte auf meine Uhr und sah, dass es erst zehn Uhr war. Also beschloss ich, nocheinmal in die Bar zu gehen. Vielleicht würde ich ja jemand interessantes kennenlernen. "Liz, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich noch ein bisschen in die Bar gehe? Du hast ja meine Handynummer, falls irgendetwas ist. Außerdem kannst du mich ja auch über die Rezeption ausrufen lassen." "Ja, wenn du das willst, es macht mir nichts aus." "Ok, geh dann aber gleich schlafen. Du weißt ja, wenn dir was passiert, ich bin ja für dich verantwortlich." "Mir passiert schon nichts." Schnell zog ich mir etwas passenderes an und legte noch etwas Make-up auf. Als ich damit fertig war, war Liz auch schon eingeschlafen. In der Bar angekommen, setzte ich mich an die Theke und bestellte mir einen Cocktail. Ein Blick auf die Preisliste und ich war erleichtert, dass ich die Getränke nicht selbst bezahlen musste. Die Bar war noch ziemlich lehr, also rief ich schnell meine Tante an um ihr zu sagen, dass alles in Ordnung sei und fing dann ein Gespräch mit dem Barkeeper an. Nach einer Weile sprach mich jemand von hinten an: "Also, ich wette, wenn du das gewusst hättest, wärst du heute nachmittag nicht stundenlang zwischen lauter kreischenden Teenagern gestanden."
Verwirrt drehte ich mich um und blickte in zwei strahlend blaue Augen. "Äh hi Mark. Was machst du denn hier?" stammelte ich und ärgerte ich mich gleich über diesen Satz, was macht wohl ein Promi in so einem Nobelhotel wie diesem hier’. "Wir übernachten hier. Magst du dich mit zu uns setzten? Dann kannst du mir ja mal erzählen was DU hier machst." "Na klar". Ich begrüßte die anderen Jungs und erzählte Ihnen, dass ich das ganze hier gewonnen hatte und meiner Cousine damit eine große Freude gemacht hatte. "Und du kanntest uns nicht?" fragte mich Shane. "Na ja kennen nicht gerade. Der Name war mir schon ein Begriff die Musik hat mir auch gefallen, aber mehr auch nicht." sagte ich etwas entschuldigend. "Brauchst dich dafür doch nicht zu entschuldigen. Wenn jeder auf der Welt den gleichen Musikgeschmack hätte, wäre ja blöd." "Ja, dann hätten wir ganz schön Probleme. Das wären zu viele Fans für uns vier," scherzte Nicky und verursachte damit ein rießiges Gelächter in unserer Runde. Ich verstand mich mit den Jungs super und wir hatten richitg viel Spaß, was nicht nur an dem ganzen Alkohol lag, den wir tranken. Was die Jungs so alles in sich hinein tranken, war ertaunlich. Aber am liebsten war mir immer noch Mark. Ich hätte nie gedacht, dass er so lustig sein konnte. Wir saßen nebeneinander und immer wenn er mich ansah, oder wir uns zufällig berührten, kribbelte es in meinem Bauch. Das ärgerte mich und ich versuchte dieses Gefühl zu unterdrücken, ich wollte ja nicht, dass die Westlifer und vor allem Mark etwas merken. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es ihm genauso wie mir geht, verdrängte diesen Gedanken aber sofort wieder. Immerhin war er ein Promi und traf jeden Tag viele Mädchen, die mit Sicherheit hübscher wie ich waren. Nach einer Weile meinte Kian: "Ich glaube wir gehen jetzt mal ins Bett, Shane und Nicky können ja schon nicht mehr richtig gerade sitzen.," Er drückte mich noch einmal zum Abschied. "Es war schön, euch kennengelernt zu haben. Gute Nacht." "Gute Nacht ihr zwei. Mark du weißt schon, das ich neben dir schlafe. Nimm bitte mal Rücksicht auf mich," lallte Nicky und die drei verschwanden mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus der Bar. "Was war dass denn jetzt", fragte ich Mark. "Ähm nichts. Ich bin wohl etwas lauter, wenn ich betrunken in mein Bett gehe." Mark und ich saßen noch einige Zeit in der Bar und unterhielten uns.
Es war schon ziemlich spät geworden, als wir endlich beschlossen, auch ins Bett zu gehen. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Cousine so lange alleine gelassen hatte. Marks Zimmer lag ein Stockwerk unter meinem und da wir uns nicht im Aufzug verabschieden wollten, ging ich noch mit bis vor seine Tür. "Das war heute ein schöner Abend", sagte Mark. "Ja, finde ich auch." "Schade, dass wir morgen schon ziemlich früh abreisen. Es war echt mal wieder richtig schön, jemanden kennenzulernen, dem es egal war, dass wir Westlife sind, und der einfach nur in unserer Gesellschaft sein wollte, weil er uns so symphpatisch findet." "Wer sagt dir denn, dass das so ist? Vielleicht bin ich auch nur ein Groupie", erwiderte ich grinsend. "Na, um dass zu sein, fehlt aber noch eine Kleinigkeit." Mark sah mir tief in die Augen. Mir war, als würde der Boden unter meinen Füßen schwinden. Alles was ich noch wahrnehmen konnte, waren diese Augen. Ich wusste, eigentlich sollte ich jetzt gehen, aber ich konnte nicht. Er beugte seinen Kopf, nahm meine Wangen in die Hände und küsste mich erst etwas zurückhaltend, als ich seinen Kuss erwiderte, leidenschaftlicher und fordernder. Er hatte unglaublich zarte Lippen. Als er von mir abließ um seine Zimmertür aufzuschließen, brauchte ich einige Augenblicke, um wieder in die Realität zurückzufinden. Als er mich in sein Zimmer zog, kamen mir dann doch einige Zweifel. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen One-Night-Stand, dafür war ich Männern gegenüber einfach viel zu schüchtern. "Mark ich bin kein Groupie. Ich sollte ......" "Schh," er legte mir seinen Zeigefinger auf den Mund und im nächsten moment küsste er mich wieder. Mit diesem Kuss hatte er es geschafft, sämtliche Zweifel von mir zu nehmen. Wir verbrachten eine unglaublich intensive Nacht, die ich nie mehr vergessen würde.
Wir waren eingeschlafen, als ich wieder aufwachte war es schon fünf Uhr
morgens. Lächelnd blickte ich auf den schlafenden Mark und dachte daran,
was wir erst vor kurzem gemacht hatten und wie schön es doch wäre,
öfter neben ihm aufwachen zu können. Aber schon im nächsten Moment
wusste ich, dass das unmöglich war. ,Was machte ich eigentlich?Ich hatte
mit einem Mann geschlafen, den ich nie wieder sehen würde und der wahrscheinlich
schon beim Aufstehen meinen Namen nicht mehr wusste.’ Außerdem hatte ich
die Verantwortung für Liz und hatte sie die ganze Zeit alleine gelassen.
Schnell sprang ich aus dem Bett und zog mich an. Ich suchte einen Zettel und
einen Stift und schrieb Mark noch schnell eine kleine Nachricht. Zum Abschied
beugte ich mich noch einmal über ihn und drückte ihm einen flüchtigen
Kuss auf den Mund. Er wachte davon auf "Du gehst schon?" fragte er mich und
für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, dass ihn das traurig
machte. "Ja, ich muss leider. Ich möchte nicht, dass Liz aufwacht und ich
nicht da bin. Bitte denke jetzt nicht falsch von mir. Ich bin wirklich kein
Groupie. Ich hatte noch nie im Leben einen ONS. Ich hab dich wirklich gern,
aber ich bin auch realistisch. Und dass hier hat sowieso keine Zukunft, da mache
ich mir gar nichts vor." Es fiehl mir sehr schwer, dass zu sagen. Aber ich wollte
es Mark und auch mir ersparen, dass er mich mit leeren Versprechungen abspeißte.
"Mhh, da hast du wohl recht." Autsch, der hatte gesessen. Hätte er nichts
gesagt, wäre es für mich einfacher gewesen zu gehen. Traurig und etwas
enttäuscht verabschiedete ich mich und ging aus dem Zimmer. Draußen
konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. Ich ärgerte mich, dass
ich wieder einmal zu viel Gefühle für den falschen Mann hatte. In
meinem Zimmer legte ich mich sofort ins Bett, aber schlafen konnte ich nicht
mehr. Ich musste ständig an Mark denken. Als Liz und ich am nächsten
morgen zum Frühstück gingen, waren die Westlifer schon abgereist und
somit war Mark nun wirklich entgültig aus meinem Leben verschwunden. Das
dachte ich zumindest.
Einige Monate später!!!
Ich hatte mittlerweile meine Ausbildung zur Bürokauffrau beendet. Da ich in meiner Ausbildungsfirma nicht übernommen wurde und auch woanders keinen Job gekommen hatte, hatte ich einen Kurs zur Visagistin gemacht. Zum einen interessierte mich die Arbeit und zum anderen hätte ich nicht gewusst, was ich sonst anstellen sollte. Ich hatte noch oft an Mark denken müssen, auch wenn ich versuchte es zu unterdrücken. Das war nicht leicht, denn kaum hatte ich den Radio oder Fernseher eingeschaltet, hörte bzw. sah ich Mark. Irgendwann hatte ich mich dann damit abgefunden und ich konnte wieder Musikkanäle zu schauen, ohne großartig über das nachzudenken, was zwischen uns passiert war und ohne die eine oder andere Träne wegwischen zu müssen. Ich hatte mich bei Stefan Raab als Visagistin beworben. Dieser suchte nach der Show-Frisöse und dem Show-Gärtner nun eine Show-Visagistin. Zu meiner Überraschung und zu meinem Glück wurde ich ausgewählt. Ich zog nach Köln und die Arbeit machte mir sehr viel Spaß.
An einem Montag morgen holte mich meine Vergangenheit wieder ein. Wenn man das so dramatisch nennen kann. Aber für mich war es das, dachte ich doch, alles hinter mir gelassen zu haben. Am Montagmorgen fand immer eine Besprechung statt, bei der auch ich anwesend sein musste, da dort die Gäste für die kommende Woche bekannt gegeben wurden. Und am Donnerstag sollten keine anderen als WESTLIFE bei Stefan zu Gast auf der Couch sein. Ich war so geschockt, dass ich überhaupt nicht mehr mitbekam, was noch alles besprochen wurde. Zum Glück war das meinem Chef nicht aufgefallen. Meine beste Freundin Jenny (Hair-Stylistin bei TV-Total) merkte sofort, dass mit mir etwas nicht stimmte. Nach dem Meeting fragte sie mich: Ist alles in Ordnung mit dir Eva? Du schaust so geschockt aus". "Eva?" "Ähm was? Hast du was gesagt?” "Mein Gott, was hast du denn? Heute morgen warst du doch auch normal gelaunt. Für deine Verhältnisse sogar ziemlich gut, wenn man mal bedenkt, dass es erst morgens ist. Was ist denn los?" "Sorry, ich war in Gedanken." "Das habe ich gemerkt." "Ich hab jetzt keine Zeit mehr. Komm heut abend halt auf nen Kaffee bei mir vorbei und ich erzähl dir, was los ist. Ich muss mit jemandem reden." Wir trennten uns und machten beide unsere Arbeit. Das versuchte ich zumindest. Ich war den ganzen Tag hibbelig und unkonzentriert und war mehr als nur erleichert, als endlich Feierabend war. Zuerst war ich mir nicht sicher gewesen, ob es richtig von mir war, Jenny alles erzählen zu wollen. Aber als sie dann bei mir war und ich ihr alles erzählte, war ich doch froh darüber. Ich hatte das noch niemandem erzählt, weil ich unter anderem nicht wollte, dass das an die Presse gelangte. Man weiß ja nie, wer nicht aus versehen etwas ausplaudert. Jenny konnte ich da 100 % vertrauen, das wusste ich. Als ich fertig war sagte Jenny:"Wow, das hast du noch niemandem erzählt?" "Ja, ich konnte und wollte nicht." Sie war sehr gerührt, dass ich ihr als einzige mein Geheimnis anvertraut hatte. "Ich kann mir schon gut vorstellen, dass du nicht weißt, wie du dich Mark bzw. Westlife gegenüber verhalten sollst. Aber denk doch einfach daran, dass ihr einen schönen Abend hattet und gehe am besten gar nicht auf das Ende des Abends ein. Du schaffst das schon und wenn nicht, machen wir am Donnerstag unsere Arbeit halt zusammen. Dann bist du nicht mit Mark alleine. Musst mich dann nur rufen." "Danke, das ist echt lieb von dir." Wir redeten noch eine Weile. Jenny schaffte es wirklich, mit guten zureden und dem Versprechen auf eine neue Frisur, mich zu beruhigen. Als wir uns dann voneinander verabschiedeten, war meine Selbstsicherheit zurückgekehrt.
Als ich am Donnerstag morgen auf die Arbeit kam, war ich doch etwas nervös. ,Würden sie mich auch wiedererkennen? Wenn nicht, sollte ich sagen, dass wir uns schon mal getroffen hatten’ lauter solche Gedanken schwirrten mir wieder im Kopf herum. Dann war es endlich soweit. Als erster kam Shane zu mir. "Hi, ich bin Eva", stellte ich mich ihm vor. "Hi Eva", er schaute mich kurz an und man sah ihm richtig an, dass es in seinem Kopf arbeitete. "Ich kenne dich doch. Warst du nicht letztes Jahr in München im selben Hotel wie wir?" "Ja, das war ich. Wow, dass du dich noch an mich erinnerst." "Na ja, als Promi erlebt man es nicht oft, dass sich ein Girl normal mit uns unterhalten kann, ohne Hintergedanken." ,schön, aber geendet hat es trotzdem, wie bei einem Groupie’ dachte ich mir, hütete mich aber, ihm das zu sagen. "Wie geht es euch?" "Soweit gut, wir hätten nicht gedacht, dass wir ohne Bryan solchen Erfolg haben würden. Wie geht´s deiner Cousine? Und wenn ich mich richtig erinnere, hast du doch eine Lehre zur Bürokauffrau gemacht." Ich freute mich sehr, dass er sich noch so gut an mich erinnern konnte und erzählte ihm, wie ich hierher gekommen war. "Wie geht es eigentlich Mark?" fragte ich nach einiger Zeit. "Ihm geht es nicht so toll. Er ist in letzter Zeit ständig schlecht gelaunt. Wir haben alle Freundinnen bzw. Ehefrauen und er ist immer noch solo. Das macht ihm denke ich schon zu schaffen, auch wenn er sich das nicht anmerken lässt. Er tut so, als würde es ihm nichts ausmachen, naja und abends lässt er dann seinen Frust ab." "Hmm" ,ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie er seinen Frust abbaute.’ Als ich Shane fertig gestylt hatte, machte ich erst Kian und dann Nicky zurecht. Auch die beiden erkannten mich und freuten sich, mich wieder zu sehen. Ich war richtig gerührt, dass die Lads mich noch kannten. Dann kam Mark an die Reihe. Er kam zur Tür rein, brummte etwas unverständliches, das wahrscheinlich eine Begrüßung sein sollte und setzte sich auf den Stuhl. ,Klar, er kennt mich natürlich nicht mehr, wie sollte er auch, wenn er jeden Abend ne andere abschleppte.’ Ich ärgerte mich wirklich, dass er das auch bei mir geschafft hatte. "Oh wie nett, auch dir wünsche ich einen schönen guten Tag." erwiderte ich seinen "Gruß" etwas wütend. "Ach ja, und ich bin die Eva." Etwas verblüfft über meinen Tonfall schaute er mich an. Und da waren sie wieder, diese unglaublich blauen Augen. Auch wenn diese heute nicht ganz so arg strahlten, wie bei unserem ersten Treffen, schafften sie es doch, mich wieder in ihren Bann zu ziehen. Ich versuchte meinen Ärger runterzuschlucken und reichte ihm meine Hand, zu einer richtigen, zwar etwas verspäteten Begrüßung. Als er sie ergriff, musste ich ärgerlich feststellen, dass sich wieder diese blöden Schmetterlinge in meinem Bauch breit machten. Ich spielte schon mit dem Gedanken Jenny zu holen. Zu meiner eigenen Sicherheit, damit ich mich nicht wieder zu arg zu ihm hingezogen fühlen konnte. Er schaute mich an, "komisch, mir kommt es so vor, als hätte ich dich schon einmal gesehen." "Oh, das hast du auch, ziemlich viel von mir sogar," erwiderte ich sarkastisch. "Oh" er wurde doch tatsächlich rot. War ihm das etwa peinlich? Ich war mir nicht so sicher, auf jeden Fall war ich jetzt bemüht, das Thema zu wechseln. ,Wieso hatte ich das gesagt? Ich sollte mir langsam echt angewöhnen nicht immer alles zu sagen, was ich dachte’ "Soll ich dich noch schnell rasieren, oder willst du so bleiben?" fragte ich, nach einem kurzen Blick auf seinen Drei-Tage-Bart. Ich musste zugeben, das ihm dieser unglaublich gut stand ;o). Er wirkte damit sehr männlich und sexy. "Nee, ich will das der bleibt." "Ok". Ich machte mich an die Arbeit. Es gab eigentlich nicht viel zu machen. Mark hatte ja eine weiche und reine Haut und Falten hatte er in seinem Alter ja auch noch nicht. Ich musste also nur diese fiesen Augenringe kaschieren, die wirklich extrem ausgeprägt waren. Kein Wunder, wenn man sich die Abende mit Alkohol und Frauen vertreibt. ,Wieso regte ich mich eigentlich so darüber auf? Ich war ja schließlich nicht seine Mom und seine Freundin schon gleich gar nicht.` So wie er sich bis jetzt benahm, war ich auch froh darüber. Das redete ich mir zumindest ein. Ich war gerade vertieft in meine Arbeit, als er meine Hand nahm und mich somit zum aufhören zwang. Er schaute mich lange und durchdringend an und ich zwang mich, seinem Blick stand zu halten. Plötzlich kam ein Leuten in seine Augen. "Bist du es wirklich?" "Wie, wer bin ich?" "Bist du wirklich die Eva aus München?" ,Oh Gott, er hatte mich wirklich erkannt.’ "Ja, die bin ich!" sagte ich etwas unsicher. Ich wusste nicht, wie ich mich jetzt verhalten sollte. Er sprang vom Stuhl auf und drückte mich ganz fest. "Wow, ich hätte nie gedacht, dass ich dich jemals wiedersehen würde. Gut schaust du aus. Wie geht’s dir?" "Super, mir geht’s gut. Und im übrigen hatte ich auch nicht erwartet, dass du mich erkennst bzw. dass du dich überhaupt an mich erinnern kannst." "Wie könnte ich? Immerhin haben wir uns super verstanden. Wenn du verstehst, was ich meine," grinste er. Den letzten Satz flüsterte er zwar nur, aber ich hatte es trotzdem gehört. Ich hielt es aber nicht für nötig, ihm darauf zu antworten und tat so, als hätte ich es nicht gehört. "Jetzt setz dich mal wieder, sonst werden wir hier ja nie fertig und ich bekomme nur Ärger." "Sorry. Was machst du heute abend? Die Jungs und ich wollen was trinken gehen und du wohnst doch hier, oder? Kennst dich doch bestimmt in der Partyscene aus." "Ich habe heute noch nichts vor. Ja, ich kenne ein paar gute Clubs." Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt mit Mark weggehen wollte. Er musste mein zögern bemerkt haben. "Bitte komm mit. Die anderen Jungs freuen sich bestimmt auch, wenn du mitkommst. Wir haben morgen früh frei und fliegen erst nachmittags wieder nach Irland. Wir wollten heute sowieso ein wenig über die Strenge schlagen." "Na gut, überredet. Kann ich noch eine Freundin mitnehmen?" Ich hoffte wirklich, dass Jenny mitkommen würde. "Klar, bring sie mit. Gibst du mir noch deine Handynummer, damit ich dich anrufen kann, wenn wir heute fertig sind?" Ich gab ihm mein Nummer und er verabschiedete sich schnell von mir. Ich hatte ihn mitlerweile fertig geschminkt und er war spät dran. Die Sendung sollte gleich beginnen. Die Show verlief gut, Westlife und Stefan Raab ergänzten sich prächtig. Alle Nicht-Fans waren wohl sehr verblüfft, dass die Jungs so spaßig und unkompliziert waren. Nach der Show sah ich die Jungs nicht mehr, sie waren sofort zum nächsten Termin weitergefahren.
Zum Glück konnte ich Jenny dazu überreden mitzukommen. Wäre sie nicht mitgekommen, hätte ich den Jungs wahrscheinlich abgesagt. Ich wollte gerade in die Badewanne steigen, als mein Handy klingelte. Ich ging murrend ran und hörte Marks Stimme. "Hi Eva, kannst du in einer halben Stunde fertig sein?" "Naja, eine halbe Stunde ist schon knapp, aber ich versuche es." "Ok, wir holen dich dann ab. Wo wohnst du?" Ich gab ihm meine Adresse "Jenny kommt auch mit, könnt ihr sie auch abholen?" "Klar kein Problem. Bis später." Und ehe ich noch etwas sagen konnte, hatte er auch schon wieder aufgelegt. Ich rief sofort Jenny an und sagte ihr bescheid. Sie war nicht gerade begeistert, dass sie nur 30 Minuten Zeit hatte. Schnell machte ich mich fertig. Die Jungs kamen glücklicherweiße eine Viertelstunde zu spät. Kaum war ich fertig geschminkt und angezogen, klingelte es auch schon. Ich rief in die Sprechanlage: "Ich komme gleich runter." Ich zog meine Schuhe an, steckte etwas Geld ein, packte meinen Schlüssel und verlies die Wohnung. Als ich vor dem Haus stand, traute ich meinen Augen kaum. Da stand eine riesige Limosine. Mark kam zur Tür heraus. "Wow", war alles, was er sagen konnte, als er mich sah. Er schob mich ins Auto. Drinnen sahen mir drei Augenpaare entgegen. "Hi Jungs". "Hi Eva, gut schaust du aus". Ich wurde etwas rot. "Danke, ihr Schleimer. Wo sind denn eure Bodyguards?" "Die brauchen wir heute Abend nicht." "Findet ihr das nicht zu riskant? Die Limo ist ja auch nicht gerade unauffällig." "Das geht schon, das machen wir öfter so." Wir holten Jenny ab und fuhren dann zur Disco.
In der Disco angekommen, hatten wir keine Probleme. Die Westlifer wurden zum Glück nicht erkannt. So konnten wir den Abend ungestört verbringen. Wir setzten uns an einen Tisch, Kian und Nicky holten die Getränke für uns. Wir verstanden uns einfach super. "Jenny kommst du mit auf die Tanzfläche?" fragte ich sie nach einiger Zeit. "Klar, ich wollte dich auch schon fragen." "Will sonst noch jemand mit?" "Och ähm, nee, macht ihr das mal alleine," kam es aus den Mündern der Jungs. Das machte uns nicht sonderlich viel aus. Wir hatten immer Spaß, wenn wir zu zweit tanzten und mit den gaffenden Männern um uns herum flirteten. Nach einiger Zeit schnaufte ich "Puh, ich brauch mal ne Pause. Muss mal wieder was trinken." "Ich bleib noch." Jenny tanzte gerade engumschlungen mit irgendeinem Kerl und wollte sich nur ungern von diesem trennen. Als ich in Richtung unseres Tisches ging, sah ich Shane und Nicky tanzen. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Die beiden waren total betrunken und machten nur Scheiß. Einmal äfften sie die Mädchen um sie herum nach, ein anderes Mal tanzten sie fast genauso wie Jenny und ihr Typ. Am Tisch saß nur noch Mark. "Genug getanzt?" "Ich brauchte mal ne Pause. Aber später geh ich noch einmal tanzen. Wo ist eigentlich Kian? Nicky und Shane hab ich beim herlaufen gesehen." Wir mussten beide lachen. Mark hatte auch schon gesehen, was die beiden so veranstalteten. "Wenn Geo und Gil das wüssten." Wieder lachten wir. Ich setzte mich neben ihn. Wir wussten beide nicht, was wir sagen sollten, also fragte ich Mark noch einmal, wo Kian war. Vor lauter Lachen hatte Mark mir diese Frage gar nicht beantwortet. "Ich hab keine Ahnung, wo er steckt. Er sagte nur, er muss mal kurz was erledigen und er kommt gleich wieder." Wir wussten wieder nicht, was wir sagen sollten. Die Stille war einfach unerträglich. Heute nachmittag hatten wir doch auch keine Probleme uns zu unterhalten. Irgendwann fing Mark an. "Wenn du dich wegen München irgendwie ausgenutzt fühltst, tut es mir leid. Ich bereue nicht, was wir getan haben. Ich mag dich wirklich sehr, aber es stört mich einfach, dass das zwischen uns steht. Können wir das nicht irgendwie vergessen und von vorne anfangen?" "Du hast Recht, das steht zwischen uns. Vergessen kann ich das ganze nicht, aber versuchen kann ich es. Brauchst deswegen aber kein schlechtes Gewissen oder so zu haben. Es war ja auch meine Entscheidung." Es war schon irgendwie komisch, aber nach dem das gesagt war, konnten wir uns besser unterhalten. Wir redeten noch einige Zeit, bis Mark mich irgendwann fragte:"Ich hab jetzt doch Lust zu tanzen, kommst du mit?" Ich war zwar etwas verwundert, dass er nun tanzen wollte, dachte mir aber, dass das vom Alkohol kommen musste. Der ja heute, wie man an Shane und Nicky sehen konnte, wieder reichlich eingenommen wurde. "Ok." Wir gingen auf die Tanzfläche und Mark stellte sich gar nicht so ungeschickt an, wie ich gedacht hätte. Ich wusste ja von Liz, dass er nicht gerade der beste Tänzer war. Wir amüsierten uns prächtig und mussten über Jenny und ihren Typen lachen. Immer wenn er sie küssen wollte, drehte sie ihren Kopf, stolperte sie, oder schubste ihn. Natürlich alles "aus Versehen." Das ganze sah einfach zu lustig aus.
Jetzt wurde ein etwas langsamerer Song gespielt und Mark nahm mich in den Arm und wollte mit mir engumschlungen tanzen. Kaum lag ich in seinen Armen wurde ich mir seines Körpers bewusst und in mir stiegen Gefühle auf, die ich den ganzen Abend unterdrückt hatte. Schnell löste ich mich von ihm. Er sah mich komisch an. Bei dem Disco-Licht konnte ich nicht erkennen, ob er enttäuscht, wütend, traurig, oder was er sonst fühlen könnte. "Ähm, ich muss mal kurz auf die Toilette," stammelte ich und flüchtete regelrecht von der Tanzfläche. Ich flüchtete vor Mark und meinen Gefühlen für ihn, ich wollte nicht zulassen, was ich in der hintersten Ecke meines Gehirns schon wusste. Ich hatte mich wieder in ihn verliebt, oder war ich es die ganze Zeit über sowieso schon gewesen? Mark starrte mir hinterher. Ich ging nicht zur Toilette, sondern an unseren Tisch zurück und trank erst einmal mein Glas aus. In der Hoffnung, der Alkohol würde mich davon abhalten nachzudenken. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass ich verliebt war. Shane und Nicky saßen wieder am Tisch. Was heißt saßen, die beiden lagen förmlich übereinander und rührten sich nicht mehr. Kian war immer noch verschwunden. Also setzte ich mich zu den beiden. Nach einiger Zeit kam Mark wieder. Er schaute mich kurz an, sagte aber nichts. "Ich denke wir sollen so langsam gehen. Schau dir mal die zwei da an. Die müssen schleunigst ins Bett und ihren Rausch ausschlafen, oder was meinst du Mark?" "Ja, du hast recht, es ist ja auch schon spät." "Gut, dann hole ich Jenny und du suchst Kian." Ich trennte Jenny von ihrem Typen und bestellte uns ein Taxi. Wir warteten dann an unserem Tisch. Nach einer halben Ewigkeit kam Mark mit Kian im Schlepptau zurück. "Ihr glaubt mir nicht, wo ich ihn gefunden habe. Er lag schlafend auf der Toilette." Jenny und ich lachten. Es machte wirklich Spaß, mit den Vieren auszugehen. Wir verließen mit unseren drei "Alkoholleichen" die Disco und fuhren im Taxi nach Hause. Wir fuhren erst Jenny nach Hause und dann zu mir. Mark wolle es so, obwohl er meine Hilfe beim Aussteigen wahrscheinlich gebrauchen könnte. Vor meinem Haus angekommen verabschiedeten wir uns. "Auf wiedersehen Mark. Richte den Nicky, Kian und Shane einen schönen Gruß von mir aus". "Wenn sie wieder nüchtern sind," fügte ich lachend hinzu. "Ok, mach ich. Schlaf schön. Ich ruf dich an." Ich stieg aus dem Auto, ging in meine Wohnung und legte mich sofort schlafen. ,Ob er sich bei mir melden wird?’ fragte ich mich noch und war kurz darauf auch schon eingeschlafen.
Zwei Wochen hörte ich nichts von Mark. Ich war mir sicher, dass er sich auch nicht mehr melden würde und war sehr enttäuscht darüber.
Immer wenn ich arbeitete, war mein Handy ausgeschaltet und als ich es dann heute wieder anmachte, hatte ich eine Nachricht auf meiner Mailbox. Ich wunderte mich, wer das sein konnte, die Nummer sah irgendwie komisch aus. Ich kam gar nicht auf den Gedanken, dass das keine deutsche Nummer war. Um so mehr war ich dann überrascht, als ich meine Mailbox abhörte. Denn kein geringerer als Mark hatte mich angerufen. "Hi Eva, sorry, dass ich nicht früher angerufen habe, aber wir waren in Asien und ich hatte keine Zeit. Ich versuche später noch einmal dich anzurufen. Bis später. Mark." Ich stieß einen Freudenschrei aus. ,Er hat sich wirklich bei mir gemeldet, ich kann es einfach nicht glauben.’ Ich hüpfte in meiner Wohnung herum und ließ das Handy keine Sekunde mehr aus den Augen. Keine Stunde später klingelte es auch schon. Zum Glück, denn ich war das reinste Nervenbündel. Ich sah auf das Display und dort stand Marks Name. Ich hatte seine Nummer natürlich sofort eingespeichert. Einerseits war ich aufgeregt und etwas unsicher, andererseits freute ich mich einfach riesig darauf, seine Stimme zu hören und ganz ungezwungen mit ihm zu plaudern. "Hi Mark, wie geht´s dir?" "Hi Eva. Mir geht´s eigentlich gut. Wir haben zur Zeit nur ziemlich viele Termine. Und wie geht’s dir so?" "Sehr gut." Ich sagte ihm natürlich nicht, das ich die letzten zwei Wochen nicht so super toll gelaunt war. Irgendwie dachte ich mir, er würde sich sowieso nicht melden, aber ich hatte trotzdem immer darauf gehofft. Jetzt, wo er mich angerufen hatte, was hieß, dass ihm wohl etwas an mir lag, war meine Stimmung natürlich richtig gut. "Noch einmal sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe. Aber ich hab es einfach nicht geschafft. Ich hab dir ja schon auf die Mailbox gesprochen, dass wir in Asien waren. Wir hatten dort einen Termin nach dem anderen. Aber es hat auch Spaß gemacht." "Ich weiß ja, dass ihr viel um die Ohren habt. Ich freue mich wirklich, das du anrufst." "Wie haben Kian, Shane und Nicky den morgen nach ihrer Sauforgie überstanden?" Schon bei dem Gedanken an den besagten Abend, musste ich lachen. Mark musste es genauso gehen, denn ich hörte ihn lachen. "Frag lieber nicht. Du hättest mal sehen müssen, wie lange es gedauert hat, bis sie vom Taxi in ihren Zimmern waren. Zum Glück haben wir unsere Bodyguards. Die haben doch einiges mehr an Kraft wie ich. Ich weiß nicht, ob ich das alleine geschafft hätte." Wir redeten noch über Gott und die Welt und legten erst nach fast zwei Stunden auf. Wir tauschten auch unsere Telefonnummern daheim aus. Auch wenn Mark dort so gut wie nie erreichbar war.
Wir telefonierten von nun an so oft es Mark möglich war. Für außenstehende sah es so aus, also ob wir die besten Freunde geworden wären, aber in mir sah es da ganz anders aus. Ich hatte mich nun so stark in Mark verliebt, dass es mir nicht einmal mehr gelang, mir selbst etwas vorzumachen. Ich musste den Tatsachen ins Auge sehen. Aber einen kleinen Hoffnungsschimmer hatte ich. Immerhin hatte Mark sich bei mir gemeldet und wir telefonierten ja fast täglich, also musste er mich zumindest ein kleines bisschen gern haben. Ich hoffte also, dass es ihm genauso ging wie mir. Als wir an einem Mittwochabend telefonierten, fragte mich Mark: "Was machst du eigentlich in den nächsten zwei Wochen?" "Keine Ahnung, wieso fragst du?" "Meinst du, du könntest dir da Urlaub nehmen?" "Ich weiß nicht, ist ja ziemlich kurzfristig, müsste ich morgen halt mal nachfragen. Aber wieso?." "Ach, eigentlich ist nichts besonderes." "Oh man Mark, jetzt sag schon was los ist." Er lachte, es machte ihm sichtlich Spaß, mich auf die Folter zu spannen. "Du bist aber gar nicht neugierig, was?" "Nein, überhaupt nicht. Du bist gemein, weißt du das", erwiderte ich gespielt beleidigt. Ich war wirklich neugierig. "Ja, das weiß ich. Aber ich will mal nicht so sein. Wir haben NUR die nächsten zwei Wochen frei und da dachte ich mir, du könntest mich mal in Sligo besuchen kommen." Zu meinem Ärger entwich mir ein Schrei. Mark lachte darüber. "Das ist ja cool. Ich würde gerne mitkommen. Ich wollte ja schon immer einmal in Irland Urlaub machen und außerdem habe ich euch ja schon ewig nicht mehr gesehen. Hoffentlich bekomme ich Urlaub."
Ich hatte mal wieder Glück und bekam den Urlaub genehmigt. Ich freute mich tierisch auf Mark und Sligo. Am Freitag würden Westlife bei TOP auftreten und danach gleich nach Dublin fliegen. Ich sollte kurz vor Ende der Show zum Hintereingang kommen. Dort würde ein Bodyguard auf mich warten und mich zum Flughafen bringen., die Jungs würden dann nachkommen. Also saß ich nun aufgeregt im Flugzeug und wartete auf Westlife. Gerade unterhielt ich mich mit einem Bodyguard, als Mark das Flugzeug betrat. Ich hatte ihn ja schon ewig nicht mehr gesehen und auch im TV hatte ich lange keinen Bericht mehr über Westlife mitbekommen. Bei seinem Anblick fielen mir fast die Augen aus dem Kopf. Als er bei TV Total war, hatte Mark kurze Haare und war unrasiert. Jetzt hatte er ziemlich lange Haare, die nach oben gegeelt waren ;o) und war frisch rasiert. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und strahlenden Augen kam er sofort auf mich zu, nahm mich in den Arm und küsste mich auf die Wange. Jeder Nerv in meinem Körper reagierte darauf. Sein Duft, seine starken Arme, seine Lippen, alles nahm ich verstärkt wahr. In meinem Bauch kribbelte es wieder einmal. "Schön, dich endlich wiederzusehen." "Du hast dich verändert, deine neue Frisur gefällt mir." Grinsend wollte er etwas erwidern, als sich hinter uns eine empörte Stimme meldete "Jetzt lass sie doch mal los Mark, wir wollen Eva auch begrüßen. Du bist nicht der einzige, der sie lange nicht mehr gesehen hat." "Ist ja gut Ki," grummelte Mark und ließ mich los. "Hi Kian" wir umarmten uns ebenfalls. "Hi Shane, hi Nicky." Auch die beiden blieben vor mir nicht verschont. "Wie geht´s euch allen? War der Auftritt gut?" "Uns geht’s gut, es dauert ja jetzt nicht mehr lange und wir sehen unsere Freunde und Familien wieder. Der Auftritt war super. Das Publikum hat richtig viel Stimmung gemacht." Wir verteilten uns im Flugzeug. Ich setzte mich ans Fenster, als Mark zu mir kam "Kann ich mich zu dir setzen?" "Gerne". Wir unterhielten uns kurz und hingen dann jeder seinen eigenen Gedanken nach. Mark war ziemlich müde und kurze Zeit später war er auch schon eingeschlafen. Die anderen Westlifer schliefen auch. Sie hatten anstrengende Wochen hinter sich. Auch ich war müde, weil ich die letzte Nacht vor Aufregung kaum schlafen könnte. Also beschloss ich auch ein wenig zu schlafen. Ich erwachte von einem leisen Geräusch und einem blitzen. Als ich die Augen aufschlug, merkte ich, dass Mark und ich eng aneinander gekauert geschlafen hatten. Kian hatte uns fotografiert und zeigte den anderen nun stolz sein Werk. "Sind sie nicht süß die beiden?" Mir war das ganze etwas peinlich und ich wusste nicht, ob ich lachen sollte, oder ob ich mich darüber ärgern sollte. "Toll Ki, danke dass du mich geweckt hast.". "Sorry Eva, aber das musste einfach sein. Bekommst zur Entschädigung auch einen Abzug," die Jungs fanden das ganze sehr amüsant. "Das ist aber auch das mindeste," entgegnete ich. "Wir landen gleich in Dublin. Kannst du bitte die schlafende Bestie neben dir zu wecken? Bei dir beherrscht er sich vielleicht." fragte mich Shane grinsend. Die anderen lachten. Ich hatte mittlerweile schon mitbekommen, wie sehr es Mark liebte, geweckt zu werden. Ich beschloss, ihn noch etwas schlafen zu lassen und erst aufzuwecken, wenn wir wirklich gelandet waren. Da ich am Fenster saß, konnte ich nun schon die Lichter Dublins erkennen. Marks Kopf war wieder auf meine Schulter gefallen und ich genoss seine Nähe. Leider war es jetzt wirklich an der Zeit, ihn aufzuwecken. "Hey Mark aufwachen." sagte ich leise. "Hmm" Er nahm den Kopf von meiner Schulter und drehte ihn auf die andere Seite, bereit weiter zu schlafen. "Maaaark. Wir sind gerade gelandet, wenn du weiterschlafen willst, bitte. Aber dann kommen wir nie in Sligo an."mein Ton war etwas lauter geworden. Bei dem Wort "Sligo" war Mark plötzlich hellwach. "Sind wir schon gelandet?" "Klar, schon seit ein paar Minuten." Schnell packten wir unsere Sachen und verliesen das Flugzeug. Wir verabschiedeten uns von Nicky und fuhren dann Richtung Sligo. Shane hatte eines seiner Autos am Flughafen stehen gelassen. Er und Kian saßen vorne, Mark und ich hinten. Mark freute sich sichtlich auf sein zu Hause. Auf der ganzen Fahrt zeigte er mir irgend ein Haus, oder ein Stück von der Landschaft. Auch wenn man in der Dunkelheit kaum etwas erkennen konnte. Kaum waren wir vor dem Haus seiner Eltern angekommen, kamen diese auch schon aus der Tür gestürmt und umarmten Mark. "Hi Mom, Dad, das ist Eva, ich hab euch ja schon von ihr erzählt." "Hi Eva, schön dass du mitgekommen bist." "Danke das ich bei Ihnen Urlaub machen darf Ms Feehily." "Nenn uns doch bitte Marie und Oliver." Ich wurde in das Gästezimmer der Feehily´s einquartiert und Mark zeigte mir noch schnell das ganze Haus. Danach legten wir uns gleich schlafen, da wir ja beide ziemlich müde waren.
Am nächsten Morgen wachte ich für meine Verhältnisse recht früh auf. Ich zog mich an, machte mich im Badezimmer zurecht und ging dann in die Küche. Dort hatte Marie den Frühstückstisch für uns gedeckt. "Guten morgen." Sagte ich gut gelaunt. "Guten morgen Eva. Was möchtest du trinken?" "Im Moment nichts, danke. Ich warte noch, bis Mark aufgewacht ist." "Wenn du das möchtest, kannst du gleich bis zum Mittagessen warten," scherzte sie. "Wenn Mark ausschlafen kann, wird das Nachmittag." "Danke, aber ich habe im Moment noch keinen Hunger. Wo ist denn der Rest der Familie?." "Collin und Barry sind in der Schule, Oliver ist auf der Arbeit. Ich gehe jetzt noch einkaufen und danach muss ich auch arbeiten. Wenn du willst kannst du ja mitkommen." "Ja, gerne. Ich wüsste sowieso nicht, was ich machen sollte, bis Mark aufwacht." Keine zehn Minuten später waren wir im Supermarkt angekommen. Marks Mutter war sehr freundlich und während wir einkauften, lernten wir uns besser kennen. Ich mochte Marie wirklich sehr, sie war Mark sehr ähnlich, oder besser gesagt, er war ihr ähnlich.
Wir trugen gerade die Einkäufe ins Haus, als uns ein verschlafener Mark entgegenkam. Ich musste ihn einfach anstarren, denn er hatte nur Boxershorts an. Er hatte meinen Blick bemerkt und grinste mich verschmitzt an: "Guten morgen ihr zwei Hübschen." "Wohl eher guten Nachmittag Marcus. Kannst du bitte die Einkäufe wegräumen? Eva und ich haben uns etwas verquatscht und ich bin spät dran." "Wenn´s sein muss," murrte er. "Danke Schatz Bis heute Abend." Sie gab Mark noch einen Kuss auf die Wange und war schon wieder zur Tür hinaus. Mark wischte sich sofort die Wange ab. "Ich glaub ich geh erst einmal duschen." Schon war er auf dem Weg zum Badezimmer. "Und was ist mit den Einkäufen? Ich weiß doch gar nicht, wo was hingehört." "Das machst du schon richtig, da bin ich mir sicher." Er grinste mich wieder an. Es machte ihm einfach Spaß, mich zu ärgern. ,Na gut, das kann ich auch’ dachte ich mir und sagte gespielt streng: "Marcus Michael Patrick Feehily! Bleiben Sie gefälligst hier, oder ich muss die Masse der ganzen Mark-hungrigen Fans vor der Tür in Ihr Badezimmer lassen." Er tat so, als wäre er schockiert und ging zum Fenster um hinauszublicken. Ich hatte etwas übertrieben, die Masse der Fans, reduzierte sich auf drei etwa 17 jährige Mädels. Er schaute mich wieder an und setzte einen Blick auf, der übertrieben ängstlich wirkte. "Wenn du das machst, garantiere ich für nichts." Seine Stimme hatte einen gefährlichen Unterton angenommen. "Was würdest du denn machen? " fragte ich lässig und ohne die geringste Angst. Er kam auf mich zu: "Dich kitzeln wäre doch schon ´mal ein Anfang." Schreiend rannte ich vor Mark davon. Unsere Verfolgungsjagdt führte uns durch das ganze Haus, bis ich mich im Badezimmer einschloss. Ich freute mich über meinen "Sieg". "Wenn du duschen willst, musst du erst alles wegräumen, sonst kommst du hier nicht rein." "Wieso, da bin ich doch schon." ,oh verdammt’, ich hatte ganz vergessen, dass das Bad zwei Türen hatte.’ Mark packte mich und wollte gerade anfangen mich zu kitzeln, als ich ihn um Gnade anflehte. Ich hatte damit Erfolg und Mark ließ mich wieder los. Lachend räumten wir dann doch gemeinsam die Einkäufe weg und Mark sprang unter die Dusche.
Als er sich frisch gemacht hatte, kam er wie ein kleines Kind, das sich auf etwas freut, auf mich zu. Ich fragte mich, was er von mir wollte. Wie er da so vor mir stand, war einfach einmalig. Er setzte einen Hundeblick auf und fragte mich:"Hast du Lust etwas Fußball zu spielen?" Ich musste lachen, ich spielte immer gerne aus Spaß Fußball. Wie viele andere Mädchen bzw. Frauen, musste man aber immer mit blauen Flecken rechnen, wenn ich spielte. "Wenn dir blaue Flecken nichts ausmachen. Gerne." Schnell zog ich mir ein paar alte Klamotten an. So wie ich Mark mittlerweile kannte, würde ich nicht vor Grasflecken verschont bleiben. Die Feehilys hatten auf ihrem Grundstück einen kleinen Fußballplatz, damit Mark ungestört mit seinen Brüdern spielen konnte Mark war dort bereits mit dem Ball in der Hand und wartete auf mich. "So, da bin ich wieder, bereit zum Gefecht." "Dann werde ich dir mal zeigen, wie man richtig Fußball spiel. Ihr Deutschen versteht davon ja nicht unbedingt sehr viel," fügte er scherzhaft an. "Na warte, ihr Iren seid auch nicht besser." Ich rannte auf Mark zu, schnappte mir den Ball und lief weg. Im ersten Moment stand Mark noch etwas überrascht da, aber schon im nächsten Augenblick rannte er mir hinterher und hatte mich auch schon fast eingeholt. Unser Vorhaben Fußball zu spielen endete damit, dass wir eigentlich nur Scheiß machten, uns gegenseitig den Ball abnahmen und einander jagten. Ich hatte Mark mal wieder den Ball abgenommen und rannte nun über den gesamten Rasen. Marks Kondition war nicht gerade die beste und er hatte jetzt zunehmend Schwierigkeiten mich einzuholen. Da er, wie Männer nun einmal sind, auch nicht aufgeben wollte, versuchte er, mich mit anderen Mitteln zu schlagen. Er stellte sich stark atmend auf den Platz und wartete, bis ich ihm etwas näher gekommen war. Dann setzte er zu einem kurzen Sprint an und warf mich im laufen um. Was hieß, er warf sich einfach auf mich. Ich schlug mit dem Kopf auf den Boden auf. "Aua, mein Kopf." ""Sorry, das wollte ich nicht. Wo tut es denn weh?" Ich deutete auf die Stelle. Vorsichtig strich er mir über den Hinterkopf, dann tastete er mir noch vorsichtig über meinen Kopf und über mein Gesicht, auf der Suche nach weiteren Verletzungen. Der Schmerz war wie weggeblasen. Unsere vorherige Heiterkeit war verschwunden und zwischen uns hatte sich eine Spannung aufgebaut. Ich wurde mir seiner körperlichen Nähe bewusst und seine zärtlichen Berührungen trieben mich fast in den Wahnsinn. Mark schaute mir tief in die Augen streichelte mir noch einmal zärtlich über die Wange. Ich spürte, wie sein Kopf meinem immer näher kam. Kurz bevor sich unsere Lippen trafen, hörten wir ein Geräusch. Es hörte sich wie ein Fotoapparat an. Dieses blöde Geräusch hatte es geschafft, die Stimmung zu ruinieren. Mark schaute mich verwirrt an, räusperte sich und stand auf. Er half mir auf und sagte genervt: "Mal schauen, wer mich mal wieder nicht in Ruhe lassen kann." Er verschwand aus meinem Blickfeld. Ich war mit meinen Gedanken noch nicht in die Wirklichkeit zurückgekehrt. Ich war regelrecht geschockt, über die starken Gefühle zu Mark. Ich wusste ja mittlerweile, dass ich verliebt war, aber so intensive Gefühle hätte ich noch nie erlebt. Diese Spannung, die sich bei jeder seiner Berührungen in mir bzw. wie ich fand, auch zwischen uns aufbaute, war überwältigend und verwirrend für mich. ,Hatte ich mich getäuscht, oder hatte Mark dasselbe empfunden? ,Dieser Blick’, als wüsste er nicht, was er von seinen Gefühlen oder dieser Situation halten sollte.
Ich wurde von Marks verärgerter Stimme wieder in die Realität zurückgeholt. "Was hast du hier zu suchen?" Ich ging zu ihm und entdeckte ein ungefähr 15 jähriges Mädchen, das kleinlaut vor Mark stand. Dieser schimpfte wütend auf es ein. Mark liebte zwar seine Fans, aber es war ihm absolut verhasst, wenn diese ihm das bisschen Privatsphäre nahmen, das er hatte. Er konnte richtig wütend werden, was er jetzt auch war. Auch ich war etwas überrascht, ich hatte Mark noch nie so wütend gesehen. Ich beschloss dem Mädchen zu helfen. Sie sah wirklich hilflos und verängstigt aus. "Ist doch nicht so schlimm, Mark," versuchte ich ihn zu beruhigen. Er schrie mich fast an: "Du bist gut. Sie hat ein Foto von uns gemacht. Wenn sie will, steht das morgen in allen Zeitungen auf der Welt und dann wird mir wieder so eine verdammte Beziehung angedichtet." Das hatte gesessen! Ich war den Tränen nahe. Zum Glück schaffte ich es, mich schnell wieder zu fangen, sodass man mir nicht anmerkte, dass mich Marks Aussage geschockt hatte. "Ich..., ich.... wollte doch nur ein Foto von Mark," meldete sich das Mädchen nun in gebrochenem Englisch. "Bist du seine Freundin?" "Nein, bin ich nicht. Nur EINE Freundin," das EINE betonte ich besonders, mit einem Seitenblick auf Mark. Unbewusst hatte ich Deutsch gesprochen. "Du bist auch aus Deutschland?" In das Gesicht des Mädchens trat ein erleichtertes Lächeln "Ja," "Kannst du Mark bitte sagen, dass es mir leid tut? Ich wollte ihm wirklich nicht zu nahe treten. Ich wollte doch nur ein Foto und ein Autogramm. Ich bin extra deswegen nach Irland gefahren." Ich übersetzte für Mark. Dieser hatte sich nun wieder etwas abgeregt. Er gab dem Mädchen ein Autogramm und entschuldigte sich für seinen aggressiven Ton. Ich schoss noch ein paar Bilder von Mark und dem Mädchen, sie verabschiedete sich und lief dann stolz davon. Ich sah ihr noch hinterher und ging dann, ohne ein Wort zu sagen ins Haus.
Ich ging geradewegs in mein Zimmer, ich musste eine Weile alleine sein. Mark hatte mich sehr verletzt. ,Wie konnte ich mich nur so täuschen? Spürte nur ich diese starke Anziehungskraft zwischen uns?’ Ich hatte mich ja total in ihn verliebt und nachdem wir so viel telefoniert hatten und er mich zu sich nach Hause eingeladen hatte, dachte ich wirklich, ihm würde es zumindest ein bisschen so gehen wie mir. Von Shane wusste ich, dass Mark ruhiger geworden war und nicht mehr ganz so viele Frauen mit auf sein Zimmer nahm. Außerdem war er zur Zeit auch viel besser gelaunt. Für mich waren das alles Zeichen gewesen, dass er mich wenigstens ein bisschen mehr mochte, als nur als eine Freundin. Grübelnd saß ich auf dem Bett und konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Plötzlich klopfte es an der Tür. "Eva? Was ist denn los? Darf ich reinkommen?" Schnell wischte ich mir die Tränen ab und hoffte, dass man mir nicht ansehen konnte, dass ich geweint hatte. "Komm rein." ,Was sollte ich jetzt machen?’ Die Wahrheit konnte ich ihm nicht sagen. Fieberhaft suchte ich nach einer Ausrede. Mark kam etwas verunsichert in mein Zimmer und setzte sich neben mich auf´s Bett. Lange saßen wir schweigend da, bis Mark sagte: "Hab ich irgendetwas falsch gemacht? Bist du böse auf mich, weil ich so wütend reagiert habe?" ,Klar Mark, du hast was falsch gemacht, denn du hast mir gezeigt, dass du mich nicht liebst’ dachte ich bei mir und schaffte es gerade so, die aufsteigenden Tränen zurückzuhalten. "Ist schon in Ordnung", lenkte ich ab. "Ich war nur etwas geschockt, weil ich dich noch nie so erlebt hatte. Ich wollte doch nur schlichten, hättest mich ja nicht so anpflaumen müssen. Aber wie gesagt, ist ja jetzt egal." "Und wieso bist du dann auf dein Zimmer gegangen?" Ich überlegte, was ich sagen sollte. "Ähm. Na ja, ich musste mal für kleine Mädchen und dann bin ich auf mein Zimmer, weil ich mich umziehen wollte. Hab dann aber Jenny ne SMS geschrieben und jetzt bist du ja da. Da hab ich es halt noch nicht geschafft." Zum Glück glaubte er mir und stellte keine weiteren Fragen. "Dann will ich dich nicht länger stören. Kommst du dann runter? Meine Family müsste bald kommen und du hast Barry und Colin ja noch gar nicht kennengelernt." Er verließ mein Zimmer und ich zog mich langsam um. Als ich wieder nach unten ging, war die ganze Familie Feehily schon versammelt und wartete auf mich. Ich wurde Marks Brüdern vorgestellt und ich fand auch die beiden sehr nett und symphatisch. Marie hatte gekocht und wir aßen. Mark hatte sich dazu entschlossen am heutigen Abend einen Familienabend zu machen, ich war auch froh darüber. Ich hätte keine Lust gehabt, heute wegzugehen. Wir spielten Brettspiele, redeten und schauten einen Film, für einen Außenstehenden wirkte das ganze wohl sehr harmonisch. Und es sähe für ihn bestimmt auch so aus, als würde ich zur Familie gehören, so gut verstand ich mich mit Marks Familie und ich hätte es auch fast selbst geglaubt. Hätte die ganze Sachen nicht einen Hacken: Nur als eine Freundin gehörte man nicht zur Familie und für mehr war Mark offensichtlich nicht bereit. Wie sehr ich mich auch versuchte abzulenken, ich kam immer wieder bei diesen Gedanken an. Als der Film zuende war und die anderen schon darüber nachdachten, was sie als nächstes machen wollten, beschloss ich, dass es mir für heute reichte. "Würde es euch etwas ausmachen, wenn ich schon zu Bett gehe? Ich bin müde." "Schade, aber wenn du müde bist." Marie blickte mich verständnisvoll an. "Gute Nacht, Eva. Schlaf schön," riefen die Feehilys im Chor. "Gute Nacht euch allen." Ich machte mich "bettfertig" und legte mich hin, in der Hoffnung bald einschlafen zu können. Aber das konnte ich natürlich nicht, meine Gedanken ließen sich einfach nicht ausblenden. Ich wusste nicht, was ich jetzt machen sollte. Wie solle ich damit umgehen, dass Mark mich nicht liebte? Einerseits wollte ich abreisen, andererseits hatte ich mich so auf diese zwei Wochen gefreut. Nicht nur wegen Mark. Ich freute mich, mal wieder etwas mit Westlife zu unternehmen. Außerdem freute ich mich darauf, Gillian, Georgina und Jodi kennen zu lernen. Vielleicht würde ich auch Bryan und Kerry kennenlernen. Ich kannte Bryan ja noch gar nicht. Und von Irland wolle ich auch noch etwas sehen, ich hatte ja super Reiseführer. Also entschloss ich mich, zu bleiben. Ich nahm mir vor, meine Gefühle für Mark zu unterdrücken und so normal mit ihm umzugehen, wie ich konnte. Ich musste nur aufpassen, dass ich ihm körperlich nicht zu nahe kam. Das war immer noch das schlimmste für mich. Ich verstand es selbst nicht, aber immer wenn wir uns berührten, war es für mich, als würde ich verbrennen. Mein Körper hatte noch nie so stark auf Berührungen reagiert, wie er es bei Mark tat. Irgendwann gegen morgen schaffte ich es dann, endlich einzuschlafen.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, war es schon Mittag. Ein Blick in den Spiegel genügte, um meine Stimmung, die eh schon schlecht war, auf den Tiefpunkt zu bringen. Ich sah einfach grauenhaft aus. Mein Liebeskummer und der wenige Schlaf hatten Wirkung gezeigt. So gut es ging, kaschierte ich meine roten Augen und die Augenringe, danach ging ich nach unten und fand Mark mit seinen Brüder vor dem Fernseher vor. Die drei zockten irgendein Videospiel. Ich murmelte ein kurzes "Guten morgen" und ging dann in die Küche. Ich hatte Hunger und wollte schauen, ob ich Marie bei irgendetwas behilflich sein konnte. So spät wie es war, bereitete sie vielleicht schon das Mittagessen vor. Sie war wirklich in der Küche. "Guten morgen, oder besser gesagt, guten Mittag."grüßte ich sie. "Hallo Eva. Geht es dir nicht gut? Du schaust traurig aus," sie schaute mich mit einem sorgenvollen, mütterlichen Blick an. "Nein, es ist alles in Ordnung. Meine Freundin hat nur zur Zeit Stress mit ihrem Freund und ist ziemlich down und ich fühle mit ihr" log ich. Es war mir zwar unangenehm, sie anlügen zu müssen, aber ich konnte ja schlecht sagen ,ich liebe deinen Sohn und bin deswegen so down.’ "Soll ich dir beim Kochen helfen?" "Danke das ist lieb von dir. Aber ihr werdet zum Mittagessen gar nicht hier sein." "Wieso?" "Hat Mark dir nicht gesagt, was er heute machen möchte?" "Nein, hat er nicht. Ich habe heute noch gar nicht mit ihm geredet. Er ist beschäftigt." Marie verdrehte die Augen "Dieses blöde Spiel. Man sollte wirklich meinen, dass er langsam zu als für so was ist. Lachend erwiderte ich. "Ich glaube für so etwas können Männer nie alt genug sein." "Da hast du wohl recht. Aber Oliver interessiert sich zum Glück nicht dafür." Grinsend verließ ich die Küche, um Mark zu fragen, was er für heute geplant hatte. "Mark?" Keine Reaktion. "Mark." Wieder nichts, er war so sehr in das Spiel vertieft, das er alles um sich herum nicht mehr wahr nahm. Ich wedelte mit meiner Hand vor seinen Augen herum. Tatsächlich blickte er mich nun verwirrt an. "Oh hallo Eva. Habe gar nicht bemerkt, dass du schon wach bist." "Das habe ich gemerkt. Was hast du heute vor?" Mark reichte die Spielkonsole an Colin weiter und stand auf. "Wir wollen heute ein Picknick in den Hazelwoods machen. Direkt am See. Shane, Gil, Ki und Jodi wollen auch kommen." "Super, das wird bestimmt lustig." Ich freute mich, endlich Jodi und Gil kennen zu lernen. Auch wenn mir der Gedanke an Mark in Badehose, ziemlich zu schaffen machte. Mark wollte gleich los, also ging ich in mein Zimmer und zog schnell meinen Bikini unter die Klamotten. Marie hatte mittlerweile den Picknickkorb fertig gepackt und Mark war mit Sonnenöl, Decke und Handtüchern bewaffnet. Wir packten alles in Marks Auto und fuhren Richtung Hazelwoods. Dort angekommen warteten die Vier schon auf uns. Ich wurde Gil und Jodi vorgestellt und fand sie auch sofort symphatisch. Es war einfach atemberaubend schön hier. Mark und ich legten unsere Decke aus und stellten unseren Picknickkorb darauf. Kian und Shane drängelten schon, sie wollten unbedingt ins Wasser, wir Mädels hatten noch keine Lust. Ich hatte meine Sonnenbrille im Auto vergessen und ging sie holen. Das war auch gut so, denn dadurch blieb mir der Blick erspart, wie Mark sich auszog. Klar, ich würde ihn im laufe des Tages noch öfter in Badehose sehen, aber der Anblick, wie seine Kleidung Stück für Stück fiel, das wäre zu viel für mich gewesen. Als ich zurückkam, alberten die Boys schon im Wasser herum. Wir beobachteten sie eine Weile und fingen dann ein Gespräch an. Aber selbst während ich mich unterhielt, musste ich ständig nach Mark schauen. Man konnte zwar nur seinen Oberkörper sehen, aber schon das haute mich um. Seine nasse Haut schimmerte in der Sonne und wie gerne hätte ich mit seinen Brusthaaren gespielt ;o). Wieder wurde ich traurig, da ich ja wusste, dass ich Mark wohl nie wieder so nahe sein würde. Gil sprach mich gerade an, "Eva?" ich reagierte überhaupt nicht darauf. Ich war so in Gedanken versunken und starrte Mark an. Das fiel auch Jodi und Gil auf. Die beiden warfen sich einen vielsagenden Blick zu.
"Eva, willst du dich nicht langsam eincremen? Du wirst schon rot." Aus meinen Gedanken gerissen, starrte ich sie verständnislos an, bis das Gesagte bei mir ankam. Ich schaute an mir herunter und bemerkte erst jetzt, dass ich kurz vor einem Sonnenbrand stand. Schnell cremte ich mich ein. "Könnt ihr mir bitte den Rücken eincremen?" "Kein Problem, dreh dich um," sagte Jodi. Ich drehte mich um und wartete darauf, dass Jodi mich eincremen würde. Gerade eben war Mark aus dem Wasser gestiegen. Er hatte meine Bitte gehört, trocknete sich schnell ab, warf Jodi einen bittenden Blick zu und schnappte sich die Tube. Ich hatte das ganze nicht bemerkt. Als er nun anfing, mich einzucremen, war ich überrascht. Ich hatte eine von der Sonne gewärmte Hand erwartet. Statt dessen wurde ich nun von einer kalten, aber dennoch sehr zärtlichen Hand eingecremt. Erschrocken drehte ich mich um und blickte direkt in Marks strahlende Augen. Schnell drehte ich mich wieder um. Ich konnte es nicht ertragen, in diese Augen zu blicken. Ich wollte nicht, dass Mark mich eincremte, aber was sollte ich machen? Also ließ ich es über mich ergehen. Meine Gefühle spielten verrückt. Wie konnte er so zärtlich sein, mich aber im nächsten Moment zurückweisen? Es tat so weh, zu wissen, dass er sich nicht für mich interessierte. Ich war von der ganzen Situation überfordert. Ich schloss die Augen und fing leise an zu weinen, in der Hoffnung, es würde unbemerkt bleiben. Natürlich, wie sollte es auch anders sein, wurde es natürlich bemerkt. Kian war es aufgefallen, da er nun ebenfalls neben mir saß. "Wieso weinst du?" ,Wieso musste er mich darauf ansprechen?’ Ich wollte doch einfach nur meine Ruhe. Am liebsten wäre ich sowieso weggerannt. Außerdem musste ich nun schon wieder lügen. "Meine Kontaktlinsen drücken nur gerade, ist glaube ich was reingekommen." "Soll ich mal schauen?" bot sich Mark sofort an. Das hätte mir gerade noch gefehlt, dass Mark mir noch näher kam, als er es gerade sowieso war. Er hatte aufgehört mich einzucremen und saß jetzt dicht neben mir. "Nein danke." erwiderte ich gereizt. "Ist schon wieder weg." Schnell wischte ich mir meine Tränen aus den Augen. Da wir nun langsam alle Hunger hatten, beschlossen wir, etwas zu essen. Während wir aßen, lachten und alberten wir herum und für ein paar Minuten konnte ich meinen Kummer vergessen. Nachdem wir gegessen hatten, dösten wir. Shane und Gil bzw. Kian und Jodi hatten sich aneinander gekuschelt und waren eingeschlafen. Wieder wurde mir schmerzhaft bewusst, wie gerne ich so in Marks Armen liegen würde. Dieser lag ebenfalls schlafendend neben mir. Er sah so süß aus, wenn er schlief, so friedlich. ,Jetzt dachte ich schon wieder an ihn.’ Ich musste hier weg, also ging ins Wasser und schwamm eine Runde. Beim Schwimmen konnte ich mich etwas abreagieren. Ich stieg an einem anderen Teil des Sees aus dem Wasser und schaute mir die wunderschöne Landschaft an.
Als ich wieder zu den anderen zurückkam, waren alle schon wieder wach. Mark kam sofort auf mich zu. "Wo warst du denn? Ich .... ähm ich meine wir haben uns schreckliche Sorgen gemacht." "Ihr habt alle geschlafen, da war mir langweilig und ich hab mir die Landschaft angeschaut. Ist doch nichts schlimmes dabei." "Aber wenn du dich verlaufen hättest...." "Mann Mark, ich bin kein Kind mehr. Ich wäre schon heimgekommen." erwiderte ich wütend. Ich war jetzt richtig sauer auf ihn. ,Was stellte er mich wie ein Kleinkind hin? Ich war immerhin schon 20. War es nicht schon schlimm genug, dass es für mich fast unmöglich war, auf Abstand zu gehen? Musste er mich jetzt auch noch mit seiner mit Sicherheit gespielten Sorge um mich nerven?’ Er wollte etwas sagen, aber es interessierte mich nicht. Ich ließ ihn einfach stehen und ging zu Gil und Jodi. Verwirrt blickte mir Mark hinterher. Er verstand einfach nicht, weshalb ich plötzlich so sauer auf ihn war, er hatte sich doch nur Sorgen gemacht. Unglaublich große Sorgen, dass musste er zugeben.
Ich hatte gerade wieder ein Gespräch mit Gil und Jodi angefangen, als Kian sich Jodi schnappte und lachend ins Wasser schmiss. Wütend blickte sie ihn an und fing gleich darauf an, ihn zu beschimpfen. Wir mussten lachen. Gil aber auch nur so lange, bis sie von Shane ebenfalls ins Wasser geworfen wurde. Die Jungs wollten offensichtlich im Wasser mit uns herumalbern. Jetzt kam Mark an, auf Grund meiner vorherigen Wut, etwas verschüchtert, aber trotzdem bestimmt. Er wollte mich auf den Arm nehmen und ebenfalls ins Wasser werfen. Schnell stand ich auf. "Danke, das kann ich auch alleine." Und schon war ich im Wasser und ließ mal wieder einen verdutzten Mark stehen. Auch die anderen Vier hatten das mitbekommen und schauten sich verwundert an. Das bekam ich zwar mit, aber es war mir egal, mir war alles egal, solange ich nur Mark aus dem Weg gehen konnte. Ich wollte nicht noch einmal vor den anderen weinen müssen, nur weil er mich eincremte oder sonst irgendetwas machte. Wir alberten einige Zeit herum, gingen dann aus dem Wasser und beschlossen nach Hause zu gehen.
Die nächsten Tage schaffte ich es erstaunlich gut, mich von Mark fernzuhalten. Wir trafen uns oft zu sechst und dann unternahm ich immer viel mit Gil und Jodi. Wir waren auf dem besten Weg, gute Freundinnen zu werden. Dadurch, dass ich nicht all zu sehr mit Marks Nähe konfrontiert wurde, viel es mir auch leichter, meine Gefühle zu unterdrücken. Ich schaffte das wirklich gut und konnte somit meinen Urlaub doch noch genießen. Mark suchte meine Nähe, das spürte ich, aber immer wenn er sich zu mir setzen wollte, oder in den Arm nehmen wollte, blockte ich ab. Eines Abends beschlossen wir, endlich mal wieder in einen Club zu gehen. Wir hatten tagsüber so viel unternommen, dass wir abends immer müde ins Bett fielen, aber heute wollten wir mal wieder so richtig die Sau rauslassen. Wir wollten uns alle im Club treffen. Schon früh fing ich an, mich zurechtzumachen, da ich nicht wollte, dass Mark und ich wegen mir zu spät kamen. Ich hatte ein richtiges Talent dafür, zu spät zu kommen. Ich zog mir eine enge Hüftjeans und ein leicht ausgeschnittenes Top an, das mir ein kleines Stück über den Bauchnabel ging. Meine Haare ließ ich offen. Ich schminkte mich nicht übermäßig viel, so dass ich zwar sexy, aber noch natürlich aussah. Das fand ich zumindest, als ich mich ein letztes Mal im Spiegel betrachtete und dann zu Mark ins Wohnzimmer ging. Der wartete schon auf mich. Er starrte mich einfach nur an. Ich wurde nervös, ermahnte mich aber sofort wieder, seinen Blicken nicht zu viel Gewicht zu geben. Nicht dass er es noch einmal schaffte, mich so runterzuziehen, indem er mir sagte, dass er keinen Bock auf eine Beziehung hatte. Ich begutachtete sein Outfit. Er sah gut aus. Er hatte eine, für seine Verhältnisse, enge Jeans und ein ziemlich enganliegendes T-Shirt an. Was mich etwas störte, war, dass er mal wieder eine Mütze aufhatte und eine seiner heißgeliebten Sonnenbrillen hielt er auch schon in der Hand. "Also wegen mir können wir jetzt gehen." "Ok." "Willst du so bleiben, ich meine wegen der Mütze? Wirst doch bestimmt schwitzen." "Ja, ich hab es mal wieder nicht geschafft, mir eine Frisur zu machen." sagte er, etwas ärgerlich über seine nicht vorhandenen Fähigkeiten zur Friseuse. "Diese blöden Haare. Ich glaube ich sollte sie mir wieder abschneiden lassen." ,Bloß nicht’, dachte ich mir. Versucht, ihn nicht mehr an sein Vorhaben zu erinnern, beschloss ich, ihm eine Frisur zu "zaubern." "Na wenn´s daran scheitert. Ne Frisur bekomme ich gerade noch hin." Wir gingen ins Badezimmer und ich versuchte eine einigermaßen passable Frisur zu machen. Das erwies sich als gar nicht so einfach, wie ich mir gedacht hatte. Gut, ich hatte nicht wirklich Talent darin, das musste ich zugeben, aber das war mein kleinstes Problem. Viel mehr machte mir Mark zu schaffen. Ich stand nahe bei ihm und wuschelte in seinen Haaren herum und das hatte ich schon immer gerne bei Männern gemacht. Außerdem roch ich ihn, das heißt, sein Aftershave und seinen persönlichen Geruch. Mir kam es vor, als müsste ich gleich in Ohnmacht fallen. Dieser Duft! Am liebsten hätte ich ihn in die Arme genommen und ihn einfach nur festgehalten. Ich beherrschte mich und konzentrierte mich so gut es ging auf meine Arbeit. Zum Glück war ich auch relativ schnell mit frisieren fertig und wir gingen dann auch sofort los. Wir waren mittlerweile schon zu spät dran.
Natürlich waren wir mal wieder die letzten, die im Club ankamen. Die anderen hatten sich schon um einen Tisch gesetzt und es waren nur noch zwei Plätze nebeneinander frei. Also war ich gezwungen neben Mark zu sitzen. Wir begrüßten die anderen herzlich und es dauerte nicht lange, bis wir mal wieder herumalberten. Wir hatten richtig viel Spaß und es war schon reichlich viel Alkohol geflossen, als die Jungs Richtung Tanzfläche taumelten. Sofort umringten mich Gil und Jodi. "Was ist jetzt mit dir und Mark. Kommt ihr endlich mal zusammen, oder müssen wir da nachhelfen." ,Na toll’ dachte ich mir. Mich hatte es zwar schon gewundert, dass die beiden mich noch nicht darauf angesprochen hatte, aber ich war auch froh darüber gewesen.. Mir war schon klar gewesen, dass mein komisches Verhalten Mark gegenüber, den beiden aufgefallen war. Die Jungs hatten das natürlich nicht bemerkt, es waren ja immerhin Jungs. "Nichts ist, was soll schon sein?" "Du kannst uns jetzt nicht weiß machen, dass du ihn nicht mehr als nur als guten Freund magst." "Das habe ich nicht behauptet. Aber dazu gehören immernoch zwei." "Wie meinst du das?" "Bitte, ich möchte jetzt nicht darüber reden," flehte ich die beiden an. Sie nahmen aber keine Rücksicht auf meine Bitte. "Habe ich dich jetzt richtig verstanden? Du glaubst, Mark möchte nicht mit dir zusammen sein?" Ich antwortete nicht, blickte aber anscheinend ziemlich traurig, was für die beiden ein klares "Ja" bedeutete. Sie schauten sich entsetzt an. "Ich bitte dich, Eva. Schau ihn dir doch mal genau an." Das tat ich jetzt. Mark stand am Rand der Tanzfläche und schaute gedankenverloren in unsere Richtung. Als er meinen Blick bemerkte, lächelte er kurz und schaute dann weg. ,Das konnte nicht sein.’ Ich dachte über die vergangenen Tage nach. ,Ja, er hatte ständig meine Nähe gesucht, aber weshalb sagte er dann, das er keine Beziehung wollte?’ Nun verstand ich gar nichts mehr. Ich erzählte Gil und Jodi von dem, was Mark vor ein paar Tagen gesagt hatte. Aber darauf konnten die beiden mir auch keine Antwort geben. "Am besten, du findest selbst heraus, wie er das gemeint hat." "Wenn du uns fragst, für uns besteht kein Zweifel, dass er sich auch in dich verliebt hat. Vielleicht ist ihm das nur noch nicht bewusst." "Also zeig ihm, wie gern du ihn hast!" Ich dachte noch lange darüber nach, was die beiden zu mir gesagt hatten. ,Sollte ich es wirklich auf einen Versuch ankommen lassen und Mark meine Gefühle offenbaren? Was wenn er nicht wollte? Würde ich es ertragen, noch einmal von ihm zurückgewiesen zu werden?’ Noch während ich darüber nachdachte, ob ich zu Mark gehen sollte, nahm er mir diese Entscheidung ab. Er war zu unserem Tisch zurückgekehrt und sprach mich nun etwas verunsichert an: "Eva? Hast du Lust zu tanzen?" Eigentlich wollte ich schon gerne tanzen, aber ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich mich Mark wieder nähern solle. Wieder dachte ich an die Worte von Jodi und Gil. ,Naja, versuchen kann ich es ja,’ dachte ich bei mir. War aber trotzdem noch nicht 100 % von meiner Entscheidung überzeugt. Da Mark schon nicht mehr mit einer Antwort rechnete, war er bereits aufgestanden und wollte sich ein anderes "Opfer" suchen. "Ok Mark, gehen wir tanzen." sagte ich schnell, bevor ich es mir doch noch anders überlegen konnte. Er drehte sich um und lächelte mich an. Ich lächelte zurück und ging mit Mark an der Hand auf die Tanzfläche. Zuerst war ich etwas verunsichert, aber schon bald tanzten wir ohne das irgendetwas zwischen uns stand. Erst einige Lieder später merkte ich, dass wir die ganze Zeit ziemlich heftig miteinander geflirtet hatten. Wir waren gerade richtig am tanzen, als plötzlich die Musik endete. Ich drehte mich um, weil ich schauen wollte, weswegen. Als ich wieder zu Mark blickte, schaute der mir tief in die Augen und kam ganz nah zu mir. Er nahm mich in seine Arme. Da setzte die Musik wieder ein und es wurde ein sehr langsames Lied gespielt. Es tat so gut, von Mark in den Arm genommen zu werden. Ich krallte mich regelrecht an ihm fest. Wie durch Watte vernahm ich noch, dass der DJ einen Gruß aussprach. Jodi und Gil hatten sich das Lied für uns gewünscht, damit wir endlich mal in die Gänge kamen. Ich war ihnen plötzlich unendlich dankbar. Wir tanzten sehr eng aneinander und schauten uns einfach nur an. Ich merkte wie mir schwindelig wurde, der Blick, mit dem Mark mich anschaute, diese durchdringenden Augen! Auf einmal war mir alles egal, ob Mark mich liebt, oder nicht. Alles was ich im Moment wollte, war, einfach nur von ihm umarmt zu werden. Ich wollte nicht, dass er mich jemals loslässt.
Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und sog seinen Duft ein. Mark hatte sein Gesicht in meinen Haaren. Das Lied hatte mittlerweile geendet und es wurde wieder schnellere Musik gespielt. All das bekamen wir nicht mit, in diesem Augenblick gab es nur uns. Mir kam es vor, als wären Stunden vergangen, als ich meinen Kopf wieder hob. Wieder schauten wir uns tief in die Augen. Mein Herz pochte heftig und mir wurde fast schwindelig, als sich unsere Gesichter immer näher kamen. Und dann küssten wir uns. Der Kuss war wunderschön, aber so vollkommen anders als in München. Dort hatte Mark mich leidenschaftlich geküsst, nun küsste er mich liebevoll und zärtlich. Das war der zärtlichste Kuss, den ich je in meinem Leben bekommen hatte. Mark drückte mich so fest er konnte, an sich heran. Mir war, als würde ich an einem anderen Ort sein, um mich herum nahm ich nichts mehr wahr. Alles was ich wahrnehmen konnte, war Marks Nähe und unser gar nicht enden wollende Kuss. Als sich unsere Lippen lösten, war mir, als würde eine unglaubliche Bürde von mir abfallen. All die Sorgen und Ängste, die ich in den letzten Tagen mit mir herumgetragen hatte, waren wie ausgelöscht. Nun gab es für mich keinen Zweifel mehr. Mark liebte mich und ich liebte ihn mehr als alles andere auf der Welt. Glücklich schaute ich ihn an. Er lächelte mich an und doch hatte ich plötzlich das Gefühl, dass er verwirrt war. "Wollen wir wieder zu den anderen?" fragte er nun. Ich war etwas enttäuscht, ich hätte gerne länger mit ihm engumschlungen getanzt. Aber ich merkte, dass er nicht mehr tanzen wollte, also willigte ich ein. Als wir zu unserem Tisch kamen, setzten wir uns und wussten im ersten Moment, nicht recht, was wir sagen sollten. Die Stille hielt aber nicht lange an. Schon bald redeten und lachten wir mit den anderen. Es war wieder so, wie am Anfang meines Irlandaufenthaltes. Wir saßen ganz dicht beieinander und Mark hatte seinen Arm um meine Schultern gelegt. Von zeit zu zeit blickten wir uns tief in die Augen. Aber wir küssten uns kein zweites Mal. Wir genossen einfach nur die Nähe des anderen. Irgendwann morgens entschlossen wir uns, nach Hause zu gehen. Wir bestellten uns ein Taxi und fuhren heim. Dort angekommen, wussten wir nicht so recht, was wir jetzt machen sollten. Wir standen vor meiner Zimmertür und hatten keine Lust uns zu trennen. Aber keiner von uns wagte den nächsten Schritt. ,So wird das heute nichts mehr. Da kommen wir ja nie in unsere Betten’ dachte ich mir. "Gute Nacht Mark." "Gute Nacht." Ich näherte mich ihm und wir umarmten uns zum Abschied. Bei dieser Umarmung fing mein Herz ganz stark an zu pochen. Mark sah sah mich an. Wir standen einige Zeit lang so da, bis wir uns wieder küssten. Dieser Kuss war noch viel schöner, als der in der Disco, weil wir jetzt ja alleine waren und uns keiner stören konnte. Mir kam es vor, wie Stunden, als Mark von mir abließ, mich lachend auf den Arm nahm und mich, mit der Bemerkung "Mein Bett ist gemütlicher!" grinsend in sein Zimmer trug. Dort angekommen legte er mich auf sein riesiges Bett und wieder küssten wir uns. Ich war sehr glücklich, denn nun war ich Mark wieder so nahe, wie ich es nicht mehr für möglich gehalten hätte. Wir hatten zwar schon einmal miteinander geschlafen, und das war schon unglaublich schön gewesen. Aber ich wusste, dass das heute besser sein würde. Ich war mir sicher, dass es der schönste Sex in meinem Leben werden würde. Und das, weil ich mich von Mark geliebt und geborgen fühlte und weil seine Zärtlichkeit mir fast den Verstand raubte.
Irgendwann, es war schon hell draußen, wachte ich auf weil meine Augen schmerzten. Mark schlief noch. Er hatte seine Arme um mich geschlungen und wir waren so nahe aneinandergekuschelt, dass wahrscheinlich eine Ameise Probleme gehabt hätte, zwischen uns zu krabbeln. Lächelnd schaute ich ihn an und bemerkte mit Schrecken, dass ich fast gar nichts mehr sehen konnte. Es dauerte nur eine Sekunde, bis mir klar wurde, weshalb. ,Verdammt!’ Ich hatte vergessen meine Kontaktlinsen herauszunehmen. Dazu war ich gestern gar nicht mehr gekommen, stellte ich mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht fest. Vorsichtig schälte ich mich aus Marks Armen und suchte mir etwas zum Anziehen. Ich fand meine Sachen nicht, da die verstreut in der Gegend herumlagen. Da entdeckte ich ein T-shirt von Mark und streifte es mir es über den Kopf und musste wieder lächeln. Es roch nach Mark. Schnell rannte ich zum Bad, ich wollte nicht, dass ich von irgendeinem Mitglied der Feehily Family so unbekleidet gesehen werde. Im Bad angekommen, stellte ich ärgerlich fest, dass meine Augen total rot waren. Ich machte die Linsen raus, putzte mir die Zähne und duschte noch schnell, bevor ich wieder in Marks Zimmer gehen wollte. Gerade wollte ich in sein Zimmer gehen, als mir Marie über den Weg lief. Sie verstand sofort, was das zu bedeuten hatte und lächelte mich total lieb an. "Guten morgen." "Hallo." Als sie mir näher kam, entdeckte sie meine Augen. "Oh mein Gott, was ist denn mit deinen Augen passiert?.” "Nichts schlimmes, ich hab gestern nur vergessen, meine Kontaktlinsen rauszumachen. Ich muss meine Augen nur etwas schonen." "Ich denke, ich werde heute im Bett bleiben müssen, ich kann kaum etwas sehen." fügte ich noch grinsend an. "Na wenn das so ist." Sie zwinkerte mir zu und ging weiter. Zuerst dachte ich mir, dass es mir peinlich sein würde, wenn Marks Familie mitbekommen würde, dass wir nun ein Paar waren. Aber jetzt fragte ich mich, wieso ich mir darüber überhaupt Gedanken gemacht hatte. Marie hatte sich sehr gefreut, das hatte ich ihr angesehen. Zufrieden mit mir und der Welt machte die Tür auf und sah einen im Bett sitzenden Mark. "Hi Süße." "Hi." "Wow, mein Shirt steht dir." Er grinste. Ich ging zu ihm und gab ihm einen sehr intensiven Guten-Morgen-Kuss. Als wir wieder die Augen öffneten, bemerkte auch Mark meine Augen. "Was hast du denn gemacht?" Ich erklärte auch ihm, weshalb meine Augen total rot waren. Er grinste und war sichtlich froh darüber, einen Vorwand gefunden zu haben, heute nicht aufstehen zu müssen. "Na, dann musst du wohl oder übel den ganzen Tag bei mir im Bett verbringen." Schon hatte er mich geschnappt und zu sich unter die Decke gezogen. Er küsste mich leidenschaftlich. Ich vergaß mal wieder alles um mich herum und spürte nur noch Mark, Mark und nochmals Mark. Wir verbrachten den ganzen Tag im Bett. Mark stand nur kurz auf, um sich frisch zu machen und um etwas zu essen zu besorgen. Ich war der glücklichste Mensch auf Erden. Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals so glücklich sein konnte und wer hätte gedacht, dass ich das ausgerechnet mit Mark sein würde?’ Was wohl meine Cousine dazu sagen würde? Irgendwann abends, wir waren gerade ziemlich beschäftigt *fg*, klingelte zu unserem Bedauern Marks Handy. "Mist. Ausgerechnet jetzt, wenn das jetzt nicht wichtig ist, dann...." Wir waren enttäuscht. "Man, sonst ist dein Handy doch auch immer überall, nur nicht bei dir." Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Das konnte er nicht auf sich sitzen lassen und fing an mich zu kitzeln. Der Anrufer war wirklich aufdringlich, denn das blöde Teil hörte einfach nicht auf zu klingeln. Das Klingeln nervte ganz schön. "Jetzt geh bitte ran. Das nervt." Genervt ging er an sein Handy. "Ja." "Oh, hi Shane." "Nein, ich hab mein Handy nicht suchen müssen, ich hatte nur wichtigere Dinge zu erledigen." "Mh, ja, ist ok. Dann bis morgen." Er legte auf. "Das war Shane. Er hat heute mit Bryan telefoniert und Bry hat uns morgen alle zu sich nach Dublin eingeladen. Das ist doch ok für dich, oder." "Klar, dann lerne ich ihn endlich auch mal kennen." Ich freute mich richtig, wenn er nur halb so nett war, wie die anderen Westlifer, würde es ein richtig schöner Tag werden. Nachdem wir soweit alles besprochen hatten, widmeten wir uns wieder anderen Dingen.
Am nächsten Tag wollten wir uns gegen Mittag bei Bryan und Kerry treffen. Ich war etwas aufgeregt, da ich wollte, dass die beiden mich mögen. Bryan war ja ein sehr guter Freund von Mark und mir war sehr wichtig, was er von mir hielt. "Wach auf Süße." Von einem zärtlichen Kuss wurde ich sanft aus meinen Träumen gerissen. Ich schlug meine Augen auf, blickte Mark verschlafen an und erwiderte dann seinen Kuss. "Weißt du eigentlich, wie süß du ausschaust, wenn du schläfst?" "Bis jetzt nicht." Er nahm mich in den Arm und wir küssten uns ein weiteres Mal. "Mark, ich liebe dich. Ich glaube, ich habe dich von Anfang an geliebt." sagte ich, nachdem sich unsere Lippen von einander lösten. Er sagte nichts und schaute mich einfach nur an. Aber bevor ich mir Gedanken machen konnte, wieso er mir nicht antwortete, hatte er auch schon wieder seine Lippen auf meine gelegt. Irgendwann hörten wir auf uns zu küssen und Mark blickte auf die Uhr. "Oh Gott! Es ist schon zehn Uhr, wir sollen doch so gegen zwölf in Dublin sein. Wir müssen uns beeilen." Schnell hüpften wir unter die Dusche, zogen uns an und ich schminkte mich. Wir frühstückten schnell und saßen wenig später auch schon in Marks Auto. Wir schafften es sogar, halbwegs pünktlich zu kommen. Was aber auch nicht weiter tragisch war, weil sowieso schon alle damit gerechnet hatten, dass wir zu spät kommen würden. Es war echt lustig! Alle regten sich immer darüber auf, dass Mark die Unpünktlichkeit in Person war, aber mit mir an seiner Seite war das ganze doppelt so schlimm. In Dublin angekommen, hielten wir vor einem sehr schönen Haus. Davor standen schon die Autos von Nicky, Shane und Kian. Wir klingelten und keine Minute später wurde uns von Bryan die Tür geöffnet. "Hi ihr zwei." Er freute sich riesig, Mark zu sehen, da die beiden sich schon Ewigkeiten nicht mehr getroffen hatten. Er drückte Mark zur Begrüßung ganz fest an sich und wendete sich dann mir zu. "Und diese hübsche Lady an deiner Seite muss Eva sein." "Hi Bryan." Ich war etwas überrascht, denn auch mich umarmte er kurz und flüsterte mir dabei grinsend ins Ohr "Du weißt aber schon, auf was du dich mit dem da einlässt, oder? Ich will dich nur gewarnt haben. Der Mann ist unerträglich." Ich musste lachen. "Ich weiß schon was ich tue." beruhigte ich ihn. Mark hatte zwar nicht gehört, was Bryan zu mir gesagt hatte, aber er konnte sich schon denken, dass es nichts gutes war. Immerhin kannte er Bryan lange genug, um zu wissen, dass dieser nur Flausen im Kopf hatte. "Wenn sie jetzt schreiend davonläuft, ist das alles nur deine Schuld!" Er versuchte böse zu blicken, aber es gelang ihm nicht wirklich, sein Lachen zu unterdrücken. Man sah es an seinen Augen. Da kam auch schon Kerry an. "Hi ihr beiden." Auch sie umarmte uns herzlich um dann aber sofort mit Bryan zu schimpfen. "Und wann wolltest du die beiden hereinbitten?" Bryan schaute etwas beschämt zu Boden. Im ersten Moment dachte ich, dass sich die beiden wegen so einer Kleinigkeit streiten würden. Aber dann fingen Mark, Kerry und Bryan an zu lachen im ich verstand, dass die beiden nur aus Spaß so miteinander redeten. Wir gingen ins Wohnzimmer und begrüßten den Rest der Truppe. Als Gil und Jodi mich sahen, wussten sie sofort, was Sache war. Sie freuten sich richtig für mich bzw. uns. "Super, ihr habt es also endlich geschafft." Ich lächelte und blickte Mark glücklich an. Der unterhielt sich aber gerade mit Bryan und bekam nichts mit. "Was geschafft?" fragte Shane. "Na das unsere beiden jetzt Ex-Singel kapiert haben, dass sie zusammengehören." Kian und Shane blickten sich verwirrt an. "Eva und Mark?" "Nein. Sam und Lisa. Natürlich Eva und Mark, wer denn sonst?" Mir war das ganze etwas peinlich und ich ging zu Kerry um mich mit ihr zu unterhalten und sie genauer kennenzulernen. Kian und Shane schauten sich mit einem Blick an, der ungefähr bedeutete, "Hast du da was gemerkt?" "Nein." "Ich auch nicht." Gil und Jodi konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. "War ja klar, dass die beiden mal wieder nichts mitbekommen. Männer!" Wir unterhielten uns eine Weile. Ich fand Kerry und Bryan sehr nett und es war richtig lustig, weil Bryan ständig irgendwelche Scherze machen musste. Irgendwann bestellten wir uns Pizzen, die auch kurze Zeit später eintrafen. Wir mampften vor uns hin, bis Bryan bemerkte, dass wir nichts mehr zu trinken hatten. "Ich geh mal schnell was holen." "Ich komme mit und helfe beim Tragen." bot sich Mark sofort an. In der Küche angekommen, sprach Mark Bryan an. "Bry, ich muss mit dir reden. Ich weiß nicht, mit wem ich sonst darüber reden soll." "Klar, schieß los."
Es schien schon eine Ewigkeit vergangen zu sein und die beiden waren immer noch nicht zurückgekommen. Ich musste dringend mal auf die Toilette. Dafür musste ich aber an der Küche vorbeigehen. Die Tür war halb geöffnet und ich sah, wie Bryan und Mark mit dem Rücken zu mir standen und sich unterhielten. Getränke holen nannten die beiden das also. Schmunzelnd wollte ich gerade weitergehen, als ich meinen Namen hörte. Interessiert blieb ich stehen und hörte zu. Das war nicht gerade die feine Englische Art, aber ich war auf einmal unglaublich neugierig, was die beiden über mich zu reden hatten. "Sie liebt dich, das man sehen." "Ich weiß, sie hat es mir heute morgen gesagt." "Ich weiß wirklich nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll, Bry." "Liebst du sie denn?" "Ich weiß es nicht! Und wenn ich mir sicher wäre, hätte das Ganze überhaupt eine Zukunft? Sie wohnt in Deutschland und ich bin ständig unterwegs. Und dann ist da auch noch die Presse!" "Und du hast ihr noch nichts über deine Gefühle gesagt?" "Nein, ich will sie nicht verletzten. Ich mag sie wirklich sehr. Ich genieße es auch, ihr nahe zu sein, aber ich weiß nicht ob das für mehr als nur Freundschaft reicht." Geschockt stand ich vor der Tür. "Eva? Was stehst du hier rum, ich dachte du musst mal für kleine Mädchen?" Kerry war gerade gekommen und stand nun neben mir. Sie hatte sich schon gewundert, wo Mark und Bryan geblieben waren und wollte nachschauen gehen, was die beiden so trieben. Erschrocken drehte sich Mark um und sah mich geschockt an. "Eva, hast du zugehört," fragte Bryan, obwohl er die Antwort schon kannte. Man konnte es an meinem Gesichtsausdruck sehen. Er schaute erst mich, dann Kerry an und war genauso wie Mark darüber geschockt, dass ich ihr Gespräch mitbekommen hatte. Kerry blickte verwirrt von einem zum anderen, sie wusste ja nicht, wieso auf einmal alle so geschockt waren und weshalb ich aussah, als würde ich jeden Moment tot umfallen. Ich war schneeweiß im Gesicht und reagierte ich nicht mehr auf mein Umfeld. Ich stand einfach da und starrte Mark an. Auch er sah mich an. Sein Blick zeigte bedauern, Schock und unglaubliche Traurigkeit. "Eva, es tut mir so leid." flüsterte Mark. Er fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Erst jetzt kamen mir die Tränen sinnflutartig aus den Augen gelaufen. Ich konnte hier nicht länger bleiben und ohne ein Wort zu sagen, rannte ich aus dem Haus. Mark rannte mir hinterher "Eva, bitte warte." Ich hörte nicht auf ihn und rannte einfach weiter. Irgendwann gab er es auf und ging zurück zu Bryans Haus. Weinend irrte ich durch die Straßen Dublins. ,Wie konnte ich nur so dumm sein, zu glauben, dass er mich liebt?’ Ich hätte es besser wissen müssen!
Ich weiß nicht, wie lange ich durch Dublin irrte, aber irgendwann packte mich die Panik. ,Wo war ich? Was sollte ich jetzt machen?’ Das hier hatte keinen Sinn, ich musste wohl oder übel zurückgehen. Aber ich konnte nicht! Ich konnte Mark nicht mehr in die Augen sehen. Den Schmerz würde ich nicht ertragen können, nicht nachdem ich wusste, wie er wirklich dachte. ,Wieso hatte er mit mir geschlafen? Mich in den Arm genommen und mir das Gefühl gegeben, der wichtigste Mensch für ihn zu sein? Wieso hatte er all das gemacht, wenn ich für ihn nur eine Freundin war?’ Ich konnte es einfach nicht verstehen. Ich setzte mich auf eine Bank und wusste nicht weiter. Erst jetzt bemerkte ich, dass ganz in der Nähe Flugzeuge starteten und landeten. Ich war ganz in der Nähe vom Dubliner Flughafen. Am liebsten wäre ich einfach in ein Flugzeug eingestiegen und nach Deutschland geflogen. ,Warum eigentlich nicht? Was hielt mich hier noch?’ fragte ich mich. Meine Sachen waren zwar noch bei Mark, aber die konnte er mir auch nachschicken. Aber was war mit Gil, Jodi und den anderen? Konnte ich so einfach abfliegen? Sie wären bestimmt enttäuscht von mir. Lange dachte ich darüber nach, was das Richtige war. Dann beschloss ich, zurückzufliegen. Ich konnte keinen Tag länger in Irland bleiben, die anderen würden das schon verstehen. Ich brauchte einfach Abstand von allem hier. Mein Ausweis und mein Handy lagen noch bei Kerry und Bryan. Also rief ich Gil auf ihrem Handy an. Das war die einzige Nummer, die ich noch zusammenbrachte.
In der Zwischenzeit hatte Bryan die anderen schon darüber informiert, was passiert war und alle machten sich große Sorgen. "Gott Mark, was hast du dir nur dabei gedacht? Wie kannst du sie so auflaufen lassen? Lass doch deine Finger bei dir, wenn du dir nicht sicher bist!" Gil war richtig sauer auf ihn. Außerdem machte sie sich Vorwürfe, weil sie mir dazu geraten hatte, auf ihn zuzugehen. Mark konnte gar nichts erwidern, er war wie in Trance. Er war sich nicht sicher gewesen, aber als er mich in der Tür stehen sah und merkte, wie sehr er mich verletzt hatte, wie ich weinend und verzweifelt weggerannt war, da wurde es ihm schlagartig bewusst. Er liebte mich! Er liebte mich mehr als er jemals zuvor eine Frau geliebt hatte.
Sie suchten mich in halb Dublin, aber sie hatten ja keine Ahnung, wo ich sein konnte. Ich kannte mich ja gar nicht aus. Plötzlich klingelte Gils Handy. "Zum Glück. Eva, wo steckst du? Wir machen uns schreckliche Sorgen." "Ich bin am Flughafen, bringst du mir bitte mein Handy und meinen Geldbeutel mit?" brachte ich unter Tränen hervor. Sie verstand sofort, was ich vorhatte und war alles andere als begeistert. "Bitte, Eva, das kannst du doch nicht machen. Du kannst doch jetzt nicht so einfach abfliegen. Rede doch noch einmal mit Mark." "Wozu reden?" "Er kann dir alles erklären." "Was gibt’s denn da noch zu erklären? Verstehst du denn nicht? Ich muss hier weg und zwar sofort." Ich fing wieder richtig an zu weinen. "Ok, bleib wo du bist. Wir kommen." Sie legte auf. "Das war Eva." Alle schnauften erleichtert aus. "Wo ist sie?" fragte Mark leise. "Sie ist auf dem Flughafen und will noch heute abreisen!" "Waaaaas?" Alle blickten Gil geschockt an. "Das kann sie doch nicht machen! Und außerdem hat sie doch noch alle Sachen bei mir." Mark war sichtlich verwirrt. "Das wird ihr kleinstes Problem sein, denke ich. Sie hat mich darum gebeten, ihr ihre Handtasche vorbeizubringen." "Kommt, wir fahren!" Bryan war schon auf dem Weg zu seinem Wagen.
Nervös stand ich auf dem Flughafen und wartete auf Gil. Ich hatte mich nach einem Flug erkundigt. In einer halben Stunde würde einer fliegen und es waren zu meinem Glück noch ein paar Plätze frei. Mir war klar, dass sie alle kommen würden, auch Mark. Und tatsächlich, kurze Zeit später kamen sie zu neunt angelaufen. Ich wurde fast umgerannt, so sehr freuten sie sich, dass mir nichts passiert war. "Wir haben uns solche Sorgen gemacht." "Hmm, hast du meine Sachen?" fragte ich Gil kurz angebunden. "Ja." "Gut, dann kann ich ja jetzt." sprach ich und machte mich auf den Weg zum Ticketschalter. Wie Kücken, die ihrer Entenmutter nachliefen, folgten mir Bryan, Shane, Nicky, Kian, Kerry, Geo, Gil, Jodi und in einigem Abstand auch Mark. Sie redeten wild auf mich ein und versuchten mich vorm Abreisen abzuhalten. Nur Mark hielt sich im Hintergrund. Zum einen wusste er nicht was er sagen sollte und zum anderen war er sich sicher, dass ich nicht ihm sowieso nicht zuhören würde. Er sah mich genau an. Ich sah schlecht aus. Meine Augen waren rot vom weinen und überhaupt sah man mir an, dass es mir schlecht ging. Alles was er sich in diesem Moment wünschte, war mich einfach nur in den Arm nehmen, fest an sich drücken und mich damit zu trösten. Aber er spürte auch, dass es zu spät war. Ich würdigte ihn keines Blickes. "Last mich! Ihr wisst, ich habe euch alle sehr gerne und wenn ihr mich auch mögt, dann müsst ihr mich einfach fliegen lassen. Wenn ich hier bleibe, geht es mir nur noch viel schlechter." Darauf wussten sie nicht zu erwidern. Also gab mir Gil etwas kleinlaut meine Handtasche und ich kaufte mir ein Ticket. Ich musste mich beeilen, damit ich es noch rechtzeitig ins Flugzeug schaffte. "Ich melde mich bei euch. Danke für alles. Und schickt mir bitte meine Sachen zu. Danke" ich umarmte die acht noch einmal und ging dann zum Einchecken. Ein letztes Mal drehte ich mich um und sah Mark an. Er sah unendlich traurig aus und war den Tränen nahe. Aber dass merkte ich nicht, ich nahm nur meinen eigenen Schmerz wahr.
Mark stand reglos am Gate und schaute mir hinterher. Minutenlang nachdem ich im Flugzeug verschwunden war, stand er immer noch an der selben Stelle. Da wurde ihm schlagartig bewusst, dass er mir wahrscheinlich nie wieder näher kommen würde. Das er kaum eine Chance hatte, dass ich ihm verzeihen würde. Da beschloss er, dass er nichts unversucht lassen wollte, um mich zurückzugewinnen. Er hatte schon lange nicht mehr geweint, doch nun kullerten ihm dicke Tränen über die Wangen. Er hasste sich selbst, für seine Dummheit. Wieso hatte er es einfach nicht rechtzeitig kapieren können, dass er mich liebt? Er war sich sicher, dass es schon jedem aufgefallen war, nur ihm nicht. ,Wieso? Wieso nur?’ fragte er sich. "Mark, es tut mir so leid für euch." Bryan legte seinen Arm um Marks Schulter und versuchte ihn zu trösten. Da stand Mark nun, mitten auf dem Dubliner Flughafen, hatte die Hände vor´m Gesicht und weinte, weinte um seine verlorene Liebe. Eine Liebe, wie er sie noch nie empfunden hatte und die er nie wieder finden würde. Seine Freunde hatten eine Traube um ihn herum gebildet und versuchten ihn zu trösten. Mark war so versunken in sich und seinen Schmerz, dass es lange dauerte, bis er realisieren konnte, dass sie um ihn standen. Er war ihnen unendlich dankbar für ihren versuch, ihm Trost zu spenden, aber er wusste auch, dass er das alleine mit sich ausmachen musste. Er war nicht der Typ, der gerne über seine Gefühle sprach. "Seid mir nicht böse, aber ich möchte nach Hause." Alle nickten verständnisvoll und verließen den Flughafen. Zum Glück waren sie nicht von Reportern oder Fans erkannt worden. Das wäre das schlimmste für Mark gewesen, wenn er morgen weinend in sämtlichen Klatschzeitungen abgebildet gewesen wäre. Dessen waren sie sich alle bewusst. Bei Bryan angekommen, stieg er sofort in sein Auto und fuhr nach Sligo. Kerry hatte versucht, ihn dazu zu überreden doch noch bei ihr zu schlafen, aber er ließ sich nicht überreden. Also blieb ihnen nichts anders übrig, als ihn fahren zu lassen. Wohl war ihnen aber nicht dabei. Sie hatten Angst, dass er einen Unfall bauen könnte. So viele Tränen wie er in seinen Augen hatte, war es ein schon ein Wunder, dass er überhaupt den Weg zu seinem Auto finden konnte. Als er in Sligo das Haus betrat, lief er direkt in die Arme seiner Mutter, die gerade den Flur entlanggekommen war. Marie blickte ihn erstaunt an, da geplant war, dass wir über nacht in Dublin bleiben würden. Außerdem sah man Mark an, dass er geweint hatte bzw. kurz davor stand, es wieder zu tun. Und was noch viel beunruhigender für sie war, Mark war alleine. "Mark, was ist passiert? Ist Eva irgendetwas passiert? Hattet ihr einen Unfall?" "Es ist nichts Mum! Nur dass ich es mal wieder versaut habe. Ich bin so ein Idiot." sagte er und verschwand in seinem Zimmer. Verwirrt blickte sie ihm hinterher. Was er wohl gemeint hatte? Hatte er seine Beziehung zu Eva gemeint? Wie konnte er da etwas versauen? Die beiden waren doch wie für einander bestimmt, dass hatte sie vom ersten Augenblick an gewusst, als sie die beiden aus Marks Auto hatte aussteigen sehen. Sie verstand nicht recht, was er gemeint hatte und nahm sich vor, ihn später darauf anzusprechen. Mark legte sich in sein Bett und musste traurig feststellen, dass es total nach mir roch. Sofort musste er an den gestrigen Tag denken und fing wieder an zu weinen. Er wollte das Bett aber auch nicht frisch beziehen, denn dann wäre mein Geruch für immer verschwunden. Er roch an dem Kissen, auf dem ich gelegen hatte und sog meinen Duft ein. Es roch so unglaublich gut. Da bemerkte er mein Nachthemd unter der Decke. Das war zuviel für ihn, er konnte hier jetzt nicht bleiben. Mein Geruch und die ganzen Erinnerungen machten ihn wahnsinnig. Hastig stand er auf und ging ins Wohnzimmer um mit seinen Brüdern fern zu sehen. Aber bald musste er feststellen, dass auch das kaum etwas nützte. Immer wieder musste er daran denken, was er falsch gemacht hatte und wie schön es jetzt gewesen wäre, wenn er nur rechtzeitig kapiert hätte, wie sehr er mich liebt. Wahrscheinlich würden sie sich gerade für irgendeine Party zurecht machen und nachts in ihren Betten würden sie bestimmt ....... Nein, er musste damit aufhören. Es war einfach zu schwer für ihn über derartige Dinge nachzudenken.
Den ganzen Flug über musste ich weinen. Nie in meinem Leben war ich so verliebt gewesen. Nun, als ich es endlich war, wurde mir mein Herz aus dem Leib gerissen. Ich verfluchte den Tag, an dem ich Mark kennen gelernt hatte. Wenn ich ihn niemals kennen gelernt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich als fröhlicher Single in meiner Wohnung sitzen und mich am Wochenende vergnügen, oder ich hätte einen sehr lieben Freund und würde mit ihm glücklich sein. Nicht so wie mit Mark. Ich dachte über unsere gemeinsame Zeit nach und da wurde mir klar, dass ich eigentlich nie richtig glücklich gewesen war. Klar, wir hatten sehr viel Spaß gehabt und als Kumpel war er wirklich der beste, den man sich vorstellen konnte. Aber ich hatte von Anfang an gegen meine Gefühle ankämpfen müssen. Ich wollte das nicht mehr, ich wollte meine Gefühle ausleben können, ohne Angst vor Enttäuschungen. Das war aber verdammt schwer, weil ich Mark so sehr liebte. Ich fragte mich wirklich, ob ich jemals über ihn hinwegkommen würde. Als ich zu Hause angekommen war, legte ich mich einfach nur ins Bett und starrte an die Decke. Mit aller Gewalt versuchte ich einzuschlafen, aber ich konnte nicht. Da klingelte mein Handy. Als ich sah, dass es Mark war, drückte ich ihn weg und schaltete es aus. Irgendwann schaffte ich es doch einzuschlafen und wachte am nächsten morgen vom Klingeln des Telefons auf. Ich nahm den Hörer ab und sprach ein kraftloses "Ja." In den Hörer. Mark war an der anderen Leitung. "Hier ist Mark, bitte leg...." Weiter kam er nicht, weil ich beim Klang seiner Stimme sofort aufgelegt hatte. Weinend legte ich mich wieder in mein Bett. Er versuchte mich noch mehr als einmal mich anzurufen, aber ich reagierte nicht darauf und irgendwann zog ich einfach den Stecker raus. Ich verschanzte mich in meiner Wohnung und ließ mich richtig gehen. Meine Wohnung war wie eine Festung für mich, dort fühlte ich mich sicher, musste ich nicht ständig darauf hoffen, mit unangenehmen Dingen konfrontiert zu werden. Der Nachteil daran war aber, dass ich dadurch gezwungen war nachzudenken und das war nicht gerade gut in meiner Situation. Aber darüber machte ich mir keine Gedanken. Durch meinen Liebeskummer war mir alles egal geworden. Mich interessierte weder, wie ich aussah, noch was mir eigentlich wichtig sein sollte, z. B. die Arbeit. Den ganzen Tag lag ich im Bett weinte oder starrte die Wände an. Essen tat ich fast gar nichts, weil der Kummer meinen Hunger dämpfte. Selbst Jenny wusste noch nicht einmal, dass ich frühzeitig aus Irland zurückgekommen war.
Als ich mich am Montag auf die Arbeit quälte, war Jenny geschockt. Sie hatte damit gerechnet, mich freudestrahlend und gut gelaunt wiederzusehen. Ein paar Mal hatte sie versucht mich anzurufen, da sie aber nur die Mailbox erreicht hatte, dachte sie, dass ich andere Dinge im Kopf haben müsste. Deshalb war sie sehr geschockt, als sie mich nun sah. Nicht freudestrahlend, sondern ein bemitleidenswertes Abbild meiner selbst. Aber bei einem Blick in den Spiegel, musste ich mir eingestehen, dass das auch nicht verwunderlich war. Ich sah einfach grauenhaft aus. Meine Haare waren ungekämmt, etwas abgenommen hatte ich auch schon, meine Augenbrauen hatte ich nicht mehr gezupft und von den rotgeweinten Augen und den meterdicken Augenringen ganz zu schweigen. Mir war es egal, überhaupt war mir alles egal. Um ehrlich zu sein, ich lebte nicht mehr richtig, alles was ich tat, war den Kummer mit mir herumzutragen. Alles was ich fühlen konnte, war dieser unbeschreibliche Schmerz. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass man solche seelischen Schmerzen haben konnte. "Oh Gott, Eva. Was ist denn passiert?” Ich fing an ihr alles zu erzählen. Es dauerte ewig, bis sie alles wusste, weil ich immer wieder unterbrechen musste. Ich konnte einfach nicht aufhören zu weinen. Jenny versucht mich zu trösten, aber es half alles nichts.
Mark verbrachte die nächsten Tage in seinem Zimmer, ohne irgendwen an sich heranzulassen. Marie versuchte alles, um ihn aufzumuntern, aber sie schaffte es nicht. Sie wusste ja auch nicht, was genau passiert war. Sie hatte zwar versucht etwas von Mark zu erfahren, aber er hatte ihr nichts sagen wollen. Sie wusste nur, dass irgendetwas mit mir war und dass es Mark das Herz brach. Erst nach einigen Tagen war Mark dazu bereit das Gästezimmer zu betreten und meine Sachen zusammen zu packen. An seinem letzten freien Tag beschloss er, sie mir persönlich vorbeizubringen und um noch einmal mit mir zu reden. Er hatte ja schon 1.000 mal versucht mich anzurufen und da es nichts genützt hatte, hatte er diesbezüglich aufgegeben. Er hoffte, dass ich ihm zuhören würde, wenn er vor mir stand. Vielleicht würde ich ihm auch verzeihen. Er hoffte das mit aller Kraft, die ihm noch übriggeblieben war. Es war ihm zwar bewusst, dass ich womöglich Zeit brauchte, um ihm wieder vertrauen zu können, aber er wollte es nicht dem Schicksal überlassen. Er musste mich einfach sehen. Hibbelig saß er im Flugzeug und überlegte fieberhaft, wie er mir beweisen konnte, dass er mich liebte. Es fiel ihm nichts ein, wovon er überzeugt war. Nun gut, würde er es eben aus der Situation heraus sagen. Als er in Köln landete war er ein nervliches Wrack. Er war nervöser, als vor seinem ersten Auftritt vor einem richtig großen Publikum. Er rief sich ein Taxi und fuhr vom Flughafen direkt zu meiner Wohnung. Nach einem Blick auf seine Uhr stellte er fest, dass es kurz vor Feierabend war. Also setzte er sich auf die Treppe vor dem Haus und wartete ungeduldig auf mich.
Als ich am Montag von er Arbeit nach Hause kam, sah ich schon von weitem, dass jemand vor der Tür saß. Ich wunderte mich, weshalb derjenige nicht im Haus wartete. Als ich jedoch näher kam, blieb ich vor Schock stehen. Dort saß Mark mit meinem Koffer neben sich. Er sah furchtbar aus. Seit meiner Abreise hatte er sich nicht mehr rasiert, hatte fürchterliche Augenringe und seine sonst so strahlend blauen Augen waren trüb und rot. Kaum sah ich ihn, liefen mir auch schon wieder die Tränen über die Wangen.. ,Was sollte ich jetzt machen?’ Ich wollte ihm nicht über den Weg laufen. Weglaufen würde aber auch nichts bringen, er würde einfach auf mich warten, das wusste ich. Mark war ein richtiger Dickkopf und was er sich in den Kopf gesetzt hatte, würde er auch ausführen. Also blieb mir nichts anderes übrig als an ihm vorbeizugehen. Als er mich sah, stand er sofort auf. "Eva!" Ich reagierte nicht darauf und schaute in die andere Richtung. Ihn ignorierend wollte ich an ihm vorbei durch die Haustüre gehen. Er hielt mich fest. "Eva bitte. Ich muss mit dir reden." "Ich will nicht reden! Lass mich los." "Bitte." er flehte mich an. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich konnte und wollte nichts hören. Er hielt mich immer noch fest und ich wusste einfach nicht, wie ich mich aus seinem Griff befreien sollte. Ich hatte einfach nicht die nötige Willenskraft um mich zu wehren. Mich hätte jetzt wahrscheinlich jemand vergewaltigen können und ich wäre nicht in der Lage mich mit meiner Körperkraft zu wehren. "Es tut mir alles so leid. Mir ist erst jetzt klar geworden, dass ich dich liebe. Bitte glaube mir." Plötzlich bekam ich eine unglaubliche Wut auf ihn. ,Wieso kam er jetzt damit an? Wahrscheinlich sagte er das nur, um mich ein weiteres Mal ins Bett zu bekommen.’ Mir war zwar schon aufgefallen, dass es ihm nicht gut ging, aber ich konnte das einfach nicht mit mir in Verbindung bringen. Nicht das ich mir noch einmal Hoffnungen machen würde. "Lass mich doch in Ruhe. Noch einmal lasse ich mich nicht von dir verarschen. Such dir doch ne andere, mit der du ..... kannst und lass mich in Ruhe. Du hast mir schon genug wehgetan. Das würde für zwei Leben reichen." "Bitte, glaube mir doch." Er war den Tränen nahe. Ich fühlte mich schrecklich, ich war wütend, traurig und unschlüssig, was ich unternehmen sollte. Ich konnte und wollte ihm nicht glauben. Ich wollte doch einfach nur in meine Wohnung, mich ins Bett legen und niemanden sehen und hören. Da lief eine Gruppe junger Mädchen an uns vorbei. Das war meine Chance, Mark auszuweichen. Mir war klar, dass das was ich jetzt machen würde total gemein von mir war. Aber ich wusste einfach nicht, wie ich dieser Situation sonst entfliehen sollte. Marks Nähe tat so unbeschreiblich weh. Selbst von seiner Hand, die er immer noch fest um meinen Arm hatte, bekam ich eine Gänsehaut. Also rief ich laut. "Oh mein Gott! Das ist Mark Feehily von Westlife!" Die Mädchen drehten sich um und fingen an zu kreischen. Ich wagte einen Blick in Marks Augen. Er erwiderte meinen Blick entsetzt, traurig und enttäuscht. Da wurde mir klar, was ich ihm damit angetan hatte. Ich hatte ihm das selbe angetan, was ich zu vermeiden versucht hatte. Er wollte seine Ruhe und ich wollte das auch und nun musste er wahrscheinlich zig Autogramme schreiben und bis er am Flughafen war, würde es sich herumgesprochen haben, dass Mark Feehily in Köln war. Er würde am Flughafen von Fans überrannt werden. Es würden Fotos von ihm gemacht werden und in Anbetracht dessen, wie er zur Zeit ausschaute, würde es in der Presse breitgeschlagen werden. Ich flüsterte:"Es tut mir leid, aber ich konnte nicht anders!" schnappte mir den Koffer und ging ins Haus. Als ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, kamen mir wieder die Tränen und ich bereute, was ich getan hatte. Ich wollte ihm doch nicht wehtun. Alles was ich wollte war doch nur, ihn zu vergessen und endlich wieder mein eigenes Leben führen zu können. Es dauerte lange, bis Mark die Fans loswurde und er flog auch sofort wieder zurück nach Irland. Er war sehr gekränkt, aber um so länger er über alles nachdachte, desto mehr konnte er mich auch verstehen. Nur das Mittel, mit dem ich ihn auf Abstand gehalten hatte, ließ ihn einmal mehr erkennen, wie verletzlich er durch seine Berühmtheit war.
Zum Glück las ich zur Zeit keine Zeitung, denn es wurden tatsächlich Bilder von Mark gemacht, die in fast weinend zeigten. Es dauerte Wochen, bis die Presse es leid war, wilde Geschichten über Mark zu erfinden.
In den vergangenen Wochen und Monaten hatte ich mich kein einziges Mal bei Kerry und Co. gemeldet. Mir fiel mir zwar schwer, unsere Freundschaft aufzugeben, aber ich konnte nicht anders. Wenn ich wieder Kontakt mit ihnen hätte, hieß das automatisch auch, dass ich Kontakt mit Mark haben würde und das konnte ich einfach nicht verkraften. Ich liebte ihn immer noch sehr und fragte mich, ob ich jemals wieder jemanden lieben könnte bzw. ob ich es irgendwann einmal schaffen würde über ihn hinwegzukommen. Ich hatte von Männern fürs erste einmal die Schnauze voll. Jenny versuchte zwar immer wieder, mich zu verkuppeln bzw. mich aus dem Haus zu locken, aber sie hatte keinen Erfolg. Auf der einen Seite liebte ich Mark und auf der anderen Seite hasste ich ihn dafür, dass er mir all das angetan hatte. Immerhin hatte ich das Ganze mittlerweile so gut verkraftet, dass ich nicht mehr wie eine wandelnde Leiche umherlief. Obwohl ich schon ziemlich stark abgenommen hatte. Äußerlich wirkte ich also, als hätte ich Mark überwunden, aber innerlich sah das ganz anders aus.
Auch mit Mark war nicht mehr viel anzufangen und umso länger unsere Funkstille andauerte, umso weniger war er zu ertragen. Er zerfloss regelrecht in Selbstmitleid und Selbsthass. Es war kaum noch mit ihm auszuhalten. Entweder er war dermaßen schlecht gelaunt, dass sich die Jungs gar nicht trauten ihn anzusprechen, weil er sonst sofort patzig reagierte, oder er verkroch sich in sein Zimmer, weinte und hing seinen Gedanken nach. Es war schon fast so weit, dass er mit dem Gedanken spielte, die Band zu verlassen. Das einzige, was ihn daran hinderte, war, dass ohne ihn Westlife auseinanderbrechen würde. Denn Shane, Kian und Nicky würden auf keinen Fall zu dritt weitermachen. Sie waren ja schon froh gewesen, dass ihre Karriere nach Bryans Ausstieg noch einmal einen so großen Sprung gemacht hatte. Aber ohne Mark, das ging auf keinen Fall, da waren sich die drei 100 % sicher. Mark hatte es eigentlich fast immer genossen im Rampenlicht zu stehen, aber zur Zeit hielt er es einfach nicht mehr aus. Er war von hübschen Frauen umgeben, bei denen er nur einmal lächeln musste und sie lagen ihm zu Füßen. Doch das konnte er nicht genießen. Was hatte er davon, wenn er alle Frauen haben konnte und die eine, die er haben wollte nicht bekommen konnte?
Shane, Kian, Nicky und ihre Mädels beschlossen, dass es so nicht weitergehen konnte. Es musste etwas geschehen. Es ging einfach nicht mehr. Sie baten Luis um Rat. Dieser war auch nicht gerade begeistert von Marks Launen. Er fürchtete um den Ruf der Band, denn es war schon des öfteren vorgekommen, dass Mark sich bei Presseterminen unkooperativ verhielt und auch ab und zu seine Fans blöd anmachte. Vor allem die ständig gestellte Frage, weshalb er immer noch keine feste Freundin hatte, brachte ihn zum ausrasten. Zum Glück hatten die Westlifer bis jetzt immer schlimmeres verhindern können. "Wir müssen irgendetwas machen Luis." sagte Shane. "Wir haben in letzter Zeit so viele Termine und sind nicht ein einziges Mal in Deutschland. Lässt es sich nicht irgendwie einrichten, dass wir in Köln auftreten können? Vielleicht würde Mark noch einmal versuchen auf Eva zuzugehen, wenn wir sowieso in Köln sind. Und wenn nicht, können wir ja auch nachhelfen und ihn mit zu ihr schleppen." "Die Idee ist an sich ist nicht schlecht. Ich werde mich einmal erkundigen, ob sich da nicht etwas machen lässt. Hoffentlich springt Mark dann noch einmal über seinen Schatten." "Ich denke, im Grunde würde er gerne noch einmal mit ihr reden. Aber wozu bei einem so vollen Terminkalender extra nach Deutschland reisen, wenn sie ihm vielleicht gar nicht zuhört?"
Am nächsten Tag kam Luis mit guten Neuigkeiten zu den Jungs. "Wir haben Glück Jungs." "Die nächste Wetten Dass...? Show findet in Köln statt und sie suchen noch Interpreten, die auf der Couch Platz nehmen wollen. Das wäre auch eine gute Promotion für das neue Album." "Super." Alle waren begeistert. Allerdings sollte die Show erst zwei Monate später stattfinden.
Zwei Monate später war es dann soweit. Mark hatte sicherheitshalber erst kurz vor der Abreise erfahren, dass sie diesmal in Köln auftreten würden. Er war nicht wirklich begeistert. Klar, er wollte mich wiedersehen, aber er hatte auch Angst davor. ,Was wenn ich ihn wieder nicht ausreden lassen würde? Wenn ich ihn wie Luft behandeln würde? Würde er all das verkraften können?’ Gil, Geo und Jodi waren auch mit dabei. Als seelische Unterstützung sozusagen. In Köln angekommen fuhren sie nicht direkt zum Hotel sondern machten noch einen kleinen Umweg zu meinem Haus. Mark hatte die ganze Zeit gedankenverloren zum Fenster hinausgeschaut. Er hatte aber keinen Blick für seine Umgebung gehabt, sodass ihm das erst auffiel, als sie vor meinem Haus standen. "Was soll denn das jetzt?" er fühlte sich etwas vorgeführt. "Du gehst da jetzt rein und redest noch einmal mit Eva." "Was, wenn sie es nicht will?" "Dann stürmen wir zu siebt ihre Wohnung und lassen ihr keine Möglichkeit dir auszuweichen. Das ist ja nicht auszuhalten mit euch beiden." Vor sich hinschimpfend blieb er im Auto sitzen und machte keine Anstalten auszusteigen. "Gut, du willst es ja nicht anders!" Kian, Shane und Nicky zerrten ihn aus dem Auto und schleppten ihn Richtung Haustüre. Gil hatte mittlerweile bei einem Nachtbarn von mir geklingelt und er hatte ihnen die Tür geöffnet. Sie hatten nicht bei mir geklingelt, weil sie sich schon denken konnten, dass ich dann nicht aufmachen würde. Also zerrten sie nun einen wehrlosen Mark durch das Treppenhaus und standen schließlich vor meiner Wohnungstür und klingelten.
Es war Samstagvormittag und ich war gerade aufgestanden, hatte mich geduscht und wollte mich gerade anziehen, als es plötzlich an der Tür klingelte. Ich fragte mich, wer das wohl sein könnte. Ich erwartete keinen Besuch. Überrascht stellte ich auch fest, dass der Besuch bereits im Haus war. Musste wohl irgendein Nachtbar sein, der vielleicht ein Päckchen Zucker oder ähnliches brauchen konnte. Also öffnete ich, in ein riesiges Handtuch geschlungen, die Tür. Was ich dort sah, schockte mich dermaßen, dass mir fast das Handtuch aus der Hand gerutscht wäre. Ich konnte es gerade noch aufhalten, als es sich schon seinen Weg an meinem Körper abwärts bahnen wollte. Das konnte nicht sein! Vor mir standen mit lächelnden Gesichtern Kian, Shane, Nicky, Gil, Geo und Jodi. Zwischen ihnen stand ein etwas verdatterter und sichtlich geschockter Mark. Er starrte mich an, erst in mein Gesicht und dann auf meinen spärlich bekleideten Körper. Ich war im ersten Moment so überrascht, dass ich gar nichts sagen konnte. Mark sah nicht gut aus, er sah nicht wesentlich besser aus, als bei unserem letzten Treffen. Er wirkte richtig ausgelaugt und lustlos. Gil war die erste, die ihre Sprache wiederfand und mich herzhaft in die Arme nahm. "Hi Süße. Na, wie geht’s dir?" Ich freute mich zwar, alle wiederzusehen, aber den Satz, "wie geht´s dir?" fand ich äußerst unpassend. ,Wie sollte es mir schon gehen, wenn Mark vor mir steht und meinen Körper derartig anstarrte? Mit einem Blick, der mich auf ganz andere Gedanken brachte!’ Es waren inzwischen Monate vergangen und ich dachte schon, ich wäre zumindest halbwegs über ihn hinweg. Aber als ich ihn nun hier stehen sah, wurde mir wieder schlagartig bewusst, dass ich ihn immer noch genauso liebte, wie vorher. Es machte mich tierisch nervös, wie er auf meinen Körper starrte und irgendwie prickelte es am ganzen Körper. Am liebsten hätte ich mich auf ihn gestürzt und ihn nicht mehr losgelassen. Aber nein, er würde es nicht noch einmal schaffen, mich auszunutzen. Ich war fest entschlossen, ihm weiterhin aus dem Weg zu gehen. "Es ging mir schon besser! Aber kommt doch erst einmal herein, ich zieh mir nur schnell was über." Sie nickten und gingen durch die Tür. Schnell verschwand ich im Schlafzimmer und zog mir etwas an.
Mark war überrascht gewesen, als er mich nur in Handtuch bekleidet in der Tür stehen sah. Er war sogar leicht geschockt. Meinem Gesicht sah man es nicht mehr an, dass ich Kummer hatte. Höchstens an meinen Augen konnte man es sehen, wenn man mich gut kannte. Ihnen fehlte dieses strahlen. Immer wenn ich gelächelt hatte, konnte man es in meinen Augen sehen. Er hatte das immer sehr geliebt. Auch wenn ihm dass erst sehr spät aufgefallen war. Meinem Körper sah man es aber deutlich an, dass es mir sehr schlecht gegangen sein musste. Ich hatte total viel abgenommen. Gut, er hatte auch leicht abgenommen, aber nicht so sehr wie ich. Ich war nun so dünn, dass man richtig Angst haben musste, dass ich bei einer Umarmung zerbrechen würde. Aber trotzdem fand er das ich verdammt sexy aussah. Er wollte meinen Körper nicht so anstarren, aber er konnte nicht anders. Es erregte ihn total, mich so zu sehen. Immerhin war es schon Monate her, seit er mich nackt gesehen hatte. Das Handtuch verdeckte zwar die wichtigsten Stellen, aber das fand er viel erotischer als wenn ich nackt in der Tür gestanden hätte. Er fragte sich, wie es wohl jetzt unter dem Handtuch aussah und musste sofort an unsere gemeinsamen Nächte denken. Da merkte er, dass sich etwas bemerkbar gemacht hatte. Es war ihm total peinlich, aber er trug zum Glück weite Klamotten und es würde den anderen nicht auffallen. Er war froh darüber, dass ich wenig später im Schlafzimmer verschwand um mich anzuziehen. Es war ihm ein Rätsel, weshalb er so stark auf den bloßen Anblick meines Körper reagiert hatte. Er liebte mich, klar, aber dass sein Körper so stark darauf reagiert hatte! So etwas hatte er noch nie erlebt.
Als ich angezogen aus dem Schlafzimmer kam, warteten schon alle im Wohnzimmer auf mich. Jetzt wurde ich erst einmal richtig begrüßt. Überschwenglich wurde ich von jedem in den Arm genommen und fest gedrückt. Ich freute mich sehr, meine Freunde endlich wiederzusehen. Für einen Moment schaffte ich es sogar, Mark zu vergessen. Aber auch nur so lange, bis er an die Reihe kam. Scheu standen wir voreinander und wussten nicht recht, wie wir uns verhalten sollten. "Hi." "Hi." Unschlüssig ob wir uns auch umarmen sollten, standen wir da und blickten uns an. Es war so schön, wieder einmal in seinen Augen zu versinken und mir kam es so vor, als würden seine blauen Augen in diesem Moment wieder etwas von ihrem früheren Strahlen zurückbekommen. Die anderen standen um uns herum und beobachteten uns. Sie erwarteten das wir uns auch zur Begrüßung umarmen, das sah man ihnen an. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und nahm ihn in den Arm. Man, tat das gut. Ich sog seinen unwiderstehlich männlichen Geruch ein und wäre fast wieder schwach geworden. Seine starken Arme drückten mich schon fast verzweifelt an sich. Mir wurde richtig schwindelig von seiner Nähe. Ich wollte ihn nicht mehr loslassen aber ich musste. Sonst würde ich in spätestens ein paar Tagen wieder vor Liebeskummer leiden. Das wollte ich nicht noch einmal erleben. Ich war gerade dabei, mein Leben langsam wieder auf die Reihe zu bekommen und es zu genießen. Das wollte ich um keinen Preis aufgeben. Also versuchte ich mich wieder zu beherrschen und löste mich aus seiner Umarmung. Wir schauten uns noch einmal tief in die Augen und Mark lächelte leicht. Ich erwiderte das Lächeln in der Hoffnung, er würde meine Aufgeregtheit nicht spüren. Erst jetzt nahm ich die anderen um uns herum wieder wahr. Die standen da und grinsten sich an. Ich schaute wieder zu Mark, doch der stand nur da und lächelte.
"Setzt euch doch! Wollt ihr etwas trinken?" fragte ich, um die Situation etwas aufzulockern. Außerdem wäre ich froh gewesen, wenn ich in die Küchen gehen könnte. Ich war zu aufgeregt und verwirrt. Marks wiederzusehen und die Umarmung hatten mich ganz schön aus der Bahn geworfen. "Nein danke." sagten die Jungs wie aus einem Munde. Gil, Jodi und Geo blickten ihre Männer komisch an und Gil sah dann mich an. "Natürlich wollen wir etwas trinken. Aber nichts alkoholisches. Die Boys haben ja heute noch einen Auftritt. Ich komme mit und helfe dir tragen." Ich wusste sofort, dass sie das nur gesagt hatte, weil sie mit mir alleine reden wollte. Mir war auch klar, dass es um Mark gehen würde. Aber was hätte ich machen sollen? Ich konnte ihr schlecht ausweichen. "Na gut, wenn du meinst." In der Küche angekommen, sprach sie ihr Anliegen auch sofort aus. "Wie geht es dir jetzt?" Da ich wusste, dass es sie ernsthaft interessierte, sagte ich ihr die Wahrheit. "Am Anfang war es wirklich schlimm. Aber jetzt geht es so langsam wieder. Das Problem ist nur, dass ich Mark immer noch so sehr liebe, dass es mir schon das Herz zerreist, wenn ich nur seinen Namen höre. Wenn ich ihn singen höre, muss ich immer noch weinen. Seine Stimme ist so schön und wenn er dann auch noch über die Liebe singt, dass verkrafte ich einfach nicht." "Das tut mir leid." tröstend nahm sie mich in den Arm. "Weißt du, Mark liebt dich auch. Er hat es nur zu spät erkannt. Du weißt doch, wie Männer sind." "Wenn du das meinst." Ich glaubte ihr nicht. Wahrscheinlich hatte es ihr Shane erzählt und der hatte es von Mark erfahren. Und Mark sagte viel, wenn der Tag lang ist. Das hatte ich ja mehr als einmal erfahren müssen. "Du glaubst mir nicht, stimmt´s?" Darauf antwortete ich erst gar nicht. "Das dachte ich mir. Aber bitte geb dir einen Ruck und rede noch einmal mit Mark." "Was soll das bringen?" Ich wehrte mich mit Händen und Füßen dagegen. Ich wollte nicht mit Mark in einem Raum alleine sein. Er würde mir sowieso nur wieder wer weiß was vorlügen. "Sehr viel. Glaub mir. Wenn du nicht willst, dann tue es bitte für Mark und für uns. Er ist nicht mehr auszuhalten. Er überlegt sogar schon, ob er die Band verlassen soll." Das schockte mich dann doch etwas. Mark und die Band verlassen? Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. Und weswegen? Weil er, wie Gil sagte, mich liebt? Ich konnte es ihr einfach nicht glauben. "Hmm. Mal schauen." sagte ich noch und verließ dann mit einigen Gläsern in der Hand die Küche. Gil folgte mir mit Wasser- und Saftflaschen. Alle saßen auf im Wohnzimmer und unterhielten sich. Als wir zu den anderen kamen, schauten Geo und Jodi Gil fragend an. Die zuckte nur mit den Achseln, was soviel wie "Ich weiß es auch nicht." bedeutete. Die beiden blickten sich kopfschüttelnd an. Wir setzten uns und beteiligten uns am Gespräch der anderen. Was heißt wir! Gil tat das. Ich setzte mich einfach nur dazu und hing meinen Gedanken nach. ,Sollte ich es wirklich wagen und mit Mark reden? Irgendwie hatte ich richtige Angst vor dem, was er mir sagen würde. Wenn er mir wirklich sagen würde, dass er mich liebt, würde ich das nicht verkraften. Dann würde ich mir wieder Hoffnungen machen und ein weiteres Mal enttäuscht werden.’ Ich überlegte hin und her und kam dann zu dem Entschluss, dass ich es ja mal versuchen könnte. Ich konnte ja immer noch zu den anderen flüchten, wenn es mir zu unangenehm werden würde. Also blickte ich zu Mark, der auch nur still auf seinem Platz saß "Kommst du mal mit Mark? Ich glaube wir müssen reden." Er blickte auf und strahlte mich an. Schnell stand er auf und wir gingen in die Küche. Die anderen schauten sich zufrieden an.
Jetzt standen wir also beide in der Küche und keiner wusste, was er sagen sollte bzw. wie er anfangen sollte. "Du hast mir sehr wehgetan," sagte ich nach einer Weile. "Wann hattest du eigentlich vor, mir zu sagen, dass du nicht weißt ob du eine Beziehung willst? Was, wenn ich euer Gespräch nicht mitbekommen hätte?" fragte ich ihn anklagend. "Ich wollte es dir ja noch sagen. Ich habe mich nur nicht getraut." "Aber sag mir eines, wieso warst du dann so unglaublich einfühlsam und zärtlich zu mir, wenn du doch keine Gefühle für mich hattest?" Ich wollte ihm deutlich machen, wie sehr er mich verletzt hatte. Sollte er ruhig ein schlechtes Gewissen bekommen. "Es tut mir so leid." Mark schaute zu Boden. Sein Blick zeigte Bedauern und Traurigkeit. Er tat mir jetzt doch etwas leid, aber ich zwang mich, das abzustellen. "Eines musst du mir glauben Eva. Ich habe wirklich mehr als nur freundschaftliche Gefühle für dich. Ich liebe dich! Ich habe noch nie jemanden so sehr geliebt wie dich!" Ich antworte nicht sofort, sondern lies nur ein verächtliches Schnaufen von mir. "Ich glaube dir kein Wort. Verarschen kann ich mich auch selbst. Wenn du mich ja so sehr liebst, wie du sagst, hättest du all das nicht gemacht!" Traurig blickte er mich an. Er war den Tränen nahe. "Ich weiß, dass ich dir sehr wehgetan habe. Ich war nur so dumm. Ich habe einfach nicht gemerkt, wie sehr ich dich liebe. Aber ich kann es leider nicht mehr rückgängig machen und glaube mir, wenn ich es könnte, würde ich es sofort tun." Er war richtig verzweifelt. Er wusste einfach nicht, wie er mir begreiflich machen konnte das er mich liebte und sich nichts sehnlicher wünschte, als eine Beziehung mit mir. "Ich liebe dich. Das musst du mir einfach glauben." "Verstehst du denn nicht, dass ich das nicht kann? Sag mir, wie ich dir das glauben soll? Ich würde es wirklich gerne, aber ich kann einfach nicht." Hoffnungsvoll blickte er mir tief in die Augen. Nach einer Weile flüsterte er: "Heißt das, du liebst mich immer noch?" Erwartungsvoll und mit etwas Angst vor meiner Antwort sah er mich an. Das war zuviel für mich, ich konnte nicht mehr. Meine ganze Selbstbeherrschung war mit einem Mal verschwunden und ich fing an zu weinen. "Natürlich liebe ich dich! Trotz allem was du mir angetan hast. Ich weiß einfach nicht, was ich dagegen machen soll. Es tut so weh." Mark nahm mich zärtlich in die Arme und versuchte mich zu trösten. Soweit ich das durch meinen Tränenschleier feststellen konnte, sah er auf einmal richtig glücklich aus. Lange hielt er mich schweigend im Arm. Als ich mich soweit beruhigt hatte, das ich aufhören konnte zu weinen, sah ich ihn an. Er lächelte mich total süß an und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Diese Berührung machte mich irgendwie glücklich und ich erwiderte sein Lächeln. Lange standen wir so da und sahen uns einfach nur in die Augen, ohne über irgendetwas nachzudenken. "Kennst du schon unser neues Lied?" fragte er mich auf einmal in die Stille hinein. "Nein, ich höre zur Zeit kaum Radio." Das ich das wegen ihm schon lange nicht mehr getan hatte, verschwieg ich ihm. Er hatte heute schon genug von meinen Gefühlen mitbekommen. "Ich habe das Lied selbst geschrieben, als es mir so schlecht ging. Ich habe es für bzw. über dich geschrieben." Das rührte mich und ich spürte, wie mir schon wieder die Tränen kommen wollten. Ich schaffte es aber, sie zurückzuhalten. ,Ihm ging es schlecht!’ das hallte regelrecht in meinem Kopf wieder. Ich begann ihm ein kleines bisschen zu glauben. Aber ich konnte ihm noch nicht genug glauben um ihm zu verzeihen. "Wir werden das Lied heute singen. Kannst du mir etwas versprechen?" Misstrauisch fragte ich: "Was?" "Versprichst du mir, dass du heute Wetten Dass...? schaust? Ich möchte, dass du dir das Lied anhörst. Es spiegelt meine Gefühle wieder, die ich in den letzten Monaten hatte. Ich möchte, dass du weißt, wie ich empfunden habe." "Ok, ich schaue es mir an." Ich würde es schon ertragen, immerhin stand er jetzt vor mir, da würde ich ihn auch im Fernsehen anschauen können. Außerdem war ich neugierig auf das Lied, es war so süß von ihm, ein Lied für mich zu schreiben. Auf seinem Gesicht bildete sich ein dankbares Lächeln. "Danke." Er zögerte einen Moment und küsste mich dann auf die Wange. Das schockte mich oder besser gesagt, das heftige Herzklopfen das ich jetzt bekam, schockte mich. Wieder versank ich in seinen Augen. Da klopfte es plötzlich an der Tür.
Vorsichtig steckte Shane seinen Kopf zur Tür herein. "Entschuldigt bitte, wenn ich euch störe, aber wir müssen jetzt so langsam mal ins Hotel. Sonst kommen wir zu spät und Luis wird böse." "Schon in Ordnung. Wir haben soweit alles geklärt." erwiderte Mark glücklich. Wir verließen die Küche und gingen zu den anderen. Beim Verabschieden fragten mich Gil, Jodi und Geo ob ich heute Abend mit ihnen kommen wollte. "Nein, ich bleibe lieber hier und schaue mir das ganze im TV an. Außerdem hab ich ja keine Karten." "Na das ließe sich ändern. Komm doch bitte mit. Wir würden uns sehr freuen! Wir haben dich doch schon so lange nicht mehr gesehen." Ich wolle nicht mit in die Show kommen, weil ich nicht wusste, wie ich auf Marks Lied reagieren würde. Ich würde bestimmt anfangen zu weinen und das musste nicht sein, wenn überall Kameras waren. Denn wenn die Frauen der Westlifer im Publikum saßen, würden die Kameras sie bestimmt auch das eine oder andere mal filmen. Außerdem würde die Presse nur wieder wild anfangen zu spekulieren, wer ich war. Das wollte ich mir ersparen. "Mir geht es aber nicht so gut, das ich unter Menschen gehen möchte. Aber ich kann euch ja nach der Show im Hotel besuchen kommen." "Ok, versprochen?" "Ja, versprochen." "Hey, cool, dann können wir ja mal wieder ne Party machen." kam es von Shane. "Du schon wieder!" kicherte Gil und küsste ihren Mann. Ich beobachtete die beiden und musste mir eingestehen, dass ich schon etwas neidisch auf das Glück der beiden war. ,Wieso kann mir so was nicht passieren?’ fragte ich mich traurig. ,Ich verliebe mich immer in die falschen.’"Mal sehen." davon war ich nicht wirklich begeistert. Wer weiß, wie es mir nach Marks "Geständnis" ging. "Dann bis heute Abend." "Tschüss." Mark lächelte mir noch einmal zu und schon waren sie alle im Flur und gingen Richtung Ausgang. Auch ich schloss meine Tür und ließ mich erst einmal aufs Sofa fallen. Das Gespräch mit Mark hatte mich wirklich geschafft. Aber ich war froh, dass endlich alles ausgesprochen war. Mir war, als wäre mir ein ganzer Felsbrocken vom Herzen gefallen. Mark hatte es geschafft, das ein kleines Stück der Mauer, die ich um mein Herz aufgebaut hatte, eingestürzt war. Ich war gespannt, wie der Text des Liedes war. Er konnte mir soviel ins Gesicht lügen, wie er wollte, aber ich glaubte nicht, dass er in sein Lied Lügen einbauen würde. Ich weiß nicht wieso, aber dem Lied würde ich mehr glauben als ihm selbst. Es war so ein Gefühl das ich hatte. Wieso sollte er auch bei einem Lied Sachen schreiben die gelogen waren? Die Presse hatte ihn doch bestimmt schon gelöchert wegen dem Text und wer würde sich freiwillig damit rumschlagen, wenn er nur jemanden für eine schnelle Nummer rumkriegen wollte? Also wartete ich nun gespannt auf den Anfang der Show.
Im Bus wurde Mark von allen Seiten belagert. "Über was habt ihr geredet?" "Habt ihr euch versöhnt?" "Kommt ihr wieder zusammen?" "Wir haben uns ausgesprochen. Es ist jetzt einiges geklärt zwischen uns. Ob wir wieder zusammenkommen, weiß ich nicht. Wartet es ab." Geheimnisvoll blickte er in die Runde. Er hatte sich für heute Abend etwas ausgedacht. Wenn er mich danach nicht zurückbekommen könnte, musste er sich wohl oder übel damit abfinden. Aber er glaubte es nicht, immerhin hatte ich ja zugegeben, dass ich ihn noch immer lieben würde. Die anderen fragten sich, was er wohl vorhaben konnte, sagten aber nichts und ließen ihn in Ruhe. "Danke übrigens, dass ihr mich dazu gezwungen habt, mit Eva zu reden." "Keine Ursache, haben wir doch gerne gemacht."
Im Hotel angekommen fragte Mark an der Rezeption, ob er mit dem Hotelmanager auf seinem Zimmer sprechen konnte. Der Rezeptzionist war sehr besorgt. "Wollen Sie sich über etwas beschweren? Sind Sie mit irgendetwas nicht zufrieden? Können wir helfen?" "Nein, nein, alles bestens. Ich muss privat etwas mit ihm besprechen." "Ich werde ihn sofort bescheid geben." Mark machte sich auf den Weg zu seinem Zimmer. "Weshalb willst du den Manager sprechen?" fragte ihn Kian. "Wirst du schon früh genug erfahren." Keine fünf Minuten später klopfte es auch schon an Marks Tür. "Ja?" "Sie wünschen mich zu sprechen?" "Ja, kommen Sie herein." "Ich hoffe doch, dass alles zu Ihrer vollsten Zufriedenheit ist." "Natürlich. Ich gehe einmal davon aus, dass sie so eine Art Schweigepflicht besitzen?" "Ja, nichts von dem was Sie hier im Hotel machen, darf ich an die Öffentlichkeit preisgeben. Das wird in unserem Haus sehr wichtig genommen!" "Gut, ich bräuchte nämlich Ihre Hilfe. Und zwar folgendes...............................................!"
Ungefähr eine Viertelstunde später war alles geklärt und der Manager verließ Marks Zimmer. Danach war Mark den ganzen Tag nicht mehr ansprechbar. Ständig war er total in Gedanken versunken. Als sie an der Halle, wo die Show aufgezeichnet wurde, angekommen waren, verschanzte sich Mark sofort in der Garderobe und wollte von nichts und niemandem gestört werden. Die restlichen Westlifer blickten sich nur ratlos an. Sie sagten aber nichts, es war ja immerhin Mark und der benahm sich ja öfter komisch. Es würde sich schon noch herausstellen, was er sich in seinem Kopf mal wieder alles ausdachte.
Aufgeregt wartete Mark auf seinen Auftritt. Er hatte sich vorgenommen, seinen Part so gefühlvoll wie möglich zu singen. Er setzte alles daran, mich heute Abend zurückzugewinnen. Sollte doch die ganze Welt wissen, dass er mich liebte. Wenn es die ganze Welt kapiert hatte, würde ich es ihm bestimmt auch glauben. "Mensch Mark, was ist denn mit dir los? So aufgeregt habe ich dich ja schon seit Jahren nicht mehr vor einem Auftritt erlebt." fragte ihn Kian besorgt. "Eva hat mir versprochen zuzuschauen und du weißt ja, dass ich das Lied für sie geschrieben habe." "Ach so, ich verstehe. Viel Glück. Du schaffst das schon, deine Stimme passt so gut zur Melodie und dann der Text. Da musst du dir wirklich keine Sorgen machen." "Danke." sagte Mark noch und dann war es auch schon soweit.
Gespannt saß ich vor meinem Fernseher und wartete auf Westlife. Typisch für eine Fernsehshow kamen die interessantesten Gäste mal wieder ziemlich spät. Hibbelig wartete ich und je länger es dauerte, umso aufgeregter wurde ich. ,Wieso dauerte das ganze auch so lange? Hätten sie Westlife nicht als ersten Gast auf die Couch holen können? Es ist doch immer das gleiche.’ Ein paar mal hatten sie schon Jodi, Gil und Geo gezeigt und ich war wirklich froh, dass ich nicht neben ihnen sitzen musste. ,Gott, wann kommen die denn endlich?’ Ich konnte es einfach nicht mehr aushalten. Gerade als ich mir etwas zu trinken aus der Küche holen wollte, hörte ich folgende Anmoderation: "Meine nächsten Gäste können auf 7 Jahre erfolgreiche Kariere zurückblicken und ihre Fans lieben sie genauso wie am ersten Tag, obwohl sie fast alle vergeben sind. Ich bin stolz sie später neben mir auf der Couch begrüßen zu dürfen. Sie präsentieren heute ihr neuestes Werk! "Broken Heart" ist eine sehr schöne, wenn auch traurige und sehr gefühlvolle Ballade. Ihr wisst sicher schon, wen ich meine. Hier sind WESTLIFE!!!!!"
Sofort ließ ich mich zurück aufs Sofa fallen. Die Musik begann und ich hatte nur Augen für Mark. Gespannt wartete ich auf den Text. Alleine schon der Titel brachte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper und meine Nackenhärchen stellten sich sofort auf, nachdem Mark begonnen hatte zu singen.
Also gut, auf vielfachen Wunsch *lol* *conny wink* versuch ich`s mal mit dem Text. Nicht schimpfen, ich hab davon ja keine Ahnung! Ich hab auch keinen Plan, wie so ein Lied überhaupt strukturiert ist. Hab halt jetzt einfach irgendwas geschrieben, in der Hoffnung das es sich halbwegs gut anhört.
Broken Heart
Ich sehe dich in der Türe stehen
Ich sehe dich weinen,
was habe ich dir angetan? Kannst du mir jemals verzeihen?
Ich war blind. Blind für die Liebe die du mir schenktest.
Aber nun habe ich es erkannt, und ich weiß, dass ich dir dein Herz gebrochen habe.
Refrain:
Ich habe dir dein Herz gebrochen und somit auch mein eigenes!
Wird es jemals wieder heilen?
Wird es jemals wieder gut?
Kannst du mir noch einmal verzeihen?
Mir nur noch einmal sagen: Ich liebe dich?
Ich wünsche es mir von Tag zu Tag mehr.
Ich sage dir nur eines: Ich liebe dich so sehr!
Die Tränen stehen mir in den Augen, denn ich sehe dich weinen.
Dein Schmerz ist auch mein Schmerz,
und ich weiß nicht, wie ich ihn lindern soll.
Wie kann ich alles rückgängig machen?
Mein Hass auf mich wird immer stärker, denn ich habe uns alles kaputtgemacht.
Refrain
Endlos erscheinen mir die Tage, die Tage ohne dich.
Und schmerzhaft muss ich feststellen,
dass aus den Tagen Wochen und aus den Wochen Monate geworden sind
Ich sitze hier und warte auf ein Zeichen von dir.
Ein Zeichen, dass mir zeigt, dass wir wieder vereint sein werden.
Doch so ein Zeichen erreicht mich nicht.
Und ich weiß, dass es meine Schuld ist.
Ich war ein Narr! Weshalb? Begreifen kann ich das nicht.
Refrain 2 x
So, bitteshane! Hoffe es war einigermaßen erträglich. Naja ob sie so was jemals veröffentlichen würden? Ich bezweifle es stark, aber es passt jetzt so gut und auf Englisch würde es sich ja auch schon wieder ganz anders anhören!
Geschockt saß ich vor meinem Fernseher. Dieser Text war einfach unglaublich. Ich fing an zu weinen. Der ganze Text war so wahr, er spiegelte indirekt auch meine Gefühle wieder. Wie hatte er es geschafft so etwas zu schreiben, geschweige denn Luis davon zu überzeugen es als Single zu veröffentlichen? Ich hätte nie gedacht, dass ein Mann derartig seine Gefühle ausdrücken konnte. Und das ausgerechnet Mark so etwas schreiben würde. Anscheinend kannte ich ihn doch nicht so gut wie ich immer gedacht hatte. Außerdem hatte Mark das ganze Lied mit so viel Gefühl gesungen und immer direkt in die Kamera geblickt, dass ich wirklich gedacht hatte, er schaut mich die ganze Zeit an und singt es nur für mich. Nein, eigentlich wusste ich das er es nur für mich gesungen hatte. Und plötzlich erreichte mich seine Botschaft mit einem riesigen Schlag. ,Wie konnte ich nur so blind gewesen sein?’ Natürlich liebte er mich. Hätte ich ihm bloß früher zugehört und auf mein Herz gehört. Dann hätte ich uns beiden den ganzen Stress und die ganzen seelischen Schmerzen ersparen können. Ich war mindestens genauso dumm gewesen, wie Mark. Gott, war ich blöd gewesen. Wir hätten schon längst zusammen glücklich sein können. Wieso war ich auch so ein verdammt großer Sturkopf?’
Als das Lied geendet hatte, war Mark für´s erste erleichtert. Hoffentlich würde ich dem Lied glauben! "Wow, was für eine schöne Ballade!" ertönte die Stimme von Thomas. Im ersten Moment blickte Mark verwirrt um sich. Er hatte soviel Gefühl in seine Stimme gelegt, dass er für kurze Zeit ganz vergessen hatte, wo er eigentlich war. Er hatte sich die ganze Zeit ausgemalt, dass ich jetzt vor ihm stehen würde und er das Lied nur für mich alleine gesungen hätte, ohne Publikum und ohne die Lifer. Jetzt wurde er sich dem Gekreische und seinem restlichen Umfeld wieder bewusst.
Westlife gingen rüber zur Couch und wurden von Thomas Gottschalk herzlich begrüßt: "Es freut mich sehr, euch heute Abend mal wieder hier auf der Couch sitzen zu haben." Sie begrüßten noch die anderen Gäste und setzten sich dann. "Danke, wir freuen uns auch sehr. Wir haben unsere deutschen Fans in letzter Zeit sehr vernachlässigt." sagte Nicky. Die ganzen Fans im Publikum fingen wieder an zu kreischen. "Wir mögen Deutschland und unsere deutschen Fans ganz besonders. Mit diesem Land verbindet uns sehr viel." Setzte Kian noch einen drauf und wieder war lautes Gekreische zu hören. Ich musste lachen. Diese Schlawiner wussten wirklich, wie man seine Fans wieder glücklich machte bzw. um den Finger wickelte. "Wenn ich die Frage erlauben darf, was verbindet euch mit unserem Land? Das habe ich bis jetzt in keinem Interview gehört." Shane beantwortete die Frage mit einem kurzen Seitenblick zu Mark und dann zu seiner Frau: "Eine sehr gute Freundin von uns wohnt hier in Deutschland!" Gerührt saß ich vor meinem Fernseher. Das die Jungs mich grüßten fand ich total süß von ihnen. In diesem Augenblick beschloss ich, dass sie mich nie wieder loswerden würden.Meine Freundschaft zu ihnen würde ich nie wieder durch irgendetwas zerstören! "Könnt ihr dann mittlerweile besser deutsch sprechen?" "Nicht genug, aber das werden wir schon noch lernen." lachte Nicky. "Bryan konnte deutsch immer sehr gut sprechen!" "Glaubt man den Trendcharts, scheint eure neue Single ja ein richtiger Erfolg zu werden." "Ja, es ist uns seit langem mal wieder gelungen ein Lied von null auf Platz eins in den Englischen Charts zu platzieren! Auf welchem Platz liegt es in Germany?" "Auf Platz 2 der Trendcharts!" Freudestrahlend blickten sich Westlife an. In Deutschland hatten sie schon lange keinen Top-Ten-Hit mehr. "Stimmt es, dass Text und Melodie von Mark stammen?" "Ja, er hat es ganz alleine geschrieben und komponiert." antwortete Kian wahrheitsgemäß. "Hat der doch sehr melancholische Text irgendeine tiefere Bedeutung? Man ist ja von euch Liebeslieder gewöhnt, aber der Text ist ungewöhnlich traurig." "Ich habe den Text für eine ganz besondere Person geschrieben, die ich hiermit auch grüßen möchte." sagte jetzt Mark. Er hatte bis jetzt still dagesessen und hatte mit seinen Gedanken sehr abwesend gewirkt. Scheinbar hatte er aber doch zugehört. "Ich weiß, dass diese Person heute zuschaut. Darf ich ihr an dieser Stelle etwas sagen?" fragte er. Die anderen schauten ihn überrascht an. Sie hatten keine Ahnung von dem, was Mark jetzt vorhatte. "Natürlich, wir würden nur zu gerne wissen, in welchem Zusammenhang sie mit dir und dem Lied steht!" bestätigte Gottschalk Marks Frage.
Mark war plötzlich total nervös und suchte sich erst einmal eine bequemere Sitzposition. Gespannt wartete ich, was jetzt wohl kommen würde. Aber mit dem, was jetzt kam, hatte ich wirklich nicht gerechnet! Mit einem unglaublich intensiven Blick schaute Mark in die Kamera und fing plötzlich auf deutsch an zu sprechen: "Das Lied ist für dich Eva! Ich weiß, dass ich einen riesigen Fehler gemacht habe. Ich hoffe, dass du mir jetzt glaubst und mir verzeihen kannst. Ich liebe dich." Dann auf wieder auf englisch: "Ich mache es heute für die ganze Welt offensichtlich. Es sollen alle wissen, dass ich dich von ganzem Herzen liebe. Wenn du mir nicht verzeihen kannst, werde ich wohl damit leben müssen. Wenn ich dich mit diesem öffentlichen Geständnis nicht überzeugen kann, muss ich leider aufgeben, weil ich nicht wüsste, wie ich dir meine Liebe sonst beweisen sollte. Aber ich bitte dich, mir deine Entscheidung noch heute mitzuteilen, damit ich nicht länger ungewiss warten muss!" Jetzt waren die Westlifer geschockt. Das Mark mir ein öffentliches Liebesgeständnis machen würde, daran hätten sie nicht im Traum gedacht. Auch Gottschalk war im ersten Moment geschockt und wusste nichts zu erwiedern. Auch das bis dato kreischende und rufende Publikum war vollkommen verstummt. Gil, Jodi und Geo schauten sich auch nur überrascht an. Es war unglaublich süß von Mark, aber wenn das mal keinen Ärger gab! Ob Luis davon wusste? Sie bezweifelten es.
Mark hatte es geschafft, mit seinem Geständnis das ganze Konzept der Show zu stören. Gemurmel wurde im Publikum laut und es waren auch einige wütende Fans darunter, die jetzt anfingen zu pfeifen. Aber all das störte Mark nicht. Er war zufrieden mit sich. Tief in seinem inneren wusste er, das er mich hier und heute dazu gebracht hatte, ihm zu verzeihen. Er fand, dass er seine Sache wirklich gut gemacht hatte. Er hatte sich die paar Sätze vom Hotelmanager ins deutsche übersetzen lassen und hatte den ganzen restlichen Tag für sich geübt. Damit wollte er mir noch einmal mehr klarmachen, wie viel ich ihm bedeutete und dass er sich heute und auch in Zukunft sehr viel Mühe geben würde um mich glücklich zu machen.
Mit Tränen in den Augen hatte ich zuhause alles mitverfolgt. Er liebte mich wirklich. Ich war so gerührt. Das er so etwas sagen würde, damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Schon nach dem Lied war ich bereit gewesen ihm zu verzeihen und wusste, dass ich ihm auch wieder vertrauen konnte. Aber jetzt würde mich nichts und niemand mehr davon abhalten mit ihm glücklich zu werden. Dann hatte er sich auch noch die Mühe gemacht, ein paar Sätze auf deutsch zu lernen. Für mich sah es so aus, als hätte er das alles schon lange geplant und falls er das nicht hatte, war es ihm noch viel höher anzurechnen. Es war nicht leicht, in dieser kurzen Zeit die Sätze so gut in deutsch aussprechen zu können. Sein irischer Akzent dabei war unglaublich süß gewesen. Überhaupt war das alles so süß von ihm. In dem Augenblick wünschte ich mir nichts sehnlicher, als in seinen Armen zu liegen und ihn zu küssen. Verdammt, wieso war ich nicht mit zur Show gegangen? Dann würde ich jetzt auf die Bühne stürmen können und ihn stürmisch umarmen und küssen können. Die Presse würde mich eh früher oder später sehen, da wäre es auf einen Tag mehr oder weniger sowieso nicht angekommen. Immerhin wussten sie ja jetzt, dass Mark verliebt war und zwar in eine Deutsche!
Es dauerte ein paar Augenblicke, bis Thomas Gottschalk sich wieder gefangen hatte und Ruhe in das Durcheinander brachte. "Hört doch bitte auf zu buhen. Mark hat auch ein Anrecht auf ein Privatleben. Und welche Frau wünscht sich nicht so eine Entschuldigung vor laufender Kamera? Hoffentlich hat meine Frau jetzt nicht zugesehen, sonst verlangt sie das demnächst womöglich auch von mir." Er versuchte die Situation mit Scherzen herunterzuspielen und tatsächlich wurde wieder gelacht. Er war auch taktvoll genug um Mark nicht weiter zu diesem Thema zu löchern. Also widmete er sich wieder dem eigentlichen Thema. Nämlich der Wette für Westlife.
Die Jungs hatten ihre Wette zum Glück gewonnen und mussten deswegen nichts "Schlimmes" machen. Mark war die ganze Show über total in Gedanken versunken und ich merkte ihm an, dass er, je länger die Show dauerte, immer hibbeliger wurde.
Dann war sie endlich vorbei. Endlich für mich und für Mark. Kaum waren die letzten Takte der Schlussmelodie erklungen hatte ich mir auch schon meine Autoschlüssel geschnappt und war zur Tür heraus. Es dauere einige Zeit, bis ich durch die ganze Stadt zu dem Hotel der Jungs gefahren war. Aber das machte ja nichts, Westlife waren wahrscheinlich eh noch nicht da. Sie mussten bestimmt noch Autogramme schreiben und wenn sie am Hotel ankamen mussten sie das 100 % wieder tun. Am Hotel angekommen suchte ich mir schnell einen Parkplatz und stieg aus. Als ich die Fan-Horde vor dem Eingang sah, kamen mir sofort Zweifel. ,Wie würde ich es ins Hotel schaffen?’ Die Security-Leute würden sicherlich nicht jeden reinlassen und ich bezweifelte stark, dass sie mich kannten und durchlassen würden. Man, alles was ich wollte, war einfach nur bei Mark zu sein, ihn fest in den Arm zu nehmen und zu küssen! Ich hatte lange genug darauf warten müssen und jede Minute, die ich hier ohne ihn sein musste, war eine Minute zu viel für mich. Ich sollte mit meiner Vermutung recht behalten! Als ich mich nach gefühlten Stunden durch die mich heftig beschimpfenden Fans gewühlt hatte und endlich vorm Eingang ankam, stellte sich ein zwei Meter großer Schrank vor mich. "Wohin des Weges Kleine?" fragte er mich arrogant grinsend. "Ins Hotel! Wohin sonst, wenn ich vorm Eingang stehe?" erwiderte ich leicht genervt. Wie sich schon einen Augenblick später herausstelle, war das wohl nicht so gut gewesen. Denn damit hatte ich den Riesen ärgerlich gemacht. "Ach nee, auch noch frech werden, wie?" "Man, ich wohne in dem Hotel." "Klar, das sagen sie alle! In dem Alter wirst du wohl kaum genug Geld haben um hier zu übernachten!" "Erstens bin ich schon 20. Zweitens bin ich kein Fan und drittens hat mein Freund ein Zimmer hier im Hotel. Und genau zu diesem würde ich jetzt gerne gehen." Das ich noch nicht offiziell mit Mark zusammen war und das selbst Mark davon noch nichts wusste, sagte ich natürlich nicht. Aber in meinen Gedanken waren wir schon längst wieder ein Paar. Der Typ besaß doch echt die Frechheit mich auszulachen. "Wenn du mir jetzt auch noch weiß machen willst, dass dein Freund einer von Westlife ist, dann schau, dass du schnell von hier wegkommst. Dann kann ich für nichts mehr garantieren." "Arrogantes Arschloch." Schnell drehte ich mich um und ging einige Schritte vom Eingang weg. Ich wollte ja keine Schläge bekommen. Der Typ konnte ja wer weiß was mit mir anstellen, wehren würde ich mich auf keinen Fall können. ,Scheiße man, was sollte ich denn jetzt machen?’ Wenn ich zum Hintereingang gehen würde, hätte das wahrscheinlich den selben Effekt. Lauter Fans und ein grimmig dreinblickender Türsteher.’ Da fiel mir die rettende Idee ein. Ich konnte ja Gil anrufen. Die Mädels waren bestimmt schon vorgefahren und längst im Hotel.
Also kramte ich schnell mein Handy aus der Tasche und rief Gil an. "Hi Eva!" erklang eine sehr gut gelaunte Stimme. "Hi Gil, sag mal, seit ihr schon im Hotel?" "Klar, wieso?" "Gott sei dank. Ich stehe hier vorm Haupteingang und der Security-Typ will mich nicht reinlassen. Der denkt, ich bin ein Fan." "Ach ja, daran haben wir heute Nachmittag ja gar nicht gedacht." "Bleib wo du bist, ich komme dich gleich holen." Mit einem selbstzufriedenen Grinsen näherte ich mich wieder dem Türsteher. "Was willst du schon wieder?" blickte er mich genervt an. "Hab ich dir nicht schon einmal gesagt, dass du verschwinden sollst?" "Das mag schon sein. Aber ich habe dir auch gesagt, dass ich im Hotel übernachte. Meine Freundin holt mich gleich ab." Er glaubte mir natürlich nicht und wollte mich schon packen und forttragen, als von innen die Tür geöffnet wurde und die Fans anfingen zu kreischen. Gil steckte ihren Kopf zur Tür heraus. "Stop! Sofort aufhören! Sie gehört zu uns, lass sie bitte durch." Der Türsteher blickte etwas verdattert von Gil zu mir und ließ mich dann los. Er murmelte ein "Sorry, konnte ich ja nicht wissen!" . Mit einem siegesgewissen Lächeln lief ich an ihm vorbei und begrüßte Gil. "Hi Süße! Na, wie geht’s dir?" "Ich glaube mir ging es noch nie im Leben besser. Wo ist Mark? Sind die Jungs schon im Hotel?" fragte ich Gil hoffnungsvoll. "Heißt das, du hast ihm verziehen?" "Ja, mehr als nur das. Ich bin ganz schön aufgeregt. Das war alles so süß von ihm. Ich hab ihm endlich geglaubt, dass er mich liebt." "Hey, das sind ja super Neuigkeiten." stürmisch umarmte sie mich. "Oh, mal langsam. Lass mich noch ganz, nicht das Mark nichts mehr von mir übrig hat." meinte ich lachend. "Oh ja, er wird sich tierisch freuen, wenn er das erfährt. Die Jungs sind aber leider noch nicht im Hotel." "Schade." Meine überschwängliche Freude wurde etwas gemindert. Gil grinste mich an. "Na da kann es aber einer überhaupt nicht mehr erwarten, was?" "Ich habe ja auch lange genug warten müssen." "Das stimmt allerdings. Ich denke, dass die Jungs auch die nächsten 15 bis 30 Minuten kommen werden." "Super. Am liebsten würde ich Mark überraschen. An einem Ort, wo wir alleine sein können. Meinst du, das eine Möglichkeit besteht in seinem Zimmer zu warten?" Gil überlegte einen Augenblick, dann hellte sich ihr Gesicht auf. "Klar, das geht bestimmt. Wir fragen einfach an der Rezeption nach. Die kennen mich ja. Das ist echt eine super Idee. Jodi, Geo und ich werden schon dafür sorgen, dass Mark auch sofort auf sein Zimmer geht. Der wird sich tierisch freuen. Aber ihr kommt dann schon noch mal zu uns runter, oder?" "Ich denke schon, aber versprechen kann ich das nicht." Ich schaute sie spitzbübisch an. Auf einmal war sie total hüberaktiv. Meine Idee schien ihr wirklich gut zu gefallen. An der Rezeption angekommen, dauerte es nicht lange und Gil hatte einen Zweitschlüssel für Marks Zimmer ergattert. Sofort ging ich in Marks Zimmer und wartete ungeduldig auf ihn. Es schien eine halbe Ewigkeit zu dauern und ich wurde immer nervöser. Dann endlich hörte ich, wie ein Schlüssel im Schloss umgedreht wurde. Schnell versteckte ich mich im Bad. Ich konnte es kaum noch erwarten Marks überraschtes Gesicht zu sehen. Gleich würde ich ihn wieder in die Arme nehmen können und ihn endlich wieder küssen können. Erst jetzt wurde mir klar wie sehr ich das alles vermisst hatte.
Als Westlife wieder in ihrer Garderobe waren, wurde Mark von Shane und Co. belagert. "Wow, das du das gemacht hast, war echt mutig von dir." "Wie bist du nur auf die Idee gekommen?" "Ganz einfach, Eva hatte mir gesagt, dass sie mich noch liebt und das sie mir nicht glauben kann, dass ich sie liebe. Also habe ich mir gedacht, sagst du es gleich der ganzen Welt." "Deswegen wolltest du also den Hotelmanager sprechen." sagte Kian. "Genau." "Wie wird es jetzt weitergehen mit euch? Ich meine, nach diesem Geständnis kann Eva doch nicht mehr nein sagen, oder?" "Ich hoffe es. Gehört habe ich bis jetzt noch nichts von ihr." "Naja, sie kommt ja nachher sowieso ins Hotel. Unsere Süßen sind ja vorgefahren und haben sie sicher schon abgefangen." ,Hoffentlich’ dachte Mark bei sich. Er wusste nicht, ob er es verkraften würde, wenn ich ihm noch einen Korb gegen würde. Er hatte all seine Kraft und all seine Gefühle in diese Minuten der Show gesteckt. Er hoffte es wirklich von ganzem Herzen. "Ich finde das zwar echt super von dir, Mark, aber ob das so gut war? Du hast das doch sicherlich nicht mit Luis abgeklärt, oder?" fragte nun Nicky. Jetzt wurde Mark etwas nachdenklicher. "Nein, ich habe es nicht mit ihm abgeklärt." "Hoffentlich gibt das keinen Ärger!" "Er wird mir schon nicht den Kopf abreisen." "Da wäre ich mir mal nicht so sicher." ertönte plötzlich die Stimme von Luis. Mit einem Ruck hatten Westlife ihre Köpfe gedreht und blicken Luis mit einem unguten Gefühl im Bauch an. "Kann ich bitte mal alleine mit Mark sprechen?" "Klar." So schnell sie konnten waren Kian, Nicky und Shane zur Tür hinaus und Mark wandte sich kleinlaut an Luis. Der fing auch sofort an zu reden. "Jetzt sag mir mal eines. Was hast du dir dabei gedacht?" "Was habe ich mir wohl dabei gedacht? Ich liebe Eva und ich will mit ihr zusammen sein. Koste es was es wolle!" "Bist du verrückt? Wer sagt dir denn, dass sie durch das heute mit dir zusammenkommen wird?" "Nichts, aber ich hoffe es." Da fing Luis an ironisch zu lachen. "Und wenn nicht? Die ganze Welt weiß jetzt davon." "Aber früher oder später hätten sie es doch sowieso erfahren." "Ja, eher später als früher und dann wärt ihr schon längst ein Paar gewesen. Wirklich, Mark, ich hätte dich für klüger gehalten." "Es tut mir leid Luis. Ich hätte das ja mit dir besprochen, aber das ganze habe ich spontan gemacht." "Ich kann dich einfach nicht verstehen. Du stehst nun einmal in der Öffentlichkeit, das ist Teil deines Berufes. Und du bist nun wirklich kein Anfänger mehr, du weißt ganz genau, was das nach sich zieht." "Ja," erwiderte Mark kleinlaut. "Wann lernst du endlich, deine Gefühle zu kontrollieren? Du kannst nicht immer das machen was dir gerade in den Sinn kommt." "Man, ich bin ein Mensch, ich kann meine Gefühle nicht einfach ausblenden. Meinst du es war leicht für mich die anderen glücklich zu sehen? Jeder hat eine Frau, nur ich nicht. Das war für mich schon immer schwer, aber seit ich Eva kenne, halte ich das einfach nicht mehr aus. Ich habe das selbe Anrecht auf eine Freundin wie Nicky, Shane und Kian und wie Bryan früher. Ich bin immer derjenige, der von den weiblichen Fans als Lustobjekt gesehen wird. Und das nur, weil ich der einzige bin, der solo ist. Ich habe es einfach satt. Bin ich eine Statue, die jeder nach Lust und Laune begrapschen kann? Jemand, der nur gut ausschaut, singen kann und am besten gar nicht erst anfängt zu denken? Wenn das so ist, dann verzichte ich liebend gerne! Ich will doch einfach nur glücklich sein, begreift ihr das nicht?" Mark war jetzt richtig in Rage. Er hatte einfach keine Lust, sich für etwas schimpfen zu lassen, auf das er so stolz war, wie schon lange nicht mehr. Er fand, dass er heute alles richtig gemacht hatte. "Sorry Luis. Ich will jetzt einfach nur ins Hotel und in mein Bett." Das er eigentlich nur ins Hotel wollte, weil er hoffte mich dort zu sehen, verschwieg er natürlich. "Ok, wir reden demnächst noch einmal darüber." Mark hatte es geschafft Luis ein schlechtes Gewissen einzureden. Im Grunde hatte er ja recht. Aber die Mittel, die er eingesetzt hatte waren einfach völlig falsch. Gerade Mark hatte immer versucht so wenig wie möglich im Rampenlicht zu stehen und mit dieser Aktion hatte er genau das Gegenteil bewirkt. Luis musste noch einmal gründlich über alles nachdenken. Aber eigentlich wusste er schon, dass er nichts würde ändern können. Entweder hatte er keinen Single mehr in der Band, oder Mark würde die Band verlassen. Sollte er dies tun, hätte Westlife sowieso ausgedient.
"Ok." Luis verließ das Zimmer und keine zwei Sekunden später steckten auch schon Shane, Nicky und Kian ihre Köpfe durch die Tür. "Und, war´s schlimm?" "Ging so. Seid ihr soweit fertig? Ich möchte ins Hotel." Mark war traurig. Er fragte sich, wieso ich mich noch nicht bei ihm gemeldet hatte. Er befürchtete, dass ich gar nicht zugeschaut hatte. Aber den Gedanken verwarf er sofort wieder, ich hatte es ihm ja versprochen. Also vertröstete er sich mit dem Gedanken, dass ich vielleicht im Hotel auf ihn warten würde und dorthin wollte er nun sofort gehen. "Ja, wir sind fertig. Wir haben nur darauf gewartet, dass Luis mit seiner Standpauke fertig ist." Sie packten ihre wichtigsten Sachen zusammen und verließen dann die Garderobe Richtung Hinterausgang, wo ein Bus auf sie wartete. Kaum hatten sie, von Bodyguards umringt, die Tür geöffnet, schallte ihnen lautes Gekreische entgegen. Es hatte sich wie erwartet, eine Fan-Traube gebildet. Alle wollten sie Autogramme, Fotos usw. Mark passte das im Moment überhaupt nicht. Er wollte einfach nur ins Hotel, aber er wusste auch, dass er nicht einfach so zum Bus gehen konnte. Das war den Fans gegenüber nicht fair. Natürlich hatte es sich schon rumgesprochen, was er in der Sendung gesagt hatte. Viele Fans redeten auf ihn ein. Wer denn diese Unbekannte sei. Ob sie seine Freundin sei..... Einige der besonders hartnäckigen Mädchen beschimpften ihn sogar, er habe ihnen ihre Herzen gebrochen. Aber all das ging an Mark vorüber, ohne das er überhaupt richtig zuhörte. Er beantwortete keine Fragen, schrieb still Autogramme und lächelte geübt in die Kameras. Jetzt waren auch schon die ersten Reporter und Kamerateams angekommen. Und wieder wurde er gelöchert. Das war wirklich anstrengend. Aber die Bodyguards schafften es, Mark einigermaßen von den Reportern fern zu halten und zum Bus zu begleiten. Die restlichen drei der Band kamen auch sofort nach. Im Bus angekommen schnauften sie erst einmal geschafft aus. "Uff, war das wieder anstrengend." "Diese ganzen Reporter können einem wirklich zu schaffen machen. Stimmt´s Mark?" "Hmm? Wie? Äh ja." "Hallo, Erde an Mark, wo warst du denn mit deinen Gedanken? Obwohl, nein sag nichts, ich kann es mir schon denken." grinste Kian. Mark blickte ihn böse an. "Ach lasst mich doch in Ruhe." "Jetzt reg dich doch nicht gleich auf. Sie wird schon da sein." Die Busfahrt verlief relativ ruhig. Mark hing seinen Gedanken nach und schaute alle fünf Sekunden auf sein Handy. Er hatte immer noch keine Nachricht von mir bekommen und so langsam schwanden seine Hoffungen. Als Westlife am Hotel ankamen mussten sie erst wieder lange Autogramme schreiben, bis sie es endlich geschafft hatten und in der Hotellobby standen. Mark schaute sich um, aber keine Spur von mir. Da kamen Gil, Geo und Jodi angelaufen und umarmen ihre Männer stürmisch. Mark blickte sich noch einmal suchend um und schaute dann wieder auf sein Handy. Nichts! ,Wieso meldete ich mich nicht?’ Gil bemerkte natürlich sofort, dass Mark traurig war und lachte in sich hinein. Wenn der wüsste, wer ihn in seinem Zimmer erwartete.....! "Sie ist nicht gekommen, Mark!" sagte sie nun an Mark gerichtet und zwinkerte Geo und Jodi zu. Kian, Nicky und Shane blickten sich nur ratlos an. Mark war den Tränen nahe. ,Was machte er nur immer falsch? Wieso konnte er nicht einfach glücklich sein?’ "Ich gehe in mein Zimmer. Mir geht’s nicht gut." "Ok, mach das. Kommst du später mit in die Bar?" "Hmm...." er zuckte lustlos mit den Schultern und lief dann langsam und mit hängenden Schultern zum Aufzug.
Als Mark weg war, sprach Kian zu Jodi: "Ich verstehe einfach nicht, wieso Eva nicht gekommen ist. Was verlangt sie eigentlich noch alles von Mark?" Er fand das nicht fair von mir. Ich hätte wenigstens eine SMS schreiben können. "Wer sagt denn, dass sie nicht gekommen ist?" erwiderte sie lachend. "Wie jetzt?" Das war zu hoch für die Boys. "Wieso sind Männer eigentlich so schwer von Begriff?" Die drei Mädels lachten ihre Jungs aus. Die blickten sich mal wieder nur ratlos an. Dann hatte Geo Mitleid und erklärte ihnen die Situation. "Was glaubt ihr denn, wer gerade in Marks Zimmer sitzt und nervös auf ihn wartet?" "Hey, das ist ja toll." Sie freuten sich total für Mark.
Im Aufzug konnte Mark seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er betrachtete sein Spiegelbild. Er stand da wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Es wurde endlich Zeit, dass er auch mal wieder glücklich war. Wieso trampelte eigentlich jeder auf seinen Gefühlen herum? Zum 1.000.000. Mal an diesem Abend fragte er sich, weshalb ich mich noch nicht bei ihm gemeldet hatte. Mit Tränen in den Augen lief er zu seinem Zimmer. Es war ihm in diesem Augenblick verhasst dort hineinzugehen. Dieses große Zimmer nur für ihn alleine und niemand, der dort auf ihn wartete. Niemand, der froh war, dass er zurück war. Niemand der ihn an der Tür abfing und stürmisch in den Arm nahm. Niemand, der ihn liebevoll küssen würde. Er hatte es schon lange satt gehabt sich Groupies mit aufs Zimmer zu nehmen. Da hatte er nur körperlichen Spaß gehabt. Die Mädchen waren alle am nächtens morgen ganz anders gewesen und hatten nur angegeben, dass sie mit Mark Feehily von Westlife im Bett waren. Er schloss die Tür auf und betrat das Zimmer. Es sah aus wie immer, seine Klamotten lagen überall verstreut auf dem Boden. Das musste er auch mal ändern, beschloss er. So konnte doch kein Mensch leben. Traurig ließ er sich aufs Bett fallen und weinte.
Nervös stand ich im Bad und wusste nicht, wie ich Mark überraschen sollte. In der ganzen Zeit die ich gewartet hatte, hatte ich mir ausgemalt, wie ich das machen konnte. Aber jetzt, wo es soweit war, fiel mir einfach nichts ein. Ich hörte, wie Mark fluchend durch sein Zimmer ging. Dann war es kurz still und ich höre ein Geräusch, dass mir durch Mark und Bein ging. Mark weinte. Vorsichtig öffnete ich die Badezimmertür einen Spalt breit und lugte hinaus. Er saß auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen und weinte. ,Weshalb weinte er?’ Ich blickte auf meine Uhr und sah, dass Marks Auftritt schon fast zwei Stunden her war. Da wurde mir schlagartig bewusst, dass er down war, weil er noch nichts von mir gehört hatte. Ich zweifelte, ob es richtig gewesen war, ihn überraschen zu wollen. Vielleicht hätte ich mich wirklich vorher kurz bei ihm melden sollen? Es tat mir unendlich weh, ihn so zu sehen und ich musste ebenfalls weinen. Ich ging in das Zimmer und setzte mich neben Mark. "Mark?" Er reagierte nicht. Vorsichtig legte ich meine Hand um seine Schulter und nahm ihn in den Arm. Mark war so in sich versunken, dass er das gar nicht wahrnahm. "Mark, ich liebe dich!" sagte ich leise, küsste ihn auf die Wange und wischte seine Tränen weg. Plötzlich riss er seine Augen weit auf und schaute mich überrascht an. Wie ich diese Augen liebte. Zärtlich fuhr ich mit den Fingern die Konturen seines Gesichtes nach. Mark war so überrascht und überwältigt von seinen Gefühlen, dass er gar nichts sagen konnte. Er schaute mich einfach nur an und das mit einem Blick, der mein Herz höher schlagen ließ. "Ich liebe dich so sehr." flüsterte ich noch einmal und küsste ihn zärtlich auf den Mund. Da war Mark soweit, dass er reagieren konnte. Er erwiderte meinen Kuss mit einer Intensivität, wie ich sie noch nie erlebt hatte und drückte mich ganz fest an sich. Mein ganzer Körper kribbelte, mein Gott war das schön. Es tat so gut, ihn zu küssen und zu wissen, dass er mich mehr als alles auf der Welt liebte. Nach einer halben Ewigkeit löste er sich von mir und ich sah ihm an das er glücklich war. Ich versank in seinen Augen. Endlich strahlten sie wieder so, wie ich es immer gewöhnt war und wie ich es immer geliebt hatte. "Ich kann es einfach nicht glauben, dass du jetzt hier bist." Lächelnd streichelte er mein Gesicht und fuhr mit seiner anderen Hand zärtlich über meinen Rücken. Ich bekam sofort eine Gänsehaut. Ich war so glücklich. "Ich war so traurig, weil du dich nicht gemeldet hattest. Ich dachte schon, das alles hätte nichts gebracht." "Schht." Ich legte meinen Finger auf seine Lippen. "Ich wollte dich einfach nur überraschen." flüsterte ich und küsste ihn. Es dauerte ewig, bis sich unsere Lippen wieder voneinander lösten. "Ich liebe dich so sehr, Eva." Eine einzelne Träne rollte über seine Wange. Er war so gerührt und so glücklich das ich hier war. Ich lächelte ihn liebevoll an. "Das war so süß, was du heute für mich getan hast. Weißt du, ich habe schon nach dem Lied gewusst, dass du mich liebst. Danke für alles." "Ich bin so froh, dass es dich gibt." "Ich bin auch froh, dass es dich gibt und das ich dich kennen lernen durfte. Entschuldige bitte, dass ich dir nicht geglaubt habe." Nun legte Mark seinen Finger auf meinen Mund. Dann schaute er mich mit einem liebevollen und leidenschaftlichen Blick an und ich konnte nichts mehr sagen und denken. Alles was ich wahrnahm, waren seine Küsse. Wir lagen noch ewig auf Marks Bett, küssten uns und kuschelten einfach nur. Dann klopfte es, unpassend wie immer, an der Tür.
Wir unterbrachen unseren Kuss und blickten genervt auf. "Wer ist denn das schon wieder?" fragte ich. "Ist doch egal." Erwiderte Mark lächelnd und nahm meinen Kopf zwischen seine Hände. Keine Sekunde später waren wir wieder in einen leidenschaftlichen Kuss versunken. Wieder klopfte es an der Tür. "Ich hab keine Lust jetzt aufzustehen," nörgelte Mark und schrie laut: "Was ist?" Man konnte Kians Stimme hören. "Äh sorry ihr zwei. Kommt ihr mit runter in die Bar?" "Hmmm..." Mark brummelte wütend vor sich hin. Er hatte jetzt überhaupt keine Lust, er wollte viel lieber mit mir alleine sein und das nachholen, was wir so lange versäumt hatten. "Also ich würd schon gerne runter zu den anderen gehen." "Ich weiß nicht." "Ich hab sie doch schon so lange nicht mehr gesehen und außerdem bleibt uns doch noch die ganze Nacht." Ich setzte meinen Hundeblick auf und Mark konnte mir meine Bitte nicht abschlagen. "Aber nur kurz, ok?" quängelte er. "Danke, Süßer!" Ich drückte Mark einen schnellen Kuss auf den Mund und rief dann: "Wir kommen gleich runter, geht schon mal vor." Natürlich dauerte es noch einige Zeit, bis wir uns voneinander lösen konnten und eng umschlungen in die Bar gingen. Als die anderen uns so kommen sahen grölten sie laut. Es war schon reichlich Alkohol geflossen und sie feierten es regelrecht, dass wir endlich zueinander gefunden hatten. "Na, hab ihr es endlich geschafft." scherzte Nicky und kassierte dafür einen bösen Blick von Geo. Mark und ich lächelten uns nur verliebt an. Wir setzten uns zu den anderen an den Tisch und es wurde ein richtig lustiger Abend. Kian & Co. konnten es einfach nicht lassen und machten ständig Scherze über uns, weil wir so lange gebraucht hatten, um zusammenzukommen. Aber das machte uns nichts aus, wir waren einfach nur glücklich. Irgendwann im laufe des Abends sagte Mark: "Ich hole uns noch etwas zu trinken." "Warte, ich komme mit." Wir küssten uns noch einmal und standen dann auf. Als wir uns vom Tisch entfernt hatten, waren wir immer noch Gesprächsthema. "Die beiden sind so süß." "Ja, diese verliebten Blicke, die sie sich ständig zuwerfen." Jodi, Geo und Gil schwärmten richtig von uns. "Hey, man meint fast, dass ihr neidisch seid!" meinte Nicky gespielt empört. Auch Kian und Shane setzten eine beleidigte Miene auf. "Wir und neidisch? Wieso sollten wir? Wir haben doch die belaubernsten Männer der ganzen Welt." "Das wollen wir auch stark hoffen!" Lachend küssten sie sich.
Ich stellte mich an die Theke, Mark stellte sich hinter mich und schlang seine Arme um mich. Mich durchströmte ein richtiges Glücksgefühl. Ich hob meine Arme, legte meine Hände um seinen Hinterkopf und drückte mich ganz fest an ihn. Auch er zog mich, so eng es ging, an sich heran. Wir genossen die Nähe des anderen. Weil es so schön war, Mark so nahe zu sein, schloss ich genießend die Augen. Als Mark dann auch noch anfing an meinem Hals zu küssen, vergaß ich vollkommen die Welt um mich herum. Mein ganzer Körper reagierte auf Marks feuchte Lippen. Ich nahm meine Hände von seinem Nacken und legte sie über Marks. Die lagen auf meinem Bauch und wir verkreuzten unsere Hände ineinander. So standen wir jetzt da und hatten total vergessen, dass wir noch in der Bar waren. Deswegen reagierten wir auch zuerst gar nicht, als wir angesprochen wurden. "Was möchtet ihr trinken?" "Hallo?" Erschrocken öffnete ich meine Augen und blickte in das grinsende Gesicht des Barkeepers. Er fragte noch einmal: "Was wollt ihr beiden Turteltäubchen trinken?" Jetzt kam die Frage in meinem Kopf an. Ich drehte mich um und lächelte Mark an. Mark lächelte zurück, was ich aber nur wusste, weil ich es in seinen wunderbaren blauen Augen sehen konnte. Diese Augen trieben mich fast in den Wahnsinn. Sie waren eine richtige Waffe, die Mark ungeniert einsetzte, das wusste ich nur zu gut. In dem Moment fiel mir auf, dass seine Augen wieder wie früher strahlten. Obwohl, nein, ich hatte mich geirrt! Seine Augen strahlten viel mehr als früher. Da merkte ich mal wieder, wie sehr ich ihn liebte. Ich war so froh, dass ich ihn hatte und jetzt so glücklich vereint mit ihm hier stand.
Mark hatte zwar nicht verstanden, was er Barkeeper gesagt hatte, konnte es sich aber denken. Wie durch Watte nahm ich wahr, wie er antwortete: "Danke, nichts!" Wieder lächelten wir uns an und Mark flüsterte mir ins Ohr: "Wir sollten nach oben gehen, es ist schon ziemlich spät, oder was meinst du?" Ich bekam eine Gänsehaut von seinem warmen Atem und konnte nur heftig mit dem Kopf nicken.
Also gingen wir zu unserem Tisch zurück und verabschiedeten uns. "Eva geht es nicht gut, wir gehen lieber in mein Zimmer. Nicht das sie noch krank wird." "Klar Mark. Das können wir wirklich nicht verantworten. Steck sie ja schön ins Bett. Aber überanstrenge sie nicht!" lachte Shane. Da war es um Marks und meine Selbstbeherrschung geschehen. Unsere eben noch ernste Mimik verwandelte sich in ein spitzbübisches Grinsen. "Gute Nacht euch allen." Lachend entfernten wir uns händchenhaltend vom Tisch, an dem sich jetzt alle kringelten vor lachen. Wir konnten uns kaum bis zu Marks Zimmer beherrschen. Es war ja auch schon Ewigkeiten her, als wir das letzte Mal miteinander geschlafen hatten. Schon im Aufzug fingen wir wild an zu knutschen. Vor Marks Zimmer angekommen lösten wir uns voneinander und Mark war kaum in der Lage die Tür aufzuschließen, so stürmisch war er. Da entlud sich die Spannung, die sich zwischen uns aufgebaut hatte in einem richtigen Lachanfall. Als wir uns dann irgendwann wieder beruhigt hatten, schloss er die Tür auf. Dann hob Mark mich, zu meiner Überraschung, hoch und trug mich zu seinem Bett. Dort angekommen legte er mich sanft hin und küsste mich zärtlich. Wieder einmal vergaß ich alles um mich herum und nahm nur noch Mark und mich wahr. Mark verführte mich mit solch einer Zärtlichkeit, das ich mir vorkam als wäre ich ein Schatz, den er sein ganzes Leben lang gesucht und endlich gefunden hatte.
Als ich am nächsten morgen aufwachte, schlief Mark noch. Wir lagen beide auf der Seite und er hatte mich von hinten umarmt. Vorsichtig, um ihn nicht aufzuwecken, drehte ich mich zu ihm um und betrachtete ihn. Er sah total süß und friedlich aus. Seine Haare waren vom Schlaf und von dem, was wir davor getan hatten, richtig verwuschelt. Ihm war ein leichter Drei-Tage-Bart gewachsen, was ihm total gut stand. Er war unglaublich, so unglaublich hübsch und sexy und was weiß ich noch alles. Wie war es gekommen, das mich so ein Traummann liebte? Es war irgendwie unvorstellbar, dass ich mit ihm in einem Bett schlafen durfte und es war für mich fast unvorstellbar, wie sehr ich diesen Mann liebte! Lange betrachtete ich den schlafenden Mark und konnte mein Glück kaum fassen. Da wachte er auf und schaute mich verschlafen an. Ich kann nicht es gar nicht oft genug betonen, aber diese Augen! Wie schaffte er es, mich kurz nach dem Aufwachen derartig anzuschauen? Es war mir ein Rätsel. "Guten morgen, Süße." "Hi. Hast du gut geschlafen?" "Mit dir neben mir natürlich super." Er küsste mich und ich kuschelte mich wieder an ihn. So lagen wir noch einige Zeit ohne etwas zu sagen und genossen unsere Verliebtheit. Irgendwann blickte Mark auf seine Uhr und rief entsetzt aus: "Scheiße! Es ist schon neun Uhr, wir müssen schnell frühstücken und unsere Sachen zusammenpacken." Sofort war meine Idylle zerstört und ich blickte Mark entsetzt an. "Wieso fertig machen? Für was?" Wir hatten noch gar nicht darüber gesprochen, wie es jetzt mit uns weitergehen würde. Heute war Sonntag und ich hatte frei. Mir war gar nicht in den Sinn gekommen das Mark eventuell arbeiten müsste. Ich hatte gedacht, dass wir den heutigen Tag in Ruhe zu zweit würden genießen können. Deswegen war ich jetzt auch ziemlich geschockt, als mir Mark seinen Terminplan offenbarte. "Unser Flug zurück nach Irland geht heute um 11.30 Uhr!" "Waaas..." rief ich entsetzt aus. "Kannst du heute nicht hier bei mir bleiben?" Ich war kurz davor in Tränen auszubrechen. ,Wieso konnte er nicht einfach bei mir bleiben?’ Ich hatte mich so auf einen freien Tag mit ihm gefreut. "Leider nein." bedauerte Mark. "Wir haben heute Abend einen Fernsehauftritt in Dublin. Die ganze nächste Woche sind wir in Irland und den UK unterwegs und dann geht es für vier Wochen nach Asien." Ich konnte einfach nicht glauben, was er mir da sagte. Endlich hatte ich ihn wieder und nun sollte ich ihn nach nur einer Nacht für mindestens fünf Wochen von ihm trennen? Wie sollte ich das aushalten? Mir war zwar schon klar gewesen, dass das Leben an der Seite eines Stars nicht einfach sein würde und das ich Mark oft nicht sehen würde, aber musste das gleich einen Tag nach unserer Versöhnung sein? Jetzt konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich klammerte mich unbewusst an Mark fest. Der streichelte mir tröstend über den Rücken und küsste meine Tränen weg. "Hey Schatz. Bitte nicht weinen. Ich weiß auch nicht, wie ich das ohne dich aushalten soll. Komm doch einfach mit nach Irland, dann sind es nur vier Wochen, bis wir uns wiedersehen und wir haben uns noch eine ganze Woche." "Aber das geht nicht, ich muss doch arbeiten. Ich glaube nicht, dass ich mir von einem Tag auf den anderen so einfach Urlaub nehmen kann." jammerte ich. "Lass das mal meine Sorge sein. Ich regle das schon für dich." Dankbar blickte ich ihn an. "Danke, du bist so süß und so lieb. Ach, mir fehlen einfach die Worte um auszudrücken was ich für dich fühle. Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?" Mark lächelte mich süß an: "Wenn du mich nur halb soviel liebst wie ich dich, dann ist das mehr als ich mir je zu träumen gewagt hätte." Lange schauten wir uns einfach nur in die Augen und versanken dann in einem langen und intensiven Kuss.
Nachdem wir den Kuss beendet hatten, standen wir auf und machten uns fürs Frühstück fertig. Wir hatten beschlossen im Speisesaal zu essen, da wir wussten das Gil und Co. auch dort essen würden. Wie immer waren wir mal wieder die letzten, die im Speisesaal ankamen. "Guten morgen." riefen wir gut gelaunt in die Runde. "Na, habt ihr gut geschlafen?" fragte Kian mit unschuldigem Gesichtsausdruck. "Sehr gut," erwiderten wir und lächelten uns dabei an. Shane konnte es nicht lassen und musste auch einen Spruch loswerden. "Dann geht’s dir also wieder besser?" Ich nickte. "Dann bin ich ja beruhigt. Nachdem was man so hören konnte, hat sich Mark aber auch rührend um dich gekümmert." Gil warf ihrem Mann einen bösen Blick zu. Mark und ich bekamen einen knallroten Kopf und setzten uns beschämt auf die zwei freien Stühle am Tisch. Shane und Gil hatten das Zimmer neben uns und wir hatten gestern Nacht nicht eine Sekunde daran gedacht, dass die beiden uns hören konnten. Gott, war das peinlich. Kian und Nicky grinsten sich an und die Mädels taten so, als hätte Shane nichts gesagt. Mark und ich bestellten uns etwas zu Essen und es wurde dann doch noch ein entspanntes Frühstück. Irgendwann fragte mich Jodi: "Wie macht ihr zwei das eigentlich nächste Woche? Kommst du mit nach Irland, Eva?" "Ich denke schon. Ich weiß zwar noch nicht was mein Chef dazu sagt, aber das schaffen wir schon irgendwie." "Der Flug geht um 11.30 Uhr, oder?" fragte ich zur Sicherheit noch mal nach. "Ja." Ich schaute auf meine Uhr und stellte fest, dass es bereits nach zehn Uhr war. "Oh Gott, ich muss ja noch mal heim und ein paar Sachen einpacken." rief ich dann entsetzt aus. "Am besten fahre ich sofort heim und wir treffen uns am Flughafen." "Und was soll ich so lange ohne dich machen?" quengelte Mark. "Deine Sachen zusammenpacken. Bis du alles wieder gefunden hast, dauert es ne Weile." Ich musste lachen. In Marks Zimmer sah es wirklich aus wie im Schweinestall. "Nö, das will ich nicht. Ich fahre mit dir." Mark bettelte wie ein kleines Kind. Ich konnte es zwar nicht so ganz verstehen, wieso er darauf bestand mit mir zu gehen, immerhin würden wir uns ja spätestens eine Stunde später wiedersehen, aber wenn er das wollte, bitte. Da hatte ich nichts dagegen, wer möchte sich schon von so einem Mann trennen? Es reichte schon, wenn wir uns dann für vier Wochen nicht sehen würden. ,Hilfe, wie sollte ich das aushalten?’ Shane teilte anscheinend meine Meinung. "Mark, das ist total unlogisch. Draußen stehen Horden von Fans und Journalisten und die Zeit ist wirklich knapp." Mark überlegte keine Sekunde. "Na und! Früher oder später werden sie sowieso herausfinden, wen ich liebe. Außerdem werden die Fotografen mich nicht mehr aus den Augen lassen, bevor sie ein Bild von mir mit meiner neuen Freundin geschossen haben. Da bringen wir das lieber so früh wie möglich hinter uns und sie lassen uns dann für eine Weile in Ruhe." "Hmm, hast du auch wieder recht." gab Shane zu. "Gib mir fünf Minuten, Süße!" sagte Mark, drückte mir einen Kuss auf die Wange und war kurz darauf aus meinem Blickfeld verschwunden. Das was Mark über die Reporter gesagt hatte, machte mir Sorgen. Ich war mir nicht sicher, ob ich wollte das mein Gesicht am nächsten Tag auf sämtlichen Zeitungen der Welt abgebildet war. Klar, das würde kommen, aber es war mir etwas unheimlich. Ich hatte ja nichts besonderes gemacht, ich hatte mich nur in Mark Feehily verliebt. Außerdem hatte ich auch ein bisschen Angst vor den Reaktionen der Fans. Wie würden sie reagieren? Würden sie sich für Mark freuen oder würden sie mich beschimpfen und ausbuhen. Ich wusste nicht, ob ich es verkraften würde, wenn ich z. B. beim Einkaufen von Westlife-Fans erkannt und beschimpft werden würde. Aber gut, wenn es das war, was Mark wollte, ich würde es schon überleben. Das Argument, das er zu Shane´s Bedenken gegeben hatte, fand ich auch logisch. Es war besser jetzt fotografiert zu werden, als von Paparazi umlagert zu sein.
Es dauerte keine 10 Minuten und ein schwer atmender Mark kam in den Speisesaal gelaufen. "Also meinetwegen können wir." Ich musste lächeln. Er sah einfach zu süß aus, wie er das so ganz außer Puste vor mir stand. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie sehr ich ihn liebte. "Dann bis später." sagte ich an die anderen gerichtet und stand auf. "Könnt ihr meinen Koffer aus meinem Zimmer holen und mit zum Flughafen nehmen?" fragte Mark. "Klar, machen wir. Bis dann." "Danke." Wir verließen Hand in Hand den Speisesaal und gingen zum Ausgang. Als ich durch die Glastüre die ganzen Fans sah, wurde mir wieder etwas mulmig. ,Da sollte ich mitten durch gehen?’ Ich hatte etwas Angst und wenn ich an die ganzen Fotos in der Zeitung dachte, wurde mir ganz anders. Mich ergriff regelrecht die Panik, ich wollte nur noch weg. Wieso konnten wir nicht durch den Hinterausgang gehen? Aber mir wurde sofort klar, dass es das selbe wäre und von hier aus waren wir schneller bei meinem Auto. Wir waren stehen geblieben und warteten auf die Bodyguards. Als ich sie kommen sah, wurde ich etwas ruhiger. Mark merkte, dass mit mir etwas nicht stimmte. "Was ist Süße?" "Ich habe Angst da rauszugehen." Zärtlich drückte er mich an sich und küsste mich. Draußen klebten schon die ersten Gesichter an der Scheibe. "Das ist nicht so schlimm, wie es ausschaut. Dir kann gar nichts passieren. Wir haben Bodyguard und außerdem bin ich doch bei dir." "Und was ist, wenn sie mich nicht mögen und buhen?" "Dann bekommen sie es mit mir zu tun. Das soll mal einer wagen, meine Kleine zu beschimpfen." Ich lächelte ihn an und flüsterte: "Danke, dass du für mich da bist. Ohne dich würde ich da nicht rausgehen wollen." Er küsste mich auf die Wange und schaute mich verliebt an. Dann kam ein Grinsen in sein Gesicht. "Ohne mich müsstest du da auch nicht rausgehen." Da musste auch ich lachen. "Da hast du auch wieder recht. Du bist schuld." sagte ich gespielt beleidigt. "Hey, da ist sie ja wieder, meine kleine, süße und selbstbewusste Eva." Ich stieß ihm in die Seite und schüttete mich aus vor lachen. Er hatte das in einem so komischen Ton gesagt, dass es einfach nur lustig wirkte. "Ok, bereit?" fragte er mich dann und nahm mich fest in den Arm. Die Bodyguards umringten uns und wir öffneten die Tür.
Ich war im ersten Moment wie erschlagen von dem Geräuschpegel. Unzählbar viele Augenpaare blickten uns entgegen. Einige böse und andere freundlich. Sofort wurden von allen Seiten Kameras hervorgeholt und ein wildes Geknipse fing an. Am Anfang war ich so geblendet von den Blitzen, dass ich fast über meine eigenen Füße gestolpert wäre. Glücklicherweise hatte mich Mark so fest im Arm das ich nicht fallen konnte. Das wäre auch zu peinlich gewesen. Mark posierte sofort gekonnt vor den Kameras, während ich etwas hilflos dastand und nicht so recht wusste was ich tun sollte. Da flüsterte er mir ins Ohr: "Lächle einfach nur. Der Rest kommt mit der Zeit. Und mach dir keine Sorgen um die Fotos, du siehst bezaubernd aus. Zum Anbeißen." Dankbar lächelte ich ihn an und klammerte mich noch fester an ihn. Nachdem die ersten genügend Fotos geschossen hatten, fing auch schon die Fragerei an. "Ist das deine Freundin?" "Ist das diejenige, die du gestern gemeint haben?" ..... Von allen Seiten blickten uns die Fans an. Mir kam es so vor, als hätten sie Angst vor Marks Antwort. Wenn Mark wirklich eine Freundin hatte, würde das für die Fans bedeuten, dass sie sich nun entgültig von der Idee verabschieden mussten, jemals einen der vier Lifer als Freund zu bekommen. Statt der Menge eine Antwort zu geben, drehte sich Mark zu mir und küsste mich zärtlich. Sofort wurde gekreischt, gebuht usw. Danach zog Mark mich weiter und wir gingen in die Richtung in der mein Auto stand. Er sagte noch: "Für weitere Fragen wird Luis bestimmt eine Pressekonferenz organisieren, oder es wird ein Interview geben. Ich danke für euer Verständnis, aber wir haben jetzt leider keine Zeit mehr."
Als wir mein Auto erreicht hatten, schnaufte ich erst einmal erleichtert aus. "War es schlimm für dich?" fragte mich Mark besorgt. "Es ging. Ich muss mich nur erst daran gewöhnen plötzlich im Interesse der Presse zu stehen. Aber das schaffe ich schon. Ich liebe dich und das ich mit dir zusammen sein kann ist mir sehr wichtig. Ich würde fast alles dafür tun." Mark lächelte mich gerührt an und ich konnte sehen das seine Augen feucht wurden. "Ich liebe dich auch und werde alles tun, was in meiner Macht steht, dass die dich in Ruhe lassen. Und ich will alles dafür geben, dass du glücklich wirst." Flüsterte er und drückte mich vor Überwältigung ganz stürmisch an sich. Dann gab er mir einen Kuss, der einfach unbeschreiblich war. Mir kam es so vor, als wollte Mark mir mit diesem Kuss all seine Gefühle vermitteln. Ich spürte das er unglaubliche Angst davor hatte, mich zu verlieren. Als sich unsere Lippen voneinander lösten, hatte auch ich Tränen in den Augen. Mir ging es genauso wie Mark, auch ich hatte eine unbeschreiblich große Angst davor, ihn zu verlieren. Da fragte ich mich wieder wie ich die vier Wochen ohne ihn aushalten sollte und wünschte mir plötzlich, das Mark kein Prominenter war. Aber ich verwarf diesen Gedanken sofort wieder. Wäre er nicht berühmt, hätten wir uns nie kennen und lieben gelernt. Ich würde auch nie im Leben von ihm verlangen, dass er seine Kariere für mich aufgeben sollte. Dafür liebte er seinen Beruf viel zu sehr und ich liebte ihn zu sehr, als das ich ihn derartig verletzen könnte. "Ich glaube wir sollten so langsam fahren, sonst schaffen wir das nicht mehr rechtzeitig zum Flughafen." Mark holte mich aus meinen Gedanken. Ich blickte auf meine Uhr und nickte nur. Die Bodyguards waren schon längst gegangen. Schnell fuhren wir zu meiner Wohnung, ich packte das Nötigste zusammen und wir kamen gerade noch rechtzeitig am Flughafen an. Das war aber gar nicht so schlecht, weil Mark dadurch keine Zeit mehr für seine Fans hatte. Was für mich hieß, dass keine weiteren Bilder von mir gemacht wurden und uns Fragen erspart blieben.
Die Woche mit Mark war einfach traumhaft schön. Er hatte zwar nicht viel Zeit, aber wenn er es hatte, behandelte er mich wie eine Prinzessin. Luis hatte eine Pressekonferenz organisiert, bei der auch ich anwesend sein musste. Es wurde mit der Presse ausgemacht, dass sie Mark und mich fürs erste in Ruhe lassen würden. Immerhin hatten sie ja jetzt genug Fotos und Antworten auf ihre Fragen. Vor wütenden Fans blieb ich auch so gut es ging verschont. Mark schirmte mich immer so gut ab, dass sie gar keine Chance hatten, an mich heranzukommen. Für all das liebte ich ihn nur noch mehr. Ich fand es so süß von ihm, was er alles für mich tat. Während der vier unendlich langen Wochen, die wir getrennt waren, beschlossen wir, dass ich zu Mark nach Sligo ziehen würde. Das war zwar etwas früh, weil wir ja erst eine Woche richtig zusammen waren, aber wir wussten beide das es richtig war. Also kündigte ich meine Arbeit, packte meine Sachen zusammen und verabschiedete mich von Freunden und der Familie. Sligo war eine wunderschöne Stadt und ich fühlte mich von Anfang an wohl. Weil ich irgendetwas arbeiten wollte, half ich Gil im Laden. Hätte ich mir eine andere Arbeit gesucht, hätte sich das mit Sicherheit mit Marks freien Tagen überschnitten und ich hätte nicht immer Urlaub nehmen können, wenn er gerade in Sligo war. Bei Gil würde ich immer frei bekommen, weil sie ja auch nur Augen für Shane hatte, wenn die Jungs da waren. Ich war so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Wenn Mark in Irland war, verbrachten wir jede freie Minuten miteinander. Waren Westlife unterwegs, verbrachte ich den Tage mit Gil und Co. Mark war genauso glücklich wie ich. Das konnte man ihm auf Fotos, bei Auftritten usw. ansehen. Seine Augen strahlten so intensiv, wie die Öffentlichkeit es noch nie an ihm gesehen hatte. Nur die Fans waren am Anfang nicht sehr glücklich darüber, dass Mark jetzt auch vergeben war. Früher hatte sich Mark auf Konzerten schon fast suchen im Publikum umgesehen, jetzt tat er das kaum noch. Er spielte mehr mit den Kameras, in der Hoffnung ich würde den Auftritt im Fernsehen anschauen. Was ich auch fast jedes Mal tat. Ich konnte einfach nicht genug von ihm bekommen. War ich bei einem Konzert dabei, blickte Mark mich ununterbrochen an und wir flirteten heftig.
Wir waren nun schon ewig zusammen und hatten auch schon über das Heiraten gesprochen, aber wir waren beide der Meinung, dass wir viel zu jung dafür waren. Somit war Mark, nachdem Kian und Jodi geheiratet hatten, der einzige Junggeselle von Westlife. Aber er war ein glücklicher Junggeselle. Die anderen machten sich einen Spaß daraus, über uns zu scherzen und Wetten abzuschließen, wann wir endlich heiraten würden und unser erstes Kind bekommen würden. Gegen alle Erwartungen der Presse trennten sich Westlife nicht. Sie machten selbst im hohen Alter noch zusammen Musik und waren schon fast lebende Legenden, weil sie der ganzen Welt bewiesen hatten, dass eine Boygroup nicht unbedingt ein Haltbarkeitsdatum haben musste.
THE END!!!