Für Kim Vogt, weil du meine treueste Leserin bist!! *g* Ich hoffe du weißt wie lieb ich dich hab, auch wenn wir uns ab und zu mal ein bisschen anzicken! ;-) Danke für deine genialen Geschichten und das ich dir vertrauen kann, egal um was es geht! Love you! Deine Zimtzicke aka Jelly

Lautes Kindergeschrei hallte durch die kleine Wohnung, begleitet von dem monotonen Piepsen, das der Kurzzeitwecker von sich gab und mir verkündete das der Kuchen nun endlich fertig war. "Morgan, dein Sohn schreit!", rief ich durch die Wohnung, auf dem Weg zu meinem Kuchen. "Ich kann grad nicht. Ich sitze in der Badewanne!", ertönte Morgans Stimme aus dem Bad. Ich seufzte laut auf, ehe ich den Kuchen doch noch ein paar Minuten im Ofen ließ und ins Kinderzimmer lief, aus dem immer noch das laute Weinen von Brooklyn drang. "Hey Kleiner, was ist denn?" Ich kniete mich neben ihn und wischte die großen, runden Tränen aus dem Gesicht, die sich ihren Weg über seine glühenden Wangen bahnten. "Kitty weg!", weinte er und eine weitere Träne kullerte aus den großen blauen Augen. "Die Stoffkatze? Die war doch heute morgen noch da, oder nicht?", fragte ich und Brooklyn begann heftig zu nicken. "Suchen!", sagte er und blickte mich mit seinen treuen Augen an, denen kein Mensch wiederstehen konnte. "Na gut.", murmelte ich und kroch unter das Bett, in den Schrank, zwischen Stofftiere und in die dunkelsten Ecken des Zimmers. Vergebens. Kitty blieb verschollen. "Gill, es riecht verbrannt!" Morgan steckte ihren Kopf ins Kinderzimmer und ich kreischte lauft auf. "Mein Kuchen!", schrie ich, bevor ich aufsprang und aus dem Zimmer in die Küche hastete. Ich öffnete den Ofen aus dem es bereits qualmte und holte ein schwarzes Etwas heraus, was eigentlich ein Apfelkuchen werden sollte. "Das ist nicht wahr!", jammerte ich und ließ den schwarzen Klumpen frustriert auf die Arbeitsplatte fallen. "Was sollen wir denn jetzt morgen zum Kaffee servieren?", fragte ich Morgan, die mit Brooklyn auf dem Arm in der Küche stand. "Ein bisschen Sahne und das Ding sieht aus wie frisch vom Bäcker!" "Sehr witzig!" Ich schmiss das Geschirrtuch nach ihr, bevor wir beide anfingen zu lachen. Da backte ich einmal im Jahr einen Kuchen und dann so was!

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"Ist das alles meine Wäsche die gebügelt werden muss?!" Morgan stand im Wohnzimmer und warf einen nicht gerade begeisterten Blick auf den Wäschekorb. "Ja..." "Wie soll ich das denn alles schaffen? Brooke muss noch ins Bett, die Küche muss noch aufgeräumt werden und ich muss auch noch die Wäsche von letzter Woche waschen!" "Hallo? Ich bin auch noch da! Bring du mal deinen Kleinen ins Bett und ich fang an zu bügeln, okay?", bot ich meine Hilfe an und schmiss die Zeitung aufs Sofa. "Gill, du bist ein Schatz!" Ich lächelte und Morgan lief in die Küche um Brooklyns Flasche vorzubereiten. Ohne die ging er nie ins Bett, genauso brauchte er auch jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte und Kitty, die Katze die leider immer noch verschwunden war. Ich begann zu bügeln, während Morgan geschäftig in der Küche umherrannte und anschließend für eine Stunde in Brooklyns Zimmer verschwand. Um kurz vor 23 Uhr war dann schließlich alles erledigt und Morgan ließ sich mit einem lauten Seufzer neben mich auf das Sofa fallen. "Es war das reinste Theater Brooke zum Schlafen zu bringen. Er weigerte sich standhaft ohne Kitty liegen zu bleiben!", sagte sie und hielt ihre Hand an den Kopf, der vom ewigen Stress bereits dröhnte. "Manchmal denke ich, ich habe vor zwei Jahren die falsche Entscheidung getroffen!" "Moe! Hör auf so was zu sagen. Brooklyn ist ein Geschenk und das Beste was dir passieren konnte!" "Aber sieh mich doch an! Ich bin fertig mit den Nerven!" "Jetzt reicht’s aber!" Ich sah Morgan empört an. Was war nur los mit ihr? Klar ist es nicht einfach, mit 20 Jahren ein 2-jähriges Kind großzuziehen, aber bis jetzt meisterte sie das großartig. Ich bewunderte sie dafür, ich hätte es nicht geschafft! Außerdem war ich ja auch noch mit im Haus. Ich half ihr wo ich konnte, weil ich wusste wie stressig es war einen Sohn zu erziehen und gleichzeitig auch noch einen Haushalt zu versorgen und sie hatte überhaupt keinen Grund an ihrer Entscheidung zu zweifeln. Gavin war zwar nicht unbedingt das was man als Traumvater betiteln würde, aber so lange er zahlte war das doch egal. Morgan hatte ihn schon lange in den Wind geschossen und er gehörte ihrer Vergangenheit an. Ich wusste gar nicht was auf einmal in sie gefahren war! "Was ist denn jetzt auf einmal los mit dir?" "Ich weiß nicht. Ich glaube ich sehne mich einfach nur nach einer festen Beziehung. Nach einem Mann der mich so nimmt wie ich bin und Brooklyn akzeptiert! Ich geh ins Bett. Nacht!" Sie stand auf und verschwand in ihrem Zimmer. Ich schüttelte nur den Kopf und sah ihr hinterher. Sie tat mir Leid. Der letzte Satz den sie sagte, enthielt so viel Verzweiflung und irgendwie auch Angst, das mir ganz anders wurde. Sie hatte schon viele Männer kennen gelernt die ihr den Kopf verdreht hatten, doch sobald sie erfuhren, dass Brooklyn da war suchten sie das Weite. Es war nie leicht doch Brooklyn war nun mal da und es war gut so. Keiner hatte Morgan verdient, so lange er sie nicht so nahm wie sie war und Brooklyn nicht akzeptierte. Keiner!

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Als ich am nächsten Morgen aufwachte war es seltsam ruhig im Haus. Normal konnte man das fröhliche Brabbeln und Schreien von Brooklyn durch die ganze Straße hören. Plötzlich erinnerte ich mich wieder. Morgan wollte zum Bäcker, weil mein Kuchen gründlich in die Hose gegangen war. Ihre Tante hatte sich für heute angekündigt und es musste alles perfekt sein. Sie war mit Abstand die pingeligste Person auf Erden und hatte an allem etwas auszusetzen. Sie war eine richtige kleine Hexe, aber sie bestand darauf jeden aus der Familie mindestens zwei mal im Jahr zu besuchen. Bei der Großfamilie war sie wahrscheinlich jeden Tag wo anders... Und heute war Morgan dran. Seit Wochen machte sie sich wegen diesem Besuch verrückt. Ich musste lächeln, bevor ich mich entkleidete und unter die Dusche sprang. Ich ließ mir extrem viel Zeit und war erst 30 Minuten später fertig. Das Haus wurde bereits von lärmenden Geräuschen erfüllt und es hörte sich so an, als würde Brooklyn mal wieder zwei Gegenstände gegeneinander schlagen. Das war im Moment seine Lieblingsbeschäftigung und er trieb Morgan damit regelmäßig in den Wahnsinn. Sie selbst saß in der Küche und mit ihr ein braunhaariger Mann Anfang 20. Ich musste schmunzeln, vielleicht war das ja der Mann nach dem Morgan sich sehnte, doch mir verging das Grinsen, als ich ihr Gesicht sah. Ihre Augen waren ganz glasig und das Gesicht hatte die Farbe der weißen Wand angenommen. Der Mann warf einen besorgten Blick auf Morgan, ehe er mich entdeckte und seine Mundwinkel zu einem undefinierbarem Blick verzog. "Was ist hier los?", fragte ich und lief auf Morgan zu. "Wir hatten einen Unfall!", antwortete sie und ihre Stimme zitterte leicht. "Oh Gott! Ist dir was passiert? Wo ist Brooklyn. Geht’s ihm gut?" Die Fragen purzelten nur so aus mir heraus und Morgan hatte gar keine Chance darauf zu antworten. "Ja ja, es geht ihm gut. Es ist nichts passiert. Nur das Auto... Totalschaden!", versicherte sie mir und das Weiß entwich ihrem Gesicht langsam wieder. "Wie ist das denn passiert?" "Brooke hat gequengelt. Er wollte unbedingt etwas zu trinken. Ich hab mich nur eine Sekunde zu ihm nach hinten gedreht und bums stand ich mitten in der Kreuzung in Shanes Auto!" "Shane? Ach so, ja klar. Entschuldigung, ich bin Gillian!" Ich hielt Shane meine Hand entgegen, die er lächelnd ergriff, während ich errötete. Mir war es irgendwie peinlich das ich mich noch gar nicht vorgestellt hatte. Aber nachdem auch das erledigt war ließ ich mich seufzend auf einen freien Stuhl plumpsen. Ich durfte gar nicht daran denken, was alles hätte passieren können! "Ich brauch jetzt erst mal nen Kaffee!", murmelte ich und stand wieder auf. "Noch wer?", fragte ich und sah abwechselnd zu Morgan und Shane. Während Morgan nickte, schüttelte Shane den Kopf und griff nach seiner Jacke, die über dem Stuhl hing. "Ich muss dann mal wieder..." Er lächelte kurz, bevor er sich die Jacke über zog und sich zu Brooklyn hinunter beugte, der gerade ins Zimmer getippelt kam, weil es ihm anscheinend keinen Spaß mehr machte, seinen Bagger und das Polizeiauto zu demolieren! "Na kleiner Mann. Da haben wir dir einen ganz schönen Schrecken eingejagt, was?", sagte er und tippte Brooklyn auf das kleine Näschen, was Brooke mit einem Kichern begleitete, bevor er zu seiner Mama auf den Arm wollte. Morgan stand auf und hob ihn hoch, ehe sie Shane zu Tür begleitete. "Es tut mir wirklich schrecklich Leid!", entschuldigte sie sich noch mal bei ihm, der aber nur mit der Hand abwinkte. "Solange keiner verletzt wurde, ist alles okay. Ich wollte mein Auto sowieso auf den Schrotthaufen bringen!", grinste er und auch Morgan musste lachen. "Trotzdem! Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht mal zum Essen kommen würdest. Ganz ohne kann ich dich ja auch nicht gehen lassen!" "Danke. Ich komme gerne!" Shane verabschiedete sich von Morgan und Brooklyn und lief dann den Weg bis zum Gartentor. "Schöne Grüße an Gillian!", sagte er und drehte sich noch mal um. "Ich werd’s ihr ausrichten. Brooke, mach winke-winke." Morgan stellte Brooklyn auf der Treppe ab, der daraufhin mit seiner Hand wellenförmige Bewegungen machte. Shane musste lachen und winkte zurück, bevor er die Straße nach unten lief und dann aus Morgans Sicht verschwand. Sie kam mit Brooklyn zurück zu mir in die Küche und ließ sich laut seufzend auf einen Stuhl fallen. "Euch ist wirklich nichts passiert?", fragte ich erneut und Morgan schüttelte den Kopf. "Ich geh mal schnell Tante Emmi anrufen. Die kann ich heute echt nicht gebrauchen!" Ich nickte und lief mit meiner Tasse Kaffee ins Wohnzimmer wo Brooklyn nach mir schrie. Er wollte mir seinen Turm aus Legosteinen zeigen, den er für sein Alter wirklich gut hinbekommen hatte.

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"Gilly? Kann ich mal mit dir reden?" Morgan kam ins Wohnzimmer gelaufen und setzte sich zu mir aufs Sofa. Sie hatte Brooklyn gerade ins Bett gebracht und sah zugegebener maßen ziemlich fertig aus. Brooke hatte wieder ein Theater veranstaltet, weil Kitty immer noch weg war und er ohne Kitty nicht schlafen wollte. Schließlich wurde er vom auf- und abhüpfen immer so müde, dass ihm trotz der fehlenden Stoffkatze die kleinen Äugelchen zufielen. Zudem kam auch noch, dass sie der Unfall mit Shane mehr mit nahm, als sie Anfangs zugab und dachte. Es war ein ganz schöner Schock für sie und ihr wurde auch erst jetzt so richtig bewusst wie viel Glück sie hatte, dass es so ausging. "Was ist denn?", erwiderte ich auf ihre Frage und sah sie besorgt an. Sie gefiel mir gar nicht. "Guck nicht so besorgt. Es geht lediglich um Shane.", sagte sie leicht grinsend und knuffte mich in die Seite. So gefiel sie mir schon wieder viel besser. "Um Shane? Na dann leg mal los." "Loslegen ist gut. Ich weiß gar nicht so recht, was ich überhaupt sagen will. Es ist nur... hast du gesehen wie er mit Brooklyn umgegangen ist? Er war sooo süß und auch direkt nach dem Unfall. Er hat sich total große Sorgen gemacht und hat sich total lieb um mich und Brooke gekümmert. Er war gar nicht sauer, so wie jeder andere normale Mensch, obwohl es meine Schuld war. Er war sooo lieb, das gibt es nicht. Er war so, ach ich weiß nicht. Ich glaube ich habe mich verliebt!" "Oh Moe, du bist so süß, wenn du so redest!" Ich freute mich wirklich für sie, während dem Gespräch blühte sie richtig auf. Sie strahlte und es war richtig süß, wie sie schwärmte und begann von Shane zu träumen. Und außerdem war er wirklich nett und der erste Mann, der Brooklyn akzeptierte. Er ging richtig lieb mit ihm um!

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Es war ein schöner Freitag Abend und ich zündete gerade die Kerzen auf dem Esstisch an, als es an der Tür klingelte. Da Morgan immer noch im Bad stand und Pickel abdeckte, die gar nicht existierten, lief ich zur Tür. Wie erwartet stand Shane davor, der heute zum Essen kam. "Hey Shane, komm rein!" Ich hielt die Tür auf und ließ Shane nach innen laufen. "Wie geht’s?", wollte er wissen, küsste mich zur Begrüßung kurz auf die Wange und zog sich seine Jacke aus, die ich ihm abnahm und an die Garderobe hängte. "Gut.", antwortete ich und führte ihn ins Wohnzimmer um dort auf Morgan zu warten. Brooklyn der bis eben noch mit seinen Autos gespielt hatte kam angelaufen und musterte Shane von oben bis unten. Er dachte angestrengt darüber nach ob er ihn schon kannte oder nicht und steckte sich dabei seinen Zeigefinger in den Mund. "Na, kennst du mich noch?", fragte Shane und ging in die Hocke. Brooklyn schüttelte den Kopf und nahm seinen Finger wieder aus dem Mund. "Na ja, macht ja nichts.", lachte Shane und stupste ihn mit seinem Finger in den Bauch. Ich stand daneben und beobachtete die zwei amüsiert, es war zu niedlich. Noch im selben Moment betrat Morgan das Zimmer. Shane knuffte Brooklyn ein letztes Mal in die Seite, ehe er aufstand und Morgan begrüßte. "Du siehst schick aus!", sagte er und drückte ihr ebenfalls einen Kuss auf die Wange. Morgan errötete leicht und ich musste lächeln, bevor ich Brooklyn auf den Arm nahm und mit ihm in die Küche lief. Dort setzte ich ihn in seinen Hochstuhl und er versuchte die ganze Zeit mit der Flame der einen Kerze zu spielen, während ich die Lasagne aus dem Ofen holte und dann auf den Tisch stellte. "Brooke, nein. Das macht aua!", ermahnte ich ihn und stellte die Kerze ein Stück weiter in die Mitte. Bevor er deswegen quengeln konnte, wurde er auch schon wieder abgelenkt. Morgan und Shane kamen in die Küche gelaufen und unterhielten sich angeregt über Pferde. Shanes Lieblingsthema wie sich im Laufe des Abends noch herausstellte. "Ich hatte als Kind ein kleines Pony.", erzählte Morgan und setzte sich an den gedeckten Tisch. Shane tat es ihr gleich und so war ich die Einzigste die noch geschäftig in der Küche umherrannte und die noch fehlenden Dinge zusammen suchte. "Alles da?", fragte ich und sah prüfend über den Tisch. Ich nickte für mich selbst und setzte mich auf den noch freien Stuhl gegenüber von Shane. Während dem Essen lächelte er mir immer zu, was mir persönlich unangenehm war. Er sollte doch nicht mich anlächeln, sondern Morgan, verdammt! Ich versuchte krampfhaft ihn nicht ansehen zu müssen und beschäftigte mich weitgehend mit Brooklyn, der angefangen hatte seine Lasagne über den Tisch zu werfen. "Brooke? Was soll denn das? Die Lasagne kommt in den Mund, nicht auf den Tisch! Hast du keinen Hunger mehr?" Brooklyn begann heftig mit dem Kopf zu nicken und ich verdrehte genervt die Augen. Es war jedes Mal das Gleiche. Erst schrie er, er hat Hunger und dann war er nach 3 Bissen satt. "Du hast doch noch gar nichts gegessen. Pass auf, wir spielen jetzt Flieger, okay?" Ich wartete erst gar nicht auf eine Antwort von ihm und ließ meine Gabel durch die Luft fliegen und schließlich in seinem Mund landen. Das half so gut wie immer, weil er sich kaputt lachte über die Geräusche die ich dabei von mir gab. Es machte ihm Spaß und der Teller war ruckzuck leer. "Noch mal!", quiekte er und klatschte begeistert in die Hände. "Nein, der Flieger hat kein Benzin und keine Ladung zum transportieren mehr. Guck, der Teller ist leer." Ich deutete mit meinem Finger auf seinen Teller, der zum zweiten Mal an diesem Abend leer war und er gab sich damit zufrieden. "Runter!" Ich stand auf und hob ihn aus seinem Stuhl. Ich gab ihm einen kleinen Klaps auf den Hintern und er rannte fröhlich vor sich her brabbelnd ins Wohnzimmer. Ich setzte mich wieder und aß nun selbst meine Lasagne die schon fast kalt war. "Mich fasziniert es immer wieder, wie du ihn zum Essen bringst. Bei mir klappt nicht mal die Flugzeug-Methode!", sagte Morgan und nahm einen Schluck aus ihrer Cola. "Aber ich glaube das liegt daran, dass ich nicht so coole Geräusche von mir gebe!", fügte sie lachend hinzu und Shane stimmte mit ein. "Ich fand’s toll.", sagte er und lächelte mir schon wieder zu. Ich sah verlegen auf meinen Teller und stocherte darin herum. Irgendwas lief hier total falsch!

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"Ich kann nicht reiten!", sagte ich, als Shane mich und Morgan auf das Gestüt seiner Eltern einlud. Seine Eltern besaßen knapp 50 Pferde und Shane saß schon mit 7 Jahren fest im Sattel. "Das macht nichts. Du kannst mit auf mein Pferd!", antwortete er und sah mich voller Vorfreude auf kommenden Sonntag an. Ich nickte nur und nippte an meinem Rotweinglas. Unter anderen Umständen wäre ich liebend gerne mit ihm durch die Gegend geritten, aber ich wollte Morgan nicht verletzten die nun wahrscheinlich auch schon gemerkt hatte, dass Shane an mir interessiert war und nicht an ihr. Es war zum Verzweifeln. Den ganzen Abend über versuchte ich seine Flirtversuche so gut es ging zu ignorieren, aber er gab die Hoffnung nicht auf und flirtete munter weiter. Morgans verletzter und enttäuschter Blick verriet mir, dass sie mit der Situation ganz und gar nicht zufrieden war. Sie war total in Shane verschossen und ich konnte sie verstehen. Ich an ihrer Stelle hätte wahrscheinlich schon längst losgeheult! Sie tat mir Leid, aber was sollte ich denn machen? "MAMAAAAA!" Brooklyns lautes Schreien drang durch die gesamte Wohnung und brachte mich wieder auf andere Gedanken. "Bleib sitzen. Ich geh schon.", sagte ich und lächelte Morgan zu, die nickte und zurücklächelte, was ihr nicht wirklich gelang. Ich stand auf und konnte Shanes Blicke, die auf mir beziehungsweise auf meinem Po hafteten, regelrecht spüren. Es machte mich Wahnsinnig und ich war heilfroh, als ich endlich aus dem Zimmer war. Brooklyn schrie immer noch nach seiner Mama und ich beschleunigte meinen Schritt. Ich hatte ihn vor 3 Stunden ins Bett gebracht und wahrscheinlich hatte er wieder irgendetwas schlimmes geträumt. Ich knipste das Licht an und konnte Brooklyn sehen, der auf seinem Bett stand und die Hände vor seine Augen gelegt hatte. Seine Wangen waren ganz rot und nass, was mich darauf schließen ließ, dass er weinte. "Schatz, was ist denn?" Brooklyn schob zwei seiner Finger auseinander und lugte durch das kleine Loch, das entstanden war und als er mich erkannte sprang er von seinem Bett und klammerte sich an mein Bein. "Hey, hey, alles wird gut." Ich hob ihn hoch und setzte mich zusammen mit ihm auf sein Bett. "Was ist denn?", fragte ich und wischte ihm die Tränen weg. "Geist!" "Brooke, es gibt keine Geister." "Doch, Geist da." "Und wo ist der Geist jetzt?" "Weg." Ich verbrachte 15 Minuten damit, Brooklyn zu erklären, dass es keine Geister gab und er nur geträumt hatte. Ich lief mit ihm das ganze Zimmer ab, sah in den Schrank, unter das Bett und in jede Ecke des Zimmers, bis er mir glaubte das kein Geist im Zimmer war und sich wieder zurück in sein Bett legte. "Singen." "Ich soll singen?" Brooklyn nickte und zog sich seine Decke bis zum Kinn. Ich überlegte kurz, bevor ich mich an sein Bett setzte und ein Schlaflied sang. Es zeigte seine gewünschte Wirkung und Brooklyn war 30 Sekunden später schon im Traumland. Ich strich ihm zärtlich über das blonde Haar, ehe ich aufstand und zur Tür laufen wollte. Ich erschrak mich tierisch, als Shane im Türrahmen stand und mich amüsiert anlachte. "Hab ich dich erschreckt?" Ich nickte und mein Herz klopfte immer noch so schnell und laut, dass ich befürchtete er könnte es hören. "Das wollte ich nicht." "Schon gut. Was machst du hier?" "Ich war auf der Toilette und dann hab ich dich singen gehört, also hab ich mich an die Tür gestellt und zugehört." "Oh." Mein Gesicht färbte sich mal wieder leicht rosa und ich trat verlegen von einem Fuß auf den anderen, bevor ich Shane aus der Tür schob, das Licht ausknipste und die Kinderzimmertür bis auf einen kleinen Spalt schloss. Shane lief zurück ins Wohnzimmer, während ich in der Küche verschwand und eine neue Flasche Cola holte. Ich hielt es für besser, nicht zusammen mit ihm ins Wohnzimmer zu kommen, Morgan machte so schon genug mit. Es vergingen noch fast zwei Stunden in denen Shane seine Flirtversuche immer wieder aufs Neue startete, ich krampfhaft versuchte ihn nicht ansehen zu müssen und Morgan geknickt im Sessel saß und versuchte eine Unterhaltung zu beginnen. Es war kurz nach 1 Uhr, als Shane aufstand um zu gehen. Er zog sich seine Jacke über und bedankte sich für den tollen Abend, nachdem er Morgan und mir zum Abschied einen Kuss auf die Wange gedrückt hatte, wobei ich mir einbildete, dass er bei mir wesentlich länger brauchte. Aber ich konnte es ihm nicht mal verübeln, er hatte keine Ahnung was Morgan fühlte und wusste somit nicht, dass er sie verletzte. Im Laufe des Abends hatte ich Shane nämlich schon so gut kennen gelernt, dass ich sagen konnte, er hätte sich Morgan gegenüber anders verhalten, wenn er von ihren Gefühlen gewusst hätte. Aber er wusste nichts und deshalb konnte ihm keiner sein Verhalten übel nehmen, Morgan genauso wenig wie ich!

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Die Sonne ließ die ersten wärmenden Strahlen durch mein Fenster fallen, als mein Wecker klingelte und mich aus meinen Träumen riss. Wer verdammt noch mal hatte meinen Wecker am Sonntag gestellt??? Ich schlug danach und drehte mich auf die andere Seite, als das lästige Klingen verstummt war. Ich hatte noch mindestens 3 Stunden Schlaf nötig. Es war erst acht Uhr, meiner Meinung nach noch mitten in der Nacht! Ich hatte mich gerade wieder in meine Decke gekuschelt, als die Tür aufging und Morgan ins Zimmer gestampft kam und die Fenster bis zum Anschlag aufriss. "Moe? Was soll das?", brummte ich verschlafen und versuchte meine Decke festzuhalten, die Morgan von meinen Füßen ziehen wollte. "Schon vergessen? Wir treffen uns um 10 bei Shane!" "Dann hab ich doch noch 2 Stunden!" Morgan stöhnte, bevor sie lachend aus dem Zimmer lief und nach Brooklyn suchte, der schon wieder irgendwelche Gegenstände aneinander schlug und ein nerviges Klopfen verursachte. Wo er sich das bloß wieder abgeguckt hatte!? Nach weiteren 10 Minuten in denen ich vor mich hin gedöst hatte, zwang ich mich doch noch aus dem Bett und unter die kalte Dusche. Anders wäre ich wahrscheinlich in 5 Stunden noch nicht wach gewesen! "Müsli!", schrie Brooklyn und hatte seinen Löffel und seine Müslischüssel kurzerhand in eine Trommel umfunktioniert, während Morgan verzweifelt in der Küche umherrannte und nach Müsli suchte, das ich am Tag zuvor leider leer gemacht hatte. "Wir haben kein Müsli mehr.", sagte ich und nahm einen Schluck Kaffee aus Morgans Tasse. "Kein Müsli mehr da? Oh nein, ich wollte ihn in einer halben Stunde zu meiner Mum bringen und jetzt muss ich ihn erst mal dazu überreden, Brot zu essen." Morgan schnaufte frustriert aus, bevor sie das Brot holte und Nutella drauf schmierte. "Hier, Schatz." Sie hielt Brooklyn das Brot vor den Mund und oh Wunder, er biss ohne zu meckern davon ab! Morgans Gesichtsausdruck verriet mir, dass sie genauso erstaunt war wie ich und wir grinsten uns an, ehe ich aufstand und mir selbst eine Tasse holte und Kaffee aus der Kanne eingoss. "Soll ich heute wirklich mit?", fragte ich und griff nach der Zeitung von gestern. "Natürlich kommst du mit, was willst du denn sonst machen?" Morgan sah mich entsetzt an und zog mir die Zeitung aus der Hand. "Aber ich weiß doch wie schlimm das für dich ist, wenn Shane dauernd versucht mit mir zu flirten. Er bemerkt ja gar nicht, dass ich ihn so gut es geht ignoriere... Ich will das doch gar nicht." "Schatz, ich weiß, dass du das nicht willst und ich weiß, dass du nichts dafür kannst und deswegen brauchst du dich auch nicht vor ihm verstecken! Darüber haben wir doch gestern schon geredet! Natürlich gehst du mit, es wird sicher lustig und ich muss eben akzeptieren, dass er nicht mich will." Ich bewunderte sie in diesem Moment für ihre starken Worte. Ich an ihrer Stelle hätte mich in mein Zimmer eingeschlossen und das Haus mit Tränen überflutet!

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"Hey, da seit ihr ja endlich!" Shane kam uns entgegengelaufen und umarmte uns herzlich, bevor er uns zu den Pferden führte. "Ich will das da!", kreischte Morgan und zeigte auf eine fuchsbraune Stute, die ihren Kopf aus der Box streckte und am Schloss knabberte. "Und du?", fragte Shane und sah mich an. "Ach, das ist ganz egal. Für mich ist jedes Pferd gleich! Hauptsache es reitet...", antwortete ich und Shane grinste breit. Machte er sich etwa lustig darüber, dass ich keine Ahnung von Pferden hatte, oder was? Ich sah ihn streng an und ihm verging sein blödes Gegrinse. "Ja, gut, dann nehmen wir San Diego!", lenkte er ab und ging zu einer Box in der ein schwarzer Hengst stand und nach Fressen bettelte als Shane über seinen Kopf streichelte. "Und wie heißt meins? San Francisco??" "Sehr witzig, nein du hast Princess." Morgan zuckte unschuldig mit den Schultern, bevor sie Princess über den Hals streichelte. Weitere 30 Minuten später waren die Pferde und wir startklar und Shane half mir auf das Pferd, wobei ich mich anstellte wie der letzte Depp! "Das Pferd ist viel zu groß!", meckerte ich und klammerte mich am Sattel fest um nicht wieder auf der anderen Seite runterzufallen. Morgan lachte sich halb tot so dumm stellte ich mich an und auch Shane hatte hart damit zu kämpfen, nicht in Tränen auszubrechen vor lachen. "Hast du kein Pony für mich?" "Vergiss es, außerdem komm ich ja auch noch mit hoch und ich pass schon auf, dass du nicht runterfliegst! Vertrau mir!" Shane sah mich aufmunternd an und ich lächelte gequält. Das konnte ja noch was werden... "Shane, nicht so schnell!" "Schnell? Wir traben noch nicht mal!" Wir waren nun 5 Minuten unterwegs und ich hatte ein ganz komisches Gefühl in der Magengegend. Ich saß vorher noch nie auf einem richtigen Pferd und ich hatte mir das alles ein bisschen bequemer vorgestellt und vor allem nicht so hoch. Shane hielt mit einer Hand die Zügel, die andere Hand hatte er an meine Hüfte gelegt und passte auf, dass ich nicht vom Pferd kippte. Irgendwie hatte ich fast schon ein bisschen Angst, obwohl Shane ein erfahrener und sicherer Reiter war, aber vielleicht war es auch einfach nur, weil es so ungewohnt war, die Landschaft auf einem Pferd zu durchqueren. "Wo ist den Brooklyn?" Shane drehte seinen Kopf nach links, wo Morgan neben ihm her ritt. "Der ist bei meiner Mum. Ich hoffe nur er macht nicht so viel Ärger. Das letzte Mal hat er 5 Topfpflanzen vom Fensterbrett geräumt!" Morgan grinste schief und Shane begann zu lachen, genauso wie ich. Die Erinnerung daran war einfach köstlich, im Wohnzimmer bei ihrer Mum sah es aus wie nach einem Bombeneinschlag! Brooklyn war wirklich nicht einfach, er fand immer etwas was er anstellen konnte und das mit gerade mal 2 ½ Jahren! Er war ein richtiger kleiner Wirbelwind und ehrlich gesagt war Morgan manchmal ziemlich überfordert, schließlich war sie selbst erst 20. Wir ritten fast 2 Stunden durch die atemberaubende Landschaft Irlands und ich muss zugeben, so langsam machte mir das ganze Spaß. Shane hatte mich sogar dazu überreden können ein Stück zu traben und es gefiel mir.
"Jetzt müssen wir aber wirklich gehen!", sagte Morgan und stand auf. Shane hatte uns noch zu sich nach Hause eingeladen und sogar extra gekocht. Es schmeckte ausgezeichnet, er war ein fantastischer Koch! "Stimmt ich muss morgen arbeiten...", seufzte ich und erinnerte mich daran, dass ich noch einen Artikel zuende schreiben musste. Ich arbeitete für die örtliche Tageszeitung und mein Bericht über das neue Einkaufszentrum musste noch einmal überarbeitet werden. "Schade, es war wirklich lustig mit euch!" Shane grinste und führte uns nach draußen. Zum Abschied gab es wieder ein Küsschen für jeden auf die Wange, wobei mir Shane noch unauffällig einen kleinen Zettel zusteckte, den ich schnell in meine Tasche schob, damit Morgan ihn nicht sah. An Shanes Gesichtsausdruck erkannte ich nämlich ganz genau, dass er nicht unbedingt für ihre Augen bestimmt war. "Tschüss." Shane stand im Türrahmen und sah uns hinterher bis er uns nicht mehr sah, nachdem wir um eine Ecke gebogen waren. "Und? Wie fandest du den Tag?" "Schön, warum?" "Nur so... Und wie fandest du Shane?" "Moe, was soll die Frage? Du weißt ganz genau, dass ich nie etwas mit ihm anfangen werde, weil ich genau weiß, dass ich dich damit verletzten würde und das will ich nicht!", antwortete ich ernst. Morgan nickte fast unmerklich und kickte eine Dose von der Straße. Sie war hoffnungslos in ihn verknallt und ich wünschte ihr wirklich, dass Shane sich vielleicht doch noch anders entschied und erkannte, dass Morgan genau die Richtige für ihn war. Ich wünschte es ihr wirklich...

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Zuhause angekommen setzte ich mich gleich an den Schreibtisch um den Artikel noch einmal zu überarbeiten. Es verging dabei fast eine ganze Stunde und danach fiel ich todmüde in mein kuscheliges Bett. Ich erwachte erst wieder als mein Wecker um 6.30 Uhr klingelte und meine schönen Träume zerstörte. Ich grummelte und brummte etwas, selbst für mich unverständliches, vor mich her und schlurfte dann ganz langsam ins Bad. Es war jeden Montag das Selbe. Nach dem Wochenende kam ich noch schwerer aus dem Bett als so schon. "Guten Morgen mein Schatz. Na, gut geschlafen?", flötete Morgan und ich fragte mich wie man um diese Uhrzeit so gut gelaunt sein konnte. Ich antwortete nichts, sondern sah sie nur gequält an, bevor ich mich unter die Dusche stellte und hoffte, dass dies auch heute seine gewünschte Wirkung zeigte und mich wach machte. Es zeigte die gewünschte Wirkung und so saß ich 30 Minuten später am Frühstückstisch und fütterte Brooklyn, der wach war obwohl er so lange schlafen konnte wie er wollte. Für mich unbegreiflich, aber er war ja auch noch ein kleines Kind und hatte noch keine Ahnung welche große Rolle Schlaf in seinem späteren Leben spielen würde! Er würde schon früh genug die Erfahrung machen wie stressig und hektisch ein Tag ablaufen konnte und dann jede freie Minute zum schlafen nutzen. Ich lächelte bei den Gedanken daran und hob Brooklyn aus seinem Stuhl und frühstückte nun selbst. Eigentlich hatte ich keinen Hunger, aber ich wusste ganz genau, dass es mein Magen nicht bis zur Mittagspause um 12 aushielt und vorher zu knurren begann. Und um dies zu verhindern aß ich eben eine Kleinigkeit. Mir war das nämlich immer peinlich. "Hast du Brooklyn schon gefüttert?" Morgan kam in die Küche gelaufen und legte die aktuelle Zeitung auf den Tisch. Ich nickte und nahm einen Schluck aus meiner Tasse. "Er sitzt im Wohnzimmer und wenn ich das richtig höre, dann guckt er Winnie Pooh. Ich bin dann weg!" Ich räumte mein Geschirr vom Tisch, ehe ich mich fertig machte und zur Arbeit fuhr. Shanes Zettel war schon längst vergessen...

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"Moe? Wo ist meine blaue Jeans?" "Du bist gut, du hast 10 blaue Jeans!" "Die die ich am Sonntag anhatte." "Ach die, die hab ich zum Waschen. War dreckig!" "Zum Waschen? Oh nein!" Ich rannte aus dem Zimmer direkt in die Waschküche, Morgan hinterher. "Was ist denn? Bleib stehen, die Hose wird gerade geschleudert, also kannst du auch langsam laufen! Die kriegst du da nicht mehr raus!" Ich starrte auf die Waschmaschine in der gerade die Hose geschleudert wurde, in der Shanes Zettel steckte. Während der Arbeit hatte ich wieder daran gedacht und nun war es zu spät, der Zettel war wahrscheinlich nur noch ein weißer Klumpen! "Was ist denn? Könntest du mal mit mir reden?" "Ach schon okay, nicht so wichtig." "Na dann..." Morgan verdrehte genervt die Augen, bevor sie wieder ging und nach der Suppe schaute, die im Topf vor sich her kochte. Ich setzte mich grummelnd in mein Zimmer, mich hatte es schon interessiert was Shane wollte. Aber anrufen wollte ich ihn auch nicht, deshalb blieb es eben dabei, dass ich keine Ahnung hatte was auf dem Zettel stand.

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"Moe, du wirst es nicht glauben, aber ich habe ein Date mit Jared! Mit DEM Jared! Oh mein Gott, ich bin so glücklich!" Ich kam stürmisch ins Wohnzimmer gelaufen und Morgan war freudig vom Sofa aufgesprungen und umarmte mich nun. "Das ist ja super, wie hast du das denn gemacht?" "Ich hab nur ne CD gekauft und dann hat er beim kassieren gefragt ob ich am Samstag schon was vor hab." "Und du hast natürlich ja gesagt!" "Nein! Ich hab nein gesagt." "Aber du hast doch schon was vor. Ich bin auf der Hochzeit meiner Cousine in Cork, du musst auf Brooklyn aufpassen." "Ach du Scheiße! Das hab ich total vergessen! Oh Moe, das tut mir Leid!" Nach dieser Neuigkeit musste ich mich erst mal setzen. Das durfte doch nicht wahr sein! Da hatte ich ein Date mit dem Traummann schlechthin und dann so was! "Meinst du ich kann Shane anrufen?" Ich blickte erfreut auf, das war die Idee!! "Natürlich, er versteht sich doch so gut mit Brooke und er würde es sicher machen! Und er muss ja nur Abends kommen, Nachmittags bin ich ja auch noch da!" "Na gut, dann werde ich ihn gleich mal anrufen, bis Samstag sind es schließlich nur noch 4 Tage!" Ich nickte und war wieder bei der besten Laune die man sich nur vorstellen konnte. Ich hoffte nur, dass Shane wirklich zusagte und sich bereit erklärte auf das kleine Monster Brooklyn aufzupassen. 10 Minuten später wusste ich es sicher und meinem Date mit Jared stand nichts mehr im Wege.

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"Ach, da bist du ja. Komm rein!" "Hi. Du siehst toll aus!" "Danke." Ich lief leicht rosa an und lächelte Shane schüchtern an. Ich war es nicht gewohnt Komplimente zu bekommen und deshalb war es mir immer ein bisschen peinlich. Shane betrat die Wohnung und hängte seine Jacke an die Garderobe bevor er mir folgte und in die Küche lief. Ich zeigte ihm kurz wo er Teller, Essen, Trinken und so Zeug fand, falls er Hunger bekam. "So, die Küche kennst du jetzt.", grinste ich. "Wo das Kinderzimmer ist weißt du ja schon und hier im Wohnzimmer gibt es eigentlich nichts wichtiges zu erwähnen. Am Besten wäre es, wenn du Brooklyn um 8 ins Bett bringst. Da ist Winnie Pooh nämlich aus. Aber du musst ihm vorher unbedingt eine Flasche Milch warm machen, ohne die geht er nämlich nicht ins Bett. Und meistens will er noch eine Geschichte hören, ich denke er gibt dir dann irgendein Buch aus dem du vorlesen sollst. Wenn du Glück hast schläft er nach der 1. Seite schon tief und fest, wenn du Pech hast sitzt du 30 Minuten und liest aus einem Buch vor. Wenn er schläft kannst du dir im Wohnzimmer gerne ein Video angucken. Ich hoffe wir haben einen Film für deinen Geschmack, aber eigentlich ist alles dabei. So, was gibt es denn noch? Ach ja, du kannst in Morgans Zimmer schlafen. Das ist neben dem Bad, aber das weißt du schon, oder? Das Sofa ist nämlich nicht gerade das, was ich als bequem bezeichnen würde. Wenn es irgendwelche Probleme mit Brooklyn gibt, kannst du auch bei mir anrufen, hab das Handy dabei, okay?" Shane nickte und versuchte die Menge an Informationen in seinem Gedächtnis zu behalten. "Dann mach ich mich mal auf den Weg." Ich schnappte meine schwarze Handtasche und lief noch mal ins Wohnzimmer um mich von Brooklyn zu verabschieden. "Na kleiner Mann, alles klar? Ich bin jetzt dann weg, aber Shane ist hier, okay? Wenn etwas ist gehst du einfach zu ihm. Und sei schön brav, versprichst du mir das?" Brooklyn nickte und setzte dabei einen Blick wie ein Engelchen auf. Ich lächelte, bevor ich mich von Shane verabschiedete und mich auf den Weg zum *Number* machte. Jared saß bereits an der Bar als ich die Disco betrat. Es war schwer ihn zu erkennen, da die Luft von Rauch und schummrigen Licht erfüllt wurde. Dazu drang das Hämmern des Basses aus den Lautsprechern und es war fast unmöglich irgendetwas zu verstehen. Ich tippte ihm von hinten auf die Schulter und er drehte sich erschrocken um. "Hi!", schrie ich und Jared küsste mich zur Begrüßung links und rechts auf die Wange. Ich schenkte ihm mein schönstes Lächeln und setzte mich neben ihn an die Bar. Ein richtiges Gespräch konnte sich nicht entwickeln, dafür war es zu laut und ehrlichgesagt fand ich das ziemlich schade. Ich schlürfte gerade an meinem Cocktail, als Jared mich auf die Tanzfläche zog. Wir bewegten uns zum Takt der hämmernden Musik und ich musste feststellen, dass er ein sehr guter Tänzer war. Ich war ganz in meinem Element und realisierte gar nicht, dass Jared mich bewusst immer mehr zu den Toiletten führte. Ich bekam es in dem ganzen Getümmel gar nicht mit und bemerkte es erst als ich unmittelbar vor den Toiletten stand in die Jared mich nun hineinzog. Wir waren allein und der Lärm von draußen drang nur gedämpft herein. Er drückte mich unsanft mit dem Rücken gegen das Waschbecken, legte seine Lippen gierig auf meine und ließ seine Hand unter meinen Rock gleiten. Ich war ziemlich geschockt und versuchte ihn mit aller Kraft von mir wegzudrücken. Das ging definitiv zu weit! "Hey, was soll das? Du willst es doch auch!", hauchte er und schob meinen Rock nach oben. "Du Schwein!", schrie ich hysterisch und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Jared ließ von mir ab und ich wollte aus der Toilette stürmen, doch Jared packte mich noch am Arm und zog mich zu sich heran. "So läuft das nicht, du kleine Schlampe!", fauchte er und festigte seinen Druck um mein Handgelenkt so stark, dass es schmerzte. "Du tust mir weh!", schrie ich und versuchte mich von ihm loszureisen, doch gegen ihn hatte ich keine Chance. Ich bekam Panik, ich wusste nicht was er vor hatte, doch dann kam mir die rettende Idee und ich trat ihm mit meinen Absatzschuhen auf seinen Fuß, so stark, dass der Absatz nachgab und abbrach. Jared gab einen lauten Schrei von sich, ließ meine Hand los und krümmte sich auf dem Boden vor Schmerzen. Ich rannte so schnell ich mit meinem kaputten Schuh konnte aus der Disco. Ich rannte und rannte bis ich nicht mehr konnte und mich auf den harten Asphalt fallen ließ. Tränen rannen mir über das Gesicht und ich versuchte das Geschehene zu realisieren. Mein gesamter Körper zitterte und zuckte unkontrolliert zu den lauten Schluchzern die aus mir herausbrachen. Ich brauchte einige Minuten um mich wieder zu sammeln, um überhaupt wieder in der Lage zu sein laufen zu können. Ich stand auf und lief langsam zurück. Meine Schuhe hielt ich in der Hand, so ging es besser. Ich brauchte fast 30 Minuten bis ich zuhause ankam und mich erst mal auf die Stufen vor der Haustür setzte. Was sollte ich denn zu Shane sagen? Ich sah wahrscheinlich aus wie eine Leiche, kreidebleich, mit verschmierter Schminke und zerzausten Haaren. Ein paar Minuten später betrat ich die Wohnung trotzdem, schließlich hatte ich ganz andere Probleme und mir war es dann ziemlich egal, dass ich rumlief wie eine Tote! "Gillian?", hörte ich Shanes Stimme aus dem Wohnzimmer rufen. Ich antwortete nicht, ich war gar nicht in der Lage etwas zu sagen. Ich konnte hören wie Shane aufstand und ein paar Sekunden später stand er vor mir. "Bist du schon wieder... Oh mein Gott, was ist denn mit dir passiert?!" Ich sah ihn ausdruckslos an und er kam ein Stück näher, da er in dem nur schwach beleuchteten Flur nicht viel erkennen konnte. Ich bewegte mich keinen Zentimeter. Er kam noch ein Stück näher und stand nun unmittelbar vor mir. Seine Hand wanderte zu meinem Kinn und hoben es ein Stück an. "Was ist passiert?", fragte er sanft und dann brach ich heulend in seinen Armen zusammen.

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Ich weiß nicht wie er es schaffte, aber irgendwann saßen wir auf dem Sofa obwohl ich immer noch heulte wie eine bekloppte und meine Hände um seinen Hals geschlungen hatte. Shane versuchte mich zu beruhigen und mit der Zeit gelang ihm das auch ein wenig. "Shhh... Was ist denn passiert? Hat er dir etwas getan? Gill, jetzt sag doch was." Ich hätte ihm liebend gerne erzählt, was passiert war, aber ich konnte nicht. Die unkontrollierten Schluchzer gaben mir gar nicht die Chance irgendein Wort zu sagen. Ich wusste nicht mal genau, warum ich so sehr weinte. Es war ja eigentlich nichts schlimmes passiert, ich war rechtzeitig entkommen, aber vielleicht stand ich einfach nur unter Schock. Ich hatte vorher noch nie eine schlechte Erfahrung mit einem Mann gemacht und nun war ich so einem sexsüchtigen Monster begegnet und es machte mich völlig fertig. Ich glaube auch nicht mal, dass Jared mir etwas antun wollte, er wollte nur ein bisschen "Spaß" und das war’s. Aber ich bin nun mal nicht der Mensch der große Lust auf solchen Spaß hat und anscheinend ging das nicht in seine hohle Birne... Ich weiß nicht wie viel Zeit schon vergangen war, aber irgendwann riss ich mich zusammen und versuchte halbwegs verständliche Sätze zu formulieren. Shane saß neben mir, strich mir beruhigend über den Rücken und hörte einfach nur zu. Nach den ersten vernünftigen Worten war der Knoten geplatzt und die Worte purzelten nur so aus mir heraus. "Dieses Schwein!", sagte Shane aufgebracht als ich geendet hatte und ich meine letzten Tränen aus den Augen wischte. Er nahm einen Schluck aus seiner Cola, bevor er mich mitleidig ansah und versuchte die richtigen Worte zu finden. Er wusste selbst nicht genau, wie er nun mit mir umgehen sollte. "Darf ich mal?", fragte ich und deutete auf sein Glas. "Ja klar." Er reichte mir seine Cola und ich trank einen kräftigen Schluck, was mich wieder ein bisschen erfrischte und klare Gedanken fassen ließ. "Denkst du er wollte dich vergewaltigen?" "Ich weiß nicht, aber ich glaub nicht. Er wollte einfach nur Spaß, wurde dabei übermütig und wusste nicht mehr was er überhaupt machte. Sein Temperament ging mit ihm durch. Ich hab keine Ahnung was er gemacht hätte, wenn ich nicht davon gelaufen wäre, aber eigentlich will ich das lieber gar nicht wissen. Ich war total geschockt. Ich ging davon aus, dass es ein normales Date wird und dann so was. Ich hätte nie damit gerechnet, dass mir so etwas in einer Disco passiert, deshalb war ich auch so durch den Wind und ich denke daher kam auch der Heulkrampf. Es war schrecklich!" Shane nickte und zog mich in seine Arme. Ich war froh, dass er hier war. Er verstand mich, versuchte mir zu helfen (das tat er mit seiner bloßen Anwesenheit) und gab mir zu verstehen, dass ich nicht allein war. "Danke.", flüsterte ich. "Für was?" "Für... einfach dafür, dass es dich gibt." Ich hatte meinen Kopf an seine Brust gelehnt, die Augen geschlossen und doch spürte ich das er lächelte.

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Wir saßen ziemlich lange schweigend auf dem Sofa. Mir kam es zumindest sehr lange vor, aber als ich auf die Uhr sah war es erst 11! Es war in so kurzer Zeit so viel passiert, dass es mir viel länger vor kam, als es eigentlich war. "Ich hab Hunger.", sagte ich schließlich und durchbrach die entstandene Stille. Zum Essen war ich bei dem Date ja erst gar nicht gekommen! "Willst du auch was? Ich geh mal gucken ob wir noch Pizza haben." Ich befreite mich aus Shanes Armen uns sah ihn fragend an. "Bei Pizza sag ich nie nein.", grinste er und ich machte mich auf die Suche nach Tiefkühlpizzas. "In 20 Minuten können wir essen.", sagte ich und setzte mich wieder zu ihm aufs Sofa. "Und was machen wir jetzt?", fügte ich noch hinzu und wartete auf einen Vorschlag von ihm. "Weiß nicht? Video gucken?" "Gute Idee, aber bitte was lustiges!" Shane nickte zustimmend und irgendwann kamen wir auf die blöde Idee *Tiggers großes Abenteuer* zu gucken, den Brooklyn letztes Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Wir lachten uns krank und verschluckten uns nicht nur ein mal an der Pizza. Der Film war eine großartige Ablenkung, Jared war ganz weit weg, erst als ich in meinem ruhigen Zimmer lag und versuchte zu schlafen, war er es wieder, der meine Gedanken beherrschte und mich am schlafen hinderte. Die ganze Szene in der Toilette lief durch meinen Kopf, ich erlebte sie praktisch noch einmal und mir wurde zum wiederholten Male bewusst wie viel Glück ich eigentlich hatte. Ich stand auf und lief zu Morgans Zimmer. Ich klopfte vorsichtig an und konnte von innen nur ein verschlafenes Brummen hören. Ich drückte die Klinke nach unten und steckte meinen Kopf ins Zimmer. Shane hatte die Nachttischlampe angeknipst und blickte mit halb zugekniffenen Augen zur Tür. "Kann ich bei dir schlafen?", fragte ich und hoffte er würde ja sagen. Ich wollte nicht allein sein. Shane nickte und hob die Decke an, so dass ich problemlos drunter schlüpfen konnte, nachdem ich die Tür wieder geschlossen hatte. "Was ist denn?", wollte er wissen und deckte mich zu. "Ich will nicht allein sein.", gab ich schüchtern zu. "Ist schon okay." Shane lächelte, ehe er das Licht ausknipste und einen Arm um mich legte. Ich lag noch einige Minuten wach, als sein gleichmäßiges Atmen bereits in den Raum drang. Diesmal war er es, der meine Gedanken beherrschte. Ich wusste nicht, ob sich seine Gefühle mir gegenüber geändert hatten, aber ich wusste, dass ich froh war, dass es ihn gab.

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Ich wurde am nächsten Morgen von einem kleinen Etwas geweckt, das unter die Decke schlüpfte und darunter zu krabbeln begann. Ich schlug meine Augen auf und kurze Zeit später steckte Brooklyn seinen Kopf aus der Decke. "Mama?", fragte er verwirrt und sein Gesicht sah aus wie ein riesengroßes Fragezeichen. Auch Shane war aufgewacht und brauchte erst ein paar Minuten um wieder zu wissen wo er war und wer neben ihm im Bett lag. "Mama ist nicht da, Brooke. Sie kommt heute Nachmittag wieder.", sagte ich müde und gähnte. Shane hatte sich inzwischen wieder orientiert und lächelte mir verschlafen zu. "Macht er das jeden Morgen?", grinste er und zog sich die Decke bis zum Kinn. "Nee, nur Sonntags, wenn Morgan und ich länger schlafen als er!", antwortete ich und strich Brooklyn über den Kopf. "Komm kuscheln." Das ließ er sich nicht zweimal sagen und schlang seine Hände um meinen Hals, bevor ich meine Hälfte der Decke wieder zurecht rückte und einen Arm um Brooklyn legte. "Süüüß." Shane beobachtete uns amüsiert, bevor er sich aufrichtete und mich eindringlich ansah. "Wo warst du am Mittwoch Abend vor zwei Wochen? Ich hab auf dich gewartet.", sagte er und ich verstand nur Bahnhof. "Hä? Warum?" "Ich hab dir doch den Zettel gegeben..." "Ach der Zettel!" Ich schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn, was Brooklyn stirnrunzelnd beobachtete. "Ich hab den Zettel nicht gelesen. Ich hab ihn in meiner Hosentasche vergessen und als ich nachsehen wollte, hatte Morgan die Hose bereits zum Waschen getan.", erklärte ich. "Ach so." "War es wichtig?" "Na ja, ja, äh nein, ach ich weiß nicht. Kommst du heute Abend zum Sligo Bay?" Ich verstand nicht ganz was er von mir wollte, aber ich nickte einfach mal. "Was ist denn da?" "Siehst du dann schon."

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Am späten Nachmittag kam Morgan aus Cork zurück und sah noch ziemlich müde aus! "Da bist du ja, Süße. Oh, viel Schlaf hast du letzte Nacht nicht bekommen oder?" Ich umarmte sie kurz bevor ich ihr die kleine Reisetasche abnahm und sie die Jacke ausziehen konnte. "Nee, nicht wirklich, aber die Hochzeit war ein Traum! Wo ist denn Brooke? War er brav? Ach, wie war überhaupt dein Date mit Jared?" "Halt, nicht so viel auf einmal. Komm erst mal rein, dann können wir ja alles bereden. Willst du Kaffee?" "Jeps, aber wo ist denn nun mein kleiner Knuffelbär?" "Im Wohnzimmer." Morgan lief zu Brooklyn während ich Kaffee kochte und überlegte wie ich Morgan von Jared erzählen sollte. So wie ich sie kannte, würde sie wahrscheinlich auf kürzestem Wege zu ihm laufen und ihm die Hölle heiß machen. "Mama, Shane ganz lieb. Hat gesingt und gepielt.", erzählte Brooklyn begeistert als ich ins Wohnzimmer kam und ich blieb erst ein paar Minuten im Türrahmen stehen und beobachtete die zwei. Morgans Worte machten mich traurig, sie tat mir richtig Leid. "Ja, Schatz, Shane ist lieb. Mama mag ihn auch sehr gerne. Er wäre der perfekte Papa für dich." "Papa?" "Nein, Shane ist nicht Papa. Komm spiel schön weiter." Morgan hielt Brooklyn ein Polizeiauto hin, das er ihr mit großer Begeisterung abnahm und gegen den nächsten Blumentopf krachen ließ. Morgan lachte, aber ich merkte, dass sie am liebsten geweint hätte. In ihrer Stimme klang so viel Verzweiflung mit, dass es mir ganz kalt den Rücken hinunter lief. "Gilly? Warum stehst du in der Tür?" Morgan hatte sich umgedreht und sah mich mit einem verdutzten Blick an. "Ich? Ähm, bin grad gekommen. Hier dein Kaffee." Ich drückte ihr die Tasse in die Hand und ließ mich auf das Sofa plumpsen. Morgan stand auf und setzte sich neben mich. "Jetzt erzähl mal, wie war dein Date?" Ich schluckte und mein Hals schnürte sich für ein paar Sekunden zu. "Was ist denn? Du wirst ja ganz weiß im Gesicht.", sagte Morgan besorgt. "Geht’s dir nicht gut? Vielleicht solltest du dich hinlegen." "Nein, nein, mir geht’s gut.", wehrte ich ab, ehe ich nach den richtigen Worten suchte und den vergangenen Abend bis ins kleinste Detail schilderte. "Oh mein Gott, Süße. Du musst zur Polizei!" "Nein! Ich bin froh, wenn ich ihn nie wieder sehe." "Das wird schwer, er wohnt schließlich in Sligo... Schatz, er wollte dich vergewaltigen, du musst zur Polizei gehen. Du hattest Glück! Was wenn andere nicht so viel Glück haben?" "Aber er wollte das doch gar nicht. Er wollte nur Spaß und wurde übermütig, das ist alles." "Gill, du darfst dieses Schwein doch nicht auch noch verteidigen! Er hat dich belästigt, das darfst du nicht einfach so hinnehmen. Jetzt werd doch vernünftig!" Ich griff zu meiner Tasse und nippte an meinem Kaffee, der inzwischen schon kalt war. Ich dachte kurz nach. Vielleicht hatte Morgan recht. Was wenn er bei einer anderen Frau genauso reagiert, die Frau sich aber nicht wehren kann? Was wenn er eine Frau vergewaltigt? Ist es dann meine Schuld, weil ich geschwiegen habe? "Du hast recht. Ich gehe morgen Abend nach der Arbeit zur Polizei. Gehst du mit? Bitte!", flehte ich und Morgan nickte. "Danke." "Du brauchst dich nicht bedanken, das ist doch selbstverständlich. Ich kann noch gar nicht richtig glauben, was dir passiert ist. Das tut mir so Leid." Morgan nahm mich in den Arm und wir fingen beide an zu weinen. Es war wie ein Reflex und wir konnten beide nichts dagegen tun. Wir lagen uns einfach in den Armen und weinten. "Mama? Gilly? Warum weint?" Brooklyn kam angelaufen und zupfte abwechselnd an meiner und Morgans Hose. Morgan löste sich aus der Umarmung und hob ihn auf ihren Schoß. "Wir sind traurig, Schatz." "Warum?" "Das verstehst du noch nicht. Tust du Gillian trösten? Ich mach jetzt deine Flasche, du musst dann ins Bett." Brooklyn nickte und Morgan verschwand in der Küche. Er kletterte auf meinen Schoß und schlang seine kurzen Arme um meinen Hals. Ich lächelte und drückte ihn vorsichtig an mich. "Brooklyn dich lieb hat.", flüsterte er in mein Ohr und fing dabei an zu kichern. "Ich hab dich auch lieb, Großer!"

~*~

"Moe? Wo bist du denn?" "Ich bin hier." "Hier ist gut, wo ist denn hier?" "Im Bad!" Ich lief zum Bad und steckte meinen Kopf hinein. "Ich bin dann mal weg. Du weißt schon, Shane wollte doch, dass ich zum Sligo Bay komme..." "Ist gut. Ciao." "Tschüss." Ich schnappte meine Jacke und die Autoschlüssel und fuhr zum Sligo Bay. Einer der schönsten Orte in Sligo. Ich stieg aus und folgte dem Fußweg hinunter ans Meer. Es verwunderte mich ein bisschen, dass ich alle 10 Meter auf ein Teelicht stieß, dessen Flamme freudig im leichten Wind tanzte. Ich lief trotzdem weiter und hoffte inständig, dass ich kein Liebespaar störte, dass ein paar gemeinsame schöne Stunden am Sligo Bay verbrachte. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Shane die Kerzen für mich aufgestellt hatte. Als ich unten ankam, stockte mir der Atem. Shane saß in einem Kreis aus bestimmt 100 kleinen Kerzen und hatte eine Gitarre in der Hand. Ich blieb erst ein paar Sekunden regungslos stehen. Shane sah auf, er hatte mich bemerkt. Wir sahen uns an und ich bekam Gänsehaut. Dieser Blick war tödlich! Meine Beine fühlten sich an wie Pudding und ich schwankte Richtung Shane. Kurz bevor ich ihn erreichte, stand er auf, griff nach meiner Hand und führte mich in die Mitte des Kreises. Ich war immer noch sprachlos. Das was Shane hier veranstaltete übertraf all meine Erwartungen. Ich hatte schon damit gerechnet, dass es wahrscheinlich etwas mit uns zu tun hatte, aber das er sich so viel Mühe gab und alles so schön vorbereitete, hätte ich mir nie erträumen lassen! Nun standen wir uns gegenüber, Shane hatte seinen Blick starr auf mich gerichtet und ich sah verlegen auf den Boden, während ich die passenden Worte suchte. Ich wollte irgendetwas sagen, aber mir viel beim besten Willen nichts gescheites ein und deshalb sagte ich einfach: "Shane... das ist... Wahnsinn!" Shane lächelte und ich umarmte ihn kurz, ehe ich ihn auf die Wange küsste. Wir setzten uns beide in den Sand und Shane griff zur Gitarre. Er spielte die ersten Akkorde und begann dann zu singen. Mir stiegen dabei die Tränen in die Augen. Er war so süß, so romantisch und ich wusste, dass ich nie mit ihm zusammen sein konnte. Das konnte ich Morgan einfach nicht antun, es hätte sie kaputt gemacht! Shane sah mich die ganze Zeit an während er sang und ich wischte eine Träne nach der anderen weg. Es war so schön...

Look into my eyes - you will see
What you mean to me
Search your heart - search your soul
And when you find me there you'll search no more
Don't tell me it's not worth tryin' for
You can't tell me it's not worth dyin' for
You know it's true
Everything I do - I do it for you

Look into your heart - you will find
There's nothin' there to hide
Take me as I am - take my life
I would give it all I would sacrifice
Don't tell me it's not worth fightin' for
I can't help it there's nothin' I want more
You know it's true
Everything I do - I do it for you

There's no love - like your love
And no other - could give more love
There's nowhere - unless you're there
All the time - all the way

You can't tell me it's not worth tryin' for
I can't help it there's nothin' I want more
I would fight for you - I'd lie for you
Walk the wire for you - yeah I'd die for you

You know it's true
Everything I do - I do it for you

Die letzten Akkorde klangen aus und hinterließen einen kalten Schauer, der durch meinen ganzen Körper fuhr. Ich blickte Shane mit Tränen in den Augen an, ich war unfähig etwas zu sagen und er griff nach meiner Hand die er zärtlich in seine letzte. "Gillian... ich liebe dich.", hauchte er und nun war es vorbei. Es waren keine einzelnen Tränen mehr die über meine Wangen liefen, nein, jetzt war es ein ganzer Tränenstrom. Mir war es vorher nie aufgefallen, aber nun merkte ich wie viel mir Shane eigentlich bedeutete. Jetzt, wo ich einer Beziehung keine Chance geben konnte, weil ich Morgan nicht verletzen wollte. Ich konnte es einfach nicht. Shane zog mich in seine Arme und flüsterte beruhigende Worte in mein Ohr. Doch das machte alles nur noch schlimmer. Er war so lieb... "Es geht nicht.", schluchzte ich und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. "Was geht nicht?" "Wir können nicht zusammen sein, Shane. Ich kann das nicht!" "Jetzt beruhige dich erst mal, dann kannst du mir alles genau erklären, okay?", sagte er ruhig, konnte dabei seine Enttäuschung in der Stimme aber nicht verbergen. Ich wäre am liebsten aufgestanden und davon gerannt, aber das konnte ich ihm nicht auch noch antun. Es war ja so schon alles schlimm genug! "Okay."

~*~

Es vergingen einige Minuten des Schweigens. Nur meine unkontrollierten Schluchzer drangen in die dunkle Nacht. Shane saß still neben mir und sah hinaus auf das schwarze Meer in dem sich der sichelförmige Mond spiegelte. "Hat es etwas mit Jared zu tun?", fragte er und suchte Augenkontakt, den er nicht bekam, weil ich in den feinen Sand starrte. Er griff an mein Kinn und drehte den Kopf so das er mir in die Augen sehen konnte. "Gillian, ich bin nicht so. Ich würde dir nie so etwas antun." "Ich weiß, du bist ein wundervoller Mann, aber es geht nicht.", sagte ich und wieder liefen mir die Tränen aus den Augen. "Warum? Warum geht es nicht?" "Weil... ich weiß nicht ob es gut ist, wenn ich es dir sage..." "Bitte. Wie soll ich deine Entscheidung jemals akzeptieren, wenn ich nicht einmal weiß warum?" Shane sah mich schon fast flehend und mit glasigen Augen an. "Du hast recht." Ich seufzte ehe ich die letzten Tränen aus den Augen wischte und Shane die augenblickliche Lage erklärte. "Es geht um Moe. Sie... nun ja... Shane, sie liebt dich!" "Moe?" Shane war platt. Anscheinend hatte er mit allem gerechnet nur nicht damit. "Ja, Moe... Versteht du nun warum es nicht geht? Es würde sie kaputt machen, ich würde sie verletzen und das will ich einfach nicht. Es tut mir Leid. Du bist wundervoll und es liegt ganz bestimmt nicht an dir, aber ich kann einfach nicht. Vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit, aber die momentane Situation lässt das nicht zu. Du hättest sie sehen sollen, als sie mit Brooklyn über dich geredet hat. Ich stand im Türrahmen, hab alles mitgekriegt und es tat mir richtig weh. Sie klang so verzweifelt. Ich kann ihr das nicht antun, verstehst du das?" Shane nickte. "Das hab ich nicht gewusst, ich weiß nur, dass ich dich liebe." Shane senkte traurig seinen Kopf und stocherte mit seinen Fingern in den Sand. Ich konnte trotz des schwachen Lichtes, das die Kerzen nur spendeten, sehen, dass ihm eine einzelne Träne über die Wange lief und ich umarmte ihn kurz. "Es tut mir Leid.", flüsterte ich in sein Ohr, ehe ich aufstand. "Ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt gehe...", sagte ich und reichte Shane meine Hand an der er sich nach oben zog. Wir standen uns einige Minuten gegenüber und sahen uns einfach nur an. "Darf ich dich küssen? Nur ein einziges Mal?", hauchte er schließlich und ich konnte in diesem Moment nichts anderes als nicken. Selbst wenn ich es nicht gewollt hätte, es wäre nicht gegangen. Shane beugte sich ein Stück nach vorne und legte seine Lippen sanft auf meine. Sie waren zart und weich und der Kuss war alles andere als unschuldig. Nach ein paar Sekunden, in denen unsere Lippen einfach nur aufeinander ruhten forderte seine Zunge sanft Einlass in meinen Mund. Ich öffnete ihn ein Stück und noch im selben Moment versank seine Zunge in einem leidenschaftlichen Spiel mit meiner. Ich schlang meine Arme um seinen Hals, unfähig irgendetwas gegen den Kuss zu unternehmen. Er zog mich in seinen Bann und spätestens jetzt hatte ich mich vollkommen in ihn verliebt. Während wir uns immer noch zärtlich küssten, schoss mir plötzlich ein Bild von Morgan durch den Kopf. Ich löste mich vorsichtig von Shanes Lippen, umarmte ihn fest und ging dann ohne ein weiteres Wort zurück zu meinem Auto. Dieser Abend hatte mir den Rest gegeben!

~*~

Ich legte meinen Kopf auf dem Lenkrad ab und versuchte zu begreifen was vor wenigen Minuten geschehen war. Es war unglaublich! "Verdammt noch mal!", schrie ich und schlug mit der Faust auf das Lenkrand, dass mir die Hand schmerzte. Das durfte alles nicht wahr sein! Ich konnte Shane nicht lieben, ich durfte ihn nicht lieben. Vielleicht sah ich das alles noch ein bisschen zu altmodisch, aber ich war der Meinung, dass man seiner besten Freundin einfach nicht den Schwarm wegschnappt. Das tut man einfach nicht und deshalb durfte es nicht sein, dass ich Shane liebte! Es war zum verzweifeln. Als ich Shane erkennen konnte, der mit seiner Gitarre in der Hand den Weg zu Straße nach oben lief, startete ich den Motor und fuhr. Ich hätte in dem Moment alles lieber getan, als auch nur eine Sekunde in Shanes enttäuschtes und trauriges Gesicht zu sehen. Wirklich alles! Ich brauchte erstaunlich lange bis ich wieder zuhause ankam. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und zog anschließend meine Jacke aus und hängte sie völlig kaputt und fertig mit den Nerven an die Garderobe. "Gill? Bis du das?" "Ja. Ich bin im Bett." Ich hatte keine Lust jetzt auch noch mit Morgan darüber zu reden. Ich hatte Shane schon verletzt und enttäuscht, da wollte ich wenigstens Morgan heute mit dieser mega romantischen Story verschonen. Ich ließ mich so wie ich war, mit Kleidung und allem drum und dran, auf mein Bett fallen und schon wenige Sekunden später fielen mit die Augen zu und ich driftete ab in eine Welt, die nur mir offen war.

~*~

Ich fühlte mich wie gerädert, als am nächsten Morgen der Wecker klingelte. "Das ist nicht wahr!", stöhnte ich und stellte den Wecker ab. Mein Kopf brummte, ich war hundsmüde, weil ich nicht wirklich viel geschlafen hatte und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, stieß ich auch noch gegen mein Bett als ich aufstand und im Dunkeln zur Tür schwankte. "Autsch, verdammt noch mal!", fluchte ich, bückte mich nach unten und rieb meinen Fuß. Doch auch das sollte noch nicht genug sein. "AUA, was zum Teufel..." "Oh Süße, das tut mir Leid. Oh mein Gott, tuts noch weh?" Morgan war in mein Zimmer gestürmt, da sie dachte ich hätte den Wecker wieder nur abgestellt und würde schon wieder schlafen. Im hineingehen hatte sie mir die Tür mit voller Wucht gegen den Kopf geknallt, weil ich immer noch an meinem Fuß rieb. "Nein!", antwortete ich ironisch auf ihre Frage und setzte mich auf mein Bett. Mir war noch ganz schwindelig und mein Kopf fühlte sich an, als würde er jeden Moment in 1000 Einzelteile zerspringen. "Mir ist schlecht.", sagte ich und schon im nächsten Moment humpelte ich ins Bad und brachte das letzte Abendessen zum Vorschein. "Gill? Ich glaube wir fahren besser zum Arzt und zwar jetzt sofort! Wahrscheinlich hast du eine leichte Gehirnerschütterung oder so was... Komm." Morgan half mir auf und führte mich zurück in mein Zimmer, wo sie mich anzog und nebenbei noch Brooklyn mit Müsli fütterte, das er ihr hinterher getragen hatte. "Schatz, zieh mal bitte deine Jacke an. Ich komme gleich." Sie gab Brooklyn einen leichten Klaps auf den Hintern und er rannte vergnügt aus dem Zimmer, während mir fast Tränen in die Augen stiegen vor Schmerzen. Als ich schließlich fertig angezogen war führte sie mich ins Auto, ehe sie Brooklyn hinten in seinem Kindersitz anschnallte und dann ins Krankenhaus fuhr, das unglücklicherweise am anderen Ende Sligos war. "Geht’s noch?", fragte Morgan besorgt und blickte zu mir. "Ja ja, guck lieber auf die Straße..." "Das tut mir wirklich Leid, aber woher sollte ich denn wissen, dass du vor der Tür stehst?" "Morgan, es ist schon okay. Kann doch jedem mal passieren und jetzt schau auf die verdammte Straße!"

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"Moe? Fährst du mit mir zur Polizei? Wegen Jared..." "Bitte was?! Bist du jetzt von allen guten Geistern verlassen?? Gill, du hast eine leichte Gehirnerschütterung, du gehst heute nirgends mehr hin! Sieh zu das du ins Bett kommst, du hast doch gehört was der Arzt gesagt hast. Du musst dich diese Woche schonen.", schimpfte Morgan und schob mich durch die gesamte Wohnung zurück in mein Bett. "Außerdem würde ich jetzt schon gerne mal wissen, was gestern mit Shane war!", fügte sie hinzu und setzte sich an meinen Bettrand. Ich seufzte, eigentlich wollte ich gar nicht darüber reden. "Na ja, das war so... also eigentlich... ach Moe, das ist alles so kompliziert!" "Bist du mit ihm zusammen?", fragte sie vorsichtig. "Nein!", antwortete ich und erzählte dann die gesamte Story. Vom Lied, meiner Heulorgie, dem Kuss, bis hin zu meinen Gefühlen für Shane die sich gegen meinen Willen entwickelt hatten. "Mensch, Gill, das war die Chance deines Lebens und du achtest nur darauf, dass es deiner Freundin gut geht. Das darf doch nicht wahr sein. Schatz, ich kann damit leben, wenn du mit ihm zusammen bist, okay? Irgendwann treffe ich auch noch auf den Mann, der wirklich der Richtige ist. Shane war es halt anscheinend nicht. Weißt du, ich hab letzten Abend viel darüber nachgedacht und vielleicht ist Shane wirklich nicht der richtige Mann für mich. Das Schicksaal weiß schon was es tut..." "Aber Moe, ein paar Stunden vorher hättest du am liebsten geheult, weil Shane in dir nur eine sehr gute Freundin sieht." "Das war ja auch bevor ich über alles nachgedacht habe. Shane liebt dich du liebst ihn, wo ist das Problem?" "Du bist das Problem, ich will dir nicht weh tun!" "Du tust mir nicht weh, wie oft denn noch? Gillian du musst anfangen auch an dich zu denken. Es ist ja schön und gut, wenn du dir so viele Gedanken um deine Freunde machst, aber vergesse nicht, dass es dein Leben ist! Es ist dein Leben, deine Zukunft, hör auf dir deinen hübschen und im Moment leider etwas demolierten Kopf über mein Leben und meine Gefühlte zu zerbrechen. Hör auf dein Herz und nicht auf deinen Willen, denn im Moment ist das der falsche Weg, okay?", sagte sie sanft und lächelte mir aufmunternd zu. "Danke.", flüsterte ich, ehe sie das Zimmer verließ und mich mit meinen Gedanken allein ließ. Ich dachte über Morgans Worte nach, oder sagen wir so, ich wollte nachdenken, war aber so erschöpft, dass ich wenige Minuten später einschlief. Ich erwachte erst wieder, als Brooklyn anfing zu schreien wie am Spieß. "Was zum Teufel ist denn jetzt los?", hörte ich Morgans Stimme die im Flur stand und anscheinend mit Brooklyn redete. "Shhhh, Gillian schläft! Schatz, was ist denn? Hast du dir weh getan? Komm mal mit." Brooklyn schrie immer noch, aber bei weitem nicht mehr so laut wie vorher. Ich schlug die Decke von meinen Füßen und stand auf, wobei ich fast wieder zurück ins Bett kippte. Ich schaffte es dennoch und lief ins Wohnzimmer aus dem immer noch das Wimmern und Schluchzen von Brooklyn drang. "Hat er dich aufgeweckt? Mensch, Brooke!", sagte Morgan, als sie mich im Türrahmen stehen sah. "Ist schon okay, was hat er denn?" "Ich hab keine Ahnung. Er hat irgendwas mit seinem Finger gemacht, sagt er, aber ich seh nichts. Na ja, hab ein Pflaster drauf geklebt, jetzt sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Du kennst ihn doch..." Morgan grinste mich breit an, ehe sie Brooklyn auf die Nase tippte und ihn von ihrem Schoß runterhob. Oh ja, das kannte ich nur zu gut. Erst vor kurzem hatte er sich mit einer Nähnadel in den Finger gepiekst und erst aufgehört zu schreien, als ein Pflaster drauf klebte, obwohl es schon gar nicht mehr geblutet hatte und man auch überhaupt nichts mehr sah. Ein Pflaster wirkte eben doch Wunder!

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"Gill?" "Ich bin grad baden." "Oh, Shane ist am Telefon." "Shane? Bring mir das Telefon rein." Ein paar Sekunden später stand Morgan mit dem Telefon im Bad. "Gib mir mal schnell ein Handtuch, meine Hände sind nass...", flüsterte ich und deutete auf das weiße Handtuch, das im Waschbecken rumlag. Morgan reichte es mir, ehe sie auch den Telefonhörer an mich weitergab und aus dem Bad lief. "Ja?" "Hi Gill. Wollte nur mal nachfragen wie’s dir geht." "Woher weißt du das ich krank bin?" "Hab euch gesehen, wie ihr ins Krankenhaus gelaufen seid, als ich beim Bäcker war. Und gerade eben hat mir dann Moe erzählt was passiert ist." "Ach so... Na ja, geht schon wieder. Hab den ganzen Nachmittag geschlafen und dieses Entspannungsbad tut mehr als gut." "Du badest gerade? Kann ich vorbei kommen?" Ich musste lachen und stellte mir in Gedanken Shanes breites Grinsen vor. "Ich mein das Ernst. Ich kann dich sogar massieren!", sagte er und versuchte wirklich ernst zu klingen, brach am Ende aber trotzdem in ein schallendes Lachen aus. "Du kannst gerne vorbeikommen, ich muss sowieso mit dir reden...", sagte ich, als wir uns beide wieder beruhigt hatten, da sein Lachen so ansteckend war, dass ich mitlachte. "Okay, in einer Stunde?" "Ja, kannst dann gleich mitessen. Morgan kocht und das würde ich mir nicht entgehen lassen, sie kocht nämlich immer fantastisch!" "Ist gut.", lachte er, bevor wir uns verabschiedeten und ich aus der Badewanne stieg. Ich schlüpfte in meine Lieblingsjeans und zog mir einen großen warmen Pullover über. Mir war schon den ganzen Tag lang so kalt. "Ach, da bist du ja. Dachte schon du bist abgesoffen.", begrüßte mich Morgan als ich in die Küche schlurfte. "Ha ha. Shane kommt dann vorbei. Hab ihn zum Essen eingeladen, das ist doch okay, oder?" "Ja klar. Ich hoffe du nutzt diese Gelegenheit gleich um dich mit ihm auszusprechen." "Ja, das hatte ich vor... Ich leg mich so lange aufs Sofa..." Ich lief ins Wohnzimmer, wo Brooklyn auf dem Teppich saß und ein Puzzle zusammenbaute. Ich legte mich hin und zog mir die warme Decke bis zum Kinn. Ich schloss die Augen, bis ich kleine Tippelschritte hörte. "Was du machst?" Brooklyn stand vor dem Sofa und hatte sein Gesicht direkt über meins gebeugt. Ich musste grinsen, seine Satzstellung und Aussprache war einfach nur niedlich! "Ich ruhe mich aus." "Brooklyn auch.", sagte er und dachte nicht weiter nach. Er kletterte zu mir aufs Sofa und schlüpfte mit unter die Decke. Ich legte einen Arm um ihn und er erzählte mir stolz von seinem Pflaster. "Guck mal." "Oh, was hast du denn da gemacht?" "Anhaut. Du blasen?" Er hielt mir seinen kleinen Finger vor den Mund und ich blies ein paar mal drauf, ehe er sich zufrieden gab und meine Haare um seine Finger zwirbelte. Tja, das waren die Vorstellungen von ausruhen eines 2 ½-jährigen Kindes.

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"Oh, hat ding dong macht!" Brooklyn sprang regelrecht vom Sofa und flitzte an die Tür. Ich sah im lachend hinterher, bevor ich aufstand und ihm folgte. Ich vermutete, dass es Shane war und ich hatte recht. "Hi.", sagte ich und hob Brooklyn hoch, da er den Weg blockierte und von seinem Pflaster erzählte. "Hi.", lächelte er und zog seine Jacke aus. Nachdem Brooklyn mit seinem ausführlichem Bericht über seinen Finger fertig war, standen wir 5 Minuten später in der Küche, in der Morgan noch geschäftig umher rannte. "Soll ich dir irgendwie helfen?", bot ich meine Hilfe an doch Morgan lehnte ab. "Is schon okay, setzt ihr euch schon mal hin." "Na gut, was willst du Trinken?", fragte ich Shane und stellte ein paar Flaschen auf den Tisch. "Cola wäre gut.", antwortete er und setzte sich auf einen Stuhl. 10 Minuten später waren alle am Essen, außer Brooklyn. Der wusste nicht so recht, was er mit seinen Spagettis anfangen sollte und wickelte sie um seinen rechten Zeigefinger. "Brooke, was machst du denn?", fragte Morgan geschockt, als sie sah was ihr Sohn mit dem Abendessen anstellte. "Das darf doch nicht wahr sein.", stöhnte sie und holte einen Lappen um die Sauerei zu beseitigen. "Du bist unmöglich, weißt du das? Jetzt setzt dich anständig hin, ich füttere dich." "Nein.", protestierte er und versuchte aus seinem Stuhl zu klettern. "Na dann halt nicht, aber quengele später bloß nicht rum!" Morgan hob ihn aus dem Stuhl und verfrachtete ihn in sein Kinderzimmer. "Er macht mich heute wahnsinnig.", seufzte sie, als sie zurück in die Küche kam. Shane und ich lächelten ihr aufmunternd und gleichzeitig mitfühlend zu. Brooklyn konnte wirklich anstrengend sein, auch wenn er ein wirklich goldiger Kerl war.

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Wir saßen gerade gemütlich im Wohnzimmer und unterhielten uns über belanglose Dinge, als Morgan aufstand. "Ich bring Brooklyn ins Bett.", sagte sie und zwinkerte mir dabei zu. Ich lächelte sie dankend an und sie setzte einen Blick auf der so viel bedeutete wie "Wird schon alles gut gehen!", bevor sie verschwand. Mir war plötzlich ganz komisch in der Magengegend, ich war tierisch aufgeregt und ich wusste noch nicht mal genau warum. Es entstand eine peinliche Stille und ich verschwand kurz in der Küche, mit der Ausrede ich müsse mir eine Kopfschmerztablette holen. "Verdammt noch mal, jetzt stell dich nicht so an. So eine Chance bekommst du nicht noch mal.", ging es mir durch den Kopf und ich lehnte mich frustriert gegen die Arbeitsplatte. Irgendwie war die Situation richtig dumm. Erst heulte ich ihm vor, es ginge nicht und nun ging es doch. Ich seufzte ehe ich zurück ins Wohnzimmer lief. "Besser?" "Was?" "Ob es deinem Kopf besser geht, du hast doch eine Schmerztablette genommen." "Ach so, ja." Ich setzte mich wieder hin und spielte nervös an meinem Armkettchen, das ich mal zum Geburtstag bekommen hatte. Ich wusste nicht wie ich anfangen sollte, fand nicht die passenden Worte und deshalb sagte ich erst gar nichts. Shane hielt mich wahrscheinlich für völlig bescheuert. "Du wolltest doch mit mir reden.", sagte er schließlich. "Ja, stimmt." Ich blickte auf und sah ihm direkt in seine warmen braunen Augen. "Ich hab mit Moe geredet. Über mich und dich. Ich weiß grad gar nicht wie ich das sagen soll. Ist ziemlich dumm." "Wenn es darum geht, dass Morgan nichts gegen uns hat, finde ich das gar nicht dumm!", lächelte er und nahm mir damit jegliche Nervosität. Woher wusste er das denn schon wieder? "Du kannst hellsehen, stimmts?" Shane lachte und schüttelte den Kopf. "Mit hellsehen hat das nichts zu tun. Ich weiß nur zu wem ich gehen muss um bestimmte Dinge zu erfahren.", zwinkerte er und ich begann zu grinsen. Morgan war unmöglich, dass sie nicht einmal ihre Klappe halten konnte! "So, dann wäre doch jetzt alles geklärt oder? Darf ich dich jetzt küssen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen?" Shane legte seinen Kopf schief und setzte seinen unwiderstehlichen Hundeblick auf. Ich beugte mich nach vorne und legte meine Lippen sanft auf seine, ehe wir in einem Kuss versanken der schien als würde er nie enden.

~*~Fortsetzung folgt...~*~