
Ich erinnere mich noch als wenn es gestern gewesen wäre. Georgina und
ich zogen gerade erst in unser neues Traumhaus, wir waren frisch verheiratet
und unsterblich ineinander verliebt. Als Geo mir sagte, dass sie schwanger sei,
war unser junges Glück perfekt. Wir träumten von unserer eigenen kleinen
Familie. Ich richtete das Kinderzimmer her, da war Geo gerade mal im 2. Monat,
so sehr freute ich mich auf dieses Kind, dass aus wahrer Liebe entstand. Zwar
war es eher ungewollt, dennoch konnte ich es kaum erwarten endlich Daddy zu
werden. Ein kleines Mädchen sollte es sein. Grace wollten wir sie nennen,
nach Geo’s früherer Schulfreundin. Die bedeutete ihr sehr viel, bis sie
sich eines Tages das Leben aus Liebeskummer nahm.
Die Tage, Wochen und Monate vergingen und Georginas Babybauch wuchs unaufhörlich.
Ich glaube die Zeit der Stimmungsschwankungen waren die Härtesten für
mich. Ab dem 5. Monat, verbot ich Georgina jegliche körperliche Arbeit.
Ich stellte ein Hausmädchen ein, dass unser Haus in Form hielt und für
Geo da war, wenn ich mal wieder mit meinen Jungs auf Tour ging. Bis zum 6. Monat
war sie bei fast jedem Konzert dabei, auch wenn ich es nicht für Gut hieß,
ließ Geo es sich nicht ausreden und bestand darauf so viel Zeit wie möglich
mit mir zu verbringen. - Vielleicht ahnte sie zu diesem Zeitpunkt bereits, dass
uns nicht mehr all zu viel Zeit blieb.
Ich machte mir wirklich große Sorgen um Sie, aus der strahlenden, fröhlichen
Frau die ich so liebte, wurde eine zurückhaltende nachdenkliche Person.
Immer wenn ich sie fragte ob es ihr nicht gut ging, sagte sie mir ich bräuchte
mir keinerlei Gedanken zu machen, es sei alles Ok. Zwar glaubte ich ihr nicht
wirklich, doch was blieb mir denn anderes übrig als für meine Liebste
da zu sein?
Ihr Verhalten machte mich nach einiger Zeit stutzig, doch mit Georgina konnte
ich nicht reden, denn sie bestätigte mir immer wieder es ginge ihr gut
und ich sollte mir wie immer keine Sorgen machen, doch verdammt noch mal, natürlich
machte ich mir Sorgen um die Frau meines Lebens und das Kind, welches ich jetzt
schon über alles liebte. Öfter fragte ich ob etwas mit Grace nicht
stimmt und genau in diesem Moment, wich sie meiner Frage aus und wechselte sofort
das Thema.
Ich hatte Recht, Grace war der Grund für ihre Stimmung. Aber es konnte
doch nichts mit der kleinen sein, immer wenn ich mit Geo beim Arzt war, hieß
es die Schwangerschaft verlief völlig zu seiner Zufriedenheit, alles wäre
in Ordnung.
Dennoch wunderte es mich, das Georgina jedes Mal, bevor wir gingen mit dem Arzt
unter 4 Augen reden wollte.
Ich musste etwas tun, und so fuhr ich eines Nachmittags zur Praxis von Dr. de
Valk. Ich wollte endlich Gewissheit und vor allem die Wahrheit! Und die kannte
nur Er sowie Geo, doch aus ihr bekam ich nichts heraus und somit war Dr. de
Valk meine letzte Rettung - wenn es da nicht diese verfluchte Schweigepflicht
gäbe! Immer und immer wieder redete ich auf Dr. de Valk ein und bettelte
schon fast, dass er mich endlich von meinen 'Qualen' erlöste. Zum Schluss
hatte er wirklich Mitleid mit mir und überwand sich doch mir zu sagen was
Georgina mir verschwieg. Seine Ehrlichkeit ließ mich schaudern. Er sagte
mir, dass Grace an einem schweren Herzfehler leidet und die Geburt zu 90% nicht
überstehen würde. Und wenn doch, dann müsste sie den Rest ihres
Lebens an Maschinen angeschlossen sein.
Tränen stiegen mir in die Augen. Ich wollte gerade aufspringen und direkt
zu Geo nach Hause fahren als mich Dr. de Valk zurückhielt und mir einen
weiteren Lebensschreck überbrachte. Ich erinnere mich noch gut an seine
Worte, sie hallen noch immer in meinem Ohr 'Das ist leider noch nicht alles
Mr. Byrne ,' ich setzte mich zögernd zurück auf den unbequemen Stuhl
und begann augenblicklich zu zittern. Dr. de Valk fuhr fort ', das Leben ihrer
Frau ist ebenfalls durch die Schädigung ihres Kindes sehr stark gefährdet,'
hatte er damals gesagt. Natürlich wollte ich ihm nicht glauben. Dr. de
Valk erklärte mir die Situation ganz genau und von Minute zu Minute konnte
ich mich mehr in Geos Lage versetzten. Es musste einfach schrecklich für
sie sein, zu wissen dass einer von beiden, oder sogar beide bei der Geburt sterben
werden.
Diese Zukunft wollte ich nicht, ich glaube niemand wollte eine solche Zukunft,
um die man letztendlich nicht herum kommt, nicht einmal meinem schlimmsten Feind
hätte ich so etwas gewünscht. Nach dem Gespräch verabschiedete
ich mich von ihm. Ich war Dr. de Valk wirklich dankbar, dass er sich so viel
Zeit für mich nahm. Schnurstracks fuhr ich zu Geo nach Hause. Ich wusste,
dass sie nicht mit mir rechnete, denn ich sagte ihr ich hätte sehr viel
für die bevorstehende Westlife - Tour zu proben und käme wahrscheinlich
erst gegen Abend wieder.
Doch es war gerade mal 16°° und es wunderte mich nicht, als ich die
Haustür aufschloss, dass Georgina mich nicht begrüßen kam, wie
sie es sonst immer tat sobald sie die Tür ins Schloss fallen hörte
und mir dann immer glücklich um den Hals fiel. So war es wirklich immer,
doch an diesem Tag nicht. Mit leisen Schritten lief ich ins Wohnzimmer. Geo
schien mich nicht bemerkt zu haben. Heulend und eng zusammengekauert saß
sie auf der Couch und starrte vor sich hin ins Leere. 'Georgina- Schatz' sagte
ich leise und erweckte sie somit zurück ins Leben. Ich erinnere mich noch
immer an ihren Blick, wie sie mich ansah.
In ihren Augen spiegelte sich Angst und Trauer. Sie versuchte tapfer zu lächeln
und sagte mit rauer Stimme 'Oh, hallo Darling ich habe dich gar nicht reinkommen
gehört!' im selben Augenblick wischte sie sich ihre Tränen am Pulloverärmel
ab. Als ich sie einige Zeit entsetzt ansah, meinte sie 'Oh, Entschuldigung,
die Hormone, verstehst du,' Wieder lächelte sie mich verkrampft an. 'Bist
du sicher dass es nur die Hormone sind? Geo, warum hast du mir nicht gesagt,
was mit Grace los ist? Wir hätten sicher eine Lösung gefunden und,'
'nein, das hätten wir nicht Nicholas, Grace ist krank, so oder so, Lösungen
ändern Situationen doch diese ist unveränderbar!' Sie stand langsam
auf und wollte aus dem Zimmer gehen. 'Ist das alles was du mir sagen willst?'
fragte ich sie fassungslos und hielt sie am Arm fest. 'Nicholas, was willst
du denn von mir hören?' Mir stiegen die Tränen ins Auge. 'Ich verstehe
einfach nicht, warum du mir die ganze Zeit vorgespielt hast, alles wäre
gut, Ich bin doch immer für dich da, das weißt du doch ich, ich,
verdammt!' Mit gesenktem Kopf stand sie schluchzend vor mir. Ich weiß
noch was ich dachte. Sie ist so zerbrechlich geworden und schwach war sie ohnehin.
Leise sah ich, wie eine einzelne Träne zu Boden fiel.
Vorsichtig hob ich ihr Kinn an so dass sie mir ins Gesicht schauen musste. 'Wie
lange wusstest du es schon?' fragte ich kaum hörbar, da mir die Stimme
in diesem Augenblick völlig versagte. 'Seit dem 3. Monat!' antwortete sie
mir und nahm meine Hand von ihrem Kinn. 'Warum?' war meine nächste Frage.
Sie zuckte schuldbewusst mit den Schultern.
Ich wusste die Antwort im Prinzip, wollte sie aber dennoch aus ihrem Munde hören.
Doch es blieb nur bei einem traurigen Schweigen. Georgina wusste, dass mir unsere
Grace schon alles bedeutete und wollte mir deshalb sicher nicht die Wahrheit
sagen. Sie war schon immer, in jeder Hinsicht stärker als ich. Dafür
hatte ich schon immer große Bewunderung übrig, so auch in diesem
Fall. 'Es tut mir so Leid Nicholas! Ich wollte es dir nicht verschweigen aber
ich, ich..' beruhigend zog ich sie an mich und strich ihr sachte über den
Rücken.
'Ich liebe dich Schatz und gemeinsam werden wir diese Zeit überstehen!'
'ich dich auch, aber was ist wenn ich selbst bald ster..' 'Shhhh sag so was
nicht, du wirst mich nicht verlassen, hörst du? Versprich es mir!' Die
Worte kamen einfach so aus meinem Mund und ich hatte wirklich verdammte Angst,
dass ich selbst nicht glauben könnte, was ich da sagte.
Die restlichen Monate vergingen wie im Flug. Seit einigen Wochen bin ich schon
nicht mehr mit meinen Jungs aufgetreten, nur um so viel Zeit wie möglich
mit Geo verbringen zu können. Es gab Tage an denen man ihr rein gar nichts
anmerken konnte, sie war fast so wie früher, aber eben auch nur fast!
Mit jedem Zentimeter um den ihr Bauchumfang wuchs, desto näher rückte
die Angst vor dem Endbindungstermin. Doch an diesem kamen wir nicht vorbei.
Und am 20.Juli war es dann so weit, nachts um 03°° wachte Geo schließlich
mit starken Wehen auf. Mit einem mulmigen Gefühl stand ich auf, packte
ihre Sachen zusammen und half Georgina schließlich ins Auto.
Innerhalb von 15 min. waren wir am Hospital angekommen und mich wunderte es
wirklich, dass wir heil ankamen, so unvorsichtig wir ich fuhr,
Die Krankenschwester kam uns schon entgegen gestürzt, als sie sah, wie
ich Georgina mit meinem Arm stützte. Ich hatte Angst, fürchterliche
Angst. Sofort wurde Georgina in den Kreissaal gebracht, die Ärzte sagten
mir, unter anderen Umständen hätte ich Geo mit in den Kreissaal begleiten
können, doch die Geburt von Grace war schon schwer genug.
Ich wartete eine Ewigkeit und fragte mich, warum dass alles nur so lange dauerte,
ich zitterte am ganzen Körper und außerdem war ich schrecklich müde.
Als ich sah, dass die OP Tür aufging und Dr. de Valk mir entgegenkam, setzte
mein Herz für einen Augenblick aus. Als ich mich erhob und ihm entgegen
lief, kam mir alles vor wie in Zeitlupe. 'Mr. Byrne,Es tut mir Leid,' Für
einen Moment hoffte ich noch, er würde lächeln und sagen alles sei
in bester Ordnung, doch es sollte nicht so sein.
'Kann ich zu ihr??' war das einzige, was ich noch heraus brachte. Dr. de Valk
nickte mir zu und ich ging mit ihm zusammen in den OP.
'Wir mussten ihre Frau unter Vollnarkose stellen, weil sie so starke Schmerzen
hatte, sie wird in ein paar Stunden aufwachen, wir verlegen sie nach Zimmer
547.' 'Grace??' meine Stimme zitterte als ich ihren Namen nannte. 'Es tut mir
Leid Mr. Byrne, wir haben alles versucht, was in unserer Macht stand, doch die
Kleine wollte nicht Leben!' das waren seine Worte. Tränen füllten
meine Augen, jetzt erst merkte ich, dass ich mein Kind verloren hatte.
Wartend saß ich an Georginas Bett und betete im Stillen. Plötzlich hörte ich Ihre Stimme ganz leise und schwach 'Nicholas' sagte sie. Ich schlug meine Augen auf und nahm ihre Hand in meine. 'Ich bin da mein Schatz, ich bin immer da!!!' 'das weiß ich doch, , wo? Wo ist Grace?'. Ich senkte meinen Blick und Geo schüttelte heftig den Kopf 'Nein, nein Nicholas, sag dass es nicht wahr ist, NEIN!' Heulend brach sie zusammen.
Nach einer langen Woche konnte ich Georgina endlich mit nach Hause nehmen. Die
Beerdigung unserer Kleinen Tochter war gerade 2 Tage her. Geo wollte nicht mit
zur Beerdigung kommen, zu schwer fiel es ihr zu glauben, dass dort unser Baby
begraben wurde.
Also organisierte ich die Beerdigung alleine. Und Dank meiner Mutter und meiner
Freunde schaffte ich es auch einigermaßen damit umzugehen. Die Trauerfeier
fand im kleinen Rahmen statt, und die Fragen der Reporter sowie die Geschichten
der Zeitungen machten mich völlig fertig.
Georgina hatte sich in sich zurückgezogen, sie wollte keinen mehr an sich
heran lassen, selbst mit mir redete sie schon einige Tage nicht mehr. Sie starrte
generell durch mich hindurch.
Nach etwa 3 Wochen sagte sie ihre ersten Worte zu mir. 'Nicholas? Bringst du
mich zu Grace?' Ihr Blick war kalt und Leer. Das war das erste Mal, dass sie
zu Grace wollte, von sich aus!
Ich nickte ihr nur zu. Gemeinsam stiegen wir in mein Auto und ich fuhr sie zum
Friedhof, als ich anhielt, wollte ich gerade meine Tür öffnen, als
'Nein, nein Nicholas, bitte lass mich erst mal alleine zu Grace gehen,' 'Aber
ich,' 'Bitte Nicholas, lass mir 5 Minuten mit ihr, ja?' Ihre Augen füllten
sich erneut mit Tränen als sie mich ansah.
Wieder konnte ich nur nicken. Sie öffnete die Tür und stieg aus, sie
drehte sich nochmals um und sah mich dankbar an, dann schritt sie von dannen.
Ich lies ihr Zeit, viel Zeit, etwa eine halbe Stunde später ging ich ihr
hinterher und nach ihr zu sehen. Langsam durchschritt ich das rostige Tor und
lief auf Grace’ Grab zu, ich kannte den Weg schon im Schlaf, denn in den letzten
3 Wochen war ich mehrmals täglich hier und brachte Grace immer eine Kleinigkeit
mit. Deshalb war es nicht verwunderlich dass ihr Grab das bunteste auf dem ganzen
Friedhof war. Georgina kniete vor dem kleinen Blumenmeer und vorsichtig legte
ich meine Hand auf ihre Schulter. Sie zuckte zusammen. 'Tut mir Leid, ich wollte
dich nicht erschrecken,' 'schon ok,' Sie stand auf und lehnte ihren Kopf an
meine Schulter, ihren Körper umschlang ich mit meinen Armen.
Nach einiger Zeit des Schweigens fragte ich sie 'Ist alles ok mit dir?' Ich
gab ihr einen zarten Kuss auf die Haare. Sie nickte stumm. 'Lass uns gehen,'
Georgina drehte sich auf ihrem Absatz um und schritt voran. Schleppend folgte
ich ihr.
Die Tage nach Grace’ Besuch, vergingen wie im Flug und ich hatte den Eindruck,
dass es auch Geo allmählig wieder etwas besser ging.
Nach kurzer Zeit, bestand sie darauf, dass ich wieder mit meiner alten Arbeit
weiter machen sollte, ich zweifelte etwas, bei dem Gedanken Georgina öfter
wieder alleine lassen zu müssen, wenn ich mit den Jungs unterwegs war.
Nachdem sie mir versicherte dass sie es alleine schaffen würde, traf ich
mich die Woche drauf mit meinen Jungs. Es war schon sehr lange her, dass ich
die 3 das letzte Mal gesehen hatte. Ich war ihnen Dankbar, dass sie mich nicht
vergessen hatten und noch immer zu mir standen, obwohl ihre Leben weiter gingen.
An diesem Tag, schaffte ich es sogar mich mal wieder etwas zu entspannen. Die
Gespräche mit Kian, Shane und Mark brachten mir einen kleinen Teil meiner
Hoffnung zurück. Ich war froh solche Freunde zu haben.
Gegen Abend fuhr ich wieder zu Geo nach Hause, als ich in der Auffahrt parkte,
überkam mich ein ungutes Gefühl. Meinem Instinkt folgend, rannte ich
ins Haus. 'Georgina??? Ich bin wieder da Liebling!! Geo??? Hallo??? Antworte
doch!!' doch es blieb still. Im dunklen Flur stand ich und sah aus unserem Schlafzimmer
Licht brennen. Hastig schritt ich die Treppenstufen nach oben und rief sie wieder
und wieder,
In der Tür zum Schlafzimmer blieb ich stehen. Da lag sie, ruhig und friedlich
auf dem Bett.
In der Hoffnung sie würde nur schlafen und hätte mir deshalb nicht
geantwortet, ging ich um das Bett herum und kniete mich neben sie. Zärtlich
streichelte ich ihr über die Wange und bemerkte, dass ihre Haut kalt war.
Meine Hand wanderte zu ihrem Hals - kein Puls war zu fühlen. Ich rüttelte
sie an der Schulter, doch ihre Reaktion blieb stumm. Von den Tränen überwältigt
brach ich über ihr zusammen.
1 Jahr später:
Es war der 30. November- Georginas Todestag. Bereits am frühen Morgen machte
ich mich mit einem Straus roter Rosen und einem Teddy auf den Weg zum Friedhof.
Seit Geo’s Tod kam ich fast täglich hier her, wenn ich die Möglichkeit
dazu hatte, denn meine Arbeit machte ich nach 3 Monatiger Pause weiter, ich
war mir sicher Georgina hätte es so gewollt.
Am späten Nachmittag zog ein Sturm auf und ich war froh noch vor dem Unwetter
zu Hause zu sein. Mit einer heißen Tasse Tee und einer dicken Wolldecke
setzte ich mich auf das Sofa vor den Kamin. Leise Musik verleitete mich zum
träumen und unwillkürlich wanderten meine Gedanken zu Geo. Durch einen
grellen Blitz und einen lauten Donnerschlag schreckte ich auf. Das Feuer im
Kamin war fast erloschen und so stand ich auf um neues Holz zu holen.
Ich erschrak als ich aufsah, das war, es konnte nicht sein, jeder hätte
mich für verrückt erklärt wenn ich es jemandem erzählt hätte.
Vor mir stand Georgina, meine Georgina! Ich sah sie ganz deutlich im leichten
Schein des Feuers und sie lächelte. 'Georgina!!!???' 'Nicholas!' 'Georgina,
bist du es wirklich oder träume ich nur wieder und wache in wenigen Sekunden
voller Enttäuschung und Trauer wieder auf??' 'Ja Nicholas, ich bin es wirklich,
ich habe dich sehr vermisst!' Ihre Augen strahlten liebevolle Wärme aus.
'Ich vermisse dich Georgina, warum bist du nur von mir gegangen?? Wir hätten
es doch gemeinsam geschafft, irgendwann!' Doch sie schüttelte den Kopf.
'nein Nicholas, das hätten wir nicht ich konnte nicht mehr, ich wollte
nicht mehr und nun geht es mir wieder gut, ich bin glücklich, dort wo ich
mich jetzt befinde, bitte glaube mir!' 'Aber Ich bin es nicht!!! Nicht ohne
dich!' 'Ich werde auf dich warten Nicholas, und Grace auch, eines Tages werden
wir eine glückliche Familie sein, wie wir es immer sein wollten, doch das
wird noch etwas dauern, und auch wenn ich dir nicht sagen kann, wie lange, werde
ich trotzdem ewig auf dich warten!'
'Georgina, was meist du damit? Ich würde alles tun um nur endlich wieder
mit dir zusammen sein zu können!' 'Ich weiß es,' Sie lächelte.
',aber es ist noch nicht an deiner Zeit, du musst noch ein Leben weiter führen,
und zwar nicht alleine!' Ich sah sie fragend an 'Was meinst du damit?' 'Nicholas,
weshalb ich hier bin, ist eine junge Dame, sie wird in wenigen Minuten eine
Autopanne haben und hier klingeln um Hilfe zu erhalten, bitte gib ihr eine Chance,
ja? Sie hatte in ihrem ganzen Leben so viel Pech, sie verdient jemanden der
so gut zu ihr sein kann wie du!' ' Aber, aber, woher weißt du dass denn?'
wieder lächelte sie 'Ich bin ein Engel mein Schatz! Ich muss jetzt gehen,
ich liebe dich und werde auf dich aufpassen, was immer du auch tun wirst!' 'Nein,
warte verlass mich bitte nicht! Ich liebe dich doch so sehr!' 'Ich liebe dich
doch auch, ich muss dennoch gehen!' 'Darf ich mir noch eines wünschen?'
'was denn?' fragte sie leise. ' Ich würde so gerne nur noch einmal deine
zarten Lippen spüren!' 'dass ließe sich machen,' Sie machte einen
Schritt auf mich zu, umschloss mein Gesicht mit ihren Händen und küsste
mich mit einer solchen Leidenschaft, dass ein warmes Glücksgefühl
meinen Körper durchströmte. Dann schritt sie zurück und flüsterte
'Ich liebe dich, für immer Nicky!' Mit einem grellen Lichtstrahl verschwand
sie und zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht, es war das erste mal dass
sie mich NICKY nannte.
Durch ein schrilles Klingeln an der Tür wachte ich vor dem Kamin auf.
Das Feuer war fast erloschen und schweigend erhob ich mich um zu sehen wer geklingelt
hat, als etwas zu Boden fiel. Ich bückte mich und hob es auf. Es war ein
Bild dass ich nicht kannte darauf zu sehen war Georgina und ein kleines Baby.
Ich drehte es um und konnte auf der Rückseite 'In ewiger Liebe Georgina
und Grace' lesen. Das hieß, dass das kleine Wesen auf dem Foto meine kleine
Tochter war. Tränen stiegen wieder in meine Augen doch diesmal waren es
Tränen des Glücks. Allerdings fragte ich mich, woher dieses Bild nur
gekommen sein mag.
Mit großen Schritten öffnete ich meine Haustür und sah auf eine
völlig durchnässte dunkelhaarige Dame, die ein kleines Kind auf dem
Arm trug. 'Entschuldigen sie die späte Störung, mein Auto hatte eine
Panne und, ich dachte mir ich könne vielleicht mal bei ihnen telefonieren???'
Mit großen Blauen Augen sah sie mich fragen an. Und plötzlich erschrak
ich einen Moment, ich dachte ich hätte nur von Geo geträumt, wie die
letzten Monate so oft, doch diesmal kann es kein Traum gewesen sein, denn Georgina
sagte mir dass mich eine Frau aufsuchen würde, die Hilfe bräuchte.
'Und??' riss sie mich aus meinen Gedanken. 'ähm, entschuldigung, natürlich
können sie telefonieren, kommen sie doch rein, dass Telefon befindet sich
dort hinten!' 'Danke!' sagte sie und trat ein. Mein Blick folgte ihr. Dann jedoch
drehte sie sich noch einmal um und fragte mich fast schüchtern 'Würden
sie vielleicht mal einen kurzen Augenblick die Kleine nehmen?' 'natürlich,
komm her du kleine Maus!' 'Vielen Dank!' sagte sie wieder und lächelte
mich an. Während sie telefonierte spielte ich etwas mit ihrer Tochter und
dabei fiel mir ein goldenes Armbändchen auf, das sie am Arm trug. 'Grace'
war darauf eingraviert und sofort dachte ich an meine eigene Tochter.
Nach wenigen Minuten kam die junge Dame wieder zu uns und erklärte erleichtert
'In einer halben Stunde wird der Abschleppdienst hier sein, wir werden dann
jetzt mal wieder gehen, danke dass sie so freundlich waren, komm Grace!' 'Grace!
Ein wirklich schöner Name!' 'Ja, danke finde ich auch, meine Schwester
hieß so, ich hab die kleine nach ihr benannt!' 'Das finde ich wirklich
schön von ihnen!' Sie nickte stumm und lief schweigend zur Tür, als
mir Georginas Worte wieder einfielen,
'Sie können auch gerne hier auf den Abschleppdienst warten, wenn sie wollen,
draußen werden sie bei diesem Wetter nur noch krank, und das muss ja nicht
sein!' 'Wenn es keine Umstände macht?' 'Aber nein.. kommen sie nur rein,
Miss,??' ',Rondell, aber nennen sie mich doch bitte Gina!' Mir stockte fast
der Atem als ich ihren Namen erfuhr. Sie hatte solch eine Ähnlichkeit mit
meiner Liebsten, dass ich fast schon Angst bekam.
'Ich bin Mr. Byrne, aber sagen sie doch bitte Nicky zu mir, ok?' Ich führte
sie und Grace ins Wohnzimmer und bot ihnen Tee an, den wir gemeinsam tranken,
während wir auf den Abschleppdienst warteten, der jedoch niemals ankam,,.
~*~*~*~ THE HAPPY END ~*~*~*~
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