„Kommt ihr endlich?“ meine Mum sah mich und meinen Bruder genervt an und wir
sahen ebenso genervt zurück.„Tut wenigstens so als hättet ihr etwas
Spaß und freut euch auf den Urlaub!“ zischte sie uns zu als wir endlich
bei ihr ankamen.
„Ja Mum!“ kam es von mir und Ryan im Chor.
„So, nun sind endlich alle da. Familie Logan, wir hatten vor ein paar Wochen
reserviert.“ meldete mein Dad uns an der Rezeption an.
„Ja wir haben das Penthouse für sie reserviert. 5 Personen, richtig?“ die
Dame sah uns alle nacheinander freundlich an.
„Richtig.“ bestätigte mein Dad.
„Gut, ich bräuchte ihre Personalien zum Vergleich.“ sie nahm sich eine
Liste und sah uns gespannt an.
„Ryan Calvin Logan.“ begann mein Bruder.
„Gut, ich bräuchte auch ihr Geburtsdatum und den Ort.“ sie lächelte
ihn schüchtern an.
„26. September 1978, San Rosé, Cuba.“ lächelte er zurück.
Dann sah sie mich an.
„Julie Katey Logan, 22. Juni 1981, Paris, Frankreich.“ ich lehnte mich an den
Tresen.
Sie sah zu meiner Mum und meinem jüngeren Bruder. Mein Mum lächelte
„Kathey Logan, 12. März 1960, London, England. Und das ist unser jüngster
Noah Phillip Logan, 24. Dezember 2003, Los Angeles, USA.“ sie sah zu Noah der
selig an ihrer Schulter schlief.
„Tja dann bin jetzt wohl ich dran..“ mein Dad lachte „...Calvin Oliver Logan,
10. August 1958, Los Angeles, USA.“
Die Rezeptzionistin vervollständige die Unterlagen und reichte uns den
Schlüssel für das Penthouse. “Im Penthouse finden sie zwei weitere
Schlüssel, die Suiten sind alle hergerichtet und ein Page wird sich um
ihr Gepäck kümmern. Willkommen im Hawaii Club and Resort. Das Penthouse
ist das Haus Nummer 3.“ sie deutete nach draußen und mein Dad setzte sich
in Bewegung.
Ich war auf dem Tiefpunkt, weder Ryan noch ich hatten Lust auf diesen Urlaub,
aber unsere Eltern bestanden darauf und wir mußten uns fügen, da
wir leider meistens finanziell von ihnen abhängig waren, sie finanzierten
Ryan`s Jurastudium, bzw. seine Praktikumszeit in einer der besten Kanzleien
in LA und sie finanzierten mir meine Assistenzzeit im LA General Hospital, die
ich in zwei Monaten nach dem Abschluß meines Medizinstudiums antreten
werde. Und nicht zu vergessen haben sie uns zu unseren 21. Geburtstagen unsere
Lofts direkt am Strand von Malibu geschenkt. Wir hatten also wirklich keine
Wahl.
Ich trottete hinter dem Rest hinterher als ich versehentlich jemanden ziemlich
unsanft anrempelte.
„Sorry!“ ich sah erschrocken auf und sah in zwei wunderschöne blaue Augen.
Mein Magen zog sich zusammen und ich mußte tief durchatmen.
„Kein Problem! Ist ja nichts passiert.“ er lächelte mich freundlich an
und wurde dann von einem Freund weiter gezogen. Er warf einen Blick zurück
und ich mußte mich konzentrieren das ich wieder auf den Weg sah.
„Julie!“ reif mein Dad ungeduldig nach mir.
„Komme!“ ich versuchte freundlich zu klingen, was mir auch beinahe gelang.
Wir fanden das Penthouse schnell und verteilten die einzelnen Zimmer. Das Penthouse
erstreckte sich über drei Etagen, auf der Dachterrasse war der Wirlpool,
im zweiten Stock waren die Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, im Untergeschoß
waren ein Zimmer mit einem Flipper und einem Billiardtisch, ein Fernsehraum
und das große Wohnzimmer. Mein Zimmer hatte den Namen Lili. Was im klartext
bedeutete das alles in rosa und weiß gehalten war. Auf den Wänden
war das typisch hawaiijanische Blumenmuster und ich hatte eine tolle Aussicht
auf den Strand. Das Zimmer gefiel mir, an der Decke war ein großer Ventilator
aus Holz der es angenehm kühl hielt und alles war typisch für Hawaii
mit vielen Naturmaterialien eingerichtet. Ich packte meinen Kofferinhalt in
den Schrank und zog mir meinen hellrosanen Bikini an. Dann nahm ich mir ein
Handtuch, meine Sonnenbrille und meinen I-Pod und ging in Ryan`s Zimmer. Seins
war in blau und türkis eingerichtet und auch er war gerade beim auspacken.
„Ryan? Pool?“ ich streckte meinen Kopf zur Tür herein und grinste ihn an.
Vielleicht würde der Urlaub gar nicht so schlecht werden, wir müßten
nur etwas an unserer Einstellung arbeiten...
„Jep. Bin in 5 Minuten fertig.“ lachte er.
Ich ging in den Wohnbereich und fand dort Noah immer noch schlafend auf der
Couch. Gerade als ich vorbei ging wurde er wach.
„Juls?“ er sah mich verschlafen an.
„Hey Baby! Na, ausgeschlafen?“ ich ging zu ihm und er kuschelte sich an mich.
Ich war vernarrt in meinen kleinen Bruder, den mein Dad gerne als unser Weihnachtsgeschenk
bezeichnete, da er nicht wirklich geplant war und an heilig Abend zur Welt kam.
„Wo Mummy? Daddy?“ er sah mich mit seinen dunkelbraunen Augen ängstlich
an und rieb sich diese verschlafen.
„Mum! Dad! Noah ist wach!“ rief ich und mein Dad kam ein paar Augenblicke später
durch die Tür.
„Hey Noah! Ausgeschlafen?“ er nahm ihn auf den Arm und knuddelte ihn.
„Ja. Wasser gucken!“ Noah strampelte und mein Dad lachte.
„Gleich mein Großer! Komm wir helfen Mummy schnell beim auspacken!“ er
nahm ihn an die Hand und sie gingen in Richtung des großen Schlafzimmers.
„Ich und Ryan sind am Pool!“ reif ich ihm hinterher.
„O.K. Schatz!“ er schickte mir eine Kußhand und ich lächelte ihn
dankbar an.
Es würde ein schöner Urlaub werden, ich merkte wie die Anspannung
der letzten Wochen langsam verschwand, nun da ich endlich alle Prüfungen
hinter mir hatte konnte ich endlich mal ohne ein Buch das Haus verlassen. Meine
beste Freundin Kelly hatte mich die letzte Zeit immer aufgezogen und hatte gemeint
ich sei mit meinen Büchern per du und du. Ich grinste in mich hinein, das
hatte endlich ein Ende und ich konnte wieder anfangen zu leben.
Dann kam endlich Ryan und wir konnten los. Wir suchten uns zwei Poolliegen und
machten es uns gemütlich. Ich sah mich um, der Club war eindeutig etwas
für Leute mir etwas mehr Geld, überall standen Pagen und warteten
auf ein Zeichen eines Gastes. Neben mir lag der junge Mann mit dem ich schon
in der Lobby Bekanntschaft gemacht hatte, sofort wurde ich nervös und mein
Magen begann sich zu überschlagen. Ich cremte mich ein und versuchte die
Sonne zu genießen, immer wieder sah ich verstohlen zu ihm rüber,
aber er schien zu schlafen. Ich stellte mir ruhige Musik ein und döste
ein wenig.
„JULIE!“ hörte ich eine quietschende Stimme über den Pool hinweg rufen,
die eindeutig zu meiner Mum gehörte.
Ich nahm die Kopfhörer aus meinen Ohren und kam etwas hoch.
„JUHU! Da bist du ja.“ sie kam mit Noah auf dem Arm zu mir.
„Ja Mum hier bin ich.“ ich sah sie strafend an, manchmal konnte sie schon ziemlich
peinlich sein.
„Noah möchte etwas Zeit mit seiner Schwester verbringen. Dein Dad und ich
fahren zum Surfstrand, dein Daddy will seine neues Surfbrett ausprobieren.“
sie reichte mir Noah`s Handtuch und eine Tasche mit Spielzeug und allen anderen
Sachen.
„Wolltet ihr einen billigen Babysitter?“ ich sah sie erstaunt an.
„Tut mir leid Schätzchen, aber billig bist du nun ganz und gar nicht!“
sie lächelte mich triumphierend an.
„Mum!“ quengelte ich.
„So Noah, du spielst fein mit Julie und Mummy und Daddy kommen dich später
abholen, ja?“ sie setzte Noah neben mich auf die Liege.
„Juls?“ Noah sah mich fragend an.
„Hey Süßer!“ ich struvelte ihn durch die Haare.
„O.K. wie ich sehe werdet ihr Spaß haben.“ meine Mum beugte sich zu mir
und küßte mich auf die Wange und Noah auf die Stirn „Hör` was
Julie sagt.“
„Ja Mummy!“ er sah sie mit großen Augen an.
Damit drehte sich meine Mum um und ging. Ich sah Noah an und drehte mich dann
zu Ryan.
„Und nun?“ ich zog eine Augenbraue hoch.
„Tja du paßt auf Noah auf und ich erkunde mal etwas die Anlage.“ er stand
auf und winkte mir zu.
„Ryan!“ rief ich ihm hinterher.
„Viel Spaß ihr zwei!“ er ging einfach weiter.
„Ball?“ Noah sah mich mit der Ernsthaftigkeit eines knapp dreijährigen
an und ich seufzte tief.
„O.K. Süßer! Dann machen wir uns einen schönen Nachmittag.“
ich holte seinen Ball aus der Tasche die meine Mum da gelassen hatte und er
juchzte begeistert.
„Werfen!“ rief er aufgeregt und lief am Pool entlang.
„Hey stehen bleiben! Erstmal eincremen, dann deine Schwimmflügel und dann
geht’s los.“ ich sah ihn an, er lachte und lief weiter.
„Noah!“ ich stand auf und lief ihm hinterher.
Er drehte sich zu mir um und lachte vergnügt obwohl er genau wußte
das ich es ernst meinte, im Moment testet er am liebsten seine Grenzen bei jedem
einzelnen von uns aus und bringt uns damit in Rage.
„Noah bleib‘ stehen!“ ich wurde langsam böse.
„Juls!“ quiekte er und lief immer weiter.
„NOAH!“ ich holte ihn ein und packte ihn am Arm.
Dann sah ich mich um, alle Poolbesucher hatten unsere Jagd verfolgt und sahen
uns gespannt an. Ich verzichtete auf eine Standpauke und nahm ihn auf den Arm.
Ich setzte ihn auf die Poolliege und sah ihn strafend an.
„Noah, wenn ich dich rufe dann bleibst du stehen. Klar?“ ich zwang ihn mich
anzusehen.
„Noah lieb!“ er sah mich mit traurigen Augen an.
„Nein Noah wenn du weg läufst dann bist du nicht lieb!...“ ich versuchte
streng zu klingen, dann nahm ich ihn in den Arm „... Paß auf Kleiner,
das Wasser ist tief und wenn du keine Schwimmflügel hast, dann kann dir
was passieren und das will ich nicht. Und ich muß dich eincremen sonst
hast du heute Abend ganz doll Aua!“ ich strich ihn eine Strähne seines
blonden Haares aus dem Gesicht.
„Juls lieb!“ er gab mir einen Kuß.
„Man Kleiner du kannst sie ja ganz schön um den Finger wickeln.“ der junge
Mann neben uns sah Noah lachend an.
„Ja.“ strahlte Noah.
„Na dann laß dich mal eincremen und deine Schwimmflügel anziehen
und dann spiel brav.“ er zwinkerte ihm zu.
„Ja.“ Noah hielt mir seinen Arm hin und ich holte lachend die Creme raus und
begann ihn einzucremen.
„Flügel!“ rief er vergnügt nachdem ich fertig war.
Ich blies seine Flügel auf und steckte sie ihm an. Dann ging ich zum Pool,
wir lagen an der flachen Seite und stieg hinein. Ich stand bis knapp zur Hüfte
ihm Wasser und streckte Noah meine Arme entgegen. Er nahm Anlauf und sprang
zu mir ins Wasser. Dabei spritze er in alle Richtungen und unser Nachbar bekam
eine ordentliche Ladung Wasser ab.
„Sorry!“ lachte ich verlegen.
„Vielleicht sollten wir unsere Gespräche mal etwas anders beginnen.“ lachte
dieser und sah mich an.
„Wie wäre es denn hiermit: Hallo! Ich bin Julie Logan.“ grinste ich schüchtern.
„Besser..“ lächelte er „...Viel besser! Ich bin Mark Feehily.“ er setzte
sich an den Poolrand und ich ließ Noah durchs Wasser gleiten.
„Schwimmen.“ er zappelte und ich ließ ihn los.
Er strampelte mit seinen Armen und Beinen und kam stoßweise vorwärts.
„Super!“ lobte ich ihn und klatschte in die Hände.
Noah kam am Beckenrand bei Mark an und hielt sich fest.
„Und wie heißt du?“ Mark sah ihn gespannt an.
„Noah...“ er sah ihn skeptisch an „Meine Juls!“ Noah stieß sich ab und
paddelte zu mir zurück.
„Oh, habe verstanden.“ grinste Mark „Was hältst du von einer Runde Ball
spielen?“ er hob Noahs Ball auf und sah zu ihm.
Dieser drehte sich um und lachte.„Ja!“ rief er und paddelte weiter.
Mark steig zu uns in den Pool und warf den Ball in Noahs Richtung. Dieser paddelte
hinter dem Ball her und lachte ausgelassen.
„Damit hast du ihn überzeugt.“ grinste ich Mark an.
„Zu mindestens tut er mir jetzt nicht mehr weh wenn ich seiner großen
Schwester zu Nahe komme.“ er kam zu mir.
„Hattest du etwa Angst vor ihm?“ grinste ich.
„Ich gebe zu etwas Angst hatte ich schon.“ er spritze mich naß.
„Hey!“ rief ich entrüstet und er bekam ebenfalls einen Schwall ab.
Wir spielten eine ganze Zeit mit Noah Ball und der Kleine genoß das Spiel
in vollen Zügen. Er hatte mich selten für sich allein, da ich durch
mein Studium zeitlich immer sehr angespannt war. Er paddelte immer wieder zum
Rand des Pools und stieß sich dann ab. Ich beobachtete ihn, mir war als
wäre es erst gestern gewesen als er das erste Mal alleine saß, oder
als er die ersten Schritte machte, aber er war 2 ½ und lernte jeden Tag
was neues dazu.
„Was machst du denn so beruflich?“ Mark warf den Ball erneut zu Noah und sah
mich lange an.
„Ich bin gerade mit meinem Medizinstudium fertig und fange bald meine Assistenzzeit
an. Und selbst?“ ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen wie nervös
er mich machte und lehnte mich an den Rand.
„Ich bin Künstler.“ grinste er vielsagend.
„Musik oder Malerei?“ ich paddelte mit den Beinen und spitzte ihn nass.
„Musik.“ lachte er „Und wo kommst du her?“
„Aus LA. Und du?“ ich sah ihm direkt in die Augen.
„Aus Sligo, ist in Irland.“ er streifte leicht meinen Arm und ich sah zu ihm,
dann drehte mich zu Noah um und zog ihn an einem Arm zu mir. Ryan kam gerade
von seiner Erkundungstour zurück, setzte sich auf eine Liege und sah uns
zu.
„Hey Noah! Was hältst du davon wenn wir uns mal den Spielplatz und die
Wasserrutsche angucken?“ rief er zu Noah rüber und unterbrach so das Gespräch
von Mark und mir.
Noah war sofort Feuer und Flamme.
„Ja, ja!“ er strampelte und ich brachte ihn zu Leiter. Er stieg vor mir raus
und wartete brav auf mich. Ich nahm ein Handtuch von der Liege und wickelte
ihn darin ein. Mark kam ebenfalls aus den Pool und setzte sich auf seine Liege.
Ich holte eine trockne Badehose, Shorts, ein T-Shirt und Noahs Sandalen aus
der Tasche und zog ihn um.
„Wer ist denn dein neuer Spielkamerad?“ Ryan sah zu Mark und dann zu mir.
„Das ist Mark. Mark das ist meine Bruder Ryan.“ stellte ich die beiden einander
vor.
„Freut mich!“ Mark reichte Ryan die Hand.
„Mich auch...“ Ryan schüttelte die Hand und sah dann lange zu mir „...Juls,
ich hoffe für dich das du weißt was du tust.“
„Ryan hör auf. Noah ist fertig!“ ich setzte ihm Noah auf den Schoß
und zog ihm seine Sandalen an. „Wenn du das nächste Mal wieder Kind spielen
willst, dann bekommst du Noah nicht von mir ausgeliehen!“ lachte ich und die
beiden gingen kichernd los.
„Woher?“ Ryan sah mich an, sah zu Noah und grinste.
„Ich weiß schon wer die Wasserrutsche als erster ausprobiert und es ist
nicht Noah.“ lächelte ich.
„Bis später!“ grinste Ryan.
Ich lehnte mich zurück und sah zu Mark.
„Was meint er damit?“ Mark sah mich skeptisch an.
„Nichts weiter. Er spielt sich gern mal als mein besorgter großer Bruder
auf.“ ich winkte ab.
„Bei so einer Schwester sollte man auch aufpassen.“ lächelte er.
„Danke.“ grinste ich verlegen.
„Was hältst du von einer Kleinigkeit zu essen?“ er sah mich fragend an.
„Gern, ich gehe schnell und zieh mir was an.“ ich nahm mein Handtuch.
„Welches Zimmer hast du bzw. ihr?“ er nahm sich ebenfalls sein Handtuch und
folgte mir.
„Wir haben das Penthouse.“ sagte ich und deutete auf eben jenes.
„Wow!“ Mark lächelte.
„Mein Dad ist ein berühmter Architekt, das ermöglicht so einiges.“
lachte ich verlegen.„Und du?“
„3-0-12, ein ganz normales Zimmer. Muß für einen Musiker reichen.“
lachte er.
„In 15 Minuten hier?“ ich sah ihn fragend an.
„O.K.“ lachte er.
Ich ging nach oben und suchte nach etwas passendem. Ich entschied mich für
ein kurzes weißes Strandkleid und meine FlipFlops. Ich betrachte mich
skeptisch im Spiegel. Das weiß des Kleides ließ mich schön
braun wirken und meine blauen Augen stachen hervor. Ich band meine langen braunen
Haare zusammen und steckte eine Blume hinein. Ich nickte meinem Spiegelbild
zu und ging wieder raus. Mark wartete schon, er trug eine dreiviertel Jeans,
ein weißes T-Shirt und Turnschuhe. Er sah verdammt gut aus, ich atmete
tief durch, so wie ich mich fühlte wenn er mich ansah hatte ich mich noch
nie gefühlt.
„Hey, da bin ich wieder!“ lächelte ich.
„Ja, da bist du! Dann wollen wir mal.“ er nahm meine Hand und wir gingen zu
einem der Restaurants auf der Anlage. Wir setzten uns an einen Tisch der schon
fast am Strand stand.
Ich nahm die Karte und studierte diese, ich ließ die Karte ein Stück
sinken und sah das Mark mich beobachtete.
„Was?“ fragte ich grinsend.
„Nichts.“ gab er lächelnd zurück.
„Warum siehst du mich dann so an?“ ich legte die Karte hin und zog eine Augenbraue
hoch.
„Wie denn?“ Mark stützte seinen Kopf auf seinen Arm.
„Weiß nicht, solltest du nicht auch mal einen Blick in die Karte werfen?“
konterte ich.
„Ich habe alles was ich will.“ lächelte er vielsagend.
„O.K.“ ich widmete mich wieder der Karte.
„Du bist wunderschön.“ sagte er unvermittelt.
„Danke!“ ich merkte wie ich rot wurde.
Dann kam der Kellner und wir bestellten, beim Essen konnte ich die Spannung
zwischen uns fühlen und wir sprachen wenig miteinander. Wir sahen uns immer
wieder an und ich dachte ich würde in seinen Augen ertrinken.
„Wollen wir noch etwas an den Strand?“ Mark stand auf und hielt mir seine Hand
hin.
„Gerne.“ ich stand auf und wir gingen Hand in Hand zum Strand. Etwas abseits
blieb er stehen, sah erst aufs Meer und dann zu mir.
„Julie?“ fragte er leise.
„Ja.“ ich sah zu ihm.
Er beugte sich zu mir und wollte mich küssen, im letzten Moment wich ich
zurück.
„Das geht nicht Mark, versteh mich nicht falsch, du bist süß...“
ich sah zu Boden.
„Aber du hast einen Freund?“ fragte er.
„Ja, er ist nicht nur mein Freund sondern auch mein Verlobter...“ ich sah ihn
traurig an und deutete auf meinen Ring.
„Aber wenn du hier mit mir stehst dann kann ja irgend etwas nicht stimmen.“
er ließ meine Hand los und ging langsam zurück Richtung Hotel.
„Doch, ich liebe ihn.“ sagte ich nicht sehr überzeugt.
„Wenn du meinst.“ er setzte sich in den Sand.
„Doch, ich kenne ihn schon seit meiner Kindheit. Unsere Eltern kennen sich schon
ewig und meine Eltern mögen ihn.“ ich setzte mich neben ihn.
„Das hört sich eher an als würden deine Eltern ihn lieben. Wann steigt
denn die Hochzeit?“ er sah zu mir.
„Es war schon immer klar das wir zusammen gehören. Wir heiraten am 20.
Juli.“ ich malte Kreise in den Sand.
„Warum hast du es mir nicht gleich gesagt?“ er legte mir seine Hand unter mein
Kinn und zwang mich ihn anzusehen.
„Es tut mir leid, ich mag dich sehr und ich möchte das wir Freunde bleiben.
Bitte?“ ich merkte wie mir Tränen in die Augen traten.
„Ich bin in diesen Freundschaftsdingen nicht sehr gut. Tut mir leid Julie.“
er stand auf und ging zurück zur Anlage.
Ich blieb sitzen und dachte nach. Wenn ich an Josh, meinen Verlobten, dachte
dann empfand ich Sicherheit. Dachte ich aber an Mark, dann merkte ich wie sich
ein Gefühl von Wärme in mir ausbreitete und wie sich mein Magen drehte.
Dieses Gefühl hatte ich bei Josh nie gehabt. Aber ich wußte das Josh
der Richtige für mich war, er kam aus sehr gutem Elternhaus und unser Väter
sind beide Partner in einem renommierten Architektenbüro. Josh war in den
Augen meiner Eltern perfekt und ich wußte das er es auch in meinen Augen
sein sollte. Nachdem ich lange nachgedacht hatte sah ich auf meine Uhr und erschrak,
es war kurz nach 6, ich saß hier schon fast 4 Stunden. Ich machte mich
auf den Weg zurück zur Anlage und suchte nach Ryan und Noah. Ich fand die
Beiden mit meinen Eltern in einem der Restaurants.
„Julie!“ mein Mum hatte mich entdeckt und winkte mich zu ihnen.
„Wieder da?“ fragte ich überflüssiger Weise.
„Ja. Wo warst du denn?“ sie deutete auf einen freien Stuhl und ich setzte mich
an den Tisch.
„Ich habe die Anlage erkundet.“ sagte ich ausweichend und bestellte mir einen
Salat.
Ich stocherte lustlos in meinem Essen herum und meine Gedanken schweiften immer
wieder ab.
„Was ist los Schätzchen? Du ißt ja gar nichts!“ mein Dad sah mich
besorgt an.
„Alles O.K. Daddy, ich bin nur erschöpft.“ ich sah ihn an und versuchte
zu lächeln.
„Dann bringt dich Ryan am Besten ins Zimmer und du ruhst dich aus.“ er sah zu
Ryan und dieser nickte.
„Danke Daddy.“ ich stand auf und gab ihm einen Kuss.
„Komm Schwesterherz.“ Ryan nahm mich in den Arm und wir verließen das
Restaurant. Auf dem Weg zu unserem Haus kam uns Mark mit seinen Freunden entgegen.
Ich sah ihn an und er wich meinem Blick aus. Es versetzte mir einen Stich und
ich wäre ihm am liebsten hinter gelaufen und hätte ihm gesagt das
es mir leid tut.
Wir kamen in unserem Haus an und Ryan hielt mich fest.
„Du solltest Josh anrufen.“ er sah mich durchdringend an.
„Ryan...“ setzte ich an.
„Schlag dir diesen Typen aus dem Kopf. Zu Hause wartet der perfekte Mann auf
dich und ich erinnere dich das ihr in knapp drei Monaten heiraten werdet.“ er
setzte sich zu mir.
„Ryan, das was ich bei Mark fühle, das habe ich noch nie zuvor gefühlt.“
ich sah ihn traurig an.
„Du liebst Josh.“ er nahm meine Hand.
„Ich sollte ihn lieben wenn es nach euch geht.“ seufzte ich.
„Ich halte Josh ab und zu für überzogen und arrogant, aber er liebt
dich von ganzen Herzen.“ er küßte mich auf die Wange „Ruf ihn an.“
„O.K.“ ich ging in mein Zimmer und sah zum Telefon.
Ich wünschte mir so sehr, das ich das was ich für Mark fühlte
auch für Josh fühlen könnte, aber mir war klar das es nie der
Fall sein würde. Ich atmete tief ein und nahm den Hörer. Doch ich
rief erst einmal nicht Josh sondern Kelly, meine beste Freundin, an.
„Ja?!“ meldete sie sich nach ein paar Sekunden.
„Hallo Kel!“ sagte ich traurig.
„Hey Juls! Was ist denn los, solltest du nicht super gut drauf sein? Man du
bist auf Hawaii!“ lachte sie.
„Ja, sollte ich wohl...“ ich erzählte ihr die Ereignisse des Tages.
„Du weißt ich kann Josh nicht leiden und ich denke das du etwas besseres
verdient hast, aber du willst in drei Monaten heiraten.“ sagte sie mitfühlend.
„Ich weiß, aber jedes Mal wenn ich ihn sehe würde ich am liebsten
zu ihm hingehen und ihn küssen.“ gab ich zu.
„Juls, ich weiß nicht was ich dir raten soll. Es tut mir leid!“ sie wußte
nicht weiter.
„Ich weiß Kel, aber danke das du mir zu gehört hast.“ ich schickte
ihr einen Kuß durchs Telefon und legte dann auf.
Es hatte gut getan jemandem zu erzählen was in mir vorging, auch wenn es
mir nicht wirklich geholfen hatte. Ich griff erneut zum Hören und wählte
dieses Mal Josh`s Nummer.
Nachdem es ein paar Mal geklingelt hatte ging Josh endlich ran.
„Joshua Alistor.“ meldete er sich fröhlich.
„Hallo Josh.“ sagte ich und versuchte meine Stimme fröhlich klingen zu
lassen.
„Hey Baby! Wie geht es euch?“ fragte er neugierig.
„Gut, das Wetter ist phantastisch.“ sagte ich.
„Hat Cal schon sein Surfbrett ausprobiert?“ lachte er.
„Ja, gleich als erstes, du kennst ihn ja.“ lächelte ich.
„Was ist los? Du klingst so...“ sprach er weiter.
„Ich bin müde. Ich wollte mich nur kurz bei dir melden.“ sagte ich schnell.
„Dann ruh dich mal aus.“ meinte er tröstend.
„Mach ich gleich.“
„Bestell Cal, Kat, Ryan und Noah liebe Grüße und sag Ryan ich habe
das Buch was er wollte bekommen.“ erzählte er aufgedreht.
„Mach ich. Gute Nacht.“ ich wollte nicht weiter mit ihm reden.
„Denk daran ich liebe dich!“ sagte er ungebrochen fröhlich.
Ich konnte ihm nicht sagen das ich ihn auch liebe und legte einfach auf.
Ich zog mich um und ging ins Bett. Ich hörte wie meine Mum ins Zimmer kam
und gleich wieder ging, als sie dachte ich schliefe.
Ich lag lange wach, Josh interessierte sich mehr für den Rest der Familie
als für mich. Ich hatte ihm erst erzählen wollen, das ich mit Kel
telefoniert hatte, aber ich wußte er hätte sich aufgeregt, da die
Abneigung nicht nur von Kel sondern auch von Josh aus kam. Es machte mich immer
wieder traurig, das meine beste Freundin und mein zukünftiger Mann nicht
miteinander auskamen. Ich wußte das er mich liebte, aber liebte er mich
so wie ein Mann seine Frau lieben sollte? Ich dachte auch an Mark und an seinen
verletzten Blick als ich ihm sagte das ich einen Freund hatte.
Die nächste Woche unternahmen wir viel als Familie und ich versuchte mich
abzulenken. Ich sah Mark jeden Tag mehrmals, ob nun am Pool oder im Restaurant,
immer sah er mich an und sah dann weg. Jedesmal dachte ich mein Herz müßte
aufhören zu schlagen, wenn er mich verletzt ansah, ich wäre am liebsten
zu ihm gegangen, hätte ihn in den Arm genommen und geküßt.
Wir kamen gerade von einem Bootstrip zurück und warteten an der Rezeption
auf unseren Schlüssel, als einer von Mark seinen Freunden dazukam.
„Entschuldigen sie Miss! Wann geht morgen früh der Shuttelbus zum Flughafen?“
er sah zu der Dame hinterm Tresen.
„Welchen Flug haben sie?“ sie sah zu ihm.
„AL 288 nach Dublin.“ sagte er und sie tippte etwas in den Computer.
„10:30 Uhr vor dem Hotel.“ sagte sie freundlich, er nickte und ging wieder.
Dann reichte sie uns den Schlüssel. „Ich hoffe sie hatten viel Spaß!“
lächelte sie.
„Danke, es war wunderbar!“ meinte meine Mum und nahm den Schlüssel. Es
war bereits kurz nach 10 Uhr abends und wir waren von dem Tag auf dem Boot erschöpft.
Noah schlief schon seit der Taxifahrt bei Ryan auf dem Arm und ließ sich
durch nichts stören. Bis zu dem Zeitpunkt als ich das Gespräch von
Mark`s Freund und der Rezeptionistin mitbekommen hatte, war ich auch müde
gewesen, aber nun war ich hellwach und meine Gedanken schwirrten wild in meinem
Kopf umher.
Wir gingen in unsere Zimmer, ich dachte kurz nach, dann zog ich mich um. Ich
zog mir meine dunklen Jeans Hot Pans, ein bauchfreies Top und meine Schlappen
an. Ich öffnete meine Harre und dann ging ich nach unten.
„Wo willst du denn noch hin?“ mein Dad sah mich gespannt an und Ryan und meine
Mum blickten ebenfalls auf.
„Ich möchte noch etwas zum Strand.“ sagte ich ruhig, obwohl es in meinem
Inneren brodelte.
„Um diese Zeit?“ mein Mum sah mich skeptisch an.
„Jetzt ist es da so schön ruhig. Ich brauch etwas Zeit für mich.“
ich nahm mir einen Schlüssel von der Kommode und winkte ihr zu.
„Gut Schätzchen. Wir werden gleich zu Bett gehen. Denkst du daran das du
morgen auf Noah aufpaßt? Deine Mum und ich wollen ein romantischen Ausflug
auf die Insel machen und Josh ist auch unterwegs.“ erinnerte mich mein Dad.
„Klar. Gute Nacht!“ ich verließ fluchtartig das Haus.
Ich lief zur Rezeption, die Dame sah mich überrascht an.„Was kann ich für
sie tun Miss Logan?“
„Können sie mir sagen wo ich Zimmer 3-0-12 finde?“ ich sah sie außer
Atem an.
„Haus Nummer 12.“ sie sah mich immer noch fragend an.
„Sagen sie niemand das ich hier war, bitte!“ sagte ich flehentlich.
„Aber sicher.“ sie zwinkerte mir zu.
Ich lief zum Haus Nummer 12, dann stand ich vor dem Zimmer, ich kämpfte
einen Moment mit mir, dann klopfte ich vorsichtig. Es dauerte eine Weile, doch
dann öffnete mir Mark die Tür. Er hatte anscheinend schon geschlafen,
denn er hatte nur Shorts an, er sah mich erstaunt an.
„Julie..“ setzte er an.
Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und küßte ihn. Er sah mich
perplex an und ich trat einen Schritt zurück, dann zog er mich wieder in
seine Arme und küßte mich ebenfalls. Seine Küsse wurde immer
fordernder und er zog mich in sein Zimmer. Sein Zimmernachbar sah mich fragend
an.
„Julie das ist Rowen, ein sehr guter Freund von mir. Rowen das ist Julie.“ stellte
er uns vor.
„Das weiß ich.“ sagte dieser und sah mich abschätzig an.
„Hallo Rowen.“ sagte ich freundlich und sah zu Boden, ich wußte das er
nichts Gutes von mir dachte.
„Kannst du uns alleine lassen?“ Mark sah ihn bittend an.
„Ich gehe rüber und schlafe bei Ki und Gra.“ er nahm sich seine Decke und
sein Kissen und ging an uns vorbei. „Ich hoffe du weißt was du tust.“
sagte er noch zu Mark und schloß dann die Tür hinter sich.
Sofort ging ich wieder zu Mark und küßte ihn. Er zog mir mein Top
aus und küßte meinen Bauch und meine Brüste. ich stöhnte
auf, die ganze Zeit hatte ich mich danach gesehnt. Er zog mir meine Hose aus
und sah mich an. Ich sah ihm direkt in die Augen und zog ihm seine Shorts aus.
Er drang vorsichtig in mich ein und ich stöhnte erneut auf. Wir bewegten
uns langsam und ich krallte mich an ihn fest, ich konnte sein Gesicht, das vom
Schweiß glänzte im Mondschein sehen und ich war mir sicher noch nie
in meinem Leben so viel Liebe in den Augen eines Menschen gesehen zu haben.
Gemeinsam kamen wir zum Höhepunkt und ich kuschelte mich an ihn.
„Danach habe ich mich so gesehnt!“ flüsterte ich.
„Ich mich auch.“ gab Mark zu und streichelte über meinen Rücken.
„Ich habe mich in dich verliebt.“ ich strich über seine Brust.
„Ich mich auch, du faszinierst mich, du bist wunderschön und klug!“ er
beugte sich zu mir und küßte mich.
„Du bist das was ich immer wollte.“ ich zeichnete die Konturen seines Gesichtes
nach.
„Was ist mit Josh?“ er sah mich fragend an.
Ich schwieg.
„O.K. ich habe verstanden. Aber diese Nacht gehört uns, ja?!“ er rollte
sich auf mich.
„Es ist so kompliziert, es hängt so viel dran...“ setzte ich an und schloß
gequält die Augen.
„Psst, nur diese eine Nacht. Ja?!“ er küßte mich und sah mich bittend
an.
„Ja.“ hauchte ich.
Wir vergaßen alles um uns herum und ich verlor mich ganz in ihm. Gegen
8 Uhr am nächsten Morgen weckte Mark mich.
„Hey Sweetie!“ er küßte mein Ohr.
„Das kitzelt.“ sagte ich verschlafen.
„Ich weiß...“ er kam unter die Decke und küßte meinen Bauchnabel.
„Das auch...“ lachte ich.
„Das weiß ich auch.“ er kam hoch und küßte mich zärtlich.
„Du mußt los, deine Eltern machen sich sonst Sorgen.“ er stand auf und
ging ins Bad.
Ich stand ebenfalls auf und wickelte mich in die Decke ein. Ich hörte wie
Mark die Dusche anstellte und trat hinter ihn in die Dusche. Ich umarmte ihn
und merkte wie das Wasser auf meinen erhitzen Körper prasselte.
Er drehte sich um und küßte mich stürmisch. Dann hob er mich
hoch und nahm mich intensiv. Ich trocknete mich ab und zog mich an. Dann ging
ich zu ihm und küßte ihn.
„Ich danke dir so sehr.“ flüsterte ich ihm ins Ohr und merkte wie mir Tränen
in die Augen traten, ich wollte ihm nicht Lebe wohl sagen und ihn nie wieder
sehen, ich liebte ihn und wollte nicht das diese Nacht vorbei ist.
„Ich danke dir auch..“ er sah mir in die Augen „...Ich liebe dich!“
Ich konnte ihn nicht ansehen und Bye sagen, also drehte ich mich weg und ging.
An der Tür drehte ich mich nochmals zu ihm um.
„Ich werde dich nie vergessen. Du hast mir gezeigt was Liebe ist.“ dann schloß
ich die Tür und Tränen liefen über mein Gesicht, auf dem Weg
nach draußen kam mir Rowen entgegen.
Er sah mich an und blieb stehen.
„Alles in Ordnung?“ fragte er besorgt.
„Wenn du es in Ordnung findest, das hinter dieser Tür der Mann ist den
ich liebe und ich in ein paar Tagen nach LA fliege um in drei Monaten einen
Mann zu heiraten den meine Eltern für perfekt halten. Ja...“ ich sah ihn
an „...Ja, dann ist alles in Ordnung.“ ich ging weiter den Flur entlang.
Ich ging zum Penthouse und Ryan stand draußen. Ich wischte meinen Tränen
weg und sah zu Boden.
„Wo warst du?“ er hielt mich fest und sah mich durchdringend an.
„Ich war joggen.“ sagte ich ausweichend.
„Hör` auf!“ er zwang mich ihn anzusehen. „Juls, warum?“
„Warum? Du willst wissen warum?“ ich sah ihn an und wieder liefen mir Tränen
übers Gesicht. „Weil ich wissen wollte wie sich das anfühlt bedingungslos
geliebt zu werden. Und soll ich dir was sagen? Es fühlte sich unbeschreiblich
an.“ ich riß mich los, doch er hielt mich weiter fest „Keine Angst Ryan,
ich werde nach Hause fliegen und Josh heiraten so wie alle es für richtig
halten.“ fügte ich hinzu.
Meine Eltern kamen aus dem Haus.
„Was ist denn hier los? Schätzchen was hast du?“ meine Mum sah mich besorgt
an.
„Sie war joggen und ist umgeknickt. Sie hat Schmerzen.“ sagte Ryan für
mich.
„Oh mein Gott, wir bringen dich zum Arzt.“ mein Dad sah mich mitleidig an.
„Nein Dad ich kümmere mich um sie, fahrt ihr zu eurem Ausflug.“ Ryan beruhigte
meinen Dad.
„Bist du dir sicher?“ meine Mum strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ist nur verknickt.“ sagte ich leise.
„Ja Mum ich kümmere mich um Juls und um Noah. Nun los! Fahrt schon!“ er
klopfte meinem Dad auf die Schulter und die beiden gingen.
Noah hängte sich sofort an Ryan und ich ging nach oben und zog mich für
den Pool um. Ich saß auf meinem Bett und dachte über die vergangene
Nacht nach. Ich vermißte ihn so sehr, das ich glaubte nicht mehr atmen
zu können. Ich sah auf meine Uhr. 10:15 Uhr. Ich zog mir Schuhe an und
lief los. Ryan hielt mich fest als ich an ihm und Noah vorbei kam.
„Julie!“ er sah mich an.
„Ich will mich verabschieden. Das darf ich wohl, oder?“ ich sah ihn flehentlich
an.
Er ließ mich los und ich lief weiter zum Ausgang. Mark stand dort mit
seinen Freunden und wartete auf den Bus. Nur im Bikini und einem T-Shirt lief
ich auf ihn zu.
„Mark!“ rief ich von weitem.
Er drehte sich zu mir um und schob seine Sonnenbrille hoch, dann kam er auf
mich zu.
Kurz vor ihm blieb ich stehen.
„Ich wollte dir noch was sagen...“ ich sah ihn an und in seinen Augen spiegelte
sich meine eigene Traurigkeit.
Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küßte mich.
„Psst...“ er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen und küßte
mich erneut.
„Mark! Komm wir müssen!“ rief Rowen nach ihn.
Wir gingen zusammen zum Bus und er steig ein, ich legte meine Hand an die Scheibe
und er tat es auch, Tränen liefen mir wie schon sooft an diesem Morgen
übers Gesicht.
„Ich liebe dich!“ formte ich lautlos.
Mark sah mich traurig an und ihm lief eine einzelne Träne die Wange hinunter.
„Ich dich!“ las ich von seinen Lippen ab ehe sich der Bus in Bewegung setzte.
Ich wollte ihn nicht gehen lassen und lief dem Bus noch ein Stück hinterher.
Dann war der Bus verschwunden und ich hatte das Gefühl mein Herz würde
zerspringen. Ich ging langsam zurück und fand Ryan und Noah im Pool. Ich
legte mich auf eine der Liegen und setzte meine Sonnenbrille auf. Langsam beruhigte
ich mich und der Schmerz betäubte mich irgendwie.
Die letzte Tage unseres Urlaubes verbrachte ich hauptsächlich mit Noah
und er half mir mich abzulenken. Er war immer fröhlich und ausgelassen,
er war einfach ein kleiner Junge und lebte in den Tag hinein. Ich wünschte
mir so sehr auch etwas von dieser Unbeschwertheit zu haben, ich wünschte
mir das ich mich auf zu Hause freuen könnte aber das konnte ich nicht,
hier auf der Anlage konnte ich Mark noch überall spüren und sein Gesicht
tauchte immer wieder vor meinem auf, ich hatte Angst das es in LA nicht mehr
so sein würde. Ich telefonierte mehrmals mit Kel und sie versuchte mich
so gut zu trösten wie es ging.
Dann flogen wir wieder nach Hause und die Hochzeitsvorbereitungen liefen auf
Hochtouren, die Hochzeit war Ende Juli angesetzt, da wir in einem Park heiraten
wollten und im Juli die Regenwahrscheinlichkeit die sonst bei gerade Mal bei
5 Prozent lag, im Juli bei 0 Prozent lag.
Kel verbrachte die meiste Zeit damit zu schimpfen und sich über ihr Brautjungfernkleid
aufzuregen. Aber ich war froh wenn sie da war.
Mindestens einmal die Woche mußte ich zum ändern des Hochzeitskleides
in die Schneiderei und keiner merkte das ich nicht wirklich bei der Sache war.
Meine Gedanken waren Tausende von Kilometern weit weg, bei Mark. Jeden Tag dachte
ich daran was er wohl gerade tut, ob es ihm gut geht und ob er auch manchmal
an mich dachte.
Dann kam der Tag meiner Hochzeit, am Morgen wurde ich geschminkt und meine Haare
wurden hoch gesteckt. Nachdem ich soweit fertig war kam Ryan zu mir ins Zimmer.
„Hey Juls!“ er setzte sich zu mir und nahm meine Hand.
„Hey!“ sagte ich matt.
„Hör´ zu Juls. Ich möchte das du etwas weißt...“ er sah
mich lange an. „Ich weiß das du nicht glücklich bist, mit alle dem...“
er deutete auf mein Brautkleid. „...Du bist erschreckend dünn geworden
und ich habe dich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr lachen gesehen.“ ich
sah die Sorge in seinen Augen.
„Es ist das Richtige.“ sagte ich tonlos.
„Ich möchte nur das du weißt, das wenn du das alles nicht willst,
ich dich weg bringe, von hier, von allem.“ er küßte meine Stirn.
„Danke.“ sagte ich und sah ihm nach.
Kurz danach kam meine Mum und die Schneiderin und ich zog das Brautkleid an.
Ich wurde fertig gemacht und ich hatte das Gefühl mein Leben wäre
in diesem Moment beendet.
Wir fuhren zur Kirche und mein Dad nahm mich strahlend in den Arm.
„Du siehst unglaublich schön aus mein Schatz.“ er küßte mich.
Mir wurde mein Schleier vors Gesicht gehängt und ich schritt an meinem
Dad seinen Arm den Gang entlang. Dieser Gang sollte der schönste im Leben
einer jeder Frau sein, doch in mir sträubte sich alles dagegen diesen Mann
zu heiraten. Dann kamen wir am Altar an und Josh schlug meinen Schleier zurück.
Ich hörte die Worte des Pfarrers wie durch eine Wolke, mein Herz schlug
so laut, das ich dachte jeder müsse es hören. Dann sah ich in Josh
seine Augen und suchte etwas was mir klar machen sollten das die Hochzeit das
Richtige war, doch ich fand es nicht.
„....Wollen sie Julie Katey Logan den hier anwesenden Joshua Steven Alistor
zu ihrem Mann nehmen. Ihn lieben und ehren bis das der Tod euch scheidet?“ der
Pfarrer sah mich an.
In diesem Moment hätte man eine Stecknadel fallen hören, ich sah zu
Josh und dieser sah mir in die Augen und ich sah in diesem Moment nicht das
was ich in den Augen meines Ehemannes sehen wollte.
Ich holte tief Luft „Nein.“ sagte ich mit fester Stimme. Ein raunen ging durch
die Kirche.
„Sie ist nur nervös.“ hörte ich meine Mum sagen.
„Nein Mum, ich bin nicht nervös und ich bin auch nicht verwirrt. Ich liebe
Josh nicht so wie eine Frau ihren Mann lieben sollte.“ sagte ich an Josh gewandt.
„Du weißt nicht was du da sagst.“ mischte sich mein Dad ein.
„Ich weiß genau was ich sage, denn ich liebe einen anderen.“ sagte ich
und lief auf die Tür zu. Ich sah zu Ryan und zu Kel und sie folgten mir.
Draußen stiegen wir in sein Auto, was angesichts meines Kleides ganz schön
schwierig war. Er fuhr mich und Kel in mein Appartement und ich zog mich um
und schminkte mich ab.
Mit nassen Haaren, in Jeans und einem T-Shirt stand ich eine halbe Stunde später
vor ihnen.
„Mum und Dad werden in 10 Minuten hier sein. Was willst du tun?“ er nahm mich
in den Arm.
„Bringst du mich zum Flughafen?“ ich sah ihn bittend an.
„Gut, pack ein paar Sachen ein. Wir müssen weg sein bevor Mum und Dad hier
sind.“ er schubste mich in mein Schlafzimmer. Ich nahm eine Tasche aus dem Schrank
und stopfte wahllos einige Sachen hinein. Ich legte die Kreditkarten die ich
von meinen Eltern hatte aufs Bett und nahm die Einzige die mir gehörte
und steckte sie ein. Ich ließ mein Handy auf dem Tisch liegen, zog mir
einen Sweater über und ging wieder zu Ryan und Kel.
„Kel, ich danke dir!“ ich nahm sie in den Arm.
„Das wird schon! Ich bleibe hier und lenke deine Eltern ab. Ryan, holst du mich
später hier ab?“ sie küßte mich und sah zu Ryan.
„Klar! Bis gleich!...“ er nahm sie in den Arm „Danke Kel!“
„Los fahrt schon!“ sie bugsierte uns zu Tür.
Ryan fuhr mich zum Flughafen und ich buchte einen Flug nach Dublin. Es ging
einer in knapp einer Stunde und ich bekam eines der letzten Tickets. Ich checkte
mein Gepäck ein und nahm mein Ticket entgegen, dann drehte ich mich zu
Ryan um.
„Danke Ryan!“ ich küßte ihn.
„Ich kann nicht länger mit ansehen wie du unglücklich bist. Du liebst
ihn und solltest bei ihm sein. Und nun los, das Boarding beginnt schon!“ er
deutete auf die Abflugtafel.
„Bestell Noah einen Kuss und sag Mum und Dad das ich mich irgendwann melde.“
ich ging zum Boarding Schalter meines Fluges.
„Mach ich und Juls...“ er sah mich an und drückte mir etwas in die Hand
„...Ich hoffe du schaffst das! Ich hab dich lieb!“
Ich öffnete meine Hand, darin lag ein Päckchen Geld und eine Kette,
die er sich auf Hawaii gekauft hatte.
„Das kann ich nicht annehmen.“ sagte ich gerührt.
„Was immer der Rest der Familie jetzt von dir denkt ich werde immer für
dich da sein.“ er drückte kurz meine Hand und mein Blick fiel auf den Verlobungsring
von Josh. Ich nahm ihn ab und gab ihn Ryan.
„Gib den Josh zurück und sage ihn das ich hoffe das er eine Frau findet
die er wirklich liebt.“ ich legte den Ring in seine Hand und fühlte mich
plötzlich erleichtert. Dann nahm ich mein Armband ab und gab es Ryan.
„Damit du ab und zu mal an mich denkst.“ ich versuchte zu lächeln, ich
wußte wie schwer ihm das alles gefallen war.
„Jeden Tag und Kel wird auch an dich denken!“ sagte er und deutete dann wieder
zu meinem Schalter „Los geh jetzt!“ er kämpfte mit den Tränen.
„Ich hab` dich lieb! Und sag Kel das ich sie auch lieb habe!“ sagte ich bevor
durch die Glastür trat und mir Tränen über die Wangen liefen..
„Ich dich auch Juls!“ rief er mir hinterher.
Als ich im Flugzeug saß, dachte ich das erste Mal darüber nach was
wäre wenn mich Mark gar nicht sehen wollte. Was wenn er jemanden anderen
kennengelernt hatte? Ich öffnete das Geldbündel, Ryan hatte mir tatsächlich
5000 $ zugesteckt. Ich schüttelte den Kopf, er war verrückt, ich wußte
das er das Geld für eine eigene Kanzlei angespart hatte. Nach 14 Stunden
Flug erreichte ich am nächsten Tag Dublin, es waren knapp 20 Grad Außentemperatur,
also fast 20 Grad weniger als in LA. Ich nahm meine Tasche und trat hinaus.
Ich fand eine Bank und tauschte meine Dollars und Euros und kaufte mir ein paar
Straßen weiter ein kleinen Auto. Einen VW Polo für knapp 3000 Euro.
Ich holte mit meiner Kreditkarte alles von meinem Konto. Somit saß ich
drei Stunden nach meiner Ankunft mit 8000 Euro Bargeld in meinem eigenen Auto.
Ich fuhr zur nächsten Tankstelle und kaufte mir einen Straßenplan.
Ich fand Sligo schnell auf der Karte und machte mich auf den Weg. Nach 4 Stunden
erreichte ich Sligo, eine kleine Stadt im Nordosten von Irland, ich fuhr die
Erstbeste Tankstelle an.
„Entschuldigen sie bitte, ich suche einen gewissen Mark Feehily. Kennen sie
ihn?“ fragte ich den Tankwart freundlich.
„Natürlich.“ lachte er „Wer kennt ihn nicht!“
„Wie bitte?“ sagte ich verständnislos.
„Na junge Dame er gehört ja schließlich zu unseren Stars.“ lächelte
er.
„Ich verstehe nicht, können sie mir einfach sagen wo ich lang muß?“
ich sah ihn bittend an.
„Sie fahren die nächste Straße rechts und dann ein paar Kilometer
geradeaus, sie können es nicht verfehlen.“ grinste er vielsagend.
Ich zahlte und bedankte mich. Ich fuhr die gesagte Strecke und kam auf ein großes
Haus zu, eine hohe Mauer umgab das ganze Gelände. Ich fuhr zum Tor und
suchte das Namensschild. Nachdem ich keines gefunden hatte klingelte ich. Anscheinend
war niemand zu Hause und ich fuhr zurück in die Stadt. Ich nahm mir in
einem kleinen Bed & Breakfirst ein Zimmer und ging dann in die Stadt. Ich
hatte seitdem Flug nichts gegessen und suchte ein kleines Lokal, ich hatte mich
nicht darum gekümmert wie ich aussah, denn es hatte angefangen zu regnen.
Meine Haare hingen mir ins Gesicht, meine Jeans und mein Sweatshirt war durchnäßt
und man sah mir meine anstrengende Reise an. Ich betrat eine kleine Pizzeria
und bestellte mir ein Glas Scotch und eine Pizza. Schlimmer konnte dieser Tag
nicht werden. Plötzlich hörte ich eine Stimme die mich aufhorchen
ließ. Ich stand auf und ging auf eine Nische zu. Ein Kellner hielt mich
fest.
„Tut mir leid Miss, da können sie nicht hin. Da ist alles reserviert.“
rügte er mich.
„Mark?“ rief ich verzweifelt.
Dann hörte ich wie ein Stuhl zurück geschoben wurde und Mark kam aus
der Nische auf mich zu.
„Julie?“ fragte er ungläubig.
„Mark.“ sagte ich erleichtert und merkte wie mir Tränen in die Augen stiegen..
Er nahm mich in den Arm und drückte mich fest an sich. Wir standen ein
paar Minuten so da und ich krallte mich an ihm fest.
„Irisches Wetter.“ grinste er und sah an mir hinunter. “Du siehst blaß
aus und bist dünn geworden.“
„Ja.“ sagte ich nur und zog ihn wieder an mich.
Er küßte mich und schüttelte ungläubig den Kopf.
„Hey was ist denn los?“ Rowen kam ebenfalls aus der Nische und sah mich an als
wäre ich ein Geist.
„Julie?“ fragte er verwundert und drückte mich ebenfalls kurz.
„Ja.“ ich sah ihn an und er grinste.
„Komm setz dich zu uns.“ er lächelte mich an.
Mark nahm meine Hand und küßte diese.
„Komm!“ er zog mich in die Nische und mehrere Leute sahen mich verwundert an.
„Tja Leute das ist Julie. Die Frau die Mark auf Hawaii den Kopf verdreht hat.“
stellte mich Rowen vor, da Mark und ich damit beschäftigt waren uns anzusehen.
„Und das sind Gillian, Shane, Graham, Liz, Kian und Jodie.“ stellte er mir die
anderen vor.
Ich sah ihn verständnislos an.
„Ich meine nur wenn es dich interessiert.“ fügte er milde lächelnd
hinzu.
„Sorry, ich bin...ich war...“ stotterte ich.
„Was machst du hier?“ fragte mich Mark, der seine Sprache wieder gefunden hatte.
„Wonach sieht es denn aus?“ ich sah ihn an.
„Solltest du nicht gestern heiraten?“ er sah mich an und nahm meine Hand.
Ich hielt meine linke Hand hoch.
„Ja, ich stand sogar schon vor dem Pfarrer, aber dann habe ich in Josh seine
Augen gesehen und habe nichts gesehen.“ erklärte ich „Dann habe ich nein
gesagt und bin mit Ryans und Kel`s Hilfe getürmt und dann außer Landes
geflohen.“ beendete ich meine Ausführungen.
„Du hast nein gesagt?“ fragte Mark geschockt.
„Ja, weil ich ihn nicht liebe. Ich liebe so einen durchgeknallten Iren, der
mir glaube ich auch noch ein paar Sachen erklären muß.“ lächelte
ich.
„Kenn ich ihn?“ Mark grinste mich schelmisch an.
„Hey.“ ich boxte ihn und er zog mich in seine Arme.
„Du bist aber auch ganz schön durchgeknallt.“ er küßte mich.
„Was hat denn deine Familie dazu gesagt?“ fragte Rowen.
„Wie gesagt war Ryan mein Fluchthelfer und mit meinen Eltern habe ich seit der
Kirche nicht geredet. Kel dürfte den größten Teil des Ärgers
abgefangen haben, da sie bei mir in der Wohnung Schmiere stand während
mich Ryan zum Flughafen gebracht hat.“ gab ich zu.
„Würdet ihr uns entschuldigen?“ Mark sah in die Runde und die anderen grinsten.
„Klar, ihr habt euch einiges zu erzählen.“ sagte Gillian verständnisvoll.
„Danke!“ Mark stand auf und nahm seine Jacke. „Komm!“ er hielt mir seine Hand
hin.
„Hey Mark!...“ rief uns Rowen hinterher „...Heißt das ich muß mir
nicht mehr dein Gejammer wegen Julie anhören?“
„Du bist erlöst!“ rief Mark lachend zurück.
Wir standen auf der Straße und Mark sah mich an.
„Wie bist du von Dublin hierher gekommen?“ er zog eine Augenbraue hoch.
„Ich habe mir in Dublin ein Auto gekauft.“ gab ich zu.
„Oh, man du bist definitiv durchgeknallt.“ lachte er und küßte mich.
„Wir fahren mit meinem Auto und deins holen wir morgen ab, ja?“
„Klar, wir müßten nur meine Sachen aus dem Bed & Breakfirst abholen.
Nicht das ich viel mit hätte, aber trockene Sachen wären schon was
feines.“ ich nahm seine Hand und wir gingen zu seinem Wagen.
„Armer Künstler?“ ich sah zu seinem Auto, ein BMW X5.
„Ich habe nie gesagt das ich sooo arm bin.“ lachte er und öffnete die Tür.
Wir holten meine Sachen und fuhren dann zu seinem Haus. Er half mir beim Aussteigen
und wir betraten sein Haus. Sofort fielen mir die goldene und platinen Schallplatten
an den Wänden auf.
„Westlife?“ fragte ich und bestaunte eine nach der anderen.
„Ja, das war unsere erste Nummer 1“ er deutete auf eine weite Schallplatte und
auf sich.
„Das bist du?“ lächelte ich und sah genauer hin, seine Harre waren damals
länger gewesen und er sah viel jünger aus als er wahrscheinlich war.
„Hey, ist schon ein paar Jahre her.“ er kitzelte mich.
Ich schlang meine Arme um ihn und er nahm mich auf den Arm. Wir küßten
uns leidenschaftlich und er trug mich nach oben ins Schlafzimmer. Er ließ
mich aufs Bett fallen und befreite mich von meinen nassen Sachen. Dann zog ich
ihn aus und wir schliefen miteinander, es war genauso intensiv wie bei unserem
ersten Mal.
Ich kuschelte mich an ihn und sah ihn an, es war noch etwas hell draußen
und ich konnte die Konturen seines Gesichtes erkennen.
„Sag mal wie viele Groopies hatten denn schon das Vergnügen?“ fragte ich
schelmisch.
„Ehrlich?“ fragte er nach.
„Ich bitte darum.“ lachte ich.
„Also es waren...“ er tat als würde er nachdenken.
„Hey!“ ich stützte mich auf meine Ellenbogen und sah ihn an.
„Du bist die Erste.“ er sah mich ernst an und ich küßte ihn.
Er hob mich hoch und setzte mich auf ihn. Er nahm mich langsam und gefühlvoll
und ich hatte das Gefühl das wir verschmelzen.
Er legte seinen Kopf auf meine Brust und sah mich liebevoll an.
„Dieses Mal ist es nicht nur für diese eine Nacht..“ begann er.
„Nein es ist für immer.“ vollendete ich seinen Satz und lächelte glücklich.
Die nächsten Tage verbrachten wir im Bett und ernährten uns über
den Pizzaservice. Ich telefonierte mit Ryan und erzählte ihm alles. Er
freute sich sehr für mich und versprach mich bald zu besuchen. Ich bekam
im General Hospital von Sligo eine Assistenzarzt Stelle und konnte so meinen
Doktor machen.
Ein halbes Jahr nachdem ich nach Irland “gezogen“ war fand ich mich auf der
Titelseite einer großen Zeitschrift wieder. Unsere Beziehung war also
kein Geheimnis mehr und ich wurde auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.
Mark seine Familie hatte mich von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen und
seine Eltern liebten mich wie ihre Tochter. Ich dachte oft an meine Eltern,
aber ich wußte von Ryan das sie mir die Sache mit der geplatzten Hochzeit
nicht vergeben hatten. Ich erfuhr auch das mein Bruderherz eine neue Freundin
hatte, die er mir bei seinem Besuch bei uns vorstellen würde.
Nachdem ich meine einjährige Assistenzzeit beendet hatte bekam ich eine
feste Anstellung auf der Chirurgie und konnte weiter an meiner Doktorarbeit
feilen.
An Mark seinem 26. Geburtstag hatte ich eine besonderes Geschenk für ihn...
Alle seine Freunde und die Familie hatten eine Party in einem Pub in Sligo organisiert.
Das war sein erster Geburtstag seit fünf Jahren den er zu Hause feierte.
Seinen ersten Geburtstag hatten wir gemeinsam in Stockholm gefeiert, da er gerade
mit Westlife auf Tour war. Zu meinem Geburtstag flog Mark mit mir nach Paris,
meine Geburtsstadt und fragte mich auf dem Eifelturm ob ich seine Frau werden
möchte. Natürlich sagte ich ja und Mark gab es einen Monat später
auf einer Pressekonferenz bekannt. Wir planten unsere Hochzeit für den
Winter 2006/2007, wir dachten an den 14. Februar 2007, aber sicher waren wir
uns noch nicht.
Alle Gäste waren im Pub versammelt und ich hatte die Aufgabe Mark dorthin
zu lotsen.
„Warum willst du denn ins McHughes?“ Mark sah mich zweifelnd an.
„Weil ich am Mittwoch meinen Pulli liegen gelassen habe und ihn abholen möchte.“
wiederholte ich zum x-mal an diesem Abend.
„Kannst du ihn nicht morgen abholen?“ fragte er mich nun auch schon zum wiederholten
Male.
„Sweetheart, der paßt am besten zu dem Rock den ich anhabe.“ ich ging
voraus und zog ihn mit.
Dann schubste ich ihn quasi in das Pub und alle schmetterten ein Geburtstagsständchen
für ihn.
Er klatschte Beifall und küßte mich.
„Du bist irre!“ lachte er.
„Das ist nicht nur mein Verdienst.“ stellte ich klar und reichte ihm ein Glas
Champagner.
Alle umarmten und gratulierten ihm. Nachdem sich alle etwas beruhigt hatte stellte
ich mich nach vorne und klopfte an mein Glas.
„Hey habt ihr mal eine Minute?“ versuchte ich mir Gehör zu verschaffen.
Nach ein paar Sekunden sahen mich alle gespannt an.
„Also erst einmal vielen Dank das ihr alle gekommen seid.“ sagte ich mit fester
Stimme. Dann ging ich zu Mark und nahm seine Hand.
„Sweetheart! Erst einmal alles Gute zum Geburtstag!“ ich küßte ihn
„Ich habe heute ein ganz besonderes Geschenk für dich.“ ich reichte ihm
sein Geschenk.
Er wickelte es vorsichtig aus und sah mich dann mit Tränen in den Augen
an.
„Ich liebe dich!“ flüsterte er und küßte mich.
„Was ist es denn?“ fragte Rowen neugierig.
„Ich habe das tollste Geschenk das ein Mann von einer Frau bekommen kann bekommen.
Hier ist das erste offizielle Bild unseres Baby`s!“ er hielt das gerahmte Ultraschallfoto
hoch und die anderen jubelten.
„Das war die gute Nachricht, die schlechte ist das wir erst im April nächsten
Jahres heiraten werden, da sich unser Nachwuchs für den 20. Februar angekündigt
hat.“ sagte ich in den Tumult hinein.
Wir feierten ausgelassen und Mark trug mich während meiner Schwangerschaft
auf Händen.
Anfang Februar hatte sich Ryan mit seiner neuen Freundin angekündigt und
ich freute mich sehr darauf ihn zu sehen. Mark holte die beiden vom Flughafen
in Dublin ab und ich wartete ungeduldig im Wohnzimmer. Dann hörte ich endlich
ein Auto vorfahren und hievte mich hoch, im neunten Monat schwanger ging alles
nicht mehr so leicht und ich ging watschelnd zu Tür. Ryan stieg aus und
nahm mich in den Arm.
„Man Juls, du siehst aus als würdest du gleich explodieren.“ lachte er
und streichelte meinen Bauch. Dann kam Mark und ihm folgte Kel. Ich sah zu Ryan
und er grinste mich an.
„Warum hast du nichts gesagt?“ ich boxte ihn und nahm Kel in den Arm.
„Überraschung!“ lachten beide.
Das war wirklich eine Überraschung, aber ich freute mich sehr für
die beiden, sie schienen sehr glücklich zu sein. Meine Eltern hatte natürlich
anfangs sehr ablehnend reagiert, aber nun nach über einem Jahr hatten sie
sich damit abgefunden.
Am Morgen des 14. Februars wurde ich mit starken Schmerzen wach und Mark brachte
mich sofort ins Krankenhaus. Um 14 Uhr hielt ich unseren Sohn Christien Samuel
das erste Mal im Arm. Mark weinte vor Glück und präsentierte ihn gleich
seiner Familie und Ryan und Kel, die alle gewartet hatten und den kleinen Mann
sofort in ihr Herz schlossen. Am 20. Februar reisten Kel und Ryan wieder ab
und ich versuchte meine neue Aufgabe als Mama zu bewältigen. Zum Glück
hatte ich Mark und seine Familie die mich unterstützten wo sie nur konnten.
Unsere Hochzeit war für den 27. April geplant und die Vorbereitungen liefen
auf Hochtouren. Ich hatte zum Glück schnell meine alte Figur wieder und
das Hochzeitskleid konnte angepaßt werden.
Am Tag vor der Hochzeit kamen Ryan und Kel, denn sie wollte diesen wichtigsten
Tag in meinem Leben nicht verpassen. Kel hatte mit Marie und den anderen Frauen
der Jungs eine kleine Junggesellinenparty organisiert und wir feierten am Abend
vor der Hochzeit ein bißchen.
Ich war gerade mit den Haaren, dem Make-up fertig und dem Stillen von Chris
fertig als es klingelte. Mark hatte sich für die Nacht vor der Hochzeit
bei Rowen einquartiert und Ryan war gestern vor der Frauenparty auch dorthin
geflüchtet.
Ich lief mit Chris auf dem Arm die Treppe runter. Marie kam aus dem unteren
Bad und sah mich erstaunt an.
„Wartest du noch auf jemanden?“ fragte sie.
„Nein Gill und Rose wollten erst kurz vor der Trauung kommen. Und Kel macht
sich bei Rowen fertig“ ich hatte meine Brautjungfern im Verdacht.
Ich öffnete die Tür und traute meinen Augen nicht. Vor der Tür
standen meine Eltern und Noah.
„Juls!“ rief Noah aufgeregt.
Ich gab Marie Chris und nahm Noah auf den Arm, er war groß geworden, immerhin
hatte ich ihn fast zwei Jahre nicht gesehen und er war jetzt fast 5.
„Noah!“ ich knuddelte ihn.
„Schatz!“ mein Dad breitete seine Arme aus und ich ließ mich in sie hinein
fallen.
„Daddy!“ ich weinte.
Mein Mum nahm mich auch in den Arm.
Ich stellte Marie vor und nahm ihr Chris ab.
„Und das ist euer Enkel Christien.“ ich gab meiner Mum Chris und sie sah mich
stolz an.
„Er ist bezaubernd.“ lächelte sie mich unter Tränen an.
Nachdem ich mich beruhigt hatte, wurde ich neu geschminkt und zog mich um. Mit
20 Minuten Verspätung erreichten wir die Kirche. Als mein Dad mich zum
Altar führte merkte ich das ich in diesem Moment so glücklich war
wie noch nie zuvor in meinem Leben. Er übergab mich an Mark.
„Das du mir ja nicht wieder nein sagst.“ flüsterte in mein Ohr.
„Nein Daddy.“ ich grinste ihn an.
Nach der Trauung traten wir vor die Kirche und die offiziellen Fotos wurden
gemacht.
Mark und ich sind mittlerweile seit 58 Jahren verheiratet und haben außer Chris noch vier weitere wunderbare Kinder bekommen. Tyler James, Emily Marie und Glück im Doppelpack Samantha Arlyn und David Luca.