Fassungslos stand ich vor meiner besten Freundin, ich konnte nicht glauben was aus ihr geworden war. Ich sah sie an und Tränen stiegen in mir auf. Ich war ein halbes Jahr weg gewesen und nun stand ein völlig anderer Mensch vor mir. Auf der einen Seite hatte ich ihr Bild vor mir, so wie ich sie vor einem halben Jahr gesehen hatte. Samantha war immer fröhlich, sie hatte eine gute Figur, lange blonde Haare und strahlend grüne Augen. Die Samantha die jetzt vor mir sah, war das komplette Gegenteil. Sie war dünn, so dünn das selbst ich meinen würde sie hätte Magersucht. Ihre blonden Haare hingen ihr strähnig ins Gesicht und ihre Augen waren blaß und ausdruckslos. Das alles hatte dieses Typ aus ihr gemacht, dieser Typ und die Drogen....
„Sammy, was ist passiert?“ ich kämpfe gegen meine Tränen an.
„Alicia, was willst du hier? Was willst du noch von mir?“ sie sah mich ausdruckslos an.
„Ich will dir helfen! Ich will meine Sammy zurück!“ schluchzte ich.
„Du kannst mir nicht helfen.“ antwortete sie resigniert.
„Laß es mich versuchen!“
„Hör` auf Cia!“ sie drehte sich weg.
„Sammy, ich werde nicht aufhören! Ich kann das nicht zulassen!“ ich packte sie an ihren Armen und zwang sie mich anzusehen.
„Cia....“ sie sah zu Boden.
„Ich werde um dich kämpfen Sammy! Ich kenne dich seit mehr als 20 Jahren, ich sehe nicht zu wie du dich kaputt machst!“ meine Tränen brannten auf meinen Wangen.
„Wie?“
„Ich werde für dich da sein! Ich werde dir helfen, aber du mußt mir helfen!“ ich nahm sie in den Arm.
Wir standen fast eine Stunde so da und weinten. Wir versprachen uns nie aufzugeben bis wir es geschafft hatten. Nach unserem Gespräch ging ich mit ihr zu einer Drogenberatung und am selben Tag zog ich wieder bei ihr ein. Ich hatte zuvor mit meinem Freund zusammen gewohnt, aber nachdem wir uns getrennt hatten wäre ich erst einmal wieder zu meinen Eltern gezogen. Nun zog ich also in meine alte WG.
Die nächsten zwei Tage waren für uns beide die Hölle, ich hatte mich von meiner Arbeit in meiner Model-Agentur frei stellen lassen und ich hatte meine Kommilitonin gebeten mir die Unterlagen von unseren Vorlesungen vorbei zu bringen, um bei Sammy zu sein. Sam machte einen schweren psychischen Entzug durch. Kokain verursacht fast keine körperlichen Entzugserscheinungen, es läuft fast alles im Kopf ab. Gegen Abend fuhr ich zu meinen Eltern, als ich wieder kam war Sam verschwunden. Sofort schrillten bei mir sämtliche Alarmglocken. Ich zog mich an und klapperte alle Clubs ab in denen wir mal zusammen waren. Nach mehren Stunden suchen fand ich sie dann auch in einem der Clubs. Ich kämpfte mich durch die Menge, dann blieb ich an der Bar stehen und sah sie an. Sie nahm mich gar nicht zur Kenntnis, sie war zugedröhnt, das konnte ich selbst aus dieser Entfernung sehen. Ich stand da und zweifelte an mir, ich hätte sie nie allein lassen dürfen. Plötzlich sprach mich ein Mann an.
„Hallo Miss! Kann ich ihnen irgendwie helfen? Sie sehen nicht gut aus.“
Ich drehte mich um und sah ihn an.
„Sie können mir nicht helfen!“ flüsterte ich.
„Kommen sie, setzten sie sich erst einmal.“ er schob mich zu einem Stuhl und ich setzte mich.
Ich starrte immer noch zu Sam. Was war nur falsch gelaufen? Der Mann bestellte mir ein Wasser und setzte sich zu mir.
„Vielleicht kann ich ihnen ja doch helfen. Erzählen sie mir was los ist?!“ er nahm meine Hand.
„Sehen sie die junge Frau dahinten?“ ich zeigte auf Sammy.
„Die Blonde?“ fragte er.
„Ja. Das ist Sam, meine beste Freundin. Ich weiß nicht mehr weiter.“ Tränen stiegen mir in die Augen.
„Was ist denn los?“ er streichelte sanft meinen Handrücken.
„Ich war ein halbes Jahr in New York um zu modeln. Als ich fuhr war sie noch meine Sammy, fröhlich und unbeschwert. Vor vier Tagen rief mich ihre Mum an, sie erzählte mir unter Tränen was in der Zeit in der ich nicht hier war passiert war.“ nun liefen mir die Tränen übers Gesicht.
„Was war denn passiert?“ er wischte mir eine Träne weg.
„Sie hat einen Mann namens Jason kennen gelernt, er hat sie dazu verführt Koks zu nehmen und nun ist sie seit fast einem halben Jahr abhängig. Als ich vor zwei Tagen zurück kam, haben wir uns vorgenommen es zu schaffen. Sie hatte das Schlimmste hinter sich und ich dachte ich könne sie kurz alleine lassen. Ich bin heute Abend für eine Stunde zu meinen Eltern nach Ballina gefahren und als ich zurück kam war sie weg. Ich habe sie den ganzen Abend gesucht. Jetzt habe ich sie hier gefunden und sie ist wieder völlig zu.“ ich sah zu Boden.
„Sie braucht Hilfe.“ er legte seine Hand unter mein Kinn „Sie schaffen das nicht allein!“
„Ich weiß...“ ich sah ihn an.
„Besorgen sie ihr Hilfe und wenn sie nicht mehr weiter wissen, dann rufen sie mich an!“ er besorgte sich einen Zettel und einen Stift und schrieb mir seine Nummer auf. Er reichte mir den Zettel, über der Nummer stand sein Name. Er hieß Mark. Nun wurde mir bewußt das ich mich noch gar nicht vorgestellt hatte.
„Ich heiße Alicia.“ ich reichte ihm meine Hand.
„Freut mich Alicia!“ er nahm meine Hand und lächelte mich an.
Dann sah ich wieder rüber zu Sam, sie stand auf dem Tisch und tanzte, dabei wurde sie von einigen männlichen Clubbesuchern angefeuert.
„Ich muß sie raus bringen.“ sagte ich leise.
„Ich helfe dir!“ er stand auf und ging zum Tisch, ich folgte ihm.
Vor dem Tisch blieb er stehen und ich ging zu Sam.
„Komm Sam, du hast genug für heute!“ schrie ich sie an um die anderen zu übertönen. Sie sah mich an und erschrak, machte aber keine Anstalten runter zu kommen.
„SAMMY!“ brüllte ich sie nun an und alle anderen Gäste starrten mich an.
„Ich habe gerade so viel Spaß!...“ sie drehte sich um ihre eigene Achse „...Ich will noch nicht los!“
Ich zog sie nun unsanft hinunter und Mark schnappte sie sich. Mit einer gehörigen Portion Gewalt schafften wir sie aus dem Club und brachten sie in mein Auto.
„Ruf` mich an wenn irgend etwas ist, ja?!“ Mark verabschiedete sich von mir.
„Mach ich!“ ich machte die Fahrertür auf und stieg ein.
„Versprochen?!“ Mark sah mich lange an.
„Versprochen!“ ich versuchte zu lächeln.
Ich fuhr los und Sam schrie mich während der ganzen Rückfahrt an. Zu Hause angekommen schaffte ich es irgendwie sie ins Bett zu verfrachten, dann legte mich auf die Couch in ihrem Zimmer und versuchte ebenfalls zu schlafen. Ich wollte sie nicht mehr aus den Augen lassen, wir wollten es schaffen. Gemeinsam......

Zwei Monate später
Sam und mein Zusammenleben mit ihr gestaltete sich sehr schwierig. Sam wurde immer wieder rückfällig, mittlerweile nahm sie nicht mehr nur Koks, sondern sie hatte auch angefangen sich Heroin zu spritzen. Ich fand es heraus als ich eines Abends bei ihr eine Spritze fand und sie völlig zu auf ihrem Bett lag. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, das wir auch das schaffen würden.
Mark hatte ich nicht angerufen, ich vertraute darauf das Sam`s Mum und ich stark genug sein könnten Sam zu helfen.

Weitere drei Monate später
Ich war mit meinen Kräften am Ende. Der Entzugsversuch vom Heroin machte Sam aggressiv und unberechenbar. Mehr wie einmal hatte ich schon blaue Flecken davon getragen, so auch an diesem einen Nachmittag. Sam war ausgerastet und hatte um sich geschlagen, sie schlug mich so fest, das ich zu Boden fiel. Dann sah sie mich an und ging einfach. Nachdem ich den Schock überwunden hatte ging ich erst einmal ins Bad. Meine Unterlippe war aufgeplatzt und blutete stark und auch mein Auge hatte etwas abbekommen. Ich rief Sam`s Mum an und sie kam und versorgte mich. Am nächsten Tag ging ich in die Uni um etwas Stoff aufzuholen, ich bekam den Stoff zwar von einer Studienkollegin nach Hause gebracht aber zu den Examen mußte ich in die Uni. Wenn alles so weiter laufen würde, dann hätte ich in einem halben Jahr mein Diplom als Grafikdesignerin in der Tasche. Meine Kommilitonin war erschrocken mich so zu sehen, sagte aber nichts weiter. Sie riet mir nur, mir endlich Hilfe zu suchen. Als ich am Nachmittag nach Hause kam und Sam noch nicht wieder da war, fiel mein Blick auf Marks Telefonnummer, erst war ich mir unsicher doch dann wählte ich die Nummer. Nachdem es ein paar Mal geklingelt hatte meldete er sich.
„Feehily!“
„Ist da Mark?“ fragte ich unsicher.
„Ja, und wer ist da?“ fragte er gut gelaunt.
„Hier ist Alicia, ich weiß nicht ob du dich noch an mich erinnerst. Wir haben uns vor ein paar Monaten im Eleven kennengelernt. Du hattest mir deine Hilfe angeboten.“ sagte ich schüchtern
„Ja, ich erinnere mich sehr gut. Wie geht es dir?“ fragte er.
„Nicht gut, ich würde mich gern noch mal mit dir unterhalten...Wenn du Zeit und Lust hast!“ fügte ich rasch hinzu.
„Ich habe es dir doch angeboten!“ sagte er ernst.
„Ich weiß, aber es ist ja schon etwas länger her und ich wußte nicht ob das Angebot noch steht.“ antwortete ich zurückhaltend.
„Natürlich steht das Angebot noch. Wann paßt es dir?“ fragte er vorsichtig.
„Heute?“ fragte ich leise.
„Ich bin bei einem Freund von mir, wenn du möchtest kannst du gerne vorbei kommen. Dann können wir reden.“ sagte er schnell.
„Wenn es keine Umstände macht?“ harkte ich nach.
„Quatsch, ich freue mich auf dich!“ sagte er sicher.
Er gab mir die Adresse seines Freundes durch und ich sagte das ich in einer halben Stunde da sein würde. Ich ging in mein Zimmer, zog mir eine bequeme Jeans und ein T-Shirt an und fuhr los. Ich kam in eine sehr teure Gegend von Dublin und schaute mehrmals auf meinem Zettel nach, aber hier sollte es sein. Ich parkte und ging zu einer Villa. Nach etwas zögern drückte ich auf die Klingel am Tor, kurz darauf ertönte ein Klicken und dann hörte ich die Stimme eines Mannes aus der Gegensprechanlage.
„Bitte?“
„Hallo, ich bin Alicia McAndrews, ich möchte zu Mark.“ antwortete ich verunsichert.
„Oh, du bist Alicia! Warte ich laß dich rein!“ antwortete der Mann freundlich.
Das Tor öffnete sich automatisch und eine junge Frau empfing mich an der Tür.
„Hallo Alicia! Ich bin Gina, Mark wartet schon auf dich!“ sie reichte mir ihre Hand. Sie war geschockt angesichts meines Aussehens, aber überspielte es geschickt.
„Freut mich!“ ich ergriff diese und sah sie an. Sie trug einen Jeansrock, eine Bluse, sie war perfekt geschminkt und ihr Haare waren kunstvoll hochgesteckt. Ich kam mir neben ihr total schäbig vor, ich trug überhaupt kein Make-up, meine langen Haare hatte ich nur wild zusammen gebunden und mein Outfit ließ auch zu wünschen übrig. Dazu kam mein Veilchen und meine angeschwollene Lippe. Sie führte mich einen langen Flur entlang zum Wohnzimmer, der Flur war mit goldenen und platinen Schallplatten behängt. Mein Blick fiel auf eines der Bilder und ich erschrak mich fast zu Tode. Westlife........ und Mark mittendrin, nun fiel mir auch wieder ein warum er mir so bekannt vorgekommen war. Nun war mir meine ganze Aktion noch peinlicher.
„Mark, dein Besuch ist da!“ Gina schob mich ins Wohnzimmer, wo ich mich plötzlich mit noch mehr Leuten wiederfand. Betreten sah ich zu Boden.
„Hallo Alicia...“ er sah mich an und stockte „...ich denke das Vorstellen verschieben wir auf später. Mein Gott, was ist passiert?“ er legte seine Hand unter mein Kinn und zwang mich ihn anzusehen.
„Ich weiß nicht wo ich anfangen soll!“ flüsterte ich.
Ich merkte das mich alle anstarrten und ich fühlte mich total unwohl in meiner Haut.
„Komm, wir gehen etwas raus!“ Mark zog mich durch die großen Glastüren nach draußen in den Garten, dort setzten wir uns auf eine Bank und er sah mich an.
„Was ist denn passiert? Das sieht ja böse aus.“ er deutete auf meine Verletzungen.
„Ich komme mir so blöd vor, ich wußte nicht wer du bist und ich rufe dich auch noch an und frage ob du mir helfen kannst. Ich komme mir so blöd vor. Du hast mit Sicherheit besseres zu tun wie dich um eine wie mich zu kümmern. Es tut mir leid!“ ich stand auf und wollte gehen.
„Alicia, setz dich!...“ er bugsierte mich wieder auf die Bank zurück. „...Ich habe dir angeboten das du mich anrufen sollst und ich bin froh das du es getan hast. Ich habe das nicht nur aus lauter Nächstenliebe getan, ich wollte dich wiedersehen.“ gab er nun zu.
„Mich? Warum denn das?“ fragte ich ihn verständnislos.
„Du sahst damals so traurig aus, aber ich habe selten so schöne blaue Augen gesehen. Sie haben mich fasziniert und ich bin wirklich froh das du dich gemeldet hast.“ er sah mich lange an und ich merkte wie mir die Röte ins Gesicht stieg.
„Aber...“ begann ich.
„Nichts aber, ich möchte für dich weiterhin nur Mark sein, einfach Mark. O.K.? Und nun erzähl was los ist!“ er nahm meine Hand und nickte mir aufmunternd zu.
„Sam..“ ich erzählte ihm alles und fing wieder an zu weinen „...gestern ist dann wieder ausgerastet und seitdem ist sie verschwunden. Manchmal ist sie drei oder vier Tage weg, aber sie kommt immer zurück. Ich weiß nicht mehr weiter!“ schluchzte ich.
„Alicia, so kann es nicht weiter gehen. Du machst dich kaputt!“ er nahm mich in den Arm.
„Aber Sammy braucht mich!“ schluchzte ich.
„Sam braucht nicht dich, sie braucht professionelle Hilfe! Du kannst ihr nicht helfen! Verstehst du das denn nicht!“ er sah mir in die Augen und ich sah in seinen Augen das er sich wirklich Sorgen um mich machte. Um mich, einen Menschen den er gerade mal ein paar Stunden gesehen hatte. Ich konnte es nicht glauben.
„Aber wie? Ich habe sie schon vor vier Monaten für einen Therapieplatz angemeldet, aber die Therapie geht erst in einem halben Jahr los. Ich weiß nicht ob sie noch so lange durchhält und ob ich es schaffe!“ ich krallte mich an ihm fest und er zog mich weiter zu sich heran.
„Ich kümmere mich darum, mir wird schon was einfallen. Du siehst todmüde aus, du solltest etwas schlafen. Ich spreche kurz mit Nicky, ich bin gleich wieder da!“ er stand auf und ging ins Haus. Nach ein paar Minuten kam er zurück und hielt mir seine Hand hin.
„Komm, ich bringe dich jetzt in ein Gästezimmer. Du schläfst erst einmal und morgen sehen wir weiter!“ er nahm meine Hand und zog mich hoch.
Ich stand noch nicht ganz, da merkte ich wie meine Beine nachgaben. Ich ließ mich wieder auf die Bank fallen und schluchzte. Die letzten Monate hatten mich mehr mitgenommen als ich dachte. Mark nahm mich auf den Arm und trug mich ins Haus. Ich weinte immer noch bitterlich und konnte mich nicht beruhigen. Er trug mich durchs Wohnzimmer, wo uns alle anstarrten, die Treppe hoch in ein Gästezimmer. Er legte mich aufs Bett, deckte mich zu und setzte sich zu mir. Das letzte was ich sah bevor ich einschlief war sein Gesicht. Am nächsten Morgen wurde ich durch die Sonne die ins Zimmer schien geweckt. Ich sah mich um und brauchte einen Moment um zu begreifen wo ich war. Ich sah auf den Wecker am Bett. 11:24 Uhr. Ich stand langsam auf und überlegte was ich nun tun sollte. Nach ein paar Minuten beschloß ich nach unten zu gehen. Langsam ging ich die Treppe hinunter, im Flur kam mir Gina entgegen.
„Guten Morgen! Hast du gut geschlafen?“ sie lächelte mich an.
„So gut wie schon lange nicht mehr.“ antwortete ich wahrheitsgemäß.
„Das freut mich. Die anderen machen gerade Frühstück, aber das dauert noch etwas. Möchtest du duschen? Na klar willst du, komm ich gebe dir oben ein paar Sachen, du müßtest in meine rein passen. Dann fühlst du dich gleich noch besser!“ sie harkte sich bei mir unter und wir gingen wieder hoch. Gina gab mir eine Hose und ein T-Shirt von sich und ich ging duschen. Sie hatte Recht ich fühlte mich wie neugeboren. Sie hatte mir noch eine Zahnbürste und eine Bürste ins Bad gelegt und nachdem ich fertig war sah ich schon wesentlich besser aus. Ich ließ meine Haare locker über die Schulter fallen, dann borgte ich mir etwas von Gina etwas Make-up und schminkte mein Veilchen über. Ich sah in den Spiegel, es stimmt so gut hatte ich lange nicht ausgesehen. Ich ging langsam die Treppe wieder runter und folgte dann den Stimmen. Ich trat leise in die Küche. Gina entdeckte mich als erste.
„Hey, da bist du ja wieder! Und wie fühlst du dich?“ sie kam zu mir und legte ihren Arm um meine Schultern.
„Wesentlich besser! Ich habe mir etwas Make-up von dir genommen, ich hoffe du bist nicht böse!“ ich sah sie entschuldigend an.
„Quatsch, schon O.K.! Ich möchte dir jetzt erst einmal ein paar Leute vorstellen. Also das da hinten..“ sie zeigte auf einen Mann der schon am Frühstückstisch saß „...das ist mein Mann Nicky, daneben sitzt unser Kian und die junge Dame die sich mit Mark am Herd versucht ist seine Freundin Jodie.“
„Hallo!“ ich winkte in die Runde.
„Hallo!“ kam es von allen Seiten zurück.
Mark hatte bis jetzt mit dem Rücken zu mir gestanden und nun drehte er sich um. Ich konnte das erstaunen in seinem Gesicht sehen. Anscheinend nicht nur ich...
„Hey Marky, Mund zu! Seit ihr endlich fertig? Ich sterbe vor Hunger!“ Kian schnipste mit den Finger vor Mark seinem Gesicht.
Ich konnte mir mein Lachen nicht verkneifen und setzte mich. Mark ignorierte Kian und setzte sich ebenfalls.
„Das gefällt mir an dir wesentlich besser.“ meinte Mark zu mir.
„Danke!“ ich lächelte ihn schüchtern an.
„Wir haben gute Nachrichten für dich!..“ Nicky sah mich an „...Mark hat uns alles erzählt. Ich hoffe du bist nicht böse!"
„Nein, ist O.K.“ antwortete ich.
„Also wir haben mir ein paar Leuten telefoniert. Wir haben einen Therapieplatz für Sam, und die Therapie beginnt in zwei Wochen.“ er sah mich freudestrahlend an.
„Wirklich?“ fragte ich entgeistert.
„Wirklich!“ Mark lächelte mich an und nahm meine Hand.
Ich stand auf und umarmte ihn.
„Danke, danke, danke!“ flüsterte ich ihm immer wieder ins Ohr.
„Gern geschehen!“ er gab mir einen Kuß auf die Wange.
„So, nun aber Frühstück, ich verhungere!“ Nicky angelte sich ein Brötchen und grinste uns an.
Mark und ich setzten uns wieder und wir aßen gemütlich Frühstück.
Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich und Mark begleitete mich nach draußen.
„Bye! Und vielen Dank für alles!“ ich küßte ihn auf die Wange.
„Gern geschehen! Sehen wir uns wieder?“ er nahm meine Hand.
„Wenn die Sache mit Sam`s Entziehung läuft, dann würde ich dich sehr gerne wiedersehen.“ ich sah verlegen zu Boden.
„Ich freue mich darauf!“ er legte seine Hand unter mein Kinn und gab mir einen kurzen Kuß. „Sorry, ich konnte einfach nicht widerstehen.“ er grinste mich an.
„Schon O.K., ich bin das gewöhnt!“ lächelte ich
„So, so!“ er streichelte sanft meine Wange und lächelte mich an.
„Nein, das war ein Spaß! Ich kann nur nicht glauben das DU dich für mich interessieren sollst.“ gab ich zu.
„Hey, du bist eine wunderschöne intelligente Frau und ich bin auch nur ein Mann!“ er grinste mich an.
„Ach, so ist das!“ ich mußte angesichts seines Gesichtsausdruckes grinsen.
„Ja, so und nicht anders!“ er lehnte sich an den Türrahmen.
„O.K.! Ich muß jetzt wirklich los, ich muß mich bei meiner Agentur melden und dann muß ich zu einer Vorlesung in die Uni. Dann muß ich schauen ob Sammy wieder da ist.“
„Das klingt nach einem anstrengenden Nachmittag.“ er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht „...Ruf mich an wenn Sam wieder da ist, ja?!“
„Mach ich! Sage den anderen nochmals vielen Dank von mir! Bye!“ ich winkte ihm zu und ging die Auffahrt hinunter zum Tor.
„Bye Cia!“ Mark sah mir noch etwas nach und ging dann wieder ins Haus.
Ich fuhr als erstes zu meiner Agentur und sagte Bescheid, das ich in gut zwei Wochen wieder Jobs annehmen könnte, dann fuhr ich zur Uni und nahm an zwei wichtigen Vorlesungen teil. Gleich danach fuhr ich nach Hause, wo ich auf Sam traf. Sie saß zusammengesunken auf der Couch und weinte bitterlich. Ich ging zu ihr und nahm sie in den Arm.
„Sch, sch Kleines! Alles wird gut!“ ich wiegte sie wie ein kleines Kind in meinen Armen.
„Es tut mir so leid Cia! Ich schaff es einfach nicht, ich wollte nur etwas frische Luft schnappen, dann habe ich Jason getroffen und dann....und dann...“ sie schluchzte auf und vergrub ihr Gesicht in meinen Haaren.
„Ist ja gut Kleines!“ ich streichelte sanft über ihren Rücken.
„Cia, warum bist du noch hier? Ich habe dir sooft weh getan und du bist immer noch hier!“ sie sah mich mit tränenüberströmten Gesicht an.
„Ich bin noch hier weil wir du meine beste Freundin bist und ich dich nicht verlieren will! Hör zu...“ ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und zwang sie mich anzusehen „...Ich habe mit Freunden gesprochen, du hast in zwei Wochen einen Therapieplatz. Bis dahin schaffen wir das! O.K.?!“
„Wirklich?“ sie sah mich erstaunt an.
„Ja, nur noch zwei Wochen...“ ich nahm sie wieder in den Arm und wiegte sie so lange bis sie eingeschlafen war, ich deckte sie zu und legte mich dann ebenfalls hin.
Am nächsten Morgen rief ich Mark an und wir redeten fast 2 Stunden miteinander. Es tat mir gut seine Stimme zu hören und er gab mir Kraft. Sam ging es schlecht und sie wurde in den folgenden zwei Wochen wieder rückfällig. Ich telefonierte fast jeden Abend mit Mark und er sagte mir immer ich müsse nicht mehr lange durchhalten. Dann war der Tag endlich da, Sam und ich packten ihre Tasche und ich fuhr sie in die Klinik nach Cork. Ich verabschiedete mich von ihr und sprach kurz mit den Schwestern. In den folgenden 4 Monaten war es Sam verboten Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen und auch wir sollten uns in dieser Zeit nicht bei ihr melden. Ich drückte sie kurz und dann fuhr ich zurück nach Dublin.
Am Abend hatte ich mich mit Mark in einem Restaurant verabredet, wir wollten feiern das Sam endlich professionell geholfen wird. Ich fuhr nach Hause und stand ratlos vor meinem Kleiderschrank. Ich wußte bei bestem Willen nicht was ich anziehen sollte. Nach langem hin und her entschied ich mich für ein weißes Kleid. Ich steckte mir die Haare hoch und schminkte mich, dann mußte ich auch schon los. Auf dem Weg zum Restaurant rief mich Gina an um zu fragen wie alles gelaufen sei. Auch mit ihr hatte ich in letzter Zeit viel telefoniert und wir waren Freundinnen geworden. Ich redete kurz mir ihr, dann mußte ich mich schnell verabschieden, da ich am Restaurant angekommen war. Ein Parkservice übernahm meinen Wagen und ich betrat mit weichen Knien den Innenraum.
„Haben sie reserviert Miss?“ ein junger Mann nahm mir meine Jacke ab und sah mich fragend an.
„Ich bin hier mit Mr. Feehily verabredet, mein Name ist Alicia McAndrews.“
Er sah in seinem Buch nach und kam dann wieder zu mir.
„Oh, ja Miss McAndrews, Mr. Feehily erwartet sie bereits! Bitte folgen sie mir.“ er ging voran durch die Tischreihen in eine abgelegene Nische. Ich sah Mark schon von weitem und er strahlte mich an. Der Mann wollte mir gerade meinen Stuhl zurechtrücken, aber Mark kam ihm zuvor.
„Danke, ich mach das schon! Können sie uns bitte die Karte bringen?“
„Gerne! Einen kleinen Moment!“ der Kellner verneigte sich und ging dann.
„Cia! Du siehst wunderschön aus!“ er küßte sanft meine Hand.
„Danke!“ ich merkte wie mir die Röte ins Gesicht stieg und ich sah schnell zu Boden.
„Du bist süß wenn du verlegen bist!“ Mark grinste mich an.
„Sehr charmant Mr. Feehily!“ ich blickte ihm tief in die Augen und er nahm meine Hand.
Dann kam der Ober zurück und reichte uns die Karte. Ich sah auf die Preise und erschrak, ich blickte zu Mark der mich angrinste.
„Hey Kleine! Alles in Ordnung, bestell worauf du Appetit hast!“
„Das sind ganz schön hohe Preise!“ ich studierte die Karte auf der Suche nach etwas was ich aussprechen konnte und wo ich mir sicher war was es ist.
„Haben sie gewählt?“ der Ober stand an unserem Tisch und sah mich an.
Mark und ich bestellten unser Essen und genossen den Abend. Nach dem Essen fuhren wir in einen nahegelegenen Park. Dort setzten wir uns auf eine Bank und sahen uns die Sterne an.
„Alicia?!“ Mark sah mich an.
„Hmmm...“ ich nahm meinen Kopf von seiner Schulter und sah ihn ebenfalls an.
„Ich glaube ich bin dabei mich in dich zu verlieben.“ gestand er mir schüchtern und sah dabei zu Boden.
„Mir geht es genau so.“ ich küßte ihn und er erwiderte meinen Kuß.
Wir blieben noch etwas im Park, dann wurde es uns zu kalt und Mark fuhr mich zu mir.
„Möchtest du noch mit rauf kommen?....Auf einen Kaffee oder so?“ ich sah ihn grinsend an und stieg aus.
„Gerne, gibt es den sonst auch morgen früh?“ er stieg ebenfalls aus und griente mich an.
„Mal schauen...“ ich zog ihn zu Haustür.
Wir fuhren mit dem Fahrstuhl hoch und machten uns es erst einmal im Wohnzimmer gemütlich. Ich fand noch eine Flasche Wein im Kühlschrank und holte zwei Gläser. Ich ließ mich neben Mark auf die Couch fallen und er beobachtete mich während ich die Flasche entkorkte und den Wein einschenkte.
„Mark, du machst mich nervös!“ ich reichte ihm ein Glas.
„Danke, ich nehme das als Kompliment. Weißt du eigentlich, das wir heute Abend das erste Mal seit wir uns kennen allein sind?“ er stellte sein Glas ab und nahm mir dann meines ab und stellte es auf den Tisch.
„Hmmm, wir kennen uns aber auch noch nicht lange..“ ich genoß seine Küsse an meinem Hals.
„Doch eigentlich schon, wir haben uns vor einem halben Jahr kennengelernt, wir haben die letzten zwei Wochen täglich telefoniert und heute Abend habe ich den schönsten Abend seit sehr, sehr langer Zeit mit dir erlebt!“ er küßte nun mein Ohr und ich kicherte.
„Wenn man das so sieht, dann hast du natürlich recht!“ ich fing an sein Hemd aufzuknöpfen und er befreite mich von meinem Kleid.......
Ich wurde von Duft von frischen Kaffee geweckt, ich griff neben mich und mußte feststellen das Mark schon aufgestanden war. Ich zog mir sein Hemd von gestern Abend und meinen Slip an, dann schlich ich mich in die Küche. Ich beobachtete Mark bei seinem Versuch Pfannkuchen zu zaubern und mußte lächeln. Ich trat hinter ihn, umarmte ihn und küßte seinen Nacken.
„Hatte nicht ich gesagt ich koche den Kaffee?“ flüsterte ich ihm ins Ohr.
„Du hast noch so süß geschlafen, ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht dich zu wecken!“ er zog mich in seine Arme und ich zog seinen Geruch ein.
Wir frühstückten zusammen und gingen dann im Park spazieren. Wir sahen uns in den folgenden Wochen jeden Tag und weihten die Jungs und Louis ein. Die Jungs standen von Anfang an hinter uns was uns sehr viel bedeutete. Wir wollten mit einer offiziellen Stellungnahme warten bis wir wenigstens ein halbes Jahr zusammen waren.
Dann mußte ich für ein Shooting nach Spanien, ich sollte drei Tage dort bleiben und dann sollte ich am Donnerstag wieder in Dublin sein. Mark mußte am Mittwoch für fünf Wochen nach Schweden zu Studioaufnahmen, so würden wir uns 1 ½ Monate nicht sehen. Mark brachte mich zu Flughafen und ich konnte meine Tränen nicht unterdrücken.
„Baby, komm schon nicht weinen. Ich möchte dich nicht weinen sehen. Wir telefonieren jeden Tag!“ er nahm mich in den Arm und streichelte sanft meinen Rücken.
„Ich vermisse dich jetzt schon! Ich liebe Dich!“ ich küßte ihn und ging dann schnell zu meinem Check in Schalter.
„Ich liebe Dich auch!“ er schickte mir einen Handkuß und verließ dann schnell den Flughafen.
Der Job verlief super und ich ließ von unserem Fotografen noch einige Privatbilder für Mark machen. Wieder zu Hause klebte ich sie in ein Album und schrieb noch etwas dazu. Er sollte es von mir zu unserem 6-monatigem Jubiläum bekommen. Ich war gerade fertig als mein Telefon klingelte.
„McAndrews!“ meldete ich mich
„Schönen guten Tag Miss McAndrews, hier ist Dr. Joanne Howardt, von der Drogenentzugsklinik in Cork. Ich muß ihnen leider eine schlechte Nachricht übermitteln.“
„Was ist mit Sam?“ ich schluckte und merkte wie sich meine Kehle zuschnürte.
„Miss Gradons hat heute Nacht Suizid begangen.“ ich hörte an ihrer Stimme das es ihr nicht leicht fiel mir das zu sagen.
„Wie bitte?“ fragte ich mit brüchiger Stimme.
„Miss Grandons hat sich heute Nacht in ihrem Zimmer erhängt, wir denken sie ist mit dem Druck nicht klar gekommen. Ihre Mum ist auf dem Weg hierher um sie zu identifizieren, sie hat einen Brief an sie geschrieben, ich schicke ihn heute noch los. Es tut mir wirklich leid!“ ich hörte das, das Gespräch nun für sie beendet war.
„Danke.“ ich legte wie in Trance auf.
Ich setzte mich und versuchte die Situation zu realisieren, dann griff ich zum Telefon und wählte Gina`s Nummer.
„Bryne“ meldete sie sich fröhlich.
„Gina...“ meine Stimme erstarb.
„Alicia?“
„Gina...Sam ist tot?“ brachte ich unter Tränen hervor.
„Was? Wie? Bleib wo du bist! Ich bin in sofort bei dir!“ mit diesen Worten hatte sie aufgelegt.
Keine halbe Stunde später stand sie vor meiner Tür. Ich öffnete und fiel ich in die Arme. Sie schaffte es nicht wirklich mich zu beruhigen und brachte mich als letzten Ausweg zu meinen Eltern nach Ballina.
Den Brief brachte sie mir zwei Tage später nach, ich hatte die Tage mit niemanden gesprochen. Ich nahm immer wieder den Brief und las ihn ,jedoch ohne ihn zu verstehen.
<< Mein kleine Cia!
Es tut mir so unendlich leid, aber ich kann es nicht mehr. Ich möchte das du weißt, das du das Beste warst was mir passieren konnte. Ich bin dir so dankbar, für alles... Ich werde gehen und es wird mir an nichts fehlen! Ich liebe Dich!!!!
Deine Sammy >>
Immer und immer wieder las ich die Zeilen, ich konnte nicht glauben das sie nie wieder bei mir sein sollte. Ich machte mir Vorwürfe nicht genug getan zu haben.
Ich aß in der folgenden Woche so gut wie nichts, ich schlief nicht und ich redete mit niemanden. Nachdem sich meine Mum mit Gina beraten hatte informierten sie Mark. Er stand am nächsten Tag vor der Tür. Ich saß auf meinem Lieblingssessel und starrte aus dem Fenster, ich nahm ihn überhaupt nicht wahr. Er setzte sich auf die Couch und fing an mit mir zu reden.
„Süße! Rede mit mir! Es tut mir so leid, daß ich nicht da war! Es tut mir so leid!“ er vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
Er redete immer weiter auf mich ein, nach einer halben Stunde sah ich ihn an.
„Geh bitte Mark! Ich möchte das du gehst! Ich bin Schuld an allem! Geh bitte! Ich will dich nicht mehr sehen!“ bei den letzten Worten erhob sich meine Stimme gefährlich.
„Cia!?“ er sah mich ratlos an.
„Geh!“ schrie ich nun.
Meine Mum hatte alles mitbekommen und führte ihn hinaus.
„Alicia Schatz! Was war denn das?“ sie setze sich zu mir.
„Mummy, ich weiß nicht weiter, ich würde ihn nur belasten! Ich brauche Zeit für mich!“ ich erhob mich und ging nach oben.
„Wo willst du hin?“ sie kam mir hinterher.
„Ich habe ab morgen einen Job in LA, ich gehe in der Zeit an die UCLA. Ich werde für ein Jahr weg sein.“ ich begann meine Sachen in meine Tasche zu räumen.
„Warum hast du nichts gesagt? Weiß es Georgina?“ sie sah mich verständnislos an.
„Ich wollte dir eigentlich gar nichts sagen, ich wollte morgen früh zum Flughafen und weg... Ich will alles hinter mir lassen! Gina weiß es nicht!“ ich räumte meinen Schrank aus und meine Mum setzte sich um den Schock zu verarbeiten.
„Alicia!“ sie blickte mich flehentlich an.
„Nein Mum, ich gehe!“ damit war das Gespräch für mich beendet.
Am nächsten Morgen fuhr mich meine Mum zum Flughafen und nach 18 Stunden Flug stand ich auf amerikanischen Boden. Ich brach den Kontakt zu jedem außer zu meiner Familie ab. Zwei Monate nachdem ich aus Irland geflohen war, wurde bei einer Routineuntersuchung festgestellt das ich schwanger bin, erst wußte ich nicht wie ich damit umgehen sollte, aber dann entschied ich mich für das Baby. Sechs Monate später wurde mein und Marks Sohn in L.A. geboren. Er bekam den Namen Noah Christien Marcus und er hatte mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen.

- Ein Jahr später

Wieder zu Hause! Ich stellte meine Tasche in den Flur, stellte Noah`s Kindersitz daneben und nahm ihn auf den Arm, er hatte den ganzen Flug über geschlafen und wartete nun darauf sein Fläschchen zu bekommen. Er war mittlerweile ein halbes Jahr alt und sah Mark unglaublich ähnlich. nachdem ich ihn versorgt hatte ging ich in mein Wohnzimmer. Meine Mum hatte meine Wohnung komplett renoviert, umgeräumt und ein Kinderzimmer für Noah eingerichtet. Alles sah neu und unbenutzt aus. Ich setzte mich mit Noah auf die Couch und sah nach draußen. Das Jahr hatte mir gut getan, ich war fast die ganze Zeit in psychologischer Behandlung und ich hatte Sam`s Tod gut verarbeitet, Noah hatte mir sehr geholfen mich nicht völlig zu verlieren. Mein Arzt hatte mir geraten, mit meinen alten Freunden wieder Kontakt aufzunehmen, ihnen alles zu erklären und ihnen von Noah zu erzählen. Besonders legte er mir ans Herz Mark davon in Kenntnis zu setzten das er einen sechs Monate alten Sohn hat. Ich hatte seit letzten Monat mein Studium fertig und war nun Grafik- und Modedesignerin. Meine Agentur vermittelte mich und als Model und als Designerin. Ich war froh, denn so konnte ich noch viel lernen und ich konnte Noah zum Glück viel mitnehmen.
Die nächste Woche verbrachte ich damit mich wieder in Dublin einzuleben und meinen Alltag auf Noah abzustimmen. Dann ging ich mit meiner Mum und Noah shoppen. Wir betraten meinen Lieblingsladen als ich wie angewurzelt stehen blieb. Meine Mum folgte meinen Blick, nickte und nahm mir meine Taschen und Noah ab. Ich strich meine mittlerweile kinnlangen Haare glatt und ging zu der Person. Georgina sah sich gerade ein Kleid an als ich sie ansprach.
„Ich glaube das steht dir phantastisch!“ meinte ich zu ihr.
„Alicia?!“ sie sah mich an und schlug die Hände von den Mund.
„Ja! Gina es tut mir so leid!“ ich sah sie entschuldigend an.
Sie hatte sich gefangen und nahm mich in den Arm.
„Du glaubst gar nicht wie froh ich bin dich zu sehen!“ sie wollte mich gar nicht los lassen.
„Gina! Es tut mir so wahnsinnig leid!“ mir liefen Tränen übers Gesicht.
„Wo warst du denn?....Nein, sag nichts, die anderen interessiert das bestimmt auch! Kommst du heute Abend zum Essen?“ sie strich mir ein Träne weg.
„Meinst du wirklich? Ist Mark auch da?“ ich sah zu Boden.
Das ganze Jahr über hatte ich mir gewünscht Mark wieder in den Arm zu nehmen, ihn zu küssen, sein Aftershave einzuatmen....er fehlte mir so sehr... Ich wünschte mir das er seinen Sohn kennen lernte und ihn lieben würde so wie ich ihn liebte.
„Ja Mark ist auch da! Er wird sich auch freuen!“ meinte sie.
„Das glaube ich kaum! Ich habe ihn weg gejagt und bin dann abgehauen!“ ich sah immer noch zu Boden.
„Alicia!...“ sie zwang mich sie anzusehen „...Er hat sich solche Sorgen um dich gemacht, ich denke er liebt dich immer noch! Kommst du?“
„O.K.!“ ich versuchte sie anzugrinsen. „ich muß dir noch etwas sagen.“ ich sah sie lange an, dann winkte ich meine Mum zu uns und sie gab mir Noah.
Gina verstand sofort und sah sich den Kleinen genau an.
„Er hat Marks Augen.“ lächelte sie.
„Ja und seine Stimme.“ grinste ich.
„Um 19 Uhr bei uns? Ich glaube du mußt einiges aufklären und den kleinen Mann jemanden vorstellen.“ sie lächelte ,drückte mich nochmals und ging dann.
Ich kaufte mir mit meiner Mum noch ein neues Kleid und neue Schuhe, dann kauften wir Noah noch eine süße Latzhose, ein weißes Shirt und klitzekleine Turnschuhe, die zu niedlich an seinen kleinen Füßen aussahen, dann fuhren wir nach Hause. Ich brauchte fast zwei Stunden bis ich fertig war und Noah angezogen und soweit versorgt hatte das er den Abend wohl hoffentlich nicht allzu quengelig werden würde. Ich zog natürlich meine Neuerungenschaften an, Punkt 19 Uhr klingelte ich bei den Bryne`s. Nicky meldete sich über die Gegensprechanlage.
„Bryne!“
„Hi, hier ist Alicia!“ meldete ich mich schüchtern.
„Alicia?....Moment mal Alicia McAndrews?“ fragte er stockend.
„Ja!“
„OH MEIN GOTT.....“
Es klickte in der Leitung, dann ging der Summer. Ich betrat das Grundstück und Nicky lief mir entgegen.
„ALICIA!“ er blieb vor mir stehen und küßte meine Wange, dann sah er Noah an und kitzelte den Kleinen. „Sieht unserem Mark verdammt ähnlich.“ grinste er.
„Hallo Nicky! Wenn er ihm nicht ähnlich sehen würde, dann würde ich mir Sorgen machen.“ ich war überrascht so überschwenglich begrüßt zu werden.
„Komm rein! Mann, die anderen werden staunen!“ er zog mich ins Haus und schubste mich mitsamt Noah ins Wohnzimmer. Ich stand plötzlich mitten im Geschehen. Alle Augen waren auf mich und den Kleinen gerichtet. Kian, Shane , Gillian und Jodie nahmen mich in den Arm und drückten mich ausgiebig und bestaunten Noah der jeden freundlich anlächelte und gluckste.
„Ich kann es nicht glauben!“ Kian betrachtete mich von allen Seiten und sah dann zu Noah und schüttelte immer wieder den Kopf.
Ich beobachtete Mark, er stand am Fenster und sah hinaus. Ich ging, ohne Kian zu beachten auf ihn zu. Gina sorgte dafür, daß alle andern das Wohnzimmer verließen. Ich ging zu Mark und legte ihm meine freie Hand auf die Schulter, er zuckte zusammen, sagte aber nichts.
„Mark, es tut mir so leid!“ ich ging um ihn herum und sah ihn an.
„Warum Alicia?“ er sah mich traurig an.
„Ich brauchte Zeit für mich, ich kam mit allem nicht klar.“ ich wiegte Noah der langsam ungeduldig wurde. Ich wollte Mark in den Arm nehmen, aber ich traute mich nicht.
„Ich habe dich vermißt, ich habe dich gesucht, ich habe mir solche Sorgen gemacht!“ er fing an zu weinen.
„Ich weiß, es tut mir leid! Ich möchte dir jemanden vorstellen.“ ich konnte nun nicht mehr anders, ich nahm ihn in den Arm.
Anfangs reagierte er überhaupt nicht, dann erwiderte er meine Umarmung. Ich fing nun auch an zu weinen und er küßte mich sanft.
„Du hast mir so gefehlt!“ er hielt mich fest.
„Ich liebe Dich!“ flüsterte ich. Dann sah ich Noah an, der alles mit einem skeptischen Blick verfolgt hatte „Noah, das ist dein Daddy!“ ich gab ihm Mark auf den Arm und er sah ihn gerührt an.
„Ich liebe dich auch! Und dich auch kleiner Noah, wir haben ganz schön viel nachzuholen, weißt du.“ er küßte Noah vorsichtig und sah dann wieder zu mir „Verlaßt mich nie wieder, ich kann nicht ohne euch sein!“ er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Wir unterhielten uns noch etwas, ich erzählte ihm von Noah`s Geburt, von all den Dingen die er mochte und die er nicht mochte, was er schon alles angestellt hatte und ich genoß seine Nähe. Noah schlief auf seinem Arm ein und er küßte immer wieder seine Stirn. Dann kamen die andern wieder dazu.
„So, Cia! Wo warst du? Und wo kommt der Zwerg auf einmal her?“ Shane setzte sich mit gegenüber und sah mich fragend an.
„Ich denke ich bin euch allen eine Erklärung schuldig. Also ich war im letzten Jahr in Los Angeles, ich habe dort mein Studium abgeschlossen und ich habe dort einige Jobs angenommen. Ich war in psychiatrischer Behandlung, ich mußte lernen damit klar zu kommen. Mußte meine Schuldgefühle bewältigen. Jetzt bin ich soweit das ich sagen kann ich gebe mir nicht mehr die Schuld. Ich bin bereit mein Leben zu leben und ich möchte es mit niemand anderen als mit Mark und Noah teilen! Übrigens muß ich wohl hoffentlich niemanden erklären wo die Babys herkommen. Noah ist Marks und mein gemeinsamer Sohn, er wurde am 12. Juli in L.A. geboren und heißt Noah Christien Markus. Und ganz wichtig ich liebe diese beiden Männer mehr wie mein Leben.“ ich sah in die Runde und gab Mark dann einen Kuß.