Vor ein paar Monaten erfuhr Sarah, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind, sondern diese in Irland/Dublin leben und sie bei ihrer Geburt weggegeben haben. Warum genau wusste sie nicht, aber sie wollte um jeden Preis zu ihnen ziehen. Sie erfuhr, dass sie 2 ältere Geschwister hatte, einen Bruder, Bryan und eine Schwester namens Susan. Vor ein paar Wochen zog sie dann endlich ins schöne Irland zu ihrer Familie.

"Also wann fahrt ihr heute nach London?", fragte ich Bryan ganz aufgeregt. Bryan grinste über meine Neugierde: "Na ja, ich denke mal so gegen 15 Uhr kommen die Jungs und holen mich ab, dann fahren wir noch zu Nicky. Von da aus geht es dann los." Ich wollte einfach alles über seinen heutigen Tag wissen und fragte weiter: "Und was macht ihr dann da?" "Wir geben da so ein Interview...nichts weiter." Darauf wurde ich dann still und beobachtete Bryan weiter beim Frühstücken. "Warum fragst du nicht einfach?", fragte Bryan plötzlich. "Was?", war meine kurze Antwort und ich ahnte schon wieder Böses. "Na, was du über Kian wissen willst!" Ich gab ihm keine Antwort, sondern machte mir noch einen Kakao. Ich wurde leicht rot und blickte langsam über meine Schulter und sah wie Bryan mich grinsend beobachtete. "Du bist verliebt in Kian." , kam die Ansage von Bryan. Ohne zu zucken sagte ich nur: "Quatsch, wie kommst du denn darauf!?" "Du hast dich eh schon verraten, oder warum sonst bist du so nervös und tust jetzt schon den 25. Kakaolöffel in deine Milch!?" Scheiße, dachte ich nur. Ich zuckte zusammen und bemühte mich jetzt, das Pulver irgendwie wieder wegzubekommen. "Kann ich mit nach London kommen?", fragte ich dann schließlich und wusste schon längst, dass sich Bryan irgendwas dabei denken musste. "Klar, willst du dann im Auto neben Kian sitzen?", kam dann prompt als Antwort zurück. Ich rollte nur mit den Augen und verschwand in meinem Zimmer. Um kurz vor 3 klingelte es an der Tür und Bryan und ich kamen gleichzeitig aus unseren Zimmern. Ich hetzte zur Tür, als ich Bryan nur neckisch hinter mir her rufen hörte, warum ich es denn so eilig hätte. Ich strich noch mal mein Haar glatt und riss dann die Tür auf. "Oh, hi Shane!" begrüßte ich ihn etwas enttäuscht. "Tja, tut mir Leid, dass ich nicht Kian bin, aber ich habe dir schon einen Platz im Auto neben ihm freigehalten!" antwortete er mir mit einem Augenzwinkern. Ich fragte mich, ob denn schon jeder der Jungs von meinem heimlichen Schwärmen wusste. Bryan und Shane fingen lauthals an zu prusten und ich hoffte nur, dass Kian im Auto davon nichts mitbekam. Ich schaute die beiden empört an und verschwand dann zügig im Auto, um wirklich noch den freien Platz im Auto neben Kian zu bekommen. Kian bemerkte mich sofort und lächelte mir zu: "Oh hi, du kommst auch mit nach London?". Ich lief leicht rot an und nickte ihm zu. Am liebsten hätte ich irgendetwas originelles geantwortet, aber ich bekam vor Kian keinen Ton raus. Bryan und Shane stiegen grinsend ins Auto mit ein. "Na Sarah, noch alles klar bei dir?", fragte Bryan mich neckend. Heimlich verpasste ich Bryan einen Tritt vor sein Schienbein, um ihn zu sagen, dass er sich zusammenreißen sollte. Kian verstand nur Bahnhof und schaute Bryan nur verwirrt an. Shane und Bryan fingen beide wieder gleichzeitig an zu lachen. Mir war die Situation richtig peinlich und ich starrte deshalb die ganze Fahrt bis zum Flughafen nur aus dem Fenster. "Willst du im Flugzeug denn dann auch wieder neben deinem Schatz...äh ich meine neben Kian sitzen, Sarah?" Bryan konnte echt nur seine Witze über mich machen und ich glaubte, dass es Kian langsam dämmerte. "Wenn der Platz noch frei ist, setze ich mich gerne neben Kian. Mark sabbert immer so im Schlaf, da setzte ich mich kein zweites Mal hin!", antwortete ich dann sogar mit einem guten Argument weiterhin neben Kian zu sitzen. Kian schien es gleichgültig zu sein, ob er nun neben mir saß oder nicht. Und das machte mich ein bisschen traurig. Mir war es klar, dass Bryan mich nur zu gern mit Kian verkuppeln wollte, aber das musste ich selbst erledigen. Ich mochte es gar nicht, wenn Verwandte sich immer in mein Liebesleben einmischen wollten. Im Flugzeug hatte ich echt Glück gehabt, dass neben meinem Bruderherz Kerry und Molly saßen. Somit ging ich in die letzte Reihe zu Kian: "Macht es dir was aus, wenn ich mich zu dir setze?" Kian blickte zu mir auf und grinste mich an: "Setz dich! Dann kann ich dich ja endlich mal näher kennen lernen. Was ist heute eigentlich mit Shane und deinem Bruder los? Haben die heute zum Frühstück nen Clown gegessen!?" Ich verstaute meine Tasche und nahm neben Kian Platz: "...Ähm...ich weiß echt nicht, was mit den beiden ist...die machen sich schon den ganzen Tag über mich lustig..." Jetzt wusste ich echt nicht wirklich, was ich sagen sollte. Ich konnte ihm ja schließlich nicht erzählen, dass ich mich in ihn verknallt hatte und Bryan und Shane deshalb heute so durchgeknallt waren. Kian interessierte es auch nicht weiter und fragte mich über meine Vergangenheit aus. Den ganzen Flug unterhielten wir uns über meine Hobbies, Kian´s Job und ähnlichem. Leider war der Flug viel zu kurz, um mehr über Kian zu erfahren, aber unser Gespräch war schon mal ein Anfang. Als wir im Auto zum Studio fuhren alberten wir beide total rum und Bryan starrte uns nur verwirrt an. Er hätte wahrscheinlich nicht geglaubt, dass wir uns von Anfang an so gut verstehen. Auch ich war überrascht, wie locker ich auf einmal Kian gegenüber war. Auch im TV-Studio plapperte ich in den Pausen ununterbrochen mit Kian. Und als sie dann für das Interview vor die Kamera mussten, musterte ich Kian noch mal genau. Das was mir als erstes an ihm gefiel waren seine blauen Strahle-Augen. Wenn er einen ernst anblickte, sah er so verdammt sexy aus. Jedes Girl könnte er damit locker um den Finger wickeln. Ich bemerkte schon gar nicht mehr, dass ich Kian die ganze Zeit verliebt anschaute, aber Bryan fiel es natürlich gleich auf und musste sich zusammenreißen, dass er vor der Kamera nicht anfing zu lachen. Kian aber saß ganz locker auf dem Sofa, neben Bryan und Mark und bekam von all dem nichts mit...
Abends war ich dann alleine in meinem Hotelzimmer. Bryan war noch kurz gekommen um nach mir zu sehen: "Und wie ist dein Märchenprinz so von Nahem?" Natürlich konnte er es wieder nicht lassen mich zu ärgern. Ich dagegen blieb cool und versank schon wieder in Gedanken. "Er hat mir gesagt, dass er dich wahnsinnig nett und total süß findet.", sagte Bryan mit einem Lächeln. Ich dachte schon, er wollte mich verarschen, aber ihm war es ernst damit. "Soll ich dir jetzt auch noch haargenau erzählen, was er gesagt hat, bevor du es mir endlich glaubst? Diesmal scherze ich nicht...das ist mein Ernst! Kian mag dich und zwar nicht nur ein bisschen, wie er eigentlich meine Schwester finden sollte, sondern ein bisschen mehr, wie er ein tolles Girl eben findet!!!" Ich wollte Bryan kein Wort von dem glauben. Mochte mich Kian wirklich so sehr? Ich kam zu dem Entschluss, dass Bryan sich verhört haben musste und schickte ihn raus. Den ganzen Abend dachte ich über seine Worte nach. Mir ging die Sache einfach nicht aus dem Kopf. Es war schon spät geworden, da klopfte es an meiner Tür. Ich dachte, dass Bryan schon wieder irgendetwas von mir wollte und riss die Tür auf: "Bryan, ich will nicht schon wieder hören, wie toll mich Kian doch findet. Du musst dich verhört haben! Das kann einfach nicht sein...du weißt wie sehr ich ihn mag, aber...oh...hallo Kian." Ich stand wie angewurzelt in meinem Zimmer und wurde knallrot. Kian stand vor mir und nicht mein wahnwitziger Bruder! Was habe ich da eben nur gesagt? Jetzt ist es raus. Kian wird mich dafür hassen! Wie konnte ich nur einfach so ausplaudern, dass ich ihn mag? Aber irgendwie schien Kian in der gleichen peinlichen Situation zu stecken: "Und was ist, wenn sich dein Bruder nicht verhört hat?" Jetzt stand Kian vor mir, mit forderndem Blick, so wie ich es schon lange geträumt habe. "Das kann unmöglich sein...Ich meine du kannst alle Mädchen haben und da findest du gerade mich total süß...außerdem was ist schon süß? Die kleine Schwester von einem Kumpel ist süß...aber eben nur, weil sie die kleine Schwester ist...und nicht, weil man sich in sie verknallt hat!" Ich fand die Idee völlig absurd, dass Kian sich in mich verknallt haben sollte. Ich war doch nur die kleine Schwester von Bryan. Aber Kian blickte mich weiter mit seinen tollen Augen an: "Und würdest du deine Meinung ändern, wenn ich dich jetzt küssen würde?", fragte er mich und mir war klar, dass er es ernst meinte. Er legte seine Hände sanft auf meine Taille und ich schloss die Augen. Langsam berührten sich unsere Lippen und ich fühlte, was für ein Glück ich doch hatte.


**Ende**
©Sarah (Keksi) www.keksi-egan.de.vu