
Hi ihr Lieben!Ich hab mal ne schön lange
Story geschrieben.
Die Hauptpersonen sind Shane, Kian, Gillian, ...Also Nicky- und Bryanfans, Hände
weg! *lach*Nein, ihr dürft sie natürlich auch lesen.Der Name Bryan kommt
sogar einmal vor. *looool*Viel Spaß beim Lesen wünsch ich euch!
Drrrrrrrrr, erklang das schrille Klingeln des Weckers der bei Shane auf dem Nachttisch
stand. "Huhhhwa...", gähnte dieser noch völlig verschlafen und schlug
ihn aus. Dann zog er sich die Decke über den Kopf und drehte sich auf die
andere Seite. Doch lange blieb es nicht still, denn seine Mum betrat das Zimmer
und weckte ihn sanft, wie es eine Mum eben tut. "Good morning Shaney, das Frühstück
istfertig." Jeden Tag lief es gleich ab, jeden Tag schlug er den nervigen Wecker
aus und jeden Tag kam seine Mum ihn so lieb wecken wie immer. So wie sie es schon
getan hatte als er noch ein ganz kleiner Junge gewesen war. Jetzt war er bereits
jugendlich und besuchte die neunte Klasse des Summerhill Colleges. Also quälte
er sich aus den Federn und schlurfte zum Badezimmer, um sich frisch zu machen.
Als er angezogen war ging er zu seiner Mum in die Küche und aß sein
Breakfast, verabschiedete sich mit einem Kuss auf die Wangebei ihr, schnappte
seine Schultasche und machte sich auf den Weg. Unterwegs traf er sich mit seinem
besten Freund Kian, der gleich um die Ecke wohnte. Quatschend liefen die beiden
zur Schule und tauschten sich über die Hausaufgaben, die immer nur einer
von beiden erledigte, aus. Sie wechselten sich damit auch immer ab, damit keiner
den Kürzeren zog. So kamen sie auch heute wieder am College an und trafen
auf die restliche Clique, die aus Mike, Derek, Mark, Danny, Alice, Lynn, Marie
und Graham bestand. Zur Begrüßung riefen alle "Heya!" und klatschten
sich ab. Doch dann läutete es auch schon und die Freunde betraten das Schulgebäude.
Als Shane, Kian und Mark in ihre Klasse kamen herrschte wie immer ein heilloses
Durcheinander. Schon als Kian den Fuß ins Zimmer setzte kam ein Papierfliegerhaarscharf
an seiner Nase vorbeigeflogen. In diesem Moment ertönte ein "Autsch!" neben
ihm. Als er sich umdrehte lag Mark auf dem Fußboden und rieb sich seinen
Hinterkopf, denn er war auf einigen Bundstiften ausgerutscht und war beim Fallen
mitdem Kopf gegen eine Bank geschlagen. Also bückte er sich und half Mark
wieder auf die Beine. Da hörte er Gelächter von der ersten Bankreihe
und blickte sich um was nun wieder so komisch war. Doch da sah er es auch schon.
Einer seiner Mitschüler hatte eine riesige Whiskyflasche an die Tafel gemalt,
ihren Klassenlehrer mit einem Glas in der Hand daneben und oben drüber stand
"HAPPY BIRTHDAY Mr. Keating". Das tollste an der Sache war ja, dass sich Mr. Keating
gerade den Whisky über sein Hemd schüttete, da er total besoffen und
die Flasche nur noch am Bodenbedeckt war. Darüber musste nun auch Kian lachen
und kämpfte sich zu seinem Platz durch. Als er ausgepackt hatte schaute er
sich suchend nach Shane um, denn dieser wollte schließlich noch die Hausaufgaben
abschreiben. In diesem Moment knalltees neben ihm und er zuckte unweigerlich zusammen.
Doch es war mal wieder nur ein Mitschüler, der zu weit nach hinten gekippelt
hatte. Als er sich zum wiederholtenmale umsah entdeckte er Shane noch an der Tür
stehend. "Hey Shay! Was stehst du da und grinst so blöd? Traust du dich nicht
rein?", rief Kian zu ihm rüber. Doch er bekam nur ein Kopfschütteln
zur Antwort, doch dann setzte Shane sich doch noch grinsend in Bewegung. Bei Kian
angekommen feixte er: "Chaotenklasse. Oder meinst du nicht?" "Ja, hast ja sooo
recht.", lachte Kian und nickte zustimmend. Doch nun musste Shane sich beeilen,
denn in drei Minuten würde der Unterricht beginnen. Pünktlich zum Stundenklingeln
erschien Herr Keating im Klassenraum und rief noch fröhlich: "Good morning
everybody!" "Good morning Mr. Keating!”, antwortetedie Klasse im Chor. "Sit down!",
forderte er sie auf und erstarrte im selben Moment. Er starrte auf das Bild an
der Tafel und musste erst mal begreifen, was dort stand. In der Klasse wurde es
totenstill, denn keiner wagte es zu lachen, obwohl es doch zu komisch aussah,
wie der Lehrer mit offenem Mund die Tafel anstarrteund seine Augen aufriss. Sie
rechneten nun alle mit einem Klassenverweis, einem Eintrag oder einem Besuch beim
Direktor und vor dem hatten alle Schüler des Summerhill Colleges einenriesen
Respekt, wenn nicht sogar schon ein bisschen Angst. Doch Sekunden später
saßen SIE mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen auf ihren
Plätzen, denn Mr. Keating brach in schallendes Gelächter aus. Ja, er
fand es sogar so toll, dass er die ganze Stunde die Tafel nicht benutzte, um das
Bild nicht abwischen zu müssen. So verging die Zeit wie im Fluge und schon
war die Stunde auch vorbei. Ebenso fix gingen die nächsten Stunden vorbei
und als die letzte noch ausfiel, weil man vor Hitze fast zerfloss, war der Tag
perfekt. Die Schüler strömten jubelnd aus dem Schulgebäude und
liefen in alle Richtungen davon. So auch Shane und Kian. Als Shane zu Hause ankam
begrüßte ihn seine Schwester Yvonne, die gerade das Mittagessen kochte.
"Hey Shane! Das Essen ist in einer halben Stunde fertig. Solange musst du dich
noch gedulden." "Yeah, bin dann mal weg." "Hey, es dauert wirklich nicht länger
als eine halbe Stunde! Nun hau nicht schon wieder ab!" Doch da feixte Shane nur
und rief: "Geh ja auch nur in mein Zimmer Vonny." Sie verdrehte darauf nur die
Augen, denn sie hasste es Vonny genannt zu werden. Nach dem die Familie Filan
gegessen hatte, machte Shane sich auf den Weg zum Jugendtheater, wo er schon seit
vielen Jahren mitspielte. Dort angekommen wurde er gleich von vielen Freunden
begrüßt, doch da er etwas spät dran war mussten sie auch schon
rein. Doch viel passierte an diesem Tag nicht, da das neue Schuljahr gerade erst
begonnen und der Chef des Theaters noch keine richtige Idee für das nächsteStück
gehabt hatte. Also machten sie erst mal eine Auswertung des letzten Stückes
und der Aufführungen. Kilina, ihre Choreographin, beurteilte anschließend
jeden einzelnen, wie er gespielt, gesungen und getanzt hatte. So verging die Zeit
rasch und schon bald entließ Kilina ihre Bande und sie verließen das
Theater, um noch ein bisschen die Sonne zu genießen. Die nächste Woche
hatten sie keine Proben, da ihr Chef sich erst noch etwas gutes ausdenken musste
und so nahmen sie sich vor einfach faul zu sein, denn schon bald würde das
nicht mehr möglich sein. Deshalb tat sich die nächsten Tage und Wochen
nichts Weltbewegendes. Vormittags Schule, nachmittags faulenzen und Abends? Ja,
da ging die Clique immer ordentlich feiern. die Jungs flirteten immer heftigst
mit irgendwelchen Girls aus den Pubs oder Bars wo sie gerade waren. Danny schmuste
dann doch lieber mit seiner Freundin Alice, Graham mit Lynn, mit der er seit kurzem
zusammen war und Kian mit Marie, die er schon seit längerem an seiner Seite
hatte. Doch eines Abends brachte Derek ein Mädel mit ihrer Freundin angeschleppt.
"Hey!", riefen die anderen lachend, "Gleich zwei Girls." "Möchtest du uns
die zwei hübschen Damen nicht mal vorstellen?", fragte Mike lachend. "Gil!
Du?", rief Kian und sah eins der beiden Mädels durchdringlich an. Doch diese
lachte nur und meinte beruhigend: "Nein, Sarah ist doch meine beste Freundin und
sie hat sich nicht allein hierher getraut und da musste ichhalt mit." "Oh wow!
Da sehen wir uns jetzt wohl öfter?", rief Kian freudig. "Ja, sieht so aus.",
grinste Gillian, wie sie richtig hieß. "Kian!!! Was soll das?", schrie Marie
und stürmte aus der Bar. "Hä...", machte er erst ganz verwirrt, doch
dann fing er sich wieder und rief: "Marie! Marie! Es ist nicht so wie du denkst!"
Weinend lief Marie durch die Straßen Sligos und fragte sich immer wieder:
"Womit habe ich das verdient? Wieso macht er das? War ich ihm nicht gut genug?
Hat er mich überhaupt geliebt oder war ich immer nur ein Spielzeug für
ihn,das man benutzen kann und in die Ecke wirft wenn man es nicht mehr braucht,
weil man ein neues bekommt? Warum nur? Ist diese Blondine wirklich so viel schöner
als ich? Hach und ich liebe ihn doch so ... Was mach ich jetzt bloß? Ich
kann nicht mehr ... ZumStrand, der See und die Sterne spenden mir immer Trost.
Wo ist sie bloß hingelaufen?, so ein Mist, wie kann sie nur glauben, dass
... War sie das nicht, da vorn? Er rannte noch schneller, doch vergebens, es war
eine Fremde. Oh nein, wo könnte sie denn nur hin sein? So verging einige
Zeit in der er Marie nicht fand, doch dann fiel ihm etwas ein. Seufzend ließ
sie sich in den Sand fallen und spielte mit den kleinen Muscheln die darin lagen.
Die kühle Seeluft, die ihr um die Nase wehte und die Haare nach hinten flattern
ließ tat ihr gut. Sie schaute mit tränenerfüllten Augenzum Himmel
auf, wo langsam die Sterne und der Mond zu leuchten begannen. Von der Sonne sah
man kaum noch etwas, nur noch ein ganz kleiner roter Schimmerder auch gleich am
Horizont verschwinden würde. "Hah... nein ... wieso bloß? Warum tut
er so etwas? Und ich habe ihm doch immer voll und ganz vertraut. Bin ich denn
blind gewesen oder warum ... NEIN!NEIN! NEIN!", schrie sie heulend und schlug
sich die Hände vors Gesicht. Sie konnte es absolut nicht verstehen, die Sterne,
die sie vorher noch so bewundert hatte waren jetzt völlig egal, denn momentan
quälte sie der Schmerzviel zu sehr, als an romantische Dinge zu denken. Immer
wieder wurde sie von Weinkrämpfen geschüttelt und vergrub ihr Gesicht
immer mehr in ihren Händen und Knien, die sie angezogen hatte. So kauerte
sie dort und merkte gar nicht wie die Zeit verstrich. "Vielleicht ist sie ja zu
sich nach Hause gegangen." Sogleich wechselte er die Richtung und lief gerade
Wegs zu Maries Elternhaus. Doch als er schellte und Maries Mum noch ziemlich verschlafen
vor ihm stand merkte er, dass er falsch gelegen hatte. Aber jetzt wollte ihre
Mum natürlichalles wissen und so kam er auch nicht gleich wieder weg. Als
sie von Maries Verschwinden hörte weckte sie gleich ihren Mann und wollte
schon die Polizeiverständigen, doch davon konnte dieser sie gerade noch so
abhalten. Dann verabschiedete sich Kian auch schon wieder, denn er wollte Marie
unbedingt finden.Zu erst ging er noch mal zurück zur Bar und bat die anderen
um Hilfe, die sie ihm natürlich nicht abschlugen. "Ki?", fragte Gillian mit
Tränen inden Augen: "Mh.", machte er aber nur abwesend, da es bereits 4:30
Uhr und Marie schon seit 23:40 Uhr weg war. "Tut mir echt leid. Das wollte ich
wirklich nicht. Nun magst du mich sicher nicht mehr, aber bitte glaub mir, ich
... ich meine ... ich wollte das ech...",doch da unterbrach Kian sie in dem er
sie in die Arme nahm und beruhigend flüsterte: "PSST! Ist ja okay..", doch
man merkte ihm seine Angst um Marie an. Sie war ja nicht gerade sehr groß
und stark, eher schon etwas wehrlos. Außerdem sah sie echt super aus und
so war das Risiko, dass einer sie sich schnappen könnte noch viel höher.
Doch dann machten sie sich auf die Suche. Kian ging mit Shane und Gillian. Gillian
hatte zwar nicht gewollt, aber Kian wollte sie auch nicht aus den Augen lassen.
Und sie war es dann auch, die dieentscheidende Idee gehabt hatte... Als sie schon
wieder zwei Stunden vergeblich durch Sligo gestreift waren war Kian mit den Nerven
am Ende. Shane und Gillian setzten sich mit ihm erst mal auf eine Bank und versuchten
ihn zu beruhigen, doch vergebens. "Kian? Habt ihr beide einen Lieblingsplatz,
wo ihr zwei manchmal hingeht, wenn ihr allein sein wollt?", fragte Gillian ihn
da plötzlich. "Em, ja, aber warum fragst du?", fragte er teilnahmslos und
starrte nur weiter in die Ferne. "Und wo ist der?", löcherte sie gleich weiter
ohne auf seine Frage einzugehen. "Am Strand. Aber warum fragst du?", fragte er
nun schon etwas ungeduldig. "Dann geh doch dort mal gucken.", meinte Gillian nur
beruhigend und drückte ihn an sich, da er schon langsam glasige Augen bekam
und den Kopf hängen ließ. Kian antwortete jedoch nicht sondern klammerte
sich an ihr fest und einige Tränen liefen ihm über die Wangen. Gillian
versuchte ihn zu trösten während Shanenur schweigend daneben saß.
"Ach Ki, ist nicht immer einfach, aber vergiss nicht: Kommt Zeit, kommt Rat. Und
wegen so einem blöden Missverständnis ist bestimmt nicht alles vorbei.
Es wird eure Beziehung nur noch verstärken, weil ihr durch so ein Missverständnis
erst mal lernt mehr Vertrauen zu dem Partner aufzubauen. Und, wenn doch noch etwas
schief laufen sollte, dann wisst ihr ab jetzt, dass man erst darüber reden
sollte bevor man einfach Reis aus- nimmt.", so sprach Gillian beruhigend auf ihren
Cousin ein und tatsächlich, Kian wurde etwas ruhiger. Er entschloss sich
sogar am Strand nach Marie zu suchen. Doch davor bedankte er sich bei Gillian
und auch Shane nahm ihn noch einmal tröstend in seine Arme und meinte leise:
"Du schaffst das! Viel Glück. Sie liebt dich. Du liebst sie. Was soll da
noch schief gehen?" Kian nickte. Obwohl ihm Gillians und Shanes Worte sehr geholfen
hatten, fühlte er sich immer noch elend und leer. Langsam machte er sich
auf den Weg. Seine Beine waren schwer, ebenso sein Kopf, seine Hände waren
schweißnass und er zitterte vor Angst. Endlich erreichte er den Strand und
lief zu der Stelle, wo er schon so oft mit Marie gewesen war. Auf dem Weg dahin
dachte er an all die schönen Stunden, die er dort schon mit ihr gemeinsam
verbracht hatte und wie glücklich sie da immer gewesen waren. Nicht nur einmal
hatten sie sich dort gemeinsam das Naturschauspiel des Sonnenuntergangs angeschaut.
Nein, sogar ihre Liebe hatten sie sich dort gestanden, ihr erster Kuss war dort
gewesen und zu ihrem ersten Date hattensie sich auch dort verabredet. Außerdem
hatten sie auch schon öfters dort gezeltet und einige romantische Nächte
unter einem klaren Sternenhimmel mit vielen Kerzen um sich herum verbracht. Doch
nun konzentrierte er sich wieder auf den Weg, denn er musste nur noch um eine
Biegung und dann würde er sie sehen oder die restliche Nacht durch ganzSligo
streifen, bis er sie gefunden hätte. Noch drei Schritte bis zur Ecke ...
- er zitterte vor Angst - noch zwei Schritte ... - "Ob Gil recht gehabt hat?"
- Noch einen Schritt ... - seine Knie begannen weich zu werden, wenn er sie nicht
gleich sehen würde würden sie völlig versagen. Aber was wäre,
wenn sie nun nicht da wäre? ... - Nun endlich wagte er um die Ecke zu gehen
und schaute sich suchend um Und ... da sah er sie. Sie lag im Sand und schien
zu schlafen. Als Kian näher an sie heran trat sah er auch ihr verweintes
Gesicht. Es war total verquollen und sie sah sehr blass und mitgenommen aus. Mit
Tränen in den Augen hockte sich Kian vor sie und sah sie eine Weile stumm
an. Ein paar seiner heißen Tränen tropften von seinen Wangen herab
auf ihre kühlen. Davon wachte sie auf und als sie ihre Augen öffnete,
sah sie genau in Kians mattblaue Augen. Sie erschrak über diese Augen, so
hatte Kian noch NIE ausgesehen. Bisher hatten sie immer geleuchtet, wenn er sie
angesehen hatte, doch jetzt hatte sich ein Tränenschleier darüber gelegt.
Seine Augen glänzten nicht mehr,sondern sahen müde, traurig, ängstlich
und matt aus. Überhaupt hatte er weniger Farbe als sonst im Gesicht. Durch
den hellen Mond konnte sie sogar sehen, dass er zitterte und sie bezweifelte,
ob sie das Richtige getan hatte. Einige Minuten schauten sie sich einfach nur
an, dann flüsterte Kian: "Marie, ich ... das Mädchen ... sie ... ist
... sie ist meine ..." Marie begann wieder zu schluchzen. "...sie ist meine Cousine.",
brachte Kian den Satz endlich zu ende. "Sie ist deine ...oh my god!", dann sprang
sie auf und fiel Kian um den Hals: "Sie ist deine Cousine? Sie ist deine Cousine!
Sie ist deine Cousine!", jubelte sie und küsste Kian ab. Dieser war heilfroh
über diesen Ausgang und strahlteschon wieder. Wenn es Tag gewesen wäre,
dann hätte er der Sonne Konkurrenz machen können. aber so? ... Müde
aber glücklich gingen die beiden Hand in Hand den Weg vom Strand nach oben,
wo sie auf der Bank Shane und Gillian schlafend vorfanden. Grinsend schauten sie
ein paar Minuten zu, weckten sie aber dann doch, da sie selbst ja auch müde
waren und ins Bett wollten. Ja und die beiden auf der Bank schlafen lassen wollten
sie dann auch wieder nicht, denn erstens mal waren sie der Grund dafür, das
die beiden noch nichtzu Hause waren und außerdem wäre es wahrscheinlich
auch ziemlich kalt geworden. Am nächsten Morgen kamen Kian und Marie Hand
in Hand zur Schule und alle die am Vorabend mit in der Bar gewesen waren freuten
sich, dass alles wieder geklärtwar, denn die beiden waren wirklich ein schönes
Paar und außerdem liebten sie sich über alles. Vor den Klassenzimmern
gab es deshalb auch diesmal, wie schon so oft, eine lange Verabschiedung, denn
Kian ging noch eine Klassenstufe höher als Marie. Knapp mit dem Stundenklingeln
erschien Kian in der Tür und fing einen Strengen Blick von Mrs Daily ein.
Schnell begab er sich zu seinem Platz und setztesich. Da wurde er auch schon von
Shane angestupst. Als er sich zu ihm drehte grinste dieser und fragte: "Na, bist
du mit den Honiglippen kleben geblieben?" Kian verdrehte die Augen, denn Shane
zog ihn immer damit auf, dass er so gern Honig aß. Schon von klein auf hatte
er für sein Leben gern Honig gegessen und auch heute noch gab es für
ihn nichts Besseres. Zum Frühstück gab es prinzipiell Honigbrotoder
Brötchen, in den Tee oder in die Milch machte er sich auch immer ein Löffelchen
und manchmal, wenn es keiner bemerkte, naschte er einfach mal ausdem Glas den
puren Bienenhonig. Wenn er schon daran dachte, lief ihm das Wasser im Mund zusammen.
Doch jetzt hieß es aufpassen, denn Mrs Daily klopfte schon bedrohlich mit
dem Zeigestab auf ihr Pult. "Mensch Leute, ein bisschen mehr Disziplin!", rief
sie und schlug wieder auf ihr Pult. Langsam hatte sie auch Erfolg, denn die Schüler
wurden ruhiger und setzten sich gerade hin. "Okay, dann können wir ja anfangen.
Doch vorher noch schnell was Organisatorisches.", begann sie und einige verdrehten
die Augen. "Also, wir machen heut nur eine halbe Stunde, weil der Herr Direktor
eine Versammlung der Klassen 6 bis 10 einberufen will. Deshalb gehen wir dann
alle geschlossen in die Aula. Es geht wahrscheinlich um das neue Stück, was
wir bis nächsten Sommer fertig haben müssen. So und nun die Hausaufgaben
bitte.", endete sie mit ihrem Vortrag. Die Klasse murrte wie jedes mal, wenn die
Hausaufgaben an die Reihe kamen, doch es half alles nichts, sie gehörten
halt auch dazu. Als Mrs Daily einige angeschaut hatte begann sie mit dem richtigen
Unterricht. Biologie stand an und Kian verdrehte mal wieder die Augen, da er von
Glaskörper und Iris nicht viel verstand. Was interessierte ihn denn auch
wie ein Augeaufgebaut ist? Und ... Iris, das war für ihn eine Blume, auch
wenn er davon nicht viel mehr Ahnung hatte, als von dem blöden Auge. Doch
zu seinem Glück erklärte Mrs Daily erst mal nur an einer großen
Karte, die sie an die Tafel geheftet hatte, was sich noch alles im Auge befand
und dann war die Zeit auch schon rum. Sie machten sich also alle Mann auf in die
Aula, wo sogar schon einige waren, doch die letzten waren sie nicht. Doch bald
waren alle eingetroffen und der Herr Direktor begann zu sprechen: "Erst mal danke,
dass ihr alle gekommen seit und vor allem ein großes Dankeschön an
meine Kollegen, die dadurch auf einige Zeit ihres Unterrichts verzichtet haben.
Wie ihr sicherlich schon wisst, ist die Zeit für unser Jahresmusical gekommen
und wir werden natürlich wieder etwas neues auf die Bühne bringen, doch
wirwollen diesmal nicht irgendein Musical spielen, sondern uns selbst eines ausdenken.
Zumindest die Handlung soll selbst erfunden sein und natürlich auch die Kostüme.
Was ihr mit der Musik macht ist euch selbst überlassen, weil ich nicht glaube,
dass ihr selber Songs schreiben wollt. Aber ihr könnt euch ja irgendwelche
Songs aus den Charts nehmen und sie in euer Stück einbauen. Die Proben werden
wie jedes Jahr im Hawkswell Theatre stattfinden, ebenso die Auftritte die darauf
folgen. Wie viele es sein werden steht noch nicht fest, das ist von dem Erfolg
abhängig. Das einzige Problem ist jetzt nur noch: Wer von euch spielt mit
und vor allem wer spielt wen. Doch das werden wir Morgen Nachmittag entscheiden.
Wer gerne mitspielen würde, der kommt bitte heute gegen 15:00 Uhr wieder
hier in die Aula und spielt uns etwas vor, wer vorhaben sollte eine der Hauptrollenzu
spielen, müsste auch noch einen Song singen und performen. Ach und noch was,
diejenigen von euch, die schon in der Theatergruppe vom Hawkswell Theatre sind,
die spielen natürlich auch fest mit. Diesmal wird es nämlich ein sehr
langes Stück und es wird ziemlich anspruchsvoll sein, deshalb haben Mr. Filaney
und ich uns zusammengeschlossen und hoffen, dass diese Bindung der beiden Truppen
gut gelingt. Die Darsteller der Hawkswell Truppe müssen trotzdem vorspielen,
damit wir festlegen können wer die Hauptrollen spielen darf. Vielleicht haben
wir unter unseren Neulingen ja ein herausragendes Talent dabei. Man weiß
ja nie... So, das wär’s dann. Ich wünsche euch noch einen schönen
restlichen Schultag. Bis heute Nachmittag um 15:00 Uhr hier." Die Schüler
klatschten Beifall und waren begeistert von der Idee, ein Musical selbst zu erfinden.
Schon etwas zapplig standen die Bewerber für das Musical vor der Aula und
warteten bis sie an der Reihe waren. Nach und nach verschwanden mehr und mehr
Schüler im Raum und einige kamen kurz darauf traurig, wütend oder sogar
heulend wieder raus. Das waren dann diejenigen, die sehr schlecht gewesen waren,
denn es wurde erst mal ein grober Vorentscheid getroffen. Am nächsten Tag
sollten alle die, die erst mal dabei gewesen waren Noch einmal vorspielen und
singen und dann wurden wieder einige herausgefiltert, dienicht gut genug waren.
Die jenigen durften sich dann um das Musical kümmern. So standen also auch
Shane, Kian und ihre Clique da und waren ziemlich aufgeregt. Ihnen war zwar das
Mitspielen sicher, aber welche Position sie bekommen würden stand - genau
wie für alle anderen - noch in den Sternen. Bei einigen anderen sah das ganz
anders aus, denn ihnen war nichts garantiert. So auch bei Lynn, Marie, Lisa, Danny
und vielen anderen. Mike verschwand als Erster und anschließend versuchte
Marie ihr Glück. Doch schon wenig später kam sie schluchzend wieder
heraus und Kian schloss sie gleich in seine Arme, um sie zu beruhigen. Dann war
Mark dran und Lisa folgte gleich darauf. Anschließend war Kian an der Reihe,
doch Shane ging erst mal für ihn, da Marie noch immer weinte. Die nächsten
wurden aufgerufen - es waren Derek, Graham, Lynn, Alina, Alice und Liz - doch
dann musste Kian gehen und Marie - ob er wollte oder nicht - allein zurück
lassen. Er ging - nach seinem Auftritt - gleich zu Shane und den anderen rüber
und sah sich die weiteren Bewerber und Bewerberinnen interessiert an. Es dauerte
eine ganze Weile, doch es wurde weiß Gott nicht langweilig, da er mit Shane,
Lynn und Derek nur rum klappste. Irgendwann meinte der Direktor jedoch endlich:
"So, das währen alle gewesen ... ach halt, nein! Jetzt hätte ich doch
glatt einem Mädchen Unrecht getan. Gillian Walsh bitte!" Kian war erleichtert,
denn er wusste genau wie gern seine Cousine sang und schauspielerte. Da ging auch
schon die Tür wieder auf und er flüsterte zu Shane: "Ein Glück,
ich dachte schon ...", doch dieser reagierte gar nicht. "Shay? ... Shane!", da
bemerkte er, dass dieser wie abwesend zu sein schien. "Gut, dass er sie nicht
vergessen hat. Sagte Kian nicht, dass sie so gern singt und auch toll tanzen kann
... ach, logo, sie hat doch bisher auch immermitgespielt.", überlegte Shane.
Da öffnete sich die Tür und sie erschien ... "oh wow, war sie denn schon
immer soooo hübsch? Ja, sie sah doch schon immer so aus wie jetzt. Warum
hatte er das nicht schon früher bemerkt? Ihre langen blonden Locken fielen
locker über ihre Schultern, einige nach vorn und ... ihre Augen... sie strahlten
so viel Lebensfreude und Wärme aus ... Oje nun schaute sie auch noch genau
zu ihm herüber und ..., lächelte, ging das überhaupt noch schöner?
Sie lächelte ihn an, ihn, Shane Filan, den besten Freund ihres Cousins. Er
spürte wie die Schmetterlinge in seinem Bauch zu flattern begannen und er
konnte seinen Blick nicht von ihr lassen. Was war das bloß? Bisher war er
ihr doch auch schon oft begegnet, nein, sie sahen sich täglich in der Schule
und an Wochenenden, wenn die Clique sich traf, dann war sie doch auch immer dabei,
aber nie war da mehr als Freundschaft zwischen ihnen gewesen. Und heute, wo sie
nur in einen Raum kommt? Er verstand es nicht und er hatte etwas Bammel davor
es ihr zu sagen. Wer wusste denn schon, ob sie dann überhaupt noch ein Wort
mit ihm sprach? Und Kian, wie würde er reagieren? Fragen über Fragen
die durch Shanes Kopf schwirrten, doch plötzlich stieß ihn jemand von
der Seite an. Es war Kian. "Äh, was?", fragte Shane erschrocken. "Wo warst
du gerade mit deinen Gedanken? Du sollst doch mit beurteilen, schließlich
bist du einer der Besten und Gill braucht deine Zustimmung, sonst könnte
sie nicht unbedingt sehr gut abschneiden...", flüsterte Kian vorwurfsvoll.
"Oh sorry Ki, natürlich ...", also hob auch Shane seine Hand für Gillian
und der Direktor meinte zweifelnd: "Das Kian Egan für seine Cousine stimmt,
das war mir ja schon klar, aber ... auch Michael, Derek, Graham und ... Shane?
Was bitte fandest du, Shane Filan, an ihrem Vorspiel so gut?" "Em, naja, sie kann
sehr gut singen und das ist für eine der Hauptrollen nun mal das A und O,
ebenso das Tanzen, was sie auch herrlich kann und sie schauspielert voller Überzeugung
auf der Bühne. Das weiß ich aus Erfahrungen, da wir ja schon seit einigen
Jahren zusammen in der Hawkswell Truppe sind. Ich glaube ihr geht’s heut nicht
so gut, sonst ist sie wirklich viel besser.", begann Shane stotternd, aber dann
immer flüssiger zu sprechen. "Ah ja, dann ist es ja gut.", meinte der Direktor,
der auf Shanes Meinung, betrefflich Musik und Schauspiel, sehr viel Wert legte.
"Also gut, Gillian Walsh, du wirst sicher eine der Hauptrollen spielen, denn bisher
hat Shane noch keines der anderen Mädels so gelobt wie dich. Setz dich und
komm bitte morgen wieder." Gillian ging völlig überrumpelt hinüber
zu Kian, Shane und dem Rest der Clique. Dort angekommen grinste Kian sie an: "Na
Gilly, hat Shany das nicht gut hinbekommen?" Sie nickte kaum merklich und schüttelte
immer wieder ungläubig den Kopf: "Ich, ich, ich bin aber doch gar nicht ..."
"Doch!", Grinste Shane schelmisch, "Und keine Widerrede, bist ja schließlich
die Lieblingscousine meines besten Freundes und es stimmt doch, dass du super
gerne singst, tanzt und schauspielerst. Oder seh’ ich das falsch?" Immer noch
zu überwältigt schüttelte sie nur den Kopf und ein kleines Lächeln
umspielte immerhin schon wieder ihre Mundwinkel. "Ich kann auch zu unserm Direcks
gehen und mich entschuldigen, weil ich dich mit einer anderen verwechselt habe...",
begann Shane nun wieder, doch nun realisierte Gillian langsam was gerade geschehen
war und unterbrach Shane, der gerade noch etwas hinzufügen wollte: "Nein!
Du bist ein Schatz!", stieß sie leise hervor, damit es keiner hörte
und fiel Shane, jetzt übers ganze Gesicht strahlend um den Hals. Mit so einer
Reaktion hatte dieser jedoch nicht gerechnet und war ganz verdutzt, doch natürlich
irre glücklich darüber, wie ihr euch sicher denken könnt. "Das
Mädchen, genau dieses Mädchen, in das er sich gerade erst verliebt hatte...
Halt! Hatte er gerade wirklich gedacht, das er sich verliebt hatte? Ist so etwas
überhaupt schon möglich, in seinem Alter, mit 16?", überlegte Shane,
doch daswar jetzt auch egal, darüber konnte er noch den ganzen Tag nachdenken.
Nicht jetzt, jetzt zählte nur sie, Gillian Walsh und wie sie ihn anstrahlte
...Ja, sie sah wirklich richtig glücklich aus und das hatte er, Shane Filan,
hervorgerufen und nur mit seiner Beurteilung für sie. Der Glanz in ihren
Augen, das Leuchten, sie spiegelten so viel Glück wieder, so etwas hatte
er noch nie gesehen, nicht mal als eine sehr sehr gute Freundin seiner Schwester
geheiratet hatte. Doch da wurde er aus seinen Träumen gerissen, doch es war
nicht, wie sonst immer, Kians Stimme, die ihn in die Realität zurück
holte, sondern Gillians Lippen, ... LIPPEN??? Hatte sie ihn jetzt wirklich geküsst?
Ihn? Shane Steven Filan? ... Nein, das konnte doch nicht sein, ... doch, es war
so, es war die Realität. Doch natürlich, es war ein Kuss, zwar nur auf
die Wange, als Dankeschön, aber für ihn war dieser Kuss himmlisch gewesen
... einfach irre dieses Mädchen und ... Gillian, dieser Name ... er war doch
eigentlich wunderschön. Warum war er ihm bisher noch nie so aufgefallen?
Bisher hatte er ihn doch schon so oft gehört und gesagt. Wieso war er auf
einmal so anders? ... So herrlich? Doch nun war es doch Kian, der ihn aus seinen
Träumen riss: "Shane! ... Shane? ... Hello? ... Shaney!? Geht’s dir nicht
gut?", fragte Kian und nahm seine Hand. "Äh was? Doch klar, mir geht’s gut.
Nur etwas schwindlig. Ist so heiß hier drinnen.", versuchte Shane eine plausible
Erklärung zu finden, denn auf eine ehrliche Erklärung hatte er momentan
echt keinen Bock, zumal Gillian immer noch daneben stand und auf so einem Weg
musste sie von seinen Gefühlen, die er für sie hegte und über die
er sich selbst noch nicht im klaren war, ja nun wirklich nicht erfahren. Glücklicherweise
nickte Kian verständnisvoll und zog Shane hinter sich her nach draußen,
wo auch schon Mike, Derek und Marie auf sie warteten. Auch Sarah stand nicht weit
von ihnen und so lief Gillian gleich strahlend auf sie zu und die beiden Mädels
umarmten sich erst mal fest. Dann begann Gillian ganz aufgeregt zu berichten,
obwohl Sarah ja auch mit im Raum gewesen war. Als sie beim erzählen Shane
noch einmal ein dankbares Lächeln schenkte. Dieser lächelte schwach
zurück, denn es tat ihm weh, wenn sie ihn so anstrahlte und er dabei genau
wusste, dass es nur Dankbarkeit war. Doch keiner bemerkte dies, worüber er
nur froh war, denn darüber mit jemandem sprechen wollte er noch weniger.
Kian war natürlich gleich zu Marie gelaufen und Mike quatschte mit Derek,
so dass Shane etwas verloren herumstand. "Hey Shay! Träumst du?", lachte
Mike und stieß seinem Kumpel in die Seite. "Hä, was? Oh sorry. War
grad woanders.", stammelte dieser und schaute Mike fragend an. "Ja, das hab’ ich
gemerkt. Wollen wir noch mit Ki, Marie und Gill auf ein Eis ins "Florentina" gehen?",
fragte Mike feixend. "Em, klar, können wir gern machen, aber was ist mit
Derek und Sarah?", fragte nun Shane. "Wollen noch etwas Zeit zu zweit verbringen.
Heut Abend treffen wir uns doch bei Ki. Oder hast du das schon vergessen?", grinste
Mike und knuffte Shane in die Seite. "Ne, ist ja klar. Vergiss bloß nicht
wieder deine Gitarre!", konterte Shane ebenfalls feixend. "Ja ja, ist ja schon
gut. Aber jetzt lasst uns endlich gehen, sonst schließen die uns noch hier
ein.", meinte Mike und wechselte damit geschickt das Thema. Die anderen stimmten
ihm begeistert zu und so machten sie sich auf. "Dinggong, dinggong, dinggong!",
Kian schlug die Augen auf, es war schon 18:00 Uhr durch und einer seiner Kumpels
war mal wieder überpünktlich. Mit einem Satz war er auf den Beinen und
lief so schnell er konnte ins Bad. Noch einmal fix die vom Schlafen verstrubbelten
Haare geordnet und einen Schwapps kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt und schon
stürzte er zur Tür, wo es bereits zum dritten mal schellte. "Hi Kian,
warst du grad unter der Dusche oder was?", wurde er sogleich von Graham begrüßt.
"Ne, komm doch erst mal rein!", forderte Kian ihn auf und öffnete die Tür
ganz, damit Graham rein konnte. Wenig später saßen die beiden in Kians
Zimmer und quatschten etwas, doch so gegen halb sieben meinte Kian plötzlich:
"Oh, die anderen werden bald kommen. Ich muss mal die Pizza in den Ofen schieben
und Getränke hinstellen. Und etwas Knabberzeug wäre vielleicht auch
ganz angebracht." "Okay, dann gehen wir halt und ich helfe dir dabei.", schlug
Graham vor. "Ja, dann los!" "Hi Mark, komm doch rein!", rief Kian, als er die
Tür öffnete. Dieser trat ein und gerade als Kian die Tür wieder
schließen wollte kam Shane angerannt: "Hey warte Kiki! Lass mich auch mit
rein!", rief er außer Puste. Kian erschrak über das plötzliche
Geschrei, lachte aber gleich wieder, als er seinen besten Freund erkannte. Wenig
später waren dann auch alle anderen eingetroffen und hockten futternd und
quatschend um den Esstisch, der in der Küche stand. Früher hatten sie
immer ihr Abendbrot mit ins Wohnzimmer genommen, doch dann war ihnen eingefallen,
dass sie sich doch die ganze Arbeit mit dem Wegräumen sparen könnten,
wenn sie gleich in der Küche aßen, denn den Couchtisch brauchten sie
ja noch für ihre Notenblätter usw. Als die Pizza bis auf den letzten
Krümel verspeist war, gingen sie in die Stube, wo sie vorher schon ihre Instrumente
abgestellt hatten. Derek, Mike und Mark ließen sich auf die Couch fallen,
während Graham, Shane und Kian auf den Sesseln Platz nahmen. Kian nahm seine
Gitarre und begann zu spielen. Shane schnappte sich ebenfalls seine und unterstützte
Kian, kurz darauf begann er leise zu singen und die anderen summten mit. Wenig
später entwickelte sich das Ganze zu einem richtig kräftigen Gesang,
der das ganze Haus erfüllte. Sie sangen verschiedene Coversongs und änderten
sie immer nach Lust und Laune etwas ab. So entstand, irgendwann in dieser Zeit,
auch "You’re My Fairy", der später sogar der Titelsong ihres Musicals werden
sollte. Doch auch dieser Abend ging einmal vorbei und die fünf verabschiedeten
sich von Kian, der ja noch fix die Wohnung in Ordnung bringen musste, bevor seine
Eltern heim kommen würden. Seine beiden großen Brüder wohnten
ja schon seit einiger Zeit nicht mehr zu Hause, Finella und Vive waren zu einer
Party bei ‚ner Freundin eingeladen und Colm schlief mit Marielle bei ihren Großeltern,
sodass er mit den fünf anderen wirklich Sturm freie Bude gehabt hatte. Das
organisierten sie immer so, da sie nicht gern beim Rumklimpern auf ihren Instrumenten,
was eigentlich immer sehr gut klang, meinten zumindest alle anderenaußer
sie selbst, gestört wurden. Das heißt, sie wussten natürlich auch,
dass sie singen und spielen konnten, aber wer wird schon gern beim Rumprobieren
oder Proben belauscht? Die Sechs zumindest nicht und deshalb trafen sie sich auch
jedes Mal dort, wo sie gerade die Chance hatten, allein zu sein. "Good morning
Ki!", rief Shane seinem besten Kumpel entgegen, als sie sich wie gewöhnlich
an der Ecke trafen, um anschließend gemeinsam zur Schule zu gehen. "Morning.",
grummelte dieser jedoch bloß verschlafen zurück. Er fragte sich, wie
Shane nur jeden Morgen so ausgeschlafen sein konnte. Er selbst musste sich jeden
Tag aus dem Bett quälen und sich eine riesige Ladung Wasser ins Gesicht schütten,
um überhaupt die Augen auf zu bekommen undShane? ... Der kam wie immer gutgelaunt
und mit einem Grinsen im Gesicht auf ihn zu. Jeden Morgen das selbe ... "Wie machst
du das bloß?", brabbelte Kian vor sich hin und Shane ignorierte es - so
wie es die Regel war - mal wieder. Doch mit der Zeit weckte die frische Morgenluft
und Shanes ansteckende Fröhlichkeit Kian immer wieder auf und so kamen sie
letztendlich jedes Mal quatschend und lachend an dem College an, wo - wie schon
so oft - der Rest der Clique auf sie wartete. Eigentlich alles wie immer. Auch
der Unterricht verlief normal. Nichts Aufregendes was sich lohnen würde zu
erzählen. Nach der Schule begann der Tag für die Jungs und Mädels
des Summerhill Colleges erst richtig, da jetzt die Entscheidung fallen würde,
wer nun entgültig dabei bleiben durfte und wer nicht. Auch wer welche Rolle
übernehmen würde sollte bald schon entschieden werden, doch dazu mussten
sie sich ja erst einmal das Stück ausdenken. Da aber heute alle sehr gut
waren ließ der Direktor allen noch eine Chance und sie durften sich erst
mal das Stück überlegen. Dazu hatten sie nun ganze drei Tage Zeit und
so trafen sie sich gleich noch am selben Abend am Sligo bay. "Hi Mum, ich bin
wieder da!", rief Shane, als er so gegen 17:30 Uhr heim kam. "Hi mein Schätzchen!
Wie war dein Tag?", rief sie erfreut, da ihr Jüngster auch endlich eingetrudelt
war. Doch Shane antwortete nicht gerade begeistert: "Naja, sie haben noch nichts
entschieden. Ich muss dann gleich noch mal los. Wir treffen uns dann alle am Sligo
bay, weil wir uns was für das Musical ausdenken müssen." "Oh du ärmster.",
lächelte seine Mutter verständnisvoll, "Du hast ja wirklich Stress."
"Mh.", seufzend schmiss Shane die Hausschlüssel auf die Kommode und lief
nach oben in sein Zimmer, wo er auch gleich die Schultasche in die Ecke warf undsich
auf sein Bett lümmelte. Er schaute an die Decke ... nichts besonderes ...
zumindest keine Ablenkung, also schloss er erschöpft die Augen und ... da
war sie wieder ... "Shane?", Denise kam in sein Zimmer und klopfte nicht einmal
an. Das war Shane nun schon gewohnt, da Denise regelmäßig zu ihm kam
und irgend etwas wollte, doch das Anklopfen hatte sie noch nie für nötig
gehalten. Mühsam öffnete er die Augen ein bisschen und wartete, was
sie nun schon wieder wollte. "Hallo mein kleiner Sonnenschein. Wie war die Schule?",
begann sie zu sprechen und Shane kniff die Augen zusammen. Wie er es hasste, wenn
sie ihn "mein kleiner Sonnenschein" nannte. Er blieb jedoch ruhig und antwortete
gelangweilt: "Wie immer. Doof! Nüscht Neues." Denise musste über ihren
kleinen Bruder schmunzeln. Er war doch zu goldig. Wie er immer so cool tat und
dabei könnte er fast explodieren. "Hast du deine Schularbeiten schon erledigt?",
fragte sie weiter, "Es ist schon spät und wenn du nachher noch mal weg musst,
dann wird es wirklich Zeit." Shane verdrehte die Augen und sagte: "Nö, irgendwann
brauch auch ich mal ne Pause." "Ja, ist ja richtig Sonnenschein, aber jetzt wird
es halt wirklich langsam Zeit.", beharrte Denise und Shane merkte, dass er nicht
gegen sie ankam. Murrend stand er deshalb auf und machte sich genervt an seine
Aufgaben, die heute endlos zu sein schienen. Vor allem in History kapierte er
nichts. Immer und immer wieder las er sich den unverständlichen Text durch,
doch es kam heut irgendwie nicht an. Nach 1 ½ Stunden schmiss er sein Heft
wütend gegen die Wand und ... schon kam Denise wieder in sein Zimmer gestürmt.
"Was hast du denn mein Sonnenschein?", fragte sie lächelnd, als sie ihren
kleinen Bruder Fäuste ballend im Zimmer stehen sah. "Ach nüscht! Bis
auf die bescheuerte History. So ein Müll! Können die uns nichts Ordentliches
beibringen?! Aber ne, nur Schwachsinn!", fing Shane an sich in Rage zu reden,
doch Denise stoppte ihn gleich wieder, indem sie ihn in den Arm nahm und sagte:
"Hey hey, ist ja gut. Ich musste den ganzen Kram auch lernen. Es gehört einfach
zum Lehrplan und nicht jeder kann sich für das selbe interessieren. Andere
finden es sicher interessant. Oder?" "Mh, vielleicht, aber ich krieg’ das einfach
nicht in meinen Kopf.", gab Shane kleinlaut zu. "Macht nichts. Jeder hat mal einen
schlechten Tag. Soll ich dir helfen?", meinte Denise und Shane nickte dankbar.
Doch so einfach, wie sie sich das vorgestellt hatte, war das nicht, da Shane heute
wirklich sehr unkonzentriert war. Nach einer weiteren Stunde fiel ihr jedoch etwas
ein: "Shane, was ist denn zur Zeit dein Lieblingslied?" "Äh, was? wieso?",
schreckte er hoch, da Denise schon seit einigen Minuten geschwiegen hatte und
er wieder geträumt hatte. "Sag doch mal bitte.", forderte sie ihn wieder,
ohne eine Antwort zu geben auf. "Em naja, ich weiß auch nicht so genau,
aber ich glaube Back for good.", antwortete er schon fast flüsternd. "Von
Take that?", fragte Denise und schaute auf. "Ja, was dagegen?", fragte Shane angegriffen.
"Nein, ich hab mich nur etwas gewundert, weil das für einen Jungen sehr ungewöhnlich
ist, aber ich finde Take that auch gut. Du brauchst deshalb nicht sogrillig zu
sein.", meinte Denise und sah Shane direkt in die Augen. Diesem war das ziemlich
unangenehm und so fragte er schnell: "Warum wolltest du das eigentlich wissen?"
Nun begann sie zu erklären: "Naja, du singst den blöden text hier aus
deinem Heft irgendwie auf die Melodie und da merkst du es dir sogar sehr genau."
"Hä, hast du’n Knall?", fragte Shane lachend. "Ne mein Sonnenschein. Du wirst
es dir wirklich schnell merken, zumal du doch so musikbegeistert bist. Glaub mir,
das funktioniert. Sonst weiß ich auch nicht. Ich kann dir jetzt nicht mehr
helfen.", sagte sie, standauf und verließ sein Zimmer. Shane sah ihr nachdenklich
hinterher und probierte es dann doch mal aus und ... siehe da, es ging wunderbar.
Als er endlich alles fertig hatte rannte er nach unten in die Küche, wo schon
sein Abendbrot auf ihn wartete. Anschließend schnappte er sich seine Gitarre,
nahm seine Jacke vom Haken, rief noch ein kurzes "Bye bis später!" ins Haus
und machte sich auf den Weg zum Sligo bay, wo alle anderen sicher schon längst
auf ihn warteten. Doch die Hausaufgaben ... "gehen halt vor" dachte er bei sich
und schon bald hörte er die anderen lachen. Als er näher kam, sah er
wie sie im Sand herumtollten und sich nicht wirklich Gedanken über ein Musical
machten. Zumindest sah es für ihn nicht nach so etwas oder Ähnlichem
aus. Mike entdeckte ihn zu erst und rief: "Hi Shay! Schön, dass du auch noch
kommst!" Als die anderen das hörten blickten sie auf und riefen alle durcheinander:
"Shane, Shay, Shaney, Hi!" Shane kam lachend auf sie zu und schmiss sich neben
Mike in den Sand. "Was hast du bloß wieder so lange gemacht?", fragte dieser
auch gleich und klopfte Shane freundschaftlich auf den Schenkel. Shane grinste
und antwortete: "Mein Historyheft an die Wand geklatscht, weil ich nüscht
kapiert hab’." "Ach, den Quark hab ich auch nich’ geschnallt und ich glaub auch
alle anderen nich’. Wird wohl morgen nüscht mit der Arbeit. Du weißt
doch, wenn der Klassendurchschnitt unter vier liegt, dann müssen die die
Arbeit wiederholen...", feixte Mike und ihm schien das Ganze sogar noch Spaß
zu machen. "Was und ich lass es mir noch stundenlang von meiner Schwester eintrichtern?",
rief Shane ärgerlich, "Da hätt’ ich das ja auch lassen können."
"Ja, hättest du.", mischte sich nun Mark ein und grinste frech. "Oh mein
Gott! Der ganze Stress umsonst.", jammerte Shane nun und ließ sich in den
Sand fallen. Doch da klopfte ihm jemand auf die Schulter: "Bist nicht der einzig
blöde Shay, ich bin ebenfalls daran verzweifelt und war auch nur 10 Minuten
vor dir hier.", meinte Kian, der sich gerade zu ihnen gesellt hatte. Da grinste
auch Shane wieder und meinte: "Na, ein Glück. Dann retten wir beide den Klassendurchschnitt
auf unter vier." Kian begann zu lachen, denn wenn sie das wirklich schaffen würden,
dann würde das ja bedeuten, dass alle anderen ihre schlechten Noten bekommen
und die Arbeit nicht noch mal geschrieben werden musste. Mike verzog das Gesicht,
da er ja zu diesen gehörte, die eben nicht gelernt hatten. "Sollten wir jetzt
nicht mal langsam anfangen?", fragte Gillian, die gerade zu den Jungs gekommen
war schüchtern. "Ja Gill, du hast ja recht. Also los Boys oder wollt ihr
noch ewig hier verbringen?", rief Kian herausfordernd und sprang auf. "Na warte
Kiki!", schrie Shane lachend und rannte Kian so schnell er konnte hinterher. "Komm
doch! Du lahme Ente!", gackerte dieser und Shane sprintete weiter. Kurz darauf
hatte er Kian eingeholt und warf ihn in den Sand. "So, wie war das?", grinste
er und guckte runter, wo Kian sich den Sand aus dem Gesicht wischte. "Okay, du
hast ausnahmsweise mal gewonnen.", feixte dieser und stand wieder auf. "Hey! Das
hat dir wohl noch nicht gereicht?", rief Shane und stürzte sich wieder lachend
auf seinen Kumpel. "Doch doch doch! Ich gebe auf! Du bist unschlagbar.", rief
Kian und hob schützend die Hände nach vorn. "Okay.", begann Shane und
Kian flüsterte: "Heute mal." Doch zu seinem Glück hatte Shane es nicht
verstanden, sonst wäre er wahrscheinlich noch im Wasser gelandet. "Mensch
Jungs! Wir müssen wirklich langsam anfangen.", rief Sarah und Kian trabte
an, hinter ihm Shane und dann, als Letzter, traf Mike ein, der immer nocham Lachen
war. Das Schauspiel von Kian und Shane war aber auch zu köstlich gewesen.
"Gut, dann erzählt mal. Was gibt es für Vorschläge?", begann Marie,
die wie immer alles in der Hand hatte. Sie war einfach ein richtiges Organisationstalent
und wenn sie sprach waren auch immer alle ganz still und hörten ihr zu. Auch
wenn sie vom Direktor offiziell rausgeschmissen wurden war, die Schüler und
Schülerinnen bewunderten ihr Talent und kürten sie deshalb trotz allem
zu ihrer Organisatorin. "Ja, Mike?", rief Marie den ersten auf, der sich meldete.
"Em, naja, wir könnten es ja so machen, dass die Hauptdarstellerin eine Prinzessin
spielt und der Hauptdarsteller einen normalen Jungen aus dem Volk. Und dann ...
ich weiß auch nicht, sie dürfen sich halt nicht lieben und kommen letztendlich
doch zusammen.", begann er zu erzählen, doch so ganz begeistert war keiner.
"Ne, ich hätte ne bessere Idee.", meldete sich Sarah zu Wort. "Echt, dann
schieß mal los!", sagte Marie und Sarah begann mit ihrer Variante: "Also,
ein Mädchen kommt neu an eine Schule, ist immer sehr ruhig und zurückhaltend
und deshalb kann sie auch keiner leiden. Sie wird von allen einfach ignoriert
oder sogar gehänselt. Bis auf ein Junge, er hat nicht diese Vorurteile wie
alle anderen. Er spricht öfters mit ihr und findet sie von Anfang an nett.
Die beiden sind aber von Natur aus sehr schüchtern und deshalb traut sich
auch keiner von beiden den anderen zu fragen, ob sie sich auch mal außerhalb
der Schule treffen wollen. Irgendwann machen sie in der Schule dann ein Musical
und lernen die Songs dafür in den Musikstunden. Alle Mädels der Schule
lernen fleißig die Texte, damit sie beim Ausscheid gut abschneiden. Nur
dieses Mädchen bleibt still und zeigt kein Interesse. Vielleicht wollen die
anderen es auch nicht sehen. Eines Tages reitet der Junge durch den Wald und hört
von fern einen wunderschönen Glockenhellen Gesang Als er näher kommt
sieht er das Mädchen, was sonst so still und in sich gekehrt ist Auf einer
Lichtung singen und tanzen. Sie kann sich so herrlich bewegen und ihre Stimme
ist der Wahnsinn. Er geht zu ihr, nimmt ihre Hände, beginnt die Schrittfolge
mitzumachen und fängt dann gefühlvoll an zu singen, um schließlich
mit voller Leidenschaft im Refrain mit ihr den Höhepunkt des Liedes zu singen.
Irgendwie bringt er sie dann noch in die Musicaltruppe mit rein und alle beschimpfen
sie und ihn gleich mit. Als sie jedoch sehen, wie toll dieses unnahbare Mädchen
singen und tanzen kann, bekommen sie große Augen und sind plötzlich
alle ganz nett zu ihr. Dazwischen muss man natürlich immer merken, dass die
beiden sich lieben. Wenn sie dann das Musical aufführen, kommen sie dann
endlich zusammen. Was haltet ihr davon?" Alle riefen begeistert: "Ja, super! Das
nehmen wir." "Wie wäre es, wenn der Junge der Schwarm der ganzen Mädels
ist?", fragte Lynn. "Ja, gute Idee.", stimmte Kian zu und die anderen nickten.
"Also ist es beschlossene Sache?", versicherte Marie sich noch einmal. Alle nickten
und sie fuhr fort: "Gut, was nehmen wir für Songs?" "Ich würde sagen,
darüber denkt jeder mal bis morgen nach und wir treffen uns dann morgen um
die gleiche Zeit wieder hier, oder?", fragte Derek. "Ja, okay, dann bis morgen
alle zusammen. Good night!", schloss Marie die Versammlung und stand auf. Auch
die anderen machten sich nach und nach auf den Heimweg. Schließlich war
einige Zeit vergangen und am nächsten Morgen mussten sie alle früh raus.
Als Shane heim kam fiel er gleich todmüde in sein Bett und vergaß sogar
die Zähne zu putzen. Als seine Mutter ihn am nächsten Morgen wecken
kam, war er noch müder als normalerweise und sie brauchte viel Überredungskraft,
um ihren Jüngsten aus denFedern zu jagen. Doch irgendwann hatte sie auch
das geschafft und Shane befand sich auf dem Schulweg. Der Schultag war wie immer
doof, langweilig und anstrengend, doch die Schüler und Schülerinnen
freuten sich viel zu sehr auf das Musical, als dass sie sich dadurch die Laune
verderben ließen. In den Pausen herrschte in Shanes und Kians Klasse wie
immer ein heilloses Durcheinander, so dass er und Kian die Lachmuskeln ziemlich
beanspruchen mussten. Doch endlich hatten sie auch diesen Schultag überstanden
und machten sich immer noch lachend auf den Heimweg. Als sie sich an der Ecke
trennten verabredeten sie sich noch fix für in zwei Stunden bei Kian zu Hause.
Dort wollten sie noch an Songs feilen, die sie schon fast fertig geschrieben hatten
Und vielleicht auch einen neues beginnen. Als Shane heim kam, lief er zu erst
in den Stall und holte seinen Clover aus der Box. Nachdem er fertig gestriegelt
war sattelte Shane ihn auf und schwang sich in den Sattel, dann galoppierte er
los. Eine Runde durch den nahe gelegenen Wald, dann unten am Strand entlang und
hinten rum über die grünen Wiesen und Felder zurück nach Hause.
Dort angekommen versorgte er sein Pferd und ging, vom Schulstress erholt, ins
Haus, wo auch schon seine Mum in der Küche rief: "Hi Schatz! Wie war dein
Tag heute so?" "Immer die gleiche Frage.", dachte Shane etwas genervt und antwortete:
"Naja, so bla bla. Nüscht Besonderes.”, auch die Antwort war stets die selbe,
wenn es nicht wirklich mal was zu erzählen gab. Er zog seine Schuhe aus,
warf sie in den Flur, schmiss die Schultasche in die Ecke und lief in Strümpfen
zu seiner Mutter, um sie zu begrüßen. "Hello Mum. Was gibt es denn
schönes zu essen?", fragte er, während er sich die Jacke auszog. "Heut
gibt es Pommes mit Schnitzel. Recht so?", lächelte sie und ihr Junge begann
zu strahlen: "Recht so??? Ja Mum! Ja! Hoffentlich läuft es heute weiter so
gut." "Wieso? Hast du noch was wichtiges vor?", fragte sie schmunzelnd. "Ja, ich
geh dann zu Ki und wir ... äh ... wollen Hausaufgaben machen.", sagte er
schnell, da ja keiner wusste, dass die sechs Jungs selber Songs schrieben und
es sollte nicht durch seine Dummheit herauskommen. Seine Mutter nickte zufrieden,
doch als Shane nach dem Essen in sein Zimmer gehen wollte, hielt sie ihn auf:
"Hey Schätzchen, wie oft soll ichs dir nochsagen? Die Jacke kommt in den
Schrank im Flur, nicht über den Küchenstuhl." "Mrr", brummelte er, "Ich
brauch sie doch eh gleich wieder." "So ein Quatsch! Ich frag mich so wie so warum
du die noch mit schleppst. Es ist Hochsommer und du frierst doch sonst auch nicht.",
meinte Mae die das diskutieren mit ihrem Sohn über die dämliche Jacke
langsam satt hatte. "Jeden Tag das selbe. Und nichts besserte sich, aber auch
reingar nichts.", dachte sie und wendete sich wieder den Kochtöpfen zu. Shane
hingegen hatte die Jacke geschnappt, im Flur weggehängt und lief nun hoch
in sein Zimmer. Dort kramte er in einer Schublade, ganz unten im Schreibtisch
herum und hatte nach einigem suchen auch endlich gefunden, was er wollte. Er zog
von ganz untendrunter einen Hefter hervor und steckte diesen gleich in seinen
Rucksack Dazu warf er noch einige Spitzer, Radiergummis, Blei-, Bund- und Faserstifte.
Dann sprang er die Treppen wieder hinab, ließ seinen Rucksack, als er an
der Gardarobe vorbei lief fallen und kam pfeifend in der Küche an, was seine
Mum mit einem kopfschütteln quittierte, da er ja brabbelnd verschwunden war
und nun so fröhlich zurück kam. "Ich hab Hunger Mum.", sagte er während
er sich schon an den gedeckten Tisch setzte. "Ja Schatz, das Essen ist gleich
fertig.", antwortete sie und holte die Pommes aus dem Herd. Shane klapperte schon
unruhig mit dem Besteck auf dem Tisch rum und trommelte mit seinen Füßen
im Takt. Mae nahm seinen Teller weg und schmiss ihm gleich zwei Hände voll
Pommes drauf. Oben drüber klatschte sie das fast tellergroße Schnitzel
und stellte es vor ihren Vielfrass. Shane machte sich auch gleich drüber
her und verschlang alles in Rekordzeit. Mae schüttelte nur schmunzelnd den
Kopf und dachte: "Diese Jugend, wie die nur immer SOO viel essen können."
Doch die selben Fressattacken hatten Peter, Finbarr und Liam auch gehabt und nun,
nichts davon war übrig geblieben, im Gegenteil, sie aßen ganz normal,
wie es halt bei erwachsenen Männern üblich ist zu essen. Doch da war
Shane auch schon wieder fertig mit Essen und stand auf. "Danke Mum, war lecker.",
sagte er und verließ die Küche. Fünf Minuten später kam er
zurück und rief aus dem Flur: "Mum? Ich gehe zu Kian. Kann länger dauern.
Vielleicht gehen wir gleich von ihm aus zum Sligo Bay. Du weißt doch, wir
treffen uns dort noch mal alle wegen dem Musical.” "Ja, aber du bist wenigstens
um halb 10 wieder da. Okay?", fragte Mae besorgt, wie eine Mutter eben war, wenn
es um ihr jüngstes Kind ging. Shane verdrehte im Flur die Augen und tippte
sich an die Stirn, da Mae es ja nicht sehen konnte, denn das hätte er sich
dann wohl doch nicht gewagt. "Ja Mum, ich versuch’s, aber wenns länger dauert,
dann kann ich auch nicht einfach abhaun.", antwortete er und griff schon nach
seinem Rucksack. "Gut mein Schätzchen, aber nimm den Schlüssel mit,
falls wir schon im Bett sind und pass gut auf dich auf! Ach und grüß
Mrs Egan!", ermahnte sie ihn noch einmal, bevor er endlich gehen konnte. "Ja Mum.
Bye!" und schon war er aus dem Haus gestürmt und in Richtung Egans gelaufen.
"Bye!", rief sie noch zurück, doch das hörte er nur noch mit einem halben
Ohr. "Hallo Shane.", begrüßte Kians Mutter ihn, als sie die Tür
öffnete. "Hello, viele Grüße von meinen Eltern soll ich bestellen.",
begrüßte er sie höflich, trat sich die Schuhe ab und kam rein.
"Oh vielen Dank. Grüß sie mal ganz lieb zurück. Ach und wenn du
dran denkst, kannst du ihr ja mal sagen, dass ich morgen mal rüber schaue.",
meinte Mrs Egan. "Ja, geht in Ordnung. Ist Kian in seinem Zimmer?", fragte Shane
und lief schon los. "Ja, müsste er sein. Ich hoffe er macht seine Hausaufgaben.",
antwortete sie und Shane erwiderte: "Hausaufgaben? Die machen wir doch jetzt eh
zusammen." "Achso, na dann. Viel Spaß.", meinte sie noch bevor Shane in
Kians Zimmer verschwand. "Hoppla Shaney", rief Kian erschrocken, als sein Freund
ohne anzuklopfen ins Zimmer stürmte, "wo kommst du denn her?" "Von draußen.",
lachte dieser zurück, da Kians entsetzter Gesichtsausdruck einfach zum wegschmeißen
war. "Haha, mach doch wenigstens die Tür zu!", meckerte Kian weiter. "Oller
Blubberkopp!", grinste Shane und ließ sich auf das große gemütliche
Bett, mit den vielen Kissen fallen. "Blubb, blubb!", machte Kian grinsend und
musste sich zusammen reißen, nicht laut loszubrusten, doch als Shane zu
kichern begann hielt auch er es nicht mehr zurück und so saßen sie
in Kians Zimmer und lachten sich schlapp, obwohl es ja eigentlich nun auch nicht
SO komisch gewesen war. "Kian? Ich bin dann mal einkaufen, ja?", rief seine Mutter
und Kian antwortete immer noch außer Puste: "Ja Mum, ist okay. Bye!" "Bye,
bis später!", hörten sie noch, bevor die Wohnungstür ins Schloss
fiel. Dann holte Shane den Hefter und die Stifte aus seinem Rucksack und legte
alles vor sich auf Kians Schreibtisch. Anschließend schlug er die erste
Seite auf und guckte sie sich aufmerksam an. Kian beugte sich über seine
Schulter, um auch einen Blick zu erhaschen. "Hol dir doch mal noch nen Stuhl!",
meinte Shane und Kian verschwand. Wenig später saßen die beiden über
den halbfertigen Songs und veränderten hier und dort noch etwas. Irgendwann
holte Kian noch seine Gitarre und spielte darauf eine passende Melodie zu ihrem
Text. Kurz darauf begann Shane zu singen und Kian stieg mit ein. Dann veränderten
sie einige Melodien, gingen mit der Stimme höher oder tiefer und entwickelten
einen richtig guten Song wie sich später herausstellen sollte. Als sie sich
sicher waren, alles perfekt fertiggestellt zu haben, griffen sie sich das nächste
Notenblatt und schrieben alles fein säuberlich auf. Dann war der zweite Song
an der Reihe und weil sie heute so gut drauf waren, schafften sie es sogar vier
Songs komplett fertig zu texten, eine passende Melodie zu finden und diese dann
auch noch auf Notenblättern festzuhalten. Als es langsam Zeit wurde aufzubrechen
packten sie alles ein, schnappten sich die Gitarre und machten sich auf den Weg
zum Treffpunkt. Diesmal waren sie nicht die Letzten, sondern sogar die ersten,
bis auf Marie, sie stand im seichten Wasser und schaute raus aufs Meer. Die beiden
Freunde legten ihre Sachen in den Sand, schlichen langsam und auf Zehenspitzen
vor ans Wasser und blieben kurz hinter Marie stehen. Ihre Haare wurden von dem
Abendwind nach hinten geweht und sie schien nichts um sich herum mitzubekommen.
Kian legte seine Arme von hinten um ihre Tallie und flüsterte: "Hi Süße.
Von was träumst du gerade?" "Ahhh!!!", krietschte sie auf, "Kian! Bist du
des Wahnsinns?! Mich so zu erschrecken.", Marie war herumgewirbelt und rang nach
Luft. "Sorry mein Englein, das wollte ich nicht.", sagte er sofort und nahm sie
in den Arm. "Mh, ist ja gut, aber das nächste Mal ...", sie konnte nicht
weiter sprechen, da Kian ihre Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss verschloss
und gleich darauf meinte: "...wird es nicht geben. Versprochen." Marie lachte
und begrüßte nun auch Shane, der das ganze verträumt beobachtet
hatte und sich insgeheim wünschte, dass er auch mal so glücklich sein
würde, wie die beiden es gerade waren. In seiner Vorstellung wusste er auch
schon genau, wie dieses Mädchen aussehen sollte. "Sie sollte lange blonde
Haare, herrlich strahlend blaue Augen und eine gute Figur haben." Genau so sollte
sie sein und wahrscheinlich dachte er an Gillian. "Hi Shane!Gut dass du auch schon
da bist. Ich muss mit dir noch was besprechen.", begrüßte Marie ihn
auch sogleich und riss ihn damit aus seinen Träumen. "Äh ja, hi Marie!
Was gibt’s denn?", stotterte er los, doch zu seinem Glück bekamen es die
beiden anderen nicht so wirklich mit. "Also, der Direx will ja noch festlegen,
wer wen spielen darf, aber wie wäre es denn, wenn wir selber ab hier alles
in die Hand nehmen?", sprach Marie ihre Gedanken auch gleich aus. "Mh, eigentlich
keine schlechte Idee. Könnte man ja machen.", meinte Shane nachdenklich.
"Keine schlechte Idee? Eine tolle sogar! Das machen wir so und basta!", rief Kian
begeistert. "Okay.", lachte Shane und auch Marie war froh, dass die beiden ihren
Vorschlag so klasse fanden. "Wann wollen wir das denn dann festlegen.", fragte
Kian voller Tatendrang. "Naja,", überlegte seine Freundin, "Ich denke, das
ergibt sich bald." "Gut. Heute stehen erst mal die Songs im Vordergrund. Nicht
wahr?", ließ Shane verlauten. "Ja, genau und natürlich erst der genaue
Ablauf der Handlung.", stimmte Marie dem zu. "Na dann...An die Arbeit! Dort kommen
die anderen.", meinte Kian, der kaum noch zu stoppen war. Als endlich alle eingetroffen
waren eröffnete Marie die Beratung: "Hi! Schön, dass ihr alle gekommen
seid. Wie ihr wisst, wollen wir jetzt einige Songs für unser Musical aussuchen,
doch vorher müssen wir den Ablauf der Handlung richtig festlegen und am besten
auch die Darsteller dafür auswählen." "Stimmt.", nickte Alice bestätigend.
"Okay, wie wäre es, wenn wir den Hauptpersonen erst mal Namen geben?", schlug
Mark vor. "Ja, gute Idee. Also, wie sollen sie heißen?", meinte Marie, schaute
fragend in die Runde und holte sogleich ihren Schreibblock aus dem Rucksack, um
alles auf Papier festzuhalten. "Wie viel Namen brauchen wir denn eigentlich?",
fragte Sarah, die auch schnell vorwärts kommen wollte. "Tja, gute Frage.
Als erstes natürlich für die zwei Hauptdarsteller.", antwortete Marie.
"Also,", begann Mike, "dann muss es natürlich auch ein sehr schöner
Name sein, den die Hauptdarstellerin bekommt. Oder?" "Ja, das wäre vorteilhaft.",
gab Marie zu. "Wie wär’s mit Helen?", fragte Sally, die bisher nur geschwiegen
hatte. "Ne, zu häufiger Name.", meinte Gillian nachdenklich. "Oder Kyna.",
schlug nun Lyn vor. "Mh, passt irgendwie auch nicht so richtig.", meinte Marie
und kaute auf ihrem Bleistift rum. "Und was ist mit Kelly?", fragte Nun Alice.
"Ne, auch zu häufig.", lehnte Sarah ab. "Oder was haltet ihr von Wendy?",
meinte Graham und schaute sich fragend um. Doch wieder allgemeines Kopfschütteln.
"Ne, irgendwie auch nicht das Richtige.", sagte Marie dann stellvertretend für
alle anderen. "Und Klea?", warf Gillian ein. "Ja, super. Das kennt nicht gleich
jeder und schön ist er allemal.", stimmte Kian ihr zu und strahlte bis über
beide Backen. Auch die anderen waren gleich einverstanden, da ihnen der Name ebensogut
gefiel. "So, nun für den Jungen.", erinnerte Marie und alle begannen wieder
nachzudenken. "Vielleicht Brian?", schlug Mike vor. "Ne, wieder zu häufig.",
meinte Elly, die bisher ebenfalls geschwiegen hatte. "Oder ... Kevin?", versuchte
es Lyn. Doch wieder keine Zustimmung. So suchten sie noch ewig, bis Kian die sache
beendete. "Dann nehmen wir halt jetzt einfach Kim. Sonst kommen wir heut gar nicht
mehr weiter.", womit er sicher recht hatte. "Okay", sagte Marie, "und die anderen?"
"Kelly!", rief Alice. "Und Mariah!”, warf Lyn ein. "Betty!", meinte auch Kian.
"Benny!", rief Sarah von ganz hinten und Marie notierte sich alles auf ihrem Block.
Dann, als sie meinte genug Namen zu haben, hob sie die Hand und es wurde still:
"Okay, das reicht denke ich. Nun mal zu der genauen Handlung." So stellten sie
nach und nach alles genau auf und legten sogar einige Darsteller schon fest. Auch
die Songs kamen nicht zu kurz, denn der Titelsong stand bereits fest. Als sie
für diesen Tag Schluss machten, waren sie auch völlig ausgepowert. Shane
und Kian hatten sich auf dem Heimweg nicht einmal unterhalten und das war schon
sehr merkwürdig, denn sonst lachten und klapsten die Beiden nur, wenn sie
zusammen waren. Shane schloss mit kleinen Augen die Haustür auf, denn es
war inzwischen schon kurz nach null Uhr und ließ alles fallen. "Nur noch
ins Bett.", dachte er, putzte in Rekordzeit die Zähne und fiel totmüde
in seine kuschlige Heia. Wenig später war er auch schon eingeschlafen und
träumte höchst wahrscheinlich von dem bevorstehenden Musical. Am nächsten
Morgen war es eine Qual für seine Mutter ihn aus dem Bett zu bekommen, wie
ihr euch sicher vorstellen könnt. Doch endlich, nach langem reden und eine
halbe Stunde später als sonst war es geschafft und Shane saß am Frühstückstisch.
Kurz darauf verließ er das Haus und sprintete in Richtung Schule. An der
Ecke, wo er sonst immer auf Kian traf schaute er sich kurz um, doch weit und breit
war niemand zu sehen, was auch logisch war, da Shane ja schließlichziemlich
spät dran war. Also lief er weiter, nachdem er sich versichert hatte, dass
Kian wirklich nicht mehr da war und stürzte fünf Minuten nach dem Stundenklingeln
in die Klasse. Nach einer kurzen Entschuldigung ließ er sich neben Kian
auf seinen Platz fallen und packte seinen Hefter und die Federmappe aus. Doch
zum Glück verging die Stunde ziemlich schnell und die Frühstückspause
rückte immer näher. Endlich war es soweit und kaum hatte es geklingelt,
packten auch schon alle ihre Brotbüchsen aus. So auch unsere beiden Freunde.
Plötzlich schob Shane Kian heimlich ein ziemlich altes zerknittertes Blatt
Papier zu, was dieser unbemerkt unter seinem Pult verschwinden ließ. Trotzdem
schaute er seinen Freund fragend an, doch Shane grinste nur geheimnisvoll und
setzte sich wieder, da es bereits zur zweiten Stunde schellte. Jetzt hieß
es wirklich "AUFPASSEN", denn in History waren sie beide keine Leuchten, deshalb
mussten sie es mit Mitarbeit, Achtsamkeit und Hausaufgaben wieder rausholen. Bisher
hatte das auch eigentlich immer geklappt und heute war es nicht anders. Sie bekamen
die Arbeiten vom Vortag zurück und ... "Yeah!", quiekten Shane und Kian fast
gleichzeitig los. "Ich hab ne eins!", kreischte Kian wie ein Mädchen. "Ich
auch!", brüllte Shane und verführte einen richtigen Freudentanz. Der
Rest der Klasse war nicht so gut. Nein, eher im Gegenteil, sehr schlecht. Es waren
einige vieren, fünfen und sogar zwei sechsen dabei. Auch dreien und zweien
hatte es gegeben, aber längst nicht so viele, wie alles andere. "Meine Lieben,
wenn ihr euch nicht langsam mehr anstrengt, dann wird das hier nichts. Euer Klassendurchschnitt
liegt inzwischen bei 3,9 und das ist für eure Klasse peinlich. Ihr solltet
euch schämen. Andere Schüler sind fleißiger als ihr und sind so
schlecht, aber ihr könnt es, wenn ihr nur endlich mal etwas dafür tun
würdet. Aber gut. Es ist euer Abschluss. Nächstes Thema: "Dritter Weltkrieg""
Einige Schüler verdrehten mächtig die Augen, so auch Shane und Kian.
"Oh wow, ein größenwahnsinniger Herrscher, der sich während er
verliert selbst umbringt...", meinte Shane, der die ganze Geschichte schon oft
von seinen Großeltern gehört hatte. Kian nickte bloß grinsend
und begann den Zettel, den er in der Pause vorher von seinem besten Freund bekommen
hatte, zu lesen. Als er sah, was auf dem Blatt geschrieben stand begann er zu
strahlen: "Hey Shaney, wo hast du denn das aufgetrieben?" "Äh, glaub mir,
das willst du gar nicht wissen.", feixte dieser und beugte sich über sein
Heft. "Ey, sag mal, wo hast du’s damals hingeworfen?", löcherte Kian weiter
und Shane antwortete grinsend: "Em, ich sollte letztens mal meine Spielsachen
aussortieren. Du weißt schon, wegen dem kleinen Sohn, den die beste Freundinmeiner
Mutter hat. Naja und da habe ich in einer Kiste, wo Matchbox und Legosteine waren,
halt ein zerknittertes Blatt gefunden." "Ahh, sag jetzt nicht, dass es dieses
hier war!?", lachte Kian los. "Äh, doch war es.", meinte Shane und wurde
rot. Dadurch fing Kian nur noch mehr an zu kickern und die Lehrerin ermahnte sie
still zu sein. Also bemühten sie sich und guckten in verschiedene Richtungen,
denn immer wenn sie sich wieder ansahen mussten sie loslachen. Endlich ertönte
die Pausenglocke und sie brusteten los. "My god, das ist aber irre, dass wir das
wieder haben.", sagte Kian nachdem sie sich so einigermaßen vom vielen Lachen
erholt hatten. "Ja, das war schließlich der allererste Song den wir überhaupt
geschrieben haben.", meinte Shane stolz. Kian nickte und las sich den Zettel nochmal
durch. Dann begann er leise zu singen und Shane unterstützte ihn fleißig.
Doch, wie sollte es anders sein, die Schulglocke läutete und sie liefen zurück
in ihr Klassenzimmer. Jetzt hieß es Mathe, genau das Fach, wo Shane eine
Leuchte war und Kian das ganze Gegenteil. Meistens endete das Ganze dann in einem
ständigen Zettelschreiben, damit Kian überhaupt mal eine Aufgabe richtig
hatte. So überstanden sie auch diese Stunde und den Rest des Schultages.
Nach der letzten Stunde trafen sie sich mit Marie, Gillian, Sarah und Derek und
setzten sich vor dem Schulgebäude auf den Rand des Springbrunnens. Die wenigen
zarten Wassertröpfchen, die eine leichte Priese zu ihnen wehte störten
sie nicht, denn die Wärme war an diesem Tag so wie so unerträglich.
Kian zog das alte zerknitterte Blatt aus der Tasche und zeigte es grinsend den
anderen. Sie wussten jedoch den Sinn des Ganzen nicht und so guckten sie ihn alle
fragend an. Shane erklärte schließlich worum es sich handelte und alle
lachten herzlich, als Kian ihnen erzählte, wo dieses Blatt abgeblieben war.
Anschließend sangen Shane und Kian den Song zweistimmig und Derek fiel nach
der zweiten Strophe mit ein. Die drei Mädels lauschten verzaubert dem Gesang
der Jungs, denn normalerweise sangen diese nur hinter verschlossenen Türen,
wenn sie allein waren oder wennein Auftritt anstand. Doch schon wenige Minuten
später grinsten sich die drei an und Kian verstaute den Zettel wieder. Noch
eine Weile saßen die Sechs auf dem Brunnenrand, bisder Hausmeister der Schule
sie vom Gelände jagte. Sie verabredeten sich noch für Samstag, da in
der Stadt ein Rummel aufgebaut wurde. Dort wollten sie mal wieder richtig Spaß
haben, nach dem ganzen Stress in der letzten Zeit. "Hallo hallo, hier sind wir!",
Sarah sprang auf und ab und winkte wie eine Verrückte. Kurz darauf drängte
sich ein stattlicher Junge zwischen den Massen durch und sie flog ihm um den Hals.
Nachdem sie sich ausgiebig begrüßt hatten gab es Handschlag für
seine Kumpels und ein Küsschen auf die Wange für die zwei übrigen
Mädels. "Wo geht’s zu erst hin?", fragte da auch schon der vor Energie strotzende
Kian. "Zur Loopingbahn!", krietschte Sarah und alle stimmten zu, außer Kian,
er verdrehte nur angstvoll die Augen und hoffte, dass es keiner bemerken würde,
dochfalsch gedacht. "Hey Superman, erst am lautesten schreien und jetzt schlottern?
Sei kein Feigling!", lachte Derek und auch der Rest der Truppe kicherte mit. So
kamen sie wenig später auch schon an der Loopingbahn an und reihten sich
in die Schlange ein, die vor dem Kartenhäuschen stand. Das heißt, nur
Shane stellte sich an und die anderen warteten klapsend auf ihn. Sehr lang war
die Schlange zum Glück nicht, so dass Shane bald zurück war. Als die
Bahn hielt, schielte Kian etwas mistrauisch hinüber zu den großen Loopings,
doch ein Zurück war nicht mehr möglich, da Derek ihn am Arm hinter sichher
zog. Dann stiegen sie ein. Es gab allerdings nur Zweiersitze, sodass Kian gleich
Shane neben sich zog, um wenigstens jemanden neben sich zu haben, der stark war.
Derek war mit Sarah hinter ihnen eingestiegen und Marie machte es sich mit Gillian
vor ihnen bequem. Dann fuhr die Bahn los. Kian schaute sich ängstlich um,
doch bisher war nichts schlimmes in Sicht. Doch was war das!? Die Bahn neigte
sich zur Seite, sie wurde immer schneller und da, schon bald würde sie sich
auf die andere Seite werfen. Schon schleuderte es die Sechs richtig durch und
die drei Mädels kreitschten vor Freude. Doch dann waren auch schon die furchterregenden
Loopings in Sicht und Kian klammerte sich an Shane fest. "Kann die Fahrt nicht
schon vorbei sein?", murmelteer, doch im selben Augenblick schrie er wie am Spieß,
da die Bahn nun mit vollem Karacho durch die Loopings raste. Als sie drei der
verdammten Dinger genommen hatte ging es wieder in eine seitliche Lage, wobei
es jedoch nicht lange blieb, denn schon bei der nächsten Kurve lagen sie
wieder auf der anderen Seite. Kian betete im Stillen, dass die für ihn scheinbar
endlos lange Fahrt endlich vorbei sein möge und endlich, nach schier endloser
Zeit, so kam es ihm zumindestvor, wurde sie langsamer und hielt schließlich
an. Kreideweiß stieg er gestützt von Shane aus und wartete bis auch
die anderen da waren. Als sie sahen, wie schlecht es Kian ging setzten sie sich
ersteinmal auf eine Bank in der Nähe und tranken ein Wasser, das Sarah von
einer Bude geholt hatte. Bald darauf ging es Kian wieder besser und sie schlenderten
weiter über den Rummel. Sie kamen beispielsweise an einer Schießbude
vorbei, wo Derek für Sarah ein Duftkissen gewann oder an einer solchen Box,
wo mann Kuscheltiere angeln kannerhaschte Kian einen Delphin, den er seiner Marie
schenkte, da sie diese Tiere abgöttisch liebte. Zu Hause hatte sie viele
Bücher, Photos und andere Dinge über diese herrlichen Tiere gesammelt
und bewahrte alles sicher auf. Auch an der Wand hing ein irre großes Stoffbild
mit Delphinen, die sich im Wasser tummelten und mit einander spielten. Zwischendurch
fuhren sie natürlich noch mit anderen Karussels und genehmigten sich eine
Zuckerwatte - die Jungs auch gleich mal drei - eine Sahnewaffeloder ein Eis. "Hey
guckt mal! Da drüben ist ne Geisterbahn!", rief Derek und deutete in eine
Richtung. Die drei Mädels waren nicht sehr begeistert, aber die momentan
völlig überdrehten Jungs wollten unbedingt mitfahren, so dass auch Sarah,
Gillian und Marienach einigem zögern zustimmten. Doch nur unter einer Bedingung:
Wenn jedes Mädchen mit einem Jungen in den Wagen ging. Lachend schnappte
Derek seine Sarah und sprang in den nächst besten Wagen. Kian tat es ihm
gleich und zog Marie mit sich. Shane war nun gar nicht mehr überdreht oder
vorlaut, denn ihm wurde heiß und kalt. Er sollte mit Gillian in einen Wagen.
Er, er sollte sie beruhigen oder womöglich noch beschützen. Sein Herz
begann rascher zu schlagen, als Gillian sich neben ihn setzte. Der Duft ihrer
Haare machte ihn verrückt, so nah hatte sie noch nie neben ihm gesessen und
ihr Parfum erst ... der Wwahnsinn! Sie lächelte ihn gequählt an und
er drückte beruhigend ihre Hand. Wenn sie nur gewusst hätte ... In Wirklichkeit
war er völlig aufgewühlt. Das Herz schlug so laut, dass er Angst hatte
sie würde es hören, seine Hände waren schweißnass und zitterten
vor Aufregung. Doch Gillian schien von all dem nichts mitzubekommen. Sie saß
verkrampft auf ihrem Platz und schaute sehnsüchtig nach hinten, denn die
Bahn setzte sich gerade in Bewegung und fuhr in die Dunkelheit. Erst sah man die
Hand vor Augen nicht, doch dann wurde der Gang in ein gruseliges schummeriges
Licht getaucht. Man hörte ein Knistern und Knacken in den Wänden und
plötzlich ertönten Stimmen. Es kicherte von irgendwo her, aus einer
Ecke kam ein gehässiges Lachen und über allem lag ein unheimliches Geheul.
Urplötzlich tauchte ein Hänker an der Seite auf, schwang sein bluttropfendes
Beil in der Luft und wollte die Eindringlinge, also die Leute die in der Bahn
saßen, köpfen. Gillian wurde blass und vergrup ihre Finger in Shanes
Hand. Dieser legte seinen Arm um sie und zog sie zu sich rüber. Als die "Gefahr"
vorbei war lächelte sie ihn schwach, aber dankbar an. Er versank dadurch
mal wieder in seinen Träumereien und grinste nur abwesend zurück. "Danke
Shane, vielen Dank! Ich weiß, ich bin sehr schreckhaft. Kannst du mir verzeihen?",
meinte sie leise und sah ihm direckt in die Augen. Doch er hörte sie gar
nicht. Für ihn waren momentan nur ihre Augen, ihre himmlisch blauen Augen
wichtig und ihr bezauberndes Lächeln. Wie ein Engel sieht sie aus ... nur
die Flügel fehlen, aber sonst ... Like an angel.", In seiner Fantasie bekam
sie diese Flügel und flog mit ihm einfach weg. Ganz weit fort, wo sie keiner
stören würde... "Shane, hallo? Hast du mir überhaupt zugehört?",
sie drückte seine Hand fester und er schrak auf: "Oh sorry, ich war wohl
grad in Gedanken. Was hast du gesagt?" Gillian wiederholte es geduldig und bekam
eine Umarmung von Shane: "Hey Gill, ist doch kein Problem. Klar verzeih ich dir.",
er setzte sein schönstes Lächeln auf und sie sahen sich tief in die
Augen. In diesem Moment raste die Bahn ins Freihe und das helle Tageslicht blendete
sie. Shane war verärgert. Nun war er ihr mal so nah gewesen und da machte
ihm diese blöde Bahn einen Strich durch die Rechnung. Als sie ausstiegen
warteten die anderen vier schon auf sie und Sarah zog Gillian gleich mit sich.
Shane sah ihr unauffällig und sehnsüchtig hinterher bis Kian ihn anstieß
und feixte: "Hey Shay, haben dich die Geister so erschreckt, dass du nicht weiter
laufen kannst? Ich gehe jetzt! Ach und die anderen sind schon weg." Damit lief
er los und Shane folgte ihm langsam. Wenig später kamen sie an einem riesen
Riesenrad vorbei und Marie rief: "Hey guckt mal! Ein Riesenrad. Toll!" "Wow cool!
Da fahren wir mit!", kreischte Sarah, "Yeah!", stimmte auch Gillian freudig zu.
"Okay, lets go girls and boys!", meinte Kian zufrieden, denn Riesenrad fahren
war ihm dann doch noch lieber als Geisterbahn. "Ki, du bist an der Reihe.", erschrocken
schaute dieser auf, denn er hatte gerade über die Geisterbahn usw. nachgedacht.
"Äh, was?" "Du musst jetzt dieFahrkarten besorgen Träumerchen.", grinste
Marie ihn an und er konnte nicht anders, er küsste sie leidenschaftlich und
verschwand anschließend feixendin Richtung Kartenhäuschen. Hier standen
sie sehr lange, was wahrscheinlich daran lag, dass Ferien waren, die Sonne herrlich
vom Himmel strahlte und die Touristen, die ihren Urlaubim schönen Sligo verbrachten
das hübsche kleine Städtchen auch alle mal von oben sehen wollten. "Menno,
das dauert ja ewig.", nörgelte Derek nach einer halben Stunde, die sie nun
schon standen ohne wirklich vorangekommen zu sein. "Mensch mecker nichtSchatz,
du wirst auch später entschädigt.", meinte Sarah beruhigend, worüber
Gillian, Kian und Marie lachen mussten. Shane bekam das jedoch gar nicht mit,
denn er stand etwas abseits und hing seinen eigenen Gedanken nach. "Hey Shay,
träumst du schon wieder? Es geht einStück weiter.", Kian zog seinen
Freund am Ärmel hinter sich her. "Mensch, drängeln Sie doch mal nicht
so!", Marie hatte ihren Rucksack abgesetzt und wäre beinahe umgekippt, als
ein Mann hinter ihr gegen sie stieß. Kian stand etwas weiter vorn, ergriff
ihre Hand und zog sie zu sich. "So, das hätten wir.", grinste er und bekam
einen dicken Schmatzer von Marie als Dankeschön. Doch gleich darauf hörten
sie das hysterische quieken von Sarah: "Ey, sie Schwein! Passen Sie gefälligst
auf! Kann doch wohl nicht wahr sein! Sie sehen doch, dass hier jemand steht.",
sie redete sich völlig in Rage, wastypisch für Sarah war. Wenn sie sich
über etwas aufregte, dann konnte sie auch ganz schnell mal übertreiben,
doch dazu hatte sie Derek. Er legte seinen Arm beruhigend um sie undzog sie vorsichtig
weg von dem trampeligen Typen. "Komm meine Süße, reg dich nicht auf.
Lass das dicke Gehoppse doch." Sarah begann zu lachen: "Hä, dasdicke Gehoppse?
Wo hast du denn das her?" "Ähm, ich weiß auch nicht so genau, aber
stimmt doch. Oder?" "Naja, wenn du meinst.", kicherte seine Freundin weiter. "Guck
doch Schatz!", forderte er sieauf, also drehte sie sich kurz um und grinste dann
wieder Derek an: "Jaja, ist gut mein Sü..." Sie wurde unterbrochen von einem
Aufschrei, der sich ganznach Gillian anhörte. Erschrocken guckten sie nach
hinten und auch Kian und Marie hatten sich umgedreht. Gillian hing in Shanes Armen
und riss ängstlich die Augen auf: "W.w.w.was war d.d.das?" "Heeey, ganz ruhig.
Ich hab dich.", redete Shane beruhigend auf sie ein und es schien zu helfen. Gillian
sah erleichtert aus und schaute dankbar zu Shanehoch, der sie immer noch im Arm
hielt. Jetzt wante er sich dem Typen zu: "Passen Sie mal auf, sie können
doch nicht ständig irgendwelche Mädels anrämpeln...",weiter kam
er nicht, weil Kian ihm ins Wort fiel und schrie: "Was fällt Ihnen eigentlich
ein, Sie Rammelbock?! Verschwinden Sie gefälligst hier sonst knallt’sin der
Tüte!", Kian konnte richtig jezornig werden, wenn er sich über etwas
aufregte, das war schon immer eine seiner Schwächen gewesen, mehr noch alsbei
Sarah, denn er ließ sich nicht so leicht beruhigen wie sie. "Genau! Und
wenn nicht, dann rufen wir den Aufpasser dadrüben, also, überlegen Sie’s
sich gut!", auch Derek war sauer und das ließ er den Typen deutlichspüren.
"Hey hey ihr Milchbubis, mal ganz ruhig. Das süße Püppchen hier
ist nur ein bisschen erschrocken, weil sie nicht mit mir gerechnet hatte. Nicht
wahr Schneckchen?",er grinste fieß und Gillian, die er dabei ansah begann
vor Angst zu zittern. "Lassen sie die Finger von Ihr!", knurrte Kian, der sich
nicht wagte auszuflippen. Doch das Ekelpaket grinste wieder bloß fett und
meinte: "Ach Babyface, willst dich doch nicht etwa mit mir anlegen?" Kian starrte
ihn nur wütend an, denn er traute sich nichts zu erwidern. Siegessicher ging
der Typ auf Gillian zu, die leicht unter Schock stand und sich nicht vom Fleck
bewegen konnte. Sie riss nur die Augen auf und wurde immer blasser und schwächer
auf den Beinen. "So meine Zuckerschnute, komm her, die haben doch keine Ahnung.
Hey?", in seinen Augen spiegelte sich die Lust wieder und er schien es nicht erwarten
zukönnen, denn er kam mit raschem Schritt auf sie zu und zog sie gleich darauf
von der Gruppe weg, seitlich in ein kleines Wäldchen. Dort begann er sie
zubetatschen und spielte mit dem Knopf ihrer Hose, nachdem er ihr die Bluse bereits
ausgezogen hatte. Doch er hatte die Rechnung ohne die anderen gemacht.Als er mit
Gillian verschwand hatte Shane Kian ein Zeichen gegeben still zu sein und war
dem Kerl mit Gillian leise gefolgt. Er blieb immer im Schatten der Bäume,
um nicht entdeckt zu werden, denn Gillian rief immer wieder um Hilfe und der Kerl
schaute sich immer wieder fieß lachend um und verkündete ihr: "Ha mein
Täubchen, hier hört dich keinerund deine ach so tollen Freunde scheinen
auch keine Lust mehr zu haben, sich mit mir anzulegen." Shane schüttelte
sich bei dem Gedanken und verhielt sich ganz ruhig, denn der Typ war hinter einem
Gebüsch stehen geblieben und begann nun an Gillian herumzu fingern. Zu erst
knöpfte er ihre Bluse auf, während er sie abknutschte. Shane konnte
regelrecht sehen, wie er Gillian seine Zunge in den Hals steckte. Sie wollte schreien,
doch durch die häftigen Küsse brachte sie nur ein leises "Mhhhh!" heraus.
Der Kerl wurde immer fordernder und ungeduldiger. Er riss ihr die Bluse regelrecht
vom Leib und betatschte sie auch weiterhin. Kurz darauf begann er auch an dem
Verschluss ihrer Hose herum zu spielen und Shane wusste, wenn er nicht sofort
handeln würde, dann wäre Gillian das nächsteOpfer sexueller Missbräuche.
Also nahm er seine Beine in die Hand und holte die anderen zu Hilfe. Während
Shane weg gewesen war, war Mark zu dem Rest der Truppe gestoßen. Auch er
folgte Shane, der ihnen bereits bescheit gesagt hatte und jetzt, wo es fast zu
spät war sprangen die drei Jungs hervor und warfen den völlig verblüfftenEkel
zu Boden, wo er auch liegen blieb, da sich Derek, Kian, Mark und Sarah auf ihn
gesetzt hatten, die Arme und Beine festhielten und ihm einfach keine Chance zum
Aufstehen gaben. Shane war gleich zu Gillian gelaufen, die weinend und zitternd
am Boden hockte. Als der Typ von ihnen überrascht worden war und sie los
ließ, hatte er gesehen, wie sie einige Schritte rückwärts gestolpert
war und sich dann direkt übergebenmusste. Sie war Tränen überströmt
und irre blass gewesen und jetzt sah sie nicht anders aus. Ihm brach es das Herz
sie so zu sehen und er spürte einen Klos im Hals, doch er riss sich zusammen.
"Gill, oh mein Gott! Was hat er dir angetan?", Er lief auf sie zu und nahm sie
in den Arm, doch sie stieß ihn unsanft von sich. Ihm war, als hätte
sie ihm ein Messer in die Brust gerammt, doch er wollte jetzt nicht weinen, er
musste stark sein, stark sein für und mit Gillian. Zumindest, bis Kian wieder
für sie Zeit hatte, doch dieser kämpfte ja immer noch, um den bereits
widerspenstigen Typen am Boden zu halten, bis Hilfe kommen würde. Marie war
schon längst verschwunden, die Polizei zu informieren, also ließ sich
hoffen. Gillian hockte immer noch nur im BH und offener Hose auf der Erde und
weinte bitterlich. Shane schaute sich um und entdeckte ihre Bluse, nicht weit
von sich am Wegesrand, sie lag in einer schlammigen Pfütze, wo der Typ sie
in seiner Ungeduldigkeit hingeschleudert haben musste. Shane ging hin und hob
sie auf, doch sie warja viel zu nass und dreckig, als das Gillian sie hätte
wieder anziehen können. Er ging zurück zu ihr und hockte sich vor sie
hin, doch er sah, dass sie noch mehr Angst bekam und ließ noch größeren
Abstand. Etwa drei Meter trennten sie jetzt, doch waren es wirklich nur drei Meter?
Nein, es war mehr, es war das große Ganze, was sie überwinden müssten,
um irgendwann vielleicht doch einmal zusammenzukommen. Shane seufzte und schaute
zu Gillian, wie sie da kauerte, wie ein Häufchen Unglück, nein, mehr
noch ... Dafür gab es keine Worte und er konnte ihr nichthelfen. Das war
es, was ihn bald in den Wahnsinn trieb, er konnte es nicht, er nicht und wahrscheinlich
auch kein anderer. Damit musste sie allein fertig werden, er konnte nur versuchen
ihr zu helfen, doch war er so stark? Würde er das schaffen, würde sie
es überhaupt wollen, könnte er ihre Mauer, die sie um sich herum aufgebaut
hatte durchbrechen ... er wusste es nicht, aber er würde es versuchen,da
war er sich sicher. Doch jetzt hockte er hier, drei Meter vor ihr, sah wie schlecht
es ihr ging und konnte nur versuchen sie zu beruhigen. "Gill, Gilly? Bitte schau
mich mal an.", er sprach leise, doch sie verstand es, zwar keiner der anderen,
sie waren ja etwa zehn Meter entfernt, aber hauptsache sie hörte ihn. Was
ging es die anderen schon an, was er zu ihr sagte und war so etwas jetzt überhaupt
wichtig? Er wusste es nicht. Es war auffällig, in letzter Zeit wussteer so
vieles nicht, doch es war egal, jetzt war es egal. Jetzt galt es Gillian zu beruhigen,
egal wie. Sie hob tatsächlich den Kopf und sah ihn aus rotverquollenen, mit
Tränen überfüllten Augen an. "Ich möchte nur, dass du weißt,
dass ich immer für dich dabin, wenn du Hilfe brauchst und wenn du reden möchtest,
ich höre dir gern zu. Du brauchst mir auch nicht erklären, was hier
gelaufen ist, das habe ich selbst gesehen.", seine Stimme war ruhig, aber auch
sehr traurig, was natürlich auch Gillian nicht verborgen blieb. Doch sie
verstand nicht ... "Was willst du gesehen haben?", sie hatte nur im Flüsterton
gesprochen, ihre Stimme klang kratzig vom vielen Weinen und siezitterte. "Als
der Typ dich weggeschleppt hat bin ich euch gefolgt. Denkst du etwa, ich würde
zulassen, dass er mit dir so einfach verschwindet? Nein, sicher nicht. Ich habe
eine Weile zugeschaut, ob er wirklich an dieser Stelle bleibt, bevor ich, so schnell
ich konnte losgerannt bin, um die anderen zu holen. In dieser Zeit, wo ich da
stand, habe ich genug gesehen. Glaub mir...", Shane sah ihr in die Augen und etwas
hatte sich verändert. Er konnte nicht deuten was, aber sie schien froh zu
sein. Sie nickte jedoch nur und sah ihn kurz dankbar an, dann schaute sie wieder
zu Boden. Shane dachte nach, er hatte keine Ahnung wie er ihr helfen konnte, doch
er wollte es unbedingt und er würde es schaffen, nicht jetzt, nicht morgen,
aberirgendwann. Kurz darauf traf die langersehnte Rettung ein: "Hey Jungs!!!"
Marie kam angerannt und winkte schon von weiten. Shane ließ vor Schreck
die Bluse fallen, die er noch in der Hand gehalten hatte und schaute hinüber
zu den anderen, doch auch diese waren zusammengezuckt,da der Schrei durch Mark
und Bein ging. Gillian war vor Schreck wie versteinert, als sie jedoch Marie erkannte
entspannte sie sich wieder. "Die Polizeikommt mit nem Streifenwagen und da müssen
sie außenrum fahren. Deshalb bin ich schon eher da, aber die müssten
jeden Moment eintreffen." Und sie behielt Recht. Wenige Minuten später sahen
sie von der Straße her ein Blaulicht näher kommen. Kurz darauf fuhren
zwei Streifenwagen vor und einige Polizisten sprangen heraus. Drei von ihnen liefen
sofort auf den am Boden liegenden Mann zu und nahmen ihn fest. Anschließend
wurde er abgeführt und die anderen vier kamen gleich angestürzt und
umringten die völlig fertige Gillian. Kian hob sie hoch und Shane zog seinen
Pullover aus, damit sie etwas zum Anziehen hatte, denn die Bluse war ja immer
noch völlig verdreckt und nass. Gleich darauf stiegen sie in den zweiten
Streifenwagen, Derek auf den Beifahrersitz, die anderen fünf quetschten sich
auf die Rückbank und Kian legte Gillianüber sie alle und fuhren mit
ins Presidium. Als sie ankamen hob Kian seine Cousine wieder hoch und trug sie
bis in das Zimmer, wo der Polizist sie hin führte. Sie liefen über den
Vorplatz und durcheine große Glastür in einen stickigen Vorraum, wo
auch die Anmeldung war. Doch dort führte der Polizist sie gleich vorbei und
dann liefen sie durch endlos lange Gänge. Sie hofften, dass der Weg nicht
ewig dauern würde, denn sehr lange konnte Kian seine Cousine ja nun auch
nicht tragen. Doch da blieb der Beamte auch schon stehen und meinte: "So, hier
müsst ihr jetzt mal ein bisschen warten. Es geht gleich los. Eine Zeit lang
standen sie nur still im Flur, doch dann wurde Gillian Kian doch langsam zu schwer.
Zumal ständig irgendwelche Leute um sie herum schwirrten, die Gänge
entlang eilten, als hätten sie keine Zeit, ja sogar zurSeite gestoßen
wurden die Sieben von einigen unachtsamen Mitarbeitern. Nach einer Weile stellte
Kian sie, mit Shanes hilfe, vorsichtig auf die Beine. So ging es auch, wenn er
sie noch mit jemand zusammen stützte. Die Menschenmenge um sie herum drängte
sie weiter an die Wand und als sie endlich an der Reihe waren ging es Gillian
schon wieder etwas besser. Zumindest schien es allen so, da sie aufgehört
hatte zu weinen. Shane und Kian hatten sie in die Mitte genommen, da ihre Beine
immer noch so weich wie Pudding waren, als sie den Raum betraten. Nach ihnen kamen
auch dierestlichen vier herein. "Guten Tag. Setzen sie sich bitte!", sagte der
Beamte hinter einem Schreibtisch voller Aktenordner. Nickend setzten die Sieben
sich und grüßten den Polizist ebenfalls. "Sie wollen eine Anzeige machen?",
fragte der Beamte weiter und Kian antwortete: "Ja, der muss bestraft werden, das
perverse Schwein!" "Na na, bleiben sie bitte sachlich. Was ist da im Park genau
passiert? Und bitte schön der Reihe nach und so genau wie möglich.",
sagte der Polizist und holte einen Schreibblock und einen Kugelschreiber hervor,
um sich alles, was sie sagenwürden, aufzuschreiben. "Als erstes bitte ihren
Namen, Adresse usw.", bemerkte er noch kurz, bevor Kian anfing zu sprechen: "Mein
Name ist Kian John Francis Egan und das ist meine Cousine Gillian Walsh. Ihre
Adresse ist...", und so nahm der Beamtealle Daten auf und vorderte Gillian dann
auf eine Aussage zu machen, doch dazu war diese noch längst nicht in der
Lage. Also erzählten Shane und Kian, zusammen mit Marie, Sarah und Derek,
was auf dem Rummel und anschließend im Park gelaufen war. Immer wieder mussten
sie unterbrechen, da Gillian richtige Weinkrämpfe bekam. Allein die Erinnerungen
an das Geschehene schienen sie endlos zu quälen. Als sie ihren Bericht beendet
hatten, mussten sie noch unterschreiben und wurden anschließend entlassen.
Einer der anderen Polizisten brachte sie wieder aus der Wache und bot ihnen noch
an, sie mit in die Stadt zu nehmen, wo sie gerne zustimmten. Es würde zwar
wieder ziemlich eng werden, doch das nahmen sie gern in kauf. Sonst hätten
sie nämlich eine ganze Strecke laufen müssen. Derek verschwand wieder
auf den Vordersitz und der Rest quetschte sich auf die Rückbank. Gillian
lag wieder über den fünf anderen in Kians Armen. Die Fahrt begann und
die Freunde genossen wenigstens die schöne Aussicht, die sie von dem Wagen
aus hatten, denn sie fuhren jetzt nah an der Steilküstelang. Sarah versuchte
die ganze Zeit Gillian ein bisschen aufzuheitern, doch diese hing wie ein Schluck
Wasser an Kian, der sie im Arm hielt. Sie weinte nicht mehr, aber der Schock saß
wohl doch tiefer, als alle gedacht hatten. "Hey schaut mal! Da ist Sligo bay.",
Sarah zeigte mit dem Finger in eine Richtung und ihre Freunde sahen es ebenfalls.
"Cool, der Leuchtturm dort!", schwärmte Marie. "Na pass mal auf, wenn es
erst dunkel ist, dann sieht das schön aus.", meinte Kian schmunzelnd, da
er Maries Schwärmerrein für romantische Dinge genau kannte. Sie fuhren
noch eine ganze Weile, da der Polizist noch schnell zu einer Poststelle fahren
musste, um einige Briefe vom Presidium weg zu schicken. "Da sind die Hazelwoods!",
rief Mark plötzlich und keinen wunderte es, da Mark diese Wälder sehr
Liebte. Doch wenig später hielt das Auto und der Beamte sprang heraus und
lief in die Post, um die Briefe abzugeben. Kurz darauf war er auch schon wieder
da unddie Fahrt ging weiter. Es war still geworden, keiner wusste so richtig,
was er sagen sollte, doch da rief Shane plötzlich ganz aus dem Häuschen:
"Daaa! Schau doch Ki! Mensch guck doch mal!", wie ein Verrückter plapperte
er auf seinen besten Freund ein, der gerade keine Nerven hatte, da seine Cousineimmer
noch in seinem Arm hing, auf den Boden sah und kein Wort sagte. "Och Shay, was
ist denn? Du siehst doch, dass es Gill schlecht geht.", Kian war genervt und auch
etwas sauer, das es Shane scheinbar überhaupt nicht interessierte,wie es
Gillian ging. Wenn er nur gewusst hätte ... Shane versuchte seinen Schmerz
mit Fröhlichkeit zu überspielen und es gelang ihm scheinbar auch, sonst
hätte Kian ja nichtso reagiert. In Wirklichkeit hätte er mit Gillian
mit heulen können, sich mit ihr irgendwo hin verkrümeln können
um sie zu trösten, ihre Tränen zu trocknen, sie im Armzu halten und
die salzigen Tropfen wegzuküssen. Doch das waren alles Träume, Träume
von denen keiner etwas ahnte, nicht einmal Gillian, um die es ja ging. "Da ist
die Koppel mit unseren Pferden und Clover ist dabei!", Shane strahlte und drehte
den Kopf rüber, wo Kian saß. Doch er schaute nicht hoch zu seinem Freund,
sondern auf Gillian, auf ihre blauen Augen, die immer so viel Lebensfreude ausgestrahlt
hatten, jetzt hatte sich ein dunkler Schleier darüber gelegt und nichts von
ihrem Glanz und der Anziehungskraft, die Shane immer gefangen genommen hatten
war übriggeblieben. Er spürte wie die Traurigkeit in ihm hoch kroch
und sein Beschluss verstärkte sich in diesem Moment nur noch mehr. Er wollte
diesem Mädchen helfen, demMädchen, die er so sehr liebte, ihr die Lebensfreude
zurück zu bringen, diese Augen wieder erstrahlen zu lassen, die Sonne wieder
zum Leben zu erwecken, denn ohne sie kann es kein Leben geben und sie war seine
SONNE und ohne sie konnte er nicht leben. Und dass er sie liebte war klar, das
gestand er sich bereits ein, doch ... "Toll, wirklich toll Shane. Gill liegt hier,
ihr geht es auf irisch gesagt SCHEISSE und du denkst nur an deine ach so tollen
Gäule!", Kian funkelte Shane böse an und dieser wusste, dass es jetzt
galt kein falsches Wort zu sagen, denn dannwäre er ausgeflippt. "Sorry Ki,
ich ... ich ... es ist ... alles so schwer zur Zeit.", Shane sah seinen Kumpel
kurz an, sah aber dann traurig zu Boden. "Du hast es schwer?! Das ich nicht lache.
Was hast du armer denn?", Kians Ironie in der Stimme war nicht zu überhören
und Shane fühlte sich schlecht. Er hatte Kian mit seiner Maske, hinter der
er seine wahren Gefühle zu verstecken versuchte verärgert, nun glaubte
dieser ihm nicht mehr und womöglich hatteer auch noch Gillian gekränkt,
denn das sie ihn mochte war ja wohl sonnenklar, nach dem Vorfall in der Geisterbahn.
Doch mehr als gute Freundschaft warda nicht. Zumindest redete Shane sich das immer
wieder ein, obwohl er dieses Lächeln und den herrlichen Glanz in ihren Augen
noch nie vorher so stark,süß und liebevoll gesehen hatte. "Naja, ich
weiß nicht wie ich dir das erklären soll.", meinte er leise und schaute
immer noch nicht auf. "Na am Besten so wie es ist...", antwortete Kianknapp. Er
war immer noch sauer auf seinen Freund und irgendwie auch verständlich. Oder?
"Naja, ich ... äh ... ich ich ... em...", Shane nuschelte irgendwas zusammen
und blickte zu Boden. "Shane! Raus mit der Sprache und schau mich gefälligstan,
wenn du mit mir sprichst! Du guckst seit geschlagenen fünf Minuten da runter.
Warum? Ist dir en Euro runtergefallen oder was soll das?" (den gabs dazwar noch
nicht, aber naja. Nehmts mir nicht böse ja?), Kian wurde immer wütender
und Shanes Herz zog sich immer mehr zusammen. So viele furchtbare Dinge waren
zu viel für ihn. Er machte sich irre Sorgen um Gillian, grübelte, wie
er es ihr bloß sagen sollte und sein bester Freund war auch noch stock sauer
und wütend auf ihn. In diesem Moment hielt der Wagen und die versammelte
Mannschaft stieg aus. Kian hielt Gillian im Arm und Shane stützte sie noch
mit. Sie waren in der Innenstadt Sligos und der Beamte winkte ihnen zum Abschied.
"Hallo Mr. Filan? Jetzt sprichst du wohl nicht mal mehr mit mir?!”, Kian wurde
langsam ungehalten, doch damit verschüchterte er seinen Freund nur noch mehr.
"Ich ... ich ich, ähm ... ich, ahch...", weiter kam er nicht, da Kian schon
rief: "Shane!!! Was soll das ewige Gestotter?!! Raus mit der Sprache!" "Also ...
wie soll ich sagen ...äh ... ich ... habe ... ich meine ... ich bin ... ähm
...", er senkte den Blick und Kian war kurz vorm Explodieren: "Filan!!!", schrie
er, "Wenn du noch weiter leben willst, dann erklär mir bitteschön, warum
du so fröhlich bist und voll abdrehst, bloß wegen deinen bescheuerten
Gäulen, wenn es Gillian gerade voll scheiße geht?! Das kappier ich
nicht!" Shane musste sich mittlerweile auch bemühen nicht loszuheulen, denn
ihn machte es fertig, dieser sinnlose Streit und Gillian, die ganz offensichtlich
darunterlitt. Deshalb nahm er seine letzte Kraft zusammen und sagte relativ gefasst:
"Sorry Kian, aber das kann ich dir wirklich nicht sagen. Du würdest es nicht
verstehen." Doch das hätte er wohl lieber sein lassen sollen, denn Kian kochte
vor Wut: "Sag mal Filan! Was bildest du dir eigentlich ein?! Gill ist fast vergewaltigt
worden und du quiekst da rum wie ein kleines Kind und das nur, weil du deinPferdchen
gesehen hast! Gil interessiert dich doch nicht die Boone, sonst hättest du
das ja nicht gemacht. Und ich dachte immer ihr seid gute Freunde oderbesser gesagt
wir sind alle gute Freunde, aber scheinbar nutzt du uns ja bloß aus und
wenn man dich braucht, dann fängst du an zu bocken und zu kneifen.Toller
Freund! Auf so einen wie dich kann ich dann auch verzichten! Sonst spielst du
dich doch auch immer als Gentleman auf und jetzt, wo es mal wichtiggewesen wäre,
da lässt du sie hängen, ganz toll! Wirklich KLASSE!", Kian wurde immer
lauter und Shane kam gar nicht dazu sich zu verteidigen. Gillian begannerneut
häftig zu weinen und rutschte Kian aus den Händen. Sie kniete auf der
Erde und die Tränen liefen unaufhaltsam in Sturzbächen ihre Wangen hinab
undtropften auf Shanes Pullover, den sie immer noch trug. Shane konnte seine Tränen
nun auch nicht mehr zurück halten und so hockte er sich runter, sah ihrin
die Augen und flüsterte: "Es tut mir leid Gilly.", dann stand er auf, drehte
sich um und verschwand blitzschnell in der Menschenmenge. Keiner solltedie Tränen
sehen, die Tränen der Verzweiflung, des Kummers und des Mitleides. All die
Anspannung fiel von ihm ab und er fühlte sich nach und nach besser.Desto
mehr Tränen er vergoss, desto freier fühlte er sich auch und endlich,
als er sein Umfeld wieder erkennen konnte, da die Tränen nicht mehr ausreichten,um
die Blumen am Wegesrand zu gießen, bemerkte er, wo er hingelaufen war. Es
war die Stelle im Wäldchen, wo er heute wohl die schlimmsten Momente seines
bisherigen Lebens verbracht hatte. Da stand er nun, genau an diesem Fleck, wo
dieser ekelhafte Kerl seiner Gillian die Bluse vom Leib gerissen und die Hose
aufgeknöpft hatte. "Halt!", rief er sich selbst zur Ordnung, "Sie gehört
nicht mir. Und nach dieser Sache jetzt im Auto erst recht nicht mehr. Und selbst,
wenn sie noch wollte,dann hätte Kian entschieden was dagegen." Er ging ein
par Schritte weiter, dahin, wo sie heute gehockt und niemanden außer ihren
Cousin an sich rangelassenhatte. Immer noch flossen einige Tränen über
seine Wangen und tropften zu Boden, wo sie sich wahrscheinlich mit denen von Gillian
vermischten, zu einem Tränenmeer... Er ging ein paar Schritte weiter und
setzte sich auf einen Stein, um in Ruhe nachdenken zu können. So saß
er eine Weile still da, eine ganze lange Weile... "Hey Junge, was machst du denn
so früh schon ganz allein hier im Wald?", hörte er eine junge Frauenstimme
lachend sagen. Ihm war eiskalt, seine Finger konnte er kaum noch bewegen, so steif
waren sie und sein Kopf dröhnte, als hätte er einen kräftigen Schlag
darauf bekommen. Seine Augenlieder waren schwer und er hatte mühe sie zu
öffnen. Blinzelnd sah er zu der Dame auf, die ihn angesprochen hatte: "Em
ich weiß auch nicht. Können sie mir sagen, wie spät es ist?",
fragte er ziemlich verwirrt und die Frau meinte lächelnd: "Es ist jetzt genau
... 07:30 Uhr. Und deshalb wundert es mich, warum ein Junge in deinem Alter zum
Sonntag Morgen so früh hier im Stadtwäldchen hockt,statt zu Hause in
seinem warmen Bett noch friedlich zu schlummern, wie es alle Jugendlichen heut
zu Tage machen." "Oh my god!", rief er aus und sprang panisch auf. Die Frau, die
ihm kopfschüttelnd hinterher blickte bemerkte er schon nicht mehr. Er war
am Abend eingeschlafen und hatte die ganze Nacht in diesem GOTT VERDAMMTEN WÄLDCHEN
verbracht, während sich die anderen garantiert irre große Sorgen machten,
wo er steckte und ob es ihm gut ging, dass auch ja nichts passiert war. Doch so
schnell kam er nicht voran, denn seine Glieder waren immer noch steif vor Kälte.
Es war zwar Hochsommer, aber trotzdem waren die Nächte immer sehr kühl.
Zumal er ja nur ein T-Shirt trug, denn den Pullover hatte er ja Gillian zum Drüberziehen
gegeben. Und da waren sie wieder ... die Gedanken an Gillian, Kianund den Streit.
Was sollte er jetzt tun? Heim gehen, sein Herz bei seiner Mum, die ihm immer zuhörte
und ihn immer verstand und tröstete, ausschütten oder zu Kian, mitihm
reden, sich entschuldigen oder musste das Kian machen, vielleicht sollte er auch
bei den Walshs vorbei schauen und mal nachfragen wie es Gillian geht. Doch zu
weiteren Grübeleien kam er erst gar nicht, denn er sah etwas in der hellen
Morgensonne im Gras, am Wegesrand aufblitzen. Als er sich danach bückte,
erkannte er, dass es die Lieblingskette von Gillian war. Sie musste sie verloren
haben, als der ekelhafte Kerl sie bedrängte, denn genau an dieser Stelle
stand er nun und hielt den kostbaren Schmuck in seinenHänden. Die Kette war
aus Gold und hatte einen kleinen bläulich schimmernden Anhänger, worauf
ihr Name eingraviert war. Shane drehte die Kette in seiner Hand hin und her und
bewunderte sie. Oft hatte er sie schon von weitem gesehen, aber so nah sah sie
noch viel schöner aus. Und er wusste wie viel diese Kette Gillian bedeutete.
Ob sie schon bemerkt hatte, dass sie sie verloren hatte? Er wusste es nicht...
In Gedanken versunken machte er sich langsam auf den Heimweg und nahm sich fest
vor am Nachmittag mal bei Gillian vorbei zu schaun. Bald kam er am Hof seiner
Eltern an, doch was war dort los? So viel Besuch war schon lange nicht mehr da
gewesen. Kians Familie, Mikes Familie, Dereks Familie, Marks Familie, Sarah, Marie,
Lyn, Kim, eine Freundin von Denise und seine ganze Family. Da sah er Kian, er
saß ganz allein auf einem großen Ast der Eiche, die am Wohnhaus stand
und auf der sie auch ihr Baumhaus hatten. Shane konnte ihn zwar nur von hinten
sehen, aber seine Schultern zuckten, was darauf hin deutete, dass er weinte und
da musste schon etwas sehr schlimmespassiert sein, denn sonst weinte Kian nie.
Shane schlich sich leise ins Haus und hoch in sein Zimmer, von wo aus er über
ein Brett, was er aus der hintersten Ecke des Schrankes holte, aus dem Fensterin
das Baumhaus kletterte. Anschließend hangelte er sich vorsichtig an einem
Ast entlang und landete letztendlich auf dem selben wo Kian schon saß. Vorsichtig
legte er seine Hand auf die Schulter seines Kumpels, um ihn zu trösten, was
auch immer geschehen war. Kian zuckte vor Schreck zusammen und drehte sich ruckartig
um, doch als er Shane erblickte fiel er ihm um den Hals - so gut das eben auf
dem Baum ging. Kians Reaktion überrumpelte Shane völlig und da er zur
Zeit eh sehr emotional war heulte er einfach mit. Doch dann fragte Kian plötzlich:
"Wo warst du Shaney? Alle haben sich irre Sorgen um dich gemacht. Ich wollte mich
gestern noch entschuldigen kommen, aberdu warst nicht zu Hause. Also hab ich mindestens
zwei Stunden auf dich gewartet, doch als du nicht kamst wurde ich immer unruhiger
und auch deine Elternmachten sich Sorgen wo du bist. Wieso bleibst du einfach
mal so eine ganze Nacht weg? Wieso Shaney?", Kian klang verzweifelt. "Äh,
was, versteh ich das jetzt richtig, die sind alle nur hier, weil ich heut Nacht
nicht zu Hause war?", Shane war mehr als geschockt. "Ja Shay und nun sag mir endlich,
wo du warst!", jammerte Kian weiter. "Im Park.", flüsterte Shane und sah
weg. "Im Park? Bist du verrückt? Da können nachts sonst was für
Idioten rum laufen.", Kians Vorwurf war deutlich zu hören, obwohl er eher
froh war, das Shaneheil und gesund wieder gekommen war. "Ich wollte das nicht.
Ich bin irgendwie eingeschlafen.", Shane versuchte sich zu entschuldigen, es tat
ihm wirklich leid, denn so hatte er seinen bestenFreund noch nie gesehen. Wahrscheinlich
gab er sich auch die Schuld an Shanes Verschwinden und so ganz Unrecht hatte er
damit ja auch nicht. Um vom Thema abzulenken fragte Shane nun lieber: "Und, wie
geht es Gillian?" Kian sah ihn nachdenklich und ängstlich an: "Woher weißt
du, dass etwas ist?" Shane erschrak: "Was? Was ist denn? Ich weiß nur, dass
es ihr gestern, wo ich weg bin sehr schlecht ging. Aber war dann noch was?" "Mhh,
sie spricht nicht mehr.", sagte Kian mit trähnenerstickter Stimme. "Was?
Wieso?" "Weiß ich nicht." "Aber sie...das geht doch nicht...Kian wieso?"
"Shaney, ich weiß es nicht. Seit du weg bist spricht sie nicht mehr." "Wie
geht es ihr sonst?", Shane war verängstigt. "Sie liegt nur im Bett und weint
oder starrt die Decke an." "Oh my god! Wir müssen was machen.”, meinte Shane
und Kian nickte schwach, denn er hatte schon alles mögliche versucht, um
sie aufzumuntern oder auch nurein Wort aus ihr heraus zu bekommen. "Komm Ki, wir
verkrümeln uns jetzt erst mal in unser Baumhaus, es muss uns ja nicht gleich
jeder sehen.", meinte Shane und Kian sah ihn zweifelnd an: "Bistdu wahnsinnig?
Die machen sich irre Sorgen um dich. Du musst ihnen erst sagen, dass du wieder
da bist." "Ja, ich schreib nen' Zettel, dass ich heile binund sie sich keine Sorgen
mehr machen brauchen.", antwortete Shane darauf und begann wieder in Richtung
Baumhaus und Fenster zu klettern. In seinem Zimmer angekommen kritzelte er schnell
eine Nachricht auf einen Zettel und schlich sich in die Küche, wo er diesen,
schön sichtbar, auf den Tischlegte. Anschließend lief er wieder zurück
in sein Zimmer und kletterte zurück ins Baumhaus, wo Kian inzwischen auch
angekommen war und auf ihn wartete. Sie hockten auf alten Kissen, knabberten an
zwei Äpfeln, die Shane aus der Küche mitgebracht hatte, futterten Gummibärchen
und quatschten einfach nur. Eine Weile später hörten sie einen Aufschrei,
Shane vermutete, dass es Kim gewesen war. "Mae!!! Komm mal ganz schnell her!"
Durch das Geschrei angelocktkamen gleich sonst wie viele Leute und liefen ins
Haus. Kian und Shane sahen sich an und hielten sich die Münder zu, um nicht
in schallendes Gelächterauszubrechen. "Guck dir das an, ein Zettel von Shane.",
rief Kim ihr schon entgegen, als Mae den Flur betrat. "Was? Der lag aber doch
vorhin noch nichtda.", erwiderte diese aufgebracht, aber doch glücklich,
dass ihrem Jungen nichts passiert war. "Zeig her!", sie begann laut vorzulesen,
damit alle Umstehendenauch wussten, um was es ging. "Hi ihr Lieben, wie ihr seht
geht es mir gut. Ich bin bald wieder da. Macht euch nicht zu große Sorgen.
Love Shane" "Na wenigstensist der Junge zur Vernunft gekommen und sagt uns, dass
es ihm gut geht.", meinte Peter, der hinter Mae den Raum betreten hatte. "Aber
wie ist er hier rein gekommen? Ihn hat doch keiner gesehen.", fragte Mae zweifelnd.
"Mensch Mae, wir waren alle hinten auf den Hof und im Gelände verstreut,
hier vorn war niemand, da kann er ganz unbemerkt hir rein sein.", erklärte
Patrizia."Und auch wieder Raus.", sagte Denise leise, sodass es keiner hören
konnte. Nur Kim hatte es mitbekommen und nickte ihr zu. So langsam leerte sich
der Raum, das Haus und der Hof der Filans, denn dass es Shane gut ging und er
bald zurück sein würde beruhigte alle und so beschlossensie auch heim
zu gehen. Shane und Kian verbrachten noch zwei Stunden in ihrem Versteck, bis
sie sich leise aus dem Staub machten. Sie hangelten sich einige Äste abwärts
und kletterten dann über eine Strickleiter im inneren des Stammes herunter.
Keiner außer ihnen kannte dieses Geheimnis, denn nichtmal Shanes Eltern
wussten, dass der Baumstamm hohl war. Anschließend schlichen sie sich vom
Hof und machten sich auf den Weg zu Kians Tante, um Gillian zu besuchen. Shane
hatte Kian davon überzeugen können, nachdem dieser erst sehr skeptisch
gewesen war, denn seine Cousine war wirklich schlimm dran, sonst wäre er
ihrselbst ja nicht bei den Filans gewesen, sondern hätte den Tag bei ihr
verbracht, um sie ein bisschen aufzuheitern. Doch Kian wusste, dass das auch bloß
nichts gebracht hätte, denn Gillian verkroch sich in ihrem Zimmer und ließ
keinen mehr an sich ran. Auch gegessen hatte sie schon seit dem Vorfall im Park
nichts mehr und nachdem sie das Polizeiauto verlassen hatten, hatte sie auch keinen
Mucks mehr vonsich gegeben. Das Einzige war höchstens mal ein Schluchzen,
was man ab und zu vernehmen konnte, wenn man lang genug bei ihr war. Erst versuchte
sie bei Besuch immer stark zu sein und verdrängte die Tränen so gut
es eben ging, doch nach einer Weile konnte sie sie auch nicht mehr zurückhalten
und heulte hämmungslos los. "Ding dong, ding dong.", erklang die Klingel
bei Familie Walsh. "Oh Hallo Kian, schön dass du kommst. Oh und Shane, kommt
doch rein!", meinte Mrs Walsh, als sie die Tür öffnete. "Danke, wie
geht es Gill?", fragte Kian gleich, ohne seine Tante richtig zu begrüßen.
"Schlecht, sehr schlecht.", antwortete diese jedoch nur und ließ die beiden
erst mal eintreten. "Hat sich irgendwas verändert?", löcherte Kian sie
gleich weiter. "Nein, nichts Neues. Sie liegt in ihrem Bett, spricht mit niemandem,
weint sehr viel, starrt die Decke an oder nickt ab und zu weg.", erklärte
sie traurig. Kian nickte betrübt und zog Shane hinter sich her. "So Shay,
ich geh jetzt da rein und du wartest hier. Wenn ich dich rufe kannst du rein kommen,
vorher nicht. Okay?", meinte Kian, als sie vor Gillians Zimmertürstanden.
"Ja, okay.", nickte Shane und ließ sich an der Wand runter gleiten. Kian
sah das noch bevor ins Zimmer seiner Cousine ging und legte Shane eine Hand auf
die Schulter: "Hey Shaney, wir schaffen das schon. Gill braucht jetztZeit und
vor allem unsere Hilfe. Und in dieser Beziehung bin ich dir sehr sehr dankbar,
denn du siehst ja, dass keiner außer dir sie besucht. NichtmalSarah war
bisher hier und dass macht mich wütend. Bis gleich." Damit verschwand er
hinter der Tür, in den Raum, wo Gillian lag, sein Engel, seine großeLiebe.
Er hatte schon öfter eine Freundin gehabt, denn in der Schule war er sehr
beliebt, aber so wie er Gillian mochte, hatte er noch keine geliebt. Im Gegenteil,
er fühlte sich so stark zu ihr hingezogen, wie er es noch nie in seinem Leben
erlebt hatte und jedes mal, wenn er ihr in ihre engelsblauenAugen sah, begannen
eine Million Schmetterlinge in seinem Bauch aufgeregt herumzuflattern und gaben
keine Ruhe mehr. "Hi Gilly, wie geht es dir jetzt?", fragte Kian, nachdem er ins
Zimmer gekommen war und vor ihrem Bett hockte. Doch sie sah nur kurz auf und begann
wieder zu weinen. Kian wusste nicht wie oft und lange sie nun schon geweint hatte,
aber es musste sehr viel gewesen sein, denn ihr Gesicht war blass, verquollen
und die Augenwaren Blut unterlaufen und rot vom Weinen. "Um Gottes Willen, Gilly!
Was ist denn bloß los mit dir? Klar, der Typ war ekelhaft und es war furchtbar
für dich, aber glaub mir, das war es auch für unsund vor allem für
Shane und mich. Wir haben uns so irre große Sorgen um dich gemacht, dass
wir uns gegenseitig noch beschimpft haben, aber das kann dochnicht der Grund dafür
sein, dass du kein Wort mehr mit uns allen sprichst. Es ist, als hättest
du deine Sprache verlohren, in dem moment als Shane verschwundenist. Wieso? Gilly,
wir machen uns irre Sorgen um dich. Wieso?", Kian klang verzweifelt und ihm waren
langsam auch die Tränen in die Augen geschossen. "Bitte Gilly, sag nur ein
Wort, dass ich weiß, dass du es noch kannst. Bitte Gillian, bitte!" Gillian
sah ihn nachdenklich an, doch dann schüttelte sie kaum merklich den Kopf.
"Bitte Gillian, ich bin doch immer für dich da und das weißt du. Bitte
sag nur ein Wort! Nur ein einziges, bitte. Gillian Walsh, bitte!", er flehte sieregelrecht
an und ihm kullerten die ersten Tränen die Wangen herab. "Nein.", war das
einzige, was sie ganz leise flüsterte, doch Kian hörte es. "Was? Wieso
nein? Was willst du damit sagen?", er verstand es nicht. Klar hatte er gesagt,
sie solle nur ein Wort sagen, aber er hatte erwartet, dass sie eines sagen würde,
woran er erkennen würde, was sie so bedrückt, dochim Gegenteil. Sie
antwortete darauf, dass sie etwas sagen sollte mit "Nein.". Doch mehr als dieses
Wort bekam er nicht aus ihr raus. Er saß noch ewig an ihrem Bett und versuchte
mit ihr zu reden, doch erfolglos. Shane hatte er in der Aufregung schon fast vergessen,
doch irgendwann fiel er ihm wieder ein und er sprang wie elektrisiert auf: "Pass
auf Gilly, hör bitteauf zu weinen. Hier hast du ein Taschentuch. Du hast
noch Besuch.", meinte Kian und ging langsam zur Tür, während Gillian
sich die Nase putzte und sichnur noch mehr in ihren Decken und Kissen vergrub.
"Komm rein, aber erschrick nicht zu doll. Sie sieht furchtbar aus.", flüsterte
Kian zu Shane, als er den Kopf zur Tür raus streckte. "Oh Gott Kian, was
ist los? Du warst fast zwei Stunden drin.", fragte Shane ängstlich. "Komm
rein, du wirst es selbst sehen.", meinte dieser jedoch bloß und öffnete
die Tür noch weiter, damit Shane auch eintreten konnte. "Shane?", fragte
Gillian ungläubig und überrascht zugleich. "Ja Gill, wie geht es dir?",
fragte er überrascht. Hatte Kian nicht gesagt, sie würde nicht sprechen?
"Gilly, was... aber wieso?", begann Kian zu stottern und bekam große Augen.
"Wo warst du Shane?", fragte Gillian gleich und ging auf Kians Gefasel gar nicht
ein. "Im Park, aber...", doch weiter kam er nicht, denn sie unterbrach ihn: "Bist
du verrückt! Was da alles hätte passieren können. Ich hab mir Sorgen
gemacht." "Sorry, aber ich bin einfach eingeschlafen. Das war vorher alles zu
viel für mich.", versuchte sich Shane zu entschuldigen. "Mach das nicht noch
mal!", sagte sie leise und Shane nickte. "Nein, ich hab mir aber auch Sorgen um
dich gemacht und du hast mir immer noch nicht gesagt, wie es dir nun geht.", meinte
Shane und hockte sich neben Kianauf den Boden vor Gillians Bett. "Soll ich ehrlich
sein?", fragte sie so leise, dass man es kaum verstehen konnte, doch Shane hörte
es und nickte sofort. "Mir geht’s schei*e!", dann zog sie sich wieder die Decke
über den Kopf. "Em Gill?", begann Shane wieder. "Ja?" "Vermisst du zufällig
etwas?" "Äh, wieso?", fragte sie unsicher und lugte unter ihrer Bettdecke
hervor. "Hier, die hab ich im Park gefunden und ich weiß ja, wie sehr du
sie liebst.", seufzte er und zog die Kette hervor. Gillians Augen weiteten sich
und sie sprang auf und fiel Shane vor Freude heulend um den Hals. "Halt, halt,
lass mich am Leben!", lachte dieser, denn er war auf so etwas nicht vorbereitet
gewesen und war samt Gillian nach hinten auf den Teppich gekippt. Dort lagen sie
nun und ihre Gesichter waren nur noch Zentimeter weit von einander entfernt, doch
in diesem Moment fand Kian seine Sprache wieder und fragte: "Gilly, wieso sprichst
du auf einmal wieder?" Kians Verwirrung war ihm ins Gesicht geschrieben und Gillian
rappelte sich langsam auf. "Em, seit gerade eben, wie du merkst.", meinte sie
und lächelte Shane an. Der freute sich natürlich höllisch darüber
und versank mal wieder in ihren blauen Augen. Ihr bezauberndes Lächeln ließ
ihn immer wieder in Tagträume verfallen und so lag er grinsend auf dem Boden
und dachte gar nicht daran aufzustehen. "Em Shaney, geht’s dir noch gut? Oder
hast du gerade einen Knall?", fragte Kian etwas mürrisch. "Nö, wieso?",
fragte dieser, da er gerade wieder in die Realität zurück gekehrt war,
denn Gillian war wieder auf ihr Bett geklettert. "Du hast ein Dauergrinsen aufgesetzt
und liegst immer noch am Boden. Willst du nicht langsam mal wieder aufstehen?",
fragte Kian nun schon wieder etwasbesänftigt. "Äh ja, natürlich.
Sorry!", murmelte Shane und wurde rot im Gesicht. Kian saß kopfschüttelnd
neben Gillian und verstand das Verhalten seines besten Freundes überhaupt
nicht und Shane machte auch keine Anstalten es zu erklären. Er stand auf
und meinte mit einem Blick auf die Uhr: "Oh Sorry, aber ich muss los. Meine Family
wird schon mit dem Abendessen warten. Es ist schon so spät. Treffen wir uns
heute Abend wieder am Sligo Bay?" "Ja, so gegen 20:00 Uhr. Und vergiss den Hefter
mit den fertigen Songs nicht!", antwortete Kian nickend. "Ne ne, den hab ich schon
im Rucksack. Bis nachher also. Bye Ki! Bye Gill!", noch einmal umarmte er beide
und Gillian bedankte sich nochmals für die Kette. "Bye Shane und nochmal
vielen vielen Dank für die Kette!" "Hey, keine Ursache. Es ist doch deine
Kette und ich hab sie doch nur gefunden. Da musste ich sie dir doch wieder bringen.
Das hätte jeder getan. Und duliebst diese Kette doch über alles, oder?",
grinste Shane und gab ihr zum Abschied noch einen Kuss auf die Wange. "Ja, natürlich.
Danke, vielen Dank! Bis später.", strahlte sie "Was, bis später? Soll
das heißen, du kommst nachher auch mit?", fragte Kian überrascht und
auch Shane sah sie fragend an. "Ja, ich versuchs.", lächelte sie und Kian
und Shane begannen ebenfalls zu strahlen. "Super! Also, bis nachher dann!", damit
verschwand Shane aus dem Zimmer und lief auf dem schnellsten Weg nach Hause, wo
er nach seinem ewigen wegbleiben schon längst erwartet wurde. "Shane! Mein
Junge, wo warst du denn bloß so lange?", rief ihm seine Mutter auch gleich
entgegen, als er die Küche betrat. "Ach Mum, das ist eine lange Geschichte.",
antwortete Shane und verschwand erst mal in seinem Zimmer, um sich ein paar frische
Klamotten anzuziehen, denn er trug immer noch die Jeans und das T-Shirt vom Vortag.
Anschließend kehrte er zurück in die Küche und setzte sich zu
seiner Familie, die bereits am Esstisch versammelt war, um sein Abendbrot zu verspeisen.
Als auch endlich Mairead mit essen fertig war - sie war schwanger und futterte
zur zeit das Meiste von allen und brauchte daher auch am längsten - sporteteShane
noch mal die Treppen nach oben in sein Zimmer und holte den Rucksack mit dem Songhefter.
Anschließend schnappte er sich Schlüssel, Gitarre und Jacke und machte
sich singend und ... - tja, wie soll man das beschreiben - hüpfend / hüftenwackelnd/
tanzend auf den Weg zum Sligo Bay, wo schon alle anderen auf ihn warten würden,
denn er war 10 Minuten zu spät, da Mairead ihren Futterwahn nicht rechtzeitig
beenden konnte. Wärend dessen war am Strand der Teufel los. Die Jungs und
Mädels waren heute irgendwie total aufgedreht und klapsten die ganze Zeit
nur rum. Loreen, Jessy, Lara, Bryana, Kenley, Benjamin, David, Merryund Tim spielten
Hasche, Danny, Derek, Mike, Mark, Graham und Stanley waren gerade dabei einige
Mädels kräftig durchzukitzeln und Mary, Alice, Sue Ciara und Lillian
standen biszu den Knien im Wasser und versuchten um die Wette Quallen zu fangen.
Wer die meisten in 10 Minuten fangen konnte hatte gewonnen. Nur Kian und Gilliansaßen
an der Seite und sprachen nicht viel. Nach einer Weile gesellte sich auch Sarah
zu ihnen. "Hi ihr beiden, was sitzt ihr denn hier so alleine rum? Ach und wie
geht’s dir eigentlich heute Gill?", fragte sie auch gleich. "Geht so.", war Gilliansknappe
Antwort. Sie fühlte sich immer noch schlecht, sehr schlecht sogar, doch sie
hatte es Shane versprochen, dass sie mitkommen würde und das durfte sie nicht
brechen,auch wenn sie sich am liebsten von allen hier fern halten, ja am besten
sogar verstecken wollte. "Ach Gilly, meine Süße,", fing Sarah wieder
an, "ich würd dir so gerne helfen, aber wie?" Gillian antwortete jedoch nicht,
sie zuckte nur mit den Schulternund schaute in die Ferne. "Hey Gill, ich bin immer
für dich da, egal was passiert. Hörst du? Wenn du reden willst, ich
hör dir gern zu.", versuchte es Sarah noch einmal, denn sie ertrug es nicht,
ihre beste Freundin so leiden zu sehen. Doch Gillian wendete ihren Blick nicht
vom Wasser ab und nickte nur beiläufig. "Ach Gilly, du machst mir langsam
Angst und außerdem...", da kam Derek und wollte sie wieder in Beschlag nehmen,
allerdings nicht zum Schmusen oder so,sie sollte nun wahrscheinlich das nächste
Opfer für das Krabbelkommando sein, doch das gefiel ihr in der momentanen
Situation überhaupt nicht. "Lass dasDerek! ... Nein, ich will nicht! Verschwinde,
Gill geht es schei*e und ich will bei ihr sein, also mach dich vom Akker oder
zieh Leine!", so hatte Gillian ihre Freundin noch nie reden hören und erst
recht nicht, wenn es Derek war, der mit ihr sprach. Die etwas heftige Reaktion
von Sarah schreckte ihn auch gleich ab und er lief an Kian vorbei, um einmal den
Mädchen im Wasser einen Besuch abzustatten. Doch in diesem Moment ertönte
ein Schrei... Es war Gillian gewesen, Derek war knapp an ihr vorbei gelaufen und
hatte sie am Rücken gestreift, was bei ihr schlimmste Erinnerungen hervor
rief. Derek war natürlich sehr erschrocken und kniete sich gleich zu ihr,
um sie zu beruhigen, da sie gleich nach dem Schrei heulend zusammengesackt war,
dochsie stieß ihn schreiend und heulend weg und schlug unkontrolliert um
sich. Darauf hin ergriff Derek die Flucht und Kian wollte sie trösten, doch
auch ihnstieß sie weg. Auch Sarah erging es nicht viel besser, jedoch schaffte
sie es, dass Gillian aufhörte um sich zu schlagen und zu schreien. Da ertönte
ein lautes Gelächter hinter ihnen. Es waren fast alle ihre Mitschüler
die nach oben, zum Weg schauten und winkten. Da drehten sich auch Kian und Sarah
um und gleich darauf brachen auch sie in Gelächter aus. Sie sahen Shane,
wie er da angetänzelt kam und sich wahrscheinlich nichtmal bewusst war, dass
sie ihn alle sehen konnten. "Gilly, schau mal!", lachte Sarah, doch Gillian interessierte
das Ganze Treiben da nicht gerade. "Hey Gilly, tu mir einen Gefallen und schau
dir das an.Ja?", sagte Sarah wieder und auch Kian vorderte sie dazu auf. Also
drehte sie ihren Kopf langsam in die angegebene Richtung und begann zu lächeln,
alssie Shanes Kaspertheater erblickte. Doch als er aus ihrem Blickfeld verschwunden
war, weil gerade Bäume im Weg standen, schaute sie wieder raus aufs Wasser
und bekam kaum noch was um sichherum mit. "Hey Shaney! Was war denn das gerade
für ne' Zirkusnummer?", fragte Kian lachend, denn er hatte sich immer noch
nicht beruhigen können. "Hä, was meinst du?", fragte dieser auch gleich.
"Na deine Tänzeleien, war ja echt lustig.", kicherte Sarah. "Was, ihr habt
das gesehen?", fragte Shane geschockt. "Ja...", rief Sarah, "Nicht nur wir.",
feixte Kian. "Oh mein Gott, wer denn noch?", rief Shane und hielt sich die Hand
vor den Mund. "Alle!", sagte Sarah immer noch grinsend. "Was?! Oh nein, ist nicht
wahr oder?", fragte er vorsichtig. "Und ob, kannst sie ja fragen.", schlug Kian
vor. "Bloß nicht.", meinte Shane noch, bevor ihm Gillian auffiel: "Ki?"
"Ja? "Was ist denn mit Gill los? Heut Nachmittag war doch noch alles in Ordnung."
"Nein Shane, in Ordnung war nie etwas.", meinte Kian mit gesenktemKopf. "Aber,
so schlimm war es doch längst nicht. Was ist hier passiert?", löcherte
Shane seinen Freund weiter, denn er machte sich große Sorgen um Gillian.
"Derek ist zu nah an ihr vorbei gelaufen und hat sie am Rücken gestreift.
Dann ist sie durchgedreht.", erklärte Kian traurig und Shane seufzte: "Oje,
daswird nicht einfach.", dann ging er einen Schritt auf Gillian zu und hockte
sich zwei Meter vor ihr hin. "Gill? Hallo?", fragte er leise, um sie nicht zu
erschrecken, denn sie schien ziemlich abwesend zu sein. Doch scheinbar hatte sie
ihn gehört, denn sie sahauf und direkt in seine Augen. "Gill, was ist denn
los? Vorhin war doch noch nichts.", fragte Shane vorsichtig. Mit Tränen in
den Augen schaute sie ihn an und zeigte auf Sarah. Shane verstand, Gillian wollte
nicht darüber reden und Sarah sollte ihm erklären, was passiert war.
Er nickte und Sarah fing an die Geschichte nochmal zuerzählen, da Shane das
ja schon von Kian gehört hatte, aber Gillian musste das ja nicht wissen.
Als Sarah geendet hatte schaute Shane wieder zu Gillian: "Darf ich näher
kommen?, doch sie schaute ihn gleich wieder so ängstlich an, dass er es bleiben
ließ. Immerhin, er hatte mit drei Metern Abstand angefangen,heute waren
es nur noch zwei und das war schon Erfolg genug. Eine Weile saß er nur so
im Sand und beobachtete alle, wie sie spielten, blödelten oder auch bloß
im Sand rum saßen. Plötzlich steckte Kian ihm heimlich einen kleinen
Zettel zu. Er las ihn auch gleich: "Wir wollen Gillian Walsh helfen über
ihr, scheinbar sehr sehr schweres Problem hinweg zu kommen. Dazu muss sie aber
wieder Vertrauenin uns und andere Menschen finden und desshalb würde ich
vorschlagen, dass wir sie als Hauptdarstellerin nehmen, damit sie einen Ansporn
hat, sich ausdiesem Tief selbst wieder raus zu finden und sich, wenn nötig
auch von ihren Freunden helfen lässt. Wer auch dafür ist, dass wir das
so versuchen sollten, der setzt einfach seine Unterschrift hier drunter. Sarah,
Marie, Danny, Lyn, Derek, Kian Als Shane das las begann er zu grinsen und schrieb
seinen Namen gleich mit darauf. Anschließend reichte er es an Mike weiter
und widmete sich dann wieder dem Sand, den er durch seine Finger rieseln ließ.
"Wenn nur alles so leicht und flüssig ginge, wie der Sand durch meine finger
gleitet.", überlegte Shane... Und während er so seinen Gedanken nachhing,
wurde er plötzlich von jemandem an der Schulter angetippt. Er erschrak höllisch,
denn er hatte nichts mehr um sich herum mit bekommen. "Äh was?", stotterte
er und sah das Mädchen neben sich fragend an. Er hatte mit ihr noch nie sonderlich
viel zu tun gehabt. Klar, sie besuchte die gleiche Schule wie er, aber sie war
nichtmal in seiner Klasse und er wusste auch nicht, ob sie überhaupt der
gleiche Jahrgang wieer selbst war. "Geht es dir nicht gut?", fragte sie und schaute
zu ihm herunter. Er glaubte sich verhört zu haben, er kannte sie nichtmal
und sie fragte ihn, ob es ihm nicht gut ginge. "Was willst du?", stellte er desshalb
gleich eine Gegenfrage, ohne eine Antwort zu geben. Es ging sie ja auch rein gar
nichts an, er erzählte ja nicht jedemseine Probleme und in der momentanen
Lage sowieso nicht, denn darüber wusste ja nichtmal sein bester Freund bescheit.
"Du willst nicht darüber reden, oder?", immer noch stand sie neben ihm und
sah ihn fragend an. "Gegenfrage, wer bist du eigentlich?", Shane ging in die Offensive,
was wäre ihm auch anderes übrig geblieben. "Oh sorry, ich habe ganz
vergessen mich vorzustellen. Ich bin Merry.", sagte sie und lächelte ihn
schüchtern an. Er nickte "Shane.", meinte er trocken und schaute sich nach
Kian um. Dieser saß neben Gillian, aber auch mit zwei Meter Abstand und
sah fragend zu ihm rüber. "Wen hast du denn da aufgegabelt?", sollte das
wohl heißen. Shane guckte rüber zu Gillian, um zu sehen, ob es ihr
wieder besser ging und auch sie schaute zu ihm und dieser "wie hieß sie
gleich, ach ja, Merry." Rüber. Er lächelte noch mal kurz bevor er sich
wieder zu Merry umwante. Sie hatte inzwischen schon wieder eine Frage gestellt.
"Wie alt bist du?" " "Äh, 16. Wieso?", mit so einer Frage hatte er ja nun
gar nicht gerechnet. "Magst du gern tanzen und singen?", fragte sie weiter. "was
sollte denn so eine doofe Frage?", Shane wurde langsam wütend. "Wäre
ich sonst hier?!", antwortete er gereitzt. "Hey hey, calm down. Ist ja gut. Dir
geht es echt nicht gut, sonst lächelst du immer und überall, wo man
dich sieht.", meinte sie aufeinmal ganz ruhig und kniete sich zu ihm runter. Shane
merkte, dass ihm die Tränen drohten in die Augen zu steigen, desshalb sah
er zu Boden und sagte nichts. Einige Sekunden verstrichen, doch dann griff jemand
seine Hand. Als er aufschaute bemerkte er, das es immer noch Merry war, die dort
hockte und seine Hand genommen hatte. Langsam stand sie auf und zog leicht an
Shanes Hand. Er ließ sich hochziehen, es war komisch, nie hätte er
sich so einfach von jemandem wegführen lassen, doch bei ihr war es anders.
Irgend etwas ließ ihn mitgehen. Merry führte ihn weg von der Gruppe,
den Strand entlang, doch sie liefen nicht sehr lange, denn plötzlich drückte
sie ihn wieder runter in den bereits kühlen Sand. Dann ließ auch sie
sich nieder. Sie saß im Schneidersitz vor ihm und legte ihre Hände
auf seine. "Was ist los mit dir mh?", sie sprach leise und ihre Stimme klang besorgt.
Shane versuchte krampfhaft seine Tränen zurückzuhalten, doch es ging
einfach nicht mehr. Sie fingen einfach an zu laufen und er konnte nichts dagegen
tun. All der Stress, die Angst um Gillian und die Anspannung brachen aus ihm heraus,
Merry bemerkte er kaum noch... Sie sah ihn geschockt an, das hatte sie doch nicht
gewollt, ein Junge den sie nicht richtig kannte, nur vom sehen her und in den
sie sich schon seit längerem verliebt hatte, saß nun hier vor ihr und
weinte, er weinte und das nicht zu knapp. Ihr schossen so viele Gedanken im Kopf
rum... Er hatte doch immer gelächelt, alles und jeden hatte er angestrahlt
- auch sie. Er schien immer jeden zu kennen oder zumindest zu mögen, denn
sonst lächelte man doch niemanden an, doch jetzt kam es ihr schon so vor,
denn er hatte schließlich nicht gewusst wer sie war. Aber sein Lächeln
hatte er ihr schon mehr als einmal geschenkt. Nicht bewusst, sicher so wie jeder
und jedem anderen. Doch zu dieser Einsicht kam sie etwas zu spät, verliebt
hatte sie sich schließlich schon längst und nur deshalb hatte sie zu
ihm gehen müssen. Sie hatte mit ihren Freundinnen "Tat oder Wahrheit" gespielt,
als Elly sie gefragt hatte und sie "Tat" sagte, meinte Elly grinsend: "Du gehst
jetzt zu dem Typ in den du dich verknallt hast und stellst ihm fünf Fragen."
"Nein!", hatte sie geschrien, doch es war zu spät, sie musste wohl oder übel
gehen, denn kneifen gab es bei ihren Freundinnen nicht. Anfangs schien es leicht
zu werden, doch inzwischen hatte das Ganze eine gewaltige Wendung bekommen...
Shane saß immer noch vor ihr und hatte ihr seine Hände entzogen, um
sein Gesicht darin zu vergraben. "Shane?", fragte sie nach einer ganzen Weile
leise und schüchtern. "Mh?", hörte sie ihn kläglich machen. "Das,
das wollte ich nicht. Es tut mir leid." Doch Shane reagierte gar nicht, also nahm
sie ihn kurzerhand in den Arm. "Oh Gott Shane, was hast du denn? Sonst lächelst
du doch immer." Durch einen Tränenschleier schaute er sie an und begann dann
schluchzend zu erzählen. "... Ja und nun machen wir uns irre große
Sorgen um Gillian. Wir wollen ihr so gern helfen, aber sie lässt keinen mehr
an sich heran.", beendete Shane seinenBericht. "Oh das tut mir leid, ich versuche
dir zu helfen.", meinte sie dann und strich Shane über den Rücken. Hatte
er das gerade richtig verstanden, sie wollte ihm helfen? Doch wie? Er wusste es
nicht, hatte aber auch keine Lust sie danach zu fragen. "Du, es tut mir wirklich
leid, ich wollte dich nicht so traurig machen. Entschuldige bitte.", Shane sah
auf und schüttelte leicht den Kopf. "Nein, nein, mir tut es leid. Es muss
ja total bescheuert aussehen, ein Kerl der heult. Ich bin halt eine Memme, aber
in letzter Zeit... das war eben alles etwas zu viel für mich. Sorry nochmal.",
sagte er und wischte sich mit den Handflächendie letzten Tränen von
den Wangen. Die nassen Hände trocknete er an seiner Hose ab. Merry legte
ihre Hände wieder auf seine und sagte: "So ein Quatsch, auch ein Junge darf
weinen. Ich find es eh bescheuert, dass es immer gleich "Memme" heißt, wenn
ein Junge heult. Auch Jungs haben nur Gefühle, die halt manchmal auch raus
müssen.", beruhigte sie ihn und er nickte dankbar. "Merry?", er hatte ihren
Namen gesagt, das erste Mal seid sie ihn angesprochen hatte. "Mh?" "Danke.", Shane
drückte ihre Hände, die immer noch auf seinen lagen. "No problem.",
grinste sie und auch er hatte sein Lächeln wieder gefunden. Anschließend
stand er auf und diesmal zog er sie mit sich hoch. Wenig später waren sie
wieder bei der Gruppe angekommen, die schon auf sie zu warten schien. "Da wären
wir ja vollständig. Können wir jetzt anfangen?", fragte Marie und schaute
vor allem zu Shane rüber. "Yeah, sorry, dass ich so spät bin.", meinte
er, doch Marie unterbrach ihn. "Darüber reden wir später. Wir fangen
jetzt an. Okay, die Hauptrollen sind schon so gut wie fest, wenn keiner was dagegen
hat. Also, Klea, würde ich vorschlagen, spielt Gillian. Wenn das okay ist
für dich Gill?" Shane schaute zu ihr hinüber und sie begann zu strahlen:
"Ich, ihr wollt echt, dass ich das mache?" Alle nickten zustimmend und Marie sagte:
"Ja Gill, du bist von Shane vor unserem Direx so gelobt worden und wenn wir dir
jetzt keine Hauptrolle geben, dann würde das der Direktor nicht gut heißen.
Außerdem siehst du auch gut aus. Ein blondes Mädchen passt immer gut
in so eine Rolle. Ne' Brünette hätte wahrscheinlich nicht so gut gepasst.
Also, bedank dich bei Shay.", Marie grinste sie an und zwinkerte Shane dann verschmitzt
zu. Dieser wusste genau, dass Marie ihn durch schaut hatte, aber er war sich auch
relativ sicher, dass sie es für sich behalten würde und nichtmal Kian,
als ihr Liebhaber, was davon erfahren würde. Dankbar lächelte er zu
ihr rüber, doch da wurde durch einen Ruck zu Boden gerissen. Gleich darauf
begannen alle um ihn herum laut zu lachen und er bemerkte erst mal wer da auf
ihm lag. "Gilly? Was wird das denn jetzt?", fragte er stammelnt, da er doch etwas
überrumpelt wurden war. "Danke, danke, danke! Shaney, du bist der BESTE!",
Gillian strahlte ihn an, so konnte das keine andere. Ihre Augen waren hell erleuchtet,
so hatte er sie noch nie gesehen. Ihr umwerfendes Lächeln war einfach zu
schön und so konnte er nicht anders, er nahm sie ganz fest in die Arme und
drückte sie an sich. Da bekam er einen Kuss von ihr auf die Wangen. Einen
links und einen rechts. Sie war so glücklich über diese Hauptrolle,
das konnte sich gar keiner vorstellen, der das eben nicht miterlebt hatte. Anschließend
lösten sie sich wieder voneinander und passten doch dann lieber wieder auf,
denn Marie sprach schon weiter: "Ja und wer sollte in die Hauptrolle "Kim" besser
passen als Shane? Ich denke mal, ihr wisst warum ich ihn vorschlage, oder?", Marie
schaute sich fragend um. "Ja Marie, is ja klar. Shay kann sooo geil mit den Hüften
wackeln und tanzen, das wissen aber bloß wir , die anderen gehen doch nicht
ständig mit ihm indie Discos, oder?", Sarah schien mit ihrem Vorschlag nicht
einverstanden zu sein. Doch Kian hatte doch zu ihr gesagt, dass es keinen Besseren
als Shane für diese Rolle geben würde und auch Mike, Derek, Graham und
sogar der stille Mark hatten ihm begeistert zugestimmt. Und wer sollte das überhaupt
beurteilen können, wenn nicht Kian, ihr Engelchen, der die Musik über
alles liebte und sogar irre schön Gitarre spielen konnte. "Viele hier haben
ihn aber schon in der Aufführung vom Hawkswel Theatre singen und tanzen sehen
und außerdem haben hier einige zu mir gesagt, dass es keinen besseren als
Shane für diese Rolle gibt. Und das waren alles Leute, die ihn schon aus
der Hawkswelltruppe kennen. Trotzdem frage ich nochmal, hat jemand etwas gegen
die bisherige Rollenbesetzung?", wieder blickte Marie umsich, doch nur ein eindeutiges
Kopfschütteln war zu sehen. "Gut, also ist es fest. Shane Filan spielt Kim
oder wie wir ihn nun nennen und Gillian Walsh ist die geheimnisvolle Klea." "Wollen
wir dann mal anfangen mit Proben?", fragte Marie nach einer Weile die sie nur
still dagesessen hatten. "Klar, dest so eher wir anfangen, dest so besser ist
es.", meinte Kian und auch die anderen stimmten zu. "Okay, dann mal los! Ach nein,
halt, wir brauchen doch erst noch die Klassenlehrerin und mindestens ein oder
zwei Mädchen, die gegen die neue Schülerin reden. Es kann auch ein Junge
noch mit machen.", meinte Marie und schon sprangen Sarahund Mike auf. "Klea wird
ja eh keine Freundin haben und da kann ich auch gleich ihre Feindin spielen.",
rief Sarah lachend und winkte Gillian zu. "Ja und Kian wird doch den besten Freund
von Kim spielen, deshalb bin ich jetzt einfach mal ein böser Schuft.", auch
Mike grinste und die anderen waren mit der Besetzung ebenfalls einverstanden.
Marie hatte gleich abgenickt, da sie den Übereifer der zwei recht amüsant
fand. "Okay okay, ihr seid genommen, aber jetzt noch jemand für die Lehrerin.",
fügte sie noch hinzu. Merry und Lara meldeten sich, nach einigem hin und
her wurde Lara genommen, die darüber sehr glücklich war. "Okay, Lara,
du bringst die neue Schülerin mit ins Klassenzimmer und stellst sie der Klasse
vor. Wir sind jetzt einfach mal alle die Klasse und Sarah, Mike, ihr wisst, was
ihr zu tun habt?", fragte Marie. "Ja, logo.", alle setzten sich in Reihen auf,
nur Lara und Gillian entfernten sich. Wenig später kamen sie angelaufen und
Lara begann zu sprechen: "Guten Morgen, Wir haben heute eine neue Schülerin
bekommen. Sie heißt Klea und ist neu in diese Gegend gezogen. Sie kommt
aus Kilarni und ist gerade 16 Jahre alt geworden. Zeigt ihr bitte ein bisschen
wo es lang geht, wenn ihr die Zimmer wechseln müsst und vielleicht hilft
dir ja auch anfangs jemand bei den Klassendiensten.",wendete sie sich dann an
Gillian, die wie ein bisschen betröbbelt neben Lara stand. Doch natürlich
war auch das nur Show. So probten sie weiter und kamen erst sehr spät zu
Hause an. Mairead stand gerade in der Küche und schmierte sich Honig auf
ihre Käseschnitte, als Shane das Haus betrat. "Hey Shorty, wo kommst du denn
um diese Uhrzeit noch her?", sie war erstaunt, denn ihre Mum ließ ihren
Jüngsten nie länger als irgendwie nötig außer Haus gehen.
"Hatten noch Musicalprobe am Sligo Bay. Good night!", damit verschwand Shane gähnend
die Treppen hoch in sein Zimmer, wo er sich auch gleich ins Bett schmiss. Am nächsten
Tag war schließlich wieder Schule und da wollte er wenigstens ein bisschen
ausgeschlafen sein, obwohl das schier unmöglich war, schließlichhatte
er die vorhergehende Nacht auch nicht gerade viel und gut geschlafen. Doch ganz
so schlimm war das auch nicht, da er nur noch eine Schulwoche überstehen
musste und dann würden endlich die Oktoberferien beginnen. Darauf freuten
sich die Freunde schon sehr, denn sie wollten eine ganze Woche mit allen Musicaldarstellern
weg fahren, um einfach Spaß zu haben und natürlich das Stück einzustudieren.
Die Woche verging eigentlich wie im Fluge, doch es war nicht leicht, denn so kurz
vor den Ferien schrieben die Lehrer fast in jedem Fach noch mindestens eine Arbeit
und das war ja nun nicht gerade das große Zuckerschlecken. Doch endlich
war es Freitag - nach der Schule - und alle Schüler und Schülerinnen
stürmten jubelnd aus dem College. So auch Shane, Kian, Gillian und die ganze
Clique. Sie versammelten sich am großen Brunnen, der heute (bis zum Sommer)
abgestellt werden sollte auf dem Schulhof, um einen Treffpunkt für ihre Abreise
festzulegen. Sie einigten sich auf ihren Lieblingsplatz, am Sligo Bay, denn nicht
jeder kannte den Weg zum Hof der Filans, von wo aus sie mit Kutsche und Pferden
losziehenwollten. Nur Shane musste nicht da hin kommen, denn das wäre ja
völlig sinnlos gewesen. So gegen 17:30 Uhr trafen sie sich dann alle und
gingen geschlossen zu den Filans. Liam hatte schon die Pferde vor die Kutsche
gespannt und auch die Reitpferde waren gestriegelt und gesattelt. Die Gitarren
von Kian, Mike und Shane waren auch schon auf der Gepäckkutsche, so wie ein
Keyboard, was Mary noch irgendwo aufgetrieben hatte, eine Harfevon Lillian, eine
Geige von Sally, einige verschiedene Trommeln von Julie - was sehr selten war,
dass ein Mädchen Schlagzeug spielt und ein paar unterschiedlicheRhythmusinstrumente.
Dann flogen noch Zelte, Taschen, Schlafsäcke, Luftmatratzen, Getränke,
Verpflegung und einiges mehr auf die Kutsche, bis sie fast überfüllt
war. Dann stiegen die Schüler und Schülerinnen in die Personenkutsche
und der Rest schwang sich auf die Pferde, die schon ungeduldig mit den Hufen im
sandigenKies scharrten. Dann ging es endlich los. Gut gelaunt trabten sie über
die weiten, grünen, saftigen, duftenden Wiesen, die sich über das ganze
Land hinzogen. Lautes Lachen, Stimmengewirr und Glockenheller Gesang der Mädchen
erfüllte die Luft und sie genossen die letzten Sonnenstrahlen an diesem Tag,
denn sie wussten alle, dass diese bald nicht mehr so warm scheinen würde.
Der Herbst war schon längst da und der Winter würde auch nicht mehr
lange auf sich warten lassen. Eine ganze Weile ritten sie nur so dahin, immer
weiter Richtung Südost, bis sie irgendwann, so nach drei Stunden, an einem
herrlich klaren See ankamen. Sie sprangen von ihren Pferden, sattelten sie ab
und fütterten sie, dann liefen sie mit Eimern zum See und holten Wasser für
die Tiere. Anschließend teilten sie sich in Grüppchen auf, um Holz
zu holen, die Zelte aufzubauen, Luftmatratzen aufzupusten und Würstchen zu
grillen. Als sie alles soweit fertig hatten, setzten sie sich zusammen und ließen
sich die leckeren Bratwürste, die Folienkartoffeln und das geröstete
Brot schmecken. Nach dem Essen setzten sie sich alle um das hell lodernde Lagerfeuer
und sangen Lieder zu leichten Gitarrenklängen. Die Atmosphäre war ruhig
und entspannt, alles war im Einklang Und keiner tanzte aus der Reihe. Erst spät,
als das Lagerfeuer fast runter gebrannt war, ließen sie den Abend mit einem
kleinen Gebet, in Form eines Liedes, ausklingen. Danach löschten sie das
Feuerchen, mehr war davon wirklich nicht mehr zu sehen, deckten den Grill ab,
falls es in der Nacht regnen würde und krochen dann todmüde, aber glücklich
in ihre Schlafsäcke. Als sie am nächsten Morgen alle nach und nach aus
ihren Zelten geschlüpft waren, gingen sie rüber zum See, um sich im
seichten Wasser zu waschen. Mary, Lillian, Sally und Elly waren die Ersten gewesen
und so bereiteten sie das Frühstück für alle vor. Nach dem Essen
wurden auch die Pferde versorgt und anschließend packten sie ihre Rucksäcke
und machten sich zu Fuß auf den Weg zur Nachbarwiese, von woaus sie die
Pferde und Zelte gut im Blick hatten. Am Rand angekommen stellten sie ihre Taschen
ab und versammelten sich an einem einzelnen Baum, der an einer Ecke der Wiese
stand. "So Jungs", begann Marie, "Ihr habt ein paar Songs geschrieben. Könnt
ihr sie uns mal vorsingen, damit wir entscheiden können, ob sie gut genug
und vor allem passend für unser Stück sind?" "Ja, okay", Kian nickte
und Shane rannte noch mal schnell zurück zum Lager, um die Gitarren zu holen.
Als er außer Puste zurück kam nahmen Mike und Kian ihre Gitarren zur
Hand und begannen mit einem ihrer eigenen Songs. Kian fing leise an zu spielen
und später setzte Shane mit ein. Dann erklang die klare Stimme von Shane
und alle Zuhörer waren wie verzaubert von diesem Lied. Nachdem Shane den
Refrain gesungen hatte sang Kian mit seiner dunklen raurigen Stimme die zweite
Strophe. Dann erklangen alle drei Stimmen zusammen im Refrain und anschließend
sang Mike das Zwischenstück. Nocheinmal sangen die drei Jungs den Refrain,
dann zwei- und dreistimmig, bis der Song mit den letzten Worten von Shane ausklang.
Die anderen, die bisher still dagesessen und dem Einklang der Stimmen gelauscht
hatten, aplaudierten jetzt kräftig und so war es einstimmig beschlossen:
"Den Song nehmen wir. Der ist einfach klasse!" So verbrachten sie den ganzen Vormittag
und als es Zeit wurde essen zu gehen, hatten sie schon fast alle Songs für
das Musical zusammen gesucht. Die meisten davon hatten Shane, Kian oder Mike geschrieben.
Manche waren auch gemeinsam entstanden. Ein paar hatten sie aber auch zu sechst
geschrieben, d.h. Shane, Kian, Mike, Derek, Mark und Graham. Als sie ihr Mittagessen
verschlungen hatten, gab Marie ihnen eine Stunde frei, denn nach einer so großen
Mahlzeit soll man ja bekanntlich nicht arbeiten. Doch nach der Stunde ging es
straff weiter. Dabei stellte sich heraus, dass es auch begabte Mädchen gab.
Beispielsweise Mary, sie hatte auch einige Songs komponiert und es waren gute
Texte für das Musical. Ein Lied davon war sehr traurig, weil es von einer
unerreichbaren Liebe handelte. In einem anderen, von einem Mädchen gesungen,
lag Verzweiflung, da keiner sie leiden konnte, sie immer ganz allein da stand
und nur ein kleiner Lichtblick war noch da, denn ein Junge sprach manchmal mit
ihr, doch das half ihr aber auch nicht wirklich. "Diesen Song singen wir am Anfang
mit.", meinte Marie, "Den muss Gillian singen, bevor Shane sich noch mehr mit
ihr abgibt." "Genau, das passt total gut.", stimmte Mary ihr zu. So verging auch
der Nachmittag und eh sie sich’s versahen war es schon wieder 19:00 Uhr. "Okay
Leute, Schluss für heute...", einige fingen an zu kichern, "Holt eure Rucksäcke
und lasst uns rüber gehen.", beschloss Marie und alle waren froh darüber,
denn sie waren durch die viele frische Luft schon sehr hungrig. "Wer schmeißt
den Grill an und brät die Würstchen, wer holt Holz für’s Lagerfeuer
und wer versorgt die Pferde?", fragte Mary, die sich schon lange wünschte
so wie Marie zu sein. "Ich hol mit Derek, Graham und Danny Holz!", rief Kian und
schon flitzten die vier Jungs davon. "Ich übernehm die Pferde! Wer kommt
noch mit?", meinte Shane. "War ja klar", lachte Mary, "Wer außer Shane wäre
dazu auch geeignet?" "Ich komm mit", sagte Gillian und Mary nickte zustimmend.
"Noch wer?", fragte Shane und schaute sich fragend um. "Nicht so viele!", kicherte
Sarah, denn alle zögerten bevor sich dann doch Lillian meldete. "Okay, dann
macht euch mal los zu euren Pferdchen", feixte Mary und drehte sich zu den übrigen
Mädels um. "So, nun zu euch. Wer übernimmt den Grill?" Die Girls schauten
sich fragend an und Marie meinte: "Äh, ich nicht. Sorry, aber ich muss noch
en bissel über die Performance und überhaupt über’s Musical nachdenken
und da könnte ich Lara gebrauchen" "Okay, dann macht euer Zeug. Jessy, Ciara
Sue, Lyn und Alice, kümmert ihr euch um den Grill?", Mary wendete sich nun
an ein paar Mädels, die noch tatenlos herum standen. Diese nickten und machten
sich sogleich an die Arbeit. "So, alle Girls, die jetzt noch nichts zu tun haben,
kommen mal mit mir mit!", sagte Mary und ging in Richtung Blumenwiese, die sich
seitlich vom Lagerbefand. Sie lief ein paar Meter hinein, hockte sich dann runter
und begann verschiedenartige Blumen zu pflücken. "Äh Mary, was soll
das jetzt werden wenn’s fertig ist?", fragte Sally und stämmte die Fäuste
in die Hüften. "Komm nur her Sall, ich wird’s dir schon beibringen", meinte
Mary gelassen und Sally trat neben sie. "Das werden Blumenkränze. Für
Gill im Musical", erklärte Mary nun und auch die anderen Girls scharten sich
um die beiden am Boden hockenden Mädels. Schnell hatte Mary ihnen allen erklärt,
wie man die Kränze flechten musste und so saßen sie wenig später
jede mit einem fertigen Blumenkranz auf dem Schoß da. "Cool!", rief Elly
erfreut, "Das ist mal was hübsches." "Ja und es riecht lecker, wenn man es
um den Hals hängen oder auf dem Kopf sitzen hat", schwärmte Sally. "Okay
Girls, lets go back!", sagte Mary und stand auf. Die Bratwürstchen waren
fast fertig und auch das Lagerfeuer loderte bereits, als die Mädels zurück
kamen. "Auch Shane, Gillian und Lillian waren schon wieder da und halfen fleißig
beim Essenverteilen, Holz ins Feuer legen und Baumstämme zum Sitzen holen.
Also setzten sich die mit Blumenkränzen geschmückten Mädels auf
einen der Stämme und ließen sich das Essen so richtig schmecken. Als
alle Würste verteilt waren und auch die Grillergirls sich gesetzt hatten,
wurde es still, weil jeder mit Essen beschäftigt war. So blieb es jedoch
nicht lange, weil Shane und Kian sich das Lachen verkneifen mussten. Doch jedes
Mal, wenn sie sich ansahen wurde es noch schlimmer und so prusteten sie wenig
später einfach los, ohne dass ein anderer verstand warum. Natürlich
wurden sie von allen Seiten komisch angeguckt, nur Gillian fand es zu lustig,
wie sich ihr Cousin und dessen bester Freund kaputt lachten und sie ahnte auch
den Grund dafür. Deshalb musste sie auch mitlachen. Da konnten sich auch
Sarah, Marie, Derek und Mike nicht mehr zurück halten und brachen in eben
so lautes Gelächter wie Shane und Kian aus. Wenig später krümmte
sich die ganze Mannschaft vor Lachen und keiner wusste so recht wieso eigentlich.
Als sie sich einigermaßen erholt hatten fragte Mary: "Äh Shane, Kian,
warum habt ihr eigentlich so gelacht?" "Könnten wir dich genauso fragen.",
grinste Kian, der Mary nicht kannte und sie nicht leiden konnte, da sie Shane,
zwei Tage zuvor so angequatscht hatte und er genau wusste, dass Shane sie nicht
kannte und auch nie scharf darauf gewesen war, sie kennen zu lernen. "Ja, ich
musste über euch lachen, weil ich überhaupt nicht verstanden habe, wieso
ihr euch so gekringelt habt", meinte Mary feixend und schien gar nicht mitbekommen
zu haben, dass Kian sie nicht gerade sehr mochte. "Tja, es war so still, so richtig
gefräßige Stille.", meinte Shane und war immer noch am Kichern. "Und
da lacht ihr euch schlapp?", Sally konnte es nicht fassen. "Aber schon erstaunlich,
wie zwei Jungs mit ihren Blödheiten die ganze Gruppe in lautes Gelächter
ausbrechen lassen können", grinste Sarah und zwinkerte in Richtung Kian und
Shane. Die Beiden grinsten sie an und zwinkerten zurück. Dann widmeten sie
sich wieder ihrem Essen, doch diesmal quatschten sie alle dabei. Als alles verspeist
war, holten sie wieder ihre Instrumente und sangen verschiedene Songs. Manche
aus den Charts, ältere Lieder, ja sogar ein Kinderlied war dabei. So ging
auch dieser Abend einmal zu ende und alle krochen totmüde in ihre Zelte.
Der nächste Tag sollte schließlich noch anstrengender werden als der
Vergangene und so schliefen sie auch bald wie die Murmeltiere. Am nächsten
Morgen wurden Shane, Kian, Derek und Mike durch lautes Gelächter geweckt.
Verschlafen rubbelten sie sich die Augen und beschlossen einmal nachzuschauen
was es da zu lachen gab. Nacheinander krabbelten sie aus ihrem Zelt und erblickten
einige Mädels, die sich gerade auf Graham gestürzt hatten und ihn kräftig
durchkizzelten. "Hey, good morning!", rief Kian, "Gehst ja ganz schön ran
am frühen Morgen. Gleich ...", er zählte kurz durch, "...5 Mädels
auf einmal, Kompliment, daswürd ich um diese Uhrzeit noch nicht schaffen!",
alle lachen, bis auf Graham. Wobei dieser zwangsläufig lachen musste, da
die Mädels noch keine Gnade hatten und ihn weiter durchkitzelten. Doch wenig
später ließen sie dann doch von ihm ab und kümmerten sich um das
Frühstück, was bereits aufgetischt war. Nachdem sie gestärkt waren,
schnappten sie sich wieder ihre Rucksäcke und machten sich auf den Weg zur
Nachbarwiese, wo sie auch schon am Vortag geprobt -bzw. die Songs ausgesucht hatten.
Marie übernahm die Regie und zusammen schrieben sie Stück für Stück
den Text, den die Darsteller sprechen sollten auf. So verging wieder der ganze
Tag und auch der nächste... Als sie endlich alles fertig geschrieben hatten,
meinte Marie geschafft: "Wow, fertig! Jetzt haben wir uns aber wirklich eine Pause
verdient.", stellte sie fest. "Wir machen für den Rest des Tages frei und
machen morgen in aller Frische weiter.", erklärte sie und alle jubelten laut.
Es war fast Mittag gewesen, sodass der ganze Nachmittag frei war und so spielten
sie verschiedene Gemeinschaftsspiele. Unter anderem Steh-geh, Schwubberdiwubber,
Fleckenhasche oder meine Oma ist krank. Beim ersten Spiel, was Steh-geh war, lief
noch alles glatt. Mark musste als erstes den Fänger spielen und alle anderen
rannten vor ihm weg. Sie machten es ebenfalls auf der Nachbarwiese und keiner
durfte über die Grenzen der Rasenfläche hinaus, sonst währe er
disquallifiziert worden. Mark zählte: "Eins...zwei...drei! Ich komme!", damit
rannte er los und tippte einen nach dem anderen an. Die jenigen mussten sich dann
breitbeinig hinstellen und durften sich nicht mehr bewegen. Doch die anderen,
die Mark noch nicht erwischt hatte mussten so viele wie möglich wieder befreien,
in dem sie durch die gespreizten Beine durch krabbeln. So spielten sie mindestens
eine Stunde, doch dann konnten sie nicht mehr und begannen mit Schwubberdiwubber.
Sie setzten sich in einen Kreis und ein Strafplatz wurde festgelegt. Dann musste
sich jeder ein Tiergeräusch ausdenken. Shane war natürlich das Pferd,
Mark der Hund, Marie der Delphin, Danny ein Frosch, usw. Dann klatschten sie sich
abwechselnd auf die Oberschenkel und in die Hände. Bei Schwubber auf die
Oberschenkel und bei Wubber in die Hände. Dann machte Danny, der anfing,
quak, wau, musste aber im gleichen Rhythmus bleiben, wie sie auch Schwubberdiwubber
gesagt hatten. Wau war Mark, also musste er wiederum nach Schwubberdiwubber wau,
hüüh machen und hüüh war Shane, also musste er nun weiter
machen... So spielten sie wieder eine ganze Weile und beanspruchten ganzschön
ihre Lachmuskeln. Doch irgendwann wurde ihnen auch dass zu langweilig. Deshalb
beschlossen sie, noch eine Runde Fange zu spielen. Diesmal allerdings Fleckenhasche.
Julie begann und rannte hinter Bamby, wie sie ihre beste Freundin Ciara immer
freundschaftlich nannte, hinterher. Sie erwischte sie an der Schulter und deshalb
musste diese sich jetzt mit einer Hand an der Schulter festhalten. Mit der anderen
musste sie versuchen jemanden zu tippen. Schon nach wenigen Schritten hatte sie
Mary am Fußknöchel erwischt, da diese gerade geträumt hatte. Doch
nun musste Mary sich am Fuß anfassen und dann noch jemanden zu erwischen,
war gar nicht so einfach. Etwa eine halbe Stunde ging alles reibungslos, doch
dann geschah etwas Unerwartetes. Danny jagte gerade Gillian, als diese stolperte
und zu Boden stürzte. Das wäre ja alles noch kein größeres
Problem gewesen, wenn Danny nicht kurz hinter ihr gewesen wäre. Er konnte
nicht mehr abbremsen und fiel auf sie drauf. Selbst das hätte nicht ausarten
müssen, wenn es ein anderes Mädchen gewesen wäre, doch nicht so
bei Gillian. Sie fing sofort an zu heulen, zu schreien und um sich zu schlagen.
Alle schauten erschrocken auf die am Boden liegende Gillian und auf Danny, der
sofort wieder von ihr runter gesprungen war und nun betröbbelt vor ihr stand
und sich nicht vom Fleck rührte, obwohl Shane, Kian, Marie und Sarah ihn
wegscheuchen wollten. Shane lief dann zu den beiden und zog Danny weg, denn Gillian
hörte gar nicht wieder auf zu Schreien. Als Danny wieder bei Alice war lief
Shane gleich zurück zu Gillian und hockte sich einen Meter vor sie. "Gill?
Hallo Gilly?", leise sprach er zu ihr und sie hob den Kopf, um ihn anzusehen.
Mit verheultem Gesicht blickte sie ihn an und brachte nur ein "Mh" raus. "Gilly,
hör mal, es ist doch nichts passiert. Danny konnte nur nicht mehr abbremsen.
Er hat doch außerdem Alice. Er braucht kein anderes Mädel. Glaub mir.
Du brauchst wirklich keine Angst haben. Von uns wird dich keiner anfassen, wenn
du es nicht willst. Komm...steh auf, der Boden ist kalt und du musst dich doch
nicht erkälten. Okay Gilly?", seine Worte gefielen ihr und sie wurde tatsächlich
ruhiger. Langsam versuchte sie aufzustehen und Shane hielt ihr seine Hand hin,
die sie zögernd ergriff. Shane freute sich darüber natürlich höllisch,
denn noch ein paar Tage zuvor hatte sie ihn nicht näher als bis auf zwei
Meter an sich heran gelassen. Als sie vor ihm stand flüsterte sie ein "Danke"
und zwang sich zu einem Lächeln, doch man sah, dass es ihr sehr schwer fiel,
denn es wurde ein ziemlich schiefes. Shane störte das jedoch nicht, im Gegenteil,
er war glücklich, dass Gillian sich überhaupt die Mühe machte ihn
anzulächeln. Nach diesem weniger schönen Zwischenfall, hörten sie
erst mal auf mit Hasche spielen, setzten sich ins Gras und spielten "Meine Oma
ist krank". Jessy durfte anfangen und sagte: "Meine Oma ist krank. Sie hatt ein
schielendes Auge." Nun mussten alle mit einem Auge schielen und Kian machte weiter:
"Meine Oma ist krank. Die hatt einen Wackeldaumen." Nun mussten alle mit einem
Auge schielen und mit dem rechten Daumen wackeln. Marie meinte dann, dass ihre
Oma immer "Tralalalalalala" macht, sodass jetzt alle mit einem Auge zwinkerten,
mit dem rechten Daumen wackelten und "Tralalalalalala" machten. So ging es immer
weiter, bis man irgendwie nichts mehr machen konnte Oder auch, weil man vor Lachen
nicht mehr weiter kam. Irgendwann fragte Mary dann: "Hey Leute, hatt einer von
euch lust ne Runde durch die Gegend zu spazieren?" "Logo!", riefen Lillian, Jessy,
Elly und Ciara gleich, denn sie waren schließlich die besten Freundinnen
von Mary. Doch auch Shane nickte ihr zu und fragte gleichzeitig: "Hey Kiki, kommst
du auch mit?" Doch dieser verleierte die Augen und meinte: "Oh mann, was soll
ich denn mit der komischen Tante da?" "Hä, welche komische Tante?", fragte
Shane verwundert und blickte sich um. "Na die Trulla da drüben.", knirschte
er und zeigte in Richtung Mary. "Was, du meinst Mary? Das ist ne ganz Liebe.",
verteidigte er sie, da er sie bereits sehr mochte. "Ach ja? Quatscht dich einfach
so an, fragt dich aus, wohlgemerkt, dass du sie nicht kennst und du? Du verteidigst
sie noch.", Kian hatte sich mal wieder- wie schon so oft - in eine Sache reingesteigert
und war nun nur noch schwer zu bremsen. "Nein Kian, so war das gar nicht. Sie
hatt bloß mit ihren Freundinnen "Tat oder Wahrheit" gespielt und musste
halt zu mir kommen und mir fünf Fragen stellen. Das wir dann weg gegangen
sind, hatte nichts damit zu tun. Sie hat mir zugehört und es hat geholfen.
Ich glaube in Mary hab ich ne echte Freundin gefunden und du solltest aufhören
immer gegen sie zu reden.", Shane versuchte seinen Kumpel zu überzeugen und,
oh Wunder, Kian nickte und meinte: "Okay, ich versuchs. Wenn du sie magst, dann
muss sie ja nett sein." "Danke Ki!", rief Shane und fiel Kian um den Hals. Normalerweise
hätte er das nicht getan, aber da es äußerst selten vorkam, dass
Kian mitten in seiner Wut nachgab, musste er seine Freude einfach mal raus lassen.
Wenig später waren sie, mit einigen anderen Jungs und Mädels, eine Runde
durch die Umgebung spazieren. Shane war nach einer Weile vor zu Mary gelaufen,
denn Kian alberte die ganze Zeit mit Marie und Lara herum und ließ ihn links
liegen. Doch es war ihm auch ganz recht, dass er mal wieder mit Mary allein reden
konnte, ohne dass Kian eifersüchtig wurde oder irgendwer dabei war. Mary
lief gedankenverloren an der Spitze und träumte so vor sich hin, ihre beste
Freundin Ciara wurde gerade von Lillian und Elly in Beschlag genommen und auch
die anderen Mädels trödelten irgendwo weiter hinten rum. "Hi Mary!",
rief Shane halblaut, als er kurz hinter ihr war. Sie schreckte hoch und wendete
den Kopf nach hinten um, um zu sehen, wer ihren Namen gerufen hatte. Überrascht
dass es Shane war lächelte sie ihn an, denn schließlich machte es sie
überglücklich, wenn ihr Schwarm von allein zu ihr kam. "Hi Shane, was
machst du denn hier? Ich dachte du bist bei Kian oder Gillian?", fragte sie und
schaute wieder zu ihm rüber. "Em ja, also Kian is gerade mit Marie und Lara
beschäftigt und Gill... ich glaub die is bei Sarah, Girlstalk halten.", er
grinste und auch Mary lachte kurz auf. "Aha, und nun suchst du Trost bei mir?",
lachte Mary. "Äh, nein, das eigentlich nicht, aber ich dachte wir könnten
mal wieder reden.", meinte Shane unsicher. "Klar können wir das.", nickte
Mary und freute sich über das Vertrauen, was Shane ihr schenkte. Eine ganze
Zeit schwiegen sie, doch dann begann Shane sich alles von der Seele zu reden.
Er erzählte ihr wirklich alles was ihn beschäftigte. Vor allem natürlich
alles über Gillian. Ihr so verschiedenes Verhalten - in einem Moment total
happy und wirft sich ihm an den Hals - im nächsten Moment niedergeschlagen
und unnahbar - und viele Dinge die ihn an ihr faszinierten. Mary hörte ihm
aufmerksam zu und gab ihm hier und dort einen Tipp, wie er sie eher verstehen
und ihr vielleicht besser helfen konnte. Anschließend unterhielten sie sich
noch über Gott und alle Welt. Beispielsweise die Schulzeit, was da beide
so erlebt und für Blödsinn gesehen und gemacht hatten, über ihre
Hobbys, die ähnlich aussahen, über Familie, Freunde, schöne und
traurige Erlebnisse, ja sogar über Liebe. Während dessen merkten sie
immer mehr, dass sie viele Gemeinsamkeiten hatten und sich mehr als wunderbar
verstanden. Es war fast, wie wenn sie Zwillinge wären. Einer wusste, was
der andere dachte, sie spührten, wenn es dem anderen nicht gut ging und sie
konnten über alles, über wirklich alles reden. Und wenn es einem nicht
gut ging, dann ging es dem anderen auch schlecht. Es war wie eine äußerst
starke Liebe, doch nicht wie die echte Liebe, sondern anders, ja, ganz anders,
eher wie ... tja, wie bei Zwillingen halt. Mary nannte es seelenverwant. Nach
etwa 1 ½ Stunden kamen sie wieder an der Wiese an, wo der Rest gerade wieder
Fleckenhasche spielte. Mit einem Freudengeheul stürzten sie sich zwischen
die anderen und so war wieder das schönste Spiel im Gange. Bloß Gillian
stand am Rand und sah in die Ferne. Eine ganze Zeit stand sie dort allein und
beobachtete den Himmel, wie er immer dunkler wurde, je näher der Abend rückte.
Sie bekam gar nichts mehr um sich herum mit, denn ihre Gedanken kreisten nur um
diesen einen Tag, wohl der schlimmste in ihrem Leben. Sie wollte sich immer davon
losreißen, aber sie schaffte es nicht. Es tat einfach noch zu weh und dazu
kam noch, dass sich fast alle von ihr distanzierten. Keiner ging mit ihr so um,
wie vorher und sie wusste nicht warum. Und sie konnte keinem Menschen mehr trauen,
sogar vor sich selbst hatte sie Angst. Plötzlich nahm jemand ihre Hände
und sie erschrak höllisch. Es war Shane der mit besorgter Mine vor ihr stand
und ihre Hände hielt. Sie wollte was sagen, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt.
Shane bequatschte sie auch nicht, er ging langsam rückwärts und drehte
sie dann um. Dann zog er sie leicht weg und sie folgte ihm. Irgendwie vertraute
sie ihm, obwohl sie gerade noch das Gegenteil gedacht hatte. Shane hatte sie um
eine Ecke geführt und drückte sie nun leicht runter. Dann setzte er
sich neben sie. Er ließ eine Hand von ihr los und legte ihre andere zwischen
seine beiden. Leicht streichelte er ihren Handrücken und es beruhigte sie
etwas. Sie ließ ihren Kopf auf seine Schulter sinken und begann hemmungslos
zu weinen. Shane nahm sie in den Arm und strich ihr beruhigend über den Rücken.
Irgendwann fragte er leise: "Gill, willst du darüber reden? Du musst es mir
natürlich nicht erzählen, aber dann rede mit Sarah oder mit Kian, aber
du musst unbedingt darüber reden. Du darfst das nicht in dich hinein fressen.
Das macht dich immer mehr kaputt." Gillian schluchzte nochmal laut und begann
dann stockend zu erzählen: "Weißt du, ich fühl mich so schlecht,
so dreckig, so benutzt, so furchtbar schlampig. Jedes Mal, wenn ich allein bin,
abends im Bett, auf der Straße oderwo auch immer, ich hab Angst und muss
immer daran denken. Ich bekomm die Bilder einfach nicht aus meinem Kopf, wie er
mich geschubst hat, mich so gehässig angegrinst hat, mich festgehalten und
mit sich gezogen,ausgezogen und betatscht hat, es war einfach grausam und mir
wird heute noch schlecht, wenn ich daran denke. Ich rieche seinen Mundgeruch,
obwohl er nicht hier ist und ich spüre seine ekligen Hände auf meiner
Haut, es ist einfach...Hach Shane, ich will nicht mehr.",sie fing wieder furchtbar
an zu weinen und stieß schluchzend hervor: "Shane, es ist nichts wie es
einmal war. Ich habe vor allem und jedem Angst, kriege jedes Mal nen Schreikrampf,
wenn mir ein Kerl zu nah kommt und habe sogar vor mir selbst Angst. Keiner meiner
Freunde behandelt mich wie vorher und daran geh ich kaputt." Shane war geschockt.
Er hatte ja gewusst, das es ihr schlecht ging, doch dass es so schlimm war, hatte
er sich nichtmal träumen lassen. "Aber Gilly, wenn deine Freunde dich so
behandeln würden wie vorher, dann ginge es dir noch schlechter. Weißt
du auch warum?", doch sie schüttelte nur den Kopf, "Weil wir dich früher
immer sofort umarmt haben, wenn wir dich gesehen haben und stell dir malvor, wenn
Derek angelaufen käme und dich umarmen würde, dann hättest du gleich
wieder höllische Angst und würdest um dich schlagen. Glaub mir, wir
helfendir somit.", Gillian sah das ein und nickte leicht. "Und Gill, du hast doch
gar nicht vor allen Angst. Guck mal, du lässt dich sogar von mir in den Arm
nehmen. Es wird besser, glaub mir. Noch vor drei Tagenwar es viel schlimmer. Als
es passiert ist, durfte ich bis auf drei Meter an dich heran, dann waren es nur
noch zwei und heut Vormittag war es bloß noch einer und jetzt halt ichdich
fest.", er sprach leise mit ihr und sie begann ihm zu glauben. "Shane?", flüsterte
sie heißer. "Ja?", sagte er leise und strich ihr über den Rücken.
"Ich...ich hab eine ganz große Bitte an dich.", fing sie ängstlich
an. "Ja, mach ruhig! Ich helfe dir, wo ich kann.", ermutigte er sie. "Ich glaube
du bist der Einzige, der das vielleicht ernst nimmt. Ich hab immer diese Erinnerungen,
wenn ich allein bin. Könntest du da nicht immer mal dafür sorgen, dass
wenigstens einer bei mir bleibt und mich ablenkt?", sie hatte mit zittriger dünner
Stimme gesprochen,weil sie Angst vor Shanes Reaktion hatte, doch so überraschter
war sie, als er sagte: "Mensch logo! Warum ich da nicht selbst drauf gekommen
bin. Hab keine Sorge Gilly, ich helf dir!" Gillian drückte ihn ganz fest
und gab ihm einen Kuss auf die Wange, wodurch er wieder tausende Schmetterlinge
in seinem Bauch flattern spürte. Langsam stand er auf und half Gillian hoch.
Gemeinsam liefen sie zurück zur Wiese, wo die anderen immer noch beim Haschen
waren. Als sie ankamen, rannte gleich Kian mit Sarah rüber zu ihnen und erkundigten
sich, wo die beiden gewesen waren und was sie gemacht hatten. Shane erklärte
es ihnen in einer etwas abgewandelten Form. Anschließend machten sie sich
langsam auf den Rückweg zu ihrem Zeltplatz. Die Pferde wollten versorgt werden
und außerdem bekamen sie langsam richtigen Hunger und dagegen mussten sie
schließlich was unternehmen. Doch ein wenig dauerte es noch, bis das Feuer
loderte, die Würstchen gebraten und die Kartoffeln geröstet waren. Aber
dann fielen sie alle wie eine hungrige Raubtierbande über das äußerst
leckere Essen her. Dann nahmen sie wieder die Gitarren zur Hand und ließen
den Tag mit schönen Songs ausklingen. An diesem Tag blieben sie auch nicht
mehr ewig auf, denn es war heute anstrengend gewesen und der nächste Tag
würde auch nicht einfach werden. Am frühen Morgen wurden Shane, Kian,
Mike und Derek von lauter Musik geweckt. Mary, Marie, Ciara und Sarah waren schon
waschen gewesen und hatten nun ein kleines Kofferradio auf volle Lautstärke
gedreht. Als die Jungs aus ihrem Zelt krabbelten, scholl ihnen das all bekannte
und verhasste Barbiegirl entgegen und sie schrien wie aus einem Munde: "Aus machen!!!"
Marie lachte und begann noch zu tanzen, doch da stürzten sich Kian, Mike
und Derek auf sie, während Shane mit einem Satz beim Radio war und es abschaltete.
"Juhu, ihr seid die Größten!", riefen da schon die anderen Jungs und
sogar einige Mädels. Marie hingegen zog eine Schnute und tat beleidigt. Doch
mit einem Kuss von Kian ließ sie sich jedoch wieder besänftigen. Dann
setzten sie sich, um sich das Frühstück der Girls schmecken zu lassen.
Anschließend bekamen auch die Pferde ihr Futter und dann schlenderten sie
wieder rüber zur Wiese und heute wurde mit den richtigen Proben begonnen.
Anfangs hielt jeder von ihnen einen Zettel in der Hand, um den Text abzulesen.
Irgendwann mussten sie schon nicht mehr so oft auf das Blatt Papier schauen und
ihr Spiel wurde dadurch auch flüssiger. Trotzdem war irgendwie ein heilloses
Durcheinander und deshalb beschloss Marie, dass alle am nächsten Tag Vormittags
in kleinen Grüppchen den Text lernen sollten und am Nachmittag Gesamtprobe
war. So machten sie es dann auch und siehe da, es funktionierte viel besser. Zwei
Tage darauf, sie waren gerade mitten in ihrer Gesamtprobe, fing es plötzlich
an wie aus Gießkannen zu regnen und sie rannten, um noch so halbwegs trocken
in ihre Zelte zu kommen. Doch nicht jeder rannte zu seinem Zelt, sondern die Cliquen
suchten sich und bezogen zusammen ein Zelt. Marie, Sarah, Gillian, Kian, Shane
und Derek krochen gemeinsam in das Zelt von Shane, Kian, Mike und Derek. Mary,
Ciara, Lillian, Elly und Sally nahmen das nächste in Beschlag, Loreen, Bryana,
Lisa, Alice, und Merry das dritte, Danny, Mark, Graham und Mike das vierte, Benjamin,
Tim, Kenley und David das fünfte Und Julie, Liz, Sue, Lara, Jessy und Lyn
quetschten sich in das letzte Zelt. Der Regen trommelte unaufhörlich auf
die Planen und es war schon fast ein bisschen gruslig. Doch dass störte die
Freunde nicht und so spielten sie fröhlich Karten. "Ich wusste doch, dass
es nützlich sein würde sie einzupacken.", meinte Kian zufrieden und
schaute Derek triumphierend an. "Jaja, du hast ja Recht.", lachte dieser und schmiss
die Karten auf den Tisch - naja, eher auf den Boden, denn einen Tisch hatten sie
ja im Zelt nicht - da er gewonnen hatte. "Mist!", fluchte Kian, denn er war ein
schlechter Verlierer. Die Mädels lachten nur über die zwei und auch
Shane konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. So verging einige Zeit, etwa
zwei Stunden, doch dann hörte der Regen auf und die Wolken verzogen sich,
so schnell wie sie gekommen waren auch wieder. Da kamen alle langsam aus den Zelten
gekrochen und liefen wieder rüber zur Wiese, um die restliche Stunde noch
ein bisschen was in ihre Rüben zu kriegen. Am Ende ihres Musicalausfluges
hatten sie das Stück fast vollständig drauf, bloß die Songs und
Choreographien mussten sie noch lernen. Doch dazu hatten sie zu Hause noch genügend
Zeit, denn die Premiere ihres Stückes sollte erst im Januar stattfinden.
Am Abreisetag spielten sie das Stück nochmal vollständig durch und nachdem
sie ihr Lunch zu sich genommen hatten, schwangen sie sich auf die Pferde / klettertenin
die Kutschen und traten den Rückweg an. Diesmal waren sie nicht so aufgedreht,
denn schließlich war die letzte Woche irre anstrengend gewesen. So kamen
sie einige Stunden später auf dem Hof der Filans an und luden mit Liams Hilfe
die Kutschen ab. Mae brachte ihnen allen eine Tasse heißen Kakao, denn es
war kühl geworden. Sie hatten in der letzten Woche so wie so noch ziemliches
Glück gehabt, dass eigentlich immer die Sonne geschienen hatte, bis auf diesen
einen Tag... Den Rest der Ferien trafen sie sich dann nicht mehr, denn sie hatten
genug geprobt, fanden sie. Bloß am allerletzten Ferientag trafen sie sich
dann doch nochmal, um alles zu wiederholen, damit sie auch alles vorspielen konnten,
falls der Direktor schon mal was sehen wollte. Als sie am nächsten Morgen
in die Schule kamen und ans schwarze Brett schauten, stand dort tatsächlich:
"Liebe Musicaldarsteller, kommt heut Nachmittag bitte um 15:30 Uhr in die Aula.
Dann erfahrt ihr Näheres. Also machten sie sich nach dem Unterricht alle
auf dahin, wo der Herr Direktor schon auf sie wartete. "Na? Wie waren die Ferien?",
fragte er als erstes. "Sehr schön.", war die einstimmige Antwort. "Vor allem
die erste Woche.", grinste Kian. "Psst!", machte Shane, denn der Direktor fuhr
fort. "Ihr hattet ja jetzt schon eine ganze Weile Zeit, um euch wenigstens mal
die Handlung auszudenken. Also, ich höre?!", Der Direktor war es gewohnt,
dass seine Schüler alles vergaßen und nur unter strenger Anleitung
und Aufsicht eines Erwachsenen etwas auf die Beine stellten. Deshalb war er schon
so ein bisschen schlecht gelaunt, da er so eine Vorahnung hatte, dass mal wieder
rein gar nichts voran gegangen war. Die ganzen Musicaldarsteller und Marie grinsten
bloß vor sich hin und machten sich bereit. Marie hielt eine kurze Ansprache
für das Publikum und gab dann das Startzeichen. Shane, Kian, Mark, Derek,
Graham, Mike, Mary, Julie und Ciara sangen einfach mal die Musik des Einmarschs,
denn die CD hatten sie momentan nicht dabei. Anschließend begannen sie das
ganze Stück vorzuspielen und als sie geendet hatten klatschte der Direktor
begeistert in die Hände und strahlte übers ganzeGesicht. "Hey super!",
rief er, "Wenn ihr in einem solchen Tempo weiter macht, verlegen wir die Premiere
nach vorn auf den 3. Advent." Begeistert nickten seine Schüler und freuten
sich über das Lob. In den nächsten Wochen lernten sie die Texte der
Songs, studierten die Choreographien ein und perfektionierten das Ganze immer
noch mehr. Und endlich, in der letzten Novemberwoche hatten sie alles geschafft
und Marie ging sogleich zum Direktor. "Herein!", rief er, nachdem sie an seine
Tür geklopft hatte. Sie drückte die Klinke nach unten und trat ein:
"Hallo Herr Direktor, ich wollte ihnen nur mitteilen, dass wir die Musicalproben
gerade beendet haben. Wir haben alles noch perfektioniert und jetzt sitztes.",
berichtete sie strahlend. "Oh wow, da wart ihr ja mal wieder schneller, als ich
gedacht hatte. Ihr könnt es mir gerne vorspielen. Was hältst du von
Morgen um 10:00 Uhr in der Aula?",fragte er lächelnd. "Ja, gern, ich sag
es den anderen. Bis morgen! Bye!", damit verschwand sie wieder und berichtete
ihren "Schülern", was der Direktor gesagt hatte. Schülern, weil sie
sich ja die Choreographien ausgedacht hatte - naja, mit Lara zusammen - und sie
hatte ja auch immer alles geleitet. Am Samstag standen sie pünktlich um 10:00
Uhr vor der Aula und wenig später kam auch ihr Direktor, um sich das fertige
Stück anzuschauen. Als sie geendet hatten, klatschte er ihnen zu und rief:
"Perfekt! Ihr seid superspitze! Das wird der Renner schlechthin. Wir werden massig
Auftritte bekommen und auch brauchen, weil das sicher sehr viele Leute sehen wollen."
Die Schüler und Schülerinnen waren mehr als glücklich über
diese Worte und umarmten sich gegenseitig. Die Premiere legte der Direktor jetzt
schon auf den 2. Advent und so hatten sie nur noch eine Woche Zeit bis der Stress
beginnen würde. Einen Tag vor der Premiere probten sie das Stück nochmal
durch und an dem besagten Premieretag übten sie auch nochmal am Vormittag.
Sie trafen sich um 10:30 Uhr im Hawkswell Theatre und spielten das ganze Musical
noch einmal durch. Um 13:30 sollte die Vorstellung beginnen. "Super Mädels!",
rief Marie, als einige Mädchen einen Song performt hatten. "Jaaa!", schrie
sie, als es endlich zu ende war. "Em Shane, Gillian, was haltet ihr davon, wenn
ihr eure Szene mal so spielt, wie nachher in der Premiere? Ich mein, wir hatten
abgemacht, dass ihr euch in den Proben nicht wirklich küssen müsst,
aber damit ihr es dann nicht vergesst, währe es vielleicht mal besser?",
meinte Marie dann. "Äh klar", grinste Shane, doch Gillian schüttelte
den Kopf, "Wir können das", grinste sie ebenfalls und zwinkerte Marie zu.
Diese verstand und nickte ebenfalls lächelnd. Shane kam es so vor, als hätten
Marie und Gillian ein Geheimnis, wovon er nichts wusste. Doch als er Gillian danach
fragte guckte sie ihn ganz unschuldig an und lächelte in sich hinein. Er
merkte, dass sie es ihm nicht sagen wollte und fragte daher nicht weiter. So gegen
12:00 Uhr gingen sie dann essen, doch Mary bekam keinen Bissen runter. Ebenso
Marie. Shane und Kian bemerkten dies und gingen zu Marie hinüber. Sie war
schrecklich aufgeregt, obwohl sie selbst ja gar nicht mit spielte, doch sie hatte
schließlich alles geleitet und würde auch nachher benannt werden und
das auch noch als Choreographin. Shane konnte hier nicht viel tun, denn Kian reichte
Marie vollkommen, deshalb schaute er sich nach Mary um, doch er konnte sie nirgends
entdecken. "Gerade stand sie doch noch hier?", wunderte er sich und entfernte
sich ein Stück von Kian und Marie, um Mary zu suchen. Es dauerte eine ganze
Weile, bis er sie endlich im Mädchenbad fand. Eigentlich ging er dort nie
rein, doch das war seine letzte Chance gewesen, sonst hatte er schon überall
gesucht. Er öffnete die Badtür und rief "Mary?" und ein klägliches
"Ja?" bekam er zur Antwort. Jetzt waren ihm alle Regeln egal und er betrat den
Raum, wo die Waschbecken waren. "Mary, was ist denn los?", fragte er besorgt.
"Shane, ich schaff das nicht. Ich hab noch nie geschauspielert, geschweige denn
so eine große Rolle.", sie hockte schluchzend in einer Ecke und Shane setzte
sich neben sie. "Hey Kleine, du schaffst das. Du bist echt gut. Besser als manch
anderer. Glaub mir!", Shane versuchte sie zu beruhigen und nach einer Weile hatte
er sie so weit, dass sie ihr Selbstbewusstsein wieder hatte und mit ihm das Bad
verließ. Vorher wusch sie sich mit kühlem Wasser die Tränen weg
und putzte sich die Nase. Doch dann war sie wieder die Alte und konnte sogar ein
bisschen was essen. Auch wenn es nicht viel war, aber immerhin etwas. Es ging
auf 13:00 Uhr zu und so langsam wurden alle zapplich. Um 13:15 Uhr versammelten
sie sich in einem Raum und wurden von Marie und einigen anderen Mädchen,
die es nicht bis in die Truppe geschafft hatten geschminkt. Endlich, als sie super
aussahen, zogen sie sich ihre Kostüme an und stellten sich in einen Kreis.
Marie sprach noch ein kurzes Gebet und mit einem lauten "Lets rock!", gab sie
das Zeichen zum Aufbruch. Ein vielstimmiges "Yeah!" scholl durch den Raum und
alle warfen ihre Arme in die Höhe. Dann stürmten sie alle gemeinsam
los. Die Zuschauer waren schon alle auf ihren Plätzen und so war auch kein
Mensch auf den Gängen. Dann betraten sie den Raum, von wo aus sie von hinten
auf die Bühne gehen konnten. Marie betrat als erstes die Bühne, die
immer noch von einem Vorhang verdeckt war. Wenig später öffnete er sich
jedoch und Marie begann zu sprechen: "Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen
uns sie zu der Premiere unseres neuen Musicals begrüßen zu dürfen.
Es ist wieder sehr hübsch gemacht, wie sie es von uns gewohnt sind. Nur etwas
ist anders. Dieses Musical ist ein Projekt des Summerhill Colleges und der Hawkswellschauspieltruppe.
Wir haben ein Casting gemacht und nur die besten Schauspieler genommen. Außerdem
sind alle Songs diesmal von Darstellern selbst komponiert und geschrieben worden.
Sein sie also gespannt! Der Vorhang schloss sich wieder und alle stellten sich
auf ihre Startpositionen. Die Overtüre begann und ein Scheinwerfer blendete
nacheinander verschiedene Schauspieler an, welche unterschiedliche Situationen
darstellen sollten. Einer leuchtete auf einige Mädels, die auf Inlineskates
fuhren, dann blendete er um, auf ein paar Jungs, die gerade Fußball spielten,
dann auf eine Klasse, die über ihren Schulheften hing, eine Lehrerin an einer
Tafel stehend, ein Ehepaar beim Fernsehen, ein Mädchen, was ganz allein in
einem Zimmer tanzte, eine Schülergruppe, die gerade über ein Mädchen
lachten, eine Lehrerin mit Gitarre, eine Mädchengruppe, die gerade zusammen
tanzten, eine Horde Jungs, wie sie versuchten einen Golfball in ein bestimmtes
Loch zu schießen, wieder ein Mädchen - sie schien sehr traurig zu sein
- welches allein am Rand einer Wiese stand, wo viele Kinder spielten und auf einen
Jungen, der nachdenklich auf einer Mauer saß. Dann wurde es wieder dunkel
und als die Scheinwerfer wieder aufleuchteten sah man eine Klasse, wo es drunter
und drüber ging. Man hörte nur Geschrei und verstand kein einziges Wort.
Dann begann der erste Song. Er war fetzig und ging richtig ab. Der Text war auch
ziemlich frech und verrückt. In dem Moment, wo das Lied endete, ging plötzlich
die Tür des Klassenzimmers auf und die Lehrerin betrat mit einem Mädchen
im Schlepptau den Raum. Sofort standen alle an ihren Plätzen und es wurde
mucksmäuschenstill in der Klasse. "Guten Morgen!", sagte Lara, die ja die
Lehrerin spielte, und schaute streng in die Klasse. "Guten Morgen Mrs Smith.",
kam es einstimmig, aber bloß halbherzig zurück. "Wie ihr seht, haben
wir heute eine neue Schülerin bekommen. Sie heißt Klea Morison und
ist gerade 16 Jahre alt geworden. Ich hoffe ihr nehmt sie gut auf und helft ihr
anfangs etwas, wenn ihr die Zimmer wechseln müsst, denn da könnte sie
noch ein paar Probleme haben. Auch bei den Klassendiensten könnt ihr ihr
erst mal ein bisschen behilflich sein, damit sie zu erst mal sieht, wie das hier
abläuft. So, dann setz dich mal da drüben neben Kelly!", meinte sie
dann an Gillian gewannt, die ja Klea war. "Neben mich, muss das sein?", fragte
Sarah, welche Kelly spielte. "Ja Kelly oder siehst du hier noch einen anderen
Platz, der noch frei ist?", rief die Lehrerin aufgebracht über den Kommentar
von ihrer Schülerin. "Ja, vor der Tür.", grinste diese frech. Mrs Smith
ärgerte es, dass ihre Schüler gleich so giftig zu Klea waren. "Können
sie ihr nicht erst mal eine Chance geben?", fragte sie sich, doch da wurde sie
aus ihren Gedanken gerissen, weil Benny fragte: "Wieso muss die gerade zu uns
kommen? Kann die nicht in die Parallelklasse gehen? Wir brauchen keine Stadttusse
hier." "Benjamin! Sei nicht so frech und außerdem kommt sie aus Kilarny
und nicht aus Dublin!", rief Lara zu Mike rüber. "Uhi, das is doch das Gleiche.",
maulte Bennjamin weiter. Wieder setzte Musik ein und die Schüler begannen
einen Song, zu singen, wo sie gegen ein Mädchen sangen, welches sie nicht
mochten. Kelly durfte eine Strophe allein singen, Benny und die anderen sangen
jeweils nur ein kleines Stück und den Refrain sangen natürlich alle
gemeinsam. Als der Song beendet war rief Kelly wieder verärgert: "Wozu brauchen
wir denn ne' Neue? Die stört doch bloß." "Ruhe jetzt! Ihr benehmt euch
ja, wie ein paar Ferngesteuerte.", dann wante sie sich an Klea: "Bitte entschuldige,
sie meinen das nicht so. Was sie nicht kennen, müssen sie immer bemeckern
und wenn sie es dann kennen lernen, mögen sie es auch. Setz dich erst mal!"
Also ging Klea entmutigt auf ihren Platz. Die Band begann mit dem nächsten
Song, den Klea sang. Sie sang davon, wie schwer es wohl noch werden würde
und dass sie am Liebsten wieder nach Kilarny wollte. Während Klea den Song
vortrug sah man Kelly, wie sie die ganze Stunde lang immer wieder etwas anderes
machte, um Klea zu ärgern. Nicht nur einmal trat sie sie unterm Tisch, sodass
es die Lehrerin nicht mitbekam. Mit dem Ende des Liedes erklang auch die Schulglocke,
die das Unterrichtsende ankündigte. Klea packte ihre Sachen zusammen und
verließ das Klassenzimmer fluchtartig. Als sie sich auf dem Heimweg befand,
sang Gillian das Lied, wo es um die Einsamkeit ging und um die Sehnsucht nach
Freundschaften. Gegen Ende des Songs sah man Kim langsam zu ihr aufschließen
Und nachdem Klea ihren Song beendet hatte, tauchte er neben ihr auf und fragte:
"Hallo, bist du traurig?" Klea schaute erschrocken auf, denn sie hatte nicht bemerkt,
dass ihr jemand gefolgt war und damit gerechnet hatte sie erst recht nicht. "Mh",
machte sie dann und nickte leicht. "Mh, sie waren echt nicht nett zu dir.", meinte
Shane, dem seine Rolle "Kim" richtigen Spaß machte. Wieder nickte Gillian,
schaute ihn jedoch nicht an. "Wie war nochmal dein Name?", fragte Kim und nun
blickte sie ihn doch an: "Em, Klea und deiner?", antwortete sie schüchtern.
"Kim, ich heiße Kim.", meinte dieser zufrieden, denn sie hatte mit ihm gesprochen.
In der Schule vorher, hatte er noch kein einziges Wort von ihr gehört. "Aha,
kommst du hier aus der Nähe?", fragte sie plötzlich, worüber Kim
sich riesig freute. "Ja, ich wohne gleich dort drüben, d.h. es ist schon
noch ein Stück, aber nicht sehr weit. Und wo kommst du her?", stellte er
nun die nächste Frage. "Em, ich habe bis vor einer Woche noch in Kilarny
gewohnt, aber vor etwa einem Monat ist mein Opa gestorben und nun wollen wir Oma
nicht allein lassen. Wir konnten sie aber auch nicht zu uns nach Kilarny holen,
weil erstens war unsere Wohnung schon für uns vier fast zu eng und außerdem
kennt sie ja dann dort keinen und auch all unsere anderen Verwandten wohnen hier
in Sligo." Kim war überrascht. So viele Worte hatte er nicht von ihr erwartet.
Leise begann eine Gitarre zu spielen und Klea begann wieder zu singen. Sie sang
von ihrer Heimat, von ihren Freunden, dem schönen, freien, lustigen Leben
und wie sie das alles vermisste. Nach diesem Lied meinte Kim dann: "Du wirst dich
hier einleben. Sligo ist wunderschön und du wirst in einigen Monaten hier
nie wieder weg wollen. Glaub es mir. Du wirst auch hier Freunde finden. Aller
Anfang ist schwer, aber Regen und Sonne sind ganz nah bei einander. Und ohne Regentage
kann keine wunderschöne Zeit kommen, denn nur Regen und Sonne gemeinsam können
den herrlich schillernden Regenbogen entstehen lassen." Klea war berührt
von seinen Worten, er hatte es so wunderbar gesagt und es war wahr, Regen und
Sonne gehörten zusammen, wie auch Liebe und Hass sehr nah beieinander waren.
Nun fing Kim an den nächsten Song zu singen. Er sang von dem endlosen pladdernden
Regen, der Sehnsucht nach Sonne und wie sie endlich, nach schier endloser Zeit,
ihre Strahlen zwischen den Wolken hindurch streckte und langsam immer mehr schien.
Wie langsam ein blasser bunter Regenbogen entstand und immer deutlicher, leuchtender
und klarer wurde. Am Ende des Songs stand er in seiner vollen Herrlichkeit, in
hellen, grellen, leuchtenden Farben, am Himmel und alle Menschen freuten sich.
Im letzten Refrain sang Klea dann mit und anschließend meinte sie: "Du Kim,
ich glaub du hast Recht. Ich muss den Regen vorbei gehen lassen und abwarten,
bis die Sonne wieder scheint. Kim nickte fröhlich, dass er ihr die Angst
genommen hatte. "Danke!", meinte Klea da plötzlich. Anschließend blieb
es kurz still. Auf einmal fragte Kim: "Ach und hat dein Vater hier wieder Arbeit
gefunden?", "Ja, sein Bruder hat ihm was besorgt.", antwortete sie bereitwillig.
"Hey, das find ich ja nett. Was macht denn dein Vater da, wenn ich fragen darf?",
Kim fand sie immer netter und schaute sie pausenlos an. Man sah richtig, dass
er sie mochte, ja, vielleicht hatte er sich sogar ein bisschen in sie verliebt.
"Äh, naja, also es ist nichts Großes. Er arbeitet auf einem Pferdehof
als Stallbursche. Weißt du, bevor wir - als ich noch klein war - nach Kilarny
gezogen sind, waren mein Dad und der Pferdehofbesitzer glaub ich richtig gute
Freunde. Auch meine große Sister ist als Kind viel dort geritten. Ich glaub,
Dad ist froh, dass wir wieder zurück gezogen sind.", langsam begann sie aufzutauen
und jetzt lächelte sie schon ein bisschen. Als Kim bei ihr angekommen war,
hatte sie ganz ernzt ausgesehen. Und er musste zugeben, dass ihm ihr Lächeln
gefiel, ja sogar mehr als das... "Oh, ich muss hier abbiegen.", meinte Kim da
plötzlich. "Ja, bye.", sagte Klea etwas traurig. Kim lief in die Straße,
drehte sich jedoch nochmal um und rief: "Bis morgen in der Schule!" "Tschau!",
kam es von Klea lächelnd zurück. Kim ging verträumt die Straße
lang und sprach so vor sich hin: "Klea ... Klea ... ein sehr schöner Name.
Und ihre blonden Locken... wie sie ihr so über die Schultern fielen ... und
die Augen ... so blau ... wie der Himmel bei schönstem Sonnenschein und ihr
Lächeln ... das ist der Sonnenschein..." Dann begann er ein Lied zu singen.
Es handelte von einem Jungen - in diesem Falle Kim selbst - der sich in ein Mädchen
verliebt hatte, obwohl er sie nicht kannte. Er hatte sie gesehen und sie war so
schön gewesen, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Sie
wusste es jedoch nicht und er hatte Angst es ihr zu sagen, denn sie war so unnahbar.
Er schwärmte in diesem Song auch von ihren Lippen, die so zart und voll waren,
dass man sie am liebsten immer küssen möchte, von ihren Augen, die so
funkelten, wie ein Diamant, ihren blonden Locken, die in der Sonne schimmerten,
wie pure Seide, ihrer Figur, die einfach atemberaubend war, ihren Bewegungen,
die immer elegant aussahen, ihren Kleidern, die sehr schick waren und überhaupt
von ihrerganzen Person. Als er geendet hatte, kam er zu Hause an und ging ins
Haus. Mary kam in einer Küchenschürze angelaufen und rief fröhlich:
"Hallo mein Schatz! Wie war die Schule?", sie gab ihm flüchtig einen Kuss,
drehte sich sogleich wieder um und verschwand in der Küche. Kim schmiss seinen
Ranzen in die Ecke und folgte seiner Mum. "Oh Mum, du glaubst gar nicht was heute
passiert ist.", fing er auch gleich zu erzählen an. "So? Was denn?", lächelte
sie und rührte in dem Spaghettitopf herum. "Wir haben eine Neue!", platzte
es aus Kim heraus. "Und, ist sie nett?", fragte seine Mutter und probierte eine
Nudel, ob sie gut waren. "Äh ja, glaub schon...", meinte er schnell und wurde
rot. Seine Mutter lächelte in sich hinein und fragte unauffällig weiter:
"Wie heißt sie denn und wo kommt sie her?" "Sie kommt aus Kilarny. Ihr Großvater
ist gestorben und ihre Eltern wollten die Oma nicht allein lassen. Tja und alle
Verwandten wohnen eh hier in der Nähe, da war es wohl das Naheliegensten,
wieder zurück nach Sligo zu kommen. Sie hat auch einen tollen Namen. Hast
du Klea schonmal gehört?", fragte er da, doch seine Mum schüttelte mit
dem Kopf und goss die Nudeln ab. "Der ist doch geil! Oder?", versicherte er sich.
Seine Mutter nickte ihm lachend zu und schaufelte ihm den Teller voll. Sie hatte
längst bemerkt, dass sich ihr Sohn über beide Ohren verliebt hatte.
Jetz sah man wieder Klea, wie sie vom Esstisch aufsteht, in ihr Zimmer geht und
sich schlafen legt. Am nächsten Morgen treffen Kim und Klea sich wieder zufällig
auf dem Schulweg. Wenig später stößt auch noch Kay, Kims bester
Freund dazu und guckt Klea schief an. Nachdem Kim ihn begrüßt hatte,
stellte er die beiden gegenseitig vor: "Also Kay, das ist Klea, weißt du
ja. Klea, das ist mein bester Freund Kay.", Kim strahlte und auch Klea lächelte
schüchtern. "Hi Klea, schön dich kennen zu lernen.", begrüßte
Kay sie dann mit einem Händedruck. Kim und Kay quatschten den ganzen Schulweg
lang, doch Klea verhielt sich still. Auch in der Schule taute sie nicht auf. Sie
passte im Unterricht gut auf, meldete sich jedoch nie. Wenn die Lehrerin sie dann
doch mal dran nahm, wusste sie komischerweise immer alles. Doch da das so gut
wie nie vor kam, fiel es keinem weiter auf. In einer Stunde erzählte die
Lehrerin etwas von einem Musical, was sie mit der Klasse einstudieren wollte.
"So meine Lieben. Ich hatte euch ja von dem Musical berichtet. Die Texte für
die Songs geb ich euch jetzt aus. Ich hoffe schwer, dass ihr sie fleißig
lernt und in der nächsten Stunde werde ich mir jeden von euch anhören.
Die besten bekommen dann die Plätze. Wir können leider nicht alle mitspielen.",
dann ging sie rum und teilte die kopierten Blätter aus. Nach dem Unterricht
liefen Kim und Klea wieder zusammen Richtung "nach Hause". Wieder unterhielten
sie sich und wieder schwärmte Kim heimlich von ihr. Doch da war er nicht
alleine... Diesmal sah man Klea, wie sie auf dem Heimweg war, als sich ihre Wege
trennten. Auch sie sprach so vor sich hin: "Ich hätt ja nie gedacht, dass
ich noch jemanden finde, der so nett zu mir ist, nach dem Schock gestern Vormittag.
Er ist einfach zu mir gekommen und hat ganz normal, nein sogar ganz lieb mit mir
geredet. Aber auch seine braunen Haare, die haselnussbraunen Augen und sein überaus
süßes Lächeln... Oh mein Gott, ich hab mich doch nicht etwa verliebt?
... Nein, das ist Quatsch.", sie schüttelte häftig den Kopf und drückte
auf den Klingelknopf ihres Hauses. Dann sah man wieder Kim, wie er sich gerade
mit einigen Kumpels, darunter auch Kay und Benny, ein Fußballmatch lieferte.
Plötzlich kam Klea vorbei gelaufen. Keiner beachtete sie. Sie blieb stehen
und beobachtete Kim, wie er gerade hinter dem Ball her jagte und schließlich
ein Tor schoss. Als er sich umdrehte erblickte er sie und winkte ihr kurz zu.
Sie lächelte schüchtern zurück und winkte ebenfalls. Da hörte
sie plötzlich Gelächter näher kommen. In diesem Moment begann wieder
die Musik zu spielen und die Mädchen, die im Anmarsch waren, sangen zusammen
den Song. Sie sangen davon wie cool sie waren, wie schön doch der Tag war
und wie lustig es doch war, zusammen durch die Gegend zu fahren. Es waren einige
Mädels aus Kleas Klasse, die auf Inlineskates angefahren kamen. Sie behandelten
Klea wie Luft und winkten nur den Fußball spielenden Jungs zu. Diese lachten
sie an und winkten zurück. Klea übersahen sie einfach. Sie schaute noch
eine Weile bei dem Spiel zu und beobachtete Kim ganz genau. Er gefiel ihr wirklich
sehr und wie süß er aussah, wenn er sich abschwitzte. Die Schweißperlen
standen ihm auf der Stirn, seine Haare lagen flach angeklatscht und sein Shirt
klebte am Körper. Doch sie musste einsehen, dass sie hier keiner mochte und
dass auch Kim sie nicht nehmen würde. Traurig ging sie dann weiter und setzte
sich, irgendwo auf einer großen Wiese, ins Gras und begann wieder zu singen.
Dieses mal war der Song an der Reihe, der von einer unerreichbaren Liebe handelt,
von ihren unendlich großen Gefühlen für ihn und von der Sehnsucht,
die sie jedes mal verspürte, wenn sie ihn aus den Augen ließ. Nach
dem Song wurde es kurz dunkel, doch wenig später sah man wieder Klea, wie
sie sich auf dem Schulweg befand. An diesem Tag sangen alle Mädchen mit Eifer
vor und die Lehrerin war mehr als zufrieden. Nur Klea erschien zum Vorsingen nicht.
Man sah kurz wie einige vorn standen und einen Song vortrugen, doch dann fiel
der Vorhang und die Pause begann. Mr. Filany und der Direktor lobten ihre Schüler
mächtig und brachten ihnen etwas zu essen und zu trinken. Auch die Zuschauer
waren inzwischen im ganzen Gebäude verstreut, holten sich Getränke,
Würstchen, gingen raus eine rauchen, auf die Toilette oder standen einfach
nur quatschend im Gang. Nach etwa 15 Minuten ertönte das Zeichen zum Setzen
und das Stück ging weiter. Man sah Kim auf einem Pferd, wie er durch den
Wald ritt Und plötzlich erklang ein glockenheller Gesang. "Oh, wer mag das
wohl sein? Haben wir etwa eine Fee im Wald?", sagte Kim und näherte sich
langsam der Stelle. Sein Pferd band er ein paar Meter vor der Biegung an und ging
die letzten Schritte zu Fuß. Das Lied, was er da hörte, kannte er.
Es war eins von denen, was ihre Lehrerin ihnen zum lernen gegeben hatte. Dieses
hier war ein Song, der von der wahren Freundschaft handelte. Vorsichtig lugte
er hinter einem Baum hervor, doch was er dort sah, verschlug ihm glatt weg die
Sprache und er hielt den Atem an. Ein Mädchen tanzte und sang dort so schön,
wie es keine andere vermocht hätte. Und dieses Mädchen war keine andere
als Klea. Langsam trat er hinter dem Baum hervor und nahm ihre Hände. Dann
machte er ihre Schrittfolge mit, drehte sie einmal in Kreis und sang schließlich
den Refrain mit ihr zusammen und so voller Leidenschaft, dass jeder Blinde gesehen
hätte, dass die Beiden sich lieben. Als der Song zu ende war meinte Kim:
"Hey Klea, du bist so gut, so gut ist keiner! Du musst unbedingt im Musical mitspielen!",
seine Begeisterung freute sie und sie strahlte ihn an, was ihn wiederum glücklich
machte. "Aber, aber, ich ... ich trau mich nicht.", stotterte sie. "Hey Klea,
das mach ich schon. Vertrau mir.", grinste er sie verschmitzt an. Sie nickte glücklich
und dann nahm er sie bei der Hand und führte sie zu seinem Pferd. Ehrfürchtig
stand sie davor und schaute es mit großen Augen an. "Es ist wunderschön.",
schwärmte sie, "Darf ich es mal streicheln?" "Aber klaro, er beißt
nicht. Keine Angst. Der ist Handzahm.", meinte Kim lächelnd. Klea hob vorsichtig
ihre Hand und legte sie an den Hals des feurigen Hengstes. Dann streichelte sie
ihn zarghaft und er drehte neugierig den Kopf und schnupperte an ihrem Hemdsärmel,
dann schnaupte er freundlich und sie legte ihre Hand auf die Stirn des Pferdes.
Kim beobachtete die Szene und meinte schließlich: "Hey Klea, du scheinst
Pferde zu mögen. Oder?" "Ja, meine Sis ist schließlich früher
auch für ihr Leben gern geritten." "Ich würde dich mit zu mir nehmen,
natürlich nur wenn du magst?, grinste Kim und Klea nickte begeistert. Also
hob er sie hoch aufs Pferd, schwang sich hinter sie und hielt sie fest. Dann trieb
er seinen Hengst an und sie galoppierten über die weiten, grünen Wiesen
Irlands. Dann begann Kim laut und glücklich zu singen. Er sang von der Freiheit,
die man verspürt, wenn man auf einem Pferd über die weiten Wiesen galoppiert
und einem der Wind um die Ohren pfeift, wie befreit man dann ist und dass man
alles andere um sich herum vergessen kann. In der zweiten Strophe sang dann Klea
wie gut sie sich fühlte, die Locken flogen im Wind, die Wolken zogen über
den Himmel und die letzten Sonnenstrahlenblinzelten hindurch. Den Refrain sangen
sie wieder zusammen. Zusammen ritten sie zu Kim nach Hause und als sie ankamen,
war auch das Lied zu Ende. Als sie eintrafen, erlebten sie gleich noch eine Überraschung.
Der Stallbursche erwartete Kim bereits und machte ein komisches Gesicht, als dieser
eintraf. "Was is’n los?", rief Kim sogleich, doch durch Kleas "Hallo Dad!" verstand
er es sofort. Kim sprang vom Pferd und half Klea runter, dann übergab er
den Hengst an den Stallburschen, verabschiedete Klea, die nach Hause wollte und
lief ins Haus, wo seine Mum schon mit dem Essen wartete. "Hallo Mum! Bin wieder
da!", flötete Kim und umarmte seine Mutter, die gerade am Herd stand stürmisch.
"Oh hallo mein Engelchen!", sie küsste ihn auf die Nasenspitze, "Wo warst
du denn so lange? Das Essen ist schon kalt geworden. Ich wärm es dir gerade
wieder auf." "Em naja, ich bin doch ausgeritten und plötzlich... war da Klea
im Wald. Und weißt du was?", begann er aufgeregt zu berichten. Lächelnd
schüttelte seine Mum den Kopf und wartete, dass er weiter sprach. "Sie hat
gesungen und getanzt...wie ein Engel, eine Elfe oder eine Fee. Oder... dafür
gibt es keine Worte. Mum, ich muss sie unbedingt in dieses Musical reinkriegen.
Kein anderer kann es nur halb so gut wie sie. Das Mädchen ist der Wahnsinn.",
brach es aus Kim heraus. Wieder begann er zu singen, diesmal von einem Mädchen,
die er sich als Fee vorstellte, dann war sie eine Elfe und zu guter Letzt ein
Engel. Als auch dieser Song beendet war wurde es wieder dunkel und als die Scheinwerfer
wieder zu leuchten begannen, sah man die Schule, wo Kim mit Klea vor einer Tür
steht. "Aber Kim, das... das... das geht doch nich...", doch Kim legte ihr einen
Finger auf die Lippen und machte "Psst! Das wird schon. Vertrau mir!", dann klopfte
er endlich an die noch verschlossene Tür. Ein nicht gerade freundliches "Herein!"
erklang und Kim drückte die Klinke nach unten. "Guten Morgen Mrs Smith! Es
tut mir sehr leid, dass ich zu spät bin, aber es gibt auch einen wirklich
wichtigen Grund.", sagte er als er eintrat. Die Lehrerin schaute ihn streng an
und meinte schließlich: "Ach wirklich? Und was ist so wichtig, dass du einfach
so zu spät zum Unterricht erscheinst?" Kim zog Klea hinter sich hervor, die
sich dort versteckt hatte, nachdem sie den Raum betreten hatten. "Dieses Mädchen,
was von allen nur gehänselt wird, ist gar nicht so schlecht wie ihr alle
denkt. Ja, sie traut sich nie die Hand zu heben, weil sie ja wieder eine blöde
Bemerkung von jemandem an den Kopf geworfen bekommen könnte. Aber das heißt
noch lange nicht, dass sie blöd ist. Im Gegenteil, ich glaube sogar sie ist
schlauer als viele von uns. Tja und gestern hab ich sie singen gehört und
ich möchte, dass sie, genau wie alle anderen hier, ihre Chance bekommt, um
zu zeigen, was sie kann." Als Kim geendet hatte ging ein regelrechter Tumult los:
"Nö! Die Trulla war gestern nicht beim Vorsingen da, jetzt ist es halt zu
spät.", begann Kelly. "Ja eben, da könnte doch jeder kommen!", beschwerte
sich auch Benny. "Genau, die hat ihre Chance verpasst. Basta!", rief Betty, welche
von Ciara gespielt wurde. "Vorbei ist vorbei!", kreischte Kathy, welche normalerweise
Alice war. "Nüscht gibt’s! Die bekommt doch nichtmal so nen Ton raus, geschweige
denn, dass sie auf ner Bühne laut und deutlich singen kann!!", spottete Maureen,
die Lillian spielen durfte. "Ja, was soll das eigentlich? Kommt hier einfach so
reinspaziert und verlangt von uns, dass wir sie mit offenen Armen empfangen.",
machte Jenny weiter, die von Elly gespielt wurde. "Genau, was bildet die sich
eigentlich ein!", rief Jane erboßt. Jane war übrigens Lynn. "Manchmal
glaub ich, ich bin hier in einem Irrenhaus gelandet. Eine dahergelaufene Stadtpflanze
will uns unsere Rollen wegschnappen. Ich glaubs wohl nicht!", regte sich Doreen
weiter auf, die in Wirklichkeit Sue hieß. "Die kann doch eh nicht singen!",
rief Lenney dazwischen, den Derek spielen durfte. "Genau, die kann doch gar nichts!",
meinte Mariah aufgebracht. Diese wurde von Jessy gespielt. "Eben, die hat noch
nie was gesagt, da kann die auch nicht singen!", beschwerte sich Elisabeth, die
Lisa verkörperte. "Ja, die soll sich zum Teufel scheren!", kreischte auch
Brenda, welche Loreen war. "Genau, die kann uns mal kreuzweise!", schrie Marlene,
die eigentlich Liz hieß. "Die Schnepfe soll unseren Mädels nicht die
Rollen weg schnappen!", rief Robbin, der von Graham gespielt wurde. "Eben, unsere
Girls sind viel besser!", meinte auch Patrick, dessen richtiger Name David war.
"Drum, die soll sich verpissen!", quiekte Lilly, die eigentlich Sally hieß.
"So ist es! Die hat hier nichts mehr zu suchen!", schimpfte Thom, dessen richtiger
Name Tim war. "Yeah! Der Zug ist abgefahren!", maulte auch Julian, welcher von
Danny gespielt wurde. "Genau, rauß hier!", rief Oliver, der normalerweise
Kenley hieß. "Uns kriegst du eh nicht weich!", krietschte Babara, deren
richtiger Name Merry war. "Wir wollen selber schauspielern und singen!", knurrte
Elisa, die in Wirklichkeit Bryana hieß. "Und du wirst ihnen nicht im Wege
stehen. Verschwinde! Aber plötzlich, sonst passiert was!", bestimmte Daniel,
der normalerweise Mark war. "Hey hey hey!", hängte sich nun Jamie mit rein,
welche Julie spielen durfte. "Ihr spinnt wohl alle ein bisschen! Ihr könnt
sie doch nicht so runterputzen! Wo sind wir denn hier gelandet? Ihr benehmt euch
ja wie in der Krabbelgruppe! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich all
die Jahre in euch getäuscht habe. Ich dachte immer Maria und Doreen, ihr
wart meine besten Freundinnen und jetzt benehmt ihr euch nicht einen Deut besser,
als alle anderen hier. Ihr lasst euch auf das Nivau herunter, über das ihr
euch Jahre lang aufgeregt habt. Klea ist auch bloß ein normales mädchen,
wie ihr und ich. Sie tut bloß das, was wir auch tun würden, wenn wir
neu an eine andere Schule kämen. Sie ist schüchtern, hält sich
einfach zurück. Was hättet ihr denn gemacht, wenn sie gekommen wäre
und gleich losgequatscht hätte? Ich wette mit euch, ihr hättet sie ebenso
runtergeputzt wie jetzt. Und das ist falsch! Sie begann auch ein Lied zu singen,
wo sie diese Art, Leute zu verurteilen, obwohl man sie nicht kannte, verachtete
und ihren Standpunkt deutlich machte. Als auch dieser Song vorbei war meinte sie
an Klea gewannt: Klea, ich bin die Klassensprecherin und ich konnte es jetzt nicht
mehr länger mit ansehen, wie sie dich behandelt haben. Du sollst deine Chance
bekommen, genau wie alle anderen. Kim hat ganz recht.", damit ging Jamie auf Kim
zu, gab ihm die Hand und meinte: "Vielen Dank Kim, dass du dich um sie gekümmert
hast und dass du nicht diese Vorurteile hast, wie scheinbar alle anderen hier.",
sie warf einen kurzen bösen Blick zu ihren Klassenkameraden, wendete sich
aber dann gleich wieder an Klea: "So, jetzt zu dir. Ich freue mich, dass du dich
doch noch getraut hast hier her zu kommen, nachdem du so schlecht behandelt wurdest.
Aber jetzt ist deine Zeit gekommen. Fang doch bitte an!" Jamie trat zurück
und Mrs Smith nickte anerkennend. Dann begann Klea mit ihrem Stück... Als
die ersten Töne erklangen, wurde es totenstill im Raum, denn alle lauschten
ihrer bezaubernden Stimme. Nachdem sie geendet hatte brach ein tosender Applaus
los. Es klatschten wirklich alle, sogar Kelly und Benny waren begeistert, was
ein achtes Weltwunder war. Dann beschlossen sie einstimmig, dass Klea die Hauptrolle
spielen sollte. Wieder ging kurz das Licht aus, dann konnte man Klea in Gesellschaft
Jamies und Kims sehen. Sie waren zusammen Eis essen und schlenderten durch die
Stadt. Plötzlich trafen sie auf Kelly und Mariah. Diese riefen schon von
weitem: "Hi Jamie, hi Klea, hi Kim!", die drei beachteten sie jedoch nicht, sondern
ließen sie links liegen. Genau wie diese es zuvor mit Klea gemacht hatten.
Dann sah man wieder die Klasse gemeinsam das Musical proben. Klea wurde von allen
Jungs angehimmelt, sogar von Benny. Doch ihr missfielen diese schwärmerischen
Blicke. Sie hatte andere Probleme, denn sie hatte sich längst eingestanden,
dass sie sich in Kim verliebt hatte. Anschließend wurde es wieder kurz dunkel
und dann sah man die Schüler und Schülerinnen aufgeregt hinter einer
Bühne rum laufen. Es war kurz vor der Premiere ihres Musicals und Kims Mum
war als Unterstützung und Organisatorin mit dabei. Sie durfte auch eine kleine
Ansprache auf der Bühne halten, bevor das Musical begann. Die Schüler,
die bei dem Musical nicht mitspielen durften (Vom Summerhill College, u.A. auch
Marie) durften jetzt das Publikum sein, welches sich auf der Bühne das Musical
anschauten, was die Musicaldarsteller im Musical aufführten. Kim und Klea
spielten die Hauptrollen darin. Am Ende des Stückes mussten sie beide auseinander
gehen... Als das Stück vorbei war liefen sie glücklich von der Bühne
und verschwanden jeder in seiner Gardarobe. Klea war die Letzte der Mädels,
sogar Jamie war schon gegangen Und so verließ sie singend den Raum. Auf
dem Gang kam ihr Kim entgegen. Zusammen verließen sie das Gebäude und
liefen Hand in Hand über die Wiese. Gemeinsam sangen sie nun ein Lied, was
von Glück handelte, davon, dass Dinge sich ändern und dass nun wieder
die Sonne schien, der Wind die Wolken vertrieben hatte und sie durch den Regenbogen
gegangen waren. Als dieser Song beendet war blieb Kim plötzlich stehen. Klea
drehte sich zu ihm um und erstarrte. Sie hatte nicht erwartet, dass er so nah
bei ihr stand. So sahen sie sich Sekundenlang in die Augen und langsam näherten
sie sich immer mehr. Shane wurde es heiß, als er so nah vor seiner großen
Liebe stand und sie gleich küssen durfte. Nur Millimeter trennten sie jetzt
noch und dann legten sich seine Lippen zart auf ihre... Der Kuss war erst zarghaft,
wurde jedoch immer leidenschaftlicher. Sie legte ihre Arme um seinen Hals und
er legte seine Hände auf ihre Hüften. Der Kuss wollte gar nicht enden,
doch die Musik begann zu spielen und sie mussten das Liebeslied gemeinsam singen.
Doch da Shane durch diesen Kuss völlig aus der Bahn geworfen wurde, verpasste
er fast seinen Einsatz. Er schaffte es dann aber doch noch das Lied ordentlich
zu ende zu singen und so viel Gefühl und Liebe wie er diesmal in seine Stimme
legte, hatte er bei noch keiner Probe geschaft. Gillian strahlte ihn die ganze
Zeit an und er schaute ihr immer tief in die Augen. Sie hatten ihr Leuchten wieder
zurück erhalten Und das hatte er ganz allein geschaft. Er war der Grund dafür
und das machte ihn überglücklich. Er sang so voller Leidenschaft und
er sang nur für sie, seinen Engel, das Mädchen, was ihn total verrückt
machte, ihn fühlen ließ wie er noch nie gefühlt hatte, ihm den
Sinn des Lebens gab, das Mädchen, in welches er sich schon vor Wochen verliebt
hatte und nun sollte sein Traum in Erfüllung gehen... Sie stand vor ihm und
ihr wunderschönes Lächeln galt ihm ganz allein. Wie verzaubert sah er
sie an und ihr schien es nicht anders zu gehen. Sie spielten nicht nur Kim und
Klea, sondern sie waren vollständig in diese Rollen geschlüpft und empfanden
das Gleiche, wie das, was Kim und Klea empfindensollten. Wenn nicht sogar noch
mehr... Als sie den Song beendet hatten küssten sie sich nocheinmal. Die
Leidenschaft konnte jeder im Publikum sehen und man hörte es regelrecht knistern.
In dem ganzen Saal war es still, nur ein vereinzeltes Husten eines Zuschauers
war zu hören, sonst nichts, die Anspannung zwischen beiden stieg... Doch
plötzlich erscholl lauter Beifall. Shane und Gillian fuhren zusammen und
blickten erschrocken auf. Das Musical war zu ende und sie hatten ganz vergessen
sich voneinander zu lösen, sich anzulächeln und Hand in Hand von der
Bühne zu spazieren. Beide liefen etwas rot an und verschwanden dann schnell
im Backstagebereich. Dort brachen sie in schallendes Gelächter aus und fielen
sich wieder in die Arme. Dann küssten sie sich noch einmal und beide wussten,
dass Gillian über dieses furchtbare Erlebnis hinweg war. Sie würde es
wohl nie vergessen können, aber sie vertraute wieder einem Jungen und das
war für sie ganz wichtig. Nach diesem Kuss strahlten beide bis über
beide Ohren und konnten sich gar nicht mehr richtig auf ihre Verbeugungen konzentrieren.
Deshalb waren sie auch heilfroh, als endlich der Vorhang gefallen war und sie
wirklich fertig waren. Sie hatten sich immer wieder verbeugen müssen, denn
der Applaus wollte einfach nicht enden. Überglücklich machten sie sich
auf den Heimweg, wo sie natürlich ihre Augen nicht voneinander lassen konnten.
Kian besah sich das Ganze mit einem Lächeln und freute sich für die
zwei. Gillian war schließlich seine Lieblingscousine und Shane sein bester
Freund und irgendwie hatte er schon den Verdacht gehabt, dass die beiden sich
mehr als sehr mochten. Sonst hätte Gillian doch nicht Shane näher an
sich herangelassen als Kian selbst. Denn ihm vertraute sie wirklich, doch wahrscheinlich
doch nicht ganz so, wie Shane, ihrem Liebling. So lächelte Kian in sich hinein
und machte sich auf den Heimweg. Er war zwar eigentlich mit Shane bei diesem in
10 Minuten verabredet, doch er wusste schließlich genau, dass Shane jetzt
wohl keine Zeit für ihn und seine Palabereien haben würde. Es gab schließlich
wichtigere Dinge... Anmerkung: Das Musical wurde noch sehr oft in dem Schuljahr
gespielt und war immer voll besucht. Einmal wurden Shane und Gillian sogar auf
der Straße nach einem Autogramm gefragt, worauf sie noch heute oft zu sprechen
kommen. Shane Filan und Gillian Walsh heirateten am 28. Dezember 2003 und waren
ihr Leben lang sehr glücklich zusammen.
So, ich hoffe euch hat die Story gefallen?Sie
war meine längste bisher und ich finde auch meine beste.Aber jeder mag andere
Sachen...Schreibt mir doch bitte Feetback! *bettel*Ich freu mich echt über
jede Mail.Hab euch lieb.Eure Honey!Orthia.b@freenet.de