Hi ihr Lieben!Ich hab mal ne schön lange Story geschrieben.
Die Hauptpersonen sind Shane, Kian, Gillian, ...Also Nicky- und Bryanfans, Hände weg! *lach*Nein, ihr dürft sie natürlich auch lesen.Der Name Bryan kommt sogar einmal vor. *looool*Viel Spaß beim Lesen wünsch ich euch!


Drrrrrrrrr, erklang das schrille Klingeln des Weckers der bei Shane auf dem Nachttisch stand. "Huhhhwa...", gähnte dieser noch völlig verschlafen und schlug ihn aus. Dann zog er sich die Decke über den Kopf und drehte sich auf die andere Seite. Doch lange blieb es nicht still, denn seine Mum betrat das Zimmer und weckte ihn sanft, wie es eine Mum eben tut. "Good morning Shaney, das Frühstück istfertig." Jeden Tag lief es gleich ab, jeden Tag schlug er den nervigen Wecker aus und jeden Tag kam seine Mum ihn so lieb wecken wie immer. So wie sie es schon getan hatte als er noch ein ganz kleiner Junge gewesen war. Jetzt war er bereits jugendlich und besuchte die neunte Klasse des Summerhill Colleges. Also quälte er sich aus den Federn und schlurfte zum Badezimmer, um sich frisch zu machen. Als er angezogen war ging er zu seiner Mum in die Küche und aß sein Breakfast, verabschiedete sich mit einem Kuss auf die Wangebei ihr, schnappte seine Schultasche und machte sich auf den Weg. Unterwegs traf er sich mit seinem besten Freund Kian, der gleich um die Ecke wohnte. Quatschend liefen die beiden zur Schule und tauschten sich über die Hausaufgaben, die immer nur einer von beiden erledigte, aus. Sie wechselten sich damit auch immer ab, damit keiner den Kürzeren zog. So kamen sie auch heute wieder am College an und trafen auf die restliche Clique, die aus Mike, Derek, Mark, Danny, Alice, Lynn, Marie und Graham bestand. Zur Begrüßung riefen alle "Heya!" und klatschten sich ab. Doch dann läutete es auch schon und die Freunde betraten das Schulgebäude. Als Shane, Kian und Mark in ihre Klasse kamen herrschte wie immer ein heilloses Durcheinander. Schon als Kian den Fuß ins Zimmer setzte kam ein Papierfliegerhaarscharf an seiner Nase vorbeigeflogen. In diesem Moment ertönte ein "Autsch!" neben ihm. Als er sich umdrehte lag Mark auf dem Fußboden und rieb sich seinen Hinterkopf, denn er war auf einigen Bundstiften ausgerutscht und war beim Fallen mitdem Kopf gegen eine Bank geschlagen. Also bückte er sich und half Mark wieder auf die Beine. Da hörte er Gelächter von der ersten Bankreihe und blickte sich um was nun wieder so komisch war. Doch da sah er es auch schon. Einer seiner Mitschüler hatte eine riesige Whiskyflasche an die Tafel gemalt, ihren Klassenlehrer mit einem Glas in der Hand daneben und oben drüber stand "HAPPY BIRTHDAY Mr. Keating". Das tollste an der Sache war ja, dass sich Mr. Keating gerade den Whisky über sein Hemd schüttete, da er total besoffen und die Flasche nur noch am Bodenbedeckt war. Darüber musste nun auch Kian lachen und kämpfte sich zu seinem Platz durch. Als er ausgepackt hatte schaute er sich suchend nach Shane um, denn dieser wollte schließlich noch die Hausaufgaben abschreiben. In diesem Moment knalltees neben ihm und er zuckte unweigerlich zusammen. Doch es war mal wieder nur ein Mitschüler, der zu weit nach hinten gekippelt hatte. Als er sich zum wiederholtenmale umsah entdeckte er Shane noch an der Tür stehend. "Hey Shay! Was stehst du da und grinst so blöd? Traust du dich nicht rein?", rief Kian zu ihm rüber. Doch er bekam nur ein Kopfschütteln zur Antwort, doch dann setzte Shane sich doch noch grinsend in Bewegung. Bei Kian angekommen feixte er: "Chaotenklasse. Oder meinst du nicht?" "Ja, hast ja sooo recht.", lachte Kian und nickte zustimmend. Doch nun musste Shane sich beeilen, denn in drei Minuten würde der Unterricht beginnen. Pünktlich zum Stundenklingeln erschien Herr Keating im Klassenraum und rief noch fröhlich: "Good morning everybody!" "Good morning Mr. Keating!”, antwortetedie Klasse im Chor. "Sit down!", forderte er sie auf und erstarrte im selben Moment. Er starrte auf das Bild an der Tafel und musste erst mal begreifen, was dort stand. In der Klasse wurde es totenstill, denn keiner wagte es zu lachen, obwohl es doch zu komisch aussah, wie der Lehrer mit offenem Mund die Tafel anstarrteund seine Augen aufriss. Sie rechneten nun alle mit einem Klassenverweis, einem Eintrag oder einem Besuch beim Direktor und vor dem hatten alle Schüler des Summerhill Colleges einenriesen Respekt, wenn nicht sogar schon ein bisschen Angst. Doch Sekunden später saßen SIE mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen auf ihren Plätzen, denn Mr. Keating brach in schallendes Gelächter aus. Ja, er fand es sogar so toll, dass er die ganze Stunde die Tafel nicht benutzte, um das Bild nicht abwischen zu müssen. So verging die Zeit wie im Fluge und schon war die Stunde auch vorbei. Ebenso fix gingen die nächsten Stunden vorbei und als die letzte noch ausfiel, weil man vor Hitze fast zerfloss, war der Tag perfekt. Die Schüler strömten jubelnd aus dem Schulgebäude und liefen in alle Richtungen davon. So auch Shane und Kian. Als Shane zu Hause ankam begrüßte ihn seine Schwester Yvonne, die gerade das Mittagessen kochte. "Hey Shane! Das Essen ist in einer halben Stunde fertig. Solange musst du dich noch gedulden." "Yeah, bin dann mal weg." "Hey, es dauert wirklich nicht länger als eine halbe Stunde! Nun hau nicht schon wieder ab!" Doch da feixte Shane nur und rief: "Geh ja auch nur in mein Zimmer Vonny." Sie verdrehte darauf nur die Augen, denn sie hasste es Vonny genannt zu werden. Nach dem die Familie Filan gegessen hatte, machte Shane sich auf den Weg zum Jugendtheater, wo er schon seit vielen Jahren mitspielte. Dort angekommen wurde er gleich von vielen Freunden begrüßt, doch da er etwas spät dran war mussten sie auch schon rein. Doch viel passierte an diesem Tag nicht, da das neue Schuljahr gerade erst begonnen und der Chef des Theaters noch keine richtige Idee für das nächsteStück gehabt hatte. Also machten sie erst mal eine Auswertung des letzten Stückes und der Aufführungen. Kilina, ihre Choreographin, beurteilte anschließend jeden einzelnen, wie er gespielt, gesungen und getanzt hatte. So verging die Zeit rasch und schon bald entließ Kilina ihre Bande und sie verließen das Theater, um noch ein bisschen die Sonne zu genießen. Die nächste Woche hatten sie keine Proben, da ihr Chef sich erst noch etwas gutes ausdenken musste und so nahmen sie sich vor einfach faul zu sein, denn schon bald würde das nicht mehr möglich sein. Deshalb tat sich die nächsten Tage und Wochen nichts Weltbewegendes. Vormittags Schule, nachmittags faulenzen und Abends? Ja, da ging die Clique immer ordentlich feiern. die Jungs flirteten immer heftigst mit irgendwelchen Girls aus den Pubs oder Bars wo sie gerade waren. Danny schmuste dann doch lieber mit seiner Freundin Alice, Graham mit Lynn, mit der er seit kurzem zusammen war und Kian mit Marie, die er schon seit längerem an seiner Seite hatte. Doch eines Abends brachte Derek ein Mädel mit ihrer Freundin angeschleppt. "Hey!", riefen die anderen lachend, "Gleich zwei Girls." "Möchtest du uns die zwei hübschen Damen nicht mal vorstellen?", fragte Mike lachend. "Gil! Du?", rief Kian und sah eins der beiden Mädels durchdringlich an. Doch diese lachte nur und meinte beruhigend: "Nein, Sarah ist doch meine beste Freundin und sie hat sich nicht allein hierher getraut und da musste ichhalt mit." "Oh wow! Da sehen wir uns jetzt wohl öfter?", rief Kian freudig. "Ja, sieht so aus.", grinste Gillian, wie sie richtig hieß. "Kian!!! Was soll das?", schrie Marie und stürmte aus der Bar. "Hä...", machte er erst ganz verwirrt, doch dann fing er sich wieder und rief: "Marie! Marie! Es ist nicht so wie du denkst!" Weinend lief Marie durch die Straßen Sligos und fragte sich immer wieder: "Womit habe ich das verdient? Wieso macht er das? War ich ihm nicht gut genug? Hat er mich überhaupt geliebt oder war ich immer nur ein Spielzeug für ihn,das man benutzen kann und in die Ecke wirft wenn man es nicht mehr braucht, weil man ein neues bekommt? Warum nur? Ist diese Blondine wirklich so viel schöner als ich? Hach und ich liebe ihn doch so ... Was mach ich jetzt bloß? Ich kann nicht mehr ... ZumStrand, der See und die Sterne spenden mir immer Trost. Wo ist sie bloß hingelaufen?, so ein Mist, wie kann sie nur glauben, dass ... War sie das nicht, da vorn? Er rannte noch schneller, doch vergebens, es war eine Fremde. Oh nein, wo könnte sie denn nur hin sein? So verging einige Zeit in der er Marie nicht fand, doch dann fiel ihm etwas ein. Seufzend ließ sie sich in den Sand fallen und spielte mit den kleinen Muscheln die darin lagen. Die kühle Seeluft, die ihr um die Nase wehte und die Haare nach hinten flattern ließ tat ihr gut. Sie schaute mit tränenerfüllten Augenzum Himmel auf, wo langsam die Sterne und der Mond zu leuchten begannen. Von der Sonne sah man kaum noch etwas, nur noch ein ganz kleiner roter Schimmerder auch gleich am Horizont verschwinden würde. "Hah... nein ... wieso bloß? Warum tut er so etwas? Und ich habe ihm doch immer voll und ganz vertraut. Bin ich denn blind gewesen oder warum ... NEIN!NEIN! NEIN!", schrie sie heulend und schlug sich die Hände vors Gesicht. Sie konnte es absolut nicht verstehen, die Sterne, die sie vorher noch so bewundert hatte waren jetzt völlig egal, denn momentan quälte sie der Schmerzviel zu sehr, als an romantische Dinge zu denken. Immer wieder wurde sie von Weinkrämpfen geschüttelt und vergrub ihr Gesicht immer mehr in ihren Händen und Knien, die sie angezogen hatte. So kauerte sie dort und merkte gar nicht wie die Zeit verstrich. "Vielleicht ist sie ja zu sich nach Hause gegangen." Sogleich wechselte er die Richtung und lief gerade Wegs zu Maries Elternhaus. Doch als er schellte und Maries Mum noch ziemlich verschlafen vor ihm stand merkte er, dass er falsch gelegen hatte. Aber jetzt wollte ihre Mum natürlichalles wissen und so kam er auch nicht gleich wieder weg. Als sie von Maries Verschwinden hörte weckte sie gleich ihren Mann und wollte schon die Polizeiverständigen, doch davon konnte dieser sie gerade noch so abhalten. Dann verabschiedete sich Kian auch schon wieder, denn er wollte Marie unbedingt finden.Zu erst ging er noch mal zurück zur Bar und bat die anderen um Hilfe, die sie ihm natürlich nicht abschlugen. "Ki?", fragte Gillian mit Tränen inden Augen: "Mh.", machte er aber nur abwesend, da es bereits 4:30 Uhr und Marie schon seit 23:40 Uhr weg war. "Tut mir echt leid. Das wollte ich wirklich nicht. Nun magst du mich sicher nicht mehr, aber bitte glaub mir, ich ... ich meine ... ich wollte das ech...",doch da unterbrach Kian sie in dem er sie in die Arme nahm und beruhigend flüsterte: "PSST! Ist ja okay..", doch man merkte ihm seine Angst um Marie an. Sie war ja nicht gerade sehr groß und stark, eher schon etwas wehrlos. Außerdem sah sie echt super aus und so war das Risiko, dass einer sie sich schnappen könnte noch viel höher. Doch dann machten sie sich auf die Suche. Kian ging mit Shane und Gillian. Gillian hatte zwar nicht gewollt, aber Kian wollte sie auch nicht aus den Augen lassen. Und sie war es dann auch, die dieentscheidende Idee gehabt hatte... Als sie schon wieder zwei Stunden vergeblich durch Sligo gestreift waren war Kian mit den Nerven am Ende. Shane und Gillian setzten sich mit ihm erst mal auf eine Bank und versuchten ihn zu beruhigen, doch vergebens. "Kian? Habt ihr beide einen Lieblingsplatz, wo ihr zwei manchmal hingeht, wenn ihr allein sein wollt?", fragte Gillian ihn da plötzlich. "Em, ja, aber warum fragst du?", fragte er teilnahmslos und starrte nur weiter in die Ferne. "Und wo ist der?", löcherte sie gleich weiter ohne auf seine Frage einzugehen. "Am Strand. Aber warum fragst du?", fragte er nun schon etwas ungeduldig. "Dann geh doch dort mal gucken.", meinte Gillian nur beruhigend und drückte ihn an sich, da er schon langsam glasige Augen bekam und den Kopf hängen ließ. Kian antwortete jedoch nicht sondern klammerte sich an ihr fest und einige Tränen liefen ihm über die Wangen. Gillian versuchte ihn zu trösten während Shanenur schweigend daneben saß. "Ach Ki, ist nicht immer einfach, aber vergiss nicht: Kommt Zeit, kommt Rat. Und wegen so einem blöden Missverständnis ist bestimmt nicht alles vorbei. Es wird eure Beziehung nur noch verstärken, weil ihr durch so ein Missverständnis erst mal lernt mehr Vertrauen zu dem Partner aufzubauen. Und, wenn doch noch etwas schief laufen sollte, dann wisst ihr ab jetzt, dass man erst darüber reden sollte bevor man einfach Reis aus- nimmt.", so sprach Gillian beruhigend auf ihren Cousin ein und tatsächlich, Kian wurde etwas ruhiger. Er entschloss sich sogar am Strand nach Marie zu suchen. Doch davor bedankte er sich bei Gillian und auch Shane nahm ihn noch einmal tröstend in seine Arme und meinte leise: "Du schaffst das! Viel Glück. Sie liebt dich. Du liebst sie. Was soll da noch schief gehen?" Kian nickte. Obwohl ihm Gillians und Shanes Worte sehr geholfen hatten, fühlte er sich immer noch elend und leer. Langsam machte er sich auf den Weg. Seine Beine waren schwer, ebenso sein Kopf, seine Hände waren schweißnass und er zitterte vor Angst. Endlich erreichte er den Strand und lief zu der Stelle, wo er schon so oft mit Marie gewesen war. Auf dem Weg dahin dachte er an all die schönen Stunden, die er dort schon mit ihr gemeinsam verbracht hatte und wie glücklich sie da immer gewesen waren. Nicht nur einmal hatten sie sich dort gemeinsam das Naturschauspiel des Sonnenuntergangs angeschaut. Nein, sogar ihre Liebe hatten sie sich dort gestanden, ihr erster Kuss war dort gewesen und zu ihrem ersten Date hattensie sich auch dort verabredet. Außerdem hatten sie auch schon öfters dort gezeltet und einige romantische Nächte unter einem klaren Sternenhimmel mit vielen Kerzen um sich herum verbracht. Doch nun konzentrierte er sich wieder auf den Weg, denn er musste nur noch um eine Biegung und dann würde er sie sehen oder die restliche Nacht durch ganzSligo streifen, bis er sie gefunden hätte. Noch drei Schritte bis zur Ecke ... - er zitterte vor Angst - noch zwei Schritte ... - "Ob Gil recht gehabt hat?" - Noch einen Schritt ... - seine Knie begannen weich zu werden, wenn er sie nicht gleich sehen würde würden sie völlig versagen. Aber was wäre, wenn sie nun nicht da wäre? ... - Nun endlich wagte er um die Ecke zu gehen und schaute sich suchend um Und ... da sah er sie. Sie lag im Sand und schien zu schlafen. Als Kian näher an sie heran trat sah er auch ihr verweintes Gesicht. Es war total verquollen und sie sah sehr blass und mitgenommen aus. Mit Tränen in den Augen hockte sich Kian vor sie und sah sie eine Weile stumm an. Ein paar seiner heißen Tränen tropften von seinen Wangen herab auf ihre kühlen. Davon wachte sie auf und als sie ihre Augen öffnete, sah sie genau in Kians mattblaue Augen. Sie erschrak über diese Augen, so hatte Kian noch NIE ausgesehen. Bisher hatten sie immer geleuchtet, wenn er sie angesehen hatte, doch jetzt hatte sich ein Tränenschleier darüber gelegt. Seine Augen glänzten nicht mehr,sondern sahen müde, traurig, ängstlich und matt aus. Überhaupt hatte er weniger Farbe als sonst im Gesicht. Durch den hellen Mond konnte sie sogar sehen, dass er zitterte und sie bezweifelte, ob sie das Richtige getan hatte. Einige Minuten schauten sie sich einfach nur an, dann flüsterte Kian: "Marie, ich ... das Mädchen ... sie ... ist ... sie ist meine ..." Marie begann wieder zu schluchzen. "...sie ist meine Cousine.", brachte Kian den Satz endlich zu ende. "Sie ist deine ...oh my god!", dann sprang sie auf und fiel Kian um den Hals: "Sie ist deine Cousine? Sie ist deine Cousine! Sie ist deine Cousine!", jubelte sie und küsste Kian ab. Dieser war heilfroh über diesen Ausgang und strahlteschon wieder. Wenn es Tag gewesen wäre, dann hätte er der Sonne Konkurrenz machen können. aber so? ... Müde aber glücklich gingen die beiden Hand in Hand den Weg vom Strand nach oben, wo sie auf der Bank Shane und Gillian schlafend vorfanden. Grinsend schauten sie ein paar Minuten zu, weckten sie aber dann doch, da sie selbst ja auch müde waren und ins Bett wollten. Ja und die beiden auf der Bank schlafen lassen wollten sie dann auch wieder nicht, denn erstens mal waren sie der Grund dafür, das die beiden noch nichtzu Hause waren und außerdem wäre es wahrscheinlich auch ziemlich kalt geworden. Am nächsten Morgen kamen Kian und Marie Hand in Hand zur Schule und alle die am Vorabend mit in der Bar gewesen waren freuten sich, dass alles wieder geklärtwar, denn die beiden waren wirklich ein schönes Paar und außerdem liebten sie sich über alles. Vor den Klassenzimmern gab es deshalb auch diesmal, wie schon so oft, eine lange Verabschiedung, denn Kian ging noch eine Klassenstufe höher als Marie. Knapp mit dem Stundenklingeln erschien Kian in der Tür und fing einen Strengen Blick von Mrs Daily ein. Schnell begab er sich zu seinem Platz und setztesich. Da wurde er auch schon von Shane angestupst. Als er sich zu ihm drehte grinste dieser und fragte: "Na, bist du mit den Honiglippen kleben geblieben?" Kian verdrehte die Augen, denn Shane zog ihn immer damit auf, dass er so gern Honig aß. Schon von klein auf hatte er für sein Leben gern Honig gegessen und auch heute noch gab es für ihn nichts Besseres. Zum Frühstück gab es prinzipiell Honigbrotoder Brötchen, in den Tee oder in die Milch machte er sich auch immer ein Löffelchen und manchmal, wenn es keiner bemerkte, naschte er einfach mal ausdem Glas den puren Bienenhonig. Wenn er schon daran dachte, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Doch jetzt hieß es aufpassen, denn Mrs Daily klopfte schon bedrohlich mit dem Zeigestab auf ihr Pult. "Mensch Leute, ein bisschen mehr Disziplin!", rief sie und schlug wieder auf ihr Pult. Langsam hatte sie auch Erfolg, denn die Schüler wurden ruhiger und setzten sich gerade hin. "Okay, dann können wir ja anfangen. Doch vorher noch schnell was Organisatorisches.", begann sie und einige verdrehten die Augen. "Also, wir machen heut nur eine halbe Stunde, weil der Herr Direktor eine Versammlung der Klassen 6 bis 10 einberufen will. Deshalb gehen wir dann alle geschlossen in die Aula. Es geht wahrscheinlich um das neue Stück, was wir bis nächsten Sommer fertig haben müssen. So und nun die Hausaufgaben bitte.", endete sie mit ihrem Vortrag. Die Klasse murrte wie jedes mal, wenn die Hausaufgaben an die Reihe kamen, doch es half alles nichts, sie gehörten halt auch dazu. Als Mrs Daily einige angeschaut hatte begann sie mit dem richtigen Unterricht. Biologie stand an und Kian verdrehte mal wieder die Augen, da er von Glaskörper und Iris nicht viel verstand. Was interessierte ihn denn auch wie ein Augeaufgebaut ist? Und ... Iris, das war für ihn eine Blume, auch wenn er davon nicht viel mehr Ahnung hatte, als von dem blöden Auge. Doch zu seinem Glück erklärte Mrs Daily erst mal nur an einer großen Karte, die sie an die Tafel geheftet hatte, was sich noch alles im Auge befand und dann war die Zeit auch schon rum. Sie machten sich also alle Mann auf in die Aula, wo sogar schon einige waren, doch die letzten waren sie nicht. Doch bald waren alle eingetroffen und der Herr Direktor begann zu sprechen: "Erst mal danke, dass ihr alle gekommen seit und vor allem ein großes Dankeschön an meine Kollegen, die dadurch auf einige Zeit ihres Unterrichts verzichtet haben. Wie ihr sicherlich schon wisst, ist die Zeit für unser Jahresmusical gekommen und wir werden natürlich wieder etwas neues auf die Bühne bringen, doch wirwollen diesmal nicht irgendein Musical spielen, sondern uns selbst eines ausdenken. Zumindest die Handlung soll selbst erfunden sein und natürlich auch die Kostüme. Was ihr mit der Musik macht ist euch selbst überlassen, weil ich nicht glaube, dass ihr selber Songs schreiben wollt. Aber ihr könnt euch ja irgendwelche Songs aus den Charts nehmen und sie in euer Stück einbauen. Die Proben werden wie jedes Jahr im Hawkswell Theatre stattfinden, ebenso die Auftritte die darauf folgen. Wie viele es sein werden steht noch nicht fest, das ist von dem Erfolg abhängig. Das einzige Problem ist jetzt nur noch: Wer von euch spielt mit und vor allem wer spielt wen. Doch das werden wir Morgen Nachmittag entscheiden. Wer gerne mitspielen würde, der kommt bitte heute gegen 15:00 Uhr wieder hier in die Aula und spielt uns etwas vor, wer vorhaben sollte eine der Hauptrollenzu spielen, müsste auch noch einen Song singen und performen. Ach und noch was, diejenigen von euch, die schon in der Theatergruppe vom Hawkswell Theatre sind, die spielen natürlich auch fest mit. Diesmal wird es nämlich ein sehr langes Stück und es wird ziemlich anspruchsvoll sein, deshalb haben Mr. Filaney und ich uns zusammengeschlossen und hoffen, dass diese Bindung der beiden Truppen gut gelingt. Die Darsteller der Hawkswell Truppe müssen trotzdem vorspielen, damit wir festlegen können wer die Hauptrollen spielen darf. Vielleicht haben wir unter unseren Neulingen ja ein herausragendes Talent dabei. Man weiß ja nie... So, das wär’s dann. Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Schultag. Bis heute Nachmittag um 15:00 Uhr hier." Die Schüler klatschten Beifall und waren begeistert von der Idee, ein Musical selbst zu erfinden. Schon etwas zapplig standen die Bewerber für das Musical vor der Aula und warteten bis sie an der Reihe waren. Nach und nach verschwanden mehr und mehr Schüler im Raum und einige kamen kurz darauf traurig, wütend oder sogar heulend wieder raus. Das waren dann diejenigen, die sehr schlecht gewesen waren, denn es wurde erst mal ein grober Vorentscheid getroffen. Am nächsten Tag sollten alle die, die erst mal dabei gewesen waren Noch einmal vorspielen und singen und dann wurden wieder einige herausgefiltert, dienicht gut genug waren. Die jenigen durften sich dann um das Musical kümmern. So standen also auch Shane, Kian und ihre Clique da und waren ziemlich aufgeregt. Ihnen war zwar das Mitspielen sicher, aber welche Position sie bekommen würden stand - genau wie für alle anderen - noch in den Sternen. Bei einigen anderen sah das ganz anders aus, denn ihnen war nichts garantiert. So auch bei Lynn, Marie, Lisa, Danny und vielen anderen. Mike verschwand als Erster und anschließend versuchte Marie ihr Glück. Doch schon wenig später kam sie schluchzend wieder heraus und Kian schloss sie gleich in seine Arme, um sie zu beruhigen. Dann war Mark dran und Lisa folgte gleich darauf. Anschließend war Kian an der Reihe, doch Shane ging erst mal für ihn, da Marie noch immer weinte. Die nächsten wurden aufgerufen - es waren Derek, Graham, Lynn, Alina, Alice und Liz - doch dann musste Kian gehen und Marie - ob er wollte oder nicht - allein zurück lassen. Er ging - nach seinem Auftritt - gleich zu Shane und den anderen rüber und sah sich die weiteren Bewerber und Bewerberinnen interessiert an. Es dauerte eine ganze Weile, doch es wurde weiß Gott nicht langweilig, da er mit Shane, Lynn und Derek nur rum klappste. Irgendwann meinte der Direktor jedoch endlich: "So, das währen alle gewesen ... ach halt, nein! Jetzt hätte ich doch glatt einem Mädchen Unrecht getan. Gillian Walsh bitte!" Kian war erleichtert, denn er wusste genau wie gern seine Cousine sang und schauspielerte. Da ging auch schon die Tür wieder auf und er flüsterte zu Shane: "Ein Glück, ich dachte schon ...", doch dieser reagierte gar nicht. "Shay? ... Shane!", da bemerkte er, dass dieser wie abwesend zu sein schien. "Gut, dass er sie nicht vergessen hat. Sagte Kian nicht, dass sie so gern singt und auch toll tanzen kann ... ach, logo, sie hat doch bisher auch immermitgespielt.", überlegte Shane. Da öffnete sich die Tür und sie erschien ... "oh wow, war sie denn schon immer soooo hübsch? Ja, sie sah doch schon immer so aus wie jetzt. Warum hatte er das nicht schon früher bemerkt? Ihre langen blonden Locken fielen locker über ihre Schultern, einige nach vorn und ... ihre Augen... sie strahlten so viel Lebensfreude und Wärme aus ... Oje nun schaute sie auch noch genau zu ihm herüber und ..., lächelte, ging das überhaupt noch schöner? Sie lächelte ihn an, ihn, Shane Filan, den besten Freund ihres Cousins. Er spürte wie die Schmetterlinge in seinem Bauch zu flattern begannen und er konnte seinen Blick nicht von ihr lassen. Was war das bloß? Bisher war er ihr doch auch schon oft begegnet, nein, sie sahen sich täglich in der Schule und an Wochenenden, wenn die Clique sich traf, dann war sie doch auch immer dabei, aber nie war da mehr als Freundschaft zwischen ihnen gewesen. Und heute, wo sie nur in einen Raum kommt? Er verstand es nicht und er hatte etwas Bammel davor es ihr zu sagen. Wer wusste denn schon, ob sie dann überhaupt noch ein Wort mit ihm sprach? Und Kian, wie würde er reagieren? Fragen über Fragen die durch Shanes Kopf schwirrten, doch plötzlich stieß ihn jemand von der Seite an. Es war Kian. "Äh, was?", fragte Shane erschrocken. "Wo warst du gerade mit deinen Gedanken? Du sollst doch mit beurteilen, schließlich bist du einer der Besten und Gill braucht deine Zustimmung, sonst könnte sie nicht unbedingt sehr gut abschneiden...", flüsterte Kian vorwurfsvoll. "Oh sorry Ki, natürlich ...", also hob auch Shane seine Hand für Gillian und der Direktor meinte zweifelnd: "Das Kian Egan für seine Cousine stimmt, das war mir ja schon klar, aber ... auch Michael, Derek, Graham und ... Shane? Was bitte fandest du, Shane Filan, an ihrem Vorspiel so gut?" "Em, naja, sie kann sehr gut singen und das ist für eine der Hauptrollen nun mal das A und O, ebenso das Tanzen, was sie auch herrlich kann und sie schauspielert voller Überzeugung auf der Bühne. Das weiß ich aus Erfahrungen, da wir ja schon seit einigen Jahren zusammen in der Hawkswell Truppe sind. Ich glaube ihr geht’s heut nicht so gut, sonst ist sie wirklich viel besser.", begann Shane stotternd, aber dann immer flüssiger zu sprechen. "Ah ja, dann ist es ja gut.", meinte der Direktor, der auf Shanes Meinung, betrefflich Musik und Schauspiel, sehr viel Wert legte. "Also gut, Gillian Walsh, du wirst sicher eine der Hauptrollen spielen, denn bisher hat Shane noch keines der anderen Mädels so gelobt wie dich. Setz dich und komm bitte morgen wieder." Gillian ging völlig überrumpelt hinüber zu Kian, Shane und dem Rest der Clique. Dort angekommen grinste Kian sie an: "Na Gilly, hat Shany das nicht gut hinbekommen?" Sie nickte kaum merklich und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf: "Ich, ich, ich bin aber doch gar nicht ..." "Doch!", Grinste Shane schelmisch, "Und keine Widerrede, bist ja schließlich die Lieblingscousine meines besten Freundes und es stimmt doch, dass du super gerne singst, tanzt und schauspielerst. Oder seh’ ich das falsch?" Immer noch zu überwältigt schüttelte sie nur den Kopf und ein kleines Lächeln umspielte immerhin schon wieder ihre Mundwinkel. "Ich kann auch zu unserm Direcks gehen und mich entschuldigen, weil ich dich mit einer anderen verwechselt habe...", begann Shane nun wieder, doch nun realisierte Gillian langsam was gerade geschehen war und unterbrach Shane, der gerade noch etwas hinzufügen wollte: "Nein! Du bist ein Schatz!", stieß sie leise hervor, damit es keiner hörte und fiel Shane, jetzt übers ganze Gesicht strahlend um den Hals. Mit so einer Reaktion hatte dieser jedoch nicht gerechnet und war ganz verdutzt, doch natürlich irre glücklich darüber, wie ihr euch sicher denken könnt. "Das Mädchen, genau dieses Mädchen, in das er sich gerade erst verliebt hatte... Halt! Hatte er gerade wirklich gedacht, das er sich verliebt hatte? Ist so etwas überhaupt schon möglich, in seinem Alter, mit 16?", überlegte Shane, doch daswar jetzt auch egal, darüber konnte er noch den ganzen Tag nachdenken. Nicht jetzt, jetzt zählte nur sie, Gillian Walsh und wie sie ihn anstrahlte ...Ja, sie sah wirklich richtig glücklich aus und das hatte er, Shane Filan, hervorgerufen und nur mit seiner Beurteilung für sie. Der Glanz in ihren Augen, das Leuchten, sie spiegelten so viel Glück wieder, so etwas hatte er noch nie gesehen, nicht mal als eine sehr sehr gute Freundin seiner Schwester geheiratet hatte. Doch da wurde er aus seinen Träumen gerissen, doch es war nicht, wie sonst immer, Kians Stimme, die ihn in die Realität zurück holte, sondern Gillians Lippen, ... LIPPEN??? Hatte sie ihn jetzt wirklich geküsst? Ihn? Shane Steven Filan? ... Nein, das konnte doch nicht sein, ... doch, es war so, es war die Realität. Doch natürlich, es war ein Kuss, zwar nur auf die Wange, als Dankeschön, aber für ihn war dieser Kuss himmlisch gewesen ... einfach irre dieses Mädchen und ... Gillian, dieser Name ... er war doch eigentlich wunderschön. Warum war er ihm bisher noch nie so aufgefallen? Bisher hatte er ihn doch schon so oft gehört und gesagt. Wieso war er auf einmal so anders? ... So herrlich? Doch nun war es doch Kian, der ihn aus seinen Träumen riss: "Shane! ... Shane? ... Hello? ... Shaney!? Geht’s dir nicht gut?", fragte Kian und nahm seine Hand. "Äh was? Doch klar, mir geht’s gut. Nur etwas schwindlig. Ist so heiß hier drinnen.", versuchte Shane eine plausible Erklärung zu finden, denn auf eine ehrliche Erklärung hatte er momentan echt keinen Bock, zumal Gillian immer noch daneben stand und auf so einem Weg musste sie von seinen Gefühlen, die er für sie hegte und über die er sich selbst noch nicht im klaren war, ja nun wirklich nicht erfahren. Glücklicherweise nickte Kian verständnisvoll und zog Shane hinter sich her nach draußen, wo auch schon Mike, Derek und Marie auf sie warteten. Auch Sarah stand nicht weit von ihnen und so lief Gillian gleich strahlend auf sie zu und die beiden Mädels umarmten sich erst mal fest. Dann begann Gillian ganz aufgeregt zu berichten, obwohl Sarah ja auch mit im Raum gewesen war. Als sie beim erzählen Shane noch einmal ein dankbares Lächeln schenkte. Dieser lächelte schwach zurück, denn es tat ihm weh, wenn sie ihn so anstrahlte und er dabei genau wusste, dass es nur Dankbarkeit war. Doch keiner bemerkte dies, worüber er nur froh war, denn darüber mit jemandem sprechen wollte er noch weniger. Kian war natürlich gleich zu Marie gelaufen und Mike quatschte mit Derek, so dass Shane etwas verloren herumstand. "Hey Shay! Träumst du?", lachte Mike und stieß seinem Kumpel in die Seite. "Hä, was? Oh sorry. War grad woanders.", stammelte dieser und schaute Mike fragend an. "Ja, das hab’ ich gemerkt. Wollen wir noch mit Ki, Marie und Gill auf ein Eis ins "Florentina" gehen?", fragte Mike feixend. "Em, klar, können wir gern machen, aber was ist mit Derek und Sarah?", fragte nun Shane. "Wollen noch etwas Zeit zu zweit verbringen. Heut Abend treffen wir uns doch bei Ki. Oder hast du das schon vergessen?", grinste Mike und knuffte Shane in die Seite. "Ne, ist ja klar. Vergiss bloß nicht wieder deine Gitarre!", konterte Shane ebenfalls feixend. "Ja ja, ist ja schon gut. Aber jetzt lasst uns endlich gehen, sonst schließen die uns noch hier ein.", meinte Mike und wechselte damit geschickt das Thema. Die anderen stimmten ihm begeistert zu und so machten sie sich auf. "Dinggong, dinggong, dinggong!", Kian schlug die Augen auf, es war schon 18:00 Uhr durch und einer seiner Kumpels war mal wieder überpünktlich. Mit einem Satz war er auf den Beinen und lief so schnell er konnte ins Bad. Noch einmal fix die vom Schlafen verstrubbelten Haare geordnet und einen Schwapps kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt und schon stürzte er zur Tür, wo es bereits zum dritten mal schellte. "Hi Kian, warst du grad unter der Dusche oder was?", wurde er sogleich von Graham begrüßt. "Ne, komm doch erst mal rein!", forderte Kian ihn auf und öffnete die Tür ganz, damit Graham rein konnte. Wenig später saßen die beiden in Kians Zimmer und quatschten etwas, doch so gegen halb sieben meinte Kian plötzlich: "Oh, die anderen werden bald kommen. Ich muss mal die Pizza in den Ofen schieben und Getränke hinstellen. Und etwas Knabberzeug wäre vielleicht auch ganz angebracht." "Okay, dann gehen wir halt und ich helfe dir dabei.", schlug Graham vor. "Ja, dann los!" "Hi Mark, komm doch rein!", rief Kian, als er die Tür öffnete. Dieser trat ein und gerade als Kian die Tür wieder schließen wollte kam Shane angerannt: "Hey warte Kiki! Lass mich auch mit rein!", rief er außer Puste. Kian erschrak über das plötzliche Geschrei, lachte aber gleich wieder, als er seinen besten Freund erkannte. Wenig später waren dann auch alle anderen eingetroffen und hockten futternd und quatschend um den Esstisch, der in der Küche stand. Früher hatten sie immer ihr Abendbrot mit ins Wohnzimmer genommen, doch dann war ihnen eingefallen, dass sie sich doch die ganze Arbeit mit dem Wegräumen sparen könnten, wenn sie gleich in der Küche aßen, denn den Couchtisch brauchten sie ja noch für ihre Notenblätter usw. Als die Pizza bis auf den letzten Krümel verspeist war, gingen sie in die Stube, wo sie vorher schon ihre Instrumente abgestellt hatten. Derek, Mike und Mark ließen sich auf die Couch fallen, während Graham, Shane und Kian auf den Sesseln Platz nahmen. Kian nahm seine Gitarre und begann zu spielen. Shane schnappte sich ebenfalls seine und unterstützte Kian, kurz darauf begann er leise zu singen und die anderen summten mit. Wenig später entwickelte sich das Ganze zu einem richtig kräftigen Gesang, der das ganze Haus erfüllte. Sie sangen verschiedene Coversongs und änderten sie immer nach Lust und Laune etwas ab. So entstand, irgendwann in dieser Zeit, auch "You’re My Fairy", der später sogar der Titelsong ihres Musicals werden sollte. Doch auch dieser Abend ging einmal vorbei und die fünf verabschiedeten sich von Kian, der ja noch fix die Wohnung in Ordnung bringen musste, bevor seine Eltern heim kommen würden. Seine beiden großen Brüder wohnten ja schon seit einiger Zeit nicht mehr zu Hause, Finella und Vive waren zu einer Party bei ‚ner Freundin eingeladen und Colm schlief mit Marielle bei ihren Großeltern, sodass er mit den fünf anderen wirklich Sturm freie Bude gehabt hatte. Das organisierten sie immer so, da sie nicht gern beim Rumklimpern auf ihren Instrumenten, was eigentlich immer sehr gut klang, meinten zumindest alle anderenaußer sie selbst, gestört wurden. Das heißt, sie wussten natürlich auch, dass sie singen und spielen konnten, aber wer wird schon gern beim Rumprobieren oder Proben belauscht? Die Sechs zumindest nicht und deshalb trafen sie sich auch jedes Mal dort, wo sie gerade die Chance hatten, allein zu sein. "Good morning Ki!", rief Shane seinem besten Kumpel entgegen, als sie sich wie gewöhnlich an der Ecke trafen, um anschließend gemeinsam zur Schule zu gehen. "Morning.", grummelte dieser jedoch bloß verschlafen zurück. Er fragte sich, wie Shane nur jeden Morgen so ausgeschlafen sein konnte. Er selbst musste sich jeden Tag aus dem Bett quälen und sich eine riesige Ladung Wasser ins Gesicht schütten, um überhaupt die Augen auf zu bekommen undShane? ... Der kam wie immer gutgelaunt und mit einem Grinsen im Gesicht auf ihn zu. Jeden Morgen das selbe ... "Wie machst du das bloß?", brabbelte Kian vor sich hin und Shane ignorierte es - so wie es die Regel war - mal wieder. Doch mit der Zeit weckte die frische Morgenluft und Shanes ansteckende Fröhlichkeit Kian immer wieder auf und so kamen sie letztendlich jedes Mal quatschend und lachend an dem College an, wo - wie schon so oft - der Rest der Clique auf sie wartete. Eigentlich alles wie immer. Auch der Unterricht verlief normal. Nichts Aufregendes was sich lohnen würde zu erzählen. Nach der Schule begann der Tag für die Jungs und Mädels des Summerhill Colleges erst richtig, da jetzt die Entscheidung fallen würde, wer nun entgültig dabei bleiben durfte und wer nicht. Auch wer welche Rolle übernehmen würde sollte bald schon entschieden werden, doch dazu mussten sie sich ja erst einmal das Stück ausdenken. Da aber heute alle sehr gut waren ließ der Direktor allen noch eine Chance und sie durften sich erst mal das Stück überlegen. Dazu hatten sie nun ganze drei Tage Zeit und so trafen sie sich gleich noch am selben Abend am Sligo bay. "Hi Mum, ich bin wieder da!", rief Shane, als er so gegen 17:30 Uhr heim kam. "Hi mein Schätzchen! Wie war dein Tag?", rief sie erfreut, da ihr Jüngster auch endlich eingetrudelt war. Doch Shane antwortete nicht gerade begeistert: "Naja, sie haben noch nichts entschieden. Ich muss dann gleich noch mal los. Wir treffen uns dann alle am Sligo bay, weil wir uns was für das Musical ausdenken müssen." "Oh du ärmster.", lächelte seine Mutter verständnisvoll, "Du hast ja wirklich Stress." "Mh.", seufzend schmiss Shane die Hausschlüssel auf die Kommode und lief nach oben in sein Zimmer, wo er auch gleich die Schultasche in die Ecke warf undsich auf sein Bett lümmelte. Er schaute an die Decke ... nichts besonderes ... zumindest keine Ablenkung, also schloss er erschöpft die Augen und ... da war sie wieder ... "Shane?", Denise kam in sein Zimmer und klopfte nicht einmal an. Das war Shane nun schon gewohnt, da Denise regelmäßig zu ihm kam und irgend etwas wollte, doch das Anklopfen hatte sie noch nie für nötig gehalten. Mühsam öffnete er die Augen ein bisschen und wartete, was sie nun schon wieder wollte. "Hallo mein kleiner Sonnenschein. Wie war die Schule?", begann sie zu sprechen und Shane kniff die Augen zusammen. Wie er es hasste, wenn sie ihn "mein kleiner Sonnenschein" nannte. Er blieb jedoch ruhig und antwortete gelangweilt: "Wie immer. Doof! Nüscht Neues." Denise musste über ihren kleinen Bruder schmunzeln. Er war doch zu goldig. Wie er immer so cool tat und dabei könnte er fast explodieren. "Hast du deine Schularbeiten schon erledigt?", fragte sie weiter, "Es ist schon spät und wenn du nachher noch mal weg musst, dann wird es wirklich Zeit." Shane verdrehte die Augen und sagte: "Nö, irgendwann brauch auch ich mal ne Pause." "Ja, ist ja richtig Sonnenschein, aber jetzt wird es halt wirklich langsam Zeit.", beharrte Denise und Shane merkte, dass er nicht gegen sie ankam. Murrend stand er deshalb auf und machte sich genervt an seine Aufgaben, die heute endlos zu sein schienen. Vor allem in History kapierte er nichts. Immer und immer wieder las er sich den unverständlichen Text durch, doch es kam heut irgendwie nicht an. Nach 1 ½ Stunden schmiss er sein Heft wütend gegen die Wand und ... schon kam Denise wieder in sein Zimmer gestürmt. "Was hast du denn mein Sonnenschein?", fragte sie lächelnd, als sie ihren kleinen Bruder Fäuste ballend im Zimmer stehen sah. "Ach nüscht! Bis auf die bescheuerte History. So ein Müll! Können die uns nichts Ordentliches beibringen?! Aber ne, nur Schwachsinn!", fing Shane an sich in Rage zu reden, doch Denise stoppte ihn gleich wieder, indem sie ihn in den Arm nahm und sagte: "Hey hey, ist ja gut. Ich musste den ganzen Kram auch lernen. Es gehört einfach zum Lehrplan und nicht jeder kann sich für das selbe interessieren. Andere finden es sicher interessant. Oder?" "Mh, vielleicht, aber ich krieg’ das einfach nicht in meinen Kopf.", gab Shane kleinlaut zu. "Macht nichts. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Soll ich dir helfen?", meinte Denise und Shane nickte dankbar. Doch so einfach, wie sie sich das vorgestellt hatte, war das nicht, da Shane heute wirklich sehr unkonzentriert war. Nach einer weiteren Stunde fiel ihr jedoch etwas ein: "Shane, was ist denn zur Zeit dein Lieblingslied?" "Äh, was? wieso?", schreckte er hoch, da Denise schon seit einigen Minuten geschwiegen hatte und er wieder geträumt hatte. "Sag doch mal bitte.", forderte sie ihn wieder, ohne eine Antwort zu geben auf. "Em naja, ich weiß auch nicht so genau, aber ich glaube Back for good.", antwortete er schon fast flüsternd. "Von Take that?", fragte Denise und schaute auf. "Ja, was dagegen?", fragte Shane angegriffen. "Nein, ich hab mich nur etwas gewundert, weil das für einen Jungen sehr ungewöhnlich ist, aber ich finde Take that auch gut. Du brauchst deshalb nicht sogrillig zu sein.", meinte Denise und sah Shane direkt in die Augen. Diesem war das ziemlich unangenehm und so fragte er schnell: "Warum wolltest du das eigentlich wissen?" Nun begann sie zu erklären: "Naja, du singst den blöden text hier aus deinem Heft irgendwie auf die Melodie und da merkst du es dir sogar sehr genau." "Hä, hast du’n Knall?", fragte Shane lachend. "Ne mein Sonnenschein. Du wirst es dir wirklich schnell merken, zumal du doch so musikbegeistert bist. Glaub mir, das funktioniert. Sonst weiß ich auch nicht. Ich kann dir jetzt nicht mehr helfen.", sagte sie, standauf und verließ sein Zimmer. Shane sah ihr nachdenklich hinterher und probierte es dann doch mal aus und ... siehe da, es ging wunderbar. Als er endlich alles fertig hatte rannte er nach unten in die Küche, wo schon sein Abendbrot auf ihn wartete. Anschließend schnappte er sich seine Gitarre, nahm seine Jacke vom Haken, rief noch ein kurzes "Bye bis später!" ins Haus und machte sich auf den Weg zum Sligo bay, wo alle anderen sicher schon längst auf ihn warteten. Doch die Hausaufgaben ... "gehen halt vor" dachte er bei sich und schon bald hörte er die anderen lachen. Als er näher kam, sah er wie sie im Sand herumtollten und sich nicht wirklich Gedanken über ein Musical machten. Zumindest sah es für ihn nicht nach so etwas oder Ähnlichem aus. Mike entdeckte ihn zu erst und rief: "Hi Shay! Schön, dass du auch noch kommst!" Als die anderen das hörten blickten sie auf und riefen alle durcheinander: "Shane, Shay, Shaney, Hi!" Shane kam lachend auf sie zu und schmiss sich neben Mike in den Sand. "Was hast du bloß wieder so lange gemacht?", fragte dieser auch gleich und klopfte Shane freundschaftlich auf den Schenkel. Shane grinste und antwortete: "Mein Historyheft an die Wand geklatscht, weil ich nüscht kapiert hab’." "Ach, den Quark hab ich auch nich’ geschnallt und ich glaub auch alle anderen nich’. Wird wohl morgen nüscht mit der Arbeit. Du weißt doch, wenn der Klassendurchschnitt unter vier liegt, dann müssen die die Arbeit wiederholen...", feixte Mike und ihm schien das Ganze sogar noch Spaß zu machen. "Was und ich lass es mir noch stundenlang von meiner Schwester eintrichtern?", rief Shane ärgerlich, "Da hätt’ ich das ja auch lassen können." "Ja, hättest du.", mischte sich nun Mark ein und grinste frech. "Oh mein Gott! Der ganze Stress umsonst.", jammerte Shane nun und ließ sich in den Sand fallen. Doch da klopfte ihm jemand auf die Schulter: "Bist nicht der einzig blöde Shay, ich bin ebenfalls daran verzweifelt und war auch nur 10 Minuten vor dir hier.", meinte Kian, der sich gerade zu ihnen gesellt hatte. Da grinste auch Shane wieder und meinte: "Na, ein Glück. Dann retten wir beide den Klassendurchschnitt auf unter vier." Kian begann zu lachen, denn wenn sie das wirklich schaffen würden, dann würde das ja bedeuten, dass alle anderen ihre schlechten Noten bekommen und die Arbeit nicht noch mal geschrieben werden musste. Mike verzog das Gesicht, da er ja zu diesen gehörte, die eben nicht gelernt hatten. "Sollten wir jetzt nicht mal langsam anfangen?", fragte Gillian, die gerade zu den Jungs gekommen war schüchtern. "Ja Gill, du hast ja recht. Also los Boys oder wollt ihr noch ewig hier verbringen?", rief Kian herausfordernd und sprang auf. "Na warte Kiki!", schrie Shane lachend und rannte Kian so schnell er konnte hinterher. "Komm doch! Du lahme Ente!", gackerte dieser und Shane sprintete weiter. Kurz darauf hatte er Kian eingeholt und warf ihn in den Sand. "So, wie war das?", grinste er und guckte runter, wo Kian sich den Sand aus dem Gesicht wischte. "Okay, du hast ausnahmsweise mal gewonnen.", feixte dieser und stand wieder auf. "Hey! Das hat dir wohl noch nicht gereicht?", rief Shane und stürzte sich wieder lachend auf seinen Kumpel. "Doch doch doch! Ich gebe auf! Du bist unschlagbar.", rief Kian und hob schützend die Hände nach vorn. "Okay.", begann Shane und Kian flüsterte: "Heute mal." Doch zu seinem Glück hatte Shane es nicht verstanden, sonst wäre er wahrscheinlich noch im Wasser gelandet. "Mensch Jungs! Wir müssen wirklich langsam anfangen.", rief Sarah und Kian trabte an, hinter ihm Shane und dann, als Letzter, traf Mike ein, der immer nocham Lachen war. Das Schauspiel von Kian und Shane war aber auch zu köstlich gewesen. "Gut, dann erzählt mal. Was gibt es für Vorschläge?", begann Marie, die wie immer alles in der Hand hatte. Sie war einfach ein richtiges Organisationstalent und wenn sie sprach waren auch immer alle ganz still und hörten ihr zu. Auch wenn sie vom Direktor offiziell rausgeschmissen wurden war, die Schüler und Schülerinnen bewunderten ihr Talent und kürten sie deshalb trotz allem zu ihrer Organisatorin. "Ja, Mike?", rief Marie den ersten auf, der sich meldete. "Em, naja, wir könnten es ja so machen, dass die Hauptdarstellerin eine Prinzessin spielt und der Hauptdarsteller einen normalen Jungen aus dem Volk. Und dann ... ich weiß auch nicht, sie dürfen sich halt nicht lieben und kommen letztendlich doch zusammen.", begann er zu erzählen, doch so ganz begeistert war keiner. "Ne, ich hätte ne bessere Idee.", meldete sich Sarah zu Wort. "Echt, dann schieß mal los!", sagte Marie und Sarah begann mit ihrer Variante: "Also, ein Mädchen kommt neu an eine Schule, ist immer sehr ruhig und zurückhaltend und deshalb kann sie auch keiner leiden. Sie wird von allen einfach ignoriert oder sogar gehänselt. Bis auf ein Junge, er hat nicht diese Vorurteile wie alle anderen. Er spricht öfters mit ihr und findet sie von Anfang an nett. Die beiden sind aber von Natur aus sehr schüchtern und deshalb traut sich auch keiner von beiden den anderen zu fragen, ob sie sich auch mal außerhalb der Schule treffen wollen. Irgendwann machen sie in der Schule dann ein Musical und lernen die Songs dafür in den Musikstunden. Alle Mädels der Schule lernen fleißig die Texte, damit sie beim Ausscheid gut abschneiden. Nur dieses Mädchen bleibt still und zeigt kein Interesse. Vielleicht wollen die anderen es auch nicht sehen. Eines Tages reitet der Junge durch den Wald und hört von fern einen wunderschönen Glockenhellen Gesang Als er näher kommt sieht er das Mädchen, was sonst so still und in sich gekehrt ist Auf einer Lichtung singen und tanzen. Sie kann sich so herrlich bewegen und ihre Stimme ist der Wahnsinn. Er geht zu ihr, nimmt ihre Hände, beginnt die Schrittfolge mitzumachen und fängt dann gefühlvoll an zu singen, um schließlich mit voller Leidenschaft im Refrain mit ihr den Höhepunkt des Liedes zu singen. Irgendwie bringt er sie dann noch in die Musicaltruppe mit rein und alle beschimpfen sie und ihn gleich mit. Als sie jedoch sehen, wie toll dieses unnahbare Mädchen singen und tanzen kann, bekommen sie große Augen und sind plötzlich alle ganz nett zu ihr. Dazwischen muss man natürlich immer merken, dass die beiden sich lieben. Wenn sie dann das Musical aufführen, kommen sie dann endlich zusammen. Was haltet ihr davon?" Alle riefen begeistert: "Ja, super! Das nehmen wir." "Wie wäre es, wenn der Junge der Schwarm der ganzen Mädels ist?", fragte Lynn. "Ja, gute Idee.", stimmte Kian zu und die anderen nickten. "Also ist es beschlossene Sache?", versicherte Marie sich noch einmal. Alle nickten und sie fuhr fort: "Gut, was nehmen wir für Songs?" "Ich würde sagen, darüber denkt jeder mal bis morgen nach und wir treffen uns dann morgen um die gleiche Zeit wieder hier, oder?", fragte Derek. "Ja, okay, dann bis morgen alle zusammen. Good night!", schloss Marie die Versammlung und stand auf. Auch die anderen machten sich nach und nach auf den Heimweg. Schließlich war einige Zeit vergangen und am nächsten Morgen mussten sie alle früh raus. Als Shane heim kam fiel er gleich todmüde in sein Bett und vergaß sogar die Zähne zu putzen. Als seine Mutter ihn am nächsten Morgen wecken kam, war er noch müder als normalerweise und sie brauchte viel Überredungskraft, um ihren Jüngsten aus denFedern zu jagen. Doch irgendwann hatte sie auch das geschafft und Shane befand sich auf dem Schulweg. Der Schultag war wie immer doof, langweilig und anstrengend, doch die Schüler und Schülerinnen freuten sich viel zu sehr auf das Musical, als dass sie sich dadurch die Laune verderben ließen. In den Pausen herrschte in Shanes und Kians Klasse wie immer ein heilloses Durcheinander, so dass er und Kian die Lachmuskeln ziemlich beanspruchen mussten. Doch endlich hatten sie auch diesen Schultag überstanden und machten sich immer noch lachend auf den Heimweg. Als sie sich an der Ecke trennten verabredeten sie sich noch fix für in zwei Stunden bei Kian zu Hause. Dort wollten sie noch an Songs feilen, die sie schon fast fertig geschrieben hatten Und vielleicht auch einen neues beginnen. Als Shane heim kam, lief er zu erst in den Stall und holte seinen Clover aus der Box. Nachdem er fertig gestriegelt war sattelte Shane ihn auf und schwang sich in den Sattel, dann galoppierte er los. Eine Runde durch den nahe gelegenen Wald, dann unten am Strand entlang und hinten rum über die grünen Wiesen und Felder zurück nach Hause. Dort angekommen versorgte er sein Pferd und ging, vom Schulstress erholt, ins Haus, wo auch schon seine Mum in der Küche rief: "Hi Schatz! Wie war dein Tag heute so?" "Immer die gleiche Frage.", dachte Shane etwas genervt und antwortete: "Naja, so bla bla. Nüscht Besonderes.”, auch die Antwort war stets die selbe, wenn es nicht wirklich mal was zu erzählen gab. Er zog seine Schuhe aus, warf sie in den Flur, schmiss die Schultasche in die Ecke und lief in Strümpfen zu seiner Mutter, um sie zu begrüßen. "Hello Mum. Was gibt es denn schönes zu essen?", fragte er, während er sich die Jacke auszog. "Heut gibt es Pommes mit Schnitzel. Recht so?", lächelte sie und ihr Junge begann zu strahlen: "Recht so??? Ja Mum! Ja! Hoffentlich läuft es heute weiter so gut." "Wieso? Hast du noch was wichtiges vor?", fragte sie schmunzelnd. "Ja, ich geh dann zu Ki und wir ... äh ... wollen Hausaufgaben machen.", sagte er schnell, da ja keiner wusste, dass die sechs Jungs selber Songs schrieben und es sollte nicht durch seine Dummheit herauskommen. Seine Mutter nickte zufrieden, doch als Shane nach dem Essen in sein Zimmer gehen wollte, hielt sie ihn auf: "Hey Schätzchen, wie oft soll ichs dir nochsagen? Die Jacke kommt in den Schrank im Flur, nicht über den Küchenstuhl." "Mrr", brummelte er, "Ich brauch sie doch eh gleich wieder." "So ein Quatsch! Ich frag mich so wie so warum du die noch mit schleppst. Es ist Hochsommer und du frierst doch sonst auch nicht.", meinte Mae die das diskutieren mit ihrem Sohn über die dämliche Jacke langsam satt hatte. "Jeden Tag das selbe. Und nichts besserte sich, aber auch reingar nichts.", dachte sie und wendete sich wieder den Kochtöpfen zu. Shane hingegen hatte die Jacke geschnappt, im Flur weggehängt und lief nun hoch in sein Zimmer. Dort kramte er in einer Schublade, ganz unten im Schreibtisch herum und hatte nach einigem suchen auch endlich gefunden, was er wollte. Er zog von ganz untendrunter einen Hefter hervor und steckte diesen gleich in seinen Rucksack Dazu warf er noch einige Spitzer, Radiergummis, Blei-, Bund- und Faserstifte. Dann sprang er die Treppen wieder hinab, ließ seinen Rucksack, als er an der Gardarobe vorbei lief fallen und kam pfeifend in der Küche an, was seine Mum mit einem kopfschütteln quittierte, da er ja brabbelnd verschwunden war und nun so fröhlich zurück kam. "Ich hab Hunger Mum.", sagte er während er sich schon an den gedeckten Tisch setzte. "Ja Schatz, das Essen ist gleich fertig.", antwortete sie und holte die Pommes aus dem Herd. Shane klapperte schon unruhig mit dem Besteck auf dem Tisch rum und trommelte mit seinen Füßen im Takt. Mae nahm seinen Teller weg und schmiss ihm gleich zwei Hände voll Pommes drauf. Oben drüber klatschte sie das fast tellergroße Schnitzel und stellte es vor ihren Vielfrass. Shane machte sich auch gleich drüber her und verschlang alles in Rekordzeit. Mae schüttelte nur schmunzelnd den Kopf und dachte: "Diese Jugend, wie die nur immer SOO viel essen können." Doch die selben Fressattacken hatten Peter, Finbarr und Liam auch gehabt und nun, nichts davon war übrig geblieben, im Gegenteil, sie aßen ganz normal, wie es halt bei erwachsenen Männern üblich ist zu essen. Doch da war Shane auch schon wieder fertig mit Essen und stand auf. "Danke Mum, war lecker.", sagte er und verließ die Küche. Fünf Minuten später kam er zurück und rief aus dem Flur: "Mum? Ich gehe zu Kian. Kann länger dauern. Vielleicht gehen wir gleich von ihm aus zum Sligo Bay. Du weißt doch, wir treffen uns dort noch mal alle wegen dem Musical.” "Ja, aber du bist wenigstens um halb 10 wieder da. Okay?", fragte Mae besorgt, wie eine Mutter eben war, wenn es um ihr jüngstes Kind ging. Shane verdrehte im Flur die Augen und tippte sich an die Stirn, da Mae es ja nicht sehen konnte, denn das hätte er sich dann wohl doch nicht gewagt. "Ja Mum, ich versuch’s, aber wenns länger dauert, dann kann ich auch nicht einfach abhaun.", antwortete er und griff schon nach seinem Rucksack. "Gut mein Schätzchen, aber nimm den Schlüssel mit, falls wir schon im Bett sind und pass gut auf dich auf! Ach und grüß Mrs Egan!", ermahnte sie ihn noch einmal, bevor er endlich gehen konnte. "Ja Mum. Bye!" und schon war er aus dem Haus gestürmt und in Richtung Egans gelaufen. "Bye!", rief sie noch zurück, doch das hörte er nur noch mit einem halben Ohr. "Hallo Shane.", begrüßte Kians Mutter ihn, als sie die Tür öffnete. "Hello, viele Grüße von meinen Eltern soll ich bestellen.", begrüßte er sie höflich, trat sich die Schuhe ab und kam rein. "Oh vielen Dank. Grüß sie mal ganz lieb zurück. Ach und wenn du dran denkst, kannst du ihr ja mal sagen, dass ich morgen mal rüber schaue.", meinte Mrs Egan. "Ja, geht in Ordnung. Ist Kian in seinem Zimmer?", fragte Shane und lief schon los. "Ja, müsste er sein. Ich hoffe er macht seine Hausaufgaben.", antwortete sie und Shane erwiderte: "Hausaufgaben? Die machen wir doch jetzt eh zusammen." "Achso, na dann. Viel Spaß.", meinte sie noch bevor Shane in Kians Zimmer verschwand. "Hoppla Shaney", rief Kian erschrocken, als sein Freund ohne anzuklopfen ins Zimmer stürmte, "wo kommst du denn her?" "Von draußen.", lachte dieser zurück, da Kians entsetzter Gesichtsausdruck einfach zum wegschmeißen war. "Haha, mach doch wenigstens die Tür zu!", meckerte Kian weiter. "Oller Blubberkopp!", grinste Shane und ließ sich auf das große gemütliche Bett, mit den vielen Kissen fallen. "Blubb, blubb!", machte Kian grinsend und musste sich zusammen reißen, nicht laut loszubrusten, doch als Shane zu kichern begann hielt auch er es nicht mehr zurück und so saßen sie in Kians Zimmer und lachten sich schlapp, obwohl es ja eigentlich nun auch nicht SO komisch gewesen war. "Kian? Ich bin dann mal einkaufen, ja?", rief seine Mutter und Kian antwortete immer noch außer Puste: "Ja Mum, ist okay. Bye!" "Bye, bis später!", hörten sie noch, bevor die Wohnungstür ins Schloss fiel. Dann holte Shane den Hefter und die Stifte aus seinem Rucksack und legte alles vor sich auf Kians Schreibtisch. Anschließend schlug er die erste Seite auf und guckte sie sich aufmerksam an. Kian beugte sich über seine Schulter, um auch einen Blick zu erhaschen. "Hol dir doch mal noch nen Stuhl!", meinte Shane und Kian verschwand. Wenig später saßen die beiden über den halbfertigen Songs und veränderten hier und dort noch etwas. Irgendwann holte Kian noch seine Gitarre und spielte darauf eine passende Melodie zu ihrem Text. Kurz darauf begann Shane zu singen und Kian stieg mit ein. Dann veränderten sie einige Melodien, gingen mit der Stimme höher oder tiefer und entwickelten einen richtig guten Song wie sich später herausstellen sollte. Als sie sich sicher waren, alles perfekt fertiggestellt zu haben, griffen sie sich das nächste Notenblatt und schrieben alles fein säuberlich auf. Dann war der zweite Song an der Reihe und weil sie heute so gut drauf waren, schafften sie es sogar vier Songs komplett fertig zu texten, eine passende Melodie zu finden und diese dann auch noch auf Notenblättern festzuhalten. Als es langsam Zeit wurde aufzubrechen packten sie alles ein, schnappten sich die Gitarre und machten sich auf den Weg zum Treffpunkt. Diesmal waren sie nicht die Letzten, sondern sogar die ersten, bis auf Marie, sie stand im seichten Wasser und schaute raus aufs Meer. Die beiden Freunde legten ihre Sachen in den Sand, schlichen langsam und auf Zehenspitzen vor ans Wasser und blieben kurz hinter Marie stehen. Ihre Haare wurden von dem Abendwind nach hinten geweht und sie schien nichts um sich herum mitzubekommen. Kian legte seine Arme von hinten um ihre Tallie und flüsterte: "Hi Süße. Von was träumst du gerade?" "Ahhh!!!", krietschte sie auf, "Kian! Bist du des Wahnsinns?! Mich so zu erschrecken.", Marie war herumgewirbelt und rang nach Luft. "Sorry mein Englein, das wollte ich nicht.", sagte er sofort und nahm sie in den Arm. "Mh, ist ja gut, aber das nächste Mal ...", sie konnte nicht weiter sprechen, da Kian ihre Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss verschloss und gleich darauf meinte: "...wird es nicht geben. Versprochen." Marie lachte und begrüßte nun auch Shane, der das ganze verträumt beobachtet hatte und sich insgeheim wünschte, dass er auch mal so glücklich sein würde, wie die beiden es gerade waren. In seiner Vorstellung wusste er auch schon genau, wie dieses Mädchen aussehen sollte. "Sie sollte lange blonde Haare, herrlich strahlend blaue Augen und eine gute Figur haben." Genau so sollte sie sein und wahrscheinlich dachte er an Gillian. "Hi Shane!Gut dass du auch schon da bist. Ich muss mit dir noch was besprechen.", begrüßte Marie ihn auch sogleich und riss ihn damit aus seinen Träumen. "Äh ja, hi Marie! Was gibt’s denn?", stotterte er los, doch zu seinem Glück bekamen es die beiden anderen nicht so wirklich mit. "Also, der Direx will ja noch festlegen, wer wen spielen darf, aber wie wäre es denn, wenn wir selber ab hier alles in die Hand nehmen?", sprach Marie ihre Gedanken auch gleich aus. "Mh, eigentlich keine schlechte Idee. Könnte man ja machen.", meinte Shane nachdenklich. "Keine schlechte Idee? Eine tolle sogar! Das machen wir so und basta!", rief Kian begeistert. "Okay.", lachte Shane und auch Marie war froh, dass die beiden ihren Vorschlag so klasse fanden. "Wann wollen wir das denn dann festlegen.", fragte Kian voller Tatendrang. "Naja,", überlegte seine Freundin, "Ich denke, das ergibt sich bald." "Gut. Heute stehen erst mal die Songs im Vordergrund. Nicht wahr?", ließ Shane verlauten. "Ja, genau und natürlich erst der genaue Ablauf der Handlung.", stimmte Marie dem zu. "Na dann...An die Arbeit! Dort kommen die anderen.", meinte Kian, der kaum noch zu stoppen war. Als endlich alle eingetroffen waren eröffnete Marie die Beratung: "Hi! Schön, dass ihr alle gekommen seid. Wie ihr wisst, wollen wir jetzt einige Songs für unser Musical aussuchen, doch vorher müssen wir den Ablauf der Handlung richtig festlegen und am besten auch die Darsteller dafür auswählen." "Stimmt.", nickte Alice bestätigend. "Okay, wie wäre es, wenn wir den Hauptpersonen erst mal Namen geben?", schlug Mark vor. "Ja, gute Idee. Also, wie sollen sie heißen?", meinte Marie, schaute fragend in die Runde und holte sogleich ihren Schreibblock aus dem Rucksack, um alles auf Papier festzuhalten. "Wie viel Namen brauchen wir denn eigentlich?", fragte Sarah, die auch schnell vorwärts kommen wollte. "Tja, gute Frage. Als erstes natürlich für die zwei Hauptdarsteller.", antwortete Marie. "Also,", begann Mike, "dann muss es natürlich auch ein sehr schöner Name sein, den die Hauptdarstellerin bekommt. Oder?" "Ja, das wäre vorteilhaft.", gab Marie zu. "Wie wär’s mit Helen?", fragte Sally, die bisher nur geschwiegen hatte. "Ne, zu häufiger Name.", meinte Gillian nachdenklich. "Oder Kyna.", schlug nun Lyn vor. "Mh, passt irgendwie auch nicht so richtig.", meinte Marie und kaute auf ihrem Bleistift rum. "Und was ist mit Kelly?", fragte Nun Alice. "Ne, auch zu häufig.", lehnte Sarah ab. "Oder was haltet ihr von Wendy?", meinte Graham und schaute sich fragend um. Doch wieder allgemeines Kopfschütteln. "Ne, irgendwie auch nicht das Richtige.", sagte Marie dann stellvertretend für alle anderen. "Und Klea?", warf Gillian ein. "Ja, super. Das kennt nicht gleich jeder und schön ist er allemal.", stimmte Kian ihr zu und strahlte bis über beide Backen. Auch die anderen waren gleich einverstanden, da ihnen der Name ebensogut gefiel. "So, nun für den Jungen.", erinnerte Marie und alle begannen wieder nachzudenken. "Vielleicht Brian?", schlug Mike vor. "Ne, wieder zu häufig.", meinte Elly, die bisher ebenfalls geschwiegen hatte. "Oder ... Kevin?", versuchte es Lyn. Doch wieder keine Zustimmung. So suchten sie noch ewig, bis Kian die sache beendete. "Dann nehmen wir halt jetzt einfach Kim. Sonst kommen wir heut gar nicht mehr weiter.", womit er sicher recht hatte. "Okay", sagte Marie, "und die anderen?" "Kelly!", rief Alice. "Und Mariah!”, warf Lyn ein. "Betty!", meinte auch Kian. "Benny!", rief Sarah von ganz hinten und Marie notierte sich alles auf ihrem Block. Dann, als sie meinte genug Namen zu haben, hob sie die Hand und es wurde still: "Okay, das reicht denke ich. Nun mal zu der genauen Handlung." So stellten sie nach und nach alles genau auf und legten sogar einige Darsteller schon fest. Auch die Songs kamen nicht zu kurz, denn der Titelsong stand bereits fest. Als sie für diesen Tag Schluss machten, waren sie auch völlig ausgepowert. Shane und Kian hatten sich auf dem Heimweg nicht einmal unterhalten und das war schon sehr merkwürdig, denn sonst lachten und klapsten die Beiden nur, wenn sie zusammen waren. Shane schloss mit kleinen Augen die Haustür auf, denn es war inzwischen schon kurz nach null Uhr und ließ alles fallen. "Nur noch ins Bett.", dachte er, putzte in Rekordzeit die Zähne und fiel totmüde in seine kuschlige Heia. Wenig später war er auch schon eingeschlafen und träumte höchst wahrscheinlich von dem bevorstehenden Musical. Am nächsten Morgen war es eine Qual für seine Mutter ihn aus dem Bett zu bekommen, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Doch endlich, nach langem reden und eine halbe Stunde später als sonst war es geschafft und Shane saß am Frühstückstisch. Kurz darauf verließ er das Haus und sprintete in Richtung Schule. An der Ecke, wo er sonst immer auf Kian traf schaute er sich kurz um, doch weit und breit war niemand zu sehen, was auch logisch war, da Shane ja schließlichziemlich spät dran war. Also lief er weiter, nachdem er sich versichert hatte, dass Kian wirklich nicht mehr da war und stürzte fünf Minuten nach dem Stundenklingeln in die Klasse. Nach einer kurzen Entschuldigung ließ er sich neben Kian auf seinen Platz fallen und packte seinen Hefter und die Federmappe aus. Doch zum Glück verging die Stunde ziemlich schnell und die Frühstückspause rückte immer näher. Endlich war es soweit und kaum hatte es geklingelt, packten auch schon alle ihre Brotbüchsen aus. So auch unsere beiden Freunde. Plötzlich schob Shane Kian heimlich ein ziemlich altes zerknittertes Blatt Papier zu, was dieser unbemerkt unter seinem Pult verschwinden ließ. Trotzdem schaute er seinen Freund fragend an, doch Shane grinste nur geheimnisvoll und setzte sich wieder, da es bereits zur zweiten Stunde schellte. Jetzt hieß es wirklich "AUFPASSEN", denn in History waren sie beide keine Leuchten, deshalb mussten sie es mit Mitarbeit, Achtsamkeit und Hausaufgaben wieder rausholen. Bisher hatte das auch eigentlich immer geklappt und heute war es nicht anders. Sie bekamen die Arbeiten vom Vortag zurück und ... "Yeah!", quiekten Shane und Kian fast gleichzeitig los. "Ich hab ne eins!", kreischte Kian wie ein Mädchen. "Ich auch!", brüllte Shane und verführte einen richtigen Freudentanz. Der Rest der Klasse war nicht so gut. Nein, eher im Gegenteil, sehr schlecht. Es waren einige vieren, fünfen und sogar zwei sechsen dabei. Auch dreien und zweien hatte es gegeben, aber längst nicht so viele, wie alles andere. "Meine Lieben, wenn ihr euch nicht langsam mehr anstrengt, dann wird das hier nichts. Euer Klassendurchschnitt liegt inzwischen bei 3,9 und das ist für eure Klasse peinlich. Ihr solltet euch schämen. Andere Schüler sind fleißiger als ihr und sind so schlecht, aber ihr könnt es, wenn ihr nur endlich mal etwas dafür tun würdet. Aber gut. Es ist euer Abschluss. Nächstes Thema: "Dritter Weltkrieg"" Einige Schüler verdrehten mächtig die Augen, so auch Shane und Kian. "Oh wow, ein größenwahnsinniger Herrscher, der sich während er verliert selbst umbringt...", meinte Shane, der die ganze Geschichte schon oft von seinen Großeltern gehört hatte. Kian nickte bloß grinsend und begann den Zettel, den er in der Pause vorher von seinem besten Freund bekommen hatte, zu lesen. Als er sah, was auf dem Blatt geschrieben stand begann er zu strahlen: "Hey Shaney, wo hast du denn das aufgetrieben?" "Äh, glaub mir, das willst du gar nicht wissen.", feixte dieser und beugte sich über sein Heft. "Ey, sag mal, wo hast du’s damals hingeworfen?", löcherte Kian weiter und Shane antwortete grinsend: "Em, ich sollte letztens mal meine Spielsachen aussortieren. Du weißt schon, wegen dem kleinen Sohn, den die beste Freundinmeiner Mutter hat. Naja und da habe ich in einer Kiste, wo Matchbox und Legosteine waren, halt ein zerknittertes Blatt gefunden." "Ahh, sag jetzt nicht, dass es dieses hier war!?", lachte Kian los. "Äh, doch war es.", meinte Shane und wurde rot. Dadurch fing Kian nur noch mehr an zu kickern und die Lehrerin ermahnte sie still zu sein. Also bemühten sie sich und guckten in verschiedene Richtungen, denn immer wenn sie sich wieder ansahen mussten sie loslachen. Endlich ertönte die Pausenglocke und sie brusteten los. "My god, das ist aber irre, dass wir das wieder haben.", sagte Kian nachdem sie sich so einigermaßen vom vielen Lachen erholt hatten. "Ja, das war schließlich der allererste Song den wir überhaupt geschrieben haben.", meinte Shane stolz. Kian nickte und las sich den Zettel nochmal durch. Dann begann er leise zu singen und Shane unterstützte ihn fleißig. Doch, wie sollte es anders sein, die Schulglocke läutete und sie liefen zurück in ihr Klassenzimmer. Jetzt hieß es Mathe, genau das Fach, wo Shane eine Leuchte war und Kian das ganze Gegenteil. Meistens endete das Ganze dann in einem ständigen Zettelschreiben, damit Kian überhaupt mal eine Aufgabe richtig hatte. So überstanden sie auch diese Stunde und den Rest des Schultages. Nach der letzten Stunde trafen sie sich mit Marie, Gillian, Sarah und Derek und setzten sich vor dem Schulgebäude auf den Rand des Springbrunnens. Die wenigen zarten Wassertröpfchen, die eine leichte Priese zu ihnen wehte störten sie nicht, denn die Wärme war an diesem Tag so wie so unerträglich. Kian zog das alte zerknitterte Blatt aus der Tasche und zeigte es grinsend den anderen. Sie wussten jedoch den Sinn des Ganzen nicht und so guckten sie ihn alle fragend an. Shane erklärte schließlich worum es sich handelte und alle lachten herzlich, als Kian ihnen erzählte, wo dieses Blatt abgeblieben war. Anschließend sangen Shane und Kian den Song zweistimmig und Derek fiel nach der zweiten Strophe mit ein. Die drei Mädels lauschten verzaubert dem Gesang der Jungs, denn normalerweise sangen diese nur hinter verschlossenen Türen, wenn sie allein waren oder wennein Auftritt anstand. Doch schon wenige Minuten später grinsten sich die drei an und Kian verstaute den Zettel wieder. Noch eine Weile saßen die Sechs auf dem Brunnenrand, bisder Hausmeister der Schule sie vom Gelände jagte. Sie verabredeten sich noch für Samstag, da in der Stadt ein Rummel aufgebaut wurde. Dort wollten sie mal wieder richtig Spaß haben, nach dem ganzen Stress in der letzten Zeit. "Hallo hallo, hier sind wir!", Sarah sprang auf und ab und winkte wie eine Verrückte. Kurz darauf drängte sich ein stattlicher Junge zwischen den Massen durch und sie flog ihm um den Hals. Nachdem sie sich ausgiebig begrüßt hatten gab es Handschlag für seine Kumpels und ein Küsschen auf die Wange für die zwei übrigen Mädels. "Wo geht’s zu erst hin?", fragte da auch schon der vor Energie strotzende Kian. "Zur Loopingbahn!", krietschte Sarah und alle stimmten zu, außer Kian, er verdrehte nur angstvoll die Augen und hoffte, dass es keiner bemerken würde, dochfalsch gedacht. "Hey Superman, erst am lautesten schreien und jetzt schlottern? Sei kein Feigling!", lachte Derek und auch der Rest der Truppe kicherte mit. So kamen sie wenig später auch schon an der Loopingbahn an und reihten sich in die Schlange ein, die vor dem Kartenhäuschen stand. Das heißt, nur Shane stellte sich an und die anderen warteten klapsend auf ihn. Sehr lang war die Schlange zum Glück nicht, so dass Shane bald zurück war. Als die Bahn hielt, schielte Kian etwas mistrauisch hinüber zu den großen Loopings, doch ein Zurück war nicht mehr möglich, da Derek ihn am Arm hinter sichher zog. Dann stiegen sie ein. Es gab allerdings nur Zweiersitze, sodass Kian gleich Shane neben sich zog, um wenigstens jemanden neben sich zu haben, der stark war. Derek war mit Sarah hinter ihnen eingestiegen und Marie machte es sich mit Gillian vor ihnen bequem. Dann fuhr die Bahn los. Kian schaute sich ängstlich um, doch bisher war nichts schlimmes in Sicht. Doch was war das!? Die Bahn neigte sich zur Seite, sie wurde immer schneller und da, schon bald würde sie sich auf die andere Seite werfen. Schon schleuderte es die Sechs richtig durch und die drei Mädels kreitschten vor Freude. Doch dann waren auch schon die furchterregenden Loopings in Sicht und Kian klammerte sich an Shane fest. "Kann die Fahrt nicht schon vorbei sein?", murmelteer, doch im selben Augenblick schrie er wie am Spieß, da die Bahn nun mit vollem Karacho durch die Loopings raste. Als sie drei der verdammten Dinger genommen hatte ging es wieder in eine seitliche Lage, wobei es jedoch nicht lange blieb, denn schon bei der nächsten Kurve lagen sie wieder auf der anderen Seite. Kian betete im Stillen, dass die für ihn scheinbar endlos lange Fahrt endlich vorbei sein möge und endlich, nach schier endloser Zeit, so kam es ihm zumindestvor, wurde sie langsamer und hielt schließlich an. Kreideweiß stieg er gestützt von Shane aus und wartete bis auch die anderen da waren. Als sie sahen, wie schlecht es Kian ging setzten sie sich ersteinmal auf eine Bank in der Nähe und tranken ein Wasser, das Sarah von einer Bude geholt hatte. Bald darauf ging es Kian wieder besser und sie schlenderten weiter über den Rummel. Sie kamen beispielsweise an einer Schießbude vorbei, wo Derek für Sarah ein Duftkissen gewann oder an einer solchen Box, wo mann Kuscheltiere angeln kannerhaschte Kian einen Delphin, den er seiner Marie schenkte, da sie diese Tiere abgöttisch liebte. Zu Hause hatte sie viele Bücher, Photos und andere Dinge über diese herrlichen Tiere gesammelt und bewahrte alles sicher auf. Auch an der Wand hing ein irre großes Stoffbild mit Delphinen, die sich im Wasser tummelten und mit einander spielten. Zwischendurch fuhren sie natürlich noch mit anderen Karussels und genehmigten sich eine Zuckerwatte - die Jungs auch gleich mal drei - eine Sahnewaffeloder ein Eis. "Hey guckt mal! Da drüben ist ne Geisterbahn!", rief Derek und deutete in eine Richtung. Die drei Mädels waren nicht sehr begeistert, aber die momentan völlig überdrehten Jungs wollten unbedingt mitfahren, so dass auch Sarah, Gillian und Marienach einigem zögern zustimmten. Doch nur unter einer Bedingung: Wenn jedes Mädchen mit einem Jungen in den Wagen ging. Lachend schnappte Derek seine Sarah und sprang in den nächst besten Wagen. Kian tat es ihm gleich und zog Marie mit sich. Shane war nun gar nicht mehr überdreht oder vorlaut, denn ihm wurde heiß und kalt. Er sollte mit Gillian in einen Wagen. Er, er sollte sie beruhigen oder womöglich noch beschützen. Sein Herz begann rascher zu schlagen, als Gillian sich neben ihn setzte. Der Duft ihrer Haare machte ihn verrückt, so nah hatte sie noch nie neben ihm gesessen und ihr Parfum erst ... der Wwahnsinn! Sie lächelte ihn gequählt an und er drückte beruhigend ihre Hand. Wenn sie nur gewusst hätte ... In Wirklichkeit war er völlig aufgewühlt. Das Herz schlug so laut, dass er Angst hatte sie würde es hören, seine Hände waren schweißnass und zitterten vor Aufregung. Doch Gillian schien von all dem nichts mitzubekommen. Sie saß verkrampft auf ihrem Platz und schaute sehnsüchtig nach hinten, denn die Bahn setzte sich gerade in Bewegung und fuhr in die Dunkelheit. Erst sah man die Hand vor Augen nicht, doch dann wurde der Gang in ein gruseliges schummeriges Licht getaucht. Man hörte ein Knistern und Knacken in den Wänden und plötzlich ertönten Stimmen. Es kicherte von irgendwo her, aus einer Ecke kam ein gehässiges Lachen und über allem lag ein unheimliches Geheul. Urplötzlich tauchte ein Hänker an der Seite auf, schwang sein bluttropfendes Beil in der Luft und wollte die Eindringlinge, also die Leute die in der Bahn saßen, köpfen. Gillian wurde blass und vergrup ihre Finger in Shanes Hand. Dieser legte seinen Arm um sie und zog sie zu sich rüber. Als die "Gefahr" vorbei war lächelte sie ihn schwach, aber dankbar an. Er versank dadurch mal wieder in seinen Träumereien und grinste nur abwesend zurück. "Danke Shane, vielen Dank! Ich weiß, ich bin sehr schreckhaft. Kannst du mir verzeihen?", meinte sie leise und sah ihm direckt in die Augen. Doch er hörte sie gar nicht. Für ihn waren momentan nur ihre Augen, ihre himmlisch blauen Augen wichtig und ihr bezauberndes Lächeln. Wie ein Engel sieht sie aus ... nur die Flügel fehlen, aber sonst ... Like an angel.", In seiner Fantasie bekam sie diese Flügel und flog mit ihm einfach weg. Ganz weit fort, wo sie keiner stören würde... "Shane, hallo? Hast du mir überhaupt zugehört?", sie drückte seine Hand fester und er schrak auf: "Oh sorry, ich war wohl grad in Gedanken. Was hast du gesagt?" Gillian wiederholte es geduldig und bekam eine Umarmung von Shane: "Hey Gill, ist doch kein Problem. Klar verzeih ich dir.", er setzte sein schönstes Lächeln auf und sie sahen sich tief in die Augen. In diesem Moment raste die Bahn ins Freihe und das helle Tageslicht blendete sie. Shane war verärgert. Nun war er ihr mal so nah gewesen und da machte ihm diese blöde Bahn einen Strich durch die Rechnung. Als sie ausstiegen warteten die anderen vier schon auf sie und Sarah zog Gillian gleich mit sich. Shane sah ihr unauffällig und sehnsüchtig hinterher bis Kian ihn anstieß und feixte: "Hey Shay, haben dich die Geister so erschreckt, dass du nicht weiter laufen kannst? Ich gehe jetzt! Ach und die anderen sind schon weg." Damit lief er los und Shane folgte ihm langsam. Wenig später kamen sie an einem riesen Riesenrad vorbei und Marie rief: "Hey guckt mal! Ein Riesenrad. Toll!" "Wow cool! Da fahren wir mit!", kreischte Sarah, "Yeah!", stimmte auch Gillian freudig zu. "Okay, lets go girls and boys!", meinte Kian zufrieden, denn Riesenrad fahren war ihm dann doch noch lieber als Geisterbahn. "Ki, du bist an der Reihe.", erschrocken schaute dieser auf, denn er hatte gerade über die Geisterbahn usw. nachgedacht. "Äh, was?" "Du musst jetzt dieFahrkarten besorgen Träumerchen.", grinste Marie ihn an und er konnte nicht anders, er küsste sie leidenschaftlich und verschwand anschließend feixendin Richtung Kartenhäuschen. Hier standen sie sehr lange, was wahrscheinlich daran lag, dass Ferien waren, die Sonne herrlich vom Himmel strahlte und die Touristen, die ihren Urlaubim schönen Sligo verbrachten das hübsche kleine Städtchen auch alle mal von oben sehen wollten. "Menno, das dauert ja ewig.", nörgelte Derek nach einer halben Stunde, die sie nun schon standen ohne wirklich vorangekommen zu sein. "Mensch mecker nichtSchatz, du wirst auch später entschädigt.", meinte Sarah beruhigend, worüber Gillian, Kian und Marie lachen mussten. Shane bekam das jedoch gar nicht mit, denn er stand etwas abseits und hing seinen eigenen Gedanken nach. "Hey Shay, träumst du schon wieder? Es geht einStück weiter.", Kian zog seinen Freund am Ärmel hinter sich her. "Mensch, drängeln Sie doch mal nicht so!", Marie hatte ihren Rucksack abgesetzt und wäre beinahe umgekippt, als ein Mann hinter ihr gegen sie stieß. Kian stand etwas weiter vorn, ergriff ihre Hand und zog sie zu sich. "So, das hätten wir.", grinste er und bekam einen dicken Schmatzer von Marie als Dankeschön. Doch gleich darauf hörten sie das hysterische quieken von Sarah: "Ey, sie Schwein! Passen Sie gefälligst auf! Kann doch wohl nicht wahr sein! Sie sehen doch, dass hier jemand steht.", sie redete sich völlig in Rage, wastypisch für Sarah war. Wenn sie sich über etwas aufregte, dann konnte sie auch ganz schnell mal übertreiben, doch dazu hatte sie Derek. Er legte seinen Arm beruhigend um sie undzog sie vorsichtig weg von dem trampeligen Typen. "Komm meine Süße, reg dich nicht auf. Lass das dicke Gehoppse doch." Sarah begann zu lachen: "Hä, dasdicke Gehoppse? Wo hast du denn das her?" "Ähm, ich weiß auch nicht so genau, aber stimmt doch. Oder?" "Naja, wenn du meinst.", kicherte seine Freundin weiter. "Guck doch Schatz!", forderte er sieauf, also drehte sie sich kurz um und grinste dann wieder Derek an: "Jaja, ist gut mein Sü..." Sie wurde unterbrochen von einem Aufschrei, der sich ganznach Gillian anhörte. Erschrocken guckten sie nach hinten und auch Kian und Marie hatten sich umgedreht. Gillian hing in Shanes Armen und riss ängstlich die Augen auf: "W.w.w.was war d.d.das?" "Heeey, ganz ruhig. Ich hab dich.", redete Shane beruhigend auf sie ein und es schien zu helfen. Gillian sah erleichtert aus und schaute dankbar zu Shanehoch, der sie immer noch im Arm hielt. Jetzt wante er sich dem Typen zu: "Passen Sie mal auf, sie können doch nicht ständig irgendwelche Mädels anrämpeln...",weiter kam er nicht, weil Kian ihm ins Wort fiel und schrie: "Was fällt Ihnen eigentlich ein, Sie Rammelbock?! Verschwinden Sie gefälligst hier sonst knallt’sin der Tüte!", Kian konnte richtig jezornig werden, wenn er sich über etwas aufregte, das war schon immer eine seiner Schwächen gewesen, mehr noch alsbei Sarah, denn er ließ sich nicht so leicht beruhigen wie sie. "Genau! Und wenn nicht, dann rufen wir den Aufpasser dadrüben, also, überlegen Sie’s sich gut!", auch Derek war sauer und das ließ er den Typen deutlichspüren. "Hey hey ihr Milchbubis, mal ganz ruhig. Das süße Püppchen hier ist nur ein bisschen erschrocken, weil sie nicht mit mir gerechnet hatte. Nicht wahr Schneckchen?",er grinste fieß und Gillian, die er dabei ansah begann vor Angst zu zittern. "Lassen sie die Finger von Ihr!", knurrte Kian, der sich nicht wagte auszuflippen. Doch das Ekelpaket grinste wieder bloß fett und meinte: "Ach Babyface, willst dich doch nicht etwa mit mir anlegen?" Kian starrte ihn nur wütend an, denn er traute sich nichts zu erwidern. Siegessicher ging der Typ auf Gillian zu, die leicht unter Schock stand und sich nicht vom Fleck bewegen konnte. Sie riss nur die Augen auf und wurde immer blasser und schwächer auf den Beinen. "So meine Zuckerschnute, komm her, die haben doch keine Ahnung. Hey?", in seinen Augen spiegelte sich die Lust wieder und er schien es nicht erwarten zukönnen, denn er kam mit raschem Schritt auf sie zu und zog sie gleich darauf von der Gruppe weg, seitlich in ein kleines Wäldchen. Dort begann er sie zubetatschen und spielte mit dem Knopf ihrer Hose, nachdem er ihr die Bluse bereits ausgezogen hatte. Doch er hatte die Rechnung ohne die anderen gemacht.Als er mit Gillian verschwand hatte Shane Kian ein Zeichen gegeben still zu sein und war dem Kerl mit Gillian leise gefolgt. Er blieb immer im Schatten der Bäume, um nicht entdeckt zu werden, denn Gillian rief immer wieder um Hilfe und der Kerl schaute sich immer wieder fieß lachend um und verkündete ihr: "Ha mein Täubchen, hier hört dich keinerund deine ach so tollen Freunde scheinen auch keine Lust mehr zu haben, sich mit mir anzulegen." Shane schüttelte sich bei dem Gedanken und verhielt sich ganz ruhig, denn der Typ war hinter einem Gebüsch stehen geblieben und begann nun an Gillian herumzu fingern. Zu erst knöpfte er ihre Bluse auf, während er sie abknutschte. Shane konnte regelrecht sehen, wie er Gillian seine Zunge in den Hals steckte. Sie wollte schreien, doch durch die häftigen Küsse brachte sie nur ein leises "Mhhhh!" heraus. Der Kerl wurde immer fordernder und ungeduldiger. Er riss ihr die Bluse regelrecht vom Leib und betatschte sie auch weiterhin. Kurz darauf begann er auch an dem Verschluss ihrer Hose herum zu spielen und Shane wusste, wenn er nicht sofort handeln würde, dann wäre Gillian das nächsteOpfer sexueller Missbräuche. Also nahm er seine Beine in die Hand und holte die anderen zu Hilfe. Während Shane weg gewesen war, war Mark zu dem Rest der Truppe gestoßen. Auch er folgte Shane, der ihnen bereits bescheit gesagt hatte und jetzt, wo es fast zu spät war sprangen die drei Jungs hervor und warfen den völlig verblüfftenEkel zu Boden, wo er auch liegen blieb, da sich Derek, Kian, Mark und Sarah auf ihn gesetzt hatten, die Arme und Beine festhielten und ihm einfach keine Chance zum Aufstehen gaben. Shane war gleich zu Gillian gelaufen, die weinend und zitternd am Boden hockte. Als der Typ von ihnen überrascht worden war und sie los ließ, hatte er gesehen, wie sie einige Schritte rückwärts gestolpert war und sich dann direkt übergebenmusste. Sie war Tränen überströmt und irre blass gewesen und jetzt sah sie nicht anders aus. Ihm brach es das Herz sie so zu sehen und er spürte einen Klos im Hals, doch er riss sich zusammen. "Gill, oh mein Gott! Was hat er dir angetan?", Er lief auf sie zu und nahm sie in den Arm, doch sie stieß ihn unsanft von sich. Ihm war, als hätte sie ihm ein Messer in die Brust gerammt, doch er wollte jetzt nicht weinen, er musste stark sein, stark sein für und mit Gillian. Zumindest, bis Kian wieder für sie Zeit hatte, doch dieser kämpfte ja immer noch, um den bereits widerspenstigen Typen am Boden zu halten, bis Hilfe kommen würde. Marie war schon längst verschwunden, die Polizei zu informieren, also ließ sich hoffen. Gillian hockte immer noch nur im BH und offener Hose auf der Erde und weinte bitterlich. Shane schaute sich um und entdeckte ihre Bluse, nicht weit von sich am Wegesrand, sie lag in einer schlammigen Pfütze, wo der Typ sie in seiner Ungeduldigkeit hingeschleudert haben musste. Shane ging hin und hob sie auf, doch sie warja viel zu nass und dreckig, als das Gillian sie hätte wieder anziehen können. Er ging zurück zu ihr und hockte sich vor sie hin, doch er sah, dass sie noch mehr Angst bekam und ließ noch größeren Abstand. Etwa drei Meter trennten sie jetzt, doch waren es wirklich nur drei Meter? Nein, es war mehr, es war das große Ganze, was sie überwinden müssten, um irgendwann vielleicht doch einmal zusammenzukommen. Shane seufzte und schaute zu Gillian, wie sie da kauerte, wie ein Häufchen Unglück, nein, mehr noch ... Dafür gab es keine Worte und er konnte ihr nichthelfen. Das war es, was ihn bald in den Wahnsinn trieb, er konnte es nicht, er nicht und wahrscheinlich auch kein anderer. Damit musste sie allein fertig werden, er konnte nur versuchen ihr zu helfen, doch war er so stark? Würde er das schaffen, würde sie es überhaupt wollen, könnte er ihre Mauer, die sie um sich herum aufgebaut hatte durchbrechen ... er wusste es nicht, aber er würde es versuchen,da war er sich sicher. Doch jetzt hockte er hier, drei Meter vor ihr, sah wie schlecht es ihr ging und konnte nur versuchen sie zu beruhigen. "Gill, Gilly? Bitte schau mich mal an.", er sprach leise, doch sie verstand es, zwar keiner der anderen, sie waren ja etwa zehn Meter entfernt, aber hauptsache sie hörte ihn. Was ging es die anderen schon an, was er zu ihr sagte und war so etwas jetzt überhaupt wichtig? Er wusste es nicht. Es war auffällig, in letzter Zeit wussteer so vieles nicht, doch es war egal, jetzt war es egal. Jetzt galt es Gillian zu beruhigen, egal wie. Sie hob tatsächlich den Kopf und sah ihn aus rotverquollenen, mit Tränen überfüllten Augen an. "Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich immer für dich dabin, wenn du Hilfe brauchst und wenn du reden möchtest, ich höre dir gern zu. Du brauchst mir auch nicht erklären, was hier gelaufen ist, das habe ich selbst gesehen.", seine Stimme war ruhig, aber auch sehr traurig, was natürlich auch Gillian nicht verborgen blieb. Doch sie verstand nicht ... "Was willst du gesehen haben?", sie hatte nur im Flüsterton gesprochen, ihre Stimme klang kratzig vom vielen Weinen und siezitterte. "Als der Typ dich weggeschleppt hat bin ich euch gefolgt. Denkst du etwa, ich würde zulassen, dass er mit dir so einfach verschwindet? Nein, sicher nicht. Ich habe eine Weile zugeschaut, ob er wirklich an dieser Stelle bleibt, bevor ich, so schnell ich konnte losgerannt bin, um die anderen zu holen. In dieser Zeit, wo ich da stand, habe ich genug gesehen. Glaub mir...", Shane sah ihr in die Augen und etwas hatte sich verändert. Er konnte nicht deuten was, aber sie schien froh zu sein. Sie nickte jedoch nur und sah ihn kurz dankbar an, dann schaute sie wieder zu Boden. Shane dachte nach, er hatte keine Ahnung wie er ihr helfen konnte, doch er wollte es unbedingt und er würde es schaffen, nicht jetzt, nicht morgen, aberirgendwann. Kurz darauf traf die langersehnte Rettung ein: "Hey Jungs!!!" Marie kam angerannt und winkte schon von weiten. Shane ließ vor Schreck die Bluse fallen, die er noch in der Hand gehalten hatte und schaute hinüber zu den anderen, doch auch diese waren zusammengezuckt,da der Schrei durch Mark und Bein ging. Gillian war vor Schreck wie versteinert, als sie jedoch Marie erkannte entspannte sie sich wieder. "Die Polizeikommt mit nem Streifenwagen und da müssen sie außenrum fahren. Deshalb bin ich schon eher da, aber die müssten jeden Moment eintreffen." Und sie behielt Recht. Wenige Minuten später sahen sie von der Straße her ein Blaulicht näher kommen. Kurz darauf fuhren zwei Streifenwagen vor und einige Polizisten sprangen heraus. Drei von ihnen liefen sofort auf den am Boden liegenden Mann zu und nahmen ihn fest. Anschließend wurde er abgeführt und die anderen vier kamen gleich angestürzt und umringten die völlig fertige Gillian. Kian hob sie hoch und Shane zog seinen Pullover aus, damit sie etwas zum Anziehen hatte, denn die Bluse war ja immer noch völlig verdreckt und nass. Gleich darauf stiegen sie in den zweiten Streifenwagen, Derek auf den Beifahrersitz, die anderen fünf quetschten sich auf die Rückbank und Kian legte Gillianüber sie alle und fuhren mit ins Presidium. Als sie ankamen hob Kian seine Cousine wieder hoch und trug sie bis in das Zimmer, wo der Polizist sie hin führte. Sie liefen über den Vorplatz und durcheine große Glastür in einen stickigen Vorraum, wo auch die Anmeldung war. Doch dort führte der Polizist sie gleich vorbei und dann liefen sie durch endlos lange Gänge. Sie hofften, dass der Weg nicht ewig dauern würde, denn sehr lange konnte Kian seine Cousine ja nun auch nicht tragen. Doch da blieb der Beamte auch schon stehen und meinte: "So, hier müsst ihr jetzt mal ein bisschen warten. Es geht gleich los. Eine Zeit lang standen sie nur still im Flur, doch dann wurde Gillian Kian doch langsam zu schwer. Zumal ständig irgendwelche Leute um sie herum schwirrten, die Gänge entlang eilten, als hätten sie keine Zeit, ja sogar zurSeite gestoßen wurden die Sieben von einigen unachtsamen Mitarbeitern. Nach einer Weile stellte Kian sie, mit Shanes hilfe, vorsichtig auf die Beine. So ging es auch, wenn er sie noch mit jemand zusammen stützte. Die Menschenmenge um sie herum drängte sie weiter an die Wand und als sie endlich an der Reihe waren ging es Gillian schon wieder etwas besser. Zumindest schien es allen so, da sie aufgehört hatte zu weinen. Shane und Kian hatten sie in die Mitte genommen, da ihre Beine immer noch so weich wie Pudding waren, als sie den Raum betraten. Nach ihnen kamen auch dierestlichen vier herein. "Guten Tag. Setzen sie sich bitte!", sagte der Beamte hinter einem Schreibtisch voller Aktenordner. Nickend setzten die Sieben sich und grüßten den Polizist ebenfalls. "Sie wollen eine Anzeige machen?", fragte der Beamte weiter und Kian antwortete: "Ja, der muss bestraft werden, das perverse Schwein!" "Na na, bleiben sie bitte sachlich. Was ist da im Park genau passiert? Und bitte schön der Reihe nach und so genau wie möglich.", sagte der Polizist und holte einen Schreibblock und einen Kugelschreiber hervor, um sich alles, was sie sagenwürden, aufzuschreiben. "Als erstes bitte ihren Namen, Adresse usw.", bemerkte er noch kurz, bevor Kian anfing zu sprechen: "Mein Name ist Kian John Francis Egan und das ist meine Cousine Gillian Walsh. Ihre Adresse ist...", und so nahm der Beamtealle Daten auf und vorderte Gillian dann auf eine Aussage zu machen, doch dazu war diese noch längst nicht in der Lage. Also erzählten Shane und Kian, zusammen mit Marie, Sarah und Derek, was auf dem Rummel und anschließend im Park gelaufen war. Immer wieder mussten sie unterbrechen, da Gillian richtige Weinkrämpfe bekam. Allein die Erinnerungen an das Geschehene schienen sie endlos zu quälen. Als sie ihren Bericht beendet hatten, mussten sie noch unterschreiben und wurden anschließend entlassen. Einer der anderen Polizisten brachte sie wieder aus der Wache und bot ihnen noch an, sie mit in die Stadt zu nehmen, wo sie gerne zustimmten. Es würde zwar wieder ziemlich eng werden, doch das nahmen sie gern in kauf. Sonst hätten sie nämlich eine ganze Strecke laufen müssen. Derek verschwand wieder auf den Vordersitz und der Rest quetschte sich auf die Rückbank. Gillian lag wieder über den fünf anderen in Kians Armen. Die Fahrt begann und die Freunde genossen wenigstens die schöne Aussicht, die sie von dem Wagen aus hatten, denn sie fuhren jetzt nah an der Steilküstelang. Sarah versuchte die ganze Zeit Gillian ein bisschen aufzuheitern, doch diese hing wie ein Schluck Wasser an Kian, der sie im Arm hielt. Sie weinte nicht mehr, aber der Schock saß wohl doch tiefer, als alle gedacht hatten. "Hey schaut mal! Da ist Sligo bay.", Sarah zeigte mit dem Finger in eine Richtung und ihre Freunde sahen es ebenfalls. "Cool, der Leuchtturm dort!", schwärmte Marie. "Na pass mal auf, wenn es erst dunkel ist, dann sieht das schön aus.", meinte Kian schmunzelnd, da er Maries Schwärmerrein für romantische Dinge genau kannte. Sie fuhren noch eine ganze Weile, da der Polizist noch schnell zu einer Poststelle fahren musste, um einige Briefe vom Presidium weg zu schicken. "Da sind die Hazelwoods!", rief Mark plötzlich und keinen wunderte es, da Mark diese Wälder sehr Liebte. Doch wenig später hielt das Auto und der Beamte sprang heraus und lief in die Post, um die Briefe abzugeben. Kurz darauf war er auch schon wieder da unddie Fahrt ging weiter. Es war still geworden, keiner wusste so richtig, was er sagen sollte, doch da rief Shane plötzlich ganz aus dem Häuschen: "Daaa! Schau doch Ki! Mensch guck doch mal!", wie ein Verrückter plapperte er auf seinen besten Freund ein, der gerade keine Nerven hatte, da seine Cousineimmer noch in seinem Arm hing, auf den Boden sah und kein Wort sagte. "Och Shay, was ist denn? Du siehst doch, dass es Gill schlecht geht.", Kian war genervt und auch etwas sauer, das es Shane scheinbar überhaupt nicht interessierte,wie es Gillian ging. Wenn er nur gewusst hätte ... Shane versuchte seinen Schmerz mit Fröhlichkeit zu überspielen und es gelang ihm scheinbar auch, sonst hätte Kian ja nichtso reagiert. In Wirklichkeit hätte er mit Gillian mit heulen können, sich mit ihr irgendwo hin verkrümeln können um sie zu trösten, ihre Tränen zu trocknen, sie im Armzu halten und die salzigen Tropfen wegzuküssen. Doch das waren alles Träume, Träume von denen keiner etwas ahnte, nicht einmal Gillian, um die es ja ging. "Da ist die Koppel mit unseren Pferden und Clover ist dabei!", Shane strahlte und drehte den Kopf rüber, wo Kian saß. Doch er schaute nicht hoch zu seinem Freund, sondern auf Gillian, auf ihre blauen Augen, die immer so viel Lebensfreude ausgestrahlt hatten, jetzt hatte sich ein dunkler Schleier darüber gelegt und nichts von ihrem Glanz und der Anziehungskraft, die Shane immer gefangen genommen hatten war übriggeblieben. Er spürte wie die Traurigkeit in ihm hoch kroch und sein Beschluss verstärkte sich in diesem Moment nur noch mehr. Er wollte diesem Mädchen helfen, demMädchen, die er so sehr liebte, ihr die Lebensfreude zurück zu bringen, diese Augen wieder erstrahlen zu lassen, die Sonne wieder zum Leben zu erwecken, denn ohne sie kann es kein Leben geben und sie war seine SONNE und ohne sie konnte er nicht leben. Und dass er sie liebte war klar, das gestand er sich bereits ein, doch ... "Toll, wirklich toll Shane. Gill liegt hier, ihr geht es auf irisch gesagt SCHEISSE und du denkst nur an deine ach so tollen Gäule!", Kian funkelte Shane böse an und dieser wusste, dass es jetzt galt kein falsches Wort zu sagen, denn dannwäre er ausgeflippt. "Sorry Ki, ich ... ich ... es ist ... alles so schwer zur Zeit.", Shane sah seinen Kumpel kurz an, sah aber dann traurig zu Boden. "Du hast es schwer?! Das ich nicht lache. Was hast du armer denn?", Kians Ironie in der Stimme war nicht zu überhören und Shane fühlte sich schlecht. Er hatte Kian mit seiner Maske, hinter der er seine wahren Gefühle zu verstecken versuchte verärgert, nun glaubte dieser ihm nicht mehr und womöglich hatteer auch noch Gillian gekränkt, denn das sie ihn mochte war ja wohl sonnenklar, nach dem Vorfall in der Geisterbahn. Doch mehr als gute Freundschaft warda nicht. Zumindest redete Shane sich das immer wieder ein, obwohl er dieses Lächeln und den herrlichen Glanz in ihren Augen noch nie vorher so stark,süß und liebevoll gesehen hatte. "Naja, ich weiß nicht wie ich dir das erklären soll.", meinte er leise und schaute immer noch nicht auf. "Na am Besten so wie es ist...", antwortete Kianknapp. Er war immer noch sauer auf seinen Freund und irgendwie auch verständlich. Oder? "Naja, ich ... äh ... ich ich ... em...", Shane nuschelte irgendwas zusammen und blickte zu Boden. "Shane! Raus mit der Sprache und schau mich gefälligstan, wenn du mit mir sprichst! Du guckst seit geschlagenen fünf Minuten da runter. Warum? Ist dir en Euro runtergefallen oder was soll das?" (den gabs dazwar noch nicht, aber naja. Nehmts mir nicht böse ja?), Kian wurde immer wütender und Shanes Herz zog sich immer mehr zusammen. So viele furchtbare Dinge waren zu viel für ihn. Er machte sich irre Sorgen um Gillian, grübelte, wie er es ihr bloß sagen sollte und sein bester Freund war auch noch stock sauer und wütend auf ihn. In diesem Moment hielt der Wagen und die versammelte Mannschaft stieg aus. Kian hielt Gillian im Arm und Shane stützte sie noch mit. Sie waren in der Innenstadt Sligos und der Beamte winkte ihnen zum Abschied. "Hallo Mr. Filan? Jetzt sprichst du wohl nicht mal mehr mit mir?!”, Kian wurde langsam ungehalten, doch damit verschüchterte er seinen Freund nur noch mehr. "Ich ... ich ich, ähm ... ich, ahch...", weiter kam er nicht, da Kian schon rief: "Shane!!! Was soll das ewige Gestotter?!! Raus mit der Sprache!" "Also ... wie soll ich sagen ...äh ... ich ... habe ... ich meine ... ich bin ... ähm ...", er senkte den Blick und Kian war kurz vorm Explodieren: "Filan!!!", schrie er, "Wenn du noch weiter leben willst, dann erklär mir bitteschön, warum du so fröhlich bist und voll abdrehst, bloß wegen deinen bescheuerten Gäulen, wenn es Gillian gerade voll scheiße geht?! Das kappier ich nicht!" Shane musste sich mittlerweile auch bemühen nicht loszuheulen, denn ihn machte es fertig, dieser sinnlose Streit und Gillian, die ganz offensichtlich darunterlitt. Deshalb nahm er seine letzte Kraft zusammen und sagte relativ gefasst: "Sorry Kian, aber das kann ich dir wirklich nicht sagen. Du würdest es nicht verstehen." Doch das hätte er wohl lieber sein lassen sollen, denn Kian kochte vor Wut: "Sag mal Filan! Was bildest du dir eigentlich ein?! Gill ist fast vergewaltigt worden und du quiekst da rum wie ein kleines Kind und das nur, weil du deinPferdchen gesehen hast! Gil interessiert dich doch nicht die Boone, sonst hättest du das ja nicht gemacht. Und ich dachte immer ihr seid gute Freunde oderbesser gesagt wir sind alle gute Freunde, aber scheinbar nutzt du uns ja bloß aus und wenn man dich braucht, dann fängst du an zu bocken und zu kneifen.Toller Freund! Auf so einen wie dich kann ich dann auch verzichten! Sonst spielst du dich doch auch immer als Gentleman auf und jetzt, wo es mal wichtiggewesen wäre, da lässt du sie hängen, ganz toll! Wirklich KLASSE!", Kian wurde immer lauter und Shane kam gar nicht dazu sich zu verteidigen. Gillian begannerneut häftig zu weinen und rutschte Kian aus den Händen. Sie kniete auf der Erde und die Tränen liefen unaufhaltsam in Sturzbächen ihre Wangen hinab undtropften auf Shanes Pullover, den sie immer noch trug. Shane konnte seine Tränen nun auch nicht mehr zurück halten und so hockte er sich runter, sah ihrin die Augen und flüsterte: "Es tut mir leid Gilly.", dann stand er auf, drehte sich um und verschwand blitzschnell in der Menschenmenge. Keiner solltedie Tränen sehen, die Tränen der Verzweiflung, des Kummers und des Mitleides. All die Anspannung fiel von ihm ab und er fühlte sich nach und nach besser.Desto mehr Tränen er vergoss, desto freier fühlte er sich auch und endlich, als er sein Umfeld wieder erkennen konnte, da die Tränen nicht mehr ausreichten,um die Blumen am Wegesrand zu gießen, bemerkte er, wo er hingelaufen war. Es war die Stelle im Wäldchen, wo er heute wohl die schlimmsten Momente seines bisherigen Lebens verbracht hatte. Da stand er nun, genau an diesem Fleck, wo dieser ekelhafte Kerl seiner Gillian die Bluse vom Leib gerissen und die Hose aufgeknöpft hatte. "Halt!", rief er sich selbst zur Ordnung, "Sie gehört nicht mir. Und nach dieser Sache jetzt im Auto erst recht nicht mehr. Und selbst, wenn sie noch wollte,dann hätte Kian entschieden was dagegen." Er ging ein par Schritte weiter, dahin, wo sie heute gehockt und niemanden außer ihren Cousin an sich rangelassenhatte. Immer noch flossen einige Tränen über seine Wangen und tropften zu Boden, wo sie sich wahrscheinlich mit denen von Gillian vermischten, zu einem Tränenmeer... Er ging ein paar Schritte weiter und setzte sich auf einen Stein, um in Ruhe nachdenken zu können. So saß er eine Weile still da, eine ganze lange Weile... "Hey Junge, was machst du denn so früh schon ganz allein hier im Wald?", hörte er eine junge Frauenstimme lachend sagen. Ihm war eiskalt, seine Finger konnte er kaum noch bewegen, so steif waren sie und sein Kopf dröhnte, als hätte er einen kräftigen Schlag darauf bekommen. Seine Augenlieder waren schwer und er hatte mühe sie zu öffnen. Blinzelnd sah er zu der Dame auf, die ihn angesprochen hatte: "Em ich weiß auch nicht. Können sie mir sagen, wie spät es ist?", fragte er ziemlich verwirrt und die Frau meinte lächelnd: "Es ist jetzt genau ... 07:30 Uhr. Und deshalb wundert es mich, warum ein Junge in deinem Alter zum Sonntag Morgen so früh hier im Stadtwäldchen hockt,statt zu Hause in seinem warmen Bett noch friedlich zu schlummern, wie es alle Jugendlichen heut zu Tage machen." "Oh my god!", rief er aus und sprang panisch auf. Die Frau, die ihm kopfschüttelnd hinterher blickte bemerkte er schon nicht mehr. Er war am Abend eingeschlafen und hatte die ganze Nacht in diesem GOTT VERDAMMTEN WÄLDCHEN verbracht, während sich die anderen garantiert irre große Sorgen machten, wo er steckte und ob es ihm gut ging, dass auch ja nichts passiert war. Doch so schnell kam er nicht voran, denn seine Glieder waren immer noch steif vor Kälte. Es war zwar Hochsommer, aber trotzdem waren die Nächte immer sehr kühl. Zumal er ja nur ein T-Shirt trug, denn den Pullover hatte er ja Gillian zum Drüberziehen gegeben. Und da waren sie wieder ... die Gedanken an Gillian, Kianund den Streit. Was sollte er jetzt tun? Heim gehen, sein Herz bei seiner Mum, die ihm immer zuhörte und ihn immer verstand und tröstete, ausschütten oder zu Kian, mitihm reden, sich entschuldigen oder musste das Kian machen, vielleicht sollte er auch bei den Walshs vorbei schauen und mal nachfragen wie es Gillian geht. Doch zu weiteren Grübeleien kam er erst gar nicht, denn er sah etwas in der hellen Morgensonne im Gras, am Wegesrand aufblitzen. Als er sich danach bückte, erkannte er, dass es die Lieblingskette von Gillian war. Sie musste sie verloren haben, als der ekelhafte Kerl sie bedrängte, denn genau an dieser Stelle stand er nun und hielt den kostbaren Schmuck in seinenHänden. Die Kette war aus Gold und hatte einen kleinen bläulich schimmernden Anhänger, worauf ihr Name eingraviert war. Shane drehte die Kette in seiner Hand hin und her und bewunderte sie. Oft hatte er sie schon von weitem gesehen, aber so nah sah sie noch viel schöner aus. Und er wusste wie viel diese Kette Gillian bedeutete. Ob sie schon bemerkt hatte, dass sie sie verloren hatte? Er wusste es nicht... In Gedanken versunken machte er sich langsam auf den Heimweg und nahm sich fest vor am Nachmittag mal bei Gillian vorbei zu schaun. Bald kam er am Hof seiner Eltern an, doch was war dort los? So viel Besuch war schon lange nicht mehr da gewesen. Kians Familie, Mikes Familie, Dereks Familie, Marks Familie, Sarah, Marie, Lyn, Kim, eine Freundin von Denise und seine ganze Family. Da sah er Kian, er saß ganz allein auf einem großen Ast der Eiche, die am Wohnhaus stand und auf der sie auch ihr Baumhaus hatten. Shane konnte ihn zwar nur von hinten sehen, aber seine Schultern zuckten, was darauf hin deutete, dass er weinte und da musste schon etwas sehr schlimmespassiert sein, denn sonst weinte Kian nie. Shane schlich sich leise ins Haus und hoch in sein Zimmer, von wo aus er über ein Brett, was er aus der hintersten Ecke des Schrankes holte, aus dem Fensterin das Baumhaus kletterte. Anschließend hangelte er sich vorsichtig an einem Ast entlang und landete letztendlich auf dem selben wo Kian schon saß. Vorsichtig legte er seine Hand auf die Schulter seines Kumpels, um ihn zu trösten, was auch immer geschehen war. Kian zuckte vor Schreck zusammen und drehte sich ruckartig um, doch als er Shane erblickte fiel er ihm um den Hals - so gut das eben auf dem Baum ging. Kians Reaktion überrumpelte Shane völlig und da er zur Zeit eh sehr emotional war heulte er einfach mit. Doch dann fragte Kian plötzlich: "Wo warst du Shaney? Alle haben sich irre Sorgen um dich gemacht. Ich wollte mich gestern noch entschuldigen kommen, aberdu warst nicht zu Hause. Also hab ich mindestens zwei Stunden auf dich gewartet, doch als du nicht kamst wurde ich immer unruhiger und auch deine Elternmachten sich Sorgen wo du bist. Wieso bleibst du einfach mal so eine ganze Nacht weg? Wieso Shaney?", Kian klang verzweifelt. "Äh, was, versteh ich das jetzt richtig, die sind alle nur hier, weil ich heut Nacht nicht zu Hause war?", Shane war mehr als geschockt. "Ja Shay und nun sag mir endlich, wo du warst!", jammerte Kian weiter. "Im Park.", flüsterte Shane und sah weg. "Im Park? Bist du verrückt? Da können nachts sonst was für Idioten rum laufen.", Kians Vorwurf war deutlich zu hören, obwohl er eher froh war, das Shaneheil und gesund wieder gekommen war. "Ich wollte das nicht. Ich bin irgendwie eingeschlafen.", Shane versuchte sich zu entschuldigen, es tat ihm wirklich leid, denn so hatte er seinen bestenFreund noch nie gesehen. Wahrscheinlich gab er sich auch die Schuld an Shanes Verschwinden und so ganz Unrecht hatte er damit ja auch nicht. Um vom Thema abzulenken fragte Shane nun lieber: "Und, wie geht es Gillian?" Kian sah ihn nachdenklich und ängstlich an: "Woher weißt du, dass etwas ist?" Shane erschrak: "Was? Was ist denn? Ich weiß nur, dass es ihr gestern, wo ich weg bin sehr schlecht ging. Aber war dann noch was?" "Mhh, sie spricht nicht mehr.", sagte Kian mit trähnenerstickter Stimme. "Was? Wieso?" "Weiß ich nicht." "Aber sie...das geht doch nicht...Kian wieso?" "Shaney, ich weiß es nicht. Seit du weg bist spricht sie nicht mehr." "Wie geht es ihr sonst?", Shane war verängstigt. "Sie liegt nur im Bett und weint oder starrt die Decke an." "Oh my god! Wir müssen was machen.”, meinte Shane und Kian nickte schwach, denn er hatte schon alles mögliche versucht, um sie aufzumuntern oder auch nurein Wort aus ihr heraus zu bekommen. "Komm Ki, wir verkrümeln uns jetzt erst mal in unser Baumhaus, es muss uns ja nicht gleich jeder sehen.", meinte Shane und Kian sah ihn zweifelnd an: "Bistdu wahnsinnig? Die machen sich irre Sorgen um dich. Du musst ihnen erst sagen, dass du wieder da bist." "Ja, ich schreib nen' Zettel, dass ich heile binund sie sich keine Sorgen mehr machen brauchen.", antwortete Shane darauf und begann wieder in Richtung Baumhaus und Fenster zu klettern. In seinem Zimmer angekommen kritzelte er schnell eine Nachricht auf einen Zettel und schlich sich in die Küche, wo er diesen, schön sichtbar, auf den Tischlegte. Anschließend lief er wieder zurück in sein Zimmer und kletterte zurück ins Baumhaus, wo Kian inzwischen auch angekommen war und auf ihn wartete. Sie hockten auf alten Kissen, knabberten an zwei Äpfeln, die Shane aus der Küche mitgebracht hatte, futterten Gummibärchen und quatschten einfach nur. Eine Weile später hörten sie einen Aufschrei, Shane vermutete, dass es Kim gewesen war. "Mae!!! Komm mal ganz schnell her!" Durch das Geschrei angelocktkamen gleich sonst wie viele Leute und liefen ins Haus. Kian und Shane sahen sich an und hielten sich die Münder zu, um nicht in schallendes Gelächterauszubrechen. "Guck dir das an, ein Zettel von Shane.", rief Kim ihr schon entgegen, als Mae den Flur betrat. "Was? Der lag aber doch vorhin noch nichtda.", erwiderte diese aufgebracht, aber doch glücklich, dass ihrem Jungen nichts passiert war. "Zeig her!", sie begann laut vorzulesen, damit alle Umstehendenauch wussten, um was es ging. "Hi ihr Lieben, wie ihr seht geht es mir gut. Ich bin bald wieder da. Macht euch nicht zu große Sorgen. Love Shane" "Na wenigstensist der Junge zur Vernunft gekommen und sagt uns, dass es ihm gut geht.", meinte Peter, der hinter Mae den Raum betreten hatte. "Aber wie ist er hier rein gekommen? Ihn hat doch keiner gesehen.", fragte Mae zweifelnd. "Mensch Mae, wir waren alle hinten auf den Hof und im Gelände verstreut, hier vorn war niemand, da kann er ganz unbemerkt hir rein sein.", erklärte Patrizia."Und auch wieder Raus.", sagte Denise leise, sodass es keiner hören konnte. Nur Kim hatte es mitbekommen und nickte ihr zu. So langsam leerte sich der Raum, das Haus und der Hof der Filans, denn dass es Shane gut ging und er bald zurück sein würde beruhigte alle und so beschlossensie auch heim zu gehen. Shane und Kian verbrachten noch zwei Stunden in ihrem Versteck, bis sie sich leise aus dem Staub machten. Sie hangelten sich einige Äste abwärts und kletterten dann über eine Strickleiter im inneren des Stammes herunter. Keiner außer ihnen kannte dieses Geheimnis, denn nichtmal Shanes Eltern wussten, dass der Baumstamm hohl war. Anschließend schlichen sie sich vom Hof und machten sich auf den Weg zu Kians Tante, um Gillian zu besuchen. Shane hatte Kian davon überzeugen können, nachdem dieser erst sehr skeptisch gewesen war, denn seine Cousine war wirklich schlimm dran, sonst wäre er ihrselbst ja nicht bei den Filans gewesen, sondern hätte den Tag bei ihr verbracht, um sie ein bisschen aufzuheitern. Doch Kian wusste, dass das auch bloß nichts gebracht hätte, denn Gillian verkroch sich in ihrem Zimmer und ließ keinen mehr an sich ran. Auch gegessen hatte sie schon seit dem Vorfall im Park nichts mehr und nachdem sie das Polizeiauto verlassen hatten, hatte sie auch keinen Mucks mehr vonsich gegeben. Das Einzige war höchstens mal ein Schluchzen, was man ab und zu vernehmen konnte, wenn man lang genug bei ihr war. Erst versuchte sie bei Besuch immer stark zu sein und verdrängte die Tränen so gut es eben ging, doch nach einer Weile konnte sie sie auch nicht mehr zurückhalten und heulte hämmungslos los. "Ding dong, ding dong.", erklang die Klingel bei Familie Walsh. "Oh Hallo Kian, schön dass du kommst. Oh und Shane, kommt doch rein!", meinte Mrs Walsh, als sie die Tür öffnete. "Danke, wie geht es Gill?", fragte Kian gleich, ohne seine Tante richtig zu begrüßen. "Schlecht, sehr schlecht.", antwortete diese jedoch nur und ließ die beiden erst mal eintreten. "Hat sich irgendwas verändert?", löcherte Kian sie gleich weiter. "Nein, nichts Neues. Sie liegt in ihrem Bett, spricht mit niemandem, weint sehr viel, starrt die Decke an oder nickt ab und zu weg.", erklärte sie traurig. Kian nickte betrübt und zog Shane hinter sich her. "So Shay, ich geh jetzt da rein und du wartest hier. Wenn ich dich rufe kannst du rein kommen, vorher nicht. Okay?", meinte Kian, als sie vor Gillians Zimmertürstanden. "Ja, okay.", nickte Shane und ließ sich an der Wand runter gleiten. Kian sah das noch bevor ins Zimmer seiner Cousine ging und legte Shane eine Hand auf die Schulter: "Hey Shaney, wir schaffen das schon. Gill braucht jetztZeit und vor allem unsere Hilfe. Und in dieser Beziehung bin ich dir sehr sehr dankbar, denn du siehst ja, dass keiner außer dir sie besucht. NichtmalSarah war bisher hier und dass macht mich wütend. Bis gleich." Damit verschwand er hinter der Tür, in den Raum, wo Gillian lag, sein Engel, seine großeLiebe. Er hatte schon öfter eine Freundin gehabt, denn in der Schule war er sehr beliebt, aber so wie er Gillian mochte, hatte er noch keine geliebt. Im Gegenteil, er fühlte sich so stark zu ihr hingezogen, wie er es noch nie in seinem Leben erlebt hatte und jedes mal, wenn er ihr in ihre engelsblauenAugen sah, begannen eine Million Schmetterlinge in seinem Bauch aufgeregt herumzuflattern und gaben keine Ruhe mehr. "Hi Gilly, wie geht es dir jetzt?", fragte Kian, nachdem er ins Zimmer gekommen war und vor ihrem Bett hockte. Doch sie sah nur kurz auf und begann wieder zu weinen. Kian wusste nicht wie oft und lange sie nun schon geweint hatte, aber es musste sehr viel gewesen sein, denn ihr Gesicht war blass, verquollen und die Augenwaren Blut unterlaufen und rot vom Weinen. "Um Gottes Willen, Gilly! Was ist denn bloß los mit dir? Klar, der Typ war ekelhaft und es war furchtbar für dich, aber glaub mir, das war es auch für unsund vor allem für Shane und mich. Wir haben uns so irre große Sorgen um dich gemacht, dass wir uns gegenseitig noch beschimpft haben, aber das kann dochnicht der Grund dafür sein, dass du kein Wort mehr mit uns allen sprichst. Es ist, als hättest du deine Sprache verlohren, in dem moment als Shane verschwundenist. Wieso? Gilly, wir machen uns irre Sorgen um dich. Wieso?", Kian klang verzweifelt und ihm waren langsam auch die Tränen in die Augen geschossen. "Bitte Gilly, sag nur ein Wort, dass ich weiß, dass du es noch kannst. Bitte Gillian, bitte!" Gillian sah ihn nachdenklich an, doch dann schüttelte sie kaum merklich den Kopf. "Bitte Gillian, ich bin doch immer für dich da und das weißt du. Bitte sag nur ein Wort! Nur ein einziges, bitte. Gillian Walsh, bitte!", er flehte sieregelrecht an und ihm kullerten die ersten Tränen die Wangen herab. "Nein.", war das einzige, was sie ganz leise flüsterte, doch Kian hörte es. "Was? Wieso nein? Was willst du damit sagen?", er verstand es nicht. Klar hatte er gesagt, sie solle nur ein Wort sagen, aber er hatte erwartet, dass sie eines sagen würde, woran er erkennen würde, was sie so bedrückt, dochim Gegenteil. Sie antwortete darauf, dass sie etwas sagen sollte mit "Nein.". Doch mehr als dieses Wort bekam er nicht aus ihr raus. Er saß noch ewig an ihrem Bett und versuchte mit ihr zu reden, doch erfolglos. Shane hatte er in der Aufregung schon fast vergessen, doch irgendwann fiel er ihm wieder ein und er sprang wie elektrisiert auf: "Pass auf Gilly, hör bitteauf zu weinen. Hier hast du ein Taschentuch. Du hast noch Besuch.", meinte Kian und ging langsam zur Tür, während Gillian sich die Nase putzte und sichnur noch mehr in ihren Decken und Kissen vergrub. "Komm rein, aber erschrick nicht zu doll. Sie sieht furchtbar aus.", flüsterte Kian zu Shane, als er den Kopf zur Tür raus streckte. "Oh Gott Kian, was ist los? Du warst fast zwei Stunden drin.", fragte Shane ängstlich. "Komm rein, du wirst es selbst sehen.", meinte dieser jedoch bloß und öffnete die Tür noch weiter, damit Shane auch eintreten konnte. "Shane?", fragte Gillian ungläubig und überrascht zugleich. "Ja Gill, wie geht es dir?", fragte er überrascht. Hatte Kian nicht gesagt, sie würde nicht sprechen? "Gilly, was... aber wieso?", begann Kian zu stottern und bekam große Augen. "Wo warst du Shane?", fragte Gillian gleich und ging auf Kians Gefasel gar nicht ein. "Im Park, aber...", doch weiter kam er nicht, denn sie unterbrach ihn: "Bist du verrückt! Was da alles hätte passieren können. Ich hab mir Sorgen gemacht." "Sorry, aber ich bin einfach eingeschlafen. Das war vorher alles zu viel für mich.", versuchte sich Shane zu entschuldigen. "Mach das nicht noch mal!", sagte sie leise und Shane nickte. "Nein, ich hab mir aber auch Sorgen um dich gemacht und du hast mir immer noch nicht gesagt, wie es dir nun geht.", meinte Shane und hockte sich neben Kianauf den Boden vor Gillians Bett. "Soll ich ehrlich sein?", fragte sie so leise, dass man es kaum verstehen konnte, doch Shane hörte es und nickte sofort. "Mir geht’s schei*e!", dann zog sie sich wieder die Decke über den Kopf. "Em Gill?", begann Shane wieder. "Ja?" "Vermisst du zufällig etwas?" "Äh, wieso?", fragte sie unsicher und lugte unter ihrer Bettdecke hervor. "Hier, die hab ich im Park gefunden und ich weiß ja, wie sehr du sie liebst.", seufzte er und zog die Kette hervor. Gillians Augen weiteten sich und sie sprang auf und fiel Shane vor Freude heulend um den Hals. "Halt, halt, lass mich am Leben!", lachte dieser, denn er war auf so etwas nicht vorbereitet gewesen und war samt Gillian nach hinten auf den Teppich gekippt. Dort lagen sie nun und ihre Gesichter waren nur noch Zentimeter weit von einander entfernt, doch in diesem Moment fand Kian seine Sprache wieder und fragte: "Gilly, wieso sprichst du auf einmal wieder?" Kians Verwirrung war ihm ins Gesicht geschrieben und Gillian rappelte sich langsam auf. "Em, seit gerade eben, wie du merkst.", meinte sie und lächelte Shane an. Der freute sich natürlich höllisch darüber und versank mal wieder in ihren blauen Augen. Ihr bezauberndes Lächeln ließ ihn immer wieder in Tagträume verfallen und so lag er grinsend auf dem Boden und dachte gar nicht daran aufzustehen. "Em Shaney, geht’s dir noch gut? Oder hast du gerade einen Knall?", fragte Kian etwas mürrisch. "Nö, wieso?", fragte dieser, da er gerade wieder in die Realität zurück gekehrt war, denn Gillian war wieder auf ihr Bett geklettert. "Du hast ein Dauergrinsen aufgesetzt und liegst immer noch am Boden. Willst du nicht langsam mal wieder aufstehen?", fragte Kian nun schon wieder etwasbesänftigt. "Äh ja, natürlich. Sorry!", murmelte Shane und wurde rot im Gesicht. Kian saß kopfschüttelnd neben Gillian und verstand das Verhalten seines besten Freundes überhaupt nicht und Shane machte auch keine Anstalten es zu erklären. Er stand auf und meinte mit einem Blick auf die Uhr: "Oh Sorry, aber ich muss los. Meine Family wird schon mit dem Abendessen warten. Es ist schon so spät. Treffen wir uns heute Abend wieder am Sligo Bay?" "Ja, so gegen 20:00 Uhr. Und vergiss den Hefter mit den fertigen Songs nicht!", antwortete Kian nickend. "Ne ne, den hab ich schon im Rucksack. Bis nachher also. Bye Ki! Bye Gill!", noch einmal umarmte er beide und Gillian bedankte sich nochmals für die Kette. "Bye Shane und nochmal vielen vielen Dank für die Kette!" "Hey, keine Ursache. Es ist doch deine Kette und ich hab sie doch nur gefunden. Da musste ich sie dir doch wieder bringen. Das hätte jeder getan. Und duliebst diese Kette doch über alles, oder?", grinste Shane und gab ihr zum Abschied noch einen Kuss auf die Wange. "Ja, natürlich. Danke, vielen Dank! Bis später.", strahlte sie "Was, bis später? Soll das heißen, du kommst nachher auch mit?", fragte Kian überrascht und auch Shane sah sie fragend an. "Ja, ich versuchs.", lächelte sie und Kian und Shane begannen ebenfalls zu strahlen. "Super! Also, bis nachher dann!", damit verschwand Shane aus dem Zimmer und lief auf dem schnellsten Weg nach Hause, wo er nach seinem ewigen wegbleiben schon längst erwartet wurde. "Shane! Mein Junge, wo warst du denn bloß so lange?", rief ihm seine Mutter auch gleich entgegen, als er die Küche betrat. "Ach Mum, das ist eine lange Geschichte.", antwortete Shane und verschwand erst mal in seinem Zimmer, um sich ein paar frische Klamotten anzuziehen, denn er trug immer noch die Jeans und das T-Shirt vom Vortag. Anschließend kehrte er zurück in die Küche und setzte sich zu seiner Familie, die bereits am Esstisch versammelt war, um sein Abendbrot zu verspeisen. Als auch endlich Mairead mit essen fertig war - sie war schwanger und futterte zur zeit das Meiste von allen und brauchte daher auch am längsten - sporteteShane noch mal die Treppen nach oben in sein Zimmer und holte den Rucksack mit dem Songhefter. Anschließend schnappte er sich Schlüssel, Gitarre und Jacke und machte sich singend und ... - tja, wie soll man das beschreiben - hüpfend / hüftenwackelnd/ tanzend auf den Weg zum Sligo Bay, wo schon alle anderen auf ihn warten würden, denn er war 10 Minuten zu spät, da Mairead ihren Futterwahn nicht rechtzeitig beenden konnte. Wärend dessen war am Strand der Teufel los. Die Jungs und Mädels waren heute irgendwie total aufgedreht und klapsten die ganze Zeit nur rum. Loreen, Jessy, Lara, Bryana, Kenley, Benjamin, David, Merryund Tim spielten Hasche, Danny, Derek, Mike, Mark, Graham und Stanley waren gerade dabei einige Mädels kräftig durchzukitzeln und Mary, Alice, Sue Ciara und Lillian standen biszu den Knien im Wasser und versuchten um die Wette Quallen zu fangen. Wer die meisten in 10 Minuten fangen konnte hatte gewonnen. Nur Kian und Gilliansaßen an der Seite und sprachen nicht viel. Nach einer Weile gesellte sich auch Sarah zu ihnen. "Hi ihr beiden, was sitzt ihr denn hier so alleine rum? Ach und wie geht’s dir eigentlich heute Gill?", fragte sie auch gleich. "Geht so.", war Gilliansknappe Antwort. Sie fühlte sich immer noch schlecht, sehr schlecht sogar, doch sie hatte es Shane versprochen, dass sie mitkommen würde und das durfte sie nicht brechen,auch wenn sie sich am liebsten von allen hier fern halten, ja am besten sogar verstecken wollte. "Ach Gilly, meine Süße,", fing Sarah wieder an, "ich würd dir so gerne helfen, aber wie?" Gillian antwortete jedoch nicht, sie zuckte nur mit den Schulternund schaute in die Ferne. "Hey Gill, ich bin immer für dich da, egal was passiert. Hörst du? Wenn du reden willst, ich hör dir gern zu.", versuchte es Sarah noch einmal, denn sie ertrug es nicht, ihre beste Freundin so leiden zu sehen. Doch Gillian wendete ihren Blick nicht vom Wasser ab und nickte nur beiläufig. "Ach Gilly, du machst mir langsam Angst und außerdem...", da kam Derek und wollte sie wieder in Beschlag nehmen, allerdings nicht zum Schmusen oder so,sie sollte nun wahrscheinlich das nächste Opfer für das Krabbelkommando sein, doch das gefiel ihr in der momentanen Situation überhaupt nicht. "Lass dasDerek! ... Nein, ich will nicht! Verschwinde, Gill geht es schei*e und ich will bei ihr sein, also mach dich vom Akker oder zieh Leine!", so hatte Gillian ihre Freundin noch nie reden hören und erst recht nicht, wenn es Derek war, der mit ihr sprach. Die etwas heftige Reaktion von Sarah schreckte ihn auch gleich ab und er lief an Kian vorbei, um einmal den Mädchen im Wasser einen Besuch abzustatten. Doch in diesem Moment ertönte ein Schrei... Es war Gillian gewesen, Derek war knapp an ihr vorbei gelaufen und hatte sie am Rücken gestreift, was bei ihr schlimmste Erinnerungen hervor rief. Derek war natürlich sehr erschrocken und kniete sich gleich zu ihr, um sie zu beruhigen, da sie gleich nach dem Schrei heulend zusammengesackt war, dochsie stieß ihn schreiend und heulend weg und schlug unkontrolliert um sich. Darauf hin ergriff Derek die Flucht und Kian wollte sie trösten, doch auch ihnstieß sie weg. Auch Sarah erging es nicht viel besser, jedoch schaffte sie es, dass Gillian aufhörte um sich zu schlagen und zu schreien. Da ertönte ein lautes Gelächter hinter ihnen. Es waren fast alle ihre Mitschüler die nach oben, zum Weg schauten und winkten. Da drehten sich auch Kian und Sarah um und gleich darauf brachen auch sie in Gelächter aus. Sie sahen Shane, wie er da angetänzelt kam und sich wahrscheinlich nichtmal bewusst war, dass sie ihn alle sehen konnten. "Gilly, schau mal!", lachte Sarah, doch Gillian interessierte das Ganze Treiben da nicht gerade. "Hey Gilly, tu mir einen Gefallen und schau dir das an.Ja?", sagte Sarah wieder und auch Kian vorderte sie dazu auf. Also drehte sie ihren Kopf langsam in die angegebene Richtung und begann zu lächeln, alssie Shanes Kaspertheater erblickte. Doch als er aus ihrem Blickfeld verschwunden war, weil gerade Bäume im Weg standen, schaute sie wieder raus aufs Wasser und bekam kaum noch was um sichherum mit. "Hey Shaney! Was war denn das gerade für ne' Zirkusnummer?", fragte Kian lachend, denn er hatte sich immer noch nicht beruhigen können. "Hä, was meinst du?", fragte dieser auch gleich. "Na deine Tänzeleien, war ja echt lustig.", kicherte Sarah. "Was, ihr habt das gesehen?", fragte Shane geschockt. "Ja...", rief Sarah, "Nicht nur wir.", feixte Kian. "Oh mein Gott, wer denn noch?", rief Shane und hielt sich die Hand vor den Mund. "Alle!", sagte Sarah immer noch grinsend. "Was?! Oh nein, ist nicht wahr oder?", fragte er vorsichtig. "Und ob, kannst sie ja fragen.", schlug Kian vor. "Bloß nicht.", meinte Shane noch, bevor ihm Gillian auffiel: "Ki?" "Ja? "Was ist denn mit Gill los? Heut Nachmittag war doch noch alles in Ordnung." "Nein Shane, in Ordnung war nie etwas.", meinte Kian mit gesenktemKopf. "Aber, so schlimm war es doch längst nicht. Was ist hier passiert?", löcherte Shane seinen Freund weiter, denn er machte sich große Sorgen um Gillian. "Derek ist zu nah an ihr vorbei gelaufen und hat sie am Rücken gestreift. Dann ist sie durchgedreht.", erklärte Kian traurig und Shane seufzte: "Oje, daswird nicht einfach.", dann ging er einen Schritt auf Gillian zu und hockte sich zwei Meter vor ihr hin. "Gill? Hallo?", fragte er leise, um sie nicht zu erschrecken, denn sie schien ziemlich abwesend zu sein. Doch scheinbar hatte sie ihn gehört, denn sie sahauf und direkt in seine Augen. "Gill, was ist denn los? Vorhin war doch noch nichts.", fragte Shane vorsichtig. Mit Tränen in den Augen schaute sie ihn an und zeigte auf Sarah. Shane verstand, Gillian wollte nicht darüber reden und Sarah sollte ihm erklären, was passiert war. Er nickte und Sarah fing an die Geschichte nochmal zuerzählen, da Shane das ja schon von Kian gehört hatte, aber Gillian musste das ja nicht wissen. Als Sarah geendet hatte schaute Shane wieder zu Gillian: "Darf ich näher kommen?, doch sie schaute ihn gleich wieder so ängstlich an, dass er es bleiben ließ. Immerhin, er hatte mit drei Metern Abstand angefangen,heute waren es nur noch zwei und das war schon Erfolg genug. Eine Weile saß er nur so im Sand und beobachtete alle, wie sie spielten, blödelten oder auch bloß im Sand rum saßen. Plötzlich steckte Kian ihm heimlich einen kleinen Zettel zu. Er las ihn auch gleich: "Wir wollen Gillian Walsh helfen über ihr, scheinbar sehr sehr schweres Problem hinweg zu kommen. Dazu muss sie aber wieder Vertrauenin uns und andere Menschen finden und desshalb würde ich vorschlagen, dass wir sie als Hauptdarstellerin nehmen, damit sie einen Ansporn hat, sich ausdiesem Tief selbst wieder raus zu finden und sich, wenn nötig auch von ihren Freunden helfen lässt. Wer auch dafür ist, dass wir das so versuchen sollten, der setzt einfach seine Unterschrift hier drunter. Sarah, Marie, Danny, Lyn, Derek, Kian Als Shane das las begann er zu grinsen und schrieb seinen Namen gleich mit darauf. Anschließend reichte er es an Mike weiter und widmete sich dann wieder dem Sand, den er durch seine Finger rieseln ließ. "Wenn nur alles so leicht und flüssig ginge, wie der Sand durch meine finger gleitet.", überlegte Shane... Und während er so seinen Gedanken nachhing, wurde er plötzlich von jemandem an der Schulter angetippt. Er erschrak höllisch, denn er hatte nichts mehr um sich herum mit bekommen. "Äh was?", stotterte er und sah das Mädchen neben sich fragend an. Er hatte mit ihr noch nie sonderlich viel zu tun gehabt. Klar, sie besuchte die gleiche Schule wie er, aber sie war nichtmal in seiner Klasse und er wusste auch nicht, ob sie überhaupt der gleiche Jahrgang wieer selbst war. "Geht es dir nicht gut?", fragte sie und schaute zu ihm herunter. Er glaubte sich verhört zu haben, er kannte sie nichtmal und sie fragte ihn, ob es ihm nicht gut ginge. "Was willst du?", stellte er desshalb gleich eine Gegenfrage, ohne eine Antwort zu geben. Es ging sie ja auch rein gar nichts an, er erzählte ja nicht jedemseine Probleme und in der momentanen Lage sowieso nicht, denn darüber wusste ja nichtmal sein bester Freund bescheit. "Du willst nicht darüber reden, oder?", immer noch stand sie neben ihm und sah ihn fragend an. "Gegenfrage, wer bist du eigentlich?", Shane ging in die Offensive, was wäre ihm auch anderes übrig geblieben. "Oh sorry, ich habe ganz vergessen mich vorzustellen. Ich bin Merry.", sagte sie und lächelte ihn schüchtern an. Er nickte "Shane.", meinte er trocken und schaute sich nach Kian um. Dieser saß neben Gillian, aber auch mit zwei Meter Abstand und sah fragend zu ihm rüber. "Wen hast du denn da aufgegabelt?", sollte das wohl heißen. Shane guckte rüber zu Gillian, um zu sehen, ob es ihr wieder besser ging und auch sie schaute zu ihm und dieser "wie hieß sie gleich, ach ja, Merry." Rüber. Er lächelte noch mal kurz bevor er sich wieder zu Merry umwante. Sie hatte inzwischen schon wieder eine Frage gestellt. "Wie alt bist du?" " "Äh, 16. Wieso?", mit so einer Frage hatte er ja nun gar nicht gerechnet. "Magst du gern tanzen und singen?", fragte sie weiter. "was sollte denn so eine doofe Frage?", Shane wurde langsam wütend. "Wäre ich sonst hier?!", antwortete er gereitzt. "Hey hey, calm down. Ist ja gut. Dir geht es echt nicht gut, sonst lächelst du immer und überall, wo man dich sieht.", meinte sie aufeinmal ganz ruhig und kniete sich zu ihm runter. Shane merkte, dass ihm die Tränen drohten in die Augen zu steigen, desshalb sah er zu Boden und sagte nichts. Einige Sekunden verstrichen, doch dann griff jemand seine Hand. Als er aufschaute bemerkte er, das es immer noch Merry war, die dort hockte und seine Hand genommen hatte. Langsam stand sie auf und zog leicht an Shanes Hand. Er ließ sich hochziehen, es war komisch, nie hätte er sich so einfach von jemandem wegführen lassen, doch bei ihr war es anders. Irgend etwas ließ ihn mitgehen. Merry führte ihn weg von der Gruppe, den Strand entlang, doch sie liefen nicht sehr lange, denn plötzlich drückte sie ihn wieder runter in den bereits kühlen Sand. Dann ließ auch sie sich nieder. Sie saß im Schneidersitz vor ihm und legte ihre Hände auf seine. "Was ist los mit dir mh?", sie sprach leise und ihre Stimme klang besorgt. Shane versuchte krampfhaft seine Tränen zurückzuhalten, doch es ging einfach nicht mehr. Sie fingen einfach an zu laufen und er konnte nichts dagegen tun. All der Stress, die Angst um Gillian und die Anspannung brachen aus ihm heraus, Merry bemerkte er kaum noch... Sie sah ihn geschockt an, das hatte sie doch nicht gewollt, ein Junge den sie nicht richtig kannte, nur vom sehen her und in den sie sich schon seit längerem verliebt hatte, saß nun hier vor ihr und weinte, er weinte und das nicht zu knapp. Ihr schossen so viele Gedanken im Kopf rum... Er hatte doch immer gelächelt, alles und jeden hatte er angestrahlt - auch sie. Er schien immer jeden zu kennen oder zumindest zu mögen, denn sonst lächelte man doch niemanden an, doch jetzt kam es ihr schon so vor, denn er hatte schließlich nicht gewusst wer sie war. Aber sein Lächeln hatte er ihr schon mehr als einmal geschenkt. Nicht bewusst, sicher so wie jeder und jedem anderen. Doch zu dieser Einsicht kam sie etwas zu spät, verliebt hatte sie sich schließlich schon längst und nur deshalb hatte sie zu ihm gehen müssen. Sie hatte mit ihren Freundinnen "Tat oder Wahrheit" gespielt, als Elly sie gefragt hatte und sie "Tat" sagte, meinte Elly grinsend: "Du gehst jetzt zu dem Typ in den du dich verknallt hast und stellst ihm fünf Fragen." "Nein!", hatte sie geschrien, doch es war zu spät, sie musste wohl oder übel gehen, denn kneifen gab es bei ihren Freundinnen nicht. Anfangs schien es leicht zu werden, doch inzwischen hatte das Ganze eine gewaltige Wendung bekommen... Shane saß immer noch vor ihr und hatte ihr seine Hände entzogen, um sein Gesicht darin zu vergraben. "Shane?", fragte sie nach einer ganzen Weile leise und schüchtern. "Mh?", hörte sie ihn kläglich machen. "Das, das wollte ich nicht. Es tut mir leid." Doch Shane reagierte gar nicht, also nahm sie ihn kurzerhand in den Arm. "Oh Gott Shane, was hast du denn? Sonst lächelst du doch immer." Durch einen Tränenschleier schaute er sie an und begann dann schluchzend zu erzählen. "... Ja und nun machen wir uns irre große Sorgen um Gillian. Wir wollen ihr so gern helfen, aber sie lässt keinen mehr an sich heran.", beendete Shane seinenBericht. "Oh das tut mir leid, ich versuche dir zu helfen.", meinte sie dann und strich Shane über den Rücken. Hatte er das gerade richtig verstanden, sie wollte ihm helfen? Doch wie? Er wusste es nicht, hatte aber auch keine Lust sie danach zu fragen. "Du, es tut mir wirklich leid, ich wollte dich nicht so traurig machen. Entschuldige bitte.", Shane sah auf und schüttelte leicht den Kopf. "Nein, nein, mir tut es leid. Es muss ja total bescheuert aussehen, ein Kerl der heult. Ich bin halt eine Memme, aber in letzter Zeit... das war eben alles etwas zu viel für mich. Sorry nochmal.", sagte er und wischte sich mit den Handflächendie letzten Tränen von den Wangen. Die nassen Hände trocknete er an seiner Hose ab. Merry legte ihre Hände wieder auf seine und sagte: "So ein Quatsch, auch ein Junge darf weinen. Ich find es eh bescheuert, dass es immer gleich "Memme" heißt, wenn ein Junge heult. Auch Jungs haben nur Gefühle, die halt manchmal auch raus müssen.", beruhigte sie ihn und er nickte dankbar. "Merry?", er hatte ihren Namen gesagt, das erste Mal seid sie ihn angesprochen hatte. "Mh?" "Danke.", Shane drückte ihre Hände, die immer noch auf seinen lagen. "No problem.", grinste sie und auch er hatte sein Lächeln wieder gefunden. Anschließend stand er auf und diesmal zog er sie mit sich hoch. Wenig später waren sie wieder bei der Gruppe angekommen, die schon auf sie zu warten schien. "Da wären wir ja vollständig. Können wir jetzt anfangen?", fragte Marie und schaute vor allem zu Shane rüber. "Yeah, sorry, dass ich so spät bin.", meinte er, doch Marie unterbrach ihn. "Darüber reden wir später. Wir fangen jetzt an. Okay, die Hauptrollen sind schon so gut wie fest, wenn keiner was dagegen hat. Also, Klea, würde ich vorschlagen, spielt Gillian. Wenn das okay ist für dich Gill?" Shane schaute zu ihr hinüber und sie begann zu strahlen: "Ich, ihr wollt echt, dass ich das mache?" Alle nickten zustimmend und Marie sagte: "Ja Gill, du bist von Shane vor unserem Direx so gelobt worden und wenn wir dir jetzt keine Hauptrolle geben, dann würde das der Direktor nicht gut heißen. Außerdem siehst du auch gut aus. Ein blondes Mädchen passt immer gut in so eine Rolle. Ne' Brünette hätte wahrscheinlich nicht so gut gepasst. Also, bedank dich bei Shay.", Marie grinste sie an und zwinkerte Shane dann verschmitzt zu. Dieser wusste genau, dass Marie ihn durch schaut hatte, aber er war sich auch relativ sicher, dass sie es für sich behalten würde und nichtmal Kian, als ihr Liebhaber, was davon erfahren würde. Dankbar lächelte er zu ihr rüber, doch da wurde durch einen Ruck zu Boden gerissen. Gleich darauf begannen alle um ihn herum laut zu lachen und er bemerkte erst mal wer da auf ihm lag. "Gilly? Was wird das denn jetzt?", fragte er stammelnt, da er doch etwas überrumpelt wurden war. "Danke, danke, danke! Shaney, du bist der BESTE!", Gillian strahlte ihn an, so konnte das keine andere. Ihre Augen waren hell erleuchtet, so hatte er sie noch nie gesehen. Ihr umwerfendes Lächeln war einfach zu schön und so konnte er nicht anders, er nahm sie ganz fest in die Arme und drückte sie an sich. Da bekam er einen Kuss von ihr auf die Wangen. Einen links und einen rechts. Sie war so glücklich über diese Hauptrolle, das konnte sich gar keiner vorstellen, der das eben nicht miterlebt hatte. Anschließend lösten sie sich wieder voneinander und passten doch dann lieber wieder auf, denn Marie sprach schon weiter: "Ja und wer sollte in die Hauptrolle "Kim" besser passen als Shane? Ich denke mal, ihr wisst warum ich ihn vorschlage, oder?", Marie schaute sich fragend um. "Ja Marie, is ja klar. Shay kann sooo geil mit den Hüften wackeln und tanzen, das wissen aber bloß wir , die anderen gehen doch nicht ständig mit ihm indie Discos, oder?", Sarah schien mit ihrem Vorschlag nicht einverstanden zu sein. Doch Kian hatte doch zu ihr gesagt, dass es keinen Besseren als Shane für diese Rolle geben würde und auch Mike, Derek, Graham und sogar der stille Mark hatten ihm begeistert zugestimmt. Und wer sollte das überhaupt beurteilen können, wenn nicht Kian, ihr Engelchen, der die Musik über alles liebte und sogar irre schön Gitarre spielen konnte. "Viele hier haben ihn aber schon in der Aufführung vom Hawkswel Theatre singen und tanzen sehen und außerdem haben hier einige zu mir gesagt, dass es keinen besseren als Shane für diese Rolle gibt. Und das waren alles Leute, die ihn schon aus der Hawkswelltruppe kennen. Trotzdem frage ich nochmal, hat jemand etwas gegen die bisherige Rollenbesetzung?", wieder blickte Marie umsich, doch nur ein eindeutiges Kopfschütteln war zu sehen. "Gut, also ist es fest. Shane Filan spielt Kim oder wie wir ihn nun nennen und Gillian Walsh ist die geheimnisvolle Klea." "Wollen wir dann mal anfangen mit Proben?", fragte Marie nach einer Weile die sie nur still dagesessen hatten. "Klar, dest so eher wir anfangen, dest so besser ist es.", meinte Kian und auch die anderen stimmten zu. "Okay, dann mal los! Ach nein, halt, wir brauchen doch erst noch die Klassenlehrerin und mindestens ein oder zwei Mädchen, die gegen die neue Schülerin reden. Es kann auch ein Junge noch mit machen.", meinte Marie und schon sprangen Sarahund Mike auf. "Klea wird ja eh keine Freundin haben und da kann ich auch gleich ihre Feindin spielen.", rief Sarah lachend und winkte Gillian zu. "Ja und Kian wird doch den besten Freund von Kim spielen, deshalb bin ich jetzt einfach mal ein böser Schuft.", auch Mike grinste und die anderen waren mit der Besetzung ebenfalls einverstanden. Marie hatte gleich abgenickt, da sie den Übereifer der zwei recht amüsant fand. "Okay okay, ihr seid genommen, aber jetzt noch jemand für die Lehrerin.", fügte sie noch hinzu. Merry und Lara meldeten sich, nach einigem hin und her wurde Lara genommen, die darüber sehr glücklich war. "Okay, Lara, du bringst die neue Schülerin mit ins Klassenzimmer und stellst sie der Klasse vor. Wir sind jetzt einfach mal alle die Klasse und Sarah, Mike, ihr wisst, was ihr zu tun habt?", fragte Marie. "Ja, logo.", alle setzten sich in Reihen auf, nur Lara und Gillian entfernten sich. Wenig später kamen sie angelaufen und Lara begann zu sprechen: "Guten Morgen, Wir haben heute eine neue Schülerin bekommen. Sie heißt Klea und ist neu in diese Gegend gezogen. Sie kommt aus Kilarni und ist gerade 16 Jahre alt geworden. Zeigt ihr bitte ein bisschen wo es lang geht, wenn ihr die Zimmer wechseln müsst und vielleicht hilft dir ja auch anfangs jemand bei den Klassendiensten.",wendete sie sich dann an Gillian, die wie ein bisschen betröbbelt neben Lara stand. Doch natürlich war auch das nur Show. So probten sie weiter und kamen erst sehr spät zu Hause an. Mairead stand gerade in der Küche und schmierte sich Honig auf ihre Käseschnitte, als Shane das Haus betrat. "Hey Shorty, wo kommst du denn um diese Uhrzeit noch her?", sie war erstaunt, denn ihre Mum ließ ihren Jüngsten nie länger als irgendwie nötig außer Haus gehen. "Hatten noch Musicalprobe am Sligo Bay. Good night!", damit verschwand Shane gähnend die Treppen hoch in sein Zimmer, wo er sich auch gleich ins Bett schmiss. Am nächsten Tag war schließlich wieder Schule und da wollte er wenigstens ein bisschen ausgeschlafen sein, obwohl das schier unmöglich war, schließlichhatte er die vorhergehende Nacht auch nicht gerade viel und gut geschlafen. Doch ganz so schlimm war das auch nicht, da er nur noch eine Schulwoche überstehen musste und dann würden endlich die Oktoberferien beginnen. Darauf freuten sich die Freunde schon sehr, denn sie wollten eine ganze Woche mit allen Musicaldarstellern weg fahren, um einfach Spaß zu haben und natürlich das Stück einzustudieren. Die Woche verging eigentlich wie im Fluge, doch es war nicht leicht, denn so kurz vor den Ferien schrieben die Lehrer fast in jedem Fach noch mindestens eine Arbeit und das war ja nun nicht gerade das große Zuckerschlecken. Doch endlich war es Freitag - nach der Schule - und alle Schüler und Schülerinnen stürmten jubelnd aus dem College. So auch Shane, Kian, Gillian und die ganze Clique. Sie versammelten sich am großen Brunnen, der heute (bis zum Sommer) abgestellt werden sollte auf dem Schulhof, um einen Treffpunkt für ihre Abreise festzulegen. Sie einigten sich auf ihren Lieblingsplatz, am Sligo Bay, denn nicht jeder kannte den Weg zum Hof der Filans, von wo aus sie mit Kutsche und Pferden losziehenwollten. Nur Shane musste nicht da hin kommen, denn das wäre ja völlig sinnlos gewesen. So gegen 17:30 Uhr trafen sie sich dann alle und gingen geschlossen zu den Filans. Liam hatte schon die Pferde vor die Kutsche gespannt und auch die Reitpferde waren gestriegelt und gesattelt. Die Gitarren von Kian, Mike und Shane waren auch schon auf der Gepäckkutsche, so wie ein Keyboard, was Mary noch irgendwo aufgetrieben hatte, eine Harfevon Lillian, eine Geige von Sally, einige verschiedene Trommeln von Julie - was sehr selten war, dass ein Mädchen Schlagzeug spielt und ein paar unterschiedlicheRhythmusinstrumente. Dann flogen noch Zelte, Taschen, Schlafsäcke, Luftmatratzen, Getränke, Verpflegung und einiges mehr auf die Kutsche, bis sie fast überfüllt war. Dann stiegen die Schüler und Schülerinnen in die Personenkutsche und der Rest schwang sich auf die Pferde, die schon ungeduldig mit den Hufen im sandigenKies scharrten. Dann ging es endlich los. Gut gelaunt trabten sie über die weiten, grünen, saftigen, duftenden Wiesen, die sich über das ganze Land hinzogen. Lautes Lachen, Stimmengewirr und Glockenheller Gesang der Mädchen erfüllte die Luft und sie genossen die letzten Sonnenstrahlen an diesem Tag, denn sie wussten alle, dass diese bald nicht mehr so warm scheinen würde. Der Herbst war schon längst da und der Winter würde auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Eine ganze Weile ritten sie nur so dahin, immer weiter Richtung Südost, bis sie irgendwann, so nach drei Stunden, an einem herrlich klaren See ankamen. Sie sprangen von ihren Pferden, sattelten sie ab und fütterten sie, dann liefen sie mit Eimern zum See und holten Wasser für die Tiere. Anschließend teilten sie sich in Grüppchen auf, um Holz zu holen, die Zelte aufzubauen, Luftmatratzen aufzupusten und Würstchen zu grillen. Als sie alles soweit fertig hatten, setzten sie sich zusammen und ließen sich die leckeren Bratwürste, die Folienkartoffeln und das geröstete Brot schmecken. Nach dem Essen setzten sie sich alle um das hell lodernde Lagerfeuer und sangen Lieder zu leichten Gitarrenklängen. Die Atmosphäre war ruhig und entspannt, alles war im Einklang Und keiner tanzte aus der Reihe. Erst spät, als das Lagerfeuer fast runter gebrannt war, ließen sie den Abend mit einem kleinen Gebet, in Form eines Liedes, ausklingen. Danach löschten sie das Feuerchen, mehr war davon wirklich nicht mehr zu sehen, deckten den Grill ab, falls es in der Nacht regnen würde und krochen dann todmüde, aber glücklich in ihre Schlafsäcke. Als sie am nächsten Morgen alle nach und nach aus ihren Zelten geschlüpft waren, gingen sie rüber zum See, um sich im seichten Wasser zu waschen. Mary, Lillian, Sally und Elly waren die Ersten gewesen und so bereiteten sie das Frühstück für alle vor. Nach dem Essen wurden auch die Pferde versorgt und anschließend packten sie ihre Rucksäcke und machten sich zu Fuß auf den Weg zur Nachbarwiese, von woaus sie die Pferde und Zelte gut im Blick hatten. Am Rand angekommen stellten sie ihre Taschen ab und versammelten sich an einem einzelnen Baum, der an einer Ecke der Wiese stand. "So Jungs", begann Marie, "Ihr habt ein paar Songs geschrieben. Könnt ihr sie uns mal vorsingen, damit wir entscheiden können, ob sie gut genug und vor allem passend für unser Stück sind?" "Ja, okay", Kian nickte und Shane rannte noch mal schnell zurück zum Lager, um die Gitarren zu holen. Als er außer Puste zurück kam nahmen Mike und Kian ihre Gitarren zur Hand und begannen mit einem ihrer eigenen Songs. Kian fing leise an zu spielen und später setzte Shane mit ein. Dann erklang die klare Stimme von Shane und alle Zuhörer waren wie verzaubert von diesem Lied. Nachdem Shane den Refrain gesungen hatte sang Kian mit seiner dunklen raurigen Stimme die zweite Strophe. Dann erklangen alle drei Stimmen zusammen im Refrain und anschließend sang Mike das Zwischenstück. Nocheinmal sangen die drei Jungs den Refrain, dann zwei- und dreistimmig, bis der Song mit den letzten Worten von Shane ausklang. Die anderen, die bisher still dagesessen und dem Einklang der Stimmen gelauscht hatten, aplaudierten jetzt kräftig und so war es einstimmig beschlossen: "Den Song nehmen wir. Der ist einfach klasse!" So verbrachten sie den ganzen Vormittag und als es Zeit wurde essen zu gehen, hatten sie schon fast alle Songs für das Musical zusammen gesucht. Die meisten davon hatten Shane, Kian oder Mike geschrieben. Manche waren auch gemeinsam entstanden. Ein paar hatten sie aber auch zu sechst geschrieben, d.h. Shane, Kian, Mike, Derek, Mark und Graham. Als sie ihr Mittagessen verschlungen hatten, gab Marie ihnen eine Stunde frei, denn nach einer so großen Mahlzeit soll man ja bekanntlich nicht arbeiten. Doch nach der Stunde ging es straff weiter. Dabei stellte sich heraus, dass es auch begabte Mädchen gab. Beispielsweise Mary, sie hatte auch einige Songs komponiert und es waren gute Texte für das Musical. Ein Lied davon war sehr traurig, weil es von einer unerreichbaren Liebe handelte. In einem anderen, von einem Mädchen gesungen, lag Verzweiflung, da keiner sie leiden konnte, sie immer ganz allein da stand und nur ein kleiner Lichtblick war noch da, denn ein Junge sprach manchmal mit ihr, doch das half ihr aber auch nicht wirklich. "Diesen Song singen wir am Anfang mit.", meinte Marie, "Den muss Gillian singen, bevor Shane sich noch mehr mit ihr abgibt." "Genau, das passt total gut.", stimmte Mary ihr zu. So verging auch der Nachmittag und eh sie sich’s versahen war es schon wieder 19:00 Uhr. "Okay Leute, Schluss für heute...", einige fingen an zu kichern, "Holt eure Rucksäcke und lasst uns rüber gehen.", beschloss Marie und alle waren froh darüber, denn sie waren durch die viele frische Luft schon sehr hungrig. "Wer schmeißt den Grill an und brät die Würstchen, wer holt Holz für’s Lagerfeuer und wer versorgt die Pferde?", fragte Mary, die sich schon lange wünschte so wie Marie zu sein. "Ich hol mit Derek, Graham und Danny Holz!", rief Kian und schon flitzten die vier Jungs davon. "Ich übernehm die Pferde! Wer kommt noch mit?", meinte Shane. "War ja klar", lachte Mary, "Wer außer Shane wäre dazu auch geeignet?" "Ich komm mit", sagte Gillian und Mary nickte zustimmend. "Noch wer?", fragte Shane und schaute sich fragend um. "Nicht so viele!", kicherte Sarah, denn alle zögerten bevor sich dann doch Lillian meldete. "Okay, dann macht euch mal los zu euren Pferdchen", feixte Mary und drehte sich zu den übrigen Mädels um. "So, nun zu euch. Wer übernimmt den Grill?" Die Girls schauten sich fragend an und Marie meinte: "Äh, ich nicht. Sorry, aber ich muss noch en bissel über die Performance und überhaupt über’s Musical nachdenken und da könnte ich Lara gebrauchen" "Okay, dann macht euer Zeug. Jessy, Ciara Sue, Lyn und Alice, kümmert ihr euch um den Grill?", Mary wendete sich nun an ein paar Mädels, die noch tatenlos herum standen. Diese nickten und machten sich sogleich an die Arbeit. "So, alle Girls, die jetzt noch nichts zu tun haben, kommen mal mit mir mit!", sagte Mary und ging in Richtung Blumenwiese, die sich seitlich vom Lagerbefand. Sie lief ein paar Meter hinein, hockte sich dann runter und begann verschiedenartige Blumen zu pflücken. "Äh Mary, was soll das jetzt werden wenn’s fertig ist?", fragte Sally und stämmte die Fäuste in die Hüften. "Komm nur her Sall, ich wird’s dir schon beibringen", meinte Mary gelassen und Sally trat neben sie. "Das werden Blumenkränze. Für Gill im Musical", erklärte Mary nun und auch die anderen Girls scharten sich um die beiden am Boden hockenden Mädels. Schnell hatte Mary ihnen allen erklärt, wie man die Kränze flechten musste und so saßen sie wenig später jede mit einem fertigen Blumenkranz auf dem Schoß da. "Cool!", rief Elly erfreut, "Das ist mal was hübsches." "Ja und es riecht lecker, wenn man es um den Hals hängen oder auf dem Kopf sitzen hat", schwärmte Sally. "Okay Girls, lets go back!", sagte Mary und stand auf. Die Bratwürstchen waren fast fertig und auch das Lagerfeuer loderte bereits, als die Mädels zurück kamen. "Auch Shane, Gillian und Lillian waren schon wieder da und halfen fleißig beim Essenverteilen, Holz ins Feuer legen und Baumstämme zum Sitzen holen. Also setzten sich die mit Blumenkränzen geschmückten Mädels auf einen der Stämme und ließen sich das Essen so richtig schmecken. Als alle Würste verteilt waren und auch die Grillergirls sich gesetzt hatten, wurde es still, weil jeder mit Essen beschäftigt war. So blieb es jedoch nicht lange, weil Shane und Kian sich das Lachen verkneifen mussten. Doch jedes Mal, wenn sie sich ansahen wurde es noch schlimmer und so prusteten sie wenig später einfach los, ohne dass ein anderer verstand warum. Natürlich wurden sie von allen Seiten komisch angeguckt, nur Gillian fand es zu lustig, wie sich ihr Cousin und dessen bester Freund kaputt lachten und sie ahnte auch den Grund dafür. Deshalb musste sie auch mitlachen. Da konnten sich auch Sarah, Marie, Derek und Mike nicht mehr zurück halten und brachen in eben so lautes Gelächter wie Shane und Kian aus. Wenig später krümmte sich die ganze Mannschaft vor Lachen und keiner wusste so recht wieso eigentlich. Als sie sich einigermaßen erholt hatten fragte Mary: "Äh Shane, Kian, warum habt ihr eigentlich so gelacht?" "Könnten wir dich genauso fragen.", grinste Kian, der Mary nicht kannte und sie nicht leiden konnte, da sie Shane, zwei Tage zuvor so angequatscht hatte und er genau wusste, dass Shane sie nicht kannte und auch nie scharf darauf gewesen war, sie kennen zu lernen. "Ja, ich musste über euch lachen, weil ich überhaupt nicht verstanden habe, wieso ihr euch so gekringelt habt", meinte Mary feixend und schien gar nicht mitbekommen zu haben, dass Kian sie nicht gerade sehr mochte. "Tja, es war so still, so richtig gefräßige Stille.", meinte Shane und war immer noch am Kichern. "Und da lacht ihr euch schlapp?", Sally konnte es nicht fassen. "Aber schon erstaunlich, wie zwei Jungs mit ihren Blödheiten die ganze Gruppe in lautes Gelächter ausbrechen lassen können", grinste Sarah und zwinkerte in Richtung Kian und Shane. Die Beiden grinsten sie an und zwinkerten zurück. Dann widmeten sie sich wieder ihrem Essen, doch diesmal quatschten sie alle dabei. Als alles verspeist war, holten sie wieder ihre Instrumente und sangen verschiedene Songs. Manche aus den Charts, ältere Lieder, ja sogar ein Kinderlied war dabei. So ging auch dieser Abend einmal zu ende und alle krochen totmüde in ihre Zelte. Der nächste Tag sollte schließlich noch anstrengender werden als der Vergangene und so schliefen sie auch bald wie die Murmeltiere. Am nächsten Morgen wurden Shane, Kian, Derek und Mike durch lautes Gelächter geweckt. Verschlafen rubbelten sie sich die Augen und beschlossen einmal nachzuschauen was es da zu lachen gab. Nacheinander krabbelten sie aus ihrem Zelt und erblickten einige Mädels, die sich gerade auf Graham gestürzt hatten und ihn kräftig durchkizzelten. "Hey, good morning!", rief Kian, "Gehst ja ganz schön ran am frühen Morgen. Gleich ...", er zählte kurz durch, "...5 Mädels auf einmal, Kompliment, daswürd ich um diese Uhrzeit noch nicht schaffen!", alle lachen, bis auf Graham. Wobei dieser zwangsläufig lachen musste, da die Mädels noch keine Gnade hatten und ihn weiter durchkitzelten. Doch wenig später ließen sie dann doch von ihm ab und kümmerten sich um das Frühstück, was bereits aufgetischt war. Nachdem sie gestärkt waren, schnappten sie sich wieder ihre Rucksäcke und machten sich auf den Weg zur Nachbarwiese, wo sie auch schon am Vortag geprobt -bzw. die Songs ausgesucht hatten. Marie übernahm die Regie und zusammen schrieben sie Stück für Stück den Text, den die Darsteller sprechen sollten auf. So verging wieder der ganze Tag und auch der nächste... Als sie endlich alles fertig geschrieben hatten, meinte Marie geschafft: "Wow, fertig! Jetzt haben wir uns aber wirklich eine Pause verdient.", stellte sie fest. "Wir machen für den Rest des Tages frei und machen morgen in aller Frische weiter.", erklärte sie und alle jubelten laut. Es war fast Mittag gewesen, sodass der ganze Nachmittag frei war und so spielten sie verschiedene Gemeinschaftsspiele. Unter anderem Steh-geh, Schwubberdiwubber, Fleckenhasche oder meine Oma ist krank. Beim ersten Spiel, was Steh-geh war, lief noch alles glatt. Mark musste als erstes den Fänger spielen und alle anderen rannten vor ihm weg. Sie machten es ebenfalls auf der Nachbarwiese und keiner durfte über die Grenzen der Rasenfläche hinaus, sonst währe er disquallifiziert worden. Mark zählte: "Eins...zwei...drei! Ich komme!", damit rannte er los und tippte einen nach dem anderen an. Die jenigen mussten sich dann breitbeinig hinstellen und durften sich nicht mehr bewegen. Doch die anderen, die Mark noch nicht erwischt hatte mussten so viele wie möglich wieder befreien, in dem sie durch die gespreizten Beine durch krabbeln. So spielten sie mindestens eine Stunde, doch dann konnten sie nicht mehr und begannen mit Schwubberdiwubber. Sie setzten sich in einen Kreis und ein Strafplatz wurde festgelegt. Dann musste sich jeder ein Tiergeräusch ausdenken. Shane war natürlich das Pferd, Mark der Hund, Marie der Delphin, Danny ein Frosch, usw. Dann klatschten sie sich abwechselnd auf die Oberschenkel und in die Hände. Bei Schwubber auf die Oberschenkel und bei Wubber in die Hände. Dann machte Danny, der anfing, quak, wau, musste aber im gleichen Rhythmus bleiben, wie sie auch Schwubberdiwubber gesagt hatten. Wau war Mark, also musste er wiederum nach Schwubberdiwubber wau, hüüh machen und hüüh war Shane, also musste er nun weiter machen... So spielten sie wieder eine ganze Weile und beanspruchten ganzschön ihre Lachmuskeln. Doch irgendwann wurde ihnen auch dass zu langweilig. Deshalb beschlossen sie, noch eine Runde Fange zu spielen. Diesmal allerdings Fleckenhasche. Julie begann und rannte hinter Bamby, wie sie ihre beste Freundin Ciara immer freundschaftlich nannte, hinterher. Sie erwischte sie an der Schulter und deshalb musste diese sich jetzt mit einer Hand an der Schulter festhalten. Mit der anderen musste sie versuchen jemanden zu tippen. Schon nach wenigen Schritten hatte sie Mary am Fußknöchel erwischt, da diese gerade geträumt hatte. Doch nun musste Mary sich am Fuß anfassen und dann noch jemanden zu erwischen, war gar nicht so einfach. Etwa eine halbe Stunde ging alles reibungslos, doch dann geschah etwas Unerwartetes. Danny jagte gerade Gillian, als diese stolperte und zu Boden stürzte. Das wäre ja alles noch kein größeres Problem gewesen, wenn Danny nicht kurz hinter ihr gewesen wäre. Er konnte nicht mehr abbremsen und fiel auf sie drauf. Selbst das hätte nicht ausarten müssen, wenn es ein anderes Mädchen gewesen wäre, doch nicht so bei Gillian. Sie fing sofort an zu heulen, zu schreien und um sich zu schlagen. Alle schauten erschrocken auf die am Boden liegende Gillian und auf Danny, der sofort wieder von ihr runter gesprungen war und nun betröbbelt vor ihr stand und sich nicht vom Fleck rührte, obwohl Shane, Kian, Marie und Sarah ihn wegscheuchen wollten. Shane lief dann zu den beiden und zog Danny weg, denn Gillian hörte gar nicht wieder auf zu Schreien. Als Danny wieder bei Alice war lief Shane gleich zurück zu Gillian und hockte sich einen Meter vor sie. "Gill? Hallo Gilly?", leise sprach er zu ihr und sie hob den Kopf, um ihn anzusehen. Mit verheultem Gesicht blickte sie ihn an und brachte nur ein "Mh" raus. "Gilly, hör mal, es ist doch nichts passiert. Danny konnte nur nicht mehr abbremsen. Er hat doch außerdem Alice. Er braucht kein anderes Mädel. Glaub mir. Du brauchst wirklich keine Angst haben. Von uns wird dich keiner anfassen, wenn du es nicht willst. Komm...steh auf, der Boden ist kalt und du musst dich doch nicht erkälten. Okay Gilly?", seine Worte gefielen ihr und sie wurde tatsächlich ruhiger. Langsam versuchte sie aufzustehen und Shane hielt ihr seine Hand hin, die sie zögernd ergriff. Shane freute sich darüber natürlich höllisch, denn noch ein paar Tage zuvor hatte sie ihn nicht näher als bis auf zwei Meter an sich heran gelassen. Als sie vor ihm stand flüsterte sie ein "Danke" und zwang sich zu einem Lächeln, doch man sah, dass es ihr sehr schwer fiel, denn es wurde ein ziemlich schiefes. Shane störte das jedoch nicht, im Gegenteil, er war glücklich, dass Gillian sich überhaupt die Mühe machte ihn anzulächeln. Nach diesem weniger schönen Zwischenfall, hörten sie erst mal auf mit Hasche spielen, setzten sich ins Gras und spielten "Meine Oma ist krank". Jessy durfte anfangen und sagte: "Meine Oma ist krank. Sie hatt ein schielendes Auge." Nun mussten alle mit einem Auge schielen und Kian machte weiter: "Meine Oma ist krank. Die hatt einen Wackeldaumen." Nun mussten alle mit einem Auge schielen und mit dem rechten Daumen wackeln. Marie meinte dann, dass ihre Oma immer "Tralalalalalala" macht, sodass jetzt alle mit einem Auge zwinkerten, mit dem rechten Daumen wackelten und "Tralalalalalala" machten. So ging es immer weiter, bis man irgendwie nichts mehr machen konnte Oder auch, weil man vor Lachen nicht mehr weiter kam. Irgendwann fragte Mary dann: "Hey Leute, hatt einer von euch lust ne Runde durch die Gegend zu spazieren?" "Logo!", riefen Lillian, Jessy, Elly und Ciara gleich, denn sie waren schließlich die besten Freundinnen von Mary. Doch auch Shane nickte ihr zu und fragte gleichzeitig: "Hey Kiki, kommst du auch mit?" Doch dieser verleierte die Augen und meinte: "Oh mann, was soll ich denn mit der komischen Tante da?" "Hä, welche komische Tante?", fragte Shane verwundert und blickte sich um. "Na die Trulla da drüben.", knirschte er und zeigte in Richtung Mary. "Was, du meinst Mary? Das ist ne ganz Liebe.", verteidigte er sie, da er sie bereits sehr mochte. "Ach ja? Quatscht dich einfach so an, fragt dich aus, wohlgemerkt, dass du sie nicht kennst und du? Du verteidigst sie noch.", Kian hatte sich mal wieder- wie schon so oft - in eine Sache reingesteigert und war nun nur noch schwer zu bremsen. "Nein Kian, so war das gar nicht. Sie hatt bloß mit ihren Freundinnen "Tat oder Wahrheit" gespielt und musste halt zu mir kommen und mir fünf Fragen stellen. Das wir dann weg gegangen sind, hatte nichts damit zu tun. Sie hat mir zugehört und es hat geholfen. Ich glaube in Mary hab ich ne echte Freundin gefunden und du solltest aufhören immer gegen sie zu reden.", Shane versuchte seinen Kumpel zu überzeugen und, oh Wunder, Kian nickte und meinte: "Okay, ich versuchs. Wenn du sie magst, dann muss sie ja nett sein." "Danke Ki!", rief Shane und fiel Kian um den Hals. Normalerweise hätte er das nicht getan, aber da es äußerst selten vorkam, dass Kian mitten in seiner Wut nachgab, musste er seine Freude einfach mal raus lassen. Wenig später waren sie, mit einigen anderen Jungs und Mädels, eine Runde durch die Umgebung spazieren. Shane war nach einer Weile vor zu Mary gelaufen, denn Kian alberte die ganze Zeit mit Marie und Lara herum und ließ ihn links liegen. Doch es war ihm auch ganz recht, dass er mal wieder mit Mary allein reden konnte, ohne dass Kian eifersüchtig wurde oder irgendwer dabei war. Mary lief gedankenverloren an der Spitze und träumte so vor sich hin, ihre beste Freundin Ciara wurde gerade von Lillian und Elly in Beschlag genommen und auch die anderen Mädels trödelten irgendwo weiter hinten rum. "Hi Mary!", rief Shane halblaut, als er kurz hinter ihr war. Sie schreckte hoch und wendete den Kopf nach hinten um, um zu sehen, wer ihren Namen gerufen hatte. Überrascht dass es Shane war lächelte sie ihn an, denn schließlich machte es sie überglücklich, wenn ihr Schwarm von allein zu ihr kam. "Hi Shane, was machst du denn hier? Ich dachte du bist bei Kian oder Gillian?", fragte sie und schaute wieder zu ihm rüber. "Em ja, also Kian is gerade mit Marie und Lara beschäftigt und Gill... ich glaub die is bei Sarah, Girlstalk halten.", er grinste und auch Mary lachte kurz auf. "Aha, und nun suchst du Trost bei mir?", lachte Mary. "Äh, nein, das eigentlich nicht, aber ich dachte wir könnten mal wieder reden.", meinte Shane unsicher. "Klar können wir das.", nickte Mary und freute sich über das Vertrauen, was Shane ihr schenkte. Eine ganze Zeit schwiegen sie, doch dann begann Shane sich alles von der Seele zu reden. Er erzählte ihr wirklich alles was ihn beschäftigte. Vor allem natürlich alles über Gillian. Ihr so verschiedenes Verhalten - in einem Moment total happy und wirft sich ihm an den Hals - im nächsten Moment niedergeschlagen und unnahbar - und viele Dinge die ihn an ihr faszinierten. Mary hörte ihm aufmerksam zu und gab ihm hier und dort einen Tipp, wie er sie eher verstehen und ihr vielleicht besser helfen konnte. Anschließend unterhielten sie sich noch über Gott und alle Welt. Beispielsweise die Schulzeit, was da beide so erlebt und für Blödsinn gesehen und gemacht hatten, über ihre Hobbys, die ähnlich aussahen, über Familie, Freunde, schöne und traurige Erlebnisse, ja sogar über Liebe. Während dessen merkten sie immer mehr, dass sie viele Gemeinsamkeiten hatten und sich mehr als wunderbar verstanden. Es war fast, wie wenn sie Zwillinge wären. Einer wusste, was der andere dachte, sie spührten, wenn es dem anderen nicht gut ging und sie konnten über alles, über wirklich alles reden. Und wenn es einem nicht gut ging, dann ging es dem anderen auch schlecht. Es war wie eine äußerst starke Liebe, doch nicht wie die echte Liebe, sondern anders, ja, ganz anders, eher wie ... tja, wie bei Zwillingen halt. Mary nannte es seelenverwant. Nach etwa 1 ½ Stunden kamen sie wieder an der Wiese an, wo der Rest gerade wieder Fleckenhasche spielte. Mit einem Freudengeheul stürzten sie sich zwischen die anderen und so war wieder das schönste Spiel im Gange. Bloß Gillian stand am Rand und sah in die Ferne. Eine ganze Zeit stand sie dort allein und beobachtete den Himmel, wie er immer dunkler wurde, je näher der Abend rückte. Sie bekam gar nichts mehr um sich herum mit, denn ihre Gedanken kreisten nur um diesen einen Tag, wohl der schlimmste in ihrem Leben. Sie wollte sich immer davon losreißen, aber sie schaffte es nicht. Es tat einfach noch zu weh und dazu kam noch, dass sich fast alle von ihr distanzierten. Keiner ging mit ihr so um, wie vorher und sie wusste nicht warum. Und sie konnte keinem Menschen mehr trauen, sogar vor sich selbst hatte sie Angst. Plötzlich nahm jemand ihre Hände und sie erschrak höllisch. Es war Shane der mit besorgter Mine vor ihr stand und ihre Hände hielt. Sie wollte was sagen, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Shane bequatschte sie auch nicht, er ging langsam rückwärts und drehte sie dann um. Dann zog er sie leicht weg und sie folgte ihm. Irgendwie vertraute sie ihm, obwohl sie gerade noch das Gegenteil gedacht hatte. Shane hatte sie um eine Ecke geführt und drückte sie nun leicht runter. Dann setzte er sich neben sie. Er ließ eine Hand von ihr los und legte ihre andere zwischen seine beiden. Leicht streichelte er ihren Handrücken und es beruhigte sie etwas. Sie ließ ihren Kopf auf seine Schulter sinken und begann hemmungslos zu weinen. Shane nahm sie in den Arm und strich ihr beruhigend über den Rücken. Irgendwann fragte er leise: "Gill, willst du darüber reden? Du musst es mir natürlich nicht erzählen, aber dann rede mit Sarah oder mit Kian, aber du musst unbedingt darüber reden. Du darfst das nicht in dich hinein fressen. Das macht dich immer mehr kaputt." Gillian schluchzte nochmal laut und begann dann stockend zu erzählen: "Weißt du, ich fühl mich so schlecht, so dreckig, so benutzt, so furchtbar schlampig. Jedes Mal, wenn ich allein bin, abends im Bett, auf der Straße oderwo auch immer, ich hab Angst und muss immer daran denken. Ich bekomm die Bilder einfach nicht aus meinem Kopf, wie er mich geschubst hat, mich so gehässig angegrinst hat, mich festgehalten und mit sich gezogen,ausgezogen und betatscht hat, es war einfach grausam und mir wird heute noch schlecht, wenn ich daran denke. Ich rieche seinen Mundgeruch, obwohl er nicht hier ist und ich spüre seine ekligen Hände auf meiner Haut, es ist einfach...Hach Shane, ich will nicht mehr.",sie fing wieder furchtbar an zu weinen und stieß schluchzend hervor: "Shane, es ist nichts wie es einmal war. Ich habe vor allem und jedem Angst, kriege jedes Mal nen Schreikrampf, wenn mir ein Kerl zu nah kommt und habe sogar vor mir selbst Angst. Keiner meiner Freunde behandelt mich wie vorher und daran geh ich kaputt." Shane war geschockt. Er hatte ja gewusst, das es ihr schlecht ging, doch dass es so schlimm war, hatte er sich nichtmal träumen lassen. "Aber Gilly, wenn deine Freunde dich so behandeln würden wie vorher, dann ginge es dir noch schlechter. Weißt du auch warum?", doch sie schüttelte nur den Kopf, "Weil wir dich früher immer sofort umarmt haben, wenn wir dich gesehen haben und stell dir malvor, wenn Derek angelaufen käme und dich umarmen würde, dann hättest du gleich wieder höllische Angst und würdest um dich schlagen. Glaub mir, wir helfendir somit.", Gillian sah das ein und nickte leicht. "Und Gill, du hast doch gar nicht vor allen Angst. Guck mal, du lässt dich sogar von mir in den Arm nehmen. Es wird besser, glaub mir. Noch vor drei Tagenwar es viel schlimmer. Als es passiert ist, durfte ich bis auf drei Meter an dich heran, dann waren es nur noch zwei und heut Vormittag war es bloß noch einer und jetzt halt ichdich fest.", er sprach leise mit ihr und sie begann ihm zu glauben. "Shane?", flüsterte sie heißer. "Ja?", sagte er leise und strich ihr über den Rücken. "Ich...ich hab eine ganz große Bitte an dich.", fing sie ängstlich an. "Ja, mach ruhig! Ich helfe dir, wo ich kann.", ermutigte er sie. "Ich glaube du bist der Einzige, der das vielleicht ernst nimmt. Ich hab immer diese Erinnerungen, wenn ich allein bin. Könntest du da nicht immer mal dafür sorgen, dass wenigstens einer bei mir bleibt und mich ablenkt?", sie hatte mit zittriger dünner Stimme gesprochen,weil sie Angst vor Shanes Reaktion hatte, doch so überraschter war sie, als er sagte: "Mensch logo! Warum ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Hab keine Sorge Gilly, ich helf dir!" Gillian drückte ihn ganz fest und gab ihm einen Kuss auf die Wange, wodurch er wieder tausende Schmetterlinge in seinem Bauch flattern spürte. Langsam stand er auf und half Gillian hoch. Gemeinsam liefen sie zurück zur Wiese, wo die anderen immer noch beim Haschen waren. Als sie ankamen, rannte gleich Kian mit Sarah rüber zu ihnen und erkundigten sich, wo die beiden gewesen waren und was sie gemacht hatten. Shane erklärte es ihnen in einer etwas abgewandelten Form. Anschließend machten sie sich langsam auf den Rückweg zu ihrem Zeltplatz. Die Pferde wollten versorgt werden und außerdem bekamen sie langsam richtigen Hunger und dagegen mussten sie schließlich was unternehmen. Doch ein wenig dauerte es noch, bis das Feuer loderte, die Würstchen gebraten und die Kartoffeln geröstet waren. Aber dann fielen sie alle wie eine hungrige Raubtierbande über das äußerst leckere Essen her. Dann nahmen sie wieder die Gitarren zur Hand und ließen den Tag mit schönen Songs ausklingen. An diesem Tag blieben sie auch nicht mehr ewig auf, denn es war heute anstrengend gewesen und der nächste Tag würde auch nicht einfach werden. Am frühen Morgen wurden Shane, Kian, Mike und Derek von lauter Musik geweckt. Mary, Marie, Ciara und Sarah waren schon waschen gewesen und hatten nun ein kleines Kofferradio auf volle Lautstärke gedreht. Als die Jungs aus ihrem Zelt krabbelten, scholl ihnen das all bekannte und verhasste Barbiegirl entgegen und sie schrien wie aus einem Munde: "Aus machen!!!" Marie lachte und begann noch zu tanzen, doch da stürzten sich Kian, Mike und Derek auf sie, während Shane mit einem Satz beim Radio war und es abschaltete. "Juhu, ihr seid die Größten!", riefen da schon die anderen Jungs und sogar einige Mädels. Marie hingegen zog eine Schnute und tat beleidigt. Doch mit einem Kuss von Kian ließ sie sich jedoch wieder besänftigen. Dann setzten sie sich, um sich das Frühstück der Girls schmecken zu lassen. Anschließend bekamen auch die Pferde ihr Futter und dann schlenderten sie wieder rüber zur Wiese und heute wurde mit den richtigen Proben begonnen. Anfangs hielt jeder von ihnen einen Zettel in der Hand, um den Text abzulesen. Irgendwann mussten sie schon nicht mehr so oft auf das Blatt Papier schauen und ihr Spiel wurde dadurch auch flüssiger. Trotzdem war irgendwie ein heilloses Durcheinander und deshalb beschloss Marie, dass alle am nächsten Tag Vormittags in kleinen Grüppchen den Text lernen sollten und am Nachmittag Gesamtprobe war. So machten sie es dann auch und siehe da, es funktionierte viel besser. Zwei Tage darauf, sie waren gerade mitten in ihrer Gesamtprobe, fing es plötzlich an wie aus Gießkannen zu regnen und sie rannten, um noch so halbwegs trocken in ihre Zelte zu kommen. Doch nicht jeder rannte zu seinem Zelt, sondern die Cliquen suchten sich und bezogen zusammen ein Zelt. Marie, Sarah, Gillian, Kian, Shane und Derek krochen gemeinsam in das Zelt von Shane, Kian, Mike und Derek. Mary, Ciara, Lillian, Elly und Sally nahmen das nächste in Beschlag, Loreen, Bryana, Lisa, Alice, und Merry das dritte, Danny, Mark, Graham und Mike das vierte, Benjamin, Tim, Kenley und David das fünfte Und Julie, Liz, Sue, Lara, Jessy und Lyn quetschten sich in das letzte Zelt. Der Regen trommelte unaufhörlich auf die Planen und es war schon fast ein bisschen gruslig. Doch dass störte die Freunde nicht und so spielten sie fröhlich Karten. "Ich wusste doch, dass es nützlich sein würde sie einzupacken.", meinte Kian zufrieden und schaute Derek triumphierend an. "Jaja, du hast ja Recht.", lachte dieser und schmiss die Karten auf den Tisch - naja, eher auf den Boden, denn einen Tisch hatten sie ja im Zelt nicht - da er gewonnen hatte. "Mist!", fluchte Kian, denn er war ein schlechter Verlierer. Die Mädels lachten nur über die zwei und auch Shane konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. So verging einige Zeit, etwa zwei Stunden, doch dann hörte der Regen auf und die Wolken verzogen sich, so schnell wie sie gekommen waren auch wieder. Da kamen alle langsam aus den Zelten gekrochen und liefen wieder rüber zur Wiese, um die restliche Stunde noch ein bisschen was in ihre Rüben zu kriegen. Am Ende ihres Musicalausfluges hatten sie das Stück fast vollständig drauf, bloß die Songs und Choreographien mussten sie noch lernen. Doch dazu hatten sie zu Hause noch genügend Zeit, denn die Premiere ihres Stückes sollte erst im Januar stattfinden. Am Abreisetag spielten sie das Stück nochmal vollständig durch und nachdem sie ihr Lunch zu sich genommen hatten, schwangen sie sich auf die Pferde / klettertenin die Kutschen und traten den Rückweg an. Diesmal waren sie nicht so aufgedreht, denn schließlich war die letzte Woche irre anstrengend gewesen. So kamen sie einige Stunden später auf dem Hof der Filans an und luden mit Liams Hilfe die Kutschen ab. Mae brachte ihnen allen eine Tasse heißen Kakao, denn es war kühl geworden. Sie hatten in der letzten Woche so wie so noch ziemliches Glück gehabt, dass eigentlich immer die Sonne geschienen hatte, bis auf diesen einen Tag... Den Rest der Ferien trafen sie sich dann nicht mehr, denn sie hatten genug geprobt, fanden sie. Bloß am allerletzten Ferientag trafen sie sich dann doch nochmal, um alles zu wiederholen, damit sie auch alles vorspielen konnten, falls der Direktor schon mal was sehen wollte. Als sie am nächsten Morgen in die Schule kamen und ans schwarze Brett schauten, stand dort tatsächlich: "Liebe Musicaldarsteller, kommt heut Nachmittag bitte um 15:30 Uhr in die Aula. Dann erfahrt ihr Näheres. Also machten sie sich nach dem Unterricht alle auf dahin, wo der Herr Direktor schon auf sie wartete. "Na? Wie waren die Ferien?", fragte er als erstes. "Sehr schön.", war die einstimmige Antwort. "Vor allem die erste Woche.", grinste Kian. "Psst!", machte Shane, denn der Direktor fuhr fort. "Ihr hattet ja jetzt schon eine ganze Weile Zeit, um euch wenigstens mal die Handlung auszudenken. Also, ich höre?!", Der Direktor war es gewohnt, dass seine Schüler alles vergaßen und nur unter strenger Anleitung und Aufsicht eines Erwachsenen etwas auf die Beine stellten. Deshalb war er schon so ein bisschen schlecht gelaunt, da er so eine Vorahnung hatte, dass mal wieder rein gar nichts voran gegangen war. Die ganzen Musicaldarsteller und Marie grinsten bloß vor sich hin und machten sich bereit. Marie hielt eine kurze Ansprache für das Publikum und gab dann das Startzeichen. Shane, Kian, Mark, Derek, Graham, Mike, Mary, Julie und Ciara sangen einfach mal die Musik des Einmarschs, denn die CD hatten sie momentan nicht dabei. Anschließend begannen sie das ganze Stück vorzuspielen und als sie geendet hatten klatschte der Direktor begeistert in die Hände und strahlte übers ganzeGesicht. "Hey super!", rief er, "Wenn ihr in einem solchen Tempo weiter macht, verlegen wir die Premiere nach vorn auf den 3. Advent." Begeistert nickten seine Schüler und freuten sich über das Lob. In den nächsten Wochen lernten sie die Texte der Songs, studierten die Choreographien ein und perfektionierten das Ganze immer noch mehr. Und endlich, in der letzten Novemberwoche hatten sie alles geschafft und Marie ging sogleich zum Direktor. "Herein!", rief er, nachdem sie an seine Tür geklopft hatte. Sie drückte die Klinke nach unten und trat ein: "Hallo Herr Direktor, ich wollte ihnen nur mitteilen, dass wir die Musicalproben gerade beendet haben. Wir haben alles noch perfektioniert und jetzt sitztes.", berichtete sie strahlend. "Oh wow, da wart ihr ja mal wieder schneller, als ich gedacht hatte. Ihr könnt es mir gerne vorspielen. Was hältst du von Morgen um 10:00 Uhr in der Aula?",fragte er lächelnd. "Ja, gern, ich sag es den anderen. Bis morgen! Bye!", damit verschwand sie wieder und berichtete ihren "Schülern", was der Direktor gesagt hatte. Schülern, weil sie sich ja die Choreographien ausgedacht hatte - naja, mit Lara zusammen - und sie hatte ja auch immer alles geleitet. Am Samstag standen sie pünktlich um 10:00 Uhr vor der Aula und wenig später kam auch ihr Direktor, um sich das fertige Stück anzuschauen. Als sie geendet hatten, klatschte er ihnen zu und rief: "Perfekt! Ihr seid superspitze! Das wird der Renner schlechthin. Wir werden massig Auftritte bekommen und auch brauchen, weil das sicher sehr viele Leute sehen wollen." Die Schüler und Schülerinnen waren mehr als glücklich über diese Worte und umarmten sich gegenseitig. Die Premiere legte der Direktor jetzt schon auf den 2. Advent und so hatten sie nur noch eine Woche Zeit bis der Stress beginnen würde. Einen Tag vor der Premiere probten sie das Stück nochmal durch und an dem besagten Premieretag übten sie auch nochmal am Vormittag. Sie trafen sich um 10:30 Uhr im Hawkswell Theatre und spielten das ganze Musical noch einmal durch. Um 13:30 sollte die Vorstellung beginnen. "Super Mädels!", rief Marie, als einige Mädchen einen Song performt hatten. "Jaaa!", schrie sie, als es endlich zu ende war. "Em Shane, Gillian, was haltet ihr davon, wenn ihr eure Szene mal so spielt, wie nachher in der Premiere? Ich mein, wir hatten abgemacht, dass ihr euch in den Proben nicht wirklich küssen müsst, aber damit ihr es dann nicht vergesst, währe es vielleicht mal besser?", meinte Marie dann. "Äh klar", grinste Shane, doch Gillian schüttelte den Kopf, "Wir können das", grinste sie ebenfalls und zwinkerte Marie zu. Diese verstand und nickte ebenfalls lächelnd. Shane kam es so vor, als hätten Marie und Gillian ein Geheimnis, wovon er nichts wusste. Doch als er Gillian danach fragte guckte sie ihn ganz unschuldig an und lächelte in sich hinein. Er merkte, dass sie es ihm nicht sagen wollte und fragte daher nicht weiter. So gegen 12:00 Uhr gingen sie dann essen, doch Mary bekam keinen Bissen runter. Ebenso Marie. Shane und Kian bemerkten dies und gingen zu Marie hinüber. Sie war schrecklich aufgeregt, obwohl sie selbst ja gar nicht mit spielte, doch sie hatte schließlich alles geleitet und würde auch nachher benannt werden und das auch noch als Choreographin. Shane konnte hier nicht viel tun, denn Kian reichte Marie vollkommen, deshalb schaute er sich nach Mary um, doch er konnte sie nirgends entdecken. "Gerade stand sie doch noch hier?", wunderte er sich und entfernte sich ein Stück von Kian und Marie, um Mary zu suchen. Es dauerte eine ganze Weile, bis er sie endlich im Mädchenbad fand. Eigentlich ging er dort nie rein, doch das war seine letzte Chance gewesen, sonst hatte er schon überall gesucht. Er öffnete die Badtür und rief "Mary?" und ein klägliches "Ja?" bekam er zur Antwort. Jetzt waren ihm alle Regeln egal und er betrat den Raum, wo die Waschbecken waren. "Mary, was ist denn los?", fragte er besorgt. "Shane, ich schaff das nicht. Ich hab noch nie geschauspielert, geschweige denn so eine große Rolle.", sie hockte schluchzend in einer Ecke und Shane setzte sich neben sie. "Hey Kleine, du schaffst das. Du bist echt gut. Besser als manch anderer. Glaub mir!", Shane versuchte sie zu beruhigen und nach einer Weile hatte er sie so weit, dass sie ihr Selbstbewusstsein wieder hatte und mit ihm das Bad verließ. Vorher wusch sie sich mit kühlem Wasser die Tränen weg und putzte sich die Nase. Doch dann war sie wieder die Alte und konnte sogar ein bisschen was essen. Auch wenn es nicht viel war, aber immerhin etwas. Es ging auf 13:00 Uhr zu und so langsam wurden alle zapplich. Um 13:15 Uhr versammelten sie sich in einem Raum und wurden von Marie und einigen anderen Mädchen, die es nicht bis in die Truppe geschafft hatten geschminkt. Endlich, als sie super aussahen, zogen sie sich ihre Kostüme an und stellten sich in einen Kreis. Marie sprach noch ein kurzes Gebet und mit einem lauten "Lets rock!", gab sie das Zeichen zum Aufbruch. Ein vielstimmiges "Yeah!" scholl durch den Raum und alle warfen ihre Arme in die Höhe. Dann stürmten sie alle gemeinsam los. Die Zuschauer waren schon alle auf ihren Plätzen und so war auch kein Mensch auf den Gängen. Dann betraten sie den Raum, von wo aus sie von hinten auf die Bühne gehen konnten. Marie betrat als erstes die Bühne, die immer noch von einem Vorhang verdeckt war. Wenig später öffnete er sich jedoch und Marie begann zu sprechen: "Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns sie zu der Premiere unseres neuen Musicals begrüßen zu dürfen. Es ist wieder sehr hübsch gemacht, wie sie es von uns gewohnt sind. Nur etwas ist anders. Dieses Musical ist ein Projekt des Summerhill Colleges und der Hawkswellschauspieltruppe. Wir haben ein Casting gemacht und nur die besten Schauspieler genommen. Außerdem sind alle Songs diesmal von Darstellern selbst komponiert und geschrieben worden. Sein sie also gespannt! Der Vorhang schloss sich wieder und alle stellten sich auf ihre Startpositionen. Die Overtüre begann und ein Scheinwerfer blendete nacheinander verschiedene Schauspieler an, welche unterschiedliche Situationen darstellen sollten. Einer leuchtete auf einige Mädels, die auf Inlineskates fuhren, dann blendete er um, auf ein paar Jungs, die gerade Fußball spielten, dann auf eine Klasse, die über ihren Schulheften hing, eine Lehrerin an einer Tafel stehend, ein Ehepaar beim Fernsehen, ein Mädchen, was ganz allein in einem Zimmer tanzte, eine Schülergruppe, die gerade über ein Mädchen lachten, eine Lehrerin mit Gitarre, eine Mädchengruppe, die gerade zusammen tanzten, eine Horde Jungs, wie sie versuchten einen Golfball in ein bestimmtes Loch zu schießen, wieder ein Mädchen - sie schien sehr traurig zu sein - welches allein am Rand einer Wiese stand, wo viele Kinder spielten und auf einen Jungen, der nachdenklich auf einer Mauer saß. Dann wurde es wieder dunkel und als die Scheinwerfer wieder aufleuchteten sah man eine Klasse, wo es drunter und drüber ging. Man hörte nur Geschrei und verstand kein einziges Wort. Dann begann der erste Song. Er war fetzig und ging richtig ab. Der Text war auch ziemlich frech und verrückt. In dem Moment, wo das Lied endete, ging plötzlich die Tür des Klassenzimmers auf und die Lehrerin betrat mit einem Mädchen im Schlepptau den Raum. Sofort standen alle an ihren Plätzen und es wurde mucksmäuschenstill in der Klasse. "Guten Morgen!", sagte Lara, die ja die Lehrerin spielte, und schaute streng in die Klasse. "Guten Morgen Mrs Smith.", kam es einstimmig, aber bloß halbherzig zurück. "Wie ihr seht, haben wir heute eine neue Schülerin bekommen. Sie heißt Klea Morison und ist gerade 16 Jahre alt geworden. Ich hoffe ihr nehmt sie gut auf und helft ihr anfangs etwas, wenn ihr die Zimmer wechseln müsst, denn da könnte sie noch ein paar Probleme haben. Auch bei den Klassendiensten könnt ihr ihr erst mal ein bisschen behilflich sein, damit sie zu erst mal sieht, wie das hier abläuft. So, dann setz dich mal da drüben neben Kelly!", meinte sie dann an Gillian gewannt, die ja Klea war. "Neben mich, muss das sein?", fragte Sarah, welche Kelly spielte. "Ja Kelly oder siehst du hier noch einen anderen Platz, der noch frei ist?", rief die Lehrerin aufgebracht über den Kommentar von ihrer Schülerin. "Ja, vor der Tür.", grinste diese frech. Mrs Smith ärgerte es, dass ihre Schüler gleich so giftig zu Klea waren. "Können sie ihr nicht erst mal eine Chance geben?", fragte sie sich, doch da wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, weil Benny fragte: "Wieso muss die gerade zu uns kommen? Kann die nicht in die Parallelklasse gehen? Wir brauchen keine Stadttusse hier." "Benjamin! Sei nicht so frech und außerdem kommt sie aus Kilarny und nicht aus Dublin!", rief Lara zu Mike rüber. "Uhi, das is doch das Gleiche.", maulte Bennjamin weiter. Wieder setzte Musik ein und die Schüler begannen einen Song, zu singen, wo sie gegen ein Mädchen sangen, welches sie nicht mochten. Kelly durfte eine Strophe allein singen, Benny und die anderen sangen jeweils nur ein kleines Stück und den Refrain sangen natürlich alle gemeinsam. Als der Song beendet war rief Kelly wieder verärgert: "Wozu brauchen wir denn ne' Neue? Die stört doch bloß." "Ruhe jetzt! Ihr benehmt euch ja, wie ein paar Ferngesteuerte.", dann wante sie sich an Klea: "Bitte entschuldige, sie meinen das nicht so. Was sie nicht kennen, müssen sie immer bemeckern und wenn sie es dann kennen lernen, mögen sie es auch. Setz dich erst mal!" Also ging Klea entmutigt auf ihren Platz. Die Band begann mit dem nächsten Song, den Klea sang. Sie sang davon, wie schwer es wohl noch werden würde und dass sie am Liebsten wieder nach Kilarny wollte. Während Klea den Song vortrug sah man Kelly, wie sie die ganze Stunde lang immer wieder etwas anderes machte, um Klea zu ärgern. Nicht nur einmal trat sie sie unterm Tisch, sodass es die Lehrerin nicht mitbekam. Mit dem Ende des Liedes erklang auch die Schulglocke, die das Unterrichtsende ankündigte. Klea packte ihre Sachen zusammen und verließ das Klassenzimmer fluchtartig. Als sie sich auf dem Heimweg befand, sang Gillian das Lied, wo es um die Einsamkeit ging und um die Sehnsucht nach Freundschaften. Gegen Ende des Songs sah man Kim langsam zu ihr aufschließen Und nachdem Klea ihren Song beendet hatte, tauchte er neben ihr auf und fragte: "Hallo, bist du traurig?" Klea schaute erschrocken auf, denn sie hatte nicht bemerkt, dass ihr jemand gefolgt war und damit gerechnet hatte sie erst recht nicht. "Mh", machte sie dann und nickte leicht. "Mh, sie waren echt nicht nett zu dir.", meinte Shane, dem seine Rolle "Kim" richtigen Spaß machte. Wieder nickte Gillian, schaute ihn jedoch nicht an. "Wie war nochmal dein Name?", fragte Kim und nun blickte sie ihn doch an: "Em, Klea und deiner?", antwortete sie schüchtern. "Kim, ich heiße Kim.", meinte dieser zufrieden, denn sie hatte mit ihm gesprochen. In der Schule vorher, hatte er noch kein einziges Wort von ihr gehört. "Aha, kommst du hier aus der Nähe?", fragte sie plötzlich, worüber Kim sich riesig freute. "Ja, ich wohne gleich dort drüben, d.h. es ist schon noch ein Stück, aber nicht sehr weit. Und wo kommst du her?", stellte er nun die nächste Frage. "Em, ich habe bis vor einer Woche noch in Kilarny gewohnt, aber vor etwa einem Monat ist mein Opa gestorben und nun wollen wir Oma nicht allein lassen. Wir konnten sie aber auch nicht zu uns nach Kilarny holen, weil erstens war unsere Wohnung schon für uns vier fast zu eng und außerdem kennt sie ja dann dort keinen und auch all unsere anderen Verwandten wohnen hier in Sligo." Kim war überrascht. So viele Worte hatte er nicht von ihr erwartet. Leise begann eine Gitarre zu spielen und Klea begann wieder zu singen. Sie sang von ihrer Heimat, von ihren Freunden, dem schönen, freien, lustigen Leben und wie sie das alles vermisste. Nach diesem Lied meinte Kim dann: "Du wirst dich hier einleben. Sligo ist wunderschön und du wirst in einigen Monaten hier nie wieder weg wollen. Glaub es mir. Du wirst auch hier Freunde finden. Aller Anfang ist schwer, aber Regen und Sonne sind ganz nah bei einander. Und ohne Regentage kann keine wunderschöne Zeit kommen, denn nur Regen und Sonne gemeinsam können den herrlich schillernden Regenbogen entstehen lassen." Klea war berührt von seinen Worten, er hatte es so wunderbar gesagt und es war wahr, Regen und Sonne gehörten zusammen, wie auch Liebe und Hass sehr nah beieinander waren. Nun fing Kim an den nächsten Song zu singen. Er sang von dem endlosen pladdernden Regen, der Sehnsucht nach Sonne und wie sie endlich, nach schier endloser Zeit, ihre Strahlen zwischen den Wolken hindurch streckte und langsam immer mehr schien. Wie langsam ein blasser bunter Regenbogen entstand und immer deutlicher, leuchtender und klarer wurde. Am Ende des Songs stand er in seiner vollen Herrlichkeit, in hellen, grellen, leuchtenden Farben, am Himmel und alle Menschen freuten sich. Im letzten Refrain sang Klea dann mit und anschließend meinte sie: "Du Kim, ich glaub du hast Recht. Ich muss den Regen vorbei gehen lassen und abwarten, bis die Sonne wieder scheint. Kim nickte fröhlich, dass er ihr die Angst genommen hatte. "Danke!", meinte Klea da plötzlich. Anschließend blieb es kurz still. Auf einmal fragte Kim: "Ach und hat dein Vater hier wieder Arbeit gefunden?", "Ja, sein Bruder hat ihm was besorgt.", antwortete sie bereitwillig. "Hey, das find ich ja nett. Was macht denn dein Vater da, wenn ich fragen darf?", Kim fand sie immer netter und schaute sie pausenlos an. Man sah richtig, dass er sie mochte, ja, vielleicht hatte er sich sogar ein bisschen in sie verliebt. "Äh, naja, also es ist nichts Großes. Er arbeitet auf einem Pferdehof als Stallbursche. Weißt du, bevor wir - als ich noch klein war - nach Kilarny gezogen sind, waren mein Dad und der Pferdehofbesitzer glaub ich richtig gute Freunde. Auch meine große Sister ist als Kind viel dort geritten. Ich glaub, Dad ist froh, dass wir wieder zurück gezogen sind.", langsam begann sie aufzutauen und jetzt lächelte sie schon ein bisschen. Als Kim bei ihr angekommen war, hatte sie ganz ernzt ausgesehen. Und er musste zugeben, dass ihm ihr Lächeln gefiel, ja sogar mehr als das... "Oh, ich muss hier abbiegen.", meinte Kim da plötzlich. "Ja, bye.", sagte Klea etwas traurig. Kim lief in die Straße, drehte sich jedoch nochmal um und rief: "Bis morgen in der Schule!" "Tschau!", kam es von Klea lächelnd zurück. Kim ging verträumt die Straße lang und sprach so vor sich hin: "Klea ... Klea ... ein sehr schöner Name. Und ihre blonden Locken... wie sie ihr so über die Schultern fielen ... und die Augen ... so blau ... wie der Himmel bei schönstem Sonnenschein und ihr Lächeln ... das ist der Sonnenschein..." Dann begann er ein Lied zu singen. Es handelte von einem Jungen - in diesem Falle Kim selbst - der sich in ein Mädchen verliebt hatte, obwohl er sie nicht kannte. Er hatte sie gesehen und sie war so schön gewesen, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Sie wusste es jedoch nicht und er hatte Angst es ihr zu sagen, denn sie war so unnahbar. Er schwärmte in diesem Song auch von ihren Lippen, die so zart und voll waren, dass man sie am liebsten immer küssen möchte, von ihren Augen, die so funkelten, wie ein Diamant, ihren blonden Locken, die in der Sonne schimmerten, wie pure Seide, ihrer Figur, die einfach atemberaubend war, ihren Bewegungen, die immer elegant aussahen, ihren Kleidern, die sehr schick waren und überhaupt von ihrerganzen Person. Als er geendet hatte, kam er zu Hause an und ging ins Haus. Mary kam in einer Küchenschürze angelaufen und rief fröhlich: "Hallo mein Schatz! Wie war die Schule?", sie gab ihm flüchtig einen Kuss, drehte sich sogleich wieder um und verschwand in der Küche. Kim schmiss seinen Ranzen in die Ecke und folgte seiner Mum. "Oh Mum, du glaubst gar nicht was heute passiert ist.", fing er auch gleich zu erzählen an. "So? Was denn?", lächelte sie und rührte in dem Spaghettitopf herum. "Wir haben eine Neue!", platzte es aus Kim heraus. "Und, ist sie nett?", fragte seine Mutter und probierte eine Nudel, ob sie gut waren. "Äh ja, glaub schon...", meinte er schnell und wurde rot. Seine Mutter lächelte in sich hinein und fragte unauffällig weiter: "Wie heißt sie denn und wo kommt sie her?" "Sie kommt aus Kilarny. Ihr Großvater ist gestorben und ihre Eltern wollten die Oma nicht allein lassen. Tja und alle Verwandten wohnen eh hier in der Nähe, da war es wohl das Naheliegensten, wieder zurück nach Sligo zu kommen. Sie hat auch einen tollen Namen. Hast du Klea schonmal gehört?", fragte er da, doch seine Mum schüttelte mit dem Kopf und goss die Nudeln ab. "Der ist doch geil! Oder?", versicherte er sich. Seine Mutter nickte ihm lachend zu und schaufelte ihm den Teller voll. Sie hatte längst bemerkt, dass sich ihr Sohn über beide Ohren verliebt hatte. Jetz sah man wieder Klea, wie sie vom Esstisch aufsteht, in ihr Zimmer geht und sich schlafen legt. Am nächsten Morgen treffen Kim und Klea sich wieder zufällig auf dem Schulweg. Wenig später stößt auch noch Kay, Kims bester Freund dazu und guckt Klea schief an. Nachdem Kim ihn begrüßt hatte, stellte er die beiden gegenseitig vor: "Also Kay, das ist Klea, weißt du ja. Klea, das ist mein bester Freund Kay.", Kim strahlte und auch Klea lächelte schüchtern. "Hi Klea, schön dich kennen zu lernen.", begrüßte Kay sie dann mit einem Händedruck. Kim und Kay quatschten den ganzen Schulweg lang, doch Klea verhielt sich still. Auch in der Schule taute sie nicht auf. Sie passte im Unterricht gut auf, meldete sich jedoch nie. Wenn die Lehrerin sie dann doch mal dran nahm, wusste sie komischerweise immer alles. Doch da das so gut wie nie vor kam, fiel es keinem weiter auf. In einer Stunde erzählte die Lehrerin etwas von einem Musical, was sie mit der Klasse einstudieren wollte. "So meine Lieben. Ich hatte euch ja von dem Musical berichtet. Die Texte für die Songs geb ich euch jetzt aus. Ich hoffe schwer, dass ihr sie fleißig lernt und in der nächsten Stunde werde ich mir jeden von euch anhören. Die besten bekommen dann die Plätze. Wir können leider nicht alle mitspielen.", dann ging sie rum und teilte die kopierten Blätter aus. Nach dem Unterricht liefen Kim und Klea wieder zusammen Richtung "nach Hause". Wieder unterhielten sie sich und wieder schwärmte Kim heimlich von ihr. Doch da war er nicht alleine... Diesmal sah man Klea, wie sie auf dem Heimweg war, als sich ihre Wege trennten. Auch sie sprach so vor sich hin: "Ich hätt ja nie gedacht, dass ich noch jemanden finde, der so nett zu mir ist, nach dem Schock gestern Vormittag. Er ist einfach zu mir gekommen und hat ganz normal, nein sogar ganz lieb mit mir geredet. Aber auch seine braunen Haare, die haselnussbraunen Augen und sein überaus süßes Lächeln... Oh mein Gott, ich hab mich doch nicht etwa verliebt? ... Nein, das ist Quatsch.", sie schüttelte häftig den Kopf und drückte auf den Klingelknopf ihres Hauses. Dann sah man wieder Kim, wie er sich gerade mit einigen Kumpels, darunter auch Kay und Benny, ein Fußballmatch lieferte. Plötzlich kam Klea vorbei gelaufen. Keiner beachtete sie. Sie blieb stehen und beobachtete Kim, wie er gerade hinter dem Ball her jagte und schließlich ein Tor schoss. Als er sich umdrehte erblickte er sie und winkte ihr kurz zu. Sie lächelte schüchtern zurück und winkte ebenfalls. Da hörte sie plötzlich Gelächter näher kommen. In diesem Moment begann wieder die Musik zu spielen und die Mädchen, die im Anmarsch waren, sangen zusammen den Song. Sie sangen davon wie cool sie waren, wie schön doch der Tag war und wie lustig es doch war, zusammen durch die Gegend zu fahren. Es waren einige Mädels aus Kleas Klasse, die auf Inlineskates angefahren kamen. Sie behandelten Klea wie Luft und winkten nur den Fußball spielenden Jungs zu. Diese lachten sie an und winkten zurück. Klea übersahen sie einfach. Sie schaute noch eine Weile bei dem Spiel zu und beobachtete Kim ganz genau. Er gefiel ihr wirklich sehr und wie süß er aussah, wenn er sich abschwitzte. Die Schweißperlen standen ihm auf der Stirn, seine Haare lagen flach angeklatscht und sein Shirt klebte am Körper. Doch sie musste einsehen, dass sie hier keiner mochte und dass auch Kim sie nicht nehmen würde. Traurig ging sie dann weiter und setzte sich, irgendwo auf einer großen Wiese, ins Gras und begann wieder zu singen. Dieses mal war der Song an der Reihe, der von einer unerreichbaren Liebe handelt, von ihren unendlich großen Gefühlen für ihn und von der Sehnsucht, die sie jedes mal verspürte, wenn sie ihn aus den Augen ließ. Nach dem Song wurde es kurz dunkel, doch wenig später sah man wieder Klea, wie sie sich auf dem Schulweg befand. An diesem Tag sangen alle Mädchen mit Eifer vor und die Lehrerin war mehr als zufrieden. Nur Klea erschien zum Vorsingen nicht. Man sah kurz wie einige vorn standen und einen Song vortrugen, doch dann fiel der Vorhang und die Pause begann. Mr. Filany und der Direktor lobten ihre Schüler mächtig und brachten ihnen etwas zu essen und zu trinken. Auch die Zuschauer waren inzwischen im ganzen Gebäude verstreut, holten sich Getränke, Würstchen, gingen raus eine rauchen, auf die Toilette oder standen einfach nur quatschend im Gang. Nach etwa 15 Minuten ertönte das Zeichen zum Setzen und das Stück ging weiter. Man sah Kim auf einem Pferd, wie er durch den Wald ritt Und plötzlich erklang ein glockenheller Gesang. "Oh, wer mag das wohl sein? Haben wir etwa eine Fee im Wald?", sagte Kim und näherte sich langsam der Stelle. Sein Pferd band er ein paar Meter vor der Biegung an und ging die letzten Schritte zu Fuß. Das Lied, was er da hörte, kannte er. Es war eins von denen, was ihre Lehrerin ihnen zum lernen gegeben hatte. Dieses hier war ein Song, der von der wahren Freundschaft handelte. Vorsichtig lugte er hinter einem Baum hervor, doch was er dort sah, verschlug ihm glatt weg die Sprache und er hielt den Atem an. Ein Mädchen tanzte und sang dort so schön, wie es keine andere vermocht hätte. Und dieses Mädchen war keine andere als Klea. Langsam trat er hinter dem Baum hervor und nahm ihre Hände. Dann machte er ihre Schrittfolge mit, drehte sie einmal in Kreis und sang schließlich den Refrain mit ihr zusammen und so voller Leidenschaft, dass jeder Blinde gesehen hätte, dass die Beiden sich lieben. Als der Song zu ende war meinte Kim: "Hey Klea, du bist so gut, so gut ist keiner! Du musst unbedingt im Musical mitspielen!", seine Begeisterung freute sie und sie strahlte ihn an, was ihn wiederum glücklich machte. "Aber, aber, ich ... ich trau mich nicht.", stotterte sie. "Hey Klea, das mach ich schon. Vertrau mir.", grinste er sie verschmitzt an. Sie nickte glücklich und dann nahm er sie bei der Hand und führte sie zu seinem Pferd. Ehrfürchtig stand sie davor und schaute es mit großen Augen an. "Es ist wunderschön.", schwärmte sie, "Darf ich es mal streicheln?" "Aber klaro, er beißt nicht. Keine Angst. Der ist Handzahm.", meinte Kim lächelnd. Klea hob vorsichtig ihre Hand und legte sie an den Hals des feurigen Hengstes. Dann streichelte sie ihn zarghaft und er drehte neugierig den Kopf und schnupperte an ihrem Hemdsärmel, dann schnaupte er freundlich und sie legte ihre Hand auf die Stirn des Pferdes. Kim beobachtete die Szene und meinte schließlich: "Hey Klea, du scheinst Pferde zu mögen. Oder?" "Ja, meine Sis ist schließlich früher auch für ihr Leben gern geritten." "Ich würde dich mit zu mir nehmen, natürlich nur wenn du magst?, grinste Kim und Klea nickte begeistert. Also hob er sie hoch aufs Pferd, schwang sich hinter sie und hielt sie fest. Dann trieb er seinen Hengst an und sie galoppierten über die weiten, grünen Wiesen Irlands. Dann begann Kim laut und glücklich zu singen. Er sang von der Freiheit, die man verspürt, wenn man auf einem Pferd über die weiten Wiesen galoppiert und einem der Wind um die Ohren pfeift, wie befreit man dann ist und dass man alles andere um sich herum vergessen kann. In der zweiten Strophe sang dann Klea wie gut sie sich fühlte, die Locken flogen im Wind, die Wolken zogen über den Himmel und die letzten Sonnenstrahlenblinzelten hindurch. Den Refrain sangen sie wieder zusammen. Zusammen ritten sie zu Kim nach Hause und als sie ankamen, war auch das Lied zu Ende. Als sie eintrafen, erlebten sie gleich noch eine Überraschung. Der Stallbursche erwartete Kim bereits und machte ein komisches Gesicht, als dieser eintraf. "Was is’n los?", rief Kim sogleich, doch durch Kleas "Hallo Dad!" verstand er es sofort. Kim sprang vom Pferd und half Klea runter, dann übergab er den Hengst an den Stallburschen, verabschiedete Klea, die nach Hause wollte und lief ins Haus, wo seine Mum schon mit dem Essen wartete. "Hallo Mum! Bin wieder da!", flötete Kim und umarmte seine Mutter, die gerade am Herd stand stürmisch. "Oh hallo mein Engelchen!", sie küsste ihn auf die Nasenspitze, "Wo warst du denn so lange? Das Essen ist schon kalt geworden. Ich wärm es dir gerade wieder auf." "Em naja, ich bin doch ausgeritten und plötzlich... war da Klea im Wald. Und weißt du was?", begann er aufgeregt zu berichten. Lächelnd schüttelte seine Mum den Kopf und wartete, dass er weiter sprach. "Sie hat gesungen und getanzt...wie ein Engel, eine Elfe oder eine Fee. Oder... dafür gibt es keine Worte. Mum, ich muss sie unbedingt in dieses Musical reinkriegen. Kein anderer kann es nur halb so gut wie sie. Das Mädchen ist der Wahnsinn.", brach es aus Kim heraus. Wieder begann er zu singen, diesmal von einem Mädchen, die er sich als Fee vorstellte, dann war sie eine Elfe und zu guter Letzt ein Engel. Als auch dieser Song beendet war wurde es wieder dunkel und als die Scheinwerfer wieder zu leuchten begannen, sah man die Schule, wo Kim mit Klea vor einer Tür steht. "Aber Kim, das... das... das geht doch nich...", doch Kim legte ihr einen Finger auf die Lippen und machte "Psst! Das wird schon. Vertrau mir!", dann klopfte er endlich an die noch verschlossene Tür. Ein nicht gerade freundliches "Herein!" erklang und Kim drückte die Klinke nach unten. "Guten Morgen Mrs Smith! Es tut mir sehr leid, dass ich zu spät bin, aber es gibt auch einen wirklich wichtigen Grund.", sagte er als er eintrat. Die Lehrerin schaute ihn streng an und meinte schließlich: "Ach wirklich? Und was ist so wichtig, dass du einfach so zu spät zum Unterricht erscheinst?" Kim zog Klea hinter sich hervor, die sich dort versteckt hatte, nachdem sie den Raum betreten hatten. "Dieses Mädchen, was von allen nur gehänselt wird, ist gar nicht so schlecht wie ihr alle denkt. Ja, sie traut sich nie die Hand zu heben, weil sie ja wieder eine blöde Bemerkung von jemandem an den Kopf geworfen bekommen könnte. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie blöd ist. Im Gegenteil, ich glaube sogar sie ist schlauer als viele von uns. Tja und gestern hab ich sie singen gehört und ich möchte, dass sie, genau wie alle anderen hier, ihre Chance bekommt, um zu zeigen, was sie kann." Als Kim geendet hatte ging ein regelrechter Tumult los: "Nö! Die Trulla war gestern nicht beim Vorsingen da, jetzt ist es halt zu spät.", begann Kelly. "Ja eben, da könnte doch jeder kommen!", beschwerte sich auch Benny. "Genau, die hat ihre Chance verpasst. Basta!", rief Betty, welche von Ciara gespielt wurde. "Vorbei ist vorbei!", kreischte Kathy, welche normalerweise Alice war. "Nüscht gibt’s! Die bekommt doch nichtmal so nen Ton raus, geschweige denn, dass sie auf ner Bühne laut und deutlich singen kann!!", spottete Maureen, die Lillian spielen durfte. "Ja, was soll das eigentlich? Kommt hier einfach so reinspaziert und verlangt von uns, dass wir sie mit offenen Armen empfangen.", machte Jenny weiter, die von Elly gespielt wurde. "Genau, was bildet die sich eigentlich ein!", rief Jane erboßt. Jane war übrigens Lynn. "Manchmal glaub ich, ich bin hier in einem Irrenhaus gelandet. Eine dahergelaufene Stadtpflanze will uns unsere Rollen wegschnappen. Ich glaubs wohl nicht!", regte sich Doreen weiter auf, die in Wirklichkeit Sue hieß. "Die kann doch eh nicht singen!", rief Lenney dazwischen, den Derek spielen durfte. "Genau, die kann doch gar nichts!", meinte Mariah aufgebracht. Diese wurde von Jessy gespielt. "Eben, die hat noch nie was gesagt, da kann die auch nicht singen!", beschwerte sich Elisabeth, die Lisa verkörperte. "Ja, die soll sich zum Teufel scheren!", kreischte auch Brenda, welche Loreen war. "Genau, die kann uns mal kreuzweise!", schrie Marlene, die eigentlich Liz hieß. "Die Schnepfe soll unseren Mädels nicht die Rollen weg schnappen!", rief Robbin, der von Graham gespielt wurde. "Eben, unsere Girls sind viel besser!", meinte auch Patrick, dessen richtiger Name David war. "Drum, die soll sich verpissen!", quiekte Lilly, die eigentlich Sally hieß. "So ist es! Die hat hier nichts mehr zu suchen!", schimpfte Thom, dessen richtiger Name Tim war. "Yeah! Der Zug ist abgefahren!", maulte auch Julian, welcher von Danny gespielt wurde. "Genau, rauß hier!", rief Oliver, der normalerweise Kenley hieß. "Uns kriegst du eh nicht weich!", krietschte Babara, deren richtiger Name Merry war. "Wir wollen selber schauspielern und singen!", knurrte Elisa, die in Wirklichkeit Bryana hieß. "Und du wirst ihnen nicht im Wege stehen. Verschwinde! Aber plötzlich, sonst passiert was!", bestimmte Daniel, der normalerweise Mark war. "Hey hey hey!", hängte sich nun Jamie mit rein, welche Julie spielen durfte. "Ihr spinnt wohl alle ein bisschen! Ihr könnt sie doch nicht so runterputzen! Wo sind wir denn hier gelandet? Ihr benehmt euch ja wie in der Krabbelgruppe! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich all die Jahre in euch getäuscht habe. Ich dachte immer Maria und Doreen, ihr wart meine besten Freundinnen und jetzt benehmt ihr euch nicht einen Deut besser, als alle anderen hier. Ihr lasst euch auf das Nivau herunter, über das ihr euch Jahre lang aufgeregt habt. Klea ist auch bloß ein normales mädchen, wie ihr und ich. Sie tut bloß das, was wir auch tun würden, wenn wir neu an eine andere Schule kämen. Sie ist schüchtern, hält sich einfach zurück. Was hättet ihr denn gemacht, wenn sie gekommen wäre und gleich losgequatscht hätte? Ich wette mit euch, ihr hättet sie ebenso runtergeputzt wie jetzt. Und das ist falsch! Sie begann auch ein Lied zu singen, wo sie diese Art, Leute zu verurteilen, obwohl man sie nicht kannte, verachtete und ihren Standpunkt deutlich machte. Als auch dieser Song vorbei war meinte sie an Klea gewannt: Klea, ich bin die Klassensprecherin und ich konnte es jetzt nicht mehr länger mit ansehen, wie sie dich behandelt haben. Du sollst deine Chance bekommen, genau wie alle anderen. Kim hat ganz recht.", damit ging Jamie auf Kim zu, gab ihm die Hand und meinte: "Vielen Dank Kim, dass du dich um sie gekümmert hast und dass du nicht diese Vorurteile hast, wie scheinbar alle anderen hier.", sie warf einen kurzen bösen Blick zu ihren Klassenkameraden, wendete sich aber dann gleich wieder an Klea: "So, jetzt zu dir. Ich freue mich, dass du dich doch noch getraut hast hier her zu kommen, nachdem du so schlecht behandelt wurdest. Aber jetzt ist deine Zeit gekommen. Fang doch bitte an!" Jamie trat zurück und Mrs Smith nickte anerkennend. Dann begann Klea mit ihrem Stück... Als die ersten Töne erklangen, wurde es totenstill im Raum, denn alle lauschten ihrer bezaubernden Stimme. Nachdem sie geendet hatte brach ein tosender Applaus los. Es klatschten wirklich alle, sogar Kelly und Benny waren begeistert, was ein achtes Weltwunder war. Dann beschlossen sie einstimmig, dass Klea die Hauptrolle spielen sollte. Wieder ging kurz das Licht aus, dann konnte man Klea in Gesellschaft Jamies und Kims sehen. Sie waren zusammen Eis essen und schlenderten durch die Stadt. Plötzlich trafen sie auf Kelly und Mariah. Diese riefen schon von weitem: "Hi Jamie, hi Klea, hi Kim!", die drei beachteten sie jedoch nicht, sondern ließen sie links liegen. Genau wie diese es zuvor mit Klea gemacht hatten. Dann sah man wieder die Klasse gemeinsam das Musical proben. Klea wurde von allen Jungs angehimmelt, sogar von Benny. Doch ihr missfielen diese schwärmerischen Blicke. Sie hatte andere Probleme, denn sie hatte sich längst eingestanden, dass sie sich in Kim verliebt hatte. Anschließend wurde es wieder kurz dunkel und dann sah man die Schüler und Schülerinnen aufgeregt hinter einer Bühne rum laufen. Es war kurz vor der Premiere ihres Musicals und Kims Mum war als Unterstützung und Organisatorin mit dabei. Sie durfte auch eine kleine Ansprache auf der Bühne halten, bevor das Musical begann. Die Schüler, die bei dem Musical nicht mitspielen durften (Vom Summerhill College, u.A. auch Marie) durften jetzt das Publikum sein, welches sich auf der Bühne das Musical anschauten, was die Musicaldarsteller im Musical aufführten. Kim und Klea spielten die Hauptrollen darin. Am Ende des Stückes mussten sie beide auseinander gehen... Als das Stück vorbei war liefen sie glücklich von der Bühne und verschwanden jeder in seiner Gardarobe. Klea war die Letzte der Mädels, sogar Jamie war schon gegangen Und so verließ sie singend den Raum. Auf dem Gang kam ihr Kim entgegen. Zusammen verließen sie das Gebäude und liefen Hand in Hand über die Wiese. Gemeinsam sangen sie nun ein Lied, was von Glück handelte, davon, dass Dinge sich ändern und dass nun wieder die Sonne schien, der Wind die Wolken vertrieben hatte und sie durch den Regenbogen gegangen waren. Als dieser Song beendet war blieb Kim plötzlich stehen. Klea drehte sich zu ihm um und erstarrte. Sie hatte nicht erwartet, dass er so nah bei ihr stand. So sahen sie sich Sekundenlang in die Augen und langsam näherten sie sich immer mehr. Shane wurde es heiß, als er so nah vor seiner großen Liebe stand und sie gleich küssen durfte. Nur Millimeter trennten sie jetzt noch und dann legten sich seine Lippen zart auf ihre... Der Kuss war erst zarghaft, wurde jedoch immer leidenschaftlicher. Sie legte ihre Arme um seinen Hals und er legte seine Hände auf ihre Hüften. Der Kuss wollte gar nicht enden, doch die Musik begann zu spielen und sie mussten das Liebeslied gemeinsam singen. Doch da Shane durch diesen Kuss völlig aus der Bahn geworfen wurde, verpasste er fast seinen Einsatz. Er schaffte es dann aber doch noch das Lied ordentlich zu ende zu singen und so viel Gefühl und Liebe wie er diesmal in seine Stimme legte, hatte er bei noch keiner Probe geschaft. Gillian strahlte ihn die ganze Zeit an und er schaute ihr immer tief in die Augen. Sie hatten ihr Leuchten wieder zurück erhalten Und das hatte er ganz allein geschaft. Er war der Grund dafür und das machte ihn überglücklich. Er sang so voller Leidenschaft und er sang nur für sie, seinen Engel, das Mädchen, was ihn total verrückt machte, ihn fühlen ließ wie er noch nie gefühlt hatte, ihm den Sinn des Lebens gab, das Mädchen, in welches er sich schon vor Wochen verliebt hatte und nun sollte sein Traum in Erfüllung gehen... Sie stand vor ihm und ihr wunderschönes Lächeln galt ihm ganz allein. Wie verzaubert sah er sie an und ihr schien es nicht anders zu gehen. Sie spielten nicht nur Kim und Klea, sondern sie waren vollständig in diese Rollen geschlüpft und empfanden das Gleiche, wie das, was Kim und Klea empfindensollten. Wenn nicht sogar noch mehr... Als sie den Song beendet hatten küssten sie sich nocheinmal. Die Leidenschaft konnte jeder im Publikum sehen und man hörte es regelrecht knistern. In dem ganzen Saal war es still, nur ein vereinzeltes Husten eines Zuschauers war zu hören, sonst nichts, die Anspannung zwischen beiden stieg... Doch plötzlich erscholl lauter Beifall. Shane und Gillian fuhren zusammen und blickten erschrocken auf. Das Musical war zu ende und sie hatten ganz vergessen sich voneinander zu lösen, sich anzulächeln und Hand in Hand von der Bühne zu spazieren. Beide liefen etwas rot an und verschwanden dann schnell im Backstagebereich. Dort brachen sie in schallendes Gelächter aus und fielen sich wieder in die Arme. Dann küssten sie sich noch einmal und beide wussten, dass Gillian über dieses furchtbare Erlebnis hinweg war. Sie würde es wohl nie vergessen können, aber sie vertraute wieder einem Jungen und das war für sie ganz wichtig. Nach diesem Kuss strahlten beide bis über beide Ohren und konnten sich gar nicht mehr richtig auf ihre Verbeugungen konzentrieren. Deshalb waren sie auch heilfroh, als endlich der Vorhang gefallen war und sie wirklich fertig waren. Sie hatten sich immer wieder verbeugen müssen, denn der Applaus wollte einfach nicht enden. Überglücklich machten sie sich auf den Heimweg, wo sie natürlich ihre Augen nicht voneinander lassen konnten. Kian besah sich das Ganze mit einem Lächeln und freute sich für die zwei. Gillian war schließlich seine Lieblingscousine und Shane sein bester Freund und irgendwie hatte er schon den Verdacht gehabt, dass die beiden sich mehr als sehr mochten. Sonst hätte Gillian doch nicht Shane näher an sich herangelassen als Kian selbst. Denn ihm vertraute sie wirklich, doch wahrscheinlich doch nicht ganz so, wie Shane, ihrem Liebling. So lächelte Kian in sich hinein und machte sich auf den Heimweg. Er war zwar eigentlich mit Shane bei diesem in 10 Minuten verabredet, doch er wusste schließlich genau, dass Shane jetzt wohl keine Zeit für ihn und seine Palabereien haben würde. Es gab schließlich wichtigere Dinge... Anmerkung: Das Musical wurde noch sehr oft in dem Schuljahr gespielt und war immer voll besucht. Einmal wurden Shane und Gillian sogar auf der Straße nach einem Autogramm gefragt, worauf sie noch heute oft zu sprechen kommen. Shane Filan und Gillian Walsh heirateten am 28. Dezember 2003 und waren ihr Leben lang sehr glücklich zusammen.

So, ich hoffe euch hat die Story gefallen?Sie war meine längste bisher und ich finde auch meine beste.Aber jeder mag andere Sachen...Schreibt mir doch bitte Feetback! *bettel*Ich freu mich echt über jede Mail.Hab euch lieb.Eure Honey!Orthia.b@freenet.de