„Nicky, sitz bitte still!“ ich sah meinen Neffen strafend an.
„Raus gucken!“ er zerrte an seinem Gurt und ich nahm seine Hände.
„Nicky, laß das! Du kannst später raus gucken!“ sagte ich leise und versuch-te dabei ruhig zu klingen.
Die Frau neben uns warf mir einen strafenden Blick zu. Wir waren gerade mal 10 Minuten an Bord, hatten noch gute 2 ½ Stunden Flug vor uns und meine Nerven waren jetzt schon am Ende. Nicky war eigentlich immer ein kleiner Engel, aber nachdem sich unser Flug um zwei Stunden verzögert hatte, war er aufgekratzt und kaum zu bändigen.
„Will zu Mama!“ quengelte Nicky und riß erneut an dem Gurt herum.
„Nein!“ ich griff wieder nach seinen Händen und er sah mich mit der Ernst-haftigkeit eines fast dreijährigen an. Ich streichelte seine Händchen die im-mer noch in meinen Lagen.
„Paß auf mein Schatz, in ein paar Minuten starten wir und dann fliegen wir ein bißchen, dann bist du wieder bei deiner Mama, O.K.?“ ich sah ihn an und stupste ihn auf die Nase.
„O.K.“ antwortete er wenig überzeugt.
Der Kapitän teilte uns mit das sich der Start erneut um etwa eine halbe Stunde verzögern würde, ich seufzte und blickte zu Nicky, der gerade dabei war sein kleines Tischchen auseinander zu nehmen. Die Stuardess verteilte Getränke und entschuldigte sich vielmals für die Verzögerung.
Nicky wurde langsam bockig und ich hatte arge Schwierigkeiten ihn ruhig zu halten. Dann schüttete er unserer Nachbarin seinen O-Saft auf die Hose und diese flippte aus.
„Junges Fräulein, wenn sie das Kind nicht im Griff haben, dann sollten sie sich überlegen ohne Kind zu reisen!" sie winkte die Stuardess heran und er-läuterte ihr ausführlich die Situation. Ich hatte mit Nicky geschimpft und nun schrie er das ganze Flugzeug zusammen. Die Stuardess bat mich zu ihr. Ich schnallte mich ab und trat zu ihr in den Gang.
„Nicky, du bleibst sitzen, verstanden?“ ich warf ihm einen strengen Blick zu.
Er hörte auf zu schreien und setzte sich bockig hin.
„Hören sie Miss, es tut mir unendlich leid, aber er ist jetzt schon seit Stun-den auf den Beinen und der Flug verzögert sich immer mehr...“ begann ich.
„Ich verstehe sie Miss, aber die Dame neben ihnen hat wenig Verständnis für ein übermüdetes Kind. Ich werde kurz mit meiner Kollegin sprechen und dann werden wir ihnen einen neuen Platz zuweisen. Warten sie bitte einen Moment.“ sie ging zu ihrer Kollegin und kam dann lächelnd auf mich zu.
„Kommen sie Miss, ich bringe sie zu ihren neuen Plätzen.“ sie winkte mir aufmunternd zu.
Ich schnallte Nicky ab und nahm unsere Jacken und Rucksäcke. Nicky dachte nicht dran zu laufen und lies sich hinter mir her ziehen. Begleitend mit lauten Protesten.
„Wir haben in der Touristenklasse leider keine Plätze mehr, deshalb haben wir beschlossen ihnen die beiden letzten Plätze in der First Class zu geben. Dort hat der Kleine auch etwas mehr Platz und es wird ihm vielleicht nicht allzu langweilig. Kommen sie!“ meinte sie milde lächelnd.
Ich folgte der Stuardess und setzte Nicky, immer noch quengelnd und wei-nend, auf den Sitz.
„Wenn sie noch etwas brauchen, dann sagen sie Bescheid.“ sie sah zu Nicky und dann zu mir.
„Danke!“ meinte ich ehrlich dankbar.
Ich verstaute unsere Rucksäcke und wandte mich dann Nicky zu.
„Hey Nicky! Meinst du, du kannst mal für 5 Minuten ein ganz lieber großer Junge sein und die Nerven deiner Tante schonen?“ ich kniete mich vor den Sitz und zwang ihn mich anzusehen. „Bald haben wir es geschafft und du bist wieder bei deiner Mummy und deinem Daddy.“ ich strich ihm eine Strähne aus der Stirn und er sah mich tränenverschmiert an.
„Daddy?“ seine Stimme zitterte leicht.
„Mummy, Daddy und Katie und Lilo.“ ich streichelte ihm über den Kopf.
„Stitch?“ er wischte sich über die Nase und ich holte ein Taschentuch aus meiner Tasche und putzte ihm die Nase.
„Stitch ist auch da und wartete zu Hause auf dich.“ ich lächelte ihn an.
Lilo und Stitch waren zwei Hundebabys die meine Schwester vor vier Mona-ten gekauft hatte und Nicky war ganz vernarrt in die beiden Rabauken.
Eine Weile ging dann alles gut und Nicky war lieb und artig. Dann bekam er seinen Willen nicht und sprang von seinem Sitz auf und schmiß sich auf den Boden, so wie es momentan seine Art war. Er schrie und weinte.
Ich versuchte erst ihn zu beruhigen und entschied dann das es besser ist ihn ausbocken zu lassen.
„O.K. Nicolas O`Brain, wenn du fertig bist, dann sag Bescheid!“ ich setzt mich und schloß verzweifelt die Augen.
„Entschuldigung Miss, sie haben da was im Gang liegen!“ ein junger Mann versuchte über Nicky zu steigen.
„Tut mir leid!“ sagte ich matt und packte Nicky an den Armen und zog ihn hoch.
„So jetzt reicht es Nicolas O`Brain. Setzt dich hin und hör auf zu schreien!“ ich setzte ihn hin und er sah mich erstaunt an, bevor er wieder anfing zu weinen.
„Lassen sie mich mal!“ der junge Mann hockte sich vor Nicky`s Sitz.
„Hey Großer, was machst du denn für einen Lärm? So kannst du ja gar nicht hören wenn das Flugzeug angemacht wird.“ der Mann sah ihn ernst an.
Nicky hörte schlagartig auf zu weinen und sah den Mann gespannt an.
„Anmachen?“ fragte er skeptisch.
„Ja, der Mann vorne im Flugzeug muß es doch anmachen wenn wir los flie-gen wollen.“ erklärte er ihm weiter.
„Jetzt?“ Nicky sah den Mann mit großen Augen an.
„Bestimmt gleich, aber du mußt ganz ruhig sein, sonst hörst du es nicht und deine Mummy auch nicht.“ er stuvelte Nicky durch die Haare.
„Nicht Mummy. Lilly!“ er sah dem Mann immer noch ehrfürchtig an.
Er drehte sich zu mir um.
„Entschuldigung, ich bin Emilia Fernandez.“ ich gab ihm die Hand „Und das Monster ist mein Neffe Nicolas O`Brain.“ ich deutet zu Nicky der angestrengt lauschte.
„Freut mich, ich bin Nicolas Bryne!“ er grinste mich an.
„Vielen Dank Mr. Bryne!“ sagte ich erfreut das Nicky endlich still war.
„Gern geschehen!“ er zwinkerte Nicky zu und legte seinen Zeigefinger auf die Lippen.
„Hey Bryne komm schon, es geht gleich los. Feehily setz dich endlich auf deinen Platz!“ ertönte eine Stimme eine Reihe hinter uns und Nicolas verab-schiedete sich kurz von uns.
„Darf ich bitte?“ ein weitere junger Mann stand hinter mir und deutete auf den Platz wo ich unsere Jacken abgelegt hatte.
„Natürlich.“ ich nahm die Jacken vom Sitz und lächelte ihn entschuldigend an.
Dann ging es endlich los und wir starteten. Nicky war ganz aufgeregt und war fasziniert von dem Geräusch der Turbinen. Nachdem wir in der Luft wa-ren suchte ich ihm einen Film aus und setzte ihm die Kopfhörer auf. Zum Glück lief Bärenbrüder, sein absoluter Lieblingsfilm. Das war das gute an der ersten Klasse, man konnte sich einen Film aussuchen. Nicky sah an-dächtig auf den Bildschirm und ich lehnte ich zurück. Ich mußte eingeschla-fen sein, denn kurze Zeit später wurde ich durch ein lautes Geräusch ge-weckt. Ich öffnete meine Auge und bemerkte das ich mich gegen etwas ge-lehnt hatte. Ich kam hoch und stellte fest, das ich meinen Sitznachbarn als Kissen benutzt hatte. Er grinste mich an.
„Ausgeschlafen?“ lächelte er.
„Nein, äh ich meine ja. Es tut mir leid!“ erwiderte ich und wurde rot.
„Kein Problem, war ja nur eine halbe Stunde. Ich hätte sie schon geweckt wenn es mir unangenehm gewesen wäre.“ er lächelte mich an „Ich bin übri-gens Mark, Marcus Feehily!“ er streckte mir seine Hand entgegen.
„Oh mein Gott! Es tut mir leid. Ich bin Lilly, Emilia Fernandez.“ ich schüttel-te seine Hand.
„Na Gott bin ich nicht...“ er lächelte erneut und zwinkerte mir zu.
„Sorry!“ ich lächelte nun ebenfalls und drehte mich dann zu Nicky und er-starrte, der Platz war leer.
„Keine Sorge, der ist in guten Händen. Nicky hat ihn unter seine Fittiche ge-nommen. Shane, Kian und er spielen hinten mit ihm.“ er deute nach hinten.
Ich stand auf und mußte grinsen. Der kleine und der große Nicky saßen im Gang und bauten Rampen für Nicky Auto`s. Shane und Kian saßen auf ih-ren Sitzen und feuerten sie an.
„Guck mal Lilly!“ Nicky hatte mich entdeckt und strahlte mich an. Ich ging auf ihn zu.
„Ganz toll mein Hase, aber jetzt komm, wir können hier vorne weiter spie-len.“ ich sah ihn auffordernd an.
„Nein, schon O.K.!“ kam es von drei Seiten gleichzeitig.
„Er kann ruhig bei uns bleiben, erhol dich ruhig ein bißchen. Wir machen das schon!“ der große Nicky sah mich ebenso wie der Kleine strahlend an.
„Das ist Nicky, mein Freund und das sind Shane und Kian, auch meine Freunde!“ Little Nicky deutet auf alle und widmete sich dann wieder seinen Autos zu.
„Ich bin Lilly!“ ich reichte Shane und Kian die Hand.
Beide grinsten mich an und waren dann auch schon wieder mit den Auto`s beschäftigt.
„Kinder!“ Mark grinste mich an, als ich mich neben ihn in den Sitz fallen ließ.
„Tja, was soll man machen?“ lachte ich.
„Wenigstens ist er jetzt beschäftigt.“ er drehte sich noch einmal kurz zu den anderen um.
„Ja, Gott sei Dank!“ ich wischte mir über die Stirn.
„Anstrengend hmm?“ Mark sah mich mitleidig an.
„Ja, ich hatte ihn jetzt 4 Wochen und ich bin dankbar wenn ich ihn wieder an der Tür von den O`Brain`s abgeben kann.“ grinste ich.
„4 Wochen! Ganz schön lange!“ er riss die Augen auf.
„Ja, wir haben meine Großeltern in Barcelona und einige Verwandte be-sucht.“ ich zuckte mit den Schultern.
„Du kommst aus Barcelona?“ er sah mich erstaunt an.
„Ja und Nein. Ich habe nur meine ersten sechs Lebensjahre dort gewohnt, meine Heimat ist Irland.“ erklärte ich.
„O.K. Auf der einen Seite immer Sommer und auf der anderen Seite Regen...“ er tat als würde er abwägen.
„Und meine Familie, meine Freunde, mein Beruf und alles was mir wichtig ist.“ vervollständigte ich seinen Satz.
„In Ordnung, du hast gewonnen.“ lachte er. „Was ist dir denn wichtig?“
„Meine große Schwester und ihre Familie, meine beiden besten Freunde und mein neuer Job.“
„Neu?“ er sah mich gespannt an.
„Ich bin seit zwei Monaten mit meinem Studium fertig und fange nächste Woche in einem großen Architekturbüro an.“ strahlte ich ihn an.
„Herzlichen Glückwunsch!“ er schüttelte übereifrig meine Hand.
„Hey! Die brauch ich noch!“ lachte ich und entzog sie ihm.
„Sorry!“ lächelte er.
„Und was habt ihr in Spanien getrieben?“ nun sah ich ihn neugierig an.
„Wir haben ein paar Promo Auftritte und einen Video Dreh hinter uns ge-bracht, aber jetzt heißt es erst einmal etwas Pause für uns!“ er streckte sich und lehnte sich entspannt zurück.
„Lilly!“ Nicky sprang auf meinen Schoß und mir blieb kurz die Luft weg.
„Nicky.... Was ist denn?“ presste ich raus.
„Will den anderen mein neues Rennauto von Nanoya zeigen.“ er strahlte mich an.
„Moment...“ ich setzt ihn auf meinen Sitz und holte seinen Rucksack aus dem Gepäckfach. „...Hier..“ ich gab ihm sein Auto.
„Danke Lilly! Kuss!“ er spitze die Lippen und ich gab ihm einen Kuss „Luv ya!“
„Dito!“ ich grinste ihn an und er lief wieder zu den anderen.
„Er kann ja ein Engelchen sein!“ Mark sah ihm lachend hinterher.
„Ja, wenn er will!“ ich setzt mich wieder.
„Wo wohnst du in Irland?“ er sah mich gespannt an.
„Sligo.“ sagte ich und grinste.
„Nein!“ lachte er.
„Doch! Willst du meinen Ausweis sehen?“ griente ich ihn an.
„Nein, nein.“ er winkte an „Manchmal denke ich die Welt ist einfach zu klein!“
„Als ich euch erkannt habe schoß mir das gleiche durch den Kopf.“ gab ich zu.
„Auf welche Schule bist gegangen?“ fragte mich Mark neugierig.
„Ich bin in Cork zu Schule gegangen.“ ich sah zu Boden.
„Habe ich etwas Falsches gesagt?“ Mark nahm meine Hand.
„Nein, es war für mich nicht so einfach. Man sieht mir ja an das ich nicht aus Irland komme und das Leben wurde mir nicht gerade einfach gemacht.“ gab ich zu.
„Was?“ fragte mich Mark schockiert.
„Ja, so war es, aber hey aus mir ist was geworden und es hat mich stärker gemacht.“ trotzig hob ich den Kopf.
„Hätten deine Eltern dich nicht auf eine andere Schule schicken können?“ er sah mich immer noch geschockt an.
„Meine Eltern sind gestorben als ich 13 war und dem Staat ist es egal wie es den Heimkindern geht.“ erwiderte ich leise.
Mark sah mich traurig an.
„Hey, nun schau nicht so. Es ist manchmal nicht einfach aber ich komme klar und habe meine Träume verwirklicht.“ ich drückte seine Hand und lä-chelte ihn an.
„Darf ich dich mal zum Essen einladen?“ er fuhr sich mit seiner freien Hand durch die Haare.
„Wie bitte?“ ich sah ihn perplex an.
„Darf ich dich mal einladen?“ wiederholte er seine Frage.
„Gerne.“ stammelte ich.
„Super, warte ich gebe dir meine Nummer.“ er holte eine Visitenkarte aus seiner Jacke.
„Hey ich habe auch eine....Moment.“ ich hielt ihm stolz meine Visitenkarte hin. „Ein Geschenk von meiner Grandma.“ fügte ich hinzu.

Emilia Lillian Fernandez
- Architektin -
Fishers Lane 22
Sligo
IRL
Telefon 0044-432-669
Handy 0044-64-887695
Dienstlich (O`Neill & Partner) 0044-432-223-4

„Dann habe ich jetzt meine persönliche Architektin, kann ja nie verkehrt sein!“ er steckte sie in seine Tasche und klopfte darauf.
„Mal sehen ob ich einen Termin für dich frei habe!“ lachte ich.
„Wenn du mal ein wenig deiner Zeit opfern könntest, dann wäre ich dir au-ßerordentlich dankbar!“ lachte er ebenfalls.
„Mal schauen was sich machen läßt!“ ich setzte eine ernste Miene auf.
< Werte Passagiere, in wenigen Minuten landen wir in Dublin, bitte schnal-len sie sich an und stellen ihre Sitze in eine aufrechte Position. Die An-schlußflüge nach Cork, Sligo und Belfast gehen um 23:20 Uhr von Gate 3, 8 und 13. Vielen Dank das Sie mit Air Lingus geflogen sind und hoffen Sie bald wieder an Bord einer unserer Maschinen begrüßen zu dürfen. >
„Nicky! Komm her, wir müssen uns anschnallen!“ rief ich nach meinem ver-lorenen Neffen.
Nicky kam auch sofort und ich schnallte ihn an.
Nachdem wir gelandet waren, nahm ich Nicky an die Hand und wir gingen zum Gepäckband.
„Es war ein sehr netter Flug! Ich melde mich bei dir!“ Mark gab mir die Hand und küßte mich auf die Wange.
„Fand ich auch, aber fliegst du nicht auch nach Sligo?“ ich grinste ihn an.
„Nein, ich fliege mit Shane mit dem Heli.“ er deutete auf Shane.
„Ach, so.“ ich hob meine erste Tasche vom Band.
„Enttäuscht?“ zog mich Mark auf.
„Ein wenig!“ gab ich zu.
„Wir sehen uns bestimmt bald!“ versprach er.
Dann kamen der große Nicky, Shane und Kian und verabschiedeten sich von Nicky und von mir.
„Bye!“ little Nicky sah die drei traurig an.
„Hey Kleiner! Wir sehen und bestimmt mal wieder!“ der große Nicky nahm ihn auf den Arm.
„Hey mein Schatz!“ eine junge Frau kam auf den großen Nicky zu und küßte ihn. „Sag mal Schatz, hast du mir was verschwiegen?“ sie sah auf den klei-nen Nicky.
„Nein, nein der Kleine gehört zu mir!“ ich nahm ihm Nicky ab und sah die Frau an „Entschuldigung, mein Name ist Emilia Fernandez und das ist mein Neffe Nicolas O`Brain, freut mich!“ ich gab ihr die Hand.
„Hallo! Mein Name ist Georgina Bryne, ich bin die Frau von Nicky!“ sie lä-chelte mich an.
„Es hat mich sehr gefreut sie kennen zu lernen und euch auch Jungs. Ich bin euch dankbar das ihr mit Nicky im Flieger gespielt habt, aber leider muß ich los unser Anschluß-Flieger geht gleich.“ ich lächelte alle an und setzte Nicky auf den Kofferstapel auf den Trolli.
„Hat mich auch sehr gefreut, ich bin Gina!“ sie lächelte mir noch mal zu und winkte.
„Mich auch, ich bin Lilly!“ grinste ich.
„Bye Lilly! Es hat uns nichts ausgemacht!“ Shane streichelte dem kleinen Nicky über den Kopf und wir gingen zu unserem Gate.
Eine gute Stunde später landeten wir in Sligo und Jenny meine Schwester holte uns ab. Nicky redete die ganze Zeit wie aufgezogen und war kaum zu bremsen.
„Soll ich dich bei dir raus lassen, oder willst du mit zu uns?“ sie sah mich besorgt an.
„Es war ein harter Tag und es ist mitten in der Nacht, ich möchte nach Hau-se.“ sagte ich müde.
„Gut, aber du kommst morgen zum Kaffee, ja. Du hast klein Katie seit 4 Wo-chen nicht gesehen, sie kann jetzt schon manchmal ihr Köpfchen halten.“ sie lächelte mich stolz an.
„Mach ich, aber rechne nicht vor 15 Uhr mit mir!“ ich grinste sie an.
„O.K. Kleine! Wir sind da! Bis morgen, ich hoffe ich bekomme Nicky ins Bett!“ sie gab mir einen Kuß.
„Bis morgen! Bye Nicky!“ ich struvelte ihm durch die Haare.
„Bye Lilly!“ rief er vergnügt und schenkte mir ein breites Grinsen.
Ich fuhr nach Hause und fiel todmüde ins Bett. Am nächsten Tag rief Mark an und wir trafen uns um ins Kino zu gehen. Es war ein sehr schöner Abend und wir telefonierten öfter und konnten stundenlang über alles mögliche re-den und lachten sehr viel. Wir telefonierten fast jeden Tag, auch wenn er mit den anderen Jungs irgendwo in Europa unterwegs war rief er an und wir erzählten uns wie unser Tag gewesen war.
Nachdem ich wegen eines Auftrages gerade aus Dublin kam schloß ich mei-ne Wohnung auf und atmete tief durch. Endlich wieder zu Hause. Ich ließ meine Tasche im Flur fallen und ging ins Bad und ließ Badewasser ein. Ich gab etwas von meinem Lieblingsschaumbad dazu und zog mich aus. Nach ein paar Minuten ließ ich mich ins heiße Badewasser gleiten und die An-spannung des Tages wich aus meinen Muskeln. Kurze Zeit später kuschelte ich mich in mein Bett und schon war ich eingeschlafen.
Rrriiinngg! Rrrriiiinggg! Mein Telefon klingelte unbarmherzig und ich ver-suchte es mit dem Kopfkissen zu ersticken. Nachdem es mir nicht gelungen war ging ich verschlafen ans Telefon.
„Ja.“ murmelte ich.
„Hey Kleine! Ich wollte nur fragen ob du heute zum Kaffe kommst? Bestimmt ja und ich wollte fragen ob du lieber eine Erdbeertorte oder eine Schokotorte haben willst!“ flötete Jenny in den Hörer.
„Und das mußt du mich...“ ich sah auf die Uhr „...um 9:30 Uhr fragen?“ ich ließ mich in meine Kissen sinken.
„Ich muß sie doch fertig machen, also Schoko oder Erdbeer?“ fragte sie ge-knickt.
„Also gut, Schoko! Bis später!“ ich legte ohne ihre Antwort abzuwarten auf.
Gerade als ich fast wieder eingeschlafen war klingelte mein Telefon erneut. Ich verfluchte es erneut.
„Jenny, ich möchte einen verdammten Schokokuchen und wenn du es nicht kannst dann nehme ich auch Erdbeer!“ sagte ich matt.
„Gut zu wissen, aber Schoko ist besser! Aber eigentlich wollte ich dich fragen ob du morgen Mittag Zeit hast?“ erklang Marks fröhliche Stimme.
„Sorry, meine Schwester hat es vor 10 Minuten gewagt mich zu wecken.“ entschuldigte ich mich.
„Und jetzt stör ich dich auch noch..“ meinte er geknickt.
„Nicht so schlimm, ich muß eh hoch.“ sagte ich wenig überzeugend.
„Es tut mir wirklich leid! Wie kann ich das wieder gut machen?“ lachte er.
„Ich überleg mir was schönes und sage es dir dann!“ lachte nun ich.
„Einverstanden und was ist mit morgen? Ich bin wieder ein paar Tage im Land.“ meinte er aufgedreht.
„In Ordnung, wann und wo?“ meinte ich lächelnd.
„Ich hole dich um 7 ab und dann gehen wir zu Gino.“ sagte er fröhlich.
„Mhmmm, Gino klingt toll. Ich freu mich!“ ich legte grinsend auf.
Besser gelaunt zog ich mich an und ging eine Runde joggen, kaum war ich wieder zu Hause klingelte erneut mein Telefon.
„Fernandez.“ meldete ich mich.
„Gut, du scheinst bessere Laune zu haben.“ flötete Jenny.
„Na, was kann ich nun für dich tun?“ meinte ich lächelnd.
„Ich wollte dir nur sagen, das Sean heute einen guten Freund von sich zum Kaffee eingeladen ha, er ist wirklich sehr nett und....“
„Jennifer O`Brain, könntet ihr endlich aufhören mich zu verkuppeln? Ich brauche eure Hilfe nicht!“ meinte ich bestimmt.
„Anscheinend nicht, du bist jetzt seit 2 Jahren solo und Sean und ich mei-nen es gut!“ zickte sie mich an.
„Ich weiß, aber ich brauche eure Hilfe wirklich nicht!“ sagte ich versöhnlich.
„Lilly!“ meinte sie verzweifelt.
„Hör zu Jenny, ich brauche eure Hilfe nicht, ich stelle euch heute jemanden vor.“ sagte ich ohne zu überlegen.
„Was?? Das freut mich. Bis dann!“ und schon hatte sie aufgelegt.
Ich legte benommen auf und überlegte, dann griff ich erneut ohne zu zögern nach meinem Telefon und wählte Marks Nummer.
Nach mehrmaligem Klingeln ging er endlich ran.
„Feehily!“ erklang seine Stimme.
„Hallo, hier ist Lilly.“ ich versuchte ruhig zu klingen.
„Hey! Na, was gibt es? Du willst doch wohl nicht etwa für morgen absagen, oder?“ meinte er fröhlich.
„Nein, nein. Ich wollte fragen ob du heute Nachmittag schon was vor hast?“ gab ich zu.
„Wieso?“ fragte er lachend.
„Hey, das ist nicht lustig!“ schmollte ich.
„Sorry!“ meinte er versöhnlich „Also was ist heute Nachmittag?“
„Du erinnerst dich an den Schokokuchen?“ fragte ich kleinlaut.
„Den deine Schwester für dich macht?“ fragte er erstaunt.
„Ja, nicht nur das sie und mein Schwager wollen mich mal wieder verkup-peln und...“ ich verstummte.
„Und?“ fragte er neugierig.
„Na, ja ich habe gesagt ich bringe jemanden mit und da du noch mir noch einen Gefallen schuldest...“ ich verstummte erneut.
„Dachtest du ich könnte mitkommen und deinen Freund spielen.“ lachte er nun wieder.
„Mark, es ist mir peinlich genug. Ich frage dich ob du meinen Freund spielst. Ich glaube tiefer kann man nicht sinken!“ meinte ich verzweifelt.
„Hey! Kein Problem! Wann soll ich bei dir sein?“ sagte er aufmunternd.
„So gegen 14:30 Uhr?“ fragte ich leise.
„Alles klar!“ meinte er fröhlich.
„Ich kann es nicht glauben, ich frage einen der berühmtesten Männer Irland, ob er für meine Schwester meinen Freund spielt!“ ich schlug mir gegen die Stirn.
„Nun mal langsam, tu dir nicht weh!“ lachte er „Ich mache es wirklich gern und...“
„Und?“ fragte ich.
„Für dich bin ich immer einfach nur Mark. Nichts anderes!“ sagte er ernst.
„O.K.!“ ich lächelte in mich hinein.
„Bis später!“ er legte auf.
Ich atmete tief aus, holte mir eine Pizza aus dem Tiefkühlfach und machte mir Mittag. Danach ging ich duschen und suchte etwas zum anziehen. Ich stand verzweifelt vor meinem Schrank und sah hinaus. Draußen regnete es zwar nicht, aber es war windig und es waren nicht einmal 10 Grad. Nicht außergewöhnlich für März aber es erschwerte mir meine Auswahl. Ich ent-schied mich nach langem hin und her für eine helle Jeans, ein schwarzes Top und eine rosane Kuscheljacke. Zufrieden zog ich mir meine Sneakers an, machte mir einen Tee und setzte mich vor den Fernseher. Kurz vor 14 Uhr klingelte es und ich erschrak da ich in meinen Gedanken versunken war. Dabei schüttete ich mir den heißen Tee über meine Jacke und meine Hose. Fluchend und mit Tränen in den Augen öffnete ich dir Tür. Mark strahlte mich an, ein paar Sekunden später verdunkelte sich seine Miene.
„Was ist passiert?“ er sah mich besorgt an.
„Ich habe mich erschrocken und meinen Tee verschüttet.“ ich rieb mir die Oberschenkel.
„Du mußt die Hose ausziehen!“ meinte er bestimmt und schob mich ins Wohnzimmer.
„Es tut weh!“ quengelte ich.
„Ich weiß, zieh deine Hose aus und setzt dich.“ er deutete auf die Couch und ging in die Küche.
Ich zog wie befohlen meine Hose aus und mein rechter Oberschenkel war knallrot und brannte. Mark kam mit einem kalten Tuch zurück und legte es mir auf den Oberschenkel.
„Besser?“ er sah mir in die Augen.
„Hmmm!“ nickte ich und eine Träne lief mir übers Gesicht.
„Komm her!“ er setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Nach ein paar Minuten nahm er das Tuch weg und die Rötung war deutlich zu-rück gegangen. Er kniete sich vor mich und pustete darauf.
„Und?“ er lächelte mich an.
„Viel besser!“ ich versuchte zu grinsen.
Er küßte meinen Oberschenkel und ich bekam eine Gänsehaut. „Und jetzt?“
„Alles wieder gut Herr Doktor!“ meinte ich schüchtern.
Er kam hoch und küßte mich vorsichtig „Du mußt dir aber nicht jedes Mal einen Tee über die Beine kippen damit ich dich küsse.“ lachte er.
„Gut zu wissen!“ lächelte ich ihn an und zog ihn zu mir.
Wir küßten uns leidenschaftlich und ich zog ihm seinen Pulli und sein T-Shirt aus, während er mich von meiner Jacke und meinem Top befreite.
„Das wollte ich schon so lange ich dich kenne machen.“ gab er zu.
Ich grinste ihn nur an und machte mich an seinem Gürtel zu schaffen, er half mir und befreite mich dann von meinem Slip. Er nahm mich gefühlvoll auf der Couch und dann lagen wir völlig außer Atem neben einander.
„Jetzt brauche ich deinen Freund nicht mehr zu spielen.“ er fuhr mir durch die Haare.
„Shit, wir müssen los, Jenny wartet.“ ich sprang auf, sammelte meine Sa-chen zusammen und lief ins Schlafzimmer. Kurze Zeit später hatte ich eine neue Jeans und eine neue Jacke an und lief zurück ins Wohnzimmer. Mark hatte sich zwischenzeitlich auch wieder angezogen und griente mich an.
„Startklar?“ lachte er und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ja, nur noch meine Schuhe.“ ich setzte mich und band meine Schuhe zu. „O.K.!“ sagte ich nachdem ich fertig war.
„Komm her!“ er nahm mich in den Arm und küßte mich erneut.
„Mark, wir müssen wirklich los!“ meinte ich zwischen zwei Küssen.
„O.K.“ er küßte meine Nasensitze und nahm mich an die Hand.
Wir fuhren zu meiner Schwester und wurden gleich von Nicky begrüßt.
„Lilly!“ er sprang an mir hoch und die beiden Hundebabys folgten dem Bei-spiel. „Mark!“ rief er aufgedreht und sah Mark aufgeregt an.
„Hey Großer! Na ihr Beiden!“ ich küßte Nicky und krauelte die Beiden.
„Lilo! Stitch! Aus!“ mein Schwager kam in den Flur. „Hallo Emilia!“ er küßte mich und sah fragend Mark an. Dieser ließ meine Hand los und streckte sie ihm entgegen.
„Hallo ich bin Mark, Lilly`s Freund!“ fügte er grinsend hinzu.
„Hallo, ich bin Sean, Lilly`s Schwager!“ meinte dieser perplex „Sind sie nicht...“
„Ja, ich bin der Mark.“ meinte er milde lächelnd.
„Oh, mein Gott! Lilly!“ meine Schwester stand in der Tür und sah mich ge-schockt an. „Hallo ich bin Jenny, Lilly`s Schwester!“ sie drückte mir Katie in den Arm und reichte Mark die Hand.
„Freut mich!“ er strahlte sie an.
„Und darf ich dir Katie vorstellen? Das ist unser jüngster Familienzuwachs, sie ist jetzt 21 Wochen alt.“ ich hielt ihm Katie hin und er nahm sie auf den Arm.
„Hallo kleine Lady!“ er wiegte sie vorsichtig.
„Dann kommt mal alle mit, der Kaffee wird sonst kalt.“ Jenny nahm Nicky an die Hand und ging vor.
Mark sah mich hilfesuchend an und ich deutete ihm zu gehen. Er sah auf Katie und ich schüttelte mit dem Kopf.
„Komm schon, sie zerbricht nicht! Ich verspreche es dir!“ lachte ich und er ging mit ihr ins Wohnzimmer.
Dort legte er sie vorsichtig in ihren Wipper und wir setzten uns. Jenny und Sean verstanden sich super mit Mark und wir gingen nach dem Kaffe mit den Kids spazieren. Wir entdeckten einen kleinen Jahrmarkt und Nicky und Mark hatten sehr viel Spaß. Mark schoß für mich einen kleinen rosanen Ele-fanten und gab ihn mir.
„Der ist genauso niedlich wie du!“ lächelte er.
„Du willst mich nicht allen ernstes mit einem Elefanten vergleichen, oder?" ich sah ihn empört an.
„Aber nein!“ er zog mich in seine Arme und küßte mich.
Später beschlossen wir auch noch zum Abendessen zu bleiben.
„Sagt mal wie und wann habt ihr euch denn kennen gelernt?“ Jenny sah uns abwechselnd an.
„Im Flieger als ich mit Nicky aus Spanien zu gekommen bin.“ sagte ich aus-weichend.
„Und du hast es nicht für nötig gehalten deiner einzigen großartigen liebevol-len Schwester davon zu erzählen?“ sie sah mich vorwurfsvoll an.
„Sorry!“ sagte ich kleinlaut.
„Hey Lilly! Ich bin so froh das du glücklich bist.“ sie lächelte mich liebevoll an. „Und du Mister! Wage es ja nicht ihr weh zu tun!“ sagte sie drohend zu Mark.
„Ich verspreche es!“ er zwang sich zu einen lächeln.
Kurz nach 9, nachdem ich Katie und Nicky ins Bett gebracht hatte verab-schiedeten wir uns.
„Kommt bald wieder ihr Zwei!“ rief uns Jenny nach.
„Machen wir!“ rief Mark und winkte ihr zu bevor er ins Auto stieg.
„Hey, das ist doch super gelaufen?“ meinte er als wir los fuhren.
„Ja, sehr gut!“ grinste ich und nahm seine Hand.
Wir fuhren zu mir und Mark verabschiedete sich an der Tür von mir.
„Sehen wir uns morgen?“ er grinste mich an und strich mir eine Haarsträh-ne aus dem Gesicht.
„Sicher. Um 11 Uhr bei Gino? Dann können wir was leckeres zu Mittag es-sen.“ ich sah ihn fragend an.
„Super! Ich bin da!“ lachte er und küßte mich zum Abschied.
Am nächsten Morgen ging ich gut gelaunt ins Büro und machte mich über meinen Papierkram her.
„Emilia!“ meine Kollegin Tia kam aufgeregt in mein Büro.
„Was ist denn los?“ ich sah sie erschrocken an.
„Was los ist? Sieh mal hier!“ sie hielt mir eine Zeitung hin.
Auf der Titelseite war ein Bild von mir und Mark, welches gestern auf dem Spaziergang entstanden war. Darüber stand
CINDERELLA STORY!
Ich merkte wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich und ich las mir den Ar-tikel zu den Fotos durch.
GESTERN SIND DIE WUNDERSCHÖNEN AUFNAHMEN VON MARK FEEHI-LY (25) VON WESTLIFE UND EMILIA FERNANDEZ (24); EINER ARCITEKTIN AUS SLIGO ENTSTANDEN. DIE BEIDEN WIRKTEN SEHR VERLIEBT UND LIESSEN KEINE GELEGENHEIT AUS DIESES AUCH ZU ZEIGEN: DAS MA-NAGEMENT BESTÄTIGTE DIE BEZIEHUNG HEUTE AM FRÜHEN MORGEN AUF NACHFRAGE:
DOCH WER IST DIESE SPANISCHE SCHÖNHEIT? IHRE LEBENSGE-SCHICHTE ERINNERT EHER AN EIN SCHLECHTEN FILM ALS AN EINE GLÜCKLICHE KINDHEIT: BEIDE ELTERN STARBEN BEI EINEM AUTOUN-FALL ALS SIE GERADE EINMAL 13 WAR; SIE WUCHS IN EINEM KINDER-HEIM IN CORK AUF UND MUSSTE IN IHRER SCHULZEIT GEGEN VORUR-TEILE UND ANFEINDUNGEN KÄMPFEN: DAS ALLES HAT SIE ABER NACH EIGENER AUSSAGE NUR NOCH STÄRKER GEMACHT UND SIE KÄMPFTE FÜR IHRE ZIELE: VOR DREI MONATEN HAT SIE AN DER UNIVERSITÄT OF BALLINA IHR ARCITEKTURSTUDIUM MIT AUSZEICHNUNG BESTANDEN: NUN SCHEINT SIE ENDLICH ETWAS GLÜCK GEFUNDEN ZU HABEN UND WIR GÖNNEN DEN BEIDEN IHRE LIEBE: MANCHMAL GEHEN WÜNSCHE IN ERFÜLLUNG:
Ich schüttelte ungläubig den Kopf.
„Woher wissen die das alles?“ ich sah zu Tia.
„Die Presse bekommt alles über kurz oder lang heraus.“ sie zuckte mit den Schultern.
„Was soll ich jetzt machen?“ ich sah immer wieder auf die Bilder und konnte es nicht fassen.
„Rede mit ihm, er wird bestimmt wissen was ihr jetzt machen solltet. Er kennt das ja zu genüge.“ sie nahm mich in den Arm.
Ich ging schon früher zu Gino und Mark saß mit einem Mann den ich nicht kannte an einem Tisch. Er saß mit dem Rücken zu mir und ich wollte ihn nicht stören da das Gespräch wichtig aussah. Ich setzte mich auf einen Bar-hocker hinter ihn.
„...Mark, alles verläuft nach Plan. Das war die beste Publicity die wir hätten bekommen können. Jetzt mußt du dir nur noch überlegen wie lange du die-se Geschichte mit dem armen Waisenkind durchziehen willst.“ sagte der Mann gerade zu Mark und ich konnte es nicht glauben.
„Phil, es ist...“ setzte Mark an.
Ich stand auf und ging um den Tisch herum.
„Was glaubst du eigentlich wer du bist?“ schrie ich ihn an.
„Lilly, bitte laß dir erklären!“ er stand auf.
„Was willst du da noch erklären? Du bist ein mieser Heuchler! Wie konnte ich auch nur einem Wort glauben schenken was du von dir gegeben hast? Ich will dich nie wieder sehen!“ ich schlug ihm mit der flachen Hand ins Ge-sicht.
„Lilly bitte!“ er hielt mich am Arm fest.
„Faß mich nicht an!“ fauchte ich ihn an „Und glaube mir, damit gehe ich jetzt an die Presse!“ damit ließ ich ihn stehen.
„Es ist nicht so wie du denkst!“ reif er mir hinterher und folgte mir auf die Straße.
„Verschwinde aus meinem Leben!“ ich konnte meine Tränen nur schwer zu-rück halten als er mich einholte und mich zwang ihn anzusehen.
„Lilly, es ist nicht so wie du denkst, ich wollte Phil gerade erklären das ich mich wirklich in die verliebt habe und das mir die Presse völlig egal ist.“ er sah mich flehend an.
„Ach ja? Woher wußte dann die Presse so genau über mich Bescheid?“ ich machte mich erneut von ihm los.
„Ich habe mit Phil über dich gesprochen. Ich wußte nicht das er damit an die Presse geht. Ich habe ihm vertraut und er hat mich enttäuscht.“ gab er zu.
„Dann weißt du ja wie sich so etwas anfühlt.“ ich sah ihm direkt in die Au-gen und drehte mich dann um, um meinen Wagen aufzuschließen und los zu fahren.
Ich entschied mich nach einem Gespräch mit Tia nicht an die Presse zu ge-hen und beruhigte meine aufgeregte Schwester an Telefon. Mark versuchte mich immer wieder anzurufen und irgendwann stellte ich mein Handy ab und zog mein Telefon aus, da ich einfach meine Ruhe haben wollte. Er schickte mir Blumen, die ich sofort dem Mülleimer zukommen ließ, er schrieb mir Briefe, die ich ungelesen zerriß. Er versuchte mich vor und nach dem Büro abzufangen bis sie schließlich wieder auf Promotour mußten. Ich ignorierte ihn jedes Mal, aber es fiel mir schwer ihn zu vergessen und ich stürzte mich voll und ganz in meine Arbeit. Wir hatten einen sehr großen Auftrag bekommen und ich war froh die Leitung übertragen bekommen zu haben.
Drei Monate nach diesem verhängnisvollem Tag legte mit Tia erneut die Ta-geszeitung auf den Tisch.
„Seite 3 dürfte dich interessieren.“ meinte sie vielsagend und ich schlug die Zeitung auf. Ober auf der Seite war ein Bild von Westlife und daneben eines des Mannes mit dem ich Mark bei Gino gesehen hatte.
WESTLIFE TRENNEN SICH VON IHREM PROMOTIONCHEF!
GESTERN GAB BMG BEKANNT DAS SICH WESTLIFE VON IHREM PROM-TION CHEF PHILLIP BRODY TRENNEN: ZU DEN GRÜNDEN GEHÖRT NACH UNBESTÄTIGTEN ANGABEN DIE BEKANNTGABE DER BEZIEHUNG ZWI-SCHEN MARK FEEHILY UND EMILIA FERNANDEZ; DIE MITTLERWEILE NICHT MEHR EXISTENT ERSCHEINT: WESTLIFE LEHNTEN JEDLICHE STELLUNGNAHME BEI EINER PRESSEKONFERENZ IN OSLO AB: KIAN EGAN SAGTE ZU DER TRENNUNG: WIR HABEN UNS AUS VERSCHIEDE-NEN GRÜNDEN ENTSCHIEDEN UNS VON MR BRODY ZU TRENNEN; UN-TER ANDEREM GING ER MIT PERÖNLICHEN INFORMATIONEN NICHT VERTRAUEENSWÜRDIG UM UND WIR SIND DER MEINUNG ER VERTRITT NICHT DAS WAS UND WER WIR SIND:
AUF DER PRESSEKONFERENZ TEILTE DIE BAND EBENFALLS MIT; DAS EINE MEHRMONTAGE PAUSE NACH DEM LETZTEN KONZERT IN DUBLIN ANSTEHT; DA SICH DIE BANDMITGLIEDER AUF IHRE FAMILIEN UND IHR PRIVATLEBEN KONZENTRIEREN WOLLEN UM DANN MIT NEUEM ELAN UND NEUER KRAFT MIT DEM SIEBTEN ALBUM IM FRÜHJAHR DES NÄCHSTEN JAHRES AUF DIE BÜHNE ZURÜCK ZU KEHREN:
Ich laß mir den Artikel mehrmals durch.
„Er hat es anscheinend wirklich nicht gewußt. Über Kian und Nicky sind in den letzten zwei Monaten auch ein paar unschöne Dinge ans Licht gekom-men.“ Tia setzte sich auf meinen Schreibtisch.
„Und was soll ich jetzt machen?“ ich sah sie hilflos an.
„Wie wäre es, wenn du mich heute Abend begleitest?“ sie hielt zwei Karten hoch.
Ich nahm die Karten in die Hand „Du hast tatsächlich zwei Tickets für Westlife gekauft?“ ich schüttelte ungläubig den Kopf.
„Sicher und nun komm, du mußt dich noch umziehen und etwas zurecht machen, du siehst in letzter Zeit schlimm aus.“ sagte sie tadelnd und ich lächelte sie dankbar an.
Ich fuhr zu mir und zog mich um, nach langem hin und her entschied ich mich für eine dunkle Jeans, ein rosanes Top und eine rosane Tunika. Ich angelte meine rosanen Sneakers aus der hintersten Ecke meines Schrankes und ging dann ins Bad. Ich schminkte mich und steckte meine Haare hoch, ich war gerade fertig als es klingelte.
„Los komm!“ Tia stand ungeduldig vor der Tür.
„Kann ich so los?“ ich sah sie skeptisch an.
„Natürlich!“ sie zog mich am Arm ins Treppenhaus und ich schnappte mir im letzten Moment noch den kleinen rosanen Elefanten.
Die Fahrt über war ich in Gedanken versunken und Tia holte mich erst vor der Halle in die Realität zurück.
„Hey, wir sind da!“ sie rüttelte sanft an meiner Schulter.
Ich sah zur Halle. „Und was nun?“ ich deutete auf einige hundert Leute die vor der Halle warteten.
„Das wird schon!“ lachte sie.
Wir parkten den Wagen und Dank Tia’s Durchsetzungsvermögen schafften wir es in der Halle bis in die erste Reihe. Dann erklangen die ersten Takte und die Hölle brach um mich herum aus. Die Jungs lieferten eine Super Show, dann kam ein ruhigere Sektion und die Jungs kamen an den Büh-nenrand, Mark stand ein ganzen Stück von mir entfernt und ich warf den Elefanten zu ihm. Er landete vor seinen Füßen und er nahm ihn gar nicht wahr, erst als er einen Schritt nach vorne ging und auf ihn drauf trat hob er ihn auf und sah sich suchend um.
Nach dem Lied ergriff er das Wort.
„Amüsiert ihr euch? Habt ihr Spaß?“ rief er in die Halle und ein ohrenbetäu-bendes Kreischen war die Antwort.
„Gut, also habt ihr Spaß!“ lachte Mark „Ich habe heute auch sehr viel Spaß, das liegt nicht nur an euch, sondern an einem ganz besonderen Menschen, der heute auch hier ist und zum allerersten Mal eine Show von uns sieht!“ er grinste und mein Gesicht erschien groß auf der Videoleinwand.
Ich lachte und winkte und die Fans jubelten obwohl auch einige mich aus buhten.
Ein Security Mann half mir über die Absperrung und ich lief auf die Bühne auf Mark zu. Er fing mich auf und wirbelte mich herum. Dann stellte er mich hin und küßte mich.
„So Mark! The Show must go on!“ Kian klopfte ihn auf die Schulter und er ließ meine Hand los.
Ich stellte mich in den Reportergraben und Gina und Gill, die Frauen von Nicky und Shane kamen zu mir.
„Und du bist also Lilly?“ Gill nahm mich in den Arm.
„Ja, die bin ich!“ lachte ich.
Wir unterhielten uns sehr gut und dann war die Show vorbei und die Jungs kamen zu uns. Mark nahm mich sofort in den Arm und küßte mich stür-misch.
„Mark, du bist klatschnaß!“ quiekte ich.
„Ich geh schnell unter die Dusche und dann bin ich sofort wieder bei dir!“ grinste er.
Die anderen kamen zu mir und begrüßten mich erst einmal.
Nachdem Mark fertig war und ich mit Tia telefoniert hatte bestiegen wir alle einen Kleinbus, wir setzten Nicky und Gina bei ihnen zu Hause ab und machten uns dann auf den Weg nach Sligo.
Mark und ich setzten uns nach hinten und Mark konnte seine Hände gar nicht von mir lassen.
„Marky, sucht euch ein Zimmer! Oder warte wenigstens bis ihr zu Hause seid!“ Kian knuffte ihn.
„Ist ja gut!“ Mark zog einen Schmollmund und lehnte sich zurück.
„So raus ihr Beide!“ Shane zog die Tür auf.
„Bis dann!“ grinste ich und Shane verbeugte sich vor mir.„Bis bald und macht mir keine Dummheiten!“
„Niemals!“ lachte Mark und wir gingen zu seinem Haus.

Zwei Jahre später heirateten wir in einer kleinen Kirche in Sligo im engsten Familienkreis und nur drei Wochen später kam unser Sohn Noah zur Welt.