Westlife waren auf dem Weg zu einem Konzert. Es war früh am Morgen und
die fünf waren noch nicht ganz wach, als das Handy von Shane klingelte.
Als er abnahm, hörte er eine tiefe Stimme, die ihm irgendwie Angst
machte: "Shane! Shane! Du bist bald mein! Deine Zeit ist gekommen, um
zu..." Da legte der Anrufer auf. "Was war denn das?" überlegte Shane laut
und Kian, der neben ihm saß, fragte: "Shane, was hast du denn? Du bist ja
ganz blass." Shane antwortete: "Da war gerade ein komischer Anruf. Das
hörte sich fast an wie eine Morddrohung!" "Was? Eine Morddrohung? Wer
macht denn so etwas?" "Das möchte ich auch gerne wissen", meinte Shane.
"Hey Jungs, kommt mal her", rief Kian Nicky, Bryan und Mark zu. "Was
ist denn?" wollte Mark wissen, der mit Nicky und Bryan in der anderen
Ecke des Tourbusses Karten gespielt hatte. "Shane hat gerade einen
merkwürdigen Anruf bekommen." "Wie ,merkwürdig‘?" fragte Nicky, der wie die
anderen jetzt anfing, sich Sorgen zu machen. "Der Anrufer weiß meine
Handynummer und er sagte etwas von ,du bist bald mein! Es ist Zeit zu...‘
und dann legte er auf", antwortete Shane. "Da will dir jemand Angst
machen!" meinte Mark, doch Shane sagte: "Der macht mir zwar Angst, aber ich
glaube, ich sollte den Anruf nicht nehmen. Das ist irgendein
Verrückter." ,,Das sagst du!" meinte Kian. ,,Ich glaube nicht, dass das nur
irgendein Verrückter ist."
,,Was machen wir denn jetzt?" fragte Mark und Bryan meinte:,, Wir
müssen Louis Bescheid sagen. Er weiß sicher, was wir tun sollen."
,,Genau," stimmte ihm Kian zu ,,und dann sollte immer einer von uns bei
Shane bleiben." Die anderen drei waren einverstanden, doch Shane
nicht:,, Ich möchte nicht rund um die Uhr unter Aufsicht stehen." ,,Es ist
aber besser so, wir wollen nämlich nicht durch einen Wahnsinnigen unseren
besten Freund verlieren," meinte Kian. ,,Das ist lieb von euch, aber
was mache ich mit Sonja? Soll ich ihr die Wahrheit sagen?" fragte Shane.
,,Wenn ich sie anlüge, habe ich ein schlechtes Gewissen und wenn ich
ihr die Wahrheit sage, macht sie sich nur noch Sorgen." ,,Besser sich
Sorgen machen, als nachher an deinem Grab weinen," meinte Bryan. ,,Du tust
ja gerade so, als will der Kerl mich tatsächlich umbringen,"
antwortete Shane. Plötzlich hielt der Tourbus. Sie waren in Wien angekommen.
,,Kannst du denn überhaupt jetzt auftreten, Shane?" wollte Nicky wissen
und eine bekannte Stimme fragte:,, Warum sollte Shane nicht auftreten
können?" Es war Louis Walsh, ihr Manager. ,,Naja, ich habe im Bus einen
Anruf bekommen, in dem jemand eine Morddrohung gegen mich ankündigt."
,,Was!? Warum bist du denn nicht gleich zu mir gekommen? Am besten, einer
von euch anderen bleibt immer bei Shane und ich werde das Konzert
absagen." ,,Nein, das kannst du nicht tun. Ich kann auftreten. Es geht
schon." ,,Bist du dir da sicher?" fragte Kian und Shane meinte:,, Ja, ganz
sicher." ,,Na gut. Dann macht euch jetzt fertig," sagte Louis und die
Boys gingen in die große Stadthalle, wo sie am Abend auftreten sollten.
Am Abend war die Halle ausverkauft und als die Show losging, hatten
Shane & Co. den Anruf vergessen. Doch nicht lange. Nach der Show, als
Nicky, Shane, Bryan, Kian und Mark im Hotel angekommen waren, klingelte das
Telefon in Shane’s Hotelzimmer. Shane schrak auf. Die anderen waren
noch so von der gelungenen Show erfreut, dass sie es gar nicht merkten,
doch als Shane sich mit einem zögernden ,Hallo‘ meldete, wurde es ruhig.
Alle drängelten sich um Shane, der den Lautsprecher am Telefon
eingeschaltet hatte, damit seine Freunde mithören konnten. Und da war wieder
diese Stimme:
,,Shane! Shane! Eure Show heute Abend war ja ein voller Erfolg. Du
sahst sehr gut aus in deinem schwarzen Anzug! Du bist bald mein! Es ist
Zeit zu..." Dann legte der mysteriöse Anrufer auf. ,,Er war heute Abend
da! Er war in der Show!" rief Shane aufgeregt. ,,Er sagte den gleichen
Text wie beim ersten Anruf. Bis auf den Teil mit der Show." ,, Ich frage
mich woher er die Nummer vom Zimmer hat," meinte Bryan nachdenklich.
,,Vielleicht ist es einer vom Hotel," überlegte Kian und plötzlich
rannte Nicky aus dem Zimmer. ,,Was ist denn mit dem los?" fragte Mark. Ein
paar Minuten später kam Nicky wieder und erklärte, warum er runter
gelaufen war:,, Ich habe den Portier gefragt, ob jemand in den letzten zehn
Minuten mit dem Telefon an der Rezeption telefoniert hat und ob es
dieses Zimmer war. Er sagte mir, dass ein Mann mit einer tiefen Stimme nach
dir gefragt hat, Shane. Er behauptete, es sei dringend und ob er die
Nummer deines Zimmers haben könnte." ,,Das wird ja immer unheimlicher,"
sagte Shane mit zitternder Stimme. ,,Jetzt ist er schon in unserem
Hotel." ,,Shane, beruhige dich erst mal. Wir und die Bodyguards beschützen
dich schon," meinte Bryan und legte freundschaftlich seinen Arm um
Shane. Da klingelte das Telefon schon wieder. ,,Oh, nein, nicht schon
wieder," meinte Shane und er nahm vorsichtig den Hörer ab. ,,Ja?" ,,Hi, Süßer
ich bin’s," sagte ich und merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. ,,Hi
Sonja," begrüßte mich Shane sichtlich erleichtert. ,,Hey, Shane, was
ist denn los?" wollte ich wissen und Shane sagte:,, Es ist nichts. Alles
OK." ,,Wirklich?" fragte ich und Shane versicherte:,, Ja, alles OK!"
,,Dann ist ja gut," erwiderte ich, ,,ich wollte nur mal hören, wie es dir
geht." ,,Gut geht es mir. Und dir?" ,,Mir auch, aber ich vermisse
dich," sagte ich und Shane antwortete:,, Ich vermisse dich auch, aber wenn
wir bald ein paar Tage frei haben, dann besuchst du mich.
Einverstanden?" ,,Na klar," antwortete ich begeistert. ,,Süße, ich muss jetzt Schluss
machen. Ich ruf dich wieder an." ,,OK. Shane?" ,,Ja?" ,,Ich liebe
dich." ,,Ich dich auch," sagte Shane, ,,schlaf gut." ,,Du auch," sagte ich
und legte auf. ,,Das war Sonja," meinte Shane zu seinen Freunden. ,,Das
haben wir mitbekommen," sagte Mark, ,,aber willst du ihr nicht die
Wahrheit sagen?" ,,Nein," entschied Shane, ,,ich will sie nicht unnötig
beunruhigen." ,,Wenn du meinst. Ich denke, wir sollten erst mal etwas
essen," meinte Mark, doch Shane hatte keinen Hunger. ,,Ich gehe schlafen."
Er ging in sein Zimmer. ,,Diese Sache nimmt ihn ganz schön mit," sagte
Kian.
,,Was würdest du denn machen, wenn jemand hinter dir her wäre?" fragte
Mark. ,,Ich bin der Meinung, dass jemand von uns hier in Shane's Zimmer
bleibt," meinte Nicky. ,,Na gut, ich mache das," sagte Kian und als die
anderen damit einverstanden waren, meinte er:,, Wir dürfen Shane jetzt
nicht im Stich lassen. Wir müssen ihm zeigen, was echte Freunde sind."
Bryan, Nicky und Mark nickten als Zustimmung, verließen das Zimmer und
gingen auch schlafen. Kian schaute noch einmal nach Shane, der aber
schon eingeschlafen war und machte sich auf dem Sofa gemütlich. Schnell
war auch er eingenickt und träumte von einer Runde Billard mit seinen
Freunden. Am frühen Morgen jedoch wachte er auf. Es ist drei Uhr, Shane
hatte doch bei dem Spiel gewonnen, warum schreit er dann so? Doch
plötzlich merkte er, dass der Schrei nicht in seinem Traum war, sondern
nebenan. Er schlich leise zu Shane's Zimmer und öffnete die Tür. Shane lag in
seinem Bett und schlief. ,Komisch, woher kam denn dann der Schrei?‘
fragte er sich und wollte sich umdrehen. Doch da bekam er einen Schlag auf
den Kopf und es wurde schwarz vor seinen Augen.
,,So Shane, bald bist du mein..." Der Unbekannte, der ganz in Schwarz
gekleidet war, ging zu Shane und drückte ihm ein mit Chloroform
getränktes Taschentuch auf den Mund. Shane fuhr auf und versuchte sich
loszureißen, doch das Chloroform machte ihn bewusstlos.
Nur drei Stunden später klopfte Nicky an Shane's Zimmertür und wunderte
sich, dass auch nach mehrmaligem Pochen niemand öffnete. Vorsichtig
machte er die Tür auf und schaute hinein. Niemand drin! Gerade wollte er
die Tür wieder zu machen, da sah er in der Ecke, wo es zu Shane's
Schlafzimmer ging, Kian liegen. ,,O Gott! Kian! Was ist denn passiert?"
Schnell lief er auf seinen Freund zu und sah, dass Kian eine große Wunde am
Hinterkopf hatte. ,,Bryan! Schnell! Einen Krankenwagen! Kian ist
verletzt!" rief Nicky und Bryan, der in der Nähe war, reagierte sofort. Es
dauerte keine fünf Minuten und der Notarzt war da. Er untersuchte Kian,
der wieder bei Bewusstsein war. ,,Ihr müsst nach Shane gucken. Ist er in
Ordnung?" Nicky, der bereits festgestellt hatte, dass Shane entführt
worden war, sagte:,, Es wird alles wieder gut. Shane ist in Ordnung." Als
Kian ins Krankenhaus gebracht wurde und Nicky, Bryan, Mark und Louis
hinterher fuhren, wollte Mark von Nicky wissen, warum er der Meinung war,
dass Shane entführt wurde. ,,Hier," sagte Nicky und kramte einen Zettel
aus seiner Hosentasche, ,,den habe ich auf dem Boden neben dem Bett von
Shane gefunden." Er las laut vor:
,,Ich habe euren Freund. Wenn ihr ihn lebendig wieder haben wollt,
kommt morgen mit 5 Millionen um 23 Uhr in den Stadtpark. Aber: Keine
Polizei. P.S.: Bringt Sachen von Shane mit." ,,Dann ist er also wirklich
entführt worden. Was machen wir denn jetzt? Und was soll diese blöde,
letzte Forderung?" fragte Mark und Bryan antwortete:,, Ich weiß es nicht.
Aber es ist sehr merkwürdig. Er hätte die Sachen doch schon mitnehmen
können, als er Shane entführt hat. Komisch ist nur, dass er nicht mehr
Lösegeld fordert. Wir sollten tun, was der Unbekannte will." ,,Das mit
der komischen Forderung ist mir auch schon aufgefallen," meinte Louis
ratlos. Als die vier am Krankenhaus angekommen waren, wurde Kian gerade in
die Notaufnahme gebracht. Sie liefen hinterher und keine halbe Stunde
später durften sie Kian wieder mitnehmen. ,,Wo ist denn Shane?" fragte
Kian verwundert, als die fünf in den großen Wagen einstiegen. ,,Nun ja,
wie soll ich es sagen...?" meinte Nicky und Kian fragte wieder:,, Wo
ist Shane?" ,,Er ist entführt worden," antwortete Mark. ,,Was?" rief
Kian. ,,Und was machen wir jetzt? Gibt es denn schon irgendeine
Lösegeldforderung?" ,,Das ist es ja," meinte Nicky, ,,Ich habe diesen Zettel
gefunden, aber nur unsinnige Forderungen. Wir müssen tun, was der Entführer
verlangt und gehen deshalb morgen zum genannten Treffpunkt." ,,OK, und
dann werden wir Shane befreien," meinte Mark und alle stimmten ihm zu.

Shane wachte langsam auf. Er schaute sich um, damit er erkennen konnte,
wo er sich befand. Der Raum war dunkel und es dauerte eine Weile, bis
sich Shane an die Dunkelheit gewöhnt hatte. Und da sah er ihn: Der Mann
war ganz schwarz gekleidet und saß auf einem Stuhl in der Nähe. Shane
versuchte sich aufzurichten, doch da erst merkte er, dass er gefesselt
war. ,,Na, gut geschlafen?" fragte der Mann. ,,Was wollen sie von mir?"
entgegnete Shane und versuchte dabei, seine aufkommende Angst unter
Kontrolle zu bekommen. ,,Das tut zur Zeit nichts zur Sache. Dein Freund im
Zimmer hat versucht, dir zu helfen, doch dann hat er es aufgegeben."
,,Was haben Sie mit Kian gemacht?" fragte Shane aufgeregt, denn er hatte
am Abend zuvor noch mit angehört, wie Nicky & Co. über ihn sprachen und
er hat auch mitbekommen, dass Kian sich bereit erklärt hatte, auf der
Couch zu schlafen. ,,Ich habe ihn ausgeschaltet." antwortete der
Unbekannte. ,,Wenigstens für ein paar Stunden, damit ich dich in mein
bescheidenes Reich entführen kann." ,,Sie sind ja verrückt," schrie Shane.
,,Was erhoffen Sie sich denn davon?" Da wurde der Mann wütend:,, Du hast
doch meine Nachricht auf dem Handy gehört? Dann weißt du doch auch was
ich gesagt habe? Ich will dich und wenn es das Letzte ist, was ich tue."
Mit diesen Worten ging der Mann hinaus. ,,Sie sind ja krank, haben Sie
mal an meine Freunde gedacht?" rief Shane ihm hinterher. ,,Die suchen
mich bestimmt." Doch es blieb still. Shane hörte noch eine Tür zu fallen
und dann war es ganz ruhig.
Inzwischen, nur ein paar Kilometer entfernt, berieten sich Nicky,
Bryan, Kian und Mark, wie sie morgen abend vorgehen sollten. ,,Am besten
wäre ein Überraschungsangriff," meinte Mark, ,,damit der Entführer nicht
abhauen kann und wir aus ihm raus bekommen können, wo er Shane
versteckt hält." ,,Das ist gut," meinte Nicky, ,,Aber wie sollen wir das
anstellen? Wir sind zwar zu viert, vielleicht zu fünft, wenn Louis mitmacht,
aber wir wissen nicht, ob der Mann bewaffnet ist, oder ob er noch
Komplizen hat." ,,Du hast Recht," sagte Kian ,,Dennoch ist der
Überraschungsangriff die beste Möglichkeit. Oder hat jemand eine bessere Idee?" Alle
schüttelten den Kopf und so machten sie sich einen Plan, der ganz schön
raffiniert war.

Shane dagegen ging es nicht so gut. Er war zwar allein, was ihn auch
nicht unbedingt erfreute, aber diese blöden Fesseln störten ihn. Und dann
war da auch noch dieses komische Gefühl von Übelkeit im Bauch. ,Das
kommt bestimmt vom Chloroform‘, dachte er und versuchte seine Fesseln
aufzubekommen. Doch plötzlich hörte er ein Geräusch. Es hallten Schritte in
der Nähe und dann ging die Tür auf. Der Mann kam herein und brachte
Shane etwas zu essen. ,,Hier, iß", sagte er und öffnete Shanes Fesseln.
Dies nutzte Shane und schubste den Mann, sodass der hinten rüber kippte.
Shane lief auf die offene Tür zu und verschloss sie. Der Mann, der nun
eingesperrt war, hämmerte wie verrückt an die Tür und war dann kurz
verschwunden. Doch nur Sekunden später, Shane war schon weiter gelaufen,
hörte er, wie Holz zersplitterte und Glas klirrte. Der Unbekannte
versuchte möglicherweise, durch die geschlossene Tür zu kommen. Shane lief
weiter und plötzlich teilte sich der lange Gang in zwei Gänge. Der eine
war stockdunkel, der andere hell erleuchtet. Shane entschied sich für
den beleuchteten Gang. Doch da hörte er schwere Schritte hinter sich. Er
drehte sich um und sah, dass der Mann den Gang entlang gelaufen kam.
Shane lief so schnell er konnte den hellen Gang runter, doch der Mann war
noch schneller und hatte Shane bald eingeholt. Er hielt ihn fest,
sodass Shane stolperte und hinfiel. Der Mann schlug ihm ins Gesicht und
Shane blieb benommen liegen. Der Unbekannte hob ihn hoch, schubste ihn den
Gang zurück und brachte Shane wieder in den dunklen Raum. Er warf ihn
zu Boden, wo Shane bewusstlos liegen blieb. ,,So Freundchen! Das machst
du nicht noch einmal!" Dann fesselte er den am Boden liegenden Shane
wieder, schloss die Tür ab und nagelte drei Bretter vor die beschädigte
Tür.
Nicky, Bryan, Kian und Mark ahnten von dem allen nichts. Sie hatten
einen guten Plan entwickelt, mit dem sie Shane aus seiner (hilflosen) Lage
befreien wollten. Nur Louis war eingeweiht und er versprach
mitzuhelfen.
Am nächsten Abend, eine Stunde vor der vom Entführer geforderten
Treffzeit, gingen Nicky und die anderen ihren Plan noch einmal durch.
,,Also," sagte Louis, ,,jeder weiß, was er zu tun hat?" Alle nickten. ,,Gut.
Wir werden etwa eine viertel Stunde vorher da sein. Die Sachen sind
gepackt? Alles klar. OK. Dann heißt es erst mal abwarten." Die Zeit schien
endlos, doch dann war es 22:30 Uhr und die fünf fuhren los.
,,Hoffentlich geht alles gut," meinte Mark. Im Stadtpark, der genannte Treffpunkt,
war alles ruhig. ,,So," sagte Louis, ,,Nicky und Kian verstecken sich
links von den alten Eichen im Gebüsch. Bryan und Mark gehen rechts in
Deckung. Noch Fragen?" ,,Ja," sagte Kian, ,,Was machen wir, wenn der
Entführer eine Pistole hat und dich bedroht?" ,,Dann bleibt ihr in Deckung
und ich mache, was er verlangt. Wir können dann kein Risiko eingehen.
Denkt daran: Es geht um das Leben von Shane." Alle nickten und
versteckten sich dann.

Zur gleichen Zeit, ganz in der Nähe, machte sich der Unbekannte bereit
zur ,,Lösegeld"- Forderung. Er stand bei Shane im dunklen Raum und
meinte: "Gleich werden wir wissen, ob deine Freunde die Entführung ernst
nehmen. Ich treffe mich mit ihnen im Stadtpark und hoffe doch, dass sie
das tun, was ich gefordert habe und das Geld und deine Sachen
mitbringen." "Sie sind doch krank," rief Shane und der Mann schrie ihn an: "Das
meinst du?! Im Gegenteil: Ich habe mir was Tolles ausgedacht. Wenn ich
das Geld habe, glauben deine Freunde, dass ich dich freilasse, doch ich
habe noch einiges mit dir vor." Mit diesen Worten ging er raus und
verriegelte die Tür. Shane saß wieder gefesselt und allein im dunklen Raum
und versuchte, seine Fesseln aufzubekommen. Im Balken, in dessen Nähe
sich Shane befand, befanden sich viele rostige Nägel und an den
versuchte Shane seine Fesseln aufzuschneiden. Das war gar nicht so einfach,
denn Shane konnte ja nicht sehen, wie und wo genau er die Fesseln
aufschnitt. Doch dann hatte er es geschafft: Die Fesseln waren ab und Shane
rieb sich die schmerzenden Handgelenke. ,So, jetzt aber raus hier,‘ dachte
er und ging zur Tür. Der Mann hatte die beschädigte Tür nur notdürftig
repariert und so konnte Shane die Bretter, die das Loch verdeckten,
fast mühelos raus holen. Er stieg durch das Loch und machte die Bretter
wieder dran. Dann lief er den Gang hinunter und nahm die Richtung, die er
das letzte Mal auch nehmen wollte. Nach etwa drei Minuten kam er zu
einer grauen Stahltür, die – geschlossen war! ,Mist,‘ dachte Shane und sah
sich um. Der große Raum war in der hinteren Ecke vollgestapelt mit
Holzkisten, fast bis zur Decke. Shane schaute auf: Der Raum war nicht sehr
hoch und es gab Fenster. Da kam Shane eine Idee: Er kletterte auf eine
der Kisten. Sie war stabil genug, um einen erwachsenen Menschen zu
tragen. Shane kletterte weiter hoch und gelangte an ein Fenster. Er
versuchte es aufzudrücken und tatsächlich: Es ließ sich öffnen! Shane zwängte
sich durch die Öffnung und war dann außen angelangt. Er schaute nach
unten. Es war dunkel und Shane konnte nur sehr wenig sehen, aber als er
sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte erkannte er, dass es nicht sehr
tief nach unten ging. ,Es ist riskant, aber ich muß es tun,‘ dachte Shane
und sprang runter. Unten rollte er sich ab und klopfte sich dann den
Staub von der Hose. Die hatte jetzt zwar ein Loch, aber das war ihm
egal. Er schaute sich um und sah erst jetzt, wo er sich befand: Er stand in
einem dunklen Hinterhof und konnte die Umrisse der Ein/Ausfahrt sehen.
Shane lief auf die Ein/Ausfahrt zu und kam auf die Straße. Kein
einziges Haus stand hier in unmittelbarer Nähe. ,Das ist wirklich ein gutes
Versteck,‘ dachte er sich und schaute sich genauer um. Da steht eine
Telefonzelle! Shane lief auf sie zu und als er drin stand, wählte er die
Nummer von Nickys Handy.

Zur gleichen Zeit im Stadtpark. Die Übergabe hatte noch nicht
stattgefunden, obwohl es schon 23:15 Uhr war. Da klingelte plötzlich Nickys
Handy. Er nahm ab und hörte eine bekannte Stimme: "Nicky? Ich bin es,
Shane!" "Shane, wo bist du? Geht es dir gut?" Die anderen kamen zu Nicky und
wollten auch mithören. "Es geht mir gut. Ich konnte mich befreien, als
der Entführer wegging. Ich weiß nicht, wo ich bin, aber es scheint eine
alte, alleinstehende Fabrik zu sein. Hier gibt es keine Häuser, aber
eine Telefonzelle. Ich hatte witzigerweise ein paar Münzen dabei. Ihr
könnt euch ja erkunden, wo eine alte Fabrik steht und dann holt mich bitte
ab. Mir ist nämlich..." Dann hörte man einen Schrei und dann nur noch
ein Tuten. "Shane? Bist du noch da? Shane! Er hat einfach aufgelegt!"
meinte Nicky und Kian antwortete: "Oder er wurde von dem Mann überrascht.
Das würde dann auch erklären, warum der noch nicht da ist." "Es kann
aber auch sein, dass er kein Geld mehr hatte", sagte Mark. "Aber warum
hat er dann geschrien?" fragte Kian und Louis meinte: "Auf jeden Fall
müssen wir die Fabrik ausfindig machen, um Shane endgültig zu befreien."
Die anderen nickten.

Inzwischen, bei der alten Fabrik. Der Unbekannte war gar nicht
weggefahren und hatte Shane dabei beobachtet, wie der sich befreien konnte und
seine Freunde anrief. Da hat der Entführer Shane niedergeschlagen und
ihn in einen anderen Raum gebracht. "Das machst du nicht noch ein mal,
denn dazu wirst du keine Gelegenheit mehr haben", schrie der Mann Shane
an, der nun wieder gefesselt auf einem Stuhl saß. Er blutete am Kopf,
doch das schien den Mann wenig zu stören. ,Wie kann man nur so viel Pech
haben wie ich,‘ fragte sich Shane gedanklich und spürte, wie das Blut
ihm ins Gesicht lief.
,Hoffentlich finden die anderen diese verlassene Fabrik.‘ "Deine
Freunde werden dich finden, da besteht kein Zweifel. Aber ich werde ihnen
einen Empfang bereiten, den sie nicht so schnell vergessen werden", sagte
der Mann. "Sagen Sie mal, wer sind Sie eigentlich?" fragte Shane und
der Mann antwortete: "Ich bin ein großer Fan von dir und will nur das
Lösegeld!" "Und dann lassen Sie mich frei? Eine Geiselnahme nur wegen Geld
ist doch Wahnsinn", antwortete Shane und der Mann meinte: "Aber deine
Freunde werden die 5 Millionen bezahlen. Ihr seid Westlife und ihr seid
reich, trotzdem will ich nur das Geld, denn wenn ich das geforderte
Geld und ein paar Sachen von dir bekomme, dann haue ich ab." ,Der ist ja
total verrückt,‘ dachte Shane und sagte laut: "Nicky, Bryan, Kian und
Mark sind meine besten Freunde. Wir sind in der Gruppe wie eine Familie.
Die werden sicher zahlen. Aber wenn man Sie schnappt, dann kommen Sie
für Jahre ins Gefängnis. Wollen Sie das?" Da wurde der Mann wieder
zornig: "Du versuchst mich doch nicht etwa zum Aufgeben zu bewegen?! Ich
ziehe das Ding durch, das habe ich mir geschworen." Dann klebte der Mann
Shane ein großes Pflaster auf den Mund, ging hinaus raus, schloss die
schwere Stahltür ab und ging weg. Shane ließ er wieder allein. "Wie kann
man nur so geldgierig sein", dachte Shane.

Louis hat inzwischen die Fabrik ausfindig machen können und so fuhren
die fünf los. Es war schon nach Mitternacht, als die fünf bei der Fabrik
ankamen. Sie hielten ca. 50 Meter vor dem großen Gebäude, das im
Dunkeln wie ausgestorben da lag. "Seht", flüsterte Nicky, ,,Da ist die
Telefonzelle, von der Shane aus angerufen hat." Er lief hin und öffnete die
Tür. Da sah er das Blut am inneren Griff. ,,Hier klebt Blut," rief Nicky
den anderen hinüber und Kian meinte:,, Dann ist Shane also doch
entdeckt worden. Der Mann hat ihn vermutlich wieder in die Fabrik gebracht.
Wir sollten die Polizei rufen, damit die den Entführer festnehmen und wir
Shane befreien können." ,,Spinnst du?" rief Bryan, ,,Wenn die Polizei
kommt, bringt der Mann Shane bestimmt um. Das willst du doch nicht,
oder?" ,,Natürlich nicht," entgegnete Kian, ,,aber vielleicht ist der Mann
bewaffnet." ,,Wir sollten erst einmal die Fabrik untersuchen," sagte
Louis und teilte ein:,, Nicky und Kian nehmen den linken Teil. Bryan,
Mark und ich durchsuchen den rechten Teil des Gebäudes. Wenn jemand von
euch Shane gefunden hat, bringt ihn in meinen Wagen und ruft die Polizei.
Wenn ihr den Entführer seht, dann verhaltet euch ruhig und versucht ihn
zu überwältigen. Aber geht wie immer kein Risiko ein. Noch Fragen?
Nein? Dann los." Nicky und Kian gingen auf die linke Hälfte des Gebäudes
zu, die anderen auf die rechte. Nicky fand auch gleich eine Tür, die sich
leicht öffnen ließ und sie traten in die dunkle Halle. Es war kühl hier
drin und der Staub wirbelte bei jedem Schritt der jungen Männer auf.
Louis hatte zum Glück Taschenlampen dabei gehabt und Kian knipste eine
von ihnen an. Die anderen zwei hatten Louis und Bryan. Der Lichtkegel
beleuchtete die alten Maschinen der Fabrik, die mal eine Möbelfabrik
gewesen war, dann aber durch einen Brand fast zerstört wurde.
Louis, Bryan und Mark hatten ebenfalls eine Tür gefunden, die nicht
verschlossen war und traten in einen kleinen Raum, der wahrscheinlich mal
ein Büro gewesen war. Ein schwarzer, kaputter Schreibtisch stand im
Raum, den man trotz des Brandes noch gut erkennen konnte. Die drei gingen
weiter. Die nächste Tür führte in einen weiteren Raum, der jedoch viel
größer war als der erste. ,,Wir sollten uns hier noch mal aufteilen.
Ihr sucht hier nach weiteren Räumen. Ich werde das angrenzende kleine
Gebäude unter die Lupe nehmen. Einverstanden? Wir treffen uns in zehn
Minuten wieder hier." Er verließ den Raum und Bryan und Mark waren allein.
,,O.K. Du links, ich rechts," meinte Bryan und er lief auf seinen Teil
zu. Mark suchte auf seiner Seite und machte alle Türen auf. Die meisten
Räume waren Büroräume gewesen, was Mark daraus schloss, das in den
Räumen verkohlte und teils abgebrannte Schreibtische, Stühle und Schränke
standen. Doch ein Raum war interessant: Er war leer und auf der anderen
Seite befand sich noch eine Tür. Mark ging durch das Zimmer, öffnete
die gegenüberliegende Tür und schaute sich um. Vor ihm lag ein langer,
dunkler Gang, der am Ende jedoch schwaches Licht zeigte. Mark ging zurück
in den großen Saal, wo sich Louis, Bryan und er getrennt hatten und
suchte Bryan. Er konnte ihn nicht finden und so beschloß Mark, den Gang
alleine zu untersuchen. Die Wände waren grau bis schwarz verrußt und als
Mark am Ende des Ganges ankam, rief er leise nach Shane. ,,Shane? Bist
du hier?" Der Gang gabelte sich in zwei Gänge und Mark nahm sich vor,
erst den linken und dann den rechten Gang zu durchsuchen. Er markierte
den linken Gang mit einem weißen Tuch, dass er zusammengeknüllt in die
Ecke legte. Dann ging er den Gang hinunter und knipste seine
Taschenlampe an, denn es wurde dunkler. Am Ende kam er zu einen kleinen Raum und
zu einer Tür, die ihn und einen anderen Raum trennte. ,,Shane, bist du
hier?" rief er wieder leise.
Shane saß auf dem Stuhl im dunklen Raum und war eingenickt. Doch
plötzlich hörte er ein Geräusch. Er wachte auf und lauschte angestrengt.
Hatte er da nicht gerade eine Stimme gehört? Da hörte er sie wieder:,,
Shane bist du hier?" ,Das ist Mark,‘ schoß es Shane durch den Kopf. Shane
wollte etwas sagen, aber der Knebel hinderte ihn daran. Statt eines
vernünftigen Satzes kam nur ein unverständliches Gemurmel raus. ,,Mensch,
Shane! Bist du hier im Raum?" Shane wollte wieder etwas sagen, aber Mark
wußte auch so, dass sich Shane hinter der verschlossenen Tür befand. Er
versuchte die Tür einzutreten, was ihm auch gelang. Er lief auf Shane
zu und sagte:,, Mensch Shane! Wir haben uns solche Sorgen um dich
gemacht. Bist du in Ordnung?" Mark nahm Shane den Knebel aus dem Mund und
öffnete seine Fesseln. ,,Gut, dass du da bist. Wie hast du mich denn
gefunden?" ,,Das war gar nicht so einfach. Ich erzähle dir das alles
nachher, aber jetzt laß uns hier verschwinden. Es ist hier nicht gerade
gemütlich." ,,Da hast du Recht," antwortete Shane und Mark stütze seinen
Freund beim Verlassen des Raumes. Erst jetzt merkte Shane, wie schwach er
eigentlich war und hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Als sie
wieder an die Gabelung kamen, sah Mark sein Tuch immer noch an seinen
Platz liegen. ,,Wir müssen da lang," sagte Mark und zeigte auf den von ihm
ausgehenden rechten Gang. Bald kamen sie wieder in den großen Saal, wo
sich Louis, Bryan und er am Anfang getrennt hatten. Niemand war im
Saal. Mark brachte Shane nach draußen in Louis‘ Auto und rief dann Louis
über sein Handy an. ,,Louis? Ich bin‘s, Mark. Ich habe Shane gefunden."
,,Das ist toll. O.K., wir kommen zurück," antwortete Louis und legte
auf.
Nicky und Kian, die von der guten Nachricht noch nichts wussten,
suchten immer noch nach ihrem Freund. Sie hatten schon die meisten Räume
ihrer Seite durchsucht und nichts verdächtiges gefunden. ,,Ich weiß nicht,
wo wir noch suchen sollen," meinte Nicky und fügte hinzu:,, Vielleicht
haben die anderen Shane gefunden. Ich rufe mal Bryan über’s Handy an."
,,Tu das," sagte Kian, ,,Ich werde noch den Raum hier untersuchen."
,,Ja, mach das." ,,Nicky versuchte Bryan zu erreichen, doch der nahm nicht
ab. ,Mann, Bryan, wo steckst du,‘ dachte Nicky. Da meldete Bryan
sich:,, Ja?" ,,Hi Bryan, ich bin’s Nicky." ,,Na, was gibt es?" ,,Hi, habt ihr
Shane gefunden? Wir nämlich noch nicht." ,,Nein, aber Mark hat ihn
gefunden. Er sitzt mit Shane in Louis‘ Auto. Kommt zurück." ,,O.K. Das ist
ja eine tolle Nachricht. Bis gleich." Nicky legte auf und rief Kian,
der noch einen Raum durchsuchen wollte. Doch keine Antwort. ,,Kian? Wo
bist du?" Immer noch keine Antwort. ,,Kian? Hey, Mann, wo steckst du?"
,,Hier ist dein Freund," sagte eine tiefe, bekannte Stimme. Nicky drehte
sich um und sah ihn- und Kian! Der Entführer von Shane war ganz schwarz
angezogen und hatte eine ebenfalls schwarze Maske auf, sodass man sein
Gesicht nicht erkennen konnte. Er hatte Kian in seiner Gewalt und
bedrohte ihn mit einer Waffe! ,,Kein Schritt weiter," sagte der Unbekannte,
,,oder ich bringe deinen Freund um!" ,,O.k. O.k.! Sie haben doch schon
genug angerichtet. Was wollen Sie denn noch?" Nicky trat einen Schritt
nach vorn, doch der Mann rief: ,,Keinen Schritt weiter! Oder dein
Freund ist tot." ,,Schon gut," meinte Nicky und blieb stehen. ,,Und jetzt
gib mir dein Handy," sagte der Mann, der immer noch seine Waffe an Kian’s
Kopf hielt. Nicky warf sein Handy dem Mann vor die Füße. Der befahl
Kian, es aufzuheben. Kian gehorchte und bückte sich. Diese Chance nutzte
Nicky: Er lief auf den Entführer zu und schlug ihn ins Gesicht. Der Mann
taumelte nach hinten. Doch er hatte immer noch seine Waffe in der Hand!
Nicky wollte ihm die Waffe entreißen, doch da feuerte der am Boden
liegende Mann noch einen Schuss ab. Nicky brach getroffen zusammen. Kian
hatte sich in Sicherheit gebracht, noch ehe der Mann am Boden lag. Jetzt
entriss er dem Mann die Waffe und schlug ihm ins Gesicht. Der Mann
blieb bewusstlos liegen. Doch dann sah Kian, dass Nicky angeschossen am
Boden lag. ,,Nicky, was ist mit dir? Sag doch was!" Kian nahm Nicky in den
Arm und plötzlich kamen Louis, Bryan, Shane und Mark mit ein paar
Polizisten angerannt. Die Polizisten nahmen den Entführer fest, der gerade
wieder zu sich gekommen war. Ein Polizist riß ihm die Maske vom Kopf und
der Mann wurde abgeführt. Louis und die anderen von Westlife drängten
sich um Nicky und Kian. Nicky hatte eine Schußwunde im Brustbereich.
,,Schnell, er ist bewusstlos und braucht einen Arzt," schrie Bryan und da
kam auch schon der Notarzt. Er untersuchte Nicky und die Sanitäter
trugen Nicky auf der Trage in den Krankenwagen. ,,Was ist mit ihm?" fragte
Kian den Arzt. ,,Eine Schußwunde. Er muss so schnell wie möglich
operiert werden, sonst wird er sterben." ,,Ich werde mitfahren," sagte
Louis. ,,Ihr fahrt mit meinem Wagen hinterher. Hier ist der Schlüssel." Dann
stieg er zu Nicky und dem Arzt und der Rettungswagen fuhr mit Blaulicht
und Sirene zum nächsten Krankenhaus. Westlife stiegen in Louis‘ Auto
und fuhren hinterher. ,,Das erinnert mich an meine Fahrt ins
Krankenhaus," meinte Kian, ,,nur dass ich nicht um mein Leben kämpfen musste."
,,Ich hoffe, dass Nicky überlebt," sagte Shane, ,,sonst werde ich mir das
nie verzeihen." ,,Du kannst doch nichts dafür," tröstete ihn Bryan.
,,Der verrückte Fan hat doch geschossen und nicht du." Der Rest der Fahrt
verlief still. Jeder dachte an Nicky und betete, dass er überleben
würde. Als sie am Krankenhaus ankamen, liefen sie zur Rezeption und fragten
nach ihren Freund und Bandkollegen. ,,Ja. Ein Nicholas Bernard James
Adam Byrne wurde gerade mit einer Schussverletzung eingeliefert. Er ist
jetzt wahrscheinlich auf dem Weg zum OP-Saal." ,,Wo ist der?" fragte
Shane aufgeregt und die Frau beschrieb den Weg. Als sie am OP- Saal
ankamen, saß dort schon Louis auf einem Stuhl. ,,Ist Nicky schon drin?"
wollte Mark wissen und zeigte dabei auf den OP- Saal. Louis nickte: ,,Sie
haben ihn schon im Krankenwagen operationsfertig gemacht, denn es steht
nicht gut um ihn." ,,O mein Gott," sagte Kian und ließ sich auf einen
Stuhl sinken. Auch die anderen setzten sich und warteten.
Zwei Stunden später. Es war schon 3:25 Uhr, als der Arzt aus dem OP-
Saal raus kam. Mark und Shane waren eingeschlafen, doch Bryan, der mit
Kian die ganze Zeit wach gewesen war, weckte die beiden auf. ,,Was ist
mit Nicky?" fragte Kian aufgeregt und der Arzt antwortete:,, Die
Operation ist gut verlaufen. Wir konnten die Kugel entfernen. Aber er hatte
einen Herzstillstand." ,,Was? Wie konnte denn das passieren?" rief Kian
und der Arzt antwortete:,, Durch den Schuss wurde das Herz sehr
strapaziert. Vermutlich setzte es deshalb aus. Aber wir konnten ihn wieder
holen." ,,Ein Glück," sagten Shane und Bryan gleichzeitig. ,,Ihr Freund hat
wirklich Glück gehabt. Drei Zentimeter weiter oben und er hätte keine
Chance gehabt. Dann wäre die Kugel nämlich mitten ins Herz gelangt. Aber
wir mussten ihn in ein künstliches Koma versetzen." ,,Dürfen wir zu
ihm?" fragte Louis. ,,Ja, aber nicht lange. Er wird gerade auf die
Intensivstation gebracht. Kommen Sie, ich bringe Sie zu ihm." Gemeinsam gingen
Louis, Shane, Kian und Mark zu Nicky. ,,Nicky? Hörst du mich. Ich
bin’s, Kian. Louis, Shane, Bryan und Mark sind auch da." Doch Nicky lag da,
als ob er nur schlafen würde. Er wachte auch nicht auf, als Shane mit
ihm redete:,, Es tut mir so leid, dass du wegen mir hier liegst. Aber
ich kann ja nichts dafür, dass der Mann ausgerechnet mich entführt hat."
,,Du kannst wirklich nichts dafür," sagte Louis. ,,Keiner kann etwas
dafür, außer der Mann. Der verrückte Fan hat geschossen und nicht du." Da
musste Mark trotz der traurigen Situation lachen. ,,Was ist?" fragte
Louis und Mark hörte auf zu lachen:,, Das gleiche hat Bryan im Auto auch
zu Shane gesagt." ,,Versteht unser Freund uns denn," fragte Kian und
der Arzt, der in der Ecke stand, antwortete:,, Ich denke schon, dass er
Sie versteht. Er kann nur nicht antworten, weil er zu weit weg ist. Ich
möchte Sie bitten, jetzt zu gehen. Mr Byrne braucht viel Ruhe." ,,O.K.,
wir kommen morgen wieder," sagte Louis und sie gingen hinaus.
,,Ich werde wohl oder übel die nächsten Konzerte verschieben müssen,
damit wir keine enttäuschten Fans bekommen," sagte Louis, als sie alle
wieder im Auto saßen. ,,Wir können es ja so machen, dass die verkauften
Karten dann immer noch gültig sind, denn sonst müssen alle Fans neue
Karten besorgen," schlug Shane vor, der im Krankenhaus während Nicky’s
Operation ambulant behandelt wurde. Die Ärzte wollten ihn eigentlich noch
zur Beobachtung im Krankenhaus behalten, doch Shane meinte, dass es ihm
gut ginge. Er könne nicht klagen, denn seinem Freund ging es viel
schlechter. So fuhren alle jetzt zum Hotel. Als Shane endlich wieder in
seinem Bett lag, wurde ihm erst richtig bewusst, dass er dank seiner
Freunde noch am Leben war. Dann schlief auch er ein.
Am späten Mittag wachte er auf. Erst wusste er nicht, wo er war, denn
er hatte von dem dunklen Raum geträumt, in dem er für viele Stunden
eingesperrt war. Doch dann merkte er, dass er in seinem Hotelbett lag. Er
stand auf und zog sich an. Als er runter kam, waren Bryan, Kian und Mark
schon beim Mittagessen. ,,Hi, Shane!" rief Mark. ,,Wie geht es dir?"
,,Hast du gut geschlafen?" wollte Kian wissen und Shane setzte sich zu
ihnen. ,,Ging so," antwortete er und nahm sich was zu essen. ,,Ich habe
von dem Raum geträumt, wo der Mann mich eingesperrt hat. Und ich glaube,
dass wird nicht das letzte Mal bleiben. Sagt mal, wo ist denn Louis?"
,,Der hat schon gegessen und erledigt gerade die Verschiebungen der
Konzerte," antwortete Bryan. ,,Vielleicht ist er auch noch bei Nicky im
Krankenhaus." ,,Wie geht es Nicky?" fragte Shane und Kian sagte:,,
Unverändert. Er liegt immer noch im Koma." ,,Oh, Mist," sagte Shane. ,,Hat die
Polizei schon herausgefunden, wer der Mann ist, der Nicky so etwas
angetan hat?" ,,Ja, der Mann heißt Tony Copper und hat einen kleinen
Lebensmittelladen in New York," sagte Bryan. ,,Er hat dich im Fernsehen
gesehen und hat sich in den Kopf gesetzt, dich zu kriegen. Er ist verrückt,
hat ein Polizist gesagt und das wurde von Ärzten bestätigt. Er wird
wahrscheinlich die nächsten Jahre in einer Klinik verbringen." ,,Da gehört
er auch hin. Jemand, der Menschen entführt und anschießt, darf doch
nicht frei herum laufen," meinte Mark. Plötzlich klingelte Shane’s Handy.
Er schrak auf nahm dann aber doch ab. ,,Shane Filan? ... Ach du bist
es, Louis. ... Was?! Das ist ja toll! Ja wir kommen. ... Bis gleich!" Er
legte auf. ,,Nicky ist aus dem Koma aufgewacht." ,,Das ist ja toll,"
rief Kian und alle sprangen auf. ,,Wir sollen sofort ins Krankenhaus
kommen," sagte Shane und schon waren sie auf dem Weg. An der Rezeption
wartete schon Louis, der Shane, Bryan, Kian und Mark zu Nicky’s Zimmer
begleitete. Eine Krankenschwester war bei Nicky und überprüfte die
Schläuche. Als Louis & Co. rein kamen, verschwand sie und ließ die fünf mit
Nicky allein. ,,Nicky, wie geht es dir?" fragte Kian und Nicky
antwortete:,, Ich habe noch Schmerzen, aber das ist ganz normal. In ein paar
Wochen bin ich wieder voll einsatzfähig." ,,Mensch Junge, du hast uns einen
ganz schön großen Schrecken eingejagt," sagte Louis und Nicky meinte
schläfrig:,, Das tut mir leid. Das wollte ich nicht." ,,Ich habe euch
allen gesagt, dass ihr kein Risiko eingehen sollt, aber du konntest ja
nicht hören," fügte Louis zu seiner nicht böse gemeinten Predigt hinzu.
,,Ich weiß. Aber als der Entführer Kian befahl, mein Handy aufzuheben,
nahm er seine Waffe kurz runter und da bin ich einfach auf ihn gestürzt.
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er noch schießen würde." ,,Es tut
mir so leid, was passiert ist," sagte Shane und Nicky meinte:,, Du
darfst dir keine Vorwürfe machen. Du kannst genauso wenig dafür wie wir."
,,Aber,..." ,,Nichts ,Aber‘" sagte Bryan streng. "Nicky hat sein Leben
für dich riskiert. Du hättest das auch für uns getan." ,,Wir sind doch
die besten Freunde", sagte Nicky und hielt seine Hand hoch. Shane legte
seine Hand auf die von Nicky und die anderen taten es ihm nach. "Auf
WESTLIFE!" rief Nicky. "Auf WESTLIFE," riefen Shane, Bryan, Kian und
Mark. Und Shane fügte hinzu: "Und auf unsere Freundschaft und dass sie
immer bestehen wird!" ENDE