Geschafft schlug ich meine Bücher zu. Ich hatte mein Lernpensum für heute hinter mich gebracht. Was mir jetzt noch fehlt war einfach der nötige Schlaf. Ich legte meine Bryan Adams CD ein und binnen weniger Minuten war ich im Land der Träume.
Durch die Sonne, die durch meine Fenster reinschien wurde ich geweckt. Ich versucht zwar noch einmal einzuschlafen doch es wollte mir nicht wirklich gelingen. Als dann auch noch mein Telefon klingelte gab ich es endgültig auf weiterzuschlafen. "Ja" meldete ich mich ziemlich verschlafen. "Mein Gott wie klingst du denn bitte?" hörte ich aus dem Hörer eine, für meine Verhältnisse viel zu fröhliche und gutgelaunte Stimme. "Was ist Mya?" fragte ich. "Ey Vic, weißt du eigentlich wie spät es ist?" langsam legte sich ihre gute Laune, was mir nur zu Gute kam. "Nein, weiß ich nicht, will ich auch gar nicht wissen, Hauptsache ich kann gleich weiterschlafen, also fass dich kurz." "Mein Gott, was sind wir denn heute so gereizt? Also wie dem auch sei, ich bin in einer halben Stunde bei dir. Wir gehen shoppen." ach und ich wird erst gar nicht gefragt, ging mir durch den Kopf. "Mya, du weißt dass ich deine spontanen Aktion hasse. Ach was soll’s ich bin eh wach also komm vorbei." langsam schälte ich mich aus meiner warmen Decke und stand auf. "Vic du bist die beste, also bis gleich!" bevor ich noch etwas erwidern konnte hatte sie schon aufgelegt. Nun stand ich da und hatte nur noch eine halbe Stunde Zeit mich fertig zu machen. Schnell sprang ich unter die Dusche, putze mir die Zähne und aß noch etwas. Dann noch etwas Macara und ehe ich mich versah stand Mya auch schon vor der Tür. "Hey Süße, also wir müssen direkt los, ich brauch..." begrüßte sie mich in ihrer hektischen Art. Ich schnappte mir noch schnell meine Jacke und folgte Mya, die schon halben Weg zu meinem Auto war. "Ja Mya, ich wünsch dir auch einen wunderschönen guten Morgen und hoffe du wurdest nicht so rücksichtslos geweckt wie ich!" sie drehte sich um und begann zu grinsen. "Haha, was haben was hast du denn gestern noch so alles getrieben, dass du so müde warst?" fragte sie mich während sie einstieg und ihre Tasche auf den Rücksitz warf. "Also ersten bin, ich bin noch müde! Und zweitens hab ich mich mal wieder um mein Studium gekümmert, ich will immerhin nicht durch die Prüfungen fallen, im Gegensatz zu gewissen anderen Personen!" während ich dies sagte blickte ich meine eigentlich beste Freundin herausfordern an. "Hey jetzt krieg dich mal wieder ein. So lange du lernst kann mir ja nichts passieren! Also jetzt fahr schon oder auf was wartest du?" Ja so war Mya, schon seit dem ich denken kann, hat sie nie etwas für die Schule, oder eben jetzt, fürs Studium getan. "Ja schon gut, ich fahr ja schon." antwortete ich, bevor ich mich hastig anschnallte und Richtung Stadt fuhr.
Wir hasteten jetzt schon eine geschlagene Stunde in Dublins Innenstadt rum, ohne dass Mya auch nur irgendetwas geeignetes für sich fand. Es lag vielleicht auch daran, dass sie immer noch nicht wusste, was sie eigentlich wollte. Ich dagegen war mir sicher, dass dies der Einkauf meines Lebens war. Binnen dieser Stunde hatte ich schon eine Paar neuer Schuhe, ein Shirt und eine Hose gefunden. "Mya komm, der Laden sieht doch gut aus, wollen wir da nicht mal gucken?" fragte ich sie, als ich das kleine Geschäft sah, dass mir sehr neu vorkam. "Ach Vic, du weißt doch, dass ich mir das ganze teure Zeug nicht leisten kann. Ich bin eben nicht ganz so reich wie du." "Haha, jetzt komm schon wir können doch mal gucken!" ehe Mya sich versah hatte ich sie schon in den Laden gezogen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, der Laden entpuppte sich als absoluter Geheimtipp, es gab hier Designerteile zu Spottpreisen! Schnell hatte sich Mya ein paar Sachen zusammen gesucht und verschwand damit in einer der wenigen Umkleidekabinen. Ich hingegen stöberte noch ein bisschen herum und störte mich auch nicht weiter daran, dass zwei Personen den Laden betraten. Ich schaute kurz auf, konnte die beiden jedoch nicht richtig sehen, weil sie beiden Basecaps und Sonnenbrillen trugen. Deshalb widmete ich mich wieder einem Oberteil, dass ich unbedingt anprobieren wollte. Ganz vertieft in meine Gedanken, bahnte ich mir den Weg zur Umkleidekabine - zumindest versuchte ich dies - bis ich mit jemandem zusammenstieß. "Oh Entschuldigung, ich hab gar nicht aufgepasst." sagte ich, während ich mein Top, dass auf den Boden gefallen war aufhob. "Ach kein Problem, ich hab auch nicht aufgepasst." entschuldigte sich ebenfalls mein Gegenüber. Ich blickte auf, um überhaupt erst mal zu sehen, mit wem ich da zusammengestoßen war. Es war einer der Beiden, die wenige Minuten vorher den Laden betreten hatten. "Naja, ist ja nichts passiert, ich probier das Teil dann mal an." ich deutete auf das Oberteil und ging weiter Richtung Kabine. Schnell hatte ich es anprobiert, mir gefiel es gut, doch ich wollte noch Myas Meinung dazu wissen. "Mya, schau mal bitte, meinst du das steht mir?" "Moment ich bin gleich fertig." kam es aus einer der Kabinen. "Also von hinten steht’s dir wirklich gut. Ähh, ich darf doch du sagen oder?" kam plötzlich eine Stimme. Ich drehte mich um und erkante den Typen, mit dem ich zusammengestoßen war. "Danke, ja klar kannst du du sagen, ich bin übrigens Victoria, aber alle sagen Vic." "Hi, ich bin Mark. Ach und von vorne steht dir das Teil übrigens auch sehr gut!" sagte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Sag mal hab ich die strahlende Sonne verpasst oder warum läufst du an einem typisch regnerischen Tag mit Sonnenbrille rum?" fragte ich Mark. "Nein, du hast schon Recht, das ist wohl die Macht der Gewohnheit." erklärte er mir und nahm seine Sonnenbrille ab. Und da sah ich es zum ersten Mal, dieses unglaublich Blau in seinen Augen. Für einen Moment war ich sprachlos, hatte mich aber schon im nächsten wieder unter Kontrolle. "Also Vic. das Teil steht dir wirklich gut, wenn du das nicht nimmst, dann nehm ich es!" sagte auf einmal Mya, die das ganze Szenario schon einige Minuten mit ansah. "Ach so und dann kannst du mir gleich noch diesen gutaussehenden Kerl an deiner Seite vorstellen!" jetzt konnte sie sich ein Grinsen nicht verdrücken. "Oh, du hast Recht, also Mya, dass hier ist Mark. Mark, dass ist Mya, meine beste Freundin." Mark wendete seinen Blick von mir zu Mya und begrüßte sie. "Hi Mya!" sagte er freundlich. Doch was war mit ihr los, sie, die niemals sprachlos war, wusste nicht, was sie sagen sollte. "Mya, ist alles in Ordnung?" fragte ich etwas belustigt, weil es so ungewöhnlich für sie war. Und auch Mark konnte sein Lachen kaum verbergen. "Ja ja, alles in Ordnung Vic, aber weißt du denn nicht, wer das hier neben dir ist?" sagte sie völlig apathisch. "Mya, Süße, was ist denn mit dir los, ich hab dir doch gesagt dass Mark ist, was ist daran jetzt so komisch?" verwirrt blickte nun ich zu Mark und dann wieder zu Mya. "Mensch Vic, du redest grad mit dem Westlife-Mark!!!" nun war es raus, es war Mark von Westlife. Doch jetzt lachte Mark laut los. "War das jetzt ein Kompliment, Westlife-Mark? Mark reicht eigentlich völlig!" er zwinkerte mir zu und auch ich musste jetzt mehr und mehr lachen, nur Mya fand das alles weniger lustig. "Süße, jetzt reiß dich mal zusammen, so schlimm ist das doch nicht, wenn du ganz lieb fragst bekommst du vielleicht sogar ein Autogramm!" als sie den ironischen Unterton in meiner Stimme hörte, kam sie wieder zu sich. "Haha, jetzt verarsch mich nicht. Und auf ein Autogramm besteh ich sogar! Ich mein, man trifft nicht ständig einen der begehrtesten Junggesellen Europas, du bist doch hoffentlich noch Single, oder?" da war sie wieder, die forsche, selbstbewusste Mya. "Also findest du diese Frage nicht ein bisschen früh fürs erste Treffen?" fragte jetzt auch Mark. Doch bevor eine von uns etwas erwidern konnte gesellte sich der Freund von Mark dazu. "Mya dir muss ich ihn sicher nicht mehr vorstellen, aber für dich Vic, dass hier ist Shane, ein Bandkollege."
Ich widmete Shane meine Aufmerksamkeit. "Hi, ich bin Vic und die, die schon wieder keinen Ton rausbekommt ist Mya. Ihr habt sie heute echt durcheinander gebracht!" "Oh, tut mir Leid, dass war nicht unsere Absicht, nicht war Marky?" auch Shane musste grinsen. "Also ich hab jetzt echt die Schnauze voll, nur weil ihr Weltstars seit müsst ihr mich nicht die ganze Zeit ärgern!" versuchte sich Mya, die wieder zu sich gekommen war, zu verteidigen, aber auch sie musste über ihr eigenes Verhalten lachen. "Ok, wir wollen ja keinen schlechten Eindruck hinterlassen, also zur Wiedergutmachung bekommst du extra Autogramme mit persönlicher Widmung. Ist das nichts?" lenkte Mark ein und lächelte wieder, wobei man seine strahlenden Auen kaum übersehen konnte. Dann zog Shane eine Autogrammkarte aus seiner Jackentasche und schrieb etwas drauf. Er reichte Mark die Karte und auch er unterschrieb schnell. "So es tut mir Leid, aber wir müssen jetzt wirklich. Aber es hat wirklich Spaß gemacht euch zu treffen!" sagte Mark und reichte Mya die Karte. Auch Shane verabschiedete sich und als sie zur Tür gingen streifte Mark mich und sagte leise, sodass nur ich es verstehen konnte: "Vielleicht sieht man sich ja mal wieder..." "Ja vielleicht." erwiderte ich nur. Dann hatten die beiden auch schon die Laden verlassen und ich widmete mich wieder Mya und ihrer Karte. "Also ob ich von denen noch ein Fan bin überleg ich mir noch mal! Schau mal, was die mir auf die Karte geschrieben haben!" Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und las was auf der Karte stand: ’Nächstes Mal darfst du ruhig etwas mehr sagen! Liebste Grüße Shane und Mark...‚
"Na hoffentlich gibt’s ein nächstes Mal." murmelte ich vor mich hin und hatte gar nicht bemerkt, dass mich Mya sehr wohl gehört hatte. "Ach ne, ich denke du stehst nicht auf Boygroups!" begann sie jetzt zu sticheln. "Ach das hat doch damit nichts zu tun, ich fand die beiden nur nett. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich die wiedertreffe ist wohl ziemlich gering." ich zog mich wieder um und ging mit dem Teil zur Kasse. "Ja da hast du wohl Recht, in einer Millionenstadt wie Dublin ist das fast unmöglich, aber nicht traurig sein, andere Mütter haben auch schöne Söhne!" auch Mya folgte mir nun zur Kasse. "Mya, du weißt doch dass ich das gar nicht so gemeint habe. Nach Ben hab ich erst mal genug von irgendwelchen Beziehungen!" Ich nahm die Tüte und verließ mit Mya den Laden. Wir entschlossen uns das Vorhaben Shoppen zu beenden und nach Hause zu fahren.
zwei Wochen später
Ich eilte bei strömendem Regen durch die Stadt und war auf der verzweifelten Suche nach einigen Medizinbüchern, die ich noch dringend für mein Examen benötigte. Nachdem ich sie doch noch bekommen hatte, entschloss ich mich in einem Café eine Pause zu machen. Ich setzte mich in eine ruhige Ecke und bestellte mir einen Capuccino. Während ich auf ihn wartete blätterte ich gedankenverloren in meinen Büchern. Plötzlich schreckte ich durch ein Räuspern auf. "Gott sei Dank, du bist es ja doch." begrüßte mich die Stimme. Ich schaute auf und erkannte Mark. "Hi, wie geht’s? Möchtest du dich setzten?" fragte ihn und räumte schnell meine Bücher zusammen. "Ja danke, gerne. Hab ich dich beim lernen gestört?" "Nein eigentlich nicht, ich mache gerade Pause." Wir sprachen ein wenig über völlig belanglose Dinge, allerdings merkte keiner von uns wie die Zeit verging. "Oh verdammt, ich sollte schon vor einer Stunde im Studio sein, das wird richtig Ärger geben!" sagte Mark während er hektisch versuchte sein Portemonnaie. "Lass nur, ich lad dich ein. Geh schon, bevor es noch später wird." sagte ich, denn ich wollte wirklich nicht, dass er in Schwierigkeiten kam, nur weil er sich mit mir verquatscht hatte. "Oh danke, aber ich revanchier mich dafür. Ich würd dich gern noch einmal wieder treffen. Meinst du ich krieg deine Handynummer?" so eine Bitte gekoppelt mit diesem Lächeln konnte ich natürlich nicht ausschlagen. "Ich denke das ist zu machen." schnell suchte ich nach einem Stift und schrieb meine Nummer auf eine Servierte. "Also, ich meld mich und noch mal danke für den Café!" sagte er im rausgehen. "Ok, ich freu mich schon, aber jetzt beeil dich mal!" rief ich Mark noch hinterher.
Wieder zu Hause rief ich Mya an und erzählte ihr von meinem Nachmittag. "Wow, du hast ein Glück und jetzt hat er wirklich deine Nummer und er will dich wiedersehen?" fragte sie mich ungläubig. "Ja, wenn ich’s dir doch sage. Ich bin ja mal gespannt ob er mich anruft." gedankenverloren lackierte ich mir meine Nägel und malte mir aus wie unser Wiedersehen sein würde. "Warum sollte er nach deiner Nummer verlangen, wenn er sich gar nicht für dich interessiert? Natürlich wird er dich anrufen! Wart’s nur ab! " versicherte mir Mya. "Also ich bin da nicht sehr überzeugt von. Überleg doch mal, ich hab ihn eingeladen, natürlich muss er dann so was sagen." ich hatte keine Lust weiter über dieses Thema zu reden und nach einer kurzen Zeit brachen wir das Gespräch ab. Ich sah noch ein wenig fern, entschloss mich aber schnell ins Bett zu gehen, weil ich doch sehr müde war.
drei Tage später
"Und er hat sich immer noch nicht gemeldet?" fragte mich Mya jetzt schon zum dritten mal. "Sag mal, wie oft willst du es denn noch hören? Nein Mark hat sich nicht gemeldet, wie ich es vorher gesagt habe. Es war eben reine Höflichkeit nach meiner Nummer zu fragen. Und jetzt lass uns gehen. Ich hab Hunger." ich versuchte gelassen zu reagieren, doch in Wirklichkeit war ich ziemlich enttäuscht. Es waren zwar erst drei Tage vergangen, doch ich hatte mir doch erhofft, dass Mark sich melden würde. Aber langsam nahm ich Abstand von dem Gedanken ihn jemals wieder zu sehen. "Vielleicht hatte er ja auch nur Stress und keine Zeit sich bei dir zu melden. Überleg doch mal, er ist ein Star. Wer weiß wo er gerade in der Welt rumreist. Jetzt lass den Kopf nicht hängen. Er wird sich noch bei dir melden, vertrau mir." wir gingen die Treppe zur Cafeteria hinauf als von hinten ein Stimme kam. "Wer wird sich noch melden Mya?" fragte Sam, eine der neugierigsten Personen, die ich kannte. Zudem hatte sie ernsthafte Probleme etwas für sich zu behalten, deshalb zog ich regelmäßig vor, einen großen Bogen um sie zu machen. "Ma-" weiter kam Mya nicht, da ich ihr schnell noch ins Wort fallen konnte. "Sam ich denke nicht, dass dich das auch nur irgendetwas angeht." nichts auszudenken, was passieren würde, wenn sie rausfände, dass Mark Feehily meine Nummer hätte. Damit drehte ich mich um ging zu meinem Auto. Wenige Minuten später hatte mich Mya eingeholt. "Was war denn das gerade bitte?" fragte sie völlig außer Atem. "Denk mal nach, was los ist, wenn Sam das mit Mark wüsste." sagte ich nur entnervt, während ich versuchte meinen Schlüssel in den Tiefen meiner Tasche zu finden. Sie nickte und stieg dann ins Auto, welches ich inzwischen aufgeschlossen hatte.
Nachdem ich Mya bei ihrer Wohnung abgesetzt hatte, fuhr ich weiter zum Supermarkt, weil ich noch einkaufen musste. Als ich gerade in der Schlage stand klingelte mein Handy. Mit Mühe und Not fischte ich es aus meiner Tasche und meldete mich. "Hi Vic, hier ist Mark." als ich seine Stimme hörte, wurden meine Knie ganz weich. "Hey Mark, schön dass du anrufst, aber grad ist es schlecht, kannst du vielleicht in fünf Minuten noch einmal anrufen?" ich wurde mehr oder weniger gezwungen dies zu sagen, weil mir die vielen bösen Blicke der anderen Kunden nicht entgangen waren. "Ja kein Problem, bis gleich." Fünf Minuten später hatte ich meine Einkäufe erfolgreich im Kofferraum verstaut und starrte wie gebannt auf mein Handy. Doch nichts tat sich, nach weiteren fünf Minuten entschloss ich mich nach Hause zu fahren. Auch als ich später am Abend ein Buch las, ging mir Mark nicht aus dem Kopf. Er hatte sich gemeldet, ja, aber warum rief er nicht zurück, wie er es mir versprochen hatte? Ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen und zog es vor zu schlafen, da ich mich sowieso nicht auf etwas anderes hätte konzentrieren können. Mit dem Gedanken, dass Mark vielleicht am nächsten Tag anrief schlief ich endgültig ein.
Es war Samstag und ich konnte endlich mal wieder ausschlafen. Gegen halb zwölf stand ich auf und duschte erst mal ausgiebig. Ich war gerade dabei mich zu schminken, als mein Handy klingelte. Ich sprang auf und rannte zu ihm hin. Völlig außer Atem meldete ich mich.
"Vic geht’s dir gut?" da war sie wieder, die Stimme, die mich immer wieder von Neuem zusammen zucken ließ. "Ähh ..., ja natürlich. Ich bin nur gerade zum Telefon gesprintet, na ja meine Kondition lässt eben zu wünschen übrig!" verteidigte ich mich. Am anderen Ende der Leitung hörte ich ein Lachen. "Das Problem kenn ich und mein Choreograph regt sich jedes Mal wieder darüber auf!" Ich für meinen Teil war wirklich glücklich seine Stimme länger als einige Sekunden hören zu können. Wir telefonierten einige Zeit, in der er mir erklärte, weshalb er mich nicht eher hatte zurück rufen können, er war nämlich tatsächlich nicht zu Hause sondern in Österreich um die neue Single zu promoten, wie Mya schon prophezeit hatte. Letztendlich schafften wir es dann doch noch ein neues Treffen auszumachen, allerdings erst eine Woche später, da die Jungs schon am nächsten Tag wieder promoten würden. Mark lud mich auf Shanes Geburtstagsparty ein. Ich freute mich schon, da ich dann auch endlich die übrigen Lifer kennen, aber vor allen Dingen freute ich mich natürlich auf Mark. Nach diesem Gespräch ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, sofort Mya anzurufen. Wir diskutierten hin und her, sie war schon in wenig traurig, dass sie die übrigen Guys nicht kennenlernen konnte. Ich hingegen freute mich schon auf die Party.
In der ganzen Woche schrieben Mark und ich uns SMS und auch er schien sich wirklich auf unser Treffen zu freuen. "Mya, hast du gleich nach der Vorlesung noch ein wenig Zeit?" fragte ich sie, denn mir war eingefallen, dass ich noch nichts zum Anziehen hatte. Sie blickte von ihren Notizen auf und nickte nur. "Ich brauch nämlich noch etwas zum Anziehen, du weißt doch, morgen ist diese Party..." Ich versuchte mich wieder auf meinen Prof zu konzentrieren, doch diesmal gelang es mir wirklich nicht. Zudem vibrierte mein Handy in meiner Hosentasche. Ich hatte eine SMS von Mark bekommen. Jetzt schien auch Mya neugierig zu werden und nahm mir mein Handy weg, ehe ich die Message lesen konnte. "Och ist das süß! Du hast do ein Glück Vic, weißt du dass eigentlich?" sagte sie mir und ich schnappte mir mein Handy. ‚Freu mich schon auf morgen, ich hol dich so gegen 20.00Uhr ab, wir müssen noch nach Sligo fahren. Übernachten werden wir dann bei Shane mit den anderen Mates. Liebe Grüße Mark’ "Ja, ich weiß, aber auf der Party kenn ich nur Mark und Shane und du kennst mich doch, wenn ich unter mir unbekannten Leuten bin!" Ja, ich freute mich wirklich, aber mir kamen trotzdem Zweifel, da ich die Übrigen Gäste einfach nicht kannte. "Hey Süße, du sollst ja nicht gleich er weiß was mit denen anstellen, du wirst den Abend einfach ganz viel Spaß haben. Stell dir doch nur mal vor wie viele dich darum beneiden werden!" Mya musste ihre Rede abbrechen, da wir von allen Seiten hörten, dass wir zu laut waren.
am nächsten Tag
Es war halb acht, in einer halben Stunde würde ich Mark endlich wiedersehen. Umgezogen hatte ich mich schon. Meine langen blonden Haare hatte ich der Einfachkeit halber offengelassen, jetzt musste ich mich nur noch etwas schminken, wobei ich stets drauf bedacht war, natürlich auszusehen. Die letzten Minuten verstrichen nur langsam, um genau zu sein kam es mir vor als würden sie gar nicht vorübergehen. Doch endlich kam das erlösende Klingeln an der Tür. Ich versuchte ruhig zu bleiben, doch innerlich zitterte ich wie nie zu vor. Eigentlich hatte ich gar keinen Grund dazu, ich hatte Mark zweimal getroffen und verstand mich gut mit ihm, aber das reichte eigentlich nicht um mich zum Zittern zu bringen. Die Gedanken, die sich weiterentwickeln wollten schob ich mit aller Kraft bei Seite und öffnete die Tür mit meinem strahlensten Zahnpasterlächeln. "Hi Mark, schön dass du da bist, komm doch rein." Eigentlich gingen mir diese Höflichkeitsphrasen ziemlich auf die Nerven, aber ich wollte eben einen guten Eindruck hinterlassen. Er umarmte mich und trat ein. "Hey Vic, schön dich wieder zu sehen!" Er folgte mir ins Wohnzimmer. "Willst du noch was trinken oder sollen wir direkt los?" fragte ich etwas unsicher. "Danke, aber ich würd vorschlagen wir fahren jetzt, weil es bis nach Sligo noch eine knappe Stunde ist." Ich willigte ein, nahm schnell meine Tasche und ging hinter Mark zu seinem Auto her. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und legte meine Tasche auf die Rückbank, die bei einem Porsche nur sehr klein ausfiel. "Tja, dass Auto ist wirklich schön, aber der Stauraum lässt zu wünschen übrig." Mark lachte, als ich meine Bemerkung aussprach. "Ja, da hast du wirklich Recht, aber ich liebe dieses Auto heiß und innig. Da muss ich eben Prioritäten setzten!" Wir beide philosophierten noch ein wenig über Autos, gingen aber schnell zu - für mich - weitaus interessanteren Themen über. Er erzählte mir mit leuchtenden Augen über seine Band und die großen Erfolge, die sie überall in Europa erzielten. Nicht dass mir Westlife kein Begriff war, aber so gut wie z.B. Mya kannte ich mich nicht aus, deshalb hatte ich Mark auch nicht direkt erkannt, gestand ich ihm ein.
Als wir endlich da waren, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus, Shanes Haus war einfach unglaublich groß und schön. Wir fuhren durch ein großes gusseisernes Tor, denn das Haus wurde von einer hohen Steinmauer eingegrenzt. Ein Kiesweg führte zum Haus hin. Mark ließ das Auto bei der Garage stehen. Zusammen betraten wir das Haus und wurden sogleich überschwänglich von Shane begrüßt. Er erkannte mich wieder und ich wünschte ihm alles Gute zum Geburtstag. Dann wurde ich seiner Freundin Gillian vorgestellt und anschließend seinen Bandkollegen und deren Frauen. Dabei stellte sich dann auch gleich heraus, dass Kian in keiner festen Beziehung war. "Und wie sieht’s bei dir aus, wenn ich fragen darf? Hast du einen Freund?" fragte Kian ganz direkt, als er mich gerade ein wenig rumführte, da Mark zwei alte Freunde getroffen hatte. "Nein, ich habe der Männerwelt vorerst abgeschworen." Mir war seine Frage zwar etwas unangenehm, da ich eigentlich nicht jedem mein Privatleben zu Füßen legte, aber an diesem Abend wollte ich einfach nur Spaß haben und dazu gehörte auch nicht über alles und jeden Satz nachdenken zu müssen. "Oh, das ist aber schade. Weißt du überhaupt was du da verpasst?"
Da bin ich wieder und langsam kommt etwas Fahrt in die Sache... Zum Titel muss ich erstens sagen, dass ich eine Idee im Kopf hatte, aber um die auszuführen bedarf es eben einer gewissen Vorgeschichte, ich denke langsam aber sicher wird’s was!
Zweitens hab ich bemerkt, dass Colima einen sehr ähnlichen Titel hat und das schon bevor ich meine Fic gepostet habe, es war von mir wirklich nicht beabsichtigt den Titel zu übernehmen und ich hab die Ähnlichkeit erst ein paar Tage später festgestellt, wenn ich also meine Fic umbenennen soll, muss es mir nur gesagt werden. Tut mir aber wirklich leid!!! @ Anja, dass mit der Schrift war nicht so beabsichtigt-sorry!
So das war’s auch schon wieder. Isch bin raus, dat Püppsche
"Ja, ich denke schon, oder hast du etwas besonders im Angebot?" Er öffnete mir die Gartentür und gemeinsam schritten wir in den schön bepflanzten Garten. Ein schmaler gepflasterter Weg führte hinunter zu einem kleinen Pool. Um den Pool herum standen einige Liegen und Sonnenschirme. "Wieso ich?" fragte Kian. "Weil du mit dem Thema angefangen hast, oder irre ich mich?" Ich schaute ihn herausfordernd an. "Ja erwischt, du hast wohl recht. Ob ich etwas besonders zu bieten habe weiß ich nicht, aber soweit ich weiß hat sich noch keine Frau beschwert..." "Soll das jetzt ein Angebot werden?" Er grinste mich nur an. "Ich denke das Gespräch geht in die falsche Richtung!" Ich nickte und schaute verlegen auf den Boden. Jetzt stand ich hier neben einem gefeierten Popstar und wusste nicht über was ich mit ihm reden sollte. Das konnte ich nur mir passiere. "Es ist bestimmt schön an heißen Tagen hier im Garten." brach ich das Schweigen. "Ja, das mit dem Pool ist schon ziemlich praktisch. Ich hab nur eine Wohnung, da ich ja allein lebe, aber wenn’s heiß ist und wir dann auch noch frei haben, kannst du drauf wetten, dass wir hier sind!" Wir setzten uns auf zwei sich gegenüberstehende Liegestühle. "Na dann weiß ich ja, wo ich euch das nächste mal suchen werde!" antwortete ich lachend. "Klar, du bist immer willkommen! Aber sag mal, wie hast du Mark eigentlich kennengelernt?" Irgendwie hatte ich auf diese Frage gewartet. Ich erzählte Kian die ganze Geschichte und ließ auch nicht aus, wie Mya sich blamiert hat. Als ich meine Erzählung beendet hatte, konnte sich Kian kaum noch vor lachen halten, da er sich den Gesichtsausdruck Myas genau vorstellen konnte. "Wir haben einige Fans, die kaum einen Ton rausbekommen, wenn sie uns dann in ’echt‚ treffen. Das ist immer ziemlich cool, weil sie dann am stottern sind, nur um ein Autogramm zu bekommen." Ich musste grinsen, begann aber zu zittern, da es mittlerweile schon recht kühl geworden war. "Du wirst doch, sollen wir nicht mal wieder rein gehen? Ich frag mich schon, weshalb Mark nicht nach uns sucht. Wir sind ja auch schon eine ganze Zeit draußen." Ich nickte und wunderte mich auch, dass Mark sich nicht hatte blicken lassen. Als wir wieder das Haus betraten, sah ich den Grund.
Er saß zusammen mit einer jungen Frau auf einem großen roten Ledersofa, doch wirklich sitzen war das nicht mehr, sie lagen förmlich aufeinander und ich fragte mich nur noch, wann sie sich die Kleider vom Leib reißen würden. Im ersten Moment wusste ich überhaupt nicht, wie ich reagieren sollte. Ich überlegte, ob ich Mark auf mich aufmerksam machen sollte, doch dann dachte ich mir, dass es die Situation nur noch unnötig verkomplizieren würde. Ich merkte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. Ich kam mir wie bestellt und nicht abgeholt vor. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner rechten Schulter. "Eigentlich ist das gar nicht Marks Art." ich dreht mich zu Kian um, der wahrscheinlich schon lange erraten hatte, was in meinem Kopf vorging. "Tatsächlich." erwiderte ich und versuchte dabei so gelassen wie möglich zu klingen, was mir leider nicht wirklich gelang. "Komm, lass uns wo anders hingehen." Kian ergriff meine Hand und zog mich von dem vermeintlich Pärchen weg. Ich hatte sowieso keine Wahl und folgte Kian in den ersten Stock. Er öffnete die Tür zu einem Zimmer, das sich als Shanes Büro herausstellte. "Kian, du musst dich nicht um mich kümmern. Du bist jetzt endlich mal zu Hause, also sieh zu, dass du dich mit deinen alten Freunden unterhältst. Ich will dir nicht zur Last fallen." Ich kam mir schuldig vor, da sich Kian bestimmt schon auf seinen alten Bekannten gefreut hatte. "Du fällst mir doch nicht zu Last. Außerdem bist du wirklich nett und ich kann dich doch nicht einfach hier alleine lassen, wenn du niemanden kennst und sich deine Begleitung nicht besonders für dich interessiert! Also vergiss es, du wirst mich heute Abend nicht mehr los!" Er versuchte mich aufzumuntern, doch wirklich schaffte er das nicht. "Ach Kian, du bist ok. Ich glaub ohne dich würd ich jetzt schon im Taxi nach Hause sitzen. Was im Übrigen Mark bezahlen würde! Was bildet der sich eigentlich ein. Erst soll ich mit ihm mitkommen und dann lässt er mich einfach stehen!" jetzt spürte ich die Wut, die in mir aufstieg. "Ja ich versteh das auch nicht, normalerweise bringt er so etwas höchstens, wenn er völlig betrunken ist und das war er definitiv noch nicht! Sag mal, wo wolltest du eigentlich schlafen?" Erst jetzt dachte ich daran, das erwies sich jetzt wohl auch als ein Problem. Gerade als ich Kian alles erklären wollte, viel er mir ins Wort. "Also wenn du willst kannst du heute Nacht bei mir schlafen, es könnte nur etwas eng werden und aufgeräumt hab ich auch nicht." Durch die Tränen, die sich schon ihren Weg über mein Gesicht bahnte musste ich lächeln. "Kian das ist wirklich nett von dir. Übrigens chaotisch bin ich auch und mir reicht ein Sofa und eine Decke!" "Da dann steht der Übernachtung ja nichts mehr im Weg. Und übrigens, wenn du lächelst siehst du noch viel hübscher aus!" er zwinkerte mir zu und nahm mich wieder an die Hand. "Kian wo gehen wir hin?" fragte ich ihn, da ich nicht wirklich Mark noch mal unter die Augen treten wollte. "Vic, wenn Mark Spaß hat, kannst du genauso so deinen Spaß haben, wozu sind wir denn hier auf einer Party?"

Er ließ mir keine Wahl und zog mich einfach mit. Nach einer Weile hatte mich Kian mit einer Hand voll interessanten Leuten bekannt gemacht und ich hatte schon fast - Dank Kian - den Vorfall mit Mark vergessen, bis ich plötzlich von hinten umarmt wurde. Ich war mir sicher, dass es nicht Kian war, da er mir gegenüber stand, deshalb drehte ich mich um. Auch Kians Gesichtsausdruck, der alles mit angesehen hatte, verhieß nichts Gutes. Und wie ich es befürchtet hatte, war es ein völlig betrunkener Mark, der erst jetzt sein Interesse an mir bekundete. "Mark lass, dass du bist betrunken." Ich drehte mich von ihm weg, da mich seine Fahne anekelte. "Isch bin gar nisch betrungn. Warum hasse mich denn im Stich g’lassen, isch hab dich deen ganzn Aben’ gesuucht!" Ich sendete einen flehenden Blick zu Kian, der sich darauf auch sofort einschaltete. "Mark ich glaub es reicht jetzt, wir reden morgen darüber, ich bring dich jetzt nach Hause. Vic, kannst du mir mal eben helfen?" Ich packte Mark an einem arm, den anderen schlug er um Kians Schulter und wie ein Häuflein Elend schlurften wir zu Kians Auto. Irgendwie schafften wir es Mark auf den Rücksitz zu setzten, oder besser gesagt zu legen. "Soll ich mitfahren?" fragte ich unsicher. "Ja, dass wär wirklich nett, ich weiß nämlich ehrlich gesagt nicht, wie diesen nassen sack wieder aus meinem Auto kriege, ohne das er oder ich größere Blessuren abbekommen!" Ich musste grinsen, als ich mir vorstellte, wie der verhältnismäßig kleine Kian, den großen Mark aus dem Auto zerren wollte. Schnell setzte ich mich auf den Beifahrersitz und Kian startete den Wagen. "Hat Mark hier auch eine eigene Wohnung?" "Nein, er lebt, wenn wir mal hier sind, bei seinen Eltern. Aber die sind im Moment im Urlaub, sonst hätte die mir ja helfen können." erklärte Kian. Von der Rückbank hörten wir undefinierbare Geräusche und dann ein Murmeln, dass sich wie ‚Mir ist schlecht’ anhörte. "Mark, jetzt reiß dich zusammen, wir sind gleich bei dir zu Hause, aber hier in meinem Wagen übergibst du dich nicht, haben wir uns verstanden?" in Kians Stimme lag eine etwaige Besorgnis, die aber weniger Mark, als seinem Auto galt. Gott sei Dank war Sligo nur ein kleiner Ort, durch den man bei Nacht mühelos durchfahren konnte. Als wir bei Mark angekommen waren, versuchten wir ihn mit vereinten Kräften ins haus zu schleifen. das stellte sich hinterher als kleineres Problem heraus, als wir ihn die Treppe hoch tragen mussten. "Meine Güte, der Kerl hat sich ja so sehr die Kante gegeben, der ist ja kaum noch ansprechbar! Sag mal, lasst ihr das immer soweit gehen, wenn ihr feiert?" Ich setzte mich erschöpft auf Marks Bett, Kian ließ sich neben mir fallen und kratzte sich verlegen am Kopf. "Naja, es passiert schon öfter, aber dann eigentlich eher bei Bryan und mir. Mark hält sich für gewöhnlich eher zurück." Mark, der auf seinem Bett lag und schon fast eingeschlafen war, drehte sich. "Du meinst du er soll so einschlafen?" Ich deutete auf seinen Klamotten, war allerdings weniger bereit sie ihm auszuziehen. "Mhh, vielleicht sollten wir ihm die Hose und den Pullover ausziehen." Widerwillig machte ich mich an de Pullover zu schaffen, während Kian ihm versuchte mit aller Kraft die Jeans auszuziehen. Da Mark sich in keinster Weise kooperativ zeigte, dauerte dies alles auch schon eine Weile. Als wir endlich soweit fertig waren, dass Mark in Ruhe seinen Rausch ausschlafen konnte, waren wir so müde, dass wir uns entschlossen auch in Marks Haus zu übernachten, da ja genug Platz da war. Nachdem ich mich frischgemacht hatte und Kian das einzige Gästezimmer fertig gemacht hatte, saßen wir noch im Wohnzimmer auf der Coach und redeten noch etwas. Das Haus war sehr schön eingerichtet. Die zwei roten Sofas passten perfekt zu den sonst sehr schlicht gehaltenen Möbeln. Über dem Kamin standen Fotos von der ganzen Familie. Dort sah ich dann auch, dass Mark noch zwei Brüder hatte. Seine Eltern wirkten auf den Fotos sehr sympathisch. sie schienen sehr stolz auf Mark zu sein, an jeder Ecke und Kante hingen Fotos von ihm zusammen mit Westlife... "Vic, dir macht es doch nichts aus, dass wir in einem Bett schlafen, oder? Die Feehily’s haben nur ein Gästezimmer, aber wenn es dir doch etwas ausmacht, schlaf ich auch wohl auf einem der Sofas." wurde ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. "Nein, wieso solltest du auf dem Sofa schlafen, wenn das einer tun sollte, dann bin ich das wohl. Du hast dich heute so toll um mich gekümmert, da bin ich dir noch was schuldig. -" "Um ehrlich zu sein, will ich dir die Nacht auf dem Sofa nicht antun, ich hab damit bislang nur schlechte Erfahrungen gemacht. Und wegen mir musst du dass wirklich nicht auch durchstehen. Wir werden wohl eine Nacht zusammen überleben, oder etwa nicht?" Er grinste mich an und bohrte mir einen Finger in die Seite. "Aua, ok, aber nur, wenn du mit diesem Rumgebohre sofort aufhörst, sonst wirst du eine schlaflose Nacht erleben!" "Oh, war das jetzt eine Drohung?" "Worauf du dich verlassen kannst!" sagte ich und kniff ihn zur Warnung in den Bauch. "Ok ok, ich hab schon verstanden, aber weißt du was, ich bin jetzt echt müde! Ich geh ins Bett!" Ich räumte noch schnell die Gläser, die wir benutzt hatten weg und folgte ihm dann.
Als ich das Zimmer betrat, war Kian gerade dabei sich auszuziehen. "Oh Entschuldigung, ich wusste nicht..." verlegen schaute ich auf den Boden. "Macht nicht, ich bleib eh bei Boxershorts und T-Shirt, du wirst mir also nichts wegsehen können!" Jetzt erst überlegte ich, in was ich eigentlich vor hatte zu schlafen. "Sag mal Kian, kann ich deinen Pullover haben, ich hab nur ein Top und das könnte ziemlich kühl werden..." "Ja klar kannst du haben, kein Problem." Er reichte mir seinen Pullover. Dann legte ich mich zu ihm ins Bett und wenige Minuten später war ich bereits eingeschlafen.
Ein Sonnenstrahl, der sich seinen Weg durch einen Spalt zwischen der Vorhängen bahnte, kitzelte mich in der Nase. Ich versuchte ich umzudrehen und merkte erst jetzt, dass ich in dem Arm von jemanden lag. Dann fiel mich plötzlich ein, was am Vorabend alles passiert war. Langsam öffnete ich meine Augen und sah direkt in Kians Gesicht. Sein Atem ging ruhig, seine Augen waren geschlossen. Vorsichtig stand ich auf, um ihn nicht zu wecken, immerhin hatte er nicht immer die Möglichkeit auszuschlafen. Noch einmal warf ich einen Blick auf den schlafenden Kian, man konnte wirklich nicht verleugnen, dass er sehr süß aus sah. Seine Haare waren völlig zerstrubbelt und einige Strähnen waren ihm ins Gesicht gefallen. Schnell schnappte ich mir meine Hose und verließ das Zimmer. Als ich mich endlich orientiert hatte, ging ich ins Bad, wusch mich, band meine Haare zusammen und zog mir meine Hose an.
Als nächstes ging ich in die Küche um Café zu machen. Ich suchte gerade etwas im Kühlschrank, als die Tür aufgemacht wurde und ein völlig erschlagen aussehender Mark den Raum betrat. "Morgen." sagte ich kühl, denn ich war immer noch sauer auf ihn. Er sah mich erschrocken an, anscheinend hatte er mich bis zu diesem Punkt noch gar nicht bemerkt. "Morgen." Kaum hatte er diese Wort ausgesprochen, rieb er sich schon seinen Kopf und ließ seinen Blick durch die Küche schweifen. "Sucht du zufällig das hier?" Ich wedelte mit einer Schachtel Aspirin vor seinen Augen her. "Eigentlich verdienst du die ja gar nicht." Ohne noch weiter auf meine Anspielungen einzugehen ergriff er die Packung, suchte sich ein Glas mit Wasser und drückte gleich zwei Tabletten rein. Ich fragte mich gerade, ob er sich überhaupt noch an den letzten Abend erinnern konnte, als ein zweites Mal die Tür geöffnet wurde. "Guten Morgen!" Diesmal stand ein weitaus besser aussehender Kian in der Tür. Verunsichert blickte zwischen Mark und mir her. "Is was?" fragte Mark. Dan schaute Kian mich an und ich wusste was er mich damit fragen wollte, nämlich, ob Mark irgendetwas zum gestrigen Abend gesagt hatte. Ich schüttelte schnell den Kopf. "Na, wie geht’s dir Mark?" Kian wollte definitiv provozieren. Mark warf ihm einen völlig genervt Blick zu. "Sag mal hab ich letzten Abend irgendwas verpasst, oder weshalb seid ihr beide eigentlich hier?" Erst jetzt schien er über letzte Nacht nachzudenken. "Mhh, Vic, was meinst du, hat er was verpasst?" Kian musste grinsen, mir war zwar eher weniger danach, da ich schon darüber nachdachte, wie Mark reagieren würde, wenn er alles wüsste, auch dass, mit den anderen Frau. "Naja, irgendwie doch wohl schon, oder etwa nicht?" Ich hatte mich entschlossen alles mit Humor zu nehmen und später zu sehen, wie Mark reagiert. "Also, ich hab wirklich keine Lust bei dem Kopf Rätsel zu raten, sag mir was gelaufen ist, oder lasst es eben bleiben." Mark wurde immer gereizter. "Hör mal Junge, wenn hier jemand sauer sein darf, ist das Vic, also komm mal wieder runter!" Mark wurde stutzig als er dies hörte, er sah mich an. Ich wusste nicht was ich tun sollte, als widmete ich mich wieder dem Kühlschrank. "Was hab ich denn bitte so schlimmes gemacht? Ich weiß gar nichts mehr, ich hab den totalen Blackout!" In seinen Gesichtsausdruck konnte ich sehen, dass er immer unsicherer wurde. "Mhh lass mich überlegen, willst du eher hören, dass du mich den ganzen Abend blöd stehen gelassen hast, oder dass du mit einer anderen Frau rumgemacht hast, aber vielleicht findest du es auch interessanter zu hören, dass du dich fast ins Koma gesoffen hast!" Ich machte meinem Ärger Luft, indem ich Mark einfach alles an den Kopf warf, was mich schon die ganze Zeit beschäftigt hatte. Kian, dessen Blicke auf Mark gerichtet waren, musste grinsen, als er sah wie Mark immer kleinlauter wurde. Der suchte Kians Blick um zu wissen, ob ich die Wahrheit gesagt hatte. Kian nickte nur zustimmend. "Verdammt." Das war das Einzige, dass Mark auf die Reihe brachte. "Vic, es tut mir leid, ich wollte das wirklich nicht!" Nachdem es bei Mark angekommen war, versuchte er sich zu entschuldigen, doch ich ging nicht weiter darauf ein. Mark hatte mich verletzt und alles was er dazu sagen konnte war Entschuldigung? "Kian kannst du mir ein Gefallen tun und mich gleich zurück nach Dublin fahren?" Ich hatte mich dazu entschlossen, Mark fürs erste zu ignorieren. Außerdem musste ich tatsächlich nach Hause, um zu lernen. "Ja klar, aber lass uns bitte erst mal frühstücken." Zufrieden, dass mich Kian fahren würde, nahm ich meine Tasse Café und setzte mich an den Tisch. In der Küche stand noch der verwirrte Mark, der jetzt begann im Kühlschrank nach etwas Essbarem zu suchen. Kian folgte mir zum Tisch ich formte schnell mit meinen Lippen ein Danke, bevor Mark sich zu uns setzte.
Nachdem Frühstück, dass sehr schweigsam verlief, verschwand ich im Gästezimmer und suchte noch einige Sachen zusammen. Ich wollte gerade das Zimmer verlassen, als es an der Tür klopfte.
"Vic, kann ich mal bitte mit dir reden?" Mark war ohne große Aufforderung eingetreten und setzte sich wie selbstverständlich aufs Bett. "Ich wüsste nicht worüber." Ich versuchte kühl und desinteressiert zu klingen, jedoch wusste ich, dass ich das nicht war. "Es tut mir leid, ich wollte nicht, dass der Abend so endet. Ich weiß gar nicht was mit mir los war." Verlegen knibelte er an seinen Nägeln. "Mark, es ist mir egal was mit dir los war, ich werde jetzt Kian bitten mich zu fahren." Damit ging ich aus dem Zimmer in die Küche, wo Kian schon auf mich wartete. "Können wir jetzt fahren?" Er nickte und schnappte sich seine Autoschlüssel. Erleichtert ließ ich mich auf dem Sitz fallen, ich wusste, das ich Mark erst mal nicht mehr begegnen würde und das gab mir eine Sicherheit. "Was willst du jetzt mit Mark machen?" Kian riss mich aus meinen Gedanken. "Ich weiß nicht." Ich schaute wieder auf die grüne Landschaft, die ich an Irland so liebte. "Aber du willst den Kontakt doch nicht abbrechen, oder?" "Nein, natürlich nicht, aber ich bin der Meinung, dass es etwas mehr als ein simples Entschuldigung braucht, damit ich ihm verzeihe!" Ich musste lächeln, denn ich hatte schon längst beschlossen, Mark zu verzeihen, er sollte nur noch etwas dafür tun. "Ach so eine bist du also? Willst du den Armen auch noch richtig leiden lassen?" "Hey, jetzt nimm ihn mal nicht in Schutz, immerhin ist er an der ganzen Situation schuld!" "Ja, du hast ja recht! Na dann bin ich mal gespannt, was er sich da einfallen lassen muss, um dein Herz erneut zu erobern!" "Er muss nicht mein Herz erobern, er soll mir nur demonstrieren, dass ich ihm nicht völlig egal bin!" Der Rest der Fahrt verlief eher schweigsam, jeder ging seinen Gedanken nach und ehe ich mich versah waren wir schon wieder in Dublin. Ich lotste Kian zu meiner Wohnung. "Willst du noch mit hochkommen?" Er nickte dankbar. Ich schloss die Tür auf und ging direkt in die Küche um Café aufzusetzen. Wir setzten uns an en Küchentisch und redeten noch eine, während wir den Café tranken. Gegen Mittag verabschiedete sich Kian, aber nicht bevor wir Nummern austauschten. Er versprach mich anzurufen und mich bald wieder zu besuchen, doch erst hatte er mit der Band weitere Promotiontermine in Europa. Wir umarmten uns und schon stand ich alleine in meiner Wohnung. Ich entschied mich erst mal zu duschen, anschließend wollte ich etwas lernen. Als ich aus dem Badezimmer kam, sah ich auf meinem AB eine neue Nachricht. Ich hörte sie ab. "Ähh ... hi Vic, ... hier ist Mark, ich wollt dir nur sagen, dass es mir echt leid tut, wie das alles gelaufen ist. Mhh ... wär trotzdem schön wenn wir uns noch mal sehen könnten. Ich ruf vielleicht später noch mal an. Also dann, ach Vic, es tut mir wirklich leid!" Ich musste schon fast lachen, als ich die Nachricht hörte, ich hatte ihn noch nie so viele unvollständige Sätze am Stück sagen hören! Trotzdem entschied ich mich zu lernen, den meine Prüfungen ließen leider nicht auf sich warten. Nach ca. zwei Stunden klingelte wieder mein Telefon, diesmal meldete ich mich. "Vic, hi hier ist Mark." Ich schlug meine Bücher zusammen, denn ich wusste, nach diesem Telefonat hätte ich mich sowieso zu nichts mehr konzentrieren können. "Hi Mark." "Ich denke wir sollte noch mal reden. Ich weiß wirklich nicht was da in mich gefahren ist." "Mark, ich hab schon mit Kian darüber geredet, es geht mich nicht darum, dass du betrunken warst und dann mit der Frau rumgemacht hast. Ich war einfach nur sehr enttäuscht, dass du mich hast einfach stehen lassen. Du hast mich damit verletzt. Und dann deine Reaktion von heute morgen, du hast mich kaum eines Blickes gewürdigt, bevor wir dir gesagt haben, was gestern gelaufen ist. Und von Dank ist gar keine Rede gewesen. Kian und ich mussten dich wegbringen und konnten dann nicht ehr auf die Party. Für mich war das nicht besonders schlimm, ich kannte die meisten Leute sowieso nicht, aber hast du dir nur einen Moment überlegt, wie schwer das für Kian ist. Jetzt war er endlich zu Hause und hatte die Möglichkeit seine alten Freunde wieder zu sehen und dann mussten wir dich wegbringen!" Am anderen Ende war es still. "Mark, hast du mich verstanden, du musst dir schon etwas besseres einfallen lassen, damit alles wieder ok ist. Mark, du bist mir wirklich sehr wichtig, aber was du dir da geliefert hast, war einfach zu fiel. Wenn du mir gezeigt hast, dass ich dir wichtiger bin als irgendeine Bekanntschaft, bin ich gerne bereit mich wieder mit dir zu treffen, aber so nicht." Und ohne auf eine weitere Antwort zu warten legte ich auf. Ich hatte Mark genau das gesagt, was ich gefühlt hatte und hoffte nun, dass er mich verstehen würde.
Drei Tage verstrichen, ohne dass ich auch nur irgendetwas von Mark hörte. Kian schrieb mir zwischen durch immer mal eine SMS, aber telefoniert hatten wir auch nicht mehr. Langsam beschlich mich die Angst, dass ich zu hart zu Mark war und er sich gar nicht mehr melden würde. Um mich abzulenken vertiefte ich mich noch mehr in meine Bücher, ich war mir mittlerweile sicher die besten Prüfungen meines Lebens zu schreiben, so viel wie ich unfreiwillig gelernt hatte. Mya hatte ich auch die ganze Gesichte erzählt und sie bestärkte mich darin, dass Mark mich gar nicht verdienen würde. Sie regte sich noch mehr als ich mich selber über den Vorfall auf und ich war mir sicher, wenn sie ihn treffen würde, hätte er nichts mehr zu lachen!
Am Montag Mittag kam ich völlig fertig und beladen mit Einkäufen und Bücher zur Tür herein, als mein Handy klingelte. Auf dem Display sah ich, dass es Kian war. "Hey Kian, wie geht’s?" fragte ich. "Hi Vic, danke mir geht’s gut! Ich hab endlich mal den Mittag frei und wollte die Gunst der Stunde nutzen und mich mal bei dir melden!" Vorsichtig stellte ich die Tüten auf dem Küchentisch ab und begann sie einzuräumen. "Schön, dass freut mich! Habt ihr denn wirklich so viel zu tun?" "Nein, eigentlich noch mehr! Glaub, du kannst dir das nicht vorstellen, wir hetzten von einem Termin zum nächsten und das schlimmste ist, dass immer die selben Fragen gestellt werden. Nicky ist schon so genervt, weil bei jedem Interview wieder gefragt wird, wie er seinen Junggesellenabschied gefeiert hat!" Kians Stimme klang sehr genervt, aber ich konnte das gut nachvollziehen. "Naja, das ist eben die Schattenseite des Star-Daseins, nicht war?" Ich hörte ein leicht spöttisch klingendes Lachen am anderen Ende. "Tja, irgendwie hast du wohl recht! Aber sag mal, hat sich Mark noch mal bei dir gemeldet?" Die Tüte Zucker, die ich gerade einräumen wollte, fiel mir auf den Boden. Ich war nicht auf diese direkte Frage vorbereitet. "Ähm, ..., nein, nicht das ich wüsste. Ach doch, kurz nach dem du gefahren warst, am Sonntag, hat er hier angerufen. Er hat sich noch einmal entschuldigt, aber ich habe gesagt, er solle sich etwas besseres einfallen lassen. Dann hab ich einfach aufgelegt. Ich hatte mich so in Rage geredet, er kam gar nicht mehr zu Wort. Aber hat er dir das denn nicht erzählt?" Ich suchte im Schrank ein Kehrblech, um den Zucker aufzufegen und ärgerte mich schon innerlich darüber gleich wieder zum Laden gehen zu müssen, weil ich Mya versprochen hatte einen Kuchen zu backen. "Nein, gesagt hat er nicht direkt etwas, aber jetzt wird mir einiges klar. Ich hab mich nämlich schon gewundert, weshalb dich Mark freiwillig bei mir entschuldigt hat. Er ist nämlich eigentlich ziemlich stur, du kennst ich ja! Aber sonst ist er echt viel ruhiger als sonst, ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, was du ihm alles erzählt hast!" "Ich glaub ich sag da besser auch nichts mehr zu!" "Naja, ist ja auch egal, aber ich soll dir von ihm ausrichten, dass du heute unbedingt um 15.00 Uhr MTV schauen sollst!" "Aha, deshalb hast du mich also angerufen, nur um mir das auszurichten, ich bin dir also gar nicht so wichtig!" ich spielte etwas beleidigt, aber mir fiel ein riesen Stein vom Herzen, dass Mark scheinbar doch noch etwas an mir lag. "Haha, ich wollte diese Aufgabe sehr gerne übernehmen, damit ich dich wieder höre. Die Nachricht überbringen war da nur sekundär!" Wir beide mussten lachen und wiedereinmal merkte ich wie albern Kian doch in seiner Freizeit war. Wir redeten noch einige Zeit und ich versuchte rauszubekommen, was Mark vorhatte, doch Kian hielt dicht und sagte gar nichts zu dem Thema. Doch irgendwann mussten unser Telefonat doch beenden, weil er wieder zur Probe musste, allerdings musste ich ihm versprechen, dass ich wirklich MTV schauen würde.
Zwei Stunden später saß ich vor meinem Fernseher und wartete auf Westlife, die schon groß angekündigt wurden. Endlich kamen die Jungs und ich mein Herz schlug höher, als ich Mark sah. Und tatsächlich, im Interview wurde Nicky doch wirklich wieder gefragt, wie er seinen Junggesellenabschied gefeiert hatte. Ich musste grinsen und an Kians Worte denken. Im Hintergrund standen viele Fans, hauptsächlich nur Mädchen, die kurz vorm Hyperventilieren waren und erst jetzt wurde mir bewusst, wie bekannt die Band doch eigentlich war. Dann kündigte der Moderator den Auftritt der Jungs an. Alle fünf standen in einer Reihe. Mark stand neben Bryan in der Mitte. Jeder erwartete, dass die Musik jetzt einsetzten sollte, aber Mark ergriff das Mirkophon. "Dieses Lied widme ich jemandem, der mir sehr viel bedeutet, den ich aber auch sehr verletzt habe. Vic, ich will dir hiermit zeigen, dass du mir wirklich sehr wichtig bist und ich dich unter keinen Umständen verlieren will. Es tut mir alles wirklich sehr leid und ich hoffe du kannst mir verzeihen. Das hier ist nur für dich." Ein raunen ging durch das Publikum, die Mädchen schienen enttäuscht zu sein, sie dachten wohl, dass Mark nun auch vergeben sei. Ich dagegen war sehr gerührt, Mark hatte mir genau das gezeigt was ich mir gewünscht hatte. Ich war ihm nicht egal. Dann setzten die ersten Töne des Liedes an und er begann zu singen:
"Day after day, time pass away
And I just can’t get you off my mind
Nobody knows, I hide it inside
I keep on searching, but I can’t find
The courage to show, to letting you know
I’ve never felt so much love before
And once again I’m thinking about
Taking the easy way out
But if I let you go I will never know
What my life would be, holding you close to me
Will I ever see you smiling back at me?
How will I know if I let you go?
…”

Nach dem sie das Lied beendet hatten, konnte ich mich gar nicht mehr halten. Ich heulte wie ein Schlosshund, die Tränen strömten wie in Bächen herunter. Mark hatte es genau auf den Punkt gebracht, ich bedeutete ihm etwas. Doch jetzt stellte sich mir ein neues Problem, sollte ich ihm direkt sagen, dass ich ihm verzogen hatte, oder sollte ich ihn noch etwas zappeln lassen? Ich entschloss mich dazu, ihn nach dem Fernsehauftritt anzurufen, alles weitere würde sich dann zeigen. Mit einem gewissen Unbehagen verfolgte ich den Rest des Auftritts. Mark schien auch sehr angespannt zu sein. Mehrmals mussten für ihn fragen wiederholt werden, weil er nicht mehr bei der Sache war. Als dann direkt nach ihrem Auftritt die Frage gestellt wurde, wer diese Vic, also ich war, sagte er nur, dass es etwas Privates sei und sie akzeptieren sollten, dass er dazu vorerst keine Auskünfte geben würde. Trotzdem blieb Mark unkonzentriert und je näher das Ende des Auftritts kam, desto hibbeliger wurde auch ich. dann war es endlich soweit.
Ich ließ den Jungs noch ein paar Minuten, doch dann wählte ich seine Nummer und nach wenigen Sekunden meldete sich dann seine Stimme. "Hi Mark, ich bin’s, Vic." Nervös spielte ich mit dem Reisverschluss meiner Strickjacke. "Hi, schön dich zu hören." auch er war merklich unruhig und schien nicht genau zu wissen, was er sagen er sagen sollte. "Ja ... also, ich hab grade deinen Auftritt gesehen und na ja, ich fand ihn wirklich toll." Während ich das sagte, ermahnte ich mich die ganze Zeit nicht zu stottern, was mir aber wirklich schwer fiel, weil ich so aufgeregt war. "Ja wirklich? Freut ich dass er dir gefallen hat." Marks Stimme wurde fester. "Also, um auf den Punkt zu kommen, du hast es geschafft mich zum Heulen zu bringen. So hat sich noch nie jemand bei mir entschuldigt! Das war wirklich süß!" Und auch ich hatte es geschafft endlich wieder normal zu reden. Erleichtert atmete ich auf und auch von Mark war erleichtert. "Gott sei Dank, ich hab schon gedacht ich wär komplett unten durch bei dir. Vic es tut mir wirklich alles so leid und ich verspreche dir hoch und heilig, dass so etwas nie wieder vorkommen wird!" "Ok ok, nach so vielen Entschuldigungen kann ich gar nicht mehr anders als dir zu verzeihen, aber nur unter einer Bedingung..." "Glaub mir, du hast mich soweit, dass ich alles für dich tun würde!" Ich musste lachen als er das sagte. "Sag das nicht zu laut, dass ist ein grober Fehler, ich nutze so was schamlos aus!" "Ach völlig egal, also wie lautete die Bedingung?" "Du wirst mich noch zum Essen einladen, um mir zu beweisen, dass so etwas nicht mehr passiert!" "Kein Problem, du bist schon so gut wie abgeholt! Nein, so schnell geht es leider nicht. Wir sind noch bis Donnerstag in der UK. Was hältst du dann von Freitag Abend?" "Ok, Freitag ist perfekt, also ich freu mich schon!" "Ich mich auch!" "Ach und Mark, ich bin wirklich froh, dass wir das geklärt haben, du hast mir nämlich wirklich gefehlt!" ja, er hatte mir wirklich gefehlt, eine Nacht hatte ich sogar von ihm geträumt. "Du mir auch. Sorry aber ich muss jetzt, wir sehn uns dann." "Und grüß die anderen, besonders Kian!"
Glücklich legte ich auf. Die ganze Anspannung fiel mit einem Mal von mir. Nun freute ich mich voll und ganz auf unser Wiedersehen, von dem ich mir sehr viel versprach...
Doch ich hatte mir noch eine kleine Überraschung für Mark ausgedacht, ich wollte ihn am Flughafen abholen. Doch dazu benötigte ich Kians Hilfe. Denn ich wusste weder wann, noch wo sie laden würden. Noch am selben Abend telefonierte ich mit ihm und er war erfreut über meine Idee. Er sagte mir, wo ich hin sollte. Dann sagte er mir noch, das Mark nach meinem Telefonat mit ihm wie ausgewechselt sei. Und das war diesmal positiv gemeint.
Bis zum Donnerstag, an dem ich die Jungs abholen wollte, schrieb ich mir noch fleißig SMS mit Mark, aber auch noch einige mit Kian. Von Tag zu Tag stieg meine Vorfreude endlich wieder die beiden zu treffen. Ich war letztendlich wirklich unglaublich froh, so tolle Freunde gefunden zu haben. Doch war Mark wirklich nur ein Freund für mich? Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass ich weitaus mehr für ihn empfand, als ich mir eingestehen wollte. Doch wusste ich natürlich nicht, was Mark für mich empfand, demnach war ich sehr unsicher.
Am Donnerstag morgen war ich sehr nervös, ich sollte eigentlich erst gegen 13.00 Uhr am Dubliner Flughafen sein, doch ich war schon eine halbe Stunde zu früh da. Um mir die Zeit zu vertreiben, entschloss ich mich noch ein Café trinken zu gehen. Ich setzte mich an einen Tisch, dem gegenüber zwei Mädchen saßen. Ich konnte nicht anders und musste ihren Gesprächen zu hören. Die beiden schienen große Westlife-Fans zu sein. Zumindest diskutierten sie, wer doch süßer aussah, Kian oder Shane. Amüsiert hörte ich den beiden zu und musste lachen. Das zog jedoch leider die Aufmerksamkeit der beiden auf mich. "Was ist so lustig?" fragte sie kleinere der beiden. "Och nichts, sag mal, meint ihr wirklich, dass Westlife heute hier her kommt?" Beide nickten. "Und woher wollt ihr das wissen." Eine wirklich Antwort darauf wussten sie auch nicht. "Naja, man erzählt sich dass so eben." versuchte nun die andere zu erklären. "Na dann wünsch ich euch noch viel Erfolg!" Ich schaute auf die Uhr und erschrak, in wenigen Minuten sollten die Jungs laden und ich musste den kompletten Flughafen durchqueren, um zu ihrem Gate zu kommen. Schnell schnappte ich mir meine Sachen und lief los. Etwas außer Puste erreichte ich das Gate, dass schon von vielen Fans umringt war. Ich kämpfte mich zwischen die Menge und befürchtete schon, dass Mark mich gar nicht sehen würde, als endlich die Tür aufging und Bryan als erster mit einem großem Sprung rauskam.
Er ließ sich von den kreischenden Fans feiern. Einige waren so in Extase, dass sie sogar weinten. Ich wendet mein Blick wieder auf die Tür, die abermals aufging und Nicky zusammen mit Kian rauskam. Beide erfüllten bereitwillig die Autogram wünsche der Fans. Sie ließen sich sogar zusammen mit ihnen fotografieren. Die beiden Mädels, die ich im Bistro getroffen hatte, gingen etwas schüchtern auf Kian zu und baten ihn um ein Autogramm. Die Bodyguards der Jungs hatten alle Hände voll zu, dass die Fans die Jungs nicht völlig zerquetschten, weil ihnen natürlich jeder nahe sein wollte. Wieder ging die Tür auf und endlich kam Shane mit Mark raus. Beide trugen Basecaps, die sie tief ins Gesicht gezogen hatten und jeweils eine Sonnenbrille. Jetzt versuchte ich mich durch das Getümmel durch zu boxen m zu Mark zu gelangen. Doch das erwies als alles andere als einfach. Die Fans wollte mir natürlich keinen Platz machen und so musste ich mich durchdrängeln und drücken, bis ich hinter Mark stand. Er war gerade dabei Autogramme zu schreiben. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Er drehte sich um und ich schaute direkt in seine wunderschönen blauen Augen. "Hey Mark!" Er war völlig überrascht, aber urplötzlich realisierte er, was gerade vor sich ging und nahm mich in den Arm. "Hi, was machst du denn hier?" fragte, als er mich losgelassen hatte. "Mhh, ja was mach ich wohl hier??? Dich zum Beispiel abholen?" Wie sagt man so schön, eine blöde Frage bekommt auch eine blöde Antwort! "Cool, ich hab dich schon so vermisst!" Nur dieser Satz von ihm löste in mir eine unendliche Genugtuung aus. Ich war mir sicher in dem Moment der glücklichste Mensch der Erde zu sein. "Aber woher wusstest du-" In dem Moment erschien Kian hinter mir und umarmte mich ebenfalls. "Hi Vic, schön dass du’s geschafft hast!" Dann wendete er sich an Mark. "Na, Überraschung gelungen?" Kian zwinkerte mir zu. "Aha, jetzt versteh ich. Das alles war also eine kleine Intrige von euch beiden. Aber gut, solange so ein Ergebnis dabei rauskommt sei euch verziehen!" "Na da haben wir ja noch einmal Glück gehabt!" antwortete ich. "Sag mal Mark, Kian, wo bleib ihr bitte? Wir warten auf - oh, hi Vic!" Bryan war zu uns gekommen unter dem immer noch anhaltenden Geschreie der Fans, um die beiden zu holen. "Hi Bryan! Na wie geht’s?" stürmisch umarmte auch er mich. "Hey ich bin gleich bei meiner Frau und meinen Babys, was glaubst du wie es mir geht?" "Vic hast du Lust mitzukommen? Wir wollte noch mit zu Bryan und heute Abend erst nach Sligo fahren!" Ehe ich auf Marks Frage antworten konnte, hatte er meine Hand genommen und zog mich hinter Bryan und Kian mit zum Ausgang. Wir gingen schnell zu einem schwarzen Van mit getönten Scheiben. Die Fans standen um den Wagen herum und die Bodyguards halfen uns unbeschädigt in das Auto zu kommen. Dort begrüßte ich dann auch Shane und Nicky, die sich auch freuten mich zu sehen.
Wenige Minuten später waren wir auch schon an einem etwas abgelegenen Haus, das wie auch schon Shanes Haus von einer Mauer umgeben war, angekommen. "So, endlich wieder zu Hause!" Bryan konnte es kaum noch abwarten, bis er endlich wieder Kerry und die Kinder in seine Arme schließen konnte. Die stand auch schon mit Lilly auf dem Arm und Molly an der Hand in der Tür und lief ihm nun entgegen. Bryan sprang aus dem Auto raus und rannte auf sie zu. Es war definitiv ein stürmisches Wiedersehen. Er wirbelte erst Kerry und dann seine beiden Töchter in der Luft herum. Der Rest von uns stieg langsam aus und gingen auf die Familie zu. Alle begrüßten Kerry und die Kids, nur ich stand etwas fehl am Platz da. Ich war mir nicht einmal sicher ob ich überhaupt willkommen war, da ich Kerry nicht mal richtig kannte. Doch sie kam auf ich zu und umarmte mich, als kannten wir uns schon ewig. "Hi Vic, schön dich zu sehen. Hast du die Jungs abgeholt?" ich nickte und war froh, dass Kerry so herzlich war. "Ja, ich hatte das eigentlich auch vor, aber ich kann meine beiden Mädels nicht einfach alleine lassen!" Sie deutete auf Molly und Lilly, die beide auf Bryans Arm saßen. "Kommt erst mal rein. Molly hat extra einen Kuchen für euch gebacken!" Ich folgte Kerry in die Küche, während sich die Jungs im Wohnzimmer niederließen. "Kann ich dir helfen?" Die Küche war sehr modern und teuer eingerichtet. Durch zwei große Fenster, durch die man den großen Garten bewundern konnte, kam viel Licht herein. "Ja Vic, das wär wirklich nett, du könntest schon mal den Kuchen schneiden. Ach sag mal, ist zwischen dir und Mark wieder alles ok?" Ich gab mein bestes den Kuchen in gleichgroße Stücke zu zerteilen, was mir allerdings nicht immer gelingen wollte. "Ja, ich denke schon. Er hat sich ziemlich eindrucksvoll bei mir entschuldigt, da musste ich ihm doch verzeihen!" Kerry suchte das Geschirr heraus. "Ich hab’s auch im Fernsehen gesehen, es war wirklich süß. Glaub mir, Mark würde das nicht für jeden machen. Du bedeutest ihm ziemlich viel." "Meinst du wirklich? So lang kennen wir uns doch noch nicht." "So down wie er war, als ihr euch gestritten hattet, war er lang nicht mehr und dann diese Metamorphose zur glücklichsten Person, die du je gesehen hast, als du ihm verziehen hattest. Das heißt schon ziemlich viel." Während wir Kuchen und Geschirr zu den Jungs trugen, dachte ich über Kerrys Worte nach, ich bedeutete ihm ziemlich viel... Molly spielte mit Shane auf dem Boden Memory und die restlichen Jungs rissen sich darum, Lilly auf dem Schoß sitzen zu haben.
Bryan nahm Kerry die Teller ab und verteilte sie auf dem Tisch. Kerry stellte die Tassen dazu und ich platzierte den Kuchen in die Mitte des Tisches. "Molly kommst du, wir wollen deinen Kuchen essen!" Bryan strich seiner Tochter liebevoll über ihre blonden Locken, die in alle Richtungen abstanden. "Oh ja, Kuchen essen!" Die Kleine stürzte auf ihren Stuhl zu. Nun setzten wir uns auch an den Tisch, Kerry schenkte mir Café ein und ich verteilte den Kuchen. "Ich will aber ein ganz großes Stück!" sagte Molly, als ich ihren Teller nahm. "Na dann seh ich mal, was ich für dich tun kann!" Ich gab Molly das größte Stück und nahm Bryans Teller. "Ich will aber auch ein großes Stück!" protestierte er. "Wie der Vater so die Tochter?" fragte ich ihn lachend. Darauf nickte er nur. "So noch irgendwer nicht zufrieden mit der Größe seines Kuchenstücks?" mischte sich nun Kerry ein. Die anderen schüttelten ihre Köpfe und wir begannen zu essen. "Hey Molly, den Kuchen hast du wirklich toll gebacken!" lobte Kian die Kleine, die schon über und über mit Kuchenkrümmlen war. "Oh Molly, wie siehst du denn aus? Du sollst den Kuchen essen und nicht damit rumspielen!" "Ach lass sie doch Kez, ich mach das gleich schon wieder sauber!" nahm Bryan seine Tochter in Schutz. "Es ist wirklich immer das selbe. Wenn ich mit den Kindern alleine bin, versuche ich sie zu erziehen, kaum ist aber mein werter Gatte da, verwöhnt er sie wieder, dass meine ganze Erziehung völlig nutzlos ist!" mit einem gespielt bösen Blick wandte sich Kerry an Bryan. Wir anderen konnten nur über den kleinen Ehestreit im Hause den McFaddens lachen. Nach dem wir Essen, räumte Bryan tatsächlich auf und brachte anschließend zusammen mit Kerry beiden Kinder ins Bett. Aber nicht bevor Molly uns allen einen nassen Kuss gegeben hatte. "Gute Nacht Molly, träum schön!" riefen wir ihr noch hinterher, bevor wir uns in die Sofas fielen ließen. "Mark fährst du heute Abend noch nach Hause?" fragte Kian ihn. "Ja ich denk schon, meine Familie ist zurück gekommen und ich hab sie so lange nicht mehr gesehen!" antwortete dieser. "Gut dann können wir ja zusammen fahren oder hast du deinen Wagen hier stehen?" "Nein, der ist zu Hause. Aber du hast deinen hier stehen lassen, richtig?" "Ja, Shane und ich wollen gleich losfahren. Also mach dich langsam mal fertig. Vic sollen wir dich noch nach Hause bringen?" fragte Kian jetzt mich. "Ja, das wär wirklich nett, wenn’s dir nichts ausmacht." "Nein, kein Problem, dass liegt sowieso auf dem Weg."
Wir warteten noch bis Kerry und Bryan wieder da waren und verabschiedeten uns dann von ihnen. "Vic, du wohnst doch auch hier in Dublin, oder?" fragte Kerry mich. "Ja, richtig." "Dann können wir uns ja mal treffen! Am besten tauschen wir Nummern, hier ist meine. Ruf mich einfach an wenn du Lust hast, ok?" "Klar, gute Idee. Warte, hier hast du meine, du kannst mich natürlich auch immer anrufen, ich kann auch gerne mal auf die beiden kleinen aufpassen, wenn du weg musst!" Sie nickte und wir umarmten uns noch einmal. Dann stieg ich zu Kian, Shane und Mark ins Auto. Kian und Shane, die beide vorne saßen waren in eine hitzige Diskussion über Autos vertieft und ich unterhielt mich mit Mark. "Ach Mark, bleibt’s jetzt bei morgen Abend?" fragte ich ihn, als wir schon fast bei meiner Wohnung waren. "Ja klar, ich hol dich so gegen 20. 00 Uhr ab." antwortete er mir prompt. Das Auto stoppte und wir standen vor meiner Haustür. "Danke für bringen Jungs! Wir sehn uns hoffentlich bald wieder!" "Ich denke schon, die nächste Zeit bleiben wir in Irland!" antwortete Shane. Ich verabschiedete mich von ihnen. "Warte, ich bring dich noch rein!" sagte Mark. Ich öffnete die Haustür, Mark folgte mir in die zweite Etage. "So da wären wir. Also bis morgen dann, ich freu mich schon!" sagte ich, als wir vor meiner Wohnungstür standen. "Ja, ich mich auch. Und Vic, es war toll, dass du uns abgeholt hast, ich hab mich richtig gefreut!" Wir umarmten uns und am liebsten hätte diese Umarmung ewig dauern können. Ich fühlte mich so geborgen in seinen Armen. Doch alles hat ein Ende und so lösten wir uns nach einigen Sekunden. Er drückte mir noch einen Kuss auf meine Wage und stieg dann die Treppen wieder herunter. Ich öffnete die Tür und ließ mich auf meine Couch sinken. Wie in Trance strich ich mir mit meinem Handrücken über die geküsste Wange. Nach diesem Tag stand endgültig für ich fest, dass ich Mark nicht nur als einen sondern als meinen Freund haben wollte. Doch jetzt lag es wohl an mir, dies in die Tat umzusetzen.
Am nächsten Morgen wachte ich schon früh auf. Zwar hatte ich mittlerweile Semesterferien, doch an das Ausschlafen hatte ich mich immer noch nicht gewöhnt. Doch diesmal gab es wohl auch noch einen weiteren Grund, weshalb ich nicht schlafen konnte - Mark. Natürlich war ich der Meinung, dass ich mir nicht allzu große Hoffnungen machen sollte, doch als ich an das, was Kerry mir am Vortag gesagt hatte zurück dachte, schloss ich doch nicht alle Möglichkeiten aus. Um etwas ruhiger zu werden entschoss ich mich eine Runde im Park zu joggen. Schnell zog ich mir meine Sportsachen an und schnappte mir meine Joggingschuhe. Beim Joggen dachte ich darüber nach, was ich überhaupt anziehen wollte. Ich wusste noch nicht einmal wo wir hingehen würden. Nach längerem Überlegen kam ich zu dem Schluss, unbedingt noch shoppen gehen zu müssen. Sofort als ich wieder zu Hause war rief ich Mya an, um zu fragen ob sie Lust hatte mit zu kommen. Es war nicht nötig sie irgendwie überreden zu müssen, sie versprach in einer Stunde mich abzuholen. In der Zeit sprang ich schnell unter die Dusche und Frühstückte etwas. Als ich gerade das Geschirr wegräumte klingelte es auch schon an der Tür. Schnell holte ich meine Tasche und meine Jeansjacke, schnappte mir noch das Schlüsselbund. Wie immer wartete Mya vor der Tür. "Hi Süße, na wie geht’s?" fragte ich sie gut gelaunt. "Doch gut, ist aber schön, dass du dich auch noch mal gemeldet hast. Seit den Ferien hab ich gar nichts mehr von dir gehört!" Sie klang ein wenig sauer, ich wusste aber, dass sie dies Gott sei Dank nicht ernst meinte. "Ach komm, stell dich nicht so an. Ich hatte eben viel zu tun!" versuchte ich mich zu rechtfertigen. "Ja ich weiß auch was!" triumphierend schwenkte sie eine Zeitung vor meinen Augen her. Ich wusste nicht was das zu bedeuten hatte und sah mir das Cover an. - Mark Feehily, neue Freundin? - Prangte da in großen schwarzen Druckbuchstaben. Darunter waren Mark und ich abgebildet, wie wir uns gerade am Flughafen umarmten. Unter drunter standen einige Zeilen, in denen über die neue Frau an Marks Seite spekuliert wurde. Der Autor bezog sich auch auf die öffentlich Entschuldigung Marks. Als ich das sah musste ich lachen. Wie aus einer völlig harmlosen Geste, so ein Aufstand gemacht werden konnte war mir unbegreiflich. "Na Vic, hast du mir da nicht mal etwas zu erzählen?" Mya riss mich aus meinen Gedanken. "Ähh, ... na ja, eigentlich war das ganz anders. Ich hab Mark am Flughafen abgeholt und dann haben wir uns eben zur Begrüßung umarmt. Ich hab allerdings genauso Kian und Bryan umarmt. Doch das schreiben die Reporter natürlich nicht!" erklärte ich ihr. "Ach ja, und was hat es mit dieser ominösen Entschuldigung auf sich?" fragte sie weiter. Ich erklärte ihr alles und war selbst überrascht, dass sie davon noch gar nichts wusste. "Vic, du hast so ein Glück, was würd ich nur dafür tun, dass sich ein Mark Feehily bei mir entschuldigen würde? Und du triffst ihn heute Abend wieder?" "Ja, dass hab ich dir doch jetzt schon 100 mal gesagt." antwortete ich genervt. "Sag mal, sind die anderen von Westlife auch so nett? Und sieht Kian in Wirklichkeit auch so gut aus?" Ihre Neugier stieg ins Unermessliche. "Keine Ahnung ob Kian auch in echt so gut aussieht, ja er sieht gut aus, aber weißt du was, nächstes Mal wenn ich it dem Jungs weggehe, nehm ich dich einfach mit, dann kannst du dir dein eigenes Bild machen!" Wir hatten endlich die Dubliner Shoppingmeile entdeckt, nun musste ich nur noch etwas nettes finden. Doch dies war leichter gesagt als getan. Wir klapperten jedes Geschäft ab und endlich endlich fand ich ein schwarzes Kleid, dass etwas über meinen Knien endete, der Ausschnitt war nicht zu tief und ansonsten schien es einfach perfekt zu sein. "Du siehst klasse aus Vic, Mark werden sicher heute sie Augen ausfallen und er beginnt zu sabbern!" Ich betrachtete mich kritisch im Spiegel und auch ich war mit mir zufrieden, jetzt fehlten nur noch die richtigen Schuhe. Und zu meiner großen Überraschung fand ich diesmal sehr schnell ein Paar, das perfekt zu dem Kleid passte. Glücklich über das gekaufte machten wir uns auf den Weg nach Hause. Mya setzte mich bei mir ab und wünschte mir einen wunderschönen Abend. Ich verabschiedete mich von ihr, nahm meine Taschen und gingen hoch zu meiner Wohnung. Beiläufig schaute ich auf die Uhr und musste mit Schrecken feststellen, dass ich nicht mehr so viel Zeit hatte. Schnell sprang ich unter die Dusche, föhnte meine Haar und steckte sie zu einem Knoten zusammen. Dann noch etwas Make-up. Ich betrachtete mich im Spiegel und war sehr zufrieden mit mir. Es klingelte an der Tür. Ich suchte noch schnell meine Tasche und öffnete dann die Tür.
Er hielt mir eine rote Rose hin. "Hi Mark, komm rein!" Ich umarmte ihn und bat ihn in die Wohnung. "Na, wie geht’s?" fragte er mich. "Gut, immerhin darf ich heute mit einem ganz bekannten Star meinen Abend verbringen!" Er hatte die Ironie in meiner Stimme verstanden und lachte. "Danke für die Rose, ich such eben noch eine Vase, dann können wir gehen." "Bitte schön, na dann muss ich mich ja als Star heute so richtig ins Zeug legen!" Ging er auf mein Kommentar ein. "Nein, bleib lieber so wie du bist, dass ist schon gut so. Es sei denn du bist als Teenie Idol noch netter und süßer..." Ich hatte eine Vase gefunden, füllte sie schnell mit Wasser und stellte dann die Rose rein. "Ok, ich bin fertig, wollen wir dann?" fragte ich. "Aber klar, ich hab ja nur noch auf dich gewartet!" er streckte mir seine Hand aus. Ich ergriff sie und folgte ihm zur Tür.
"Sag mal, wo gehen wir überhaupt hin?" fragte ich, als wir in seinem Auto saßen. "Lass dich überraschen." antwortete er nur geheimnisvoll. "Ohh Mark muss das sein, ich weiß doch gar nicht, ob dazu richtig angezogen bin, noch könnte ich schnell hoch laufen und mich doch noch umziehen!" Ich schnallte mich an und schon startete Mark den Motor. "Vergiss es, du siehst perfekt aus, vertrau mir!" "Danke, ich hoffe du hast recht!" In meinem Kopf dagegen ärgerte ich mich darüber, dass ich doch nicht das andere Kleid angezogen haben. Doch jetzt war es sowieso zu spät, jetzt musste ich tatsächlich Mark vertrauen...
Wir fuhren einige Zeit durch Dublin, bis wir schließlich vor einem ziemlich teuer aussehenden Restaurant hielten. Mark parkte den Wagen und öffnete mir die Tür. "Oh danke schön, machen wir heute einen auf Gentleman?" fragte ich. "Wieso nur heute, so bin ich doch immer!" antwortete er, während er meine Hand ergriff und mich in das Restaurant führte. "Ah, Mr. Feehily, schön sie mal wieder zu sehen, ihr Tisch ist gleich hier drüben. Kann ich ihnen die Mäntel abnehmen?" Ein Kellner kam auf uns zu und wir gaben ihm unsere Mäntel. Dann wurden wir zu unserem Tisch geführt. Er war in einer ruhigen Ecke, etwas abseits der anderen Gäste. Wir setzten uns und einen Augenblick später wurde auch schon die Karte gebracht. Ich hätte fast die Kerzen, die zahlreich auf dem Tisch verteilt standen umgeworfen, als ich die Preise gesehen hatte. Mark, der das bemerkt hatte, sagte nur ein wenig amüsiert darüber: "Mach dir keine Sorgen, ich hab noch was gutzumachen, also achte nicht auf die Preise!" Mir war es zwar trotzdem noch etwas unangenehm, doch entschloss ich mich, Marks Aufforderung nachzugehen. Während wir auf das Essen warteten, redeten wir viel über die Band, die vielen Auslandsaufenthalte, aber auch über seine Familie. "Also ich glaub ich könnte das nicht, ständig von meiner Familie wegzusein und nicht einfach mal hinzufahren, wenn ich Lust hätte." "Tja, es ist sehr hart, aber was soll ich tun, das ist nun mal mein Job. Aber dafür wird das Wiedersehen um so schöner. Trotzdem hast du Recht, manchmal würde ich am Liebsten alles hinschmeißen, doch dann seh ich wieder die Fans, die extra wegen uns zu Auftritten gekommen sind, das gibt mir wirklich Kraft." Er redete mit so viel Freude über die Fans und die Band, dass man richtig mitfühlen konnte. Dann kam auch schon der Kellner und brachte unser Essen. Wir lachten den ganzen Abend sehr viel und als wir beim Dessert angekommen waren, viel mir wieder der Zeitungsbericht ein, den mir Mya heute Morgen gezeigt hatte. "Sag mal Mark, hast du heute schon Zeitung gelesen?" schnitt ich vorsichtig das Thema an. "Nein, wieso, stand da was interessantes drin?" fragte er nach. "Naja, nicht direkt interessant, aber vielleicht ein bisschen amüsant und pikant..." "Na los, was stand drin, jetzt spann mich nicht so auf die Folter!" ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. "Du hättest dich nicht so öffentlich bei mir entschuldigen sollen." Das Lächeln in seinem Gesicht verschwand. "Wieso nicht bist du doch noch sauer?" fragte er entsetzt. "Nein, es war eine wunderbare süße Idee, und sauer bin ich auch nicht mehr. Aber die Presse fand das natürlich richtig interessant und als wir uns dann noch am Flughafen gestern umarmt haben, da haben sie sich wohl etwas zusammengereimt, was nicht ganz der Wahrheit entspricht." In meinen Gedanken fügte ich ein "leider" hinzu. "Ah lass mich raten, laut Presse sind wir ein Paar?" Mark hatte eins und eins zusammengezählt. "Ja genau. Mya kam heute außer sich zu mir, damit ich ihr das alles erklären konnte. Das war lustig..." Lachend löffelten Mark und ich unsere Mousse au chocolat. Eine viertel Stunde später hatte Mark gezahlt, obwohl mir immer noch unwohl dabei war. Beiläufig schaute ich auf meine Uhr, als wir wieder ins Auto stiegen. Es war schon 23. 30 Uhr. Die Rückfahrt verlief etwas ruhiger, da es stark regnete und Mark sich auf die, trotz der Uhrzeit, noch vielbefahrene Straße konzentrieren musste.
Als wir wie den vorherigen Abend auch schon vor meinem Haus standen fragte ich ihn, ob er noch mit hochkommen wollte. Glücklich willigte er ein und wir stiegen die Treppen hoch. "Möchtest du noch etwas trinken?" fragte ich ihn, als wir uns auf die Couch gesetzt hatten. "Ja gerne, warte ich helfe dir eben." Wir nickten und gingen in die Küche. "Wow, deine Wohnung sieht wirklich cool aus!" Er schaute sich interessiert um. "Danke, Cola oder Wasser? Zu Champagner reicht’s bei mir momentan leider nicht!" Ich zwinkerte ihm zu und hielt ihm zwei Flaschen vor die Nase. "Macht nichts, so was hab ich auch nur selten zu Hause... Aber ich glaub ich bleib mal bei Wasser. Wo hast du Gläser?" Ich zeigte auf eine Schranktür. Er öffnete sie und holte zwei Gläser hervor. Ich drehte den Deckel ab, dabei war ich wohl etwas unvorsichtig und er fiel zu Boden. Schnell bückte ich mich, um ihn wieder aufzuheben, Mark tat es mir gleich. Wir berührten beide gleichzeitig den Deckel. Tausende von kleinen Blitzen durchzuckten meinen Körper, es war wie Magie, die uns in diesem Moment verband. Ich schaute ihm in seine Augen, dieses blau! Ich weiß nicht mehr, wer wem näher kam, auf jeden Fall spürte ich einen Augenblick später meine Lippen auf seinen oder eben umgekehrt. Ein Schwarm von Schmetterlingen schwirrte in meinem Bauch herum. Ganz zart berührten sich unsere Lippen, er hatte so unglaublich weiche Lippen, dann spürte ich plötzlich seine Zungenspitze, die sich vorsichtig den Weg zum Inneren meines Mundes bahnte. Ich ließ ihn gewähren. Langsam öffnete ich meinen Mund und ließ ihn ein. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich kann nicht sagen, wie lange dieser erste Kuss dauerte, ich wünschte er würde nie aufhören. Als wir uns langsam wieder von einander lösten, war ich verunsichert, ob Mark das Selbe für mich empfand, wie ich für ihn. Er schaute mir direkt in die Augen und lächelte. "Wow." das war das einzige was er dazu sagte und ich konnte nur zustimmend nicken. "Vic, ich ..., du, ähm, na ja, wie soll ich sagen?" stotterte er. "Ja?" Er atmete tief durch. "Vic ich, ich glaub ich hab mich in dich verliebt." Er hatte diesen Satz, den ich mir so sehr gewünscht hatte, von ihm zu hören, über seinen Lippen gebracht. "Du glaubst?" fragte ich dennoch etwas irritiert zurück. "Nein, ich weiß es." Ich lächelte wieder und ehe ich etwas erwidern konnte, küsste er mich wieder. Diesmal noch intensiver als der erste Kuss. Ein angenehm kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. als wir uns diesmal lösten ergriff ich das Wort. "Du weißt gar nicht wie ich mir das gewünscht habe." flüsterte ich.
Er sah mich mit seinen tiefblauen Augen so durchdringend an, als ob er mir meine Worte nicht glaubte. "Wirklich?" fragte nun er völlig ungläubig. "Ja." Meine Stimme zitterte. "Ja Mark, ich liebe dich auch!" Wir richteten uns auf und er nahm mich in den Arm. Er war so zärtlich, ich spürte seinen ruhigen Atem in meinem Nacken, dann spürte ich leichte, fast nur gehauchte Küsse. Ich sog sein Aftershave ein und vergrub mich in seinem Nacken. Langsam, kaum merklich lösten wir uns wieder von einander. "Du hast mich grad zum glücklichsten Mann der Welt gemacht." Vorsichtig strich er mir eine Strähne aus meinem Gesicht. Ich lächelte und hauchte ihm einen Kuss auf seine Nasenspitze. Dann nahm ich seine Hand und zog ihn mit auf die Couch. "Sag mal, willst du bei dem Wetter noch nach Sligo zurück?" fragt ich grinsend. "Hast du etwa eine bessere Idee?" fragte er schelmisch zurück. "Naja, vielleicht willst du ja hier übernachten, ich hätte bestimmt noch ein Plätzchen für dich frei..." "Na dann." Er nahm mein Gesicht sanft in seine Hände und zog es zu sich, ich spürte seine Lippen erst auf meiner Stirn, dann wanderten sie runter zu meinem Mund und küssten mich vorsichtig. Ich erwiderte den Kuss. Er beugte sich vor und drückte mich sanft in die Kissen des Sofas.
Nach einem romantischen Abend schliefen wir in meinem Bett eng aneinander gekuschelt ein. Am nächsten Morgen wurde ich durch einige zarte Küsse aufgeweckt. Ich öffnete meine Augen einen Spalt breit und blickte direkt in Marks leuchtende Augen. Er strich mir über meine Wange. "Guten Morgen, Süße. Gut geschlafen." Ich richtete mich auf. "In deinen Armen einzuschlafen ist besser als alles. Natürlich habe ich gut geschlafen." Ich drückte ihm ein Kuss auf den Mund. "Das Kompliment gebe ich gerne zurück." Ich ließ mich wieder in die Kissen fallen, er beugte sich über mich und küsste mich leidenschaftlich. Ich schlug meine Arme um seinen Nacken. "Mark, ich liebe dich!" brachte ich zwischen zwei Küssen hervor. "Und ich dich!" "So, jetzt hab ich aber Hunger!" Ich richtete mich erneut auf und schlug die Bettdecke zurück. Marks Arm umschlang meinen Bauch und versuchte mich zurück ins Bett zu ziehen. "Mark du bist gemein. Ich hab Hunger!" "Na was machen wir denn da? Wenn wir in einem Hotel wären, würd ich jetzt den Zimmerservice voll in Anspruch nehmen!" "Tja, wir sind aber nicht im Hotel. Und deshalb muss ich jetzt aufstehen." Mürrisch ließ er mich los. Ich nutzte die Gelegenheit und stand schnell auf. "Na gut, dann geh ich eben schnell duschen! Aber nicht weglaufen!" "Mark wo soll ich denn hin und außerdem hab ich doch gar keinen Grund wegzulaufen, da wär ich schön blöd!" Ich grinste und streifte mir meinen Bademantel über.
Während ich Café aufsetzte und die kläglichen Toast-Rest zusammen mit Butter und Marmelade zusammen suchte, hörte ich, wie Mark unter der Dusche in den schrägsten Tönen sang. Ich musste lachen, als ich mir vorstellte, was die Fans wohl dazu sagen würden, wenn sie das hören könnten. Wenige Minuten später wurde das Wasser abgestellt und Mark trat frisch geduscht und angezogen in die Küche. "Siehst du, ich bin nicht weggelaufen!" begrüßte ich ihn. "Na das will ich auch wohl meinen!" "Du bist echt süß Mark." "Wie nur süß?" Ich kam auf ihn zu und küsste ihn. "Sag mal, wann willst du denn den anderen von uns erzählen?" fragte ich, während wir frühstückten. "Mhh, ich wird es so schnell wie möglich erzählen. Wenn Anto und Louis das erst durch die Presse erfahren würden, wären sie stock sauer. Das will ich besser nicht riskieren..." Ich nickte. "Und hast du dir schon was wegen der Presse überlegt? Ich mein, eigentlich haben sie ja schon gestern gemeldet, dass wir zusammen sind, bevor wir es tatsächlich waren." "Ja ich weiß auch nicht so genau, Louis regelt das schon. Nur du musst dich jetzt wohl damit anfreunden, dass du nicht mehr so viel Privatleben hast wie früher. Ich weiß, es ist ziemlich schwer sich daran zu gewöhnen, aber irgendwann ist es dir einfach egal was die Presse über dich schreibt." "Ach solange wir zusammen sind, ist es mir völlig egal, was andere denken!" Glücklich lächelte er.
Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang durch einen etwas außerhalb von Dublin liegenden Park. Obwohl kaum Menschen unterwegs waren trug Mark eine Sonnenbrille und Mütze, damit man ihn nicht so schnell erkennen konnte. "Also an deine Verkleidung muss ich mich erst mal gewöhnen!" Ich grinste ihn an und zog ihm seine Mütze ins Gesicht. "Hey, du weißt gar nicht, wie lebenswichtig die ist. Ich hab nämlich nicht vor, dass unser Spaziergang in einer Autogrammstunde endet..." Er rückte sich die Mütze wieder zurecht. "Aber durch die Brille kann ich deinen Augen gar nicht mehr sehen!" protestierte ich. "Solange ich noch deine sehen kann, ist alles in Ordnung!" neckte er mich. "Sag mal, seid ihr Popstars alle solche Egoisten?" Ich bohrte ihm einen Finger in den Bauch. "Ja, sind wir!" antwortete er mir. doch bevor ich diesbezüglich noch etwas erwidern konnte, brachte er mich mit einem Kuss zum Schweigen. "Na das wird ich dir noch austreiben!" lachend ergriff ich seine Hand und wir schlenderten langsam weiter. "Ich denke ich werd nach dem Spaziergang langsam nach Hause fahren, ist das ok?" "Eigentlich nichts, aber dann kann ich mich mal wieder meinen Büchern widmen, die haben es leider richtig nötig..." "Aber morgen haben wir ein Gig hier in Dublin, dann sehen wir uns doch wieder, oder?" Ich hätte wetten können, dass er gerade seinen Hundeblick aufsetzte, konnte ihn durch seine Sonnenbrille aber nicht sehen. "Klar sehen wir uns wieder, immerhin sind wir jetzt zusammen, da komm ich dann wohl nicht mehr dran vorbei!" Ich zwinkerte ihm zu. "Und ich muss mich wohl noch an deinen Humor gewöhnen." "Wir passen doch richtig gut zusammen, ein Egoist und eine Zicke!" Wir mussten beide lachen. er legte seinen Arm um meine Schulter und gemeinsam schlugen wir den weg zu meiner Wohnung ein.
"Ich liebe dich!" rief er noch aus dem Auto. Ich winkte ihm hinterher, bis sein Auto hinter einer Kurve verschwunden war. Langsam stieg ich die Treppen zu meiner Wohnung hoch. Nun hatte ich also nach Monaten Abstinenz wieder einen Freund und zu meiner großen Überraschung fühlte ich mit richtig wohl. Ich ließ die letzten zwei Monate Revue passieren und wunderte mich, dass es mit Mark alles so schnell gekommen war. Normalerweise musste ich meinen Partner sehr lange kennen, doch bei Mark war alles anders, und ich freute mich auf etwas großes neues. Doch da ich nie lange etwas für mich behalten konnte, rief ich Mya an, um ihr alles zu erzählen.
"Und ihr seid jetzt zusammen?" Ich lächelte. "Ja Mya, Mark und ich sind zusammen. Willst du es noch einmal hören?" Mir schien, dass sie fast aufgeregter war als ich. "Vic, weißt du was das jetzt heißt? Du bist jetzt mit dem beliebtesten Sänger Irlands zusammen und außerdem bist du soeben reich geworden. Weißt du was der nur im Monat so verdient? Da können wir nur von träumen, oh ich vergaß ich kann davon nur träumen, du hast es ja jetzt dahin geschafft!" Ich war gerade dabei meine Küche wieder aufzuräumen, als Mya das sagte. "Mya geht’s dir gut? Ich verdien nichts an Marks Ruhm, ich will auch kein Geld von ihm. Was denkst du eigentlich, dass ich ihn nur wegen seines Geldes liebe? Ich hab wirklich gedacht du kennst mich besser! Und dass mein Freund eben auch von vielen anderen Mädchen angehimmelt wird, da kann ich nichts für." "Ach Vic, ich weiß doch dass du nicht auf das Geld aus bist, ich beneide dich nur, tut mir leid, ich wollte dich nicht verletzten!" Das war eine sehr gute Eigenschaft an Mya, sie konnte sich par tout nicht mit mir streiten. "Ja ist schon gut. Naja ich wollt es dir nur eben schnell erzählen, bevor du es vielleicht aus irgendwelchen Zeitungen erfährst!" Ich dachte an Marks Wort bezüglicher der Presse. "Ach Gott ja, damit hast du ja jetzt auch zu tun, meine Freundin entwickelt sich zum Promi, wie schön!" "Mya fängst du schon wieder damit an? Ich wird bestimmt kein Promi, ich lass das jetzt alles mal auf mich zu kommen, aber was soll sich schon großartig verändern? Ich mach mein Studium weiter und haben einen Freund, das ist ganz normal." gab ich genervt zurück. "Jetzt reg dich doch nicht so auf, aber Vic, eure Beziehung wird alles andere als normal sein, aber mehr sag ich da jetzt nicht zu. Du was machst du eigentlich morgen? Hast du Lust mich zu Besuchen? Wir könnten doch mal wieder so eine Ladys-Night machen!" schlug sie vor um das Thema zu wechseln. "Lust immer, aber ich schon Mark versprochen zu einem Auftritt hier in Dublin zu kommen. Tut mir Leid. Aber vielleicht kann Mark dir ja auch noch eine Backstage Karte besorgen. Ich frag ihn mal." "Ach lass mal Vic, ich werd Westlife noch früh genug kennenlernen. Außerdem will ich euch nicht stören." Ich hörte zwar in ihrer Stimme eine gewisse Enttäuschung, aber wenn sie nicht wollte, konnte ich sie auch nicht zwingen. Wir verabschiedeten uns ich räumte noch schnell das Wohnzimmer auf und ließ mich dann in meinem Bett fallen. Doch bevor ich wirklich zur Ruhe kommen konnte, klingelte schon wieder mein Telefon. Geistig verfluchte ich diese technische Errungenschaft und schwor, es nächstes einfach auszustellen. "Ja?" meldete ich mich etwas genervt. "Hi Süße, ich bin’s." Seine Stimme machte gleich alles Gedachte zu Nichte, Marks bloße Stimme löste schon Glücksgefühle bei mir aus.
"Hey Mark, na was hast du heute so gemacht?" entspannt ließ ich mich auf mein Bett fallen und lauschte seiner Stimme. "Also, ich hab mit Louis geredet. Ehrlich gesagt war er nicht besonders glücklich darüber, dass ich jetzt auch vergeben bin. Doch er kann es mir nicht verbieten. Er sagte, er wolle noch nicht so schnell an die Presse, die würden es noch früh genug rausfinden. Wenn wir die Beziehung dann bestätigen, würden uns viele nervige Interviews erspart bleiben. Was meinst du dazu?" fragte er mich. "Mhh, ich weiß nicht recht, wenn Louis das meint, wird es wohl stimmen, ich kenn mich in diesem Geschäft nicht aus. Er wird schon wissen, was er tut." antwortete ich. "Schön, dann sind wir uns da einig. Das Selbe habe ich nämlich auch gedacht!" "Na da siehst du es mal wieder, wir passen perfekt zu einander!" "Hab ich je etwas anderes behauptet?" "Kann mich nicht daran erinnern..." Wir lachten beide. "Ach noch was, ich hab dir noch einen Backstage Pass organisiert, ich hab mir überlegt, dass ich morgen schon früher nach Dublin komme und ich dich dann abhole, ok?" Ich scheiterte gerade kläglich daran, meinen Radiowecker einzustellen, und wurde schon wieder frustriert, als Mark mich an das morgige Konzert erinnerte. "Ja klar, ich freu mich schon. Weißt du, ob Kerry auch mitkommt?" "Ich glaube schon, wenn sie einen Babysitter bekommt. Du verstehst dich gut mit ihr, oder?" "Ich kenn sie zwar noch nicht lang, aber sie ist wirklich sehr nett und sie passt perfekt zu Bryan!" "Oh ja, beide sind völlig durchgeknallt!" "Du Mark, es tut mir leid, aber ich bin ziemlich müde, wir sehen uns dann morgen?" "Oh sorry, hab gar nicht auf die Uhr geschaut! Ja, ich meld mich noch mal, bevor ich hier losfahre." "Ok das ist gut. Schlaf gut Süßer. Ich liebe dich!" sagte ich, während ich ins Badezimmer ging. "Ich dich auch und träum schön!" Damit legten wir beide auf und ich machte mich schnell für die Nacht fertig.
Am nächsten Morgen wachte ich mit dem Gedanken auf, Kerry anzurufen und vielleicht mit ihr shoppen zu gehen. Gesagt getan. "Hey Kerry hier ist Vic. Stör ich?" "Hi Vic, nein du störst natürlich nicht. Was gibt’s?" "Also ich wollte fragen, ob du vielleicht Lust hast, heute mit mir in die Stadt zu gehen." Mühevoll balancierte ich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, während ich mein Brötchen mit etwas Schinken belegte. "Ah du meinst wegen heute Abend?" fragte sie. "Ja genau, ich hab ja keine Ahnung, was man dazu anzieht... Und du bist ja bestimmt schon öfter dabei gewesen." "Ja ich versteh dich, klar hab ich Lust. Außerdem ist Bry heute mit den beiden kleinen zu seinen Eltern gefahren, also ich hab einen freien Tag, den wir mit einer ausgiebigen Shoppingtour füllen können." Schnell schluckte ich einen Bissen runter. "Super, das trifft sich ja gut. Wann hast du denn Zeit?" "Also ich könnt dich in einer Stunde abholen, wär das ok?" "Ja klar." Ich nannte ihr noch schnell meine
Adresse und stürmte dann ins Badezimmer, um mich fertig zu machen.
"Komm, das sieht doch super aus!" Begeistert dreht Kerry mich um mich selbst. Ich hatte ihr zu Liebe einen Minirock angezogen, obwohl ich so etwas eigentlich nicht trug. "Kerry ich weiß nicht..." "Vic, schau doch mal, deine Beine kommen super zur Geltung, jetzt brauchst du nur noch das richtige Oberteil und dein Outfit ist komplett." Kritisch beäugte ich mich im Spiegel. Bislang war ich immer der Ansicht, meine Beine nicht zeigen zu können, dass Kerry mir jetzt das Gegenteil sagte, verunsicherte mich ungemein. "Na gut, wenn du meinst, ich vertrau dir. Aber passende Schuhe habe ich auch nicht dazu." Meinen Kontostand hatte ich mittlerweile völlig verdrängt, sonst hätte ich mich nie darauf eingelassen, so etwas zu kaufen. "Das ist überhaupt kein Problem, ich kenn da noch einen Superladen..." Ehe ich mich versah, stand ich auch schon an der Kasse, bezahlte den südhaftteuren schwarzen Minirock. Dazu hatte ich mir noch ein rosa Polo T-Shirt ausgesucht, damit mein Outfit nicht völlig elegant wirkte, sondern auch etwas sportlich. Kerry hatte sich eine enganliegende Jeans gekauft und dazu eine Bordeaux-rotes Oberteil. Jetzt standen wir vor einem Schuhgeschäft, in dass sie mich voller Elan reinzog. Keine fünf Minuten später hatte ich auch schon ein schwarzes Paar Stiefel an, bei denen wir beide sicher waren, dass sie perfekt mit dem Rock und dem Top harmonisierten.
Geschafft von dem hinter uns liegenden Shopping-Marathon, ließen wir uns auf zwei Stühle in einem Café fallen. "Sag mal Vic, was ist jetzt eigentlich mit dir und Mark? Wie war euer gemeinsamer Abend?" Ich grinste, denn sie wusste ja noch gar nicht die Neuigkeiten.
"Hey, was grinst du denn so? Nein, das ist jetzt nicht dein ernst?
Du, ich mein ihr..." Kerry schien erraten zu haben, was ihr ich eigentlich sagen wollte. "Ja Kerry, wir sind zusammen!" Stürmisch umarmte sie mich, wobei fast unsere beiden Teetassen umgefallen wären. "Warum hast du das denn nicht schon eher gesagt???" Sie war völlig außer sich, so eine Neuigkeit zu hören. "Hätte ich zu dir kommen sollen frei nach dem Motto: ‚Hey Kerry ich hab’s geschafft und bin mit Mark zusammen!‚?" "Ja klar. Mein Gott statt dessen machst du so ein großes Geheimnis draus. Aber ist ja jetzt auch egal. Weiß Louis schon davon? Der reagiert immer etwas allergisch dagegen, aber am Ende ist der auch nur glücklich wenn er sieht, dass seine Jungs auch glücklich sind!" Ich nahm einen Schluck aus meine Tasse und verbrühte mir natürlich prompt meine Zunge, wie immer wenn ich Tee trank. "Mark hat gestern schon mit ihm geredet, hat aber wohl ganz gut geklappt." "Na dann ist ja alles klar, wenn ihr die erste Hürde mit Louis genommen habt, dann kriegt ihr vorerst keine Probleme mehr. Glaub mir, ich kann mich noch daran erinnern, was Louis für einen Aufstand gemacht hat, als er das mit Bry und mir erfahren hat, aber jetzt ist er glücklich, das alles so gekommen ist." "Ihr passt aber auch einfach perfekt zusammen. Da konnte er doch gar nichts dran ändern!" fügte ich noch hinzu. "Ja stimmt. Bryan und die Kids sind das Beste, was mir passieren konnte. Ich bin wirklich sehr glücklich!" Ich nickte, denn man sah ihr wirklich an, wie zufrieden sie mit ihrem Leben war.
"Hast du Lust noch mit zu mir zu kommen?" fragte mich Kerry, als wir beide ausgetrunken und bezahlt hatten. "ja klar gerne..." Ich konnte den Satz kaum aussprechen, als mein Handy klingelte und sich Mark meldete. "Hi Süße, ich wollt nur sagen, dass ich jetzt losfahre." "Hi, ok du bist dann in ca. einer Stunde bei mir, richtig? Ich freu mich schon!" antwortete ich. "Ja genau, ach sag mal, kann ich vielleicht heute bei dir schlafen, dann müsste ich nicht mehr so spät nach Hause." fragte er noch. "Klar kein Problem. Also bis gleich." "Ich liebe dich!" "Ich dich auch!" Jetzt musste ich Kerry doch absagen. "Kez es tut mir leid, aber das war gerade Mark und er kommt jetzt gleich schon. Dann kann ich doch nicht mehr mitkommen, aber das holen wir nach, versprochen!" Ich erwartete das sie etwas sauer über die plötzliche Absage war, doch sie lächelte nur. "Ja klar, kein Problem. Wir sehen uns schon heute Abend wieder. Dann bring ich dich jetzt noch schnell nach Hause. Bryan und die Mädels müssten auch langsam wieder kommen." So machten wir uns auf den Rückweg über und über bepackt mit Taschen und Tüten.
Zu Hause zog ich mir erst mal bequemere Sachen an und dann machte ich es mir mit einem Tee auf dem Sofa gemütlich. Ich nutzte die Gelegenheit ein Buch endlich zu Ende zu lesen, während ich auf Mark wartete. Ich war gerade völlig vertieft die Handlung als es klingelte. Zuerst registrierte ich es gar nicht, doch als es ein zweites mal länger klingelte wurde ich wieder zurück in die Realität geholt. Schnell sprang ich auf und öffnete die Tür. "Ich hab schon gedacht du wärst gar nicht da!" sagte Mark und küsste mich. "Tut mir Leid, aber ich war ziemlich vertieft in mein Buch!" Er kam rein, stellte seine Tasche in den Flur und folgte mir in das Wohnzimmer. "Willst du auch einen Tee?" er schüttelte den Kopf. "Ich will viel lieber was anderes...!" Er küsste mich sehr lange. "Mark, was soll das denn werden?" fragte ich als ich wieder Luft bekam. "Mhh ich weiß nicht, ich hab dich so vermisst!" ich grinste und gab ihm einen Kuss. "Mark weißt du was, du merkst dir jetzt genau die Stelle hier und wir machen da heute Abend weiter!" Er kniff seine Augen zusammen. "Wieso denn, ich fänd’s jetzt auch schon sehr nett!" Ich wollte aufstehen, doch er hielt mich fest. "Mark ich wollte mich jetzt fertig machen, ich brauch doch meine Zeit!" Ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien, was mir dann auch gelang. "Ok, aber wir machend da heute Abend weiter, versprochen?" Er zog eine Augenbraue hoch, als würde er mich noch nicht richtig trauen. "Ja versprochen!" Um mein Versprechen noch glaubhafter zu machen küsste ich ihn nochmals, ging dann aber schnell in mein Zimmer um mich umzuziehen.
"Vic?" Ich stand im Bad und schminkte mich gerade als er mich rief. "Ja was gibt’s?" rief ich aus dem Badezimmer heraus. "Soll ich lieber das weiße oder das rote Shirt anziehen?" Er stand in der Tür und hielt sich die beiden Hemden vor seinen Oberkörper. "Also eigentlich kannst auch so gehen, würd mir am besten gefallen!" Ich zwinkerte ihm zu. "Ja das kriegst du erst heute Abend, du wolltest es ja nicht eher!" sagte mit einem gespielt anmaßendem Ton. "Haha, ich würde an deiner Stelle das Weiße anziehen mit der Jeans und dann die Lederjacke!" Frustriert stand ich vor dem Spiegel, denn meine Haare hatten wieder einmal ihr Eigenleben entdeckt... "Darling genau das wollte ich auch anziehen!" "Na siehst du, ich hab eben guten Geschmack und jetzt raus hier, du machst mich völlig nervös!" Ich warf ihm ein Handtuch an den Kopf und schloss die Tür. Jetzt gab es nur noch mich und meine Haare. Nach einer gewissen Zeit hatte ich dann den Kampf beendet und betrachtete mich vor dem Spiegel.
Es klopfte an der Tür. "Schatz ich müsste jetzt auch mal rein. Meine Haare liegen nämlich noch nicht!" Ich öffnete die Tür und sprachloser Mark stand davor. "Wow, ich wusste ja, dass du wirklich gut aussiehst, aber heute... da fehlen mir die Worte!" Ich lächelte und küsste ihn. "Schleimer!" "Nein, das ist mein Ernst, da muss ich ja richtig aufpassen, dass du nicht von einem anderen abgeschleppt wirst. Dann kannst du dein Versprechen nämlich nicht mehr einlösen!" Ich streckte ihm die Zunge raus und überließ Mark das Bad um meine Stiefel zu suchen. Einige Minuten später verließen wir meine Wohnung und machten uns auf den Weg zu der Veranstaltung. Wir benutzten den Hintereingang und liefen geradewegs in den Rest der Gruppe. Alle grinsten und an, ich hatte mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wie die Jungs auf unsere Beziehung reagieren würden. "Kann man euch also gratulieren?" fragte Shane forsch, wobei er gleich einen Rippenstoß und Gillian erhielt. Mark und ich guckte uns an und küssten uns dann. Darauf hörten wir nur klatschen und grölen. "Na also ich hab mich schon gefragte, wie lange das noch mit euch gehen soll? Es war doch klar, dass ihr zusammen kommt!" Die Jungs und ihre Freundinnen gratulierten uns, Kerry zwinkerte mir zu und nahm mich in den Arm. "SO Jungs ihr müsste euch fertig machen, ihr seht die Mädels ja gleich wieder, aber jetzt wird gearbeitet!" Eine Stimme die zu Anto gehörte riss uns aus dem Gespräch. Die Jungs küssten uns schnell bevor sie von Anto auf die Bühne geschleift wurden.
Georgina, Gillian, Kerry und ich schauten uns Backstage den Auftritt der Jungs an. "Mein Gott schaut euch mal die Fans an, die sind ja völlig in Extase!" sagte Geo. "Ja du hast recht, aber ich versteh sie, schau dir unsere Jungs an..." sagte ich und die Mädels stimmten in Lachen ein. Während die Jungs ihren Auftritt und das anschließende Interview absolvierten, amüsierten wir uns prächtig. Ich war froh, dass ich mich auch mit Gill und Geo so gut wie mit Kerry verstand. Beide waren kein bisschen eingebildet, obwohl sie sehr gut aussahen und sie sich alles erdenkliche kaufen konnten. Ehe wir uns versahen, standen die Jungs schon wieder in der Tür. "Na da seid ihr ja schon wieder!" riefen wir ihnen entgegen. "Ach komm, ihr habt uns doch schon vermisst!" sagte Nicky und nahm Georgina in den Arm. Auch die anderen kamen zu ihren Freundinnen uns küssten sie. Nur Kian stand etwas abseits da und wusste nicht genau, wohin er schauen sollte. "Mhh Kian, jetzt brauchen wir nur noch für dich eine Freundin!" sagte Shane. "Ich hätte wetten können, dass du eher eine Freundin hast als Mark. Doch da hat uns unser Kleiner wohl vollkommen überrascht!" grinste Bryan und strich Mark über die Haare, worauf er ihm aber für den ‚Kleinen’ einen bösen Blick zuwarf. Ich bemerkte dies und küsste ihn schnell, was ihn wohl wieder besänftigte. "So und was machen wir jetzt?" fraget Nicky versöhnlich. "PARTY!!!" rief Bryan und wir mussten lachen, weil er dies mit einer solchen Euphorie sagte. "Also die Wagen stehen draußen bereit, wir haben zwei Vans, die euch zur Aftershow bringen. Aber ihr solltet euch beeilen, sonst bekommt die Presse davon Wind!" mischte sich Anto ein.
Deshalb machten wir uns schnell auf den Weg. Doch als wir die Halle verließen, waren die beiden Autos schon mit Fotographen und Reporten umzingelt. "Vic jetzt wird’s offiziell, sie Fotographen werden Fotos von uns machen. Aber ignorier einfach ihre Fragen und folge mir einfach." Ich nickte und Mark ergriff meine Hand. Wir schlängelten uns durch die Presseleute, die die Bodyguards versuchten zurück zu drängen, was aber nicht richtig klappte. Einige Sekunden sah ich nur grelles Blitzlicht, ich spürte, wie Mark seinen Griff verstärkte und mich durch das Gewühl zog. Dann saßen wir auch schon ihn einem der Wagen. Ich atmete tief durch. Als die Tür geschlossen wurde lehnte ich mich erleichtert an Mark an. "Herzlichen Glückwunsch. Du hast soeben die erste Hürde genommen, die Presse ist das schlimmste!" sagte Gill, die mir gegenüber saß. Ich dachte an Kerrys Worte, die mir sagte, dass Louis das Schlimmste war. Was würde denn noch am Schlimmsten werden? Doch diese Gedanken schob ich beiseite und als wir bei der Party angekommen waren, ging ich schon etwas routinierter durch das Blitzlichtgewitter der Presse, die selbstverständlich auch hier auf die Stars warteten.
Der Abend verlief dann aber doch noch sehr entspannt. Auf der Party selbst waren nur ein paar Kamerateams, von denen ich aber kaum Notiz nahm, sondern mich auf meinen Freund konzentrierte. Wir tanzten sehr viel und ich war mir sicher lange nicht mehr so viel Spaß gehabt zu haben. "Vic, wollen wir nicht mal nach Hause fahren?" fragte Mark mich, als ich einen Tanz mit Kian beendet hatte. "Wieso denn jetzt schon, Schatz?" fragte ich etwas irritiert. "Weil du noch ein kleines Versprechen einzulösen hast..." Er grinste mich an und küsste mich dann innig. "Na wenn das der Vorgeschmack auf das sein soll, können wir jeder Zeit fahren." erwiderte ich. Wir verabschiedeten uns noch von den anderen und bestellten uns ein Taxi, das auch sofort kam. "Mark, du wirst dich doch wohl noch ein paar Minuten gedulden können!" ermahnte ich ihn, als er ständig versuchte mich im Auto zu küssen. "Immer diese Selbstdisziplin, die muss ich schon genug bei meinen Auftritten haben!" sagte er schmollend. Ich lachte und küsste ihn. Der Taxifahrer warf uns einen vielsagenden Blick durch den Rückspiegel zu. Als wir bei mir ankamen, und Mark bezahlen wollte, sagte der Taxifahrer: "Nein lassen sie mal, wenn sie mir ein Autogramm für meine Tochter geben können, reicht das schon. Denn sie sind doch Mark Feehily von Westlife, oder?" "Ja kein Problem!" Mark ergriff den Stift und ein Stück Papier und kritzelte mit einer geübten Handbewegung seinen Namen darauf. "Sie wissen aber, dass die gerade die tiefsten Träume junger Mädchen zerstört haben?" fragte der Fahrer mit einer Prise Ironie in der Stimme und wir schauten ihn fragend an. "Na wenn sie jetzt eine Freundin haben, die auch noch so hübsch ist, woran sollen ihre Fans dann noch glauben?" erklärte er nun. Wir lachten und zuckten die Schultern. "Na dann müssen sie sich eben an Kian wenden, der ist nämlich noch auf der Suche!" erwiderte Mark. "Ok ich werd’s meiner Tochter ausrichten, schönen Abend noch ihnen beiden!" Wir verabschiedeten uns ebenfalls und machten uns auf den Weg zu meiner Wohnung.
Schon im Treppeneingang begann er mich wild zu küssen, wobei wir wohl etwas zu viel Lärm gemacht hatten, denn keine Sekunde später streckte eine ältere Nachbarin den Kopf zur Tür heraus. "Wer macht denn hier so einen Lärm? Das ist Ruhestörung!!! Es gibt auch Leute die schlafen wollen!" rief sie ins Treppenhaus. Mark und ich schauten uns an und versuchten vergeblich unser Lachen zu verkneifen. "Unverschämtheit, auch noch zu feige um sich zu melden!" schrie sie weiter in einem grellen hohen Ton. "Tut mir Leid Mrs. Glasman, schönen Abend noch!" Ohne auf ihre Antwort zu warten, schloss ich meine Wohnung auf und wir ließen die Nachbarin alleine im Treppenhaus stehen. "So jetzt aber zu deinem Versprechen Süße..."
Erschöpft legte ich mich auf Marks nackte von Schweißperlen übersäte Brust. "Wow." sagte ich nach einer Weile. "Es war perfekt." Ich hörte seinen aufgeregt schlagendes Herz, dass sich langsam wieder beruhigte. "Es war wunderschön." Er küsste meine Haare und streichelte langsam hin und her über meine Schulter. Ich zwirbelte seine Brusthaare, dann richtete ich mich auf und küsste ihn. "Mark, ich bin so glücklich mit dir. Versprech mir, dass das nie aufhört!" Er lächelte. "Ich versprech es dir!" Er zog mich zu sich und küsste er meine Stirn, dann meine Nasenspitze, bis ich ihn dann lange auf den Mund küsste. Nach einer Weile schliefen wir erschöpft aber sehr glücklich ein.
Warum konnte ich mir nicht angewöhnen, die Vorhänge zu zumachen? Fragte ich mich, als ich wie immer durch einige Sonnenstrahlen aufgeweckt wurde. Ich blinzelte und erkannte Mark, der noch tief und fest schlief. Vorsichtig stand ich auf, bedacht darauf, ihn nicht zu wecken. Schnell suchte ich mir ein paar Sachen zusammen und machte mich im Bad fertig. Ich wollte zum Bäcker laufen und Brötchen holen, damit das Frühstück nicht wieder an Toast scheitert, wie bei letzten Mal. Leise zog ich dir Tür zu und stieg die Treppen runter. Beim Bäcker hatte sich eine Schlange gebildet. Mein Blick fiel auf den Zeitungsständer, der diverse Klatschblätter zum Verkauf anbot. Was ich da sah ließ mich im ersten Moment zusammen zucken. Ich nahm eine Zeitung aus dem Ständer und überflog das Titelfoto. Darauf zu sehen waren Mark und ich, wie wir zwischen Georgina und Bryan Hand in Hand aus dem Van stiegen. Weitere kleinere Fotos dokumentierten unseren gesamt gemeinsamen Abend, inklusive der Aftershowparty, bei der wir nicht nur Händchen hielten. Dazu wurden noch einige sogenannte "gute Bekannte", beziehungsweise "Insider" zu unserm Verhältnis befragt, die aussagten, dass wir schon seit mehreren Monaten daten würden. So war es also, mit einem Star liiert zu sein. Komisch war es, sich selbst auf dem Titelbild einer Zeitung zu sehen, obwohl man weder berühmt noch interessant war. Was ging es andere Leute an, mit wem und wie Mark Feehily seine Freizeit verbringt? Doch daran musste ich mich jetzt wohl gewöhnen, wenn ich mit Mark zusammen sein wollte. Und das wollte ich definitiv. "Miss, was darf’s sein?" holte mich die Bäckerin aus meinen Gedanken.
Zusammen mit der Zeitung und einer Tüte noch warmer Brötchen öffnete ich die Haustür. Leise legte ich den Schlüssel aus die Kommode, die im Flur stand und ging in die Küche. Dort setzte ich Café auf und bereitete das Frühstück vor. Die Zeitung legte ich gedankenverloren auf den Tisch. Dann ging ich zu Mark, der noch immer, in der Decke eingewickelt, seelenruhig schlief. Vorsichtig zog ich ihm die Decke weg, die er sich jedoch ohne einen Ton zu sagen wieder nahm und sich, als Reaktion darauf, nur auf die andere Seite drehte. Ich kniete mich über ihn und küsste ihn sanft auf die Stirn. Ohne die Augen zu öffnen hob er seinen Arm und legte ihn um meinen Nacken und zog mich zu sich runter. Ich küssten ihn auf den Mund. "Guten Morgen!" "So kannst du mich ab jetzt immer wecken!" sagte er und lächelte. "Komm, Frühstück ist fertig!" "Also wenn sich das wieder auf Toast reduziert bleibe ich lieber noch hier liegen..." Ich warf ihm ein Kissen ins Gesicht. "Also bis vor kurzem war ich ein Einpersonen-Haushalt, und da hat mir Toast immer gereicht! Aber ich bin natürlich flexibel und hab an dich gedacht. Ich war beim Bäcker." "Du bist perfekt, daran könnte ich mich gewöhnen." "Solltest du aber besser nicht, nächstes Mal kannst du nämlich selber Brötchen holen!" rief ich auf dem Weg in die Küche. Wenige Sekunden später stand er mit zerzausten Haaren in der Küche und zog sich ein T-Shirt über. Sein Blick fiel auf die Zeitung, er nahm sie und sah sich das Foto genau an. "Und, was sagst du dazu?" fragte er mich, mit einer unsicheren Stimme. Ich stellte die Kaffeekanne auf den Tisch und schaute ihn an. "Was soll ich dazu sagen? Die Leute denken sich doch sowieso ihren Teil. Früher oder später wäre es doch so oder so herausgekommen. Es war doch abzusehen, dass auf einer Promiparty auch Reporter sind. An solche Schlagzeilen werd ich mich wohl in Zukunft gewöhnen müssen, oder was meinst du?" Er schien erleichtert über meine Aussage zu sein, denn seine Lippen formten ein Lächeln. "ich bin froh, dass du damit so locker umgehst. Es wird nicht einfach werden, es wird viel in der Presse gelogen. Aber wenn wir uns vertrauen, schaffen wir es." Er kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. "Ich liebe dich, uns wird nichts auseinander bringen!" flüsterte ich. Er küsste mich. "Ich weiß, ich dich auch."
Während des Frühstücks hatten wir beschlossen, gemeinsam nach Sligo zu fahren. Dort würde ich Marks Familie kennenlernen. "Meinst du, deine Eltern werden mich mögen?" fragte ich, als wir im Auto saßen. "Nein, sie werden dich nicht nur mögen, sie werden dich lieben." Nervös spielte ich mit dem Gurt herum und suchte ständig neue Radiosender. "Na das hoffe ich mal. Mit den Eltern meines letzten Freunds kam ich nämlich nicht wirklich aus." "Ach mach dir keine Gedanken, meine Eltern sind wirklich ok. Wenn ich glücklich bin, sind sie es auch. Und ich bin so glücklich wie nie!" versuchte er mich zu beruhigen. "Na wenn du das sagst." gab ich nur von mir. Nach ein einhalb Stunden Fahrt, bogen wir in eine kleine Seitenstraße ein. Ich erinnerte mich, schon einmal hier gewesen zu sein, als Kian und ich Mark nach der Party nach Hause gebracht hatten. Bei Helligkeit wirkten die großzügig gebauten Einfamilienhäuser noch gepflegter und ordentlich als bei Nacht. Die Häuser waren weiß gestrichen und jede Tür hatte eine andere Farbe. Wir bogen in die Einfahrt eines Hauses mit weinroter Tür ein. Als wir ausstiegen, wurde wie von selbst die Tür aufgemacht und ein Hund rannte auf Mark zu. Dann folgten Marks Eltern. Ich erkannte sie von Fotos, die ich damals im Haus gesehen hatte.
"Snoopy!" rief Mark und ging in die Knie, um den Hund zu begrüßen. Doch dann machten sich Marks Eltern bemerkbar. "Willst du uns nicht deiner Freundin vorstellen?" fragte Marks Vater und lachte. "Hi Mum, hi Dad!" Mark ging hin über zu seinen Elter und umarmte sie. "Also, das ist Victoria. Vic, das sind meine Eltern." stellte er uns vor. "Hallo, schön sie kennen zu lernen." sagte ich und gab ihnen die Hand. "Ja wir freuen uns auch, Mark hat ja schon einiges von dir erzählt Victoria. Aber wollt ihr nicht reinkommen?" sagte Marie. Wir folgten ihr in das Wohnzimmer und setzten uns an den Tisch. "Wollt ihr etwas trinken?" fragt Marie. "Ja gerne, warten sie, ich werde ihnen helfen." sagte ich und ging zusammen mit Marie in die Küche. "Sie du kannst mich ruhig Marie nennen, Victoria." bot sie mir an. "Danke gerne, aber nur wenn du mich Vic nennst, so nennen mich alle, auf Victoria höre ich kaum." erklärte ich ihr. Sie war damit einverstanden. Während wir die Getränke zusammenstellten, sprachen wir über einige Dinge und ich war wirklich froh, dass Marie sehr freundlich und offen war. Mark und sein Vater betraten die Küche. Oliver bot mir auch sofort das "du" an, was mir sehr gefiel, so wirkte alles schon etwas vertrauter.
"Wo sind eigentlich Barry und Colin?" fragte Mark nach einiger Zeit. "Also Barry ist bestimmt wieder bei irgendeiner neuen Freundin und Colin ist im Kino." antwortete Oliver. "Neue Freundin? Also als ich in seinem Alter war, lief das aber nicht so. Er hat ja ständig jemand neues!" sagte Mark etwas überrascht und nahm einen Keks aus der Schale, die Marie hingestellt hatte. "Ja, aber du hattest auch keinen berühmten Bruder!" erklärte Marie. "Zieht er etwa immer noch die Nummer ab, dass sein Bruder doch der Mark von Westlife sei?" fragte Mark entgeistert und verdrehte die Augen. "Wir haben schon versucht ihm das abzugewöhnen, aber er ist der festen Überzeugung, das dies der tot sichere Anmachspruch sei!" Wir mussten lachen, obwohl Mark es scheinbar gar nicht so komisch fand.
An dem Tag besuchten wir noch Shane. Er zeigte mir die Stallung und die Pferde, doch zu einem Ausritt konnte er uns nicht überreden. Gill und Kian waren auch gekommen, und so saßen wir bis spät in die Nacht noch bei Shane und schauten uns Videos an. Es war schon spät als wir uns verabschiedeten und ich war froh, dass Mark mir angeboten hatte, bei ihm zu übernachten. So musste wir nicht noch den ganzen Weg nach Dublin zurückfahren und außerdem waren wir schon sehr müde. "Es war wirklich schön heute." sagte ich, als wir Hand in Hand zurück zum Haus von Marks Eltern gingen. "Ja finde ich auch." Die Nacht war sternenklar und die kühle Luft war durch den ständigen Regen sehr sauber gewaschen. "Deine Eltern sind auch unglaublich nett. Jetzt muss ich nur noch deine Brüder kennenlernen." Ich musste grinsen, weil ich mir noch zwei weitere von Marks Sorte unmöglich vorstellen konnte. "Mach dir keine Sorgen, die sind wirklich ok." "Nein ich mach mir keine Sorgen. Deine Familie ist toll. Schade, dass meine Familie in Deutschland wohnt, so wirst du sie wohl vorerst nicht kennenlernen." Es war oft schwer für mich, so weit weg von meinen Eltern und meinem Bruder zu leben, denn ich hatte mich direkt nach meinem Abitur dazu entschlossen, in Dublin zu studieren. "Wir können sie ja mal besuchen!" schlug Mark vor, als er die Haustür öffnete. Im Wohnzimmer brannte noch Licht. Dort saßen Marks Eltern und schauten sich einen Film an.
"Und, hattet ihr noch einen schönen Tag?" fragte Oliver. "Ja, es ist wunderschön hier. Ich kannte von Irland bisher nur Dublin und Umgebung, aber hier ist es noch schöner! Davon können wir in Deutschland nur träumen..." sagte ich und dachte an die wenigen grünen Flecken in meiner Heimatstadt zurück. "Du bist hier jeder Zeit willkommen!" sagte Marie freundlich. "Mark, wollt ihr jetzt noch zurück nach Dublin fahren?" fragte sie dann besorgt. "Nein, wir fahren erst wieder morgen. So kann Vic auch noch Barry und Colin kennenlernen." erklärte er. "Dann ist gut, die beiden wollten dich auch sehr gerne sehen. Sie sind immer sehr kritisch, wenn es um die Freundin ihres Bruders geht." sagte Oliver und zwinkerte mir zu. "Na dann hoffe ich doch mal, dass ich morgen einen guten Eindruck hinterlasse!" antwortete ich. "Keine Sorge, das hast du schon." mischte sich nun auch wieder Marie ein. Ich lächelte glücklich. Wir wünschten den beiden eine gute Nacht und ging in Marks Zimmer. Ich machte mich schnell fertig. Zum Schlafen gab Mark mir mehr oder weniger freiwillig eines seiner Shirts. "Also eigentlich müsstest du das gar nicht anziehen!" sagte er und küsste mich. "Hey, so fangen wir erst gar nicht an. Immerhin sind wir hier bei deinen Eltern. Dann ist mein ganzer schöner Eindruck wieder weg!" Ich lachte und zog das T-Shirt über.
Langsam schlug ich meine Augen auf und sah Mark, der mich anlächelte. "Du siehst echt süß aus, wenn du schläfst." sagte er leise. Ich konnte nur müde lächeln. "Das find ich nicht." Ich drehte mich um und versuchte noch etwas weiter zu schlafen. Doch Mark machte mir einen strich durch die Rechnung, er legte sich zu mir und begann meinen Nacken zu küssen. "Mark du bist gemein, ich will noch schlafen!" versuchte ich ihn zu stoppen. "Schlafen kannst du noch, wenn ich wieder weg bin." Ich drehte mich zu ihm um und sah sein verschmitztes Grinsen. "Mhh, ich glaub du hast die besseren Argumente..." Ich küsste ihn leicht, er erwiderte meinen Kuss und wurde fordernder, worauf ich nur all zu gerne einging. "Meinst nicht wir sollten langsam mal aufstehen?" fragte ich Mark nach einiger Zeit. Er schaute auf die seine Uhr, die auf dem Nachttisch lag und gab mir recht. Wir zogen uns schnell an und gingen dann gemeinsam nach unten, wo schon der Rest der Familie versammelt war.
"Morgen ihr beiden, habt ihr gut geschlafen?" begrüßte uns Marie. "Mark!" riefen seine beiden Brüder gleichzeitig und stürmten auf ihn. "Na, wie geht’s? Wie läuft’s mit deiner neuen Flamme, Barry?" fragte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Mum was hast du schon wieder erzählt?" fragte Barry vorwurfsvoll. "Ich? Ach na ja..." "wie dem auch sei, dass her ist Vic, meine Freundin!" stellte Mark mich nun vor. Barry und Colin begrüßten mich. "Bist du das, bei der sich Mark bei dem Auftritt neulich entschuldigt hat?" fragte Colin. "Ja, ich hoffe schon!" antwortete ich und sah Mark fragend an. "Was hat er denn gemacht?" fragte Colin ahnungslos weiter. "Ähm, das erzähl ich dir ein anderes Mal, also ich hab jetzt Hunger, ihr nicht?" versuchte Mark vom Thema abzulenken, ich grinste, denn Mark war das Thema merklich unangenehm. "Also meine Freundin hat sich schon gefragt, wer die glücklich ist, bei der sich Mark entschuldigt hat." mischte sich nun wieder Barry ein. "Du meinst wohl eher die, die ihn ertragen muss..." verbesserte ihn Colin. "Hey, jetzt werdet mal nicht frech, ich bin immer noch der Ältere!" Wir lachten über die Auseinandersetzung der Geschwister, die sie wirklich genießen zu schienen, wahrscheinlich weil sie nur selten dazu kamen und begannen mit dem Frühstück. Die beiden Jungs waren wirklich toll. Sie waren so stolz auf ihren großen Bruder und konnte nicht aufhören zu erzählen, wie viele Preise Mark schon mit Westlife gewonnen hatte. Außerdem versuchten sie mich davon zu überzeugen, dass sie auch irgendwann eine Band gründen werden, um dann mit Westlife in Konkurrenz zu treten. "Ja, ja aber erst mal beendet ihr beiden eure Schule!" sagte Marie. "Oh Mum, Mark braucht auch nicht mehr Mathe, wozu denn noch Schule?" erwiderte Colin. Mark schaute mich an und grinste. "Was wär denn wenn Mark nicht jedes mal nachrechnen würde, wenn er einen Auftritt hatte, ob er genug Geld bekommen hätte. Dann würd man ihn doch ganz schön übers Ohr hauen, oder was meinst du?" antwortete Oliver in einem ironischen Ton, den Colin aber nicht wahrnahm. "Na gut, dann mach ich noch schnell die Schule fertig, aber dann werd ich Popstar!" "Ok, so können wir das machen!" stellte Marie ihren Sohn zufrieden.
Nach dem Frühstück, dass sich noch eine Weile lang zog, suchte Mark und ich unsere Sachen zusammen und verabschiedeten uns. Aber nicht ohne zu versprechen, das wir sie bald wieder besuchen würden. "Deine Familie ist der Hammer!" sagte ich, als wir im Auto Richtung Dublin saßen. "Tja was glaubst du weshalb ich so toll bin?" fragte er mich mit einem gespielt selbstverständlichen Ton. "Also ich glaub deine Fans haben dich echt verzogen, du bist einfach viel zu überzeugt von dir selbst!" "Aber du liebst mich trotzdem!" fiel er mir ins Wort.
Wir fuhren nach Dublin, aber nicht ohne an einem Strand etwas außerhalb zu halten und uns einfach nur in Ruhe in den Sand zulegen und das Meer rauschen zuhören. "Es ist einfach unglaublich." sagte ich ach einer Weile. "Was?" fragte er mich. "Alles, ich meine du, ich. Vor einigen Monaten hätte ich mir das noch nicht träumen lassen. Und jetzt lieg ich hier mit dir. Ich war noch nie so glücklich!" Ich setzte mich auf und schaute mich um. Am Wasser spielten einige Kinder und etwas weiter entfernt sah man ihre Eltern, die sich sonnten. Es war einer dieser unglaublichen Tage voller Sonnenschein, im Grunde völlig untypisch für Dublin. "Ich bin auch glücklich. Nein, du bist diejenige die mich glücklich macht." sagte er und setzte sich auch auf. Er schaute mich mit seinen himmelblauen Augen an, in denen ich immer wieder zu versinken schien. Ich lächelte, so etwas hatte noch kein Mann bisher zu mir gesagt. Als Dank küsste ich ihn sanft. "Ich liebe dich. Ich werde dich immer lieben Vic, du bist das Beste was mir je passiert ist."

* ca. drei Jahre später *
"Ok Mark, du kommst morgen Abend wieder zurück, hab ich das jetzt richtig verstanden?" fragte ich Mark noch einmal. "Also wenn Anto nicht noch einen Termin einschiebt, dann bin ich morgen endlich wieder bei dir!" antwortete er mir. "Na dann hoffen wir mal das beste, ich hab dann auch eine kleine Überraschung für dich!" schnitt ich das Thema an, was ich schon lange mit ihm besprechen wollte. Leider hatte ich dazu bislang keine Gelegenheit bekommen. "Na da bin ich ja sehr gespannt... Kannst du mir nicht schon mal einen Tipp geben?" fing er darauf an zu fragen. "Ja, je früher du hier bist, desto eher wirst du es erfahren!" Ein Lächeln ging über meine Lippen, da ich genau wusste, wie sehr Mark sich jetzt ärgerte. "Du bist echt gemein Vic, jetzt hab ich dich schon 5 Wochen nicht gesehen und jetzt spannst du mich auch noch so auf die Folter." Er hatte einen quengeligen Ton aufgesetzt, den ich bislang nur von kleinen Kindern kannte. "Komm, den einen Tag musst du dich jetzt auch noch gedulden. Ach übrigens, ich soll dich von Marie und Oliver grüßen, die beiden waren gestern zu Besuch." fügte ich schnell noch hinzu, um vom Thema abzulenken. "Danke, was haben sie denn bei uns gemacht?" "Sie mussten etwas für ihren Urlaub in Dublin besorgen und sind dann auf einen Sprung vorbei gekommen." erklärte ich ihm. "Ach so richtig sie fliegen ja nach . Tut mir Leid Süße, Shane ruft gerade, wir haben noch ein Shooting. Ich meld mich morgen noch mal!" "Ist gut, grüß alle, ok? Und Schatz, ich liebe dich!" "Ich dich auch, ich freu mich schon auf morgen!" beendete er das Gespräch.
Mark und ich waren jetzt schon fast drei Jahre zusammen. Allen Befürchtungen zum Trotz sind wir zusammen geblieben. Mark und ich zogen in ein, etwas außerhalb von Dublin liegendes Haus. Eigentlich ist es zu groß für uns gewesen, aber wir beide fanden es so schön, deshalb haben wir es trotzdem genommen. Allerdings fühlte ich mich oft einsam, wenn Mark wieder mal weg war, was bei seinem Beruf eher Regel aus Ausnahme war. Westlife hatte in den letzten Jahren noch mehr Erfolg. Ihr Fan-Gemeinde wuchs und wuchs. Mittlerweile hatte sie auch in Amerika Fuß gefasst, deshalb war es nicht ungewöhnlich, dass er noch an einem Tag in Europa, am anderen aber schon wieder in Amerika oder Japan war. Doch morgen sollte ich ihn endlich wieder sehen! Mit dem Gedanken ein letztes Mal alleine einschlafen zu müssen legte ich mich ins Bett.
"Hey Kez, was gibt’s?" fragte ich sie am nächsten Morgen, als sie mich anrief. "Hi Vic, ich wollt nur fragen ob wir später zusammen zum Flughafen fahren. Gina kommt auch mit." meldete sich eine ausgesprochen gutgelaunte Kerry. "Da muss ich doch nicht lang überlegen, klar komm ich mit. Wann soll ich bei dir sein?" "Komm wann du willst. Ich bin sowieso wegen der beiden Kids hier und ein bisschen Gesellschaft könnte mir nicht schaden!" antwortete sie. "Ok, ich wollte nur noch etwas aufräumen. Aber dann komm ich!" sagte ich überschwänglich. "Aber immer mit der Ruhe, du weißt schon, stress ist nicht gut für dich..." beschwichtigte sie mich. "Ja Kez, mach dir keine Sorgen, also bis gleich!"
Schnell räumte ich noch das Schlafzimmer auf. Auch im Bad räumte ich noch einiges an seinen Platz. Immer wenn Mark nicht zu Hause war, kam wieder meine schlampige Art zum Vorschein. Mit Vorliebe ließ ich alles stehen und liegen, doch zum aufräumen zwang ich mich immer erst in der letzten Minute. Auch im Wohnzimmer herrschte Chaos, mein Versuch, dies zu beseitigen schlug zwar fehl, aber ich baute darauf, dass sich Mark heute Abend auf etwas anders als das unordentlich Wohnzimmer konzentrierte...
Anschließend zog ich mich um, ich wählte eine einfach Jeans und ein enges T-Shirt, das mir Mark vor einiger Zeit aus Hongkong mitgebracht hatte. Dann suchte ich noch mein Handy und das Portemonnaie, steckte es in eine Tasche und schnappte mir meine Autoschlüssel. Ich saß schon fast im Auto, als mir noch das wichtigste eingefallen ist, eine Mütze. In den drei Jahren war es für mich nicht mehr ungewöhnlich auch von der Presse und Fans erkannt zu werden. Anfangs fühlte ich mich unwohl, wenn fremde Leute Fotos von mir machen wollten, oder wenn Mark und mir von Fotographen bei völlig normalen Dinge wie einkaufen aufgelauert wurde. Doch daraus hatte ich meine Konsequenzen gezogen und ging kaum noch ohne Mütze oder wenigstens einer Sonnenbrille aus dem Haus. Die Rushhour in Dublin war die absolute Hölle. Ich ärgerte mich über einige Leute, die wer weiß wo den Führerschein gemacht hatte, aber trotzdem nicht fahren konnten. Meine Stimmung hellte sich erst wieder auf, als im Radio das neue Lied von Westlife ertönte. Sofort hörte ich "meinen Mark", was wieder ein Lächeln auf meine Lippen zauberte. Ja man konnte wirklich sagen, Mark hatte mich in all den Jahren verzaubert.
"Hallo Vic!" lief mir Molly entgegen, und hinter ihr tauchte auch ihre kleine Schwester Lilly auf. "Na ihr beiden, wo ist denn eure Mum?" fragte ich sie. "Warte wir zeigen’s dir!" rief Lilly, die mittlerweile schon fast 4 Jahre alt war und lief mit Molly los. Ich ging etwas langsamer hinter den beiden her und fand Kerry im Garten, sie fischte gerade einige Blätter aus dem Pool. "Na du!" begrüßte ich sie. Sie drehte sich zu mir um, legte den Kescher beiseite und umarmte mich. "Hey du bist ja schon da!" sagte sie. "Soll ich wieder gehen?" fragte ich scherzeshalber. "Nein, lass mal, es ist ganz nett zur Abwechselung mal auf kultiviertem Englisch mit jemandem zu sprechen, sonst red ich ja nur mit Molly und Lilly, wenn Bry nicht zu Hause ist!" sie lachte. "Aber jetzt bin ich ja da. Sag mal, weißt du, wenn die Jungs ankommen?" fragte ich, als wir uns an den Gartentisch setzten. "Bry hat gesagt, sie würden gegen 16. 00 Uhr am Flughafen sein. Ich würde vorschlagen, wir fahren los, wenn Gina gekommen ist. Ich wollte gleich noch schnell die beiden Mädels zu Bryans Mutter bringen, damit wir heute Abend mal ein bisschen Zeit haben für uns..." Ein Lächeln huschte über ihre Lippen.
Als Georgina gekommen war, ging alles sehr zügig. Wir setzten die beiden kleinen in den Wagen, Kerry fuhr sie schnell zu Bryans Eltern, während Geo und ich schon jeweils weiter zum Flughafen fuhren. Schon von Weitem sahen wir einen riesen Menschauflauf, es war wohl klar, dass alle diese hauptsächlich Mädchen auf die Jungs warteten. Wir setzten uns etwas außerhalb in ein Bistro und beobachteten amüsiert den Menschenandrang. "Wenn die wüssten, wie die Jungs wirklich sind..." sagte ich zu Geo, die nur zustimmend nickte. "Ich kann gar nicht glauben, gleich wieder Nicky in meine Arme schließen zu können!" sagte sie nach einer Weile, in der wir in unseren Cafés rumrührten. "Glaub mir ich auch nicht. Ich glaub es auch erst, wenn es soweit ist!" antwortete ich gedankenverloren. "Ah da seid ihr beiden ja! Ich hab euch schon gesucht!" rief Kerry und setzte sich neben uns. "Meinst du etwa wir stellen uns zwischen all die kreischenden Teenies, bei denen Massenhysterie ausbricht, sobald einer der Jungs auch nur den Raum betritt, nein danke!" sagte ich. "Ja ja ich verstehe, aber wir sollten uns trotzdem langsam auf den Weg machen, denn die Jungs sollten jetzt schon gelandet sein." erwiderte sie. "Na dann auf ins Getümmel, hoffentlich hat der Flug keine Verspätung!" So liefen wir drei, alle samt getarnt mit Basecaps zum Gate. Wir konnten uns kaum unterhalten, so laut war es um uns herum. "Ey du bist doch die Freundin von Mark!" rief plötzlich ein Mädchen hinter mir. Ich drehte mich zu ihr um und sie lächelte schüchtern. "Kann ich ein Foto von dir machen?" fragte sie weiter. "Klar, wenn du möchtest." antwortete ich freundlich. Sie machte ein Foto und bedankte sich freundlich. Doch in genau diesem Moment ging ein kreischen durch die Menge. Kerry gab mir ein Zeichen, dass es wohl so weit wäre und sie Jungs ihre obligatorische Show abziehen würden. Wir gingen ein paar Meter zur Seite, um sie sehen zu können. Geo hatte mein Hand ergriffen, damit wir uns nicht verlieren konnten. Ich merkte, wie sich ihre Hand vor Freude zusammenkrampfte, als wir die Jungs endlich sahen. Kerry und mir ging es da in keinem Fall anders. Wir versuchten, genau wie alles anderen, so nah wie möglich an unsere Freunde ranzukommen, was uns jedoch nur schwer gelang, wir erkämpften uns jeden Zentimeter. Auch schreien half natürlich nicht, weil sie von allen Seiten ihre Namen hörten. So schlängelte wir uns immer näher heran, bis Nicky und endlich erkannte und Mark und Bryan ein Zeichen gab. Jetzt gab es kein Halen mehr für mich. Ich löste mich von Geos Hand und fiel Mark um den Hals. "Endlich!" sagte ich ihm ins Ohr. "Ich hab dich so vermisst!" antwortete er und küsste mich. Dann ergriff er schnell meine Hand und zog mich aus der Menschenmasse heraus. Schnell gingen wir zu meinem Auto. "Wo sind denn deine Koffer?" fragte ich verwirrt. "Anto hat versprochen, sie uns später vorbei zu bringen, damit wir jetzt schnell nach Hause können!" sagte er und ließ sich erleichtert auf dem Beifahrersitz nieder. Ich startete das Auto und fuhr los.
Zu Hause legten wir uns erst mal auf die Couch und kuschelten. Sein einzigartiger Duft, den ich so lange vermisst hatte, stieg mir wieder ein die Nase. Ich küssten in zart auf den Mund. Doch er reagierte gar nicht auf meinen Versuch ihn zu küssen. Ich richtete mich auf und sah ihn irritiert an. "Was ist los, hab ich etwas falsch gemacht?" fragte ich unsicher. Er grinste, was mich nur noch mehr verwirrte. "Du hast doch noch eine Überraschung für mich..." Erleichtert über seine Aussage lachte ich selbst los. "Mhh, eigentlich musst du dich dazu noch etwas gedulden!" sagte ich und nun wusste er nicht recht, was vor sich ging...
"Wieso, du hast doch gesagt-" setzte er beleidigt an. "Ich weiß genau was ich gesagt habe, aber du musst dich trotzdem noch ca. 8 Monate gedulden, schneller geht’s eben nicht." fiel ich ihm ins Wort und schaute ich unschuldig an. Er riss seine Augen auf und ich konnte ganz deutlich das Leuchten in ihnen erkennen. "Du ... du meinst ... ich … ich werd Daddy? Wir bekommen ein Kind?" "Also ich geh doch stark davon aus, dass du der Vater bist und noch was, ich bekomm das Kind, du wirst wahrscheinlich nur daneben stehen, Schatz!" sagte ich lachend. Er schaute mich schief an, stimmte dann aber auch in lachen ein. Doch dann widmete er sich meinem Bauch. "Na du Kleiner, hier ist dein Daddy!" sagte er und strich mir sanft über den, noch flachen Bauch. "Woher willst du wissen, dass es ein Junge ist?" fragte ich ihn. "Wieso denn nicht, oder weißt du schon was?" fragte er zurück und küsste meinen Bauchnabel. "Nein, aber es kann doch auch ein Mädchen sein, oder willst du lieber einen Jungen?" "Das ist völlig egal, Hauptsache gesund und mindestens genauso so schön wie seine Mutter..." er lächelte mich an. "Ja und die Stimme vom Vater und deine Augen und dein Lächeln und dein Charme und-" "Na dann müssen sich meine Gene ja richtig ins Zeug legen!" sagte er. "Ach es wird sowieso das schönste Kind, bei den Eltern..." Ich war froh, dass Mark so positiv reagierte. Es hätte ja auch sein können, dass er noch nicht zu einem Kind bereit gewesen wäre, aber so wie er sich freute, schien er schon längst darauf gewartet zu haben. Ich richtete mich auf. "Willst du auch was trinken?" fragte ich. "Du legst dich jetzt schön wieder hin und ruhst dich aus, immerhin musst du dich jetzt schonen." sagte er und drückte mich sanft ins Sofa zurück. "Mark jetzt übertreib mal nicht, man sieht es mir noch nicht mal an, dass ich schwanger bin, jetzt mach nicht so einen Aufstand." Ich stand wieder auf und folgte ihm in die Küche, wo er schon eine Flasche Wasser öffnete. "Aber du musst mir versprechen jetzt mehr aufzupassen und dich keinem Stress mehr auszusetzen, ok?" fragte er besorgt. "Ok, aber mach dir keine Sorgen, mein Arzt hat gesagt ich habe nicht zu befürchten. Ich bin völlig gesund und das Kind auch." Sein Augen sahen mich erleichtert an.
Er umarmte mich. "Du machst mich zum glücklichsten Mann der Welt!" flüsterte er mir ins Ohr, dann küsste er meine Halsbeuge. "Jetzt werden wir eine richtige kleine Familie." erwiderte ich überglücklich. "Sag mal, darf man eigentlich, na ja du weißt schon..." begann er und grinste verschmitzt. "Du meinst ob wir miteinander schlafen dürfen?" vollendete ich seinen Satz und er nickte verschämt. "Also mein Arzt meinte, dass wäre sogar gut, denn es würde ja entspannen..." sagte ich in einem Unschuldston. "Na was hältst du denn dann von einem richtig schön entspannenden Abend für uns beide heute?" fragte er mich, wobei die Betonung auf entspannend lag. "Das klingt nicht schlecht." antwortete ich und zog ihn hinter mir ins Schlafzimmer her...
"Vaterfreude im Hause Feehily?" Diese Überschrift prangerte in großen fettgedruckten Buchstaben an jedem Kiosk an dem ich in den letzten Tagen herlief. Mark und ich hatten versucht die Schwangerschaft so lange wie möglich geheim zu halten. Nur unsere engsten Freunde wussten etwas davon, doch jetzt war es fast unmöglich noch etwas zu vertuschen. Mein Bauch wuchs und wuchs. Ich war mittlerweile im 5. Monat. Mark versuchte mich so oft wie möglich zu den Untersuchungen zu begleiten. Dabei schienen wir wohl fotografiert worden zu sein, denn jetzt sah ich ihn und mich, wie wir ein Ultraschallbild ansehend aus der Praxis kamen. Ich ärgerte mich, dass wir so unvorsichtig gewesen waren, doch meinen Bauch der schon einer kleinen Kugel glich konnte ich nur noch unter schlabbernden Sachen verstecken, die nun gar nicht gerne anzog.
"Mark?" rief ich, als ich wieder zu Hause war. "Ich bin im Badezimmer Süße!" antwortete er mir. Ich ging hoch und fand ihn, wie er sich gerade rasierte. "Na wie geht’s euch beiden heute?" fragte er mich in einem liebevollen Ton. "Seitdem diese morgendlich Übelkeit weg ist, geht’s mir blendend." antwortete ich und stupste ihm etwas Rasierschaum auf die Nase. "Aber Mark, es geht nicht mehr so weiter. Die Presse ist sowieso schon am spekulieren, ob wir ein Kind bekommen und ich habe keine Lust mehr in diesen Schlabbersachen rumzulaufen. Ich denke es ist an der Zeit, die Schwangerschaft zu bestätigen." Auf Marks Stirn bildeten sich einige kleine Falten, er schien nicht besonders glücklich über meinen Vorschlag zu sein. "Wenn du meinst. Ich werde dann zwar noch mehr Angst um dich haben. Aber du hast Recht, wir könnten es sowieso nicht mehr lange geheim halten. Ich werde Louis bitten, eine Pressemitteilung rauszuschicken." Ich küsste ihn überglücklich. Nun würde es also offiziell werden, alle würden es wissen, Mark Feehily und Victoria McKeen würden ein Kind bekommen.
Später am Tag, ich lag auf dem Sofa und las etwas, kam Mark zu mir. "Sag mal Schatz, was hast du Lust am Wochenende mit zu einem Gig in London zu kommen? Wir könnten schon Freitag fliegen und vielleicht noch ganz in Ruhe in London shoppen gehen, oder einfach mal wieder Zeit für uns haben. Samstag hätten wir dann den Auftritt und noch eine Fernsehshow. Und Sonntag könnten wir ausschlafen und später wieder nach Dublin fliegen. Na was sagst du, oder wird dir das vielleicht zu viel?" schlug er mir vor und strich mir, wie so oft, liebevoll über den Bauch, der sich durch mein enges T-Shirt durchdrückte. "Na hör mal, wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nicht krank sonder schwanger bin, das ist ein maßgeblicher Unterschied mein Schatz!" ich lachte, da ich es liebte, wenn er sich um mich und das Baby sorgte. "Aber natürlich komm ich mit, wenn wir auf deine Kreditkarte shoppen gehen.." ich grinste ihn scheinheilig. "Alles was du willst, Hauptsache ihr beide seid bei mir!" Er küsste mich zärtlich auf meine Lippen. "Und du weißt, dass zwei Frauen mehr einkaufen als eine." Seine Augen weiteten sich. "Moment, wieso zwei Frauen?" er schaute auf meinen Bauch. "du meinst es wird ein Mädchen?" fragte er mich aufgeregt. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. "Also heute glaube ich schon." Nun sah er mich völlig irritiert an. "Wie, wieso heute?" "Ach ich weiß nicht, manchmal denke ich, es wird ein Junge, aber heute bin ich mir fast sicher, es wird ein Mädchen!" "Ach so, weibliche Intuition oder wie seh ich das?" Ich nickte und warf ein Kissen nach ihm.
"Vic lass den Koffer doch stehen, ich hol ihn doch gleich!" rief Mark mir entgegen, als wir am Flughafen ankamen und ich meinen Koffer auf einen Gepäckwagen heben wollte. "Ja und hinterher steht er dann noch hier, während wir schon längst in London sind Schatz!" antwortete ich ihm und stellte den besagten Koffer auf den Wagen. "Hey, du unterschätzt mich Süße!" Er stellte seinen Koffer auch auf den Wagen und küsste mich. Doch wir wollten keine Zeit verlieren und so schnell wie möglich einchecken. Auch wenn der Flug nicht offiziell bekannt gegeben wurde, warteten natürlich einige Fans auf ihre Stars. Während Mark die Autogrammwünsche befriedigte, vertrieb ich mir meinen Zeit damit, die Überschriften einiger Zeitungen zu überfliegen. Anfangs war es für mich interessant gewesen zu sehen, wie schnell Mark Leute glücklich machen konnte, doch mittlerweile war es so alltäglich wie Zähne- putzen geworden und es beeindruckte mich in keinster Weise mehr. "Na, Neuigkeiten über unsere Jungs entdeckt?" hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. "Gill, du kommst auch mit?" fragte ich sie völlig entgeistert. "Na hör mal, meinst du etwa ich lass dich alleine mit den Jungs? Irgendwer muss doch auch auf dich aufpassen!" rechtfertigte sie sich gespielt empört. "Ja super, noch jemand zum Aufpassen, traut ihr mir denn gar nichts zu?" Ich lachte. "Ja genauso ist es!" Wir mussten beide lachen. "Sag mal, wo bleibt ihr denn? Wenn wir jetzt nicht gehen, können wir gleich hier bleiben, dann wird das nichts aus London, meine Damen!" kam Shane zu uns, der ich erst mal zur Begrüßung umarmte. "Jetzt mach mal nicht so einen Stress Schatz, du weißt doch, Vic muss es alles langsamer angehen lassen..." Shane seufzte nahm Gillian zur einen, mich zur anderen Hand und führte uns zum Gate.
"Mark!" ich rüttelte an ihm. "Mark wach auf!" Er lag zusammen gekauert auf seinem Sitz und hatten den Kopf auf meiner Schulter. Jetzt bewegte er sich langsam, aber ich verlor die Geduld. "Mark jetzt wach endlich auf, oder willst du die ersten Bewegungen deines Kindes verpassen?" Bei dem Satz war er hellwach und saß stocksteif auf seinem Sitz. "Was ist los?" Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. "Also, wenn ich dieses Treten hier gerade richtig interpretiere, will unser Kind dich endlich auch mal kennenlernen." Ich ergriff seine Hand und führte sie zu meinem Bauch. "Und spürst du’s?" fragte ich nach einer kleinen Weile. "Es wird bestimmt mal ein Fußballstar!" sagte Mark überglücklich. "Wer wird ein Fußballer?" Nicky’s Kopf kam von der hinteren Reihe rübergeschossen bei dem Wort Fußball. "Na mein Kind, wer denn sonst!" sagte Mark mit erhobener Brust. "Na also ich erklär mich zu jeder Tages und Nacht Zeit dazu bereit, ihm Training zu geben, vielleicht landet er dann bei Leeds United, als mein würdiger Nachfolger!" "Hey, hey da habe ich ja wohl auch noch ein Wort mitzureden und außerdem, wissen wir immer noch nicht, was es wird!" mischte ich mich nun auch ein, als ich merkte, dass das Treten nachgelassen hatte. "Habt ihr denn wenigsten schon mal über Namen nachgedacht?" mischte sich nun auch Bryan ein, der vor uns saß. "Mhh eigentlich noch nicht richtig. Aber wenn es ein Junge wird, Ben oder Max schön." Mark nickte zustimmend. "Und für ein Mädchen, Carolina oder Paris." fuhr ich fort. Doch da hatte ich wohl nicht den Geschmack von Mark getroffen. "Also über die Mädchennamen müssen wir noch mal reden!" erwiderte er und legte seine Hand wieder auf meinen Bauch.

"Vic, was ist Schatz, geht’s dir nicht gut?" fragte Mark mich besorgt. "Nein, es geht schon, war wahrscheinlich alles ein bisschen viel für mich." entgegnete ich ihm und setzte mich vorsichtig auf das Sofa in unserer Suite. "Dann bleib ich lieber bei dir. Die Jungs können auch ohne mich das Interview machen." "Nein Mark, was sollen denn die Fans denken. Ich leg mich jetzt etwas ins Bett und wenn du wieder kommst, geht’s mir wieder gut." erklärte ich ihm. "Meinst du wirklich?" fragte er unsicher und warf einen Blick auf meinen Bauch. "Ja Mark, und jetzt geh!" Er half mir noch ins Bett und wurde dann von Shane zum Interview abgeholt. Ich las etwas, schlief dann aber schnell ein.
Ein unglaublicher Schmerz durchfuhr mich und ich schrie auf. Ich fand mich schweißgebadet in meinem Bett wieder. Panisch umfasste ich meinen Bauch. Unbeschreiblich starke Schmerzen durchfuhren mich. Sie liefen von meinem Rücken in meinen Bauch. Es treib mir die Tränen in die Augen. Der einzige Gedanke, den ich fassen konnte, war, was ist mit unserem Baby? Erst jetzt merkte ich, dass mein ganzes Bett nass war. Ich schlug die Bettdecke zurück und was ich sah, ließ meinen Atem stocken. Überall war Blut. Panisch ergriff ich das Telefon auf dem Nachttisch. "Ich... Ich brauche sofort einen Notarzt. Mein Kind... ich ..." unter Tränen versuchte ich einige Sätze auf die Reihe zu bekommen. "Mmd. , wie kann ich ihnen helfen, in welchem Zimmer sind sie?" fraget die Frau an der Rezeption. Ich versuchte mich an die Zimmernummer zu Erinnern, doch es wollte mir in diesem Moment nicht gelingen. "Es ist Mark Feehily’s Zimmer, bitte ich brauch schnell einen Notarzt, mein Kind, ich, ich meine ich bin schwanger ... und ... und überall ist Blut!" brachte ich mit letzter Kraft heraus. "Ok, bleiben sie ruhig. Es wird sofort ein Arzt kommen. Machen sie sich keine Sorgen!" erklärte mir die Frau in einem ruhigen und kontrollierten Ton. Wieder durchfuhr mich dieser undefinierbarer Schmerz und ich ließ das Telefon fallen. Warum war Mark doch fortgegangen? Er wollte doch bei mir bleiben, warum hab ich ihn gehen lassen?
"Warum hab ich dich bloß allein gelassen, es ist alles meine Schuld. Ich hätte es doch wissen müssen." Langsam öffnete ich die Augen. Sie waren schwer, ich fühlte mich wie erschlagen. Ein grelles Licht und ein kontinuierliches Piepen vernahm ich. "Ich versuchte etwas zu erkennen, dich das Licht blendete mich zu sehr. "Vic?" Aus einer Richtung hörte ich meinen Namen. "Vic, geht’s dir gut?" Ich konnte langsam Marks umrisse erkennen. Er hatte geweint. Sie sonst so strahlenden Auge waren rot und wässrig. Er hielt meine Hand. "Mark." sagte ich mit heiserer Stimme. Er versuchte zu lächeln, doch es wollte ihm nicht richtig gelingen. "Wo ... wo bin ich?" fragte ich weiter. Er strich mir liebevoll über meine Wange. "Im Krankenhaus, Süße." antwortete er kurz. "Was ist mit unserem Baby?" fragte ich plötzlich. Ein dumpfes Gefühl überkam mich und reflexartig legte ich meine Hand auf meinen Bauch, doch da war nichts. "Mark, sag mir was mit meinem Baby ist?" Er schluckte. "Schatz, es ist..." begann er. "Was ist mit ihm?" bohrte ich weiter und Verzweiflung mischte sich in meine Stimme. "Die Ärzte haben alles versucht Darling." fuhr er fort und einige Tränen liefen über sein Gesicht. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Mein Baby, es war tot. Jetzt liefen auch mir die Tränen über meine Wangen. "Aber wieso? Was ist denn passiert? Heute morgen war doch noch alles in Ordnung." brach ich zwischen einigem Schluchzen hervor. Es klopfte an der Tür. Ein junger Arzt trat mit mitleidigem Blick ein. "Ms. McKeen? Guten Tag, mein Name ist Dr. Ewan. Ich bin ihr behandelnder Arzt." Er reichte mir seine Hand, die ich unter einem gewissen Kraftaufwand ergriff. Er lächelte mich freundlich an. "Was ist passiert?" fragte ich mit weinerlicher Stimme. Mark, der meine Hand hielt, streichelte sie die ganze Zeit beruhigend.
"Hey Süße, was machst du denn?" Kerry betrat das sterile Krankenzimmer mit einem riesen Blumenstrauß. Schnell wischte ich mir die Tränen aus den Augen, war jedoch davon überzeugt, dass Kerry sowieso sehen würde, dass ich geweint hatte, da meine Augen völlig verquollen waren. Sie umarmte mich und strich mir über die Wange. "Hi Kez, schön dass du da bist." sagte ich mit dünner Stimme. "Es tut mir so Leid, was passiert ist Vic." Man konnte ihr ansehen, dass sie meinte, was sie soeben sagte. "Ich, ich weiß nicht wie es passiert ist. Ich hatte Schmerzen und habe mich hingelegt. Als ich wieder aufwachte, hatte sich die Schmerzen verschlimmert und überall war Blut." ich stockte, die Tränen kamen wieder hoch. Doch Kerry unterbrach mich nicht, sondern hörte mir einfach nur zu. "Das nächste mal, bin ich hier aufgewacht und Mark war bei mir." fuhr ich fort. "Der Arzt sagt, das Kind ist in meinem Bauch gestorben, deshalb hatte ich die Schmerzen. Kerry, ich hatte eine Totgeburt. Mein Baby ist tot!" Ich verlor die Kontrolle über mich und fing an zu weinen, nein, ich brach regelrecht zusammen. Kerry sprach mir beruhigende Worte zu und wiegte mich in ihrem Arm, bis sie merkte, dass ich mich beruhigte.
"Süße, das ist jetzt sehr schwer für dich und Mark, aber wenn wir auch nur irgendetwas für euch tun können, dann sag bitte sofort bescheid, versprochen?" ich nickte zaghaft. "Kerry sei mir jetzt bitte nicht böse, aber ich bin noch sehr müde und ich würde gerne etwas schlafen." brachte ich mit etwas stocken hervor. "Na klar Kleine. Ich komm morgen wieder vorbei. Schlaf gut." Sie drückte mir noch einen Kuss auf die Wange und verließ das Zimmer.
Jetzt lag ich hier, alleine. Mark wollte mir einige Sachen aus dem Hotel bringen, er würde jeden Moment zurück kommen. Doch was dachte er jetzt über mich? Dass ich nicht fähig dazu sei, wie jede andere Frau, ein Kind zu bekommen? Ein Kind das er so liebte, wie nichts anderes auf dieser Welt. Er musste mich doch hassen, ich hatte sein Kind umgebracht. Ja ich, die immer viel zu schwere Sachen gehoben hat und selbst jetzt noch, im 7. Monat und mit einem kugelrunden Bauch nach London geflogen ist. Ganz richtig, ich war am den Tod unseres Babys schuld und Mark würde mich dafür hassen. Ich hasste mich ja selbst auch dafür.
Eine einsame Träne lief mir über die Wange, über die Stelle, die soeben noch Kerry geküsst hatte. Ja Kerry und Bryan, die beiden hatten es gut. Zwei wunderhübsche kleine Mädchen, um die sie jeder beneidete. Wie sollte sie sich in meine Situation versetzten? Dieses geheuchelte Mitleid. Wie konnte sie es überhaupt wagen, hier her zu kommen, wo sie doch genau wusste, was passiert war. Doch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, klopfte es an der Tür und Mark steckte seinen Kopf herein. Schnell schob ich meine Gedanken beiseite. Er kam herein und küsste mich. Doch ich konnte seinen Kuss nicht erwidern, in mir hatte sich eine Sperre aufgebaut. Doch er ließ sich nichts anmerken. "Geht’s dir besser?" fragte er liebevoll, als ob nichts passiert sei. "Ich bin noch sehr müde." antwortete ich kühl, obwohl ich gar nicht so reagieren wollte. Ich wusste doch, dass es Mark genauso schlecht gehen musste. "Es tut mir leid, ich wollte nicht so schroff reagieren." entschuldigte ich mich sofort. Er lächelte und ergriff wieder meine Hand. "Ist schon gut, es ist eine schwere Situation für uns beide." Seine Stimme klang sehr traurig und ich war schuld daran. "Mark, es ist alles meine Schuld. Ich hätte viel vorsichtiger sein müssen, dann wäre dass alles nicht passiert." Wieder begann meine Stimme zu zittern und ich wusste, gleich konnte ich meine Tränen nicht mehr verbergen. Mark strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. "Süße was redest du denn da? Du bist nicht schuld. Ich hätte bei dir bleiben sollen, dann wäre es nicht passiert." Seine Augen füllten sich unmerklich mit Tränen und auch ich konnte meine Trauer nicht mehr verbergen. "Mark, es hat keinen Sinn, du bist nicht schuld, ich habe dich weggeschickt. Du musst dir keinen Vorwurf machen. Aber hätte ich auf dich gehört, wäre das alles nicht passiert und unser Kind würde noch leben." Ich schluchzte und griff nach einer Packung Taschentücher, die auf meinem Nachttisch stand.
Einige Tagen waren vergangen in denen ich mich etwas erholt hatte. Heute sollte ich aus der Klinik entlassen werden. Ich war schon früh wach und packte die paar Sachen ein, die Mark mir gebracht hatte. Körperlich ging es mir wieder gut, auch wenn ich viel Blut verloren hatte, so sagte der Arzt, gäbe es keine Bedenken mich zu entlassen. Doch innerlich fühlte ich mich müde und völlig benommen. Als würde ich mich die ganze Zeit im Kreis drehen und immer wieder, egal wie ich auch dachte, zu dem Punkt kommen, dass unser Kind, es wäre übrigens ein Mädchen geworden, tot war. Und alleine dieser Gedanke schaffte es immer, mich wieder nieder zu werfen. Als würde eine Lawine einfach über mich hinwegrollen, als hätte ich nichts mehr unter Kontrolle.
Es klopfte und Kian steckte seinen Kopf zur Tür herein. Schnell wischte ich mir die Tränen weg und versuchte zu lächeln. "Hi Kian, komm rein." sagte ich leise. Er kam auf mich zu und umarmte mich. "Ich soll dich abholen, Mark hat es leider nicht geschafft, aber er kommt gleich ins Hotel." Ich nickte nur, war aber sehr enttäuscht. Nicht, dass ich Kian nicht mochte, aber ich brauchte einfach Mark und er schickte einfach Kian. Aber wahrscheinlich hatte er einen Grund dafür. Kian griff meine Tasche und hielt mir meinen Mantel hin. Dankbar nahm ich ihn und verließ dieses Zimmer, in dem sich mein gesamtes Leben geändert hatte. Er legte seinen Arm um mich, als wollte er mich schützen. "Komm Vic, unten wartet der Fahrer." sanft zog er mich von der Tür weg. Wie in Trance gingen wir den Gang runter zum Aufzug, die Türen schlossen sich, doch ich bemerkte es nicht. Meine Gedanken kreisten nur um zwei Worte: WARUM WIR?
"Willst du dich vielleicht hinlegen?" fragte mich Kian, als wir im Hotel waren. Es war eine Tortur, erst mal herein zu kommen, da das Gebäude von Reportern umlagert wurde. Irgendwie musste an die Presse gedrungen sein, was passiert war und so warteten sie auf eine Stellungnahme von Mark oder jemand anderem. "Nein, ich setzt mich lieber hier." sagte ich und griff nach der Decke, die auf dem weißen Sofa lag. "Kann ich dir noch etwas bringen?" fragte Kian vorsichtig. Ich schüttelte den Kopf. "Nein danke, du hast schon genug für mich getan." Er lächelte mich an. "Vic, ich bin immer für mich da, ich hoffe das weißt du." er sah mich eindringlich an. "Ja Kian, das weiß ich." "Soll ich noch etwas hier bleiben?" Ich nickte. "Ja das wär schön. Ich bin nicht so gerne allein im Moment." Er sah erleichtert aus, dass er mir doch noch helfen konnte. Ich klopfte mit meiner Hand auf den Platz neben mir, um ihm anzudeuten, sich neben mich zu setzten. Er folgte der Einladung und ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter. Zum ersten mal seit Tagen fühlte ich mich geborgen. Wir saßen einfach nur da, keiner sagte ein Wort, er streichelte mir beruhigend über meine Haare. Nach ein paar Minuten schloss ich die Augen. Es musste in einen leichten Schlaf gefallen sein, denn als ich wieder aufwachte, lag ich auf der Couch und ich hörte von der Tür her Stimmen. Es waren Kian und Mark. "Danke Ki, du hast was gut bei mir. Wie geht’s ihr jetzt?" fragte Mark. "Mark sie ist ziemlich fertig. Ich denke sie macht sich noch immer schreckliche Vorwürfe. Du solltest mit ihr reden. Das ist jetzt bestimmt nicht einfach für euch, aber eure Liebe ist stark genug. Ich bin sicher ihr werdet es schaffen. Ihr müsst euch jetzt nur zusammen reißen." Die Tür fiel ins Schloss und Schritte näherten sich, schnell schloss ich wieder meine Augen. Ich spürte Marks sanfte Lippen auf meiner Stirn. "Ach Vic, warum ist das bloß passiert? Was haben gerade wir falsch gemacht?" sagte er mehr zu sich selbst als zu mir. Vorsichtig öffnete ich wieder meine Augen. "Ich weiß es nicht." sagte ich einsilbig. Er drehte sich herum. "Oh, ich dachte du schläfst. Ich wollte dich nicht wecken." entschuldigte er sich. "Ist schon ok." antwortete ich. Er setzte sich an die Stelle, an der soeben noch Kian saß und legte seinen Arm um meine Schulter. "Ich denke wir sollten reden, oder was meinst du?" ich nickte zögerlich, denn eigentlich war mir gar nicht zum reden zu Mute. "Süße, ich will das du weißt , dass du an dem was gesehen ist, nicht ein Funken Schuld trägst. Hast du mich verstanden?" In seiner Stimme lag eine Ernsthaftigkeit, die ich noch nie zuvor gehört hatte. "Aber Mark, ich habe schuld. Hätte ich mich mehr geschont, dann würde unser Kind noch leben." Wieder bahnten sich Tränen den Weg über meine Wangen.
"Hör mir zu Schatz, der Arzt hat gesagt, dass es nichts mit dir zu tun hatte. Es war Schicksal. Uns sollte das Glück nicht vergönnt sein, ein Kind zu bekommen. Zumindest jetzt noch nicht." Entsetzt sah ich ihn mit meinen verweinten Augen an. "Jetzt noch nicht?" schrie ich fast. "Was meinst du mit jetzt noch nicht? Ich verstehen, wenn’s jetzt nicht klappt, ok, kein Problem, dann probieren wir es eben gleich noch mal! Und ich hab immer gedacht, du liebst unser Kind! Das hätte ich wirklich nicht von dir gedacht!" ich steigerte mich völlig in meine Worte herein und am Ende sackte ich wie ein Häufchen Elend zusammen. "Aber das habe ich doch gar nicht gesagt!" verteidigte er sich. "Aber gedacht!" sagte ich kühl. "Was willst du mir jetzt eigentlich unterstellen? Meinst du, nur weil du unser Baby in dir getragen hast, bist du die einzige, die um es trauert? Meinst das wirklich?" Er atmete tief ein und erhob seine Stimme erneut. "Du hast anscheinend keine Ahnung, wie ich mich fühle. Ich hatte eine riesen Angst, dass dir auch noch etwas passiert und das ich euch beide verliere. Und ich danke Gott, dass er mir wenigstens dich gelassen hat. Aber glaub mir, ich trage genau den selben tiefen Schmerz in mir, wie du. Unser Kind wurde uns genommen. Unser Kind, dass ich so geliebt habe, auf das ich mich so gefreut habe. Nun ich versuche stark zu sein. Stark zu sein für dich, dass es dir bald besser geht, aber du scheinst es gar nicht zu verstehen. Und damit, dass du mir unterstellst, mir würde es nichts ausmachen, hast du mich sehr verletzt Vic! Ich dachte, du kennst mich besser." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren drehte er sich auf dem Absatz um und verließ das Zimmer.
Das hatte gesessen, ich fühlte mich wie geohrfeigt. Jetzt hatte ich nicht nur mein Baby verloren, sondern auch noch die wichtigste Person in meinem Leben. Und das nur, weil mich nicht unter Kontrolle hatte. Was war bloß los mit mir? Müde zwang ich mich ins Badezimmer und zog mich aus. Ich hoffte, dass eine ausgiebige Dusche mich entspannen würde. Das heiße Wasser prasselte unablässig auf meinen verspannten Rücken. Zum ersten mal seit Monaten betrachtete ich wieder meinen Bauch bewusst. Er hatte sich schon wieder zusammengezogen. Mann konnte kaum noch sehen, dass ich schwanger gewesen war. Ja darüber konnte ich mich dann also freuen, die bittere Ironie des Lebens, ich war froh, dass ich wenigstens nicht mehr mit meinem Gewicht zu kämpfen hatte. Ich lachte zynisch.
Entschlossen mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, stellte ich das Wasser aus und stieg aus der Duschkabine. Ich wollte damit beginnen, mich bei Mark zu entschuldigen. Ich war unfair, natürlich hatte er es nur gut gemeint und ich musste ihn natürlich so anfahren. Schnell zog ich mich an und föhnte meine Haare. Dann suchte ich nach meinem Handy und rief Mark an. Doch nur die Mailbox ging ran. Enttäuscht legte ich auf. Aber wo konnte ich ihn finden?
"Hat einer von euch Mark gesehen?" fragte ich die Bodyguards, die auf dem Flur herum standen. "Hi Vic, geht’s dir wieder besser?" fragte er jedoch darauf. "Ja danke." "Ach Mark ist vorhin rausgegangen, er sah nicht besonders glücklich aus." "Aber du weißt nicht, wo er hingegangen ist?" fragte ich weiter. "Nein tut mir Leid." Ich nickte. "Trotzdem danke." Ich ging zum Aufzug und fuhr runter. Ich wollte erst mal im Restaurant nachschauen, vielleicht hatte er Hunger. Doch auch hier war er nicht. Ich ging wieder heraus und die Bar fiel mir ins Auge. Ich hoffte ihn da nicht zu finden, aber trotzdem schaute ich auch da nach. Und ganz gegen meine Hoffnung, saß er mit einem Glas Whisky an der Theke. Ich setzte mich wortlos neben ihn und er würdigte mich keines Blickes. So saßen wir dort einige Minuten, bis ich es nicht mehr aushielt.
"Mark es tut mir Leid. Ich wollte dich nicht so anfahren." Er blickte von seinem Glas auf, sagte jedoch immer noch nichts. "Ich weiß nicht warum ich das vorhin gesagt habe. Bitte, es tut mir wirklich leid." Er führte sein Glas wieder zum Mund, schaute mich jedoch dabei eindringlich an. "Jetzt sag doch was, bitte!" "Was soll ich denn jetzt sagen?" Ich sah ihn fassungslos an. "Vic, du hast mich sehr verletzt. Das kannst du nicht so einfach mit einer Entschuldigung gut machen." "Ich weiß, aber kannst mich nicht auch etwas verstehen?" "Natürlich verstehe ich, dass du mit den Nerven runter bist. Aber hast du dich nur einmal gefragt wie es mir dabei geht?" Ich schüttelte den Kopf. "Siehst du, in den letzten Tagen denkst du nur noch an dich. Du bist anscheinend der Meinung, dass nur du diese Probleme hast. Aber glaub mir, ich fühle mich genauso. Aber ich kann und will meine Gefühl noch nicht zeigen. Jetzt noch nicht." Zum ersten Mal sah ich in seinen Augen die Traurigkeit, die er schon die ganze Zeit fühlte und ich fühlte mich noch schuldiger. "Oh Mark, es tut mir so leid. Bitte verzeih mir! Ich brauche dich doch. Ich will nicht noch jemanden verlieren!" Ich brach wieder in schluchzen aus. Ganz langsam ergriff er meine Hand, einige Sekunden später fand ich mich in seinen Armen wieder. "Sshh, ist schon gut. Ich bin ja da mein Schatz..." beruhigte er mich. Ich vergrub meinen Kopf in seiner Halsbeuge und sog seinen Duft ein, der mir all die Tage so fehlte. Als ich mir einigermaßen beruhigt hatte legte er seinen Arm um meine Schulter und wir gingen gemeinsam in unser Zimmer.
"Aufstehen Süße, wir müssen uns fertig machen." Ein sanfter Kuss streifte meine Stirn. Ich blinzelte mit den Augen und drehte mich in Richtung Marks Stimme. "Guten Morgen Schatz." sagte ich und lächelte etwas. "Dir geht’s besser, hab ich Recht?" Ich schaute ihn irritiert an. "Ja ich denke schon, wieso?" "Weil du zum ersten Mal seit Tagen gelächelt hast." Er streichelte mir über meine Wange. "Mark, wegen gestern noch mal, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Ich hätte dir so etwas nie vorwerfen dürfen. Ich hoffe du kannst mir noch einmal verzeihen." Ich richtete mich auf. "Ist schon gut. Ich weiß dass du es nicht so gemeint hast. Lass es uns einfach vergessen." Ich küsste mich auf die Nasenspitze. Und ich formte ein Danke mit meinen Lippen. Dann stieg ich aus dem Bett und verschwand im Bad.
"Du hast schon gepackt?" fragte ich, als ich mir die Haare rubbelnd aus dem Badezimmer kam. "Ja wir fliegen in zwei Stunden und du weißt ja wie langsam ich da immer bin!" Ich nickte und suchte mir etwas zum Anziehen heraus, er verschwand nun im Bad. Es klopfte an der Tür und ich öffnete. "Morgen Nicky, was gibt’s?" fragte ich etwas verwirrt, da ich noch nicht so früh mit ihm oder sonst jemandem gerechnet hatte. "Morgen Kleine, schön dass es dir wieder besser geht!" "Find ich auch, danke. Also, was möchtest du mir sagen." fragte ich weiter. "Ich wollte euch eigentlich nur erinnern, dass wir in einer Stunde fertig sein müssen." "Ah machst du heute einen auf Anto?" Ich grinste. "Na wenn du schon wieder so schlechte Witze machen kannst, bin ich ja beruhigt." feixte er. "Haha, aber trotzdem Danke, ich glaube außerdem wirklich, dass es wieder Berg auf geht. Ich habe mich eben mit der ganzen Sache abgefunden." Gedanklich fügte ich noch hoffentlich hinzu. Er lächelte aufmunternd und küsste mich auf die Wange.
"Hey hey, was machst du denn da mit meiner Freundin? Kaum bin ich mal zwei Minuten nicht da, machst du schon mit fremden Frauen rum, was wird Gina wohl dazu sagen?" scherzte Mark, der aus dem Bad kam. "Ja ja Marki, deine Phantasie geht da wohl mal wieder mit dir durch. Ich geh dann mal wieder und denkt dran, in einer Stunde treffen wir uns." Und schon schloss sich die Tür hinter ihm.
"Na da seid ihr beiden ja schon!" rief und Kian entgegen. Der Rest der Band samt Frauen saßen ebenfalls an dem Tisch und waren schon am frühstücken. "Ja wir brauchen eben unsere Zeit, macht bloß keine Hektik." antwortete Mark auf Kians ironischen Ton. Nachdem wir uns etwas zu Essen geholt hatten, saßen wir alle zusammen und waren in verschiedene Diskussionen vertieft. "Ich freu mich, dass es dir wieder besser geht." sagte Gill plötzlich. "Naja wirklich besser geht’s mir noch nicht, aber ich weiß, dass das Leben weiter gehen muss. Ich kann an dem Geschehenen nichts ändern. Ich muss mich damit abfinden. Und dass ist wohl die beste Lösung." sagte ich und Gillian nickte mir zustimmend zu.
"Gott bin ich froh wieder zu Hause zu sein." sagte ich und trug den letzten Koffer zur Tür, die Mark gerade aufschloss. "Ja ich auch. Jetzt kommen wir hoffentlich endlich mal zur Ruhe." Ich nickte und trug eine Tasche in den großen Flur. Ein etwas muffiger, aber wohlbekannter Geruch stieg mir in die Nase. Es jetzt bemerkte ich, dass ich auf etwas drauf stand. Ich schaute auf den Boden und konnte große Briefumschläge erkennen, die anscheinend die Fans während unser Abwesenheit eingeworfen hatten. "Oh Mark schau mal, du hast in den letzten paar Tagen mal wieder Post bekommen." Ich bückte mich und hob drei schwere Briefumschläge auf und legte sie auf den Glastisch in der Küche. Mark setzte sich an den Tisch und begann die Briefumschläge neugierig zu öffnen. Ich setzte mich zu ihm. Mit geübten Händen riss er den Umschlag auf und fischte den Inhalt heraus. Bei dem Anblick zuckte ich zusammen, er hielt einen kleinen Strampelanzug in seinen Händen. Er war blau mit einem kleinen Bärchen vorn draufgestickt. Eben einer für Säuglinge. Mit zittrigen Händen entfaltete Mark nun den Brief und Las laut vor:
"Liebe Vic, lieber Mark!
Ich hoffe der Anzug gefällt euch. Ich weiß, es ist nicht besonders originell, aber ich wollte ich trotzdem zeigen, wie ich mich für euch freue und besonders dir, Mark, mit diesem kleinen Geschenk das zurückgeben, was du mir mit jedem Lied dass du singst schenkst. Ich wünsche euch alles Glück der Welt und hoffe, dass Westlife trotz Babys noch lange besteht! Viele Grüße, Jane"
Ich war völlig durcheinander, vor einigen Minuten hatte ich meine Gefühle soweit verarbeitet, so dachte ich zumindest, dass ich mit meinem Leben hätte fortfahren können und jetzt? Mir liefen Tränen über das Gesicht. Doch auch Mark ging es nicht besser, seine Stimme versagte bei den letzten Zeilen des Briefes und endete in Zittern. Auch er konnte seine Tränen nicht mehr verbergen. Ich saß wie apathisch am Tisch und konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. "Vic, Vic, sag doch was!" forderte mich Mark nach einigen Minuten auf. "Ich ... ich glaub ich leg mich lieber etwas hin, mir ist nicht gut." antwortete ich stockend. Ich stand langsam auf, Mark half mir und stützte mich. Als wir die Treppe hochkamen, fiel mein Blick auf die Tür des Zimmers. Es sollte das Zimmer unseres Babys werden. Zielstrebig ging ich auf die Tür zu und öffnete sie. "Vic, tu das nicht, es ist noch zu früh." versuchte Mark mich auf zuhalten, was aber nicht funktionierte.
Ich stand in dem Zimmer mit der lindgrünen Tapete, eine Bordüre, auf der kleine Schäfchen herumsprangen führte durch den Raum. In der einen Ecke stand schon die alte Holzwiege, in der Mark damals schon lag. Wir hatte sie extra aufarbeiten lassen. Darüber hing eine Mobile, dass ich in einem kleinen Laden in Cork entdeckt hatte. Es war schon alles fertig eingerichtet, aber für wen? Es war alles so ungerecht. Ich fuhr hier los, um ein schönes Wochenende mit meinem Freund und unsern besten Freunden zu verbringen, ich war schwanger und ich kam als nervliches Wrack zurück, ohne Babybauch, aber auch ohne Baby. All diese Gedanken rasten durch meinen Kopf, doch ich konnte sie nicht ordnen, ich konnte keine fassen. Plötzlich drehte sich alles und ich brach zusammen. Ich schrie und weinte. Mark kniete neben mir, die Arme schützend um mich gelegt und sprach mir beruhigende Worte zu. Doch diesmal halfen sie nicht. Nicht jetzt, nicht hier. Ich konnte mich nicht beruhigen, vielleicht wollte ich es auch nicht. Der Schmerz, den ich die ganze Zeit versucht hatte zu unterdrücken kam nun in vollem Maße zu Vorschein. Irgendwann sackte ich völlig kraftlos zusammen und wimmerte nur noch. Mark trug mich vorsichtig aus dem Zimmer, dass wir vor wenigen Tagen liebevoll zu Ende eingerichtet hatten, in unser Schlafzimmer. Er legte sich neben mich und wartete, bis ich eingeschlafen war.

Am nächsten Morgen saßen wir wortlos am Frühstückstisch. Keiner wusste recht, was er nach der letzten Nacht sagen sollte. "Mark, ich halte das hier nicht aus. Ich muss aus diesem Haus raus." Durchbrach ich mit leiser Stimme die Stille. "Ich versteh dich, aber wie denkst du dir das, wir können gerne wegfahren, aber irgendwann kommen wir wieder zurück, und damit dann auch die ganzen Gefühle." antwortete er einsilbig, auch ihm schien die letzte Nacht und mein Zusammenbruch sehr zugesetzt zu haben. "Nein Mark, du hast mich nicht verstanden. Ich möchte hier raus, ich möchte alleine wegfahren." Ich traute mich nicht, ihm in die Augen zu schauen, seine Reaktion zu sehen. "Ach so." sagte er nur. "Ich dachte, ich fahr für einige Wochen zu meiner Familie, etwas Abstand bekommen." fuhr ich fort. "Wann willst du fahren?" fragte er vorsichtig. "Ich weiß nicht, am liebsten noch heute." Lustlos kaute ich an meinem Stück Toast und auch Mark schien sich nicht für sein Müsli zu interessieren, er rührte nur in der Schüssel herum. "Ich muss hier einfach raus Mark, ich habe Angst, dass noch mal so etwas wie letzte Nacht passiert. Ich weiß einfach, dass ich Zeit für mich alleine brauche, um mir über einige Dinge klar zu werden." versuchte ich ihm die Situation zu erklären, da ich wusste, dass ich ihm vor den Kopf gestoßen hatte. "Ist schon gut. Soll ich dich heute fahren?" In seiner Stimme konnte ich die Enttäuschung nur all zu deutlich erkennen. "Nein, ich nehm eines der Autos und fahr selber. Aber danke." Nach dem Frühstück packte ich schnell ein paar Dinge in den noch nicht mal ausgeräumten Koffer und trug in zum Cabrio. "Ich ruf dich sofort an, wenn ich angekommen bin. Und bitte versuch mich zu verstehen. Glaub mir, ich liebe dich." sagte ich und küsste ihn auf den Mund, doch von ihm kam keine Reaktion zurück. "Ist gut." sagte er nur leise.
Ich war jetzt schon eine Woche in Cork. In der Zeit hatte ich alte Freunde besucht und lange Gespräche mit ihnen geführt. Für den Moment wurde ich zwar abgelenkt, aber alles in allem fühlte ich mich noch nicht besser. Auch meine Eltern konnte mir nicht helfen. Ich wusste, dass ich durch dieses Kapitel in meinem Leben alleine musste. Niemand konnte mir helfen, außer Mark. Ich merkte schnell, dass er mir sehr fehlte, aber trotzdem war ich noch nicht bereit dazu, nach Dublin zurück zu kehren. Ich wusste, dass ich noch Zeit für mich brauchte. Immer wieder fasste ich mir unbewusst an den Bauch, doch da war nicht mehr die Kugel, mein Bauch war wieder flach. Wenn immer mir das bewusst wurde, kam die Ernüchterung zurück. Ich war erst am Anfang zu begreifen, dass mir etwas genommen wurde, dass ich so unendlich liebte, obwohl ich gar nicht richtig kannte. Oft fuhr ich zum Strand, der zu dieser Zeit von dichten Nebel umhüllt war. Ich machte lange Spaziergänge und dachte über unser Leben nach. Eigentlich durfte ich mich gar nicht beschweren, ich hatten einen unglaublich tollen Freund, der mich liebte. Wir mussten uns um Geld keine Sorgen machen, wir hatten tolle Freunde, ein wunderschönes Haus. Zudem war Mark erfolgreicher denn je. Doch jetzt wurde uns das Glück unseres Lebens genommen und wir waren machtlos. Es war einfach ein Gefühl der Ohnmacht, dass kaum zu ertragen war. Doch an diesem Tag entschloss ich mich, wenigstens mal wieder Mark anzurufen.
"Ja?" Seine Stimme klang matt und unfreundlich. "Ich bin’s." antwortete ich. "Vic! Schön dass du anrufst. Wir geht’s dir?" nun klarte sie auf, jedoch konnte er die Müdigkeit trotzdem nicht vertuschen. "Naja, es ist ungewohnt. Aber ich habe Zeit über viele Dinge nachzudenken." antwortete ich. "Ja, ich denke auch viel nach." Eine Pause entstand. Es war mir noch nie so schwer gefallen, mit Mark zu reden. "Also, weißt du schon, wann du zurück kommen willst?" durchbrach er das Schweigen. "Nein, ehrlich gesagt habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht." antwortete ich ehrlich. "Ach so." "Ich vermisse dich." sagte ich leise. "Ich dich auch. Es ist schlimm ohne dich aufzuwachen. Alleine in diesem großen Haus zu sein." "Ja ich weiß wie das ist. Willst du mich vielleicht hier besuchen kommen am Wochenende? Meine Eltern würden sich bestimmt freuen." schlug ich vor. "Das wäre fantastisch, aber ich kann nicht. Louis hat uns für irgendeine Vernissage angekündigt. Aber vielleicht darauf das Wochenende. Ich will dich wirklich wieder sehen. Ich liebe dich doch." Er klag traurig. "Schade, aber gut dann sehen wir uns eben eine Woche später. Es gibt jetzt Essen, ich will meiner Mum noch eben helfen. Ich liebe dich auch." sagte ich und legte schnell auf. Ich war enttäuscht, dass Mark keine Zeit hatte. Aber was hatte ich erwartet, er konnte nicht einfach Urlaub nehmen. Für ihn musste sein gewohntes Leben weitergehen. Zumindest oberflächlich, doch wie es in seinem Inneren aussah, konnte nicht ich wirklich sagen.
Es war Sonntagmorgen und ich hatte mich dazu entschlossen, Brötchen zum Frühstück zu holen. Schnell zog ich mir meinen Mantel an, denn es war in den letzten Tagen unglaublich kalt geworden. Beim Warten überflog ich obligatorisch die ausliegenden Zeitungen und was ich da sah, ließ mir den Atem stocken. Mark war mit einer dunkelhaarigen Frau abgebildet. Sie schienen sich sehr zu amüsieren, er flüsterte ihr etwas ins Ohr und sie lachte. Entsetzt las ich die Überschrift: Nach dem Tod des Babys nun die Trennung? Ich nahm die Zeitung bezahlte und ging so schnell wie möglich nach Hause. In der ganzen Aufregung hatte ich sogar vergessen, die Brötchen mitzubringen. Den Tränen nahe stürmte ich in mein Zimmer, ich lehnte mich gegen die Tür und rutschte schließlich kraftlos an ihr herunter. Mit zittrigen Händen hielt ich die Zeitung in meinen Händen und begann zu lesen:

Nach dem Tod des Babys nun die Trennung?
Mark Feehily, Sänger der außerordentlich erfolgreichen Boygroup Westlife ließ am vergangenen Abend auf der Premieren Party des neuen Films "Broken Hearts" nichts anbrennen. Er vergnügte sich trotz seiner Beziehung zur Medizinstudentin Victoria McKeen mit der Sängerin der Gruppe Bellfire. Es gab schon länger Anzeichen dafür, dass seine Beziehung kriselte, nicht zu Letzt deshalb, da die werdenden Eltern Victoria und Mark ihr Kind in dem 7. Monat verloren. Insider berichteten, dass Victoria bereits aus ihrem gemeinsamen Haus in Dublin ausgezogen sei und jemanden neues kennengelernt haben soll. Auf die Frage, weshalb der Westlife - Schwarm ohne Begleitung zur Party gekommen ist, antwortete er nur ausweichend. Angeblich geht es Victoria noch nicht so gut, wieder auf Party gehen zu können. An dieser Stelle wünschen wir natürlich gute Besserung. Jedoch scheint sich die These der Insider zu bewahrheiten, nach einigen Gläsern Champagner widmete sich Mark immer mehr dem weiblichen Geschlecht. Er flirtete unentwegt mit einigen Frauen, bis er zu Letzt mit Irine Smith einige heiße Küsse austauschte. Zusammenfassend kann man also sagen, dass wenn die Beziehung von Mark Feehily und Victoria McKeen noch nicht zerstört ist, Mark am letzten Abend einiges dafür getan hat.

Ich ließ die Zeitung fallen, was sollte das nur? Ich hatte Mark geschworen, nie den Artikeln der Yellow-Press zu glauben, doch ich konnte erkennen, dass das Foto aktuell war. Ja natürlich hatte es die Presse wie immer aufgeblasen, aber es war nicht von der Hand zu weisen, dass Mark sich prächtig mit anderen Frauen vergnügt hatte. Ich war sauer und unglaublich verletzt. Ich weinte bitter, als ich das Foto noch einmal ansah. Wie konnte er mir nur so etwas antun? Hatten wir nicht gerade genug erlebt? Ich war völlig durcheinander, wollte aber wissen, was wirklich an dem letzten Abend gelaufen war. Die einzige Lösung war es, mit Mark zu reden, aber ich wusste nicht, ob ich das durch halten konnte. So entschloss ich mich erst mal mit Kian zu reden, er war an dem Abend auch anwesend und konnte den Artikel vielleicht etwas abschwächen, das hoffte ich zumindest.

Ich atmete noch einmal tief durch und wählte mit zittrigen Fingern seine Nummer. "Ja?" Kian klang sehr verschlafen, doch darauf konnte ich jetzt keine Rücksicht nehmen. "Hier ist Vic." sagte ich und versuchte verzweifelt ein Schluchzen zu unterdrücken. "Vic? Was ist los?" Meine Stimme schien ich wach gemacht zu haben. "Kian, du musst mir helfen ... du weißt, ich vertraue dir sehr. Deshalb musst du mir jetzt auch sie Wahrheit sagen." ich machte eine Pause. "Ja natürlich, aber wo von redest du überhaupt?" fragte er mich verwirrt. "Was ist gestern Abend zwischen Irine Smith und Mark gelaufen?" Dieses Frage kostete mich unendlich viel Überwindung, da so viel von ihrer Antwort abhing. "Woher weißt du? Ähh Vic, ich glaube, du solltest das lieber mit Mark und nicht mit mir klären. Die Sache geht mich nichts an." versuchte er sich aus der Frage heraus zu winden. "Also war da was." antwortete ich gefasst. "Das habe ich nicht gesagt." reagierte Kian sofort. "Dann sag mir bitte was du weißt Kian. Bitte, es ist sehr wichtig. Ich habe Fotos gesehen, aber ich möchte ihnen einfach nicht glaube. Bitte Kian, was ist gestern Abend passiert." ich war den Tränen nahe, als ich ihn so anflehte. "Ich weiß nicht , ob es richtig ist darüber zu reden Vic. Du bringst mich in eine heikle Situation." "Kian bitte." "Also gut. Seit dem du bei deinen Eltern bist, ist Mark wie ausgewechselt. Er reagiert kaum noch, wenn man ihn anspricht. Er interessiert sich für nicht mehr. Im Grunde starrt er nur noch Löcher in die Wand. Und als er erfahren hat, dass er auf diese Party gehe muss, gingen bei ihm die Lichter aus. Er hat er fast randaliert. Er wollte dich nämlich eigentlich besuchen, aber Louis hat ihm da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf der Party saß er eigentlich nur in einer Ecke herum und hat sich betrunken. Und nach einigen Gläsern zu viel hat er sich eben an einige Frauen rangemacht. Wir haben ihn zwar versucht davon abzuhalten, aber dadurch wurde er nur aggressiv. Und dann ..." Kian stockte in seiner Rede. "Was ist dann passiert Kian?" fragte ich, wollte die Antwort aber eigentlich gar nicht hören. "Naja ... dann kam eben diese Irine. Vic sie hat seinen Zustand völlig ausgenutzt. Er hatte eine willkommene Ablenkung und sie konnte endlich behaupten, etwas mit einem Star gehabt zu haben." wieder machte er eine Pause. "Was meinst du mit gehabt zu haben? Meinst etwa, sie waren im Bett?" ich war geschockt, so etwas hatte ich wirklich nicht erwartet. "Nein, so hab ich das nicht gemeint. Sie hat ihn ganz schön in die Enge getrieben-" "Aber Mark hat sich nicht gewehrt." fiel ich Kian ins Wort. "Nein, leider nicht. Aber ich kann dir auch nur sagen, was ich beobachtet habe. Sie hat ihm eben über kurz oder lang ihr Zunge in den Hals gesteckt. Aber Vic, er war betrunken und sowieso völlig enttäuscht. Mark war nicht Herr seiner Sinne. Bitte du musst ihn versuchen zu verstehen." versuchte Kian Mark zu verteidigen. "Kian, wie kannst ihn denn noch in Schutz nehmen. Meinst du, nur weil es mir schlecht geht, mach ich gleich mit dem nächstbesten Typen rum? Ich fass es nicht. Danke Kian." damit legte ich auf, noch bevor Kian auch nur etwas erwidern konnte.
Erschöpft durch die vielen Tränen und die Enttäuschung ließ ich mich ins Bett fallen und versuchte etwas zur Ruhe zu kommen. Nach einer Weile gelang es mir dann auch endlich in einen tiefen traumlosen Schlaf zu fallen, aus dem ich leider unsanft geweckt wurde. Meine Mutter klopfte sehr laut an die Tür und rief meinen Namen. Langsam richtete ich mich auf, wobei ich mich fühlte, als hätte ich mir jeden Wirbel einzeln ausgerenkt. Wie gerädert und mit starken Kopfschmerzen öffnete ich die Tür. "Was ist Mum?" fragte ich mit einer schrecklichen Laune. "Hier, Telefon für dich." sagte sie, streckte mir den Hörer entgegen und verließ wieder mein Zimmer.
"Ja?" fragte ich genervter als ich klingen wollte. "Hi Schatz, ich bin's." Seine Stimme ließ mein Blut gefrieren. "Oh, hallo." ich versuchte so normal wie immer zu klingen. "Deine Mum hat gesagt dir geht’s nicht so gut. Was ist denn los mit dir? Gestern ging es dir doch noch besser." fragte er mit einer unglaublich liebevollen Stimme. "Nur Kopfschmerzen, nichts schlimmes." erklärte ich knapp. "Ach dann ist ja gut. Aber du hast doch was Süße, was ist los?" bohrte er weiter. "War’s schön gestern?" fragte ich kühl und war gespannt, ob er mir die Wahrheit sagen würde. "Naja, du hast mir eben gefehlt." Ich musste bitter lachen. "Was ist, hab ich etwas falsches gesagt?" fragte er erschrocken. "Nein nichts falsches, nur eben nicht alles!" platzte es aus mir heraus. "Vic wovon redest du?" "Wovon ich rede Mark? Das du dich überhaupt noch traust so etwas zufragen. Sagt dir der Name Irine Smith etwas? Also hör auf zu lügen Mark Feehily, diese Heuchelei geht mir so auf die Nerven!" ich hatte meine Wut auf den Höhepunkt gebracht. "Du ... du weißt davon?" eine Pause entstand. "Es war alles ganz anders Vic, bitte du musst mir glauben!" "Was muss ich dir glauben, dass du doch nichts mit dieser Schlampe hattest oder dass du es am Ende gar nicht warst, vielleicht aber auch, dass du, nach dem du dich in die Bewusstlosigkeit gesoffen hattest gedacht hattest, ich wäre es gewesen, mit der du da rumgemacht hast?" ich rastete förmlich aus, wenn ihr vor mir gestanden hätte, wäre ich ihm wahrscheinlich an die Gurgel gesprungen. "Nein, natürlich nicht. Ich war so fertig, dass du nicht bei mir warst und den Tod unseres Babys habe ich auch noch nicht annähernd verarbeitet. Ich habe mich einfach sinnlos betrunken und dann ... dann war da eben diese Person. Ich weiß auch nicht was mit mir los war." erzählte er kleinlaut. "Ich weiß es aber wohl, dann hast du nämlich gedacht, hey wenn meine Freundin nicht da ist, nehm ich eben die hier, Titten hat sich ja und für eine Nacht wird das schon reichen!" sagte ich schluchzend. "Nein! Nein, ich war nicht mit ihr im Bett, bitte, du musst mir glauben!" versuchte er sich zu verteidigen. "Wieso sollte ich das?" fragte ich leise. "Weil ich dich liebe." auch seine Stimme brach ein, und er begann zu weinen. Ich legte auf, mehr konnte ich einfach nicht ertragen.
Die nächsten Tage waren für mich schlimmer als alles andere. Ich hatte mein Handy abgestellt, nachdem Mark versucht hatte, mich ständig anzurufen. Ich konnte nicht mit ihm sprechen, ich konnte nicht schon wieder seine Lügen ertragen. Mir fehlte nach den letzten Wochen einfach die Kraft dazu. Eines Tages, ich kam gerade von einer alten Schulfreundin zurück, stand ein mir sehr bekanntes Auto in der Einfahrt. Es war Marks Porsche. Er war also hier um mich zu treffen. Es hätte keinen Sinn gemacht, wieder wegzugehen, ich wusste, dass Mark auf mich warten würde, so entschloss ich mich widerwillig, mit ihm zu reden. Auch wenn ich darin keinen Sinn mehr sah. Mein Dad kam mir schon im Flur entgegen und deutete auf die Wohnzimmertür. Ich nickte bloß, dann atmete ich noch einmal tief ein und öffnete die Tür. Da saß er und spielte nervös an dem Reißverschluss seiner Strickjacke herum. Er schien mich noch nicht bemerkt zu haben, da er sich nicht zu mir umdrehte. "Hallo Mark." sagte ich mit heiserer Stimme. Erschrocken fuhr er herum und jetzt erschreckte ich mich auch. Seine Augen waren rot und völlig verquollen. Es wirkte, als hätte er Tage lang nicht richtig geschlafen. Wie angewurzelt blieb ich in der Tür stehen, ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. "Vic, endlich!" sagte er und stand auf. Er wollte mich in den Arm nehmen, doch ich weigerte mich dagegen. "Was willst du Mark?" fragte ich und versuchte dabei möglichst kühl zu wirken. "Mit dir reden, es kann doch nicht so weiter gehen." Ich hatte mich ihm gegenüber gesetzt und sah ihm nun direkt in die Augen. Das strahlende Blau war verflogen, statt dessen sahen seine Augen wässrig aus, ohne jeglichen Ausdruck. "Ich weiß nicht, was du mir noch sagen willst." Ich hatte eine Fassade aufgebaut, doch ich merkte, je länger ich Mark sah, desto mehr begann se zu bröckeln und dies machte mir gehörige Angst. Ich wollte ihm nicht zeigen, wie sehr er mich verletzt hatte. "Bitte hör mir noch einmal zu. Es gibt so viel, dass ich dir erklären muss." Er flehte mich regelrecht an. "Gut, was willst du mir denn noch erklären? Und bitte die Wahrheit, ich habe weder Lust noch Zeit eine deiner Märchen zu hören, hast du mich verstanden?" Er nickte und begann zu erzählen. Ich wagte es nicht, ihn zu unterbrechen. Mark wiederholte noch einmal den besagten Abend und es klang auch eigentlich alles recht plausibel, bis er zu dem entscheidenden Punkt kam, den er so gut es ging versuchte zu umgehen. "Mark, sag mir jetzt bitte ins Gesicht, dass du nicht mit dieser Frau geschlafen hast." Ich schaute ihn eindringlich an. "Ich ... ich." Mehr konnte er mir nicht sagen, aber das reichte mir als Antwort. "Also doch." sagte ich enttäuscht und meine Fassade brach zusammen, Tränen liefen mir übers Gesicht, ich vergrub meinen Kopf hinter meinen Händen. "Vic es tut mir so unendlich Leid, wenn ich es rückgängig machen könnte, ich würde alles dafür geben, wirklich! Ich war betrunken, ich habe nicht mitbekommen, was ich da mache. Es war der größte Fehler meines Lebens!" versuchte er sich zu entschuldigen und legte seinen Arm um meine Schultern. Für einen Moment konnte ich wieder seinen Duft einatmen, für einen Moment schien alles wieder gut zu sein. Doch im nächsten besann ich mich, ich wischte mir energisch die Tränen weg und sah ihn wütend an. Verschwinde! Raus! Ich will dich nie wieder sehen Mark Feehily!" schrie ich ihn hysterisch an. "Aber Vic..." "nichts aber Vic, geh jetzt und komm nie wieder!" fiel ich ihm ins Wort. "Aber ich liebe dich doch!" sagte er. "Das hättest du dir vielleicht eher überlegen sollen, jetzt ist es zu spät Mark, es ist aus." Wieder sackte ich auf dem Sofa zusammen und ich beruhigte mich erst, als ich draußen die Autotür hörte. Ich ging zum Fenster und sah dem dunkelblauen Porsche hinterher. Dies war also das Ende unserer Beziehung.

Die nächsten Tage verliefen schlimm, für mich bestand kein Grund mehr, morgens aufzustehen, mich anzuziehen oder gar mich zu schminken. Um mich abzulenken setzte ich mich vor den Fernseher, doch auch da konnte ich mich recht von Mark lösen, immer wieder wurden Interviews mit den Jungs gesendet. Er schien die ganze Sache weitaus besser wegzustecken als ich. Er sah so gut aus wie immer, war höflich und zuvorkommend. Es machte mich fertig ihn so zu sehen.

"Victoria, willst du nicht endlich wieder etwas sinnvolles machen?" fragte mich meine Mutter eines Tages recht besorgt. "Wieso, stör ich euch etwa?" fragte ich nur pampig, mir war jetzt wirklich nicht nach einer Ansprache von meiner Mum. "Nein natürlich nicht, aber seit dem das mit eurem Baby passiert ist und der Sache mit Mark, hast du dich gar nicht mehr im Griff. Du liegst den ganzen Tag nur noch vor dem Fernseher und fängst jedes Mal an zu heulen, wenn auch nur annähernd etwas über Mark gesendet wird. Schätzchen, so geht es einfach nicht weiter!" ihre Stimme klang einfühlsam aber bestimmt, so wie es schon immer gehasst hatte. "Ich weiß Mum, aber was soll ich denn tun? Ich kann nicht zurück in unser Haus, Mark und ich haben uns getrennt. Ich habe keine eigene Wohnung und zu dem habe ich gerade noch Semesterferien." versuchte ich ihr mein Verhalten zu erklären. "Ich weiß, aber ich denke du solltest dir wieder eine Wohnung suchen und das Kapitel Mark aus deinem Gedächtnis streichen. Es ist besser so, glaub mir." Mit diesem Satz verließ sie das Wohnzimmer. In den darauffolgenden Tagen dachte ich oft über ihre Wort nach und ich kam mehr und mehr zu dem Schluss, dass meine Mutter wie so oft Recht hatte. Von da an begann ich, mir per Telefon eine neue Wohnung in Dublin zu suchen und zu dem brauchte ich natürlich wieder einen Job. Durch die Schwangerschaft hatte ich aufgehört zu arbeiten, doch um mein Leben zu finanzieren, brauchte ich natürlich Geld. Ungefähr zwei Wochen später war ich bereit wieder nach Dublin zu fahren. Ich hatte eine neue Wohnung und meinen alten Job in einer Boutique zurück. Jetzt musste ich nur noch das schwerste erledigen, ich musste noch einmal in unser Haus und ein paar meiner Sachen holen, die ich brauchte.

Ich benutzte meine Schlüssel um das Tor zu öffnen, wollte dann aber doch an der Tür klingeln, auch wenn ich Mark nicht wirklich erwartete, immerhin war er gerade sehr mit dem nächsten Album beschäftigt. Doch Widererwarten öffnete mir Mark die Tür, er sah mich überrascht an. "Hallo." begrüßte ich ihn. "Vic, was .... ich meine, komm’ rein." er öffnete die Tür ein Stück weiter und ließ mich hinein. "Gib mir deinen Mantel." forderte er mich auf, ich folgte ihm ins Wohnzimmer. Es war ein komisches Gefühl, immerhin war ich eigentlich zu Hause und trotzdem fühlte ich mich sehr fremd. "Weshalb ich hier bin, ich wollte meine Sachen abholen." "Vic, bitte, meinst du nicht, wir sollten es noch einmal versuchen?" "Nein Mark, du hast mich zu sehr verletzt und enttäuscht, ich kann es nicht einfach vergessen und so weiter machen wie bis her." Es fiel mir schwer dies zu sagen, da es so endgültig war. "Soll ich dir dann noch helfen?" fraget er mich. "Danke, ich ruf dich, wenn ich Hilfe brauche." Er nickte.

Ich ging in unser altes Schlafzimmer. Langsam öffnete ich die Schränke und begann einige Koffer zusammen zu packen. Es war erstaunlich, wie viel sich innerhalb der letzten zwei Jahre angesammelt hatte. Unbemerkt hatte sich eine Träne angebahnt, die sich nun den Wag über meine Wage erkämpfte, aber nein, ich wollte stark sein. "Wohin willst du denn jetzt?" fragte mich Mark plötzlich. Eilig wischte ich mir die Träne weg und drehte mich zu ihm um. "Ich habe mir eine Wohnung hier in Dublin gemietet, dort werde ich erst mal hinziehen und weiter studieren." erklärte ich ihm und versuchte zu lächeln. "Du kannst auch hier bleiben und ich ziehe aus." bot er mir schnell an. "Nein Mark, dass hier ist dein Haus, du hast es fast komplett bezahlt, ich habe kein Recht darauf." "Doch hast, überleg doch mal, wie viele glücklich Stunden wir hier verbracht haben? Dir gehört das Haus genauso wie mir. Überleg’s dir, ich meine es ernst." Ich erinnerte mich tatsächlich an die Zeit, in der wir glücklicher als alle anderen waren, damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass alles mal so Enden musste. Als ich merkte, dass ich meine Tränen nicht aufhalten konnte, drehte ich mich schnell wieder zum Schrank hin. Ich hatte mich noch längst nicht mit dem Gedanken der Trennung abgefunden. "Vic, ich will dich nicht verlieren, bitte gib mir noch eine Chance." Ich spürte seinen warmen Atem auf meinem Nacken, ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. "Mark, es ist zu spät, glaub mir, ich wollte nicht, dass es sich so entwickelt, aber ich kann dir nicht verzeihen ... jetzt noch nicht." Energisch wischte ich mir die Tränen aus meinem Gesicht. Auch seine Augen waren glasig. Ich verspürte das Bedürfnis ihn in den Arm zu nehmen und zu hoffen, dass alles wieder gut wird, doch so sehr ich mir es auch wünschte, konnte ich nicht über das hinweg sehen, was er getan hatte. Wir waren keine Kinder mehr, bei denen eine simple Entschuldigung reichte. Und ich hätte auch nicht gewusst, ob es für sein Fremdgehen überhaupt eine Entschuldigung gab. "Du meinst, wir könnten irgendwann wieder zusammen kommen?" fragte er hoffnungsvoll. "Ich weiß es nicht, jetzt geht es auf keinen Fall. Ich möchte nichts ausschließen, aber mach dir bitte keine all zu großen Hoffnungen." Er nickte und streichelte mir einmal über meine Wagen. Ich schloss meine Augen und genoss diesen Augenblick, den ich wahrscheinlich nie wieder erleben würde. "Aber vergiss nie, ich werde dich immer lieben, Vic, du bist die einzige für mich."
Er verließ den Raum, genauso leise wir er gekommen war. Langsam Stück für Stück packte ich weitere Sachen in die Tasche, an jedem einzelnen Teil hingen Erinnerungen. Und jedes Mal kamen mir Zweifel, ob ich das richtige tat, vielleicht sollte ich einfach zurück in die Küche gehen und ihm verzeihen. Mein Blick fiel auf ein Foto von uns beiden, dass auf meinem Nachttisch stand. Shane hatte es damals, als wir gemeinsam im Urlaub auf Mauritius waren aufgenommen. Wir beide waren braungebrannt, ich saß auf seinem Schoß und wir turtelten wie Frischverliebte. Ich musste schwer schlucken, ich brachte es einfach nicht übers Herz das Foto hier zu lassen. Ich strich mit zitternden Fingern über Marks Gesicht, bevor ich es schließlich vorsichtig in meine Tasche gleiten ließ. Ich spürte, dass ich nicht mehr länger hier bleiben konnte. Ich nahm die beiden Koffer und die Tasche und ging entschlossen die Treppe runter. Im Flur ließ ich die Sachen stehen und suchte Mark in der Küche, ich wollte mich noch von ihm verabschieden.
"Ich denke, ich hole ein anderes Mal den Rest." sagte ich mit leiser, fast heiserer Stimme. "Ist gut." seine Stimme zitterte bedenklich. Ich machte einige Schritte auf ihn zu. "Glaub mir, ich wollte nicht, dass es alles so endet." Er nickte und ging ebenfalls auf mich zu. Ich umarmte ihn, ein letztes mal genoss ich seine Nähe, seine Wärme ich wünschte mir, ich könnte seinen Duft ewig speichern, doch ich war mir sicher, irgendwann würde ich diesen unfassbaren Geruch vergessen. Langsam lösten wir uns von einander. Ich schaute ihm in die Augen, in die ich mich damals als erstes verliebte. Für einen Moment sah ich wieder das Leuchten, doch es verblasst schon und wurde wieder wässrig. "Ich liebe dich." sagte er kaum hörbar. Zärtlich wischte er mir eine Träne aus dem Gesicht. "Hier der Hausschlüssel." versuchte ich abzulenken. "Nein, behalte ihn erst mal noch, du wirst ihn vielleicht noch einmal brauchen." antwortete er mir monoton. "Wie du meinst." sagte ich, bevor ich mich umdrehte und das Haus verließ.

Zwei Monate lebte ich nun schon in meiner neuen Wohnung. Anfangs war schon eine große Umgewöhnung, immerhin war ich über drei Jahre mit Mark zusammen gewesen, ich bin neben ihm aufgewacht, neben ihm eingeschlafen. Ich hatte die glückliche Zeit mit ihm hinter mir gelassen. Ich hatte nun Zeit mich auf mein Studium zu konzentrieren, in dem ich auch einige Erfolge zu verbuchen hatte. Gerade hatte ich mich an einigen renommierten Kliniken in den USA beworben, um dort mein AIP-Jahr zu verbringen. Ich hatte das Gefühl, dass es langsam wieder aufwärts ging. Mir kamen nicht mehr jedes Mal die Tränen, wenn ich etwas über Mark hörte, auch wenn ich immer noch sehr traurig wurde, wann immer ich an ihn dachte. Wir hatten uns noch einige Male gesehen, da ich nach wie vor noch regelmäßigen Kontakt mit Kian und dem Rest der Band hatte. Auch mit Kerry verstand ich mich noch super. Sie war zu meiner besten Freundin geworden und half mir nach Kräften, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ich hatte ich heute mit ihr verabredet, wir wollten uns einen ruhigen Tag machen, da wir uns schon ewig nicht mehr gesehen hatten.

"Ahh da bist du ja endlich!" Kerry stand an die Haustür gelehnt und hielt sich die Hände über ihren runden Bauch. "Na wie geht’s euch beiden heute?" fragte ich, umarmte sie und streichelte ihr anschließend über den Babybauch. "Soweit gut, aber der Kleine tritt heute ganz schön!" sagte sie und schaute gespielt böse auf den Bauch. Ich hatte meine Fehlgeburt mittlerweile verkraftete und zuckte ich mehr jedes Mal zusammen, wenn ich eine Schwangere sah oder jemanden mit einem Kinderwagen. Anfangs war es schwer, ich versuchte mich dann zusammen zu reißen, doch meistens suchte ich schnell das Weite, wenn mir besagte Personen entgegen kamen. Als Kerry mir sagte, sie sei wieder schwanger, war es ein Schock für mich. Ich konnte diese Ungerechtigkeit nicht begreifen, weshalb konnten einige drei kerngesunde Kinder bekommen und bei mir klappte es schon beim ersten Mal nicht. Aber wie gesagt, ich hatte mich damit abgefunden.

"Komm rein, es ist so kalt draußen." Sie hatte Recht, wir hatten zwar erst Anfang Dezember, aber trotzdem war es viel kälter als für gewöhnlich. Kerry hatte das auch schon etwas weihnachtlich geschmückt, so war es sehr gemütlich im Wohnzimmer. Dort tranken wir nun Tee und aßen Plätzchen. "Wo ist denn der Rest der McFadden-Sippe?" fragte ich nach einer Weile. "Bry hat die beiden Mädels mitgenommen, sie wollten zu Shane zum reiten fahren." erklärte mir Kerry und nahm einen weiteren Keks. "Bryan auf einem Pferd? Das ist jetzt aber nicht dein Ernst!" ich lachte bei dem Gedanken, dass er reiten wollte. "Na ich hoffe doch, er hält nur die Zügel von den Pferden, aber auf dem Boden!" stimmte Kerry mir zu. "Ja dass hoffe ich auch, ansonsten gibt’s ein Weihnachten im Gips für ihn!"

Kerrys Mimik änderte sich, sie wurd ernst. "Sag mal, wie geht’s dir jetzt eigentlich nach der Trennung?" Ich ahnte schon, dass sie mich so etwas fragend wollte. "Es geht. Natürlich ist es sehr schwer. Ich vermisse Mark noch immer sehr. Manchmal bereu ich meine Entscheidung, aber andere Tage auch nicht. Aber es geht darum, dass Mark mich sehr verletzt hat. In der schlimmsten Zeit, ist er fremdgegangen, wie hättest du da reagiert?" versuchte ich ihr abermals meine Entscheidung zu erklären. Ich hatte schon oft diese Diskussion geführt, immer wieder versuchte sie mich davon zu überzeugen, Mark noch eine Chance zu geben, doch bis lang war ich nicht dazu bereit. Wir hatten uns verfremdet. "Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, dass weißt du doch. Aber Mark geht es wirklich schlecht. Er war früher immer so fröhlich, aber seit der Trennung st davon nichts mehr übrig geblieben. Er schaut sich keine Frau an, sitzt nur noch lustlos herum. Er lebt gar nicht mehr. Vor der Kamera gibt er sich als stark und lässt sich nichts anmerken, aber wenn die Kamera aus ist, ist er wie ausgewechselt. Vic, er bereit wirklich, was er getan hat. Ich bin mir sicher, er würde alles für sich aufgeben. Er würde sich sogar von Westlife trennen, wenn du bloß zu ihm zurück kommen würdest." redete sie auf mich ein. "Hat er dir das gesagt?" fragte ich ungläubig, da ich wusste, dass ihm die Band alles bedeutete. "So in etwa schon. Bitte du musst ihm noch eine Chance geben!" "Kerry ich kann nicht. Es ist aus zwischen uns, ich habe einfach kein Vertrauen mehr." versuchte ich sie vom Gegenteil zu überzeugen. "Das kann man aber wieder aufbauen, ihr gehört einfach zusammen."
Ich wollte gerade darauf antworteten, als wir die Haustür hörten und Kinderstimmen. Wenige Sekunden später stürmten Molly und Lilly ins Zimmer und redeten wild durcheinander von den Pferden und wie toll das Reiten war. "... und das eine Pferd hat Daddy gebissen!" rief Molly ganz aufgeregt. Treffend dazu stand Bryan in der Tür, aber nicht alleine. "Oh hallo Vic!" sagte Bryan, schaute dann unsicher zu Kerry, die wiederum zu mir schaute. Ich dagegen konnte meine Augen nicht von der Tür abwenden, denn dort stand neben Bryan Mark. "Hi Bry, hallo Mark." sagte ich etwas durcheinander. Ich hatte beim besten Willen nicht damit gerechnet Mark zu treffen, aber ich hätte jetzt auch nicht so einfach gehen können. "Hallo." seine Stimme klang mindestens genauso überrascht wie meine, was mich in gewissem Maße beruhigte. "Ja Bryan, ich denke ich geh dann mal." setzte Mark an. "Also wegen mir musst du wirklich nicht gehen..." mischte ich mich ein und lächelte etwas. "Ja, bleib doch noch, wir haben gerade Tee gemacht!" versuchte Kerry Mark zu überreden. "Na gut, wenn’s dir wirklich nichts ausmacht." sagte er unsicher. "Nein, sonst hätte ich nichts gesagt." erklärte ich und jetzt endlich lächelte er auch. Mir lief es kalt den Rücken hinunter bei diesem Lächeln, warum konnte alles nicht einfacher sein?

"Und was macht ihr Weihnachten?" fragte Kerry irgendwann, nach dem wir bereits den gesamten Plätzchenvorrat aufgegessen hatten. "Also ich fahr zu meiner Familie und werde wohl da feiern." sagte ich etwas gelangweilt, da ich mir eigentlich ein anderes Weihnachten gewünscht hatte. "Ja ich wohl auch." sagte nun auch Mark. Es war eine komische Situation, da uns beiden wohl klar war, dass wir noch vor einigen Monaten davon ausgegangen sind, miteinander und dem Baby zu feiern und nun nahm alles eine derartige Wendung. "Was haltet ihr davon, wenn wir am zweiten Weihnachtstag alle zusammen feiern, mit Gill, Shane, Kian, Nicky und Geo?" machte Kerry den Vorschlag. "Ich weiß nicht." sagte ich unschlüssig. Ich hatte nicht wirklich Lust die ganzen glücklichen Paare zu sehen und mit meinem Ex-Freund einen ganzen Tag zu verbringen. "Ach komm schon Vic, es wird lustig!" überredete mich Bryan. "Na gut, wenn ihr meint." ließ ich mich überstimmen. "Und was ist mit dir Mark?" fragte Bryan. Mark schaute unsicher zu mir, ich nickte aufmunternd um ihm deutlich zu machen, dass es mich nicht stören würde. Obgleich ich natürlich wusste, dass es schwierig werden würde. "Na gut, wenn ihr meint." stimmte Mark auch letztlich dem Vorschlag zu.

Wir verbrachten noch einen Tag, der fast an "alte" Zeiten erinnerte. Und als ich abends noch einmal über den Tag nachdachte, wurde ich ein wenig wehmütig. Wieder einmal grübelte ich über meine Entscheidung nach, kam aber zu dem Schluss, dass es alles viel einfacher ohne Mark war. Wir waren nicht mehr ständig getrennt, ich war für die Presse uninteressant geworden, ich konnte mich wieder ganz normal in der Stadt verhalten, ich hatte schlicht und einfach mein altes Leben zurück. Aber war ich damit wirklich glücklicher? Dies versuchte ich mir wenigstens einzureden und nach einer Weile schaffte ich es auch endlich einzuschlafen.

Ich war gerade mitten in meinen Weihnachtseinkäufen, als mein Handy klingelte. Auf dem Display blinkte Kian. "Was gibt’s Ki`?" begrüßte ich ihn. "Hi Vic, ich muss dringend mit dir reden!" sagte er etwas geheimnisvoll. "Was gibt’s denn so interessantes?" fragte ich neugierig. "Das ist ein bisschen zu kompliziert zu erklären, kann ich heute Abend bei dir vorbei kommen?" "Natürlich, da bin ich ja mal gespannt!" antwortete ich. "Keine Angst, es ist nichts schlimmes und es geht auch nicht um Mark." sagte er. Es erleichterte mich, da bislang alle versucht hatten, mich von meiner Entscheidung umzustimmen. "Na gut, da bis später!" verabschiedete ich mich und suchte weiter verzweifelt nach einem Geschenk für meinen Dad.

Ich saß nun zu Hause, hatte sogar extra Pizza für Kian und mich bestellt und wartete nur darauf, dass er endlich kam. Er hatte wirklich ein Talent dafür, Menschen in eine derartige Neugier zu versetzten, dass sie sich auf nichts mehr konzentrieren konnten. Ich konnte nichts zu Ende bringen, was ich heute angefangen hatte und musste ständig darüber spekulieren, was er mir wichtiges zu sagen hatte. Da endlich kam die erlösende Türklingel. Ich sprang auf und lief zur Tür, vor der auch tatsächlich Kian stand. "Na endlich, komm rein!" ich fiel ihm um den Hals, wir hatten uns schon eine Zeit lang nicht mehr gesehen. "Hi Vic, was ist denn mit dir los, so aufgeregt habe ich dich schon lange nicht mehr gesehen!" er sah mich etwas skeptisch an. "Was los ist? Du bist lustig, du rufst mich heute an, sagst aber eigentlich gar nicht, lässt mich völlig im Unklaren und jetzt wunderst du dich, dass ich aufgeregt bin?" ich erhob meine Stimme vorwurfsvoll. "Ach so, ich dachte schon es wär wegen mir..." er zwinkerte mir zu und ich schleuderte nur ein Kissen in seine Richtung. "Mhh, hast du Pizza gemacht?" demonstrativ begann er zu riechen. "Fast, du kennst mich doch, meine Kochkunst lässt eben zu wünschen übrig, aber ich habe welche bestellt." Ich ging in die Küche und holte die zwei Kartons. "Aber jetzt raus mit der Sprache, was ist los?" Er wurde etwas rot und konzentrierte sich auf die Pizza. "Ki, willst du mich ärgern?" ich stieß ihm in die Seite, dass er sich beinahe erschluckte.

"Naja, es ist eigentlich gar nichts besonders, aber ich wollte, dass du es als erstes erfährst." begann er zu erzählen. "Und was soll ich als erste erfahren?" fragte ich weiter und öffnete meinen Pizzakarton. "Also, ich habe dir doch neulich die Schauspielerin von Hollyoak vorgestellt, erinnerst du dich?" fuhr er fort. "Ja natürlich, die mit den braunen Haaren, richtig?" Er nickte und in seinen Augen sah ich ein leuchten, dass ich bislang noch nie entdeckt hatte. "Und was ist jetzt mit ihr? Sie hieß doch Jodi, oder?" "Wir ... wir haben uns noch öfter getroffen und uns wirklich gut verstanden..." "Ki sag nicht, ihr seid zusammen?" fragte ich entgeistert, konnte mir aber gleich die Antwort geben, was hätte er mir sonst sagen wollen? "Doch sind wir! Und ich bin so glücklich!" Ich umarmte ihn wobei mir fast de Pizza vom Schoß viel. "Ich wollte, dass du es zuerst weißt, du bist in den letzten Jahren bestimmt zu meiner besten Freundin geworden. du verdienst es einfach als erstes zu erfahren." erklärte er mir, was mir mal wieder fast du Tränen in die Augen trieb. "Danke, dass war süß." bedankte ich mich und er nahm mich in seine Arme. "Du solltest es von mir erfahren, es wäre nicht fair gewesen, wenn du es durch die Zeitungen erfahren hättest..." Ich nickte. "... jetzt nach der langen Zeit mit Mark" fügte er noch leise hinzu. "Ja dass ist schon komisch, ich als ewiger Junggeselle habe jetzt eine Freundin und Mark, der schon als vergeben und verheiratet galt ist jetzt wieder Single." sprach er weiter. "So ist das Leben." sagte ich nur, ich hatte kein Interesse mir wieder ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, auch wenn das bestimmt nicht Kians Absicht war.
Aber er schien meine Gedanken erraten zu haben und stellte prompt seine Aussage richtig. "Ich meinte nicht, dass du an der ganzen Situation schuld bist, Mark hat einen großen Fehler gemacht und das weiß er auch. Aber dass du dich von ihm getrennt hast war nur die logische Konsequenz aus seinem Verhalten. Er muss selber für seine Fehler gerade stehen, ich werde ihn weder verteidigen noch dir einreden, ihm zu verzeihen. Das ist ganz alleine deine Entscheidung." Erleichtert blickte ich auf, Kian hatte genau das ausgesprochen, was ich die ganze Zeit gedacht hatte. "Danke, wenigstens einer der ich versteht." sagte ich leise. "Schon gut Kleine, ich bin immer für dich da, ok?" Ich nickte raufte mich dann aber zusammen. Es konnte nicht angehen, dass ich nur durch den bloßen Namen Mark so aus dem Konzept kommen konnte. Ich atmete tief durch, strich mir einmal über die Augen und setzte ein Lächeln auf. "Danke Kian, danke für alles. Du warst in der letzten Zeit immer für mich da, obwohl du genug selbst zu tun hast. ich weiß wirklich nicht, wie ich das wieder gut machen kann." "Musst du nicht, wenn du wieder glücklich bist und lächelst reicht mir das völlig!" sagte und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Wir verbrachten noch einen wirklich schönen Abend und ich war sehr stolz darauf, dass Kian mich als erste in seine Beziehung zu Jodi eingeweiht hatte. Damit beweißte er mir, dass ich ihm sehr wichtig war. Und genau dies baute mich selbst ungemein auf. Er gab mir das nötige Selbstvertrauen zurück, dass mir in den letzten Wochen völlig abhanden gekommen war.
Die Weihnachtstage rückten näher und näher und langsam wurde ich nervös. Jetzt wo Kian auch eine Freundin hatte und er sie auch selbstverständlich zur Weihnachtsfeier mitbrachte, spielte ich mit dem Gedanken abzusagen, weil ich mir sehr ausgeliefert vorkam. Alle Pärchen waren da nur Mark und ich waren nicht mehr zusammen, ich war mir natürlich darüber im Klaren, dass es wirklich nicht einfach werden würde, doch vielleicht konnten Mark und ich reden und etwas Klarheit in unserer Beziehung bringen. Also entschloss ich mich dazu, nicht zu kneifen. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, für alle kleine Geschenke zu kaufen, nur bei Mark wusste ich nicht recht, was ich ihm schenken sollte. Letztendlich kaufte ich ihm eine alte limitierte CD von Mariah Carey. Dies war nicht zu persönlich aber dennoch wusste ich, dass er sich darüber freuen würde.
Das Weihnachten bei meiner Familie lief genauso ab wie immer. Erst aßen wir gemeinsam und anschließend gab es das große Geschenke auspacken. Später saßen wir noch gemeinsam zusammen und redeten den ganzen Abend. Am nächsten Morgen schliefen wir lange aus und frühstückten gemeinsam, am Nachmittag fuhr ich wieder nach Hause. Ich genoss die Ruhe nach den zwei Tagen bei meiner Familie. Ich wurde die letzten Tage von all meinen Verwandten nach meiner Beziehung zu Mark ausgefragt, immerhin wussten sie natürlich alle davon, weil wir ein öffentliches Paar waren. Jetzt lag ich erschöpft auf meiner Couch und zappte durch das Programm. Überall waren diese glücklichen Familien die zu Weihnachten alle beisammen saßen und keiner ein Problem hatte. entnervt schaltete ich das Gerät aus und legte mich schon früh ins Bett. Jedoch ließ mich der Gedanke an den nächsten Tag nicht sofort einschlafen.
Am nächsten Morgen duschte ich erst mal ausgiebig. Ich genoss das heiße Wasser, dass in einem harten Strahl auf meinen verspannt Rücken fiel. Langsam entspannte er sich und damit verflogen auch meine ganzen Befürchtungen für den Tag. Anschließend stand ich ratlos vor meinem Kleiderschrank, sollte ich mich eleganter anziehen oder doch sportlich. Ich entschloss mich für Letzteres, da ich genau wusste, dass wir ganz bestimmt wie die kleinen Kinder, beziehungsweise mit den kleinen Kindern im Schnee rumtollen würden. Ich zog eine enge Jeans mit einem dicken Pullover an, da es ungewöhnlich kalt war für Dubliner Verhältnisse. Als letztes suchte ich die Geschenke zusammen, packte sie alle in meine Tasche und verließ meine Wohnung.
Der kurze Weg zu den McFaddens gestaltete sich als recht schwierig, da die Straßen vereist waren und selbst Schritttempo zu schnell war. Ich wollte mein Auto schon an den Straßenrand stellen und zu Fuß weiter laufen, als es endlich besser voran ging. Erleichtert endlich unfallfrei bei Bryan und Kerry anzukommen bog ich in ihre Einfahrt ein und wurde natürlich prompt von einem Schneeball abgeworfen. Ich drehte mich in die Richtung aus der er gekommen war um und sah Bryan wie er auf Molly deutete. Ich grinste, nahm eine Hand voll Schnee und rannte auf Bryan zu. Einen Augenblick später hatte er auch schon den Schnee im Gesicht und prustete. Molly und Lilly kriegten sich gar nicht mehr ein vor Lachen. "Frohe Weihnachten Bryan!" sagte ich scheinheilig. "Das schreit nach Rache!" rief Bryan und im nächsten Moment hatte auch ich eine geballt Ladung Schnee im Mund. "Merry Christmas, Vic!" rief er mir zu während er zu Kerry lief, die lachend an der Tür stand. "Ok Bry, wir sind quitt! Waffenstillstand!" bot ich ihm das Friedensangebot an und er nahm es dankend an.
"Frohe Weihnachten Kez!" sagte ich fröhlich und umarmte sie. "Danke, dir auch!" Bryan nahm mir meinen Mantel ab und ich begleitete Kerry in das warme Wohnzimmer. Es waren einige Kerzen angezündet und es duftete herrlich nach Zimt. Der offene Kamin machte das Zimmer angenehm warm. Auf einem Sofa saßen bereits Geo und Nicky, denen ich natürlich frohe Weihnachten wünschte und sie herzlich umarmte. Ich setzte mich zu ihnen und sie erzählten mir von ihrem ersten Weihnachten als Ehepaar. Es kam mir vor, als würden ihre Augen noch mehr vor Freude strahlen und sie wirkten noch glücklich als sonst.
Als nächstes traten Kian und Jodi ins Wohnzimmer ein. Nicky’s und Gina’s irritierte Blicke verrieten, dass Kian ihnen noch nichts von seiner Beziehung erzählt hatte. Darauf hin zwinkerte ich ihm zu. wie selbstverständlich stand ich auf und umarmte Kian und auch Jodi. Sie war mir sofort sympathisch gewesen und ich freute mich sehr, dass Kian nun auch eine Freundin hatte. "Du hast ihnen noch nichts gesagt, hab ich Recht?" flüsterte ich ihm ins Ohr. "Ja, ich wollte noch den richtigen Augenblick abpassen." flüsterte er mir zurück. Aber schnell hatten auch Nicky und Geo verstanden und begrüßten die beiden herzlich. Wir setzten uns wieder und Kerry kam mit einer Kanne Tee, ich half ihr und suchte (mal wieder) Plätzchen in der Küche. Verträumt sah ich aus dem Fenster und beobachtete Bryan, wie er wieder mit seinen Töchtern rumtollte. "Na wie hast du die Weihnachtstage überstanden?" holte mich Kerrys Stimme aus meinen Träumen. "Ach ganz gut, meine neugierige Verwandtschaft hat etwas genervt, aber alles in allem war es ganz in Ordnung." beantwortete ich ihre Frage und legte einige Keks auf einen Teller. So konnte ich nicht sehen, dass nun auch Shane, Gillian und Mark in die Einfahrt einbogen. Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, saßen sie schon alle bei einander und unterhielten sich.
Ich stellte den Teller ab und begrüßte zu erst Shane und Gill, dann atmete ich tief durch. Ich kam mir sehr beobachtet vor, als ich mich an Mark wendete. Ich wollte nicht kindisch sein und umarmte ich ebenso wie alle anderen kurz und wünschte auch ihm alles Gute. Er schien sehr erleichtert über meine Geste zu sein und seine Gesichtszüge entspannten sich. Die Stimmung kochte schnell zu Höchstform auf. Wir lachten viel und unterhielten uns unbeschreiblich gut. "Wann gibt’s endlich die Geschenke?" maulte Bryan aber trotzdem nach einer gewissen Zeit. Kerry strich ihm über den Kopf und lachte. "Du bist ja schlimmer als Molly und Lilly und die kann man schon fast nicht aushalten!" "Ich will aber auch meine Geschenke bekommen!" stimmte Kian Bryan zu. "Ok ich würde sagen, ihr habt gewonnen!" sagte Gill und ich beinahe gleichzeitig. Mit leuchtenden Augen holten alle ihre Geschenke hervor und verteilten sie. Einige Minuten später ging das große Bedanken los. Von Kerry und Bryan bekam ich ein Parfum, dass ich mir schon lange kaufen wollte, Kian schenkte mir eine CD mit Lidern, zu denen wir schon wirklich viel erlabt hatten. Gill und Shane schenkten mir ein Shirt, dass ich beim shoppen mit Gill gesehen hatte. Und von Nicky und Geo bekam ich einen wirklich schönen Kerzenständer. Dann öffnete ich das Päckchen von Mark. Es war ein Fotoalbum, ich blätterte etwas darin, Mark hatte sich wirklich viel Mühe gegeben, er hatte die Fotos seit unserem Kennenlernen eingeklebt und mit kurzen Kommentaren versehen. Man sah, dass er sich wirklich viel Mühe gemacht hatte. Daher konnte ich auch erkennen, dass ihm unsere Beziehung sehr viel bedeutete und nach wie vor noch nicht aufgeben wollte.
Nach dem Auspacken, bei dem Molly und Lilly mindestens genauso durchgedreht rumliefen wie Bryan und Kian, setzten wir uns alle an den Tisch und begannen zu Essen. Kerry hatte extra Lasagne gemacht, über die wir auch alle sofort "herfielen". Nach dem Essen und einem absolut phantastischen Nachtisch saßen wir alle satt und zufrieden am Tisch. Geo machten nach einer Zeit den Vorschlag spazieren zu gehen, etwas skeptisch aber letztendlich doch überstimmt machten wir uns auf den Weg. Wir entschlossen uns in einen nahegelegenen Wald zu gehen, damit die Jungs nicht direkt erkannt werden und der Spazier in einer hoffnungslosen Autogrammstunde endet. Molly und Lilly, die natürlich immer noch dabei waren, hatten großen Spaß einmal alle Westlife Mitglieder auf einen Schlag nur für sich zu haben und mit ihnen durch den Schnee stapfen zu können. Doch bei diesem Spaziergang zeigte sich einmal mehr, dass es nicht einfach war für Mark und mich zwischen all den Pärchen. Alle liefen Hand in Hand und sogar Molly hatte Lillys Hand genommen und liefe mit ihr zwischen allen durch und verursachte ein großes Durcheinander. Nur Mark und ich hielten Abstand, dies fiel auch Molly auf. Sie war ein ausgesprochen kluges Kind, ihr fielen schnell Sachen auf und sie ließ auch nie locker, bevor ihr ihre Fragen nicht beantwortet wurden.
"Warum bist du eigentlich nicht mehr mit Mark zusammen? Hast du ihn nicht mehr lieb?" fragte sie mich nach einer Weile, in der sie mich beobachtet hatte. "Ach Molly, natürlich hab ich Mark noch lieb, aber er hat mir sehr weh getan, deshalb kann ich nicht mehr mit ihm zusammen sein." versuchte ich ihr vereinfacht die Situation zu erklären. "Aber wenn du ihn doch immer noch lieb hast. Dann geht das doch eigentlich, oder nicht? Was hat er denn gemacht?" Ihre großen leuchtend blauen Augen sahen mich fragend an. "Ja vielleicht geht das." sagte ich nachdenklich mehr zu mir selbst als zu ihr. "Also Mummy und Daddy sagen immer, dass es schade ist, dass ihr nicht mehr zusammen seid." sagte sie mit ihrer kindlicher Stimme. "Und was meinst du?" fragte ich sie. "Ich find das auch. Vielleicht ist Mark dann auch nicht mehr so traurig!" erzählte sie mir. "Woher weißt du, dass er traurig ist?" fragte sie weiter. "Na weil er immer über dich spricht wenn er bei Daddy ist. Und dann klingt er immer traurig!" rief Molly mir noch zu, bevor sie wieder zu Lilly lief.
Ich dachte noch lange nachdem Molly weg war, über ihre Worte nach. Ich steckte in einer verzwickten Situation, auf der einen Seite liebte ich Mark noch immer und er fehlte mir definitiv, aber auf der anderen Seite konnte ich mir nicht vorstellen mit ihm zusammen zu sein, ohne ständig die Gedanken im Hinterkopf zu haben, dass er vielleicht noch eine andere hat. Wie sollte ich noch einmal das Vertrauen zu ihm aufbauen, dass er mit einem Schlag vernichtet hatte? Ich ging noch einige Minuten alleine hinter den anderen her, bis sich Kian zu mir gesellte.
"Worüber denkst du nach?" fragte er mich, nachdem wir einige Zeit lang schweigend nebeneinander hergelaufen waren. "Ach, eigentlich über nichts konkretes." log ich ihn an. "Hey, du sollst mich nicht anlügen." neckte er mich. "Du kennst mich einfach zu gut." ich lächelte ihn an. "Ich habe über die letzten Monate nachgedacht." erklärte ich ihm weiter. "Also doch." sagte er nur. "Was also doch?" fragte ich nach. "Hör zu Kleine, dich beschäftigt Mark doch dauernd, wenn du Mark noch liebst, dann gib ihm noch eine Chance. Vertrau mir, er wird nie wieder einen derartigen Fehler begehen. Er hat daraus gelernt." Er nahm mich aufmunternd in seinen Arm.
Wir ließen den Tag am Kamin ausklingeln. Zwar war es auch da wieder eine komische Situation, da die Paare natürlich eng angeschmiegt verträum in den Kamin blickten, Mark und ich uns aber nur einige Male ansahen. Ich wusste, er dachte genau das selbe, das ich auch dachte. Wieder einmal die Frage warum. Wenn immer sich unsere Blicke trafen, sahen wir sofort verlegen zur Seite. Für einen Außenstehenden war die Situation absolut lächerlich, aber für mich war es einfach nur unerträglich. Trotzdem war der Tag alles in allem wirklich schön, seit Langem hatte ich mal wieder alle Lifer getroffen. Später am Abend entschlossen wir uns auch noch, Silvester bei Shane und Gill in Sligo zu feiern. Natürlich war mir klar, dass es wieder Momente gebend würde die nicht einfach würden, aber trotzdem freute ich mich auf die Feier. Es ging schon auf Mitternacht zu, als ich mich zusammen mit Nicky und Gina verabschiedete.
Draußen fast ich in meine Tasche, um meine Autoschlüssel zu finden, aber ich fühlte nicht meinen Autoschlüssel, sondern einen Briefumschlag, den mir jemand rein gesteckt haben musste. Ich setzte mich in meine Auto, legte den Umschlag auf den Beifahrersitz und fuhr nach Hause. Neugierig setzte ich mich auf mein Bett, auf das ich die ganzen Geschenke abgelegt hatte und öffnete den Brief.

Vic,
ich habe dir diesen Brief nicht in das Fotoalbum gelegt, damit die Anderen ihn nicht lesen, denn er ist ausschließlich für dich bestimmt. Es ist schwer zu sagen, was ich hiermit ausdrücken möchte und es ist mir noch nie so schwer gefallen, einen Brief zu schreiben. Deshalb bitte ich dich um so mehr ihn nicht einfach wegzuschmeißen.
Die letzten drei Monate waren die schwersten meines Lebens. Seit dem du mich verlassen hast, geht es mir jeden Tag schlechter. Ich stehe morgens auf, ohne dich an meiner Seite zu haben und der erste Gedanke, der mir kommt lautet jedes Mal, warum sollte ich aufstehen, was würde es ändern, wenn ich einfach liegen bleiben würde? Denn du bist nicht mehr da. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt das Haus zu verkaufen, für mich alleine ist es zu groß, aber ich kann nicht, ich würde damit die schönste Zeit meines Lebens verkaufen, nämlich die Zeit mit dir. Jedes einzelne Stück in diesem Haus trägt einzigartige Erinnerungen an dich. Es gibt Tage, an denen ich nur hier sitze und mich an die glückliche Zeit erinnere. Und dann stelle ich mir die eine Frage, warum habe ich alles kaputt gemacht?
Ich möchte dir in diesem Brief kein schlechtes Gewissen für meine Verfassung einreden, denn ich weiß, dass ich der Einzige bin, der daran Schuld trägt. Und ich weiß auch, dass ich es nie wieder gut machen kann, was ich dir in dieser, für uns beide, schweren Zeit angetan habe. Ich möchte nur, dass du weißt, dass es mir unendlich Leid tut. Ich würde mein Leben geben, um es ungeschehen zu machen, denn seit dem du weg bist, ist mein Leben nicht mehr lebenswert. Ich habe den größten Fehler meines Lebens begangen und dich betrogen und dafür gibt es keine Entschuldigung.
Ich möchte nur sagen, dass ich dich sehr liebe und immer lieben werde.

Mark

Nachdem ich diesen Brief gelesen hatte, nahm ich vorsichtig das Fotoalbum in die Hände. Es musste ihn eine Ewigkeit gekostet haben, um es fertig zu stellen. Er hatte alles bis in kleinste Detail ausgeschmückt und ausformuliert. Die Fotos zeigten die glücklichen Tage die wir hatten. Eines der letzten Fotos schaute ich mir sehr lange an. Es zeigte Mark und mich. Er stand hinter mir und umfasste meinen kugelrunden Bauch. Wir standen am Fenster und schauten auf unsere Terrasse. Ich erinnerte mich noch ganz genau, wie Shane das Foto aufgenommen hatte. Wir hatten die Jungs eingeladen, Shane hatte seine neue Digitalkamera mitgebracht und machte am laufenden Band Fotos von uns. Damals waren wir wirklich genervt von ihm, doch heute bin ich ihm dankbar für diese Foto. Es war eines der schönsten Fotos von uns beiden, dass ich je gesehen hatte. Mit zitternden Finger strich ich über das Bild. Ich bemerkte nicht wie mir die Tränen kamen. Zum ersten Mal nach einer langen Zeit gestand ich mir ein, dass ich noch immer in Mark verliebt war und dass ich unsere Beziehung und unsere glücklich Vergangenheit nicht so einfach aufgeben konnte. Das was er mir angetan hatte, war in diesem Moment völlig unwichtig, ich wollte um unsere Beziehung kämpfen, koste es was es wolle.
Am nächsten Morgen wachte ich aus einem tiefen, traumlosen Schlaf auf. Ich fühlte mich schlecht, konnte aber nicht mal genau sagen weshalb, denn eigentlich gab es dafür keinen Grund. Dann fiel mein Blick auf den Brief und das Fotoalbum, dass ich am letzten Abend auf mein Nachttisch gelegt hatte. Ich nahm den Brief und begann ihn abermals zu lesen. Jede einzelne Zeile las ich mit großer Aufmerksamkeit. Schlagartig wurde mir bewusst, was ich zu tun hatte.
Ich zog mich schnell an und frühstückte etwas, dann schnappte ich mir die Autoschlüssel und fuhr zu unserm alten Haus. Als ich vor dem Tor stand, zögerte ich einen Moment, war es richtig, was ich tun wollte? Würde unsere Beziehung noch Chancen haben? Ohne weiter darüber nachzudenken öffnete ich die große gusseiserne Tür mit dem Schlüssel. Jetzt war ich dankbar, dass Mark mir damals den Schlüssel zurückgegeben hatte. So konnte ich ohne Probleme auf das Grundstück gelangen. Der kurze Weg, der von großen Steinen abgegrenzt zum Rasen war zog sich für mich wie eine Ewigkeit hin. Immer wieder bahnte sich Zweifel den Weg in meinen Kopf, die ich aber versuchte mit aller Kraft zu verdrängen. Nun stand ich vor der großen Eingangstür. Die Glasornamente erlaubten mir einen Blick in den Flur zu werfen. Es sah so aus wie immer, nichts schien sich geändert zu haben. Ich wollte nicht völlig unangekündigt hereinkommen, da ihn mein Besuch mit Sicherheit schon genug überraschen würde, deshalb zog ich es vor, die Klingel zu benutzen. Es kostete mich einige Überwindung meinen Finger, der auf der Klingel ruhte, zu bewegen. Als ich das laute Läuten hörte, erschrak ich mich. Nun gab es keine Ausweg mehr. Ich musste Mark nun alles sagen.
Es dauerte lange, bis sich etwas tat. Ich hörte jemanden langsam die Treppen runterkommen. Hatte ich ihn etwa geweckt? Im nächsten Moment stand ich ihm Flur. Nicht nur Mark brachte kein Wort heraus, sondern auch ich schien vollkommen vergessen zu haben, weshalb ich überhaupt hier war. Wir standen uns einfach nur gegenüber, keiner wagte es, sich zu bewegen. "Ähh... hallo." brachte ich nach einer Weile raus, hätte mich aber im selben Moment dafür Ohrfeigen können. "Hi, komm rein." antwortete er und machte eine Geste mit seiner Hand. "Können wir reden?" fragte ich als wir im Wohnzimmer saßen. "Natürlich." sagte er etwas verängstigt. "Es ... es geht um den Brief, nein ... eigentlich geht es um uns. Der Brief war nur der Auslöser." begann ich mit blasser Stimme. Sein Ausdruck in den Augen änderte sich, aber ich wagte nicht, ihn zu deuten. "Ich, also ich habe lange nachgedacht." setzte ich wieder an. "Vic, bevor du weiter sprichst. Ich möchte nicht, dass du dich durch den Brief zu irgendetwas verpflichtet fühlst. Das was darin steht meine ich genau so wie ich es geschrieben habe. Aber tu jetzt nichts, was du hinterher bereust." unterbrach er mich. Er hatte Angst, wieder enttäuscht zu werden, das konnte man deutlich durch seine Stimme hören. "Nein, ich werde das hier nicht bereuen." sagte ich. Einen Moment zögerte ich, dann beugte ich mich vor. Ich wusste nicht, wie es mir geschah, ich kam seinem Gesicht immer näher. Ich konnte seinen warmen Atem auf meinem Gesicht spüren, keinen Augenblick später lagen seine wichen Lippen wieder auf meinen. Es war so, als hätte ich nur seit Monaten auf diesen Moment darauf gewartet. Alles passte wieder, als wäre nie etwas anders gewesen. Langsam öffnete ich meinen Mund und fuhr mit meiner Zunge über seine Oberlippe. Daraufhin öffnete er seinen Mund und ließ mich ein. Endlich konnte ich wieder seine atemberaubenden Küsse genießen. Vorsichtig knabberte er an meiner Lippe, ich schlang meine Arme um seinen Nacken und strich über seine Haaransatz. Ich genoss den Kuss wie nichts anderes in meinem Leben. Er schien unendlich, aber als wir uns von einander lösten, sah er noch ängstlicher aus als vorher. "Ich liebe dich." sagte ich und nahm ihm damit die Angst weg. Es lächelte mich an. "Ist das dein Ernst?" Ich nickte. Er kam mir näher und küsste mich wieder.
Es dauerte eine ganze Zeit, bis wir von einander lassen konnten. Keine Frage Mark, Marks Nähe, Marks Geruch hatten mir unendlich gefehlt. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und spielte mit seiner Hand. Er streichelte mir mit der anderen in gleichmäßigen Abständen über meinen Rücken, was mich sehr beruhigte. Ich schloss meine Augen und genoss einfach nur den Moment. "Wie soll es jetzt eigentlich mit uns weiter gehen?" fragte ich irgendwann und richtete mich auf, um Mark anzusehen. "Ich weiß nicht." antwortete er prompt. "Es ist klar, dass ich nicht mehr das Vertrauen zu dir habe, wie ich es vorher hatte und es wird dich ein ganzes Stück Arbeit kosten, es wieder aufzubauen. Aber ich bin da sehr zuversichtlich." ich lächelte und küsste seine Hand. "Ich weiß und du kannst absolut sicher sein, ich werde alles dafür, dass du mir wieder vertrauen kannst. Ich habe noch nie eine Frau so geliebt, wie ich dich liebe und ich werde auch nie jemanden so lieben. Ich bin so froh, dass ich dich wieder habe!" sagte er und schaute mir tief in den Augen. Es waren wieder die Augen, in die ich mich damals verliebt hatte, sie strahlten und hatten wieder diesen unbeschreiblichen Glanz. Ich musste mich zusammen reißen, um nicht in ihnen zu versinken. "Ich weiß, dass du dir alle Mühe geben wirst. Mach dir einfach keine Sorgen, irgendwann werde ich dir wider uneingeschränkt vertrauen, es braucht nur Zeit. Ich liebe dich auch und ich habe dich so vermisst." Ich ließ mich wieder auf seine Brust sinken und sog seinen Duft ein, er küsste mich zärtlich auf die Stirn. "Willst du jetzt wieder einziehen?" durchbrach er nach einer Weile die Stille. Ich schlug meine Augen auf. "Um ehrlich zu sein, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber ich glaube es ist besser, wenn wir langsam wieder anfangen. Ich werde erst mal meine Wohnung behalten, aber ich denke du wirst immer ein Zimmer frei haben für mich, habe ich Recht?" Ich zwinkerte ihm zu. "Ich verstehe, aber glaub mir, ein Zimmer kriegst du nicht, höchstens eine Betthälfte in meinem, pardon unserem Zimmer!" Und da war es wieder, unsere kleinen Neckerein, die mir so gefehlt hatten. Ich griff nach einem Kissen und schmiss in sein Gesicht. "Ey, jetzt wird mal nicht frech!" sagte er und begann mich zu kitzeln. "Wer wird denn hier frech?" fragte ich zurück. Er wollte gerade darauf reagieren, als das Telefon klingelte. "Wer stört denn da schon wieder?" Mark stöhnte und richtete sich auf. Er angelte sich mit einer Hand das Telefon und meldete sich in einem etwas genervten Ton. "Ja?" Eine kleine Pause entstand. "Nein Kian, heute passt es mir nicht so gut. Aber wir sehen uns doch schon Silvester wieder." Mark warf mir einen genervten Blick zu, der aber eher Kian galt als mir. "Nein, ich habe wirklich keine Lust, auch nicht morgen, aber ich wünsche euch viel Spaß." Ich konnte Kians Stimme durch das Telefon hören und lachte, wenn er wüsste, weshalb Mark keinen Zeit hatte. "Ja ok, bis dann Ki. - Ja ciao!" Erleichtert legte er das Telefon bei Seite. "So, wo waren wir stehen geblieben?" wendete er sich wieder an mich. Mark hatte gerade begonnen mich zu küssen, als mein Handy klingelte. Ich zog es aus meiner Tasche und lachte, als Kian auf dem Display blinken sah. Ich zeigte Mark das noch klingelnde Handy. Er nahm es mir aus der Hand und schaltete es aus, bevor ich rangehen konnte. "So jetzt kann uns keiner mehr stören!" Er setzte ein triumphierendes Lächeln auf.
Die nächsten Tage verlebten wir beide so schön wie früher. Wir fuhren zum Strand und auch wenn sehr kalt war genossen wir die Einsamkeit und die langen Spaziergänge, in denen wir viel über die letzten Monate sprachen. "Wann wollen wir eigentlich den anderen erzählen, dass wir wieder zusammen sind?" fragte mich Mark. Der Wind pfiff an diesem Tag besonders stark und die Schaumkronen, die auf den Wellen tanzten, boten einen traumhaften Anblick. "Ich weiß nicht, vielleicht überraschen wir sie einfach Silvester, wenn wir bei Shane und Gill eingeladen sind." Mark war mit dieser Idee einverstanden wir malten uns aus, was sie für Gesichter machen würden, wenn wir einfach Hand in Hand ankämen. "Wollen wir langsam mal zurück, mir wird langsam kalt!" sagte ich nach einer Weile in der wir ruhig nebeneinander herliefen. "Ja, wie du willst, aber dann gehen wir gleich noch Essen, ich lad dich auch ein!" Ich stimmte zu und war ihm sehr dankbar, als er seinen Arm mich legte und mich eng an sich zog, um mich zu wärmen.
Silvester kam schneller als ich gedacht hatte und so stand ich am Nachmittag im Badezimmer und versuchte in aller Hektik meine Haare zu bändigen und mich etwas zu schminken. Da wir nur noch einige alte Freunde von Mark, Kian und Shane, hielt ich es nicht für nötig ein all zu aufwendiges Make-up aufzulegen. Die Kleiderfrage war auch schnell geklärt, einen beigen Minirock, dazu ein schwarzes Top und High-Heels. Bevor ich noch einen Kontrollblick in den Spiegel werfen konnte, klingelte es auch schon an meiner Tür. Es war Mark, mit dem ich nach Sligo fahren wollte. "Hey Süße! Meine Güte ich habe gedacht ich bräuchte heute Abend mal keinen Bodyguard, aber so wie du aussiehst..." er pfiff laut und lachte dann. "Spinner! Du kannst ja meine persönlichen Leibwächter spielen!" erwiderte ich und ging zurück ins Bad. "Wieso spielen, dass bin ich doch sowieso!" Er war mir gefolgt und beobachtete mich nun beim Hochstecken meiner Haare. "Ach nutz deinen Mund lieber für etwas anderes als so einen Stuss zu erzählen!" Vergeblich versuchte ich einige Strähnen mit Klammern zu befestigen. "Und für was zum Beispiel?" fragte er scheinheilig. Ich ließ das Vorhaben Haare hochstecken sein und wandte mich an Mark. "Du könntest mich zum Beispiel mal küssen!" Bevor ich dies ausgesprochen hatte, lagen seine Lippen schon auf meinen. "Zufrieden?" fragte er mich. Ich nickte nur und zog meine verwischten Lippenstift nach, dann kämmte ich noch einmal meine Haare durch. "So, ich glaube ich wär dann soweit." Keine Minute später saßen wir in seinem geliebten Porsche und fuhren beziehungsweise rasten, weil Mark fuhr, nach Sligo.
"Was die anderen wohl sagen werden?" fragte ich, bevor wir das Haus betraten. "Wir werden es wohl gleich wissen..." Er drückte zuversichtlich meine Hand und legte dann seinen Arm um meine Schulter. Ich atmete noch einmal tief durch, bevor wir das Wohnzimmer, aus dem schon laute Musik drang betraten. Ich war tatsächlich etwas nervös, ich war mir zwar sicher, dass sich alle für uns freuten, aber wie würden sie erst auf die Tatsache reagieren, dass wir wieder zusammen waren. Und besonders, wie würde Kian reagieren? Hätte ich ihm nicht schon eher von Mark und mir erzählen sollen, immerhin hatte er mich auch als erste in seine Beziehung mit Jodi eingeweiht. Aber dazu war es nun zu spät.
Wir betraten das Zimmer, es waren doch mehr Leute da, als ich gedacht hatte. Sie unterhielten sich rege und tranken bereits. Die laute Musik dröhnte aus einigen Boxen, die verteilt im ganzen Erdgeschoss standen. Einige Momente fiel es niemandem auf, dass wir überhaupt gekommen waren, aber dann kam Shane auf uns zu. "Na ihr beiden, wie geht’s?" fragte er fröhlich. Ihm schien gar nicht aufgefallen zu sein, dass wir tatsächlich zusammen erschienen waren und dass Mark seinen Arm um mich gelegt hatte. Shane wollte sich schon wieder seinen anderen Gästen widmen, als er uns ungläubig ansah und fast sein Glas fallen ließ. "Moment ... hab ich was verpasst? Ist das euer Ernst?" stotterte er los. Wir guckten uns an und lachten. "Ich denke schon das es unser Ernst ist. Aber wenn du uns von dem Gegenteil überzeugen willst, bitte schön, tu dir keinen Zwang an. Vielleicht lasse ich mich ja wieder umstimmen." scherzte ich, erntete dafür aber sofort böse Blicke von Mark und noch verwirrtere von Shane. "Untersteh dich, du wirst mich jetzt nicht mehr so schnell los!" brachte Mark sich schnell ein und küsste mich. Plötzlich hörte ich lautes Grölen und klatschen. Als ich meine Augen wieder öffnete, hatte sich eine Traube von Menschen, bestehend aus unter anderem Kian, Jodi, Bryan und Kerry gebildet. Sie jubelten uns förmlich zu.
"Und ich habe gedacht, wir wären diejenigen, die heute die Bombe platzen lassen. Da habe ich mich wohl getäuscht, vorausgesetzt ich interpretiere diese Situation richtig..." sagte Gillian und umarmte mich glücklich. "Ich freu mich für euch, ihr gehört einfach zusammen!" flüsterte sie mir ins Ohr. "Danke, aber was wolltet ihr denn erzählen?" fragte ich neugierig. "Das erfährst du noch früh genug..." druckste sie herum. Ich sah sie an, schaute dann auf ihren Bauch. "Nein, nicht das was du denkst, ich bin nicht schwanger." entschärfte sie meine Vermutung. "Na da bin ich mal gespannt!" sagte ich und ging wieder zu Mark, der sich gerade mit einigen Freuden unterhielt. Doch ich konnte mich gar nicht erst in das Gespräch einbringen, da wurde ich auch schon von hinten umarmt. Es war Kian, das konnte ich sofort an seinem Parfum riechen. "Na du, findest du es gut, mir so eine Botschaft vorzuenthalten?" fragte er in einem vorgetäuscht bösen Ton. "Sauer?" fragte ich vorsichtig. Aber er schüttelte energisch den Kopf, was mir einen Stein vom Herzen fallen ließ. "Nein, ich versteh dich, ich habe auch lange gezögert, bevor ich es dir mit Jodi erzählt habe." gab er zu. "Na dann ist ja gut, ich habe schon erwartet, dass du mir den Kopf abreißt!" ich musste laut lachen. "So was traust du mir zu?" "Nein, natürlich nicht!" "Sonst hätte er auch was von mir zu spüren bekommen!" mischte sich Mark ein und zog mich schützend an sich. "Ach wie süß, keine Woche zusammen und schon wieder ein einmaliges Team!" sagte Kian ironisch und knuffte Mark in die Seite. "Ja ja Egan, da spricht wohl der pure Neid!" antwortete Mark. "Nö, ich habe doch auch eine fabelhafte Freundin!" "Na also!"
Der Abend verlief so wie eh und je, als wären Mark und ich nie getrennt gewesen. Wir tanzten, lachten und tranken viel, bis es endlich auf die Mitternacht zu ging. Eine halbe Stunde vor dem Jahreswechsel stellte sich Shane auf einen Stuhl und schlug mit einer Gabel an sein Glas. Es wurde urplötzlich ganz ruhig, jemand hatte die Musik leise gestellt und alle Blicke waren auf Shane gerichtet. Ich hatte mich in Marks Arme gekuschelt und wartete nun neugierig auf das, was Shane und Gillian uns zu sagen hatte, auch wenn ich es mir schon fast denken konnte. "Gibt’s jetzt mal eine Enthüllungsstory, die wir noch nicht aus der Zeitung kennen?" fragte einer seiner Freunde und erntete müdes Gelächter. "Ja ich glaube, dies weiß noch nicht die Presse..." antwortete Shane. Dann räusperte er sich noch einmal und schaute zu Gillian, die ihm ein aufbauendes Lächeln schenkte. Es war wirklich lustig mit anzusehen, wie schwer es ihm fiel vor seinen Freunden zu sprechen, obwohl er sonst keine Probleme hatte, vor einigen Million Konzerte zu geben. "Also, ihr wisst, dass Gill und ich nun schon über 7 Jahre zusammen sind und das auch noch außerordentlich glücklich. Deshalb ..." Er zögerte einen Moment, fuhr dann aber fort. "deshalb habe ich Weihnachten um ihre Hand angehalten!" Allgemeines Murmeln ging durch die Menge. "Ach übrigens, ich habe ja gesagt!" fügte Gillian hinzu. Alle lachten los, weil sie sich das bereits gedacht hatte und wir klatschten los. Nun würden also auch die beiden heiraten, ich gönnte es ihnen wirklich. Sie waren wie füreinander gemacht und ergänzten sich perfekt. Da ich nah neben den beiden stand löste ich mich von Mark und nahm erst Gill in den Arm und dann Shane. Ich sagte ihnen, dass ich mich wirklich für sie freuen würde. Sie sahen sehr glücklich aus und bedankten sich.
Nachdem sie von allen beglückwünscht wurden, begaben wir uns langsam alle nach draußen in den großen Garten. Es waren nur noch wenige Minuten bis zum neuen Jahr und die aufgeregte Stimmung stieg ins unermessliche. Ich tanzte mit Mark und alle anderen Paare bewegten sich auch eng umschlugen zur Musik. Dann begannen einige zu zählen. Mark legte seinen Arm wärmend um mich und ergriff meine Hand. Gemeinsam zählten wir laut und schauten zum Himmel hoch. "5, ... 4, ... 3, ... 2, ... 1,... 0! Happy new year!" hörten wir überall. Ich fiel Mark um den Hals und er mir. Dann küssten wir uns lange und besonders intensiv. "Ich liebe dich!" flüsterte er mir ins Ohr. "Und ich dich!" antwortete ich. "Glaub mir, dieses Jahr wird unser Jahr!" fügte ich noch hinzu. "Solange du bei mir bist, kann gar nichts schief gehen. Ich werde nie wieder so einen Fehler begehen und dich betrügen, das gelobe ich hier!" "Ich weiß, deshalb bin ich zu dir zurück gekommen!" Noch einmal küsste ich ihn euphorisch. Dann wandten wir uns den anderen zu, um ihnen auch ein gutes neues Jahr zu wüschen.
Der nächste Morgen, man könnte beinahe schon Nachmittag sagen, verlief dann weniger euphorisch. Ich wachte mit heftigen Kopfschmerzen auf. Ich machte mir erst gar nicht die mühe die Augen zu öffnen sondern tastete nach Mark, der neben mir lag. Seine gleichmäßigen Atemzüge zeigte mir, dass er noch tief uns fest schlief. Ich wollte mich aufrichten, aber da ich sofort merkte, dass sich alles drehte, erklärte ich das Vorhaben für gescheitert. Ich glitt wieder zurück unter die Decke und drückte mich an Mark. Er atmete einmal laut ein, schlief aber unbeirrt weiter. Ich entschloss mich auch noch etwas zu schlafen und genoss die Wärme, die von Mark ausging.
"Hey Süße, willst du nicht mal aufstehen?" wurde ich sanft aus meinen Träumen gerissen. Ich blinzelte und sah in Marks stahl blaue Augen, um die aber tiefe Ränder gezogen waren. "Morgen." brummelte ich, da sich mein Kopf wieder bemerkbar machte. "Hier, trink das." Er reichte mir ein Glas mit Wasser, in das eine Kopfschmerztablette aufgelöst war. "Danke, kannst du hellsehen?" fragte ich, als ich das Glas ausgetrunken hatte. "Nein, aber ich weiß wie ich mich beim aufstehen gefühlt habe." Er lächelte. "Du bist ein Schatz!" Ich küsste ihn zart und schlug die Decke zurück. "Na dann werde ich mich wohl mal fertig machen. Ach sag mal, wollen wir nicht noch deine Eltern besuchen, wo wir doch sowieso schon in Sligo sind. Ich hab sie so lange nicht mehr gesehen. Und sie wissen doch noch gar nichts von uns!" fragte ich ihn und setzte meinen unschlagbaren Blick auf, bei dem er mir keinen Wunsch abschlagen konnte. "Ja das ist eine gute Idee, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Die werden bestimmt Augen machen!" Er grinste über das ganze Gesicht. Ich duschte schnell und zog mich an, während Mark bereits Shane und Gill beim Aufräumen half. Die Dusche hatte meine Lebensgeister wieder geweckt und mit einer weitaus besseren Laune kam ich ins Esszimmer. Erst mal nahm ich Mark seine Tasse mit Café aus der Hand und nahm einige große Schlücke. "So guten Morgen!" sagte ich letztendlich. Die anderen lachten laut los. "Was ist?" fragte ich verwirrt. "Hast du mal auf die Uhr geschaut?" fragte mich Shane und grinste frech. "Nein, soweit bin ich heute noch nicht gekommen." Er deutete auf die große Standuhr und ich erschrak etwas, es war schon fast vier Uhr nachmittags, doch dann lachte ich auch. "Ja war eben ein bisschen später gestern Abend. Wie sied ihr denn aus dem Bett gekommen?" fragte ich unverständlich. "Ehrlich gesagt gar nicht, aber irgendwann hab ich an das Chaos hier gedacht und dann blieb mir nichts anderes mehr übrig als aufzustehen." erklärte Gillian, die dabei ein Gähnen unterdrücken musste. "Na da bin ich ja froh, dass ihr mich nicht geweckt habt!" Ich warf Gill eine Kusshand zu, da sie mir demonstrativ die Zunge rausstreckte. "Aber jetzt kann ich euch helfen!" bot ich zur Versöhnung an. "Schade nur, dass wir schon fertig sind!" antwortete Mark. "Ich revanchier mich, versprochen!" schlug ich vor und stellte damit alle zufrieden.
"Ich bin ja wirklich gespannt, was deine Eltern sagen werden!" sagte ich Mark, als wir aus dem Auto stiegen und die Auffahrt hinauf liefen. Nichts, aber rein gar nichts hatte sich während der paar Monate verändert. Snoopy kam uns bellend entgegen, er sprang an Mark und mir hoch und wir tollten etwas mit ihm herum. Dabei hatten wir wohl solchen Lärm gemacht, dass Barry ebenfalls in den Garten kam. Als er Mark und mich sah rannte er genauso wie Snoopy auf uns zu, sprang uns dann aber nicht an, sondern umarmte euch. "Habt ihr es auch endlich geschafft?" fragte er ironisch. "Hey jetzt wird nicht frech Kleiner!" sagte ich und umarmte ihn. Er war immer wie mein kleiner Ersatzbruder gewesen und ich hatten ihn wirklich vermisst. Ich war sehr glücklich ihn wieder zu haben und genauso ging es mir auch mit Collin. "Mum und Dad haben auch schon damit gerechnet, dass ihr irgendwann wieder hier rein spaziert, als sei nichts gewesen. Tja, damit hatte sie wohl wie immer Recht!" antwortete er triumphierend. "Ja deine Eltern kennen mich einfach schon viel zu gut!" "Na klar, du gehörst doch sowieso schon zur Familie, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das auch offiziell ist, stimmt’s Mark?" er schielte mit einem herausfordernden Blick zu seinem großen Bruder. "Ja ja, das lass mal meine Sorge sein... Sind Mum und Dad überhaupt da?" versuchte er schnell vom Thema abzulenken. "Ne, sie holen gerade Collin von einem Fußballspiel ab. Sie müssten aber gleich kommen!" antwortete er. Wir entschieden uns erst mal reinzugehen, dort machten wir einen starken Café, der Mark und mir wirklich gut tat. "Na habt ihr wohl ein bisschen zu lang gefeiert!" rief Barry spöttisch. "Du Mark ich glaube, der will heute noch richtig ärger bekommen. Was hat der eigentlich für einen Ton drauf?" sagte ich gespielt genervt zu Mark. Er deutete mit dem Kopf auf einige Kissen, die auf dem Sofa lagen. Ehe Barry sich bewegen konnte, schnappte ich mir seine Arme und Mark warf die Kissen auf ihn. Dann kitzelten wir ihn so lange durch, bis er gelobte nie wieder dumme Kommentare zum zu lange feiern zu bringen. "Da hab ich ja noch mal Glück gehabt, was?" kaum hatten wir ihn losgelassen, ging es schon weiter mit seinen Kommentaren. "Sag mal Süßer, hast du nicht gerade was gelernt?" fragte ich ihn in einem warnenden Ton. "Nö, ich weiß von nichts!" Blitzartig stand Mark auf und jagte Barry damit einen gehörigen Schrecken ein. Er sprang auf und wir konnten nur noch die Tür hören und anschließend die knarrenden Stufen, die er hoch in sein Zimmer rannte. "Na endlich!" sagte Mark und ließ sich wieder neben mir auf dem Sofa fallen. "Gut gemacht!" sagte ich und küsste ihn zur Belohnung. "Ja wir sind eben das perfekte Team!" antwortete er nach dem Kuss und legte seinen Kopf in meinen Schoß. Ich zwirbelte seine Haare und fuhr die Kontur seiner Nase nach. Er schloss die Augen und begann gleichmäßig zu atmen. "Hey jetzt schlaf nicht ein." ich stupste meinen Zeigefinger in seinen Bauch. "Wenn du mich aber so streichelst!" "Na dann muss ich das wohl lassen." "Nein!" Ehe ich etwas erwidern konnte, hörten wir die Autotür und einige Sekundenspäter die Haustür. "Mark!!!" kam Collin ins Wohnzimmer gerannt und stürzte sich auf seinen Bruder. "Hi Col, na alles klar? Guck mal, wen ich mitgebracht habe!" dabei deutete er auf mich. "Vic! Endlich bist du wieder da!" jetzt fiel er auch mir um den Hals. "Ich hab dich ganz schön vermisst, Großer!" flüsterte ich ihm ins Ohr. Kaum hatte ich ihn losgelassen rannte er wieder zur Haustür, Marie und Oliver entgegen. "Mum, Dad, Vic ist wieder hier!" hörten wir ihn von draußen schreien.
"Na ihr beiden, schön euch wieder zu sehen!" begrüßte uns Marie und nahm uns sofort in die Arme und Oliver tat es ihr gleich. Wir wünschten uns allen ein frohes neues Jahr, denn es war ja tatsächlich noch Neujahr. Dann setzten wir uns ins Wohnzimmer und tranken Tee. Auch sie schienen sich wirklich zu freuen, mich wieder zu sehen. Doch da wir noch zurück nach Dublin fahren wollten, musste wir uns schnell verabschieden, da wir nicht zu spät zurück kommen wollten. "Na kommst du jetzt wieder öfter, nicht wahr?" fragte ich Oliver beim Verabschieden. "Ich denke schon, wenn ihr mich haben wollt!" antwortete ich. "Aber sicher Vic, du bist doch sowieso schon wie meine Tochter!" mischte sich Marie ein. "Hey, ihr wisst aber schon, dass ihr noch einen Sohn habt, der nicht all zu oft hier her kommt, bei dem ihr euch auch noch verabschieden könnt!" sagte Mark mit gespielt beleidigtem Ton und zog die Unterlippe hoch. "Aber eifersüchtig musst du nicht werden Mark, wir lieben dich doch alle!" beschwichtigte ihn Marie und umarmte ihn ebenfalls, dann drückte sie ihm noch einen großen Schmatzer auf die Wagen. "Mum! Du weißt doch wie sehr ich das hasse!" "Ich wollte nur meine Liebe zum Ausdruck bringen mein Schatz!" verteidigte sie sich. Nachdem wir uns endgültig von allen verabschiedet hatten, saßen wir zufrieden im Auto und fuhren zurück nach Dublin. Ich stellte das Radio an und wir alberten herum. Wir sangen die Lieder so schräg es nur ging mit und lachten sehr viel. "Wenn dich so deine Fans hören könnten, die würden mit Sicherheit keine einzige CD mehr kaufen!" sagte ich, als Mark besonders schräg gesungen hatte und gar keine Töne mehr traf. "Hey, die einzige die hier nicht singen kann, bist ja wohl du!" versuchte er die Schuld auf mich zu schieben.

-4 Monate später-
In unserer Beziehung lief es besser denn je. Mark las mir jeden Wunsch von den Augen ab und verwöhnte mich von Kopf bis Fuß. Manchmal wusste ich gar nicht, wie ich es die paar Monate ohne ihn ausgehalten hatte. Ich hatte nach wie vor noch meine eigene Wohnung, es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder komplett zu Mark ziehen würde. Im Moment pendelte er zwischen Schweden und Irland hin und her, weil die Jungs gerade ihr fünftes Album aufnahmen. Unter der Woche lebten sie in einem Hotel und Freitags flogen sie immer zurück zu ihren Familie bzw. Freundinnen. Dass nun alle Mitglieder von Westlife Freundinnen hatten, schien dem Erfolg kein Abbruch zu tun, die Jungs waren gefragter denn je und keine Boyband konnte auch nur ansatzweise mithalten.
Doch heute sollten die Jungs ihre Studioaufnahmen beenden und zurück nach Irland kommen. Dies war auch wirklich rechtzeitig, da bei Kerry jeden Moment die Wehen beginnen konnten. Ich stand auf Abruf für sie bereit, falls Bryan noch nicht wieder zu Hause war. Wie immer, wenn unsere Jungs nach Hause kommen sollten, telefonierte ich vorher mit Kerry und sie bat mich diese Mal, gemeinsam mit ihr zum Flughafen zu fahren. So suchte ich nur schnell meine Sachen zusammen, holte Kerry ab und schon waren wir auf dem Weg zum Dubliner Airport.
"Gott sei Dank können wir jetzt die Hintertüren benutzten, in deinem Zustand wäre ich nicht mehr gerne mit dir durch die Masse der Fans gelaufen!" sagte ich zu ihr, während ich einen geeigneten Parkplatz suchte, der so nahe wie möglich an dem Seiteneingang war, durch den wir auch gleich das Flughafengebäude betreten sollten. "Ja ich bin auch froh, wenn ich die Schwangerschaft hinter mir habe. Und vor allem bin ich jetzt froh, dass Bryan doch zur Geburt da ist und ich mich vielleicht noch etwas ausruhen kann. Glaub mir, wenn 20 kg mit dir rumträgst und du noch auf zwei hyperaktive Mädels aufpassen sollst, dann hat sich das mit der Ruhe erledigt!" Sie lachtet etwas gequält, strich sich dann aber liebevoll über den Bauch. Als wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten, half ich Kerry aus dem Wagen und wir eilten zu dem Eingang. Ein Angstelter des Sicherheitspersonals wartete bereits auf uns und erklärte uns den schnellsten Weg zum Gepäckband der Maschine aus Schweden. "Manchmal ist es eben schon praktisch Prominent zu sein, so können wir ganz entspannt auf die Jungs warten und müssen nicht mal Autogramme schreiben oder Fotos machen!" Wir setzten uns auf eine Bank und Kerry atmete tief ein. "Was ist los, stimmt was nicht?" fragte ich besorgt. "Nein, mach dir keine Sorgen, der Kleine tritt heute nur wieder. Der weiß anscheinend, dass heute sein Daddy nach Hause kommt!" beruhigte sie mich. "Ja wahrscheinlich, aber wenn dir etwas fehlt, dann sag bloß bescheid. Bryan würde mir die Hölle heiß machen, hätte ich mich nicht richtig um dich gekümmert!" gab ich zurück und starrte wie gebannt auf die Anzeigentafel in der großen Halle. "Mir fehlt nichts, es zwickt nur ein wenig, aber glaub mir, wahre Wehen kann ich mittlerweile gut von allen anderen Schmerzen unterscheiden!" Sie lachte über meine Besorgnis du lehnte sich entspannt zurück. Wir sprachen noch etwas über völlig belanglose Dinge, ließen aber die Arrival-Tafel nicht aus den Augen, bis plötzlich der Flug aus Schweden aufblinkte. Nun würde es nicht mehr lange dauern, bis ich Mark wieder in meine Arme schließen konnte.
Es dauerte wirklich nicht mehr lange, bis sich die Türen öffneten und die Fünf langsam und schläfrig eintraten. Sie schienen uns gar nicht zu sehen und gingen geradewegs auf das Gepäckband zu. "Jetzt schau dir das mal an, die erwarten uns ja gar nicht. Mal sehen wie lange sie brauchen, bis sie uns bemerken!" schlug ich Kerry vor, währen wir belustigt die Jungs betrachteten. Jeder schien seinen Gedanken nachzuhängen und sie wirkten sehr abgespannt und müde. Kian und Mark hatte sogar hier ihre Mützen tief ins Gesicht gezogen und Shane trug eine Sonnenbrille, damit er nicht sofort erkannt wurde. Kerry und ich mussten uns zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. Die ganze Band registrierte uns überhaupt nicht, sogar nicht, als sie ihr Gepäck hatten und bereit waren, zum verlassen der Halle. "Warte ich, ich bin gleich mit den Jungs zurück!" sagte ich zu Kerry, die sich nach wie vor unheimlich amüsierte. Ich ging zielstrebig hinter Mark her und kurz bevor er die Halle verließ, tippte ich ihm auf die Schulter. "Entschuldigung, die bist doch Mark von Westlife. Kann ich ein Autogramm bekommen?" ich hatte meine Stimme etwas verstellt, dass er nicht sofort verstand. "Ja klar Mom-" in seiner Stimme lag etwas genervtes, er drehte sich um und wollte nach den imaginären Foto und einem Stift greifen, bis er verstand. "Vic!" Er hob mich hoch und wirbelte mich im Kreis herum. "Naja eigentlich wollten Kerry und ich euch abholen, aber ihr schient nicht weiter daran interessiert zu sein!" erklärte ich, als er mich wieder abgesetzt hatte. Bryan hatte auch mittlerweile Kerry entdeckt und kam mit ihr zu uns zurück.
Es war am nächsten Morgen, als ich durch das Klingeln des Telefons aus dem Schlaf geholt wurde. Mark, der neben mir lag, dreht sich nur um und schlief weiter. Ich hingegen stand schwerfällig auf und suchte noch im Halbschlaf das Telefon. In Gedanken verfluchte ich den Anrufer. Da konnte man einmal ausschlafen, mit dem Liebsten an seiner Seite, da wurde einem durch solche Erfindungen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Im Wohnzimmer wurde ich endlich fündig. Zwischen einigen Kissen war das Telfon versteckt. Ich ließ mich fallen und nahm genervt ab. Ein Blick auf den Videorekorder sagte mir, das es bereits 8 Uhr morgens war. "Ja?" fragte ich dennoch etwas genervt. "Na endlich, ihr müsst sofort ins Krankhaus kommen, Kerry bekommt das Kind!" schrie mir ein aufgeregter Bryan entgegen. Dan erklärte er mir noch, wo wir genau hinfahren sollten. Ich versprach ihm sofort aufzubrechen. Während unseres Telefonats war ich schon ins Schlafzimmer zurück gerannt und versuchte Mark zu wecken, was mir allerdings erst gelang, als ich das Gespräch mit Bryan beendet hatte. "Mark verdammt wach auf, Kerry bekommt das Kind!" grob schüttelte ich ihn. "Kann die nicht noch warten?" erhielt ich als einzige Reaktion. Ich rannte zwischen Badezimmer und Schlafzimmer hin und her und hatte es auch endgültig geschafft, ihn unter die Dusche zu befördern. In der Zwischenzeit machte ich Café, damit er endlich wach wurde. Einige Minuten später saßen wir im Auto, Mark war so wach, dass er sämtlich roten Ampeln überfahren konnte und im Geschwindigkeitsbegrenzungen kein Begriff mehr waren.
Am Krankenhaus angekommen fanden wir auch schnell einen Parkplatz und rannten die Treppen zur Entbindungsstation hoch, da der Aufzug kaputt war. "Ah Mr. Feehily, einfach den Gang runter und da treffen sie auf ihre Freunde!" begrüßte uns eine Krankenschwester, bevor wir überhaupt fragen konnten, wo wir die anderen finden würden. Wir schauten sie verdutzt an aber sie lächelte nur. "Meine Tochter ist Westlife-Fan." sie zwinkerte uns zu. "Ach so, verstehe. Grüßen sie ihre Tochter von mir und vielen Dank!" rief Mark der Schwester zu, während wir den Gang runter gingen. Dort trafen wir dann auch Nicky, Georgina und den nervös herum laufenden Bryan. "Endlich! Da seid ihr ja!" begrüßte uns Bryan. "Tut mir leid, Mark wollte einfach nicht aufstehen!" rechtfertigte ich mich und erntete einen bösen Blick von Mark. "Naja Hauptsache ihr seid jetzt da!" "Wie geht’s Kerry denn und warum bist du nicht bei ihr?" fragte ich ihn. "Ich brauchte eine kleine Pause, aber ich geh jetzt wieder zu ihr!" er warf seinen Plastikbecher in den Müll und öffnete die Tür. "Gut, sag ihr, dass wir da sind! Ihr schafft das schon..." versuchte ich ihn aufzubauen, da er wirklich mit den Nerven am Ende war. Er sah mich noch einmal mit einem verzweifelten Blick an und verschwand dann hinter der Tür. Mark und ich dagegen begrüßten erst mal Geo und Nicky und ließen uns dann ebenfalls auf der Bank fallen. "Da sollte man meinen beim dritten Kind geht alles schneller, aber nichts, die beiden sind schon seit 6 Uhr heute Morgen hier!" durchbrach Nicky nach einer Weile das Schweigen. "Na dann wird es doch mit Sicherheit bald kommen!" antwortete Mark und ließ seinen Kopf auf meiner Schulter sinken. Ich legte meinen Kopf auf seinen und das Warten begann. Zum Reden zu Mute war keinem von uns, dafür war es einfach noch zu früh. Aber ganz im Gegenteil zu Mark konnte ich auch nicht bei der Krankenhausatmosphäre schlafen. Gelangweilt griff ich in meine Tasche und zog die Briefe heraus, die ich noch schnell aus dem Briefkasten gefischt hatte, bevor wir gefahren sind. Ich überflog deren Absender, das meiste waren wie so oft Rechnungen, doch bei einem Brief stockte ich. Er kam aus den USA, genauer gesagt von einer der Kliniken, bei denen ich mich Monate zu vor beworben hatte. Völlig überrascht öffnete ich den Brief, da ich gar nicht mehr mit einer Antwort auf meine AIP-Bewerbung gerechnet hatte. Ich überflog das Geschriebene. Das was dort geschrieben stand, brachte mich vollkommen aus dem Konzept. Ich hatte mich darauf eingestellt erst mal gar nicht zu arbeiten, um öfter mit Mark zusammen zu sein, aber jetzt war ich an dieser renommierten Klinik angenommen worden und das in meinem Traumstaat Kalifornien! Was sollte ich jetzt machen? Sollte ich unsere Beziehung auf Spiel setzten und für meine Karriere ins Ausland gehen, oder sollte ich für Mark hier bleiben, aber mir vielleicht immer vorhalten müssen, was ich für eine einmalige Chance verpasst habe? Ich entschloss mich erst später mit Mark zu reden. Entspannt lehnte ich mich zurück und genoss Marks regelmäßigen Atem, der meinen Nacken traf.
"Ich halt das warten nicht mehr aus, ich hol mir einen Kaffee, wollt ihr auch was?" fragte Gina, die entschlossen aufstand. "Ja für mich bitte auch einen und bring Mark auch gleich einen mit." bat ich sie. Nicky begleitete Geo zum Automaten, der am anderen Ende der Station aufgestellt war. Ich hingegen versuchte Mark zu wecken, da meine Schulter mittlerweile taub wurde. Ich küsste ihn sanft auf die Stirn. "Was ist? Ist das Kind schon da?" fragte er verschlafen. "Nein, aber ich spür meine Schulter schon nicht mehr, weil dein Kopf da liegt!" antwortete ich. "Na und, ich spür auch diverse Köperteile nicht mehr, beschwer ich mich etwa?" nuschelte er. "Mark du bist unmöglich!" lachte ich und rutschte etwas zur Seite, so dass sein Kopf von meiner Schulter fiel. "Ey du bist gemein!" Notgedrungen öffnete er seine Augen und sah mich böse an. "Zur Abwechslung kannst du mich mal schlafen lassen!" wandte ich ein. "Wieso, so wie ich dich kenne, kannst du doch sowieso nicht hier schlafen!" entgegnete er mir. "Du kennst mich einfach zu gut!" Ich lächelte ihn an. Er rutschte auf den Platz neben mir und küsste mich mit voller Hingebung. "Ähm... wir wollen ja nicht stören, aber der Kaffee wird langsam kalt!" machten sich Nicky und Georgina bemerkbar. Dankend nahmen wir den beiden die Becher ab und tranken ein Schluck. Angewidert verzog ich das Gesicht. "Erinnert mich daran, dass ich bei der nächsten Geburt selber Kaffee koche!" erklärte ich meinen Gesichtsausdruck. Alle lachten, doch mitten in das Gelächter platzte eine nassgeschwitzter aber strahlender Bryan rein. "Es ist ein Junge!" rief er uns entgegen. Wir sprangen auf und beglückwünschte ihn. Und, hat der Kleine schon einen Namen?" fragte ich neugierig. "Ja, aber Kerry will ihn euch später sagen!" erklärte er uns und verschwand auch schon wieder hinter der Tür des Kreissaals. "Der arme Kleine, zwischen all den Weibern im Hause McFadden!" sagte Nicky und lachte. "Wieso, Bry ist doch auch noch da! Und so lernt er sich wenigsten zu behaupten!" sagte Geo und knuffte ihrem Mann in die Seite.
Nach einiger Zeit wurden wir in ein anderes Zimmer gerufen. Dort lag Kerry in einem Bet am Fenster, neben ihr stand ein kleines Babybett. Bryan saß auf einem Stuhl und hielt seinen Sohn ihm Arm. Kerry lächelte, wenn auch etwas kraftlos, aber zufrieden als wir eintraten und Bryan strahlte über das ganze Gesicht. Ich umarmte die blasse Kerry und widmete mich dann dem Kleinen. "Und, wie heißt er denn jetzt?" fragte Nicky und alle Blicke richteten sich auf Kerry. "Also Bry und ich haben uns für David entschieden!" lüftete Kerry das Geheimnis.
Nachdem wir noch eine halbe Stunde bei Kerry und dem neuen Familienmitglied der McFaddens waren, wurden wir freundlich von einer Krankenschwester rausgeschmissen, die der Auffassung war, wir würden der frischgebackenen Mutter den letzten Nerv rauben und dass Kerry noch Ruhe bräuchte. Also fuhren Mark und ich erschöpft nach Hause. Dort setzten wir uns erst mal vor den Fernseher und sahen uns völlig bescheuerte Reportagen an, bis mir der Brief wieder einfiel. "Mark, ich muss mit dir reden." sagte ich und wagte kaum ihn anzusehen, da der weitere Verlauf unserer Beziehung von dem Ausgang dieser Unterhaltung abhing. "Was ist los, du klingst so ernst!" Er richtete sich auf, um mich anschauen zu können. "Ich hab dir noch gar nicht davon erzählt, weil na ja ... es begann ja alles, als wir uns getrennt hatten. Ich konnte ja nicht ahnen ..." Ich spürte wie meine Stimme kurz vor dem Versagen war und ich eine kurze Pause machte. "Schatz, egal was ist, du kannst es mir sagen!" er streichelte mir über die Wange. "Also, ich muss doch dieses AIP Jahr machen, davon habe ich dir doch erzählt, erinnerst du dich?" fragte ich ihn. "Ja natürlich und was ist daran so schlimm?" Ich räusperte mich und fuhr fort "na ja, ich habe mich an einigen Krankenhäusern beworben, aber eben nicht hier in Irland sondern in den USA. Ich war damals so sauer auf dich, dass mich nichts mehr hier gehalten hat. Außerdem sind die Kliniken in den Staaten sehr renommiert. Es wäre ein riesen Schritt in meiner Karriere. Ich meine ... also was ich sagen will ist, dass ich in Kalifornien angenommen wurde." platze es aus mir heraus. Mark sah mich ungläubig ein, sagte aber nichts. "Sag doch was." mir standen die Tränen in den Augen, ich versuchte in Marks Augen abzulesen, was sich gerade in ihm abspielte. "Heißt dass, du gehst in die USA?" Seine Stimme zitterte, so dass ich mich wirklich erschrak. "Ich weiß nicht, ich wurde angenommen, aber ich will dich nicht schon wieder verlieren. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll!" Nun liefen die Tränen hemmungslos, ich lehnte meine Kopf an seine Schulter. Ich hatte in diesem Moment einfach nur Angst vor der Zukunft und vor allem, was aus unserer Beziehung wird.
Er nahm mich in seine Arme und hielt mich fest, so beruhigte ich mich nach einigen Minuten. "Was soll ich denn jetzt machen?" fragte ich leise. "Ich weiß nicht, aber ganz egal wie du dich entscheidest, wir werden das schaffen, hast du mich verstanden?" Er schaute mich direkt an, in seinen Augen lang die Traurigkeit, die er sich nicht anmerken lassen wollte. Er versuchte sich stark vor mir zu geben, obwohl er die selbe Angst empfand, die ich auch spürte. "Du sagst es ist eine große Chance für dich, dann nimm bitte keine Rücksicht auf mich. Es ist schon meine Schuld, dass du dich nicht hier beworben hast, dann will ich dir jetzt nicht im Wege stehen." sprach er ruhig weiter. "Mark, was redest du da, es ist überhaupt nicht deine Schuld, ich hätte nur besser nachdenken sollen. Dann hätten wir keine Probleme. Und wir sollten das zusammen entscheiden, du gehörst zu mir, du bist ein fester Teil meines Lebens, ich will und werde dich in meine Entscheidung einbeziehen!" In meiner Stimme lag eine gewisse Empörung, die ich bei Marks Worten empfand, wie konnte er nur so etwas sagen? Er lächelte und küsste meine Stirn. "Gott, womit habe ich dich verdient?" sagte er mehr zu sich selbst als zu mir, dann wendete er sich aber wieder an mich. "wann müsstest du denn rüberziehen?" "In ca. drei Monaten würde alles beginnen, aber vorher müsste ich schon mal rüber um eine Wohnung und ein Auto und so weiter zu mieten. Allerdings muss ich mich in den nächsten zwei Wochen entschieden haben." sagte ich tonlos.
An diesem Abend kamen wir zu keinem Ergebnis, unsere Überlegungen drehten sich immer im Kreis. Natürlich wollte ich diese Chance wahrnehmen, aber was war der Preis dafür? Ich würde die Person die mir am meisten bedeutete Monate lang nicht sehen können. "und was ist, wenn du dich hier in Dublin bewirbst?" fragte Mark müde. "Das geht nicht, die Frist ist schon längst abgelaufen, ich müsste dann ein ganzes Jahr warten..." antwortete ich ihm und streckte mich auf dem Sofa aus. Wir waren beide sehr müde und Mark tat mir wirklich leid. Er war sowieso schon sehr müde von den Studioaufnahmen, er hatte sich bestimmt auf ein paar freie Tage mit mir gefreut und jetzt kamen diese neuen Probleme auf uns zu. "Es ist schon spät, wir sollten ins Bett gehen. Du bleibst du hier, oder?" fragte ich vorsichtig nachdem ich auf die Uhr geschaut hatte. "Ja, wir sollten eine Nacht über alles schlafen, vielleicht fällt uns morgen eine Lösung ein." Ich stand auf und reichte Mark meine Hand, die er dankend annahm.
Doch von schlafen konnte nicht die Rede sein. Ich hatte meinen Kopf auf Marks Brust gelegt, dies ließ mich für gewöhnlich innerhalb kürzester Zeit einschlafen, doch diesmal fand ich einfach keine Ruhe. Ich dachte pausenlos über diesen Brief nach. Wieder einmal wurde mir gezeigt, wie schnell sich das Leben ändern konnte, diesmal sogar durch einen simplen Brief über den ich mich noch vor einigen Monaten riesig gefreut hätte. Ich drehte mich um und schloss meine Augen. "Du solltest den Job machen." sagte Mark aus dem Nichts heraus. Blitzartig öffnete ich wieder meine Augen und richtete mich auf. "Und du, was wird dann aus dir, was wird aus uns?" "Mach dir um mich keine Sorgen. Ich komme dich wann immer es möglich ist besuchen. Vic, du standest nie der Band sprich meiner Karriere im Weg, du hast mich immer aufgebaut wenn es mir schlecht ging. Jetzt bist du am Zug, ich weiß wie viel es dir bedeutet dort hingehen zu können. Es wird schwer werden, aber wir schaffen das. Da bin ich mir ganz sicher." Während er das sagte schaute er mich nicht an. Ihm fiel es sichtlich schwer dies zu sagen, aber ich war im unglaublich dankbar dafür. "Ist das dein Ernst?" fragte ich ihn ungläubig. "Ja, du wirst dein AIP-Jahr in Kalifornien machen und hinterher kommst du als die beste Ärztin zurück, die ich mir nur wünschen kann. So viel anders wird es vielleicht gar nicht werden. Sonst bin ich doch auch so viel weg, nur diesmal flieg ich nicht ach Dublin um dich zu besuchen, sondern in die Staaten. Es wird zwar alles etwas kostspieliger werden, aber hey, wofür bin ich denn ein `Popstar´?" ich musste lachen, ja wofür war ein Popstar, etwa um seine karrieregeile Freundin ständig in den USA zu besuchen? "Mark, du weißt, dass du nicht so viel für mich ausgeben sollst!" antwortete ich schnell. "Nein, ich werde es nur für mich ausgeben, um sooft wie möglich bei dem Menschen zu sein, den ich am meisten auf der Welt liebe. Sieh es als puren Egoismus!" Er lächelte, dies zeigte mir, dass er es Ernst meinte, er wollte mir nicht diese Chance verbauen, ganz im Gegenteil, er wollte mich unterstützen. "Wenn das so ist, habe ich wohl keine andere Wahl, oder?" fragte ich. "Genau so ist es!" Ich beugte mich zu ihm runter und küsste in zart. "Danke." flüsterte ich und kuschelte mich an ihn.
Die nächsten Tage genossen wir mehr denn je. Mark hatte erst mal durch die Geburt von David zwei Wochen frei und danach sollte es wieder langsam mit Westlife weitergehen. Nachdem ich der Klinik zugesagt hatte, entschlossen wir uns, spontan für einige Tage dem nasskalten Dubliner Frühling zu entfliehen und in die Sonne zu fliegen, genauer gesagt nach Mauritius. Es war ein Traum für mich, da ich schon lange dort hin wollte und Mark mich mit den Flugtickets überrascht hatte. Es war eine kleine Ewigkeit her, dass wir zum letzten Mal alleine weggeflogen waren, so genossen wir es besonders mal nicht an Termine gebunden zu sein. Mark war unheimlich glücklich nicht an jeder Ecke angesprochen und um Autogramme gebeten zu werden. Es war eine reine Wohltat, sich `frei´ bewegen zu können, obwohl sich unsere Tagesablauf nur auf Ausschlafen und zum Strand gehen reduzierte. "Das wird unser vorerst letzter gemeinsamer Urlaub sein, weißt du das?" fragte Mark am letzten Tag. "Natürlich weiß ich das, aber alleine die Vorstellung treibt mich in den Wahnsinn, wie soll ich es aushalten, dich so lange nicht zu sehen?" Ich drehte mich auf meiner Lieg auf den Rücken, um ihn anzusehen. "Glaub mir, es geht mir ganz genau so, aber wir werden jeden Tag telefonieren und ich werde dich so oft es geht besuchen!" Er küsste mich auf die Nasenspitze. "Aber das ist nicht das selbe!" antwortete ich in einem gespielt trotzigem Ton. "Du bist es süß!" sagte er nur darauf. Darauf hin nahm ich demonstrativ mein Buch und las darin weiter. "Sag mal, was wollen wir heute Abend machen?" fragte er mich nach einiger Zeit. "Ich weiß nicht, schlag was vor!" "Also ich würde erst Essen und später an den Strand gehen. Was meinst du?" schlug er vor. "Ja klingt gut!" stimmte ich zu.
Keine zwei Stunden später saßen wir in einem außergesprochen noblen Restaurant. "Ich bin ja schon einiges von dir gewohnt, aber meinst du nicht, dass dies hier ein bisschen `too much´ ist?" fragte ich ihn irritiert, denn ich wusste, wie sehr er eigentlich solche Restaurants hasste. "Nein, denn dieser Abend soll etwas ganz besonderes werden..." antwortete Mark mir geheimnisvoll und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Speisekarte. Ich wunderte mich zwar etwas, erwiderte aber nichts und suchte mir auch etwas aus. Nach einem fantastischen Essen gingen wir gemütlich die Strandpromenade entlang. "Das war wirklich ein wunderschöner Urlaub, vielen Dank!" Ich küsste ihn liebevoll auf den Mund, was er nur all zu gerne erwiderte. "Gern geschehen." flüsterte er mir ins Ohr. Hand hin Hand gingen eine breite, gemauerte Treppe runter zum Strand. Ich zog meine Schuhe und spürte den noch warmen Sand zwischen meinen Zehen. Wir liefen wortlos am Strand entlang, es war nicht notwendig zu reden, es herrschte ein äußerst angenehme Stille. "Schau dir diesen Sonnenuntergang an." bat ich ihn leise. Wir blieben stehen und setzten uns in den weichen Sand. "Ja er ist wunderschön - so wie du." stimmte er mir zu. "Charmeur!" Ich lehnte mich an seine Brust und er legte seine Arme um mich. Doch dann holte eine Hand ein kleines Kästchen aus seiner Tasche, dann begann er zu sprechen. "Vic, ich bin mir sicher, du bist die Liebe meines Lebens. Ich möchte keinen Tag ohne dich missen, als wir getrennt waren, ging ich durch die Hölle. Und dass du mir noch eine Chance gegeben hast, war für mich das größte Geschenk überhaupt. Du bist das beste, was mir je passiert ist, du bist immer für mich da, wenn ich dich brauche und unsere Liebe hat schon unglaublich viel ausgehalten." Er machte eine kleine Pause und fuhr dann fort. "Und deshalb möchte ich dich bitten meine Frau zu werden!" Er öffnete die Schachtel und ein goldener Rind mit einem roten Stein in der Mitte strahlte mir entgegen. Ich war absolut sprachlos, damit hatte ich ganz und gar nicht gerechnet. Doch ich zögerte keinen Moment und küsste ihn stürmisch. "War das jetzt ein ja?" fragte er. "Da fragst du noch, natürlich möchte ich dich heiraten, ich liebe dich!" schrie ich beinahe vor Glück, dann begann er zu lachen, sprang auf und zog mich ebenfalls hoch. Er hob mich hoch und drehte mich im Kreis, bis wir beide glücklich auf dem Sand landeten und er mir den Ring ansteckte. Ja er hatte Recht, dieser Abend wurde wirklich zu einem ganz besonderen. Jetzt konnte uns nichts mehr auseinander bringen, ich war jetzt ganz offiziell die Verlobte von Mark Feehily! Ich konnte mein Glück kaum fassen und tastete immer wieder nach dem wunderschönen Ring. Nachdem wir unsere Koffer gepackt hatten, denn es ging am nächsten Morgen schon früh zum Flughafen, legten wir uns schlafen, oder versuchten dies zumindest, doch ich war so aufgekratzt, dass ich nicht aufhören konnte zu reden. In meinem Kopf schwirrten Tausende von Idee für die Hochzeit herum, wen wir einladen sollten, wo wir feiern würden, die Hochzeitstorte,... Doch irgendwann übermannte mich die Müdigkeit und wir schliefen mit dem Satz "Du hast mich heute zur glücklichsten Frau der Welt gemacht!" ein.
Der Rückflug verlief problemlos und zurück in Dublin nutzten wir natürlich unsere freien Tage, um unseren engsten Freunden die Neuigkeit unserer Verlobung, aber auch die meines Jahres in Amerika zu überbringen. Das wir heiraten wollten überraschte keinen mehr wirklich, aber von der zweiten Neuigkeit wurde alle überrumpelt. Keiner hatte damit gerechnet und dementsprechend traurig waren sie auch darüber. "Mensch Vic, wie kannst du uns denn einfach so verlassen? Wir werden dich wirklich vermissen!" sagte Kerry auf die Neuigkeiten. "Ach Kez, du kannst dir nicht vorstellen wie ich euch vermissen werde!" Mir kamen fast die Tränen bei dem Gedanken in ein paar Monaten alleine in einer möblierten Wohnung am anderen Ende der Welt zu sein, ohne meine Freunde, die ich mal eben besuchen kann und vor allen Dingen ohne meinen Verlobten, konnte das wirklich gut gehen? Ich umarmte Kerry, der mittlerweile auch schon die Tränen in den Augen standen. "Süße, ich hoffe du tust das richtige!" flüsterte sie mir ins Ohr. "Hey jetzt verunsichere mich doch nicht noch mehr, sonst bleibe ich doch noch hier!" Ich lächelte ihr aufmunternd zu und streichelte ihr über die Wange.
Die folgenden Tage und Wochen vergingen schneller als mir lieb war. Ehe ich mich versah blieb mir nur noch eine Woche vor meiner Abreise. Ich hatte bereits meine Sachen zusammengelegt, immerhin musste ich für ein ganzes Jahr planen und nicht mal eben so für zwei, drei Wochen. Mark und ich hatten uns darauf geeinigt nach meiner Rückkehr zu heiraten, damit es nicht mehr so einen Stress für uns beide gibt. Das kam mir sehr gelegen, da ich schon sonst alle Hände voll zu tun hatte um noch eine Hochzeit zu organisieren. Anto hatten den Jungs diese, für mich letzte Woche freigegeben. Er schien zu ahnen, dass sich Mark sowieso nicht konzentrieren konnte, da er in Gedanken immer bei mir war - so erzählte es mir zumindest Kian. Jetzt zeigte sich, wie schlimm es tatsächlich für ihn war, mich gehen zu lassen. Natürlich, war nur ein Jahr, aber was konnte in einem Jahr alles geschehen. Ich zwang mich dazu, nicht daran zu denken. Aber nicht nur Mark ging es von Tag zu Tag schlechter, auch ich zweifelte an meiner Entscheidung. Hatte ich das Recht so egoistisch zu sein und Mark aber auch mir diese Distanz anzutun. Ich kannte doch nur all zu gut das Gefühl von Liebeskummer, wenn Mark mal wieder für Wochen im Ausland war. Und genau dies tat ich ihm jetzt an, aber nicht für einige Wochen sondern für 12 lange Monate. Aber ich konnte nichts mehr ändern, ich hatte keine Wahl mehr. Das einzige was ich nun noch tun konnte war zu beten, dass unsere Beziehung stark genug sein würde.
Doch ich musste diese Gedanken mal wieder bei Seite schieben, da ich für meine Abschiedsparty, die an diesem Sonntag steigen solle noch einiges zu organisieren hatte. Wir hatten einen Club gemietet, Essen für über fünfzig Personen bestellt und eine DJ angestellt. So wurden Westlife nicht genötigt zu singen. Es sollte ein unvergesslicher Abend werden, an den ich mit einem Lächeln zurückdenken würde, wenn ich erst mal in Kalifornien war. Nachdem ich auch noch den letzten Punkt auf meiner "to do Liste" ausgeführt hatte, nämlich mir ein neues Outfit zu kaufen, mit dem ich noch mal richtig auf der Party glänzen konnte, fühlte ich eine gewisser Erleichterung. Nichts konnte mehr schief gehen und die nächste Party die ich hier wieder feiern würde, wäre zu meiner Rückkehr in einem Jahr. Doch wie so oft wurde mir fast schwindelig bei diesem Gedanken. Ich würde ohne Mark verrückt werden, ich hatte jetzt schon Sehsucht nach ihm!
Noch einmal schaute ich in den Spiegel und fuhr mir durch die Haare, ja ich konnte mit meinem Outfit zufrieden sein. "Schatz, bist du endlich fertig? Sonst steigt die Party noch ohne dich!" rief Mark und klopfte laut an die Tür. Ich öffnete die Tür und grinste ihn an. "Sicher bin ich fertig, von mir aus kann’s los gehen!" "Wow, du siehst ... einfach unglaublich aus! Ich darf dich gar nicht alleine nach LA lassen, dich werden einfach tausend Männer angraben! Und darunter sind bestimmt einige die besser aussehen als ich!" Er verzog das Gesicht, aber ich beugte mich zu ihm vor und küsste ihn sanft. "Glaubst du ich lass dich noch mal gehen? Egal wer kommt, du bleibst bei mir!" "Bist du dir sicher?" fragte er noch mal nach, worauf ich energisch nickte. Keine fünf Minuten später saßen wir im Auto Richtung Dublin-Innenstadt. Wir waren Gott sei dank noch die ersten, wie hätte es auch ausgesehen, wenn die Gastgebering als letztes aufgetaucht wäre? Das hätte wahrscheinlich keinen guten letzten Eindruck hinterlassen... doch es dauerte nicht lange, bis die ersten Gäste kamen. Es waren unter anderem Kommilitonen, aber auch Freunde von Mark, die ich wiederum nicht besonders gut kannte. Alles in allem war die Party ein voller Erfolg, die Stimmung war von Anfang ausgelassen und wir alberten alle rum. Außerdem machten wir sehr viele Fotos, damit ich ein Andenken hatte. Doch als sich die Party dem Ende zu neigte und immer mehr Leute aufbrachen, kippte bei mir auch etwas die Stimmung. Viele von ihnen würde ich frühestens in einem Jahr wiedersehen oder eventuell auch gar nicht mehr, da sie ebenfalls wegzogen, um in anderen Städten zu arbeiten.
Mark merkte sofort, dass ich nachdenklicher wurde und sprach mich darauf an. "Du bist so ruhig, worüber zerbrichst du dir nun schon wieder deinen hübschen Kopf?" Er nahm ich an die Hand und zog mich nach draußen, damit wir reden konnten. "Es ist nichts ... eigentlich." antwortete ich zögerlich. "Eigentlich? Komm Vic, ich will dich nicht so sehen!" Er umarmte mich und ich genoss den Halt den er mir damit bot. "Ich stell mir ständig vor, dass ich einige Freunde einfach nie mehr sehen werde, ich bin mir nicht sicher ob ich das richtige tue." rückte ich letzten endlich mit der Sprache heraus. "Aber Süße, wir haben da doch schon tausend mal drüber gesprochen. Ich fällt mir zwar unsagbar schwer dich einfach gehen zu lassen, aber es ist eine riesen Chance für dich und nur weil die anderen wegziehen heißt es doch nicht, dass du sie nie wieder sehen wirst!" Er versuchte mich aufzumuntern, aber seine Worte konnte mich nicht überzeugen. Ich fühlte mich elend, ich litt, mein Verlobter litt und die Zeit rannte davon. "Vielleicht hast du Recht..." sagte ich trotzdem, um es ihm nicht noch schwerer zu machen. "Ganz bestimmt." Er umarmte mich noch einmal und küsste mich anschließend. Dann mischten wir uns wieder unter die verbliebenden Partygäste.
Am nächsten Morgen, nein eigentlich war es bereits der nächste Mittag regten sich langsam unsere müden Glieder. Ich hörte Mark, der für gewöhnlich nie freiwillig aufstand, wie er duschte und anschließend Frühstück machte. Ich dagegen blieb liegen. Ich spürte jetzt schon meinen Kopf und wollte nicht wissen, wie er sich erst anfühlte, wenn ich aufstand. Als Mark wieder ins Schlafzimmer kam stellte ich mich schlafend, damit ich nicht doch diese Erfahrung machen musste. "Hey du blinzelst! Außerdem weiß ich wie du schlafend aussiehst!" sagte er, als er sich an meine Bettseite gesetzt hatte. "Du bist gemein!" brachte ich nur über die Lippen und öffnete vorsichtig und unglaublich langsam meine Augen. Doch als mir seine strahlenden Augen entgegen blickten musste ich zwangsläufig lächeln. "Na so gefällst du mir doch schon fiel besser!" sagte er. "Wieso bist du eigentlich so fröhlich, sonst stehst du doch auch nie freiwillig auf!" Langsam und bedacht darauf meinen Kopf nicht all zu oft bewegen zu müssen richtete ich mich auf. "Weil ich dich liebe!" antwortete er noch fröhlicher. "Ach tatsächlich? Hab ich noch nicht gemerkt!" sagte ich herausfordernd. "Soll ich’s dir beweisen?" "Ich bitte darum!" Er beugte sich zu mir vor und wir versanken in einem wunderschönen langen Kuss. "Na glaubst du mir?" Das Grinsen verriet was er dachte... "Mhh, noch nicht ganz." antwortete ich, ebenfalls lachend, worauf er sich ein zweites Mal zu mir beugte und mich noch einmal küsste, doch diesmal intensiver und leidenschaftlicher als je zu vor.
Erschöpft ließ ich mich auf Marks feuchte Brust fallen, wir waren natürlich nicht zum frühstücken gekommen, sondern hatten anstrengenderes zu erledigen... "Gott, wie soll ich denn ein Jahr ohne das auskommen?" fragte ich noch völlig außer Atem. "Tja... das Kompliment kann ich nur all zu gerne zurückgeben!" antwortete er und lächelte zufrieden. "Außerdem haben wir noch einige Tage, um vorzuarbeiten!" sagte er schelmisch weiter. "Da habe ich nichts gegen..." antwortete ich und verschwand unter der Decke.
Die letzte Woche ging viel zu schnell um, am Abend bevor ich fliegen sollte, trafen wir uns noch mal alle. Es war sozusagen eine private Abschiedsparty, die mir alles andere als leicht fiel und als sich die Jungs mit ihren Freundinnen und Ehefrauen später am Abend verabschiedeten, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Natürlich versprachen sie mir, mich oft zu besuchen, aber es war einfach eine zu große Distanz, die es galt zu überwinden. "Ihr wisst gar nicht wie ich euch vermissen werde!" rief ich ihnen hinterher, als sie zu ihren Autos gingen. Nun war es also soweit, ich würde sie lange nicht mehr wiedersehen und am nächsten Morgen ging mein Flieger, der mir jetzt schon absolut verhasst war. Einen Moment lang blickte ich hinter den in der Dunkelheit verschwindenden Rücklichtern her, bis Mark seinen Arm um mich legte und mich ins Haus. "Kopf hoch Süße, du stürzt dich jetzt in deine Arbeit und du wirst gar nicht merken wie schnell das Jahr vorübergeht. Du wirst schon sehen!" Er zog mich fest an sich und küsste mich auf meine Stirn. "Ach Mark, womit habe ich dich eigentlich verdient? Jeder andere hätte mich doch vor die Wahl gestellt, aber du, du bist ganz anders, du .. du bist ach ich liebe dich einfach nur!" Ich drückte meinen Kopf an seine Schulter und genoss seine Nähe, die Ruhe die er ausstrahlte. Sanft strich er mir über meinen Rücken und summte eine Melodie. "Ich liebe dich auch!" Eine ganze Weile standen wir so im Wohnzimmer, bis wir und endgültig dazu entschieden ins Bett zu gehen, da ich morgen früh aufstehen musste. Wir lagen nicht lange im Bett, da begann Mark regelmäßig zu atmen und ich war mir sicher er war bereits eingeschlafen. Ich dagegen lang noch lange wach in seinen Armen. Es meine letzte Nacht hier, in meiner gewohnten Umgebung. Noch konnte ich zurück, noch konnte ich alles abbrechen und hier bleiben, als sei nie etwas geschehen. Aber nein, ich würde natürlich den Flieger nehmen und ich würde natürlich mein nächstes Jahr in LA verbringen. Mit alles Kraft schon ich meine ganzen Gedanken aus meinen Kopf und genoss nur noch die Nacht neben Mark, unser Bett, unser Zimmer, unser Haus, unsere gewohnte Umgebung.
Es kam mir so vor als wäre ich gerade erste eingeschlafen, als mich das penetrante Piepen des Weckers wieder aus meinen Träumen riss. Jetzt schon genervt stellte ich ihn aus und drehte mich wieder in Marks Arme. Der jedoch rüttelte mich sanft. "Was ist?" fragte ich völlig übermüdet. "Wir müssen aufstehen, dein Flug geht doch gleich!" Das hatte gesessen, mit diesem Satz holte er mich in die Wirklichkeit zurück, und dies mit einer Gewalt, der ich nicht gewachsen war. "Oh verdammt, das habe ich ja völlig vergessen!" Ich sprang auf und sprang unter die Dusche, hektisch packte ich anschließend den allerletzten Rest zusammen und machte mich schnell fertig. In der Zeit hatte Mark bereits Frühstück gemacht und obwohl ich alles andere als Hunger hatte, nahm ich trotzdem einige Bisse unseres obligatorischen Toasts, dazu tranken wir Tee, an dem ich mir wie jeden Morgen meine Zunge verbrannte. Im Grunde war alles wie immer, nur das ich heute das Land verlassen und würde und damit auch alles, was mir je etwas bedeutet hatte. "Eigentlich solltest du viel glücklich aussehen, immerhin fliegst du in die Sonne und du liebst doch die Sonne!" versuchte mich Mark während der Autofahrt zum Flughafen aufzumuntern. "Ja ich liebe die Sonne, aber ich liebe auch dich! Wenn man dich so hört klingt es, als würdest du dich darauf freuen, dass ich endlich weg bin!" stellte ich fest und starrte wieder aus dem Fenster. "Vic, so etwas darfst du nicht mal denken, ich versuche doch nur dir und auch mir die Situation zu erleichtern. Es macht doch keinen Sinn, wenn wir beide völlig fertig durch die Gegend laufen!" verteidigte er sich. "Du hast Recht, es tut mir leid. Es tut mir so leid..." sagte ich fast flüsternd. Marks Hand strich vorsichtig über meine Wange, dann konzentrierte er sich wieder auf die verregnete Straße.
Es dauerte nicht mehr lange, bis wir das Auto am Flughafen abgestellt hatten und ich eincheckte. Nun stand ich da, ohne Koffer, mit meinem Ticket in der einen Hand und Mark hielt meine andere. Als mein Flug zum letzen Mal aufgerufen wurde fiel ich Mark beinahe weinend um den Hals. "Ich liebe dich, das darfst du nie vergessen!" "Ich dich doch auch, du bist das beste, was mir je passiert ist, Vic ich liebe dich über alles!" antwortete er sofort. "Hier, ich habe noch etwas für dich, es ist ein Foto von uns, dass ich immer bei mir hatte. Es ist das schönste was es von uns gibt. Sogar während unserer Trennung habe ich es immer angesehen. Es ist vielleicht nicht teuer, aber es hängen so viele Erinnerungen daran." ich gab ihm ein an einigen Stellen schon zerknicktes Foto, das er kurz ansah und mich noch einmal in den Arm nahm. "Vielen Dank, das ist wunderschön! Hier, das habe ich für dich, aber erst im Flugzeug öffnen! Versprochen?" Er gab mir ein kleines Päckchen und einen Brief. "Versprochen. Danke!" ich lächelte zwischen meinen Tränen, dann küssten wir uns ein letztes Mal innig. Hastig griff ich nach meiner Tasche und dem Ticket und ging zur Passkontrolle. Ein letztes Mal blickte ich mich um und winkte Mark, der noch immer an der selben Stelle stand und sich eine Träne aus dem Auge wischte.
"Miss? Sie müssen sich beeilen, ihr Flug wird in wenigen Minuten starten." Eine junge Frau führte mich direkt zum Gate und ließ mir keine Möglichkeit mehr, mich noch einmal nach Mark umzudrehen.
Ich zeigte meine Boardkarte vor und wurde schnell in die Schleuse geschoben und die Tür hinter mir geschlossen, ich schien also die letzte zu sein. Und nun war es endgültig, spätestens als ich auf meinem Sitz saß und den Gurt vor meinem Bauch schloss, realisierte ich, dass mein Schicksal jetzt seinen Lauf nehmen würde und ich nicht mehr darauf einwirken konnte. Eine einsame Träne lief über meine Wange, ich wischte sie schnell weg und schloss die Augen. Wie in einem Schnelldurchlauf erlebte ich noch einmal die letzten paar Stunden. Das Aufstehen und Frühstücken und die Fahrt zum Flughafen. Als sich das Flugzeug in Bewegung setzte, öffnete ich wieder die Augen, ich konnte die Bilder einfach nicht ertragen. Ich warf einen letzten Blick auf das Flughafengebäude, dort würde Mark nun mit Sicherheit stehen und warten, wie das Flugzeug abhob und sich seinen Weg gen Westen suchte. Oder war er schon längst wieder nach Hause gefahren und amüsierte sich nun mit seinen Freunden? Nein, das würde er natürlich nicht machen, ihm ging es nun bestimmt genauso schlecht wie mir. Es war ein erschreckendes Gefühl, ich war noch nicht einmal in der Luft und schon vermisste ich Mark mehr als alles andere auf der Welt. Unruhig rutschte ich auf meinem Sitz herum, sodass mein Sitznachbar mir schon einen ungehaltenen Blick zu warf. Um mich etwas abzulenken las ich in dem Boardprogramm. Wenige Minuten später erhielt das Flugzeug die Starterlaubnis und ich schaute noch einmal sehenssüchtig aus dem Fenster. Dublin wurde immer kleiner und damit wuchs die Distanz zwischen Mark, meinem alten Leben, meinen Freunden und meiner Heimat. Gelangweilt stellte ich das Radio an und suchte nach einem Sender, der ansprechende Musik bot. Als ich endlich einen gefunden hatte schloss ich die Augen und nickte ein.
Durch eine bezaubernde Stimme wurde ich wieder zurückgeholt. Es war Mark, ich musste Lächeln. Seine einmalige Stimme ließ mich sofort wieder aufwecken, ich erwartete nun in seine tiefblauen Augen zu schauen, die mich jedes Mal erschaudern ließen, doch dann realisierte ich erst alles. Ich hatte noch immer die Kopfhörer auf und mittlerweile wurde ein Lied von Westlife gespielt, ihr aktuelles, dass Mark mir noch vor wenigen Tagen stolz vorgesungen hatte. "Unbreakable". Es war einfach zu ironisch.

Took my hand,
touched my heart;
held me close,
you were always there Ja ich war immer da, aber nun?

Swept away on a wave of emotion,
I were caught in the eye of the storm.
And whenever you smile
I can hardly believe that you're mine. Ich war sein, aber würde ich es immer
Believe that you're mine. noch sein, jetzt wo alles anders war?

This love is unbreakable, dies hoffte ich zu tiefst, ich betete dafür
it's unmistakeable.
And each time I look in your eyes,
I know why

This love is untouchable,
I'm feeling my heart just can't deny.
Each time I look in your eyes, oh baby,
I know why, this love is unbreakable.


Jedes mal dass Marks Stimme erklang schauderte ich. Wieder konnte ich meine Tränen nicht aufhalten. Zum ersten mal verfluchte ich mein Jobangebot, warum war mir meine Karriere wichtiger als mein Verlobter? Oder reagierte ich nur zu emotional, weil in diesem Moment alles auf einmal zutraf? Ich versuchte erst gar nicht eine Antwort darauf zu finden. "Mrs Feehily? Geht es ihnen gut?" fragte mich eine Stewardess. Ich lächelte als ich hörte, wie sie mich ansprach, Mrs Feehily, es klang gut. Es klang wunderschön, doch es entsprach nicht der Wahrheit. "Mrs McKeen, mein Name ist McKeen." sagte ich schluchzend. "Oh entschuldigen sie, aber ich dachte ... ich meine sie sehen aus wie Mark Feehilys Frau." erklärte sie sich. "Die bin ich auch, aber wir sind nicht verheiratet." Sie schaute mich etwas verlegen an, fasst sich dann aber wieder und erinnerte sich an das, was sie mich eigentlich fragen wollte. "Geht es ihnen gut, kann ich etwas für sie tun. Ein Wasser vielleicht?" sie beugte sich zu mir und reichte mir ein Taschentuch. "Nein vielen Dank, mir geht es gut." antwortete ich höflich und trocknete meine Tränen mit dem Taschentuch. "Aber bitte zögern sie nicht und sagen bescheit, wenn sie etwas benötigen. Ich bin immer für sie da." Sie schenkte mir ein warmes Lächeln. Ich bedankte mich und sie widmete sich wieder ihrer Arbeit.
Nachdem ich mich vollständig beruhigt hatte, versuchte ich mich auf einen Film zu konzentrieren, dies gelang mir nach einiger Zeit auch recht gut. So dauerte es auch nicht lang und der Kapitän meldete sich zum letzten Mal aus dem Cockpit um den Landeanflug anzukündigen. Ich stellet ordnungsgemäß meine Lehne aufrecht und klappte den kleinen Tisch hoch. Ich suchte noch schnell in meiner Tasche nach einem Kaugummi, als mir Marks Päckchen in die Hände fiel. Ich hatte es in der ganzen Aufregung völlig vergessen. Doch jetzt wollte ich es auch nicht mehr aufmachen. Die Zeit reichte nicht mehr aus, ich wollte es in Ruhe in meinem Apartment aufmachen, um dann auch gleich bei Mark anzurufen um mich zu bedanken. Sorgsam steckte ich es wieder in die Tasche und steckte das Kaugummi in den Mund, um mir somit den Landeanflug angenehmer zu gestalten, denn der Druck auf den Ohren machte mir für gewöhnlich sehr zu schaffen.
Ich war froh, dass es in Amerika um einiges entspannter zu ging als in Europa. Keiner drängelte unnötig um schneller zu sein als die anderen und so verließ ich schon nach kurzer Zeit das Flughafengebäude und fuhr mit einem Taxi zu meiner neuen Adresse. Die Sonne strahlte aus dem blauen Himmel, es war eine Idylle die scheinbar nicht zu trüben war. Scheinbar. In der Wohnung angekommen sah ich mich erst mal um. Sie war sauber und ordentlich. Ein Schlafzimmer, die kleine Küche, ein Bad und das Wohnzimmer. Ich hatte im Grunde nichts zu beanstanden, aber trotzdem fühlte ich mich nicht wohl. Ich riss die Fenster auf, damit der etwas muffige Geruch verschwand. Auf dem ebenfalls kleinen Balkon stand ein Stuhl und ein Tisch, wenigstens hatte ich das Privileg Meerblick zu haben. Ich setzte mich kurz, erinnerte mich dann aber an Marks Geschenk, dass ich noch öffnen wollte. Ich ging in das Schlafzimmer. Auf dem Bett hatte ich meine Tasche abgestellt, ich griff ihn sie und nahm das Päckchen heraus.
Zurück auf dem Balkon öffnete ich es mit zittrigen Händen. Ich hielt eine Schachtel in den Händen. Vorsichtig betrachtete ich ihren Inhalt. Es war eine Kette mit einem Kreuz als Anhänger. Dieses Kreuz war detailliert verarbeitet, mit kleinen roten Steinen, die in der Sonne wunderschön schimmerten. Ich erkannte auf einen Blick das es irisch war. Auf der Rückseite war etwas eingraviert, es war sehr klein, aber ich konnte es erkennen. Die Inschrift sagte: Le grá go deo, Mark
Ich hatte kaum Irisch Kenntnisse, ab und zu versuchte Mark mir etwas beizubringen, aber zu diesem Satz reichte es, In Liebe für immer. Immer wieder fuhr ich die Konturen der Schrift mit meinem Finger nach ,bis ich mir die Kette umlegte. Ich betrachtete mich im Spiegel und war sofort begeistert, so ein Kreuz hatte ich mir schon immer gewünscht, es war etwas Besonderes, das spürte ich. Es war ein Glücksbringer, denn es war von Mark. Zurück auf dem Balkon fiel mein Blick auf den kleinen Briefumschlag, den hatte ich bisher völlig außer Acht gelassen. Ich öffnete ihn und entfaltete den Brief.

Mein Schatz,
du bist noch keinen Tag von mir getrennt, aber schon jetzt vermisse ich dich, wie ich dich noch nie vermisst habe. Ich weiß, dass ich diese Zeit irgendwie überstehen muss, doch wie, dass ist mir ein Rätsel. Schon der Gedanke, dass du soweit entfernt bist macht mich wahnsinnig, ich werde ich dich jeden Tag, jede Stunde und Minute vermissen. Ich werde mich mit dem Gedanken zufrieden geben müssen, dass es dir gut geht und dass es das ist, was du schon immer machen wolltest. Aber trotzdem, es ist schwer. Ich liebe dich über alles und kann es kaum ertragen von dir getrennt zu sein. Doch wir beide werden dieses Jahr gemeinsam durchstehen und am Ende werden wir eine Traumhochzeit feiern.
Das Kreuz soll dir Glück bringen, meine Großmutter hatte es mir einmal geschenkt mit den Worten "ich solle es an jemanden besonderen weitergeben" dies tue ich hiermit. Du bist etwas besonders und ich danke Gott jeden Tag, dass er mir dich geschenkt hat. Das Kreuz soll dir Glück bringen und an mich erinnern. Ich liebe dich wie nichts auf dieser Welt. Mark

Immer und immer wieder las ich den Brief. Doch ich verstand seinen Inhalt einfach nicht, die Worte brannte sich in mein Gedächtnis ein. Er vermisste mich, was hatte ich erwartet, dass es ihm gut gehe, dass er mich vergessen würde? Erst jetzt bemerkte ich den Schmerz, der langsam in mir aufstieg. Es war eine unangenehme Mischung aus Sehnsucht, Liebeskummer und Einsamkeit, die sicher immer breiter zu machen schien. Ich war wie gelähmt und von einer Sekunde zur anderen wurde mir alles bewusst. Was zum Teufel hatte mich geritten, dass ich freiwillig hier hin geflogen war? Ich liebte Mark doch, da konnte ich ihn doch nicht einfach zurücklassen und mich nur um mich kümmern, dass war doch völlig unmöglich? Ich vermisste ihn doch jetzt schon, wie ich nichts anderes je vermisst hatte, obwohl noch nicht mal einen Tag von einander getrennt waren. Entschlossen raufte ich mich auf und überlegte was ich tun könnte. Natürlich kam mir sofort in den Sinn zurückzufliegen, aber wie sollte das gehen? Ich war sowieso schon völlig übermüdet und dann wider zurückfliegen? Ich entschloss mich eine Nacht darüber zu schlafen, jetzt wollte ich mich erst einmal duschen und dann etwas schlafen. Vielleicht sah ich im Moment alles zu dramatisch. So machte ich dann auch, nachdem ich mich geduscht hatte zog ich mich schnell um und legte mich schlafen.
Am nächsten Morgen hatte sich mein Gefühl jedoch nicht ein bisschen geändert ganz im Gegenteil, ich vermisste dass er nicht neben mir lag, ich vermisste seine Nähe, seine Wärme, seinen Geruch. Für mich gab es keinen anderen Weg mehr, als den zum Flughafen. Noch einmal duschte ich und packte dann wieder die Sachen zusammen, die ich in der kurzen Zeit benutzt hatte. Dann rief ich mir ein Taxi und fuhr sofort, ohne auch nur einmal den Strand aus der Nähe gesehen zu haben zum Flughafen. Ich hoffte inständig dass es noch einen Flug mit einem Platz nach Dublin gab und ich wurde nicht enttäuscht. Marks Glücksbringer machte sich schon jetzt bezahlt... Ich musste jedoch noch eine ganze Zeit warten, bis der Flug gehen sollte. Ich überlegte kurz Mark zu informieren, entschloss mich aber sofort dagegen, er würde nur versuchen mir mein Vorhaben auszureden. Die Zeit verbrachte ich damit endlich zu frühstücken und durch die großen Einkaufspassagen zu schlendern. Endlich hatte ich wieder ein gutes Gefühl, der Gedanke Mark in einigen Stunden wiederzusehen verschaffte mir einen Schwarm von Schmetterlingen in der Magengegend. Bei diesem Gedanken verging die Zeit auch wesentlich schneller. Schon bald checkte ich ein und wartete bis mein Flug aufgerufen wurde. Die Maschine war recht leer, so hatte ich eine ganze Sitzreihe für mich alleine. Nach einem 12-Stunden Flug verließ ich zwar erschöpft aber glücklich den Flieger. Ich beeilte mich meine Koffer zu holen und ein Taxi zu bekommen, was sich als äußerst schwierig gestaltete. Doch als ich endlich in einem saß atmete ich zum ersten Mal nach einer langen Zeit zufrieden ein. Ich bat den Fahrer sich zu beeilen, was er dann auch tat. Er half mir auch noch meine Koffer vor die Tür zu stellen, dann verabschiedete er sich. Ich ahnte schon, dass Mark nicht zu Hause war, da sein Porsche nicht vor dem Haus stand. Ich war zwar etwas enttäuscht, konnte so aber in Ruhe duschen und auspacken. Anschließend rief ich Mark auf seinem Handy an, um zu erfahren wo er sich aufhielt, doch er hatte es ausgestellt. Deshalb rief ich Kian an, bei dem das Handy Gott sei dank noch an war. Er war überrascht von mir zu hören, konnte mir aber tatsächlich weiterhelfen. "Weißt du wo Mark ist? Ich kann ihn nicht erreichen." fragte ich ihn, ließ ihn aber im Unklaren darüber, dass ich bereits wieder in Irland war. "Ja, wie sind hier gerade beim Videodreh zur neuen Single, wir drehen diesmal zum Glück in Dublin. Ich denke wird sind hier in ein paar Stunden fertig. Ich würde ihn dir ja gerne geben, aber er muss im Moment seinen Part drehen. Tut mir leid!" erklärte er mir. "Macht nichts, sag ihm aber bitte nicht, dass ich angerufen habe, dass soll eine Überraschung werden, ich probier’s heute Abend noch mal zu Hause!" antwortete ich. "Ja klar, von mir erfährt er nichts. Du solltest dich aber schnell bei ihm melden, ihm geht’s schon jetzt wirklich schlecht. Er ist die ganze Zeit kaum ansprechbar. Ich hoffe das ändert sich bald... Aber wie geht’s dir denn eigentlich-" wollte Ki fragen, aber ich fiel ihm ins Wort. "Du tut mir Leid, wir reden später, ich habe noch eine Menge zu erledigen! Ich ruf dich an, bye!" schnell legte ich auf. Das war gerade noch einmal gut gegangen. Es sollte eine Überraschung für Mark werden, dass ich wieder zu Hause war, dann würde es ihm bestimmt auch wieder besser gehen, ich lachte bei diesem Gedanken. Kian, der ein bekanntes Plappermaul war, hätte mir mit Sicherheit einen Strich durch die Rechnung gemacht, hätte ich ihm gesagt, dass ich wieder in Dublin war.
So hatte ich also noch mehr als genug Zeit mich wieder "einzuleben", obwohl ich mich natürlich sofort wieder wohlfühlte. Ich packte in aller Ruhe aus, was wirklich etwas Zeit beanspruchte, da ich ursprünglich für ein Jahr und nicht für einen Tag gepackt hatte. Dann fiel mir ein, dass ich noch klären musste, dass ich doch nicht den Job antrat, auch dieses Gespräch dauerte eine ganze Weile. Es war schwer meinem amerikanischen Ansprechpartner klar zu machen, dass ich doch nicht den Platz haben wollte, aber letztendlich verstand er mich und versprach mir sogar, dass nicht all zu große finanzielle Schwierigkeiten auf mich zu kamen. Froh dies alles bereits geregelt zu haben machte ich mich daran, ein Abendessen zu kochen, an dass er sich noch lange erinnern sollte. Als auch dies geschehen war, zwar mit ein bisschen Hilfe des Delikatessladens, löschte ich überall das Licht und wartete im Dunkeln auf Mark.
Schon nach den ersten paar Minuten wurde ich nervös. Ich wusste nicht, wann er kommen würde und hoffte inständig, dass er nicht noch mit den Jungs um die Häuser ziehen wollte, dann konnte es nämlich erfahrungsgemäß sehr spät werden. Aber ich wurde nicht enttäuscht, nach weniger als zwanzig Minuten hörte ich das mir nur all zu bekannte Schnurren seines Autos. Einen Augenblick später wurde die Tür geöffnet und ich hörte seine Schritte, die direkt ins Wohnzimmer kamen. Ich hatte mich hinter einem Sofa versteckt, genau hinter dem, auf dass er sich jetzt setzte, ohne sich die Mühe zu machen, dass Licht anzuknipsen. So nutzte ich die Gelegenheit und schlich mich von hinten an ihn an. Ich legte ihm meine Hände auf seine Augen, dabei zuckte er zusammen und drehte sich um. "Hey, gucken ist unfair!" sagte ich in einem flüsternden Ton, konnte mir ein Grinsen aber nicht verkneifen. "Was... ich meine was machst du hier? Oder träume ich etwa schon?" fragte Mark völlig verwirrt. "Dann träum ich aber gerade mit dir!" antwortete ich und küsste ihn stürmisch. "Und dann ist das der schönste Traum den ich je hatte!" sagte er nach dem innigen Kuss. "Was machst du hier... ich meine solltest du nicht eigentlich in LA sein?" fuhr er fort und sah mich noch immer ungläubig an. "Stimmt, aber mir hat’s hier einfach besser gefallen!" ich lachte und setzte mich auf seinen Schoß. "Ich kann das immer noch nicht glauben, ich meiner vor einer Minute war ich noch tot unglücklich und jetzt? Ich bin so froh das du hier bist! Ein Jahr ohne dich hätte ich nie aufgehalten! Gott, ich liebe dich so sehr!!!" Er schlug seine Arme um mich und zog mich dicht an sich heran. Einige Augenblicke saß wir einfach nur so da und genoss die Nähe des anderen. Eigentlich waren wir nicht mal zwei Tage von einander getrennt gewesen, aber der Gedanke daran, ein ganzes Jahr getrennt zu sein, ließ mich den Moment noch mehr genießen als sonst. Ich hatte ihn zurück und ich würde ihn nicht mehr verlassen, auch wenn meine Karriere dadurch nicht gerade verbessert wurde. Als wir später im Bett lagen erzählte ich ihm, wie ich doch noch zu meiner Entscheidung gekommen war. "Also war es mal wieder ein Brief der uns zusammengebracht hat. Genaugenommen war es mein Brief!" fasste Mark stolz zusammen. "Ja deine Worte bewegen mich immer so..." ich grinste ihn an, meine Ironie war kaum zu überhören und als Strafe drückte Mark mir ein Kissen ins Gesicht. Ich strampelte mich frei und sah ihn an. "Hey, du bist gemein!" Nun grinste er und antwortete nur "Aber du liebst mich trotzdem!". Ich beugte mich zu ihm und küsste ihn sanft auf die Stirn, seine Hände, die bis dahin ruhig auf meinen Hüften lagen, fuhr nun unter mein Top. Die Berührungen auf meiner Haut hinterließ eine Gänsehaut, ich küsste ihn lustvoll auf den Mund, er erwiderte diesen Kuss mit einer solchen Intensität, bei der ich nicht mehr länger an mich halten konnte, ich wollte ihn jetzt spüren.

Am nächsten Morgen war ich schon lange vor Mark wach. Mit Genugtuung beobachtete ich Mark. In der Stille konnte ich sein lautes Atmen hören, er sah sehr glücklich und zufrieden aus. Wie ein Baby hatte er sich in sein Kissen eingekuschelt, die Decke bis zur Nasenspitze hochgezogen, es fehlte nur noch der Daumen im Mund zum Nuckeln. Ich beugte mich zu ihm und küsste ihn auf die Nasenspitze. Doch er reagierte kaum, ich probierte noch einmal uns jetzt bewegte er sich etwas. Nach dem dritten Kuss, diesmal auf die Stirn öffnete er endlich seine Augen. "Guten Morgen." sagte ich in einem zuckersüßen Ton und küssten ihn abermals auf die Stirn. "Hey, so will ich jetzt immer geweckt werden..." antwortete Mark und schloss noch einmal seine Augen. Wir blieben noch eine Zeit lang im Bett liegen und genossen die Ruhe, bis wir uns letztendlich doch entschlossen aufzustehen, immerhin wussten die anderen noch gar nicht, dass ich wieder da war und auch da blieb.
"Sag mal, hast du nicht Lust wieder komplett hier einzuziehen. Ich meine es macht doch wenig Sinn eine zweite Wohnung zu halten, wenn du die meiste Zeit doch hier im Haus bist." fragte Mark beim Frühstück, welches nicht das übliche Toast beinhaltete, sondern diesmal Cornflakes. (Ja zu einem "anständigen" Frühstück reichte es einfach immer noch nicht...) "Ja, ich hatte da auch schon drüber nachgedacht, aber bevor ich geflogen war mir das alles zu viel Stress. Aber jetzt, wo ich wieder hier bin, macht das natürlich viel mehr Sinn... Also, wann holen wir meine Sachen? Die Hälfte ist ja sowieso schon wieder hier!" willigte ich ein und lachte. Endlich würde dies hier wieder meine offizielle Adresse werden. "Also wenn das so ist - sofort natürlich, Hauptsache, du wohnst wieder komplett hier, ohne in Amerika oder sonst wo zu sein! Vic, ich bin so froh dass du zurück gekommen bist, was hätte ich bloß ohne dich gemacht?" Er griff meine Hand und streichelte sie sanft, sein Blick fiel auf den Verlobungsring, dessen Stein durch das Sonnenlicht glitzerte. Ich folgte seinem Blick auf meinen Ring und ahnte was er mich als nächstes Fragen wollte. "Ja, das sollten wir auch tun." nahm ich meine Antwort vorweg. Er schaute mich irritiert an. "Du weißt doch noch gar nicht was ich fragen will!" sagte er. "Hey, du unterschätzt mich, ich kann nämlich Gedanken lesen!" ich zwinkerte ihm zu. "Ach ja, und was denke ich gerade?" fragte Mark um mich zu überlisten. "Du denkst natürlich, dass du diese unglaublich schöne Frau hier neben dir unendlich liebst und sie so schnell wie möglich heiraten willst. Und darauf habe ich nun schon eine Antwort gegeben, also noch Fragen?" Ich schaute ihn erhausfordernd an, konnte mir aber ein Grinsen nicht verkneifen, es schien als hätte ich tatsächlich seine Gedanken erraten. "Du bist aber heute Morgen sehr überzeugt von dir, nicht wahr?" Er hatte zu seiner Sprache zurückgefunden und konterte direkt. "Ja!" ich nickte aus voller Überzeugung. "Mhh, tja dann kann ich dir wohl nur Recht geben, in allen Punkten. Wunderschön bist du sowieso, lieben - kein Zweifel und deshalb will ich dich am liebsten sofort und auf der Stelle heiraten!" "Gut, dann hätten wir das ja auch geklärt! Also wann wie wo und wer?" "Schatz, was ist denn heute mit dir los, ich glaube du nimmst das hier alles nicht all zu Ernst." sagte Mark darauf. "Doch doch, tu ich, ich habe nur unglaublich gute Laune und außerdem erfülle ich mich meinen Kindheitstraum, wie eine Prinzessin zu heiraten. Da kann ich doch nur gute Laune haben!" verteidigte ich mich. "Ah daher weht also der Wind, du willst also auch auf einem Schloss heiraten, in weiß, mit Schleier und Kutsche, sonst noch Wünsche?" fraget Mark sarkastisch. "Hey, jetzt nimmst du mich aber nicht Ernst!" warf ich ihm vor. "Doch tu ich wohl ich muss doch nur wissen, wie ich meine ´Prinzessin` glücklich machen kann!" erklärte Mark. "Also dass ist nicht so schwer..." begann ich. Wir sprachen noch etwas über die Hochzeit, auch wenn wir nur oberflächlich einige Dinge festhielten, denn es war von vorne herein klar, dass wir eine Hochzeitsplanerin bräuchten. Später holten wir einen Teil meiner Sachen aus der Wohnung und anschließend rief Mark die anderen Lifer an, dass sie gegen Abend kommen sollten, er verschwieg ihnen jedoch, dass ich wieder zu Hause war.

"Schatz, ich glaube sie kommen, zumindest fährt gerade ein Auto in unsere Einfahrt." rief Mark mir zu. "Alles klar, ich geh dann mal nach oben!" antwortete ich und stieg schnell die Treppe hoch. Wir hatten geplant, dass ich sie später, wenn alle da waren, überraschen würde, deshalb "versteckte" ich mich im Schlafzimmer. Nach und nach hörte ich, wie Mark alle begrüßte und sie ins Wohnzimmer bat. Ich zupfte nervös an meiner Kleidung, denn obwohl sie schon Jahre lang meine besten Freunde waren, war ich sehr gespannt, was sie zur der ganzen Situation sagen würden. Vielleicht würden sie mich für einen Versager halten, der es nicht schafft mal ein Paar Monate von seinem Freund getrennt zu leben. Auch wenn ich dies nicht von ihnen erwartete, wer weiß wie sie reagieren würden. Nach weiteren zehn quälenden Minuten schritt ich langsam die Treppe nach unten. Durch das Milchglas der Tür konnte ich nur schemenhaft einige Personen sehen. Noch einmal atmete ich tief durch und öffnete die Tür.
"Na wie geht’s euch? Ich habe euch wirklich vermisst!" rief ich freudestrahlend als ich sie alle im Wohnzimmer sitzen sah. Abrupt hörten sie auf zu sprechen und schauten mich ungläubig und mit offenen Mündern an, bis auf Mark, der genau so wie ich über den Ausdruck der anderen lachte. "Wo ... ich meine ... Vic, wo zum Teufel kommst du denn her?" Gill fand als erste wieder zu ihrer Sprache und fragte das, was sich die anderen wohl auch fragten. "Frisch aus dem Amiland eingeflogen, nur um hallo zu sagen!" antwortete ich grinsend. "Ja ... hallo!" Bryan ging darauf ein und umarmte mich. "Wie, du warst gar nicht wirklich in Amerika? Du bist schon wieder da? Also das ist alles ein bisschen zu viel für mich. Ich glaube ich habe einige entscheidende Szenen verpasst, wollt ihr uns nicht mal aufklären?" fragte Gina völlig verwirrt. Nachdem ich alle begrüßt hatte setzte ich mich neben Mark und wir erklärten ihnen alles. "Gott sei dank hast du dich so entschieden... Ich hatte schon das Ende von Westlife vorausgesehen in Anbetracht der Tatsachen, wie fertig Mark war als du gerade mal eine Stunde weg warst!" Kian grinste Mark frech an. "Ach stimmt gar nicht, so weit wäre es doch nie gekommen!" verteidigte sich Mark. "Mark, jetzt steh doch wenigstens dazu, ohne Vic bist du nun mal völlig verloren. Ein Grund mehr sich zu freuen, dass du wieder da bist!" sagte nun auch Shane. "Aber es ist auch wirklich schön dass du da bist, nicht nur wegen Mark!" lenkte Nicky ein, worauf ich ihm ein dankbares Lächeln schenkte. Beim Essen stießen wir noch einmal auf meine Rückkehr an. "Eigentlich können wir euch dann gleich noch etwas verkünden..." begann Mark und schaute mich an. "Na was kommt denn jetzt noch. Bist du etwa wieder schwanger?" fragte Shane. "Nein ... leider noch nicht, aber auch daran arbeiten wir noch, nicht war Schatz?" ich warf Mark einen vielsagenden Blick zu, bei dem der Rest zu lachen begann. "Also was ist es dann?" bohrte der neugierigste von allen, Bryan weiter. "Also, wir werden so wie es aussieht doch noch diesen Sommer heiraten!" "Ach ne, dass hätte ich euch auch sagen können, ihr gehört doch einfach zusammen!" antwortete wieder Bryan, der sein vorlautes Mundwerk nicht halten konnte.


Epilog
Die Hochzeit war eines der Highlights in meinem, unserem Leben. Im engen Kreis der Familie gaben wir uns das Ja-Wort, dass uns ein Leben lang zusammen schweißen sollte. An diesem Tag, genau genommen während des prunkvollen Essens konnten wir auch stolz verkünden, dass wir wenige Monate später Eltern werden sollten. Und tatsächlich Ende Oktober kam unsere erste gesunde Tochter Sophia zur Welt. Mark war vollkommen verliebt in die Kleine und ließ sie gar nicht mehr aus seinen Armen, er platzte förmlich vor Stolz. Doch nach einer Pause von einem halben Jahr nahmen Westlife wieder ihre Arbeit auf und machten das gut, was sie ihren Fans schuldeten. Einige Jahre später, nachdem auch Georgina und Nicky einen kleinen Jungen bekommen hatte, zerbrach Westlife entgültig. Sie zogen eine Schlussstrich unter eine unglaubliche Karriere, aber die Freundschaft die entstand, verbannt sie ein Leben lang.