Daddy`s little Boy by Angelwings

Mühsam trug ich die Einkaufstüten in die Küche, ich stellte sie vorsichtig ab und ging leise ins Wohnzimmer. Auf der Couch schlief Jamie tief und fest in seine Kuscheldecke gehüllt und auf dem Sessel saß Granny und schnarchte leise, sie hielt noch das Buch vom Vorlesen in der Hand. Ich lächelte und ging zu ihr, ich deckte sie zu und legte das Buch auf den Tisch. Dann ging ich leise zurück in die Küche und verstaute die Lebensmittel. Es war gerade alles an seinem Platz und ich hatte gerade die letzte Tüte geholt, als ich ein räuspern von der Tür vernahm.
„Hallo Sam! Du sollst mich doch wecken, wenn du vorbei kommst!“ Granny stand in der Tür und sah mich kopfschüttelnd an.
„Ich wollte euch nicht wecken.“ grinste ich.
„Warst du schon einkaufen?“ sie sah in den Kühlschrank.
„Ja, ich habe auch Jamie`s Lieblingskekse mitgebracht.“ ich hielt triumphierend die Kekspackung hoch.
„Du bist ein Engel!“ sie nahm mich in den Arm. „Was würden wir nur ohne dich machen?“
„Dann würde Jamie nicht andauernd so ungesunde Sachen von mir bekommen!“ grinste ich verschmitzt.
„Ach, der Kleine kann das mal ganz gut ab verwöhnt zu werden.“ sie hob abwehrend die Hände.
„Wenn du das sagst!“ ich legte die Kekse in die Süßigkeitenschublade und Granny deutete auf den Stuhl.
„Setz dich mal kurz zu mir...“ sie klopfte auf das Polster. „Wie lange kommst du jetzt schon zu mir?“ sie sah mich nachdenklich an.
„Seit fast einem Jahr. Wieso?“ ich stützte meinen Kopf auf meine Hände.
„Nächstes Wochenende werden die Großeltern und der Daddy von Jamie kommen. Er siehst sie sehr, sehr selten und du weißt ja wie schüchtern er immer ist. Ich wollte dich fragen ob du kommen kannst! Er fühlt sich bei dir immer so sicher.“ sie nahm meine Hand.
„Gerne! Ich freu mich!“ ich drückte ihre Hand. „Darf ich dich mal was fragen?“ ich sah sie vorsichtig an.
„Klar mein Engel!“ sie nickte mir aufmunternd zu.
„Warum sieht Jamie seine Großeltern und seinen Dad nicht öfter? Ich meine du bist zwar seine Urgroßmutter, aber trotzdem.“ ich sah sie entschuldigend an.
„Das ist eine sehr komplizierte Geschichte. Vielleicht verstehst du sie nach ihrem Besuch besser!“ sie drückte erneut meine Hand. „Wir sollten jetzt das Abendbrot vorbereiten. Wenn Jamie wach wird, dann wollt ihr bestimmt noch auf den Spielplatz und dann mußt du ja auch noch weiter.“ sie stand auf und ging zum Herd.
„Ja, das klingt gut. Ich habe übrigens noch eine Überraschung für Jamie und dich!“ meinte ich triumphierend und trat hinter sie.
„Ach, ja? Was denn?“ sie drehte sich um.
„Noch nicht, ich will es Jamie und dir sagen!“ ich nahm sie in den Arm.
„Erst machst du mich neugierig und dann sagst du nichts!“ sagte sie beleidigt.
„Granny! Sei doch nicht immer so neugierig!“ tadelte ich sie.
„Ich war die letzten 78 Jahre meines Lebens neugierig und es hat mir nie geschadet.“ sie lachte mich an.
„Tja, dann wirst du dich heute wohl mal in Geduld üben, zu mindestens so lange bis Jamie wach ist!“ ich setzte mich an den Tisch und begann die Kartoffeln zu schälen. „Erinnere mich bitte später daran, dir deine Tabletten für die nächste Woche fertig zu machen!“
„Mach ich!“ sie setzte sich zu mir und begann den Rosenkohl zu putzen.
Eine Weile saßen wir schweigend über unserer Arbeit und ich dachte nach. Ich betreute Granny und den kleinen Jamie jetzt seit über einem Jahr und ich mochte sie wie meine eigene Großmutter. Sie ist etwas kleiner wie ich, etwas rundlich und trägt eine altmodische Brille. Sie ist einer dieser Großmütter die man aus Märchenbüchern kennt und sie liebt ihren Urenkel über alles. Ich fragte nicht oft nach seinen Eltern, Granny erzählte mir ab und zu etwas von seinen Großeltern, aber nie etwas von seinen Eltern. Ich wußte nur, das der kleine Jamie bei ihr wohnt seit er 4 Monate alt war. Ich kam bis jetzt drei Mal die Woche für einen Nachmittag, aber das sollte sich ab der nächsten Woche ändern. Meine Chefin hatte bei der Pflegeversicherung endlich durchgeboxt, daß ich 3 volle Tage und zwei Nachmittage zu ihnen konnte und ich freute mich schon darauf es ihnen zu erzählen. Die anderen beiden Vormittage verbrachte ich bei einem älteren Ehepaar, den Frasers. Diese wohnten etwas außerhalb von Bantry und ich mußte immer fast eine Stunde zu ihnen fahren, aber ich tat es gern. Ich liebte meinen Beruf und ich konnte mir nichts schöneres vorstellen. Ich selber war bis zu meinem 14 Lebensjahr bei meiner Grandma in Limrick aufgewachsen, vielleicht wollte ich deshalb immer in die Altenbetreuung? Ich wußte es nicht, ich wußte nur das ich das was ich tat sehr gerne tat. Ich lächelte in mich hinein.
„Na, an was denkst du?“ riß mich Granny aus meinen Gedanken.
„An nichts!“ lächelte ich sie an.
„Ach und von nichts grinst man?“ sie zog skeptisch eine Augenbraue hoch.
„Ich habe darüber nachgedacht wie sehr ich meine Arbeit liebe.“ gab ich zu.
„Du bist ein Engel! Aber achte darauf, daß du nicht zu kurz kommst!“ sie sah mich skeptisch an. „Was ist eigentlich aus Kenneth, dem netten jungen Mann geworden?“
„Erstens hieß er Kevin und zweitens ist das schon seit Monaten vorbei!“ lachte ich sie an.
„Entschuldige..“ sie wusch den Rosenkohl und grinste mich an. „Und gibt es einen Neuen?“
„Granny!“ tadelte ich sie „Nein, gibt es nicht.“ fügte ich lachend hinzu.
„Dann halt dich mal ran...“ sie sah mich an „Als ich in deinem Alter war...“ sie schüttelte lebhaft den Kopf.
„Ja, ja da hast du alle Jungs in der Straße verrückt gemacht!“ vervollständigte ich ihren Satz und wir beide lachten.
„Granny? Sammy?“ Jamie kam in die Küche getapst.
„Na, mein Schatz! Ausgeschlafen?“ Granny nahm ihn in den Arm.
„Hmmm!“ murmelte er immer noch verschlafen.
„Hallo Jamie!“ ich breitete meine Arme aus und er kam zu mir gelaufen, ich wirbelte ihn durch die Luft und er jauchzte. „Na, mein Großer! Alles klar bei dir?“ ich setzte ihn ab.
Er reckte seinen Daumen in die Höhe „Alles O.K.!“ grinste er.
„Und wie wäre es mit einer Runde Dreirad und dann Spielplatz?“ fragte ich ihn ernst.
„Da könnte ich drüber nachdenken!“ meinte er mit der Ernsthaftigkeit eines Dreijährigen.
„Dann hol mal schnell deine Jacke, bevor es sich Sam anders überlegt!“ meinte Granny augenzwinkernd zu ihm und er lief gleich los.
„Fertig!“ keine Minute später stand er wieder in der Küche.
„Komm her! Schuhe zubinden!“ Granny bückte sich und band ihm die Schuhe zu.
„Ach, ja bevor wir gehen. Ich wollte euch beiden noch etwas sagen!“ meinte ich strahlend.
„Puuh, ich dachte schon du hättest es vergessen!“ Granny seufzte theatralisch und setzte sich, was Jamie und mich zum Lachen brachte.
„Also, ab nächster Woche werde ich am Montag, am Mittwoch und am Freitag den ganzen Tag und am Dienstag und am Donnerstag am Nachmittag hier sein. Und?“ ich sah beide fragend an.
„Super!“ Jamie fiel mir in die Arme.
„Das ist so schön mein Engel!“ Granny nahm mich gerührt in den Arm. „Aber was ist mit den Frasers?“
„Ich fahre am Dienstag und Donnerstag Vormittag zu ihnen. Das reicht! Mach dir keine Sorgen!“ ich streichelte ihre Hand.
„Komm Sammy!“ Jamie zog mich zur Tür.
„Komme!“ ich gab Granny einen Kuß und sah Jamie an.
„Bye Granny!“ er ging zurück und drückte ihr einen feuchten Schmatzer auf die Wange.
„Viel Spaß!“ rief sie uns hinterher, aber wir waren schon zur Tür raus.
Wir verbrachten einen tollen Nachmittag auf dem Spielplatz und Granny zauberte uns ein tolles Abendessen. Ich brachte Jamie ins Bett und verabschiedete mich dann von Granny.
„Bye Engel, also dann am Samstag um 11 Uhr, ja?!“ sie drückte mich und steckte mir einen 100 Euro Schein in die Tasche.
„Granny! Was soll das?“ ich zog ihn wieder heraus.
„Kauf dir was schönes zum anziehen!“ sie drückte meine Hand zu und schenkte mir ein keine-Widerrede-lächeln.
„Danke Granny!“ ich gab ihr einen Kuß.
„Ich möchte am Samstag sehen, was du dir gekauft hast. Verstanden?“ sie zwinkerte mir zu.
„Alles klar!“ ich winkte ihr zu, stieg in meinen Wagen und fuhr die 20 Minuten zu meinem Haus.

Am nächsten Tag fuhr ich nachmittags nach Bantry und kaufte mir ein schönes Kleid für Samstag. Ich hatte sogar noch etwas Geld übrig und konnte mir noch Sandalen kaufen. Es war Mitte Juli und ausgesprochen warm. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag in Bantry und fuhr erst gegen Abend zurück in meine Wohnung, die etwas außerhalb lag.

Am nächsten Morgen quälte ich mich früher wie für einen Samstag gewöhnlich aus dem Bett. Ich sprang unter die Dusche, schminkte mich, zog mein neues Kleid an und begutachtete mich dann nochmals kritisch im Spiegel. Das Kleid war hellblau mit einer kleinen Schleife unter der Brust, die Sandalen waren weiß und ich entschied noch meine weiße dünne Strickjacke mitzunehmen. Meine langen brauen Haare ließ ich lockig über meine Schultern fallen. Ich war gespannt darauf Jamie`s Eltern und seine Großeltern kenne zu lernen. Ich lief runter zu meinem Wagen und stand kurze Zeit später bei Granny vor der Tür und drehte den Schlüssel im Schloß. Ich war kaum drin als sich ein älterer Mann vor mir aufbaute.
„Wer sind sie?“ bellte er.
„Oliver! Laß das arme Mädchen! Sam, komm her!“ Granny kam aus dem Wohnzimmer und nahm mich in den Arm.
„Hallo Granny!“ meinte ich stockend.
„Oliver, das ist Samantha McKenzie. Sie ist meine und Jamie`s Betreuerin!“ sie deutete stolz auf mich „Sie ist unser Engel!“ fügte sie hinzu und streichelte liebevoll meine Wange.
„Granny!“ meinte ich und merkte wie mir die Röte ins Gesicht stieg.
„Freut mich Miss McKenzie!“ der Mann reichte mir seine Hand.
„Sam, das ist mein Sohn Oliver und meine Schwiegertochter Marie!“ sie deutete auf den Mann und eine Frau in der Tür zum Wohnzimmer.
„Hallo Sam!“ sie reichte mir die Hand.
„Und nun werde ich dir Jamie`s Dad und meinen Enkelsohn vorstellen..“ sie zog mich ins Wohnzimmer und ich blieb abrupt stehen. Ich kannte diesen Mann, er war in einer der erfolgreichsten Band die es in Irland gab. „...Das ist Mark!“ Granny zog mich weiter zu ihm.
„Hallo, ich bin Sam!“ ich reichte ihm die Hand.
Ich sah mich um und suchte nach Jamie. Er saß auf einem Stuhl am Fenster und blickte teilnahmslos aus dem Fenster.
„Das macht er seitdem sie gekommen sind.“ flüsterte mir Granny ins Ohr.
„Hey Jamie! Willst du mir gar nicht Hallo sagen?“ fragte ich gespielt böse, doch er reagierte nicht.
„Hey James Patrick Tyler Feehily!“ rief ich ihm bei seinem vollen Namen, doch wieder reagierte er nicht. Ich ging auf ihn zu und kniete mich vor ihn.
„Jamie, mein Schatz! Was ist los?“ ich berührte ihn leicht an der Schulter,
„Sammy!“ er sah mich mit Tränen in den Augen an und schmiegte sich an mich.
„Hey! Pst, pst! Was ist denn los?“ ich nahm ihn hoch und setzte mich mit ihm auf die Couch.
„Ist das mein Daddy? Ist das mein Gandma und ist das mein Grandpa? Sie sagen das!“ er zeigte auf jeden einzeln.
„Ja, mein Schatz! Das sind dein Daddy, deine Grandma und dein Grandpa.“ ich wiegte ihn in meinen Armen.
Er beruhigte sich langsam und Granny ging mit Marie und Oliver in die Küche. Jamie schlief nach ein paar Minuten erschöpft ein, ich legte ihn hin und deckte ihn zu.
„Er hat Angst vor mir.“ meinte Mark unvermittelt.
Ich zog ihn auf die Veranda und funkelte ihn an.
„Was denken sie denn? Sie tauchen hier einmal im Jahr auf und denken er versteht das? Er ist noch nicht einmal Drei, er kann es nicht verstehen!“ sagte ich etwas lauter als beabsichtigt zu ihm.
„Warum bist du so?“ er beobachtete mich von der Seite.
„Warum?“ fragte ich matt.
„Ja, Warum?“ wiederholte er seine Frage.
„Weil der Kleine da drinnen...“ ich deutete aufs Haus „...mir verdammt viel bedeutet. Ich saß an seinem Bett als er seine erste Mittelohrentzündung hatte, ich saß mit ihm im Krankenhausflur als es Granny nicht gut ging, ich war dabei als er es das erste Mal geschafft hat sich selbst anzuschaukeln...“ mir stiegen Tränen in die Augen. „...Ich verstehe das er Angst hat! Wo waren sie?“ ich sah ihn an.
„Ich habe mir das nicht ausgesucht!“ schrie nun er.
„Wie bitte?“ ich konnte es nicht glauben.
„Ich liebe meinen Sohn, ich habe das Beste für ihn getan, indem ich ihn hierher zu meiner Nana nach Bantry geschickt habe. Ich wollte ihm den ganzen Presserummel ersparen der mich kaputt macht!“ er setzte sich auf die Bank.
„Er hätte seinen Daddy gebraucht!“ ich setzte mich neben ihn. „Oder seine Mummy.“ fügte ich hinzu.
„Seine Mum?“ er sah mich angewidert an „Sein Mum?“ wiederholte er ungläubig. „Sein Mum, liebe Samantha, hat ihn nur bekommen um ein Druckmittel gegen mich in der Hand zu haben. Ich habe ihr 500.000 Euro gezahlt damit sie schweigt. Ich möchte nicht das mein Sohn merkt das er für sie nur Mittel zum Zweck war.“
Eine Weile sagte keiner von uns etwas.
„Wenn du später noch mal versuchen willst dich mit ihm anzufreunden, dann rate ich dir mal in die Süßigkeitenschublade von Granny zu schauen, da sind seine Lieblingskekse drin.“ ich stupste ihn leicht an.
„Danke!“ er grinste mich an. „Erzähl mir was von ihm. Wie ist er so?“ er lehnte sich zurück.
„Also....“ ich lehnte mich ebenfalls zurück „....Er liebt die Geschichte von Tim dem Tiger, er liebt es am Meer zu laufen und sich in den Sand fallen zu lassen, er ist schüchtern aber kann auch richtig wild sein, er mag es wenn man ihn nach dem Baden eincremt, er mag keinen Blumenkohl, er haßt es geweckt zu werden, sein bester Freund heiß Tyler und wohnt zwei Blöcke weiter, sein größter Wunsch ist ein eigener Tiger und er liebt es sich zu verstecken.“ ich sah ihn gespannt an.
„Und er mag dich!“ fügte Mark hinzu.
„Ja, ich denke er mag mich!“ grinste ich.
„Ich würde ihn gern öfter sehen, ich möchte ihm zeigen wo ich wohne und was ich so mache. Ich möchte meinen Sohn kennen lernen!“ er fuhr sich durch die Haare.
„Seid ihr deswegen heute hier?“ ich sah hinüber zu meinem Auto.
„Ja und Nein. Wir wollten sehen wie er es aufnimmt und wir wollten natürlich Nana sehen.“
„Peter, Anie, Carl und Jenice sind jedes zweite Wochenende hier. Warum kommt ihr nicht öfter?“ ich stand auf und ging zur Brüstung.
„Ich stehe unter ständiger Beobachtung, meine Eltern leider auch. Wir wollten das soweit weg wie möglich von James halten.“ er nannte seinen Sohn das erste Mal bei seinem Namen.
„Er mag es übrigens überhaupt nicht wenn man ihn James nennt. Wir sagen alle Jamie zu ihm...“ ich drehte mich zu ihm um und er sah mich unendlich traurig an „Mark, ich will eure Absichten nicht in Frage stellen, aber ich denke es war der falsche Weg. Jamie braucht seinen Dad!“ ich verschränkte die Arme vor der Brust.
Mark stand auf und kam zu mir.
„Sam, ich habe viele Fehler gemacht. Aber ich muß sagen, ich bin dankbar das James, ich meine Jamie so eine tolle Freundin wie dich hat.“ er nahm mich in den Arm.
„Danke!“ ich erwiderte seine Umarmung „Übrigens, ich mag eure Musik!“ lachte ich und ging ins Haus.
Er folgte mir in die Küche, Marie und Granny saßen am Tisch während Oliver zum Fenster hinaus sah und sahen uns erwartungsvoll an.
„Und?“ Garnny stand auf und nahm Mark in den Arm.
„Du hattest Recht, sie hat mir ganz schön den Kopf gewaschen...“ er grinste mich an „...Jamie wird bald ein paar Tage zu uns kommen, ich möchte ihm alles zeigen. Das Haus, die Pferde, einfach alles! Ich möchte das die anderen Jungs ihn kennenlernen und Sam wird mir helfen. Jamie vertraut ihr und er hat sie lieb. Ich denke es wird so einfacher. Wenn alles gut läuft dann kommt er ganz zu mir.“ schloß er den Vortrag.
„Sammy?“ Jamie kam schüchtern in die Küche.
„Hey Schatz!“ ich nahm ihn hoch. „Wie wäre es mit ein paar leckeren Keksen? Ich denke vielleicht sollten wir deinem Daddy mal zeigen wo Granny sie versteckt!“ ich sah ihn gespannt an.
„Nein....“ er sah Mark skeptisch an „....Soll suchen!“ lachte er dann.
Mark grinste und suchte fast fünf Minuten nach der Schublade, als er sie dann endlich fand stürmte Jamie jubelnd auf ihn zu und ließ sich einen Keks geben. Mark strahlte mich dankbar an.
„Siehst du...“ Jamie sah mich an „....Er hat sie gefunden!“
„Da habe ich ganz schön lange gebraucht, hmmm?“ Mark sah ihn erschöpft an.
„Beim nächsten Mal findest du sie gleich!“ Jamie ließ sich absetzten und lief Richtung Wohnzimmer.
In der Tür blieb er unschlüssig stehen und sah mich an. „Kommst du mit, Daddy?“ er sah zu Mark.
„Klar.“ Mark stand auf und ging zu ihm „Was hast du denn vor?“
„Ich will dir meine Feuerwehr zeigen!“ Jamie griff nach seiner Hand und zog ihn ins Wohnzimmer.
Die beiden spielten den Rest des Tages zusammen und gegen Abend verabschiedeten sich die Feehilys.
„Bye Daddy!“ Jamie drückte Mark einen Kuß auf die Wange. „Kommst du bald mal wieder?“ er sah ihn mit großen Augen an.
„Wie wäre es wenn Sam und du nächstes Wochenende für ein paar Tage zu mir kommt?“ er struvelte ihm durchs Haar.
„Oh, ja! Sammy kommst du mit?“ er sah nun zu mir.
„Klar Süßer! Ich habe eine Woche frei, dann besucht Luke deine Granny!“
Er sprang auf meinen Arm. „Danke Sammy!“
„Kein Problem! Bye Mark...“ ich reichte ihm die Hand und er zog mich in seine Arme.
„Danke Sam!“ er gab mir einen Kuß auf die Wange.
Ich zwinkerte ihm zu und er grinste. „Bye Marie, Oliver!“ ich verabschiedete mich herzlich von ihnen.

In der nächsten Woche wurde ich von Granny wegen meines guten Verhältnisses zu Mark aufgezogen und Jamie amüsierte sich köstlich wenn ich mich ärgerte. Am Freitag Morgen holte ich ihn mit dem Auto ab und wir machten uns auf den Weg nach Sligo. Im Auto sangen wir alle Kinderlieder die uns einfielen und erreichten ausgelassen das Haus von Mark.
Mark kickte mit seinen Brüdern im Garten und kam gleich zum Auto.
„Daddy!“ Jamie sprang aus dem Auto und lief auf ihn zu und ließ sich durch die Luft wirbeln.
„Hallo Großer!“ Mark gab ihm einen Kuß.
Dann entdeckte Jamie die anderen Beiden und kam gleich wieder zu mir.
„Sammy!“ er sah mich mit großen Augen an.
„Hey Jamie, das sind Colin und Barry! Das sind meine Brüder.“ Mark nahm Jamie an die Hand und stellte ihn vor.
„Hey Jungs und das ist Sam, eine ganz liebe Freundin von Jamie!“ stellte Mark mich nach ein paar Minuten vor.
„Hallo!“ ich grinste die Beiden an.
„So, so eine Freundin von Jamie?“ Colin zog eine Augenbraue hoch.
„Meine Sammy!“ Jamie sprang auf meinen Arm.
„Alles klar Kumpel!“ Barry klopfte Jamie auf die Schulter.
Die Jungs blieben mit Jamie im Garten und Mark zeigte mir sein Haus.
„So, hier haben wir dein Quartier für die nächsten Tage!“ er führte mich in ein großes Zimmer.
„Wow!“ entfuhr es mir.
„Ja, ja!“ er winkte ab und lachte. „Bevor ich es vergesse, heute Abend kommen ein paar Freunde zum Essen, sie sind sehr gespannt euch kennen zu lernen.“
„Was?“ ich drehte mich abrupt um.
„Keine Sorge! Es sind alles nur Menschen!...“ er lachte „Hey, du sollst Jamie Sicherheit geben.“ er legte sich seinen Arm um meine Schulter.
„Wenn du meinst.“ sagte ich etwas zweifelnd.
Der nachmittag verging wie im Flug, Jamie hatte Spaß und tobte sich richtig aus.
„Jamie, komm wir gehen baden! Wir wollen bald essen!“ rief ich ihn rein.
„Sammy!“ er kam auf mich zu gestürmt.
Ich fing ihn auf. „Hey Süßer!“
„Stell dir vor Sammy! Daddy und ich haben gewonnen!“ er sah mich strahlend an „Barry und Col haben nur 1 Tor geschossen und Daddy und ich 2.“ er umarmte mich.
„Super!“ ich ließ ihn runter „Komm wir gehen jetzt den Schmutz abkratzten!“ ich nahm ihn an die Hand. „Mark, ich bade Jamie und mache ihn fertig!“ rief ich Mark zu.
„Alles klar, ich geh duschen, in einer Stunde kommen die anderen!“ er lief an uns vorbei.
„Bye!“ riefen Colin und Barry die Treppe hoch.
„Bye!“ riefen Mark, Jamie und ich wie aus einem Mund und lachten herzlich.
Ich steckte Jamie in die Badewanne und alberte mit ihm herum.
„Hey ihr beiden! Die anderen sind da!“ reif Mark einige Minuten später.
„Gib uns noch 20 Minuten!“ rief ich runter.
„Ihr seid schon eine Stunde im Bad!“ meinte er entrüstet.
„Und? Dein Sohn badet gern!“
„Er ist doch kein Mädchen! Bring ihm ja nicht bei, stundenlang das Bad zu blockieren!“ lachte Mark.
„Du hast doch genügend Badezimmer!“ rief ich als es klingelte.
„Das hat damit nichts zu tun! Mein Sohn soll keine Weichei werden!“ Mark konnte sich kaum noch halten und ich versuchte ernst zu klingen.
„Willst du deinen Sohn unter mehreren Schichten Dreck suchen?“
„Hallo!“ reif jemand anderes hinauf.
„Hallo!“ riefen Jamie und ich und kringelten uns vor lachen.
„15 Minuten Mark!“ rief ich noch hinterher.
„Keine Minute länger!“
„O.K.!“ meinte Jamie ernst und ich trug ihn in sein Zimmer.
Ich trocknete ihn ab, cremte ihn ein und suchte sein Lieblingshirt von Liverpool aus der Tasche und gab ihm seine Baggy Jeans. Er versuchte sich selbst anzuziehen und ich zog in der Zwischenzeit eine Jeans und ein Top an.
„Fertig!“ Jamie sah mich stolz an.
„Super!“ ich zupfte seine Kleidung richtig hin und zog ihm noch seine Turnschuhe an. „Los geht’s!“ ich hielt ihm meine Hand hin und wir gingen nach unten.
Auf der Treppe hörten wir schon die Stimmen der anderen und folgten diesen ins Esszimmer. In der Tür blieben wir stehen und sahen zu Mark, Jamie drückte sich an mein Bein.
„Sammy!“ er hielt seine Arme hoch und ich nahm ihn hoch.
„Da seid ihr ja!“ Mark kam zu uns.
„Ja, dein Sohn ist wieder sauber.“ grinste ich.
„Lange genug gedauert hat es ja!“ er sah mich breit grinsend an.
„Ja, ja nun sind wir ja da!“ meinte ich lachend.
„Willst du uns nicht endlich vorstellen Feehily?“ ein Mann sah ihn strafend an.
„Sorry! Das ist James!“ er struvelte Jamie stolz durch die Haare.
„Daddy!“ meinte Jamie empört.
„Entschuldige...“ er sah wieder zu den anderen „...Er mag es nicht wenn man ihn so nennt. Das ist Jamie! Und seine Freundin Sam!“ er nahm mir Jamie ab und dieser lachte vergnügt.
„Und das sind Kian, Shane, Gill, Nicky und Gina!“ stellte mir die anderen vor.
„Hallo!“ ich winkte den anderen kurz zu.
„Daddy, laß mich runter!“ Jamie strampelte und Mark setzte ihn ab.
Ich stand immer noch in der Tür und wußte nicht wohin mit mir. Jamie ging auf die anderen zu und sah sie sich genauer an.
„Setzt dich zu uns, wir beißen nicht! Versprochen!“ Kian klopfte auf den Stuhl neben sich und lächelte mir aufmunternd zu.
„Sammy, komm her! Nicky spielt Fußball!“ Jamie zog mich zu den anderen.
„Toll Kleiner!“ ich setzte mich neben Kian und grinste ihn an.
„Und du bist also Jamie`s Freundin!“ Gina musterte mich genau.
„Ja, ich betreue ihn und seine Grandma seit über einem Jahr, der kleine Kerl ist mir ans Herz gewachsen.“ ich lächelte Jamie liebevoll an.
„Ja, er ist allerliebst.“ sie beobachtete Jamie und Nicky die in ein Gespräch über Fußball verwickelt waren. „Und wie gut kennst du Mark?“
„Ich kenne ihn noch nicht so lange. Ich bin hier, damit es Jamie gut geht.“ ich zuckte mit den Schultern.
„Und wie findest du Mark?“ bohrte Gina weiter nach.
„Er ist sehr nett, er muß noch damit umgehen lernen das er jetzt Verantwortung für einen kleinen Menschen hat. Das ist nicht einfach aber ich bin mir sicher er schafft das. Er hat ja auch gute Freunde die ihn unterstützen.“ ich sah in die Runde. „Wo ist er überhaupt?“
„Er ist in der Küche und versucht wenigstens den Kaffee selber zu machen.“ lachte sie.
„Dann sollte ich mal nach ihm sehen, heute Mittag hat er fast das Haus in Brand gesetzt als er versucht hat für Jamie zu kochen.“ ich stand auf und ging in die Küche.
Mark stand an den Tresen gelehnt und redete auf die Kaffeemaschine ein. Ich schlich mich an ihn heran und flüsterte in sein Ohr.
„Damit machst es nicht besser!“
„Herrgott hast du mich erschreckt!“ Mark drehte sich abrupt um.
„Paß mal auf...“ ich griff an ihm vorbei und keine Sekunde später lief der Kaffee langsam in die Maschine „...so macht man das!“
Mark umarmte mich „Danke!“ er küßte mich auf die Wange.
„Gern geschehen!“ ich sah zu ihm hoch.
Er nahm mein Gesicht in seine Hände und sah mich lange an.
„Darf ich dich küssen?“ fragte er vorsichtig.
„Gerne...“ ich schloß die Augen und im nächsten Moment fühlte ich seine Lippen auf meinen. Ich dachte, ich schwebe einen Meter über dem Boden. Mark küßte mich immer stürmischer, als wir ein Räuspern von der Tür vernahmen.
„Ich störe euch ja nur ungern, aber wir fragen uns was mit dem Kaffee ist!“ Nicky lehnte sich an den Türrahmen und sah uns gespannt an.
„Sofort!“ ich löste mich von Mark und goß den Kaffee in die Thermoskanne. „Hier!“ ich drückte sie Nicky in die Hand.
„Tja, dann gehe ich mal wieder und versorge die anderen mit Kaffee.“ meinte Nicky perplex und ging wieder.
„Gut, wo waren wir stehen geblieben?“ Mark sah mich grinsend an.
Ich breitete meine Arme aus und zog ihn zu mir „Ich glaube genau hier!“ ich küßte ihn und lachte ihn an.
„Ich glaube auch!“ neckte er mich.
„Sammy? Daddy?“ Jamie stand in der Tür.
„Hey Großer!“ ich ließ Mark los und ging zu ihm.
„Geh weg Sam! Ich dachte du bist meine Freundin!“ schrie er und fing an zu weinen.
„Jamie ich bin deine Freundin!“ ich streckte die Hand nach ihm aus.
„Nein, du bist jetzt Daddy`s Freundin!“ er drehte sich um und lief durch das Eßzimmer in den Flur, die Treppe hoch und ich hörte die Tür oben knallen.
Ich versuchte ihn einzuholen, aber er war schneller.
„Verdammt!“ fluchte ich und ließ mich auf die unterste Stufe fallen.
Mark kam zu mir und wollte mich in den Arm nehmen.
„Komm schon er beruhigt sich wieder.“
„Nein Mark, faß mich nicht an, O.k. Das war ein Fehler, Jamie hat mir vertraut und ich habe ihn enttäuscht. Ich fahre morgen früh zurück nach Hause. Jamie ist nicht böse auf dich, sondern nur auf mich. Dein Sohn sollte dir wichtiger sein als ich.“ damit stand ich auf und ging nach oben.
„Sam, der Kleine beruhigt sich schon wieder.“ rief mir Gina nach, doch ich ignorierte es und schloß mich in meinem Bad ein.
Am nächsten Morgen stand ich früh auf und ging zu Jamie ins Zimmer, er war schon wach und sah mich nicht einmal an.
„Hey Großer!“ ich setzte mich auf sein Bett.
„Ich heiße James!“
„O.K. James! Ich wollte nur Bye sagen, ich fahre heute wieder zu Granny. Ich denke du wirst hier gut ohne mich klar kommen.“ ich nahm seine Hand und er sah mich an.
„Du willst weg?“ er hielt meine Hand fest.
„Ja. James ich denke du bist bei deinem Daddy gut aufgehoben!“ ich küßte ihn auf die Stirn.
„Ich heiße doch Jamie!“ meinte er nachdem ich aufgestanden war.
„Weiß ich! Bye!“ ich winkte ihm zu und holte meine Tasche.
Ich lud gerade meine Tasche ins Auto als Jamie aus dem Haus gelaufen kam.
„Sammy bleib hier!“ er lief auf mich zu.
„Jamie!“ ich fing ihn auf „Nein, ich fahre nach Hause!“
„Ich auch!“ er wollte ins Auto steigen.
„Nein, dein Zuhause ist hier bei deinem Daddy!“ ich nahm ihn an die Hand „Geh zu deinem Daddy!“
„Nein, ich will nicht!“ ich brachte ihn zu Tür.
„Mach es mir nicht so schwer!“ ich setzte ihn auf die Stufe vor der Tür. „Bleib hier!“ ich lief zurück zum Wagen und stieg ein.
„Sam!“ hörte ich Mark rufen, er hatte Jamie auf den Arm genommen und fuchtelte mit seinem freien Arm.
Ich ließ ihn stehen und fuhr einfach los.

„Sam, komm mal bitte her!“ Granny rief aufgeregt nach mir.
„Was ist denn?“ ich trocknete meine Hände an dem Handtuch ab und kam ins Wohnzimmer.
„Sieh mal, es sind Foto`s von Jamie und Mark in der Hello!“ sie reichte mir die Zeitung.
„Er ist ganz schön groß geworden!“ meinte ich lächelnd und strich vorsichtig über das Bild.
„Ruf ihn doch einfach mal an!“ Granny nahm meine Hand.
„Nein Granny, das Thema hatten wir schon hundert Mal und meine Antwort ist immer noch die Selbe!“ ich ließ sie los.
„Sam, es ist jetzt schon fast ein halbes Jahr her!“ sie schüttelte den Kopf „Jamie liebt dich, wie soll er jemals lernen zu vertrauen wenn er immer enttäuscht wird?“
„Ich habe ihn enttäuscht und ich kann es nicht wieder gut machen. So ist es nun mal!“ ich ging wieder in die Küche.
„Sammy, Sammy, Sammy! Er hat dich doch lieb!“ rief sie mir hinterher.
„Ich habe ihn auch lieb!...“ gab ich zu „Ich bin für heute fertig, wir sehen uns morgen!“ ich gab ihr einen Kuss.
„Ja, Sam versprich mir was!“ sie zog mich zu sich.
„Na?!“ ich sah sie gespannt an.
„Tu ihm nicht weh!“ sie nahm mein Gesicht in ihre Hände und mir war als würde ich in Marks oder in Jamies Gesicht schauen.
„Nein Granny!“ ich umarmte sie fest und gab ihr noch einen Kuss.
Ich fuhr mit einem unguten Gefühl nach Hause und wählte Marks Nummer.
„Feehily!“ meldete er sich fröhlich.
„Hallo Mark! Ich wünsch dir ein frohes neues Jahr! Kann ich mal bitte mit Jamie sprechen?“ sagte ich mich zitternder Stimme.
„Sam?“ fragte er erstaunt.
„Ja.“
„Warte ich gebe ihn dir.“ ich hörte wie Mark nach ihm rief.
„Ja?“ fragte Jamie leise.
„Hey, mein Großer, hier ist Sam!“ ich versuchte fröhlich zu klingen.
„Sammy?“ fragte er mit weinerlicher Stimme.
„Ja, mein Schatz! Ich wollte dir sagen, das es nicht deine Schuld ist, das ich nicht mehr bei euch bin. Es ist ganz allein meine Schuld.“
„Aber wenn ich dich nicht angeschrien hätte, dann wärst du jetzt noch hier und Daddy und ich wären manchmal nicht so traurig.“ weinte er.
„Jamie, hör mir zu mein Schatz! Es ist wirklich nicht deine Schuld, es war falsch von mir einfach weg zu laufen!“ nun fing ich auch an zu weinen.
„Komm wieder!“ meinte Jamie nun.
„Ja, mein Schatz! Ich komme wieder, wenn ihr mich noch wollt?“ lachte ich unsicher.
„Ja, wir wollen dich und Granny!“ beruhigte sich Jamie.
„Wir kommen zu euch, versprochen!“ meinte ich lächelnd „gib mir mal deinen Daddy!“
„Daddy, Sammy will dich sprechen!“ ich hörte wie er Mark den Hörer gab.
„Ja?!“ fragte Mark verunsichert.
„Ich liebe Dich Mark Feehily!“ sagte ich laut und deutlich.
„Und ich liebe Dich Sam McKenzie!“ lachte er erleichtert.
„Ich komme morgen früh mit Granny.“ lachte ich und legte auf.
Ich ging völlig aufgedreht ins Bett und fuhr früh am nächsten Morgen zu Granny um sie abzuholen.
„Granny!“ fröhlich betrat ich das Haus.
Ich sah sie im Wohnzimmer sitzen und lief zu ihr „Granny, ich habe gestern mit Mark und Jamie telefoniert, du hattest Recht, ich habe ihnen weh getan...“ ich faßte sie an ihren Schultern und ihr Kopf fiel nach hinten. „Nein!“ entfuhr es mir und ich versuchte ich Puls zu ertasten.
Ich rief in meiner Dienststelle an und sie schickten gleich einen Arzt vorbei, der aber auch nur noch einmal mit 100%iger Sicherheit ihren Tod feststellte. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte rief ich Granny´s Kinder an. Schließlich wählte ich auch die Nummer von Marie und Oliver.
„Feehily!“ meldete sich Marie.
Ich erklärte ihr alles kurz und sie versprach gleich zu kommen.
„Marie, hör zu ich fahre jetzt zu Mark und Jamie. Ich möchte es ihnen selber sagen.“ meinte ich zu ihr.
„Gut Sam, fahre aber bitte vorsichtig, ja?!“ sagte sie besorgt.
„Mach ich und danke Marie!“ ich legte auf und steig in meinen Wagen. Nach zwei Stunden erreichte das Haus von Mark und stieg aus.
Ich war noch gar nicht ganz an der Haustür als mir Jamie entgegen gelaufen kam. Ich hockte mich hin und er drückte mich. Mir stiegen sofort Tränen in die Augen und ich sah Mark, der hinzu gekommen war hilfesuchend an.
„Jamie, gehst du bitte mal kurz in dein Zimmer? Und holst Sam dein neues Buch über die Feuerwehr?“ er deutete auf die Treppe.
„Warum?“ Jamie ließ mich los und ich drehte mich weg.
„Bitte mein Kleiner!“ meinte Mark etwas strenger.
„O.K. Dad!“ er sah von mir zu Mark und stapfte nach oben.
„Was ist los?“ Mark nahm mich in den Arm.
„Granny ist gestorben!“ meinte ich und hielt mich an ihm fest.
„Oh, mein Gott!“ Mark fing ebenfalls an zu weinen, als Jamie wieder runter kam.
„Was ist los? Daddy? Sammy?“ er sah uns ängstlich an.
„Komm mal her mein Schatz!“ ich setzte mich auf die Treppe und er krabbelte auf meinen Schoß. „Paß mal auf, wenn Menschen ganz, ganz alt sind und ein ganz schönes Leben gehabt haben, dann ist es irgendwann an der Zeit für sie zum lieben Gott zu gehen und Engel zu werden. Verstehst du?“ ich nahm sein Gesicht in meine Hände und er nickte „Granny ist heute Nacht ein Engel geworden.“ sagte ich und sah ihn traurig an.
„Granny ist jetzt ein Engel?“ fragte er nach.
„Ja.“ Tränen liefen weiter über mein Gesicht.
„Wenn sie jetzt ein Engel ist, dann muß sie keine Tabletten mehr nehmen und ihr tut nichts mehr weh, richtig?“ er sah mich ernst an.
„Ja.“ ich sah fragend zu ihm hoch.
„Dann ist doch alles gut, dann ist Granny jetzt glücklich!“ er lächelte und wischte meine Tränen weg. „ihr braucht nicht weinen, dann ist jetzt alles gut. Wir sind zusammen und Granny geht es gut!“
„Du hast recht, mein Kleiner!“ Mark nahm ihn hoch und wischte seine Tränen weg.
„Und Granny würde es nicht mögen wenn wir weinen, richtig?“ meinte Mark an mich gewandt.
„Richtig!“ ich stand auf und Mark küßte mich.
„Bleibst du jetzt hier?“ Jamie sah mich an.
„Ja, für immer!“ lächelte ich und nahm ihn in den Arm.