„Cathy-Schatz, bist du es?“
„Nein, ich bin es!“ ich steckte meinen Kopf zur Tür herein und Ann lachte mich an.
„Oh Ash, seitdem ihr Beide in der Wohnung wohnt muß ich immer erst zwei mal schauen wer die Treppe hoch läuft.“ sie schüttelte den Kopf.
„Hallo Ashley!“ eine Stammkundin von Ann winkte mir zu und verschwand gleich wieder unter ihrer Trockenhaube.
„Soll ich Cath was ausrichten?“ ich lehnte mich an den Türrahmen.
„Nein, ich wollte euch bitten heute Nachmittag noch einkaufen zu fahren. Kriegt ihr das hin?“ sie sah mich bittend an.
„Klar, ich sag Cath Bescheid, ich denke wir fahren so in einer halben Stunde los. Ich möchte noch schnell unter die Dusche.“ ich verzog das Gesicht.
„Wie war es denn heute?“
„Ganz O.K., wir haben zwar wenig Patienten zur Zeit, aber die die wir haben sind dafür um so anstrengender.“ ich verdrehte die Augen.
Ann lachte und konzentrierte sich dann wieder auf ihren Kunden. „Kommt nachher kurz rein, ich gebe euch dann den Einkaufszettel.“
„Alles klar!“ ich lief die Treppe zur Wohnung hoch und schloß die Tür auf.
„CATH!“
„Ich bin hier!“ kam es aus dem Wohnzimmer.
Ich zog meine Schuhe aus und ließ sie fallen wo ich stand, dann ging ich zu Cath ins Wohnzimmer.
„Deine Mum hat gefragt ob wir heute noch einkaufen fahren, sie hat noch so viele Kunden. Da unser Kühlschrank mich morgens angähnt habe ich zugesagt.“ ich ließ mich auf den Sessel, gegenüber der Couch fallen.
„O.K.“ kam von ihr, doch sie schaute nicht einmal von ihrer Zeitung auf.
Ich zündete mir eine Zigarette an und beobachtete sie. „Muß ja wahnsinnig interessant sein...“ sagte ich wie nebenbei zur ihr.
„Hä?“ sie sah mich jetzt an.
„Ich sagte muß ja wahnsinnig interessant sein wenn du mir nicht einmal hallo sagen kannst.“ wiederholte ich beleidigt.
„Sorry, die ist heute neu raus gekommen, es ist ein Artikel über...“
„Laß mich raten...“ ich tat als ob ich angestrengt nachdenken würde „....irgend welche ganz tollen neuen Pferderassen drin.“
„Ashley!...“ sie sah mich an und fing dann an zu lachen „...Fast, es ist ein Bericht über Turnierpferde aus der Gegend drin. Weißt du ungefähr....“
Ich hob die Hände „O.K., O.K. dann lies in Ruhe weiter. Ich geh schnell duschen und auf dem Weg zum Supermarkt kannst du mir dann alles erzählen.“ damit drückte ich meine Zigarette aus und ging ins Bad.
20 Minuten später stand ich frisch geduscht und in frischen Sachen wieder im Wohnzimmer.
„Kann los gehen!“ ich grinste Cath an die mich völlig verständnislos ansah „Cath, wir wollen einkaufen, weiß du da holt man sich einen Einkaufswagen und fährt durch ganz viele Regalreihen und kauft alles das was man zum überleben braucht.“
Sie schmiß ein Kissen nach mir und legte ihre Zeitung beiseite. „O.K. dann los!“
Ich nahm meinen Autoschlüssel von der Kommode und lief die Treppen herunter. Cath lief gleich zu meinem Auto.
„Cath, Rückwärtsgang! Wir sollen für deine Mum mit einkaufen und brauchen noch den Einkaufszettel, oder willst du Schuld sein wenn dein Dad und Aaron verhungern?“ ich betrat den Friseursalon von Ann.
Ziemlich betreten folgte mir Cath.
„Hast du mir vorhin überhaupt zugehört?“ fragte ich kopfschüttelnd.
„Nein, nicht wirklich.“ gab sie leise zu.
„Ann, wir fahren jetzt, wo ist denn der Zettel?“ rief ich Ann zu.
„Neben der Kasse, nehmt euch Geld mit!“ sie winkte uns kurz zu und wir machten uns auf den Weg.
Auf der Autofahrt erzählte Cath ununterbrochen von den tollen Gestüten in der Umgebung. Cath war was Pferde angeht total vernarrt und sie war eine begeisterte Reiterin. Ich dagegen konnte nie besonders gut reiten und betrachtete die ganze Sache lieber von festem Boden aus.
„Kommst du später mit zu den Stallungen?“ fragte sie am Ende ihres Monologs.
„Mal sehen.“ gab ich zurück und parkte vor dem Supermarkt.
Nach einem Großeinkauf der fast zwei Stunden dauerte, waren wir endlich wieder auf dem Rückweg.
Wir luden den Großteil der Sachen bei Cath`s Eltern in der Küche ab, wo sich Aaron, Cath`s kleiner Bruder sofort auf die Süßigkeiten stürzte.
„Aaron, iß nicht so viel Süßes vor dem Abendessen, Mum flippt aus!“ Cath nahm ihm die Kekse wieder ab, die er sich aus einer der Tüten gefischt hatte,
„Cathlyn, laß mich!“ Aaron eroberte sich Schachtel zurück und hielt sie hoch, so das Cath nicht mehr ran kam.
Aaron war zwar zwei Jahre jünger wie Cath und ich, aber er war fast zwei Köpfe größer.
Cath gab auf und wir verstauten die restlichen Sachen im Kühlschrank und in den Schränken.
„Hey Girls! Hey Champ!“ Cath`s Dad, James, kam in die Küche und staunte nicht schlecht als er uns alle vorfand „Mal sieht man euch wochenlang fast gar nicht und dann seid ihr alle auf einmal hier!“ er lachte und setzte sich.
„Wir waren für Mum einkaufen und Aaron futtert sich mal wieder durch!“ Cath nahm ihren Dad in den Arm.
„Nicht nur ich futter mich hier durch, ihr seid zum Lunch auch ständig hier!“ Aaron streckte Cath die Zunge raus.
„Ihr nehmt euch beide nichts, oder Ashley?“ er sah mich grinsend an.
„J, egal was ich jetzt sage, es wird gegen mich verwendet.“ lachte ich und räumte die letzten Sachen weg.
„O.K., wir wissen schon warum ihr alle in der Nähe wohnt, sonst wärt ihr nämlich schon längst verhungert!“ J lachte und Aaron, Cath und ich stimmten mit ein.
„Ist es so offensichtlich?“ Aaron nahm die Kekse und verschwand durch die Hintertür.
James und Ann hatten ein großes altes Bauernhaus, die Hälfte der unteren Etage war der Friseursalon von Ann, die andere Hälfte und die erste Etage bewohnten James und Ann, das Dachgeschoß war zu einer großen Wohnung umgebaut worden, die Cath und mir gehörte und in der früheren Scheune hatte Aaron seine Wohnung. Neben den beiden Gebäuden gehörte noch eine große Stallung, zwei Koppeln und ein kleineres Haus zum Harpe Gestüt. Im kleineren Haus wohnten Patricia und Kenneth, die sich mit James und Ann um die rund 40 Pferde kümmerten.
James lachte und sah Aaron belustigt hinterher.
„Ash, wir sollten unser Zeug auch hoch bringen sonst müssen wir heute Abend 10 Tiefkühlpizzen essen.“ sie deutete auf unsere Einkäufe.
„O.K.! Bye J!“ ich winkte ihm kurz zu und Cath tat es mir gleich.
„Bye Girls!“
Wir verstauten alles in unserer Küche und ich ließ mich wieder auf meinen Sessel fallen und zappte durch die Programme.
„Los komm Ash, ich will noch zu Bratax!“ Cath stand in der Tür und sah mich bittend an.
„O.K., aber dafür machst du nachher Abendbrot!“ ich schaltete den Fernseher aus und erhob mich langsam.
„Alles klar!“
Wir gingen über die Koppel hinüber zu den Stallungen und Cath beschäftigte sich mit Bratax, ich besuchte Cone, ein in die Jahre gekommene Stute. Sie war das einzige Pferd auf den ich halbwegs sicher saß.
Wir brachten beide nach draußen und begannen sie zu putzen.
„Ash, hast du am Wochenende Dienst?“
„Nein, ich habe ab morgen 3 mal Nachtschicht und dann Sonntag, Montag und Dienstag frei. Warum?“ ich kratze gerade Cone`s Hufe aus und war gespannt was nun folgen würde.
„Ich habe dir doch von dem Artikel in der Zeitung erzählt...“
„Ja, ausführlich!“ ich verdrehte die Augen.
„In der Nähe von Sligo ist ein großes Gestüt, dort werden ausgezeichnete Kaltblüter gezüchtet und Dad sucht noch einen Hengst zum decken. Ich dachte wir können zusammen hinfahren.“ sie sah mich freudestrahlend an.
„Warum nicht.“ gab ich zurück.
„Prima du bist ein Schatz, dann sag ich Dad Bescheid!“ sie kam zu mir und nahm mich in den Arm.
„Ich hab was gut bei dir, ich fahre an meinem Arbeitsfreien Tag freiwillig nach Sligo.“ ich zwinkerte ihr zu „Ich weiß auch schon wie du das wieder gut machen kannst, ich muß in zwei Wochen nach Hamburg zu meinen Eltern, meine Grandma wird 80 und die ganze Familie tanzt an. Komm mit und hilf mir es zu überleben.“
„Wenn nur die Familie kommt?“ sie sah mich zweifelnd an.
„Hey komm schon du gehörst genauso zu meiner Familie wie ich zu deiner!“ ich boxte sie sanft.
„Stimmt, also gut!“ sie schlug ein und wir grinsten uns an.
Der letzte Besuch bei meiner Familie war uns noch gut in Erinnerung, meine Grandma hatte die ganze Zeit über gedacht Cath sei ich und hat sich immer gewundert warum ich mich andauernd umziehe. Sie sieht schon sehr schlecht und Cath und ich sind uns sehr ähnlich. Wir haben beide lange braune Haare, meine sind nur gelockt und Cath`s sind glatt, wir sind beide ungefähr gleich groß und beide schlank. Erst gegen Ende des Abends ist meiner Grandma ein Licht aufgegangen und wir haben uns köstlich amüsiert.

Cath und ich hatten uns in meinem ersten Irland Urlaub vor 5 Jahren kennen gelernt und haben unsere Freundschaft über die Distanz immer aufrecht erhalten, bis sie mir vor 2 Jahren geholfen hat, einen Job hier zu finden und Deutschland endgültig den Rücken zu kehren. Seitdem wohne ich mit ihr zusammen und ich bin zu einem festen Bestandteil der Familie Walsh geworden. James und Ann haben mich von Anfang an wie eine Tochter aufgenommen und mit Aaron hatte ich auch von ersten Tag an einen guten Draht. Mein Job im Sligo General machte mir Spaß und ich wurde auch dort mit offenen Armen empfangen. Ich vermißte meine Familie manchmal sehr, aber sooft es nur geht fliege ich nach Hause, manchmal auch nur für ein Wochenende, Hauptsache ich konnte sie sehen. Cath kam wann immer sie Zeit hatte mit nach Hamburg und meine Eltern hatten sie schnell ins Herz geschlossen.

Cath und ich putzen die beiden Pferde zu Ende und Cath lief dann gleich zu ihrem Dad um ihm die tolle Neuigkeit zu berichten.
Am nächsten Morgen konnte ich ausschlafen, ich hörte wie Cath die Wohnung morgens verließ aber ich drehte mich um und schlief noch ein paar Stunden, denn schließlich hatte ich drei Nachtschichten vor mir.
Die Nächte vergingen relativ schnell und dann war auch schon Sonntag. Nach einem ausführlichen Brunch mit J und Ann machten wir uns auf den Weg Richtung Sligo. Cath hatte die Karte dabei und hatte unseren Besuch vorher angemeldet. Nachdem wir uns nur zwei Mal verfahren hatten kamen wir endlich bei besagtem Gestüt an. Ich parkte auf dem ausgeschilderten Parkplatz und wir liefen das letzte Stück zum Haus. Nach mehrmaligem Läuten öffnete uns eine Frau die Tür.
„Wie kann ich ihnen helfen?“ sie musterte uns beide von oben bis unten.
„Mein Name ist Cathlyn Walsh, ich habe gestern angerufen. Das ist meine Freundin Ashley Ohlsen. Wir wollten uns ihre Zuchthengste ansehen.“ Cath schüttelte der Frau die Hand.
„Ja, Miss Walsh, schön das sie da sind. Ich bin Mae Filan. Miss Ohlsen...“ sie gab mir nun ebenfalls die Hand „...Kommen sie herein. Entschuldigen sie bitte, aber ich dachte sie wären etwas älter.“
Sie führte uns in ein großes Zimmer mit einem Kamin, an den Wänden hingen unzählige Auszeichnungen der Pferde.
„Warten sie bitte einen kleinen Moment, ich hole mein Mann und meinen Sohn Liam, die Beiden können ihnen etwas mehr sagen.“ damit verschwand sie und ließ uns in dem Raum allein, Cath fing sofort an die Auszeichnungen zu studieren.
„Ash, schau mal..“ sie deutete auf verschiedene Auszeichnungen. Bei jeder Neuentdeckung leuchteten ihre Augen mehr. Nach ein paar Minuten kamen zwei Männer herein.
„Entschuldigen sie, das sie warten mußten. Ich bin Peter und das ist mein Sohn Liam. Und sie sind Miss Walsh vom Harpe Gestüt?“ er sah uns beide abwechselnd an.
Cath trat einen Schritt nach vorn und reichte ihm die Hand. „Ich bin Catlhyn Walsh. Ja, meinen Eltern gehört das Harpe Gestüt und wir suchen nach Deckhengsten für unsere Jungstuten. Und das ist meine Freundin Ashley Ohlsen.“ sie deutete auf mich.
„Freut mich sehr Miss Ohlsen!“ Liam gab mir die Hand.
„Nennen sie mich ruhig Ashley.“ ich lächelte ihn an.
„Gerne, dann nehme ich an das wir zu dir ruhig Cathlyn sagen dürfen.“ Peter zwinkerte uns zu.
„Gern.“
„Gut, dann nehmt Platz...“ er deutet auf die Couch und sie setzten sich uns gegenüber auf die Sessel. „...Was genau soll den Hengst denn auszeichnen?“
„Er sollte gut reitbar, robust und geduldig sein. Wir arbeiten viel mit Kindern und Touristen, da sollten die Pferde etwas unempfindlicher sein.“ Cath lächelte unsicher.
„Unsere Pferde sind alle an den Umgang mit verschieden Altersgruppen gewöhnt und haben einen breiten Rücken. An welche Schulterhöhe haben sie gedacht?“
„So um die 1,50 bis 1,70m.“
„Gut, ich denke da werden sie bei uns das Richtige finden. Am besten wir gehen zu den Stallungen und schauen uns mal um. Ich hoffe ihr seid nicht böse, wenn Liam euch alleine begleitet. Ich habe leider noch einen Termin.“ Peter brachte uns zu Tür und winkte uns dann zum Abschied.
„Nein, kein Problem.“ Cath wurde immer nervöser und lächelte in mich hinein, wenn es um Pferde ging dann war sie unverbesserlich.
„Gut, dann folgt mir bitte.“ Liam ging voraus und wir folgten ihm artig.
Bei den Stallungen angekommen war Cath fast nicht mehr zu halten und sie und Liam hatten die gleiche Wellenlänge und redeten ohne Punkt und Komma.
Nach einer Weile kam eine Gruppe auf uns zu und blieb vor dem Stall in dem Liam mit Cath war stehen und sahen mich skeptisch an.
„Liam?“ einer der Männer versuchte auf sich Aufmerksam zu machen.
„Hey! Was führt dich denn hierher?“ Liam nahm ihn in den Arm.
„Kian, Mark, Colm und ich wollten etwas ausreiten.“ er deutete auf den Rest der Gruppe, der von Liam ebenso freundlich empfangen wurde.
„Du weißt ja wo alles ist, ich zeige Cath noch unsere anderen Hengste, dann komme ich nach.“ er deute auf Cath die sich gerade mit dem Pferd in der Box vertraut machte.
Der Mann warf ihm einen fragenden Blick zu.
„Oh, man wo sind denn nur meine Manieren. Darf ich vorstellen, das ist Cathlyn Walsh vom Harp Gestüt bei Ballina und das ist ihre Freundin Ashley Ohlsen.“
Ich winkte ihm kurz zu.
„Ash, Cath das sind Shane, Kian, Mark und Colm.“ er deutete auf jeden Einzelnen und ich nickte ihnen kurz zu.
„Was haltet ihr davon, wenn die Mädels uns begleiten?“ Liam sah Shane gespannt an.
„Warum nicht?“ Shane sah die anderen an und die nickten zur Zustimmung.
„Gut, dann mal los! Sag´ mal Markie sind eure Pferde nicht mehr gut genug, oder willst du mal wieder auf einem richtigen Pferd sitzen?“ Liam boxte Mark gegen die Schulter.
„Sehr witzig...“ Mark verzog das Gesicht.
„Ich will endlich reiten! Ki!“ Colm, ich schätze so um die 10 Jahre, zog Kian an seiner Jacke.
„Geht gleich los Großer, erst mal ziehen wir uns um.“
Wir waren bei der Reithalle angekommen und die Jungs verschwanden darin. Cath und ich gingen zum Auto um die Reitsachen zu holen.
„Ist das nicht super?“ sie drückte mir meine Reithose, Stiefel und meinen Helm in die Hand.
„Ganz toll.“ erwiderte ich wenig begeistert.
„Komm schon Ash!“ sie sah mich bittend an.
„O.K., O.K.! Ich tue so als macht mir das Spaß, aber ich steige auf keines von diesen Riesenfiechern, dagegen ist Cone ja ein Pony!“ ich zeigte ihr zur Verdeutlichung einen Vogel.
„Ashley!“
Wir gingen zurück zur Reithalle und zogen uns um, als wir fertig umgezogen nach draußen kamen waren die Jungs gerade dabei Pferde zu satteln und eines war größer wie das andere.
„Hey, das seid ihr ja! Cath ich habe die Carlton Black fertig gemacht, der hat dich vorhin in den Stallungen am meisten interessiert.“ Liam zwinkerte ihr zu.
„Super, dann kann ich gleich mal testen wie er sich anfühlt!“ grinsend ging sie zu ihm und ließ sich von Liam rauf helfen.
„Ashley?“
„Ja?!“ ich war gerade in Gedanken und er grinste mich an.
„Für dich habe ich Snow fertig gemacht, sie ist eine Stute und etwas ruhiger.“ er deutete auf eine wunderschöne aber riesengroße Stute neben sich.
Ich schluckte schwer und trat dann auf ihn zu.
„Danke.“
Auch mir half er beim aufsitzen und ich wäre am liebsten sofort wieder abgestiegen.
„Alles klar?“ fragte mich nun Kian.
„Sicher!“ antwortete ich nervös.
„Sieht nicht so aus als könntest du gut mit Pferden umgehen...“ er lachte.
„Kian!“ mischte sich nun Shane ein.
„Was denn? Stimmt doch!“ Kian deutet auf mich. Ich fühlte mich wirklich nicht wohl, aber ich straffte meine Schultern und nahm Haltung an.
Inzwischen saßen alle auf ihren Pferden und es ging los. Nach ein paar Minuten im Trab gewöhnte ich mich langsam an Snow und wurde etwas entspannter. Wir ritten zum Strand und die anderen preschten los, Snow dachte wohl das ich das auch wollte und galoppierte ebenfalls los. Ich schaffte es mich ein paar Minuten fest zu halten, doch dann fiel ich ziemlich unsanft auf den Boden. Ich lag mit dem Gesicht in den Sand und wäre am liebsten im Erdboden versunken.
„Ash? Alles klar?“ Cath kam zurück.
„Ja, aber ich hoffe du hast nichts dagegen wenn ich mit Snow hier warte. Sammelt mich bitte auf dem Rückweg wieder ein!“ ich verzog mein Gesicht bei dem Versuch aufzustehen und rappelte mich dann schließlich ganz auf.
„Hab ich doch gesagt, das sie nicht damit um kann!“ die anderen waren ebenfalls zurück gekommen und Kian amüsierte sich köstlich auf meine Kosten.
„Kian! Ashley alles in Ordnung?“ Mark sah mich mitleidig an.
„Danke, geht schon. Reitet ruhig weiter, ich warte hier!“ ich setzte mich auf einen Baustamm und Snow gesellte sich zu mir.
„Wirklich?“ Mark sah mich erstaunt an.
„Ja klar, ist ja schön hier!“ ich lächelte und sah aufs Meer.
„Bist du dir wirklich sicher?“ harkte Mark erneut nach.
„Du hast sie doch gehört. Nun komm!“ Kian ritt voran.
„Bis gleich!“ Liam winkte mir noch kurz zu und dann saß ich da alleine.
„Tja Snow, nun sind nur noch wir beide übrig! Und wie hast du es so?“ ich sah die Stute an und sie schnaubte. „Ja, das sehe ich genauso, ich hätte mich niemals dazu verleiten lassen dürfen...“ ich krauelte sie und sie leckte meine Hand.
Nach gut 20 Minuten und einigen Gesprächen mit meiner neuen Freundin Snow tauchte am Strandende endlich ein Reiter auf. Allerdings nur einer, was mir etwas komisch vorkam. Als er näher kam erkannte ich Shane.
„Ashley!“ er sprang regelrecht vom Pferd.
„Was ist denn los?“ ich sah ihn an, er war völlig außer Atem.
„Colm...er ist von Pferd gefallen und hat sich glaube ich den Arm gebrochen. Cath sagt du bist Krankenschwester, kannst du mitkommen? Ein Krankenwagen ist schon unterwegs. Bitte!“ er sah mich bittend an.
„O.K.! Wo?“
„Ein paar Minuten von hier! Du kannst bei mir mit reiten!“ er half mir auf sein Pferd und stieg dann ebenfalls auf.
Nach ein paar Minuten erreichten wir die anderen und Shane half mir wieder herunter. Shane hatte ganz schön Gas gegeben und ich hatte zu tun nicht wieder runter zu fallen, ich hatte mich die ganze Zeit an ihn fest gekrallt.
„Ash! Komm bitte!“ Cath kniete neben Colm auf dem Boden.
„Bin da!“ ich kniete mich neben sie und nahm vorsichtig Colm´s Arm unter die Lupe. Er war total verdreht und ein Knochen zeichnete sich unter seinem Pullover ab.
„Ich brauche was zu abdecken, ein Tuch oder eine was ähnliches.“ ich sah die anderen an.
„Geht eine Jacke?“ Liam hielt mir seine entgegen.
„Wird erst einmal gehen. Pass auf Colm, ich hebe jetzt deinen Arm ganz vorsichtig an, das tut etwas weh, aber danach wird es besser!“ ich hob vorsichtig seinen Arm und legte ihn auf die Jacke, dann wickelte ich sie herum, so das die Wunde erst einmal etwas abgedeckt war.
„Wie ist denn das passiert, hmm?“ ich sah Colm an und nahm seine unverletzte Hand in meine.
„Ich weiß nicht...“ er schluchzte „...Ich bin ganz normal geritten, plötzlich hat Cory gescheut und ich konnte mich nicht mehr halten.“
„Reitest du schon lange?“ wollte ich nun von ihm wissen.
„Schon seit ich laufen kann, Shane nimmt mich und Kian oft mit her, manchmal sind wir aber auch bei Marks Pferden.“ er lächelte leicht.
„Bist du denn schon mal runter gefallen?“ ich grinste ihn an.
„Ja, schon ein paar Mal aber ich hatte immer nur blaue Flecken.“ nun schluchzte er wieder.
„Weiß du was? Wenn du aus dem Krankenhaus kommst, dann hast du einen ganz tollen Gips, du darfst dir sogar eine Farbe aussuchen. Wir haben blau, grün und rosa. Aber ich denke rosa kommt für so einen großen Jungen wie dich nicht in Frage, oder?“ ich zwinkerte ihm zu.
„Nein, ich will grün!“ er drückte meine Hand „Bist du denn auch da?“
„Bestimmt!“ ich streichelte über seinen Handrücken.
Dann hörten wir auch schon die Sirene des Krankenwagens und Liam ritt ihnen entgegen. Kurz darauf kam er bei uns zum Stehen und Alex und Steven, zwei Kollegen vom Krankenhaus steigen aus.
„Ash!“ Alex kam zu mir und drückte mir einen Kuß auf die Wange.
„Alex! Paß auf, das ist Colm ein Freund von mir...“ ich lächelte Colm zu „...Er ist vom Pferd gefallen und hat sich eine Radiusfraktur und eine offene Ulna-Fraktur zugezogen. Steven ruf in der Chirurgie an, wir müssen richten!“ ich sah zu Steven und er setzte sich an Funkgerät. Alex und ich lagerten Colm auf die Trage um und legten eine Schiene an. Alex verabreichte ihm ein Schmerzmittel und dann schoben wir ihn in den Wagen.
„Ash, kannst du mitkommen? Sie haben keine OP Schwester in der Chirurgie.“ Steven sah mich an und ich sah kurz zu Cath und drückte ihr meinen Helm in die Hand.
„Hol` mich in zwei Stunden ab, ja?!“
„Klar!“ sie nahm meinen Helm und ich stieg hinten zu Colm und Alex in den Wagen. Kian stieg nach einem kurzen Gespräch mit Steven vorn mit ein.
Nach gut 20 Minuten erreichten wir das Krankenhaus und Colm wurde nach einer kurzen Untersuchung für den OP fertig gemacht. Ich schlüpfte in meine blaue OP Kleidung, legte meinen Mundschutz und meine Haube an und assistierte dann bei dem Eingriff. Der Eingriff dauerte etwas länger wie erwartet und nach fast drei Stunden schoben wir Colm aus dem OP. Die anderen waren mittlerweile alle da und auch Kian und Colm´s Eltern waren da und bestürmten mich und Dr. Andrews sofort mit Fragen.
„Wie geht es ihm?“
„Es geht ihm gut, wir haben den Arm mit einer Stahlplatte gerichtet. Morgen kann die Drainage raus, dann bekommt er einen Gips und dann können sie ihn übermorgen mit nach Hause nehmen.“ Dr. Andrews gab Colm´s Mutter die Hand und nickte ihr aufmunternd zu „Tut mir leid, aber ich muß zu meinem nächsten Patienten. Schwester Ashley bringt sie gleich zu ihrem Sohn und erklärt ihn alles weitere.“
Ich nahm meine Haube und meinen Mundschutz an und schmiß sie in den Müll. Dann lächelte ich Colm`s Eltern aufmunternd zu.
„Kommen sie, ich bringe sie zu ihm, in eine paar Minuten wird er aufwachen und er wird bestimmt froh sein, wenn er sie sieht. Kian, du kannst auch mit, wenn du willst!“ ich sah zu Kian.
„Ich lasse erst einmal Mum und Dad zu ihm, ich gehe später.“
„O.K.“
Ich brachte seine Eltern zu Colm.
„So, da sind wir...Er wird gleich aufwachen aber er wird noch eine gute Stunde mit der Narkose zu kämpfen haben.“
„Danke Schwester Ashley!“ Colm`s Dad reichte mir die Hand.
„Kein Problem, nennen sie mich ruhig Ash!“ ich lächelte ihn an.
„Ich bin Kevin und das ist meine Frau Patricia!“
„Freut mich sehr, ich laß sie dann mal alleine, in gut einer Stunde wird Colm dann auf die Kinderstation verlegt.“
„Wie lange muß er denn den Gips tragen?“ Patricia sah mich an.
„Ich denke so ungefähr 4 bis 6 Wochen. Bei Kindern geht das immer etwas schneller, er wird danach alles so machen können wie bisher. Machen sie ich keine Sorgen!“ ich streichelte ihre Schulter und sie lächelte mich dankbar an.
„Vielen Dank noch mal Ash!“
Ich lächelte und trat wieder in den Flur.
„Ich will mich umziehen, hast du meine Sachen mit?“ ich ging zu Cath.
„Ja klar, hier.“ sie reichte mir meine Jeans, einen Pulli und meine Turnschuhe.
„Danke!“ ich nahm ihr die Sachen ab und zog mich um.
„So, nun laß uns nach Hause, ich bin total fertig!“ ich ging auf Cath zu.
„Das war toll von dir!“ Shane klopfte mir Anerkennend auf die Schulter.
„Kein Problem, Colm geht es bald wieder gut, das ist die Hauptsache!“ ich lächelte ihn an.
„Nicht jeder hätte das gemacht!“ Liam kam zu mir.
„Es war wirklich keine große Sache, ich möchte jetzt nur noch nach Hause. Ich habe Colm versprochen seinen Gips zu machen, also komme ich morgen wieder her. Ich möchte ein Bad nehmen und etwas von meinen freien Tagen genießen.“ ich grinste ihn schief an.
„Ich fahre euch rum.“ Liam legte seinen Arm um Cath`s Taille und ich sah ihn verständnislos an.
„Bye Ashley!“ Mark stand auf und sah mich an.
„Bye Mark, vielleicht sieht man sich ja irgendwann wieder!“ ich schenkte ihm ein breites lächeln und er erwiderte es.
Draußen angekommen suchte ich Cath`s Wagen.
„Wo ist denn dein Auto?“ ich sah sie fragend an.
„Ich bin mit Liam gefahren, ich war so aufgewühlt das Liam meinte es wäre besser mit ihm zu fahren!“ sie lächelte mich entschuldigend an.
„O.K. Soll mir gleich sein, ich will nur noch ein warmes Bad nehmen...“
Wir gingen zu Liam`s Wagen und er fuhr uns nach Hause. Während ich gleich hoch ging unterhielten sich Liam und Cath noch bestimmt eine Stunde in seinem Wagen.
Erst als ich wieder aus der Wanne kam, stapfte Cath die Treppe hoch.
„Ihr hättet euch ruhig im Wohnzimmer unterhalten können.“ ich grinste sie an und sie ließ sich selig lächelnd auf die Couch fallen.
„Oh Ash, er ist so süß!“ Cath nahm ein Kissen und drückte es fest an sich.
„Ist da etwa jemand verliebt?“ ich sah sie belustigt an.
„Ja! Ja! Ja!“ sie strahlte mich an.
„Und wie sieht er das Ganze so?“
„Wir gehen morgen aus.“ sie stand auf und drehte sich im Kreis.
„Ich freu mich für dich!“ ich stand auf und nahm sie in den Arm.
„Ich bin glücklich!“ sie juchzte und wirbelte mich im Kreis herum.

Liam und Cath sahen sich fast täglich, wenn Cath im Büro Schluß hatte. Bei mir im Krankenhaus herrschte absoluter Personalmangel und ich sah Cath sehr selten. Aber wenn ich sie sah dann erzählte sie ausschließlich von Liam und egal wie lieb ich sie auch habe, es ging mir ganz schön auf den Keks. Wir flogen zum Geburtstag meiner Grandma nach Hamburg und hatten ein paar richtig schöne Tage und genoß die Zeit mit meinen Eltern, meiner Schwester, meinem Bruder, meiner Schwägerin, meinem Schwager und meinen Nichten und Neffen.
Ich kam gerade von einer 24 Stunden Schicht in der Notaufnahme nach Hause. Es war später Nachmittag, ich drehte den Schlüssel im Schloß herum.
„CATH?“
Stille.
„CATH?“ versuchte ich es erneut.
Wieder Stille. Ich hatte also die ganze Wohnung für mich. Ich ging unter die Dusche, zog mir meine Lieblingsjeans, meinen Kuschelpulli und meine Turnschuhe an und ging zu Ann in den Salon.
„Oh Hallo Ash, ich habe dich gar nicht kommen sehen.“ Ann kam zu mir und nahm mich in den Arm.
„Du warst gerade beschäftigt, da habe ich beschlossen erst einmal eine heiße Dusche zu nehmen.“ ich lächelte sie an.
„Du siehst gar nicht gut aus. Du arbeitest einfach viel zu viel!“ sie strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Es ist in Ordnung und wie ist es bei dir?“ ich setzte mich auf einen ihrer Frisierstühle und sah sie an. Ich hatte lange nicht mehr mit ihr geredet, meistens hatte es nur für ein kurzes Hallo gereicht.
„Bestens. Dani hat gleich einen Termin und bringt den kleinen John mit.“ sie sah mich erwartend an.
„Du meinst du könntest einen Babysitter für klein Johnny brauchen?“ ich zwinkerte ihr zu.
„Wenn du so lieb wärst! Sonst hole ich Aaron.“
„Um Gottes Willen, das will ich dem Kleinen nicht antun.“ ich lachte und las dann in den Zeitungen den neusten Klatsch.
„Oh, mein Gott. Ann, weißt du eigentlich wer der Bruder von Liam ist?“ ich sah sie entgeistert an.
„Klar, er ist Sänger in einer erfolgreichen Band. Cath hat es mir gesagt. Hat sie es dir gar nicht erzählt?“ sie sah mich überrascht an.
„Nein, aber wir sehen uns in letzter Zeit sehr selten.“
„Ist alles in Ordnung bei euch beiden?“
„Ja, ja. Wie gesagt wir sehen uns selten, sie verbringt viel Zeit mit Liam und ich muß viel arbeiten.“ ich zuckte mit den Schultern.
„Das ändert sich auch wieder! Am Anfang will man keine Sekunde ohne den anderen sein, aber dann läßt es etwas nach und man nimmt sich auch wieder Zeit für die beste Freundin.“ sie lächelte mir aufmunternd zu. „Sag, mal ich habe dich in den letzten Wochen öfter als sonst bei den Stallungen gesehen, reitest du jetzt öfter? Ken meinte du reitest jetzt viel auf Dancer. Hast du ihn gut im Griff.“ ihre Augen leuchteten als sie von der Neuerrungenschaft des Harpe Gestütes Sprach. Dance war ein junger, aber eingerittener Hengst. Er war genauso riesig wie die Pferde von Liam, aber Dance und ich hatten sofort einen guten Draht zueinander.
„Ja, er reitet sich prima. Ich bin vorgestern sogar drei Mal mit ihm durch den Phakours geritten, er springt sich gut.“ ich beobachtete sie wie sie der Frisur der älteren Dame den letzten Schliff gab.
„Du bist mit ihm gesprungen? Aber du hattest doch immer Angst zu springen!“ sie sah erstaunt auf.
„Ja, aber mit Dance ist das was anderes. Er gibt mir Sicherheit.“ ich lächelte sie an.
„Es scheint als hättest du DEIN Pferd gefunden, Cath hat es in Bratax gefunden und du in Dance. Das freut mich.“
„Mich auch!“ ich grinste sie an.
Die Eingangsglocke klingelte und ich drehte mich mit meinem Stuhl herum. Dani strahlte mich an und stellte den Kinderwagen mit John ab.
„Ashley!“ sie nahm mich in den Arm „Wir haben uns ja schon Ewigkeiten nicht gesehen. Wie geht es dir?“ sie begutachtet mich „Du siehst blaß aus, Schätzchen!“
Ich lächelte, Dani war eine der vielen Stammkundinnen von Ann und wir kannten uns seitdem ich hierher gezogen war.
„Mir geht es gut, die Arbeit ist nur zur Zeit sehr stressig. Ann hat gleich Zeit für dich!...“ ich deute auf Ann die gerade die ältere Dame mit Haarspray versorgte „...Wo ist denn mein kleiner Johnny?“
Sie nahm den Kleinen aus den Wagen und gab ihn mir.
„Hallo Süßer!“ ich lächelte ihn an und er sabberte mich zum Dank voll.
„Er bekommt gerade Zähne und ist ein wenig wehleidig.“ Dani verdrehte die Augen.
„Wie alt ist er jetzt?“ ich kitzelte den Kleinen und er gluckste.
„Sieben Monate.“ sie setze sich ans Waschbecken und Ann kassierte die Dame ab.
„Oh, man dann haben wir uns ja fast drei Monate nicht gesehen.“ ich sah den Kleinen ungläubig an.
„So, Dani dann wollen wir mal zaubern.“ Ann kam zu Waschbecken und sofort waren die Beiden in ein Gespräch über Dani`s mögliche neue Frisur vertieft.
Ich nahm den kleinen John und ging in die Küche um mir eine Cola zu holen.
„Hey, das steht dir!“ Aaron grinste mich an, als ich die Küche betrat.
„Ich denke ich warte noch etwas!“ ich lachte, holte mir meine Cola und ein Glas und setzte mich zu ihm.
„Man wird nicht jünger Ash!“ er grinste mich schelmisch an.
„Hey, ich bin 24 und keine alte Frau, ich denke schon das meine biologische Uhr mir noch ein paar Jahre gibt!“ ich trank einen großen Schluck und sah in sein perplexes Gesicht „Und Aaron, ist dein Kühlschrank mal wieder leer?“ ich deutete auf seinen Teller mit Lasagne.
„Mum hat gesagt ich soll sie mir ruhig nehmen.“ er sah beleidigt zu mir.
„Ist ja gut, ich schau mal was deine Mum mit Dani anstellt!“ ich stellte mein Glas auf die Spüle und ging zurück in den Salon.
Nach etwas über zwei Stunden war Dani fertig und ich übergab ihr John wieder. Der Kleine war total brav gewesen und hatte die meiste Zeit mit meinen Händen und meiner Kette gespielt.
„Danke für´s Babysitten Ashley, ich hoffe es dauert nicht wieder 3 Monate bis wir uns wiedersehen.“ sie verpackte John und sah mich streng an.
„Bestimmt nicht!“ ich drückte sie kurz und brachte sie zu Tür wo mir schon die nächste Kundin entgegen kam.
„Guten Tag Mrs. O`Neill!“ begrüßte ich sie freundlich.
„Oh Ashley, Guten Tag!“
Ich nahm ihr den Mantel ab und begleitete sie zu einem der Stühle.
„Ann ich gehe! Machs gut!“ ich winkte Ann zu, die gerade die letzten Spuren Dani`s Verschönerung weg räumte.
„Bye Ash!“ sie winkte mir ebenfalls zu und schickte einen Handkuß hinterher.
Ich ging wieder hoch in unsere Wohnung und zappte durch die Kanäle, nach gut einer viertel Stunde gab ich aber auf und beschloß auszureiten. Ich zog meine Turnschuhe wieder an und nahm meinen Helm, auch wenn ich sonst gerne auf meine Reitsachen, wie Stiefel und Hose verzichtete, aber ohne Helm ritt ich nie aus.
Ich ging gemütlich zu den Stallungen und Ken begrüßte mich fröhlich.
„Hey Ash! Soll ich Dancer von der Koppel holen?“ er zog mich kurz in seine Arme.
„Nein, ich mach das selbst! Aber Danke Ken....“ ich sah mich um und sah Pat auf uns zu kommen „...Ich denke Pat braucht dich!“ ich deutete auf sie.
„Hallo Ash! Ken kommst du mal?“ sie kam bei uns an und sah ihren Mann böse an.
„Hallo Pat!...“ ich grinste Ken an „...Was immer du getan hast, viel Spaß!“
Ich ging zur Koppel und Dancer kam gleich auf mich zu.
„Na Großer, wie wäre es mit einem Ausritt?“ ich streichelte ihn und führte ihn zum Tor.
Nachdem ich ihn geputzt und gesattelt hatte ritt ich zu unsere kleine Koppel und ließ ihn nach ein paar Runden über einige kleine Hindernisse springen. Dann sprang ich mit ihm den Phakour und ließ ihn dann einige Runden im Galopp laufen.
„ASH!“ hörte ich es plötzlich von der anderen Seite der Koppel.
Ich wendete mit Dance und preschte zu anderen Seite. Dann erkannte ich Cath mit Liam, Kian, Mark, Shane und zwei Frauen, kurz vor ihnen bremste ich Dance und stieg ab.
„Was machst du denn hier?“ ich sah sie perplex an.
„Das könnte ich dich auch fragen!...“ sie sah mich staunend an „...Seit wann reitest du denn auf Dance?“ sie sah zu Dance und dann zu mir.
„Seit gut zwei Monaten.“ ich nahm die Zügel vom Dance und trat näher an den Zaun.
„Und seit wann springst du ihn?“ sie sah mich immer noch erstaunt an.
„Seitdem ich ihn reite.“ ich führte Dance zum Tor und ging Richtung Stall. Die Gruppe folgte mir.
„Warum hast du mir denn nichts erzählt?“
Ich blieb stehen und drehte mich langsam um.
„Du willst wirklich wissen WARUM ich es dir nicht erzählt habe?“
„Ja.“
„Also gut...“ erwiderte ich etwas lauter „...Erstens sehen wir uns kaum noch, Zweitens wenn wir uns sehen redest du nur von dir und Drittens war ich mir nicht sicher ob dich das überhaupt interessiert.“ ich drehte mich wieder um und band Dance fest.
„Ashley.“ sagte Cath kleinlaut und trat hinter mich. „Es tut mir leid!“
„O.k.!“ ich sattelte Dance ab und begann ihn zu putzen.
„Ash, es tut mir wirklich leid, ich weiß das ich kaum noch Zeit für dich hatte, aber du hast auch so viel gearbeitet.“ Kat legte mir ihre Hand auf die Schulter.
„Cath, es tut mir auch leid, es war nicht so gemeint..“ ich nahm sie in den Arm „...Sag mal was sollen die ganzen Leute hier?“ ich deutete zu den anderen die uns alle ansahen.
„Wir wollten dich fragen ob du Lust hast heute Abend was zu unternehmen, wir wollen den neuen Club in Sligo unsicher machen!“ sie grinste mich an.
„Heute?“ ich überlegte angestrengt was für ein Tag heute war.
„Ja klar es ist Freitag und du hast ein freies Wochenende vor dir. Also was ist?“
„Warum nicht?“ ich lächelte sie an „Ihr könnt ja kurz in der Wohnung warten, ich mache Dance fertig und dann komme ich nach und mache mich fertig.“
„Ja klar!“ sie gab mir einen Kuß auf die Wange.
„Ich leiste dir Gesellschaft.“ Kian kam zu mir.
„Wenn du meinst!“ ich holte eine Bürste aus dem Stall und begann Dance abzubürsten.
Die anderen gingen zum Haus und Kian stand etwas hilflos neben mir.
„Ashley?“ fragte er vorsichtig.
„Ja?!“ ich sah erstaunt zu ihm.
„Ich wollte mich noch bei dir bedanken, wegen der Sache mit Colm.“ er sah zu Boden.
„Wie schon gesagt, es war keine große Sache und Colm geht es wieder gut, er ist ja seinen Gips los.“ ich führte Dance in den Stall und brachte ihn in seine Box.
„So Großer, das hätten wir. Bis bald!“ ich kraulte ihn kurz und ging dann wieder nach draußen. Kian stand immer noch an der selben Stelle.
„Los Kian laß uns hoch gehen, ich will mich noch fertig machen. Sonst kommen wir nie los!“ ich winkte ihm zu.
„Ashley?“
„Ja Kian!“
„Ich weiß ich war nicht sonderlich nett zu dir, auch das tut mir leid!“ er blieb stehen und sah mich an „Ich hatte dich falsch eingeschätzt, ich dachte du wolltest uns imponieren.“ Er lächelte unsicher.
„Ich habe lediglich Cath einen Gefallen getan, sonst nichts. Ich wußte bis vor ein paar Stunden nicht einmal wer ihr seid.“ ich grinste ihn an „Aber nun, Mister Superstar möchte ich schnell unter die Dusche und mich umziehen.“ ich zog ihn am Arm.
„Du bist mir also nicht mehr böse?“
„Ich war dir nie böse, ich fand dich nur ziemlich unhöflich.“ ich sah ihn ernst an.
„Bin ich aber nicht, man wird nur sehr vorsichtig und leider trifft es manchmal die Falschen. Ich bin wirklich ein ganz Netter!“ er lachte mich an.
„Das wird sich herausstellen!“
Wir gingen über die Wiese zurück zum Haus und betraten kurz darauf unsere Wohnung. Ich brachte Kian zu den anderen ins Wohnzimmer und entschuldigte mich dann zum Duschen und stylen. Nach gut einer ¾ Stunde stand ich fertig gestylt wieder im Wohnzimmer.
„Kann los gehen!“ ich grinste alle der Reihe nach an. Dann fiel meine Blick auf die beiden Frauen. „Entschuldigung, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt, ich bin Ashley!“ ich reichte ihnen die Hand.
„Freut mich ich bin Jo!“ erwiderte die Frau die bei Kian auf dem Schoß saß.
„Ich bin Gill!“ sie reichte mir Hand und lachte mich an. „Und das ist unser Baby!“ sie streichelte sich liebevoll über ihren runden Bauch.
„Hallo Baby!“ grinste ich und Gill lächelte.
„Gut, dann haben wir das ja geklärt. Let´s go!“ Shane stand auf und die anderen folgten dem Beispiel.
Gut gelaunt gingen wir zu den Wagen. „Sag mal Ashley, willst du selber fahren oder fährst du bei mir, Gill und Mark mit?“ Shane sah mich fragend an.
Ich überlegte kurz und sah ihn dann strahlend an. „Ich fahre bei euch mit, dann kann ich mal wieder was trinken.“
Ich stieg zu Mark nach hinten und er grinste mich an.
„Was?“ fragte ich nach einer Weile.
„Nichts“ Mark sah mich immer noch an.
„Warum starrst du mich dann an?“ ich lachte und Gill und Shane stimmten mit ein.
„Ich wollte....“ er beugte sich zu mir und ich drehte ihm mein Ohr zu „...Ich wollte dir sagen, das du heute wunderschön aussiehst.“
„Danke.“ flüsterte ich zurück.
Wir erreichten nach kurzer Fahrt den Club und konnten gleich rein. Es war sehr voll und wir zogen uns in eine Ecke zurück.
Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß und genoß den Abend in vollen Zügen. Gegen 4 Uhr verabschiedeten sich Kian und Jo. Mark kam zu mir.
„Wollen wir die Tanzfläche unsicher machen?“ er grinste mich an und hielt mir seine Hand hin.
„Immer doch!“ ich nahm lachend seine Hand und wir gingen zur Tanzfläche.
Nach ein paar schnellen Liedern ertönte ein langsamer Song und ich wollte zurück zu unserem Tisch.
„Wo willst du denn hin?“ Mark zog mich an sich.
Zuerst war ich etwas verkrampft, aber dann entspannte ich mich und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Nachdem das Lied zu Ende war sah ich Mark an und er lächelte.
„War es so schlimm, oder warum wolltest du weglaufen?“
„Nein es war schön!“ ich grinste ihn an.
Er zog mich ganz nah zu sich und küßte meinen Nasenspitze.
„Fand ich auch!“
Wir tanzen noch etwas und zogen uns dann zurück in unsere Ecke. Ich stand am Tisch und sah mich nach den anderen um als Mark mich auf seinen Schoß zog.
„Sag mal hast du eigentlich einen Freund?“ er grinste mich an.
„Nein, bisher nicht!“
„Aha!“ er legte seine Hand unter mein Kinn und zog mich sanft zu sich. Wir küßten uns erst schüchtern und dann leidenschaftlicher.
„Hey! Sucht euch ein Zimmer!“
Wir blickten erschrocken in Liams Gesicht und dieser grinste. „Deswegen warst du also so scharf darauf mitzukommen!“ er lächelte Mark an.
„Tja...“ er fuhr sich verlegen durchs Haar.
„Ist O.k. Markie!“ Liam griente, widmete sich dann kurz dem Geschehen auf der Tanzfläche und verschwand dann.
„Ach so ist das!“ ich grinste ihn an.
„Was sollte ich denn machen? Der einzige Weg dich wiederzusehen war nun einmal, mich an Shane und Liam zu hängen.“ er zuckte mit den Schultern.
„Ach so!“ lachte ich erneut und sah zur Tanzfläche und beobachte Shane und Gill, die beiden alberten herum und schienen alles um sich herum vergessen zu haben. Immer wieder streichelte Shane liebevoll über Gill`s Babybauch.
„Hey!“ holte mich Mark sanft in die Realität zurück.
„Hey!“ lachte ich.
Er zog mich fester an sich. „Ich habe mich selten so wohl gefühlt!“ flüsterte er mir in Ohr.
„Ich mich auch.“ ich küßte ihn zärtlich.
„So Leute der letzte Song des abends...“ schrie der DJ und alle stürmten zur Tanzfläche.
„Komm schon!“ ich ließ los und lachte Mark an.
Wir tanzten zum letzten Lied der Nacht und dann ging auch schon die volle Beleuchtung an. Wir gingen zu unserem Tisch und tranken in Ruhe unsere Getränke aus, Liam und Cath tauchten auch wieder auf und grinsten uns an.
„Wo wart ihr denn?“ neckte ich Cath.
„Ähm..“ stotterte sie und wurde rot.
„Ist O.K., du brauchst mir keine Rechenschaft ablegen...jedenfalls jetzt noch nicht.“ grinste ich.
Mark nahm meine Hand „Wollen wir?“ fragte er in die Runde.
„Ich glaube da muß noch jemand Rechenschaft ablegen.“ sagte Cath perplex.
„Kann sein..“ grinste ich geheimnisvoll.
Draußen angekommen schlang ich meine Arme um mich, es war sehr kühl und ich fröstelte. Mark nahm mich fest in seinen Arm.
„Soll ich euch nach Hause fahren oder wollt ihr bei uns schlafen?“ fragte Shane und gähnte.
„Ich glaube du bist ziemlich müde, wir können ja bei dir schlafen und du bringst uns morgen nach Hause.“ meinte Cath und sah mich an.
Ich nickte nur.
Mark und Liam räusperten sich und sahen Shane mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Ihr könnt auch mitkommen, es wird nur etwas eng im Auto.“ lachte er und wir gingen zu seinem Wagen.
Wir quetschten uns zu viert auf die Rückbank und alberten die ganze Fahrt herum wie kleine Kinder.
„Hey Kinder wir sind da!“ lachte Shane und rieb sich den Kopf, wo ihn eine Jacke getroffen hatte.
„Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, was dich in zwei Monaten jeden Tag erwartet, Bruderherz!“ meinte Liam lachend.
Wir stiegen aus und mir und Cath fielen die Kinnladen runter.
„Wenn ich nicht wüßte das du berühmt bist, dann wüßte ich es jetzt.“ meinte ich trocken und stiefelte hinter Shane und Gill her.
Shane lachte und schloß die Tür auf.
„Liam, Mark, ihr kennt euch aus... Ihr könnt die beiden Gästezimmer im ersten Stock haben. Zeigt den Mädels alles, was sie heute Nacht wissen müssen. Gill und ich sind weg.“ er ging mit Gill die Treppe hoch.
„Um 11 Uhr gibt es Frühstück, wenn möglich bitte bekleidet..“ lachte Gill und winkte uns zu.
„Aber klar!“ meinte wir alle wie aus einem Mund und kicherten.
„Kinder..“ meinte Shane noch bevor er und Gill um die Ecke verschwanden.
„Dann bitte Ladies!“ Liam deutete auf eine weitere Treppe, die ebenfalls nach oben führte.
„Danke!“ sagte ich affektiert und ging nach oben.
Mark holte mich ein und hielt mir eine Tür auf. „So, unser Lager für diese Nacht!“
„Bis morgen früh!“ Liam zwinkerte mir zu und führte Cath in ein anderes Zimmer.
„Bis dann!“ grinste ich.
Ich trat in das Zimmer, es war wunderschön. Ein riesiges Himmelbett und alte Möbel. Mark saß auf dem Bett und beobachtete mich.
„Was?“ lachte ich.
„Es gefällt dir, oder?“ lächelte er.
„Es ist traumhaft.“ ich drehte mich um mich selbst.
Mark stand auf und nahm mich in den Arm. „Du bist wundervoll!“ er küßte mich.
Wir ließen uns aufs Bett fallen und Mark begann mich auszuziehen. Er war zärtlich und rücksichtsvoll und ich genoß die Nacht in vollen Zügen.
„Süße?“ flüsterte Mark und küßte mein Ohr.
„Hmmm.“ nuschelte ich und kuschelte mich enger an ihn.
„Ich bin glücklich.“ er küßte meinen Hals.
„Ich auch!“ ich drehte mich zu ihm und küßte ihn zärtlich.

„HEY!“ Wir wurden von einem lauten klopfen an der Tür geweckt.
Ich drehte mich zu Mark und dieser lächelte mich glücklich an.
„Guten Morgen Sonnenschein!“ er hauchte mir einen Kuß auf die Stirn.
„Guten Morgen!“ ich kuschelte mich an seine Brust.
„HEY!“ meldete sich Shane vor der Tür wieder zu Wort.
„WIR SIND WACH!“ rief Mark und wir hörten wie sich Shane eine Tür weiter Gehör verschaffte.
Ich setzte mich auf und streckte mich, Mark zog mich wieder zu sich.
„Hier geblieben!“ er begann meinen Hals zu küssen.
„Mark! Shane wird böse!“ versuchte ich ihn nicht wirklich ernsthaft abzuwehren.
„Und wenn schon!“ grinste er und küßte meinen Bauch.
Eine gute Stunde später wickelte ich mich in unsere Decke ein und ging ins Bad. Nach einer ausgiebigen Dusche weckte ich Mark, der wieder eingeschlafen war.
„Hey Schlafmütze! Ab unter die Dusche mit dir, bevor die anderen einen Suchtrupp durchs Haus schicken!“ ich wrang meine Haare über ihm aus.
Er sprang auf und hielt mich fest, ich begann zu kreischen und er küßte mich. „Psst, was sollen den die anderen denken was ich mit dir anstelle?“ lachte er und ging Richtung Badezimmer.
„Ich denke, sie wissen genau was du mit unschuldigen Frauen machst.“ grinste ich und suchte meine Sachen zusammen.
„Na, warte!“ er kam zurück.
„Unter die Dusche!“ ich zeigte mit dem Zeigefinger auf die Tür.
„Nur weil du es bist!“ lachte er und ging wieder zurück.
Nachdem auch Mark geduscht und angezogen war, gingen wir nach unten und machten uns auf die Suche nach den anderen. Dabei fiel mein Blick auf eine Wanduhr, 14:20 Uhr, ich deutete mit dem Finger darauf und Mark und ich begannen zu lachen.
„Ach, endlich da?“ zog uns Gill auf, als sie uns entgegen kam.
Mark und ich sahen sie mit unseren besten Unschuldsblicken an.
Gill lachte „In der Küche ist noch Kaffee und Toast, bedient euch!“ sie ging weiter auf die Terrasse.
Wir setzten uns in die Küche und tranken erst einmal einen Kaffee, dann beschlossen wir den anderen Gesellschaft zu leisten und gingen ebenfalls nach draußen. Alle sahen uns grinsend an.
„Oh, wie schön das ihr es auch endlich geschafft habt!“ Shane sah uns über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg an. „Davon abgesehen, das ich euch vor drei Stunden geweckt habe.“ fügte er hinzu.
„Du weißt doch wie schwer es mir fällt aufzustehen.“ meinte Mark lachend und setzte sich auf eine Sonnenliege. Er zog mich auf seinen Schoß und ich lehnte mich an ihn. Ich konnte es mir nicht verkneifen herzhaft zu gähnen.
Gill und Shane tauschten vielsagende Blicke aus.
„Wo sind eigentlich Cath und Liam?“ fragte ich nachdem ich mich umgesehen und die Beiden nirgendwo entdeckt hatte.
„Die sind schon bei meinen Eltern und reiten aus.“ erklärte mir Shane.
„Sag mal Shorty kann ich mir deinen BMW ausborgen? Ich fahre dann Ash heim und bringe dir dann den Wagen wieder. Barry kann mich dann hier abholen.“ er sah Shane fragend an.
„Sorry, den hat Liam mitgenommen.“ er zuckte entschuldigend mit den Schultern.
„Gut, dann rufe ich gleich Barry an.“ Mark kramte sein Handy aus der Tasche.
„Barry ist in einer halben Stunde da.“ sagte Mark nachdem er aufgelegt hatte.
„Sagt mal was haltet ihr von einen Barbeque Abend heute? Wir wollten Nicky, Gina, Jo, Kian, Liam, Cath, Rowen und euch einladen und uns einen gemütlichen Abend machen.“ Gill sah mich freudestrahlend an.
„Gerne, aber ich kann nicht ganz so lange bleiben. Ich habe morgen Dienst.“ gab ich zu bedenken.
„Kein Problem, du kannst ja wieder hier schlafen, dann fährst du nur 10 Minuten zum Krankenhaus.“ sie nahm mich in den Arm „Ich denke Mark wird dir bestimmt gerne Gesellschaft leisten.“
„Sicher!“ Mark stand auf und umarmte mich.
„Also gut, ich denke ich kann nicht nein sagen, bei so einem Angebot!“ lachte ich.
„Klasse!“ jubelte Gill und wuselte ins Haus.
In der Auffahrt hupte Barry. Mark und ich verabschiedeten und schnell. Mark zog mich durch Haus.
„Gill? Sollen wir was mitbringen?“ rief ich von der Tür aus.
„Nein, nein! Bis später!“ rief sie aus der Küche.
„Bis dann!“ schon standen wir in der Auffahrt.
„Hey Mark! Hallo...“ Barry schlug seinem Bruder freundschaftlich auf die Schulter.
„Barry das ist Ashley. Ash das ist mein Bruder Barry!“ stellte Mark uns vor.
„Hallo!“ meinte ich schüchtern.
„Ist sie?“ setzte Barry an.
„Ja, Ash ist meine Freundin.“ grinste Mark und hielt mir die Tür auf.
„Achso.“ meinte Barry ohne großes Interesse.
„Steig ein!“ lachte Mark und setzte sich ans Lenkrad.
„Hey, das ist mein Auto!“ protestierte Barry, stieg dann aber doch auf der Beifahrerseite ein.
„Hast du noch Lust kurz mit zu meinen Eltern zu kommen?“ Mark drehte sich um.
„Können wir erst kurz zu mir? Ich möchte mich gerne umziehen.“ wand ich ein.
„Klar!“ Mark startete den Wagen und wir fuhren zu mir.
Ann war gerade im Garten beschäftigt als wir die Auffahrt hoch fuhren.
„Hallo Ann!“ ich stieg aus und nahm sie in den Arm.
„Hallo Ash! Wo wart ihr denn die ganze Nacht? Wir haben uns Sorgen gemacht!“ sie sah mich strafend an.
„Sorry Ann...“ ich sah sie entschuldigend an „...Darf ich dir jemanden vorstellen? Das ist Mark und das ist Barry. Mark, Barry, das ist Ann Cath´s Mum und meine Ersatz-Mum.“ stellte ich alle einander vor „Und dort hinten kommen James und Aaron. Cath´s Dad und ihr Bruder:“ stellte ich die beiden vor, die gerade aus den Stallungen kamen. Ich winkte ihnen kurz zu und ging dann hoch.
„Ich zieh mich nur schnell um!“ meinte ich schnell und lief die Treppe hoch.
Ich stand etwas unentschlossen vor meinem Kleiderschrank und entschied mich dann für meinen kurzen hellen Jeansrock, mein Bikini Oberteil, mein rosanes Poloshirt und Sneakers. Vorsichtshalber packte ich noch einen Pulli und eine Jeans ein. Anschließend ging ich noch schnell ins Bad und sammelte meine Übernachtungsutensilien ein. Ich holte noch schnell ein Schlaf-Shirt aus dem Schrank und suchte meine Sonnenbrille. Eine viertel Stunde später stand ich wieder unten.
James unterhielt sich angeregt mit Mark und Aaron und Barry schienen die gleiche Wellenlänge zu haben. Ann stand amüsiert dazwischen und zog mich beiseite.
„Der ist ja süß!“ meinte sie schmunzelnd zu mir.
„Ich weiß.“ strahlte ich übers ganze Gesicht.
Sie nahm mich in den Arm.
„Hey Schatz! Können wir?“ unterbrach ich Mark und James.
„Schon fertig?“ er strahlte mich an.
„Ja! Und?“ ich drehte mich im Kreis.
„Perfekt!“ er zog mich in seine Arme und küßte mich. “Barry! Let`s go!“
Wir stiegen ein und fuhren wieder Richtung Sligo. Nach gut 30 Minuten erreichten wir das Haus von Marks Eltern. Mit klopfendem Herzen stieg ich aus.
„Hey! Das wird schon! Unsere Eltern beißen nicht und wenn du nur halb so nett bist wie Aaron sagt, dann wickelst du sie in Null Komma Nichts um den Finger!“ Barry klopfte mir aufmunternd auf den Rücken.
„Wenn du meinst.“ sagte ich zweifelnd.
„Komm Süße!“ Mark nahm meine Hand und Barry schloß auf.
„HALLO!“ rief Mark ins Haus.
„Mark?“ seine Mum kam aus der Küche.
„Hi Mum!“ Mark nahm sie in den Arm.
„Habe ich da gerade Mark gehört?“ Marks Dad kam ebenfalls in den Flur und nahm ihn in den Arm. „Unser verlorener Sohn!“ lachte er.
„Und wer ist die junge Dame?“ seine Mum betrachte mich kritisch von oben bis unten.
„Sorry...“ Mark faßte sich an die Stirn „...Ich wollte euch jemanden sehr wichtigen vorstellen. Mum, Dad das ist Ashley. Ashley das sind meine Eltern!“ er umarmte mich.
„Freut mich sehr Mr. und Mrs. Feehily!“ ich reichte beiden die Hand.
„Nun mal nicht so förmlich. Ich bin Oliver und das ist Marie!“ sein Dad nahm mich in den Arm.
„Danke!“ meinte ich gerührt.
„Bleibt ihr zum Essen?“ seine Mum sah uns gespannt an.
„Sorry Mum, wir sind bei Shane und Gill zum Barbeque eingeladen.“ Mark nahm seine Mum entschuldigend in den Arm.
„Aber nächste Woche?“ sie sah ihn bittend an.
„Klar!“ strahlte Mark.
„Gut, aber ein Stück Kuchen könnt ihr noch bei uns Essen, oder?“ sie bugsierte uns in die Küche und wir setzten uns an den Tresen.
Marie konnte toll backen und der Kuchen war sehr lecker.
„Sag mal Ashley, wo kommst du eigentlich her?“ sein Dad sah mich genau an.
„Aus Deutschland.“
„Oh, von wo denn da?“ hakte er interessiert nach.
„Aus Hamburg. Dort bin ich geboren und habe dort bis vor 2 Jahren gelebt.“
„Und was hat dich nach Irland verschlagen?“ fragte nun Marie.
„Ich habe vor 6 Jahren hier im Urlaub Cathy kennen gelernt und wir sind die besten Freunde geworden. Dann habe ich einen Job im General gefunden und bin her gekommen. Das Land und die Leute haben mir seit meinem ersten Urlaub super gefallen.“ erzählte ich.
„Ist es dir denn gar nicht schwer gefallen deine Familie und deine Freunde zurück zu lassen?“ Marie sah mich mitfühlend an.
„Doch natürlich, aber ich habe hier eine Art Ersatz-Familie gefunden und fühle mich in meinem Job sehr wohl. Außerdem besuche ich meine Familie sooft es geht.“ ich sah sie zuversichtlich an.
„Das ist schön!“ meinte sie und wandte sich wieder an ihren Sohn.
„Sag Mal mein Sohn, wo hast du denn diese nette junge Dame her?“ grinste sie.
„Sagen wir mal so, auf einmal war sie da und ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mich an Shane und Liam gehängt, weil Ashley die beste Freundin von Liam`s Cathy ist.“ er lächelte seine Mum an. Er sah auf die Uhr und erschrak. „Süße, wir müssen los!“ er deutete auf die Uhr.
Wir verabschiedeten uns von seinen Eltern und machten uns auf den Weg zu Shane. Barry lieh uns großzügiger Weise seinen Wagen.
Wir fuhren zum Haus der Filan`s, Mark hupte als wir aufs Grundstück fuhren. Ich sah ihn grinsend an.
„Ich spare mir so das klingeln!“ lächelte er.
Als wir parkten stand Shane schon an der Tür.
„Hey, da seid ihr ja!“ er winkte uns zu.
„Besser spät als nie.“ Mark ging auf ihn zu und umarmte ihn „Meine Eltern haben uns aufgehalten.“
„So, so du hast Ash also gleich deinen Eltern präsentiert?“ grinste Shane.
„Ja.“ Mark ging nicht auf seine Anspielung ein und zog mich ins Haus.
„Hi Shane!“ ich lächelte ihn an.
„Hi Ash! Die anderen sind schon da und Rowen macht den Grillmeister!“ er verdrehte die Augen.
„Tja dann werde ich ihn wohl auch kennen lernen.“ ich grinste ihn an.
Wir betraten den Garten und Mark wurde von allen Seiten stürmisch begrüßt.
Cath kam auf mich zu gestürmt. „Hey Ash!“ sie knuddelte mich.
„Hey Cath!“ ich drückte sie.
„Wer bist denn du?“ ein junger Mann sah mich kritisch an.
„Du bist bestimmt Rowen..“ ich reichte ihm die Hand „Ich bin Ashley.“
„Hallo..“ meinte er perplex „Woher weißt du wer ich bin?“ er grinste nun.
„Nun ja direkt, manchmal etwas rauh...“ ich grübelte „...das kann laut Marks Aussage nur Rowen sein.“
„Das ist meine Süße!“ Mark kam dazu und küßte mich.
„Freut mich.“ grinste Rowen.
Die anderen lachten und Gill reichte mir ein Glas Limonade. „Du siehst durstig aus.“
„Danke!“ ich nahm dankbar das Glas entgegen.
„Und das sind Nicky und Gina!“ Mark zog mich zu sich und ich kippte mir Limo über mein Shirt.
„Super!“ ich hielt mein Glas hoch.
„Freut mich auch sehr.“ Nicky lachte mich an.
„Sorry mich auch.“ ich lächelte ihn entschuldigend an.
„Ich bin Gina.“ seine Frau grinste mich an „Du solltest das Shirt auswaschen.“ sie deutete auf meinen Fleck.
„Sorry Süße!“ Mark küßte mich.
„Ist O.K. Schatz! Ich komme gleich wieder!“ ich ging Richtung Haus. Gill kam mir entgegen. Sie lachte „Erste Tür hinter der Küche links.“
Ich ging ins Bad und wusch mein T-Shirt. Nur im Bikini Oberteil kam ich wieder in den Garten. Kian pfiff mir hinterher und erntete einen bösen Blick von Jodi.
„Hey Süße! Führe mich nicht in Versuchung.“ Mark nahm mich in den Arm und versuchte mich abzuschirmen. Dann zog er sein Sweat-Shirt aus und hielt es mir hin.
„Hey du mußt sie nicht verstecken!“ lachte Rowen und klopfte Mark auf die Schulter.
„Mir ist nicht kalt, danke!“ lehnte ich höflich ab.
Mark lachte und legte das Sweat-Shirt beiseite. Kurze Zeit später waren die ersten Steaks fertig und wir saßen zusammen und ließen es uns schmecken. Der Abend war sehr lustig und gegen Mitternacht gingen wir zu Bett. Mark weckte mich früh und fuhr mich in die Klinik. Die Schicht verlief relativ ruhig und meine Kollegin quetschte mich aus.
Die Beziehung zwischen Mark und mir verlief super, wir sahen uns sooft es nur ging. Wann immer wir Zeit hatten trafen wir uns mit Shane, Gill oder Rowen. Rowen und ich hatten einen guten Draht zueinander und wenn Mark keine Zeit hatte, dann machten wir etwas zusammen. Im November fuhren Westlife zu Promozwecken drei Wochen nach Deutschland und Dänemark. Wir verabschiedeten uns am Flughafen ins Sligo. Ich fuhr dann noch mit Gill zur ihr. Jason, ihr kleiner Sohn war mittlerweile schon 6 Monate alt und wir waren oft bei ihnen zu Besuch. Nach gut 30 Minuten erreichten wir das Haus der Beiden.
„Holst du den Kleinen raus?“ sie sah mich bittend an.
Ich ging zur Hintertür und der Kleine strahlte mich an.
„Hallo Großer, wir sind da!“ ich schnallte ihn ab und nahm ihn auf den Arm.
Wir gingen ins Haus und Gill machte uns einen Tee. Ich alberte mit Jason herum und Gill beobachte mich grinsend.
„Steht dir.“ meinte sie schelmisch.
„Nun mal langsam, Mark und ich sind gerade mal etwas über ein halbes Jahr zusammen.“ lachte ich.
„War es eigentlich eure Entscheidung es an die Öffentlichkeit zu geben?“ sie sah mich nachdenklich an.
„Nein, es waren Paparazzi Fotos aufgetaucht und wir hatten keine Wahl. Die letzte Woche war der Horror, ich konnte nicht einmal zur Arbeit gehen ohne das irgendwelche Fotografen hinter den Büschen raus springen. Vor zwei Tagen waren sie sogar auf dem Gestüt, ich wäre fast von Dance gefallen weil sie ihn so erschreckt haben.“ ich schüttelte den Kopf.
„Es wird besser.“ versprach sie mir.
„Ich hoffe es wirklich.“ ich versuchte zu lächeln.
„Was hältst du davon wenn du das Wochenende bei Jason und mir verbringst? Hier bist du sicherer als in deiner Wohnung.“ sie sah mich gespannt an.
„Gern, wenn es dich nicht stört?“ fragte ich nach.
„Quatsch, Jason hat dich lieb und ich habe dann auch mal etwas Wochenende wenn ich jemanden habe den ich den Kleinen mal aufs Auge drücken kann.“ lachte sie.
„Gut, dann werde ich jetzt mal los. Ich habe heute noch Dienst. Wir sehen uns dann Freitag nachmittag.“ ich drückte sie und nahm dann noch mal Jason hoch. „Bye Süßer!“ ich gab ihm einen Kuss.
„Bye Ash!“ Gill winkte mir noch einmal zu eher ich in meinen Wagen stieg. Diesen hatte ich am Tag zuvor bei ihnen stehen gelassen. ich fuhr in die Klinik und wurde dort von mehreren Reportern empfangen.
„Ashley, schau mal her!“ rief einer mir zu.
Ich zog mein Basecap tiefer ins Gesicht, schlang den Mantel enger um meinen Körper und lief die letzten Stufen hinauf.
Meine Schicht verlief ruhig und als ich nachts nach Hause fuhr war von den Journalisten nichts mehr zu sehen. ich fuhr nach Hause und entdeckte Liams Auto in der Auffahrt.
„Cath?“ ich betrat unsere Wohnung. “Liam?“
„Wir sind im Wohnzimmer!“ rief Cath. Ich zog meinen Mantel aus und ging ins Wohnzimmer.
Die beiden strahlten mich an.
„Was ist denn mit euch los? Ihr seht aus als hättet ihr einen Kanarienvogel verschluckt.“ lachte ich.
„Wir wollen dir was sagen.“ Cath platzte beinahe vor Aufregung „Setz dich!“
Ich tat wie geheißen und setzte mich.
„Und?“ ich sah von einem zum anderen.
„Wir haben uns verlobt.“ Liam strahlte mich an.
„Herzlichen Glückwunsch!“ ich sprang auf und umarmte Cath stürmisch. „Sei ja gut zu ihr!“ ich ging zu Liam und sah ihn ernst an.
„Immer!“ lachte er und ich nahm ihn in den Arm.
„Da ist noch etwas.“ Cath nahm meine Hand.
„Wir wollten dich fragen ob du unsere Trauzeugin und die Patentante unseres Baby werden willst.“ fragte sie leise.
„Natürlich...“ ich schlang meine Arme um sie „...Moment...“ ich stutzte „...Baby?“ ich sah sie perplex an.
„JA! Wir bekommen ein Baby!“ jubelte sie und ich setzte mich erst einmal.
„Das ist toll!“ brachte ich nach ein paar Minuten heraus.
Liam lachte und legte seinen Arm um mich. „Geschockt?“ fragte er besorgt.
„Etwas!“ gab ich zu.
„Gut, dann ging es dir nicht anderes wie Shane.“ lachte er.
„Seit wann weiß er es denn?“ ich sah ihn neugierig an.
Er sah zu Uhr „Seit ungefähr einer halben Stunde.“ grinste er.
Die Nachricht von der Heirat und dem Baby schlug bei den Filan`s ein wie eine Bombe, alle freuten sich sehr und es wurde alles geplant. das Baby sollte im Juli des nächsten Jahres zur Welt kommen und die Hochzeit war für August geplant. Die Taufe des Baby`s sollte gleich im Anschluß an die Trauung statt finden. Am Freitag fuhr ich gleich nach meiner Schicht zu Gill und wurde fröhlich empfangen.
„Hallo Ash! Na, hast du die Neuigkeiten gut verarbeitet?“ lachte sie und drückte mir Jason auf den Arm.
„Hallo Süßer! Ja ich habe es verarbeitet!“ lachte ich.
„Komm rein! Jason hat schon auf dich gewartet!“ grinste sie und wir gingen rein.
Das Wochenende war erholsam und ich verbrachte die meiste Zeit damit mit Jason zu spielen und mit Gill zu plaudern. Am Sonntag frühstückten wir in aller Ruhe.
„Sag mal Ash, ich habe gehört das du die Patentante von Cath`s und Liam`s Baby wirst, vielleicht kommt das jetzt für dich überraschend für dich, aber Jason`s Taufe ist am 25. Dezember und ich wollte dich fragen ob du auch für Jason die Patentante sein möchtest. Ich war leider nicht schnell genug, aber was die beiden da ausgeheckt hatten konnte ja keiner ahnen.“ lachte sie.
„Nein, das konnte wirklich keiner ahnen...“ stimmte ich ihr zu „...Aber ich würde gern für Jason die Patentante sein.“
Sie nahm mich in den Arm. „Danke!“
Wir wurden durch die Klingel unterbrochen. Wir schauten uns beide fragend an und zuckten mit den Schultern.
Liam stand vor der Tür. „Sorry, das ich mich nicht angemeldet habe, aber ich muß dringend mit Ash reden!“ er kam ins Haus. „Setzt dich bitte!“ er deutete auf einen Stuhl und ich setzte mich schnell.
„Was ist los?“ fragte ich, so ernst hatte ich ihn noch nie gesehen. Er hielt mir eine Zeitung hin. Ich sah ihn fragend an, dann fiel mein Blick auf die Titelseite. Geschockt nahm ich sie und las die Überschrift.
ENDE DES TRAUMPAARES? MARK FEEHILY IN DEN ARMEN EINER UNBEKANNTEN SCHÖNHEIT!
Darunter waren einige sehr eindeutige Foto`s von Mark mit einer jungen blonden Frau.
NACH NUR EINEM HALBEN JAHR SCHON DAS AUS FÜR DIE JUNGE BEZIEHUNG VON MARK FEEHILY (25) SÄNGER DER IRISCHEN BAND WESTLIFE UND DER HÜBSCHEN; JUNGEN KRANKENSCHWESTER ASHLEY OHLSEN (24)?
DIE BEZIEHUNG DER BEIDEN WURDE ERST VOR ZWEI WOCHEN OFFIZIELL BEKANNT GEGEBEN; DOCH SO WIE ES JETZT AUSSIEHT FÜHLT SICH DER SÄNGER; DER SCHON FRÜHER DURCH SEINEN MANCHMAL ETWAS AUSGELASSENEN LEBENSSTIL AUFFIEHL; IN EINER BEZIEHUNG NICHT WOHL UND SUCHT DIE ABWECHSLUNG IN DEN ARMEN EINER JUNGEN BLONDEN DÄNIN. WIE SEINE FREUNDIN; IM ÜBRIGEN EIN GANZ ANDERER TYP FRAU DARAUF REAGIERT WISSEN WOHL NUR DIE BEIDEN: MARK LEHNTE JEDLICHE STELLUNGNAHME AB.
Wie benommen legte ich die Zeitung beiseite und Gill nahm sie und schlug sich geschockt die Hand vor den Mund. Liam versuchte mich in den Arm zu nehmen, doch ich schubste ihn weg.
„Faß mich nicht an.“ sagte ich leise und stand auf.
„Ash, es tut mir leid!“ er trat auf mich zu.
„Du brauchst dich nicht für Mark seine Fehler zu entschuldigen.“ sagte ich bitter.
Ich blieb den Tag noch bei Gill und sie tröstete mich so gut sie konnte. Rowen und Barry riefen mich an um zu fragen ob es mir gut geht. Ich telefonierte mit beiden nur kurz und sagte ihnen ich käme zurecht, in Wirklichkeit hatte ich das Gefühl innerlich taub zu sein.
Am Montag hatte mich das Arbeitsleben wieder und ich brachte meine Schicht so gut es ging hinter mich. Die nächsten zwei Wochen wurde ich ständig belagert und fuhr nur zur Klinik und wieder nach Hause, die übrige Zeit verschanzte ich mich in der Wohnung. Mark versuchte mich mehrmals anzurufen aber ich nahm die Anrufe nicht an. Cath machte sich große Sorgen aber ich versuchte sie beruhigen das es schon ginge. Ich telefonierte immer mal wieder mit Rowen und er kam manchmal abends vorbei um mir Gesellschaft zu leisten. Zwei Tage bevor die Jungs wieder kommen wollten war ich wieder auf dem Weg zur Klinik, als mich ein Wagen schnitt und ich nicht mehr ausweichen konnte, ich prallte frontal gegen einen Baum. Das letzte woran ich mich erinnerte war das Objektiv einer Kamera und dann wurde ich im Krankenhaus wach.
Rowen saß an meinem Bett.
„Hey!“ sagte ich leise.
„Hey!“ er sah mich erleichtert an „Wie fühlst du dich?“
„Ich weiß nicht...irgendwie taub.“ ich sah ihn an.
Er nahm meine Hand „Das sind die Schmerzmittel. Weißt du was passiert ist?“
„Ich erinnere mich nur an eine anderes Auto und an eine Kamera.“ ich schloß die Augen.
Ein Arzt betrat den Raum.
„Hallo Ash! Schön das du wach bist.“ er drückte meine andere Hand.
„Hallo Jordan! Was fehlt mir?“ wollte ich wissen.
„Nun mal nicht so schnell..“ lächelte er und leuchtete in meine Augen. „Was für einen Tag haben wir heute?“
„Mittwoch, den 12.“ sagte ich sicher.
„Du hattest am Mittwoch deinen Unfall, heute ist Freitag der 14.“ er lächelte mich an.
„Oh.“ sagte ich nur.
„Deinen vollständigen Namen?“ fragte er weiter.
„Ashley Ohlsen, 24. Februar 1981 geboren in Hamburg.“ ich lächelte ihn schief an.
„Gut.“ lachte er und machte sich Notizen.
„Also was ist mit mir?“ fragte ich noch einmal.
„Gut Ashley, also du hast eine schwere Gehirnerschütterung, einen gebrochenen Fuß und einige Prellungen und Schürfwunden, aber nichts was wir nicht wieder hin bekommen.“ lächelte er und ging wieder.
„Warst du die ganze Zeit hier?“ fragte ich Rowen.
„Ja, ich konnte dich doch nicht allein lassen!“ er lächelte mich an.
„Warum machst du das?“
„Weil ich nicht möchte das du allein bist.“ sagte er und streichelte meine Hand.
„Rowen.“ ich streichelte seine Wange.
„Ash.“ er nahm mich vorsichtig in den Arm. „Da ist noch etwas was du wissen solltest.“ er sah mich ernst an.
„Was denn?“ ich sah ihn ängstlich an.
„Als du eingeliefert wurdest, wurde noch etwas bei dir fest gestellt...“ er holte tief Luft „...Ash, du bist in der 7. Woche schwanger.“
Ich sagte gar nichts und schloß die Augen, zu all dem Gefühlschaos jetzt auch noch das. Mein Freund betrügt mich, ich empfinde mehr wie Freundschaft für seinen besten Freund und ich bin schwanger. Perfekt!
„Ash?“ Rowen nahm meinen Kopf in seine Hände.
„Was soll ich machen?“ schluchzte ich.
„Komm her Kleines!“ er nahm mich wieder in den Arm.
„Was ist hier los?“ kam eine Stimme von der Tür.
Wir sahen beide auf und Mark stand in der Tür.
„Was willst du hier?“ ich sah ihn böse an.
„Was macht ihr hier? Ro, was machst du mit Ash?“ fuhr er Rowen an.
„Was ich mit ihr mache? Das ist ja wohl die Höhe, was machst du mit ihr? DU betrügst sie!“ konterte Rowen.
„Was ich mache ist nur meine Sache.“ Mark kam auf mich zu.
„Nein, ist es nicht. Du hast mich bloß gestellt!“ schrie ich ihn an und ließ mich dann wieder in mein Kissen fallen.
Er setzte sich an mein Bett „Laß uns reden, bitte!“ er nahm meine Hand.
Ich zog sie weg. „Nein!“
„Du hast sie gehört, geh bitte!“ Rowen kam zu mir und legte beschützend seine Hand auf meine Schulter.
„Wie du meinst...ich möchte nichts von dir hören oder sehen!“ er sah Rowen wütend an und ging dann.
Ich begann zu weinen und Rowen tröstete mich. Nach drei Wochen wurde ich entlassen und ich konnte zu Jason`s Taufe sogar schon ohne Krücken gehen.
Mit einem mulmigen Gefühl stieg ich aus dem Wagen und ging die Stufen zur Kirche hoch. Gill nahm mich freudig in den Arm. Die anderen Jungs waren auch gekommen und Mark würdigte mich keines Blickes.
Die Zeremonie war sehr schön und ergreifend. Nachdem der kleine Filan nun offiziell seinen Namen bekommen hatte wurden noch Fotos für die Presse gemacht. Für die Fotos stand Mark neben mir und wir ließen uns nichts anmerken. Nachdem der Fototeil hinter uns lag ging ich zu Mark.
„Kann ich kurz mit dir reden?“ ich sah zu Boden.
„Später bei Shane?“ antwortete er mit einer Gegenfrage.
„Gut.“ ich ging zu meinem Wagen und fuhr zu den Filans. Die Familie hatte eine kleine Feier organisiert. Über der Tür hing ein Banner mit dem vollen Namen des Kleinen: JASON SHANE JUSTIN FILAN
Alle bekamen einen kleinen Anhänger mit dem Bild und dem Namen des Täuflings. Nachdem wir alle gegessen hatten kam Mark auf mich zu, Rowen erreichte mich kurz vorher.
„Hey Ash!“ Rowen küßte mich auf die Wange.
„Hey Ro, können wir später reden? Ich muß kurz mit Mark reden.“ ich sah ihn bittend an und er warf einen Blick auf Mark.
„Klar, bis später!“ er drückte meine Hand.
Wir hatten die letzten Wochen viel über uns, über Mark und über das Baby geredet. Wir hatten beschlossen unsere Beziehung nur auf freundschaftlicher Basis zu führen, da mein Herz noch sehr an Mark hing. Und Rowen hatte mir den Kopf gewaschen, dass ich Mark unbedingt von dem Kind erzählen mußten. Nun kam Mark auf mich zu und ich deutete nach draußen. Ich nahm meinen Mantel und Mark nahm sich seine Jacke. Eine Weile gingen wir schweigend durch den Garten.
„Mark?“ ich hielt ihm am Arm fest.
„Wie lange läuft das schon zwischen dir und Rowen?“ er sah mich lange an.
„Wie bitte?“ fragte ich ungläubig.
„Wie lange läuft das zwischen dir und Rowen?“ fragte er erneut.
„Du glaubst also wirklich ich habe etwas mit deinem besten Freund?“ ich schüttelte den Kopf.
„Ja, es sah ganz danach aus.“ stellte er fest.
„Glaubst du das wirklich von mir?“ ich sah ihn traurig an.
„Was soll ich denn glauben?“ er blieb stehen.
„Mark, vergiß bitte nicht, DU hast MICH betrogen.“ sagte ich bitter.
„Ich habe nur einen netten Abend mit ihr verbracht, es ist nichts gelaufen zwischen uns.“ er setzte sich auf eine Bank.
„Ihr habt euch geküßt.“ stellte ich fest.
Nun war Mark still.
„Wolltest du darüber mit mir reden?“ er senkte seinen Blick und zündete sich eine Zigarette an.
„Nein...“ ich schüttelte leicht den Kopf „...Traust du mir wirklich zu das ich etwas mit Rowen anfangen würde?“ Es ließ mir keine Ruhe.
„Ja.“ sagte er tonlos.
„Gut, wenn das so ist, dann ist das Gespräch jetzt beendet.“ ich ging Richtung Haus.
Mark hielt mich fest. „Bleib bitte!“
„Nein, wenn du mir zutraust, das ich etwas mit Rowen anfange obwohl ich schwanger von dir bin, dann kenne ich dich überhaupt nicht.“ ich machte mich los und ließ Mark stehen.
Gina fing mich ab als ich das Haus betrat. „Hey Ash! Wir haben dich schon vermißt.“ sie lächelte und erstarrte als sie mich genau ansah.
„Was ist denn los?“ sie legte ihren Arm um mich.
„Nichts, ich möchte nach Hause.“ ich holte meine Tasche und ging nach draußen.
Ich startete den Wagen und fuhr die Auffahrt hoch.
„ASHLEY!“ hörte ich jemanden meinen Namen rufen und plötzlich sprang mir jemand vor den Wagen. ich bremste scharf, aber erwischte den jemanden trotzdem. Geschockt stieg ich aus.
Shane und Nicky kamen aus dem Haus gelaufen.
Ich ging nach vorn und erkannte Mark, er saß schon wieder, hielt sich aber seine Hand.
„Mark?“ ich stand erstarrt vor ihm, nach ein paar Sekunden hatte ich mich gefangen und kniete mich neben ihn.
„Zeig mal her.“ ich nahm seine Hand.
„Ash! Es tut mir leid.“ ihm liefen Tränen übers Gesicht.
„Wir reden später...“ ich half ihm hoch und die anderen Beiden kamen bei uns an.
„Was ist passiert?“ Shane sah fragend von einem zum anderen.
„Ein Unfall.“ sagte ich trocken.
„Das sehe ich....“ stellte Shane fest und nahm mir Mark ab „...Deine Hand sieht schlimm aus, komm mit rein.“
Nicky kam zu mir. “Alles in Ordnung?“
„Ja, danke!“ ich wollte wieder in den Wagen steigen.
„Ash?“ Mark drehte sich nochmals zu mir um.
„Ja?“ ich sah zu ihm.
„Ist es wahr?“ ein lächeln zeichnete sich in seinem Gesicht ab.
„Sonst hätte ich es nicht gesagt.“
Als ich ihn so sah, kam mir unser Streit angesichts des Babys total albern vor, er hatte einen netten Abend mit einer anderen verbracht und hatte sie zum Abschied geküßt, auf den Fotos war nur ein Kuß auf die Wange zu sehen und wenn da mehr gewesen wäre, dann wären mit Sicherheit auch andere Fotos aufgetaucht. Ich lächelte ihn an.
Er kam auf mich zu und nahm mich in den Arm.
„Ich würde es dir nie zutrauen!“ flüsterte er in mein Ohr.
„Das hoffe ich für dich!“ ich küßte ihn zärtlich „Niemand hat sich so sehr ins Zeug gelegt für dich wie dein bester Freund!“
„Es tut mir so leid!“ er hielt mich fest.
„Was ist wahr?“ fragte Nicky neugierig.
„Später Jungs! Laßt mir bitte ein paar Minuten mit meiner Freundin!“ er nahm meine Hand und wir setzten uns in meinen Wagen. Ich verarztete seine Hand und wir redeten, dann fuhren wir zu Mark und er zog sich um, damit beim großen Abendessen alles perfekt aussehen würde. Dann wollten wir zurück aber Mark fuhr über Strandhill und stellte den Wagen ab.
„Komm wir gehen ein Stück.“ er hielt mir die Tür auf.
„Wir müssen zurück.“ gab ich zu bedenken.
„Es ist erst 5, das Abendessen beginnt um 7. Wir haben noch etwas Zeit.“ er lächelte und ich stieg aus. Wir gingen ein Stück am Strand entlang, als Mark sich vor mir hinkniete.
Ich sah ihn überrascht an.
„Was?“ fragte ich erstaunt.
„Ashley Ohlsen, du bist das beste was mir je passieren konnte. Ich liebe dich mit jedem Tag mehr und ich möchte keinen Tag mehr ohne Dich und unser Baby sein! Unser Streit war die schlimmste Zeit meines Lebens und ich habe erkannt wie sehr ich dich brauche. Willst du für immer bei mir bleiben?“ er sah mich mit Tränen in den Augen an.
„Mark...“ ich konnte meine Tränen nicht zurück halten „Ja!“
Er stand auf und zog mich in seine Arme.
„Tu mir nie wieder weh!“ hauchte ich in sein Ohr.
„Nie wieder!“ er steckte mir einen wunderschönen Ring an den Finger.
„Er ist traumhaft.“ ich küßte ihn.
„Nicht halb so traumhaft wie du!“ lächelte er. “Was hältst du vom 9. Mai?“
„An diesem Tag sind wir ein Jahr zusammen.“ grinste ich.
„Genau!“ lachte er und wirbelte mich herum, dann strich er mir vorsichtig über den Bauch „Ich hoffe das paßt auch dir!“ sagte er zum Baby.
„Ich denke es paßt ihm.“ sagte ich zuversichtlich.
„Ihm? Ich denke ihr!“ meinte er sicher.
„Das werden wir am 10. August sehen!“ lachte ich.
Dann machten wir uns auf den Weg zurück zu den Filans.
Mark ging gleich zu Rowen, die beiden kamen nach ein paar Minuten lachend zurück.
Die anderen Gäste beobachteten uns mit Argusaugen. Mark nahm meine Hand und küßte mich. Wir setzten uns zum großen Abendessen an die Tafel und Mark stand, nachdem die Taufpaten Kian und ich unsere Rede auf den Kleinen gehalten hatten, auf und schlug mit der Gabel an sein Glas.
„Erst einmal meinen herzlichsten Glückwunsch dem kleinen Jason und seinen Eltern...“ er hob sein Glas und prostete Gill und Shane zu.“...Dann möchte ich euch allen mitteilen, das es bald ein weiteres Baby in der Westlife Family geben wird. Ash und ich werden im August Eltern.“
Alle applaudierten und erhoben ihre Gläser auf uns.
„Ich bin noch nicht ganz fertig. Da uns Liam und Cath vormachen werden in welcher Reihenfolge man die Sache angeht, werden wir sie übertrumpfen. Ich habe Ash gebeten meine Frau zu werden und sie hat Ja gesagt, wir werden am 9. Mai heiraten.“ er setzte sich zufrieden und die anderen standen auf und gratulierten uns.
Cath sah mich gespielt böse an. „Mußt du mich immer überbieten?“ lachte sie.
„Ich versuche mein bestes!“ lachte ich.

Am 9. Mai heirateten Mark und ich im engsten Kreis. Rowen und Cath waren unsere Trauzeugen und wir verbrachten unsere Flitterwochen auf Bali und genossen die Sonne. Nach unserer Heimkehr gaben wir der Hello! ein exklusives Interview und der Rummel legte sich etwas.
Am 12. August kam unser Sohn Tyler James Marcus Feehily zur Welt und Shane und Gina wurden bei der Taufe am 6. Dezember Taufpaten des Kleinen.