Hi Leute,
dies ist unsere erste Story und wir hoffen, dass sie euch gefällt. Über Lob und Kritik würden wir uns sehr freuen. (einfach ein Mail an Jen123@gmx.at)
Viel Spaß beim Lesen.
Liebe Grüße Bibi & Gini

From: Christina
To: Samantha
Hy Sam,
Ich halt das hier einfach nicht mehr aus. Er hat es schon wieder getan, dieser Mistkerl. Habe ich dieses Leben wirklich verdient??? Was habe ich denn getan??? Und er wird mit jedem mal brutaler!!! Ich kann einfach nicht mehr – ich werde das hier alles hinter mir lassen. Ich hau ab – noch heute!!! Es wird Zeit, dass ich ihm zeige, dass ich mein eigenes Leben habe und alt genug bin das alles hinter mir zu lassen. Und Shelly diese Schlampe. Es genügt nicht, dass sie meinem Vater jetzt auch noch ein Kind unterjubeln will.....NEIN....sie sieht auch noch seelenruhig zu, wenn mein Vater mich wieder einmal windelweich schlägt!! Das Kind tut mir jetzt schon leid. Aber ich kann dieses Kind nicht retten – ich muss mich selbst retten. Ich bin jetzt 22 Jahre alt und habe mein Leben noch vor mir. Jetzt fange ich an zu leben – ohne diesen Mann, der sich meinen Vater nennt!!!
Sam, ich seh aus, als ob mich eine ganze Horde Elefanten überrannt hätte und das ist noch nett ausgedrückt. Ich trau mich nicht aus dem Haus aber wenn ich mal draußen bin, will ich nicht mehr nach Hause. Obwohl, das kann man gar nicht mehr „zu Hause“ nennen, denn das ist es für mich schon lange nicht mehr. Egal ich werde mir eine Sonnenbrille und ein Cappy aufsetzen, dann sieht man mal das gröbste nicht mehr und den Rest versuche ich mit Schminke so gut es geht abzudecken!

Ich werde jetzt meine Sachen packen, mein Konto plündern und gehen. Meinen Job als Bürokauffrau hab ich auch schon gekündigt, denn ich will jetzt meinen Traum als Choreografin verwirklichen. Aber wo??? Das erste, was ich machen werde ist an den Flughafen fahren und mal sehen wo ich dann lande.

Sam, du bist die einzig wahre Freundin, die ich habe! Ich verspreche dir, dass ich mich bei dir melden werde, wenn ich einen Platz gefunden habe! Ich werde heute Abend noch mal kurz in meinen Posteingang schauen und sehen, ob du mir geantwortet hast. Ansonsten hörst du von mir.

Ich hab dich unendlich lieb und bin froh, dass ich dich hab!!
Bis dann
Kisses Chris


From: Samantha
To: Christina
Hey Chris,
Ich hoffe, dass du diese E-Mail noch liest bevor du Dänemark verlässt.
Du weißt, dass ich zu dir stehe und immer für dich da bin. Du hättest diesen Entschluss schon viel früher fassen müssen aber es ist gut, dass du diesen Schritt überhaupt machst. Früher oder später wärst du daran kaputt gegangen.
Ich möchte aber nicht, dass du in der Welt herumirrst und nicht weißt was du machen sollst oder wohin du gehen sollst. Ich würde mich freuen, wenn du zu mir kommen würdest. Wir haben uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und ich will dir helfen über die schrecklichen Erlebnisse hinweg zu kommen. Ich will dabei sein, wenn du dein neues Leben beginnst. Bitte nimm meine Einladung, nach Dublin zu kommen, an. Ich habe dieses Wochenende frei und habe auch sonst keine Aufträge für den Fotoshop zu erledigen, also bin ich zu Hause. Ich werde auf dich warten – also komm bitte! Ich freu mich.

Pass auf dich auf
Ich hab dich auch lieb – sehr sogar
Kisses Sam

Samantha schickte das E-Mail ab und wandte sich wieder ihrem Terminkalender zu. Sie war vor drei Jahren von London nach Dublin gezogen, weil ihr Großvater ihr seinen Fotoshop vererbt hatte. Unter anderem wurden in diesem Shop normale Fotos entwickelt, auf CD gespielt und auch auf verschiedene Textilien gedruckt. Aber Samantha war auch als eigene Fotografin unterwegs. Sie fotografierte auf vielen Hochzeiten, Geburtstage, Betriebsfeiern und sonstigen Ereignissen von Dublin. Aber für dieses Wochenende hatte sie keinen Auftrag und im Fotoshop hatte sie eine Aushilfe. Aber sie war nicht alleine, ihr Onkel Louis wohnte in Dublin und war ein bekannter Produzent.
Christina und Samantha kannten sich von früher. Samantha war damals, als sie noch ein kleines Mädchen war, mal mit ihren Eltern nach Dänemark gefahren um Urlaub zu machen und dort lernten sich die beiden Mädchen kennen. Sie blieben über all die Jahre mit E-Mails und Telefonaten in Kontakt. Sie lernten sich immer besser kennen und besuchten einander auch. So erfuhr Samantha auch davon, dass Christina von ihrem Vater schwer misshandelt wurde, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war und dass ihre Stiefmutter Shelly sich nie um sie kümmerte und somit auch die Misshandlungen nicht stoppte. Die beiden wurden die besten Freundinnen und konnten über alles reden. Nun wollte Samantha für ihre Freundin da sein und ihr helfen ein neues Leben zu beginnen.

Christina hatte währenddessen ihre gesamten Sachen zusammengepackt. Shelly und ihr Vater waren an diesem Abend nicht zu Hause und würden auch nicht vor den frühen Morgenstunden zurück kommen und bis dahin wollte Christina schon längst weg sein. Doch bevor sie die Tür des Hauses schließen konnte, lief sie noch mal zum Computer und las die letzte E-Mail, die ihr Sam geschickt hatte. Als sie diese fertig gelesen hatte, huschte ihr ein kleines Lächeln über die Lippen. Sie entschloss sich ihrer Freundin noch schnell zu antworten:

From: Christina
To: Samantha
Hy Sam,
Ich habe meine Sachen jetzt gepackt und werde nach dieser E-Mail dieses Haus und dieses Land verlassen. Wahrscheinlich fragst du dich wie ich so einfach verschwinden kann ohne, dass mein Vater mich zurück hält! Die Antwort darauf: Er ist mit Shelly wie jedes Wochenende in der Bar um sich zu besaufen. Sie werden vor morgen früh hier nicht wieder auftauchen. Er wird mich wieder wecken wollen, um............. Aber ich werde nicht da sein. Ich werde bei dir in Dublin sein.
JA, du hast richtig gehört. Ich nehme deine Einladung gerne an und komme zu dir.

Ich bin wirklich glücklich dich zu haben. Ich melde mich bei dir (telefonisch) sobald ich in Dublin angekommen bin. Ich weiß nämlich nicht ob ich für heute Nacht noch einen Flug bekomme!! Mach dir keine Sorgen ich komme klar.
DANKE!!!

Bis bald
Chris

Nachdem Chris die E-Mail abgeschickt hatte, nahm sie ihre Koffer und ihren Rucksack und verschwand für immer aus dem Haus, indem sie aufgewachsen war. Sie nahm sich ein Taxi und fuhr zum Flughafen, nachdem sie dort nach einem Flug nach Dublin fragte wurde sie informiert, dass der nächste Flug erst um 6:00 Uhr morgens startete. Sie kaufte sich ein Ticket, schrieb Sam noch schnell eine SMS, wann sie landen würde und setzte sich auf einen Stuhl in der Nähe des Check In. Da der Stuhl nicht sehr bequem war konnte sie kaum schlafen und hatte deshalb viel Zeit um nachzudenken. Sie hatte den richtigen Entschluss gefasst, nun endlich zu gehen und sie hatte eine Freundin, die ihr anbot bei ihr zu bleiben. Chris war sehr froh darüber und konnte deshalb wenige Minuten einnicken.
Nachdem sie die halbe Nacht nicht geschlafen hatte war sie im Flugzeug total müde und schlief kurz nach dem Start ein.

Samantha hatte die SMS von Chris bekommen und freute sich ihre Freundin bald wieder zu sehen. Am frühen morgen stand sie auf und fuhr zum Flughafen. Als sie angekommen war sah sie auf dem Bildschirm, dass das Flugzeug, indem Chris sitzen sollte, in einer viertel Stunde landen würde. Also ging sie zum Meeting Point und setzte sich auf einen der zahlreichen Stühle, von denen kaum einer besetzt war.

Kurz vor der Landung wurde Chris wach und das erste an das sie dachte war „FREIHEIT“. Sie war frei. Sie konnte nun endlich das Leben leben, von dem sie schon so oft träumte. Sie konnte endlich den Beruf ausüben, den sie immer ausüben wollte und sie konnte endlich sie selbst sein. Mit diesen Gedanken verließ Chris die Maschine, lief durch die Passkontrolle und holte ihr Gepäck.
Als sie aus dem „Arrival“-Bereich herauskam sah sie Sam schon auf sie zukommen. Sie umarmten und drückten sich. „Wie geht’s dir? Wie war der Flug? Hast du alles gut überstanden? Mein Gott ist das lange her, das wir uns gesehen haben aber ich bin so froh, dass du da bist!!“ fing Sam an zu reden. Chris strahlte sie an „Mir geht’s gut, danke! Du siehst fantastisch aus!“ Als Sam ihrer Freundin ein Bussi links und rechts auf ihre Backe geben wollte, ging Chris einen kleinen Schritt zurück. Zuerst erschrak Sam, doch sie verstand als Sam die Sonnenbrille, die sie immer noch trug, ein wenig nach unten rutschen ließ. Zum Vorschein kamen ein blaues Auge, Schwellungen und ein paar Kratzer. „Lass uns zuerst einmal nach Hause gehen. Du musst hundemüde sein“ sagte Sam und nahm mit der einen Hand einen Koffer und mit der anderen die Hand ihrer Freundin.

Als die beiden Mädels endlich Sam´s Wohnung betraten, stellte Chris erst einmal ihre Koffer ab. „Setz dich, möchtest du was trinken?“ „Gern, bring mir einfach ein Glas Wasser bitte.“ Nachdem Sam für sich und Chris etwas zu trinken holte, setzte sie sich zu ihr. „Und wie geht’s dir jetzt“ fragte Sam vorsichtig. „Ich möchte jetzt nicht darüber reden. Tut mir leid.“ Chris sah verstört auf den Boden und wechselte schnell das Thema. „Wie geht’s eigentlich Kian, Nicky, Mark, Bryan und ........... Shane? Hat dein Onkel immer noch was dagegen, dass ihr euch öfter mal trefft?!“ Sam sah Chris an und lächelte „Ja, er hat eigentlich immer noch was dagegen. Aber er ist selbst schuld schließlich hab ich die Jungs durch ihn kennen gelernt und das weiß er auch. Übrigens ist Bryan ausgestiegen. Er hat vor solo durchzustarten“ „Ne, wirklich. Hast du mit ihm dann überhaupt noch Kontakt?“ fragte Chris neugierig. „Ja, das schon, aber nicht mehr so viel, weil er ziemlich wenig Zeit hat“ Die beiden redeten noch ein paar Minuten weiter bis Chris immer müder wurde und das Gähnen kaum noch unterdrücken konnte. „Bist du mir böse, wenn ich mich hinlege?“ fragte sie. „Nein auf gar keinen Fall. Ich werde noch schnell einkaufen gehen und bin dann bald wieder da. Mach es dir gemütlich und fühl dich wie zu Hause!“ Christina war so müde, dass sie sich gar nicht mehr umziehen konnte, sich gleich auf die Couch legte und kurze Zeit später im Land der Träume versunken war.
Rrrrrrrrrrrring rrrrrrrrrrrrrring! Es klingelte an der Tür, doch Chris hörte es nicht. Rrrrrrrrring rrrrrrrrrrrrring. Wieder klingelte es. Langsam drehte Christina den Kopf zur Seite und blinzelte. Ihr Gesicht tat ihr weh, doch sie kämpfte sich langsam hoch. Rrrrrrrrrrring rrrrrrring hörte sie es nun schon wieder an der Tür klingeln. Langsam und immer noch verschlafen lief sie total verwirrt zur Tür, öffnete diese „Hast du deinen Schlüssel vergessen?“ fragte sie ohne die Augen richtig zu öffnen und lief zurück zur Couch. „Ähm.......hallo! Ist Sam gar nicht da“ fragte eine ihr fremde Stimme. Mittlerweile hatte sich Chris wieder unter die Decke verkrochen und erschrak als sie die Männerstimme hörte. Sie zog sich die Decke vom Kopf und sah einem großen, dunkelhaarigen Mann ins Gesicht, der im Türrahmen stand. „Oh mein Gott, es tut mir leid“ sagte Chris „die ist Einkaufen gegangen. Ich.........ich weiß aber nicht wann sie wieder kommt“ stotterte Christina. Genau in dem Augenblick kam Samantha zur Tür herein. Sie betrat das Wohnzimmer und der Mann, der mittlerweile in den Raum getreten war drehte sich um „Hy Mark, was machst du denn hier?“ Sam stellte ihre Einkaufstüten ab, lief auf ihn zu und umarmte ihn. „Ich wollte dich besuchen aber du warst ja nicht da“ „Bist du schon lange hier“ „Nein ich bin vor einer Minute gekommen, oder?“ Mark blickte fragend in Chris’ Richtung. Sie hatte sich bereits auf der Couch aufgerichtet und nickte nur stumm. „Ach, in dem Fall kennt ihr euch schon“ sagte Sam. „Noch nicht ganz. Ich bin Mark“ sagte er und reichte ihr die Hand. „Ich bin Christina, genannt Chris. Sorry noch mal wegen vorhin“ sagte Chris zaghaft. Mark sah sie immer noch ein wenig irritiert an, da er das blaue Auge und die Kratzer längst entdeckt hatte aber er fragte nicht lange weiter sondern grinste und erwiderte „Gar kein Problem!“ „Warum was war denn?“ fragte Sam neugierig „Nicht der Rede wert“ antwortete Mark lächelnd. Sam zog ihre Jacke aus, nahm ihre Einkaufstüten wieder in die Hand und lief in die Küche. Mark folgte ihr „Gibt es eigentlich was besonderes?“ fragte Sam, als Mark ihr half die Taschen auszupacken. „Ja, ich wollte fragen, ob du Lust hast, heute Abend mit mir und den Jungs mal wieder auszugehen. Du kannst Christina gerne mitnehmen wenn du möchtest“ „Klar, wir kommen mit. Chris kann Ablenkung gebrauchen. Gib mir einfach noch Bescheid, wann und wo“ „Sag mal was ist eigentlich mit Christina los? Woher hat sie die Kratzer und das blaue Auge“ fragte Mark interessiert „Tut mir leid Mark aber das kann ich dir nicht sagen - noch nicht“ „Ist schon in Ordnung! Ich muss sowieso wieder los. Die Jungs warten auf mich. Wir nehmen gerade ein paar Songs für ein neues Album auf und dein Onkel bekommt die Krise wenn ich nicht wieder rechtzeitig zurück bin. Also ich melde mich noch bei dir ok?“ sagte er während er wieder zurück zur Tür lief. Er verabschiedete sich noch kurz bei Chris. Sam war ihm gefolgt „Ja, meld dich einfach. Bis später, Bye!“

Sam schloss die Tür hinter sich und ging wieder ins Wohnzimmer. „Die Jungs haben uns für heute Abend eingeladen. Hast du Lust auszugehen? Das lenkt dich bestimmt ab“ sagte Sam zu Chris, die bereits aufgestanden war und gerade dabei war die Decke zusammenzulegen. „Um ehrlich zu sein Sam habe ich keine große Lust heute weg zu gehen. Geh du ruhig und hab Spaß mit den Jungs aber ich möchte mich so nicht draußen blicken lassen“ sagte sie und Sam nickte ihr verständnisvoll zu. Nach ein paar Minuten kam Sam plötzlich eine Idee: „Wie wäre es, wenn wir die Jungs zu mir einladen und wir einen Videoabend machen. Dann lernst du sie besser kennen und du wirst trotzdem ein wenig abgelenkt“ „Naja eigentlich eine gute Idee aber.........“ Chris blickte zur Seite. „Hey Chris, Ablenkung tut dir doch nur gut. Glaub mir die Jungs werden dich nicht darauf ansprechen, dafür werde ich schon sorgen“ sagte Sam lächelnd „Na wenn du meinst“ entgegnete ihr Chris. Daraufhin nahm Sam gleich ihr Handy und telefonierte mit Mark, der damit auch einverstanden war und alles gleich mit den Jungs ausmachte.
„Ok, das wäre geregelt, übrigens hast du da hinten dein eigenes Zimmer“ sagte Sam lachend und lief in das Gästezimmer. Auf dem Weg dorthin nahm sie einen Koffer von Chris, der immer noch im Hausflur stand, gleich mit. Chris folgte ihr mit dem zweiten Koffer und einer Tasche. Als sie das Zimmer betraten stellten sie die Koffer ab und fingen an alles auszupacken. „Kennst du das?“ fragte Chris grinsend und hielt Sam ein Foto hin, auf dem die zwei Frauen vor einigen Jahren in Dänemark zu sehen waren. „Hilfe, dieses Foto muss uralt sein“ „12 Jahre um genau zu sein. Es wurde in eurem Urlaub gemacht. Mein Vater hat den Film entwickeln lassen. Ich liebe dieses Foto. Ich habe es dann eingerahmt und neben mein Bett gestellt.“ Die beiden umarmten sich „Ich bin so froh, dass du da bist“ sagte Sam „ich hatte wirklich Angst um dich“ „Keine Angst, jetzt geht es mir gut. Aber ohne deine Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Danke“ es folgte eine Umarmung. „So nun lass uns mal weiter auspacken ansonsten werden wir bis heute Abend nicht fertig“ sagte Chris und stubste Sam dabei in die Seite.

Am Abend bevor die Jungs eintrafen, machten sich die Mädels noch ein wenig frisch. Chris kam gerade aus der Dusche und nun konnte Sam auch die Striemen auf ihrem Rücken sehen und durch die Schminke, die Chris entfernt hatte, wurden die restlichen Kratzer im Gesicht- und Halsbereich erst richtig deutlich und an den Armen waren auch deutliche blaue Flecken zu erkennen. „Mein Gott! Was hat dieses Monster nur mit dir gemacht?“ sagte Sam erschrocken. Chris kullerten ein paar Tränen über die Wangen „Oh, tut mir leid. Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Komm her“ Sam breitete ihre Arme aus und umarmte ihre Freundin ganz vorsichtig, darauf bedacht ihr nicht weh zu tun. Chris ließ ihren Tränen für ein paar Minuten freien Lauf und Sam versuchte sie zu beruhigen „ssshhh es ist vorbei!“ Dann rappelte sich Christina wieder auf „Danke Sam. Es geht schon wieder. Machen wir uns lieber fertig ansonsten kommen die Jungs noch zu früh.“ Sie lächelte wieder ein wenig und lief in ihr Zimmer um sich anzuziehen.

Eine halbe Stunde später klingelte es an der Tür und Sam öffnete diese. Nachdem sie die vier Jungs begrüßt hatte kam auch schon Christina dazu. Nachdem Sam ihr jeden einzeln vorstellte liefen sie ins Wohnzimmer. Als es sich jeder bequem gemacht hatte fragte Sam in die Runde „Will jemand was bestimmtes ansehen?“ und schon wurde diskutiert. Kian wollte *Titanic*, Mark *Armageddon* und Sam einen Horrorfilm ansehen. Den anderen war es total egal. Doch dann fingen die drei plötzlich an herumzualbern, sich mit Kissen zu beschmeißen und sich gegenseitig zu necken. Chris beobachtete dies aus der Ecke der Couch. Nicky saß neben ihr und bemerkte, dass sie ein wenig verwirrt war „Tja so sind die drei eben. Immer am herumalbern. Aber daran gewöhnt man sich schnell glaub mir“ Jetzt mischte sich auch Shane ein „Ja, glaub mir das kann sogar sehr ansteckend sein“ und schon schmiss er ein Kissen in die Richtung der drei!! Chris konnte sich nun das Lachen nicht mehr verkneifen. Während Kian, Mark, Shane und Sam sich immer noch mit Kissen beschmissen verfingen sich Nicky und Chris in einem Gespräch. Langsam hörten die anderen mit den Blödeleien auf und gesellten sich wieder in die kleine Runde. Chris war gerade dabei Nicky zu erzählen, dass sie Choreografin werden möchte. „Hey, ich wüsste da was“ entgegnete Nicky „unsere momentane Choreografin Priscilla ist schwanger und wird uns für die nächste Tour, die wahrscheinlich in einem Jahr oder so stattfinden soll, nicht trainieren können. Wir müssten uns also auf die Suche nach einer neuen Choreografin machen. Aber wenn wir schon eine haben, dann ist das um so besser“ Nicky grinste in die Runde „Oder Jungs?“ Die andern konnten ihm nur zustimmen. „Am besten frage ich morgen gleich mal meinen Onkel. Die Ausbildung hast du ja schon oder?“ fragte Sam. „Ja die hab ich neben meinem Job in der Tanzschule gemacht“ antwortete Chris. Sie vertieften sich in einem Gespräch über Musik und Tanz und vergaßen ganz die Zeit. So kamen sie gar nicht mehr dazu sich einen Film anzusehen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen entschloss sich Sam gleich ihren Onkel anzurufen um ihn nach der freien Stelle für Chris zu fragen. Er war hellauf begeistert, da er Chris aus Erzählungen kannte und sich freute sie endlich mal kennen zu lernen. Sie verabredeten sich für die nächste Woche.

Die kommende Woche verging ziemlich schnell und das Gespräch mit Louis war auch super gelaufen. Chris hatte einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nach einer längeren Besprechung wurde bekannt, dass Chris die neue Choreografin für Westlife sein wird. Sie war sehr glücklich darüber – endlich wurde ihr Traum wahr. Louis machte Chris noch mit Priscilla bekannt und von ihr bekam sie dann auch zwei Videobänder auf denen die Choreografien der letzen Touren zu sehen waren. „Nur damit du den Stil von Westlife kennen lernst und dich daran orientieren kannst“ sagte sie. „Danke, das ist sehr nett von dir. Ich wünsche dir und deinem Baby alles Gute“ entgegnete Chris. „Oh, Dankeschön. Ich werde mal vorbeischauen, wenn der kleine Wurm da ist“ lächelte sie zufrieden.

Bevor Chris sich auf den Weg nach Hause machte, ging sie noch schnell eine Kleinigkeit einkaufen. Sie wollte für sich und Sam heute Abend ein leckeres Essen zaubern und somit ihrer Freundin für die Unterstützung und den Halt den sie ihr gegeben hatte, danken.
Sie hatte gerade die Tür geöffnet und lief geradewegs in die Küche. Als sie zurück in den Flur ging um die Tür zu schließen blieb sie geschockt stehen. Vor ihr stand ihr Vater, der sie voller Zorn und Wut ansah „Dachtest wohl, dass ich dich nicht finde was? Aber dich ausgerechnet bei Sam zu verstecken war ein dummer Fehler Liebes.“ Christina lief langsam rückwärts um sich irgendwo einschließen zu können aber sie war nicht schnell genug. Er lief auf sie zu, hielt ihre Hände fest „Was soll das Christina? Warum haust du einfach ab? Sind wir denn nicht lieb zu dir?“ fragte er spöttisch und strich ihr mit seinen dreckigen Fingern über ihre Wange. Sie drehte den Kopf in eine andere Richtung. Vor lauter Angst konnte sie weder reden noch schreien. „Antworte mir auf meine Frage Christina“ sagte er. Langsam ließ er ihre Hände los „Warum bist du einfach abgehauen? Sind wir nicht lieb zu dir?“ Zuerst starrte sie ihn nur an aber dann begann sie langsam zu sprechen: „Oliver, du hast mich doch noch nie gemocht“ sagte sie leise, darauf bedacht, dass ihr Vater nicht merkte, dass sie ihn mit seinem Vornamen angesprochen hatte. „Warum nennst du mich nicht Daddy, wie du es früher immer getan hast, Kleines?“ Sie sah ihm in seine hasserfüllten Augen „Ich habe dich immer geliebt mein Kind“ redete er weiter. Chris hatte Angst. So kannte sie ihren Vater gar nicht. Eigentlich hätte er sie schon längst geschlagen, wenn sie ihm so etwas gesagt hätte. „Nein Oliver, du machst mich für den Tod meiner Mutter verantwortlich, weil sie bei meiner Geburt gestorben ist“ sagte Chris mit einer zittrigen Stimme. Ihr liefen vereinzelt Tränen der Angst, der Wut und der Verzweiflung über die Wange. „NEIN“ schrie er und gab ihr eine schallende Ohrfeige. Sie fiel zu Boden und hielt sich ihre Backe. „Und nenn mich nicht Oliver – ich bin dein Vater“ schrie er sie an während er sie wieder auf die Beine zwang. Sie stand ihm gegenüber und sah in diese Augen, vor denen sie immer solche Angst gehabt hatte. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sagte mit zitternder und weinender Stimme die einzelnen Worte:„Ich habe keinen Vater“ Noch bevor sie weiter denken konnte schlug er sie wieder ins Gesicht. Sie fiel zu Boden doch ihr Vater hörte nicht auf. Er trat weiter auf sie ein und in jedem Tritt, in jedem Schlag spürte Sie den Hass ihres Vaters. Doch plötzlich hörte Oliver auf: „Verdammt was soll das, lassen sie mich los“ Chris lag zitternd und wimmernd am Boden und bewegte sich nicht.
„Meine Güte Chris, wer war das? Was wollte der? Komm ich helf dir auf. Chris, sag doch was.“ Christina vernahm Nicky´s Stimme, die so nett und besorgt klang. Nicky half ihr hoch, legte sie auf die Couch. Anschließend ging er ins Bad und brachte ihr ein kaltes Tuch, das er ihr vorsichtig aufs Gesicht legte. Sie zuckte nur kurz zusammen. Ein paar Minuten vergingen in denen Nicky immer wieder ein frisches Tuch holte und ruhig neben ihr saß.
„Danke“ hörte Nicky leise Christina sagen. „Nichts zu danken. Jeder andere hätte in meiner Situation gleich gehandelt. Geht’s dir besser?“ fragte er vorsichtig. „Das war mein Vater“ erklärte Chris ohne weiter auf seine Frage einzugehen. Sie wusste, dass sie Nicky eine Erklärung schuldig war. Und obwohl er sich auch mit einer kurzen Antwort zufrieden gegeben hätte, erzählte Chris ihm die gesamte Geschichte. Als sie fertig war nahm Nicky sie in den Arm und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange. „Jetzt wird alles gut. Nachdem ich deinem Vater mit der Polizei gedroht habe ist er verschwunden. Ich bin da. Alles wird gut“ „Danke Nicky, danke für alles“

Natürlich hatten auch Sam und die anderen Jungs davon erfahren und somit wurden Kian, Shane, Mark und auch Louis über Chris’ Vergangenheit informiert. Ein paar Tage später war Chris wieder fit und widmete sich ihrem großen Traum. Sie sah sich die Videos der letzten Tour an und trainierte fleißig. Doch die Vergangenheit holte sie immer wieder ein. Sie wurde fast nächtlich von Alpträumen heimgesucht. Sie hatte bei jedem Einkauf, bei jedem Aufsperren der Tür immer wieder diese gewisse Angst. Sie entschloss sich einen Pfefferspray zu besorgen, den sie immer bei sich hatte. So fühlte sie sich wenigstens ein bisschen sicherer. Die anderen, vor allem Nicky und Sam, kümmerten sich rührend um sie.

Zwei Wochen später bekam Chris ein Tape von Louis auf dem sich die Songs befanden, zu denen Christina eine Choreografie einstudieren sollte. Dafür hatte sie wiederum zwei Monate Zeit, da die Jungs zur Zeit auf Promotiontour für das Album waren und danach einige Wochen Urlaub hatten.
Währenddessen lief es im Fotoshop von Sam einfach super. Sie hatte Aufträge in Hülle und Fülle und hatte Spaß an ihrem Job. Gerade als Chris von Louis kam besuchte sie ihre Freundin. „Hallo, na wie geht’s? Viel zu tun?“ fragte sie als sie den Fotoshop betrat. „Ja eigentlich schon aber ich hab Zeit. Was gibt’s?“ „Nichts besonderes ich habe nur das Tape gerade von deinem Onkel geholt und werde mich ab heute an die Arbeit machen“ erzählte Chris während sie durch den Fotoshop lief und einige Kameras austestete. Als sie an einer besonders schönen Kamera ankam staunte sie nicht schlecht. Sam erzählte ihr, dass diese ganz neu sei und zeigte ihr bestimmte Funktionen. Nach einer kleinen Einführung durfte Chris diese auch testen. Sie nahm sich gleich mal Sam als Opfer. „Hey, du machst vor der Kamera echt eine tolle Figur. Schon mal daran gedacht zu modeln oder so?“ fragte Chris. Sam zuckte zusammen „nein nein nein. Ich stehe lieber hinter der Kamera und nicht davor.“ Mit einem kleinen Seufzer legte Christina die Kamera wieder beiseite und gähnte kurz. „Na, gestern mal wieder zu lange mit Nicky telefoniert“ fragte Samantha grinsend. „Ja, er hat sich erkundigt wie es mir geht“ „soso“ Sam musste sich ein lächeln verkneifen. „was ist?“ fragte Chris „Nichts, es freut mich nur, dass du hier wieder so richtig aufblühst“ Plötzlich öffnete sich die Tür des Ladens und ein Kunde betrat den Raum. Chris konnte nur noch lächelnd nicken und verabschiedete sich.

Knappe drei Wochen später war die Promo-Tour der Jungs vorbei, Chris hatte schon ein paar Choreografien einstudiert und Sam hatte mittlerweile auch wieder Luft in ihrem Terminkalender. Da die Jungs noch eine Woche in Dublin verbrachten bevor Shane, Kian und Mark zurück nach Sligo fuhren, verabredeten sich die sechs, um mal wieder miteinander auszugehen.
Chris hatte bisher noch nicht so viel Zeit gehabt die Jungs richtig gut kennen zu lernen und so freute sie sich auf den Abend. Nicky war mittlerweile schon zu einem sehr guten Freund geworden aber sie wollte die anderen Jungs auch mal näher kennen lernen.
Um kurz nach 21 Uhr liefen Sam und Chris in eine Bar, in der sie sich mit den anderen verabredet hatten. Sie waren jedoch noch nicht da und so suchten sich die Mädels einen freien Platz und setzten sich. Sie bestellten beide schon einmal ihre Getränke.

Einige Minuten später kamen dann auch Kian, Shane und Mark. Aber wo war Nicky? Sam erkundigte sich und es stellte sich heraus, das Nicky noch einen alten Freund getroffen hatte und mit diesen draußen vor der Tür stehen würde. Somit konnte Chris schon mal mit ihrem Vorsatz beginnen. Mark setzte sich neben sie und schon begann sie mit ihm zu reden. Zuerst über aktuelle Themen wie die Tour, ihre Musik und ihre Fans und dann wurden sie ein wenig persönlicher „wie ist das für dich so oft unterwegs zu sein?“ fragte Chris „Es ist echt hart. Ich vermisse meine ganze Familie sehr, wenn ich weg bin aber umso schöner ist es wieder nach Hause zukommen.“ Mark schwärmte richtig vom Familienleben, was Chris nicht so ganz verstehen konnte, da sie nie dieses idyllische Familienleben kennen lernen durfte.
Während die beiden sich noch weiter unterhielten gingen Kian und Sam tanzen. Ein paar Minuten später kam auch endlich Nicky. Er begrüßte alle herzlich und gesellte sich zu Mark und Christina. „Kommst du mit tanzen“ fragte Mark Christina und diese nickte. Auch Nicky und Shane begaben sich nun auf die Tanzfläche. Nach ein paar Uptempo Songs wurde es allen zu viel und sie ließen sich erschöpft auf den Sesseln nieder. Nun versuchte Chris mit Kian ins Gespräch zu kommen, was ihr auch prompt gelang.

Gegen Mitternacht stieg der Alkoholpegel der anderen und Christina fühlte sich nicht mehr sehr wohl. „So Leute, ich werde dann mal nen Abgang machen“ sagte Chris. „Aber warum denn. Wir haben doch so viel Spaß“ entgegnete ihr Nicky. „Tut mir leid Nix, ich habe einfach keine Lust mehr.“ „Na gut, aber ich bring dich noch nach Hause. Leute, ich wünsch euch noch nen schönen Abend“ sagte Nicky. „Das musst du nicht. Ich finde schon nach Hause“ „Aber ich will es“ sagte Nicky und lächelte sie an.

Während Nicky und Christina sich auf den Heimweg machten, feierten die anderen noch weiter. Shane, der langsam auch müde wurde und merkte, dass der Alkohlpegel der anderen immer höher wurde, wollte sie dazu bewegen auch den Heimweg anzutreten, doch das entpuppte sich als ziemlich schwer. „Ach kommt schon Leute, lasst uns gehen. Wir müssen morgen doch zurück nach Sligo. Außerdem habt ihr ganz schön über die Stränge geschlagen“ versuchte er seine zwei Kumpels und Sam zu überreden. „Ach der liebe Papi hat gesagt, wir sollen nach Hause gehen“ äffte Kian und alle mussten lachen. „Komm Shane“ Sam klopfte auf den Platz zwischen ihr und Kian „setz dich, bestell noch ein Guinness und trink mit uns“ Er ließ sich überreden, jedoch bestellte er sich was unalkoholisches um die anderen dann nach Hause zu bringen, da er sich sicher war, dass diese drei den Weg dorthin nicht mehr finden würden.

Chris und Nicky hatten sich dazu entschlossen nach Hause zu laufen. Auf dem Weg dorthin unterhielten sie sich und Chris erfuhr viel über die Karriere von Westlife. Sie amüsierte sich bei kleinen Pannen die Nicky ihr erzählte und schmunzelte bei dem Gedanken, dass sie den Jungs für die nächste Tour die Choreografie beibringen musste. „Wenn du über Westlife redest bekommen deine Augen immer einen ganz besonderen Glanz und dein Lächeln zeigt, dass dir diese Band sehr viel bedeutet“ sagte Christina. „Da hast du recht“ grinste er „das hast du sehr gut beobachtet. Ich lebe für diese Band. Das wollte ich immer machen und mit den Jungs ist das nicht nur eine Verwirklichung meines Traums sondern mein Leben. Ich freue mich später einmal meinen Kindern davon zu erzählen“ sagte er lächelnd. Mittlerweile waren sie vor der Haustür angekommen und Chris bedankte sich für´s nach Hause bringen. Sie gab ihm einen kurzen Kuss auf die Wange und verschwand im Haus.

Shane hatte währenddessen in der Bar alle Hände voll zu tun. Er bestellte ca. eine Stunde nachdem Chris und Nicky gegangen waren ein Taxi für Sam und Mark. Sie hatten beide ganz schön über die Stränge geschlagen und lachten nur noch vor sich hin. Als sie endlich mit dem Taxi ankamen, sperrte Shane die Tür auf und ließ beide hinein. „Kommt ihr klar“ fragte er kurz. „Aber sicher wir sind ja keine Kinder mehr“ und schon lachten beide wieder „und seid ruhiger Chris schläft sicher schon“ sagte Shane und verzog sich. Die beiden legten sich den Finger auf den Mund als Zeichen, dass sie still sein mussten und verschwanden im Badezimmer. Als sie sich total ungeniert voreinander bis auf die Unterwäsche auszogen musterten sie sich gegenseitig. Plötzlich lief Mark zwei Schritte vorwärts, direkt auf Sam zu und küsste sie stürmisch. Diese war erschrocken, jedoch genoss sie den Kuss. Stürmisch küssend und immer wieder leise aufstöhnend bewegten sie sich gemeinsam in Samantha´s Zimmer. Dort ließen sie sich auf das große, weiche Bett fallen und ließen ihrer Leidenschaft freien Lauf.

Am nächsten Morgen wurde Christina vom Klingeln ihres Handy´s geweckt. Sie drehte sich um und griff danach. „Ja“ nahm sie verschlafen und leicht genervt ab. „Oh, hab ich dich geweckt“ Chris hörte Nicky am anderen Ende, dem die Situation nicht recht war. Sie drehte sich auf den Rücken und antwortete „ja aber kein Problem. Was gibt’s? Wie spät ist es eigentlich?“ Sie nahm das Handy in die andere Hand und sah auf ihre Armbanduhr. „Sorry ich wollte dich fragen ob du Lust hast mit mir frühstücken zu gehen?“ fragte Nicky. Christina sah, dass es 10:00 Uhr morgens war und entschloss sich Nicky´s Einladung anzunehmen. „Klar hab ich Lust. Wann und wo?“ „Super! Am besten hol ich dich in ca. einer viertel Stunde ab! OK“ „Ja, geht klar also. Dann werde ich mich jetzt beeilen. Also bis gleich. Bye“.

Keine zwanzig Minuten später stand Nicky auch schon vor der Tür und begrüßte Chris mit einem Küsschen. „Ich habs, lass uns gehen. Ah stopp – einen Moment noch“ sagte sie und lief in die Küche. Sie schrieb Sam noch schnell einen Zettel, damit diese Bescheid wusste. „So jetzt können wir“ Sie liefen aus dem Haus und Chris steuerte auf Nicky´s Wagen zu, doch Nicky hielt sie zurück. „Es ist nicht weit. Wir können laufen“ sagte er lächelnd und hielt ihr seine Hand hin. Sie grinste, hakte sich bei ihm ein und lief mit ihm die Straße entlang. „Shane hat mich heute schon angerufen. Anscheinend hatten Sam und Mark gestern einen zu viel über den Durst getrunken“ sagte Nicky während sie die noch leeren Straßen von Dublin entlang gingen. „Ach ja?? Ich hab davon überhaupt nichts mitbekommen. Kurz nachdem wir uns verabschiedet hatten bin ich ins Bett und habe auch gleich geschlafen. Wann ist Shane denn nach Hause?“ „Er hat cirka eine Stunde nachdem wir gegangen sind Sam und Mark in die Wohnung gebracht und ist dann auch nach Hause.“ Chris lächelte nur. Nicky zeigte mit seinem Finger auf ein kleines Café auf der anderen Straßenseite. „Da müssen wir hin“ Nachdem sie die Straße überquert hatten, liefen sie in das Café und setzten sich an einen Tisch, der gemütlich in einer Ecke stand. Der Tisch war umschlossen von einer kleinen L-förmigen Eckbank und zusätzlich zwei Stühlen. Nicky und Chris setzten sich auf die Bank und bestellten ein irisches Frühstück.

Langsam und verschlafen öffnete Mark seine Augen, er sah zu Samantha, die noch tief und fest zu schlafen schien, doch auch sie öffnete ein paar Minuten später die Augen. „Guten Morgen“ sagte Mark etwas unsicher. „Guten Morgen“ kam es auch von Sam. Nachdem sich beide unsicher angesehen hatten drehte Sam plötzlich den Kopf zur Seite und stieg, mit der Decke um ihren schlanken Körper gewickelt, aus dem Bett und ging aus dem Zimmer. Mark richtete sich währenddessen auch im Bett auf und zog seine Boxershorts an. Er sah aus dem Fenster und dachte über die letzte Nacht nach.
Sam war im Bad verschwunden, nahm zuerst einmal eine heiße Dusche um wieder einen klaren Gedanken zu fassen, denn auch sie war verwirrt. Warum hatte sie sich letzte Nacht so hinreißen lassen? Sie war doch mit Mark sehr gut befreundet aber es war nie mehr zwischen ihnen oder? Noch total in Gedanken trocknete sie sich ab und zog sich ihre Klamotten an. Dabei sah sie Marks Hose und sein Shirt, dass er gestern im Bad ausgezogen hatte. Sie nahm sie auf und ging zurück in ihr Zimmer. Von Chris war keine Spur und das war Samantha ganz recht, denn sie wollte sich die Fragen, die Christina ihr gestellt hätte, ersparen. „Die wirst du noch brauchen“ sagte Sam als sie das Zimmer betrat, Mark sich umdrehte und sie ihm seine Sachen hinhielt. „Ja danke. Ich wollte schon ins Bad um sie zu holen aber ich wollte dich nicht stören. Außerdem weiß ich nicht ob Chris da ist“ entgegnete er. „Nein sie ist nicht da. Mark, sei mir jetzt bitte nicht böse aber es wäre besser, wenn du jetzt gehst. Ich wäre jetzt gerne alleine“ Er nickte, zog sich seine Klamotten an und ging.

Im Café waren Nicky und Christina mittlerweile fertig mit ihrem Frühstück. „Was hältst du davon, wenn wir noch eine Runde im St. Stevens Green Park spazieren gehen?“ fragte Nicky als er seinen Kaffee austrank. „Sehr gute Idee.“ Christina zog sich gerade ihre Jacke an während Nicky zur Kellnerin ging und das gesamte Frühstück zahlte „Du bist natürlich eingeladen“ sagte er als Christina neben ihm stand. „Danke! Ich werde mich auf jeden Fall revanchieren“. Die beiden liefen gemeinsam aus dem Café, über die mittlerweile lebendige Straße zum gegenüberliegenden St. Stevens Green Park. „Sag mal wie läuft es eigentlich mit der Choreografie? Hast du dir schon was überlegt?“ fragte Nicky während sie den Park betraten. „Ja ich hab schon allerhand Ideen in meinem Kopf und auch schon für verschiedene Parts Schritte einstudiert. Aber euer Medley-Part ist der schwerste, weil ich was besonderes daraus machen will, so wie es auf den DVD´s auch immer war.“ „Ja, ich weiß was du meinst. Diese Parts sind immer von den anderen ein wenig hervorgehoben worden. Sie waren meistens bunter oder rockiger, einfach anders. Hast du schon eine Idee?“ fragte Nicky gespannt, während er mit dem Finger auf eine freie Bank vor einem kleinen See zeigte. Chris nickte und begann von ihren Ideen zu erzählen „Naja Ideen habe ich schon aber an der Umsetzung hapert es noch ein wenig. Hättest du Lust mir dabei zu helfen?“ „Bei der Choreografie? Klar, gerne sogar. Woran hast du gedacht?“ „Naja ich dachte mir, dass wir den Medley-Part mit Tänzerinnen hervorheben. Jeder von euch Jungs bekommt seine eigene Tänzerin und so wird das auch wieder was besonderes? Ich kann nur leider diesen Part nicht alleine einstudieren“ erzählte Chris grinsend. „Das ist ja eine tolle Idee. Auf der WOOO-Tour hatten wir auch Tänzerinnen aber wir mussten die Tanzschritte nie gemeinsam mit ihnen einstudieren. Also ich helfe dir gerne.“ Nicky und Chris unterhielten sich noch eine Weile über Chris´ Vorstellungen der Tour.

Währenddessen saß Samantha in der Küche auf dem Stuhl, die Füße angewinkelt an sich gezogen und nippte an ihrem Kaffee. Ihre Gedanken schwirrten hin und her. Sie wusste nicht was sie denken sollte, sie wusste nicht was die letzte Nacht für sie bedeutete und sie wusste überhaupt nicht was ihr Mark bedeutete. Sie kannte ihn durch ihren Onkel schon länger aber war sie in ihn verliebt? Sie fand ihn immer nett und konnte sich immer gut mit ihm unterhalten, er war ein sehr guter Freund aber war er DER Freund für sie??? Ihr tat es leid, dass sie Mark einfach so vor die Tür setzte aber sie konnte in seiner Nähe einfach nicht darüber nachdenken was das alles zu bedeuten hatte. Sollte sie mit ihm darüber reden oder sollte sie einfach so weitermachen wie vorher? Wie sah er das ganze?? Was bedeutete ihm diese Nacht? Womöglich machte sie sich viel zu viele Gedanken und für ihn war es nur Sex. Aber vielleicht hatte er sich in sie verliebt? Immer wieder endeten ihre Gedanken in Fragen, die sie sich alleine nicht beantworten konnte. Um sich abzulenken dachte sie an Chris – wo war sie eigentlich? Ihr Blick fiel auf einen Zettel, der vor ihr auf den Tisch lag. „Bin mit Nicky Frühstücken kisses chris“ stand darauf. Sam legte den Zettel wieder auf den Tisch, stand auf, goss sich noch mal Kaffee nach und lief in ihr Zimmer zurück.

Nicky freute sich schon sehr darauf mit Chris für die bevorstehende Tour zu proben. „Es wird aber ein paar Stunden deiner Freizeit in Anspruch nehmen, ich hoffe, das ist kein Problem“ sagte Chris. „Nein warum sollte das ein Problem sein?“ „Na, weil deine Frau sicher nicht begeistert sein wird. Ich meine, sie sieht dich so schon kaum und jetzt machst du auch noch Überstunden so zu sagen und dass auch noch freiwillig! Glaubst du nicht, dass sie das stört?“ Nicky saß neben ihr und schien zu überlegen. „Naja Georgina wird sich nicht freuen aber sie unterstützt alles was ich mit der Band gemeinsam mache. Sie weiß, dass das mein Traum ist und dass ich es liebe zu singen, zu tanzen, im Studio zu stehen, aufzutreten, Autogramme zu schreiben, Choreografien einzustudieren, Interviews zu geben und zu touren. Ich werde es ihr erklären und sie wird es verstehen glaub mir“ Er legte seine Hand auf ihre und lächelte. „Na dann ist ja alles in Ordnung“ „Sicher! Wann sollen wir anfangen?“ fragte Nicky schon aufgeregt. „Naja also am liebsten wäre es mir so schnell wie möglich. Geht es dir morgen?“ „Klar kein Problem, morgen ist Geo auch nicht da also kann ich mit ihr danach reden. Wann sollen wir uns treffen“ „Ich würde sagen um 09:00 Uhr im Tanzstudio!“ Chris sah auf die Uhr und merkte, dass es schon früher Nachmittag war. „Lass uns langsam mal wieder zurück laufen“ Sie standen von der Bank auf und liefen aus dem Park, die Straßen von Dublin entlang bis sie wieder vor der Wohnung standen. „Dann bis morgen um 09:00 Uhr im Tanzstudio. Ich freu mich“ sagte Nicky und lief zu seinem Auto. „Ja, bis morgen. Ich freu mich auch und danke für die Einladung und den schönen Vormittag.“ Chris lief die Stufen zu Sam´s Wohnung hinauf, steckte den Schlüssel ins Schloss, sperrte auf und ging hinein.

Nach langen Überlegungen entschloss sich Sam zu ihrem Lieblingsplatz an der Küste von Dublin zu laufen. Sie fühlte sich dort sehr wohl, weil sie ungestört über alles nachdenken konnte. Dachte sie jedenfalls. Keine 20 Meter entfernt von ihr sah sie Mark in ihre Richtung schlendern. Sam wusste nicht ob sie bleiben oder doch lieber gehen sollte, da er sie anscheinend noch nicht entdeckt hatte. Sam entschied sich zu bleiben und sich auf eine Bank zu setzen. Sie konnte sowieso nicht die ganze Zeit weglaufen – irgendwann musste sie mit ihm reden – warum nicht jetzt? Nun hatte auch Mark sie entdeckt und kam unsicher auf sie zu. „Darf ich?“ fragte er und deutete auf den Platz neben Sam. Sie nickte nur, konnte ihm jedoch dabei nicht in die Augen schauen. Beide saßen eine Weile nebeneinander, sahen auf das Meer hinaus und sagten kein Wort. Mark fand als erster seine Sprache wieder „Sam, ich hätte zwar nie gedacht, dass ich das je zu dir sagen werde, aber..............“ „Bevor du jetzt weitersprichst, muss ich dir sagen, dass ich dich wahnsinnig gern habe. Das weißt du auch, aber ich glaube, dass eine Beziehung zwischen uns, unsere Freundschaft zerstören würde. Und das möchte ich nicht. Du bist mir sehr wichtig und das soll auch so bleiben“ sagte Sam während sie immer noch ins weite Meer hinausblickte. Mark, der seinen Blick auf Sam gerichtet hatte, sah jetzt auch wieder aufs Meer. „Ja, das wollte ich auch sagen. Du bist mir auch sehr wichtig Sam und das möchte ich nicht kaputt machen. Ich bin froh, eine so gute Freundin wie dich zu haben“ sagte Mark.

Als Sam langsam die Tür öffnete, sah sie Christina´s Schuhe, was bedeutete das sie bereits zu Hause sein musste. Mark und Sam hatten vereinbart, dass sie niemandem von der gestrigen Nacht erzählen würden. Chris hatte es sich währenddessen auf der Couch bequem gemacht. „Hy, wie war dein Früstück mit Nicky? Wie geht’s ihm?“ fragte Sam als sie ins Wohnzimmer kam. „Es war super. Wir haben uns gut unterhalten und sind danach noch in den Park gegangen. Wo warst du?“ „Ich war ein wenig spazieren. Es war gestern wohl zu viel des Guten und ich hatte heute morgen so einen Kopf.“ Während Sam mit ihren Händen gestikulierte setzte sie sich zu Christina auf die Couch. „Wann bist du denn aufgestanden?“ fragte Christina ihre Freundin. „I have absolutly no idea!“ sagte Sam und blickte auf die Uhr im Wohnzimmer um zu sehen wie spät es bereits geworden war. „Hast du Lust mit mir eine DVD anzusehen?“ fragte Chris, die aufstand und zum DVD-Regal lief. „Klar warum nicht. Wie wäre es Mission Impossible 2?“ „Ja, das ist eine sehr gute Idee“ Christina nahm den Film aus dem Regal, legte ihn in den DVD-Player ein und setzte sich wieder zu Samantha.

Shane, Kian und Mark fuhren am selben Tag wieder zurück nach Sligo. Sie hatten ein paar freie Tage vor sich und wollten diese zu Hause bei ihren Familien genießen. „Hallo Mark! Wie geht’s dir mein Junge?“ „Gut Mam, danke. Ich stell nur schnell meinen Koffer ins Zimmer und komme gleich in die Küche“ Mark lief in sein Zimmer, stellte den Koffer neben das große Bett und lief zurück zu seiner Mutter, die in der Küche stand und das Abendessen vorbereitete. „Na wie war dein Wochenende?“ „Super“ „Was ist los?“ fragte sie skeptisch. „Nichts Mam, was soll los sein?“ „Naja du bist sonst viel gesprächiger – ist was passiert?“ „Nein Mam, wir sind gestern nur zu lange weg gewesen und heute die Fahrt hier her. Es war ein wenig anstrengend und ich bin müde“ entschuldigte sich Mark, gab seiner Mutter einen Kuss auf die Stirn und lief zurück in sein Zimmer um seinen Koffer auszupacken und auszuruhen.

„Ich muss wahrscheinlich die ganze restliche Woche mit meinem Vater in London bleiben. Ich hasse es, wenn man uns das nicht früher sagen kann.“ Nicky telefonierte gerade mit Georgina, die sich in London aufhielt und ihrem Vater bei wichtigen Anlässen zur Seite stand. „Nein, gerade diese Woche. Wir haben doch jetzt ein paar Tage frei bevor wir für die anstehende Tour proben müssen. Kannst du das ganze nicht verschieben oder kann nicht deine Mutter wenigstens ein oder zwei Tage kommen?“ „Nicky das geht nicht. Meine Mutter ist in Paris und hat dort alle Hände voll zu tun. Sie kann sich unmöglich von dort wegreißen. Ich muss bleiben. Aber sobald ich wieder bei dir bin....“ „Muss ich wieder arbeiten“ fiel Nicky seiner Frau ins Wort. „Meinst du ich habe mir das ausgesucht. Ich dachte, dass ich am Dienstag schon wieder nach Hause komme. Dass es nun doch länger dauert hat man uns erst heute gesagt. Mein Dad hatte auch keine Ahnung. Außerdem hast du doch sicher zwischen den Proben für die Tour zeit für mich oder?“ „Genau darüber wollte ich mit dir auch noch reden. Unsere neue Choreografin, Chris, hat mich gefragt, ob ich ihr nicht bei ein paar Tanzschritten helfen kann. Ich habe zugesagt und werde aus diesem Grund zwischen den Proben nicht so viel Zeit haben.“ „Wofür wird diese Frau eigentlich bezahlt? Sie ist eure Choreografin und soll neue Tanzschritte erfinden und sie euch beibringen. Wozu braucht sie dich dabei?“ Nicky hat mit dieser Frage schon gerechnet „Sie hat vor für unseren Medley-Part ein paar Tänzerinnen einzuspannen und deshalb braucht sie ein Testobjekt – mich.“ „Was ist mit den anderen Jungs?“ „Geo, die wohnen alle in Sligo. Bis die dann von den Proben zu Hause sind können sie schon wieder nach Dublin fahren.“ „Ich hoffe, dass sie weiß, dass du verheiratet bist“ An Georgina´s Stimme merkte Nicky, dass ihr bei der ganzen Sache nicht sehr wohl war. „Ja, das weiß sie und sie wollte mich deshalb auch zuerst nicht fragen aber ich bin der einzige der in Dublin wohnt.“ „Oh mein Dad ruft – ich muss weiter. Ich melde mich morgen bei dir.“ „In Ordnung. Gute Nacht.“ Nicky legte grinsend auf und freute sich schon auf den nächsten Tag, an dem er mit Chris die neuen Tanzschritte durchgehen würde.

Am nächsten Morgen saßen Sam und Chris gemeinsam am Frühstückstisch. „Verdammt. Ich glaube ich habe zu wenig Tänzerinnen für die Jungs“ fluchte Christina vor sich hin. Sam trank ihren Kaffee und hörte ihrer Freundin gar nicht zu. „Sag mal Sam?............SAM?“ „Ja, was denn??“ fragte Sam ein wenig genervt, da sie noch nicht ganz wach und schon gar nicht ausgeschlafen war. „Könntest du dir vorstellen als vierte Tänzerin für die Tour der Jungs einzuspringen?“ Sam sah Chris noch ganz verschlafen und jetzt auch erstaunt an. „Nein“ „Warum nicht?“ Chris war etwas verblüfft über die rasche Antwort. „Es ist zu früh am Morgen um mich so was zu fragen.“ Christina verstand, trank in Ruhe ihren Kaffee und war für den Rest den Frühstücks still. Sie hätte eigentlich wissen müssen, dass ihre Freundin am Morgen noch nicht so quirlig war. Sie war es eigentlich ja auch nicht aber das machte sie ganz unsicher. Schließlich wollte sie an ihrer ersten Arbeitsstelle als Choreografin glänzen.

Christina legte gerade eine CD ein und drehte sich zum Spiegel, um schon mal anzufangen, als sie Nicky sah. Er lehnte lässig in Sportklamotten im Türrahmen und sah sie an. „Guten Morgen, na bereit?“ fragte sie grinsend. „Klar, von mir aus kann es losgehen.“ Nicky kam näher und gab Chris ein Kuss auf die Wange. „Kannst du mir nicht zuerst eine Choreografie zeigen, die du bereits fertig hast“ fragte Nicky und Chris legte *When you looking like that* auf und begann zu tanzen. „Wow also das sieht verdammt gut aus. Jedoch weiß ich nicht ob wir das hinbekommen“ grinste Nicky. „Klar, das geht und wenn irgend ein Teil zu anstrengend oder zu kompliziert ist, dann kann man das auch ändern“ sagte sie keck „aber jetzt ran an die Arbeit“
Nach drei Stunden Training, einer kleinen Mittagspause und weiteren vier Stunden Training waren die beiden endlich fertig – zumindest für den heutigen Tag. „Wow also ich bin fix und fertig. Ich will nur noch nach Hause ins Bett“ quengelte Nicky als Chris den CD-Player ausschaltete und zur Tür lief. „Hast du morgen Vormittag für weitere drei Stunden zeit?“ „Ja hab ich“ „Hast du eigentlich mit Georgina geredet?“ fragte Chris neugierig. „Ja und es ist, wie ich es gesagt habe, kein Problem! Außerdem ist sie diese Woche gar nicht da.“ Sie liefen gemeinsam aus dem Studio, verabschiedeten sich und gingen beide in den verdienten Feierabend.

Zu Hause angekommen lag Samantha auf der Couch und hörte Musik. „Hi Sam, wie war dein Tag“ erkundigte sich Chris. „Gut aber anstrengend und deiner“ „Dito“ sagte Chris und setzte sich auf den Sessel, der neben der Couch stand. „Hast du über meine Frage von heute Morgen nachgedacht?“ „Achso, sorry, aber ich hab dir gar nicht richtig zugehört. Du kennst mich doch, am Morgen bin ich nicht so gesprächig. Worum gings“ fragte Samantha unschuldig. „Ich habe leider nur drei Tänzerinnen für vier Jungs und ich wollte dich fragen ob du nicht einspringen könntest“ „Und mein Fotoladen?“ „Kannst du den nicht für die Zeit in der wir auf Tour sind deiner Aushilfe anvertrauen? Bitte es ist sehr wichtig!“ „Warum springst du nicht selbst ein“ fragte Sam „Weil ich auch keine Ersatztänzerinnen habe und so muss ich zumindest bereit stehen, falls eine Tänzerin ausfällt. Falls natürlich zwei ausfallen war alles umsonst“ klagte Chris und senkte ihren Blick. „Na gut, ich werde mich bei meiner Aushilfe erkundigen und gebe dir Bescheid ok?“ „Das wäre super. Du bist die Beste – danke“ sagte Christina, gab ihrer Freundin ein Küsschen und verschwand im Bad.

Der nächste Vormittag verging ziemlich schnell. Nicky und Chris trainierten die Tanzschritte im Studio. Shane, Kian und Mark waren zu Hause in Sligo. Und Samantha war in ihrem Geschäft und unterhielt sich gerade mit ihrer Aushilfe, Anna, die sie zu sich bestellt hatte. Nachdem sie ihr die ganze Situation geschildert hatte war Anna bereit, das Geschäft so lange zu übernehmen, jedoch hatte sie eine Bedingung. „Ich finde Westlife echt toll. Könntest du mich nicht mal mitnehmen, wenn ihr ausgeht oder mich zumindest den Jungs vorstellen?“ „Naja, das kann ich dir nicht versprechen aber wie wäre es mit Backstagekarten für ein Konzert hier in Dublin, dann lernst du sie auch kennen.“ Das war die Idee, denn an Backstagekarten kam sie immer. „Das wäre der absolute Hammer“ sagte Anna. Somit war das also auch geklärt.

Als Nicky zusammen mit Chris aus dem Studio lief kam ihm eine Idee. „Chris, hast du heute Abend nicht Lust mit mir was feines zu Essen. Wir könnten was chinesisches bestellen?“ „Klar hab ich Lust. Wann soll ich bei dir sein?“ „Komm einfach gegen Sieben oder?“ „Das passt super, dann bis heute Abend. Ich freu mich.“

„Hy Chris!“ Sam winkte ihrer Freundin von der anderen Straßenseite zu. Chris grüßte ihre Freundin zurück und überquerte die Straße. „Alles klar bei dir?“ fragte Sam. „Ja klar, für heute bin ich fertig“ „Och, du hast es gut. Hast du Lust mit mir Mittagessen zu gehen?“ „Klar. Los geht’s!“ Sam erzählte Chris auch, dass sie als Tänzerin einspringen konnte Der Tag konnte kaum noch besser werden.

Sam war für den Abend bei ihrem Onkel eingeladen. Louis hatte sie lange nicht mehr gesehen und wollte wissen wie es ihr geht. Chris und Sam gingen gleichzeitig aus dem Haus. „Na dann viel Spaß und richte deinem Onkel einen schönen Gruß von mir aus.“ „Danke, dir auch viel Spaß und grüß Nicky von mir.“
Sam verbrachte die paar Stunden, die sie bei ihrem Onkel war, eigentlich ganz lustig. Sie hatte sich eher auf ein Verhör eingestellt aber da hatte sie sich diesmal bei ihrem Onkel getäuscht.

Währenddessen hatten sich Nicky und Chris was Leckeres vom Chinesen kommen lassen. „Mann bin ich voll“ sagte Chris und hielt sich ihren Bauch. „Dagegen kann man was tun“ sagte Nicky, stand von seinem Stuhl auf und schaltete den CD-Player ein. „Tanz mit mir“ sagte er zu Chris und hielt ihr seine Hand hin. „Was hier?“ fragte sie unsicher ergriff jedoch automatisch seine Hand. „Ja“ Ihre Körper schmiegten sich aneinander, sie bewegten sich perfekt zur Musik. Nach einem schnelleren Song folgte ein langsamer und Nicky zog Chris eng an sich. Er konnte ihren Atem an seinem Hals und ihr Herz an seiner Brust spüren. Der Song endete und Chris ließ langsam von Nicky ab. Sie fühlte sich wohl, jedoch wollte sie dieses Gefühl der Vertrautheit nicht zulassen, da sie wusste, dass Nicky glücklich verheiratet war. Nicky jedoch zog sie zu sich zurück und war ihrem Mund nur noch einige Millimeter entfernt. Er sah ihr in die Augen, schloss sie kurz darauf und küsste sie leidenschaftlich auf ihre weichen Lippen. Zuerst war sie sich unsicher doch als Nicky vorsichtig seine Zunge ins Spiel brachte vergaß sie alles um sich herum. Jedoch schaltete sich wenig später ihr Verstand wieder ein und sie wich zurück. „Was, was soll das Nicky? Du bist verheiratet. Brauchst du jemanden um dich abzulenken oder was?“ Nicky sah sie erschrocken an „Nein, nein das brauche ich nicht. Ich, wollte das.“ „Und Georgina? Nicky, du bist verheiratet. Du hast ihr ewige Liebe und Treue geschworen“ „Ich weiß aber ich kann nichts machen, seit ich dich kenne hat sich bei mir einiges verändert. Ich hab mich verändert. Du hast mich verändert. Du bist so anders als Geo.“ Chris war verwirrt. „Tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich mich dazu hinreißen hab lassen. Es war nur ein Kuss. Lass uns das vergessen. Ich werde jetzt gehen. Wir sehen uns übermorgen sowieso, denn wir müssen die Tanzschritte den anderen Jungs zeigen.“ „Bitte geh nicht.“ „Ich kann nicht bleiben Nicky. Wie stellst du dir das vor? Sollen wir uns jetzt gemütlich auf die Couch setzen und fernsehen?“ „Nein natürlich nicht“ Nicky war die Situation unangenehm aber er konnte nichts mit seinen Gefühlen anfangen. „Nicky, für mich stand immer fest, dass ich nie etwas mit einem verheirateten Mann anfange und nun habe ich einen geküsst. Ich brauch jetzt einfach auch Zeit für mich. Obwohl ich Georgina nicht kenne habe auch ich sie in gewisser Weise betrogen! Und ich glaube es ist besser wenn ich jetzt gehe und du auch Zeit hast über alles nachzudenken.“ Sie nahm ihre Jacke und lief zur Tür „Bis dann“

Chris schloss die Wohnungstür auf und lief geradewegs in ihr Zimmer. Sie ließ sich auf ihr Bett fallen und war vollkommen verwirrt. Sie hatte Nicky geküsst. Sie konnte es selbst noch nicht ganz glauben was da gerade passiert war. Sie wusste weder ein noch aus, sie musste sofort darüber reden. Chris schlich in Sam´s Zimmer, doch Sam schlief schon längst. Aber Chris musste jetzt mit ihr reden. Vorsichtig rüttelte Chris an Samantha´s Schulter. Sam gab ein leises Brummen von sich und drehte sich um. Verschlafen blickte sie in die Augen von Christina. Sie knipste das kleine Nachtischlämpchen an und setzte sich in ihrem Bett auf. „Was ist los? Ist irgendwas passiert?“ fragte Sam. „Ich hab eine riesen Dummheit gemacht Sam.“ „Ja nun sag schon. Was ist denn los?“ „Ich hab ... Nicky und ich .... wir haben uns geküsst.“ „Wie du hast Nicky geküsst? Wann? Warum? Sag mal träum ich noch oder was?“ entgegnete Sam. „Nein du träumst nicht. Oh mann was würde ich darum geben wenn es so wäre“ sagte sie vor sich hin „Oh Gott Sam, ich weiß weder was ich jetzt machen noch was ich denken soll! Es tut mir leid, dass ich dich geweckt habe, aber ich musste einfach mit jemandem darüber reden. Ich bin so verwirrt. Ich habe mir doch immer geschworen nie etwas mit einem verheirateten Mann zu haben und jetzt...“ „Stopp!!!“ sagte Sam etwas lauter „Erzähl mir die Geschichte von Anfang an“ Sam wurde wieder leiser um Christina ein wenig zu beruhigen und so begann Christina zu erzählen.

Zwei Tage später versammelten sich alle zur ersten Probe für die anstehende Tour. Chris wusste nicht wie sie auf Nicky reagieren sollte, da dies ihr erstes Aufeinandertreffen nach dem Kuss war. Auch für Samantha war es eine seltsame Situation wieder auf Mark zu treffen. Nachdem Chris die Tänzerinnen vorgestellt hatte, teilte sie jedem der Boys eine Tänzerin zu. Nicky und Sam, Shane und Maria, Kian und Sarah, Mark und Rachel. Damit Chris den anderen die Schritte beibringen konnte, musste sie diese mit Nicky vorzeigen. Langsam ging Nicky auf Chris zu. Er legte eine Hand um ihre Hüften und die andere legte er vorsichtig in ihre. Chris klopfe das Herz bis zum Hals und auch Nicky war nervös, doch beide ließen sich nichts anmerken und fingen an zu tanzen. Nach dem ersten Song ließen sie wieder von einander ab und wurden von den anderen mit Applaus verwöhnt. „Und dass sollen wir lernen?“ fragte Mark ungläubig. Christina nickte lächelnd und begann mit dem Training.

Eine Woche und zahlreiche Tanzstunden später nahm sich Samantha ihre Freundin zur Seite. „Hör mal Chris, wäre es nicht besser, wenn ich mit Rachel den Partner wechsle?“ Chris sah von den CD´s, die vor ihr auf dem Tisch lagen, auf „Warum?“ „Naja Nicky ist kleiner wie ich und da Rachel auch klein ist habe ich mir gedacht, dass es doch ein besseres Bild macht, wenn sie mit Nicky und ich mit Mark tanze oder nicht?“ Chris dachte kurz nach „Ich überlege es mir“ Als Sam wieder zurück zu den anderen ging verfiel Chris ins grübeln. Mark hatte sie am vorigen Tag genau dasselbe gefragt. Es kam ihr komisch vor, dass Sam und Mark ihr dieselbe Frage stellten und sie vermutete, dass zwischen den beiden was läuft.
Am Abend ging Chris zu Sam ins Zimmer um sie darauf anzusprechen. „Sam, kann ich dich was fragen“ sagte sie unsicher. „Klar, was gibt’s denn?“ fragte Sam, die auf ihrem Bett lag und durch die Programme ihres Fernsehers zappte. „Läuft da was zwischen Mark und dir?“ „Bitte? Wie kommst du denn jetzt darauf?“ fragte Sam leicht entsetzt und legte die Fernbedienung auf ihr Bett „Ich wollte nur fragen, weil du mich auf den Partnertausch angesprochen hast und komischerweise hat mich Mark gestern dasselbe gefragt“ „Nein. Das mit dem Partnertausch war ja auch nur ein Vorschlag. Ich tanze gerne mit Nicky schließlich ist er ein sehr guter Tänzer“ sagte Sam und Chris dachte eine Sekunde an ihren eng umschlungenen Tanz und an ihren Kuss, doch Sam redete weiter „aber ich bin einfach der Meinung, dass Rachel besser zu Nicky passen würde, weil sie ungefähr gleich groß ist.“ Chris fragte nicht weiter nach, stimmte ihrer Freundin zu und ging aus dem Zimmer.

Bei der nächsten Probe teilte Chris den andern mit, dass Nicky ab sofort mit Rachel und Mark mit Sam tanzen würde. Weder für Nicky noch für Mark oder Rachel war es ein Problem den Partner zu wechseln. „So Leute, stellt euch jetzt mal etwas enger zusammen. Jetzt geht’s richtig los“ sagte Chris lächelnd. Für die nächsten Tanzschritte mussten die Paare enger zusammen stehen. Mark wurde ganz warm ums Herz, denn er konnte die Nacht mit Sam nicht vergessen und war sich sicher mehr für sie zu empfinden. Während die beiden eng umschlungen miteinander die Tanzschritte übten durchbrach Sam die Stille, die zwischen den beiden herrschte „Hast du nachher vielleicht kurz Zeit für mich. Ich muss mit dir reden“ „Klar, kein Problem“ antwortete er.

Nach den Proben setzten sich die beiden auf die Bank im Aufenthaltsraum „Was gibt’s denn?“ fragte Mark, als sich Sam neben ihn setzte. „Wie fange ich am besten an? Ich habe bei den Proben, in denen du noch mit Rachel getanzt hast, gemerkt, dass ich doch mehr für dich empfinde, als ich zugegeben habe.“ Sie sah ihm tief in die Augen „Mark, diese wunderschöne Nacht, die wir zusammen verbracht haben, war für mich nicht nur Sex. Ich habe mich in dich verliebt“ Mark sah sie fassungslos an. Er wusste im ersten Moment nicht was er darauf antworten sollte. „Aber ich weiß, dass es für dich keinerlei Bedeutung hatte. Ich wollte nur ehrlich zu dir sein“ sagte sie und stand auf. „Nein warte“ Sam blieb im Türrahmen stehen und drehte sich um. Sie sah Mark, der nun von der Bank aufstand und langsam auf sie zukam. Er stand nun vor ihr, nahm ihr Gesicht in seine Hände und sah sie mit einem unglaublich vertrauten Blick an „Ich habe mich auch in dich verliebt“ sagte er. Sam konnte nicht fassen was er gerade von sich gegeben hatte. Er zog ihr Gesicht noch näher an seines und kurze Zeit später konnte sie seine weichen und zärtlichen Lippen auf ihren spüren. Beide überkam ein unbeschreibliches Glücksgefühl. „Lass es uns versuchen“ sagte Mark als er sich kurz von Sam´s Lippen los reißen konnte. Sie konnte nur mit dem Kopf nicken und zog ihn wieder an sich.
Kian hatte im Aufenthaltsraum seine Schlüssel vergessen und wollte diese eigentlich nur holen. Als er aber die Liebeserklärung von Sam an Mark hörte, blieb er stehen und verfolgte die Szene vom Flur aus.
Sam und Mark entschieden sich ihre Beziehung vor den anderen vorübergehend geheim zu halten und verließen gemeinsam und glücklich das Studio. Kian hatte sich währenddessen versteckt, holte anschließend seine Schlüssel und verließ das Tanzstudio!

Die ersten Konzerte der Tour lagen schon erfolgreich hinter den Jungs, als Chris die Lobby betrat, in der alle versammelt waren. „Ich komm leider mit schlechten Nachrichten. Rachel hat mich gerade angerufen und mir gesagt, dass sie bei der weiteren Tour nicht mehr dabei sein wird. Ihre Mum ist gestorben.“ Alle waren vollkommen perplex als Chris mit dieser Nachricht ankam. „Aber dann fehlt uns ja eine Tänzerin?“ bemerkte Shane während er in die Runde blickte. „Ja ich weiß. Darum werde ich anstelle von Rachel mit Nicky tanzen und alles andere bleibt wie gehabt.“ antwortete Chris kalt. Sie blickte zu Nicky, der vor ihr auf der Couch saß. Er erwiderte ihren Blick und die beiden sahen sich einige Sekunden einfach nur an bis Chris sich abwandte „Gut also dann sehen wir uns heute Abend.“ Es waren alle schon drauf und dran die Lobby zu verlassen, als Nicky Chris am Arm zurückhielt „Können wir bitte kurz miteinander reden? Ich glaube es gibt zwischen uns einiges zu klären.“ Chris setzte sich ohne ein Wort zu sagen auf die Couch und blickte Nicky erwartungsvoll an „Na dann fang mal an.“ „Du weißt worüber ich mit dir reden will. Chris .... dieser Kuss war....“ „.... ein einmaliger Ausrutscher, der nie wieder vorkommen wird.“ beendete Chris den Satz. „Aber ...“ begann er „Hör mal zu Nicky, es war nur ein Kuss und nichts weiter. Du bist glücklich verheiratet und ich will nicht der Grund sein das sich daran irgendetwas ändert. Der Kuss sollte nicht zwischen uns stehen, also lass ihn uns einfach vergessen.“ Chris stand auf und ging zur Tür. Bevor sie die Lobby verließ drehte sie sich noch einmal um.

Währenddessen genossen Sam und Mark ihre Zweisamkeit in Sam´s Zimmer. Sie teilte sich ihr Zimmer mit Chris und Mark teilte sich sein Zimmer mit Nicky. Somit war es für die beiden ziemlich schwer Zeit in trauter Zweisamkeit zu verbringen. Die beiden lagen aneinander gekuschelt auf Sam´s Bett „Mark, findest du nicht, dass wir den andern sagen sollten, dass wir zusammen sind. Dieses Versteckspiel ist ganz schön anstrengend. Wir müssen uns immer eine Ausrede einfallen lassen und können nie alleine sein“ sagte Sam während sie sich im Bett aufsetze und ihren Freund ansah. „Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Am besten sagen wir es ihnen noch heute – nach dem Konzert.“ „Ja, das wird das Beste sein“ sie sah auf die Uhr „Du solltest jetzt gehen. Chris müssten jeden Augenblick wieder kommen“ Sie stand auf, Mark folgte ihr „Dann bis später“ sagte Mark, nahm ihre Hand, zog sie an sich und gab ihr einen Kuss.
Das Konzert am Abend war ein voller Erfolg. Die Fans waren begeistert und die Jungs fühlten sich wohl. Wie nach jeden Konzert wurde anschließend in der Hotelbar gefeiert. Sie stießen auf das geglückte Konzert und ihre Fans an als Mark und Sam sich zunickten. „Ich möchte euch noch etwas sagen“ fing Mark an „wie ihr vielleicht gemerkt habt, hab ich mich in den letzten Wochen verändert. Und der Grund dafür ist diese wunderbare Frau“ Er sah zu Sam und hielt ihr seiner Hand hin. Sie ergriff sie und ging zu ihm „Ich habe mich in sie verliebt und wir sind zusammen“ beendete er glücklich den Satz. Auch Sam sah in die Runde und blieb bei Chris hängen, die sie angrinste. „Na dann auf das glückliche Paar“ sagte Chris lächelnd und hob ihr Glas. Sie feierten noch ein wenig und verschwanden schlussendlich alle in ihren Zimmern „Ich habs doch gewusst“ sagte Chris, als sie die Tür hinter sich in Schloss fallen ließ. „Ja, es tut mir leid aber es fing alles ziemlich chaotisch an“ erklärte Sam ihrer Freundin. Natürlich wollte Chris nun die ganze Geschichte erfahren und Sam tat ihr diesen Gefallen.

„Was kann ich für dich tun Mark“ fragte Louis als er seine Hotelzimmertür öffnete. „Kann ich kurz mit dir reden“ fragte dieser. Louis nickte und öffnete die Tür. Mark betrat das Zimmer, Louis setzte sich auf einen Stuhl und Mark setzte sich ihm gegenüber. „Was kann ich für dich tun“ fragte Louis ein wenig genervt. „Ich weiß, dass du es nicht so toll findest, dass ich jetzt mit Sam zusammen bin aber glaub mir, wir haben uns das lange überlegt und es auch aus diesem Grund zuerst geheim gehalten.“ „Ich will nur das Sam glücklich ist und offensichtlich ist sie das mit dir also habe ich damit kein Problem. Aber das wird nicht der Grund deines Besuchs sein oder?“ fragte Louis nach. „Nein nicht direkt. Ich wollte dich eigentlich fragen, ob wir nicht für die restliche Tour ein gemeinsames Zimmer bekommen“ „Nein auf gar keinen Fall. Ihr Jungs bleibt unter euch und die Tänzerinnen – somit auch Samantha – bleiben auch unter sich.“ „Aber Louis es wäre nicht nur ein Vorteil für uns sondern auch für die anderen“ begann Mark auf seinen Manager einzureden. „Wie meinst du denn das jetzt“ fragte Lous nach. „Wenn Sam und ich kein gemeinsames Zimmer haben, dann bin ich entweder bei ihr oder sie bei mir und das wird unsere Zimmergenossen nach einer gewissen Zeit auch stören.“ „Aber dann müssten sich Nicky und Christina ein Zimmer teilen.“ „Darin sehe ich das kleinste Problem. Die beiden haben schon öfter was gemeinsam unternommen, verstehen sich gut und außerdem sind sie Tanzpartner“ Louis schien nachzudenken, denn er spielte mit dem Kugelschreiber der auf dem Tisch lag. „Ich lass mir das noch mal durch den Kopf gehen“ sagte er. Mark bedankte sich, stand auf und verließ das Zimmer seines Managers.

Am nächsten Morgen war die ganze Crew schon wieder auf dem Weg in die nächste Stadt. Am Hotel angekommen checkte Louis für alle ein und kam mit den Zimmerschlüsseln zurück. Er drückte Mark und Sam einen Schlüssel in die Hand „Zimmer 216 im zweiten Stock ihr Turteltäubchen.“ Mark grinste aber Sam verstand gar nichts. Sie ließ sich alles von ihrem Freund erklären und umarmte ihn stürmisch. Als letztes ging Louis zu Nicky und Chris. „Ich weiß, ich hätte vorher mit euch reden müssen aber es ging nicht anders. Mark und Sam haben jetzt ein gemeinsames Zimmer. Ist es in Ordnung, wenn ihr euch ein Zimmer teilt? Ansonsten frage ich nach zwei Einzelzimmern“ sagte Louis und sah die beiden fragend an. „Naja, mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn......“ begann Chris, doch Nicky unterbrach sie. „Das ist kein Problem“ und nahm seinem Manager die Schlüssel aus der Hand. „Super“ meinte Louis und lief zum Aufzug. Nicky lief ins Stiegenhaus und Chris folgte ihm „Was zum Teufel soll das? Ich will nicht, dass wir uns ein Zimmer teilen. Was fällt dir eigentlich ein? Hast du vergessen was passiert ist?“ Chris war sauer. „Nein, ich hab nicht vergessen was war Chris. Aber wer von uns beiden hat gesagt, dass wir die Sache vergessen? Ich war es nicht.“ Christina sah ihn an. Er hatte Recht. Es war damals ihr Vorschlag gewesen das ganze zu vergessen also sollte sie sich auch daran halten. Aber wie konnte sie so tun als ob nichts geschehen wäre, wenn sie bei jeder Berührung von Nicky daran dachte wie gut es sich angefühlt hatte in seinen Armen zu sein. Wie konnte sie es verdrängen, wenn sie bei jedem seiner Worte daran dachte, was er ihr damals gesagt hatte. Sie wollte es mit der Tatsache verdrängen, dass er verheiratet war. Genau das hatte sie sich täglich gesagt aber es war ihr egal. Ihn täglich zu sehen, mit ihm zu tanzen, seine Hand auf ihren Hüften zu spüren, seinen Atem an ihrem Hals zu fühlen und seine Stimme zu hören, war die reinste Folter für sie. All das ließ ihr Herz schneller schlagen und gleichzeitig in zwei Teile zerspringen. Es war schwer für sie mit dem Mann, in den sie sich verliebt hatte, zu tanzen und gleichzeitig zu wissen, dass er nie dasselbe fühlen wird. „Kommst du“ fragte Nicky, denn mittlerweile waren sie im zweiten Stock angekommen. Nicky war bereits im Zimmer aber Chris stand noch im Türrahmen. Er riss sie aus ihren Gedanken und sie betrat das gemeinsame Zimmer.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Sie mussten von einer Stadt in die nächste fahren, verbrachten viel Zeit damit zu proben und in den Hotels abzuhängen. Die Jungs hatten sich in der Hotelbar verabredetet und Chris befand sich zur gleichen Zeit in Sam´s Zimmer. Sam wusste über das Gefühlchaos ihrer Freundin bescheid und sie versuchte ihr zu helfen. „Kommst du klar mit der ganzen Situation Chris?“ „Nein, klarkommen sieht anders aus. Aber ich akzeptiere es und versuche mich abzulenken. Soweit das möglich ist, schließlich teilen wir uns ein Hotelzimmer und sind Tanzpartner“ „Du könntest doch noch mal einen Partnerwechsel veranlassen und meinen Onkel nach einem Einzelzimmer fragen.“ „Wie sieht das denn aus. Zuerst ist alles ok und dann tausche ich die Partner und möchte ein Einzelzimmer. Dann kann ich gleich an den Bus pinseln, dass ich mich in Nicky verliebt habe“ meinte Chris. „Es war ja nur ein Vorschlag“ „Tut mir leid Sam. Ich bin so froh, dass du da bist und das du mir zuhörst und mir Ratschläge gibst. Danke!“ sagte Christina und drückte ihre Freundin. „Aber damit muss ich klar kommen. Es gibt keine Ausweg aber irgendwann komm ich über ihn hinweg“ Chris stand auf, drückte ihre Freundin und verließ anschließend das Hotelzimmer. Als sie ihr Zimmer betrat entschloss sie sich unter die Dusche zu gehen um all die Gedanken abzuwaschen.

„Und Mark, wie läuft es denn zwischen dir und Sam“ fragte Nicky neugierig als sie in der Hotelbar nebeneinander saßen. „Spitze wirklich. Sie ist eine wunderbare Frau. Außerdem bin ich total verrückt nach ihr“ schwärmte Mark. „Wie konntest du wissen, dass es die richtige Entscheidung war es mit ihr zu versuchen“ „Ich wusste es nicht. Wir haben damals, als wir in Dublin ausgegangen sind und Sam und ich zu viel getrunken hatten, miteinander geschlafen. Danach stand die ganze Welt kopf, weil ich nicht mehr wusste, was ich denken oder fühlen sollte. Alles war anders.“ „Das wusste ich ja gar nicht.“ „Wir haben es auch niemandem erzählt, weil wir uns entschieden hatten es einfach zu vergessen. Es war damals nur ein einmaliger Ausrutscher“ erzählte Mark und Nicky verspührte einen Stich in seinem Herzen. Er verglich plötzlich Mark´s damalige Situation mit seiner jetzigen zu Christina. Er hört wie Chris ihm damals auf der Couch in der Lobby genau dasselbe sagte. „Hörst du mir zu?“ fragte Mark als er merkte dass Nicky in Gedanken war. „Ja sorry und wie seit ihr dann zusammen gekommen?“ „Ich habe gemerkt, wie es mich gestört hat, dass du sie beim Tanzen in deinen Armen halten durftest und nicht ich. Ich habe dann unter einem Vorwand Chris gefragt ob du und ich nicht Partner tauschen könnten. Tja und am selben Tag hat mir Sam ihre Liebe gestanden. Den Rest kennst du ja“ erzählt Mark und seine Augen funkelten. „Man sieht dir an wie glücklich du bist“ „Ja, ich meine du weißt sicher wie es damals mit dir und Geo war und auch sicherlich noch ist. Dieses Verliebtheitsgefühl, jede freie Minute mit dem Menschen verbringen zu wollen, jede Bewegung und jede Reaktion zu beobachten. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl“ schwärmte Mark. „Ich weiß nicht wann ich dieses Gefühl das letzte mal mit Geo hatte“ gestand Nicky. „Was meinst du damit?“ „Ich meine, ich hatte das Gefühl und ich weiß wie glücklich ich damals war. Ich hätte Georgina nicht geheiratet, wenn ich sie nicht lieben würde.“ „Seit wann stellst du deine Beziehung zu Geo Infrage?“ „Ich stelle sie nicht Infrage. Ich liebe sie. Aber ich habe mich nur gerade gefragt, wann ich das letzte mal so glücklich war. Wann wir das letzte Mal Zeit für uns hatten um uns gegenseitig dieses Gefühl zu geben“ erklärte er. „Nicky, was ist los mit dir? Es ist doch nicht etwa eine andere Frau im Spiel“ „Nein!“ versicherte er seinem Freund.

Chris wickelte ihre nassen Haare in ein Handtuch und schlang ein zweites um ihren Körper. Im gleichen Augenblick kam Nicky ins Hotelzimmer. Er zog sein Shirt aus als Chris die Badezimmertür öffnete. Sie ging einige Schritte und blieb erschrocken stehen. Nicky stand mit nacktem Oberkörper vor ihr. Sie sahen sich beide erschrocken an. Chris lief zögerlich auf ihn zu um ihre Klamotten zu holen, die auf dem Bett lagen Als sie an ihm vorbei lief klopfte ihr Herz bis zum Hals. Er sah so sexy aus in seiner verwaschenen Jeanshose und sein Oberkörper ließ sie trotz spärlicher Kleidung anfangen zu schwitzen. „Was machst du schon hier?“ fragte sie kurz und umklammerte ihr Handtuch. „Ich bin müde und wollte ins Bett“ erwiderte er und musterte sie - sie sah so sexy aus. Sein ganzer Körper bebte als sie an ihm vorbei lief. Er schloss für Sekunden die Augen und vernahm den Geruch ihres frisch geduschten Körpers. Sie nahm ihre Sachen in die Hand und drehte sich um. Da stand er – direkt vor ihr und sah ihr tief in ihre rehbraunen Augen. Sie drehte sich zur Seite um wieder zurück ins Bad zu gehen aber er hielt sie am Bauch fest. Ohne ein Wort zu sagen drehte sie sich um. Ihre Hände krallten sich in das Handtuch, weil sie sich zusammenreißen musste um Nicky nicht um den Hals zu fallen. Er zog sie näher an sich und konnte bereits das Handtuch und ihre zitternden Hände an seinem Oberkörper spüren. Er war nicht mehr zu stoppen, er wollte sie jetzt und ihre Augen verrieten, dass sie ihn auch wollte. Sie wollte sich nicht mehr zusammenreißen, sie schloss die Augen und führte ihre Lippen zu seinen. Sie waren beide sehr nervös und angespannt aber trotzdem genossen sie den Kuss. Als sie kurz voneinander abließen, lächelten sie einander an. Diesmal war es Nicky der seine Lippen an ihre presste. Ihre Hände ließen ihr Handtuch los und glitten seine Brust hoch bis zu seinem Hals, sie strich ihm über die Wangen und fuhr mit ihren Händen durch sein blondes Haar. Er strich mit seinen zarten Händen ihren Rücken auf und ab. Als Chris aber seinen Hinterkopf kraulte hielt Nicky es nicht mehr aus. Er zog am Handtuch, dass sie immer noch um ihren Körper gewickelt hatte und schon stand sie nackt vor ihm. Sie ließ ihre Hände an seine Jeanshose gleiten, öffnete sie und zog sie Nicky aus. Mit leidenschaftlichen Zungenküssen ließen sich die beiden auf eines der Betten fallen. Dabei fiel Chris das Handtuch vom Kopf und die nassen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie waren jedoch damit beschäftigt sich mit heißen Küssen am gesamten Körper zu bedecken und ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen. Jede Berührung, jeder Blick und jeder Kuss der beiden verriet, dass sie alles um sich rum vergessen hatten. Nicky und Chris erlebten eine lange, romantische und leidenschaftliche Nacht.

Sam und Mark lagen aneinander gekuschelt im Hotelzimmer und unterhielten sich. „Ich möchte, dass wir meine Familie besuchen gehen“ sagte Mark. Sam, die ihren Kopf auf Marks Arm hatte und seinen Oberkörper streichelte, sah ihn an und lächelte „das möchte ich auch“ „Wie wäre es, wenn wir gleich nach der Tour nach Sligo fahren. Wir könnten meine Eltern und Brüder besuchen und in meinem kleinen Haus sind wir ganz sicher ungestört“ sagte Mark während er seiner Freundin über den Rücken strich und ihr verführerisch zuzwinkerte. „Na dann“ antwortete Sam und küsste Mark sanft auf den Mund.

Am nächsten Morgen öffnete Nicky verschlafen die Augen und sah die noch schlafende Christina. Er musste lächeln, denn er fühlte sich sehr zu Chris hingezogen und ihr schien es gleich zu gehen. Auch sie öffnete wenige Minuten später die Augen und lächelte Nicky an. „Guten Morgen“ flüsterte er. „Morgen“ kam es noch verschlafen von Chris. Sie kuschelte sich näher an ihn und er hielt sie einfach nur in seinen Armen. Nach einigen schweigenden Minuten stand Chris auf und durchbrach die Stille. „Ich geh duschen, kommst du mit?“ Sie hatte einen Teil der Bettdecke um ihren Körper gewickelt und sah Nicky an. Der antwortete nicht sondern stand auf, nahm ihre Hand und lief mit ihr ins Bad. Nach einer heißen Dusche kamen die beiden wieder aus dem Bad „Was ist eigentlich los mit uns“ fragte Chris während sie sich anzog. „Keine Ahnung. Ich fühle mich sehr zu dir hingezogen Chris. Du bist eine fabelhafte, unwiderstehliche Frau und du bedeutest mir sehr viel, aber ich liebe Georgina“ „Ich weiß aber wie soll es jetzt weiter gehen“ Chris lief auf Nicky zu, sah ihm direkt in seine blauen Augen und strich ihm eine blonde Strähne aus dem Gesicht. „Ähm na ja ich, wir,“ stotterte er und küsste sie daraufhin stürmisch. „Ich kann dir einfach nicht wiederstehen“ lächelte Nicky. „Ich nehm das jetzt mal als Kompliment“ sagte Chris und sah auf die Uhr. „Aber wir sollten uns langsam auf den weg machen“ „Ja du hast recht, aber das zwischen uns….“ „das bleibt unser Geheimnis“ vollendete Chris Nicky´s Satz. Die beiden zogen sich fertig an um sich mit den anderen zu treffen.

Die restlichen Konzerte waren sehr erfolgreich. Alle waren zufrieden und freuten sich auf ihr zu Hause. Doch bevor es soweit war, mussten sie noch zu einem Fotoshooting nach London.
Es war das erste und auch einzige Fotoshooting mit allen Tänzerinnen, da diese Fotos diverse Zeitungen zieren sollten, die über die geniale Westlife-Tour berichteten. Auch die DVD sollte die meisten dieser Fotos beinhalten. Also hatten sie noch einen ganzen Tag Arbeit vor sich. Die Jungs wurden in verschiedene Outfits gesteckt: von ihren legendären Anzügen, über coole Klamotten bis hin zum Tänzeroutfit mit Zylinder und Frack. Auch die Tänzerinnen mussten an diesem Tag viel über sich ergehen lassen. Aber es machte allen sichtlich Spaß und als das Shooting vorbei war, entschlossen sie sich mit dem Fotografen noch anzustoßen bevor es wieder zurück nach Dublin und in den wohlverdienten Urlaub ging.
Als sie so in der Runde standen nahm der Fotograf, Steve, plötzlich Sam zur Seite. „Sag mal Samantha, hast du schon mal vor der Kamera gestanden?“ fragte er ganz direkt. Sam sah ihn an und lächelte „du meinst als Model? Nein nein. Das habe ich nie und werde es auch nicht tun. Ich verkaufe diese Dinger mit denen du so grandiose Fotos schießt aber ich bin nicht gerne das Model, das fotografiert wird.“ „Aber warum denn nicht?“ „Ich fühl mich nicht so wohl vor der Kamera“ „Das sah aber gerade ganz anders aus und glaub mir Sam ich weiß wovon ich spreche.“ Sam wurde die Situation unangenehm und sie wandte sich ohne ein weiteres Wort zu den anderen. Mark, der die Situation mitbekommen hatte redete Steve darauf an „Steve, ich weiß was Sam für ein Talent hat und ich bin ganz deiner Meinung. Falls du sie für ein Shooting brauchen kannst, dann melde dich einfach bei mir. Ich werde noch mal mit ihr reden.“ „Super, sie sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen“
Nach einer Weile brachen alle zusammen auf ins Hotel, da es am nächsten Tag endlich nach Hause ging.

Am Flughafen in Dublin verabschiedeten sich alle von einander. Kian und Shane flogen weiter nach Sligo. Nicky wurde von Georgina am Flughafen überrascht und nahm ihren Mann gleich mit nach Hause. Sam, Mark und Chris fuhren gemeinsam mit dem nächsten Taxi in ihre Wohnung. Chris schwieg die gesamte Fahrt über und als sie zu Hause angekommen waren, sie ihre Sachen in ihr Zimmer schmiss und im Bad unter der Dusche verschwand wusste Samantha, dass es ihrer Freundin gar nicht gut ging.
Erschöpft von der Reise ließen sich Mark und Sam auf die Couch im Wohnzimmer fallen „Was hältst du eigentlich davon, wenn wir heute schon nach Sligo fahren. Die Koffer sind ja schon gepackt und ich hab die nächsten drei Wochen frei. Außerdem würde sich meine Mam sicher freuen dich wieder einmal zu Gesicht zu bekommen. Vor allem seit du ihre Schwiegertochter ‚in spe’ bist“ grinste Mark. Sam sah ihren Freund mit glitzernden Augen an „Ja, das ist eine tolle Idee. Ich würde mich auch freuen meine Schwiegermama wieder einmal zu sehen.“ Sie gaben sich einen Kuss und Mark informierte seine Mutter damit sie bescheid wusste. Allerdings hatte Sam ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Freundin. Sie wusste, dass es Chris nicht gut ging und sie kannte auch den Grund dafür. Jedoch wollte sie Chris nicht alleine lassen. Erst als Chris ihrer Freundin grünes Licht gab und ihr versicherte, dass es ihr gut ginge, konnte sich Sam auf den kleinen Urlaub bei Mark´s Familie freuen.

Als sie nach fast 3 Stunden Fahrt endlich an Mark´s Familienhaus ankamen freute sich die beiden auf die schönen Tage die vor Ihnen lagen. Sie öffneten die Eingangstür, doch es war dunkel und Totenstill. Als sie ihre Koffer absetzten und ins Wohnzimmer liefen ertönte ein lautes „Überraschung“ und vor ihnen stand Mark´s Familie. Die beiden blieben erschrocken stehen doch viel Zeit um sich von diesem Schock zu erholen hatten sie nicht, da sie gleich von allen herzlich begrüßt und gedrückt wurden. Anschließend gab es ein leckeres Essen und viel zu reden. Nachdem alle viel gegessen, getrunken und geredet hatten und es draußen schon langsam hell wurde fielen Mark und Sam glücklich in ihr Bett in Mark´s Zimmer.

Zwei Tage später, nachdem Mark seiner Freundin sein eigentliches Haus in Sligo zeigte, dass nicht weit weg von seinem Elternhaus lag und die beiden es sich dort bequem machten und ihre gemeinsame Zeit genossen zerbrach sich Christina ihren Kopf zu Hause in Dublin über ihre Gefühle zu Nicky. Nach vielen langen Gesprächen mit Sam, die über das Gefühlschaos ihrer Freundin bescheid wusste, wurde Christina klar, dass sie sich nicht in die Beziehung von Nicky und Georgina drängen wollte obwohl sie das bereits getan hatte. Sie nahm sich vor am nächsten Tag Nicky zu besuchen um ihm genau das zu sagen und entgültig einen Schlussstrich unter ihre Gefühlschaos zu ziehen. Sie schrieb ihm eine SMS: „Hy Nicky, bist du zufällig morgen zu Hause. Ich würde gerne so gegen 14:00 Uhr kurz vorbei kommen. greets Chris“ Keine fünf Minuten später meldete sich Nicky: „Hy Chris, freue mich wenn du kommst. greets nicky“

Punkt 14:00 Uhr am nächsten Tag stand Chris vor Nicky´s Haustür. Er öffnete kurze Zeit später mit einem Lächeln „Hallo Chris komm doch rein.“ Sie grüßte zurück und betrat das Haus. Als sie im Wohnzimmer ankamen setzte sich Christina und Nicky bot ihr was zu trinken an. „Nein Nicky danke ich bin nur hier um mit dir zu reden. Ist Georgina da?“ „Nein, die ist mit ihren Freundinnen unterwegs.“ sagte er und setzte sich neben Chris. Ihr lief es kalt den Rücken hinunter doch sie blieb bei klaren Gedanken „Ich muss dringend mit dir reden Nicky. So geht das nicht weiter. Ich bin hier um dir zu sagen, dass es vorbei ist.“ „Wie meinst du das“ fragte er „Es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr. Es ist aus. Du gehörst zu Georgina – du liebst sie“ Nicky hob den Kopf und sah ihr in die Augen „Ja, ich liebe sie, aber ich empfinde auch sehr viel für dich. Ich weiß nicht was es ist aber ich fühl mich in deiner Nähe so unbeschreiblich wohl. Wir haben so viel Spaß zusammen“ „Nicky hör auf. Wahrscheinlich hattest du mit mir nur ein wenig Abwechslung. Vielleicht ist eure Beziehung so alltäglich geworden. Aber dafür kann ich nichts.“ „Doch kannst du! Seit du hier bist fahren meine Gefühle Achterbahn. Ich weiß nicht mehr wo oben und unten ist.“ „Achja super. Also wenn ich weiter in Dänemark geblieben wäre, dann wäre alles beim alten geblieben?“ Chris wurde wütend „Wahrscheinlich“ sagte Nicky und sah an ihr vorbei. „Du machst dir was vor Nicky. Wenn ich nicht zu diesem Zeitpunkt gekommen wäre, wäre es eine andere Frau gewesen, die dein Herz, oder zumindest einen kleinen Teil davon, erobert hätte. Dann hättest du mit einer anderen Frau wild herum geknutscht und es sonst wo getrieben. Aber ich war nun mal diese Frau, die gekommen ist, die deine Gefühle durcheinander gebracht hat. Aber glaub ja nicht, dass du der Einzige bist der verwirrt ist. Ich bin es auch. Was meinst du wie ich mich fühle? Denkst du das geht so spurlos an mir vorbei?“ Die Worte sprudelten nur so aus Christina heraus aber Nicky brachte sie mit einem stürmischen Kuss zum Schweigen. Sie wich zurück und stand auf. „Nein! Genau das müssen wir beenden! Ich wollte es nie soweit kommen lassen aber gegen seine Gefühle kann man nichts machen. Weißt du wie weh es tut dich immer und immer wieder zu sehen, mit dir täglich zu tanzen und dich zu küssen aber gleichzeitig zu wissen, dass eine andere Frau im Spiel ist, die die größere Rolle in deinem Leben spielt. Ich habe es akzeptiert sonst hätte ich mich auf unsere Affäre nicht eingelassen. Wir waren auf Tour und somit habe ich Georgina nie gesehen. Aber jetzt wieder hier in Dublin zu sein und zu verstehen, dass wir uns nicht mehr jeden Abend in unserem Zimmer verkriechen und uns verwöhnen. Zu wissen, dass sie bei dir ist.“ Chris brach ab und wollte gehen aber Nicky hielt sie auf. „Denkst du ich habe dabei gar nichts empfunden?? Du bedeutest mir auch viel – sehr viel sogar – wahrscheinlich mehr als ich zugeben will“ „Hör auf Nicky. Ich kann das nicht mehr hören. Du machst es dir wirklich zu einfach. Ich bin her gekommen um dir zu sagen, dass unsere Affäre beendet ist. Ich wusste von Anfang an, dass du und Georgina zusammen gehört aber ich wollte es nicht sehen. Ich hätte nie eine Chance gegen sie aber ich ließ mich von meinen Gefühlen leiten - Mein Fehler. Alles was ich dir heute sagen wollte ist gesagt“ Sie stand auf „und was wird jetzt aus uns“ fragte Nicky. „Störe ich?“ hörten die beiden Georgina fragen. Christina lief auf sie zu „Nein, ich muss sowieso los, bis dann“ sagte sie nur und verließ das Haus.
„Was hatte denn das zu bedeuten“ fragte Geo in Nicky´s Richtung. „Ach sie hatte es eilig“ antwortete Nicky. „Das meinte ich nicht. Ich meinte deine Aussage was aus euch beiden wird. Was hat das zu bedeuten?“ Nicky wusste nicht was er darauf antworten sollte. Sollte er seiner Frau gestehen, dass zwischen ihm und Chris was lief. Könnte er mit einer Lüge leben, wenn er es ihr nicht beichtete? „Es ging um die Tanzpartner. Chris hat mir gesagt, dass wir in der nächsten Zeit keine Tänzerinnen brauchen“ log Nicky. Er wusste, dass diese Geschichte eigentlich nicht glaubwürdig war aber er hoffte, dass Georgina ihm glaubte. Als sie gerade antworten wollte lenkte Nicky das Gespräch auf ein anderes Thema „Zeig mir lieber was du schönes gekauft hast.“

Mark und Sam saßen zusammen mit Mark´s Familie am Küchentisch und diskutierten als Sam´s Handy klingelte. „Hey Chris, wie geht’s“ fragte Sam fröhlich, doch als sie ein leises Schluchzen hörte, entschuldigte sie sich und verließ das Esszimmer. „Chris, was ist los“ fragte sie besorgt. „Ich hab’s getan Sam. Ich hab zwischen Nicky und mir endgültig den Schlussstrich gezogen“ „Gut so, ich bin stolz auf dich. Wie hat er denn reagiert?“ fragte Sam während sie sich auf die Couch im Wohnzimmer setzte. „Naja, er wollte, dass es so weiter geht. Er hat gesagt, dass er mich auch in gewisser Weise liebt, aber dass er Geo noch nicht verlassen kann und und und. Ich hab ihm dann gesagt, dass ich hier bin um Schluss zu machen und bin gegangen, als Geo in der Tür stand“ „Oh mann, weiß sie etwa bescheid?“ „Keine Ahnung. Ich bin gegangen“ sagte Chris und atmete tief durch. „Wie geht’s dir denn jetzt“ „Naja es geht. Ich bin froh, dass das ganze jetzt geklärt ist aber es tut doch weh. Ich hab mir die Suppe selbst eingebrockt also werde ich sie jetzt auch auslöffeln“ lächelte Chris „und außerdem: andere Mütter haben auch schöne Söhne“ „Na also so kenne ich dich“ lächelte Sam. „Und wie geht’s euch?“ „Super danke! Mark’s Familie ist einfach supernett. Leider brechen wir ja bald wieder auf, weil ich in meinen Laden muss. Aber Mark kommt mit“ „Super! Dann will ich euch mal nicht länger stören“ sagte Chris. Mark, der seine Freundin suchte, wurde im Wohnzimmer fündig. Sam sah ihn an und lächelte „Nein du störst doch nicht“ „Ich wünsch euch noch viel Spaß!“ „Danke dir auch, mach dir nicht so viel Gedanken und wenn was ist dann ruf mich an ok?“ „ja mach ich. Danke! Bye“ Sam legte auf und wand sich an ihren Freund „Na, hast du mich etwa schon vermisst“ fragte sie verführerisch. „Natürlich!!“ sagte er und küsste sie „Übrigens hast du noch Lust spazieren zu gehen“ „Na klar. Ich bin dabei“ lächelte Sam.

Ein paar Tage später kamen Mark und Sam wieder in Dublin an. Sie hatten die kurzen Ferien in Marks Heimatstadt genossen. Sam sperrte die Wohnungstür auf doch es sah nicht so aus als ob Chris zu Hause wäre. „Könnte sein, dass sie einkaufen gegangen ist“ sagte Chris. „Also sind wir alleine?“ flüsterte Mark Sam verführerisch ins Ohr. „Ja, anscheinend schon“ grinste Sam „Wieso?“ Er fing an ihren Hals zu liebkosen und führte sie in die Küche. Auf dem Weg dorthin öffnete er Sam´s Jacke und zog sie ihr aus. In der Küche angekommen presste er Sam gegen den Küchentisch „Hier?“
„Hi, lasst euch von mir bloß nicht stören!“ sagte Christina, die gerade die Küche betrat. Sie öffnete den Kühlschrank, nahm sich eine Flasche Mineralwasser und verließ die Küche so schnell wie sie gekommen war. Mark und Sam sahen sich erschrocken an. „Scheiße ich dachte sie wäre nicht da?“ flüsterte Mark „Ja, das dachte ich auch“ erwiderte Sam, zupfte ihr Oberteil zurecht und hüpfte wieder von der Küchentheke. „Sie sah ganz schön fertig aus.“ „Naja sie wird nicht gerade mit uns gerechnet haben schließlich haben wir uns auch nicht angekündigt und außerdem wäre es mir auch nicht so recht sie mit ihrem Freund in so einer Situation zu erwischen“ sagte Sam. Ihr war auch aufgefallen, dass Christina nicht gut aussah. Sie war sehr blass und lustlos. Samantha überlegt ob es vielleicht auch an Nicky liegen könnte, dass es ihrer Freundin nicht so gut ging.
„Ich schau mal nach Christina“ „Ok und ich bringe schon mal die Koffer in dein Zimmer“ erwiderte Mark und nahm die Koffer in die Hand. Sam lief langsam auf das Zimmer ihrer Freundin zu. Ihr war es peinlich, dass Chris sie und Mark in der Küche gesehen hatte. Als sie klopfte hörte sie keine Antwort aus dem Zimmer. Als sie jedoch das zweite Mal ein wenig lauter klopfte und „Chris, ich bin´s. Darf ich kurz reinkommen“ sagte, hörte sie ein leises „komm rein“ von ihrer Freundin. Sie betrat das Zimmer, das total verdunkelt war. Da es Nachmittag war und draußen die Sonne schien wurde das Zimmer ein bisschen erhellt. Sam erkannte, dass ihre Freundin, im Bett zusammen gekauert lag. Sie setzte sich aufs Bett. Chris bewegte sich keinen Millimeter. Sam strich über die Bettdecke „was ist los mit dir Chris?“ Wieder kam keine Antwort ihrer Freundin „Du hast doch was“ redete Sam weiter, jedoch ohne Erfolg „Du weißt, dass du mir alles sagen kannst. Ich hoffe es hat nichts mit der vorigen peinlichen Situation zu tun. Es tut mir leid, aber wir dachten, dass du nicht da wärst.“ Langsam bewegte sich Chris unter der Bettdecke, zog diese von ihrem Kopf und setzte sich auf. „Nein, es ist alles in Ordnung“ „Ach ja? Und warum sitzt du dann an so einem schönen Tag alleine zu Hause in deinem dunklen Zimmer???“ „Weil mich die Welt da draußen nicht interessiert“ Sam, die immer noch am Bettrand saß, setzte sich neben ihre Freundin „Es hat nicht zufällig was mit Nicky zu tun oder?“ fragte sie vorsichtig. Chris antwortete nicht sondern drehte ihren Kopf auf die andere Seite. „Also doch.“ Christina konnte nur noch nicken, dann brach sie in Tränen aus. Samantha legte ihre Hand behutsam auf die Schultern ihrer Freundin. Chris drehte sich um und Sam schloss sie in ihre Arme.
Nach ein paar Minuten konnte sich Chris wieder ein wenig beruhigen „Es ist schwerer ihn zu vergessen als ich gedacht habe. Aber dass alleine ist es nicht. Ich weiß gar nicht warum ich so heule.“ begann Chris zu erzählen. „Als ich bei ihm war, konnte ich den größten Schmerz vor ihm verstecken aber als ich wieder zu Hause war brach alles in mir zusammen. Ich konnte nicht mehr.“ „Aber du hast dich nicht seit dem Tag ins Zimmer eingeschlossen oder?“ Christina nickte verlegen „doch habe ich.“ „Hast du überhaupt in den letzten Tagen was richtiges gegessen“ Christina sah ihre Freundin an und schüttelte den Kopf. „Na dann sind wir ja gerade richtig gekommen. Jetzt kochen wir erst einmal was schönes und bringen dich auf andere Gedanken. Während ich und Mark in der Küche alles herrichten raffst du dich auf und kommst in ein paar Minuten nach ok?“ Samantha stand auf, gab ihrer Freundin einen Küsschen auf die Stirn „Das wird wieder“ sagte sie noch und ging zur Tür. „Danke Sam“ hörte sie noch von Chris bevor sie das Zimmer verließ.

„Na, wie geht’s ihr?“ fragte Mark, der schon in der Küche auf seine Freundin wartete. „Nicht sehr gut. Lass uns was für sie kochen und danach bringen wir sie auf andere Gedanken“ Noch bevor Mark nachfragen konnte, was mit Chris los war, lief Sam in der Küche herum um die Zutaten für ein köstliches Essen vorzubereiten.

Rrrrrrrrrrrrrrring rrrrrrrrrrrring. „Ich geh schon“ Mark lief zur Eingangstür und öffnete diese. Vor ihm stand Nicky „Hey, wie geht’s. Komm doch rein“ begrüßte ihn Mark freundlich. „Danke, stör ich gerade?“ „Nein du doch nicht. Sam und ich kochen gerade was. Hast du vielleicht Lust zu bleiben?“ „Naja ich weiß nicht. Ich wollte eigentlich nur kurz zu Chris“ antwortete Nicky. „Jetzt komm erst mal mit in die Küche“ Mark und Nicky liefen gemeinsam in die Küche, in der Sam gerade den Tisch deckte. Sie hob den Kopf „Hallo Nicky. Was führt dich denn hier her“ fragte sie verwirrt. „Ich wollte nur kurz zu Chris. Ist sie da“ „Ich glaube nicht, dass das jetzt gut wäre. Es geht ihr nicht besonders“ „Ich brauche nur eine Minute“ „Nein Nicky. Es ist besser wenn du jetzt gehst. Sie wird sich bei dir melden sobald es ihr besser geht.“ Mark sah die beiden an „Was soll denn das?“ fragte er und sah seine Freundin an „Ach Mark, du hast doch gesehen, dass es Chris nicht so gut geht und sie will niemanden sehen. Ich bin ja froh, dass sie nachher mit uns isst. Versteh doch. Nicky wäre ein zu große Aufregung für sie“ „Warum sollte sich Chris aufregen, wenn Nicky sie besucht? Sie haben sich immer gut verstanden“ Jetzt mischte sich auch Nicky wieder ein. „Schon gut Mark. Ich melde mich einfach demnächst bei ihr. Bis bald“ Er drehte sich um und wollte die Küche verlassen als Chris vor ihm stand. Sie standen sich gegenüber und keiner brachte einen Ton heraus. Sam beobachtete die Situation „Ähm Nicky wollte gerade gehen“ sagte sie und ging auf die beiden zu. „Können wir kurz reden Chris“ fing Nicky an. Chris sah auf den Boden „Es ist wichtig“ redete er weiter. Sie nickte nur und lief in ihr Zimmer.

„Was hast du denn auf einmal Sam“ Mark, der nicht wusste worum es ging setzte sich an den Küchentisch. „Ich habe nichts. Aber es geht Chris nicht gut und nach dem Gespräch mit Nicky wird es ihr sicherlich nicht besser gehen glaub mir“ Samantha setzte sich neben ihren Freund an den Tisch und grub ihre Hände in ihr blondes Haar „Worum geht’s eigentlich?“ fragte Mark. „Es geht um Chris, mehr kann ich dir nicht sagen – noch nicht.“ „Soweit war ich auch schon aber was ist mit ihr?“ „Mark bitte – es tut mir leid, aber ich kann es dir wirklich nicht verraten“ Mark war ein wenig sauer, stand auf und lief ins Wohnzimmer.

Als Chris und Nicky das Zimmer betraten und Nicky die Tür hinter sich schloss, lief Christina ans Fenster, dass bereits geöffnet war und sah hinaus. „Was willst du?“ fragte sie kalt. „Mit dir reden“ „Worüber“ „Über uns“ „Es ist alles gesagt Nicky“ „Nein, eben nicht. Chris, bitte gib mir nur eine Minute“ Christina drehte sich um und Nicky stand direkt vor ihr. „Die Zeit läuft“ antwortete sie kurz. „Naja, ich bin hier um dir zu sagen, dass,........... dass“ Er wusste nicht recht was er sagen sollte. Warum war er her gekommen? Was wollte er eigentlich hier? Als er in die Augen von Chris blickte, die nur auf den Boden starrte, sprach er einfach seine Gedanken aus „Ich vermisse dich“ Dann war es still. Keiner sagte auch nur ein Wort. Chris hob ihren Blick „Was?“ „Ich vermisse dich“ wiederholte er. Christina wollte ihm eine Ohrfeige verpassen jedoch hielt Nicky ihren Arm fest „Was willst du jetzt von mir hören?“ fragte sie. Er ließ ihre Hand los „Wenn du mir hier und jetzt sagen kannst, dass du mich nicht vermisst, bin ich weg ansonsten bleibe ich.“ Sie sahen sich beide an und Nicky nahm ihr Gesicht in seine Hände „Sag es und ich bin weg“ Er presste seine Stirn an ihre. Chris hatte ihre Augen geschlossen und konnte nichts sagen. In ihr kreisten so viele Gedanken und sie wusste nicht wie sie diese zuordnen sollte. „Bitte geh Nicky. Es hat keinen Sinn.“ „Sag es mir.“ Sie nahm seine Hände aus ihrem Gesicht und lief zur Tür. „Es ist vorbei und jetzt geh bitte.“ „Nein, das werde ich nicht, nicht bevor ich eine Antwort bekommen habe“ Christina standen langsam Tränen in den Augen „Geh einfach“ „Nein“ Nicky wurde langsam wütend. Warum konnte sie nicht einfach antworten. Er würde nicht gehen. Nicht solange sie einfach nur da stand und alles tod schwieg. In Chris mischten sich Traurigkeit und Wut zusammen „Du willst es also unbedingt hören“ „Ja, verdammt noch mal“ sagte er etwas lauter und nahm ihre Hand. „Vermisst du mich oder nicht?“ „Nein“ sagte sie und entzog ihm ihre Hand „Nein“ wiederholte sie „Nein ich vermisse dich nicht!! Und jetzt geh endlich! Hau ab“ rief sie und fing an zu weinen „Das glaube ich dir nicht. Wenn du mich nicht vermisst warum weinst du dann?“ „Hau endlich ab“ Sie öffnete die Tür, schob ihn schon fast aus ihrem Zimmer und schloss die Tür hinter ihm zu. „So schnell wirst du mich nicht los“ hörte sie ihn noch sagen. Dann verschwand er. Christina, die hinter der Tür stand und weinte glitt nun auf den Boden und zog ihre Knie an sich.

Mark hatte sich mittlerweile wieder beruhigt und saß mit Sam im Wohnzimmer als sie mitbekamen wie Nicky blitzartig die Wohnung verließ. „Shit“ kam es von Sam, die aufstand und zu Chris lief. „Chris geht’s dir gut“ Sie hörte nur das Schluchzen ihrer Freundin hinter der Tür doch als sie versuchte diese zu öffnen war sie verschlossen. „Ich bin im Wohnzimmer falls du reden möchtest“ sagte sie und ging wieder zu Mark.

Eine knappe Stunde später kam Christina endlich aus ihrem Zimmer. Im Wohnzimmer fand sie Sam und Mark, die aneinander gekuschelt auf der Couch saßen und fern sahen. Chris sah die leeren Essensteller auf dem kleinen Tisch stehen und bekam ein schlechtes Gewissen. Nachdem die beiden Chris bemerkten stand Sam auf. „Es tut mir leid wegen dem Essen“ „Ach, das ist doch nicht schlimm. Wie geht’s dir?“ fragte Sam. Christina schüttelte nur ihren Kopf und Sam wusste, dass sie jetzt nicht darüber reden wollte. „Komm erst mal her“ sagte Mark, der immer noch auf er Couch saß. „Hast du Hunger?“ „Nein Mark, aber danke.“ Samantha sah ihre Freundin an „Aber du musst was essen. Ich bin gleich wieder da“ Während Sam in die Küche ging saßen Mark und Chris nebeneinander auf der Couch. „Mark, es tut mir leid“ „Was meinst du?“ fragte er überrascht. „Naja ich weiß, dass Sam dir nicht gesagt hat, was mit mir los ist. Ich möchte nicht, dass du meinetwegen sauer auf sie bist. Ich werde es dir selbst erzählen aber nicht heute ok?“ Mark nahm sie in den Arm „Schon in Ordnung. Wenn du bereit bist es mir zu sagen, dann bin ich für dich da.“

Als Sam mit einem Teller in der Hand zurück ins Wohnzimmer kam, saßen Mark und Chris auf der Couch und sahen fern. Sie stellte ihrer Freundin den Teller hin und sah sie an. Christina erwiderte den Blick „Ok ok, ich esse ja schon was“ sagte sie und widmete sich ihrem Teller.
„Wisst ihr was ich mir überlegt habe“ fragte Chris während dem Essen. Sam sah Chris an und schüttelte den Kopf. „Naja ich habe mir überlegt, dass es mir vielleicht gut tut, wenn ich für ein paar Tage einfach mal hier raus komme und einfach mal meine Ruhe habe.“ „Ja, das wäre sicherlich nicht schlecht und woran hast du gedacht?“ fragte Mark interessiert „Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ans Meer möchte ich jetzt nicht und nach Dänemark zieht mich nichts“ erklärte Chris und atmete schwer aus. Sie stand auf um den Teller in die Küche zu bringen. Während sie den dreckigen Teller in den Geschirrspühler räumte und sich noch was zu trinken holte, wandte sich Mark an Sam „Sag mal Sam, was hältst du davon, wenn ich ihr anbiete zu mir nach Sligo zu kommen? Dort ist sie sicherlich ungestört und kann sich mal so richtig ausruhen. Ich bleibe solange hier bei dir – schließlich haben wir ja noch frei – und wenn sie wiederkommt sieht die Welt vielleicht schon wieder anders aus.“ Sam sah lächelnd zu ihrem Freund und drückte ihm einen Kuss auf den Mund „Das ist eine sehr gute Idee“

Als Chris die Küche verließ und durch das Wohnzimmer eigentlich in ihr Zimmer wollte, wurde sie von Sam aufgehalten. „Chris, kommst du kurz bitte“ Sie drehte in der Tür um und kam zurück ins Wohnzimmer. Mit fragendem Blick setzte sie sich gegenüber auf den Sessel. „Wir haben uns da was überlegt“ begann Sam. Der fragende Blick ihrer Freundin verriet Sam, dass sie nicht wusste worum es ging. Mark sprach weiter:„Wir finden es gut, dass du einfach mal raus willst und dich ausruhen möchtest. Ich hab mir gedacht, dass du, natürlich nur wenn du möchtest, zu mir nach Sligo kommen kannst. Ich habe dort ein eigenes Haus indem du garantiert ungestört bist. Ich bleibe solange hier, weil ich ja sowieso frei habe.“ Sam konnte ein kleines Lächeln auf dem Gesicht ihrer Freundin erkennen. „Wow“ brachte Chris nur heraus. „Und du hast wirklich nichts dagegen?“ „Würde ich es dir sonst anbieten?“ Chris schüttelte den Kopf und lächelte „Danke – Danke für alles. Ihr zwei seit einfach super“ Sie umarmte Mark und Sam und stand auf. Plötzlich wurde ihr schwarz vor Augen und sie setzte sich wieder hin „Hey Chris, was ist los“ fragte Sam beunruhigt. „Alles ok, Sam. Ich bin nur zu schnell aufgestanden“ antwortete sie ihrer Freundin. Ein paar Minuten später verließ sie mit einem zufriedenen Lächeln und der Freude auf Erholung das Wohnzimmer um ihre Koffer zu packen.

Währenddessen telefonierte Mark mit seiner Mutter, damit diese Chris vom Bahnhof abholen konnte und sie zu Mark´s Haus bringen konnte. „Und Mam. Bitte gib ihr die Ruhe die sie braucht. Sie hat in den letzten Wochen ziemlich was durchgemacht“ bat Mark. „Jaja mein Sohn. Lass mich nur machen“

Eine knappe Stunde später standen die drei bereits in der Wartehalle des Bahnhofs während Chris ihr Ticket kaufte. Als sie zurück kam verabschiedete und bedankte sie sich nochmal von Mark und Sam und lief zu ihrem Zug.
Kaum war das Paar wieder im Auto klingelte Mark´s Handy „Hey Mark, hier ist Steve. Ich hätte eine geniale Kampagne bei der ich gerne deine Freundin dabei hätte.“ „Alles klar“ sagte Mark nur „Ok, sie ist bei dir?“ „Ja“ „Ok, wenn du fragen hast. Ruf einfach an“ „Mach ich Steve – danke“ sagte Mark kurz und legte auf.
„Was wollte denn Steve von dir“ fragte Sam neugierig. „Ach nichts wichtiges“ antwortete Mark nur und fuhr los.

Als sie zu Hause ankamen entschieden sich die beiden noch am Dublin Bay spazieren zu gehen. Gemeinsam und Hand in Hand liefen sie glücklich die Straßen von Dublin entlang bis sie am Stand ankamen. Sie beobachteten Hunde, die durch das kalte Wasser rannten, Kinder die erschrocken vom Wasser wegrannten und natürlich ältere und junge Pärchen, die aneinander geschmiegt am Strand entlang liefen. Zufrieden lächelnd und glücklich liefen beide schweigend nebeneinander her und genossen die Zeit zusammen.
Nach einer Weile setzten sie sich auf eine Bank und sahen auf das wunderschöne blau glitzernde Meer hinaus. „Sam?“ begann Mark zu reden. „hm?“ kam es verträumt von ihr. „Ich habe doch vorhin mit Steve telefoniert!“ Ihr Kopf lag angeschmiegt auf seinen Schulter „Ja und? Du hast doch gesagt, dass es nicht wichtig war“ murmelte Sam während sie sich näher an Mark schmiegte. „Naja, also er hat mich angerufen weil er daran interessiert ist mit dir zu arbeiten und ein Angebot für dich hätte“ sagte Mark vorsichtig. Sam hob ihren Kopf und rutschte ein wenig weg um ihrem Freund in die Augen schauen zu können. „Was“ fragte sie noch einmal nach. „Ich weiß, dass du eigentlich dagegen bist und nicht modeln möchtest. Aus welchem Grund auch immer aber es wäre doch nur ein einziges Fotoshooting. So eine Art Bewerbungsgespräch.“ „Nein Mark. Es tut mir leid, aber das kann ich nicht machen und das will ich auch nicht machen. Das weiß eigentlich auch Steve und ich bitte dich einfach das zu akzeptieren“ erwiderte Sam und blickte auf das weite Meer. Mark, der merkte, dass er wohl in ein Fettnäpfchen getreten war, rückte näher an seine Freundin. Er legte seinen Arm um ihre Schultern und hielt sie fest „Es tut mir leid. Wenn du das nicht machen möchtest, dann sag ich Steve ab. Es ist deine Entscheidung“ „Ja bitte tu das. Ich möchte nicht modeln“ sagte sie immer noch ihren Blick auf das Meer gerichtet. „Ok. Aber…“ Sam drehte plötzlichen ihren Kopf und sah Mark an „kein aber“ Er legte seinen Finger auf ihren Mund. „Aber dafür möchte ich, dass du mir heute Abend ein paar deiner Dessous vorführst“ sagte er verführerisch. Samantha lächelte „Du Spinner“ sagte sie nur und zog ihn mit Ihrer Hand zu sich um ihn zu küssen. „Versprochen?“ fragte Mark als sie sich lösten. „Versprochen“ antwortete Samantha und Mark zog sie wieder an sich um sie zu küssen. Sie saßen noch eine Weile auf der Bank und beobachteten das Meer.

Währenddessen rollte der Zug ihn den Bahnhof von Sligo ein. Chris wusste, das Mark´s Mutter auf sie warten würde, jedoch kannte sie diese doch gar nicht. Als sie mit ihrem Koffer den Zug und auch das Bahnhofsgebäude verließ sah sie schon eine nette Frau mit dem Schild „Christina“ in der Hand. Sie hätte nie gedacht, dass mal jemand mit einem Schild in der Hand am Bahnhof steht und auf sie wartet. Sie lief freundlich auf die Frau zu „Hallo, ich denke, sie warten auf mich“ „Hallo Christina, ja, ich bin Marie, Mark´s Mutter.“ Die beiden verstauten den Koffer im Auto und fuhren los. „Hattest du eine angenehme Fahrt“ begann Marie das Gespräch. „Ja, danke Miss Feehily. Ich möchte ihnen auch dafür danken, dass sie mich hier abholen und in Mark´s Haus bringen.“ „Christina, du kannst mich Marie nennen und das habe ich gerne gemacht. Außerdem kannst du uns jederzeit anrufen, wenn du was brauchst. Mark hat uns in seinem Haustelefon eingespeichert. Ich zeige dir auch wo wir wohnen, falls dir nach Gesellschaft ist“ meinte Marie freundlich. „Danke“ wiederholte Chris. Sie war Mark´s Mutter, Mark selbst und Sam so dankbar gewesen. Sie hatte hier in Irland tolle Freunde gefunden, die sich um sie kümmerten, wenn es ihr schlecht ging und die sich mit ihr freuten, wenn sie was zu feiern hatte. Während sie ihren Gedanken nachhing fuhr Marie an ihrem Haus vorbei „sieh mal, hier wohnen wir und der Weg zu Mark ist nicht mehr all zu weit“ Chris sah vor sich ein wunderschönes großes Haus mit einem kleinen Vorgarten. Maria hatte recht. Ein paar Meter nach ihrem eignen Haus bog sie links in eine kleine Gasse ein. Gleich am Anfang dieser Gasse stand ein kleines älteres Haus auf der linken Seite. Chris sah sich um und erblickte nach diesem alten Haus nur Bäume und auf der rechten Seite einen schönen See. Hier würde sie sich ausruhen können und über einiges nachdenken können. Sie fuhren noch einige Meter bevor Marie wieder links abbog und schon konnte Chris das Haus von Mark sehen. Hinter einem kurzen Waldstück sah sie nur grüne Wiese und mittendrin Mark´s atemberaubendes Haus. Genauso hatte sich Christina früher in ihren Träumen ihr Haus immer vorgestellt. Es war ein weißes zwei-stöckiges Haus, das aber nach einem älteren Baustil gebaut wurde. Die Einfahrt war mit weißen Steinen bepflastert und das Haus von wunderschönen ½ Meter Bäumen eingerahmt. Der krönende Abschluss waren zwei cirke ½ Meter hohe Säulen, in deren Mitte ein schön verschnörkeltes Stahltor herausragte. Nachdem Marie einen Knopf im Auto betätigte öffnete sich das Tor und sie fuhr in den Vorhof, der wieder mit den weißen Steinen bepflastert war. In der Mitte befand sich ein kleiner Brunnen und dahinter stand das zwei-stöckige Haus. Christina kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Marie holte den Koffer aus dem Wagen während Chris sich umsah. Die beiden betraten das Haus und nachdem Mark´s Mutter Christina alles gezeigt hatte ging sie auch schon wieder und Chris war alleine.

In Dublin saß Mark gerade im gemütlichen Sessel im Wohnzimmer, hörte Musik und summte mit, als Samantha in ihrem weißen Bademantel plötzlich im Türrahmen stand. Ihre blonden Haare trug sie offen und total wild. Mark, der sie natürlich sofort bemerkte lächelte sie verführerisch an. Langsam bewegte sie sich auf ihn zu doch bevor sie ihn erreichte drehte sie sich um und lief zur Stereoanlage. Sie machte die Musik ein wenig lauter und lief im Zimmer auf und ab. Mit ihren Händen öffnete sie langsam den Knoten ihres Bademantels und öffnete ihn kurz verspielt bevor sie ihn wieder schloss. Mark streckte sein Hand aus und Sam erfasste sie. Er zog sie vor sich und öffnete ihren Bademantel wieder. Zum Vorschein kam Sam´s wunderschöner schlanker Körper in roter Seidenunterwäsche. Mark sah seine Freundin nur an und begann ihren Bauch mit seinen Küssen zu bedecken. Sam ließ den Bademantel über ihre Schultern auf den Boden gleiten und grub ihre Hände dann in Mark´s Hinterkopf. Mark arbeitete sich mit seinen Küssen vom Bauchnabel zum Hals. Sam legte langsam ihren Kopf nach hinten und als sie Mark´s Küsse an ihrem Kinn spürte kam sie ihm entgegen und küsste ihn. „Das war aber nicht vereinbart“ sagte sie gespielt empört. „Hast du etwa was dagegen“ fragte Mark während er ihren Rücken streichelte und am Verschluss ihres BH´s stoppte. Samantha schüttelte nur den Kopf und küsste ihren Freund wieder. Er öffnete den BH ließ ihn über ihre Arme gleiten und zu Boden fallen. Mit einem Mal zog Mark seiner Freundin den Boden unter den Füßen weg und trug sie auf seinen starken Armen ins Schlafzimmer. Sam zog Mark sein T-Shirt aus und warf es in die nächste Ecke. Leidenschaftlich küssend und sich langsam ausziehend gaben sie sich ganz ihren Gefühlen für einander hin.
„Das Model hat für ihren Auftritt mehr bekommen als vereinbart war“ lästerte Mark als er Sam in den Armen hielt und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. Sie drehte sich auf ihn. „Gibt’s was zu meckern?“ fragte sie und sah ihn verführerisch an. „Auf gar keinen Fall“ erwiderte er und zog seine Freundin wieder an sich.

Christina hatte es sich in Mark´s Haus inzwischen gemütlich gemacht und entschloss sich die Umgebung zu erkunden. Als sie die Einfahrt des Grundstückes und somit auch den Weg ein Stück zurück lief, den sie mit Marie gekommen war, kam sie an den kleinen See, den sie bereits vom Auto aus gesehen hatte. Sie lief eine Weile am See entlang bis sie sich schließlich auf eine Bank setzte und einfach nur die Schwäne vor ihr im Wasser beobachtete. Diese eleganten Tiere, die so viel Ruhe ausstrahlten und gleichzeitig so viel Stärke. Als sie mit ihrer hellblauen Jeanshose und ihrer schwarzen Jacke so in ihre Gedanken versunken war, schreckte sie plötzlich auf. „Es tut mir leid, hab ich sie erschreckt“ fragte ein junger Mann, der einen Hund an der Leine führte. „Schon ok“ antwortete Sam und sah wieder auf den See. „Darf ich“ war die nächste Frage des jungen Mannes. „Klar, ich wollte sowieso gerade gehen“ Sam stand auf und nahm ihre Tasche „Aber bitte nicht wegen mir. Ich wollte sie sicher nicht stören.“ Sie sah dem jungen Mann in die Augen und erkannte eine gewisse Ähnlichkeit mit Mark. „Nein, ist schon in Ordnung. Ich habe schon seit einigen Minuten mit dem Gedanken gespielt zu gehen. Bye“ verabschiedete sich Chris und lief zurück. Es war mittlerweile früher Abend geworden und sie entschloss sich was zum Essen zu machen, doch als sie in Mark´s Kühlschrank blickte wurde sie enttäuscht. Als erstes kam ihr Marie in den Sinn, doch sie wollte Mark´s Mutter nicht schon am ersten Abend belästigen. Aber auf der anderen Seite hatte sie wirklich Hunger. „Marie? Hallo, hier ist Christina“ „Hallo Christina, ist was passiert?“ „Nein nein, mach dir keine Sorgen. Es ist nur so, ich ... naja“ Chris wusste nicht wie sie formulieren sollte, dass sie Hunger hatte und Mark´s Kühlschrank gerade mal Guinness und Cola vorzuweisen hatte. „Was ist denn Christina?“ Sie musste jetzt einfach mit der Sprache rausrücken „Tja, Mark hat wohl vergessen mir zu sagen, dass ich noch einkaufen gehen sollte“ sagte sie vorsichtig, in der Hoffnung Marie würde sie verstehen. „Ah da liegt der Hund begraben. Aber das ist doch kein Problem. Komm einfach vorbei. Bis du hier bist mach ich dir was gutes zu Essen. Findest du den Weg zurück oder soll ich dich abholen??“ Christina war erleichtert „Danke Marie! Nein, ich finde den Weg schon noch. Euer Haus werde ich nicht verfehlen“ grinste sie und verabschiedete sich.

Bei den Feehily´s angekommen, öffnete ihr Oliver die Tür. „Du musst Christina sein“ empfing er sie freundlich „ich bin Oliver“ Christina stockte kurz. Und wieder holte sie ihre Vergangenheit ein Stück weit ein, schließlich hieß ihr Vater auch Oliver. Jedoch fasste sie sich schnell wieder „Hallo Mister Feehily“ „Nein nein damit fangen wir gar nicht erst an. Nenn mich Oliver“ Es war Chris sehr unangenehm ihn so zu nennen, da sie sich geschworen hatte diesen Namen nicht mehr zu verwenden, wenn es nicht notwenig ist. Jedoch wäre es Mark´s Vater gegenüber unhöflich gewesen ihn trotzdem Mister Feehily zu nennen. Als sie auch Marie begrüßte und Colm, Mark´s Bruder, kennen lernte, hatte Marie auch schon das Essen auf den Tisch gestellt. Es war köstlich und Christina war froh darüber, dass diese Leute sie so nett aufnahmen. Die Männer hatten sich schon nach einigen Minuten ins Wohnzimmer verdrückt um Fußball anzusehen während die beiden Frauen noch in der Küche waren und Chris ihrer Gastgeberin gerade half das Geschirr in den Geschirrspüler zu räumen. „Hey Mam, ich bin wieder da“ rief Barry, der gerade nach Hause kam. „Hier riecht es gut, hast du gekocht“ hörte Marie ihren Sohn fragen und bevor sie was erwidern konnte, stand Barry bereits im Raum. Christina sah Barry ein wenig verdutzt an, denn vor ihr stand der junge Mann den sie am See getroffen hatte. Auch Barry staunte nicht schlecht als seine kurze Bekanntschaft wieder vor ihm stand. Marie stellte die beiden einander vor „Barry, das ist Christina. Eine Freundin von Mark, die vorübergehend in seinem Haus wohnt. Ich hab dir ja gestern schon von ihr erzählt. Christina, das ist mein dritter Sohn und vierter Mann im Bunde unserer Familie. Das ist Barry.“ Christina lehnte am Tisch und musste grinsen. Auch Barry fand die Situation komisch und lächelte. „Kennt ihr euch etwa“ fragte Marie verblüfft. „Nicht namentlich“ erwiderte Chris und hielt ihrem Gegenüber die Hand hin „So sieht man sich wieder.“ Nachdem die beiden Marie erzählten, dass sie sich heute am See getroffen hatten war auch für sie alles klar. Ein paar Minuten später entschloss sich Chris wieder zurück zu gehen. „Aber ich bring dich noch nach Hause“ sagte Barry und sah sie bittend an. „Na gut“ Die beiden verabschiedeten sich und liefen den Weg wieder zurück.

„Nach unserer ersten Begegnung hab ich gedacht, dass ich dich sicher nie wieder sehe, so schnell bist du vor mir geflüchtet“ scherzte Barry. „Es tut mir leid“ peinlich berührt grinste Chris. „Ich war nur so in Gedanken versunken, dass ich dich nicht gehört habe und plötzlich bist du hinter mir gestanden. Ich war einfach ziemlich erschrocken aber nicht deinetwegen“ versicherte sie ihm. Als sie an Mark´s Haus ankamen verabschiedeten sie sich. „Na dann gute Nacht und vielleicht trifft man sich wieder mal zufällig am See. Vielleicht morgen um die gleiche Zeit?“ fragend richtete Barry seinen Blick auf Chris. Diese grinste nur und antwortete „Vielleicht“ und verschwand im Haus.

Zwei Tage später trafen sich Mark und Sam in Dublin mit Kian, der gerade in Dublin war und die beiden mal wieder besuchen wollte. Sie entschlossen sich gemeinsam einen Kaffee trinken zu gehen und dabei kamen sie auch auf Sam´s Hassthema Nummer eins: modeln. Kian hatte eine Zeitschrift in der Hand auf der ein Model zu sehen war, die seiner Meinung nach einfach nicht natürlich genug war. „Ich meine ein bisschen Natürlichkeit gehört doch auch zum Modeln oder. Es gibt so viele Naturschönheiten auf der Welt, warum hat man gerade diese hier als Model genommen.“ „Vielleicht weil sie die Beste für die Kampagne war“ sagte Sam „Das kann ich nicht glauben. Sie wirbt unter anderem für Pflegeprodukte aber bei dieser Frau hilft das doch auch nichts mehr. Ich hätte lieber vorne auf dem Cover eine schöne natürliche Frau. So wie du zum Beispiel Sam“ Samantha sah ihn perplex an „Mich?“ „Ja sicher. Du hast lange Beine, bist groß und hast eine natürliche Schönheit.“ Mark sah Kian an „Ja da hast du vollkommen recht“ Sam warf ihrem Freund einen vielsagenden Blick zu. „Das ist ja sehr schmeichelhaft Kian aber ich werde nicht modeln.“ „Sie hat sogar ein Angebot von Steve bekommen“ redete Mark drauflos. Sam´s Blicke, die sich an Mark richteten wurden immer böser. „Und warum hast du das nicht angenommen?“ fragte Kian interessiert. „Weil ich nicht will“ Da sich Kian mit einer solchen Antwort nicht zufrieden gab mussten die drei das nun ausdiskutieren. Natürlich hatte Sam gegen zwei Männer, die sie für das neue Victoria Secret Model hielten, keine Chance. „Jetzt hört endlich auf damit“ wollte Sam die Diskussion beenden. „Du musst den Vertrag schlussendlich ja nicht unterschreiben aber mal professionelle Fotos machen zu lassen ist doch was schönes.“ „Ja das sag ich ja auch. Und außerdem könntest du dann eines dieser Fotos deinen Eltern zu Weihnachten schenken. Außerdem wäre ich auch an einem interessiert.“ Als sich Sam die Geschichte mit den Fotos, die sie ja an Verwandte schenken könnte, noch mal durch den Kopf gehen ließ erwiderte sie „Ok Jungs Kompromiss. Ich rufe Steve an und lasse mich von ihm fotografieren. Was dann passiert steht in den Sternen aber das entscheide dann ich. Ihr werdet mich nicht mehr versuchen zu überreden, wenn ich dieses Shooting das eine Mal mache?“ Sie sah fragend in die Runde und beide Jungs grinsten und nickten nur. „Mark, hast du Steve´s Nummer“ fragte Sam und Mark konnte es kaum fassen. Er nickte und gab ihr sein Handy. Auch Steve war über Sam´s Meinungsänderung verwundert aber er freute sich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr. „Ich hab sogar morgen schon für dich Zeit, wenn du am Nachmittag vorbei kommen kannst?“ Sam stimmte zu, da Anna, ihre Aushilfe im Fotoladen, sowieso allein klar kam, konnte sie sich ruhig frei nehmen. Nachdem sie noch kurz einige Kleinigkeiten mit Steve besprochen hatte, widmete sie sich wieder den beiden Männern.
Am selben Abend telefonierte Sam noch mit Christina. Als diese von dem bevorstehenden Fotoshooting erfuhr war sie beeindruckt. „Das ist ja super. Und Mark und Kian haben dich quasi überredet oder wie? Denn soweit ich mich erinnern kann wolltest du nie modeln!“ „Ja du hast recht. Aber es ist nur ein Probeshooting. Steve macht von mir verschiedene Fotos und die sehe ich mir dann an. Falls es mir gefällt und er mal einen spannenden Auftrag für mich hat, werde ich den annehmen aber wenn es mir nicht gefällt, dann sage ich es ihm gleich.“ „Ja stimmt – du kannst immer noch absagen“ „Ja! Und wie geht es dir?? Verstehst du dich mit Mark´s Familie?“ fragte Sam ihre Freundin. „Ja, sehr gut sogar. Mit Marie war ich gestern shoppen und mit Barry geh ich öfter mal spazieren“ „soso“ kam es aus der Leitung. „Nein Sam, da läuft nichts! Ich bin hier um abzuschalten und mich nicht gleich dem nächsten an den Hals zu werfen“ „Ok! Richte der ganzen Familie bitte einen schönen Gruß von mir aus.“ „Mach ich und du grüß die anderen von mir!“ „Mach ich bis dann. Bye“ „Bye“

Sam stand unsicher in Steve´s Atelier während er noch alles vorbereitete „Setz dich doch. Ich hab´s gleich.“ Da Steve ihr am Vortag gesagt hatte, dass sie ihre eigenen Klamotten mitbringen sollte, setzte sich Sam auf die rote Couch und fing an ein paar Oberteile und Hosen auszupacken. Als sie damit ferig war sah sie sich ein wenig im Atelier um. Die weiße Leinwand stand direkt an der Wand und rund herum standen Lampen, die verstellbar waren um das richtige Licht auf die Leinwand zu bekommen. Steve´s Kamera stand schon in Position und wartete nur noch auf den Fotografen und das Model. Kurz tauchten Sam´s Gedanken in die Modelwelt ein und sie sah sich auf dem Laufsteg, fotografiert von dutzenden Fotografen. „Ich wär soweit“ holte Steve sie aus ihren Gedanken. Sie lief immer noch ein wenig unsicher auf Steve zu. „Am besten machen wir die ersten Fotos in deinem jetzigen Outfit. Beim nächsten stylen wir dich dann um.“ Sam nickte während Steve ihr mittels Handzeichen zu verstehen gab, dass sie sich vor die Leinwand stellen sollte. „Und jetzt zeig mir mal wie cool zu sein kannst“ sagte Steve. Da Sam im sportlichen Outfit mit Jeanshose und Top vor der Kamera stand konnte sie sich gut in die Rolle hineinversetzen und so verwandelte sie sich zum Coolen Street-Girl und verschmolz mit der Kamera.
Ein paar Minuten später nahm Steve Sam´s Klamotten unter die Lupe und gab ihr ein eher eleganteres Outfit bestehend aus einer weißen Hose und schwarzen Glitzer-Top. „Irgendwas fehlt noch“ sah er sie nachdenklich an. Kurze Zeit später verschand er hinter einem Regal, dass die ganzen Klamotten vom Atelier trennte. Mit einem weißen Seidenschal in der einen Hand und einem schwarzen Hut in der anderen Hand kam er wieder zurück zu ihr. Als sie ihm die Sachen gerade aus der Hand nehmen wollte hielt er sie zurück „Süße, ein Model zieht sich Accessoires nicht selbst an, sie lässt sie sich anziehen.“ Sie sah ihn ein wenig ungläubig an und grinste. Während er ihr den Hut aufsetzte und ihre blonden Haare noch ein wenig zurecht zupfte wartete sie auf ihren weiteren Einsatz. Kurz darauf ging es weiter. Steve war begeistert, weil Sam sich vor der Kamera einfach wunderbar bewegte und sie eine einzigartige Ausstrahlung hatte. Von ihrer Figur, ihren langen Beinen und ihrer blonden Mähne war er mehr als nur beeindruckt. Wäre er nicht schwul gewesen, hätte er sich wahrscheinlich schon längst in sie verliebt. Da beide eine Menge Spaß an dem Shooting hatten konnten sie gar nicht mehr aufhören und so wurde es früher Abend als Steve seine Sachen verstaute und Sam ihre Klamotten packte. „Hast du nicht Lust noch was Essen zu gehen. Modeln macht müde“ fragte Sam gespielt klagend. Steve stimmte zu und die beiden verdrückten sich in das nächste Restaurant.

„Es hat dir gefallen stimmts“ fragte Steve während beide auf ihr Essen warteten. „Ja, sehr sogar, wenn ich ehrlich bin. Es überrascht mich selbst. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Spaß machen kann“ „Und warum?“ „Naja, es hat mich nie interessiert und außerdem bin ich von mir selbst nie so überzeugt gewesen um zu sagen, dass ich Model werden will. Ja ich bin schlank und groß aber deswegen bin ich noch lang kein gutes Model.“ „Und warum hast du deine Meinung geändert, wenn ich fragen darf“ „Ich war gestern mit Kian und Mark essen und Kian hat sich höllisch über ein Model aufgeregt, dass seiner Meinung nach einfach keine Natürlichkeit besaß. Also wurde darüber diskutiert und dann kamen die beiden Männer eben auf mich zu sprechen. Natürlich musste Mark Kian erzählen, dass du mir angeboten hast ein Probeshooting zu machen. Nach langem hin und her habe ich ihnen versprochen das Shooting zu machen, wenn sie mich danach in Ruhe lassen. Und jetzt bin ich ihnen sogar irgendwie dankbar“ schwärmte Sam. „Das freut mich. Kann ich also davon ausgehen, dass du mir, bei einem meiner nächsten Shootings zur Verfügung stehst?“ „Ja, sehr gerne sogar“ „Was machst du in der Zeit mit deinem Laden?“ „Den wird Anna vorübergehend Leiten müssen. Ich hoffe nicht, dass sie sich quer stellt“ schmunzelte Sam. Die beiden verbrachten noch gemeinsam einen schönen Abend.

Die restliche Woche verlief für Sam eher hektisch. Sie musste sich viel um den Laden kümmern, hatte eine Menge Aufträge um zu fotografieren und fiel jeden Abend müde ins Bett. Mark, der immer noch bei ihr wohnte, bekam sie nur noch Abends ein paar Minuten zu sehen kurz bevor sie einschlief. Mark merkte, dass sich die beiden immer mehr auseinander lebten aber wollte er das? Als Sam von einem Auftrag nach Hause kam, wartet Mark bereits in der Küche. Er hatte ein leckeres Essen gekocht, das mitterlweile aber kalt geworden war, weil Sam sich mal wieder verspätet hatte. Als er seine Freundin hörte begann er das Essen zu wärmen. „Hallo Schatz! Wie war´s auf der Party?“ fragte er freundlich. „Anstrengend“ antwortete sie, betrat die Küche, gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Backe und nahm sich was zu trinken. „Ich hab was für uns gekocht“ erzählte er stolz „setz dich. Es ist gleich fertig“ „Oh Mark, es tut mir leid, ich habe total vergessen, dass du kochst. Ich habe auf der Party schon gegessen. Es tut mir leid“ sagte sie nochmal, gab Mark erneut einen Kuss und lief ins Schlafzimmer. Mark wurde wütend „Hättest du mich dann nicht anrufen können“ „Ich hab dir doch gesagt, dass ich es vergessen habe.“ Mark lief aus der Küche ins Schlafzimmer „Ja, weil du im Moment nur noch deine Arbeit im Kopf hast. Ich bekomm dich ja kaum noch zu Gesicht“ meckerte er. Sie saß auf dem Bett und sah ihn im Türrahmen stehen „Im Moment ist eben sehr viel los und Anna kann ich den Stress alleine nicht zumuten.“ Sie zuckte mit den Schultern „Aber du kannst es mir zumuten, dass ich dich kaum zu Gesicht bekomme und du dich, wenn wir mal was ausgemacht haben, verspätest. Es sogar vergisst!“ „Ach Mark, wenn du in Sligo wärst würden wir uns noch viel weniger sehen“ „Also wäre es besser, wenn ich in Sligo wäre“ Sie stand auf und zog ihn zu sich „Jetzt hör auf. Ich verspreche dir, dass wir das Wochenende miteinander verbringen und es komplett ausnutzen ok?“ sagte sie und sah ihm tief in die Augen. All seine Zweifel verschwanden, er legte seine Hände auf ihre Hüften und küsste sie. „Aber jetzt lass uns schlafen gehen. Ich bin total KO!“ Mark stand ruhig da und atmete tief durch. Er würde sich auf das Wochenende freuen, dass schließlich schon am nächsten Abend begann.

Zur gleichen Zeit in Sligo machten Barry und Chris ihren, schon fast täglichen, Abendspaziergang. „…..und dann hab ich mich nach vorn gebeugt um mehr sehen zu können und habe das Gleichgewicht verloren - tja und da bin kopfüber im See gelandet“ Christina fing an zu lachen. Barry erzählte gerade ein paar Geschichten von seiner Kindheit. Die beiden verstanden sich sehr gut und hatten viel Spaß miteinander. „Hast du morgen Abend eigentlich schon was vor?“ fragte Barry. Chris sah ihn grinsend an „Klar ich hab ein Date mit dem Fernseher. Warum?“ Auch Barry fing an zu lachen „Hast du nicht Lust morgen Abend mit mir und ein paar Freunden in einen Nachtclub zu gehen?“ „Ich weiß nicht…“ grübelte Chris. „Komm schon. Jetzt bist du schon ein paar Tage hier. Ich muss dir doch auch das Nachtleben von Sligo ein bisschen zeigen.“ „Ein gemütlicher Videoabend wäre mir lieber.“ „Wie wäre es, wenn wir morgen ausgehen und am Samstag einen Videoabend machen?“ Chris sah Barry an und überlegte. „Ok, dass ist eine gute Idee. Gib mir einfach noch Bescheid wann ich zu dir kommen soll!“ Barry freute sich und setzte seine Erzählungen fort. Als die beiden an der Lichtung ankamen, ander sich ihre Wege trennten verabschiedeten sie sich voneinander.

Am nächsten Morgen musste Sam früh raus, weil die Monatsabrechnung fällig war und sie am Nachmittag einen Termin hatte. Außerdem hatte sie Mark versprochen das ganze Wochenende für ihn Zeit zu haben. Sie stand schon zwei Stunden im Fotoladen als Anna von ihrem Arzttermin zurück kam. „Ach Anna, gut dass du da bist! Wo hast du die Fotos von Herrn Bright hin gelegt. Er war schon hier aber ich hab sie nicht gefunden.“ Anna verschwand kurz im Nebenraum um die Fotos zu holen. Sie zog ihre Jacke aus und fing an Sam unter die Arme zu greifen. Als Sam gerade die Monatsabrechnung abgeschlossen hatte und sie sich eigentlich eine Mittagspause gönnen wollte, klingelte ihr Handy. In der anderen Leitung wurde sie freundlich von Steve begrüßt. „Sam, ich weiß, dass es kurzfristig ist aber ich habe gerade den perfekten Auftrag für dich bekomen. Du sollst für einen Katalog in verschiedenen Outfits posieren und…“ „Was? Nochmal zurückspulen. Hallo Steve, wie geht’s dir und was kann ich für dich tun?“ fragte Samantha perplex. „Hi Sam. Tut mir leid aber ich musste dich einfach sofort fragen, weil du das perfekte Model für diese Fotosession bist!“ „Wow jetzt schon?“ „Ja eben. Es ist echt genial und du würdest noch einige andere Models kennen lernen. Außerdem bin ich auch noch dabei.“ Sam lief in den Nebenraum um sich zu setzen. „Ok und wann?“ „Genau das ist der Hacken. Dieses Wochenende. Wir sollten heute Abend schon nach Paris fliegen um dort die Fotos zu schießen. Wegen der Hotelreservierung und dem Flug sollte ich wissen ob du es machst.“ Sam war immer noch zimmlich baff. Sie wusste nicht, was gerade geschah. Als sie wieder bei klaren Gedanken war und diese zuordnen konnte sagte sie überraschend schnell zu „Paris? Geil! Ja gerne, wann soll ich wohin kommen?“ Sam konnte Steve´s Freude durch das Telefon hören „Super. Ich hol dich um 18:00 Uhr ab. Passt dir das? Geht das in Ordnung wegen dem Laden?“ „Ja klar, gar kein Problem. Ist ja Wochenende!“ „Super bis später und grüß Mark von mir“ Und schon hatte Steve aufgelegt. Daran hatte Sam gar nicht gedacht. Sie hatte ihrem Freund eigentlich ein schönes Wochenende zu zweit versprochen, doch nun musste sie nach Paris um für ein Katalog-Shooting zu posieren. Mark würde das sicher verstehen schließlich hatte er sie gemeinsam mit Kian überredet das Probeshooting zu machen. Sie entschloss sich ihre Mittagspause zu nutzen um mit Mark zu reden und schonmal ihre Sachen zu packen, damit sie am Abend keinen Stress hatte.

Mark saß gerade gemeinsam mit Nicky im Wohnzimmer und unterhielten sich. „Und was willst du jetzt tun?“ fragte Nicky seinen Freund „Nicky, ich habe keine Ahnung. Ich merke nur, dass es zwischen Sam und mir nicht mehr so ist wie früher. Mir kommt es vor als ob wir uns auseinander leben seit ich hier bin.“ „Und was denkt sie darüber?“ „Ich hatte doch noch keine Zeit mit ihr darüber zu reden. Sie ist ja nie da und wenn sie da ist, dann ist sie müde und geht gleich ins Bett. Wir haben uns als Freunde immer so gut verstanden und am Anfang unserer Beziehung als wir noch auf Tour waren und total verrückt nacheinander waren, war es ja auch schön aber es wurde so alltäglich“ „Oh mann Mark, da dachtest du endlich, dass du sie gefunden hast und dann das.“ Nicky sah seinen Freund an und klopfte ihm auf die Schulter „du musst irgendwie mit ihr darüber reden. Vielleicht habt ihr ja noch eine Chance!“ Mark nickte.
„Mark, bist du da?“ rief Sam als sie die Wohnung betrat. „Ja, im Wohnzimmer“ Er war sehr verwundert, dass Sam am Mittag nach Hause kam. Vielleicht würde dieses Wochenende ja doch die Wendung in der Beziehung bringen. Nicky stand auf „dann werd ich mal“ sagte er und ging in den Flur. Sam kam ihm entgegen „Oh hallo Nicky, wie geht’s?“ „Gut danke. Ich muss leider schon los. Wir hören uns“ sagte er in Mark´s Richtung und verließ die Wohnung.

„Mark, ich muss dringend mit dir reden“ fing Sam an und lief zu Mark. „Du weißt doch, dass ich das Probeshooting bei Steve gemacht habe“ Mark nickte „Er hat einen Auftrag für mich“ „Aber das ist doch super. Das freut mich für dich“ erwiderte Mark. Sam atmete erleichtert auf „Ich wusste, dass du es verstehst. Zuerst hatte ich Angst, dass du sauer wärst, weil es ja eigentlich unser Wochenende gewesen wäre.“ Mark sah sie verwirrt an „Wie?? Es ist ja auch unser Wochenende? Wann ist denn das Shooting?“ „Na dieses Wochenende. Ich muss heute Abend schon mit Steve nach Paris fliegen“ „Also fällt unser geplantes Wochenende ins Wasser?“ „Mark bitte. Ich freue mich so, dass Steve an mich gedacht hat und dass er mich mitnehmen will“ „Ach ja?? Und wann haben wir mal wieder Zeit für einander? Ich könnte ja genau so gut wieder nach Sligo fahren, denn da gibt es Leute denen ich wichtig bin.“ „Dann geh doch“ erwiderte Sam ohne nachzudenken, denn sie war so wütend, dass Mark sie nicht verstehen konnte. Warum wollte er ihr das jetzt kaputt machen. Er war doch derjenige, der sie dazu gebracht hat. Und jetzt fing er an so mit ihr zu reden. Mark, der die Drohung eigentlich nicht ernst meinte spielte mit dem Gedanken seine Koffer zu packen und wirklich nach Sligo zurück zu fahren. Die beiden saßen sich schweigend gegenüber, da niemand jemals mit so einer Situation gerechnet hätte. „Irgendwas hat sich verändert Mark!“ fing Sam langsam an. Mark nickte nur und sah sie an „Aber warum?“ fragte sie ihn. Er zuckte mit den Schultern „Ich weiß es nicht Sam. Ich hab absolut keine Ahnung wie das passieren konnte. Wahrscheinlich sind wir schon zu lange gute Freunde um eine feste Beziehung haben zu können.“ „Wahrscheinlich“ kam es von Sam. „Und jetzt“ hörte Sam Mark fragen „Lass uns wieder gute Freunde bleiben!“ Sam sah Mark in seine Augen und umarmte ihn. „Du kannst aber gerne noch hier bleiben“ „Nein Sam, danke. Ich werde spätestens morgen wieder zurück nach Sligo fahren. Ich freue mich auf meine Familie und Chris hab ich ja auch schon lange nicht mehr gesehen. Mal sehen wie es ihr so geht.“ Sam stand auf um ihre Sachen zu packen. „Ach ja Chris sollte ich auch noch anrufen.“ Mark stand ebenfalls auf, doch er lief zur Tür. „Ich geh spazieren. Sehen wir uns heute Abend noch bevor du fliegst“ Sam nickte und Mark verschwand.

„Hallo Sam, wie geht’s dir?“ „Gut danke und dir?“ „Mir geht’s auch gut. Stell dir vor ich gehe heute mal wieder aus. Bin ja mal gespannt wie man hier in Sligo so weg gehen kann“ Chris klang richtig erholt und fröhlich. „Super, das freut mich. Übrigens: ich fliege heute Abend nach Paris zu meinem ersten professionellen Fotoshooting“ erzählte Sam „Nein wirklich! Das ist ja der Wahnsinn. Wie kam denn das?“ Nachdem Sam ihrer Freundin alles haarklein erzählt hatte musste sie ihr auch von dem kleinen Streit mit Mark erzählen und, dass sie Schluss gemacht haben. „Und wie geht’s dir jetzt?“ fragte Chris vorsichtig. „Erstaunlicherweise nicht einmal so schlecht. Mark hatte recht. Wir kennen uns einfach schon zu lange und waren einfach zu lange nur gute Freunde. Das war das Todesurteil unserer Beziehung. Außerdem habe ich jetzt Zeit mich voll und ganz den Aufträgen und meinem Fotoladen zu widmen.“ „Und wie geht’s Mark. Dann kommt er doch sicher bald wieder nach Sligo oder?“ „Ich glaube, er trägt es mit Fassung. Aber was wirklich in ihm vorgeht kann ich selbst nach langer Freundschaft nicht sagen. Ich weiß nicht wann er wieder nach Sligo kommt. Er hat gesagt vielleicht morgen aber ich habe ihm angeboten länger hier zu wohnen. Er wird sich aber garantiert noch bei dir melden!“ „Wird dir das denn nicht zu viel. Der Fotoladen und Modeln?“ fragte Chris leicht besorgt. „Nein mach dir um mich keine Sorgen. Ich pack das. Und Anna ist ja auch noch da und die hilft mir wo sie nur kann. Außerdem ist dieses Shooting am Wochenende, da hab ich meinen Laden sowieso nicht auf. Ich komme klar. Geh du heute Abend mal wieder richtig aus. Ich melde mich bei dir sobald ich wieder da bin!“ „Ja mach das. Viel Spaß und pass auf dich auf“

Währenddessen lief Mark in der Stadt umher um sich ein wenig abzulenken. Als er geradewegs auf den Eingang des St. Stevens Green Park´s zulief holte ihn plötzlich eine bekannte Stimme aus seinen Gedanken. Als er sich umdrehte sah er Nicky auf ihn zulaufen. "Hey Mark, wie geht's denn so?" "Hey Nicky! Nicht so prickelnd und dir?" sagte Mark und senkte den Kopf. "Was ist denn los? Hast du dich mit Sam gestritten?" fragte er vorsichtig. Mark schüttelte den Kopf "Wir sind nicht mehr zusammen." Geschockt sah Nicky seinen Bandkollegen und Freund an. "Willst du reden" fragte Nicky während er auf den Park zeigte. Mark nickte und die beiden liefen los. Mark begann seinem Freund zu erzählen wie alles gelaufen war und warum die beiden nicht mehr zusammen waren. "Und wie geht's dir jetzt damit" fragte Nicky. "Naja, erstaunlicherweise nicht einmal so schlecht. Ich meine, es geht nicht spurlos an mir vorbei schließlich waren wir ein paar Monate zusammen und ich war wirklich verliebt aber ich glaube es war die richtige Entscheidung." Mittlerweile hatten sich die beiden auf eine Bank in der Nähe eines Pavillions vor einem kleinen See gesetzt. "Sag mal, weißt du zufällig wie es Christina geht? Ich habe schon lange nichts mehr von ihr gehört?" Mark erinnerte sich, dass Nicky und Christina sich ja zuletzt gestritten hatten "Sie war nach eurem Streit total fertig und da habe ich ihr angeboten sich in meinem Haus in Sligo auszuruhen. Das steht ja sowieso leer wenn ich hier bin." Nicky sah von seinem Freund zu Boden "Aber sag mal Nicky warum habt ihr euch eigentlich gestritten?" Nicky blickte Mark fragend an "Wie? Du weißt es nicht?" "Nein Sam hat gesagt, dass es mir Chris selbst sagen muss und als wir zusammen saßen hat sie mir versprochen, dass sie mir alles erzählen wird sobald sie es kann. Was ist denn passiert?" neugierig sah Mark seinen Bandkumpel an, der hob den Kopf "Aber nicht hier! Lass uns zu mir nach Hause fahren." Die beiden verließen gemeinsam den Park und fuhren zu Nicky nach Hause. Georgina war auf einer Modemesse und deshalb konnten die beiden Männer ungestört reden. Nachdem sie das Haus betreten hatten und es sich auf der Couch gemütlich gemacht hatten fing Nicky an zu erzählen. "Chris und ich hatten eine Affäre" platzte er mit der Wahrheit heraus. "Was?" fragte Mark total perplex "Du und Chris? Wie lange? Wann? Wo? Und Geo?" "Ich fang am besten ganz vorn an" und schon begann Nicky davon zu erzählen wie gut er sich mit Chris verstand und wie wohl er sich in ihrer Nähe fühlte. Er erzählte Mark vom ersten Kuss und dem Tag andem er endgültig wusste, dass er sie wollte. Er beichtete die Heimlichkeiten vor Georgina und wie Chris endgültig die Affäre beendete, er es aber nicht wahr haben wollte. Schlussendlich erzählte er auch von dem Streit, den er mit Chris an ihrem letzten Tag in Dublin hatte. Mark saß immer noch verwirrt auf der Couch und konnte nicht fassen was Nicky ihm da erzählte. Nachdem Nicky fertig erzählt hatte waren beide still. "Sag doch was" "Das hätte ich nie von dir gedacht" Nicky sah beschämend auf den Boden. Er wusste, dass niemand ihm sowas zugetraut hätte, da er seine Liebe zu Georgina immer wieder beteuerte. Aber gerade ihm war es passiert. "Mark es tut mir leid, dass" "Lass, bei mir musst du dich sicher nicht entschuldigen. Weiß Geo davon?" Nicky schüttelte den Kopf "Meinst du nicht, dass sie die Wahrheit verdient hätte?" "Ja, aber ich will sie nicht verlieren." "Nicky, du hast es riskiert sie zu verlieren als du die Affäre mit Chris angefangen hast. Je früher sie davon weiß desto besser für euch. Vielleicht kann sie dir ja verzeihen. Aber wenn du es länger verheimlichst und es kommt raus, dann wird sie dir sicher nicht verzeihen. Glaub mir, die Wahrheit ist der beste Weg" Nicky sah seinen Freund an und nickte "Du hast Recht"

Sam hatte gerade ihren Koffer gepackt als die Wohnungstür aufging und Mark herein kam. "Für wie lange bist du denn weg?" fragte er während er ihren vollgestopften Koffer begutachtete. "Nur das Wochenende aber ich weiß ja nicht was ich alles brauche" grinste sie. Beide versuchten locker zu wirken, waren jedoch noch ziemlich angespannt. "Ich habe Nicky getroffen" fing Mark an zu reden "Achja? Wie geht's ihm denn so? Hab ihn schon lange nicht mehr gesehen!" "Er hat mir von seiner Affäre mit Christina erzählt" Sam stoppte, hob den Kopf und sah ihrem Exfreund in die Augen. "Er..... er hat es dir erzählt? Einfach so?" "Ich hab ihn eigentlich nur gefragt worum es in dem Streit letztens ging und er hat mir alles erzählt. Ich hätte nie gedacht, dass Chris sich an einen verheirateten Mann schmeißen würde" sagte Mark kopfschüttelnd. "Moment mal. Es gehören immerhin zwei dazu oder etwa nicht. Schieb nicht die ganze Schuld auf Chris. Nicky ist auch kein Unschuldsengel, schließlich wollte er sie nicht gehen lassen und nicht umgekehrt!" "Aber..." "Nichts aber Mark. Die beiden sind erwachsene Menschen und müssen für ihre Fehler selbst gerade stehen. Wir sollten uns nicht in Dinge einmischen, die uns gar nichts angehen." "Ja da hast du wohl recht!" beide standen still da "soll ich dir deinen Koffer hinunter tragen???" fragte Mark schließlich. "gerne" antwortete Sam, holte ihre Jacke und lief hinter Mark her. Vor dem Haus wartete bereits Steve mit dem Taxi. Nachdem die Koffer eingeladen waren verabschiedete sich Mark von Sam "Wenn du zurück kommst werde ich wieder in Sligo sein" sagte Mark. "Nur keine Eile. Schmeiß den Schlüssel einfach in den Briefkasten und tu mir einen Gefallen: Ruf Chris an damit sie weiß, dass du kommst." "Das hätte ich als nächstes gemacht" grinste er. Sie sahen sich lächelnd in die Augen "Kommst du sonst verpassen wir noch unseren Flieger" hörte Sam Steve aus dem Taxi rufen. "Ja! Na dann machs gut" "Pass auf dich auf und melde dich mal" sagte Mark während er Sam vorsichtig umarmte. Er wusste nicht, ob das richtig war doch genau das hatte Sam jetzt gebraucht. "Mach ich! Bye" Sam gab Mark noch einen flüchtigen Kuss auf die Wange und verschwand dann im Auto. Mark winkte dem Taxi hinterher und verschwand dann wieder im Gebäude.

Kurze Zeit später griff Mark auch schon zum Telefon um Christina in Sligo anzurufen. „Na Chris, wie geht’s dir? Steht mein Haus noch?“ witzelte Mark. „Klar steht dein Haus noch – was denkst du denn von mir“ „Ich habe nichts anderes erwartet“ lachte Mark. „Chris, ich wollte dir nur sagen, dass ich ab morgen wieder in Sligo bin“ erzählte Mark. „ja,.... ok“ stotterte Chris. Eigentlich wollte sie noch nicht weg aus Sligo, sie fühlte sich hier so wohl, aber da Mark nun wieder zurück kommen würde, müsste sie das Feld räumen. „Gut, dann werde ich morgen wieder zurück nach Dublin fahren.“ „Aber warum denn? Ich werde einfach in mein altes Zimmer bei meinen Eltern ziehen. Dann hast du immer noch deine Ruhe“ „Nein also das will ich auf keinen Fall. Wenn du schon nach Hause kommst, dann sollst du auch in deinem eigenen Haus wohnen“ entgegnete Chris. „Aber das Haus steht doch sowieso die meiste Zeit leer, weil ich entweder unterwegs bin oder bei meinen Eltern wohne“ Ok wenn du meinst“ „Ja sicher. Ich komm mal vorbei. Bis dann bye“ „Bye“

Am nächsten Tag wurde Sam schon früh von ihrem Wecker aus den Feder gerissen. Sie sprang noch kurz unter die Dusche und zog sich an, um sich eine Stunde später mit Steve in der Lobby des Hotels zu treffen. Nach einem kurzen Frühstück machten sich die beiden auf den Weg zu Sam´s ersten professionellen Fotoshooting.
In Steve´s Atelier angekommen besprachen die beiden noch kurz den Ablauf des Tages und schon musste sich Sam für ihre ersten Fotos umziehen. Nach zwei anstrengenden Stunden gönnten sich die beiden eine Pause als plötzlich ein junger Mann das Atelier betrat. Steve stand erfreut auf und begrüßte den Besucher „Pierre, schön, dass du es geschafft hast. Wie geht’s dir?“ Nach einem kurzen Informationsaustausch stellte Steve seinen Besucher auch Sam vor. Als Pierre die ersten Fotos von Sam sah, staunte er „Wow, und das ist wirklich dein erstes Fotoshooting. Du bist für die Kamera geboren, sie liebt dich“ Sam war geschmeichelt „Danke, es freut mich, wenn dir die Fotos gefallen.“ Pierre war auch Model und arbeitete schon seit 2 ½ Jahren für Steve und so kamen die beiden ziemlich schnell ins Gespräch, dass Steve aber nach kurzer Zeit stören musste. „Tut mir leid Pierre aber wir sollten weiter machen, sonst werden wir nicht fertig. Du kennst das ja“ lächelte er. Pierre nickte „Ja und ob! Sam, wie wäre es, wenn wir uns einfach mal treffen um unser Gespräch fortzusetzen. Zum Beispiel morgen Mittag?“ Sam sagte nach kurzer Überlegung zu und widmete sich wieder der Kamera.

Als Mark zu Haus ankam wurde er von seiner Mutter freudig empfangen. Er stellte seine Koffer ab und ging mit seiner Mutter ins Wohnzimmer. „Ich bin total müde und werde mich gleich mal hinlegen“ gähnte Mark. „Willst du mir nicht zuerst erzählen was los ist? Warum bist du früher zurück gekommen??“ Marie wusste einfach immer wenn es einem ihrer Söhne nicht gut ging – so auch jetzt. „Weil Sam für ein Fotoshooting nach Paris geflogen ist Mam“ sagte Mark und hoffte, dass seine Mutter keine Fragen mehr stellen würde. „Aber du hättest doch mit fliegen können“ sagte Marie „Ja, aber ich wollte nicht“ erwiderte Mark „Warum? Habt ihr euch gestritten“ Mark holte tief Luft „Wir haben uns getrennt“ Seine Mutter war sprachlos. Als ihr Sohn vor wenigen Wochen noch mit Sam zu Besuch in Sligo war, schien alles noch in Ordnung zu sein „Aber warum?“ wollte sie deshalb wissen. „Mam es ist vorbei und es ist besser so“ entgegnete er leicht genervt und stand auf „ich werde mich jetzt hinlegen“ sagte er, bevor er das Zimmer verließ.
Zwei Stunden später ging es Mark wieder gut und er war bereit mit seiner Mutter über die zerbrochene Beziehung zwischen ihm und Sam zu reden. Doch als er langsam und noch leicht verschlafen die Treppe hinunter lief und eigentlich ins Wohnzimmer wollte, hörte er wie sein Bruder Barry, sein Vater und seine Mutter über sein Beziehungs-Aus redeten. Das wurde Mark dann doch zu viel und er beschloss kurzerhand spazieren zu gehen.

Nachdem er einige Meter total in Gedanken versunken gelaufen war stand er vor seinem Haus. Er überlegte kurz und schloss das große Tor auf. Er lief zur Eingangstür und klingelte. Chris, die zusammen gekauert auf der Couch lag, schleppte sich nur schwer zur Tür. Verwundert öffnete sie diese und sah Mark „Warum klingelst du? Es ist dein Haus?“ „Ich wollte dich nicht erschrecken. Wie siehst du denn aus?“ fragte er entsetzt. Chris war ganz blass. Sie schien krank zu sein. „Mir geht’s nicht so gut aber das wird wieder“ sagte sie optimistisch. „Jetzt mache ich dir erst mal was zu Essen“ sagte Mark und steuerte auf die Küche zu. Chris folgte ihm. Bevor er den Kühlschrank öffnen könnte sagte Chris „Im Kühlschrank wirst du nichts finden. Ich war nicht einkaufen“ Mark sah sie verwundert an. „Na dann werde ich das schnell erledigen“ und schon war er wieder verschwunden.
Nach einer knappen halben Stunde kam er wieder mit zwei voll gepackten Einkaufstüten. „Wer soll denn das alles Essen?“ fragte Chris verwundert. „Lass dich überraschen“ sagte Mark nur bevor er Chris mit einer Wärmflasche ins Bett verwies. Kurze Zeit später hatte Mark auch schon eine Suppe gemacht und sie ihr ans Bett gebracht. „Was für ein Service“ sagte Chris beeindruckt. „Aber das war sicher nicht alles was du in den Einkaufstaschen versteckt hattest oder?“ „Nein natürlich nicht. Das andere sind viel Vitamine und Getränke. Damit du schnell wieder fit wirst.“ Während Chris brav ihre Suppe löffelte starrte Mark die Wand an. „Was ist los mit dir Mark?“ „Ach nichts. Ich habe mich nur über meine Mutter geärgert. Es ist eben ein Unterschied ob man alleine wohnt oder zu Hause.“ „Also meinetwegen kannst du gerne wieder hie her kommen. Mich störst du ganz bestimmt nicht und das Haus ist groß genug für uns beide“ Mark grübelte kurz bevor er antwortete „Das ist gar keine schlechte Idee.“ Chris hob die Decke um aufzustehen als Mark sie ermahnte „Du bleibst schön im Bett“ „Mark, ich muss aufs Klo“ er nickte grinsend. Als Chris aufstehen wollte, setzte sie sich gleich wieder. „Alles klar?“ fragte Mark besorgt. „Ja, ich bin nur zu schnell aufgestanden. Mir war kurz schwarz vor Augen. Geht schon wieder“ versicherte sie ihm. „Ich gehe schnell meine Klamotten holen und bin gleich wieder da. Kommst du klar?“ Er hörte nur ein „sicher“ bevor die Badezimmertür geschlossen wurde. Mark lief aus dem Schlafzimmer zur Treppe als er einen dumpfes Geräusch aus dem Bad hörte. Schnell lief er zurück und öffnete die Tür. Chris lag bewusstlos am Boden.
Geschockt lief Mark zu ihr und winkelte ihre Beine an. Während er ihr ein wenig Wasser ins Gesicht spritzte redete er mit ihr. "Komm schon Chris! Wach auf." Langsam öffnete sie die Augen und sah Mark an "Was ist los?" fragte sie ahnungslos. "Du bist wahrscheinlich umgekippt. Aber jetzt komm erst mal vorsichtig hoch." Mark half ihr und hielt sie fest während er sie ins Schlafzimmer zurück führte. "Was machst du denn für Sachen" fragt er während sie vorsichtig ihren Kopf auf das weiche Kissen legte "ich werde unseren Hausarzt anrufen" sagte Mark. Christina wollte ihn eigentlich daran hindern, da sie nie gerne zum Arzt ging aber das hier war was anderes schließlich war sie umgekippt. Dr. Spencer konnte im Moment seine Arztpraxis nicht verlassen und er bat Mark sofort mit Christina zu ihm zu kommen. Das ließ er sich nicht zwei mal sagen und so fuhren die beiden ein paar Minuten später los.
In der Praxis angekommen wurde Christina von Dr. Spencer untersucht während Mark ungeduldig im Wartezimmer saß.

"Hallo Pierre, wartest du schon lange" fragte Sam als sie
das verabredete Restaurant betrat. "Nein, mach dir darüber keine Sorgen. Ich kenne Steve, der kann solche Shootings sehr gut hinauszögern. Vor allem wenn man bereits verabredet ist" grinste Pierre. "Wem sagst du das" lächelte Sam und schon begannen die beiden zu reden. Nach etlichen Geschichten über Steve und Erzählung des Model-Seins sprachen die beiden über Sam. Wo sie lebte, wie sie zum modeln gekommen war und wie es ihr gefiel. Nach über 1 ½ Stunden musste Sam aber wieder los. "Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder" sagte Sam bevor sie aufstand. "Ich möchte nichts dem Zufall überlassen" grinste er und gab ihr einen kleinen Zettel. Diesen faltete sie auf und zum Vorschein kam Pierre´s Handynummer. "Melde dich einfach, wenn du Zeit hast, in der Nähe bist oder ein neues Shooting hast. Ich würde mich freuen" Sam lächelte ihn an, bedankte sich und verschwand. Auf dem Weg ins Atelier dachte sie über Pierre nach, der einen netten Eindruck auf sie machte und mit dem sie sich gut verstand.

Währenddessen waren die Behandlungen in Sligo abgeschlossen und für Dr. Spencer stand fest was mit Christina los war. "Es liegt kein Zweifel vor Miss Fox. Sie sind definitiv in der 8. Woche schwanger. Herzlichen Glückwunsch" hörte Chris den Arzt sagen aber sie konnte es nicht fassen. Langsam zog sie sich an während der Arzt sich weiter für sie freute. Er schien nicht zu verstehen, dass das keine so freudige Überraschung für Chris war. Als sie den Warteraum betrat stürmte Mark auf sie zu "Und was hast du" fragte er besorgt. Doch bevor Chris was sagen konnte übernahm Dr. Spencer das Wort. "Herzlichen Glückwunsch Mark. Du wirst Vater" Mark sah verwundert den Arzt an und dann Chris. Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen, wandte sich ab und verließ die Praxis. Mark verabschiedete sich und lief Christina nach. Als er sie eingeholt hatte, nahm er sie kurz in den Arm und drückte sie. Als er sie losließ sah er ihr tief in die Augen und sagte "Es ist von Nicky oder?" Christina war eigentlich schon verwirrt genug doch nun wusste plötzlich Mark von ihr und Nicky. "Woher..." begann sie, doch Mark fiel ihr ins Wort. "Nicky hat es mir erzählt." Auf der Heimfahrt saßen beide schweigend im Auto. Beide machten sich Gedanken: Mark war verwirrt, denn eigentlich wollte er sich ja nicht einmischen, weil es eine Sache zwischen Nicky und Chris war aber nun bekam sie ein Baby. Wie sollte das denn gut gehen? Christina sah aus dem Fenster und konnte die ganze Situation nicht fassen. Gerade hatte sie neue Freunde gefunden und einen Job, der ihr Spaß machte. Sie wusste, dass die Affäre ein Fehler war aber es war nunmal passiert und es konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Doch wohin sollte das alles führen. Hier in Sligo wollte sie Nicky vergessen - was ihr bisher nur schwer gelang. Aber sie hatte hier in der kleinen Provinz im Westen Irlands neuen Mut gefasst und war bereit das Kapitel Nicky abzuschließen, doch nun? Sie war schwanger und das 100%ig von Nicky.

Ein paar Minuten später betraten sie wieder das Haus. Beide schwiegen immer noch vor sich hin. Mark machte Tee und Chris setzte sich ins Wohnzimmer. Wenig später gesellte Mark sich mit dem frisch aufgebrühten Tee zu ihr. „Wann hast du vor Nicky von dem Baby zu erzählen?“ Christina hatte die Füße an ihren Körper gezogen, umklammerte die heiße Tasse mit ihren Händen und starrte ins Leere. In Trance flüsterte sie „Ich weiß nicht mal ob er es je erfahren wird.“ „Was meinst du damit?“ fragte Mark schockiert. „So wie ich es gesagt habe.“ erwiderte Chris, stand auf und schloss sich in ihrem Zimmer ein.

Sam war gut in Dublin angekommen und schon wieder voll in ihrem Element im Fotoladen. Mittwochs klingelte spät Abends noch ihr Handy. Sam war überrascht als sie sah das es Steve war. „Hy Steve.“ „Hy Sam, entschuldige das ich so spät noch störe, aber es ist wirklich wichtig. Wir veranstalten dieses Wochenende eine Modenschau von Armani in Mailand. Leider ist uns ein Model abgesprungen, da hab ich sofort an dich gedacht. Das wär ne super Sache für dich. Wärst du dabei?“ „Dieses Wochenende?“ überlegte Sam „Ja da bin ich gerne dabei. Wann und wo?“ „Klasse. Ich komm dich am Samstag um 10.00 Uhr abholen und dann kann’s schon losgehen. Vielen Dank für die kurzfristige Zusage und einen schönen Abend noch.“ sagte Steve. „Ist in Ordnung, mach ich doch gerne. Bis dann, bye.“ Sam legte auf und ihr fiel das Foto der letzten Tour von Westlife ins Auge, auf dem auch sie und Chris dabei sind. Ihr wurde bewusst, dass sie sich schon lange nicht mehr bei Chris gemeldet hatte. Kurzerhand beschloss sie ihre Freundin anzurufen. Nach einigen Freizeichen nahm sie endlich ab „Ja?“ kam es verschlafen am anderen Ende. Sam erzählte ihr aufgeregt von ihren neuen Plänen am kommenden Wochenende „Was ist los, du sagst ja gar nichts?“ „Erstens hatte ich jetzt überhaupt keine Chance zu antworten und zweitens lieg ich schon längst im Bett und schlafe!“ antwortete Chris gereizt. Nachdem Sam wusste wie ungern Chris geweckt wurde, entschuldigte sie sich bei ihr und legte sofort wieder auf. Da fiel ihr ein, dass sie sich auch noch bei Pierre melden sollte. Prompt wählte sie seine Nummer. „Hallo Pierre, es tut mir leid, dass ich dich so spät noch störe“ begrüßte Sam ihn. „Kein Problem. Was kann ich für dich tun“ fragte Pierre neugierig. „Du hast mir gesagt, dass ich dir Bescheid geben soll, sobald Steve wieder einen Auftrag für mich hat. Und den habe ich heute bekommen“ erzählte Sam erfreut. „Das ist ja toll und wo geht’s hin?“ „Nach Mailand auf eine Modenschau“ „Aber nicht zufällig die von Giorgio Armani oder?“ Sam war verdutzt „Doch warum?“ Am anderen Ende konnte sie Pierre kichern hören „Weil ich für diese Modenschau auch gebucht wurde, was heißt, dass wir uns am Wochenende sowieso sehen.“ Jetzt musste auch Sam lachen. „Zufälle gibt’s“ sagte sie immer noch ungläubig. „Ich nenne es Schicksal“ erwiderte Pierre. Verlegen lächelte Sam vor sich hin „Na dann sehen wir uns am Wochenende. Bis dann und gute Nacht“ „Ich freu mich. Gute Nacht“ verabschiedete sich Pierre. Sam grinste immer noch vor sich hin und legte sich Minuten später auch endlich ins Bett um im Land der Träume zu versinken.

Am nächsten Tag saßen Mark und Chris zusammen am Mittagstisch. Die beiden hatten das Thema „Schwangerschaft“ bislang vermieden, jedoch wollte Mark genau wissen was Chris vor einigen Tagen mit der Aussage ‚sie würde nicht wissen, ob es Nicky je erfahren würde’ meinte. „Sag mal Chris, war es ernst gemeint als du letztens gesagt hast, dass du Nicky vielleicht gar nichts von eurem Baby erzählst?“ Chris stemmte die Gabel in ihr Essen und sah Mark genervt an. „Warum“ „Weil er der Vater des Kindes ist und ein Recht hat es zu erfahren oder nicht?“ Mark sah sie fragend an „Und was, wenn ich das Kind gar nicht austragen werde?“ „Das ist nicht dein Ernst?“ geschockt sah er sie an. „Nein..........Doch..........Keine Ahnung“ sie nahm ihren Teller in die Hand und lief zur Spüle. „Was machst du da?“ „Mir ist der Appetit vergangen“ „Du musst doch was Essen. Schließlich.....“ Chris stoppte ihn „Mark hör auf damit.“ Sie sah ihn kurz an, verließ anschließend kopfschüttelnd die Küche und ging ins Wohnzimmer. Mark lief ihr nach und setzte sich neben sie „Die Abtreibung.....ich meine....das willst du doch nicht wirklich oder?“ fragte er sie vorsichtig. Chris saß auf der Couch, ihre Knie ganz nah an ihren Oberkörper gezogen und sah Mark an. „Nein. Ich will mein Kind nicht abtreiben. Es kann schließlich nichts für die Blödheit ihrer Mutter aber es gibt keinen besseren Weg Mark“ Er nahm ihre Hand und sah sie tröstend an „Und wenn du das Kind alleine großziehst?“ „Weißt du wie schwer das ist? Das ist genau das, was ich nie wollte. Und jetzt........sieh mich an. Ich bin schwanger von Nicky, habe keine eigene Wohnung und kein Geld mehr, denn als Choreografin werde ich länger nicht mehr arbeiten können. Dann kommt noch dazu, dass Georgina erfahren muss, dass Nicky und ich eine Affäre hatten. Und was ist mit der Presse? Wenn die herausfindet, dass ich von Nicky ein Kind erwarte, dann schadet dass eurer Karriere. Am besten fliege ich wieder zurück nach Dänemark zu meinem Vater“ sagte Chris mit starrem Blick auf den Boden. „Das wirst du nicht. Bist du wahnsinnig. 1. Hat mir Nicky gesagt, dass er es Georgina beichten wird, 2. kümmert sich Louis um die Presse, 3. Kannst du hier bei bleiben und 4. habe ich genug Geld für drei Leute.“ „Danke aber ich will dir nicht auf der Tasche liegen“ „Das tust du nicht. Ich bin froh, wenn in diesem Haus mal was los ist. Und bevor du zurück nach Dänemark gehst füttere ich dich mit einer ganzen Fußballmannschaft durch ok?“ Chris sah gerührt zu Mark und umarmte ihn stürmisch. „Danke.“ „Und Nicky?“ hakte Mark nach. „Dem werde ich es so schnell wie möglich sagen“ versprach Chris.

Da Mark der Meinung war, dass sich Nicky und Chris so schnell wie möglich ausreden sollten, beschloss er bei seinem Freund anzurufen „Hey Mark!“ „Hi Nicky, wie geht’s?“ „Gut danke! Bei dir auch alles klar?“ Mark fing an zu schmunzeln „Naja wie man´s nimmt. Hättest du morgen vielleicht Zeit vorbei zu kommen. Es gibt etwas, dass zu wissen solltest“ Nicky wurde neugierig „Und warum kannst du mir das nicht am Telefon sagen“ „Es tut mir leid Nix, das geht nicht. Komm bitte morgen vorbei. Es ist wichtig.“ „Ist was passiert?“ hakte Nicky weiter nach. „Komm einfach morgen vorbei. Am besten am Nachmittag ok?“ Ihm blieb nichts anderes übrig als zuzusagen. Den Rest des Tages verbrachte Nicky damit nachzudenken was passiert sein könnte. Schlussendlich beschloss er auf den nächsten Tag zu warten, da er bis dahin sowieso nichts erfahren würde.
Nachdem Mark mit Nicky telefoniert hatte, hatte er die schwere Aufgabe Chris zu beichten, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes morgen zu Besuch kam. Er wusste, dass sich Chris darüber nicht freuen würde aber er wusste auch, dass Nicky so schnell wie möglich von dem gemeinsamen Kind erfahren musste. Chris stand in der Küche und machte gerade einen Obstsalat. Als Mark die Küche betrat drehte sie sich um und grinste ihn an. Seit ein paar Tagen hatte sie endlich mal wieder einen guten Tag. Sie hatte zwar immer noch im Hinterkopf, dass sie Nicky beichten musste, dass er Vater werden würde und es gab noch so vieles zu klären doch das hatte sie heute beschlossen beiseite zu legen und Mark für seine ganze Fürsorge und Freundschaft zu danken. Mark setzte sich an den bereits gedeckten Tisch und grübelte „Was ist denn los mit dir? Du siehst nachdenklich aus.“ Mark begann seinen Salat zu essen und änderte seine Gesichtszüge schlagartig „Der ist fantastisch aber ist da Alkohol drin?“ Chris grinste „Ja ein wenig Eierlikör. Eine Spezialität in Dänemark.“ Er sah sie verdutzt an „Keine Angst Mark ich hab zwei verschiedene gemacht. Meiner ist natürlich ohne Alkohol“ und wieder grinste sie bevor sie sich über ihren Obstsalat hermachte. „Aber lenk nicht vom Thema ab. Was beschäftigt dich so“ hakte sie nach. „Ich habe gerade mit Nicky telefoniert“ begann Mark. Chris wurde innerlich nervös doch sie versuchte es zu unterdrücken und sich nichts anmerken zu lassen „ja und?“ fragte sie weiter. „Er kommt morgen Nachmittag vorbei“ Nun konnte sich Chris nicht mehr zurück halten „Wie bitte. Du hast es ihm doch wohl nicht gesagt oder?“ „Nein natürlich nicht.“ „Warum kommt er dann morgen?“ „Weil ich ihn gebeten habe. Ich hab ihm gesagt, dass es was gibt, dass er wissen sollte und dass er morgen Nachmittag kommen soll.“ „Ja toll und ich soll ihm morgen in die Augen sehen und sagen ‚hey Nix, schön dass du da bist. Ich bekomm ein Kind von dir’ oder wie hast du dir das vorgestellt.“ Mark versuchte sich zu verteidigen „Wann hättest du denn vorgehabt es ihm zu erzählen, wenn man bereits sieht, dass du schwanger bist?“ „Nein bald aber ich muss mir doch Gedanken darüber machen wie ich es ihm sage. Es ist meine Aufgabe ihm zu sagen, dass er Vater wird und nicht deine“ sie vergrub ihren Kopf in den Händen die sie auf dem Tisch abstützte. Mark stand von seinem Stuhl auf und setzte sich neben sie. Er berührte mit der einen Hand ihren Rücken „Wann hättest du ihn angerufen?“ fragte er vorsichtig. „Sie hob den Kopf und faltete ihre Hände zusammen. „Ich weiß es nicht. Morgen, nächste Woche. Keine Ahnung“ Er strich ihr eine Strähne aus dem Haar und lächelte leicht „Siehst du! Wenn er morgen kommt und du es ihm sagst hast du es hinter dir“ Sie sah zur Seite um zu überlegen und lächelte wieder „Du hast recht. Danke“ Die beiden umarmten sich kurz bevor Chris mahnend den Zeigefinger hob „Aber es war trotzdem nicht richtig, dass du ihn ohne mein Wissen herbestellt hast“ Mark nickte „Ja, das nächste mal rede ich zuerst mir dir“ „Ich hoffe, dass es kein nächstes Mal mehr gibt“ lächelte sie.

Am Abend beschloss Chris ihre Freundin in Dublin anzurufen. Nachdem Sam ihrer Freundin endlich alles ausführlich über ihr erstes Shooting erzählen konnte, erzählte sie ihr auch noch, dass sie für kommendes Wochenende schon wieder einen Termin hatte. „Das ist ja toll. Aber wird das nicht langsam zu stressig, wenn du nebenher noch deinen Fotoladen hast?“ fragte Chris. „Noch geht es. Problematisch wird es wenn man mich mal ne ganze Woche braucht oder so. Aber das bekomm ich auch noch hin. Ich suche gerade noch eine zweite Hilfe und dann dürfte das auch kein Problem mehr sein“ erzählte sie fröhlich. „Und wie sieht’s in der Liebe aus? Ich meine als Model lernt man sicher eine ganze Menge attraktiver Männer kennen“ Samantha fing am anderen Ende an zu grinsen, was Chris jedoch leider nicht sehen konnte. „Naja ich bin immer noch solo aber ich habe einen netten Mann kennen gelernt“ Gespannt lauschte Chris während Sam ihr von Pierre erzählte. „Aber ich lass es langsam angehen. Ich muss ja nichts überstürzen. Und wie geht’s dir so. Gibt’s was neues?“ In dem Moment wurde Chris klar, dass sie ihrer besten Freundin von der Schwangerschaft erzählen musste und es auch wollte. „Naja. Es gibt eine ganz spezielle Neuigkeit, die ich dir nicht vorenthalten will. Aber sie bringt eine Menge Probleme mit sich“ Sam wurde hellhörig „Was ist denn passiert?“ fragte sie verwirrt. „Sam, ich bin schwanger......von Nicky“ Ein paar Sekunden war es ganz still in der Leitung. Man konnte nicht mal einen Atemzug hören. Es war einfach nur still. „Weiß er es schon“ fragte Sam dann plötzlich. „Er kommt morgen vorbei und ich werde mit ihm reden. Dann werde ich auch wissen wie es weitergeht.“ „du meinst ob er bei dir und dem Kind bleibt?“ „Nein. Ich meine ob er zu dem Kind stehen wird und ob er Georgina davon erzählen wird. Ich weiß, dass er nicht mehr zu mir zurück kommt. Ich habe nicht geplant von ihm schwanger zu werden. Die ersten paar Tage waren die Hölle aber Mark hat mich unterstützt. Nicky muss erfahren, dass er Vater wird und dann soll er für sich entscheiden was ihm das bedeutet.“ „Das wird wohl das beste für euch drei sein.“ Wieder war es still „Wow. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Du bekommst ein Baby. Das ist ja Wahnsinn.“ Es zauberte Chris ein lächeln auf ihre Lippen als sie merkte wie sehr sich ihre Freundin für sie freute. „Naja ob das so ein Segen ist“ stoppte sie Sam in ihrer Freude. „Na hör mal. Ganz egal ob das Kind von Nicky ist oder nicht. Es ist auch dein Fleisch und Blut. Da wächst ein kleiner Mensch in dir heran. Das ist doch ein Wunder“ Christina wurde klar, dass sie nicht immer nur die negativen Aspekte sehen durfte sondern sich einfach auf das Kind freuen sollte. Nach einem langen Gespräch mit Sam bedankte sie sich bei ihr. Endlich wurde Chris die Tatsache, dass unter ihrem Herzen ein kleiner Mensch heranwuchs, bewusst und sie fing an sich auf das Kind zu freuen. Blieb nur noch die Frage wie Nicky die Neuigkeit aufnehmen würde.

Sam war in Dublin damit beschäftigt die Bewerbungen für eine weitere Kraft im Fotoladen auszusuchen. Nachdem sie sich den ganzen Freitag morgen durch die Bewerbungen gekämpft hatte, standen endlich fünf Kandidatinnen fest, die sie zu einem Einstellungsgespräch einladen wollte. Während sie dabei war, die Einladungen zu verfassen, klingelte es plötzlich an ihrer Tür. Verwundert blickte sie in die Richtung ihrer Haustür. Sie hatte eigentlich niemanden erwartet. Immer noch mit dem Blick der Verwunderung öffnete sie die Tür und vor ihr stand Kian. „Überrascht?“ fragte er sie grinsend. „Ja, mit dir habe ich überhaupt nicht gerechnet. „Ich komme gerade von Louis und dachte mir, dass ich dich mal wieder besuchen könnte“ erzählte er während er seine Jacke auszog und sich zu ihr in die Küche gesellte. „Aber im Laden hat mir Anna gesagt, dass du dich heute durch Bewerbungen quälst. Suchst du eine neue Aushilfe“ „Ja, kann ich dir was zu trinken anbieten?“ „Ja, ne Cola bitte“ Während Sam ihm ein Glas einschenkte erzählte sie ihm von den Bewerberinnen. „Ja und eine von ihnen wird wohl erst mal als Aushilfe anfangen und dann vielleicht fix übernommen. Je nachdem wie es bei mir läuft“ „In dem Fall bist du im Moment sehr viel unterwegs. Es macht dir Spaß oder?“ Kian konnte das glitzern in ihren Augen sehen sobald sie vom Modeln sprach „Ja sehr sogar aber dieses Wochenende ist erst mein zweiter Auftrag. Ich möchte nicht voreilig sein. Aber Steve vertraut auf mein Talent und lässt es mich auch spüren wenn er die Fotos macht. Und das ich jetzt auch noch bei einer Modenschau mitlaufen darf ist etwas ganz besonderes.“ „Und wann geht’s los?“ fragte Kian neugierig „Morgen früh. Ich muss noch packen und die Einladungen für die Einstellungsgespräche schreiben aber ich hab ja noch Zeit.“ Kian nickte und stand auf „Na, dann lass ich dich mal wieder weiterarbeiten. Ich wünsch dir ganz viel Spaß und gib mir Bescheid wie es gelaufen ist“ Sie umarmten sich während sie sich verabschiedeten. Sam begleitete ihn noch zur Tür und bedankte sich für den Überraschungsbesuch.

Am Nachmittag in Sligo lief Chris nervös im ganzen Haus umher. Mark versuchte sie zu beruhigen, was jedoch nicht ganz klappte „Warum kann ich es ihm nicht einfach verheimlichen und wenn man sieht, dass ich schwanger bin sagen wir, dass es von dir ist“ verzweifelt sah sie Mark an, der begann zu lachen. „Jetzt hör auf damit. Wir hatten nie was miteinander und außerdem wird er dir das nicht abnehmen“ „Es tut mir leid. Ich bin nur so nervös. Warum hab ich das nicht schon hinter mir“ Mark hielt sie an beiden Händen fest und zwang sie ihm in die Augen zu sehen „Hör zu, ich bin auch dabei. Ich werde dir helfen ok? Es geht im Moment nur darum, dass er es erfährt. Der Rest kommt dann von ganz alleine“ Sie atmete tief ein und nickte.
Eine knappe Stunde später kam Nicky auch schon an. Mark öffnete ihm die Tür und kam mit ihm ins Wohnzimmer indem Chris bereits wartete und nervös mit ihrem Fuß wackelte. Als sie Nicky sah hörte sie auf und begrüßte ihn. „Kann mir jetzt endlich einer sagen was hier los ist?“ fragte er ungeduldig. Mark sah zu Chris, die seinen Blick erwiderte dann die Augen schloss, einmal durchatmete und zu reden begann „Ja...........Also...........Oh mann wo fang ich an“ stotterte Chris. Sie wusste einfach nicht wie sie es Nicky sagen sollte. Sie sah zu ihm und erkannte einen erwartungsvollen Blick der gleichzeitig ein wenig verängstigt war. Sie überlegte wie sie anfangen sollte, doch die richtigen Worte fand sie einfach nicht. „Und“ forderte er. Mark saß neben ihr auf der Couch und beobachtete das Szenario. Er wollte Chris helfen aber er wusste, dass er das nicht konnte. Sie musste die Situation alleine meistern. Kurz bevor Nicky noch mal nachhaken konnte platzte Chris einfach mit der Nachricht heraus. „Ich bin schwanger“ nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu „von dir“ Nicky sah sie versteinert an. „Ist das dein Ernst“ fragte er ungläubig. „Ja ansonsten hätte Mark am Telefon nicht so ein Geheimnis daraus gemacht.“ Nicky ließ sich im Sessel zurück fallen und starrte auf den Boden. Ihm war klar, dass er Chris keine Vorwürfe machen durfte. Aber er wusste auch, dass es ihm nun noch schwerer fiel Georgina alles zu beichten, denn jetzt gab es auch noch ein Kind. Chris holte Nicky aus seinen Gedanken „Ich weiß, dass das alles nur noch komplizierter macht und ich verlange auch nicht von dir, dass du zu dem Kind stehst aber ich wollte ehrlich zu dir sein und dir wenigstens sagen, dass du Vater wirst. Nun liegt es an dir, ob du..“ weiter kam sie nicht, denn Nicky unterbrach sie „Natürlich werde ich zu dem Kind stehen.“ Erleichtert atmete Christina auf und sah Mark an der Nicky ansah. „Hast du Georgina schon von der Affäre erzählt?“ fragte er vorsichtig. Nicky schüttelte den Kopf „Nein, aber ich glaube es ist besser so. Jetzt kann ich ihr gleich alles sagen. Ich kann nur hoffen, dass sie mich nicht verlässt“ Chris sah bedrückt auf den Boden „Es tut mir so leid“ Mark streichelte ihr leicht über den Rücken. Nicky stand auf und setzte sich auch neben Christina. „Es wird schon alles gut gehen. Sicher ist, dass ich zu dir und zu unserem Kind stehe. Wie weit bist du eigentlich“ fragte Nicky. „In der 8. Woche. Aber es gibt noch was, das mich beschäftigt.“ Nicky und Mark sahen Christina fragend an „Was wird die Presse denken. Ich meine wenn sie mich die ganze Zeit mit Mark sehen wird jeder denken, dass ich seine Freundin bin. Wenn sie sehen, dass ich schwanger bin, werden sie meinen, dass es von ihm ist. Und wenn das Kind erst mal auf der Welt ist und dann eine gewisse Ähnlichkeit mit dir hat, dann kommt es vielleicht erst dann raus.“ „Mach dir doch keinen Kopf. Wie wir Louis kennen wird er der Presse die Wahrheit sagen, nachdem alle innerhalb der Band Bescheid wissen.“ Fragend richtete Mark seine Antwort auch an Nicky. Der nickte ihm nur stumm zu. „Am besten warten wir bis ich es Georgina gebeichtet habe, dann sagen wir es Louis und dann sehen wir weiter“ beruhigte Nicky Chris. Die drei saßen noch länger zusammen und redeten darüber wie es weitergehen sollte. Dabei wurde Chris immer deutlicher, dass alles seinen Grund hatte. Als sie spät Abends in ihrem Bett lag wurde ihr bewusst, dass sie Nicky nicht richtig geliebt hatte. Er war der erste Mann gewesen, dem sie vertrauen konnte, dem sie auch wirklich ihr Vertrauen schenkte nach allem was sie durchgemacht hatte. Sie hatte sich zu schnell ihren Gefühlen hin gegeben und das erste Mal in ihrem Leben ohne zu überlegen gehandelt. Vielleicht war das Kind, dass sie bald austragen würde, eine zweite Chance für sie um endlich Frieden zu finden.

Das Wochenende stand vor der Tür und Samantha war gut in Mailand angekommen. Viel Zeit um sich in ihrem Hotelzimmer auszuruhen hatte sie nicht. Sie musste gleich mit Steve zu den Vorbereitungen der Modenschau. Sie lernte andere Models kennen, unterhielt sich auch mit ihnen, doch leider hatte sie nicht so viel Zeit, denn ihr wurde gezeigt, wo sie sich umziehen musste, was sie anziehen sollte, wo sie geschminkt und gestylt werden würde und wie sie laufen musste. Nach zwei anstrengenden Stunden Catwalktraining hatte sie sich eine kleine Pause verdient. Während sie auf einem Stuhl im Catering saß und genüsslich einen Apfel verzehrte, kam Pierre lächelnd auf sie zu „Na schöne Frau. Hast du dir die Pause wenigstens verdient?“ „Natürlich und du???“ fragte Sam grinsend. „Ja, für heute bin ich fertig. Morgen ist ja die Modenschau und da wird es erst richtig anstrengend“ Sam nahm einen Biss von ihrem Apfel „Na dann freue ich mich heute schon auf mein Bett im Hotel.“ „In welchem Hotel wohnst du denn?“ „Jurys Inn Milano. Ein echt wunderschönes Hotel und du?“ Pierre fing an verschmitzt zu lächeln „Ne jetzt sag mir nicht, dass du auch in dem Hotel wohnst?“ Er nickte nur und fing an zu lachen. Die beiden amüsierten sich noch eine Weile bis sie zusammen ins Hotel aufbrachen.

Nicky war bereit Georgina von der Affäre mit Christina zu erzählen und auch zu erwähnen, dass er Vater werden würde. Die beiden hatten sich zwei Wochen lang nicht gerade oft gesehen, da Geo viel auf Modemessen aber auch mit ihrem Vater unterwegs war. Jedes mal wenn Nicky es ihr beichten wollte war sie so gereizt und müde, dass er sie nicht noch mehr aufregen wollte. Aber nun war der Tag gekommen. Das Paar hatte beschlossen gemeinsam Mittag zu Essen und Nicky hatte gekocht. Sie saßen am Tisch und Georgina erzählte, was alles passiert war. Als sie aber merkte, dass Nicky gar nicht anwesend war, sprach sie ihn darauf an „Sag mal Nicky, hast du was? Du wirkst so abwesend“ Er tupfte sich mit einer Serviette den Mund ab und sah seiner Frau ins Gesicht. „Ich muss dringend mit dir reden“ fing er an. „Was gibt’s“ „Das ist nicht so einfach. Ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll. Also du kennst doch Chris“ Georgina verdreht die Augen „Ja die neue Choreografin, die dich gleich zu Überstunden verdonnert hat.“ Nicky spürte den Kloß im Hals, durch den er kaum noch ein Wort heraus brachte. „Naja auf der Tour habe ich sie besser kennen gelernt und ich hab mich auch immer sehr gut mit ihr verstanden“ „Ja toll aber was hat das mit uns zu tun?“ fragte Geo rasch. „Ne ganze Menge“ murmelte Nicky. Seine Frau sah ihn fragend an. „Naja ab dem Zeitpunkt als Mark und Sam ein Paar waren, teilte ich mir ein Zimmer mit ihr und da....“ er stoppte. Zurück konnte er nicht mehr das wusste er aber er hatte Angst. Angst die Frau zu verlieren, die er so sehr liebte. Angst den größten Fehler seines Lebens zu beichten. Aber er musste weiter reden „da sind wir uns näher gekommen“ brachte er nur den Satz zuende. „Wie näher? Nicky was soll das. Raus mit der Sprache“ forderte Geo, die ungeduldig auf ihrem Stuhl saß. Nicky suchte nach einem Weg gut aus der Sache raus zu kommen. Jedoch war jeder Weg, den er einschlug eine Sackgasse also musst er jetzt alles sagen. „Wir haben miteinander geschlafen“ sagte er schnell. Geo saß starr da und sah ihren Mann an. „Das ist nicht dein Ernst“ sagte sie ungläubig. Er nickte nur und sah auf den Boden. „Wie oft?“ fragte sie mit leicht zitternder Stimme. „Das ist doch nicht wichtig.“ „Nicht wichtig? Du hast mich betrogen und nun habe ich ein Recht zu wissen ob es ein einmaliger Ausrutscher war oder ob es was zu bedeuten hatte?“ Langsam stiegen Geo die Tränen in die Augen. „Es hatte nichts zu bedeuten. Ich liebe nur dich. Es tut mir so wahnsinnig leid.“ Ohne jegliche Regung erwiderte Georgina „Beantworte mir meine Frage: Affäre oder One-Night-Stand“ Nicky überlegte ob er ihr nicht einfach sagen sollte, dass es nur eine einmalige Sache war. Jedoch hatte er sich entschlossen ihr alles zu sagen und somit auch, dass es mehr war als nur für eine Nacht. „Affäre“ sagte Nicky mit leiser Stimme. Geo stand auf und der Stuhl knallte zu Boden. Die Tränen rannen ihr übers Gesicht „Aber warum?? Liebst du mich nicht mehr? Unser halbes Leben lang haben wir uns geliebt und jetzt? Brauchst du eine Pause? Ist es dass was du willst?“ Nicky sah sie an. Er wollte sie am liebsten in den Arm nehmen, doch das wehrte sie ab. „Geo du bist die Liebe meines Lebens. Jede Sekunde des Tages denke ich an dich. Ich will keine Pause. Ich liebe dich. Glaub mir das bitte.“ „Wie soll ich dir das glauben, wenn du mir gleichzeitig beichtest, dass du mit dieser Tanzmaus in die Kiste gesprungen bist“ schrie sie jetzt schon. „Beruhig dich bitte und hör mir zu“ sagte er während er sie an ihren Schultern fest hielt. „Lass mich los.“ „Ich muss dir noch was sagen“ Sie sah ihm in seine Augen, in denen sich Tränen sammelten. „Was? Willst du mir vielleicht jetzt auch noch sagen, dass sie schwanger ist“ witzelte Geo mit leichter Ironie in der Stimme. Nicky hatte Angst vor diesem Moment „Vielleicht glaubst du es mir jetzt nicht aber du hast recht. Sie ist schwanger“ Georgina lief in der Küche hin und her und hätte am liebsten zu Boden geworfen was ihr zwischen die Finger kam. Ungläubig wiederholte sie immer wieder die Worte, die Nicky ihr gerade gebeichtet hatte „Er hat mich betrogen und jetzt wird er auch noch Vater“ Nicky beobachtete seine Frau und hatte Angst. Angst wie noch nie in seinem Leben. Er wollte Georgina nicht verlieren. „Geo, ich bitte dich verzeih mir. Es tut mir so leid. Wir haben uns die letzten Monate nicht sehr oft gesehen und uns immer mehr auseinander gelebt.“ „Willst du damit jetzt sagen, dass ich daran Schuld bin, dass du mich betrogen hast?“ „Nein ich will damit nur sagen, dass ich es nicht getan habe, weil ich dich nicht liebe, sondern weil ich nicht wusste ob du mich noch liebst. Du hast mir dieses Gefühl einfach nicht mehr vermittelt. Wir lebten die letzten Monate nur noch neben einander her und Chris gab mir das Gefühl ein wichtiger Mensch zu sein.“ Erbost stand Georgina im Türrahmen „Dann geh doch zurück zu ihr und zieh euer gemeinsames Kind groß“ Sie verließ die Küche und Nicky folgte ihr verzweifelt „Nein, so habe ich das nicht gemeint. Versuch mich doch zu verstehen. Du warst nicht da und“ „Und was“ unterbrach sie ihn „da musstest du dich an die nächstbeste ranmachen? Na dann hätte ich dich ja schon verdammt oft betrügen müssen“ Bevor Nicky weiter versuchen konnte ihr das ganze zu erklären übernahm sie das Wort „Weißt du was Nicky, du machst es dir verdammt einfach“ Sie drehte sich um und lief zur Haustür „Wo willst du hin?“ fragte Nicky sie. „Ich muss allein sein.“ Nicky blieb alleine im Haus zurück während Geo dies schlagartig verließ. War es richtig gewesen seiner Frau die Affäre, die bereits beendet war, zu beichten. Es war richtig gewesen, darüber wurde er sich ein paar Sekunden später klar. Nun musste er um ihre Liebe kämpfen. Er wusste, dass es nicht einfach werden würde aber er würde es tun für Georgina, für sich, doch vor allem für ihre Liebe.

Nach der erfolgreichen Modenschau feierten alle Models, Fotografen, Designer und natürlich auch die prominenten Gäste auf der Aftershow Party die gelungene Vorstellung der Herbstmode. Als sich Sam gerade mit einem der männlichen Models unterhielt kam Steve auf sie zu. „Sam, darf ich dir Victoria Beckham vorstellen.“ Sam streckte ihr ihre Hand entgegen „Es freut mich sie kennen zu lernen“ „Ebenfalls aber du kannst mich dutzen“ kam es von Victoria. „Ich hab ihr von deinem Job als Fotografin erzählt und ihr von dir vorgeschwärmt. Sie ist beigeistert“ erzählte Steve mit leuchtenden Augen und einem Lächeln im Gesicht. Victoria nickte und die beiden sprachen über die geniale Modenschau, die neue Mode und Sam´s Fotografie. „Wenn wir gerade beim Thema sind. Hättest du vielleicht in knapp einer Woche Zeit um auf einer Hochzeit zu fotografieren? Ich weiß es ist kurzfristig aber es ist wirklich dringend“ Erstaunt sah Sam sie an, denn damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. „Wie jetzt? Ich soll nächste Woche auf einer Hochzeit fotografieren?? Wo, Wann? Und wer heiratet überhaupt?“ kamen die Fragen nur so herausgesprudelt. „Meine beste Freundin hat mir vor zwei Wochen gesagt, dass sie heiraten wird. Es ist alles sehr kurzfristig und nun suchen wir verzweifelt nach einem Fotografen. Aber ich habe bis jetzt noch niemanden gefunden. Als mir Steve davon erzählt hat, dass du auch als Fotografin unterwegs bist hat es bei mir geklingelt. Du bist sozusagen meine letzte Chance. Hättest du Zeit? Natürlich würden wir dich bezahlen und für den Aufenthalt und den Flug musst du auch nichts bezahlen, das wird alles organisiert!“ Immer noch total verblüfft stand Sam mit ihrem Sekt in der Hand vor Viktoria. Sie konnte es nicht fassen. Innerhalb von nur wenigen Wochen hatte sich ihr Leben so sehr verändert. Sie hatte ein professionelles Fotoshooting und eine erfolgreiche Modenschau hinter sich und war nun hier auf der Aftershow Party auf der es von Prominenz nur so wimmelte. Sie hatte gerade Victoria Beckham kennen gelernt und nun sollte sie in knapp einer Woche auf der Hochzeit deren Freundin fotografieren. „Und?“ Victoria stand fragend vor ihr. Sam kramte in ihrer Handtasche herum und zog einen kleinen Terminkalender heraus. „Kannst du mir das genaue Datum sagen“ „Nächsten Samstag ist der 01.04. aber du solltest vielleicht schon einen Tag vorher kommen. Ginge das?“ Nach einem kurzen Blick in den Terminkalender sagte Sam zu. „Super. Du weißt gar nicht wie froh ich bin. Kannst du mir noch deine Nummer geben, dann rufe ich dich noch an.“ Nachdem die beiden die Nummern getauscht hatten lief Victoria freudestrahlend zurück.
Als Sam kurz ihren Blick durch die Menge schweifen ließ, entdeckte sie plötzlich Steve. Sie lief auf ihn zu und umarmte ihn stürmisch. „Hey, na hat alles klappt?“ „Du bist so ein Schatz! Dir hab ich einen neuen Auftrag zu verdanken“ Sie drückte ihn erneut und gab ihm ein Küsschen auf die Wange. „Hey gibt’s was zu feiern“ fragte Pierre. Sam erzählte ihm freudestrahlend was gerade passiert war. Er freute sich für sie und sie stießen gemeinsam auf den Erfolg an.
Am nächsten Morgen fanden sich Sam und Pierre in seinem Hotelzimmer wieder. Die Klamotten lagen verstreut auf dem Boden. Die beiden lagen aneinander gekuschelt auf dem Bett. Sam öffnete verschlafen die Augen und sah auf die Uhr. Sie musste sich fertig machen, denn in einer Stunde würde Steve sie abholen um wieder zurück nach Dublin zu fliegen. Sie richtete sich auf, packte ihre Sachen zusammen und verließ leise das Hotelzimmer.

In Sligo waren Christina und Mark gerade dabei sich umzuziehen, da die beiden bei Mark’s Eltern zum Essen eingeladen waren. Kurz bevor sie aufbrechen wollten, musste sich Christina, wie so oft in den letzten Tagen, übergeben. „Alles okay“ fragte Mark nachdem sie die Treppen runter kam und die beiden zur Haustür raus liefen. Sie nickte nur. Die beiden schlenderten gemütlich in die Richtung von Mark’s Elternhaus.
Nachdem sie mit dem Essen fertig waren versammelte sich die Familie noch im Wohnzimmer um den schönen Abend gemütlich ausklingen zu lassen. „Wie geht’s eigentlich Sam“ fragte Marie. Mark zuckte mit den Schultern, da er schon länger nichts mehr von ihr gehört hatte. „Sehr gut, sie wurde vom Fotograf von Westlife entdeckt und modelt jetzt. Dieses Wochenende hatte sie ihr Catwalkdebüt in Mailand“ plapperte Christina munter los. Mark sah sie verwundert an „Warum hast du mir das nicht erzählt?“ Sie sah ihn unsicher an „Weil du mich nicht gefragt hast. Außerdem hab ich auch erst vor kurzem mit ihr gesprochen“ Marie merkte, dass eine gewisse Anspannung in der Luft lag also versuchte sie das Thema zu wechseln „Christina, wie geht es dir mittlerweile?? Hast du dich hier gut erholt?“ Leider war dies auch das falsche Thema, denn Chris wurde klar, dass sie Mark’s Eltern von Ihrer Schwangerschaft erzählen müsste. Sie sah Mark an, der ihren Blick jedoch nicht erwiderte. „Ja, langsam geht es wieder. Danke! Mark kann ich dich kurz unter vier Augen sprechen“ Er sah sie an und nickte. Die beiden gingen in Mark’s Zimmer und ließen seine verwunderten Eltern zurück.
„Warum hast du mir nichts von Sam’s Erfolg erzählt?“ fragte Mark sofort als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel. „Weil ich es einen Tag bevor Nicky bei uns war erfahren habe. Und da hatte ich andere Gedanken im Kopf als dir zu erzählen, dass Sam am Wochenende modelt. „Tut mir leid.“ Mark wurde bewusst, dass er überreagiert hatte und entschuldigte sich. Für ihn war die Sache somit geklärt und er wollte wieder zurück zu seinen Eltern „Mark warte, da ist noch was“ verwundert drehte er sich um. Chris setzte sich vorsichtig auf sein Bett und Mark kam auf sie zu „Ist was mit dem Baby?“ fragte er besorgt. „Nein“ grinste sie „Aber ich sollte deinen Eltern sagen, dass ich schwanger bin. Früher oder später werden sie es sehen und das werde ich dann nicht einfach auf das gute Essen deiner Mutter abschieben können“ Mark fing an zu lachen. „Du hast recht. Also auf in den Kampf?“ fragend sah er sie an. Chris jedoch war sich unsicher „Ich bin bei dir“ beruhigte er sie.

Kaum waren Sam und Steve in Dublin angekommen, klingelte Sam’s Handy. „Du warst heute morgen ziemlich schnell weg“ hörte sie am anderen Ende Pierre ins Telefon hauchen. Sam verdrehte die Augen „Naja Steve hat mich erwartet ansonsten hätten wir den Flieger verpasst. Um eine Nachricht zu hinterlassen war keine Zeit mehr tut mir leid“ „Ich vermisse dich jetzt schon“ hörte sie Pierre sagen und Sam’s Alarmglocken klingelten. Er hatte sich doch nicht wirklich was von ihr erhofft oder. Für sie war die letzte Nacht nur ein Abenteuer gewesen. Noch bevor sie was sagen konnte sprach er weiter. „Die letzte Nacht war unglaublich. Du warst unglaublich. Ich kann es kaum erwarten dich wieder zu sehen“ Nun hatte Samantha die Bestätigung, dass es für Pierre wohl nicht nur ein Abenteuer gewesen war. Also musste sie sich nun was überlegen um ihm klar zu machen, dass sie nicht die gleichen Gefühle für ihn hatte, wie er möglicherweise für sie. „Hör zu Pierre“ kurz bevor sie weiter reden konnte, winkte ihr Steve zu, der gerade ein Taxi erwischt hatte. „ich ruf dich später zurück“ und schon hatte sie aufgelegt und rannte zu Steve, der bereits im Taxi auf sie wartete.

Mark und Chris waren bereits wieder im Wohnzimmer und unterhielten sich mit Oliver während Marie kurz in der Küche verschwand. Als sie mit einer Flasche Wein und vier Gläsern wieder zurück kam, sah Christina die wohl einzige Möglichkeit den beiden die Wahrheit zu sagen. „Marie, Oliver, ich möchte euch noch etwas sagen“ begann Chris. „Lass uns doch zuerst auf diesen schönen Abend anstoßen“ „Mam, bitte“ Marie sah ihren Sohn verwirrt an „Ist was passiert??“ „Nein Mam hör ihr bitte zuerst zu“ Dann war es ruhig und Christina konnte anfangen „Naja, ich, also........ ich erwarte ein Baby“ Erwartungsvoll sah Chris in die Runde und wartete auf eine Antwort. „Aber das ist ja toll. Das geht zwar ein bisschen schnell nach der Trennung von Sam aber es ist eine wunderbare Nachricht“ „Nein Mam, das Kind ist nicht von mir und wir sind auch nicht zusammen“ Nun wurde die Neugier der Eltern geweckt. Christina fing also an zu erzählen. Natürlich hätte es nicht gereicht den beiden zu erzählen, dass Nicky der Vater ist, denn sie wussten ja, dass Nicky mit Georgina verheiratet ist. Also musste Christina ganz weit ausholen und mit dem Tag an dem nach Dublin kam, anfangen zu erzählen. Mark stand ihr die ganze Zeit über mit Rat und Tat zur Seite. Nach einer Weile hatte Chris alles erzählt und lehnte sich erschöpft zurück „Ja, das ist meine Lebensgeschichte“. Oliver und Marie saßen fassungslos da und sagten kein Wort. „Mam, Dad“ Mark wartete auf eine Reaktion seiner Eltern. „Es tut mir so leid, was du alles durchmachen musstest Christina“ sagte Marie. „Und wenn du unsere Hilfe brauchst kannst du auf uns zählen“ fügte Oliver hinzu. Chris lächelte erleichtert. Nie hätte sie gedacht, dass es solche Menschen gibt, denen sie einfach so ihre Lebensgeschichte erzählen könnte und die ihr anschließend noch anboten ihr zu helfen. Doch nun war auch diese kleine Hürde gemeistert und sie konnte sich auf ihr Baby freuen.
Als die beiden nach Hause liefen gingen Chris so viele Gedanken im Kopf herum. Mark sprach sie direkt darauf an „Woran denkst du gerade“ „An deine Eltern, die so verständnisvoll, nett, liebenswürdig und ehrlich sind. An dich wie du mich ohne zu zögern in dein Haus eingeladen hast. An Nicky, ob er wohl Georgina schon alles erzählt hat. An mein Baby und die gesamte Schwangerschaft. Einfach an die ganzen Ereignisse die innerhalb der letzten Monate passiert sind.“ Mark schmunzelte. Christina blieb stehen „Danke Mark. Danke für alles“ Mark grinste „Das ist doch selbstverständlich“ „Nein das ist es nicht und irgendwann werde ich mich revanchieren.“

Samantha war endlich wieder zu Hause angekommen. Im Auto hatte sie sich noch ihre Gedanken darüber gemacht wie sie Pierre nur klarmachen konnte, dass sie nicht in ihn verliebt war und es gab nur eine Version die richtig war. Also griff sie zum Telefon und rief ihn an. Er war sehr froh ihre Stimme zu hören doch sie unterbrach ihn gleich am Anfang „Hör mal Pierre. Ich glaube du hast da was falsch verstanden. Die letzte Nacht war...“ „wunderschön. Das brauchst du mir nicht zu sagen. Das weiß ich und ich bin der gleichen Meinung. Wir sind beide so perfekt und zusammen sind wir einfach nur ein Traumpaar“ Das war zuviel für Sam „Oh Mann du raffst es nicht oder?? Pierre ich will nichts von dir. Ich empfinde nicht mal was für dich. Die letzte Nacht war für mich einfach nur Spaß. Nicht mehr und nicht weniger. Und deine eklige Schleimerei kannst du dir für jemand anderen aufheben.“ Am anderen Ende der Leitung war es ruhig geworden. „Was willst du damit sagen“ hörte Sam Pierre fragen „Das heißt, dass wir nur Kollegen sind aber nicht mehr. Es tut mir leid, dass ich es dir so sagen muss aber für mehr bin ich einfach nicht bereit.“ Dann legte sie auf. Sam wusste, dass es nicht die feine englische Art gewesen war Pierre so ab zu servieren aber auf eine andere Art hätte er es nicht kapiert. So konnte sie sich endlich einem heißen Bad und somit einem gemütlichen und unbeschwerten Abend widmen.

In den nächsten zwei Wochen hatte Sam jede Menge Aufträge für verschiedene Veranstaltungen. Durch ihren Modelerfolg lernte sie immer wieder prominente Leute kennen und die buchten sie des Öfteren als Fotografin. Pierre versuchte sie immer wieder zu erreichen aber entweder nahm sie erst gar nicht ab oder sie vertröstete ihn.

Für die kommende Woche waren Studioaufnahmen der Jungs geplant und Chris hatte sich entschieden die vorletzte Etappe über die Wahrheit ihrer Schwangerschaft anzugehen. Louis muss es erfahren. Nach einem langen Telefongespräch, dass Chris mit Nicky führte waren sich beide einig, dass Louis es erfahren sollte. Georgina war währenddessen bei ihrer Familie unter getaucht und brauchte noch etwas Bedenkzeit.

Der Termin mit Louis war fixiert und bevor sich die anderen Jungs mit ihm trafen standen Christina und Nicky bei ihm im Büro. Nachdem beide nicht wussten wie sie anfangen sollten platze Chris einfach mit der Nachricht heraus. Natürlich wusste Louis anfangs nicht was das mit ihm zu tun haben soll aber nachdem er Nicky’s Augen sah konnte er sich zusammen reimen was das zu bedeuten hatte. Louis war außer sich „Gerade läuft es bei euch so gut und jetzt das. Was sollen wir der Presse erzählen? Was ist mit dir und Georgina? Was wird aus dem Baby? Was wird aus euch?“ „Louis bitte beruhige dich. Wir hatten das alles nicht geplant. Ich habe es Georgina bereits gebeichtet. Chris wird, so wie es aussieht, das Kind in Sligo zur Welt bringen und ich werde immer da sein, wenn die beiden mich brauchen. Das einzige Problem, das wir jetzt noch haben ist die Presse“ Louis lachte gespielt „und die ist das kleinste Problem. Lasst mich nur machen.“ Als nächstes musste die gesamte Band informiert werden. Mark wusste ja bereits Bescheid aber Kian und Shane mussten noch eingeweiht werden. Sie setzten sich zusammen und waren fest entschlossen, dass dieses Ereignis die Band nicht auseinander reißen würde. Und so machten sich die Jungs an ihre Studioaufnahmen während Chris sich auf den Weg zu Samantha machte.

Chris hatte einen guten Tag von Sam erwischt, denn sie hatte frei und lag gemütlich auf der Couch. Als sie die Tür öffnete und ihre Freundin vor ihr stand ließ sie einen Freudenschrei aus. Sie umarmten sich und begannen sofort zu reden. Wie in alten Zeiten saßen sie auf der Couch, lachten und redeten über all die Dinge, die in den vergangenen Wochen passiert waren. Bis sie durch ein klingeln gestört wurden. Als Sam abnahm hörte sie Kian am anderen Ende „Hey Sam ich bin´s Kian. Hast du zufällig später noch was vor??“ Sam überlegte kurz „Im Moment ist Chris bei mir und später........mh. Warte mal“ Sie legte die Hand auf ihr Handy und sah Chris an „Bleibst du eigentlich über Nacht hier?“ Chris lächelte und schüttelte den Kopf „Nein, Mark holt mich nach der Besprechung ab und wir fahren zurück nach Sligo“ Samantha widmete sich wieder Kian. „Also später hätte ich Zeit. Kommst du vorbei??“ fragte sie ihn. „Ja aber es kann noch zwei, drei Stunden dauern. Ist das in Ordnung?“ „Ok, bis später. Bye“
Nachdem die beiden Frauen viel über Samantha´s Modelauftritte und ihre Arbeit als Fotografin gesprochen hatten unterhielten sie sich über Christina´s Schwangerschaft. „Und wie geht’s dir?“ fragte Sam während sie ihre Hand auf ihren Bauch legte als Zeichen, dass sie die Schwangerschaft meinte. „Uns beiden geht es gut. Bis auf die fast schon täglichen Begegnungen mit der Kloschüssel sind wir fit.“ Sam grinste „Und Mark kommt mit dem ganzen auch klar?“ „Mark? Der kommt glaub ich mit der Situation besser klar wie ich“ grinste Chris „warum“ fragte Sam „Naja ich habe immer noch die Bedenken Georgina gegenüber. Es tut mir so leid, dass ich ihr das angetan habe und dann habe ich noch Angst davor, dass alles an die Presse kommt und das Aus für Westlife und dafür will ich nicht verantwortlich sein. Aber mein Kind kann auch nichts dafür und genau deshalb behalte ich es auch. Das war ja nicht immer so.“ gestand Christina ihrer Freundin. „Wie? Du wolltest es abtreiben?“ fragte sie perplex. „Ja, als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin war mein erster Gedanke, dass ich das Kind nicht haben kann. Ich wusste, dass ich Nicky´s Welt und seine Beziehung zerstören würde und das wollte ich nicht. Außerdem hatte ich mir gerade eine kleine neue Welt aufgebaut und da war kein Platz für ein Kind“ erzählt sie ruhig. „Und wer brachte dich dazu dich doch für das Kind zu entscheiden?“ „Mark. Er hat mir klar gemacht, dass das Kind nichts dafür kann, dass ich und Nicky miteinander geschlafen. Außerdem habe ich immer nur die negativen Seiten gesehen und nie, dass es ein schönes Gefühl ist Mutter zu sein, dass ich mein eigenes Fleisch und Blut aufwachsen sehe. Als ich dir damals von meiner Schwangerschaft erzählt habe und du so positiv darauf reagiert hast, habe ich realisiert, dass es ein kleines Wunder ist, das in mir heran wächst.“ Sam lächelte als sie ihrer Freundin zuhörte. Sie wusste, dass sich Chris sehr über das Kind freuen würde und das machte sie glücklich. „Außerdem war Mark immer für mich da. Als ich es Nicky gesagt habe hat er ihn nach Sligo bestellt. Ich hätte dazu wieder Monate gebraucht. Er war bei mir als ich es seinen Eltern gesagt habe und er war mit mir beim Arzt“ Sam lachte „Echt?“ Chris sah sie nickend an „Ja wirklich. Er war da als ich es erfahren habe. Er passt auf, dass ich genügend Vitamine zu mir nehme, er geht mit mir spazieren, dass ich genügend an der Luft bin und er hat sogar vor mit mir zur Schwangerschaftsgymnastik zu gehen. Ich glaube er würde mir sogar meinen Kotzkübel auswaschen wenn ich einen hätte. Er ist ein riesiger Schatz und eines Tages werde ich mich revanchieren. Aber genügend von mir und meinem Kind. Wie sieht es bei dir und den Jungs aus.“ Sam verdrehte die Augen „Hör mir auf mit Jungs.“ „Warum was ist los“ fragte Chris „Naja ich hab dir doch von dem attraktiven Model erzählt, den ich durch Steve kennen gelernt habe. Pierre.“ Fragend richtete Sam ihren Blick auf ihre Freundin. „Ja und?“ „Naja wir haben in der Nacht nach der Modenschau miteinander geschlafen aber für mich war es nicht mehr als Spaß bzw. ein One-Night-Stand. Aber für ihn scheint es ernst gewesen zu sein, denn seit dem Tag ruft er mich immer öfter an. Ich habe ihm klar gemacht, dass es für mich nicht mehr war und mittlerweile nehme ich mein Handy schon gar nicht mehr ab wenn ich sehe, dass er es ist. Heute Morgen bekam ich diese SMS“ Sam kramte nach ihrem Handy und suchte die SMS. Als sie sie gefunden hatte streckte sie ihrer Freundin das Handy entgegen. Chris las: `Hallo schöne Frau! Bitte melde dich bei mir. Ich muss dich einfach hören. Vermisse dich und will ohne dich nicht leben. Diese Nacht war das schönste für mich. Ich will dich unbedingt wiedersehen` Nachdem Chris gelesen hatte riss sie die Augen auf und sagte nur „Oje, da hast du wohl jemandem gehörig den Kopf verdreht“ Sam nickte „Ja anscheinend aber lass uns nicht über diesen Idioten reden.“ Also wechselten die beiden das Thema.

Ein paar Stunden später trafen Kian und Mark ein. Nach ein paar Minuten in denen Sam und Mark miteinander redeten und beiden bewusst wurde, dass sich nichts an ihrer Freundschaft geändert hatte, brachen Mark und Christina auf um wieder nach Sligo zu fahren. „Mach´s gut und meld dich wieder mal“ sagte Chris zu Sam „Mach ich und du pass mir auf die beiden gut auf“ sagte sie in Mark´s Richtung. Christina lächelte und Mark nickte „Aber klar. Bis dann“ und schon waren sie verschwunden.

Kian und Sam machten es sich im Wohnzimmer gemütlich und begannen über Sam´s Erlebnisse als Model zu reden. Kian war sehr interessiert und hörte ihr aufmerksam zu. „Und, hast du schon viele Models kennen gelernt?“ fragte Kian. „Es geht so. Die meisten sind bei diesen Shootings und Modeschauen so mit sich selbst beschäftigt, dass man kaum Zeit hat um mit irgend jemandem zu reden. Aber bei den Aftershow Partys habe ich schon einige kennen gelernt und die meisten von ihnen sind supernett.“ „Also sind auch Zicken dabei“ Samantha nickte und sagte leise vor sich hin „Zicken und Kletten“ Jedoch war es nicht zu leise für Kian und der hakte nun auch gleich nach. Sam begann zögernd Kian von Pierre zu erzählen, der davon natürlich genauso wenig begeistert war wie Sam selbst. „Also wenn er Probleme macht, dann kannst du es mir sagen, dann sag ich ihm warum die Banane krumm ist“ sagte Kian aufgebracht. Sam musste lachen, diese Aussage war zum schreien „Hör auf Kian, ich komm schon klar und außerdem weiß ich wie ich mit ihm umgehen muss, damit er mich im Ruhe lässt“ Neugierig sah er Sam an „und wie“ fragte er. „Ich ignoriere ihn einfach. Wenn ich ihn sehe grüße ich ihn aber auf seine nette-schleimige Masche falle ich nicht mehr rein. Und wenn alle stricke reißen ………“ sie machte eine Pause und sah Kian an „dann sage ich ihm warum die Banane krumm ist“ und schon fingen beide an zu lachen.

„Mark, können wir die nächste raus fahren, ich muss mal für junge Schwangere“ Mark sah sie ein wenig genervt an „Wie jetzt? Schon wieder?? Was hast du bei Sam denn alles getrunken?“ „Eigentlich nicht so viel aber es drückt!“ erklärte sie.
Als sie von ihrem, nun schon fast halb-stündlichen Toilettenbesuch wieder ins Auto stieg sah Mark sie an „Wenn das so weitergeht brauchen wir nochmal zwei Stunden bis wir in Sligo sind.“ Christina setzte sich auf den Beifahrersitz und grübelte „Also alleine wegen dem Spruch hättest du das hier gar nicht verdient“ sagte sie und streckte ihm was Süßes und was zu trinken entgegen. Er fing an zu grinsen „Ich nehm´s zurück. Madame falls ich noch was für sie tun kann, dann sagen Sie es mir einfach.“ Chris fing an zu lachen. „Na dann fahren Sie endlich los sonst sind wir morgen noch nicht am Ziel.“ Und schon gab Mark Gas und die beiden kamen Sligo immer näher.

In Dublin wurden Kian und Sam durch Kian´s Telefon gestört. Louis musste kurz was mit Kian besprechen und dazu musste Kian ein paar Unterlagen aus dem Auto holen. Mit einem Handzeichen und den leisen Worten „komme gleich“ machte er sich auf den Weg und verschwand schnell aus der Wohnung.

Keine fünf Minuten später klingelte es an der Haustür. Sam öffnete diese"Warum klingelst du?" doch sie stand nicht, wie erwartet vor Kian sondern vor Pierre. Erschrocken ging sie einen Schritt zurück "Was machst du hier?" "Ich wollte dich sehen" sagte er und wollte ihr über die Wange streicheln doch sie wich zurück. "Ich habe keine Zeit und jetzt verschwinde" sie wollte die Tür zuknallen doch Pierre hielt seinen Fuß dazwischen. Sie drückte die Tür fester zu in der Hoffnung, dass er seinen Fuß freiwillig aus der Tür nahm und sie diese schließen konnte doch dem war nicht so. Er war stärker und drückte die Tür auf. "Was soll das Pierre. Ich habe keine Zeit, das habe ich dir gerade gesagt und außerdem habe ich auch keine Lust um mit dir zu reden. Zwischen uns ist alles geklärt!" Sam versuchte cool zu wirken doch innerlich war sie total nervös und hatte Angst. Was wollte er hier? Warum wusste er wo sie wohnte und warum konnte er nicht einfach akzeptieren, dass sie nicht die gleichen Gefühle für ihn hatte? Ihn schienen ihre Worte kalt zu lassen. "Ich hab dich vermisst" sagte er und diesmal berührte er ihre Wange. Sie konnte nicht weiter ausweichen, da sie mit dem Rücken an der Wand stand. Was nun? Sie wand sich weg "Lass das bitte und geh jetzt" Plötzlich ging Pierre einen Schritt zurück „warum?“ fragte er mit trauriger Stimme. Sam sah ihn verwirrt an doch bevor sie fragen konnte was er meinte, begann er bereits zu reden „warum bist du so abweisend? Warum nimmst du nicht ab wenn ich dich anrufe oder wimmelst mich gleich ab? Warum.....................Warum liebst du mich nicht?“ Sam wusste gar nicht was sie antworten sollte, denn er sah so hilflos aus. Jedoch musste sie ihm klar machen, dass aus ihnen nie was werden würde. „Es tut mir leid, dass ich nicht das gleiche für dich empfinde wie du für mich aber du musst es akzeptieren. Unsere Nacht war schön das gebe ich zu aber es war eine einmalige Sache. Und ich bitte dich jetzt zum letzten mal meine Wohnung zu verlassen ansonsten werde ich die Polizei rufen.“ Sie sah keinen anderen Ausweg als ihm mit der Polizei zu drohen. Vielleicht war das der einzige Weg um ihm die Augen zu öffnen und es schien zu funktionieren. Pierre drehte sich um und verließ die Wohnung. Noch immer verwirrt aber auch erleichtert lief sie ins Wohnzimmer. Als sie jedoch sah, dass nichts mehr zu trinken auf dem Tisch stand drehte sie sich um und wollte in die Küche gehen doch im Türrahmen stand Pierre. Sam wurde ganz mulmig. Sie hatte doch gedacht, dass sich nun alles geklärt hätte und er nun endlich aus ihrem Leben verschwinden würde. Sie sah ihn nur regungslos an. Keiner der beiden sagte ein Wort und plötzlich kam Pierre stürmisch auf sie zu und küsste sie. Sam wusste nicht was sie machen sollte. Sie wehrte sich doch er war stärker. Er drückte sie auf das Sofa und küsste ihren Hals während er ihre Hände in die weiche Couch drückte. „Nein – lass das – hör auf“ begann sie zu schreien doch das schien ihn nur noch mehr auf Touren zu bringen. Er presste seinen Körper gegen ihren und schob ihr Shirt nach oben während er sie wieder küsste. Sie versuchte jedem Kuss auszuweichen indem sie ihren Kopf hin und her bewegte, doch es brachte alles nichts, sie war diesem Monster hilflos ausgeliefert.

Christina hatte sich währenddessen den Kopf darüber zerbrochen wie Nicky und Georgina wieder zusammen kommen könnten. Sie wusste, dass es Nicky sehr nahe ging, dass er weder wusste wo Geo war noch wann er seine Frau wieder sehen würde. Plötzlich kam ihr in den Sinn, dass Gillian, Shane´s Frau, eine gute Freundin von ihr war und sie entschied sich sie anzurufen. Nachdem sie lange auf Gillian eingeredet hatte erzählte sie ihr endlich, dass sich Georgina auch in Sligo befand. Georgina hatte sich, nachdem sie von Nicky´s Seitensprung und dem Baby erfahren hatte, bei Gillian zurück gezogen um über einiges nachzudenken und ihre Ruhe zu haben. Chris konnte Gillian nach langem Überreden auch noch davon überzeugen Geo am nächsten Morgen in ein Café zu bringen damit sie dort mit ihr reden konnte. Sie wollte sich bei Geo entschuldigen und ihr zeigen wohin sie gehörte.

„SAM“ plötzlich hörte sie Kian´s vertraute Stimme und wusste, dass es ein Ende hatte. Kian, der die Wohnung gerade wieder betreten hatte, im Wohnzimmer Pierre und Sam vorfand und gleich wusste was los war, stürzte sich auf Pierre, der erschrocken zu Kian blickte. „Du widerwärtiges Arschloch. Lass sie in Ruhe.“ Kian war so in Rage, dass er Pierre eine Ohrfeige gab, ihm in den Bauch boxte und er ihm zwischen seine Beine trat. Als Kian Pierre´s Hände hinter den Rücken hielt und Pierre sich nicht mehr wehren konnte sagte Kian „Na wie ist das wenn man sich nicht wehren kann und einfach alles geschehen lassen muss?“ Pierre sagte kein Wort und wurde von Kian zur Tür begleitet. „Lass dich hier nie wieder blicken und wenn doch dann bist du dran“

Nachdem Kian Pierre aus der Wohnung geschmissen und diese abgesperrt hatte, rannte er zu Sam, die auf dem Sofa im Wohnzimmer saß und auf den Boden starrte. Kian lief vorsichtig auf sie zu und setzte sich neben sie. „alles okay“ fragte er vorsichtig. Zuerst nickte Sam nur ganz leicht doch dann drehte sie sich zu Kian und begann leise zu weinen. Er umarmte sie und strich ihr beruhigend über den Rücken.
Nach einer Weile hatte sie den ersten Schock überwunden und bedankte sich bei ihm. „Danke Ki! Ohne dich wüsste ich nicht was passierte wäre.“ „Das ist doch selbstverständlich. Geht’s dir besser“ Sie sah ihn an und lächelte leicht „Ja, danke dass du da bist.“ „Kein Problem“ Nach einer kurzen Stille fragte Sam „Könntest du heute Nacht nicht hier bleiben“ Kian sah sie an „Wenn du das möchtest bleibe ich natürlich. Solange du mich brauchst bin ich da.“ Sie sah ihn dankend an „Du bist ein wahrer Freund – Danke für alles“ und kuschelte sich auf der Couch an ihn. Kurze Zeit später schlief sie ein.

Am nächsten Morgen fand sich Sam in ihrem Bett wieder. Als sie aufstand und dem Geruch von frischen Brötchen folgte, sah sie wie Kian in der Küche das Frühstück machte. Als er sie entdeckte schob er einen Stuhl zurück. „Bitteschön, das Frühstück ist gleich fertig.“ Sie lächelte und setzte sich. „Kann ich sonst noch was für dich tun?“ fragte er während des Frühstücks. „Nein Kian, danke!!! Mir geht’s es gut. Das ganze war zwar ganz schön krass aber ich war froh, dass jemand bei mir war. Ich war froh, dass du bei mir warst!“ Er lächelte „du kommst also klar?“ „Ja auf jeden Fall“ nickte sie. „Und falls was sein sollte....“ „rufe ich dich sofort an“ vervollständigte Sam seinen Satz.

Chris war an diesem Morgen sehr nervös und lief im ganzen Haus herum. Mark, der das beobachtete stoppte sie „jetzt hör endlich auf hier so herum zu rennen. Es wird schon nicht schief gehen. Wann triffst du sie denn?“ Chris blieb stehen und sah ihn mit müden Augen an „Ich hab mit Gillian ausgemacht, dass ich so gegen 10:00 Uhr ins Café komme“ Mark sah kurz auf die Uhr. Sie nahm seine Hand und sah ebenfalls nach wie spät es war. „Also ich bin weg bis später“ sagte sie kurz, gab Mark noch einen Kuss auf die Wange und verwand.

Georgina saß währenddessen im Café und wartete eigentlich auf Gillian als sie Christina zur Tür hereinkommen sah. Sie sah ihr direkt in die Augen als diese auf sie zukam „Hallo Geo, darf ich mich kurz zu dir setzen?“ Geo´s überraschter Blick wechselte in Empörung „Tut mir leid, ich bin mit Gillian verabredet aber sie scheint nicht zu kommen“ sie sah kurz nach draußen „also werde ich jetzt gehen.“ Als sie aufstand hielt Chris sie zurück. „Gillian hat dich meinetwegen versetzt. Ich bitte dich Georgina, gib mir nur 10 Minuten.“ Geo sah kurz auf den Boden, atmete einmal durch, schloss die Augen und setzte sich wieder. „Möchtest du noch einen Kaffee“ fragte sie höflich. Ohne auf ihre Frage einzugehen konterte Geo „Was willst du“ „Ich möchte mich bei dir entschuldigen“ begann Chris und setzte sich „Entschuldigen? Wofür“ begann Geo mit höhnischer Stimme „Dafür, dass du mir meinen Mann ausgespannt hast? Dass du ihn anscheinend nach allen Regeln der Kunst verführt hast? Oder etwa dafür, dass ihr zu blöd wart ein Kondom zu benutzen und du jetzt auch noch schwanger bist???“ Chris sah schuldbewusst zu Boden um die Worte wirken zu lassen. „Ich weiß ich hab viel Mist gebaut und nichts von all dem hätte passieren dürfen. Es gibt auch keine Entschuldigung dafür und ich verlange auch nicht von dir, dass du mir jemals verzeihst. Aber es geht hier nicht um mich“ Geo sah sie an „Willst du mit mir etwa über Nicky reden?“ „Ja das möchte ich“ Geo schüttelte nur den Kopf hörte Chris aber dennoch zu „Nicky liebt dich wirklich. Er hat mir immer viel von dir erzählt. Wie glücklich er ist, dass er seine Traumfrau gefunden hat, dass er mit dir eine Familie gründen will und dass du die einzige Frau bist die er je lieben kann.“ Chris sah, dass Geo die Tränen in die Augen stiegen „Aber warum hat er mich dann mit dir betrogen?“ „Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Aber es ist nun mal so und ich habe mich dafür entschieden dieses Kind zu bekommen. Mit Nicky habe ich gesprochen. Er wird zu dem Kind stehen. Ich weiß, dass es für dich jetzt sehr hart ist aber du liebst ihn doch auch oder??“ Georgina sah sie mit traurigen Augen an „ Ich weiß nicht! Ich erkenne Nicky nicht wieder. Es gab eine Zeit inder er mir fast täglich gesagt hat wie sehr er mich liebt. Damals hat er sich nicht mal nach anderen Frauen umgedreht und jetzt?“ Sie sah traurig auf ihren Ringfinger andem ihr der Ehering entgegen blitzte. Kurz lächelte sie, dann redete sie weiter „Wir führten eine tolle Ehe. Bis du aufgetaucht bist“ Chris sah sie erschrocken an. Hatte sie wirklich die Hauptschuld an dem Ganzen? „Wie bitte?“ „Ja, seit du aufgetaucht bist benimmt er sich so komisch. Er hatte kaum noch Zeit für mich. Hat immerzu mit dir für die Tour geprobt, sehr oft von dir erzählt und kaum noch Zeit für mich.“ Chris sah entsetzt zur Seite. „Das darf doch nicht wahr sein. Versuch bitte nicht mir die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass ihr Probleme hattet“ „Wir hatten keine Probleme bis du aufgetaucht bist“ sagte Geo etwas lauter. Die anderen Leute im Café drehten sich kurz nach ihnen um um anschließend weiter ihren Kaffee zu trinken. „Ich kann nichts dafür, dass wir uns gut verstanden haben. Das alles war doch nicht geplant. Ich habe ihn damals höflich gefragt ob er mir helfen könnte bei den Tourvorbereitungen und ich habe ihn gefragt ob es auch für dich kein Problem wäre. Und willst du wissen was er mir geantwortet hat“ Geo zuckte fragend die Achseln. „Er hat mir gesagt, dass du die ganze Woche mit deinem Vater unterwegs bist, dass du momentan sowieso vielbeschäftigt bist und dass er um jede Minute froh ist die er nicht alleine in dem großen Haus verbringen muss. Er hat dich die ganze Zeit über mehr vermisst als du dir vorstellen kannst.“ „Willst du damit sagen, dass ich ihn in deine Arme getrieben habe oder wie? Womöglich bin ich auch noch selbst Schuld, dass er mich betrogen hat“ Chris sah sie ernst an „Nein das bist du sicherlich nicht. Ich mache dir keine Vorwürfe weil ich dazu kein Recht habe. Aber ich möchte, dass du darüber nachdenkst, wie oft du in den Wochen vor der Tour zu ihm gesagt hast dass du ihn liebst und dass du froh bist ihn zu haben.“ „Das weiß er doch“ winkte Georgina mit einer kleinen Handbewegung ab. Christina grinste sie kurz an „Genau das ist der Punkt. Du hast es ihm nicht gesagt. Er hat es dir nicht gesagt. Ihr beide wart euch der Liebe des anderen nicht mehr sicher und diese Unsicherheit habt ihr beide überspielt.“ Geo hörte Chris genau zu und schien über das gesagte nach zu denken. „Geo ich bin hier um dir zu sagen, dass es mir wirklich verdammt leid tut was passiert ist aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen – genauso wenig wie Nicky. Diese Ungewissheit zerfrisst ihn fast - nicht zu wissen wo du bist, ob es dir gut geht und ob du überhaupt wieder kommst.“ Christina stand auf „Machs gut“ sagte sie, drehte Geo, die immer noch nachdenklich auf ihrem Stuhl saß, den Rücken zu und verließ das Café. Draußen atmete sie tief durch und machte sich auf den Heimweg.

Nach dem Gespräch mit Chris wurde Georgina bewusst, dass es schon vor der Tour kriselte und dass ihre Beziehung zu Nicky in vielen Dinge zur Routine geworden war. Sie entschloss sich bei ihm zu melden, was sie am selben Nachmittag noch tat, um mit ihm ein paar Tage später ein klärendes Gespräch zu führen. Beide wussten, dass sie für die Beziehung arbeiten mussten und Georgina wusste, dass sie Nicky und seinem Kind nicht im weg stehen durfte auch wenn dies für sie sehr schwer war. Jedoch versprach Nicky ihr, dass er für ihre Beziehung kämpfen würde um ihre erloschene Liebe wieder in Flammen zu setzen.

Drei Monate später blitzte Christina´s Babybauch schon unter ihren Top´s hervor und Sam war in Dublin wieder für Fotoshootings unterwegs.
Mark, Shane, Kian und Nicky waren nun zwei Monate nicht zu Hause in Irland gewesen. Sie mussten wichtige Interview-Termine wahrnehmen, das Video für ihre neue Single „Close your eyes“ drehen und auf Promotion-Tour gehen.

Marie und Chris wollten Mark am Flughafen abholen und warteten gespannt auf den Flieger. Kurze Zeit später landeten Shane und Mark endlich. Kian und Nicky waren bereits in Dublin ausgestiegen. Während Shane seine Frau begrüßte, die auch gekommen war, staunte Mark nicht schlecht als er Christina mit breitem Lächeln und Bäuchlein sah. Er begrüßte seine Mutter und stand dann strahlend vor Chris. Beide fingen an zu lachen und umarmten sich „Hast du zugenommen?“ witzelte er. „Hey, ich nenne es mein Idealgewicht“ konterte sie.

Samantha war gerade dabei Spagetti zu machen als Kian sich ankündigte. „Na da bin ich ja froh, dass ich genug gekocht habe“ lachte sie als er ihr gestand bereits in kürze vor ihrer Tür zu stehen. Und keine 10 Minuten später stand er schon in der Küche. „Na wie war´s“ fragte Sam. Kian wurde von dem köstlichen Geruch der Spagetti total verwirrt „Es riecht lecker“ Sam lächelte. Während sie ihm schöpfte sah er ihr vom Esstisch aus heimlich zu. Sie drehte sich um und sah ihn direkt an. Als sie sich setzte, nahm sie die Gabel in die Hand „Und jetzt erzähl und nichts auslassen.“ Kian ergab sich und erzählte, dass die Fans der absolute Hammer seien, dass die Promotion für die neue Single genial gelaufen sei und dass sie alle eine Menge Spaß hatten.
Nach dem Essen gönnten sich die beiden im Wohnzimmer eine gute Flasche Wein um gemütlich weiter zu reden. Sie erzählten beide was sie die letzten zwei Monate gemacht hatten und als Kian mal wieder eine schöne Fangeschichte erzählte griff er in die Popcornschüssel die bereits zwischen ihnen stand. Sam hörte ihm aufmerksam zu und griff ebenfalls in die Schüssel. Ihre Hände berührten sich und sie sahen sich blitzartig an. Kian hörte abrupt auf zu erzählen und sah Sam in ihre blauen Augen. Sam lächelte und zog die Hand langsam weg. „Was wolltest du sagen Kian“ „Ich habs vergessen“ sagte er und sah Sam weiter an. Sie erwiderte seinen Blick und ließ ihre Hand, die nur ein paar Zentimeter von seine entfernt war, wieder zurück gleiten. „Warum bist du hier Kian“ Eine kleine Pause setzte ein inder Kian nachzudenken schien „Ich habs vergessen.“ Wieder diese Stille, nur eine männliche Stimme im Radio war zu hören. Kian nahm seine Hand langsam aus der Popcornschüssel und beugte sich zu Sam. Auch Samantha kam ihm ein Stück entgegen doch kurz bevor sich ihre Lippen berührten klingelte Kian´s Handy und beide schreckten zurück. Es schien fast so als wären sie in Trance gewesen und man hätte sie gerade geweckt. Sie sahen sich erschrocken an. Kian stand auf, nahm schnell ab und brach das Gespräch auch genauso schnell wieder ab. Er drehte sich zu Sam um, die noch auf der Couch saß. „Na dann ... werde ich mal wieder ..... gehen“ stammelte Kian. Samantha nickte und begleitete Kian nach draußen. Ihr eigentlich harmloses Abschiedsküsschen wurde zum verklemmten, nervösen Getue und als Sam die Haustür schloss musste sie grinsen und stellte sich gleichzeitig nur eine Frage: „Was war dass denn?“

Nach dem traditionellen Essen bei seinen Eltern saßen Mark und Chris auf der Couch. „Wahnsinn wie schnell das geht oder“ Chris lächelte „Ja und es tritt sogar schon“ Mark lächelte „Echt“ fragte er ungläubig. Christina nickte und führte Marks Hand an ihren Bauch. Jedoch sträubte sich das noch kleine Menschlein in ihrem Bauch und Mark bekam die Tritte nicht zu spüren. „Es ist sauer, weil du solange weg warst“ sagte Chris und Marie, die gerade zur Tür herein kam lachte „Hör auf Christina ansonsten macht sich Mark noch Vorwürfe.“

Am Abend war Mark gerade damit beschäftigt seinen Koffer auszupacken als Chris im Türrahmen stand. Sie hatte ein weißes Nachthemd angezogen und der Babybauch zeichnete sich ab. „Weißt du, dass ich dich richtig vermisst habe“ fing sie an. „Ach ja und ich dachte du wärst froh endlich mal deine Ruhe zu haben“ Sie lachten und Chris betrat das Zimmer „Nein im Ernst. Es war ganz schön einsam hier ohne dich“ sagte sie während sie ihm einzelne Hemden gab, die er im Schrank verstaute. „Niemand, der mir sagte, dass ich mich ausruhen sollte, niemand den ich morgens mit frischen Brötchen aus dem Bett holen konnte“ wieder fingen beide an zu lachen. Als sie mit den T-Shirts und Hemden fertig waren setzte sich Chris aufs Bett. „Mark“ Er drehte sich sofort um und setzte sich neben sie „Was ist? Hast du Schmerzen?“ Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Klein Junior tritt gerade. Und wie“ Sie nahm wieder seine Hand und legte sie auf ihren Bauch. Mark´s Augen strahlten als er unter seiner Hand das Treten des Baby´s spürte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl das Mark überkam und er strahlte sie einfach nur an. „Das habe ich auch vermisst“ sagte Chris eigentlich zu sich selbst. Mark sah sie fragend an „Dieses Lächeln und diese Augen“ antwortete sie ohne nachzudenken. Mark nahm seine Hand von ihrem Bauch und streichelte ihre Wange. Langsam zog er ihr Gesicht zu sich und küsste sie sanft. Plötzlich schreckte Chris zurück und Mark sah sie verwirrt an „Da will wohl jemand noch was loswerden“ sagte sie und legte ihre Hand auf den Babybauch. Mark beugte sich nach unten und begann mit dem Baby zu reden „Du kleines Baby hast jetzt erst mal Trittpause“ Christina fing an zu lachen während Mark sich aufrichtete und ihr näher kam „Mark. Es wird ein Junge“ Er lächelte sie glücklich an und kam ihren geschmeidigen Lippen wieder näher.

Chris und Mark waren sehr glücklich miteinander und wollten das auch allen zeigen. Mark war, trotz der Tatsache dass Chris nicht sein Kind gebären würde, sehr aufgeregt und stolz auf das Baby und seine Freundin. Natürlich musste Chris keine zwei Tage später Sam von ihrem Glück berichten. Sam freute sich über diese Nachricht und versprach baldmöglichst mal vorbei zu kommen. Jedoch ließ ihr Terminkalender dies in den nächsten sechs Wochen kaum zu. Mark´s Family freute sich sehr darüber die beiden Turteltauben endlich vereint zu sehen. Marie verriet sogar, dass sie sich insgeheim gewünscht hatte, dass die beiden ein Paar würden.

Zwei Wochen später, Irish-Times
„Love is in the Air“ bei den Jungs von Westlife:
Mark von der erfolgreichen Gruppe Westlife wurde nun schon öfter mit einer jungen schwangeren Frau gesehen. Und seit knapp einer Woche ist es mehr als offensichtlich, dass die beiden ein Paar sind. Sie turteln im Park, haben Spaß und können ihre Finger kaum von einander lassen. Bleibt nur die Frage offen ob Mark demnächst Vater wird!
Gleichzeitig ist auch das Gerücht aufgetaucht, dass Kian nach der Trennung seiner Freundin Jodi vor ein paar Monaten wieder eine Freundin hat. Er wurde letztes Wochenende mit Jodi´s Modelkollegin Sandra Williams in einer Nobeldisco entdeckt!
Sicher ist, dass die beiden eine Menge Spaß gehabt haben (siehe Foto). Wir bleiben dran - bleibt nun abzuwarten wie sich ihre neue Single verkauft aber bei diesem privaten Glück kann nichts mehr schief gehen!

Sam verschluckte sich an ihrem Kaffee als sie diesen Bericht in der Zeitung las und konnte es kaum fassen das Kian ihr so eine Neuigkeit einfach verschwieg. Sie griff sofort zum Telefon und rief ihn an. „Hy Sam, wie geht’s dir?“ „Die Nettigkeiten kannst du dir für Sandra sparen. Was glaubst du eigentlich wie ich mich fühle wenn ich aus der Zeitung erfahren muss das du eine neue Flamme hast? Ich hätte mir erwartet das ich solch eine Neuigkeit von dir erfahre und nicht aus irgendeinem Schmuddelblatt! Und dann auch noch mit Foto! Außerdem seid ihr in Dublin gewesen und ich dachte du wärst schon längst wieder zu Hause. Musstest du etwa deswegen letztes Mal so schnell gehen?“ „Sam, das ist alles ganz anders wie es aussieht.“ „Du musst gar nichts mehr erklären das war ja wohl eindeutig genug!“ Sam kochte vor Wut und legte auf.
Immernoch ziemlich wütend wählte Samantha die Nummer ihrer Freundin in Sligo. Chris nahm mit freudiger Stimme ab. „Hey Sam!“ Ohne auf die freudige Stimme ihrer Freundin einzugehen entgegnete Sam „Wusstest du schon, dass Kian eine neue Freundin hat?“ „Nein, wen denn?“ „Eine gewisse Sandra Williams. Anscheinend eine Modelkollegin von seiner Ex“ Christina fing am anderen Ende an zu schmunzeln „Sam, das hast du falsch verstanden. Kian und Sandra …“ weiter kam sie nicht. „Also wusstest du doch davon. Bin ich etwa die einzige hier, die keinen Schimmer hat?? Das ist ja wohl der absolute Hammer. Jeder erfährt vor mir, dass Kian eine neue Freundin hat. Ich dachte, dass wir zumindest so gute Freunde wären, dass er mir das doch sagen könnte aber in diesem Fall hab ich mich mehr als nur getäuscht. Das hätte ich nicht gedacht“ Sam war so in ihrer Wut gefangen, dass sie gar nicht hörte wie ihre Freundin die ganze Zeit auf sie einredete und versuchte ihren Rededran zu stoppen. „Sam hör mir mal eine Minute zu“ wurde Chris nun auch lauter, damit Sam sie hörte. „Was?“ fragte sie sauer. „Du hast gar keinen Grund so zu reagieren“ „ach nein? Findest du es etwa ok, dass ich nichts weiß“ „Sam es gibt nichts zu wissen“ „Wie meinst du das?“ Nun endlich beruhigte sich Sam ein wenig und hörte ihrer Freundin für ein paar Minuten aufmerksam zu. „Es gibt nichts zu wissen, weil zwischen den beiden nie was gelaufen ist. Mark hat mir erzählt was gewesen ist, willst du es wissen?“ Am anderen Ende hörte Chris ein neugieriges „ja“ also fing sie an zu erzählen. „Kian war mal wieder mit Nicky unterwegs und da haben sie Sandra getroffen. Es stimmt, dass sie eine Modelkollegin von Jodi ist aber es stimmt nicht, dass zwischen den beiden was gelaufen ist. Sandra hatte schon immer eine Schwäche für Kian, sogar schon als er noch mit Jodi zusammen war. Anscheinend hatte sie schon ziemlich viel getrunken und dann wollte sie sich an Kian ranmachen. Aber er hat es nicht zugelassen. Tja, leider haben die Papparazzi’s die beiden genau da fotografiert als Kian Sandra stützte und sie nach Hause brachte. Aber glaub mir Sam es ist nichts gewesen!“
Sam fühlte sich plötzlich ganz klein, sie wusste, dass sie überreagiert hatte und am liebsten wäre sie im Erdboden versunken aber sie musste handeln. So schnell sie konnte rief sie nochmal bei Kian an um sich bei ihm zu entschuldigen. Es war ihr peinlich und sie wusste nicht warum sie so reagierte. Eigentlich war sie nie eine Person gewesen, die gleich so schroff reagierte. Normalerweise fragte sie immer zuerst nach und war dann sauer, enttäuscht oder wütend. Aber das kam auch nicht soooooo oft vor. Ihr Verhalten war ihr selbst nicht ganz geheuert und sie fragte sich immer wieder warum sie so wütend wurde.

Eine gute Woche später gaben Westlife mit Louis eine Pressekonferenz um bekannt zu geben, dass Mark nicht Vater wird. Natürlich warf dies die große Frage auf, wer denn nun der Vater sei und wer Chris eigentlich war. Mark erzählte eine kurze Story, dass Chris als neue Choreografin von Westlife eingestellt wurde und er sie so kennen lernte. Dadurch, dass Chris nachdem sie erfuhr, dass sie schwanger war, zu ihm nach Sligo zog, um von dem Vater des Kindes Abstand zu gewinnen, lernten sich die beiden besser kennen. „Werden Sie den Vater nun ersetzen??“ fragte einer der Reporter. „Ich werde meiner Freundin, helfen wo ich nur kann. Mittlerweile kennen wir uns sehr gut und wohnen auch zusammen. Wo immer sie meine Hilfe braucht werde ich da sein. Egal ob für sie oder für das Baby. Ich fühle mich dem Kind jetzt schon sehr nah“ gab Mark zu. Nicky, der neben ihm saß wartete auf die nächste Frage. Natürlich konnte niemand verheimlichen, dass es zwischen Geo und Nicky gekriselt hatte deshalb war auch das ein Thema dieser Pressekonferenz. „Zwischen meiner Frau und mir ist alles wieder in Ordnung! Es gibt doch in jeder Ehe mal die ein oder andere Krise und ich finde, dass wir das ganz gut gemeistert haben. Ich liebe Georgina und werde sie nicht so schnell gehen lassen!“ Nicky war erleichtert, dass er sein Statement abgegeben hatte und das nun auch geklärt war. Währenddessen wurde Kian mit dem Gerücht konfrontiert, dass er und Sandra Williams ein Paar seien. „Absoluter Quatsch!“ räumte Kian schnell ein. „Sandra und ich kennen uns aus der Zeit als ich noch mit Jodi zusammen war. Soweit war die Story auch richtig. Es stimmt auch, dass wir uns an diesem Abend gesehen haben aber es ist eine Lüge, dass wir was miteinander hatten oder gar zusammen sind. Sandra hat mir schon immer gezeigt, dass sie eine gewisse Zuneigung für mich empfindet, jedoch ist das von meiner Seite aus nicht so, das habe ich ihr auch gesagt. Nach einem gemütlichen Abend habe ich sie nach Hause gebracht – das wars. Hätten die Fotografen noch ein paar Minuten länger gewartet, hätten sie auch gesehen, dass ich ihre Wohnung wieder verlassen habe und zwar alleine und nach ganz kurzer Zeit“ Die Fotografen ließen dennoch nicht locker „Sind sie denn vielleicht gerade verliebt?“ Kian sah in die Menge und lächelte „Nein“ war seine knappe und letzte Antwort. Damit auch Shane, der weder mit irgendwelchen Gerüchten noch mit mit einer Ehekrise zu kämpfen hatte, zu Wort kam fragte der Reporter ihn zur neuen Single „Close your eyes“. „Der neue Song ist ein Hammer wie ich finde. Die Rohfassung stammt von Mark aber wir haben alle unseren Teil dazu beigetragen“ Und schon stürzten sich die Reporter wieder auf Mark „In ´Close your eyes´ geht es um eine Liebe zweier Menschen die sich aber nicht sehr oft sehen können. Was hat sie dazu inspiriert“ „Dieser Song geht mir sehr nah und tief unter die Haut – ich liebe diesen Song und die Gedanken daran. Aber für unsere Fans und die Menschen, die diese Single kaufen entsteht ein ganz eigenes Bild und jeder sieht sich in einer anderen Rolle wieder. Man kann so vieles hinein interpretieren egal ob es die Liebesbeziehung zweier Menschen ist, eine sehr gute Freundschaft oder die Liebe zu den Eltern. Jeder soll für sich selbst herausfinden wer das andere Puzzleteil ist. Ich habe meines gefunden“ grinste er. Nach einer weiteren halben Stunde inder es um ein weiteres Album und die darauf folgende Tour ging wurde auch bekannt gegeben, dass Westlife aufgrund Chris´ Schwangerschaft erstmal eine Pause von einem halben Jahr machen würden. Für die Zeitungen war dies ein gefundenes Fressen, denn jeder wollte als nächstes die Gerüchte in die Welt setzen, dass Westlife sich trennen würden, doch Shane übernahm das Wort „Und um es gleich vorweg zu sagen. Westlife werden sich nicht trennen. Wir werden eine Pause einlegen, damit Mark und Chris sich in Ruhe um ihre kleine Familie kümmern können und es wird eine schöpferisch und künstlerische Pause sein, inder wir wieder neue Energie tanken und uns neue Songs überlegen. Also keine Angst: wir bleiben auf der Bildfläche“ witzelte Shane. „Das nenne ich doch mal einen gelungen Abschluss. Danke, dass sie alle gekommen sind“ bedankte und verabschiedete sich Louis von den Fotografen.

Da die Pressekonferenz in Dublin stattfand tiegerte Kian kurz darauf zu Sam in der Hoffnung, dass sie da war. Nachdem er kurz geklingelt hatte öffnete sie die Tür und war überrascht. „Hey Ki! Ich hab gerade überhaupt keine Zeit – tut mir leid“ wimmelte sie ihn ab. Ohne, dass er ein weiteres Wort sagen konnte schloss sie die Tür. In der Wohnung atmete Sam tief ein und aus. Sie verstand sich in den letzten Wochen selbst nicht mehr. Warum hatte sie das gerade getan. Es schien so als ob sie die Kontrolle über sich selbst verlieren würde sobald Kian in ihrer Nähe war, aber warum. Kurze Zeit später klingelte es wieder. Sam ging langsam zur Tür und nahm sich vor diese nicht gleich wieder zu zuschlagen falls es Kian sein würde. Doch es war nicht Kian – vor ihr stand ihre Freundin Christina. Ihre Freude konnte Sam kaum noch im Zaum behalten. „Hey Chris, du hier. Der Wahnsinn. Komm doch rein. Wow du hast aber einen Bauch bekommen. Fühlst du dich wohl? Wie geht’s dir? Passt Mark auch gut auf dich auf?“ Während diesen ganzen Fragen und der Freude führte Sam ihre Freundin ins Wohnzimmer und holte ihr gleich was zu trinken, jedoch hörte sie nicht auf zu reden. „Das freut mich jetzt aber dich hier zu sehen. Was machst du eigentlich in Dublin“ fragte sie. Christina war, auf Mark´s Wunsch, mit nach Dublin gefahren und Chris kam gerne mit, um ihre Freundin mal wieder zu besuchen. „Ich dachte mir, wenn du nicht zu mir kommen kannst – muss ich eben zu dir kommen“ lachte sie. „Du siehst so verdammt glücklich aus – das freut mich“ grinste Sam. „Danke. Ich bin auch sehr glücklich. Es hat sich, nach dem ganzen hin und her doch noch alles zum guten gewendet. Wenn ich ein paar Monate zurück denke, dann kann ich jetzt lächeln aber damals …. naja aus und vorbei …… das ist Geschichte. Die Gegenwart zählt und ich habe mit Mark meinen Traummann gefunden. Er ist so einfühlsam, nett, charmant und vor allem zeigt er mir, dass ich ihm wirklich was bedeute. Ein tolles Gefühl“ grinste Chris übers ganze Gesicht. „Das freut mich so für dich“ „Wie sieht es eigentlich bei dir aus? Wieder jemand in Aussicht?“ Sam schien zu überlegen. „Nein eigentlich nicht“ Chris ließ nicht locker. Sie merkte, dass ihre Freundin ihr was verheimlichte „Komm schon raus mit der Sprache. Irgendwas ist doch“ „Ja ok! Es gibt da jemanden aber ich bin in einem totalen Gefühlschaos. Ich weiß weder was ich denken noch was ich fühlen soll. Ich benehme mich so komisch in seiner Nähe. Aber erst seit wir uns mal fast geküsst hätten. Und an dem Abend ist er kurz darauf verschwunden.“ Chris rutschte ein Stück näher zu ihrer Freundin „Du musst alles auf dich zukommen lassen und dir darüber klar werden was du fühlst. Aber vor allem musst du die Gefühle zulassen, egal ob es Verliebtheit oder eine Schwärmerei ist. Lass es zu nur so kannst du dir sicher sein was du empfindest!“ Kritisch sah Sam ihre Freundin an „Wie wusstest du, dass du dich in Mark verliebt hast?“ „Naja, er war immer für mich da, hat mir immer geholfen, hat mit mir geredet und mich einfach immer unterstützt. Wir haben uns immer gut verstanden und ich hab mich immer sehr wohl bei ihm gefühlt, weil ich wusste, dass er da ist. Tja und als er dann mal länger nicht da war, habe ich gemerkt, dass da eine Leere in mir entstanden ist, die nur er auffüllen konnte. Sein Blick wenn ich mich nicht ausruhen wollte sondern spazieren gehen wollte. Sein Stimme, wenn er mir gut zugeredet hat und mir versprochen hat, dass er immer für mich da ist. Nur bei ihm hab ich mich bis jetzt 100%ig wohl gefühlt.“ „Du hast recht“ entgegnete Sam. „Und wie seit ihr dann eigentlich zusammen gekommen“ Christina lachte. „Noch am selben Tag als sie zurück kamen von den Promotionterminen. Ich hab seine Mam zum Flughafen begleitet und als wir dann später zu Hause waren, hab ich ihn beobachtet und ihn mir einfach nur angesehen. Dann hab ich mir ein Herz gefasst und ihm gesagt, dass ich ihn vermisst habe. Dann kam eines zum anderen und wir haben uns geküsst. Ich bin einfach aufs Ganze gegangen, habe was riskiert ohne darüber nach zu denken was passiert, wenn er nicht dasselbe fühlt. Vielleicht solltest du das auch tun.“ Sam starrte in den Raum und schien zu überlegen. Plötzlich stand sie auf und war wild entschlossen „Du hast recht. Ich bin verliebt. Ich sollte es zugeben und vor allem muss ich wissen woran ich bin. Ich muss es ihm sagen.“ „Aber wer ist ER“ fragte Chris neugierig, denn bisher hatte Sam keinen Namen genannt. Sam lief in ihr Schlafzimmer um sich um zu ziehen „Kian“ rief sie noch schnell. Christina schüttelte nur den Kopf und lächelte „Ich wusste es“ sagte sie leise zu sich selbst.
Kurze Zeit später klingelte Sam´s Handy, sie rannte in die Küche um es zu holen und nahm leicht gestresst ab. Am anderen Ende hörte sie Steve, der ihr kurzfristig ein Shooting in New York anbot. Sie wusste, dass dieses Shooting eine sehr große Chance für sie wäre, jedoch verschwendete sie gerade keinen Gedanken an ihre Modelkarriere. Sie wollte Kian sagen was sie für ihn empfand und abwarten was er sagen würde. Also versprach sie Steve ihn in spätestens einer Stunde zurück zu rufen. Damit wollte sich Steve natürlich zuerst nicht zufrieden geben doch er konnte nichts dagegen sagen, Sam hatte bereits aufgelegt. Samantha erzählte ihrer Freundin von den erfreulichen Ereignissen und ihrer großen Chance. „Und warum hast du nicht zugesagt.“ „Ich muss zuerst mit Kian reden – ich hab für was anderes gerade überhaupt keinen Kopf“ gestand sie ihr. „Na dann los. Kian sitzt im Café gegenüber mit Mark und wartet eigentlich auf mich“ Sam sah sie lächelnd an und gab ihr einen Kuss auf die Wange „Danke“ Und schon lief sie los. Chris wollte ihrer Freundin zur Seite stehen und folgte ihr. Als die beiden das Café betraten gingen sie auf die Jungs zu. Kian sah Sam perplex an. Seiner Meinung nach hatte sie ja keine Zeit gehabt. „Kian kann ich kurz mit dir reden – allein“ Kian stand auf und Chris setzte sich auf seinen Platz und tuschelte mit Mark.
Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen doch die beiden standen unter einem Dach und schwiegen sich an. Sam fehlten die Worte, sie wusste nicht was sie sagen sollte. „Was ist los mit dir Sam? Du bist so komisch in letzter Zeit. Ehrlich gesagt, seit wir uns vor ein paar Wochen fast mal geküsst hätten. Steht das zwischen uns?“ „Nein“ antwortete Sam. Es kam ihr vor als ob die Gefühle die sie für Kian hatte einseitig waren also versuchte sie sich raus zu reden. „Ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich dich heute so abgewimmelt habe aber ich ……..“ sie überlegte was es für eine Ausrede geben könnte „ich habe einen Anruf von Steve erhalten. Ich fliege heute Abend nach New York für ein Shooting. Das ist meine große Chance! Ist das nicht toll“ lenkte Sam vom eigentlichen Thema ab. Natürlich freute sich Kian für sie. Doch Sam wusste nicht was sie jetzt machen sollte. Kian sah Sam an „Ich muss noch schnell was erledigen. Also, ich wünsch dir ganz viel Spaß und meld dich mal“ Sie gaben sich zwei Abschiedsküsschen auf die Backe und Kian verschwand. Sam stand immer noch unter dem Dach und hätte sich ohrfeigen können. Wie ein Blitz schlug es plötzlich ein und sie rannte Kian nach „Kian warte“ Es regnete mittlerweile in strömen und so war sie kurze Zeit später total durchnässt. Kian blieb stehen und drehte sich um. Auch er war mittlerweile von Kopf bis Fuß nass geworden. Doch es störte ihn wenig. Sam rannte auf ihn zu, blieb vor ihm stehen und sah ihn an während die Regentropfen unaufhaltsam fielen. Einige Sekunden standen sie nur so da und starrten sich an. Kurz darauf nahm Sam all ihren Mut zusammen und küsste Kian stürmisch. Dieser erwiderte ihren Kuss und wich kurze Zeit später wieder zurück „Ich glaube nicht, dass wir das tun sollten“ Sam sah ihn entsetzt an. Einen kurzen Moment hatte sie das Gefühl, dass er sie auch lieben würde, doch diese Aussage passt nun gar nicht. „Kian, ich hab mich in dich…..“ Kian legte seinen Finger auf ihren Mund „sag es nicht Sam. Ich will unsere Freundschaft nicht zerstören.“ Er drehte sich um und ließ sie im Regen stehen.
Im selben Moment kamen Mark und Chris aus dem Café, die beiden hatten die Situation von Weitem beobachtet und verstanden gar nichts. „Kümmer du dich um Sam. Ich werde versuchen Kian einzuholen.“ Chris lief zu ihrer Freundin, drehte sie langsam um und lief mit ihr in ihre Wohnung.

„Es war eine doofe Idee ihm zu gestehen, dass ich mich in ihn verliebt habe“ sagte Sam gekränkt vor sich hin. „Nein, das war es nicht. Jetzt weißt du wenigstens woran du bist. Was hat er denn gesagt?“ fragte Chris. „Er hat gesagt, dass er unsere Freundschaft nicht zerstören will. Er hat mich ja nicht mal ausreden lassen. Ich kam nur soweit, dass ich gesagt habe: Kian ich hab mich in dich – und schon hat er mich gestoppt.“ Christina nahm ihre Freundin in den Arm und tröstete sie. „Jetzt ist er an der Reihe. Er weiß was du empfindest und dass ihr eure Freundschaft zerstört ist reiner Schwachsinn. Ich denke, dass er sich damit nur schützen will und nicht zugeben will, dass er dasselbe für dich empfindet.“ „Ich bin es leid immer zu warten Chris. Ich habe jetzt den ersten Schritt gemacht – jetzt ist er dran. Ich werde auf jeden Fall jetzt Steve anrufen und das Angebot aus New York annehmen.“ Christina lächelte leicht „Das ist die richtige Einstellung und wenn du wieder hier bist sieht alles womöglich ganz anders aus. Vielleicht kapiert er jetzt endlich, dass er mit der Freundschaftstour nicht weit kommt.“ Sam nickte. Sie rief anschließend Steve an und packte ihre Sachen.

„Kian, was soll das? Was ist los mit dir?“ Mark hatte Kian bereits eingeholt und ihn unters Dach eines Kaufhauses gezerrt. „Sam gesteht dir dass sie dich liebt und du? Du hast nichts besseres zu tun als ihr was von Freundschaft vorzulabern“ „Du verstehst das nicht“ sagte Kian in Gedanken. „Und ob ich das verstehe. Hast du vergessen, dass ich mit Sam auch zusammen war und wir hatten damals auch Angst, dass diese Beziehung unsere Freundschaft zerstört. Aber wir haben es sehr gut hin bekommen.“ „Aber was ist wenn es nicht klappt“ „Kian so pessimistisch kenne ich dich gar nicht. Das war dir doch bisher auch egal oder nicht? Es kann sein, dass es länger hält aber es kann auch sein, dass es nicht so lange hält aber einen Versuch ist es wert. Ich kann dir hier und jetzt versprechen, dass du dieser Situation in ein paar Wochen nachtrauern wirst, weil sie weg ist und du so ein Arsch warst und deine Chance nicht genutzt hast. Sam hat ihre Chance genutzt und den ersten Schritt gemacht. Jetzt bist du an der Reihe mein Lieber. Außerdem, denkst du nicht, dass sie sich auch Gedanken über euch gemacht hat und vielleicht auch Angst hat eure Freundschaft zu zerstören?“ Kian stand nur ruhig da und überlegte. Er ließ sich Mark´s Aussagen nochmal durch den Kopf gehen.

Währenddessen hatte Sam ihren Koffer gepackt und war mit Chris auf dem Weg zum Flughafen. Kian wurde klar, dass er vor seinen Gefühlen nicht weg laufen durfte und das er sich nur selbst weh tun würde, wenn er nicht zugeben würde wie sehr er Samantha liebte. Also wollte er es ihr sagen – sofort. Mark und Kian fuhren mit dem Auto zum Flughafen und suchten den gesamten Eingangsbereich ab doch weder Sam noch Chris waren irgendwo zu finden. Sie liefen alle Check-In Bereiche ab aber keine Spur von den beiden. Schließlich erblickte Chris, die gerade in einer Bäckerei stand und sich was zu Essen besorgte, die beiden Jungs die durch den Check-In Bereich irrten. Chris wandte sich zu Sam „Ich bin gleich wieder da – warte hier“ sagte sie zu ihr und lief den Jungs entgegen. Kian nahm Chris in die Arme „Ist sie etwa schon weg?“ fragte er hektisch. „Nein sie sitzt da hinten auf der Bank.“ Sagte Chris und zeigte auf ihre Freundin. Kian erblickte sie und lief auf sie zu. Mark wandte sich an Christina „Ganz schön viel los heute oder?“ „Ja, aber ich denke, dass das Chaos bald ein Ende hat“ lächelte sie. „Geht’s euch beiden denn gut?“ „Uns geht’s spitze“ grinste Chris, legte die Hände auf ihren Bauch und gab ihrem Freund einen leidenschaftlichen Kuss.

Kian setzte sich vorsichtig neben Sam, die in Gedanken war und davon nichts mitbekam. Doch als sie Kian´s Stimme hörte, die leise „es tut mir leid“ flüsterte, schreckte sie auf und sah ihn an „Was machst du denn hier?“ fragte sie perplex. „Ich bin dir nach gefahren. Sam mir ist einiges klar geworden und ich hab mich benommen wie der letzte Arsch“ Sam stand vor ihm und konnte nur nicken. „Kian, ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll. Das eine mal küssen wir uns fast, kurze Zeit später flüchtest du aus meiner Wohnung. Dann will ich dir gestehen, dass ich mich in dich verliebt habe und du lässt mich abblitzen weil wir nur gute Freunde sein sollen und jetzt das. Du fährst mir nach und entschuldigst dich dafür. Was soll ich da noch denken“ „Glaub mir Sam ich bin genauso verwirrt wie du! Ich habe einfach gehandelt und nicht nachgedacht. Das einzige mal als ich wirklich nachgedacht habe war heute und mir wurde klar, dass ich meine Gefühle zu dir nur immer unterdrückt habe. Es tut mir leid“ Sam sah ihn an. „Ich bin beeindruckt“ Kian stand von der Bank auf und schlang seine starken Hände um ihre Hüfte „und ich bin verliebt.“ Endlich kam es zu dem lang ersehnten leidenschaftlichen und intensiven Kuss auf den beide schon so lange gewartet hatten. Plötzlich löste sich Sam „Aber ich fliege gleich nach New York“ „Und ich werde dich begleiten“ überraschte Kian sie. Sam sah ihn fragend an „Ich werde morgen mit der ersten Maschine nach kommen und dann haben wir auch ein bisschen Zeit für uns“ Sie grinste bis über beide Ohren und küsste Kian nochmal leidenschaftlich. Chris und Mark beobachteten alles und freuten sich für die beiden.

Während es sich Kian und Sam in New York gut gehen ließen, genossen Mark und Chris die gemeinsame Zeit in Sligo. Mark kam gerade in die Küche inder Christina einen leckeren Obstsalat zubereitete. Sie war gerade dabei die Äpfel in kleine Scheiben zu schneiden als Mark sie langsam von ihrem Rücken zu ihrem Babybauch streichelte. Ihren Kopf legte Chris auf die linke Seite und Mark legte sein Kinn auf ihre Schulter. „Woran denkst du“ fragte Chris „Ich habe mich gerade gefragt wie ich es so lange ohne dich ausgehalten habe.“ Verliebt drehte Chris ihren Kopf und gab ihm einen Kuss „Der Gedanke sollte dich nicht mehr beschäftigen. Jetzt bin ich da und so schnell wirst du mich nicht mehr los“ „Das will ich hoffen…“ flüsterte er ihr ins Ohr und küsste dann leidenschaftich ihren Hals „du bist nämlich das beste, das mir passieren konnte“ Er strich sanft ihr Shirt über die Schulter und liebkoste sie weiter. Chris genoss es einfach nur sich Mark so hingeben zu können und schloss die Augen. Mark küsste seine Freundin wiederholt an ihrem Hals und führte seine Lippen über ihren Rücken zu ihrer linken Schulter. Chris hielt die Augen geschlossen, drehte ihren Kopf auf die rechte Schulter und genoss die Zärtlichkeit ihres Freundes. Als sie kurze Zeit später die Augen öffnete traute sie ihren Augen nicht und erschrak. Mark wich einen Schritt zurück, kam jedoch gleich wieder auf Chris zu. „Chris was ist los“ Christina sah gebannt aus dem Fenster, hielt ihren Bauch und atmete schnell ein und aus. Mark machte sich große Sorgen und versuchte Chris zum Reden zu bringen, doch sie sah nur geschockt aus dem Fenster. Als er ihrem Blick folgte konnte er außer der Einfahrt und der grünen Wiese nichts erkennen, das sie so erschrecken konnte. Schnell füllte er ein Glas mit Wasser und brachte Christina ins Wohnzimmer. „Chris, sag mir doch was los ist….bitte“ Christina sah ihren Freund mit wässrigem Blick an „Er ist wieder da“ Mark war verwirrt „Wer, Honey, wer?“ Stürmisch umarmte sie Mark und drückte ihn an sich „Ich bin bei dir. Sag mir wer wieder da ist“ Mit zittriger Stimme flüsterte sie ihrem Freund zu „Mein Vater!“
Mark konnte kaum glauben was er da hörte. Chris musste sich getäuscht haben ansonsten würden die letzten zwei Monate vor der Geburt des Baby´s nicht die ruhigsten werden. „Wieso sollte er hier sein“ fragte Mark vorsichtig. „Ich weiß es nicht. Aber in allen Dingen, die mein Vater getan hat, habe ich nie einen Sinn gesehen. Mark, was ist wenn er dem Baby was antut?“ Chris schreckte zurück und umklammerte ihren Bauch. Mark hob ihr Kinn und sah sie ernst an „Dir und dem Baby wird nichts passieren, dass schwöre ich dir! Ich pass auf euch beide auf.“ Tapfer lächelte Chris ihren Freund an und umarmte ihn.
Mit viel Überredungskunst konnte Mark seine Freundin überreden noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Sie entschieden sich dazu Mark´s Eltern einen Besuch abzustatten. Da Chris aber noch ziemlich aufgewühlt war, hielt es Marie für das Beste, wenn sie wieder nach Hause gehen und Christina sich ausruhen konnte. Mark öffnete das Eingangstor seines Hauses und fand vor sich auf den Pflastersteinen einen weißen Umschlag. Chris sah ihn irritiert an als Mark den Umschlag aufhob. Die beiden liefen gemeinsam ins Haus und als erstes ins Esszimmer um dort den Umschlag zu öffnen. Auf dem kleinen Kuvert stand in Blockbuchstaben „Für meine Tochter Christina“ und ein kalter Schauer lief Chris über den Rücken. Sie hatte sich nicht geirrt. Sie hatte ihren Vater gesehen. Es war leider kein böser Tagtraum sondern die Realität. „Willst du ihn öffnen“ fragend streckte Mark den Brief Christina entgegen, die ihn mit zittrigen Händen annahm. Langsam öffnete sie den Umschlag, faltete den Brief auf und begann zu laut vorzulesen:

„Meine liebe Tochter,

ich kann nur erhoffen, dass du diesen Brief nicht gleich zerrissen hast und ich kann nicht mal ansatzweise erahnen welche Gedanken dir durch den Kopf gehen wenn du an mich denkst. Ich weiß, dass ich dir sehr weh getan habe und ich weiß, dass ich kein guter Vater war. Aber ich weiß auch, dass ich das ändern will wenn du mir die Chance dazu gibst. Ich habe viele Fehler gemacht und dich nie so geliebt, wie es ein Vater tun sollte. Andem Tag, andem du dich entschieden hast zu gehen wurde mir das erste mal bewusst, was ich getan hatte. Aber ich konnte diese Wut und den Ärger nicht hinter mir lassen sondern habe dich gesucht und auch gefunden. Es tut mir leid, dass ich dir sooft so weh getan habe. Ich hätte dir einiges ersparen können aber das kann ich leider nicht mehr rückgängig machen. Ich würde alles dafür geben, dir ein guter Vater sein zu können aber ich weiß nicht mal wie das geht. Nachdem du weg warst wurde mir klar, dass ich dich nicht zwingen konnte wieder zurück zu kommen, da du in Irland neue Freunde gefunden hast und wie ich gesehen habe, hast du dir auch ein neues Leben aufgebaut.
Als ich gesehen habe, dass du schwanger bist wurde mir seit Ewigkeiten ganz warm ums Herz. Dieses Gefühl hatte ich das letzte mal bei deiner Geburt. Bevor sich mein Leben total veränderte. Mit dem Tag andem ich deine Mutter verloren hatte und dich allein groß ziehen musste. Nun werde ich Opa und deine Mutter wäre Oma geworden. Wie schön wäre es doch wenn sie noch bei uns wäre, doch der liebe Gott hatte was anderes mit uns vor. Er hat mich einer harten Prüfung unterzogen. Die Erziehung eines kleinen unschuldigen Kindes sollte ich übernehmen, doch diese Prüfung habe ich nicht mal ansatzweise geschafft. Somit musste ich wohl nochmal ganz von vorn anfangen. Ich habe mit Shelly schluss gemacht nachdem ich erfahren hatte, dass ihr Kind, dass sie erwartete, nicht von mir ist. Das ist aber jetzt auch schon einige Monate her. In den letzten Monaten habe ich versucht mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es ist mir aber nur teilweise gelungen. Dieser Brief ist der nächste Schritt in mein neues glückliches Leben. Ich weiß, dass ich ein Problem hatte und immer noch habe aber ich bin bereit dagegen anzukämpfen. Ich bin Alkoholiker und werde einen Entzug machen. Es wird nicht einfach, dass weiß ich aber ich bin bereit diesen Weg zu gehen. Ich habe auch jemanden gefunden, der diesen Weg mit mir teilt und versucht mir zu helfen. Du kennst sie, es ist unsere Nachbarin Rachel.
Ich habe gesehen, dass du glücklich bist mit deinem Freund und eurem Baby und das ist das wichtigste. Ich werde euch nicht weiter stören. Vielleicht habe ich nochmal den Mut mich bei dir zu melden wenn ich den Entzug geschafft habe und vielleicht gibst du mir dann die Chance dich und meinen Enkel zu sehen. Das alles liegt aber noch in weiter Ferne und ich will dich auch zu nichts zwingen.

Ich wünsch dir für dein Familienleben mit deinem Freund und dem gemeinsamen Baby alles Gute, und vor allem ganz viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. Auf ein gesundes und glückliches Baby und vor allem auf meine gesunde und glückliche Tochter.

Ich hab dich sehr lieb
Dein Vater Oliver“

Christina, die während dem Brief öfters absetzen musste, da sie die Tränen nicht zurückhalten konnte, legte den Brief auf den Tisch und sah Mark an, der die ganze Zeit neben ihr gesessen hatte und sie festhielt. Er war nie von ihrer Seite gewichen und war immer für sie da gewesen. Er war der Mann mit dem sie zusammen sein wollte und bei dem sie sich sicher war, dass er ihr nie weh tun würde. Sie wusste, dass ihr neues Leben an dem Tag begann als sie sich entschloss nach Irland zu kommen. Und sie war glücklich darüber wie alles gelaufen war. „Danke Mark“ Mark war total verdutzt. „Wofür“ „Dafür, dass du immer da warst und immer noch da bist. Das will ich nie wieder missen“ „Das wirst du auch nicht müssen“ Christina nahm den Brief und verstaute ihn wieder im Kuvert. „Damit kann ich abschließen …… entgültig“ sagte sie. Sie hätte nicht daran gedacht, dass ihr Vater diese Worte jemals benutzten würde. Sie hätte sich nie im Leben vorstellen können, dass ihr Vater sich bei ihr entschuligen würde und wenn es nur schriftlich war.
Am Abend sah sie aus dem Fenster zu dem fast sternenlosen Himmel. In der Hand hielt sie ein altes Bild ihrer Mutter. „Danke Mam“ sagte sie bevor sie sich zu Mark legte und ruhig einschlief.

„Ich werde das nie kapieren“ „Doch Süße, du musst nur oft genug üben“ rief Kian seiner Freundin zu. Sam war in Sligo um ihren Freund zu besuchen und um bei der Geburt von Christina´s Baby dabei zu sein. Das Pärchen war gerade am Surfen jedoch klappte das nicht so ganz beim Samantha. Kian war ein gelernter Surfer und wollte es Sam beibringen doch länger als ein paar Sekunden blieb sie nie auf dem Brett. „Lass uns für heute Schluss machen“ nörgelte sie und lief Richtung Strand. Kian folgte ihr und wollte sie aufmuntern. „Ich war früher auch kein Profi“ kicherte er. Sam schmunzelte und schubste Kian zurück ins Wasser. Das ließ sich Kian nicht gefallen und schon begann ein Kampf im Wasser zwischen den beiden Verliebten.

Ende November:
Mark war die letzten Wochen immer sehr geheimnisvoll gewesen doch Christina konnte sich nicht erklären warum. Als sie Marie von dem seltsamen Verhalten ihres Sohnes erzählte konnte Marie Christina davon überzeugen, dass Mark wahrscheinlich nur nervös war. Schließlich war es das erste mal, dass er so intensiv mit der Geburt eines Kindes zu tun hatte. Mark lief freudestrahlend im Haus umher und verschwand immer wieder im Gästezimmer. Georgina und Nicky hatten sich für den heutigen Tag angekündigt und sollten in diesem Zimmer übernachten und gerade deshalb konnte sich Christina nicht zusammen reimen warum Mark so strahlte. „Honey, hast du kurz Zeit. Ich habe eine Überraschung“ Chris saß auf der Terrasse und las ein Buch. Sie stand langsam von dem Liegestuhl auf und folgte Mark ins Haus. Kaum hatte sie die letzte Stufe bis in den oberen Stock des Hauses hinter sich, verband Mark ihr plötzlich die Augen „Hey was soll das?“ Er legte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen „PSST. Lass dich überraschen“
Er öffnete eine Tür und Chris spürte den Teppichboden unter ihren Füßen. Kurz darauf spürte sie, wie Mark den Knoten des Tuches öffnete „Augen auf“ flüsterte er ihr ins Ohr und nahm gleichzeitig das Tuch von ihren Augen. Vor ihr lag nicht das eigentliche Gästezimmer sondern ein schön und gemütlich eingerichtetes Kinderzimmer. Eigentlich hatten sich die beiden darauf geeinigt, dass sie das Gästezimmer erst von Zeit zu Zeit umbauen aber dies hatte nun Mark in die Hand genommen. „Du bist verrückt“ sagte sie und schlug staunend und kopfschüttelnd ihre Hand vor den Mund. Sie konnte nicht glauben, dass Mark das alles gemacht hatte. Sie nahm seine Hand „Das hast du also verheimlicht“ „Ja, aber ich war es nicht alleine. Meine Brüder und mein Vater haben mir geholfen.“ Sie lief im Zimmer hin und her und entdeckte immer wieder neue Sachen, die ihre Augen zum Strahlen brachten. „Der absolute Hammer“ sagte sie immer und immer wieder. Sie drehte sich zu Mark um und umarmte ihn. Als sie zurück wich, hatte sie Tränen in den Augen und sah Mark an „Ich liebe dich“ Er lächelte, drückte sie näher an sich und küsste sie zärtlich und sanft. „Und ich liebe dich“ auch Christina grinste und konnte ihr Glück kaum fassen. Sie zog ihren Freund wieder an sich und gab ihm einen zärtlichen Kuss. Plötzlich brach Chris den Kuss ab und krümmte sich. „Was ist los?“ Christina fing an tief ein und aus zu atmen. Mark setze seine Freundin auf den Schaukelstuhl im Kinderzimmer. Kurz darauf rief Mark seine Mutter an die keine fünf Minuten später im Zimmer stand und zuerst nicht schlecht staunte was ihre Kinder und ihr Mann aus dem Gästezimmer gemacht hatten. Aber schon wurde sie von Mark zu Chris gerufen, die immer noch im Schaukelstuhl saß und tief atmete. „In welchen Abständen kommen die Wehen“ Mark sah seine Mutter entgeistert an „Keine Ahnung Mam!“ „Beruhig dich mein Junge. Geh bitte in die Küche und hol ein Glas Wasser und einen feuchten Waschlappen“ Kurze Zeit später kam er auch schon. Marie legte Chris den feuchten Lappen auf die Stirn und gab der baldigen Mutter was zu trinken. „Die Wehen kommen in 5-Minuten Abständen. Wir sollten uns auf den Weg ins Krankenhaus machen.“ Das ließ sich Mark nicht zweimal sagen, half seiner Mutter Christina ins Auto zu setzen und machte sich auf den Weg ins General Hospital. Auf dem Weg dorthin rief Marie noch ihren Mann an um die Nachricht zu verkünden und schon machte diese die Runde.

Kian und Sam waren gerade in ihre trockenen Klamotten gesprungen als Kian´s Bruder nach ihm rief. Doch Kian hatte nicht vor sich zu zeigen. Er presste Sam an die Wand und küsste sie stürmisch „Kian, dein Bruder ruft nach dir“ „Na und ich interessiere mich aber nur für dich“ kam es plump von ihm. Sam grinste und zog ihren Freund wieder zu sich. „KIAN. Chris ist auf dem Weg ins Krankenhaus! Wo bist du“ kaum hatte Sam das gehörte wich sie zurück. „Chris ist im Krankenhaus“ die beiden lächelten und gaben sich geschlagen. Schnell machten sie sich auf den Weg.
Georgina und Nicky hatten gerade Sligo erreicht als sie von Oliver benachrichtigt wurden. Sie beschlossen zu Gillian und Shane zu fahren um dort weiter abzuwarten. Shane und Gillian wollten gerade ausreiten als auch sie die Nachricht erreichte.

Währenddessen waren Mark, seine Mutter Marie und Christina endlich im Krankenhaus angekommen. Kaum hatten sie das Krankenhaus betreten blieb Chris plötzlich stehen, hielt sich den Bauch und verzog das Gesicht vor Schmerzen. Keine zwei Sekunden später war die Fruchtblase geplatzt und nun musste es schnell gehen. Eine Krankenschwester die gerade vorbeikam organisierte einen Rollstuhl und informierte den zuständigen Arzt. So schnell wie möglich wurde Chris in einen freien Kreissaal gebracht um dort die Wehen und den Herzschlag des Kindes und der Mutter zu kontrollieren. Mark war immer an der Seite seiner Freundin und ließ sie nicht aus den Augen.

Mittlerweile kamen Sam und Kian im Wartezimmer vor dem Kreissaal an. Oliver war ein paar Minuten zuvor eingetroffen. Marie lief nervös im Warteraum hin und her. „Marie, nun setz dich doch bitte hin, du machst uns alle ganz nervös. Außerdem weißt du doch, dass es beim ersten Kind immer länger dauert oder“ sagte Oliver zu seiner Frau. Sie sah ihn kurz an und setzte sich anschließen, doch dort hielt sie keine fünf Minuten still. Sie musste sich bewegen. „Will jemand einen Kaffee“ fragte sie in die Runde und jeder nickte. „Ich helfe dir“ sagte Sam und ging mit Marie in die Kantine.

Oliver sollte Recht behalten, denn so schnell kam das Kind dann nun doch nicht. Es ließ sich ganz schön Zeit. Sam und Kian hatten sich nach ein paar Stunden verabschiedet. Marie versprach, sich bei ihnen zu melden. Mark´s Eltern jedoch waren aus dem Wartezimmer nicht weg zu bekommen. Auch Mark war kurze Zeit von Chris` Seite gewichen um sich ein wenig zu entspannen, doch lange hielt er es nicht aus. Er hatte zu viel Angst davor die Geburt zu verpassen.
10 Stunden nachdem sie das Krankenhaus betreten hatten, am 01.12. um 2:34 Uhr war es endlich soweit. Chris presste und schrie. Sie hielt die Hand ihres Freundes fest in ihrer und konnte es wenig später nicht fassen als der kleine Mann endlich auf der Welt war. Überglücklich sahen sich Mark und Christina an und küssten sich stürmisch. „Wollen Sie die Nabelschnur durchschneiden?“ fragend richtete der Arzt seinen Blick an Mark. Der machte große Augen und grinste glücklich. Somit schnitt Mark die Nabelschnur des Baby´s durch. Es war ein eigenartiges Gefühl aber dennoch sehr schön. Die Hebamme wickelte den Kleinen in ein Handtuch und legte ihn der total erschöpften Mutter auf die Brust. Mark stand immer noch überwältigt neben dem Bett und zählte nach ob das Kind alle Zehen und Finger hatte.
„Die frischgebackene Mutter braucht jetzt ein bisschen Ruhe“ sagte der Arzt. Mark gab Chris einen Kuss auf die Stirn, streichelte dem Kleinen vorsichtig über den Kopf und verließ den Kreissaal.
Seine Eltern saßen immer noch im Wartesaal und sprangen sofort auf als sie Mark sahen. Erwartungsvoll sahen sie ihn an „Der junge Mann ist gesund. Mutter und Kind sind wohl auf“ lächelte Mark und umarmte seine Eltern.
Die Nachricht wurde gleich Nicky, Sam und den anderen weiter gegeben.

Nachdem Mark seinen Eltern das neue Familienmitglied vorstellte, wollten sie natürlich wissen welchen Namen Chris und er ausgesucht hatten. „Chris hat mal zu mir gesagt, dass er Joshua heißen soll“ „Ein schöner Name für ein schönes Kind“ sagte Marie.
Kurze Zeit später machten sich alle drei auf den Heimweg. Mark musste ein wenig Schlaf nachholen, war jedoch schnell wieder bei Chris im Krankenhaus. Christina war in ein normales Zimmer verlegt worden und hatte gerade ihren Sohn auf dem Arm als Mark vorsichtig klopfte und still eintrat. „Hey“ lächelte Chris ihm zu. „Sieh mal Josh wer da kommt.“ Mark kam lächelnd auf sie zu. „Darf ich dir deinen Daddy vorstellen“ sagte Chris und Mark sah sie freudestrahlend an. „Ich wollte damit zwar warten bis ihr zwei zu Hause seit aber ich kann nicht warten. Es gibt keinen perfekteren Augenblick. Chris, ich liebe dich über alles und will für dich und Joshua immer da sein. Willst du mich heiraten?“ Überwältigt von dem Antrag und den Ereignissen die sich gerade überschlugen sagte Chris mit zittriger Stimme „JA!“ und küsste ihren zukünftigen Mann. Nun waren sie also eine kleine Familie.

In den Tagen darauf kam viel Besuch. Jeder wollte Josh zu Gesicht bekommen. Vor allem Nicky war sehr stolz. Georgina reagierte zuerst ein wenig ängstlich und abweisend doch dann hielt auch sie den kleinen Mann in ihren Armen. Als gerade alle beisammen standen verkündete Mark auch die freudige Neuigkeit der Hochzeit. Für alle kam dies sehr überraschend aber sie freuten sich natürlich.

1 Jahr später
Chris und Mark hatten im kleinen Kreis geheiratet. Sam und Kian waren immer noch glücklich miteinander und wollten demnächst zusammen ziehen. Nicky besuchte seinen Sohn so oft er konnte. Marie und Oliver gingen in der Rolle der Großeltern richtig auf.
Mark und Chris hatten zum Geburtstag des kleinen Josh alle eingeladen und ein leckeres Essen vorbereitet. Josh war gerade dabei die Geschenk aufzureißen und Mark versuchte jeden einzelnen Moment mit der Kamera fest zu halten während er immer wieder um seine Frau herum lief und ihr einen Kuss gab.
Kian und Sam sahen sich alles an und grinsten. „So ein kleiner Wonneproppen wäre doch auch süß oder?“ Sam sah ihren Freund an, drehte sich zu ihm um und flüsterte „Da musst du dich aber noch ein paar Monate gedulden“ verdutzt sah Kian seine Freundin an „Wirklich“ fragte er ungläubig. Sam nickte nur und schon wurde sie von Kian umarmt. Natürlich zogen sie so einige Blicke auf sich und jeder wollte wissen ob es was zu feiern gäbe. „Ich werde Vater“ verkündete Kian fröhlich. Christina lief sofort zu Sam, umarmte und beglückwünschte sie.

Chris, Mark und der kleine Josh waren eine kleine Familie geworden. Kian hatte in Sam seine Traumfrau gefunden, die nun auch sein Baby in sich trug. Shane und Gillian waren immer das perfekte Traumpaar für alle gewesen. Aber auch Nicky und Georgina hatten ihre kleine Krise überwunden und waren glücklich.