Vom Klingeln meines Weckers wurde ich wach und sprang gut gelaunt auf Nicky
drauf, der neben mir im Bett lag und sich gerade noch einmal umdrehen wollte.
"Hey Nicky, aufstehen!" schrie ich ihm ins Ohr und hüpfte sitzend auf ihm
rum. Wie jeden Morgen, wenn wir zusammen waren, war er genervt von mir und versuchte
mich grummelnd von ihm runter zu schieben. Ich hatte schließlich Mitleid,
stand auf und verschwand erstmal im Bad. Ich hatte im Gegensatz zu den anderen
Jungs kein Problem mit dem frühen Aufstehen, aber ich ging ihnen mit meiner
guten Laune am Morgen immer tierisch auf die Nerven.
Frisch geduscht und fertig gestylt kam ich dann aus dem Bad und auch Nicky hatte
sich mittlerweile widerwillig aus dem Bett gequält.
Ich schnappte mir meine Kamera und ging in das Zimmer von Shane und Kian, wo
sich Shane gerade aus dem Bett quälte und sich Kian noch unter seiner Decke
versteckte. Ich schaltete meine Kamera auf "Record" und zog Kian die Decke weg.
Er hätte mich wohl am liebsten auf der Stelle erwürgt, aber da er
noch so müde war kam nur ein "Maan Bryan.." aus ihm raus. Dann kam auch
schon Anto rein und forderte die Jungs auf endlich ihren Hintern aus dem Bett
zu bewegen. Schließlich war heute ein besonderer Tag, denn wir hatten
unser erstes Konzert in Deutschland. Wir waren alle tierisch aufgeregt, denn
bisher haben wir nur Konzerte in England und Irland gegeben. Wir waren schon
sehr gespannt, ob wir viele deutsche Fans haben und wie unsere Show bei diesen
ankommt. Wir haben immer davon geträumt so berühmt wie die Backstreet
Boys zu werden - sie sind unsere absoluten Vorbilder. Und ein Konzert in Deutschland
war der erste Schritt in diese Richtung und wir waren sehr nervös.
Ich verließ das Zimmer von Shane und Kian und auf dem Flur kam mir Mark
entgegen, der zwar müde drein schaute, aber gut gelaunt war und mich mit
einem "Jooo Bryaan" begrüßte. Wir gingen zusammen zum Frühstück
nach unten in den Esssaal und ich filmte jeden Winkel des Hotels, denn schließlich
wollte ich meiner Familie und Kerry alles aus Deutschland zeigen, wenn ich wieder
nach Hause komme.
Mark und ich schlugen uns den Bauch voll mit frischen Brötchen, Müsli
und O-Saft. Man, ein gutes Frühstück am Morgen ist echt ein Muss für
einen guten Start in den Tag. Kian, Shane und Nicky sahen das etwas anders.
Sie kamen im Halbschlaf in den Esssaal geschlurft und verdrückten mit viel
Mühe ein Brötchen. Doch mit der Zeit besserte sich ihre Laune und
wir fingen an über das anstehende Konzert zu sprechen. "Man, bin ich nervös,
meint ihr die deutschen Fans sind wie die in England und Irland?" sagte Mark
voller Aufregung. "Ich bin gespannt, ich glaube in Deutschland ist alles etwas
anders bei Konzerten" entgegnete Kian. "Die deutschen Fans gehen viel mehr ab"vor
allem ist es im Innenraum voller, weil es ja nur Stehplätze gibt"" sagte
ich und schob mir das letzte Stück Brötchen in den Mund. "Ich bin
mir sicher, dass es eine geile Show werden wird - ich hoffe nur, dass wir gut
bei den Fans ankommen werden" sagte Shane mit vollem Mund. "We´ll rock
you Germany" rief Nicky laut und drehte sich dabei zu den anderen Personen im
Saal um. Kian und Mark schien die Aktion etwas peinlich zu sein, doch Shane
und ich antworteten mit einem "Yeah" und die Leute schauten uns etwas verwundert
an. Uns kannte hier niemand, was auch mal ganz gut so war, denn endlich konnten
wir mal in Ruhe frühstücken. Doch nach 45 Minuten kam Anto rein und
sagte "Los Guys, wir müssen zum Soundcheck in die Halle fahren. Also packt
Eure Sachen zusammen die ihr braucht. Wir treffen uns in einer halben Stunde
am Van." Nicky und ich standen sofort auf und gingen hoch auf unser Zimmer.
Die anderen 3 folgten uns wenig später. "Hey Nicky, wie findest Du es hier
in Germany?" fragt ich ihn. "Ist cool hier"ich bin gespannt auf die Fans beim
Konzert."sagte er "Ich hoffe, wir machen ne gute Show und schaffen den Durchbruch
hier in Deutschland"ich würd echt gern öfter hier her kommen", sagte
ich begeistert. "Wir geben unser bestes Bry"" entgegnete Nicky und klopfte mir
auf die Schulter. Ich nahm meinen Rucksack und packte die Sachen ein, die ich
für den Soundcheck und folgenden Pressetermine brauchte. Dann setzte ich
mich aufs Bett und schrieb eine SMS an Kerry "Hey Sweetheart, wir haben gerade
gefrühstückt und machen uns gleich auf den Weg zum Soundcheck. Man
ich kann es kaum glauben, dass wir heute unser erstes Konzert hier in Deutschland
haben. Hier ist es wirklich schön und alle Leute sind nett. Ich bin langsam
wirklich nervös, aber wir werden alle unser bestes geben und dann klappt
es schon. Ich vermisse Dich total und freue mich schon auf unser Wiedersehen.
Ich liebe Dich über alles, Dein Bryan."
Dann schmiss ich mein Handy in den Rucksack, machte ihn zu, schnappte mir noch
eine Flasche Wasser und stellte mich an die Tür. "Hey Nicky, bist Du soweit?"
"Ja ich komme" rief er aus dem Bad. "Komm Du siehst gut genug aus, mach die
Mädels nicht so verrückt Nick, sonst bekommst Du ärger mit Georgina"
sagte ich lachend. Dann kam Nicky grinsend aus dem Bad, nahm seine Tasche und
wir gingen gemeinsam runter. Dort standen schon Mark, Shane und Kian am Van
und packten die Sachen ins Auto. Nachdem wir alles verstaut hatten, stiegen
wir ein und fuhren los zur Halle.
Ich schaute aus dem Fenster und filmte die Fahrt mit meiner Kamera. Die anderen
Jungs waren recht still, nur Nicky sang leise vor sich hin, Shane schrieb eine
SMS - vermutlich an Gillian und Kian und Mark schauten sich die Gegend an. Dann
rief Nicky plötzlich "Hey Jungs, hört ihr das??? Anto stell mal lauter!"
"Wooohooo!" schrie Shane und dann hört ich es auch. Im Radio lief "Uptown
Girl" und wir freuten uns tierisch. Das war das erste Mal das wir einen unserer
Songs im deutschen Radio hörten. "Oh man, jetzt wird ich wirklich nervös"
sagte Kian.
Dann bogen wir schon in die Einfahrt der Halle ein, an der 10 Mädchen mit
Fotoapparaten und Kameras standen. "Guckt mal, da stehen schon ein paar Fans"
rief Nicky. Wir stiegen alle aus, schnappten uns unsere Sachen und gingen Richtung
Eingang. Die Fans zückten ihre Stifte und knipsten Fotos von uns. Mit einem
"Hey Girls" begrüßte ich die Fans und schrieb natürlich jedem
ein Autogramm. Man kann es sich nicht leisten eingebildet oder überheblich
zu werden, wenn man noch am Anfang seiner Karriere steht. Darum versuchen wir
uns immer möglichst viel Zeit für unsere Fans zu nehmen - egal in
welchem Land wir sind. Doch leider lässt unser Termin Plan das nicht immer
zu und darum sind viele Fans oft enttäuscht. Aber das ist unser Job. "Hey,
wir freuen uns total auf das Konzert heute Abend" sagte ein Fan zu Shane. "Wir
freuen uns auch sehr" sagte er und lächelte für ein Foto in ihre Kamera.
Auch ich machte ein paar Fotos mit den Fans zusammen und ging dann in die Halle,
wo Anto schon ungeduldig wartete. "Los Jungs, trödelt nicht so rum, wir
haben auch noch Pressetermine die wir einhalten müssen"also ab in die Garderobe
zur Besprechung"
Ich ging in unsere Garderobe wo groß "Westlife" dran stand und schmiss
mich aufs Sofa. Wenige Sekunden später kam Nicky rein und ließ sich
auf mich fallen. "Das ist die Rache für heute morgen" rief er lachend und
ließ sich immer wieder auf mich plumpsen Wir käbbelten uns ein bisschen
und legten uns dann jeder in eine Ecke. Währenddessen kamen auch die anderen
Jungs rein uns wir setzten uns kurz zu einer Besprechung zusammen. Da wir mit
der Zeit ein wenig in Verzug gekommen waren, hatten wir nun erstmal Interviews
mit deutschen Zeitschriften und Radiosendern. Wir wurden kurz geschminkt und
gestylt für die Fotos und dann kamen auch schon die ersten Reporter in
unsere Garderobe und fragten uns Löcher in den Bauch. Aber die meisten
waren echt lustig drauf. Nach 2 Stunden hatten wirs dann endlich geschafft und
ich rannte mit Shane los in den Innenraum der Halle. "Wow" sagte ich"."Meinst
Du die Halle wird voll sein heute abend" fragte ich Shane "Ich hoffe, aber ich
denke schon, Anto hat so was gesagt" antwortete er. Wir sprangen ein bisschen
rum als wir Anto rufen hörten "Los Jungs auf die Bühne für die
erste Probe!" Wir gingen auf die Bühne und schnappten uns die Mikros. "Als
erstes proben wir "If I let you go". Stellt Euch auf die Positionen." Sagte
Anto und dann erklangen schon die ersten Töne. Alles klappte auf Anhieb
und wir benötigten für jeden Song nur einen Versuch. Alles perfekt.
Wir alberten ein bisschen auf der Bühne rum und gingen dann zurück
in die Garderobe. "Wir fahren nun zurück zum Hotel. Dort haben wir dann
2 Stunden Zeit", sagte Anto "also packt Eure Sachen, was ihr nicht braucht könnt
ihr hier lassen. Und dann ab zum Auto" Ich schnappte meinen Rucksack und ging
zusammen mit Mark wieder zum Van. Auf dem Weg schrieben wir noch ein paar Autogramme
und verabschiedeten uns mit "See you later" von den Fans.
Ich schmiss meinen Rucksack in den Kofferraum und setzte mich ins Auto. "Können
wir nicht mal bei McDonalds vorbeifahren, ich hab voll Hunger" sagte ich zu
Anto und Nicky und Shane sagten "Ja boah so ein Burger könnte jetzt echt
einiges". "Okay" sagt Anto "wir sind auf dem Weg hierher an einem vorbei gefahren".
Wir fuhren los uns waren wenige Minuten später bei McDonalds. "Was wollt
ihr essen" fragt Anto. Das war immer ein Problem bei uns. Wir standen auf dem
Parkplatz und es dauerte ewig, bis sich alle entschieden hatten. "Ich nehm einen
BigMäc mit Pommes und ner großen Cola" sagte Nicky. "Das nehm ich
auch" antwortete Kian. "Ich will nen McChicken, nen Big Mäc, ne große
Cola und ne große Pommes" sagt ich und alle lachten "typisch Bryan" sagte
Kian "ich hätte gern 2 Cheesburger mit ner Cola" "Das nehm ich auch" sagte
Mark und Anto notierter sich alles auf einem Zettel. Dann fuhren wir an den
Schalter und Anto gab die Bestellung auf. Ich sah mir die Speisekarte an und
wunderte mich, was es hier alles gab was es bei uns in Dublin nicht gibt. "Guck
mal", sagt ich zu Shane"den Burger gibt’s bei uns gar nicht"weißt Du was
das für einer ist?" "Du denkst auch nur ans Essen was?" sagte Shane lachend.
Anto reichte uns die Tüten an und ich wühlte nach meinen Sachen. "Gegessen
wird erst im Hotel, ihr saut sonst wieder hier rum" sagte Anto und fuhr los.
Es viel mir schwer zu warten, weil ich echt Hunger hatte, aber schon ein paar
Minuten später waren wir am Hotel und gingen mit McDonalds Tüten und
Taschen bepackt auf unsere Zimmer. Nicky, Mark und ich gingen zu Shane und Kian
aufs Zimmer und wir aßen gemeinsam"na ja essen konnte man das manchmal
bei uns schon nicht mehr nennen.
Als ich meine Tüte und meine Cola leer hatte, rülpste ich einmal laut
und ließ mich nach hinten in den Sessel fallen. "Du bist ein altes Schwein"
sagte Kian angeekelt. "Sorry" sagte ich als plötzlich mein Handy klingelte.
Ich sah gleich, dass es Kerry ist, hob ab und begrüßte sie mit einem
"Hey Baby.." Dann ging ich rüber in Nickys und mein Zimmer und legte mich
aufs Bett, damit ich in Ruhe mit meiner Süßen telefonieren konnte.
"Wie geht es dir mein Schatz" fragte ich sie" "Mir geht es gut, aber Du fehlst
mir" antwortete sie ein bisschen traurig. "Du fehlst mir auch" sagte ich zu
ihr "aber ich komme ja schon bald wieder." "Ich weiß und darauf freue
ich mich" sagte sie dann schon etwas fröhlicher "wie war Dein Tag bisher?"
Wir redeten über dies und das und nach ca 40 Minuten beendeten wir das
Gespräch. Mittlerweile war auch Nicky wieder im Zimmer und wir machten
ein bisschen Musik an. Es klopfte an der Tür und Anto kam rein "Um 16 Uhr
treffen wir uns wieder am Van, dann müssen wir zur Halle"seid bitte pünktlich
und klüngelt nicht wieder so rum" sagte er und machte die Tür wieder
zu "Dann haben wir noch 1 Stunde Zeit" sagte Nicky zu mir und ließ sich
aufs Bett fallen. Wir lagen beide nur so da und schauten an die Decke. "Weißt
Du was Nicky" sagte ich nachdenkend "was denn?" fragte er mich. "Ich werde Kerry
einen Heiratsantrag machen, wenn wir wieder Zuhause sind" antwortete ich. Nicky
setzte sich auf und sah mich erstaunt an "Ehrlich? Bist Du Dir sicher?" "Klar"
sagte ich "sie ist die Frau meines Lebens und ich möchte mit ihr alt werden."
Ich setzte mich hin und sah Nicky lächelnd an. Er kam rüber zu mir
und sagte "Man, ich freu mich für Euch." Und umarmte mich. "Danke Nicky"
sagte ich und umarmte ihn ebenfalls. Nicky klopfte wie wild an die Wand zu Shanes
und Kians Zimmer. Ein paar Sekunden später kamen die anderen Jungs rüber
in unser Zimmer und fragten Nicky, ob er noch ganz dicht wäre. "Bryan und
Kerry werden heiraten" sagte er freudestrahlend "Was?" sagte Kian erstaunt "Ehrlich?".
"Ja"ich werde sie fragen, ob sie meine Frau werden möchte" antwortete ich.
Alle hatten ein breites Grinsen im Gesicht und freuten sich total. "Hey cool"ich
hoffe ihr werdet glücklich zusammen" sagte Kian und umarmte mich. Shane
und Mark natürlich auch und wünschten mir viel Glück.
"Wenn wir kein Konzert hätten, müssten wir nun einen Trinken gehen"
sagte Shane lachend. "Machen wir heute Nacht" sagte ich. Dann saßen wir
noch ein bisschen zusammen und quatschten über dies und das.
"Oh oh, es ist kurz nach 4, wir müssen fahren". sagte Mark plötzlich.
Hektisch packten wir unsere Sachen zusammen, denn wir würden wieder einen
Anschiss von Anto kriegen, weil wir nie pünktlich sind. Schnell gingen
wir dann nach unten zum Auto wo Anto schon mit schüttelndem Kopf wartete.
"War mir klar, gut dass ich extra eine halbe Stunde mehr eingeplant habe"das
ihr auch immer zu spät sein müsst" sagte ich lachend. "Puh Glück
gehabt", dachte ich mir, sonst hätte es wieder einen Vortrag gegeben. Wir
stiegen alle ein und fuhren los.
Ich dachte während der Fahrt ein wenig darüber nach, wie ich Kerry
wohl die wichtigste Frage ihres Lebens stellen würde. Würde sie auch
wirklich ja sagen? Eigentlich war ich mir sicher, aber je mehr ich nachdachte,
desto mehr Zweifel kamen mir. Plötzlich bekam ich einen Stoß in die
Seite und erwachte aus meinen Gedanken.
"Wow, guckt mal wie viele Fans da sind!" sagte Kian erstaunt. Wir bogen in die
Einfahrt der Halle und hunderte von Fans standen bereits am Eingang an und warteten
auf den Einlass. "Oh man das wird ne geile Show" sagte Nicky und sprang aus
dem Van. Die Fans begannen zu schreien und wie wild Fotos zu machen. Ich winkte
ihnen zu und kramte dann meine Sachen aus dem Kofferraum. Auf dem Weg zur Tür
schrieben wir natürlich noch unzählige Autogramme und ließen
uns fotografieren. "Los Jungs, wir haben nicht viel Zeit!" rief Anto, der schon
die Tür aufhielt und auf uns wartete. Es ist nicht leicht die Fans draußen
stehen zu lassen, weil man keine Zeit hat. Aber was sein muss muss sein. Also
schrieb ich noch ein letztes Autogramm und ging dann rein. In der Garderobe
angekommen schnappte ich mir eine Flasche Wasser und setzte mich aufs Sofa.
Die Outfits für die Show lagen schon bereit, jedes mit einem Namen versehen.
Langsam wurde ich wirklich nervös. Was wäre, wenn die Fans die Show
gar nicht so toll finden wie die Fans in England oder Irland? Aber ich hatte
ein gutes Gefühl, dass wir es schaffen werden.
Auch die anderen Jungs kamen in die Garderobe - gefolgt von Anto. "So Jungs,
jetzt wird’s langsam ernst" sagte er mit einem leichten lächeln auf den
Lippen. "Ich weiß ihr werdet Euer bestes geben und es den Fans da draußen
so richtig zeigen!" "Yeah we´ll make it" rief Nicky, sprang auf uns wollte
mit seiner Flasche Wasser mit uns anstoßen. "Auf eine gute Show!" Wir
stießen gemeinsam an und alberten noch ein bisschen rum. "Ihr könnt
gleich langsam schon mal Euer erstes Outfit anziehen und Eure Stimmen warm machen"
sagte Anto und verließ dann den Raum. Ich fing an ein paar Gesangsübungen
zu machen und ich etwas aufzuwärmen. Shane und Kian zogen schon ihre Klamotten
an und Mark sang leise vor sich hin. Nicky stand vorm Spiegel und stylte sich
mal wieder. Dann zog auch ich mein Outfit an und wir alberten alle währenddessen
noch ein bisschen rum. Dann klopfte es an der Tür und unser Vocalcouch
kam rein um noch ein paar Gesangs- und Aufwärmübungen mit uns zu machen.
Nach ca 40 Minuten waren wir dann alle bereit für die große Show.
Unser Supportact stand bereits auf der Bühne und heitzte den Fans ordentlich
ein.
Kian und ich gingen schon raus hinter die Bühne um mal einen Blick auf
die Fans zu erhaschen. "Die gehen bestimmt total ab" sagte ich zu Kian, der
mir zustimmte "ich bin mir sicher, dass ihnen unsere Show gefällt. Vor
allem Uptown Girl kommt ja hier in Deutschland total gut an." Dann kamen auch
die anderen Jungs und warfen einen Blick durch den Vorhang. Wir stellten uns
noch einmal zu einem Kreis zusammen und konzentrierten uns. Shane sprach ein
Gebet und dann schlugen wir ein. Mittlerweile war der Act von der Bühne
und es waren nur noch wenige Minuten bis zum Start unserer Show. Wir gingen
auf unsere Positionen und das Intro ertönte schon schallend in der Halle.
Die Fans rasteten total aus, als sie die "Dreams come true - Story" auf den
Leinwänden sahen. Dann war es endlich soweit und wir starteten die Show
mit "Dreams come true" und die Fans jubelten uns zu. Jetzt war ich gar nicht
mehr nervös, weil die Fans uns so gut aufgenommen haben. Das Konzert war
ein voller Erfolg und alle waren zu frieden. Bei "Flying without wings" flogen
wir über den Fans und ich konnte ihre begeisterten Gesichter sehen. Damit
beendeten wir unsere Show und gingen erschöpft aber happy in unsere Garderobe
zurück. Ich ließ mich aufs Sofa fallen und musste erstmal einen halben
Liter Wasser trinken. "Das war ne geile Show" sagte Nicky und ließ sich
ebenfalls aufs Sofa plumpsen. "Ja die Fans waren echt mega" sagte Shane freudestrahlend.
Wir unterhielten uns ein bisschen über die Show und waren alle noch total
aufgekratzt. Dann kam Anto rein und gratulierte uns zu dieser tollen Show "Darauf
trinken wir heute Abend einen" sagte er "wir haben ja morgen frei". Natürlich
waren wir alle begeistert - hey wir sind Iren. "Packt jetzt Eure Sachen zusammen
wir fahren zum Hotel" Gesagt, getan. Eine halbe Stunde später saßen
wir dann im Van, nachdem wir uns mit Autogrammen und Fotos von den deutschen
Fans verabschiedet hatten. Ich zückte mein Handy und schrieb Kerry eine
SMS, dass die Show wirklich toll gelaufen ist und dass ich mich später
bei ihr melde, weil wir nun erstmal was essen und dann einen trinken gehen.
Als wir am Hotel ankamen, standen dort auch einige Fans die auf uns warteten.
Jetzt hatte ich wirklich das Gefühl, dass wir es auch in Deutschland schaffen
werden und war total happy.
Wir gingen auf unsere Zimmer und ich sprang erstmal unter die Dusche. Wir machten
uns alle fertig und ließen uns dann Pizza ins Hotel kommen. Nach dem wir
uns alle erholt und voll gefressen hatten, gingen wir runter in die Bar um den
Tag mit ein bisschen Bier und Vodka ausklingen zu lassen. Gegen 3 Uhr morgens
fielen wir alle tot in unsere Betten und ließen den Tag revue passieren.
Es war 10 Uhr als ich vom Klingeln des Weckers wach wurde. Nicky war zu meiner
Verwunderung schon im Bad. Er hatte wohl zu viel getrunken am Abend dass er
zu dieser Zeit schon fit ist. Normalerweise muss ich ihn immer aus dem Bett
schmeißen. Er kam frisch geduscht aus dem Bad und sagte "Guten Morgen
Bryan, man hast Du geschnarcht heute Nacht." Dabei rubbelte er seine Haare trocken.
"Oh, sorry, darum bist Du wohl schon auf hm?" sagte ich lachend und stand ebenfalls
auf um unter die Dusche zu gehen. Am Abend hatten wir verabredet, dass wir uns
um halb 12 am Van treffen, denn wir mussten zum Flughafen. Um 13.50 Uhr ging
unser Flug zurück nach Irland. Ich freute mich total auf meine Kerry und
meine Familie. Wir waren schon länger nicht mehr Zuhause, aber nun hatten
wir erstmal 3 Tage, die wir Zuhause verbringen konnten. Wir packten unsere Koffer
und Taschen und waren wie immer erst 5 Minuten später als vereinbart am
Auto. Shane, Kian und Mark saßen schon verschlafen im Van. Anto schien
wie immer total fit zu sein uns nervte uns mit seinen Witzen und Sprüchen.
Normalerweise war das mein Part, aber wenn ich am Abend getrunken hatte, brauchte
ich immer eine gewisse Aufwärmphase.
Wir fuhren los Richtung Flughafen. Shane und Kian hatten Walkman-Stöpsel
in den Ohren und schliefen. Nicky lag mit seinem Kopf auf Kians Schulter und
Mark schaute müde in der Weltgeschichte rum - genau wie ich. Ich sah aus
dem Fenster, aber nahm die Umwelt kaum wahr. Ich dachte wie so oft an Kerry.
Ich war so froh in wenigen Stunden wieder bei ihr daheim zu sein. Niemand sprach
ein Wort während der Fahrt - sogar Anto verschonte uns mit seiner guten
Laune. Nach ca. 30 Minuten Fahrt kamen wir am Flughafen an. Wie immer mussten
wir ein bisschen rumsuchen, bis wir den richtigen Eingang gefunden hatten. Anto
parkte auf dem Parkhausdeck und wir stiegen müde aus dem Van. "Hey man,
endlich geht’s nach Hause" sagte Nicky zu mir und zog seine Tasche unter den
anderen im Kofferraum raus. "Ja bin ich froh" antwortete ich und griff auch
nach meiner Tasche. Langsam besserte sich unsere Laune, nur Kian war noch etwas
grummelig. Nachdem wir alle unsere Sachen hatten, machten wir uns auf den Weg
in die Abflughalle. Den Van holte später jemand ab, also konnten wir ihn
einfach dort stehen lassen. Wir schlenderten durch die Halle und suchten nach
dem richtigen Schalter. Wir hatten noch viel Zeit und brauchten uns daher auch
nicht zu beeilen. Wir kamen an der Gepäckaufgabe von British Airways an,
wo wir uns als erste anstellten. Nun hiess es mal wieder warten. Mark setzte
sich auf das Laufband, auf das später die Koffer zum Wiegen und beschildern
gestellt werden. Kian setzte sich ein paar Meter von uns weg auf seine Tasche
und Shane und ich alberten ein bisschen rum. Nicky hörte Walkman und lief
ständig hin und her. Anto stand gegen die Wand gelehnt da und schaute Shane
und mir zu, wie wir ein bisschen rumtanzten. Man waren wir albern, wenn wir
am Tag zuvor getrunken hatten. Dann piepste plötzlich mein Handy und ich
bekam eine SMS von meinem Schatz. Sie fragt ob es mir gut geht und wann ich
Zuhause sein werde. Ich schrieb ihr, dass ich gegen 16 Uhr irischer Zeit Zuhause
sein werde und dass sie nicht zum Flughafen kommen muss.
Nach langem Warten ging die Gepäckaufnahme endlich los und nach wenigen
Minuten hatten wir es hinter uns. Dann machen wir uns auf in den Wartebereich.
Shane, Mark und ich schlenderten ein wenig durch den Duty-Free Shop und kauften
ein paar Zigaretten ein. Ich holte mir noch eine Zeitschrift für den Flug
und dann hockten wir alle im Wartebereich unseres Abflugterminals. Es dauerte
nicht lange und der Check-In ging los. Wir bekamen noch Plätze am Fenster
und betraten wenig später das Flugzeug. Ich stopfte meinen Rucksack in
das Fach über unseren Plätzen und ließ mich dann in meinen Sitz
plumpsen. Wie immer durfte ich nicht am Fenster sitzen, weil Shane und Kian
mal wieder schneller waren als ich. Aber das war mir auch egal, denn ich war
total aufgeregt vor lauter Vorfreude auf Kerry. Alle saßen nun und machten
es sich bequem. Es dauerte keine 5 Minuten und Shane und Kian schliefen schon
wieder - aber Hauptsache am Fenster sitzen"tze tze tze. Nicky hörte Walkman
und sang leise vor sich hin. Mark und Anto blätterten in Zeitschriften
rum und ich hatte wie immer vergessen irgendwas aus meinem Rucksack zu holen.
Wir waren bereits auf der Startbahn, also musste ich warten, bis wir uns abschnallen
durften. Der Flug verging recht schnell und wir landeten pünktlich um 14.50
irischer Zeit am Dublin Airport. Das Wetter war wie fast immer nicht das beste,
aber das waren wir ja gewohnt. Wir packten unsere Sachen zusammen und verließen
das Flugzeug durch den "Schlauch". Nun ging das Übel wieder los - aufs
Gepäck warten. Es war grundsätzlich so, dass meine Tasche zu letzt
kommt. Zuerst hieß es warten bis es überhaupt losging. Das dauerte
ca. 30 Minuten, in denen wir ein bisschen rumalberten. Was war das? War das
da wirklich meine Tasche die als erstes durch den Gummivorhang gefahren kam?
Ich konnte es kaum glauben, sie war es wirklich. Ich stellte mich an das Laufband
und grabschte meine Tasche, als sie an mir vorbeifuhr. Es dauerte ewig bis alle
ihre Sachen hatten, aber nach 45 Minuten hatten wir es dann geschafft. Wir machten
uns auf den Weg nach draußen und als die sich die Tür in die Ankuftshalle
öffnete, traute ich meinen Augen nicht. Da standen Georgina, Gillian und
Kerry mit unseren Eltern und empfingen uns voller Freunde. Ich ließ meine
Tasche fallen und rannte auf Kerry zu, um sie zu umarmen. Mark - der direkt
hinter mir gelaufen war - stolperte über meine Tasche, aber das war mir
in dem Moment total egal. Ich schloss Kerry in meine Arme und hielt sie eine
ganze Zeit fest. Dann küssten wir uns innig und ich flüsterte ihr
ins Ohr "Ich hab Dich so vermisst mein Schatz"! Danach begrüßte ich
auch alle anderen und Mark warf mir meine Tasche vor die Füße. Auch
die anderen begrüßten ihre Lieben und wir machten uns alle zusammen
auf den Weg zum Parkplatz. "Na wie wars in Deutschland?" fragte meine Mum neugierig.
"Hast Du uns was mitgebracht?" fragte mein Dad direkt "Klar, Zigaretten" antwortete
ich. Alle lachten, denn sie wussten, dass ich der einzige Raucher in unserer
Familie war.
Am Parkplatz angekommen verabschiedeten wir uns alle voneinander. "Wir sehen
uns morgen" sagte Nicky zu mir und stieg dann ins Auto von Georgina. "Machts
gut Jungs" sagte ich zu den anderen 3. "Wir sehen uns in 3 Tagen. Gute Fahrt"
Immerhin mussten Mark, Shane und Kian noch ca 2 ½ Stunden mit dem Auto
bis nach Sligo fahren. Ich stieg ins Auto meines Dads und nahm meine Süsse
auf der Rückbank in den Arm. Wir kuschelten während der Fahrt die
ganze Zeit. "Wir sind ja bald Zuhause, beherrscht Euch" sagte Mum und wir fingen
an zu lachen. Gott sei Dank war es nicht sehr weit vom Flughafen bis nach Hause
und wir hatten es schon bald geschafft. "Es gibt Dein Lieblingsessen, Bryan"
sagte meine Mum. Ich konnte es kaum erwarten mir den Bauch voll zu schlagen
und dann einen gemütlichen Abend mit Kerry auf der Couch zu verbringen.
Kurze Zeit später waren wir Zuhause und ich ließ meine Reisetasche
fallen, als ich die Schwelle in unser Haus übertrat. "I´m back home"
rief ich und rannte ins Wohnzimmer, wo ich mich auf die Couch schmiss. Wie immer
musste meine Mum meine Klamotten wegräumen die ich einfach in die Diele
geschmissen habe.
Kerry kam zu mir auf die Couch und wir knutschten ein bisschen rum. Meine Mum
ging in die Küche um das Essen vorzubereiten und mein Dad deckte den Tisch
im Esszimmer. Somit waren Kerry und ich für einige Zeit ungestört
und genossen die Zweisamkeit. Als ich so da saß und nachdachte, kamen
mir wieder die Gedanken über den Heiratsantrag. Eigentlich wollte ich heute
einen gemütlichen Abend mit Kerry verbringen, aber andererseits wollte
ich sie am liebsten sofort fragen, ob sie meine Frau werden möchte. Aber
wie sollte ich das anstellen? Da kam mir eine Idee. "Wir werden heute Abend
raus fahren" sagte ich zu Kerry "also geh nach dem Essen nach oben und zeih
Dir was Schickes an ja?" Kerry sah mich erstaunt an "Aber wieso"?" fing sie
an, doch ich legte ihr meinen Zeigefinger auf den Mund und sagte "Psscchhtt,
frag nicht. Lass Dich einfach von mir entführen". Dann küsste ich
sie.
"Essen ist fertig!" rief meine Mum aus der Küche und wir gingen ins Esszimmer.
Obwohl es mein Lieblingsessen gab konnte ich kaum was essen vor lauter Aufregung.
Meine Eltern und Kerry wunderten sich "Was ist los mit Dir Bryan? Keinen Hunger?"
fragte meine Mum. "Doch Mum, das Essen ist köstlich". Um mir nichts anmerken
zu lassen, versuchte ich so viel wie möglich zu essen. Doch soviel wie
sonst bekam ich einfach nicht runter. Ich war grad fertig mit dem Essen und
hielt es einfach nicht mehr aus. "Darf ich hoch gehen und duschen? Kerry und
ich haben heute Abend noch was vor." sagte ich. Verwundert sahen meine Eltern
mich an, da ich sonst immer als letztes vom Tisch aufstand. "Ja geh nur" sagte
meine Mum. Ich stellte meinen Teller weg und ging nach oben. Ich hörte
noch wie mein Dad sagte "Was ist denn mit ihm los?".
Dann ging ich ins Badezimmer und sprang unter die Dusche. Ich duschte länger
als sonst und nutze die Zeit noch mal zum Nachdenken. Das würde ein großer
Schritt in meinem Leben sein, aber ich war mir 100% sicher, dass Kerry die Richtige
für mich ist. Und ich der Richtige für sie.
Ein Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken "Hey Bryan, gleich
bist Du verschrumpelt, Du duscht schon seit über einer halben Stunde" sagte
Kerry. Ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich total die Zeit vergaß.
Ich ging aus der Dusche und rief "ich bin gleich fertig Schatz, macht Dich schon
mal schön." Ich trocknete mich ab und rasierte mich. Ich putze meine Zähne
ein paar Mal mehr als sonst und benutzte das gute Rasierwasser. Schließlich
sollte alles perfekt sein.
Nach einer weiteren halben Stunde war ich fertig und ging nur mit Handtuch bekleidet
in mein Zimmer. Dort stand Kerry in einem Abendkleid und mir stockte der Atem.
"Wow, wo hast Du das denn her?" fragte ich sie erstaunt. "Das habe ich mal für
einen besonderen Anlass gekauft und ich habe das Gefühl, dass heute der
richtige Zeitpunkt ist es zu tragen". Hatte sie etwa einen Verdacht was ich
vorhabe? "Du bist wunderschön" sagte ich zu ihr und küsste sie zärtlich.
"Ich muss noch ins Bad mich fertig machen" sagte sie und verschwand. Ich konnte
es nicht glauben, dass ich die schönste Frau der Welt an meiner Seite hatte.
Ich öffnete den Kleiderschrank und suchte meine beste Hose raus, die ich
hatte. Eine schwarze Nadelstreifen-Stoffhose von Dolce & Gabbana. Dazu trug
ich dann ein silber- farbenes Satin-Hemd und meine schwarzen Lederschuhe. Solche
Klamotten trug ich bisher nur sehr selten, aber für Kerry musste es das
Beste sein. Ich stylte meine Haare mit ein bisschen Gel und war dann fertig.
Hmm, wenn Kerry mich so sehen würde, würde sie vielleicht noch mehr
Verdacht schöpfen. "Wie kriege ich es hin, dass sie vorher nichts ahnt"
dachte ich mir.
Dann hatte ich eine Idee. Ich nahm einen Schal aus meinem Schrank und ging zur
Badezimmer Tür. "Bist Du fertig Schatz" rief ich durch die Tür. "Ja
ich komme" antwortete sie. "Mach die Augen zu bevor Du raus kommst" sagte ich
zu ihr. Dann ging die Tür auf und Kerry stand mit geschlossenen Augen vor
mir. Ich sah sie einen Moment lang an und verband ihr dann die Augen mit meinem
Schal. "Was wird das denn?" fragte sie. "Wirst Du schon sehen" antwortete ich
und nahm sie an die Hand, um sie nach unten zu führen.
"Bleib kurz hier stehen - und nicht blinzeln" sagte ich zu ihr und ließ
sie in der Diele stehen. Schnell lief ich durch die Wohnung und packte einige
Utensilien in einen Korb.
Dann ging ich zurück zu Kerry, nahm sie an die Hand und ging mit ihr nach
draußen. "Wir sind weg Mum" rief ich und schloss die Haustür hinter
mir, bevor meine Eltern noch was sagen konnten. "Was hast du bloß vor
Bryan" fragte Kerry erneut. "Lass Dich doch einfach überraschen" sagte
ich und setzte sie ins Auto. Dann packte ich den Korb ein und steig ebenfalls
ein. Ich machte laut Musik an, damit möglichst wenig geredet wurde auf
der Fahrt. Tatsächlich sprach keiner von uns ein Wort - was sehr ungewöhnlich
war, denn eigentlich hatten wir uns immer etwas zu sagen. Aber in dem Moment
war mir das nur Recht. Ich fuhr mit Kerry zur Dublin Bay. Es war mittlerweile
dunkel und ich parkte das Auto gleich am Strand. Dann stieg ich aus, nahm den
Korb und half Kerry auszusteigen. "Wo sind wir" sagte sie. "Das wirst Du gleich
sehen" antwortete ich und führte sie langsam Richtung Wasser. Ca 3-4 Meter
vorher blieben wir stehen. Ich breitete eine Decke aus, die ich mitgenommen
hatte und sagte zu Kerry "Setz Dich auf den Boden". Das tat sie auch und saß
dann einfach nur da und wartete was geschieht. Ich packte alle Sachen aus dem
Korb und traf noch ein paar Vorbereitungen. "So, nun ist es soweit" sagte ich
zu Kerry und nahm ihr die Augenbinde ab. Sie blickte sich um und kam aus dem
Staunen nicht mehr heraus. Im Kreis um uns herum leuchteten viele Kerzen und
in der Mitte der Decke stand ein großer Kerzenständer. Außerdem
standen 2 Gläser und 1 Flasche Sekt darauf. Die Decke war mit Rosenblättern
bestreut und zu dem war der Himmel sternenklar. Es hätte nicht perfekter
sein können.
"Ohhh man Bryan" staunte Kerry. Ich saß nur da und lächelte sie an.
Dann sagte ich zu ihr "Sag nichts. Lass mich etwas sagen". Ich kniete mich vor
sie hin und nahm ihre Hand. Sie sah mich mit großen Augen an. "Kerry,
ich liebe Dich über alles, Du bist der Stern an meinem Himmelszelt. Du
bist für mich da, wenn ich Dich brauche. Mit Dir kann ich lachen, weinen
und mein ganzes Leben teilen"." Kerrys Augen wurden immer größer.
Ich redete weiter und sagte Dinge zu ihr, die ich noch nie in meinem Leben zu
jemandem gesagt hatte. Dann zog ich eine Schatulle mit einem Diamantring aus
meiner Hosentasche. Diesen Ring hatte sie sich vor langer Zeit einmal gewünscht
und ich hatte ihn ihr gekauft und bis zu diesem Zeitpunkt aufgewahrt. ""und
darum möchte ich Dich hier und heute fragen"" ich öffnete die Schatulle
und der Ring erstrahlte im Mondschein""ob Du meine Frau werden möchtest?"
Ich hielt ihre Hand, in der anderen hielt ich den Ring und sah sie erwartungsvoll
an. Kerry kullerte eine Träne herunter. Sie war einige Sekunden still und
sagte dann "Du bist der Mann meines Lebens, Bryan. Mit der möchte ich mein
Leben verbringen und süße Kinder in die Welt setzen. Natürlich
möchte ich Dich heiraten". Wir umarmten und küssten wir uns innig
mehrere Minuten lang, während die Wellen des Meeres rauschten. Dann sagte
ich zu ihr "ich muss Dir noch den Ring anstecken". "Das ist ja der Ring"" "Ja
genau der" unterbrach ich sie. Ich nahm ihre Hand und steckte ihr den Ring an.
"Das ist einfach zu schön um wahr zu sein" sagte sie und wieder kullerte
ihr eine Träne über die Wange. "Ich liebe Dich so sehr Bryan" und
wieder küssten wir uns.
"Du Bryan" sagte Kerry plötzlich "ich muss Dir da auch was sagen". "Oh,
was ist denn Schatz" fragte ich besorgt. "Ich weiß nicht, wie ich es sagen
soll, aber".Du wirst bald Papa" antwortete sie. Mir blieb fast der Atem stehen.
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder vor Glück weinen sollte. "Das ist
ja toll meine Süße"seit wann weißt Du das denn"ach was"sag
nichts, das ist im Moment total egal" sagte ich total aufgeregt und umarmte
sie. Sie hielt mich ganz fest und schien total erleichtert zu sein, dass ich
mich darüber freute. Auch mir kullerte eine Träne über die Wange.
Kerry wischte sie mir weg "ich bin so glücklich. Bald sind wir eine Familie."
sagte sie und hielt dabei meine Hand. "Wenn unser Baby da ist, ist unser Glück
perfekt" sagte ich und nahm sie in den Arm.
Dann saßen wir Minuten lang einfach nur eng umschlungen da und sahen uns
die Sterne an. Ich streichelte sanft Kerrys Bauch und der Mond spiegelte sich
im Meer. Es war alles perfekt und wir waren in diesem Moment wohl die glücklichsten
Menschen auf der Welt.
Von den ersten Sonnenstrahlen wurde ich wach gekitzelt. Ich öffnete meine
Augen und dachte ich träume. Kerry und ich waren tatsächlich am Strand
gemeinsam eingeschlafen und nun war es morgen und wir lagen eng aneinander geschmiegt
auf der Decke. Das war ja soo romantisch. Zärtlich küsste ich Kerry
wach. "Wo sind wir?" fragte sie noch im Halbschlaf. "Wir sind am Strand eingeschlafen"
antwortete ich.
"Oh, hoffentlich haben sich Deine Eltern keine Sorgen gemacht" sagte sie besorgt.
"Ich schreibe ihnen eine SMS, dann wissen sie Bescheid." Ich zückte mein
Handy aus meiner Tasche und schrieb eine kurze SMS an meine Mum, dass es uns
gut geht. "Ich liebe Dich mein Schatz" sagte Kerry zu mir und schmiegte sich
an mich. Ich nahm sie in den Arm und streichelte ihr vorsichtig über ihren
Bauch. "Ich Dich auch - über alles" sagte ich. "Ich kann mir gar nicht
vorstellen, dass da in Deinem Bauch ein kleines Geschöpf heran wächst"in
welchem Monat bist Du eigentlich" fragte ich. Das hatten wir am Abend vor lauter
Aufregung gar nicht erwähnt. "Schon im 6." antwortete sie. "Waas? Man sieht
ja noch gar nichts" sagte ich erstaunt. "Da haben wir ja nur noch 3 Monate Zeit".
"Doch, man sieht schon was, schau mal genau hin" entgegnete sie. Ich schob ihr
Shirt hoch und man konnte tatsächlich schon ein kleines Bäuchlein
sehen. Das erklärte auch, warum Kerry nur wenig Sex mit mir haben wollte
in den letzten Tagen bevor wir nach Deutschland geflogen waren. "Der Arzt sagt,
der Bauch wird erst jetzt wachsen." sagte Kerry. Besorgt fragte ich sie "Aber
wieso hast Du mir denn nicht schon eher davon erzählt?" "Ich wollte warten,
bis Du den Tourstress hinter Dir hattest und den richtigen Moment abwarten.
Ich hoffe Du bist mir nicht böse." "Ach was" sagte ich und küsste
sie.
Wir schauten uns den Sonnenaufgang, der sich im Meer spiegelte an. Gott sei
Dank war es die Nacht über nicht sehr kalt, denn wir hatten uns gar nicht
zugedeckt. Aber wir haben uns gegenseitig warm gehalten.
"Wollen wir uns langsam auf den Heimweg machen" fragte Kerry. "Ja ich packe
noch schnell die Sachen zusammen" sagte ich und stand auf um alles einzupacken.
Kerry ging langsam vor zum Auto und wartete dort auf mich. Dann fuhren wir nach
Hause.
Zuhause angekommen ging Kerry erstmal unter die Dusche. Ich sollte meinen Eltern
erklären wo ich die Nacht über mit Kerry gewesen bin, aber ich vertröstete
sie auf später mit der Begründung, ich hätte allen was Wichtiges
mitzuteilen.
Die Zeit wo Kerry duschte - was gewöhnlich immer etwas länger dauerte
- nutze ich, um Nicky anzurufen. "Hey Nicky, ich bins Bryan!" sagte ich, als
er abhob. "Jo, Bryan. Hast Du mal auf die Uhr geguckt?" fragte er ein wenig
verschlafen. Das hatte ich vor lauter Aufregung nicht. "Es ist erst 7.30 Uhr
in der Früh" sagte er etwas grummelig. "Oh tut mir leid Nick, aber ich
muss Dir was wichtiges erzählen" entschuldigte ich mich. "Was gibt’s denn?"
sagte er neugierig. "Das werde ich Dir sagen"später...kannst Du herkommen?"
fragte ich. "Ja hab heut nix weiter vor, wann denn?" "So um 12 Uhr? Ich lade
Euch dann zum Essen ein." "Oh gibt’s was zu Feiern" fragte er und schien langsam
richtig wach zu werden. "Das wirst Du schon sehen" erwiderte ich "bis nachher
dann Nicky" sagte ich und legte den Hörer einfach auf. Dann rief ich die
anderen Jungs an, die ich ebenfalls aus dem Bett holte. Auch sie sagten mir
zu vorbei zu kommen, nachdem ich sie überzeugt hatte, dass der weite Weg
sich wirklich lohnt.
Kaum hatte ich den Hörer nach dem letzten Gespräch mit Mark aufgelegt,
kam Kerry nur mit Handtuch aus dem Bad. Ich lächelte sie an. "Mit wem hast
Du telefoniert" fragte sie. "Mit den Jungs, ich habe sie für heute Mittag
eingeladen" antwortete ich . "Wieso?" fragte sie erneut. "Na wir müssen
doch unsere erfreulichen Neuigkeiten bekannt geben, oder?" entgegnete ich. "Achso,
ja klar prima" sagte sie lachend und setzte sich zu mir aufs Bett. Wir küssten
uns innig. "Du bist so sexy" flüsterte ich und streichelte über ihr
Bäuchlein. Dann küsste ich zärtlich ihren Bauch und sagte "wird
es ein Junge oder ein Mädchen?" "Das weiß ich noch nicht"das werden
wir zusammen erfahren." antwortete sie und stand auf um sich anzuziehen. "Ich
geh auch eben unter die Dusche" sagte ich und verschwand im Bad.
Nachdem wir beide geduscht und angezogen waren, gingen wir nach unten zu meinen
Eltern. Mittlerweile war es 11 Uhr und wir setzen uns zu ihnen ins Wohnzimmer.
"Die Jungs kommen nachher auch vorbei" sagte ich zu ihnen. "Oh, na dann muss
es ja wirklich wichtig sein, wenn Shane, Kian und Mark extra aus Sligo kommen"
sagte meine Mum. "Ja das ist es, aber ihr werdet es ja schon bald erfahren,
sie sind um 12 Uhr hier. Danach gehen wir essen, einverstanden" sagte ich. "Ja,
wie ihr wollt." antwortete meine Mum.
Dann war es auch schon soweit und es klingelte an der Tür. Ich stand auf
und öffnete. Es waren die 4 Jungs, die wohl alle zusammen gekommen waren.
"Hey Guys" sagte ich und wir umarmten uns alle zur Begrüßung. "Alles
klar Bry?" fragte Shane. Wir gingen ins Wohnzimmer, wo die Jungs auch Kerry
und meine Eltern begrüßten. "Wo ist denn Deine Schwester?" fragte
Mark. "Die ist mit der Klasse weg" antwortete ich. "Setzt Euch hin" sagte ich.
Ich blieb stehen und wartete bis sich alle hingesetzt hatten. "Also, ich habe,
besser gesagt, wir haben Euch hergebeten, um die wichtigsten Menschen in unserem
Leben beisammen zu haben. Kerry und ich wollen Euch etwas mitteilen"" fing ich
an zu erzählen. Ich nahm Kerrys Hand und zog sie zu mir hoch. Dann nahm
ich sie in den Arm und fuhr fort "ich werde es einfach kurz machen"ich habe
Kerry gestern Abend gebeten meine Frau zu werden". Erstaunte Gesichter blickten
mich an. Kurze Stille herrschte im Raum bis Nicky dann plötzlich sagte
"na und? Hat sie JA gesagt?" "Na klar" antwortete Kerry. "Wow, ich freu mich
für Euch" sagte er und fiel mir um den Hals "Herzlichen Glückwunsch
ihr 2". Auch die anderen standen auf und alle hatten ein fröhliches Gesicht.
Ich war froh, dass auch meine Eltern sich freuten, denn so früh hätten
sie wohl nicht damit gerechnet. Aber das war ja noch nicht alles. "Setzt Euch
bitte wieder" sagte ich, nachdem uns alle gratuliert hatten. "Das war noch nicht
alles, was wir Euch sagen müssen" fuhr ich fort. "Kerry und ich wir".wir
werden ein Baby bekommen" sagte ich und legte meine Hand auf Kerrys Bauch. Meinen
Eltern klappten die Kinnladen herunter und auch die Jungs machten große
Augen. "Wow, damit hätte ich nun nicht gerechnet" sagte Shane. "Ich gratuliere
Euch herzlich" sagte er mit einem Lächeln. Nach wenigen Minuten des Entsetzens
konnten sich Gott sei Dank auch meine Eltern und die anderen Jungs freuen. Wieder
gratulierten sie uns und wünschten uns alles Glück der Welt. "Das
muss gefeiert werden" rief mein Dad und holte eine Flasche Sekt aus dem Schrank
und 8 Gläser. Wir stießen auf Kerry und mich an und natürlich
auf unser Baby. "Ich lade Euch alle zum Essen ein - wo solls hin gehen" fragte
ich. "Nein Bryan, das machen wir" sagte meine Mum. Ich freute mich so tolle
Eltern zu haben und umarmte sie noch einmal. "Wir gehen ins beste Restaurant
der Stadt, los zieht Euch an" sagte sie und ging in die Diele, um die Jacken
zu holen. Dann fuhren wir zum Essen und verbrachten alle einen wunderbaren Tag
voller Lachen und Freude zusammen. Das waren die 2 schönsten Tage in meinem
Leben. Aber der nächste würde schon bald kommen.
* Fortsetzung folgt *