"Geh aus dem Weg, jetzt bin ich mal dran!" "Kian, sag cheese!", "Nickyyyyyyyyyyyy!!!!!!!!!!" "Schreib doch bitte da noch was drauf." Die Jungs saßen gerade in einer Autogrammstunde und hatten verdammt viel zu tun. Hunderte von kreischenden Fans zwängten sich in die kleine Vorhalle des "Disco New" einem neuen Plattenladen in London und versuchten Autogramme zu ergattern. Shane stöhnte: "Mann, ich glaub ich spür meine Finger nicht mehr. Ist nicht bald fertig?" Nicky der gerade ein Fangeschenk entgegennahm und so lieb wie möglich grinste, zischte ihm zu: "Jetzt mach nicht so ein Theater, wir sind erst eine viertel Stunde da. Außerdem....siehst du hier irgendwo das Ende der Warteschlange?" Shane zog eine Schnute und widmete sich wieder einem Fan. Auch Mark schien das Ende der Autogrammstunde nicht mehr zu erwarten. Seine Wasserflasche war bis auf den letzten Tropfen leergetrunken und er schwitzte ziemlich heftig. "Sagmal geht's dir nicht gut?" fragte ihn Kian besorgt. "Neenee geht schon...ist aber total heiß hier drin, meinst du nicht auch?" Mark war im begriff sein T-Shirt auszuziehen. "Sag mal spinnst du, willst du hier oben ohne rumlaufen? Es ist Winter Mark!" Mark stöhnte als wäre er in der Sauna. "Haben die keine Klimaanlage?" Er sah sich um. Jeder hatte was warmes an. Nicky saß sogar im Mantel rum. Und er? Seines Mantels hatte er sich schon am Anfang entledigt und da ihm immer noch heiß war zog er gleich darauf auch sein Sweatshirt aus. -Wenn ich dieses verdammte Shirt nur ausziehen könnte- dachte sich Mark doch Kian hatte ja recht. Er konnte schlecht oben ohne hier sitzen. Während Mark sich den Kopf darüber zerbrach, hatte Bryan ganz andere Probleme. Ein ca. 16-jähriges Mädchen hatte anscheinend ihren ganzen Kleiderschrank mitgenommen und verlangte dass Bryan nun alles mindestend einmal unterschreiben sollte. "Hör mal....wie heißt du gleich wieder?" "Janet!" antwortete das Mädchen eifrig. "Janet, ich kann hier doch schlecht alles unterschreiben. Da wären wir ja noch morgen hier, meinst du nicht auch?" Bryan versuchte verlegen zu klingen, in Wahrheit allerdings riss ihm gleich der Geduldsfaden. Hilfesuchend schweifte sein Blick durch die kleine Halle. -Mist. Nie sind diese scheiss Securitys da wenn man sie braucht.- Er versuchte das Mädchen noch einmal für ein einfaches Autogramm auf ihrem Lieblings-Bh zu überreden, doch sie bestand immer noch darauf, alles unterschreiben zu lassen. "So jetzt reichts mir, du kleine Tussi!" Bryan war ziemlich laut geworden und plötzlich war alles mucksmäuschen still. Auch die Jungs starrten Bryan fragend an. "Sorry, wollte niemanden stören." sagte Bryan nun wirklich verlegen. "Könnte bitte irgendeiner vom Sicherheitspersonal kommen und dieser Lady erklären, dass ich nicht ihre ganze Winterkollektion unterschreiben kann?" Endlich checkte einer der Securitys, was Sache war und schickte das Mädchen nach draußen. "Das hast du mal wieder super hingekriegt. Wetten morgen steht in der Zeitung, dass du auf einen Fan losgegangen bist." sagte Shane grinsend. "Ach halt die Klappe Shay." "Und das mit so gewählten Worten." Kian ahmte Bryan`s Stimme nach und flötete gekonnt: "Könnte bitte irgendeiner vom Sicherheitspersonal kommen und dieser Lady erklären, dass ich nicht ihre ganze Winterkollektion unterschreiben kann?" "Geht schon klar Jungs, ihr bekommt auch noch euer Fett weg." Bryan hatte eigentlich total keine Lust mehr in disem Shop zu sitzen und Autogramme zu kritzeln. Sein Herz machte fast einen Luftsprung (nicht nur seins auch das des schwitzenden Mark und das des ach so armen Shane) als das Ende der Autogrammstunde bekanntgegeben wurde.

Die Jungs waren gerade beim verlassen des Shops, als ein blondes Mädchen auf sie zustürmte. "Nicky, Nicky warte!" schrie sie und da Nicky aprupt stehenblieb fiel sie fast in seine Arme. "Aber langsam, junges Fräulein" sagte Nicky grinsend. "Könnte ich nicht noch schnell ein Autogramm kriegen, bitte!" "Normalerweise nicht..." Nicky sah zu Paul ihrem Bodyguard, der den Daumen in die Luft streckte. "Keine Ahnung wie sie rein gekommen ist, aber wenn sie schon mal da ist..." "Ok. Dann schreib ich dir noch schnell eins. Wie heißt du?" "Jessie" hauchte das Mädchen. Er kritzelte schnell was auf ihren Block. "So, bitteschön Jessie." "Danke Nixter" Jessie umarmte ihn stürmisch und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. "Jetzt ist aber Schluss Mädchen, die Jungs müssen gehen." Paul wurde langsam ungeduldig. So verabschiedeten sie sich schnell von Jessie und machten sich auf den Weg in die Tiefgarage. Nichtsahnend, dass sie diesen Namen nicht so schnell vergessen werden. Vor allem nicht Nicky.

"Meinst du nicht auch, dass sie nur Augen für Nicky hatte?" Kian und Mark saßen im Hotelzimmer und zappten durch die Kanäle. "Wer?" fragte Kian. "Na diese Jessie." "Hää??" "Dieses blonde Mädchen, nach der Autogrammstunde." "Ach du meinst dieses Mädchen, das Nicky abgeknutscht hat?" "Ja, genau die." Mark fragte sich manchmal wirklich, wo Kian eigentlich seinen Kopf hatte. "Naja, vielleicht ist Nix ihr Fave." meinte Kian. "Ja aber so extrem angehimmelt hat ihn bis jetzt noch keine. Hast du nicht dieses Leuchten in ihren Augen gesehen?" Kian sah zu Mark und sagte in einem arroganten Tonfall: "Schätzchen, dass haben sie doch alle wenn sie uns sehen." Mark musste lachen und warf ihm ein Kissen an den Kopf.

"Wie alt denkst du war sie denn?" fragte Mark. "Mensch du kannst einem auf den Keks gehen. Ich schätze so zwischen 13 und 18. Die Altersgruppe die auf solche Milchbubis wie Nicky steht." "Du bist fies, wenn das Nixter wüsste!" Kian hatte mittlerweile eine alte Baywatchfolge gefunden und schaute gespannt auf den Bildschirm. "Immer wieder gut, diese Serie. Nicht war Marky." Mark hatte irgendwie keine Lust "sich Pamela Andersons Oberweite zu geben" wie Kian es ausdrückte sondern machte es sich in seinem Bett bequem. Diese Jessie ging ihm aber nicht aus dem Kopf.

Am nächsten Tag trafen sich die 5 im Frühstücksaal und besprachen mit ihrem Tourmanager Jake den Tagesplan. "Also Jungs, habt ihr den Tagesablauf gecheckt?" fragte Jake während nervös in seiner Kaffetasse rumrührte. "Also ich bin damit überhaupt nicht einverstanden." entgegnete Nicky. "Ja, ja, das wissen wir schon. Du bist nie mit irgendetwas einverstanden." Jake wurde ungeduldig. "Ja ok. Interview, Fotoshooting und abends Sitzung im Hotelkongresssaal. Alles klar." Kian war wie immer bestens informiert. "Bryan, bist du sicher das du schon wach bist?" Mark wedelte vor Bryan`s Gesicht rum. "Hää, was....Mark lass das." Bryan schaute verschlafen in die Runde. "Ja....bin schon wach, keine Sorge." "Ich will nicht wissen, wo du dich letzte Nacht überall rumgetrieben hast." sagte Jake und packte seine Notizzettel zusammen. "So, in einer viertel Stunde vor dem Eingang. Seit pünktlich und lasst euch nicht zu viel von Fans anquatschen." Er stand auf und verschwand mit schnellen Schritten.

"Ich hab so`n Kopfweh." Bryan stöhnte und hielt sich den Kopf. Die Jungs saßen im Minibus und fuhren zu RadioFM um ein Interview zu machen. "Das kommt davon, wenn man die ganze Nacht Bier in sich reinschüttet." sagte Nicky belehrend. "Jetzt tu nicht so scheinheilig. Du warst doch mit diesen komischen Typen zusammen. Bist du sicher, dass das normale Zigaretten waren, die du da geraucht hast?" entgegnete Bryan. Nicky überhörte Bryan und biss ein Stück von Shane`s Croissant ab. "Hey!" antwortete dieser sauer. "Du musst aber auch immer und überall essen, Shay." "Na und? Ich muss darauf achten, genug Nährstoffe zu mir zu nehmen. Das weißt du ja Nicky." entgegnete Shane. "Ja klar. Fett ist ja ganz besonders nahrhaft." Weiter kamen die beiden nicht, denn der Bus bog in den Innenhof der Radiostation ein.

"Danke Mark für deine aufschlussreiche Antwort über deine Unterwäsche!" "Bitte,bitte." sagte Mark grinsend und schob das Mikro zu Nicky hin. "So die nächste Frage ist für Nicky, also mailt schnell! In der Zwischenzeit gibt es die neue Single von Gareth Gates." sprach die Moderatorin. "Die stellen Fragen...." meinte Kian während dieser kurzen Pause. "Ich bin gespannt, was als nächstes kommt, Nicky`s Lieblingskondomsorte?!" witzelte Bryan. "So wir sind gleich wieder on air....3,2,1....Hier sind wir wieder bei RadioFM, genauergesagt beim Interview mit Westlife. Ihr habt jede Menge Mails an Nicky geschrieben und eine interessante Frage haben wir uns ausgesucht. Und zwar schreibt dir Jessie aus London. Waren Fans dir gegenüber jemals aggressiv oder unfreundlich? War jemand sogar besessen von dir?" Nicky überlegte kurz, dann antwortete er: "Nicht das ich wüsste. Unfreundlich vielleicht schon, aber aggressiv oder gar besessen?" Plötzlich hielt er inne. -Jessie....war das nicht das Mädchen von gestern? Warum fragte sie ihn ausgerechnet sowas? Aber vielleicht war das gar nicht die Jessie, London ist groß und Jessies gibt es haufenweise-

"Nicky du bist immer noch on air!" Die Moderatorin riss ihn aus seinen Gedanken. "Ähh, ja klar, sorry. Also ich wurde noch nie auf irgendeine Weise belästigt." "Ok, Dann sind wir aber beruhigt. Leute bleibt dran und mailt, in wenigen Minuten ist Bryan an der Reihe."

"Was war denn das davor?" fragte Shane neugierig, als sie wieder im Bus saßen. "Was war was?" fragte Nicky zurück, obwohl er genau wusste was Shane anspielte. "Na dein Aussetzer, vorhin.." Nicky wusste nicht so genau wie er es den Jungs erklären sollte. "Naja, ich dachte an diese Jessie, ihr wisst schon, dieses blonde Mädchen, ob die die Mail geschickt hat." "Und deshalb bist du da gesessen und hast vor dich hingestarrt? Nix jetzt komm, du bist doch ein Profi...." Jake hatte sich zur Abwechslung wieder mal eingemischt. "Ja sorry, wird nicht mehr vorkommen." Nicky schaute verlegen aus dem Fenster.

"Back to the summer of sixty nine...." Nicky war unter der Dusche und trällerte vor sich hin. Das Fotoshooting war vorüber und nun wollte er sich noch schnell für die Konferenz frisch machen. Diese Jessie spukte Nicky immer noch ihm Kopf herum und er wusste eigentlich nicht warum. Er zog sich Hemd und Jeans an, stellte Shane, der auf dem Sofa schlief, den Wecker auf halb 6, da er sonst sicher die ganze Sitzung verschlafen würde und ging zum Aufzug. Etwas mulmig war ihm schon dabei, denn eigentlich hasste er Aufzüge. Trotzdem beschloss er zur Abwechslung mal seine Angst zu überwinden. Nicky drückte auf Erdgeschoss, denn er wollte sich noch schnell eine Zeitung kaufen.

Als er im 2. Stock ankam, stieg ein blondes Mädchen zu. Zuerst dachte er sich nichts dabei, doch als er das Mädchen aus den Augenwinkeln beobachtete, merkte er, dass sie ihn die ganze Zeit anstarrte. Er betrachtete sie genauer und schließlich erkannte er sie wieder.

"Hi Jessie." sagte er und grinste ein bisschen. Irgendwie hatte er Angst vor ihr, aber warum bloß? "Hi Nicky, dachte mir schon du erkennst mich nicht mehr." Sie klang so ernst, überhaupt nicht mehr so wie er sie in Erinnerung hatte. "Hast du mir diese Mail geschickt beim Radiosender?" "Vielleicht." "Woher....woher weißt du, das wir hier sind?" dieser Smalltalk gefiel ihm irgendwie gar nicht.

"Ich bin hinter dir her." Nicky wurde nervös, hatte sie das jetzt gerade wirklich gesagt? "Ähm, wie bitte?" Ein komisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. "Du hast schon richtig gehört, Mr. Byrne." Sie drückte auf den Blockierknopf. Der Aufzug blieb ruckartig stehen. "Was wird das? Lass den Aufzug sofort weiterfahren!" Nicky`s Stimme zitterte. Jessie sah ihm triumphierend in die Augen. "Ich mache was ich will. Und du...machst gefälligst was ich will." Nicky´s Panik stieg immermehr. Seine Beine ließen nach und er atmete schwer. "Jessie, bitte...ich mach alles was du willst, aber bitte lass den Aufzug weiterfahren. -Du blöder Esel- dachte er sich, -geh zu ihr hin und drück selber auf diesen verdammten Knopf.-

Nicky konnte nicht, seine Kräfte hatten ihn endgültig verlassen. "Was willst du?" fragte er Jessie, die sich vor ihm aufgebaut hatte. "Dich!" sie klang fast schon hysterisch. "Aber, das werde ich nicht. Nie im Leben. Niemand kriegt Nicky Byrne, nur diese dämliche Tussi Georgina!" Nicky stand wieder auf. "Lass meine Frau aus dem Spiel." "Ok. Nicky, ich lass dich gehen, aber nur unter einer Bedingung." "Und die wäre?" "Ein Kuss. Und zwar einen richtigen, wenn du verstehst was ich meine."

"Waaaas?" "Nein, sicher nicht." antwortete Nicky überrascht. "Ok. Du kannst dich entscheiden. Entweder gibst du mir diesen einen Kuss...........oder...ich ruinier dich." Sie klang so sicher, dass Nicky wortlos vor ihr stand. Endlich fand er seine Worte wieder. "Oh, nein, Das wirst du nicht tun. Was willst du denn schönes erzählen, dass ich dich angemacht habe?" "Nein Nicky. Viel schlimmer. Und das beste daran....jeder wird mir glauben."

Nicky hatte sich entschieden sie zu küssen, doch da überkam ihn ein Gedanke. Was, wenn er sie küsste und sie trotzdem etwas schreckliches über ihn erzählt? Niemand hat etwas gesehen. Egal was er jetzt tut, es könnte Aussage gegen Aussage stehen.

"Hör zu Jessie, ich werde gar nichts tun." Ihm war es plötzlich ganz egal was dieser durchgeknallte Teenie vorhatte. "Du wirst auch nichts tun. Wenn du mein Fan bist, dann machst du auch nichts was mir schaden könnte, davon bin ich überzeugt." Er drückte den Knopf vom Erdgeschoss und stieg wenige Sekunden später aus. -Nur noch raus hier- waren seine Gedanken.

Als er aus dem Aufzug stürmte, wäre er beinahe mit Bryan zusammengestoßen. "Hey Nix, alles klar, du siehst so blass aus." "Alles klar." antwortete Nicky geschafft. Gerade noch rechtzeitig kamen er und Bryan ihm Konferenzsaal an. "Bryan, Nicky, gerade noch geschafft, was?" Jake sah nicht gerade vergnügt aus. Während der Sitzung schweiften Nicky`s Gedanken immerwieder zu Jessie. Ob, sie ernst macht?

Jake schlug den Jungs vor, nach Hause zu fahren. Und da alle seiner Meinung waren, dass es eine anstrengende Woche war, düsten Westlife und die Crew wenig später zum Flughafen und fuhren schließlich alle nach Hause.

Als Nicky zu Hause ankam, schien keiner da zu sein. Es parkte kein Wagen im Hof. Nur sein Hund wedelte freudig mit dem Schwanz und hüpfte an ihm hoch, als er durch die Gartentür ging. "Na wie geht's Kleiner? Hat dich die böse Georgi einfach so alleine gelassen, was?" Nicky streichelte seinen Hund ausgiebig und schloss die Haustür auf. "Georgina??!!" Zur Vergewisserung rief er ihren Namen und als sich niemand meldete, packte er seine Koffer ins Schlafzimmer und holte sich anschließend ein Bier aus dem Kühlschrank. Ach wie sehr hatte er es vermisst, zu Hause zu sein und einfach nichts zu tun. -Halt- dachte er sich, -was heißt hier nichts tun, ich glaube es wäre besser wenn ich die dreckige Wäsche in die Waschmaschine stopfe, sonst kriegt Geo einen Tobsuchtsanfall.-

Als auch das erledigt war, setzte er sich wieder auf die Anrichte, wo er sein Bier stehengelassen hatte. Plötzlich entdeckte er einen Zettel auf dem Küchentisch. Als er genauer hinschaute, konnte er erkennen, dass es Georginas Handschrift war. Sofort las er was drauf stand.

Hi Schatz! Bin bis Samstag in Cork, helfe Monica beim renovieren. Aber vielleicht kommst du ja erst wenn ich wieder da bin. Wenn du diesen Zettel lesen solltest, dann möchte ich dir sagen, dass ich dich schon jetzt ganz doll vermisse (Ich hoffe du mich auch ;-)) Sorry, dass ich dich nicht angerufen habe, aber mein Handy ist im Eimer.

Bye und bis bald Geo

Nicky machte sich Rühreier, das einzige Essen das er selbst kochen konnte und ging anschließend ins Bett. Es war zwar erst halb 11, aber er war einfach zu müde.

Nicky wachte auf. Was war das? Hatte es gerade geklingelt? Er schaute auf die Uhr. Halb 2 morgens, da klingelt doch kein Mensch. Oder war´s das Telefon? Nicky wollte sich gerade wieder in sein weiches Kissen kuscheln, als es erneut klingelte. Er fuhr hoch. Wer konnte das nur sein? Er zog sich ein Hemd über und rannte die Treppen hinunter. Plötzlich blieb er stehn. Vielleicht war es Jessie? Was wollte diese Verrückte noch von ihm? Nicky hatte sich gerade entschieden wieder schlafen zu gehen und nicht aufzumachen, doch da klingelte es erneut. Es klopfte an die Tür. "Mr. Byrne, wir wissen, dass sie hier sind. Machen sie auf!!" schrie eine Männerstimme.

Nicky erstarrte. Was sollte das denn jetzt? Wiederwillig öffnete er dann doch die Tür.

"Na endlich. Wir dachten schon sie seien abgehauen." Ein Polizist hielt ihm seine Dienstmarke vor die Nase. "Flaherty. Dublin Police." Nicky blinzelte verschlafen. "Was wollen sie denn von mir?" "Mr. Nicholas Byrne nehm ich an." Nicky bejahte. "Ich muss sie leider mitnehmen. Es liegt eine Anzeige gegen sie vor."

"Was? Was denn für eine Anzeige?" Nicky war inzwischen hellwach. "Ein 14-jähriges Mädchen behauptet, sie hätten sie sexuell belästigt und anschließend versucht sie zu vergewaltigen." "Was? Das ist doch gar nicht wahr!" Nicky schluckte heftig. "Lassen sie mich raten. Jessie. Das Mädchen heißt Jessie, nicht wahr?" Der Polizist schaute ihn eindringlich an. "Tut mir leid, das darf ich ihnen noch nicht sagen. Ich bitte sie, sich etwas anzuziehen und mit uns aufs Präsidium zu kommen."

"Geben sie es zu. Verdammt noch mal!" Ein Polizist saß mit Nicky im Verhörraum und schrie ihn an. "Was denn? Ich hab diesem Mädchen gar nichts getan!!" Nicky`s Stimme überschlug sich. "Woher kommen dann ihre Verletzungen, wenn ich fragen darf?!!!" Der Mann schien die Geduld zu verlieren. "Ich weiß es nicht, ich war es jedenfalls nicht." "Dann erklären sie mir mal wieso dieses Mädchen behauptet, sie hätten sie versucht im Aufzug zu vergewaltigen!" "Weil sie besessen ist!" Nicky konnte bald nicht mehr. Schon seit 2 Stunden saß er im Polizeipräsidium und jeder stellte ihm die gleichen Fragen. "Nur weil sie ein Mitglied einer Boygroup sind, heißt das noch lange nicht, dass jemand von ihnen besessen sein muss, Byrne!" "Es ist aber so. Sie hat mir im Aufzug aufgelauert." "Das können sie ihrer Oma erzählen. Sie sahen Jessie. Ein hübsches Mädchen, 14 Jahre jung. Da sagt keiner Nein wenn sich eine Möglichkeit bietet. Hab ich nicht recht!?!!" Nicky zuckte zusammen. "Ich sag ihnen mal wie das abgelaufen ist. Sie beide waren im Aufzug. Alleine. Sie haben den Aufzug gestoppt uns sich an das Mädchen rangemacht. Normalerweise sagt bei ihnen keine Nein. Im Gegenteil, von ihnen verführt zu werden ist doch der Traum tausender Mädchen, nicht wahr? Doch diesesmal wollte sie nicht. Das hat wohl ihrem Ego nicht besonders gut getan....und dann haben sie die Gelegenheit einfach beim Schopf gepackt. Hab ich recht!" "Nein, so war das nicht." Nicky zitterte am ganzen Körper. "Sagen sie nur sie hatten noch nie irgendwelche One-night-stands mit Fans. Wie alt waren die? 15, 16? Mann, sie leben an der Quelle!" Der Polizist hatte sich wieder hingesetzt und ging es wieder ruhiger an. Anscheinend hatte er doch Mitleid mit Nicky, der zitterte wie Espenlaub. "D..d..doch. Einmal. Aber das war ganz am Anfang...u.und meine Frau weiß davon." "Ach so, verheiratet ist der Herr auch noch." der Polizist ließ Nicky weiterreden. "Ich war damals doch erst 21 und es war alles neu für mich. Die ganzen Fans....einfach alles. Sie war 17. Mein erstes und letztes Groupie mit der ich je.....ach sie wissen schon."

"Nicky. Wir sitzen hier schon seit 3 Stunden. Entweder kommen sie mir entgegen und sagen was sinnvolles oder...." "Mr. Cook, alles was ich zu sagen habe, habe ich schon mindestens 3 mal erzählt. " Plötzlich schoss Nicky ein Gedanke durch den Kopf. "Hey, ich weiß wie ich meine Unschuld beweisen kann! Dieser Aufzug wurde doch bestimmt per Videokamera überwacht!" "Tut mir leid, aber das 4 Seasons hat keine Kameras in den Aufzügen. Im Hotel herrscht absolute Privatsphäre." antwortete der Polizist gelangweilt. "Das müssten sie als VIP doch am besten wissen." "Und was ist mit Fingerabdrücken? Wenn...wenn ich es getan hätte, dann müsste man doch Fingerabdrücke von mir finden oder was weiß ich was!" Nicky war wieder in seinem Element. "Junge, du könntest doch auch Handschuhe getragen haben. Aber machen sie sich keinen Kopf, sie wurden nur wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt." "Nur!... sie wissen ja gar nicht... ich..ich möchte weg von hier...warum lassen sie mich nicht nach Hause, ich hau schon nicht ab." Nicky kullerte eine Träne über die Wange.

Mr. Cook schaute ihn noch einmal prüfend an, dann stand er auf und sagte: "Ich hab zwar keinen Schimmer warum, aber ich glaube nicht, dass sie so was getan haben. Ich werde es vielleicht später bereuen aber ich lass sie nach Hause fahren, aber nur bis es was Neues gibt. Schlafen sie sich aus und bleiben sie in der Stadt. Falls sie trotzdem Dreck hinterm Stecken haben, dann wandern sie in den Bau, kapiert?" Nicky lächelte gequält. "Danke, ich werd sie nicht enttäuschen." Dann nahm er seine Jacke und verließ das Gebäude.

Cook stand am Fenster und schaute Nicky zu, wie er die Straße überquerte.- Hoffentlich hab ich mich nicht in ihm getäuscht.- Das war der einzige Gedanke, der ihn beschäftigte.

Es war inzwischen 8 Uhr morgens und Nicky beschloss erstmal Frühstücken zu gehen. Mit knurrendem Magen ging er ins "Break-fast" seinem Lieblingsfrühstückscafé und bestellte sich eine große Portion Speck mit Spiegelei. "Du siehst heute aber gar nicht gut aus, Nixter.." sagte Jackie, die Bedienung, besorgt, während sie ihm Kaffee eingoss. "Naja, es war eine harte Nacht." Nicky hatte jetzt wirklich keine Lust mit irgendjemanden darüber zu reden.

Er wollte gerade zahlen, als ein Geschirr klirrend zu Boden fiel. Da er außer einem alten Mann der einzige Gast war, ging er zur Theke um zu schauen ob er Jackie helfen konnte. Diese stand wie angewurzelt hinter der Theke und schaute Nicky mit großen Augen an. "Jackie..was ist..warum schaust du so?" In Zeitlupentempo hielt sie ihm die Zeitung hin. "Oh du Scheiße...das darf doch nicht war sein...Jackie..das...du..du darfst nicht glauben, was da steht, hast du verstanden?

Nicky rannte die Straße hinunter. Sein Gesicht war tränenüberströmt und er wollte nur noch nach Hause. Passanten drehten sich erstaunt nach dem weinenden jungen Mann um, aber ihn kümmerte das wenig. Zu Hause ließ er sich ins Bett fallen. Wie konnte das nur passieren. Gestern war die Sache erst geschehen und heute steht es in dicken Lettern in der Zeitung, und das noch auf der Titelseite! Nicky konnte es nicht fassen. Verzweifelt überlegte er was er tun sollte.

"Guten Morgen Schatz!" Bryan drückte Kerry einen Kuss auf die Wange. Dann wendete er sich seinen Kids zu und wünschte ihnen auch einen guten Morgen. "Bryan, es wäre angebracht, wenn du auch mal ein gesundes Frühstück essen würdest." Kerry hatte bemerkt, dass Bryan wie jeden Morgen, wo sie bei ihm war nur mehr Nutella mit Pfannkuchen in sich reinschaufelte. "So wie dein Müsli? Das schmeckt ja wie Sägespäne. Nein danke." "Ach Bry, das ist nicht witzig." Kerry musste aber trotzdem grinsen.

"Sagmal, hast du die Zeitung schon reingeholt?" fragte Kerry während sie Molly ein Brot schmierte. "Tja so ist unsere Kerry, immer will sie über den neusten Klatsch und Tratsch informiert sein." Kerry warf Bryan einen genervten Blick zu. Sofort stand er auf um die Zeitung zu holen. Er öffnete die Tür, draußen war es kalt. Schnell griff er sich die Zeitung und spurtete in Rekordtempo über den Hof ins Haus. "Das ist aber kalt draußen, hat mindestens 10 Grad unter Null." Nachdem Bryan die Zeitung auf den Tisch gelegt hatte, schnappte er sich Molly`s Winnie Pooh- Stofftier und warf es durch die Gegend.. Er wusste genau, dass das Molly ärgerte, es dauerte nicht lange und die Kleine stürzte sich mit Gebrüll auf ihren Dad. "Bryan, hör auf! Musst du sie immer ärgern!" Plötzlich hielt sie inne. "Bryan......komm doch bitte mal her.....schau was auf der Titelseite steht." Bryan schnappte sich die Zeitung.

Die dunkle Seite des Nicky Byrne 25-jähriger Westlifestar ein Vergewaltiger?

Gegen den blonden Westlifer wurde Klage eingereicht. Er soll die 14-jährige Jessica Newman aus London im Aufzug des 4 Seasons Hotels sexuell belästigt haben und anschließend versucht haben sie zu vergewaltigen . Bedeutet das den Ruin für Westlife?

"Nickyyy!!" Molly zeigte auf das Bild in der Zeitung. "Ja...Nicky." sagte Bryan. "In was für eine Scheiße hat er sich da bloß reingeritten."

"Ich glaub ich hab `nen kompletten Filmriss." stöhnte Kian. "Du sagst es Kumpel. Das war wohl doch ein bisschen zu viel gestern Abend...oder war es heute Morgen..ach ist ja egal." Mark lag der Länge nach auf dem Sofa. "Äh Kian? Wo bist du eigentlich?" "Hier." "Wo?" "Na hier." Mark setzte sich auf. Er erblickte Kian, der auf dem Billiardtisch lag. "Spinnst du? Der Tisch gehört doch meinem Vater! Wenn er das sehen würde, könnte ich dich im Krankenhaus besuchen!" "Mann, Marky, dein Dad ist aber in Dublin....das weiß sogar ich..und deine Mum..ähm wo ist die gleich? Ach das ist ja egal. Fakt ist, keiner von deinen Alten ist hier." "Schon, aber trotzdem, runter mit dir." Er schubste Kian runter. "Das kommt davon wenn man noch bei seinen Eltern wohnt." sagte Kian grinsend. "Ha,ha. Pack deine Sachen und schau, dass du nach Hause kommst. Jody wartet sicher schon. Jetzt ist sie einmal in Sligo und du hängst bei mir zu Hause rum." Kian schnappte sich wie von der Tarantel gestochen seine Jacke und seine Koffer und rannte aus dem Haus. "Danke für die Pyjamaparty!" hörte Mark ihn noch sagen ehe die Haustür ins Schloss fiel. Mark streckte sich nocheinmal ausgiebig bevor er seine Brüder aus den Federn schmiss.

Draußen vor dem Tor sah Kian eine Zeitung im Briefkasten. Er beschloss die Zeitung den Feehilys vor die Haustür zu schmeißen. Kian wollte gerade ausholen, als er die Titelseite erblickte.

"Du mieses Schwein. Und ich dachte immer du bist ein anständiger Kerl." Kian nahm die Zeitung mit und stieg in sein Auto, dass draußen auf der Straße parkte.

"Nur mehr 1 km, los Shane, du schaffst das." Shane war gerade dabei sich selbst anzufeuern, während er den Strand entlang lief. Schon lange wollte er etwas für seine Gesundheit tun, da kam dieses freie Wochenende wie gerufen. Schwitzend und keuchend hielt er am erstbesten Kiosk an und kaufte sich ein Wasser. Neugierig musterte er die Leute, die außer ihm noch da waren. Eine ältere Frau, die sich mit dem Besitzer in irisch unterhielt, eine attraktive Frau mit Hund, der er kurz zuzwinkerte und einen jungen Mann, der gerade die Zeitung las. Als sein Blick auf die Zeitung fiel, blieb ihm fast das Wasser im Hals stecken.-Was macht den Nicky auf der Titelseite?- "Sorry, kann ich die Zeitung kurz haben?" fragte er den Mann, den er gleich darauf als seinen ehemaligen Mitschüler Roy identifizierte. "Hey was soll das, kauf dir doch selber eine!" Ärgerlich musterte er Shane. Plötzlich hellte sich sein Gesicht auf. "Oh ähm sorry ich hab dich fast nicht erkannt, so im Joggingdress......Shane." Mit Vergnügen sah Shane wie Roy die Röte ins Gesicht schoss. Er hasste diesen Typ, nur ungern erinnerte er sich an die vielen Verarschungen, die er sich von Roy gefallen lassen musste. "Tja Roy. Krieg ich sie bitte ganz, ganz kurz nur?" "Na klar Shane. Hier." Roy streckte sie ihm entgegen. -Wie gut dass man berühmt ist- dachte Shane grinsend. Doch als er die Schlagzeile las war sein Grinsen verschwunden. "Das darf doch nicht wahr sein!"

"Soll ich, oder soll ich nicht." Bryan saß mit Kerry auf der Couch und sah ziemlich ratlos drein. "Na los, jetzt mach schon, ruf ihn an!" Kerry hielt ihm das Telefon vor die Nase und fuchtelte damit herum. "Jetzt hör auf, ich mach ja schon." Schnell wählte er die Nummer. Als das Freizeichen ertönte, atmete er noch einmal tief durch.

War das ein Klingeln? Nicky setzte sich auf. -Nein nicht schon wieder die Polizei- dachte er sich. Erleichtert stellte er fest, dass es sein Handy war. "Hallo?"meldete er sich leise. "Nicky?" "Bryan?" "Ähm hi" Bryan schien nicht genau zu wissen, wie er anfangen sollte. "Also, da steht in der Zeitung...also..." "Ich weiß, ich war die ganze Nacht im Präsidium und musste mich verhören lassen. Aber ich kann dir versichern. Zwischen dieser Jessie und mir lief gar nichts. Null." "Jetzt hör schon auf, ich glaub dir ja." Nicky war ziemlich überrascht. "Echt? Ähm, also ich komm leider nicht weg hier. Ich glaub die verfolgen mich, falls ich irgendwo hin fahre...und..ich will dich da nicht mithineinziehen..." "Ich weiß schon was du willst. Ich soll zu dir fahren. Ich kann aber jetzt auch nicht weg, sorry. Muss was wichtiges erledigen. Ich komm aber heut Abend. Geht das?" Nicky war zwar ein bisschen enttäuscht, aber das ließ er sich nicht anmerken. "Ja, ok. Bis dann. Schöne Grüße an deinen Anhang." "Ok. Werd ich ausrichten."

Als Bryan das Gespräch beendet hatte, sah ihn Kerry zornig an. "Sag mal hast du sie noch alle? Nicky sitz tief in der Scheiße und du hast etwas anderes zu erledigen?!!" "Kerry beruhig dich. Ich hab doch nicht gesagt was ich zu erledigen habe." "Ja das möchte ich auch gerne wissen, immerhin hast du frei." "Na, natürlich Nicky`s Unschuld beweisen, was sonst!" Bryan grinste seine Frau an. "Und als erstes werde ich Mark anrufen."

"Was gibt's Bryan?" Bryan war ziemlich überrascht, dass Mark ihn nicht gleich wegen Nicky ansprach. "Hi, ähm, du hast das doch sicher mit Nicky gehört und..." "Was?? Oh mein Gott, hatte er einen Unfall? Los sag schon!" "Du hast es noch nicht gehört?" "Was denn?" Mark saß zu Hause auf der Couch und starrte die Wände an, als könnten sie es ihm verraten. "Na die Story über Nicky. Sag mal Junge, hast du keine Zeitung zu Hause?" Bryan konnte es nicht fassen, dass Mark nicht informiert war. "Eigentlich schon, aber heute war sie irgendwie nicht im Briefkasten....man jetzt sag schon!" Mark brannte vor Neugier. "Naja, also da ist so ein Chick, das behauptet.................................." Bryan erzählte Mark die ganze Geschichte. Als er fertig war, wartete er gespannt auf Mark`s Reaktion.

"Hab ich`s doch gewusst, dass mit dieser Jessie was nicht stimmt!" antwortete Mark triumphierend. Erleichtert schloss Bryan die Augen. Er hatte schon befürchtet, Mark würde nicht zu Nicky halten. "Hör zu Mark, am besten du steigst in deine Karre und fährst zu mir. Dann sehen wir weiter. Aber kein Wort zu Nicky, wir ziehen die Sache ohne ihn durch." "Und Kian...und Shane?" fragte Mark während er nach seiner Autoschlüssel suchte. "Ich glaube die zwei wird Nicky schon angerufen haben. Wenn nicht Kian, dann ganz sicher Shane. Er ist schließlich sein bester Freund. Und sobald es Shane weiß, dauert es nicht mehr lange und Kian kriegt auch davon Wind." Endlich fand Mark seine Schlüssel. Ehe er sich überlegen konnte, warum sie im Wäschetrockner lagen, schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf. "Scheiße Bryan, wenn Kian das erfährt, dann dreht er durch!" "Warum denn das? Warscheinlich weiß er es sowieso schon..." Bryan checkte nicht worauf Mark hinaus wollte. "Mann, du weißt doch wie er zu solchen Dingen steht...damals als sich Dave, der Macho- Nachbar der Egans an seine kleine Schwester rangemacht hat..." Mark schnappte sich seine Jacke und verließ das Haus. "Hää?" Bryan verstand nur Bahnhof. "Naja, als Kian kapierte dass Dave nur drauf aus war, sie in die Kiste zu kriegen, ist er zu ihm nach Hause...und was glaubst du, war da los?" "Woher soll ich das denn wissen?" Bryan nervte es langsam das Mark immer in Rätseln sprach. "Der Kerl wollte gerade Kian`s Schwester.....du weißt schon...an die Wäsche....sie wollte aber natürlich nicht. Der Kerl war schon mindestens 25 und sie ja erst 14 oder 15..weiß nicht mehr so genau." "Oh." Langsam dämmerte es Bryan worauf Mark hinaus wollte. "Du kannst dir vorstellen wie Kian ausgerastet ist. Er hat den Kerl so richtig die Fresse poliert." "Bryan grinste. "Das kann ich mir durchaus vorstellen." "Naja Marielle war heilfroh, dass Kian noch rechtzeitig gekommen ist. Kian war die ganze nächste Woche total down, vor lauter Sorge um seine Sister..mann kannst du dich nicht mehr erinnern?" "Nee irgendwie nicht.....ich muss jetzt Schluss machen, am besten ich rufe Kian an und versuch ihn zu beruhigen." "Ok, bis dann." Mark beendete das Gespräch und schaltete das Autoradio an. Dann brauste er ab in Richtung Dublin.

"Hallo?" Shane war gerade vom Ausmisten zurüchgekommen und hatte bemerkt, dass sein Handy läutete. "Hi, ich bin´s Nicky." "Nicky??" Shane konnte es nicht fassen, dass er ihn anrief. "Was machst du denn für eine Scheiße!?" "Hör zu, ich hab mit der Sache nicht so viel zu tun, wie du vielleicht glaubst." "Und das soll ich dir abkaufen?" Nicky spürte, dass er bei Shane nicht viel erreichen konnte. Er war schon immer schwer zu überzeugen. "Shane...." "Nichts da mit Shane...ich wüsste nicht warum ich einem Vergewaltiger helfen sollte." Shane war voll sauer und Nicky hatte keine Ahnung was er noch sagen sollte. "Ich bin kein....ach verdammt, ich hab Jessie nichts getan.....versteh mich doch...Shane, du bist doch mein bester Freund..." Nicky begann zu weinen.

Nach einer langen Pause sagte Shane: "Nicky, ich weiß echt nicht mehr was ich von dir halten soll, aber ich komm trotzdem vorbei, schließlich steht der Ruf der ganzen Band auf dem Spiel Bin in 2 Stunden da."

Überrascht legte Nicky das Telefon auf die Gabel. Shane hatte einfach so aufgelegt. Er ging in die Küche und machte sich ein Sandwich. Es beschäftigte ihn immer das gleiche: Was soll ich bloß tun?

Shane hatte es total überrascht, dass Nicky wie ein Schlosshund geheult hatte. Irgenwie hatte er rießige Angst, dass er sich etwas antat. Shane sagte Gillian schnell bescheid, dass er nach Dublin fuhr und machte sich auf den Weg.

-Dieses Arschloch- dachte sich Kian ständig während er auf der Landstraße nach Dublin fuhr. Dass er viel zu schnell fuhr, war ihm piepegal. Kian wollte nur zu Nicky und ihm eine runterhauen. -Und wenn er in der Zelle sitzt, polier ich ihm die Fresse- Kian konnte es einfach nicht fassen, dass Nicky, einer seiner besten Freunde, so ein perverses Schwein war. Schon bald kam das Stadtschild auf dem ganz groß Dublin draufstand, in Sicht. Mit einer scharfen Linkskurve bog er in die Aston-Road ein. Zu Nicky`s Haus waren es nur mehr einige km.

"Fuck, warum geht Kian nicht ran!" Ärgerlich warf Bryan sein Handy auf die Couch. Er schaute nervös auf die Uhr, es war bereits 3 Uhr nachmittags, wenn Mark nicht bald reingeschneit kam, dann konnte er die Aktion, die er vorhatte vergessen. Außer er zog es alleine durch.

"Endlich, ich dachte schon du hättest es dir anders überlegt!" Mark war gerade aussgestiegen, als Bryan aus dem Haus stürmte. "Ich lass doch Nixter nicht hängen....Sag mal, was hast`n jetzt vor?" Bryan schob Mark ins Haus und erklärte ihm seinen riskanten Plan.

"Ok. Wir machen`s." Mark saß im Wohnzimmer und schlürfte eine Dose Redbull. "Gut, dann such ich schnell ein paar wichtige Dinge, wie meinen Autoschlüssel und meinen Pass und auf geht's zum Flughafen." Bryan stand auf und verschwand. Mark nahm noch einen Schluck Redbull, dann stand er auch auf und machte sich auf den Weg zu seinem Auto. Draußen auf dem Hof, zündete er sich noch schnell eine Zigarrette an. Endlich kam Bryan angerannt. "Was hast du denn da mit?" fragte ihn Mark neugierig und zeigte auf ein kleines Kästchen, das ausschaute wie ein Miniradio. Plötzlich grinste er und sagte: "Schlaues Kerlchen, das ist doch die Idee."

"Byrne, mach auf, ich muss mit dir reden" brüllte Kian in die Sprechanlage. Nicky war ziemlich erschrocken. "Kian, alles klar? Ich mach dir auf." Kaum war die Haustür offen, stürmte Kian in die Bude und stürzte sich auf Nicky, der auf der Treppe stand. Er packte ihn am Kragen seines Hemds und schrie: "Du elendes Arschloch, du scheiss Kinderficker!!!!!!" "Was??" Nicky brauchte all seine Kraft um sich Kian wenigstens ein bisschen vom Leib zu halten. "Und ich hab dir immer vertraut! Wie konntest du nur! Nicky, ich dachte immer du wärst anständig!!! Aber jetzt bekommst du die Rache, das schwör ich dir!!" Kian holte aus und Nicky konnte sich schon ausmalen, was jetzt folgte.

Plötzlich hielt jemand Kian fest und versuchte ihn von Nicky runterzuziehen. Nicky erkannte Shane sofort. "Kian, lass die Scheisse und beruhig dich!", schrie Shane. Kian versuchte sich zwar aus Shane`s Griff zu befreien, doch dieser umklammerte ihn so fest, dass es unmöglich war.

"Lass mich los Shane!" Kian fing an nach Shane`s Schienbein zu treten. "Dann hör auf dich wie ein Irrer aufzuführen!" Nicky saß immer noch kreidebleich auf der Treppe, die in den oberen Stock führte. "Shane!! Nicky ist doch der Irre! Er gehört in den Knast!" Shane hatte Mühe, Kian festzuhalten, denn er wehrte sich immer noch wie ein wildgewordener Stier. "Nicky, war immer ein guter Kumpel, wer weiß ob es überhaupt wahr ist, was in der Zeitung steht." Kian wurde immer agressiver. "Was denkst du, hat er all die Jahre gemacht. Sich nur bei uns eingeschleimt! Ja, dass ist es! Er hat sich nur eingeschleimt, damit er dann bei unseren Schwestern freie Bahn hat. Vielleicht hat er deine Schwester Denise auch schon ge...." Weiter kam er nicht, denn Shane hatte ihm einen Kinnhaken verpasst.

"Denkst du wir finden sie?" Mark und Bryan saßen in der Maschine nach London und Mark schien irgendwie nervös zu sein. "Mann, Mark, wir werden sie schon auftreiben." "Naja, wir wissen ja nicht mal in welchem Stadtteil von London sie wohnt. Eigentlich wissen wir nur dass sie Jessie heißt und ungefähr ihr Aussehen." "Mark, jetzt lass uns doch mal in London ankommen, dann sehen wir weiter." Bryan nahm seinen Discman und bot Mark einen Ohrstöpsel an. "Nein, danke.........aber Bryan.....irgendwie ist die Idee doch nicht so gut." Bryan drehte die Lautstärke voll auf. "Halt endlich die Klappe oder ich schmeiß dich aus dem Flugzeug." Mark ließ sich beleidigt in den Sitz zurück fallen und schmollte. Irgenwie war das was sie vorhatten mehr als aussichtslos, fand er.

"Au, mann!" Kian lag der Länge nach auf dem Boden und hielt sich das Unterkiefer. "Sorry Ki, aber das musste sein." Shane setzte sich zu Nicky auf die Treppe und legte den Arm um ihn. "Wir helfen dir, versprochen, ok?" Nicky nickte leicht. Er hatte einfach keine Kraft mehr. Nach einer Weile stand auch Kian auf und setzte sich zu ihnen. "Tut mir echt leid Nicky...das ich auf dich losgegangen bin...aber als ich das in der Zeitung las..da...da stieg die ganze Wut in mir auf....du weißt ja damals..Marielle und dieser Dave. Ich war wie verhext, ich dachte die ganze Zeit nur an dieses miese Arschloch...du...also der Bericht in der Zeitung hat dann sozusagen einen Kurzschluss bei mir ausgelöst." "Geht schon klar Kian." Nicky klang ziemlich fertig. "Wie solls jetzt weitergehen?" Shane zuckte mit den Schultern. "Ehrlich gesagt...keine Ahnung."

"Klasse Bryan, jetzt sitzen wir hier im Park und mampfen Hamburger.....wirklich, die beste Vorraussetztung Nicky`s Arsch zu retten." Mark und Bryan saßen auf einer Parkbank und beobachteten die Leute. Gleich nach der Landung musste sich Bryan unbedingt was bei Burger King kaufen und nun saßen sie schon seit einer halben Stunde da. "Lass mich nachdenken Mark......hier....iss und halt die Klappe." Bryan hielt ihm einen extragroßen Hamburger entgegen. "Nee, danke ich muss mich gleich übergeben."

"Äh Nicky, ich will dich ja nicht beunruhigen, aber da draußen wimmelt es nur so von Reportern..." Kian saß auf der Küchenanrichte und schaute aus dem Fenster. "Was??? Nicht das auch noch!" Nicky stürmte in die Küche und schaute auch hinaus. "Wer hat dich eigentlich davor angerufen?" wollte Shane wissen, der Nicky`s Kühlschrank geplündert hatte und genüsslich ein Schinkensandwich aß. "Ach nur die Polizei....sie wollten sich wohl vergewissern, dass ich nicht schon längst über alle Berge bin." sagte Nicky ohne die Augen von den Reportern zu lassen, die vor seinem Haus Stellung bezogen. Erneut läutete Nicky´s Handy. Er ging ins Wohnzimmer und hob langsam ab.

"Bryan!!! Ich bin nicht hergekommen um zu shoppen!" stöhnte Mark als Bryan ihn eine Boutique für Herrenmode zog. "Jetzt geht's schon wieder los....mann, das gehört zu meinem Plan." Bryan suchte sich nach jemanden oder etwas um, Mark hatte keinen Schimmer was er jetzt denn hier wollte. Ein rotblonder Kerl um die dreißig ging strahlend auf sie zu: "Bryan! Das man dich auch mal wieder sieht!" "Ernieman, du wirst aber auch immer hässlicher!" sagte Bryan und umarmte ihn. "Das ist Ernie, ehemaliger Studienfreund von mir, wird uns sicher helfen," zischte Bryan Mark ins Ohr. "Willst du uns nicht vorstellen?" Mark zog Bryan an der Jacke. "Das ist zwar Zeitverschwendung, aber von mir aus. Mark, dass ist Ernie, er hat mir die kurze Zeit, die ich am College war, geholfen wo er konnte. Ernie, das ist Mark, mein ach so neugieriger Westlifekumpel." "Aha, Mark. Hi!" Ernie hielt Mark die Hand hin. Mit einem aufgesetzten Grinsen schüttelte ihm Mark die Hand. - Dieser eingebildete Schnösel- dachte er sich dabei. Bryan stieß Mark in die Rippen, denn er wusste genau was Mark bei seinem falschen Grinsen dachte. Dafür kannte er ihn einfach zu gut. "Ernie wir brauchen deine Hilfe." sagte er schnell. "Klar, worum geht's?" fragte Ernie während er einen Stapel Hosen nach Größe ordnete. "Ich weiß nicht...ähm...hast du heute zufällig die London Times gelesen, oder vielleicht hast du sie da?" Bryan wusste mal wieder nicht wie er es am Besten erklären sollte. "Nein, ich lese nicht so viel Zeitung." Mark fand Ernie ziemlich komisch. Er war wohl nicht sehr gesprächig. "Moment." Bryan fischte sein Handy aus der Tasche und wählte eine Nummer. Dann ging er hinter die Kleiderständer. Mark konnte nicht verstehen, mit wem Bryan redete, doch nach ein paar Sekunden kam er wieder her und sagte: "Ernie, schmeiss den Computer an und suche die Adresse von einer gewissen Jessica Newman." Ernie hörte auf, die Hosen zu sortieren und sprang mit einem gekonnten Sprung über die Ladentheke. "Ok Bry. Nichts leichter als das."

"Nicky, was ist los? Du bist so blass." Shane sah Nicky, der gerade aus dem Wohnzimmer kam, erstaunt an. "Bertie hat gerade angerufen......Er will nicht, dass ich Georgina wiedersehe." Nicky`s Stimme war ungewohnt leise. "Was? Nicky, ihr seit doch verheiratet, da kann er das doch nicht einfach so bestimmen!" Shane sprang auf und umarmte Nicky. "Leute, Bry hat gerade angerufen, er wollte wissen, wie diese Jessie mit vollem Namen heißt. Ich hab halt schnell in der Zeitung nachgeguckt und es ihm gesagt." Kian wollte sich gerade eine Cola aus dem Kühlschrank holen, als er Nicky´s kreidebleiches Gesicht sah. "Nix, alles klar?" Shane führte Nicky zum nächsbesten Stuhl, dann schnappte er sich Kian und ging mit ihm in den Flur. "Bertie hat ihm befohlen mit Georgie Schluss zu machen. Angeblich wäre es das Beste für beide." "Was?????" Kian kriegte sich gar nicht mehr ein. "Äh, die beiden sind doch ein Ehepaar, da kann er sich doch nicht einmischen...." "Naja, anscheinen doch." Shane ließ sich gegen die Mauer fallen. "Anscheinend weiß Geo nichts von der ganzen Sache...noch nicht. Ähm Kian, warum brauchte Bryan Jessies Namen?" Kian druckste herum: "Äh......also...eigentlich dürfte ich das gar nicht sagen.....ähm.." "Na los, raus damit." "Ok. Bryan und Mark sind in London. Sie wollen diese Jessie zur Rede stellen und mit ihrem Geständnis auf Band zurückkommen." Kian schaute Shane an als würde der ihn gleich umbringen. Zuerst sagte Shane gar nichts, dann sagte er: "Kian ich tu dir doch nichts....schau nicht so, du kannst ja nichts dafür. Und jetzt zu Bryan und Mark. Haben sie noch alle Tassen im Schrank??! Das klappt doch nie!! Was denken sie sich nur immer dabei??!!!" Kian hielt Shane den Finger an den Mund. "Schhhhh, schrei doch nicht so. Nicky darf davon nichts erfahren. Wenn es klappt ist gut, wenn nicht, dann eben nicht. Ist doch jetzt auch egal, was die beiden in London für eine Scheiße bauen."

"Was zum Teufel sind sie?" fragte Mark während Ernies Finger über die Tastatur flogen. "Ernie ist ein Genie. Der beste Hacker der Welt. Für ihn ist es ein Kinderspiel, nicht vorhandene Informationen rauszukriegen. Was glaubst du wie oft er mir die Klausuren beschafft hat. Zwei Tage vor Testtermin wusste ich immer was kommt. Doch heute macht er das nur mehr für gute Zwecke." Mark schaute Bryan fragend an. "Du weißt schon FBI, CIA und so." raunte ihm Bryn zu. "FBI?" formte Mark mit den Lippen. "Bryan, jetzt hast du meine Identität auffliegen lassen..." sagte Ernie grinsend. "Sagt mal, wollt ihr mich verarschen?" fragte Mark sauer. "Nein, ich mach das wirklich. Hacker fürs FBI ist mein 2. Job. Allerdings weiß das fast jeder der mich kennt.....über meine Identität brauche ich mir also keine Sorgen zu machen. So, da habt ihr die Adresse.....45 Mainroad, Eastlondon. Ihr habt Glück, ist nur 3 Straßen weiter." "Danke Ernie, du weißt gar nicht was mir das bedeutet." Bryan umarmte Ernie bis dieser in bitten musste loszulassen. Mark verabschiedete sich auch schnell von ihm, ehe in Bryan aus dem Laden schob. Es war inzwischen schon 17.00 Uhr, und Bryan wollte so schnell wie möglich wieder in Dublin sein.

"Sagt mal, wollen diese Paparazzis vor dem Tor ihr Nachtlager aufschlagen? Immerhin ist es schon ziemlich dunkel." sagte Nicky als er hörte, dass Kian und Shane wieder in die Küche kamen. "Ach Nicky lass sie doch im Garten zelten, wenn sie unbedingt wollen. Los komm, wir gehen eine Runde Playstation spielen, das lenkt ein bisschen ab." Shane zog Nicky vom Fenster weg. "Meinetwegen." murmelte Nicky.

"Mainroad 44.......45. Da ist es." Bryan zog Mark zum Hauseingang. Das Gebäude war ziemlich groß und die Jungs mussten erst die richtige Klingel suchen. "Newman..Newman...find ich nicht. Vielleicht sollten wir um den Block gehen und es bei einem anderen Eingang versuchen..." "Hey bist du blind? Hier stehts doch." Mark zögerte nicht lange und drückte auf die Klingel. "Hast du sie noch alle?? Ich hab doch noch keinen Plan! Als was willst du uns bitte vorstellen?" Bryan verlor fast die Nerven. "Sorry, hab nicht dran gedacht." Mark setzte seinen Dackelblick auf. Bryan wollte gerade was erwiedern, als eine Stimme erklang. "Ja bitte?" dröhnte es aus dem Lautsprecher. "Äh, bin ich hier richtig bei Newman?" Bryan versuchte Zeit zu schinden, um sich etwas passendes einfallen zu lassen. "Sie werden doch noch wissen, wo sie geklingelt haben?" ertönte wieder die Frauenstimme. "Ja, natürlich..Ähm.." Bryan war mit seinem Latein am Ende. "Hier sind Spencer und Cowell. Wir sind Psychologen vom Londoner Police Department. Es geht um ihre äh...Tochter." Das mit der Tochter hatte Mark nur geraten und er betete, dass es stimmte. Bryan starrte Mark an. Er wusste nicht ob er ihm um den Hals fallen sollte, da er ihm aus der Patsche geholfen hatte, oder ihn in den nächsbesten Müllkübel stecken sollte, weil etwas blöderes hätte ihm wohl nicht einfallen können. Aber auch er betet innerlich, dass ihnen die Frau das abkaufte. Die Frau sagte lange nichts, dann sprach sie: "Ok, kommen sie rein. 3. Stock, erste Tür links." Ein Summen ertönte und Bryan schob die Tür auf.

"Nicky, warum bist du eigentlich nicht im Knast...ich meine du stehst doch unter Verdacht...." Shane hätte Kian am liebsten die Popcornschüssel aufgesetzt. Wie konnte er jetzt, wo Nicky wenigstens ein bisschen abgelenkt war, sowas sagen. Nicky sah wie Shane Kian böse anfunkelte und sagte: "Geht schon klar. Ich versteh dich schon. Dieser Cop, der mich verhört hat glaubt mir......anscheinend. Aber keine Sorge Kian, falls sich irgendwelche Beweise finden, bin ich in Null Komma Nichts hinter Schloss und Riegel." Shane und Kian starrten Nicky erstaunt an. Wie konnte er jetzt, wo er so tief in der Scheiße steckte, und gerade dabei war seinen Ruf und den der Band zu verlieren, solche Witze zu reißen...

"Und was jetzt?" Mark und Bryan standen vor der Wohnungstür der Newmans, die jeden Moment aufgehen könnte und schauten sich fragend an. "Du warst doch auf der Schauspielschule...nun zeig doch was du drauf hast." sagte Mark grinsend, als er sah, dass Bryan sichtlich nervös war. "Ok. Überlass mir das Gequatsche und vergiss nicht das Aufnahmegerät anzuschmeißen." Gleich darauf ging die Tür auf und eine Dame mittleren Alters stand ihnen gegenüber. Bryan setzte sein ernstestes Gesicht auf und ging auf die Frau zu. "Guten Abend Mrs. Newman, wir hoffen wir stören nicht." "Nein, nein kommen sie nur rein. Ich nehme an sie wollen sich mit Jessica unterhalten." sprach sie und führte die Jungs in die Küche. "Ja, das wäre jetzt wirklich das Beste....nach der ganzen Aufregung." sagte Bryan und machte dabei ein Gesicht wie 10 Tage Regenwetter. Mark musste sich zusammenreißen nicht laut loszulachen. Plötzlich kam ihm ein Gedanke, das sein Grinsen gefrieren ließ. Was wenn die Mutter, sie erkannte? Sicher hatte Jessie irgendwo ein Poster von ihnen kleben. Daran hatte er nie gedacht. Er versuchte ziemlich unscheinbar zu wirken und zog sich den Kragen seines Ledermantels noch weiterhinauf. "Spencer ist ihnen kalt?" ertönte es von Bryan. Zuerst checkte Mark nichts. "Hää?" er schaute Bryan fragend an. "Ach sie müssen meinen Kollegen entschuldigen, ich glaube er brütet eine Grippe aus." Mrs. Newman schien das wenig zu interessieren und sie steckte sich eine Zigarette an. "Meine Tochter ist drei Türen weiter in ihrem Zimmer, wenn sie sie sprechen wollen." "Danke für die Auskunft." sagte Bryan und ging mit Mark Richtung Schlafzimmer. "Und jetzt?" "Ach Mark....Jetzt sei du selbst und hilf mir Nicky`s Ruf wieder herzustellen." sagte Bryan genervt. Ohne anzuklopfen ging er ins Zimmer. Jessie saß mit dem Rücken zu ihnen auf dem Bett und hörte Discman. Bryan ging zu ihr hin und riss ihr die Stöpsel aus den Ohren. "Hi Jessie! Lange nicht mehr gesehen. Wann war das gleich, als dich mein Kumpel gevögelt hat, ach ja gestern!" Jessie schaute ungläubig zu Bryan und dann zu Mark. "Er hat es versucht, und ich brauch mir nichts vorzuwerfen. Ach ja, darf ich fragen was ihr hier macht." "Jessie, wir wissen das du ein schlagfertiges Mädchen bist, das brauchst du uns nicht zu beweisen. Das einzige was uns stört ist diese Sache, die du Nicky unterstellst." Mark hatte sich in der Zwischenzeit eingeschalten. "Halt Mark, bei der läuft`s auf die Tour nicht." sagte Bryan während er Jessie einen bösen Blick zuwarf. Mark ließ sich nicht beirren und fuhr fort: "Ich verstehe wie es dir erging. Nicky, der Unerreichbare, der den du nie haben kannst. Ist doch so, oder?" Er sah Jessie in die Augen. "Ich weiß nicht was du meinst." sagte sie. Doch Mark merkte wie er ihr langsam den Boden unter den Füße wegzog. Er redete weiter: "Nur Georgina darf ihn haben. Diese unscheinbare Georgina. Du verstehst nicht was er an ihr findet." Er schaute ihr erneut in die Augen. Mit Erleichterung stellte er fest, dass sie unsicher war. "DU wolltest ihn. Doch irgendwie warst du immer nur ein Fan für ihn. Du musstest etwas unternehmen, dass alle Fliegen mit einer Klappe schlägt. Und da kam dir diese Idee mit der versuchten Vergewaltigung. Georgina würde Nicky nicht mehr lieben, und er würde auf dich aufmerksam. Außerdem würdest du auch etwas für deine Hassliebe für Nicky tun. Nicky würde nun von allen verachtet werden und alle würden den schlechten Menschen in ihm sehen, nicht mehr den smarten Sonnyboy der alle Mädchen verrückt macht. Alle Girls würden ihn hassen und du hättest ihn für dich alleine. Das war es doch was du wolltest." Jessie schaute betreten zu Boden. Mark wurde lauter: "Doch du hast nicht an die Konsequenzen gedacht. Sei es für Nicky als auch für dich. Nicky kommt jetzt zwar warscheinlich mit einer hohen Geldstrafe davon, aber du brauchst nicht zu erwarten, dass er dich je sehen will. Denn du hast sein Leben zerstört. Und glaube mir, du wirst mit dieser Schuld nicht leben können. Auch wenn man so einen starken Charakter hat wie du. Ich geb dir jetzt die Chance, alles wieder in Ordnung zu bringen. Also sag die Wahrheit." Mark hatte wirklich keine Ahnung was er jetzt noch sagen sollte. Suchend blickte er sich nach Bryan um. Schließlich sah er ihn im Plüschsessel neben der Tür sitzen. Sein Gesicht war ungewöhnlich nachdenklich und es dauerte lange bis er Mark registrierte. "Ok.....ja es ist wahr.......es war alles nur erfunden. Er....er hat mich nie angerührt." sagte Jessie den Tränen nahe. "Sags noch mal." Mark hatte ganz vergessen das Band einzuschalten. Schnell drückte er auf Record. "Nicky hat gar nichts getan, ich hab alles nur erfunden." Nun weinte sie wirklich. Mark nahm sie in den Arm. "Ist ja alles okay." sagte Mark leise. "Nein, nichts ist okay." Jessie löste sich aus Marks Umarmung und schaute ihn Verzweifelt an. "Nichts ist okay.....ich habe Nicky`s Leben zerstört....ich habe ihn ruiniert, er wird nie wieder mit mir sprechen....ich bin zu weit gegangen!" Jessies Worte endeten in einem Heulkrampf. "Ich bin so ein Biest, ich schade den Menschen nur, ich glaube es wäre besser ich bin tot." sagte Jessie unter Tränen. "Das darfst du nicht denken, hast du gehört. Das ist doch völliger Unsinn. Das war zwar ein Fehler, denn du gemacht hast, aber den kannst du wiedergutmachen.....außerdem Nicky kommt sicher nicht in den Knast. Erst recht nicht wenn du morgen die richtige Aussage machst." Mark schaute Jessie fordernd an. "Ja...ich werde gleich morgen früh die Wahrheit sagen." schluchzte Jessie. "Na dann ist ja alles geklärt." sagte Bryan und erhob sich vom Sessel. Mark umarmte Jessica nocheinmal, da enteckte er Kratzspuren auf ihren Armen. "Und woher sind die?" fragte er leise. Jessie schaute betreten zu Boden. "Die hab ich mir selber zugefügt...Mann, es sollte doch alles glaubwürdig wirken..." Mark wünschte ihr viel Glück, dann verließ er mit Bryan, der schon ungeduldig an der Türschwelle stand, das Zimmer. "Hat sie mit ihnen geredet?" fragte Jessies Mutter besorgt. "Ja, jetzt hat sie sich endlich ausgesprochen." sagte Bryan. "Was passiert mit diesem Schwein, der meiner Tochter das angetan hat?" fragte Mrs. Newman während sie sich einen Cognac einschenkte. "Das werden sie schon frühgenug erfahren. Ich gebe ihnen einen Rat Mrs. Newman. Passen sie gut auf ihr Mädchen auf und unterstützen sie sie. Das braucht sie jetzt." sagte Mark. "Und lassen sie in Zukunft die Finger vom Cognac." bemerkte Bryan, als er sah wie die Frau das Glas in einem Zug leerte.

"Mann du warst Spitze Mark!" sagte Bryan und klopfte seinem Kumpel anerkennend auf die Schulter. "Woher hast du bloß dieses Psychogefasel?" "Tja" sagte Mark "ob du´s glaubst oder nicht ich wollte mal Sozialarbeiter werden und da braucht man dieses Zeug." "Du würdest echt einen Guten abgeben." lobte Bryan während er ein Taxi anhielt. Auf dem Weg zum Flughafen fischte Bryan sein Handy aus der Tasche. "Wen rufst du an?" fragte Mark neugierig. "Ja natürlich Shane, ich muss ihm ja die freudige Botschaft überbringen." "Und warum nicht gleich Nicky selbst?" fragte Mark weiter. "Na weils sonst keine Überraschung wäre."

"Was ist denn mit dir passiert, sind wir wieder Nummer 1 in den Charts, oder was?" fragte Kian als Shane freudestrahlend ins Wohnzimmer kam. Nicky war in der Zwischenzeit auf dem Sofa eingeschlafen und schlummerte vor sich hin. "Mark und Bryan haben`s geschafft! Sie haben Jessica wie auch immer sie das gemacht haben, ein Geständnis entlockt." "Das ist ja klasse!" rief Kian und umarmte Shane stürmisch. "Was ist denn? Warum schreit ihr so?" fragte Nicky, der von dem Lärm den die beiden veranstalteten aufgewacht war. "Ach nichts besonderes." sagte Kian mit ernster Miene.

"Oh Gott, was machen diese ganzen Reporter vor Nicky`s Haus!" rief Mark entsetzt. "Da steig ich sicher nicht aus." "Ach komm schon Marky, wir müssen irgendwie durch´s Tor. Shane hat gesagt er hilft uns. Um Punkt 9 kommt er raus und macht uns das Gartentor auf." "Na hoffentlich." Mark kuschelte sich in den weichen Sitz seines Autos. Die Reporter hatten das Auto in der Zwischenzeit bemerkt und umringten es. Wie vereinbart kam Shane um 9 und schloss das kleine Tor auf. Schnell stiegen die beiden Jungs aus dem Auto und huschten in den Hof. "Mein armes Auto!" stöhnte Mark, als er es draußen auf der Straße stehen sah. "Wehe diese Medienfuzzis krümmen ihm nur ein Haar." "Ja, ja Mark. Wir haben jetzt aber etwas Wichtigeres zu tun. Wo ist das Aufnahmegerät?" Bryan ließ es sich von Mark geben und spulte es zurück. Dann stellte er sich in die Mitte des Hofes und rief: "Ladies and Gentleman. Ich verlange absolute Ruhe." Die Reporter schauten verwirrt durch die Gitterstäbe des Tores. "Nicky beweg deinen Arsch hierher oder geh zumindest auf den Balkon!!" schrie er dann noch lauter. Es dauerte nicht lange und zwei blonde Köpfe beugten sich über die Balkonlehne direkt über Bryan. "Hi Bry, auch schon zurück?" sagte Kian und strahlte abwechselnd Bryan und den neben ihm stehenden, ziemlich verwirrten Nicky an. Sofort begann ein Blitzlichtgewitter von Seiten der Fotografen. Kian musste Nicky ziemlich festhalten, damit er nicht die Flucht ergriff. "Jetzt lasst eure Pfoten von diesen scheiß Kameras und hört was wir euch zusagen haben!" brüllte Mark in die Menge. Sofort wurde es mucksmäuschenstill. Auch Shane sah Mark verwundert an. Bryan legte den Arm um ihn. "Tja seit wir in London waren zeigt Mark was in ihm steckt..." Dann ging er bis zum Tor und ließ das Band laufen. "Nicky hat nichts getan. Ich hab alles nur erfunden." ertönte es und darauf folgte ein Heulkrampf. Plötzlich machte es Klick und eine Männerstimme sang. "Oh sorry, da hab ich wohl ein Lied komponiert.." sagte Bryan verlegen. Doch die Reporter schien das nicht zu interessieren. Wild redeten sie durcheinander und hin und wieder schoss einer ein Bild von Nicky, der strahlte wie ein Honigkuchenpferd. "Jetzt kommt schon!" schrie Shane und winkte zum Balkon. Das ließ sich Nicky nicht zweimal sagen und stürmte mit Kian im Schlepptau hinunter in den Hof.

"Wie habt ihr das bloß geschafft!? Ich kanns noch gar nicht glauben! Oh Mann ich hatte schon voll Schiss...reicht das Band überhaupt als Beweis?" Nicky saß mit den Jungs im Wohnzimmer und überhäufte Mark und Bryan nur so mit Fragen. "Ach Nix jetzt beruhig dich doch...natürlich reicht es als Beweis...und wenn nicht, dann bist du halt erst morgen...oh es ist ja schon 10 nach 12, das heißt dann heute früh aus dem Schneider, wenn Jessie ihre Aussage macht." sagte Mark. "Und falls sie das nicht macht, dann hetzte ich ihr Ernie vom FBI auf den Hals." sagte Bryan und zwinkerte Mark zu. "Hää??" Shane und Kian verstanden nur Bahnhof. Nicky schien das nicht aufzufallen. "Oh mann, ich bin ja soooo glücklich!" "Dann ist ja alles klar." sagte Kian. Plötzlich verschwand Nicky und kam gleich darauf mit 2 Flaschen Champus wieder. "Los lasst uns feiern!" "Jaaaaaaaaaa!" brüllten alle anderen im Chor. "Auf Nicky!" rief Bryan. "Auf Mark und Bryan, weil sie mich sozusagen gerettet haben und natürlich auf Shane und Kian, weil sie mich hingehalten haben." sagte Nicky, "Ok. Auf uns!" schrie Shane. Da fiel Nicky noch was ein. Er wollte gerade mit einem weiteren Trinkspruch loslegen, da klingelte sein Handy." Besorgt sah er auf den Display. Georgina! "Hi Geo?" sagte er leise. "Hi Nickyschatz!. Du es tut mir ja so leid, aber ich muss noch bis Dienstag bleiben. Monica kriegt ihr Haus sonst nie fertig. Du weißt ja ich hab`s ihr versprochen zu helfen." "Ja,bleib nur, ich hab die Jungs im Haus. Uns wird bestimmt nicht langweilig." sagte Nicky "Toll. Dann bis Dienstag." "Georgina, ich liebe dich." "Ich dich auch Nickyschatz. Ich liebe dich von ganzem Herzen." Dann verabschiedeten sie sich und Nicky legte lächelnd auf.

"Wenn ich mich nicht irre wolltest du vorher noch was sagen." sagte Mark. "Ach das hat sich erübrigt." sagte Nicky verträumt. "Ich wollte auf Georgina anstoßen, und hoffen dass sie die ganze Sache nie erfährt." "Und, warum hat es sich erübrigt?" fragte Bryan neugierig. "Nicky grinste ihn an. "Ich glaub sie weiß nichts. Gar nichts. Und wenn doch.... dann glaubt sie an mich...immerhin weiß sie ja noch nicht, dass alles eine Lüge war." "Auf Nicky und Georgina!" rief Kian und die Jungs stimmten freudig mit ein.