"Hey, Sie sitzen auf meiner Bank!", wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
Ich hatte meine Notizen vor mir auf dem Schoß und war ganz vertieft ins
Schreiben gewesen, dass ich den Jemand gar nicht hatte kommen hören, der
jetzt vor mir stand. Ich sah auf und blickte in ein aufgeschlossenes Lächeln
von einem jungen Mann. "Oh Entschuldigung, das wusste ich nicht..." Ich schlug
mein Buch zu und wollte aufstehen, als ich sanft zurück auf die Bank geschubst
wurde. "Ach Quatsch, bleiben Sie, ist ja auch nicht `meine´ Bank." Er
lächelte wieder. Irgendetwas faszinierte mich an seinem Lächeln. "Wenn
Sie nichts dagegen haben setze ich mich zu Ihnen, aber wenn ich störe..."
"Nein, Sie stören nicht", sagte ich und erwiderte sein Lächeln. Ich
nahm meinen Pullover, den ich neben mich auf die weiße Bank am Strand
gelegt hatte, an mich und legte ihn mir um die Schultern. Es wurde langsam kalt.
"Ich verspreche Ihnen auch, ich bin ganz ruhig. Eigentlich bin ich ja auch nur
da um das Meer zu beobachten. Falls ich allerdings plötzlich anfange zu
singen, stupsen Sie mich einfach an, ja? Ich merk das manchmal gar nicht..."
Er nahm am anderen Ende der Bank Platz und legte seinen Arm auf die Lehne links
von ihm und schaute hinaus aufs Meer. Ich wandte meinen Blick von ihm ab und
widmete mich wieder meinem Buch. Wo war ich? Ah ja, sie rannte ihm nach... Wenig
später war ich wieder so vertieft, dass ich nichts um mich herum wahr nahm.
Ich weiß nicht wie lang ich so dagesessen hatte, aber als ich wieder von
meinem Buch aufsah und neben mich schaute, war der Mann weg. Mein Blick wanderte
über das Wasser, das leise plätschernd an den Strand gespült
wurde. Nach einem weiteren Blick auf meine Uhr, suchte ich meine Sachen zusammen
und lief langsam zurück zum Hotel.
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Am nächsten Tag, nach dem Abendessen im Speisesaal, ging ich in mein Zimmer,
das im Hintergebäude lag und die Nummer 384 hatte, und zog mir meinem blauen
Strandrock und die Bluse an. Die Schuhe tauschte ich gegen Sandalen aus, nahm
mir meinen Block, mein Buch und meine Notizen vom Tisch und ging wieder runter,
über die Strand-Promenade, zum Meer.
Ich schmunzelte als ich meine Bekanntschaft vom vorigen Tag auf der Bank sitzen
sah. "Darf ich?", fragte ich grinsend und zeigte auf die freie Hälfte der
weißen Bank während ich ihn aus den Augenwinkeln musterte. Dunkle
Haare, vielleicht braun, groß. Er hatte eine Kappe auf, seine Sonnenbrille
lag neben ihm auf der Bank. Auch er lächelte als er nickte und dann seinen
Blick wieder aufs Meer hinaus schweifen ließ. Ich wollte mein Buch aufschlagen,
als ich inne hielt und vorsichtig neben mich schaute. "Sind Sie jeden Abend
hier?", fragte ich leise, darauf bedacht den Augenblick, die Stimmung nicht
zu zerstören. Die Wellen, die miteinander spielten, die Vögel, die
über das Wasser flogen und die Sonne, die gerade im Meer versank. Wenn
nicht die Laterne ein paar Meter weiter von der Bank gestanden hätte, hätte
ich nicht mehr als die Silhouette des Mannes erahnen können. Aber da dem
nicht so war, erkannte ich, wie er den Kopf langsam zu mir drehte und lächelte.
"Ja, ich bin vor ein paar Tagen hergekommen um 2 Wochen Urlaub zu machen. Seitdem
sitze ich jeden Abend hier und beobachte das Meer." Er nahm eine Hand voll Sand
vom Boden und ließ ihn durch seine Finger rieseln. "Und Sie?", fragte
er als ich nichts entgegnete. "Ich bin auch für 2 Wochen hier. Ich wollte
mal raus aus dem Alltag, ein bisschen für mich sein", sagte ich leise,
erschrocken über die Offenheit, die ich dem fremden Mann gegenüber
an den Tag legte. Er nickte und ein Lächeln umspielte seine Lippen.
Die nächsten paar Stunden saßen wir schweigend nebeneinander auf
der Bank. Jeder hing seinen Gedanken nach. Es war erstaunlich. Es war keine
peinliche Stille die uns umgab, es war das schweigende Genießen des Augenblicks.
Was das Meer für eine Wirkung auf einen haben konnte...
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Es wurde zu einer Gewohnheit, die abendlichen Treffen mit diesem Mann. Ich wusste
nicht wie er hieß, wo er herkam, ich wusste, dass er da war und das reichte
mir. Ich war oft enttäuscht worden im Leben. Von meinen Eltern, Freunden.
Deshalb genoss ich die Zeit am Strand, das Gefühl, dass jemand das Gleiche
dachte wie ich, fasziniert von dem Schauspiel war, das wir jeden Abend beobachteten.
Man brauchte keine Worte um das zu beschreiben, man musste es fühlen.
An diesem Abend saßen wir wieder auf der Bank. Mit dem Fuß malte
ich kleine Bilder in den noch warmen Sand, mit den Zähnen kaute ich auf
meinem Stift herum. Mir fiel einfach nicht ein, wie sie mit ihm reden sollte!
Gerade versank der letzte Sonnenstrahl im Meer. Ich hörte den Mann neben
mir leise lachen. Fragend schaute ich zu ihm herüber. Unsere Blicke trafen
sich. "Sagen Sie, finden Sie es nicht komisch? Jeden Abend sitzen wir hier,
das schon seit 4 Tagen, und ich weiß fast nichts von Ihnen, aber trotzdem
habe ich das Gefühl, als würde ich Sie kennen", sagte er und hielt
meinem Blick stand. Ich mochte es, wenn Männer einen anschauten wenn sie
mit einem redeten. Sonst logen sie, und ich war oft genug angelogen worden.
Ich nickte langsam. "Mir geht es genauso", antwortete ich und schlug mein Buch
zu. Mir fiel ja doch nichts ein, warum also weiter rumgrübeln? Obwohl ich
eigentlich so schnell wie’s irgendwie ging mit dem Buch fertig werden musste.
Mir blieb keine Zeit.
Ich legte es neben mich und verschränkte die Arme vor der Brust. Es wurde
wieder kalt. Und gerade heute hatte ich meinen Pullover im Zimmer vergessen.
Ich spürte etwas warmes weiches auf meinen Schulter. Und ich spürte
jemand neben mir. Ich sah neben mich und sah den Mann dicht neben mir, mir seinen
Pullover um die Schultern legend.
"Danke", sagte ich. Er lächelte wieder. Er nahm seinen Arm von meinen Schultern
und rutschte wieder ein kleines Stück von mir weg. Mein Buch hatte er auf
seinem Schoß, sonst hätte er ja nicht so nah zu mir rutschen können.
Der Mann warf einen kurzen Blick darauf und wollte es eigentlich gleich neben
sich legen, doch er hielt inne. "Darf ich fragen, was Sie da schreiben?", wollte
er wissen. Ich zögerte. "Sie müssen es mir nicht sagen!" Ich winkte
ab. "Nein, schon okay. Kennen Sie `Stürme am Meer´?", stellte ich
die Gegenfrage und guckte ihn erwartungsvoll an. Sein Gesicht hellte sich auf.
"Ob ich `Stürme am Meer´ kenne? Es ist eins meiner Lieblingsbücher!
Lesen Sie es?" Ich schmunzelte. Sollte ich wirklich? "Nein", fuhr ich fort,
"ich habe es geschrieben." Der Mann neben mir setzte sich auf. "Sie haben es
geschrieben!?", wiederholte er. Ich nickte. In seinem Gesicht breitete sich
ein Strahlen aus. Er streckte mir freudig seine Hand entgegen. "Es ist mir eine
Ehre Sie kennen zu lernen!", rief er. Lächelnd und doch etwas schüchtern
ergriff ich seine Hand. Genau so etwas wollte ich vermeiden. "Dann sind Sie
also Catherine..."
"Ja", unterbrach ich ihn, "bin ich." Er bemerkte meinen Tonfall und entschuldigte
sich sogleich. "Tut mir Leid, jetzt benehme ich mich schon genauso wie die Leute,
die ich selbst nicht leiden kann. Aber ich bin so überrascht. Ich habe
mir Sie immer ganz anders vorgestellt." Irritiert sah ich ihn an.
"Sorry, so hab ich das jetzt nicht gemeint..." Er kratze sich hilflos am Kopf.
"Aber ich muss Ihnen dann doch mal mein Lob aussprechen. Ihr Buch ist einsame
spitze. Und das sag ich jetzt nicht nur so. Ihre Art zu schreiben hat mich schon
auf der ersten Seite fasziniert!" Augenblicklich wurde ich rot.
"Sie reden nicht gerne drüber, was?", fragte der Mann. Ich nickte kaum
merklich. "Macht nichts." Er lächelte und schaute wieder raus aufs Meer.
"Jetzt möchte ich aber auch wissen mit wem ich die Ehre habe", meinte ich.
"Kennen Sie Westlife?", kam die Gegenfrage.
"Ja, ich hab ein paar Lieder gehört... Sagen Sie nicht..."
"Doch, gestatten? Mark Feehily, Sänger." Er grinste mich an und diesmal
war ich es, die ihm erfreut die Hand entgegenstreckte.
"Das war wohl der Tag der großen Bekanntgaben, was?", grinste Mark. Mark,
ein schöner Name.
"Das können Sie laut sagen..."
"Können wir das `Sie´ nicht weglassen?"
"Klar." Ich streckte ihm nochmal meine Hand entgegen. "Catherine." Er ergriff
sie. "Mark. Und ich dachte immer, Catherine wäre ihr Künstlername!"
"Nein, aber da das alle denken habe ich auch keine Probleme", antwortete ich.
Mark gab sich mit der Antwort zufrieden, und die nächste Stunde verbrachten
wir wieder schweigend auf der Bank, hinaus auf das Meer schauend.
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"Guten Abend Catherine. Schön Sie, tschuldiung, schön dich zu sehen."
Er lächelte und machte wieder Platz auf der Bank. Anscheinend war er schon
früher gekommen. "Hi Mark", begrüßte ich ihn und setzte mich
neben ihn. Mein Buch und die Notizen lagen zwischen uns. Mark warf einen kurzen
Blick darauf und lächelte mich an. Ich erwiderte sein Lächeln und
hielt ihm seinen Pullover vom Vortag hin. "Hier, den hast du gestern vergessen",
erklärte ich.
"Behalt ihn", winkte er ab. "Es wird heute bestimmt nochmal kalt." Ich nickte,
legte ihn zu meinen anderen Sachen auf die Bank und schaute hinaus. Das Meer
war ganz ruhig.
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Es war kein Tag vergangen an dem Mark und ich nicht den Abend gemeinsam am Strand
verbracht haben. Wir hatten uns mit der Zeit gut kennen gelernt. Manchmal erzählte
ich ihm aus meinem Buch. Aus der Fortsetzung, die ich schrieb. Wenn ich mir
nicht sicher war, welche Variante ich wählen sollte, fragte ich ihn nach
seiner Meinung. Ich konnte mich auf ihn verlassen. Er half mir wo er konnte
und er kannte mein erstes Buch fast auswendig. Es machte mich stolz so einen
berühmten Fan zu haben. Auch wenn Mark mir nicht berühmt vorkam. Er
verhielt sich wie ein jeder andere. Manchmal erzählte er mir von seiner
Band, von den Konzerten, oder den Touren. Wie er dann seine Familie vermisst.
Er erzählte aber auch manchmal von seinen Träumen. Problemen. Einmal
hatte er mir sogar etwas vorgesungen. Es war ein selbst geschriebener Song,
hatte er gesagt. Er hätte ihn in seinem Hotelzimmer geschrieben. Der Song
war wunderschön und ich überredete ihn dazu, ihn nach dem Urlaub seinen
Freunden vorzusingen. Vielleicht würde er dann auf das nächste Album
kommen?
"Was hältst du davon, wenn wir ein bisschen am Strand entlang laufen?",
schlug Mark aus heiterem Himmel vor. Ich war gerade wieder dabei auf meinem
Stift herumzukauen und mir eine Lösung für das Problem meiner beiden
Hauptpersonen zu überlegen als sein Vorschlag kam. Ich war überrascht,
aber auch erfreut. Ich hatte Mark in mein Herz geschlossen, und das tat ich
bei weiß Gott nicht vielen Menschen. Ich war einfach zu oft verletzt worden.
Aber bei Mark hatte ich das Gefühl, er würde mich verstehen.
"Gerne", antwortete ich und legte meine Sachen auf die Bank. Hier würde
um diese Uhrzeit keiner mehr vorbeikommen, also brauchte ich mir keine Sorgen
zu machen, dass es jemand klauen würde. Ich stand auf und zog mir meine
Schuhe aus. Es war zu schön barfuß im Sand zu laufen. Die Schuhe
nahm ich in meine linke Hand als ich zu Mark schaute. Er war dabei meine Notizen
unter seinen Pullover zu legen und so zu verstecken, dass man nichts darunter
wahrnahm. Ich lachte ihn an. "Mark was machst du da?"
"Ich verstecke deine Kreativität. Wäre doch zu schade, wenn jemand
die Fortsetzung klauen würde!", antwortete er und kam dann zu mir, während
er seine Schuhe aufschnürte und mit auf die Bank stellte. "Rechts oder
links", wollte er von mir wissen. Ich schaute erst nach links, dann nach rechts.
"Rechts, links ist so viel los", antwortete ich und Mark nickte. Vorsichtig
lief ich neben Mark in Richtung Wasser. Wir mussten aufpassen, um nicht in irgendwelche
Scherben zu treten, die am Strand verstreut lagen.
Wenige Minuten später waren wir am Meer angekommen. Ich steckte meinen
Zeh ins Wasser. "Hey, das ist ja gar nicht so kalt!", rief ich und winkte Mark
her, der irgendwas auf dem Boden suchte. Ich stieg etwa bis zu den Knöcheln
ins Wasser und ließ meine Beine umspülen. Es tat so gut.
"Hier Cat, ich hab ne schöne Muschel für dich!", flüsterte Mark
hinter mir. Ich drehte mich um und blickte in Marks blaue Augen. Die waren mir
vorher noch gar nicht aufgefallen. Sie waren fast noch blauer als das Meer.
Es kostete mich Überwindung mich von seine Augen loszureißen um in
seine Hand zu schauen. Er hielt eine Muschel darin, eine große Muschel,
die fast noch ganz war. Nur eine kleine Ecke fehlte. Einen rötlichen Farbton
hatte sie. Wunderschön.
"Halt sie mal an dein Ohr, dann hörst du das Meer rauschen", flüsterte
er und hielt sie mir an mein Ohr. Wir wussten beide, dass es nicht das Meer
war, was wir hörten, aber das war uns egal.
"Danke Mark", sagte ich kaum hörbar und hauchte ihm einen kurzen Kuss auf
die Wange. Er war romantisch, das gefiel mir.
"Komm, gehen wir weiter rein!", sagte er und fasste nach meiner Hand.
"Nein, dann wird doch mein Rock nass!", rief ich und ließ seine Hand los.
"Ist doch egal, heb ihn halt ein bisschen hoch!", rief Mark übermütig
und lief schon weiter ins Wasser hinein. So etwas war nicht meine Art, ich war
noch nie spontan gewesen, und auch noch nie stürmisch oder übermütig.
Doch warum sollte ich nicht auch einmal ausgelassen sein?
Ich schüttelte lachend den Kopf, schmiss meine Schuhe an den Strand, hob
meinen Rock an und ging weiter ins Wasser hinein.
"Komm, hier wird es noch wärmer!", rief Mark ein paar Meter vor mir. Ich
schüttelte den Kopf. Weiter wollte ich nicht. Mark spürte, dass etwas
nicht stimmte und kam zu mir. "Hast du Angst?", fragte er leise und strich mir
eine Haarsträhne aus der Stirn. Ich nickte kaum merklich. Mark lächelte,
dann nahm er meine Hand und drückte sie. "Ich bin bei dir, du brauchst
keine Angst zu haben." Ich schüttelte nochmal den Kopf und schaute nach
unten ins Wasser.
"Ich lass dich auch nicht los, ich verprech’s dir." Ich sah auf und schaute
wieder in seine Augen. Sie konnten nicht lügen, ich konnte ihm vertrauen.
Diesmal nickte ich und fasste seine Hand noch fester. Ein weiterer Händedruck
war seine Antwort darauf und Schritt für Schritt gingen wir weiter ins
Meer hinein. Meinen Rock hatte ich losgelassen, es war doch egal ob er nass
wurde oder nicht. Mark hatte seine Hose ein Stück hochgekrempelt und nun
war sie total durchnässt und lag eng an seinen Beinen. Als das Wasser uns
kurz bis unter die Knie ging blieb Mark stehen und drehte mich zu sich um. "Siehst
du, es passiert nichts", flüsterte er und strich mir noch eine Haarsträhne
aus der Stirn, die sich aus meinen hochgesteckten Haaren gelöst hatte.
Es war nicht viel Wind. Das Wasser war schön warm und der Sand unter meinen
Füßen kitzelte leicht. Der Saum meines Rocks lag sanft auf der Wasseroberfläche
und bewegte sich mit dem Plätschern der kleinen Wellen.
Marks Hand hatte meine immer noch nicht losgelassen. Ich sah ihm in seine tiefblauen
Augen. Er schaute mich nur an. Seine freie linke Hand wanderte langsam zu meiner
Wange und verweilte dort. Nun ließ er meine Hand los und legte seine Finger
auf meine Lippen. Zärtlich fuhr er die Konturen nach. Einen weiteren Moment
schauten wir uns nur an. Dann nahm er seine Finger von meinen Lippen und legte
sie an meine Hüfte. Seine Lippen kamen langsam näher. Ich schloss
meine Augen und spürte kurz darauf seine Lippen auf meinen. Er küsste
mich vorsichtig, zurückhaltend, als ob er auf ein Zeichen warten würde.
Ob ich es auch wollte oder nicht. Wenn nicht würde er sofort aufhören,
das wusste ich. Aber ich wollte, in diesem Augenblick nichts mehr als das. Ich
legte meine Arme um seinen Hals und erwiderte seinen Kuss. Ich spürte wie
Mark sich entspannte. Seine Zunge liebkoste meine Lippen was mich leise aufstöhnen
ließ. Es tat so gut. Seine Hand fuhr von meiner Hüfte langsam meinen
Rücken hoch und blieb dort liegen. Marks Küsse wurden leidenschaftlicher.
Ich legte meine Kopf an seine Schulter, unterbrach den Kuss jedoch nicht. Um
nichts in der Welt hätte ich Mark jetzt losgelassen. Meine Hand krallte
sich in seinen Haaren fest als er anfing meinen Rücken zu streicheln. Sanft
zog er mich näher zu sich heran. Mit der anderen Hand löste er den
Knoten in meinen Haaren und sie fielen weich auf meine Schultern. Marks Lippen
hielten inne. Regungslos verweilten sie auf meinen. Dann lösten sie sich
von mir. Einen kurzen Augenblick hielt ich meine Augen geschlossen, dann öffnete
ich sie und blickte direkt in seine. Ein Lächeln umspielte seine Lippen
als ich meine Arme von seinem Hals nahm und ihn an seinem Hemd zu mir heran
zog und ihn wieder küsste. Er schlang seine Arme um meinen Körper
und küsste mich mit soviel Gefühl, dass ich mich an ihm festklammern
musste damit meine zitternden Beine nicht nachgaben. Mark streichelte zärtlich
meinen Arm, er fuhr immer hinauf und wieder hinunter. Ich bekam eine Gänsehaut
durch diese Berührung, was ihn nur dazu veranlasste mich noch näher
zu sich heranzuziehen. Es war so ein unbeschreibliches Gefühl. Vielleicht
Liebe?
Ein Zittern durchfuhr meinen Körper als Mark mich wie in Zeitlupe losließ
und mir in die Augen schaute. Diese Augen... "Ich liebe dich Cat", flüsterte
er. Er sah mir dabei in die Augen, sein Blick hielt meinem stand, er log nicht.
Er meinte es ernst. Eine Träne rollte über meine Wange. Meine Hand
wollte sie wegwischen, doch Mark hielt meine Handgelenke fest und küsste
mir die Träne weg. Seine Finger streichelten über mein Gesicht. Er
war so zärtlich und sanft wie ich es noch nie bei einem Mann erlebt hatte.
Und er war romantisch.
Mark nahm meine Hand und zog mich langsam Richtung Strand. Glücklich lehnte
ich mich an seine Schulter und schloss die Augen. Es war wie ein Traum.
Mark zog mich zu sich heran, legte seinen Arm um meine Hüfte und gab mir
einen Kuss aufs Haar. Leise summte er ein Lied. Ich kannte es. Er hatte es mir
schon einmal vorgesungen "Angel’s Wings", hieß es, hatte er gesagt. Ich
lauschte seiner Stimme. Sie war ein Traum, genauso wie der Mann selbst.
Als ich trockenen Sand unter meinen Füßen spürte machte ich
die Augen wieder auf. Mark bückte sich um meine Sandalen aufzuheben und
zog mich dann weiter zu einem Liegestuhl, der in der Nähe des Wassers stand.
Er setzte sich darauf und klopfte auf den Platz zwischen seinen Beinen. Ich
setzte mich zu ihm und lehnte mich mit dem Rücken an ihn, sodass wir beide
aufs Meer schauten. Er war nicht wie die anderen Männer. Mark war anders.
Einfühlsam, romantisch. Man konnte mit ihm reden, und er verstand einen.
Man konnte stundenlang neben ihm sitzen und das Meer beobachten ohne dass man
sich unwohl fühlte.
Irgendwann schliefen wir Seite an Seite auf dem Liegestuhl ein.
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"Zum Flughafen, bitte", sagte Mark dem Taxifahrer und das Auto setzte sich in
Bewegung. Mark saß auf der Rückbank und las immer wieder die erste
Seite des Buches, das er sich kurz zuvor in einem Buchladen gekauft hatte. Es
war die Fortsetzung von `Stürme am Meer´, von seiner Cat. Es hieß
`Der Mann und das Meer´. Mark lächelte als er noch einmal die Widmung
las.
Für Mark, weil du mir das Vertrauen, die Geborgenheit und die Liebe gegeben hast, die ich in der letzten Zeit gebraucht habe. In ewiger Liebe, deine Cat.
Mark schloss die Augen und sah das Bild seiner Catherine vor sich. Er liebte sie, das war ihm in den letzten Tagen immer wieder klar geworden. Die letzten Tage in Spanien waren einfach zu schön gewesen. Er wollte sie niemals im Leben verlieren.
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"Mark da bist du ja! Louis ist schon stink sauer! Er hat doch extra gesagt pünktlich!
Aber wie war denn dein Spanien-Urlaub? Hast du ein paar nette Mädels aufgerissen?",
scherzte Kian und umarmte seinen Freund. Nicky lachte: "Nein, unser Mark doch
nicht, du kennst ihn doch, er ist eben genau das Gegenteil von dir Ki." Auch
Nicky umarmte Mark und bestaunte dessen Bräune.
"Hi ihr 2 Spinner. Jetzt weiß ich was ich vermisst hab, eure blöden
Sprüche." Er knuffte Nicky in die Seite. "Ich musste noch zum Buchladen",
erklärte er mit einem Strahlen im Gesicht seine Verspätung. "Wo sind
die anderen?"
"Drüben beim Kiosk. Du weißt doch wie gerne Bryan und Shane die Klatschzeitungen
lesen." Nicky verdrehte demonstrativ die Augen. Mark grinste und ließ
seine Koffer bei Kian stehen und betrat den Zeitungsladen. "Hi Mark, hier sind
wir!", hörte er Bryan rufen. Er ging zu den beiden und begrüßte
auch sie. Dann nahm er eine Tageszeitung aus dem Ständer und las die Schlagzeilen.
"Und, war’s schön in Spanien?", fragte Shane während er in einer Zeitschrift
blätterte. "Mark? Hallo?!" Er sah auf und wedelte vor Marks Gesicht herum.
Als er immernoch keine Antwort erhielt warf er einen Blick in die Tageszeitung,
die Mark gerade las. "Mark? Was gibt’s denn so interessantes was dir die Sprache
verschlägt?", wollte nun auch Bryan wissen. Doch Mark hielt sich nur mit
zitternden Händen am Ständer der Zeitungen fest und ließ die
Zeitung in seiner Hand, auf den Boden fallen. Er senkte den Kopf und eine Träne
rollte von seinem Gesicht. Er griff nach der Muschel in seiner Hosentasche.
Cats Muschel. Mark wurde plötzlich schlecht und dann wurde ihm schwarz
vor Augen und er sackte in sich zusammen.
"Die Jung-Schriftstellerin Catherine O’Connell aus Limerick ist gestorben.
Am Tage des Erscheinens ihres neuen Buches `Der Mann und das Meer´ starb
sie an den Folgen einer Krebs-Erkrankung. Sie hielt ihre Krankheit geheim. Nicht
mal ihr angeblicher Freund, Mark Feehily, der Sänger der Boyband Westlife,
mit dem sie in den letzten Tagen während ihres Spanien-Urlaubs des öfteren
gesehen wurde, soll davon gewusst haben.
Mit Catherine O’Connell geht eine erfolgreiche junge Autorin von uns, die es
nach dem Erfolg ihres ersten Buches `Stürme am Meer´ nach Kritiker-Aussagen
noch nach ganz oben geschafft hätte."
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