Nicky blieb stehen und dachte einen Moment nach. Sollte er wirklich klingeln?
Er musterte den Zaun mit den hohen Eisenstangen, den
vornehmen, von Gärtnern bepflanzten Garten in den sie das hohe, reiche
Haus gebaut hatten. Würde sie überhaupt mit ihm ausgehen? Was für
ein absurder Gedanke!
Klar, der Vorwand war gut, er würde hineingehen und sie zu seinem Geburtstag
einladen. Eigentlich ganz simpel. Wie er es bei allen anderen getan hatte.
Es würde immerhin die Party des Jahres werden und von daher war es doch
so gesehen eine Beleidigung, wenn er sie nicht einlud. Aber hatte sie ihn denn
eingeladen? Nein, wenn er nach dem Grundschulverfahren à la "Ich lad
dich ein - du lädst mich ein" ging, dann hatte sie überhaupt kein
Recht darauf, eingeladen zu werden. In vierzehn Jahren hatte sie ihm kein einziges
Mal eine von diesen überteuerten, selbst designten Karten gegeben. Ach,
was dachte er da? Fing er jetzt auch an, sie für arrogant abzustempeln?
Immerhin hatte seine Mutter ihm auch immer die billigen Supermarktkarten erspart
und welche mit ihm gebastelt.Ja, er würde jetzt da hineingehen und sie
einladen, ohne sich etwas dabei zu denken, wie er es bei allen anderen auch
getan hatte. Aber wie weit würde er
kommen? Bestimmt würde er von der Empfangsdame abgefangen werden. Wollte
er denn mehr? Natürlich! Aber er wollte nicht, dass sie es wusste, dass
er weiter wollte. Er wollte es ihr persönlich sagen. Er wollte sagen: "Gina,
hast du Bock am Freitag, dem neunten Oktober zu meiner Geburtstagsparty zu erscheinen?"
Nein, das war zu offiziell."Gina, willst du am Freitag zu meinem Geburtstag
kommen?", murmelte er langsam vor sich hin und ging die Steinplatten auf und
ab, "Gina, hast du
Bock...nein, Gina, wenn du Lust hast...Ihre Hoheit...Nein, Gina, möchtest
du am Freitag bei mir vorbeisehen, ich...ach nein, verflixt!"Er schlug mit der
Faust in die Luft und sah hinüber zu den Fenstern.
Sie war immerhin die Tochter des Premierministers, er hätte im Anzug erscheinen
sollen! Wahrscheinlich würde sie mit Security auftauchen. Aber die könnte
man bestimmt ausloggen. Wenn er Steve fragte, ob der mit seinem Auto vorbeifuhr,
dann konnte er sie aus dem Haus rausholen und sie wären in Null Komma nichts
weg, dann...Nicky presste seine Lippen aufeinander und kickte einen Stein beiseite.
Entweder, er ging jetzt dahin und fragte, oder er lief schleunigst wieder nach
Hause und feierte ohne sie. Langsam ging er näher zur Klingel,
streckte einen Finger aus und drückte, drehte sich weg und wartete. Es
dauerte einige Sekunden, ehe eine Frauenstimme fragte: "Ja bitte?"Nicky drehte
sich wieder herum und sah zur Sprechanlage."Bitte!", wiederholte die Stimme
wieder."Hi", sagte er, "Hier is’ Nicky. Nicholas Byrne. Is Gina, äh, ich
meine, Miss Ahern zu sprechen?" "Ja, Moment."Das Tor öffnete sich
mit einem elektrischen Summen wie von selbst und Nicky ging vorsichtig näher
und den frisch gehakten Sandweg entlang zum Haus, obwohl der über den Rasen
sehr viel kürzer gewesen wäre, aber die ganze Ordnung hier irritierte
ihn. Er ging näher zum Haus, öffnete die Tür und fand sich in
einer Art Empfangszimmer wieder. Eine Frau mit weißen, toupierten Haaren
und eine Brille auf der äußersten Nasenspitze saß an
einem Schreibtisch und etwas weiter weg standen ein paar schwarze Sessel und
ein Glastisch, auf dem ein paar Zeitungen lagen. Nickys Blick wanderte
weiter zu dem großen Gemälde vom Meer und dem teuren Parkett unter
seinen Füßen,
auf dem seine schmutzigen Turnschuhe geradezu lächerlich wirkten."Junger
Mann, kann ich Ihnen weiterhelfen?"Er sah zur Frau und ging näher."Is’
Georgina da?""Miss Ahern?”, fragte die Frau schmunzelnd und griff nach dem Telefon,
wählte eine kurze Nummer und wartete. "Ist Ginas Klavierunterricht
beendet?...Ja gut, dann sag ihr bitte, dass ein gewisser...", sie legte eine
Hand auf den Hörer und sah ihn an."Nicholas Byrne!", sagte Nicky schnell."...Nicholas
Byrne auf sie wartet!", beendete die Frau den Satz, "Ich schick ihn ins Wohnzimmer....Ciao!"
Sie legte auf und sah Nicky an. "Sie kommt
gleich. Du kannst im Wohnzimmer auf sie warten. Da vorne rechts, setz dich ruhig.""Ja,
danke!" Nicky ging eilig ins Wohnzimmer, blieb aber stehen. Das Sofa war ihm
zu weiß und bei seinem Talent Dinge zu beschmutzen wäre es das
wohl nicht lange geblieben. Auch hier war alles teuer eingerichtet, der helle
Holzfußboden, der Teppich, die weißen Gardinen vor den großen
Fenstern mit
Blick auf den Garten, der Kamin und die Bilder an den Wänden. Noch einmal
versuchte er den Text durchzugehen, den er sich die ganze
Nacht überlegt hatte, und er musste mit Entsetzen feststellen, dass er
ihn
nicht mehr konnte. Verdammt, was sollte er jetzt tun? Wie sollte er sich in
der Schnelle einen neuen überlegen? Er hätte vielleicht doch lieber
mit
seiner Mutter Einladungskarten basteln sollen, auch wenn das albern gewesen
wäre, aber dann hätte das alles vielleicht ein wenig offizieller ausgesehen.
Er wollte die Hände in den Hosentaschen vergraben, zog sie jedoch sofort
wieder heraus und erwartete, dass jetzt eine Alarmanlage oder sonst was
losging und jemand ihm unfreundlich klarmachte, dass so etwas hier verboten
war."Nicky?"Nicky fuhr erschrocken herum und sah geradewegs Georgina ins Gesicht,
die
unbemerkt in den Raum gekommen war. Sie trug nicht mehr ihre
Schuluniform
sondern einen weißen Rock bis zu den Knien und ein hellrosa T-Shirt
darauf,
auf dem in weißen Buchstaben Ladies Night draufstand. Nicky fand, dass
sie
darin umwerfend aussah. Trotzdem musste sie denken, dass er sie zu sehr
ansah und so sah er schnell auf den Boden, um sie im nächsten Moment
wieder
anzusehen."Ich...ich wollt dich was fragen.""Dann frag doch", sagte sie."Äh
ja, ich wollte dich fragen, ob du...ich meine, willst du, also, am
Freitag ist...Man!" Sie musste denken er wäre nicht mal in der Lage ein
normales Mädchen einzuladen. Was hieß normal? Er liebte sie, und
zwar
abgöttisch und spätestens jetzt musste sie das auch gecheckt haben."Was
ist am Freitag?", fragte sie."Na ja, mein Geburtstag", antwortete Nicky, "Also,
wenn du Lust hast,
dann...kannst du ja vorbeisehen. Ich meine, wenn du darfst.""Klar!", sagte sie
strahlend."Wirklich?", fragte Nicky begeistert, fing sich aber wieder, "Ja,
ähm,
es
fängt alles um acht an. Ashley und so kommen auch.""Oh, Ashley kommt",
sagte sie und es schien auf ihre Laune zu schlagen."Ja, das heißt, vielleicht...aber
Laura kommt. Und Cathlen.""Okay, dann Freitag um acht", sagte sie lächelnd."Ja",
sagte Nicky wieder."Ich freu mich.""Ja, ich mich auch." Er merkte, dass es Zeit
war zu gehen. "Also dann,
ciao!""Ja, ciao!"Nicky hob eine Hand und wandte sich zum gehen. Sie wusste,
dass er was
von
ihr wollte. Er hatte es sich einfach zu offen anmerken lassen.
"Nicky?",
stoppte sie ihn in der Tür und er drehte sich noch mal um. "Ja?""Ich find
das nett, dass du extra zu mir nach Hause gekommen bist",
sagte
sie lächelnd."Ja, kein Problem. Also dann!" Er hob eine Hand und ging nach
draußen,
ignorierte die Frau am Schreibtisch und ging den Sandweg hinunter. Er
hatte
sich zum Affen gemacht. Noch nie im seinem Leben war ihm so etwas
peinliches
passiert. Sie musste ihn für verrückt halten. Und sie hatte ein gutes
Recht
dazu. "Alles in Ordnung mit dir, Schatz?", fragte seine Mutter eine halbe
Stunde
später, während sie die Kartoffeln für das Abendessen schälte.Nicky
saß am Küchentisch und hatte beschlossen für den Rest seines
Lebens
mithilfe seiner Hände sein Gesicht zu verbergen."Du siehst so schlecht
gelaunt aus. War was in der Schule nicht in
Ordnung?""Mama, bitte!", bat Nicky."Na, ewig kannst du sowieso nicht dasitzen
bleiben, du musst ja auch
noch
Essen und Trinken! Also, wenn du dir ein Piercing hast machen lassen,
dann
sag es mir lieber gleich!""Mama, nein!" Nicky ließ ärgerlich die
Hände fallen und wollte sie
wieder
vor sein Gesicht legen, sah aber das breite Grinsen seiner Mutter und
ließ
sie unten. "Zufrieden? Da siehst du’s ich hab kein Piercing! Was soll
ich
auch damit, wo eh nie wieder einer mein Gesicht zu sehen bekommt?", kam
dumpf hinter seinen wiederhochgehobenen Händen hervor."Dein Cousin kam
letzte Woche mit ’nem Piercing an! Du kannst dir
vorstellen, was Clarence für’n Aufstand gemacht hat!""Kevin!", sagte Nicky,
"Der ist ja auch ’n Draufgänger!""Nicky ist verliebt! Nicky ist verliebt!"
Nickys kleiner Bruder Adam
kam
munter hereingelaufen und blieb breit grinsend vor seiner Mutter
stehen.
"Mama, Nicky ist verliebt!""Halt die Klappe, Adam!", fauchte Nicky."Er hat sogar
bei der Auskunft angerufen und nach ihrer Adresse
gefragt!",
plapperte Adam munter weiter, "Und dann ist er hingefahren!""Adam, du sollst
aufhören!" Nicky sprang auf und hetzte den kleinen
Giftzwerg aus der Küche."So, wer ist denn die Glückliche?", fragte
seine Mutter, "Immer noch
die
Tochter von den Aherns?""Ja!", sagte Nicky patzig, "Was dagegen?""Nein. Und?
Bist du zu ihr hingefahren?""Ja! Ich hab sie zu meinem Geburtstag eingeladen!"
Nicky ließ sich
hinfallen
und versteckte wieder sein Gesicht hinter seinen Händen, "Mama, es war
so
unendlich peinlich! Ich hab keinen anständigen Satz herausbekommen!"Seine
Mutter setze sich lächelnd neben ihn. "War das nicht total weit
zu
fahren mit dem Rad?""Es ging!"Sie schloss ihn in ihre Arme. "Jetzt hör
mir mal zu, mein Schatz: und
wenn
du dich noch so sehr blamierst, für Mädchen gibt es nichts schöneres,
als
wenn du dir extra die Mühe machst bei ihnen vorbeizufahren, nur um sie
einzuladen. Und da kannst du dich noch so sehr blamieren und sie freuen
sich
immer noch!"Nicky sah nachdenklich auf den Stuhl. Sie hatte gesagt sie würde
sich
freuen. Vielleicht hatte sie das aber auch nur aus Mitleid gesagt. Wer
wusste das schon."Trotzdem ist sie berühmt", sagte er und löste sich
aus der Umarmung
seiner
Mutter, "Sie lernt spätestens an der Uni irgendeinen steinreichen Freak
kennen und den heiratet sie dann! Ich mein, sie ist Georgina Ahern, wo
kann
ich da mithalten?""Und du bist Nicky Byrne", sagte seine Mutter und strich über
seine
Wange,
"Gina ist ein ganz normales Mädchen und du bist ein ganz normaler Junge
und
ich glaube, wenn du das einsiehst, wird sie dir sehr dankbar sein.""Aber sie
hat jede Menge Geld und ich kann ihr keine Diamantringe zum
Geburtstag schenken!", sagte Nicky."Na und?", fragte seine Mutter, "Wichtig
ist doch sowieso, das so etwas
von
Herzen kommt. Na komm, sei nicht so schüchtern, frag sie doch morgen in
der
Schule ob sie vorbeikommen will, dann könnt ihr Eisessen gehen.""Nein!",
protestierte Nicky, "Ich bin schon froh, wenn sie zu meinem
Geburtstag erscheint!""Na ja, ich halte es für besser wenn sie den Nicky
Byrne im nüchternen
Zustand kennen lernt", sagte seine Mutter und stand auf, "Betrunken
wirst du
nämlich ziemlich schnell ein wenig zu offen!""Damit hast du ja dann Gott
sei Dank nichts zutun, du und Papa seid ja
nicht
da!""Nicky lieb Georgina! Nicky liebt Georgina!”, rief Adam wieder durchs
Treppenhaus."Und tut mir ’nen Gefallen und schafft mir den Irren vom Hals!",
ergänzte
Nicky mit zusammengekniffenen Augen. Nicky traf Gina am nächsten Morgen
in der Schule wieder, als er in der
Pause
seine Bücher in seinem Spind verstaute und ihn zuwarf entdeckte er sie
neben
ihm, wie sie dasselbe tat, nur das sie ihren sachte schloss."Hi", sagte er."Hi",
antwortete sie."Wie geht’s?", versuchte er sich im Smalltalk."Gut und dir?""Kann
mich nicht beschweren."Ein paar Mädchen blieben neben ihnen stehen und
kicherten, ehe sie sich
verzogen. Nicky warf ihnen einen bösen Blick hinterher. Gina sah auf
den
Boden und presste ihre Lippen aufeinander, ihre Bücher fest an sich
gepresst. Nicky beschloss, schnell vom Thema abzulenken. "Hast du Lust,
vielleicht heute was zu unternehmen? Wir könnten Eis essen gehen?"Sie sah
auf. "Eis essen?""Ja", sagte Nicky. "Ich meine, nur wenn du willst, natürlich."Sie
nickte schnell. "Aber heute ist schlecht. Was hältst du von
übermorgen?""Okay", sagte er und hörte das Schellen hinter sich, "Bis
dann.""Bis dann." Sie drehte sich um und ging den Flur runter, blieb vor
ihrem
Klassenzimmer stehen und sah ihn noch mal an.Nicky lächelte unsicher und
sie lächelte zurück, ehe sie schnell
verschwand.
Er machte einen Luftsprung und rannte zu seinem eigenen Klassenzimmer.
Er
hatte es geschafft! Er hatte sie eingeladen! Und das Beste: sie hatte
ja
gesagt!"Hey Kumpel, alles klar bei dir?", fragte sein bester Kumpel Steve, als
er
sich neben ihn fallen gelassen hatte."Alles bestens!", antwortete Nicky und
lehnte sich relaxed zurück, "Ich
hab
ein Date mit dem hübschesten Mädchen der gesamten Schule!""Ashley?",
fragte Peter ungläubig und sah rüber zur Beautyqueen
schlechthin."Nein!", sagte Nicky und winkte ab, "Georgina Ahern!""Gina?", fragten
beide."Eh, die is’ doch voll arrogant, Alter!", sagte Steve."Echt mal!", sagte
Peter, "Was willst du mit der?""Eh, lasst die mal in Ruhe!", sagte Nicky ärgerlich,
"Die is’ voll
korrekt!""Seit wann stehst du auf so Streberkinder?", fragte Steve."Sie ist
keine Streberin!""Nein, spielt Klavier, schreibt nur Einsen und hat wahrscheinlich
noch
’n
Pferd im Garten und besucht ’nen Schachclub!", sagte Peter."Ja und?", fragte
Nicky, "Sie ist halt gut in der Schule, hast’n
Problem
damit, dass du kein Englisch und Französisch kannst?""Nicky, komm, du kriegst
echt jede wenn du willst!", sagte Steve, "Was
um
Himmels Willen willst du von Georgina Ahern?""Vergesst es!", knurrte Nicky und
sah nach vorne zu seinem Lehrer, der
hereinkam. Er fuhr mit dem Rad zur Eisdiele, auch wenn das ein ziemlich weites
Stück
war. Aber Gina sollte nicht denken, dass er einer dieser Busfahrer
waren.
Für Anfang Oktober war es in Dublin ziemlich kalt und seine Finger
wurden an
den Knöcheln rot. Trotzdem trat er einen Schritt schneller, er wollte
Gina
nicht warten lassen und es war ohnehin noch ein Stück zu fahren. Beim
treten
warf Nicky einen Blick auf die Uhr und trat noch kräftiger in die
Pedale. Er
war spät dran, deshalb beschloss er jetzt alle Kreuzungen zu übersehen.Und
es kam wie es kommen musste: kurz vor dem vereinbarten Treffpunkt
kam
jemand aus der Einbahnstraße geschossen und rammte Nicky von der vollen
Breitseite, dass beide auf den Asphalt bretterten."Spinnst du?", fragte Nicky
ärgerlich und sah vorwurfsvoll zu dem
blonden
Freak, der sich auf seinen Händen abgestützt hatte und gerade den
Kopf
schüttelte, dann aufsah und geradewegs in Nickys Gesicht blickte."Eh Alter,
mach mal langsam", sagte er und hob eine Hand, knallte noch
mal
hin und setzte sich richtig, "Immerhin hast du mir gerade die Vorfahrt
genommen!""Ja toll, du hast aber auch kein Date!", fauchte Nicky boshaft, "Wo
ha’m die
dir’s Fahrradfahren beigebracht? Auf’m Kinderautoscooter?""Nee, Karussell",
sagte er und stand auf, "Is’ das erste Mal, dass du’n
Date
hast oder warum stellst du dich so an?""Nee, in deinem Alter hatte ich längst
’ne Freundin gehabt und wusste,
wie
die Vorfahrtsregeln gehen!", sagte Nicky, "Idiot, eh!""Falsch!", sagte der Blonde
grinsend und schnippte Schadenfroh mit
seinem
Finger."Hä?", fragte Nicky."Ich sagte falsch. Das bedeutet...""Schon gut,
das was du redest ergibt sowieso keinen Sinn!""Nein, ich meinte, ich heiße
nicht Idiot."Nicky verdrehte genervt die Augen und bückte sich, um sein
Fahrrad
wieder
aufzuheben. "Brian", antwortete er, "Brian McFadden.""Nicky Byrne, freut mich!",
sagte er und stieg wieder auf."Ich geh’ übrigens demnächst auf die
Milton Park High.""Muss das sein?"Er nickte breit grinsend und stieg ebenfalls
auf sein Fahrrad."Dann tu mir ’nen Gefallen und erzähl keinem, dass du
mich kennst!",
sagte
Nicky und legte einen Fuß auf sein Pedal."Mach ich nicht, keine Sorge",
sagte Brian, "Wie alt bist’n du?""Vierzehn. Noch.""Ach so, ich dachte, du wärst
jünger.""Ich bin zwar klein, aber das heißt nicht, dass ich mich
mit so Zwergen
wie
dir abgebe!", knurrte Nicky und musterte Brian, der gut einen Kopf
größer
war als er, von oben bis unten."Schade", sagte Brian, "Na ja, wir seh’n uns.
Noch mal sorry, dass ich
dich
übern Haufen gefahren hab, aber ist halt was schwierig dich zu sehen,
bei
deiner Größe!"Nicky knurrte ärgerlich."Na ja", sagte Brian und
zuckte grinsend eine Schulter, "Wir seh’n uns.
Bis
dann, Knirps!" Er fuhr los, bremste am Ende der Kreuzung jedoch scharf
ab.
"Ach ja, deine Hose hat da am Knie ’nen Riss, ich weiß nicht, ob deine
Freundin da so unbedingt drauf steht! Also dann!" Er hob noch mal eine
Hand
und fuhr dann endgültig los.Nicky sah ihm ärgerlich hinterher und
musterte dann seine Hose.
Tatsächlich!
Ein Riss! Gina musste denken, ja, was würde sie denken? Er traf sich
mit der
Tochter des Premierministers und hatte nichts besseres zutun, als in
einer
zerrissenen Jeans zu erscheinen. Sie wartete bereits am Springbrunnen im Park,
wo sie sich verabredet
hatten.
Nicky bremste neben ihr scharf ab und warf sein Rad beiseite. "Hi!""Hi", sagte
sie."Wie geht’s?", fragte er locker."Gut", antwortete sie, "Und dir?""Könnte
nicht besser sein!""Was hast du mit deiner Hose gemacht?""Oh äh, meine
Hose!", sagte er und sah zu dem Riss, "Bin mit ’nem
dummen
Freak aus dem Kindergarten zusammengestoßen!""Oh", sagte sie, "Sieht der
genauso aus?""Seh’ ich aus?", fragte er."Na ja, du hast ’ne ziemlich heftige
Schramme an der Stirn.""Oh wirklich?", fragte Nicky und legte kurz eine Hand
an seine Stirn,
sah
sie an und bemerkte das Blut, das daran klebte.Georgina zog ihn zum Brunnen,
setzte sich mit ihm und tupfte das Blut
vorsichtig weg. Nicky hielt still, auch wenn das nicht gerade angenehm
war."So, jetzt ist alles weg", sagte sie und warf ihr Taschentuch beiseite,
stand auf und umklammerte ihre Tasche feste."Danke", sagte Nicky und sah sie
von unten an. Sie trug eine normale
Jeans
wie jedes andere Mädchen und ein weißes T-Shirt. Ihre blonden Haare
hoben
sich vom Wind leicht an und sie war nicht so überschminkt wie die
ganzen
anderen Mädchen.Er merkte, dass er sie zulange ansah und stand schnell
auf. "Lass uns
gehen."Sie gingen los. Es trat eine unangenehme Schweigepause ein. Nicky
überlegte
fieberhaft, was er sagen sollte, aber es fiel ihm nichts ein.Sie gingen zu Eisdiele,
setzten sich und bestellten."Weißt du", fing Gina an, als der Kellner
ihnen das Eis servierte, "Ich
hab
eigentlich immer gedacht, du wärst so ein Macho-Freak, der mit so
Leuten wie
mir nicht sprecht.""Wieso sollte ich nicht mit dir sprechen?", fragte Nicky."Na
ja, es gibt jede Menge Leute, die denken, ich wäre arrogant.""Also, ich
tu’s nicht!", sagte Nicky und kam sich im nächsten Moment
dämlich
vor, dass er sich ihr zu sehr aufdrängte.Sie lächelte schüchtern
und aß einen Löffel von ihrem Eis. Nick sah ihr
dabei zu und aß dann selbst schnell, als sie es wieder bemerkte."Zu deiner
Party...", fing sie dann langsam an, "Was planst du
eigentlich?""Na ja", sagte Nicky du sah sie an, während er sich einen Löffel
in den
Mund
schob, "Wie immer: jede Menge geile Musik, Alkohol und voll korrekte
Leute!""Aber ihr betrinkt euch doch nicht, oder?""Na ja, ’n paar werden sich
bestimmt tierisch betrinken", sagte Nicky,
"Aber
nicht alle, keine Panik.""Und bis wann geht deine Party?""Weiß nicht",
sagte er und zuckte eine Schulter, "Offiziell bis zehn,
aber
meine Ma is’ eh nicht da und deshalb kann ich auch feiern solange ich
will.
Die gehen alle irgendwann, wann sie wollen und dann kommen manche noch
mal
wieder, ein paar findest du am nächsten Tag in der Dusche und..." Er
hielt
inne und sah in Ginas erstauntes Gesicht. "Sorry! Du musst denken, ich
wär’
ein bekloppter Alkoholiker!""Nein", sagte sie, "Ich meine, ich weiß gar
nicht, wie das sein soll,
betrunken zu sein...""Na ja, du fängst auf einmal an zu schwanken und redest
wirres Zeug und
im
schlimmsten Fall...", Nicky brach wieder ab und wünschte sich, der
Erdboden
würde sich auftun. Und er wollte sich ernsthaft Hoffnungen bei ihr
machen....Wenn er das so weiterging, würde sie gar nicht erst
erscheinen,
weil sie dachte es würden nur drogensüchtige Chaoten da rum rennen."Was
ist im schlimmsten Fall?", fragte sie interessiert."Na ja", sagte Nicky, "Ich
bin mal hingeflogen und musste mich am Boden
festhalten, weil ich Angst hatte, noch mal hinzufliegen. Aber das war
nur
einmal. Seit dem halt ich mich was zurück. War ’n ziemliches
Scheißgefühl!""Wann war das?""Weiß ich nicht mehr. Is’ vielleicht
’n halbes Jahr her!"Sie prustete. Nicky stimmte leicht unsicher in ihr Lachen
ein."Ich meine...du musst dich ziemlich mies gefühlt haben, sorry", sagte
sie
und wurde wieder ernst."Nein", sagte Nicky, dabei hatte er sich sogar ziemlich
mies gefühlt,
sofern
er sich daran erinnern konnte, bevor sein Filmriss eingetreten war,
"Ich hab
auch drüber gelacht, als ich’s gehört hab!""Weißt du, manchmal
würde ich echt gerne mit irgendwem von den anderen
Mädchen tauschen", sagte sie, "Ich mein, ich hab nichts gegen mein
Leben,
aber irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, ich verpasse irgendwas,
weil ich
nie auf Partys gehe und auch keine schmeiße. Dafür ist die Einrichtung
zu
teuer.""Na ja, dann schmeiß doch einfach eine Zeltparty", schlug Nicky
vor und
wollte eine Hand nach hinten klappen, um seinen Vorschlag zu
bekräftigen und
dabei warf er versehentlich das Eis beiseite. Die beiden lachten und
Nicky
war stolz darauf, sie zum lachen zu bringen."Weißt du", fuhr sie dann
fort, "Ich bin sonst immer nur bei
Staatsbesuchen
und so und guck nett, dabei hab ich davon gar nichts und...""Ich helf’ dir dabei",
sagte Nicky, "Sag mir einfach, wann deine Eltern
nicht da sind."Sie kicherte. "Du meinst wirklich, wir sollen so klammheimlich
die
Leute
einladen und einfach feiern.""Ja", Nicky nickte, "Ich kenn bestimmt ’n paar
Typen, die haben Zelte
und
Essen kriegen wir auch ganz easy und Trinken...wir können nur Cola und
so
besorgen, aber wenn du willst, dann kann ich auch was Alkohol besorgen,
ich
kenn’ ’n paar Typen, die kriegen das Zeug.""Ja", sagte sie, "Dabei..."Der Besitzer
der Eisdiele kam zu ihnen rüber. "Entschuldigung", fragte
er
diskret, "Aber könnten Sie kurz in dieses Buch hier unterschreiben,
Miss?"
Georginas Miene wurde mit einem Mal ernst. Sie griff eilig nach dem
Stift
und schrieb ein paar Sätze in das Gästebuch, gab ihn dann zurück
und
zwang
sich zu einem Lächeln. Der Mann bedankte sich auf italienisch und ging
dann
zurück."Siehst du?", fragte sie niedergeschlagen, "Die meisten sehen nur
die
Promitochter in mir. Können wir gehen?""Klar", sagte Nicky und wünschte
sich innerlich den Eisdielenbesitzer
zum
Himmel, dass er ihm sein Date versaut hatte. Aber Brian McFadden oder wie der
sich auch immer nannte hatte Nicky
noch
nicht genug verfolgt. Am nächsten Tag, seinem Geburtstag, gerade
nachdem
Nicky im Wohnzimmer das Telefon aufgelegt hatte, rief seine Mutter:
"Nicky,
kommst du, Schatz? Wir haben neue Nachbarn!"Nicky ging bereitwillig zur Haustür
und blieb baff mitten im Flur
stehen. Da
standen ein älteres Ehepaar, das war halb so wild, aber zwischen ihnen
breit
grinsend Brian. Nicky musterte den leicht pummeligen Freak von oben bis
unten und blieb dann mit aufgeklapptem Mund im Flur stehen."Das sind Mr. und
Mrs. McFadden", stellte seine Mutter das Paar vor,
"Und
das ist ihr Enkel Brian.""Oh nein!", sagte Nicky entsetzt."Nicky und ich sind
bereits befreundet", sagte Brian zu seiner Mutter,
"Wir
haben uns gestern kennen gelernt.""Ach wirklich?", fragte seine Mutter lächelnd."Nur
weil du mich über’n Haufen fährst, heißt das nicht, dass wir
befreundet
sind!", knurrte Nicky."Kommst du denn auch heute Abend?", fragte seine Mutter
währenddessen."Wohin?", fragte Brian."Zu meinem Geburtstag", antwortete
Nicky, "Für Teenager!""Klar komme ich!", sagte Brian strahlend. "Das wird
bestimmt cool!""Toll", sagte Nicky genervt und drehte sich um."Nicky, willst
du Brian nicht bitten, reinzukommen?", hakte seine
Mutter
nach."Nein!"; antwortete Nicky und sah in ihre scharfen Augen, "Das heißt:
willst
du vielleicht reinkommen, Brian?" ‚Um mich hier drinnen zu nerven?’,
fügte
er in Gedanken hinzu."Klar", sagte Brian und lief in das Haus.Nicky ging schnurstracks
in den Garten, wo die Party stattfinden
sollte.
Brian ließ sich auf dem Weg dahin dummerweise nicht abwimmeln und
deshalb
drehte er sich nach ihm um und musterte ihn wieder. Er war immer noch
größer, wie hätte es anders sein sollen."Herzlichen Glückwunsch
übrigens", sagte Brian, "Wie alt bist du
eigentlich
jetzt?""Ich bin fünfzehn", antwortete Nicky."Ach so", sagte er, "Kommt
deine Freundin heute Abend auch?""Ja, sie kommt! Aber ich werd sie dir nicht
zeigen!""Und was esst und trinkt ihr?"Nicky sah sich um. "Ich besorg die Cola
später, ’n Kumpel von mir kommt
mit
seinem Auto vorbei, dann müssen wir das ganze Zeug nicht schleppen.""Wieso
holen wir sie nicht jetzt?"Nicky sah ihn an. "Wir beide?""Ja", sagte Brian,
"Ich helf’ dir beim tragen, ich mein, nachher
erdrückt
der Kasten dich!"Nicky grinste kurz. "Okay, komm, wir geh’n."Die beiden gingen
zum Getränkemarkt und kauften die Cola, schleppten
sie
mühsam zu Nicky nach Hause und klingelten dann. Es öffnete ihnen
keiner.
Nicky sah genervt zum Küchenfenster und klingelte noch mal."Is’ keiner
da?", fragte Brian scheinheilig nach."Nee, is’ es nicht!", sagte Nicky."Und
warum schließt du dann nicht auf?""Weil ich keinen Schlüssel hab!""Dann
klettern wir einfach über die Garage!""Über die Garage?""Ja! Dann
sind wir bei euch im Garten und können ganz easy die Tür
öffnen!"
Das leuchtete Nicky ein. "Okay", sagte er und stellte sich an die
Garage.
"Ich heb dich hoch und kletter’ dann über die Regenrinne nach oben!""Okay",
sagte Brian und kam näher, stellte sich auf Nickys Fuß und
versuchte
sich hoch zu hieven."Könntest du vielleicht bitte was schneller machen?",
fragte Nicky
ächzend
und ging unter dem Gewicht in die Knie. Brian fand Halt und hangelte
sich
langsam nach oben. Nicky schob seine lose in der Luft baumelnden Füße
hinterher und er verschwand vollends auf dem Garagendach."Und jetzt nimm den
Kasten!", rief er und Brians Gesicht tauchte auf.Nicky hob den Kasten hoch und
Brian nahm ihn an und stellte ihn oben
ab.
Dann kletterte Nicky an der Regenrinne hoch und blieb neben Brian
stehen,
"So, das hätten wir geschafft", sagte er und ging zum anderen Ende der
Garage, sah nach unten und schluckte. Man, ging das tief runter!"Was?", fragte
Brian hinter ihm."Oh mein Gott!", sagte Nicky und wandte sich ab, legte eine
Hand auf
seine
Augen und begann, auf und ab zu gehen."Was?", fragte Brian."Herrgott, ich hab
Höhenangst!", schrie Nicky ihn an.Brian sah ihn einen Moment irritiert
an, dann grinste er, dann grinste
er
breit, dann kicherte er, dann lachte er und schließlich bekam er sich
vor
lauter Lachen nicht mehr ein und krümmte sich vor Lachen."Sehr lustig!",
sagte Nicky ironisch, "Sag mir lieber, wie es mit
deinem
tollen Plan weitergeht!""Also, ich würd’ sagen, weil du ja zu schissig
bist hier
herunterzuklettern,
dann kletter’ ich an der Regenrinne runter und du gibst mir den Kasten
an
und ich hole mir eine Leiter und dann kletterst du ganz vorsichtig
herunter.
Ist das okay?""Ja, mach!", befahl Nicky und Brian ging extra langsam breit grinsend
zur
Regenrinne."Junge, mach hin!", schrie Nicky ihn panisch an."Ja ja!", sagte Brian
und wollte eine Hand an die Regenrinne legen,
schrie
aber plötzlich um und sprang einen halben Meter zurück dem die Augen
verdrehenden Nicky geradewegs in die Arme."Was?", fragte Nicky und wimmelte
ihn ab."Da ist ’ne Spinne!", wimmerte Brian."Ja. Und?""Da kletter’ ich bestimmt
nicht runter!", sagte er und zeigte entrüstet
zum
Spinnennetz."Ja toll, und was machen wir dann?", fragte Nicky sauer, "Junge,
das
ist
mein Geburtstag, ich hab zutun, gleich kommen an die dreißig Leute und
ich
hab nichts besseres zutun, als mit dir Freak hier auf dem Garagendach
zu
hocken!""Wir können um Hilfe schreien!", schlug Brian munter vor."Spinnst
du?", fragte Nicky ärgerlich, "Die ganzen Nachbarn halten uns
doch
für bekloppt!"
"Na, dann halt nicht!", sagte Brian zickig und ging zur Wand, ließ sich
hinfallen und legte den Kopf in den Nacken. "Dann warten wir hier
halt!"Nicky sah ihn an und sah ein, dass er keine andere Möglichkeit hatte.
Er
ging zu Brian und setzte sich neben ihn.Die beiden verfielen in einsames Schweigen,
etwa eine halbe Stunde
lang, ehe
Nicky aufstand, zwei Flaschen Cola holte und Brian eine gab. "Hier."
Brian
nahm sie an und er ließ sich wieder neben ihn fallen, öffnete seine
und
stieß mit ihm an. Sie saßen auf dem Dach und das ließ sich
nicht mehr
ändern. Das war jetzt das Schicksal und das musste er wohl oder übel
ertragen."Tja, besser mit dir hier als alleine", sagte er und trank einen
Schluck.Es trat wieder eine Schweigepause ein."Weißt du", sagte Brian
auf einmal, "Kann sein, dass du’n Problem mit
mir
hast, aber ich versteh’ das voll. Du bist nämlich in der tiefsten
Pubertät
und außerdem bist du sehr weiblich und ich hab deine Hose ruiniert und
dir
damit höchstwahrscheinlich dein Date versaut, aber weißt du, das
ist
halt
alles passiert und ich kann’s nicht ändern und deshalb schließt du
jetzt
entweder Frieden mit mir, oder du hasst mich und dann musst du aber
auch das
Risiko eingehen, dass ich dich bis hin zu deinem Abitur nerven werde,
dann
kannst du ausziehen und auswandern, aber wenn ich dann mein Abitur
habe,
dann werde ich dir hinterher ziehen und dich wieder nerven."Nicky sah ihn von
der Seite an und schmunzelte. "Okay", sagte er und
hielt
Brian seine Hand hin, "Kumpels."Ein breites Grinsen machte sich auf Brians Gesicht
breit und er schlug
bereitwillig ein. Nicky grinste mit und trank dann einen weiteren
Schluck
Cola."Was sind eigentlich deine Hobbys, wenn du nicht gerade irgendwelche
Girls
datest?", fragte Brian."Ich spiele Fußball", sagte Nicky."Cool, ich auch.
Wo spielst du?""Leedsunited.""Was?", fragte Brian mit einer Mischung aus Überraschen
und Entsetzen.
"Das
is’ nicht dein Ernst, oder?""Jungendmannschaft", sagte Nicky und trank gelassen
einen weiteren
Schluck.
"Mein Trainer meint, wenn ich dabei bleibe, spiel ich in vier Jahren in
der
Nationalmannschaft.""Wahnsinn!", sagte Brian, selig vor Glück einen Fußballspieler
neben
sich
sitzen zu haben."Meine Kumpels vom Fußball kommen übrigens heute
Abend. Kennst du
Harrot?""Josh Harrot?""Ja, die Fußballlegende. Das is’ der Typ, der heute
Abend das Bier
vorbeibringt.""Ohne Scheiß jetzt?""Ja!""Wahnsinn!"Nicky lächelte
zufrieden. "Und wo spielst du?""Irgendso’n Dorfverein!", sagte Brian und fügte
den Namen seines
Vereines
hinzu."Da hab ich angefangen", sagte Nicky, woraufhin Brian den Mund aufriss.
"Und
was machst du sonst so?""Na ja", sagte er und zuckte eine Schulter, "Mit Kumpels
abhängen und
so,
kennst’e ja.""Und was willst du werden, wenn du groß bist?", fragte Nicky
und trank
einen
weiteren Schluck."Ich?", fragte Brian und grinste kurz verschmitzt, "Ich werde
Rockstar.""Rockstar?", fragte Nicky lachend."Ja!", sagte Brian und fing dann
an zu singen. "Yesterday....all my
sorrows
seemed so far away...lalalalalalalalala oh I believe in yesterday...""...suddenly",
stimmte Nicky ein, "I’m not more the men I used to be..."Lalalalalalalalala”,
stimmte Brian wieder ein und Nicky beendete
grinsend:
"…oh I believe in yesterday!”"Wir können ja zusammen berühmt werden",
sagte Brian und verzog dann
das
Gesicht, "Ah nee! Der werte Herr Byrne legt ja viel mehr wert darauf,
sich
die Beine zu verstauchen und mit vierzig mit Muskelkater vorm Fernseher
zu
sitzen!""Zhh, und du, wo willst du enden?!", fragte Nicky, "Als drogensüchtiges
Wrack in irgend’nem Knast?""Nee, ich manage eine Band dann später!", sagte
Brian."Na ja, bis du Rockstar bist musst du erst noch was an deinen Songs
arbeiten", sagte Nicky und trank noch einen Schluck.Eine"Aber…", sagte er, wurde
aber von Jeremy unterbrochen: "Nicky! Nicky!
Nicky!""Okay, wo’s Brian?""Bin hier!", Brian kam angelaufen und die zwei legten
die CD ein und
machten
sich bereit."Uptown-Girl”, fing Brian an, "she’s been living in her Uptown-world,
I
bet
she never had a Backstreetguy, I bet her Mama never told her why, I’m
gonna
try...”"...For an Uptown-Girl”, setzte Nicky ein, "You know I’ve seen her in
her
Uptown-world, she getting tried of her highclass toys, and all the
presents
fo the uptown boys, she’s got the choice...”"...And whencshe’s walk and she’s
looking so fihihine...”"And when she’d talk and she’d say, that she’s mihihine...”"You’ll
see I’m not so tough, just because...”"I’m in Love...”"With an Uptown-Girl!”,
schlossen beide und gingen in Applaus unter."Geht doch!"; sagte Brian grinsend
und klopfte Nicky auf die Schulter,
"Du
entschuldigst mich, ich bin bei Cathy!""Jaja!", sagte Nicky und sah sich nach
Gina um, fand sie aber nirgends.
Er
suchte die gesamte Garage ab, aber sie war nirgends zu sehen, fragte
verschiedene Leute nach ihr und kletterte schließlich ein zweites Mal
an
diesem Abend nach unten."Gina?", rief er und es hallte in der dunklen Straße
zurück.Es kam keine Antwort. War sie etwa schon gegangen? Oder hatte sie
mitbekommen, wie Ashley versucht hatte ihn anzumachen? Nicky betete,
dass
das nicht wahr war. Die Musik oben setzte kurz aus und er hörte auf
einmal
ein Schluchzen. Langsam ging er näher und fand Gina auf dem Bürgersteig
hinter einem Geparkten Auto."Hey", sagte er leise und setzte sich neben sie.
Sie legte eine Hand an
ihr
Gesicht und sah zur Seite.Nicky presste seine Lippen aufeinander und wusste
nicht, was er sagen
sollte. Vielleicht war damit sein Leben gelaufen. Sie würden nie mehr
zusammenkommen, das konnte er völlig vergessen.Er holte ein Taschentuch
aus seiner Hosentasche und gab es ihr. Sie
wischte
ihre Tränen weg und schniefte."Tut mir Leid", sagte er, "Ich wollte, dass
alles ganz anders kommt.
Ashley
ist nichts anderes als ’ne dumme Zicke, sonst nichts. Ich…ich hab
gedacht,
wir sind vielleicht heut Abend was mehr für uns, aber das is’ leider
nicht
so.""Wir sind für uns", sagte sie, ihre Hand immer noch vor ihrem Gesicht."Jaa,
aber es ist ’ne blöde Situation!", sagte er und nahm ihre Hand
von
ihrem Gesicht und hielt sie fest. Erst dann fiel ihm auf, was er da tat
und
er lächelte kurz, strich darüber und sah sie an."Weißt du, ich
kenn dich schon solang, aber ich hab mich nie getraut
dich
anzuquatschen", sagte er, "Weil ich Schiss hatte, dass du dich mit so
jemandem wie mir nicht abgibst. Und, na ja, ich find auch, du bist viel
hübscher als alle anderen Mädchen, die heute da sind. Du bist auch
so
hübscher! Wirklich!"Gina sah ihn erstmals richtig an. "Danke", murmelte
sie fast
unverständlich.Nicky sah auch in ihre blauen Augen. "Ich liebe dich", sagte
er,
"Wirklich.
Seit ich dich kenne."Sie lächelte. "Ich liebe dich auch."Nicky lächelte
erleichtert und küsste sie. Er konnte es kaum fassen,
dass er
sein Ziel endlich erreicht hatte. Endlich hatte er ihr gesagt, was er
für
sie empfand und das Beste war, dass sie genauso fühlte.Er hörte auf
sie zu küssen und sah sie an. "Dann…also, willst du mit
mir
gehen?""Natürlich!", sagte sie lachend und küsste ihn wieder und er
war sich
sicher, dass war der schönste Geburtstag, den er je erlebt hatte.