DriiiiiiingDriiiiiiiiing
„Mmmmhh…sseis Wecka…" jammerte Mark, schlug wütend den Wecker aus und hielt sich den Kopf, „Man... ich hätte gestern Nacht doch nicht so lange mit Nicky und Kian trinken sollen"...grummelte er als auch schon sein Hund Snoopy angelaufen kam und ihm seine kalte Schnauze ins Gesicht hielt. „Jaja,... du hast ja gewonnen" , stöhnte Mark genervt, drückte Snoopys Kopf von sich weg und quälte sich aus dem Bett. Dann platzte plötzlich seine Mutter ins Zimmer und schrie entsetzt auf: „Mark! Sag mal bist du noch nicht aus dem Bett?! Wo hast du eigentlich deinen Kopf?!....Hasst du denn vergessen, dass du um 1 auf dem Flughafen in Dublin sein musst??? Es ist schon halb elf....und Anto hat dich gestern doch extra noch mal angerufen, um dich zu erinnern, dass dein Urlaub vorbei ist und dass ihr wieder los müsst....!" „Oh man, dass hab ich ja voll vergessen... ." „Tja, ich sag ja immer, dass du nicht so lang ausbleiben sollst.., wo warst du gestern ... nein, HEUTE nur wieder so lange?!" „Ach, weißt du Mom, ich wollte nur mal wieder mit Nixter und Ki einen Trinken gehen...das ist alles" „ Das sagst du jedes mal, na ja...ich geh erst einmal runter und mach dir ein Chocolate - Bread , ja Kleiner?!"...und schon verschwand sie aus dem Zimmer. „Nenn mich nicht immer Kleiner!!" Brülle Mark ihr noch spaßend hinterher. Hecktisch sprang Mark aus dem Bett, er hatte echt total vergessen, dass sein langersehnter Urlaub auch schon wieder vorbei war, jetzt würde wieder der Alltag beginnen...mit kreischenden Fans aufdringlichen Reportern...und all dass, was Mark die letzte Woche erspart blieb. Das einzige was ihn aufmunterte war, dass er seine Kumpels wieder treffen würde, mit ihnen war es auszuhalten und sie machten aus jeder noch so langweiligen Situation einen Spaß. Allerdings musste er sich jetzt wirklich beeilen. Er kramte seine Sachen raus und lief ins Bad. „Oh nein"...schrie er entsetzt auf, als er sich grad von seinen Boxers befreien wollte. „ So ein mist, ich hab ja noch gar nicht meine Sachen gepackt,....uuh...und ich muss in spätestens in 20 Minuten hier wegfahren, sonst kriege ich den Flieger NIE!!" Voller Panik hüpfte er nachdem Rasieren unter die Dusche, zog sich nach dem duschen schnell seine Boxers und seine Hose an....und noch schnell ein Hemd über, welches er nicht einmal zuknöpfte und rannte schon wieder in sein Zimmer. Auf dem Weg dahin sammelte er noch ein Paar Socken auf, welches er, als er vorher zum Bad ging, verloren hatte und versuchte sie nun beim gehen anzuziehen. In seinem Zimmer lief er wild umher und schmiss alle Sachen, die er finden konnte in seinen Koffer. Doch plötzlich, „MOM??? HAST DU MEIN HANDY IRGENDWO GESEHEN???" ‚...Mist, wo hab ich das nur wieder hingepackt’, dachte er gereizt. Mark war berühmt dafür seine Sachen irgendwo liegen zulassen und dann nicht wieder zufinden. Ständig verschwand irgendetwas von ihm und er war nur am suchen, wenn es hieß „Abreise". Gleich nachdem Mark gerufen hatte, stand seine Mutter im Zimmer und hielt kopfschüttelnd sein Handy in die Luft. Sie schien wohl gewusst zu haben, dass er es vermisste, als sie es fand. Mark, der mit nur einem Socken am Fuß in seinem Zimmer stand, sah sie fragend an..."Wo war das denn??" „Tja, mich überrascht es ja auch immer wieder auf’ s neue, wo du überall telefonierst"... meinte sie mit einem vorwurfsvollen Unterton in der Stimme..."es lag im Kühlschrank!".... „Ups!" entfuhr es Mark leise. Jetzt erinnerte er sich wieder...er hatte ja gestern Mittag noch mit Bryan telefoniert und beim Telefonieren bekam er Hunger und ging zum Kühlschrank.., doch gerade da hatte Bryan das Gespräch beendet. Mark wollte sich sein Essen rausholen, hatte aber keine Hand mehr frei und legte das Handy einfach im Kühlschrank ab, da muss er es wohl liegen lassen haben. Er schnappte sich das Handy und machte sich weiter ans packen, dabei warf er flüchtig einen Blick auf die Uhr und schrie vor entsetzen leise auf... „10 nach 11?!.....oh sh*t!" Er nahm seinen Koffer in die Hand und lief in die Küche. Dort drehte er sich noch schnell sein Chocolate - Bread rein und tastete anschließend seine Hose ab, mit der Hoffnung seine Autoschlüssel zu finden. Aber nein, auch die waren weg... „ MOM, weißt du wo meine Autoschlüssel sind???" Wieder erschien seine Mutter in der Tür und hielt ihm diesmal die Autoschlüssel hin und grinste. Es war ohne Zweifel das gleiche Grinsen, wie das ihres Sohnes und man erkannte auf dem 1. Blick, dass sie seine Mutter war. „ Sie lagen unter einem Kissen im Wohnzimmer. Wie auch immer die dahin gekommen sind." Sagte sie, während Mark erleichtert auf sie zutrat. „Danke", sagte er,... „was würde ich nur ohne dich tun", und lächelte sie dabei verschmitzt an, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und verschwand aus der Haustür, während ihm seine Mum noch hinterher schrie „ Pass auf dich auf mein Schatz!". Wie er es hasste, wenn ihm seine Ma das sagte, schließlich war er ja kein Kind mehr. Mark setzte sich in sein Auto und fuhr los. Er fragte sich, wie Nicky nach ihrer Trinkerei am letzten Abend nach Hause gekommen ist...so sturzbetrunken, wie er gewesen war. Mark musste bei dem Gedanken grinsen, als er sich vorstellte, wie Nicky sich den Abend zuvor benommen hatte. Doch jetzt fiel ihm ein wo Nicky geblieben war.„Och ne", dachte er laut „ er hat bestimmt wieder bei Kian übernachtet", der ja ganz in der Nähe ihres Lieblingspups wohnt. Marks Laune verschlechterte sich schlagartig..., aber wieso? War er etwa eifersüchtig auf Kian? Warum geht er in letzter Zeit immer fast die Wände hoch, wenn jemand Nicky zu Nahe kommt oder einfach mehr Zeit mit ihm verbringt als er es selbst tut?! Es kam ihm schleierhaft vor. In letzter Zeit viel ihm oft auf, dass er sich in Nickys Nähe besonders wohl fühlte.., aber das lag sicher an der innigen Freundschaft die sie führten. Ja.., Nicky war wirklich sein bester Freund und Mark war glücklich ihn zu haben...ohne ging es scheinbar nicht mehr. Nicky und er erzählten sich wirklich alles und erst kürzlich hatte ihm Nicky beigestanden, als Mark seine neue Freundin verlor. Eine, in die er sich Hals über Kopf verliebte und ihm die Trennung so zusetzte, dass er zu rein gar nichts mehr zu gebrauchen war. Seitdem hatte er vorläufig die Nase voll von „Frauen" und festen Beziehungen, er genoss sein Sololeben. Während er so in Gedanken war wurde er durch einen Blick auf die Uhr aus seiner Traumwelt gerissen... „SHIT!!", entfuhr es ihm laut. Es war 5 vor 1 und er war noch nicht einmal in der Stadt. Ruckartig trat er aufs Gas. Er verwarf sofort alle Gedanken und hoffte nur noch, dass der Flieger nicht ohne ihn abheben würde. Nach etlichen Geschwindigkeitsübertretungen erreichte er schließlich den Flughafen. Mark stieg aus dem Auto, nahm sein Gepäck und warf dem Mann vom Airportservice die Autoschlüssel zu. Schon im Laufen drehte er sich noch einmal um und rief: „228" - die Nummer seines Parkhausstellplatzes zu. Nun bewegte er sich schnellstens auf das Gate zu, wo schon die Stewardess eifrig winkte. Sie ließ ihn durchlaufen, und er überquerte geradeso die Gangway und stand mit all seinen Koffern im Flugzeug. ‚Oh nein...’, dachte er, als er Anto erblickte, der mit verärgerter Miene zu ihm ging. Mark wusste, was auf ihn zukam. Er kannte Anto gut genug um zu wissen, wie er darauf reagieren würde, wenn jemand zu spät kommt. Bei ihm passierte das allerdings besonders häufig und Mark konnte sich auf eine saftige Standpauke gefasst machen. Er atmete noch einmal tief durch. Inzwischen hatte sich Anto vor ihm aufgebaut und verschränkte die Arme vor sich. „Na wen haben wir denn da,... hältst du es auch einmal nötig hier aufzukreuzen?!" sagte er mit einem Ton, der Mark die Glieder gefrieren ließ. Was wohl jetzt noch kommen sollte, wenn er schon so anfing?! Aber nun gab es kein zurück mehr. Mark wollte gerade noch ein „Aber..." zufügen, als Anto ihn auch schon wieder unterbrach und so richtig losbellte. „Denkst du wir machen das hier alles nur so zum Spiel?! MARK... wir sind hier nicht im Kindergarten!! Du kannst hier nicht machen was du willst und geschlagene 25 Minuten zu spät kommen, das passiert bei dir immer häufiger..., soll das etwa zur Gewohnheit werden?! Du bist nicht George W. Bush und kannst nicht wie er deinen eigenen Zeitplan bestimmen!!!!! ‚Oh man..., warum muss er mich vor den anderen Jungs so fertig machen.’ Dachte Mark, der mit seiner Wut, die ihm in seinem Körper hochstieg zu kämpfen hatte. Aber er hatte ja selbst Schuld..., warum musste er sich gestern noch so betrinken, war ja klar, dass er verpennt, wieso hatte er nicht daran gedacht?! Antos Augen funkelten vor Wut als er fortfuhr. „Wegen dir müssen wir einen ganzen Interviewtermin in Malaysia streichen...und den Fans wird das gar nicht gefallen. Wenn du keinen Bock mehr hast, dann sag es ruhig! Es gibt genug andere, hübschere Jungs als dich, die besser singen können als du und die Sache nicht so schleifen lassen würden und sich ganz sicher um deinen Platz in der Band reißen würden. Also entweder du reißt dich endlich mal zusammen, ...oder ich muss mal ein Wörtchen mit Luis reden!" Das war zuviel für Mark. Wieso machte ihm Anto solche Vorwürfe?! War es denn so schlimm, dass er verschlafen hatte und sie deswegen ein mickriges Interview absagen mussten?! Er konnte einfach nicht mehr. Wie konnte er ihm auch noch mit einem Rausschmiss drohen?! Er wusste doch, dass der Job Marks Leben war und dass er ihn um nichts auf der Welt aufs Spiel setzen würde. Der Gedanke daran den Job zu verlieren ließ in Mark die Tränen hochsteigen. Er merkte kaum, dass seine Augen warm und feucht wurden, und die Farbe aus seinem Gesicht wich. Sein Herz fing laut an zu pochen. Er fühlte sich, als ob es ihn gleich erschlagen würde. Die anderen Jungs, die die ganze Zeit nur in ihren Sitzen saßen und zuschauten, konnten nicht fassen, was ihr Tourmanager da eben Mark an den Kopf warf und starrten nur mit offenen Mündern zu den beiden rüber. Doch Nicky hielt es nicht mehr aus. Er konnte nicht länger zusehen...! Er stand auf und ging auf die beiden zu. Jetzt musste er etwas tun. Anto und Mark sahen ihn verdutzt an. Nicky ergriff schnell das Wort, und legte seine Hand dabei auf Marks Schulter, der sofort ein Gefühl der Geborgenheit empfand und erleichtert war, dass ihm endlich jemand zu Hilfe kam. „ Hey Anto, denkst du nicht auch, dass das jetzt reicht?! Siehst du denn nicht wie fertig Mark schon ist?! Weißt du denn gar nicht, wie du ihn damit verletzt hast?! Kannst du nicht sehen, dass er mit den Tränen kämpft?!" Und tatsächlich... Mark lief gerade in dem Augenblick eine Träne über die Wange, er merkte den warmen Fluss und wischte schnell mit seiner Hand darüber, in der Hoffnung, keiner hätte es gesehen. Nicky hatte Marks Träne erblickt.., sagte jedoch nichts und schaute ihn nur aus dem Augenwinkel mit einem seufzen an. „ Ich weiß auch, dass er verschlafen hat, aber das ist doch kein Grund so auszurasten... oder?! Und wenn du hier noch weiter Predigten hältst, kommen wir nie in Malaysia an und müssen noch mehr Termine streichen " fügte Nicky noch hinzu. Anschließend schnappte er sich Marks Koffer, legte seinen anderen Arm um Marks Schulter und führte ihn zu einem freien Platz. Anto schien sich damit zufrieden zu geben und sah ein, dass er etwas zu hart gewesen war. „Wenn du noch einmal zu spät kommst rede ich aber wirklich mal ein Wörtchen mit Luis, hast du gehört Mark?" sagte Anto noch bevor die beiden in einem ruhigen Teil des Fliegers verschwanden. Mark setzte sich ans Fenster und Nicky neben ihm. „Danke Nicky, ich hätte es sicher keine Sekunde länger ausgehalten!" meinte Mark zu Nicky.„Hey, mach ich doch gerne, wir sind ja nicht umsonst die besten Freunde und mach dir nichts draus Marky..., der kriegt sich schon wieder ein. Er ist nur noch etwas angesäuert, weil wir es nun doch nicht in den Staaten geschafft haben, heute haben sie durchgegeben auf welchem Platz unser Greatest Hits Album eingestiegen ist." „ Echt? scheiße..., na das konnte ich doch nicht wissen, son mist." „Ja, wir haben es auch eben erst erfahren... ." „ Und??? Wo sind wir eingestiegen???" fragte Mark. „Tja, wie soll ich sagen, es ist wirklich nicht ein sonderlich rosiger Einstieg und für die Arbeit, die wir dafür hatten schon gar nicht. .....Platz 98, immerhin in den Charts." Inzwischen war das Flugzeug gestartet. Mark seufzte und lehnte sich zurück. Nicky tat es ihm gleich, er schlief jedoch sofort ein. Mark lauschte den anderen noch ein bisschen, kuschelte sich dann aber auch in seinen Sitz um noch ein wenig zu schlafen. Gerade als er es sich bequem gemacht hatte, fiel ihm Nicky in den Blick. Dieser schien tief und fest zu schlafen, doch dann rutschte sein Kopf weg und stoppte sanft auf Marks Schulter. Bei seiner Berührung verspürte Mark ein leichtes Kribbeln, schenkte diesem aber keine Aufmerksamkeit, sondern starrte nur auf Nicky und musterte ihn eindringlich... . ‚Man, der sieht gar nicht so schlecht aus, irgendwie verstehe ich Georgina, dass sie ihn genommen hat!’ , dachte Mark und lächelte ihn an. ‚Oje..., der ist ja echt süß, und dieser Mund..., am liebsten wür... aaahhh... was hab ich da gerade eben gedacht?! Bin ich bescheuert?! Ich bin doch nicht schwul!!!’ Erschrocken über seine Gedanken drehte Mark seinen Kopf von Nicky weg zum Fenster. Dort lehnte er sich an und versuchte zu vergessen, was ihm gerade aufgefallen war. Er schloss seine Augen und schlief kurze Zeit später ebenfalls ein. Nach etlichen Stunden wurde er durch ein lautes Rütteln aus seinem Traumland gerissen. Sie waren gelandet.
Mühsam öffnete er die Augen, Sonne blendete ihn. „Na, auch schon wach?" sagte Nicky, der aufgestanden war und die Gepäckablage über ihm durchkramte, damit er auch ja nichts vergas. „Hey Mark du Schnarchnase, steh auf, draußen sind 35° im Schatten und ganz viele Fans die auf dich warten!" fuhr ihn Bryan mit einem ironischen Ton an. Mark schelte sich langsam aus seinem Sitz und holte seine Koffer, da er es ja nicht geschafft hat, sie bei der Gepäckabgabe auf dem Hinflug abzugeben. Shane war schon auf dem Weg zur Flugzeugtür und erhaschte einen kurzen Blick nach draußen. Genervt drehte er sich den anderen zu, „Hey Leute, guckt euch das an, ich glaub das dauert Stunden bis wir im Hotel sind ...!" Und deutete dabei nach draußen, wo 1000 de Fans mit Plakaten und auf ein Autogramm warteten. Die Flugzeugtür ging auf und ein heftiges Kreischen begann, als die Jungs ausstiegen. Nur eine provisorisch aufgebaute Absperrung hielt die hysterischen Fans zurück. Dutzende Polizisten versuchten die Absperrung stabil zu halten und bauten sich vor ihr auf, um, falls sie brechen sollte, die Fans fürs nötigste zurückzuhalten. Sofort kamen Securitys zu den Boys und schirmten sie ab. Einer griff Mark hart am Arm und zog ihn im Eiltempo über den Flughafen, den anderen geschah es gleich. Endlich waren sie an ihrem Van angekommen und der Security ließ von Mark ab, der sich den Arm rieb. „Puh..., warum sind hier bloß so viele Sicherheitsvorkehrungen?!" stöhnte Mark und ließ sich in einen der Sitze fallen. Der Rest der Truppe tat es ihm gleich, wunderte sich aber ebenfalls, warum die hier so einen Aufriss machten. Noch immer stürmten zig Fans um den Van herum und klatschten gegen die Scheiben. Endlich stieg Anto ein und es konnte los gehen. „Also Jungs, sicher wundert ihr euch, warum die hier so ein Theater nur wegen euch machen, aber ihr wisst sicher von dem Terroranschlag der vor Kurzem auf Bali war, wir halten es für sicherer, wenn ihr ständig von Securitys und Polizisten bewacht werdet!" Alle stöhnten auf. „Na das wird ja toll werden!", meinte Kian, der sichtlich angenervt von der Neuigkeit schien. „..So und jetzt zu unserem Zeitplan. Wir fahren jetzt direkt zum Hotel, da könnt ihr euch frisch machen und dann geht’s gleich zum ersten Interview, wir werden heute nur 3 kleine Interviews machen. Morgen geht’s dann richtig los mit Fotoshooting, TV - Auftritten usw., am Nachmittag habt ihr dann erst einmal frei und könnt von mir aus am Pool relaxen oder machen was ihr wollt, Hauptsache ihr seid für den nächsten Tag wieder fit!", dabei guckte er Mark mit besonders düsterer Miene an.
Nach der Ankunft im Hotel verschwand Mark sofort auf seinem Zimmer und stellte sein Gepäck ab. Ihm ging es nicht sonderlich gut, er hatte Kopfschmerzen, was aber wohl an der Alkoholreichen Nacht lag und er fühlte sich einfach im Allgemeinen nicht gut. Deshalb beschloss er ins Bad zu gehen. Er stellte sich vor den Spiegel und betrachtete sich. Ihm fiel auf, dass er sichtlich übermüdet aussah und tatsächlich ziemlich blass und fertig im Gesicht wirkte. Ob die Standpauke von Anto daran Schuld hatte, dass er sich so mies fühlte?! ‚...Ja,’, dachte Mark, ‚dass wird es sein.’ Er überlegte, was er tun könnte, damit Anto nicht mehr so sauer auf ihn ist. Aber vergebens, ihm fiel nichts ein. Vorsichtig drehte er den Wasserhahn auf und hielt seine Hände darunter zu einer Schale geformt, so dass das kalte Wasser hineinlaufen konnte. Dann spritzte er sich das Wasser ins Gesicht. „Puhh..., dass tut gut!", stöhnte er leise.
Die Erfrischung schien wirklich gut zu tun, seine Gedanken ordneten sich wieder etwas, aber die Kopfschmerzen und dieses miese Gefühl blieben, wenigstens spürte er jetzt keine Müdigkeit mehr.
Sein Gesicht bewegte sich wieder in Richtung Spiegel. Gerade viel ein Tropfen Wasser von seiner Wimper und lief seinen Mundwinkel entlang. Plötzlich erschrak er, er erinnerte sich wieder an vorhin...im Flugzeug. Eigentlich hatte er ja die ganze Zeit geschlafen, war ja auch bitter nötig nach nur 4 ½ Stunden schlaf und eine Woche, wo er jede Nacht nicht mehr Schlaf als in der letzten Nacht kriegte. Bevor er einschlief hatte er sich mit Nicky unterhalten.
Und dann..., Mark zuckte zusammen. Er stellte sich wieder Nicky vor, wie er mit seinem Kopf an seiner Schulter geschmiegt schlief. Doch jetzt fing Mark an zu lächeln, als er sich dieses wohlig warme Gefühl von Nickys Körper und sein sanftes Lächeln im Schlaf vorstellte. Abrupt drehte er sich vom Spiegel weg und verdrängte Nicky aus seinem Kopf. Er konnte seine Gefühle nicht fassen, was sollte das sein? Ist das Freundschaft?? „Egal" sagte er jetzt laut und ging wieder in sein Zimmer. Wenn er pünktlich unten sein wollte, müsste er in 5 Minuten in die Hotellobby gehen. Mark zog sich noch ein paar frische Sachen an, schnappte sich ein Kappie, eine Sonnenbrille und machte sich auf den Weg nach unten.
Zu seinem Glück liefen ihm keine Fans entgegen, denn für die hatte er im Moment wirklich keinen Nerv. Als er in die Hotellobby trat, sah er zu seiner Verwunderung niemanden von der Band. Nicht einmal Anto. Deshalb setzte er sich kurzerhand in einen Sessel und las Zeitung. Es war eine gewöhnliche Zeitschrift. Und er blätterte wahllos durch die Seiten. Nicky hatte er versucht zu vergessen und es gelang ihm auch halbwegs, er versuchte sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren, ein hübsches Mädchen oder sonst was, bloß nicht auf Nicky. Plötzlich stockte Mark bei einer Seite, wo ein gut gebauter Mann mit freiem Oberkörper, für Parfümwerbung posierte. Auf irgend eine Art und Weise fand er das Bild sexy und anziehend. „Na, seit wann guckst du dir denn halbnackte Männer an?!" Kam es plötzlich gehässig und mit spaßigem Ton von genau hinter ihm. Mark schreckte zusammen und ließ vor Schreck fast die Zeitschrift fallen und drehte sich abrupt um. Bryan. Mark guckte ihn verdutzt an, was Bryan nur zum Lachen brachte. „Was? So erschrocken? Hast wohl nen schlechtes Gewissen...he? Seit wann bist du eigentlich so pünktlich?!" Grinste Bryan frech. „ Was ist so schlimm daran, pünktlich zu sein?!" fuhr ihn Mark mit giftigem Ton an, er hatte jetzt echt keine Lust auf Bryans blöde Sprüche, so war seine Laune schon genug im Eimer. Jetzt trudelten auch die anderen ein und Anto schien sichtlich erfreut Mark zu sehen. Das freute ihn, da er jetzt wusste, dass Anto bereit zum Verzeihen war. „Hey Mark, alles klar? Du siehst so fertig aus." Fragte Kian, als sie auf dem Weg zum Van waren. „Ne, danke. Alles Okay Kian, nur etwas müde." „Ha, kein Wunder." Zwinkerte ihm Kian zu. „Hast du Lust morgen Abend mit ein bissel feiern zu kommen?" fragte Kian. „Ja klar, warum nicht?! Wann?" „Na ich kann dich ja zusammen mit den anderen so gegen 8 abholen, die Termine haben wir ja eh schon am Mittag fertig. Ich geh dann sicher erst einmal mit Bry an den Pool, also, wenn du willst kannst du ja dann auch kommen" „Okay, wenn ich Lust habe komme ich, danke Ki". „Hey Mark, cool, du kommst auch mit? Aber reiß nicht wieder die ganzen Mädels auf!" Meinte Shane grinsend, der gerade an ihm vorbeilief um den bequemsten Sitz neben dem Fahrer zu ergattern. „Mist!" grummelte Mark und sprintete ihm hinterher. Er packte Shane noch rechtzeitig am Arm um ihn zurückzuhalten, weil er ja selbst dort sitzen wollte. In diesem Moment kam Nicky von hinten auf die beiden zu und stupste Mark mit einem Grinsen an. Dieser ließ von Shane ab und widmete sich auf der Stelle Nicky zu. „Na, wollen wir nicht zusammensitzen?" Fragte Nicky. „Sicher, warum nicht?!" Mark ließ Shane in Ruhe, der etwas verwundert über Marks plötzliche Meinungsänderung war, machte es sich jetzt aber trotzdem zufrieden auf dem Beifahrersitz gemütlich. „Oh F**K, Filan, da wollte ich mich hinsetzen!" Ertönte es von Bryan, der gerade in den Van gestürmt kam. Doch man hörte nur ein verächtliches Lachen aus der Richtung des Beifahrersitzes. Bryan stöhnte genervt und setzte sich beleidigt nach hinten und schmollte. Nach einer Weile beschloss er jedoch sein Handy rauszuholen um Kerry anzurufen. Nicky schob in der Zeit Mark zu einem Sitz am Fenster und setzte sich daneben. Kian hatte sich in eine ruhige Ecke verkrümelt und dröhnte sich mit irgendwelcher Rockmusik zu. Als sich der Kleinbus in Bewegung setzte, schaute Mark nur gedankenverloren aus dem Fenster. Er dachte über die Worte nach, die Bryan ihm eben vor ein paar Minuten gesagt hatte. Sie hallten regelrecht in seinem Kopf wider... ’Seit wann guckst du dir halbnackte Männer an?!’ Er wusste, dass Bryan nur Spass gemacht hatte, aber trotzdem brachten ihn diese Worte zum Nachdenken.. .Und dann war da noch Nicky, der ihm seit einer Ewigkeit nicht mehr aus dem Kopf ging. Warum, dass konnte er sich auch nicht erklären. Aber irgendetwas war an Nicky, was ihn faszinierte. War es seine Person, wie er mit Menschen umging, immer die richtige Antwort auf alles hatte, wie er sich gab, wie er Mark immer verstand und ihm bei seinen Sorgen half?! Oder war es sein Aussehen, seine vielsagenden Augen, sein fast immer perfektes Styling und dieses verschmitzte Lächeln?! ‚Oh mein Gott, jetzt geht das schon wider los, warum denke ich ständig darüber nach?! Ich will das doch gar nicht. Eigentlich ist es nur Zeitverschwendung sich über so etwas den Kopf zu zerbrechen. Bin ich etwa schwul?...boah ey, wie oft habe ich mich das heute eigentlich schon gefragt?! Nee, das kann nicht sein, wieso sollte ich denn auf einmal schwul sein...unmöglich!’ Dachte Mark. Dabei zog er seine Augenbrauen zusammen, er war wütend, wütend auf sich selbst überhaupt auf solche Gedanken zu kommen. Sein Kopf fühle sich noch immer an, als ob er gleich explodieren würde, am Liebsten wäre er im Hotel geblieben, sein Allgemeinbefinden hatte sich kein bisschen gebessert. „Mark, was ist los?" Fragte Nicky, der Marks bedrückte Miene sah. „Nichts Nicky, schon okay." „Hey, ich sehe doch, dass dich was beschäftigt." ‚Mein Gott, warum musste der Kerl es ihm immer ansehen, wenn er was hat?! ‚Tja, er ist einfach perfekt.’ Dachte Mark und lächelte in sich hinein. Er seufzte. „Mensch Nicky, ich hab doch gesagt es ist alles okay." „Das kannst du deiner Omi erzählen, du siehst aus wie das Leiden Christi und mir willst du erzählen es ist alles okay. Du weißt doch, dass du mir alles sagen kannst, nu los...oder vertraust du mir nicht mehr, ich sehe doch, dass etwas nicht stimmt!" ‚Oje, Nicky, wenn du nur annähernd wüsstest was los ist.’ „Ich habe doch gerade gesagt, dass es mir bestens geht..., okay, abgesehen von meiner Müdigkeit und den unausstehlichen Kopfschmerzen...!" „Du hast Kopfschmerzen??? Willst du eine Asperin? Ich habe zufällig eine dabei, ich frag Anto nach nem Glas Wasser, ich habe nämlich nur die Löslichen da. Ist das okay?" Ehe Mark was erwidern konnte war Nicky schon auf dem Weg zu Anto, der ihm ohne weiteres ein Glass voll Wasser gab. ‚Wow, hat der Mann eine Kondition. Kann mich nicht einmal ausreden lassen..’ Mark schüttelte lächelnd den Kopf. ‚Warum tut er das eigentlich alles für mich?!
„So..., bin wieder da Großer!" Grinste Nicky frech und reichte ihm das Glas hin. Mark nahm es dankend an und trank es, nachdem er kurz daran nippte, in einem Zug leer. Nach einer Weile ließen dann auch endlich seine Kopfschmerzen etwas nach.
Der Tag nahm seinen Lauf. Sie fuhren zu Interviews in verschieden Radio- und Fernsehsendern. Mark hörte nicht wirklich zu, er war zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt. Immer wieder beobachtete er Nicky. Wie er die Fragen der Reporter gekonnt beantwortete. Zum Glück war man es von Mark gewohnt, dass er eher etwas ruhiger ist, ansonsten hätte ihm Anto wieder eine Standpauke gehalten. Am späten Abend, als sie endlich zurück im Hotel waren, wollte Mark einfach nur noch schlafen. Er ging nicht einmal mehr zum Abendessen. Er hatte ohnehin keinen Hunger. Außerdem wollte er ausnahmsweise mal nicht verschlafen. Über Nicky wollte er nicht mehr nachdenken. Ihm missfiel der Gedanke mehr als nur Freundschaft für ihn zu empfinden. Außerdem konnte er sich so oder so keine Hoffnungen machen.
Wie blödsinnig auf solche Gedanken zu kommen. Und in der Band war es schier noch unmöglicher. Sie waren in einer Boyband, herrgott, wie konnte er denken, dass alles so leicht ist?! Hier darf er nicht irgendwelche überdimensionalen Gefühle zu jemanden aufbauen, wie soll das gehen?! Das wäre allein schon durch die Presse unmöglich... . Die Fans dürfen das eh nicht erfahren und dann wäre es nur eine Frage der Zeit aufzufallen. Er hatte nicht gedacht, dass es so schwer werden könnte. Der Tag verlief wirklich merkwürdig. Gleich an einem Tag so viele Gefühle zu entwickeln. Er hatte zwar schon immer eine sonderbar feste und vertraute Bindung zu Nicky, aber das hatte er wahrlich noch nie erlebt. Mark wurde traurig. Er wusste was jetzt zu tun war. Ja...,dass war seine einzige Möglichkeit. Er musste vergessen was er für Nicky empfand, er musste einfach nur die Gefühle ignorieren, nach einer Weile wird es sich schon von allein legen, dachte er. Es gefiel ihm zwar ganz und gar nicht, aber wer weiß, vielleicht steigerte er sich da nur wieder mal in irgendetwas hinein, was gar nicht vorhanden ist. Wahrscheinlich sehnt er sich einfach nur nach Liebe..., die er so lange nicht bekam... .
Er
zog seine Sachen aus und schmiss sie achtlos auf den Boden. Bevor er ins Bad
ging um sich noch einmal frisch fürs Bett zu machen, schaltete er den Fernseher
an. Erst als er wieder im Zimmer war merkte er, dass die Sender ja sowieso nicht
auf English waren. Also blieb ihm nichts anderes übrig als gleich zu schlafen.
Bücher oder seine Playstation hatte er durch die ganze Hektik vergessen. Es
war zwar erst 24 Uhr und halb 6 musste er aufstehen, aber ein bisschen schlaf
tut ja auch mal gut. Mark ließ sich ins Bett plumpsen und schlief mit einem
traurigen Gesicht ein. Es tat alles so weh..., zu sehr weh...
Der Weil waren Kian, Shane, Bryan und Nicky noch an der Hotelbar und pokerten ein wenig. „Weiß eigentlich jemand wo Mark ist?" „Keine Ahnung Nix, aber ich glaube der ist schon auf seinem Zimmer...war sicher müde, er sah den ganzen Tag schon so fertig aus. Und außerdem will er morgen sicher nicht schon wieder verschlafen." Grinste Bryan frech. „Hat er überhaupt was gegessen? Ich hab gar nicht gesehen, dass er was gegessen hat." „Mensch Shane, denk doch nicht immer ans Essen, der Arme wird schon nicht verhungern, vielleicht hat er sich was aufs Zimmer bestellt. Mein Gott, ist doch auch egal, er will nun auch mal seine Ruhe haben." Meinte Kian, und widmete sich dann wieder seinen Karten. „Hey Kian, was ist denn mit dir los, wenn du Stress mit Jessi hast, lass es bitte nicht an uns aus...!"sagte Bryan gereizt. Nicky guckte traurig in seine Karten, er hatte Geo noch gar nicht angerufen. „Hey Jungs, ich geh dann mal." Sagte er schließlich und schmiss die Karten achtlos auf den Tisch. Er trank noch schnell den letzten Rest seines Guinness aus und machte sich dann auf den Weg zu seinem Zimmer.
„WOW, der war jetzt aber schnell weg.." sagte Shane. „Tja, es hält nun mal nicht jeder so eine Ewigkeit in deiner Gegenwart aus wie Gillian." Lachte Bryan. „Man du Hammel, verlass dich drauf, das kriegst du zurück!" Meinte Shane und warf mit den Karten nach Bryan, aber der lachte nur blöd. „Ehm..., ich geh dann auch mal hoch, ja?" meinte Kian ganz beiläufig. „Was ..du auch?" „Ja Shane, ich habe noch was zu erledigen." „Uii, willst du Jess fremdgehen?" Kian verdrehte die Augen und stand auf. „Man Bryan, dein Gelabere geht einem echt auf die nerven, kannst du nicht einmal deine Klappe halten?" „Mensch Kian, nu mach doch nicht einen auf Bock, Bryan is nu mal so." Bryan lehnte sich zurück und verschränkte gespielt die Arme vor sich. „Ach darum geht’s doch gar nicht, das ist aber jetzt auch egal." Sagte Kian immer noch stinkig und nam seine Jacke von der Stuhllehne. Shane warf Bryan einen bösen Blick zu. Kian quälte noch ein „n’Nacht" raus und ging in Richtung Fahrstuhl. „Boah, was ist dem denn übers Ei gesprungen. So kenn ich den gar nicht. Ich wette er hat Stress mit Jessi, was meinst du?!" „Man, du Blitzmerker.., hast du’s auch endlich geschallt?!" „Hmm" „Und du musst natürlich dein Gesülze noch dazugeben." „Och ja man, tut mir ja auch leid" „Kian hat mit mir vorhin im Flieger darüber gesprochen. Sie ist im Begriff mit ihm Schluss zu machen, er sagte, sie hätte ihm wohl gesagt, dass die Beziehung bei dem Stress eh keinen Sinn hat. Er versteht das, allerdings tut es ihm wahnsinnig weh, weil er sie ja immer noch liebt. Sie werden wohl Freunde bleiben. „Oh, das wusste ich echt nicht, schade für ihn.. . Hä.., kapier ich nicht, wir sehen unsere Freundinnen ja auch nicht öfter als er. „Mensch du Ei, wir lassen unsere Freundinnen doch meistens einfliegen, richtig?" „Hmm.. schon möglich." „Siehst du, und? Wie oft denkst du hat er das mit Jessi gemacht?" „Ehm.. nich so oft glaub ich." „Bingo..., Jessi hat nämlich auch nicht so viel Zeit, sie ist Tänzerin, ..du kapieren?? Aber egal.. komm, lass uns auch hoch gehen, zu zweit Karten spielen macht eh keinen Spass, wir können ja oben noch’ n bisschen Zocken oder uns ein paar heiße Videos reinziehen." Grinste Shane. „Klar, nu los, heb deinen fetten Hintern hoch." Lachte Bryan.
„Hey Georgi-Schatz!" „Nicky... Darling, das du noch anrufst, es ist doch sicher schon nachts bei euch, oder?" „Hmm.., schon, aber für dich ist mir doch nichts zu spät" grinste Nicky in sein Handy. Er hatte beschlossen nun doch noch Georgina anzurufen. „Sag mal Schatz," sagte Georgina nachdem sie eine Weile über dies und jenes redeten. „ Wann sehen wir uns eigentlich wieder? Ihr seid ja diese Woche noch in Malaysia und dann??" Sagte sie ernst „Dann machen wir doch diese Kurztour durch England. Das wird aber ziemlich stressig werden, und wir kommen wohl kaum zum schlafen. Da können wir uns sicher nicht sehen." Sagte Nicky etwas traurig in seinen Hörer. „Hmm" kam es nur von Georgina. „Aber dann haben wir ja die „Unbreakable-Party, ah ja.., und davor haben wir noch ein paar Tage frei, ich denke, da sehen wir uns wieder." Sagte Nicky nun schon wieder etwas glücklicher. „Wie lange ist es noch bis dahin?" Fragte sie neugierig. Nicky lief eine Gänsehaut über den Rücken als er die Tage zusammen zählte. „Ehm..., wart mal kurz..., das müssten...oh fuck the duck.., das sind noch ganze 2 Wochen Mausi!" „Was?? So lange?" „Ja leider.." Sagte Nicky traurig. „Nicky, ich weiß auch nicht, aber wir sehen uns kaum noch! Du bist ständig unterwegs, das einzige was ich von dir kriege, ist deine Stimme durchs Telefon und diese nervenden Fernsehberichte. Meinst du das reicht mir? Reicht dir das?" Schweigen.., Nicky versuchte eine Antwort zu finden „...nein..."sagte er gepresst. "Ich habe wirklich langsam genug! Du bist nie zu Hause, und immer sind dir dein dämlicher Job, deine Kumpels zum Saufen oder Fußball wichtiger. Sag mal bin ich dir denn so egal?? Georgie fing an zu schluchzen .. die Tränen waren einfach zu stark. „Ich kann das nicht mehr Nicky... . Ich will verdammt nochmal nur das sich was ändert, Ich liebe dich doch.., nur ..ich sehe einfach keine Zukunft mehr für uns beide, wenn da nichts passiert, kannst du mich verstehen Nicky? "Ein weiteres Schluchzen kam von Georgis Seite und man merkte, dass sie weinte. Nicky war vor Schock gelähmt um etwas sagen zu können. „Okay Nicky, wenn das alles ist, was du zu sagen hast, dann geh ich jetzt schlafen. Tschüss!" „HALT!" Brüllte er aufeinmal, aber es war schon zu spät, man hörte nur noch ein „TutTutTut..." Nicky hielt wie erstarrt das dumme metallfarbene Ding an sein Ohr. Die Worte von ihr schmetterten durch seinen Kopf. So schlimm war er also... „Shit!" fluchte er.
Es stimmte ja auch was sie sagte. Nicky hatte sie wirklich vernachlässigt in letzter Zeit, war das denn nicht verständlich? Aber warum sagt sie ihm das erst jetzt?
Dazu kam noch, dass sie weinte, sie hatte vorher noch nie geweint, wenn die Beiden telefonierten. Erst jetzt wurde Nicky klar, was er angerichtet hat. Was war das jetzt? Sonst hat sie sich doch auch nicht beschwert, wenn sie sich für längere Zeit nicht sahen, normalerweise müsste sie ja wissen, dass Nicky in diesem Business wenig Zeit hat, aber es ging ja nicht nur darum. ‚Ach...’dachte Nicky. ‚Das wird sich schon wieder legen. Spätestens bis zu den freien Tagen. Oder am Besten ich ruf sie vorher noch einmal an. Aber nicht mehr heute Abend, das wird eh nix, ich lass sie lieber noch mal in Ruhe, bis sie sich wieder etwas beruhigt hat.’ Nicky war trotzdem ziemlich betrübt. Was könnte er jetzt machen, um sich wieder etwas aufzubauen und das zu vergessen?!
Er schmiss sein Handy auf das Bett und holte aus seinem Koffer eine Packung Zigaretten und ging anschließend in Richtung Balkontür und öffnete sie. Draußen blies ihm ein frischer Wind ins Gesicht, genau den brauchte er jetzt um wieder einen klaren Kopf zu kriegen. Vorsichtig stützte sich Nicky am Geländer ab und zündete dabei die Zigarette an. Eigentlich raucht er ja nicht und wenn, dann nur ganz selten und wenn er Stress pur hat. Das war eben so eine Situation und ihm viel nichts Sinnvolleres ein als das.
Er dachte an nichts. Der Qualm der Zigarette wirbelte durch die Luft. Nicky ließ den Glimmstängel ein paar Minuten später fallen und ging wieder in sein Zimmer. Der Fernseher. ‚Klar, warum bin ich nicht gleich drauf gekommen?’ Er ging zum Fernseher, schaltete ihn an und kauerte sich in der davor stehenden Couch zusammen. Es dauerte nicht lange, bis auch er merkte, dass kein einziger Sender auf Englisch war, aber im grundegenommen war ihm das jetzt auch egal.
Er zappte durch die Kanäle und blieb an einer Liebesschnulze hängen. Im Film küsste sich ein Pärchen. PENG! Alles was er gerade versuchte krampfhaft zu verdrängen kam eben wieder hoch und Nicky musste unwillkürlich daran denken, wie schön die Zeiten mit Georgi waren. Sollte das jetzt alles einfach so vorbei sein? Nein, es durfte einfach nicht vorbei sein. ‚Jetzt noch nicht', Dachte Nicky. ‚Mein Gott, ich liebe sie doch, wie konnte ich sie denn nur so vernachlässigen?'
Bei dem Gedanken lief Nicky eine Träne über die Wange und kurze Zeit später weinte er lauthals los. Es kam ihm vor wie das Ende der Beziehung. „NEIN!
Das kann nicht sein, jetzt noch nicht!" Fluchte Nicky und erschrak, als es klopfte. Schnell wischte er sich mit dem Ärmel über sein von Tränen getränktes Gesicht. Wütend stampfte er zur Tür. „Man, wer kommt denn jetzt noch?!" Grummelte er vor sich hin, während er zur Tür ging. „Hey, welcher Ideot erlaubt es sich um diese Uhrzeit an meine Tür zu klopfen?!" Man konnte ein leichtes Lachen hören.. . „Hey Nix, ich bins!" Nicky öffnete leicht genervt die Tür. „Mensch Ki, du kommst vielleicht auf Ideen, was willst du denn noch so spät?!" Nicky lies Kian ins Zimmer, schloss die Tür hinter ihm und wendete sich sofort mit seinem Gesicht von Kian ab, damit er nicht merkte, dass er geweint hatte. „Hi! Ich wollte eigentlich nur...Nicky??" „Was?!" „Was ist denn los? Kannst du mich nicht angucken wenn ich mit dir rede?!" Ein genervtes stöhnen kam von Nicky.. „Nein!" Sagte er spießig. „Hey, ich hab dir doch nichts getan." Sagte Kian beruhigend und ging vorsichtig auf Nicky zu und legte zaghaft seine Hand auf Nickys Schulter. Dieser zuckte jedoch zusammen und sonderte sich ab. „Kian, ich möchte einfach nur allein sein, also würdest du mir bitte den Gefallen tun und gehen?" In seiner Stimme war ein deutliches Zittern zu hören, was darauf deutete, dass Nicky kurz davor war wieder zu weinen. Kian lies sich aber nicht erweichen und ging erneut auf Nicky zu, packte ihn an den Schultern und drehte ihn ruckartig zu sich um, doch Nicky senkte hastig seinen Kopf. Kian nahm mit einer Hand vorsichtig Nickys Kinn und zwang ihn somit zu ihm hoch zu schauen. Erschrocken blickte er in Nickys glasige und vom weinen gerötete Augen. „Nicky." Sagte er vorsichtig. „Was ist passiert?.. Du hast geweint, stimmts?" flüsterte Kian und ließ auf der Stelle Nickys Kinn wieder los. Sofort senkte Nicky seinen Kopf wieder, sagte aber nichts, was Kians Frage beantwortete. „Sagst du mir was passiert ist?" Wieder keine Antwort. Kian legte seinen Arm um Nicky und führte ihn zur Couch. Beide setzten sich und Kian versuchte auf ein Weiteres Nicky zum reden zu bringen und flüsterte: „Hey, du kannst mir ruhig sagen was los ist, ich will dir doch nur helfen." Nicky schwieg noch immer, aber Kian sah das blitzen einer Träne, die gerade aus Nickys Auge lief und nahm in den Arm. Wärme. Kian durchfuhr ein unbeschreibliches Gefühl von Wärme. „Ist es wegen Georgi?" Kian vernahm ein kaum merkliches Nicken an seiner Schulter und drückte ihn daraufhin noch fester an sich. Man konnte ein leises Schluchzen, welches von Nicky kam, hören. „Schhhh...ist ja okay Nix." Vorsichtig ließ Kian von ihm ab. „Habt ihr euch gestritten?" Wieder ein Nicken von Nicky. „Soll ich dir mal was sagen?...Jessi hat eben mit mir Schluss gemacht. Und eigentlich bin ich deswegen gekommen." Nicky blickte erschrocken in Kians Augen. „Wirklich?" hauchte er heiser. „ Ja, aber ich glaube es war besser so, die Beziehung hätte ohnehin nicht mehr lange gehalten." „Hey,.. tut mir Leid" „Nein, ist schon okay, das ist halb so wild, sag mir lieber, warum du dich mit Georgi gestritten hast."
Nicky schaute erstaunt hoch zu Kian. „Was ist?" „ Ach Kian.., ich weiß es doch auch nicht aber Georgina.., sie meint ich vernachlässige sie." Jetzt war es raus und Nicky fing wieder an zu schluchzen. „Hey..., das gibt sich schon wieder, lade sie, wenn ihr euch das nächste mal seht, zum Essen ein und beweis ihr deine Liebe." Mit diesen Worten fuhr Kian langsam und beruhigend mit seiner Hand über Nickys Rücken und versuchte ihn zu trösten. Nicky weinte inzwischen wieder und Kian wischte die Tränen mit seinem Daumen vorsichtig weg, während er immer noch langsam Nickys Rücken hoch und runter fuhr. Unbewusst wanderte Kians Hand unter Nickys Hemd und streichelte nun seinen nackten Rücken.
Fortsetzung folgt...