Die Sonne ging langsam unter am Lough Gill in der Nähe von Sligo. Weit und breit war niemand zu sehen außer einem Pärchen, das engumschlungen da stand und den Sonnuntergang genoss. „Ich liebe dich", flüsterte Kian Marilena ins Ohr, „ich lasse dich niemals mehr gehen!" Marilena küsste seine Nasenspitze und schmiegte sich eng an Kian.
Die beiden waren seit zwei Monaten zusammen. Das heißt sie kannten sich schon ewig. Marilena war ein Jahr jünger als Kian, doch sie hatten sich immer gut verstanden. Sie hatten die gleichen Freunde und waren jede freie Minute zusammen. Doch erst vor einigen Monaten hatten Kian und Marilena gemerkt, dass sie mehr als freundschaftliche Gefühle für einander empfanden. Und jetzt waren sie zusammen. Ihre Liebe war etwas besonderes, denn nicht viele Jugendliche um die 15, 16 waren so eng miteinander verbunden...
Doch eines Tages kam Marilena ganz aufgelöst zu Kian. Sie schluchzte. Kian nahm sie in den Arm. „Was ist denn los?", wollte er wissen. „Ich...", Marilena konnte nicht weiter reden, denn die Tränen liefen ihr über die Wangen. „Shh!", Kian strich ihr über den Rücken, „du kannst mir alles erzählen. Ich bin doch für dich da." Marilena wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und fing an zu erzählen. „Also, gestern kam mein Vater nach Hause mit einer super Laune. Ich habe mich schon gewundert. Doch dann beim Abendessen hat Dad dann erzählt, dass er eine neue Arbeitstelle hat und...", Marilena kamen wieder die Tränen. „Eine neue Stelle, was ist denn daran so furchtbar?", Kian sah sie irritiert an. „Die neue Stelle ist in London!", stieß Marilena hervor, „wir ziehen um. Nach London!" Kian saß dort wie versteinert. Das konnte nicht sein, er musste sich verhört haben. „Das ist nicht wahr, Marilena! Sag, dass das nicht wahr ist!", flehte er Marilena an. „Leider ja. Nächste Woche schon, denn mein Dad hat auch schon eine Wohnung für ihn, Mum und mich...", schluchzt Marilena, „Ich will nicht hier weg! Ich will nicht weg von dir!" Kian umarmte Marilena. „Ich will nicht, dass du gehst...", murmelte er.
Es war aber so. Marilena zog mit ihren Eltern von Sligo nach London. Der Abschied von ihren Freunden und besonders natürlich von Kian fiel ihr schwer. Sie versprachen zu telefonieren, lange Briefe zu schreiben und sich, wenn möglich sogar zu besuchen. Ein halbes Jahr klappte es, doch dann verlief sich die ganze Sache langsam im Sand...
Marilena lebte in London und Kian in Sligo. Beide gingen getrennte Wege, obwohl sie den anderen nie vergessen hatten, sondern sich es nur nicht eingestehen wollten.
„Endlich gelandet!", dachte Marilena, während sie aus dem Flugzeug stieg. Es war 10 Uhr morgens. Doch sie war hell wach, denn auf dem Flug hatte sie genug geschlafen. Sie hätte nie gedacht, dass sie mal wieder so froh sein könnte nach London zurück zukehren. Die letzten drei Jahre in Australien hatte sie sogar daran gedacht für immer dort zu bleiben. Aber jetzt freute sie sich auf London, hier würde sie neu anfangen. Australien war eine Erfahrung, die Marilena sehr gut gefunden hatte, aber jetzt würde sie wieder in London leben. Zusammen mit ihrer Freundin Cathy würde sie in einer WG wohnen. Cathy war ihre beste Freundin aus der Zeit, die sie in London gelebt hatte und sie war die Einzigste, die die ganzen drei Jahre mit ihr regelmäßig Kontakt gehalten hatte (mit Ausnahme ihrer Familie). Als sie durch die Passkontrolle gegangen war, wollte Marilena ihr Gepäck holen. Natürlich musste sie lange warten. Gelangweilt steckte sie sich einen Stöpsel ihres Discmans in ein Ohr. Cathy hatte ihr nach Australien immer gebrannte CDs geschickt. Am meisten hatten Marilena die Songs einer Boygroup namens Westlife angetan. Die Songs waren für sie einfach wundervoll. Marilena hatte noch nie ein Bild von Westlife gesehen, weil sie in Australien so gut wie unbekannt waren und als sie weggegangen war gab es Westlife noch nicht. Aber sie wusste, dass Westlife jetzt schon ihre absolute Lieblingsgruppe war. Marilena seufzte als sie Queen of my heart hörte. Der Song war einfach wunderschön. Und er handelte von der großen Liebe. Sie, Marilena, träumte ja immer noch von ihrer großen Liebe...
Endlich hatte sie ihr Gepäck. Marilena steuerte den Ausgang an. Plötzlich sah sie, wie jemand wild winkend auf sie zu kam. Und dieser jemand war Cathy. „Marilena, ich kann es fast nicht glauben!", rief Cathy und umarmte Marilena stürmisch, „du siehst so anders aus! Aber egal, ich freue mich dich endlich wieder zu sehen." „Und was meinst du wie sehr ich mich freue. Australien war zwar schön und ich hatte auch Freunde, aber das ist ja nichts gegen mein Zuhause und meine beste Freundin!", Marilena strahlte Cathy an. „Na dann komm, ich habe unsere WG in der Zwischenzeit ein bisschen umgestaltet. Ich hoffe du magst sie noch!", Cathy sah Marilena zweifelnd an. In zwischen waren die beiden auf dem Weg zu Cathys Auto. „Ich denke schon. Wenn ich mich noch recht erinnere haben wir beide fast den selben Geschmack in Sachen Einrichtung", Marilena grinste, „du sag mal gibt es noch den kleinen Chinaimbiss bei uns in der Straße?" „Wusste ich doch, dass du danach fragst. Aber du willst mir doch jetzt nicht erzählen, dass es in ganz Melbourne keine Chinarestaurants gibt!", Cathy stieß Marilena in die Seite. „Doch, aber an die Kochkünste unseres Mr. Hong kommt keiner heran. Nicht mal in Australien", verkündete Marilena während sie sich auf den Beifahrersitz plumpsen lies. „Ich schlage vor wir lassen uns dort etwas einpacken und fahren dann in die Wohnung", meinte Cathy, als sie sich hinter das Lenkrad klemmte, „Musik?" „Klar doch!", Marilena grinste. Es ertönte When you’re looking like that aus den Lautsprechern. Marilena und Cathy sangen laut mit. „Ach ja Cathy, du musst mir alle über diese geniale Boyband Westlife erzählen", forderte Marilena ihre Freundin auf, „ich liebe diese gefühlvollen, aber auch coolen Songs über alles!" „Du wirst diese Band noch viel besser finden, wenn du erst mal die heißen Typen dahinter gesehen hast, Lena!", versprach Cathy mit einem Grinsen. „Hey, du hast mich Lena genannt, wie früher", freute sich Marilena. „Na ja, warum nicht? Oder bist du mit deinen 21 Jahren zu alt für so etwas?", Cathy sah sie heraus fordernd an. „Niemals Cat!", beteuerte Marilena lachend, „wir beide sind Cat und Lena!" „Und ich dachte diese Jahre in Australien haben dich verändert!", Cathy musterte Marilena, „aber du bist die alte Marilena geblieben. Zum Glück!" „Na, da bin ich aber froh", Marilena grinste, „schau da vorne sind schon die ersten Häuser von London."
„Aufwachen, du alte Schlafmütze, Ki! Es ist 10 Uhr!", rief Bryan der in das Hotelzimmer von Kian gestürmt kam. Kian öffnete mit Mühe die Augen. „Was machst du in meinem Hotelzimmer?", knurrte er Bryan an. „Ach Anto meinte ich könnte das Wecken bei dir übernehmen. Ich würde dich wohl eher wach bekommen!", erklärte Bryan fröhlich. „Na toll, sind die anderen etwa auch schon wach?", wollte Kian unwirsch wissen. Bryan nickte. „Tja, Kumpel du bist der Letzte!", stellte er fest. „Da hat Bryan recht!", stimmte Shane zu, der ebenfalls in Kians Zimmer kam. „Ich wusste ja gar nicht, dass die Hotelzimmer hier in Liverpool so unterschiedlich sind!", Kians Stimme war gereizt, „ich meine, dass ihr hier alle in meinem Hotelzimmer rum stehen müsst!" „Was hast du für schlechte Laune, Ki?", fragte Shane. „Ersten Filan kommt Bry hier in mein Zimmer gerannt und macht einen Höllenlärm, zweitens dröhnt mir der Kopf und drittens ist es früher Morgen und ich möchte gerne noch schlafen!", fauchte Kian. „Er ist wirklich sauer, Shay, er hat dich Filan genannt, das hat er ewig nicht mehr getan!", bemerkte Bryan. „Ja, aber nicht wegen der Gründe, die er eben genannt hat. Also, was ist wirklich los, Kian?", fragte Shane. Kian zog sich seine Jeans an und wich Shanes und Bryans Blicken aus. „Also, Ki, wir warten!", Shane sah Kian an. „Na schön!", murmelte Kian, „ich habe Ellie gesagt, dass ich keine Beziehung mit ihr will!" „Das gibt es nicht!", rief Nicky, der zusammen mit Mark jetzt auch das Zimmer betrat, „ich dachte es wäre die Frau für dich. Hast du selber gesagt, als du sie das erste Mal gesehen hast!" „Ich dachte echt, du hättest deine große Liebe gefunden...", Shane wirkte irritiert. „Was soll ich mit einem Girl das ganz nett aussieht, aber mit der man nicht mal über wirklich Privates sprechen kann? Ellie hat mir nie zugehört, wenn es um wirklich wichtiges ging und gestern war es mir dann halt zu viel!", erzählte Kian. „Ach komm, vergiss sie! Du findest schon jemand neues!", Bryan klopfte ihm auf die Schulter. „Mir geht es doch gar nicht um Ellie, mir geht es darum, dass ich nie jemanden finden werde! Für mich gibt es keine große Liebe!", sagte Kian enttäuscht. „Klar wirst du das!", widersprach Bryan, „wenn ich es auch geschafft habe. Kerry ist meine große Liebe, als ich fünfzehn war habe ich nie gedacht, dass ich mit 22 schon Ehemann und Vater bin. Doch ich bin glücklich damit, dass ich es bin." „Und außerdem hattest du schon mal eine wirklich ernste Beziehung, die alle anderen in den Schatten stellt!", fiel Mark ein, „erinnerst du dich noch an Marilena Clarkson? Sie war deine beste Freundin, bis ihr dann zusammen gekommen seid. Das war echt was besonderes, weil es so etwas in dem Alter kaum gibt!" Kian zuckte zusammen als dieser Name erwähnt wurde. „Das ist ja lachhaft! Ich war da sechzehn!", meinte er aufgebracht, „das zählt doch gar nicht mehr! Marilena? Ich weiß nicht mal mehr wie sie aussah!" Das war einer der größten Lügen, die Kian in die Welt gesetzt hatte. Marilenas lange, schwarze Locken, ihre blaugrünen Augen und alles andere würde er nie vergessen können. Doch das wollte er sich aus einem bestimmten Grund nicht anmerken lassen. „Ich glaube sie war gar nicht so hübsch und ich war nur mit ihr zusammen, weil sie, solange meine Freundin war und ich sie nicht enttäuschen wollte", fügte Kian hinzu. Shane pfiff leise durch die Zähne. „Marilena nicht hübsch? Sie war total hübsch! Und du warst echt verliebt, Kian mach dir nichts vor und steigere dich da nirgendwo rein. Aber das ist die Wahrheit!", ermahnte Shane seinen Freund. „Ja, ja kann sein!", lenkte Kian mürrisch ein, „aber das interessiert mich doch jetzt nicht mehr. Es war eine Beziehung wie jede andere auch! Und jetzt lasst uns frühstücken gehen, sonst sterbe ich vor Hunger!" Kian tat extrem cool, doch sogar Bryan und Nicky, die nicht mit bekommen hatten, wie das mit Kian und Marilena gelaufen war, nahmen ihm die Tour nicht ab.
„Hm, ich liebe diese Frühlingsrollen!", schwärmte Marilena während sie sich den letzten Bissen in den Mund schob. „Jetzt erzähl mal wie die Boys in Australien sind, Lena", forderte Cathy ihre Freundin auf, „wie viele Typen hattest du?" „Nur einen", erzählte Marilena, „mit Paul war ich aber auch eineinhalb Jahre zusammen." „Paul, aha!", Cathy grinste. "Wieso aha?", wollte Marilena wissen. „Du könntest mir ja ruhig mehr über Paul erzählen", meinte Cathy. „Also, ich habe ihn auf einer Party kennen gelernt, wir waren lange sehr glücklich", erzählte Marilena. „Warum seid ihr dann nicht mehr zusammen?", Cathy war erstaunt. „Ach ich habe ihm irgendwann gesagt, dass er der Mann meines Lebens ist und dass ich ihm zuliebe in Australien bleiben werde. Danach ist er dann komisch geworden und eine Woche später hat er Schluss gemacht, mit der Begründung, dass er sich noch nicht binden will. Ich glaube aber er wollte nur mit mir zusammen sein, solange ich da war und hat schon darauf spekuliert, dass ich wieder weggehen würde. Ich habe mich also geirrt. Er war nicht der Mann meines Lebens. Ich glaube den werde ich nie finden!", Marilena seufzte. Cathy sprang auf. „Jetzt mach dich nicht verrückt, deine große Liebe wird irgendwann vor dir stehen. Und jetzt werde ich dir erst mal ein Video von Westlife zeigen. Ich habe ein total cooles!", eröffnete Cathy und schaltete den Fernseher ein, „aber halt dich fest, die Typen sind wirklich heiß. Du musst dich erst mal auf sie einstellen, denn wenn wir Donnerstag auf das Konzert gehen..." „Du hast Karten für ein Westlifekonzert?", wollte Marilena wissen. „Irgendwas musste ich doch machen, wenn du endlich wieder hier bist!", entgegnete Cathy, während sie die Videokassette in den Recorder schob. „Das ist echt cool von dir!", rief Marilena und umarmte ihre Freundin. „Ich weiß", Cathy grinste, „uns jetzt lass uns unsere Aufmerksamkeit den Jungs widmen!" Sie startete das Video.
Erst war nur die Melodie von Swear it again zu hören dann langsam kam auch ein Bild. Es zeigte Westlife zusammen. Und dann jeden in Nahaufnahme. „Das gibt es nicht!", stieß Marilena hervor. „Was?", Cathy sah ihre Freundin verwirrt an. „Das sind Shane und Mark und... Kian!", rief Marilena entgeistert. „Natürlich sind das Sha...", Cathy unterbrach sich, „woher weißt du das?" Marilena ging nicht darauf ein und fragte stattdessen: „Kommen Westlife aus Irland? Und wenn woher genau?" „Was ist los mit dir?", Cathy schaute immer verwunderter, „aber ja sie kommen aus Irland. Zwei aus Dublin und die anderen drei aus Sligo, das liegt an der Westküste von Irland." „Mensch, das weiß ich doch!", Marilena begann grinsen, „ich kenne Mark, Shane, und Kian!" Cathy sah Marilena besorgt an. „Ist dir der Flug nicht bekommen? Willst du dich lieber hinlegen? Du fantasierst hier!", schlug sie vor. „Nein ich kenne die Drei. 100%tig!", beteuerte Marilena, „ich bin doch erst mit 15 nach London gezogen und bis dahin habe ich in Irland gelebt und genauer in Sligo. Dort war ich mit den Dreien befreundet! Ich habe bestimmt noch Fotos in meinem Zimmer. Ich kann es dir beweisen!" „Ich glaube das nicht!", Cathy sah Marilena fassungslos an, „und du willst mich wirklich nicht über mich lustig machen? Du hast wirklich nicht über Westlife erkundigt oder so?" „Nein, ich kenne Mark, Shane und Kian wirklich!", erklärte Marilena bestimmt. Sie sprang auf und lief in ihr Zimmer, wo sie nur kurz ihr Gepäck reingeworfen hatte, und stürmte zu ihrem Schreibtisch. Marilena zog die unterste Schublade auf und holte einen Karton mit Fotos hervor. Damit kehrte sie zu Cathy zurück. „Jetzt bin ich aber gespannt!", Cathy beugte sich zusammen mit Marilena über den Karton. „Warte erst mal, ich habe ewig nicht mehr in diesen Karton gesehen", Marilena wühlte in den Fotos. Die Obersten zeigten ihr damaliges Haus in Sligo, doch dann kamen Fotos von ihrer Familie und ihrer Clique... Marilena zitterte ein wenig als sie diese Fotos in die Hand nahm. Nach Australien hatte sie keines dieser Fotos mitgenommen, weil sie nicht an Kian denken wollte. Doch jetzt war es wieder da. Kian. „Da siehst du, das war ein Teil unserer Clique", Marilena zeigte Cathy ein Foto, sie wies auf verschiedene Personen, „Das da ganz links ist Gillian, dann ist da Shane, Mark, ich, neben mir ist Kian, der andere ist Michael, dann Heather und ganz außen ist Derek. Glaubst du mir jetzt, dass ich die drei kenne?" Cathy sah auf das Bild. „Das kann nicht wahr sein!", Cathy war fassungslos. „Doch es ist so! Ich kann es ja auch kaum glauben, dass meine Kumpels solche Superstars sind. Ich aber sie haben immer schon davon geträumt...", Marilena lächelte. Cathy griff noch mal in den Karton und holte ein anderes Bild hervor. „Das bist du ja alleine mit Kian. Ihr wirkt so wie... na ja wie ein Paar!", Cathy hielt Marilena das Foto unter die Nase. Marilena blickte zu Boden, sie hatte gehofft, dass Cathy dieses Foto nicht in die Finger bekommen würde. „Ach das sieht nur so aus. Wir haben oft rumgealbert, dabei ist wohl dieses Bild zu Stande gekommen", winkte Marilena ab, doch sie sah Cathy immer noch nicht an. „Ach komm, mach mir nichts vor. Ich kenne dich schließlich auch. Da war was zwischen Kian und dir", Cathy grinste. „Nein, echt. Kian und ich waren gute Freunde, weil wir uns von klein auf kennen, aber mehr war da nicht", widersprach Marilena, „aber das ist doch jetzt sowieso egal. Sie sind Stars und haben super viel Erfolg. Die Drei werden sich bestimmt nicht mehr an mich erinnern. Und jetzt lass uns das Video anschauen, ich will wenigstens wissen was aus meinen Kumpels von damals genau geworden ist!" Cathy ließ das Video weiterlaufen. Sie hatte beschlossen Marilena zuglauben. Sie ahnte ja nicht, wie sehr Marilena gerade gelogen hatte. Kian war ihre erste große Liebe gewesen und sie Marilena wusste, dass sie ihn nie vergessen hatte nur die ganzen Jahr verdrängt hatte...
Westlife hatten in der Zwischenzeit ein Fotoshooting und mussten ein Interview geben. Es sollte in einem romantischen Rahmen ablaufen, so hatte sich der Reporter passende Fragen zu Liebesleben der fünf Boys von Westlife überlegt. Der Reporter fing an zu reden: „So da ja einige von euch eine Freundin, Bryan du sogar eine Frau, haben. Würde ich euch bitten das Besondere an euren Beziehungen zu erklären!" „Ich würde nicht sagen, dass unsere Beziehungen besonders sind, nur weil wir berühmt sind. Jede Beziehung hat ihre Besonderheiten. Aber ich bin mit meiner Kerry so glücklich, dass einfach alles in dieser Beziehung besonders ist. Von der ersten Begegnung bis hin zu Molly!", sagte Bryan. „Dem kann ich nur zustimmen", meinte Shane. „Vielleicht ist an meiner Beziehung mit Georgina so besonders, dass wir schon seit wir vierzehn waren ein Paar sind", fügte Nicky hinzu. „Und was ist mit den anderen? Kian, du sollst doch mit dem Model Ellie Nelson liiert sein", wandte der Reporter an Kian. Kian verzog das Gesicht. „Nein, ich bin nicht mit Ellie liiert. Wir sind ein paar mal miteinander ausgegangen, aber Beziehung kann man dazu nicht sagen. Und ich frage mich wie immer solche Gerüchte zu Stande kommen. Irgendwie nervt das doch!", antwortete Kian mit leicht angehobener Stimme. Der Reporter merkte es und wandte sich schnell an Mark: „Und du gibt es bei dir das eine Mädchen... ?"
„Mensch Kian, was bist du so genervt?", fragte Shane, als sie auf dem Weg zur Konzerthalle von Liverpool waren, „der Reporter hat doch auch nur seinen Job getan." „Lass ihn, Shay!", meinte Mark, „er ist heute nicht gut drauf. Vielleicht hat es ja doch was damit zutun, dass ich Marilena erwähnt habe..." „Kannst du nicht einfach die Klappe halten, Feehily?!", Kian wurde aggressiv, „ich weiß gar nicht warum du jetzt die alte Story mit Marilena Clarkson rauskramst. Das war eine von vielen Beziehungen. Nichts weiter. Und wenn du sie doch so toll fandest warum setzt du dich nicht mit ihr in Verbindung? Aber lass mich mit irgendwelchen Jugendbeziehungen in Ruhe!" Kian sprang auf und drängte sich an Bryan und Nicky vorbei und schloss sich in der Toilette von dem Tourbus ein. „Was ist denn mit Ki los?", wollte Nicky wissen, „er ist doch heute irgendwie mit dem falschen Bein aufgestanden oder?" „Ich glaube es hat wirklich etwas mit Marilena zu tun. Er war heute schon sowieso genervt und als Mark Marilenas Namen erwähnt hat, war alles vorbei", überlegte Shane. „Ich wollte ihn doch nicht ärgern. Ich wollte ihm doch nur einen Beweis liefern, dass er schon mal eine wirklich ernste Beziehung hatte. Aber ich hätte doch nicht gedacht, dass ihn das so aufwühlt", Mark schaute betroffen. „Ich glaube, er hatte Marilena nie wirklich vergessen. So vertraut, und später verliebt, wie die waren", Shane stieß eine Pfiff aus, „so etwas vergisst man nicht. Wo sie sich nicht mal offiziell getrennt haben..." „Wer ist diese Marilena eigentlich?", wollte Bryan wissen. Shane und Mark weihten Bryan und Nicky ein und erzählten ihnen die Story von der Clique, Marilena und Kian. „Und ihr glaubt, dass er sie immer noch nicht vergessen hat?", fragte Nicky. „Ich weiß nicht...", Shane kaute auf seiner Lippe, „aber ich denke nicht, dass er nur wegen Ellie so mies drauf ist! Das ist was Tieferes und vielleicht hat es was damit zutun, dass Mark Marilena heute Morgen erwähnt hat!" Mark nickte zustimmend.
Mit den Vermutungen lagen Mark und Shane gar nicht so falsch. Kian saß auf der Toilette und starrte auf ein Foto. Es zeigte ihn und Marilena, wie er sie auf dem Rücken trug. Sie lachte. Gott war ihr Lachen süß! Eine einsame Träne lief Kian die Wange herunter. Mark hatte Recht gehabt. Marilena und er. Das war eine besondere Beziehung gewesen. Sie wären jetzt bestimmt immer noch zusammen, wenn Marilena damals nicht weggezogen wäre. Aber er würde sie ja sowieso nie wieder sehen. Ihr lag ja wohl nichts mehr an ihm. Sonst hätte sie sich doch gemeldet, als er mit Westlife berühmt wurde. Kian schluckte und küsste das Foto, dann steckte er das Foto zurück in seine Brieftasche Niemand würde erfahren, wie sehr er noch an Marilena dachte. Auch noch nach sechs Jahren...
Spät an diesem Abend, Marilena lag auf ihrem Bett um sich herum hatte sie alle Bilder, aus der Zeit in Sligo, ausgebreitet. Sie hatte sich gar nicht auf die Bandgeschichte von Westlife konzentrieren können, weil sie die ganze Zeit an Kian gedacht hatte. Sie nahm ein Foto in die Hand, worauf sie und Kian sich gefühlvoll küssten. Das Foto hatte Shane, unerlaubterweise, auf einer Party gemacht. Im Nachhinein war es ein kostbares Erinnerungsstück für Marilena geworden. Heute war sie Shane sehr dankbar dafür. Sie strich langsam über das Bild, dann holte sie sich einen Ordner von ihrem Schreibtisch, den ihr Cathy gegeben hatte. In dem Ordner befand sich alles was Cathy über Westlife gesammelt hatte. Langsam schlug sie ihn auf und begann darin zu blättern. Kian hatte sich, wie sie schon auf dem Video festgestellt hatte, kaum verändert. Es waren immer noch diese blonden Haare. Sie lachte, als sie daran dachte, dass sich Kian seit er 14 war, seine Haare immer blond gefärbt hatte. Plötzlich überkam sie ein sehnsüchtiges Gefühl, ihm wieder so nah zu sein. Jetzt wusste ihr bewusst, wie wichtig ihr dieser Mensch noch immer war. Ihr bester Freund und ihre erste große Liebe. Doch er war so weit weg. Sicher sie würde ihn am Donnerstag sehen. Doch es würde nicht dasselbe sein. Sie würde eine von vielen sein. Es schwärmten doch Millionen Girls für ihn. Er konnte sich bestimmt nicht von Verehrerinnen retten. War sollte sie ihm dann noch bedeuten??? Leise fing Marilena an zu weinen. Cathy, die gerade noch mal in das Nebenzimmer gekommen war, hörte es. Sie trat in Marilenas Zimmer und setzte sich zu ihr. „Was ist den los?", fragte sie, dann fiel ihr Blick auf das Foto, dass auf Marilenas Kopfkissen lag. Sie musste grinsen. „Jetzt kannst du nicht mehr leugnen, dass du nicht was mit Kian hattest. Das Foto ist eindeutig!", meinte Cathy. „Ich dachte, ich hätte ihn vergessen...", schniefte Marilena, „aber es ist nicht so! Jetzt ist alles wieder hoch gekommen. Die ganze Zeit!" „Oje!", Cathy nahm Marilena in den Arm. "Aber jetzt bin ich ihm ganz sicher egal. Wer denkt denn noch, wenn er ein Superstar ist, an seine Jugendliebe?!", Marilena wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ich kann das nicht wirklich beurteilen, Lena", sagte Cathy, „aber ich habe trotzdem noch eine Überraschung für dich. Vorhin hat doch das Telefon geklingelt und man hat mir gesagt, dass ich zwei Backstagepässe für das Westlifekonzert am Donnerstag gewonnen habe. Na was sagst du?"
Marilena sah ihre Freundin sprachlos an. „Was hast du?", wollte sie wissen. „Zwei Backstagepässe!", wiederholte Cathy, „vielleicht bringt es ja was, wenn du ihn wieder triffst." Marilena strahlte. „Vielleicht!", antwortete sie, „du bist einfach die Beste, Cat!" Cathy lachte: „Danke, aber jetzt wein nicht mehr uns leg dich am besten hin. Du hast eine lange Reise hinter dir! Gute Nacht, Lena!" Cathy verließ das Zimmer. Marilena kuschelte sich unter ihre Bettdecke. Sie hatte immer noch Zweifel, heftige sogar. Aber das wollte sie Cathy gegenüber nicht sagen. Hatte Kian nicht genug mega-hübsche Girls, die um ihn herum waren? Hatte er sie nicht schon längst vergessen?
In den folgenden Tagen tat Marilena alles um sich wieder in England einzuleben: Sie besuchte ihre Eltern in Hastings, sie traf mit Cathy alte Freunde, machte mit den U-Bahnplänen von London wieder vertraut und besorgte sich Informationen für Jobs rund um Theater, da sie in Australien einige Semester Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt Drehbuchautor studiert hatte. Sie hatte sogar Glück und wurde für die nächste Woche zu einem Vorstellungsgespräch bei einer TV-Serie eingeladen. Am Mittwoch nachmittag ging Marilena mit Cathy shoppen. Sie wollten sich ein neues Outfit für das Konzert besorgen. Die beiden Girls zogen durch die Shops. In einem fand Marilena eine Nietenjeans und ein weißes Spaghetti-Top mit Aufdruck. Sie probierte es an. Als Marilena aus der Kabine kam, klatschte Cathy begeistert. „Du siehst super. Die Hose sitzt perfekt und das Top passt super zu deinen schwarzen Haaren und deiner gebräunten Haut", lobte Cathy. „Findest du echt?", Marilena zupfte an ihrem Top herum. „Wenn ich dir das sage, dann kannst du das ruhig glauben, Lena!", Cathy sah Marilena an. „Na dann, Cat!", Marilena grinste, „dann nehme ich die Sachen." Sie überspielte ihr Nervosität, die mit jeder Stunde zunahm. In circa 24 Stunden würde sie auf dem Konzert sein. Sie würde ihre alten Kumpels Backstage treffen. Würden sie sie wieder erkennen??? Und was war mit Kian? Diese Gedanken gingen ihr im Kopf herum, während sie ihre Klamotten bezahlte und mit Cathy den Laden verließ.
„Der erste Gig in Wembly ist immer wieder was besonderes", meinte Nicky während er mit seinen Bandkollegen wartete, dass sie die Bühne betreten konnten. „Da gebe ich dir vollkommen Recht", stimmte Mark ihm zu, „wisst ihr noch wie wir hier das erste Mal waren. Das ist schon lange her! Und jetzt sind wir hier mit unserer zweiten eigenen Tour!" „Du sagst es!", Shane grinste, „aber unsere Tour ist ja schon fast wieder zu ende. Noch fünf Konzerte und dann sind erst mal ein paar Studioaufnahmen dran! Also genießt die restlichen Konzerte!" „So schnell ist diese Tour schon wieder um...", Bryan verzog das Gesicht, „die Fans sind einfach der Wahnsinn...Was meinst du, Kian?" Bryan stieß Kian in die Seite. Kian schreckte auf. „Was sagtest du, Bry? Ich war gerade total in Gedanken!", sagte er. „Von was träumst du denn, Kian?", Nicky lachte, „kannst du uns das mal verraten du bist schon die ganze letzte Woche so seltsam drauf!" „Ach das kommt dir nur so vor", lenkte Kian ab. „Das kommt nicht nur Nicky so vor, wir alle haben das bemerkt, Ki!", bemerkte Mark, „was ist los?" „Nichts ist los!", Kian verzog den Mund. Die anderen wollten noch etwas erwidern, aber da ertönte schon das Signal, dass es jetzt Zeit war auf die Bühne zu kommen. So wünschten sie sich noch viel Glück und gingen auf die Bühne. Der erste Song war World of our own und Westlife gaben ihr bestes. Kian ließ seinen Blick über die Fanmenge schweifen. Es waren überwiegend Mädchen und Frauen jeden Alters. Da in der zweiten Reihe... War das nicht Marilena? Kian war so erstaunt, dass er fast seinen Einsatz bei Uptown Girl verpasste. Das konnte doch gar nicht sein. Ärgerlich rief Kian sich zur Ordnung. Er hatte ja schon Wahnvorstellungen. Den Fans war Kians kleiner Patzer natürlich nicht aufgefallen, sehr wohl aber Bryan, Nicky, Shane und Mark. Sie wussten, dass mit Kian etwas war, nur nicht was...
„Ich bin so aufgeregt!", stöhnte Cathy, als sie mit Marilena in Richtung Backstagebereich ging. „Du bist aufgeregt?", Marilena sah ihre Freundin ungläubig an, „was soll ich denn sagen??" Beide lachten und zeigten einem Securityman ihre Backstagepässe. Dieser führte sie in einen Raum, wo sie auf Westlife warten sollten „Sie kommen gleich", sagte der Securityman. Dann saßen Marilena und Cathy allein in dem Zimmer. Marilena zupfte unruhig an ihrer Hose. Sie war nervös wie nie. Cathy ging es wohl kaum anders, obwohl es für sie eine ganz andere Situation als für Marilena war. Dann ging die Tür auf und Shane trat ein. „Die anderen sind noch beim Duschen, aber sie kommen gleich!", er musterte die Girls, die noch kein Wort über die Lippen gebracht hatten. Dann fasste Marilena sich ein Herz. „Shane...", sagte sie und sah ihn an. Shane sah so aus, als ob er sich an etwas erinnerte, dann fasste er sich an die Stirn und sagte: „Das kann nicht wahr sein! Marilena? Marilena Anya Clarkson?!" Marilena musste Lachen und nickte. „Leibhaftig vor dir, Shane!", grinste sie. Jetzt fasste sich Shane wieder und ging auf Marilena zu und umarmte sie. Dann stellte Marilena Shane Cathy vor. „Ich kann es nicht fassen. Wir haben uns ja eine Ewigkeit gesehen. Wie geht es dir?", wollte Shane wissen. „Mir geht es gut. Ich bin gerade von meinem dreijährigen Aufenthalt aus Australien wieder da. Stell dir vor ich wusste bis Montag nicht, dass ihr so berühmt seid! Cathy hat mir zwar immer CDs von euch geschickt, aber ohne irgendwelche Bilder", erzählte Marilena. Shane wollte gerade etwas sagen, als Bryan den Raum betrat. „Wieder war Shane schneller als ich!", lachte er. Dann gab er Marilena und Cathy die Hand. „Ich denke mal, ihr wisst, dass ich Bryan bin??", meinte er. Cathy und Marilena nickten und stellten sich selbst vor. „Stell dir vor Bryan, Marilena hat bis sie 15 war in Sligo gelebt", erzählte Shane. „Dann bist du die Marilena?", Bryan wurde stutzig, „dann weiß selbst ich einiges über dich und habe sogar schon Fotos gesehen!" Kurze Zeit später kamen auch Mark und Nicky. Mark konnte es ebenfalls nicht fassen, dass Marilena da war. Wenige Minuten waren Marilena und auch Cathy mit den vier Lifern in ein Gespräch vertieft.
Kian hatte lange geduscht, fast hätte er vergessen, dass es noch ein Meet&Greet gab. Er stand gerade vor dem Raum in dem das Meet&Greet stattfinden sollte. Er hörte Gelächter. Es waren bestimmt total nette Fans. Doch dann schreckte er auf. Dieses eine Lachen kannte er nur zu gut. Doch das konnte gar nicht sein. Hatte er sich beim Konzert doch nicht verguckt??? Schnell öffnete er die Tür und trat in das Zimmer. Alle Blicke richteten sich auf ihn. Und da saß sie. Marilena. Kian hätte sie auch noch als alte Frau wieder erkannt. Sie hatte etwas kürzere Haare, die stufig geschnitten waren. Sie sah noch weiblicher aus als vor ein paar Jahren. Doch was wollte sie hier? Glaubte sie, dass sie einfach nach Jahren kommen könnte und alles wäre in bester Ordnung? Warum war sie nicht gekommen, als es mit Westlife angefangen hatte? „Na Kian, überrascht?", Mark grinste. Kian überhörte diesen Kommentar und ging auf Marilena und Cathy zu. Er reichte beiden die Hand. „Kian." Bei Marilena blieb er stehen und sah ihr kurz in die Augen, doch er wandte sich ganz schnell wieder ab. Marilena verstand die Welt nicht mehr. Warum war Kian so kalt? Shane und Mark hatten sich gefreut. Kian dagegen schien ihre Anwesenheit zu stören. Jedenfalls interpretierte sie sein Verhalten so. Die anderen von Westlife und Cathy versuchten die lockere Atmosphäre, die vor Kians Ankunft geherrscht hatte, wieder auf zubauen, aber es klappte nicht. Nach zehn Minuten erhob sich Kian und ging zu Shane und murmelte etwas von Übermüdung. Dann verabschiedete er sich kurz von Marilena und Cathy. Und schon hatte er den Raum verlassen. Marilena war wie vor den Kopf gestoßen. Sie hätte nie erwartet, dass er ihr um den Hals fallen würde, aber das hier ging über ihren Verstand. Warum war Kian so? Cathy legte einen Arm um ihre Freundin. Shane, Mark, Nicky und Bryan sahen sie mitfühlend an. „Ich glaube wir müssen uns für Kian entschuldigen", fing Nicky an, „ich verstehe das auch nicht!" „Er ist einfach unmöglich zur Zeit!", stimmte Shane zu. „Es ist schon okay", Marilena schluckte, „ich kann ihm nichts vorwerfen. Ich habe auch nicht wirklich erwartet, dass anders reagiert!" „Na ja. Er hat aber keinen Grund! Du hast dich nicht anders verhalten, als er auch! Eine Fernbeziehung zwischen Teenagern kann einfach nicht gut gehen. Und dass du in Australien nichts von uns gehört hast, weiß er ja nicht mal. Aber dass er dich wie eine Fremde behandelt hat, war mehr als unmöglich!", meinte Mark. „Er wird schon seine Gründe dafür haben", sagte Marilena.
Cathy und sie unterhielten sich noch einige Zeit mit den vier Lifern. Dann mussten sie sich verabschieden. Doch Marilena musste den Vieren versprechen, dass sie sich jetzt wieder öfter treffen würden. Sogar Nicky und Bryan wollten dies.
Zurück in der Wohnung konnte Marilena sich nicht mehr zurück halten. Sie fing hemmungslos an zu weinen. Cathy sah ihre Freundin erschrocken an. Doch sie wusste genau was Marilena so traurig machte. „Alle waren nett zu mir. Mark und Shane sowie Nicky und Bryan, obwohl die beiden mich heute zu ersten Mal getroffen haben. Nur Kian! Er hat mich wie den letzten Dreck behandelt", schluchzte Marilena. Cathy führte Marilena in ihr Schlafzimmer. „Das hätte ich auch nicht gedacht. Er kommt immer so lieb und nett rüber, aber dass er so einer ist hätte ich nie gedacht. Die anderen waren ja total nett, aber Kian...", meinte Cathy. „Ich kenne ihn so gar nicht!", sagte Marilena unter Tränen. „Ich weiß, dass es schwer ist, aber ich glaube es ist besser, wenn du ihn vergisst", riet Cathy, „triff dich gelegentlich mit den Anderen, aber vergiss Kian!" „Das ist zwar fast gar nicht möglich, aber wohl die einzigste Lösung", Marilena starrte an die Wand. „Du schaffst das da bin ich mir ganz sicher!", Cathy lächelte aufmunternd. „Was bleibt mir anderes übrig?", seufzte Marilena, „aber trotzdem danke, dass du mir versuchst zu helfen. Aber kannst du mich jetzt alleine lassen? Ich muss einfach nur alleine sein!" Cathy verstand das und verließ das Zimmer. Marilena schaute auf das Foto von ihr und Kian, dass auf ihrem Nachttisch lag an und schon wieder liefen ihr die Tränen die Wangen herunter. Sie war am Ende.
Etwa um die gleiche Zeit hämmerte Shane an Kians Hotelzimmertür. „Kian Egan, mach auf! Ich weiß, dass du da drin bist und noch nicht schläfst!", rief er. Nach einigen Malen öffnete Kian. „Was willst du?", schnauzte er Shane an. „Mir dir über dein Verhalten reden!", sagte Shane bestimmt. „Bist du meine Mutter oder was?", gab Kian giftig zurück. „Nein, aber die Sache ist sehr wichtig!", Shane schob Kian zur Seite und ging in sein Zimmer. Kian schloss hinter ihm die Tür. „Du gibst ja doch keine Ruhe, bevor du das erreicht hast, was du willst. Aber mach es kurz!", knurrte Kian. „Ich möchte nur wissen, warum du so unmöglich zu Marilena warst?", fing Shane an. „Ach, hieß eine von den Girls heute Abend Marilena?", fragte Kian scheinheilig. „Kian! Hör auf! Du weißt genau wer das war!", Shane wurde böse. „Von mir aus, es war Marilena Clarkson, na und?", erwiderte Kian betont gleichgültig, „was habe ich damit noch zu tun? Wenn ihr euch alle freut, wenn sie auf einmal wieder auftaucht. Ich nicht." „Sie war aber hauptsächlich wegen dir da!", wandte Shane ein. „Das hat sie sich toll ausgedacht und ich soll ihr einfach wieder um den Hals fallen?", fragte Kian zynisch, „ich habe versucht sie wieder zufinden als die Sache mit Westlife anfing. Wie oft habe ich Andeutungen in Interviews gemacht und sie hat sich darum einen Dreck gekümmert!" „Sie konnte es vielleicht gar nicht!", Shane ärgerte sich über seinen verbohrten Freund, „du hast es ja nicht mal für nötig gehalten, auch nur ein Wort mit ihr zureden!" „Den Grund weißt du!", fauchte Kian. „Ich sag dir jetzt mal was. Marilena ist, nachdem sie drei Jahre in London gelebt hat, nach Australien gegangen und dort hat sie nichts von Westlife mit bekommen. Sie ist Montag erst wieder gekommen und hat dann erst gesehen was aus uns geworden ist!", erzählte Shane. Kian sah ihn an. Langsam wich sein ärgerlicher Gesichtsausdruck. „Du meinst sie konnte meine Andeutungen konnten sie gar nicht erreichten?", fragte er nach. „Du hast es erfasst, Kian!", meinte Shane, „und jetzt überleg mal, wie sie sich heute gefühlt hat!" Shane stand auf. Kian hatte seinen Kopf auf die Hände gestützt und sah ihn nicht an. „Mach’s gut Kumpel!", Shane klopfte Kian auf die Schulter, „und überleg mal was du jetzt machst. Noch ist es nicht zu spät!" Damit war er aus dem Zimmer. Er hatte alles falsch gemacht. Kian war wütend auf sich selbst. Hätte er wenigstens einmal mit ihr geredet. Dann hätte sich das Missverständnis von selbst auf geklärt. Was würde Marilena jetzt nur von ihm denken. Dass sich der Kian von damals in ein arrogantes A*sch verwandelt hatte? So was dachte sie bestimmt. Kian fühlte sich ganz mies. Er musste etwas tun. Er musste ihr beweisen, dass es nicht so war. Plötzlich kam ihm eine Idee. Shane wusste doch auch bestimmt wo Marilena jetzt wohnte...
Marilena saß vor ihrem Laptop. Das Vorstellungsgespräch gestern war super verlaufen und jetzt hatte sie einen Job als Drehbuchautorin. Sie schrieb gerade ihre erste Story. Besonders gut fand sie, dass sie zu hause arbeiten konnte. Cathy jobbte an einigen Tagen nachmittags in einem Café. Damit sie während ihres Studiums auch etwas extra Geld zur Verfügung hatte. Marilena war gerade richtig in ihre Arbeit vertieft, als es an der Tür klingelte. Sie öffnete. Doch dann konnte sie ihren Augen nicht trauen. Vor ihr stand Kian. „Hallo Marilena!", begrüßte er sie. „Was führt dich hierher?", fragte Marilena kalt. „Ich würde gerne mit dir reden!", meinte Kian. „Warum? Du hast doch am Donnerstag fabelhaft bewiesen, dass du nichts mehr mit mir zutun haben willst. Also tu mir den Gefallen und verschwinde!", sagte Marilena und machte Anstalten die Tür wieder zu schießen. „Bitte. Ich weiß, dass ich mich wie ein Idiot verhalten habe, aber ich kann dir das erklären!", versprach Kian. „Da bin ich aber gespannt!", Marilena ließ Kian herein und führte ihn in die Küche. Sie setzten sich zusammen an den Tisch. Marilena klappte den Laptop zu und wandte sich an Kian: „Ich höre..."
„Und ich dachte du hättest dir jetzt aus einer Laune heraus überlegt, dass du doch mal einfach so auftauchen könntest! Ich wusste ja nicht, dass du jahrelang weg warst", schloss Kian, „ich war mir meiner Theorie so sicher, dass ich mich da richtig reingesteigert habe. Ich hoffe du hast mich jetzt verstanden..." Marilena sah Kian an, dann sagte sie: „Ja. Ist schon in Ordnung. Nachdem was du mir in jetzt alles erzählt hast. Kann ich deine Haltung verstehen. Aber du hättest doch schon am Donnerstag mit mir reden können. Ich habe mich nämlich echt mies gefühlt." „Das weiß ich jetzt auch und es tut mir wirklich leid!", Kian sah sie entschuldigend an. „Lass uns die Sache vergessen, einverstanden Kian? Ich habe keine Lust mich noch weiter an die Sache zu erinnern", Marilena lächelte Kian an, „jetzt wo ich weiß, dass du doch nicht so ein eingebildeter Star geworden bist. Ihr seid alle irgendwie auf dem Boden geblieben. Das finde ich beeindruckend, wenn man manche Stars sieht, oh Mann." „Du willst echt die ganze Sache vergessen?", Kian grinste, „na dann!" „Ich habe dich ja noch gar nicht gefragt, ob du was trinken willst?", entschuldigte Marilena sich. „Wenn du eine Cola für mich hättest, wäre das schon cool! Im wahrsten Sinne des Wortes. Das viele Reden hat mich durstig gemacht", meinte Kian. „Ein Cola, okay!", Marilena verschwand in eine kleinen Nebenraum, den Cathy und sie als Abstellkammer nutzten. Kian sah ihr nach. Sie war einfach unglaublich. Er wusste dass es wichtig gewesen war, noch einmal zu ihr zugehen. Marilena hatte ähnliche Gedanken, während sie eine Colaflasche aus dem Regal zog. Kian war doch noch, Kian von früher. Natürlich hatte er sich, wie sie auch weiter entwickelt, aber er war der Kian, der ihr bester Freund gewesen war. Der Kian, denn sie geliebt hatte. Bei diesem Gedanken wurde Marilena kalt und heiß zugleich. War sie noch immer verliebt in ihn verliebt? Schnell verscheuchte sie diesen Gedanken wieder. Sie wollte Kian wieder als guten Freund, nicht mehr. Marilena zwang sich dies zu glauben, obwohl sie tief in ihrem Herzen wusste, dass es anders war.
Mit der Cola kehrte sie zu Kian zurück und setzte sich wieder an den Tisch. Kian lächelte sie an. „Jetzt erzähl mal wie es dir all die Jahre ergangen ist. Wie war es in Australien?", forderte er Marilena auf. Marilena erzählte es ihm. Über ihre Zeit kurz nachdem sie aus Sligo weggezogen war, über Australien, über ihr Studium dort, über die Menschen dort und über ihren Ex Paul. Marilena hatte das Gefühl, dass sie Kian auf einmal wieder alles erzählen konnte. „Aber mit Paul, das ist lange vorbei, obwohl mir die Trennung schwer gefallen ist!", erklärte Marilena gerade. Kian merkte, dass es Marilena schwer fiel über ihren Ex zu sprechen. „Du hast ihn sehr geliebt, hm?", fragte er mitfühlend. „Ja schon, aber er hatte es gar nicht verdient, hätte ich doch früher gemerkt, dass er mich nur als einen Zeitvertreib gesehen hätte", Marilena sah Kian nicht an, „sorry, bestimmt interessiert dich es nicht, dass ich dir hier etwas von meinem Exfreund erzähle." Kian griff nach ihrer Hand und sah Marilena sanft an. „Ach das ist okay. Ich finde es einfach mies so mit einem Girl umzugehen. Du hast so einen doch gar nicht verdient...", Kian stockte und sah Marilena an. Die lächelte ihn nur an und fragte: „Und wie war das für dich plötzlich so berühmt zu sein? Du hast doch bestimmt total viele Girls, die auf dich stehen?" „Genug. Aber die meisten sehen mich nur als Kian von Westife. Die wollen entweder mein Geld oder sich im Rampenlicht sonnen. Im Popbusiness weißt du nie wer dich wirklich mag oder ich nur oberflächlich sieht. Bryan, Shane und Nicky haben das Glück, dass sie jemanden gefunden haben, der sie als wirklichen Menschen sieht und nicht als Popstar! Bryans Kerry war selber mal bei einer Girlgroup und weiß wie das ist. Sie hat ,aber als sie schwanger war aufgehört. Und sie liebt Bryan über alles. Ich weiß gar nicht ob du weißt, dass die beiden schon verheiratet sind. Dann Nicky und Georgina sind schon seit Jahren zusammen und lieben sich wie am ersten Tag. Sie haben alle Höhen und Tiefen durch gemacht und sind immer noch ein Paar. Und Gil und Shane na ja, die beiden scheinen ja auch irgendwie, als ob sie für einander bestimmt sind. Ich glaube ich hatte in den letzten Jahren eher nur Pech mit den Girls. Ich hatte zwar mehrere Freundinnen, aber immer wenn ich dachte, dass ich sie gefunden habe, war es dann doch nur ein Fehlschlag", erzählte Kian und Marilena hörte geduldig zu. Die meisten anderen Girls hätten jetzt schon gesagt, dass sie es nicht abkönnen, wenn man nur über seine Exfreundinnen redet. Marilena nicht. Sie war so anders. „Na ja, ich glaube das wird es auch irgendwann was", munterte Marilena ihn auf, „wirklich, glaub mir. Ich glaube an die große Liebe und werde diesen Glauben wohl auch nie aufgeben." „Echt? Ich habe diesen Gedanken schon oft verworfen. Du glaubst aber immer noch daran, auch wenn du schlimmsten Liebeskummer hast? Das ist einfach bewundernswert!", Kian sah Marilena überrascht an. Er kannte sie jetzt schon lange, aber heute lernte andauernd Neues über sie. „Ich meine an irgendwas muss man doch glauben!", meinte Marilena, „aber noch was anderes. Du hast eben Gil gesagt. Shane ist mit Gillian zusammen, deiner Cousine?!" Kian nickte: „Ich hätte es auch kaum gedacht. Aber die beiden passen einfach perfekt zusammen. Und ich glaube die beiden sind auch total glücklich..." „Das ist ja toll!", freute sich Marilena, „vielleicht kann ich sie dann auch noch mal wiedersehen..." „Das wirst du bestimmt!", versprach Kian, „ich denke doch, dass wir uns jetzt öfter sehen, oder? Zwar war gestern unser letztes Konzert, aber wir sind noch für ein paar Studioaufnahmen in London." „Was hältst du von übermorgen? Morgen muss ich zu meinen Eltern, weil mein Dad Geburtstag hat!", schlug Marilena vor. „In Ordnung. Ich überleg mir was wir machen können. Ich hole dich um 20 Uhr ab, okay?", meinte Kian. Die beiden quatschten noch einige Minuten, dann musste Kian sich verabschieden. Gerade als er aufstand, kam Cathy in die Küche. „Hi Lena, ich bin...", sie stockte als sie Kian sah. Marilena lachte. „Was ist eigentlich hier los?", Cathy schüttelte den Kopf, „ich glaub ich hab was verpasst!" Kian ging auf Cathy zu. „Hi wir kennen uns schon, aber du hast am Donnerstag nicht mich gesehen, sondern Kian, den Idioten. Ich bin nicht immer so", sagte er als er Cathy die Hand gab. Cathy brachte keinen Ton raus. Jetzt musste Marilena noch mehr lachen. „Okay ich muss jetzt los", meinte Kian, „die Jungs warten auf mich. Ciao Cathy, Ciao Marilena!" „Warte ich bring dich noch bis zur Tür", beschloss Marilena. Kian nickte und zog sich seine Jacke über. „Und vergiss nicht, übermorgen um 20h. Unser Date", Kian grinste. „Ich freu mich!", Marilena lächelte. „Komm her!", Kian umarmte Marilena zu Abschied noch mal, dann war er weg. Marilena stand noch immer an der Tür, auch als Kian schon längst weg war. Cathy erschien hinter Marilena. Sie tippte ihr auf die Schulter. Marilena fuhr erschrocken herum. „Mach erst mal die Tür zu!", forderte Cathy Marilena auf, „und dann erzählst du mir was lost ist. Wolltest du Kian nicht vergessen?" Marilena schloss gedankenverloren die Tür. Sie war mit ihren Gedanken immer noch bei Kian. Sie sah ihn noch immer vor ihr sitzen. „Hey hast du mir überhaupt zugehört?", Cathy stieß Marilena in die Seite. „Was?", Marilena hatte nichts mitbekommen. „Ich habe dich gefragt, wieso um alles in der Welt du so gut mir Kian aus kommst. Ist der auf den Kopf gefallen oder warum war der so freundlich?", Cathy sah Marilena erwartungsvoll an. „Ach Cathy...", seufzte sie, „es war alles ein Missverständnis, nichts als ein riesiges Missverständnis!"
„Kian, du strahlst ja so!", bemerkte Mark. Kian grinste noch mehr. „Seit wann darf es einem denn nicht mehr gut gehen?", fragte Kian. „Ich wundere mich doch nur, weil du die ganze letzte Woche so mies darauf warst und jetzt? Aber ich finde das gut!", beteuerte Mark. „Darf man fragen was dich so happy macht?", fragte Bryan. „Kann es sein, dass dies das Nachspiel von unserem Meet&Greet am Donnerstag ist?", wollte Shane wissen. „Könnt ihr ein Geheimnis für euch behalten?", stellte Kian die Gegenfrage. „Klar doch!", meinte Nicky. Die anderen stimmten zu. „Ich auch!", antwortete Kian, er sah auf die Uhr, „und ich muss los. Wir sind doch fertig, oder?" „Klar! Hat Louis doch eben gesagt!", bestätigte Bryan ihm. „Dann bis morgen...!", Kian winkte seinen Bandkumpels zu. „Wo willst du jetzt hin?", rief Mark ihm nach. Doch Kian war schon weg. Er wollte schnell ins Hotel und duschen, bevor er Marilena abholen ging. Kian konnte es sich nicht erklären, aber er hatte sie die Zeit, die sie getrennt gewesen waren vermisst und er freute sich jetzt wahnsinnig auf das Treffen.
Marilena ging es genauso. Sie hatte sich schon mindestens dreimal umgezogen bis sie sich für ein schwarzes Top mit silbernem Aufdruck und einen weiße Schlaghose entschieden hatte. Schnell schminkte sie sich noch etwas. Dann besah sie sich kritisch im Spiegel. Cathy kam zu ihr ins Bad. „Du bist hübsch genug für Kian. Er wird umkippen, wenn er dich so sieht. Weiß er eigentlich, dass du wieder mehr als Freundschaft für ihn fühlst?", wollte Cathy wissen. „Bist du verrückt? Nein. Ich bin froh, dass ich mich so erst mal wieder gut mit ihm verstehe!", winkte Marilena ab. „Na dann. Wäre es denn okay für dich, wenn er wirklich nur Freundschaft will!", hakte Cathy nach. Marilena nickte: „Ich kann doch gar nichts anderes von ihm erwarten!" „Na ja, ich wünsche dir auf jeden Fall super viel Spaß, Lena!", Cathy umarmte ihre Freundin. Da klingelte es an der Tür. „Ciao Cat, ich muss los. See ya!", Marilena ging zur Tür. „Hi Kian!", begrüßte sie Kian und umarmte ihn. „Hey Marilena, du siehst toll aus!", meinte Kian mit einem Lächeln. Sie sah wirklich unglaublich gut aus. Marilena fühlte sich geschmeichelt, doch sie grinste. „Das kann ich nur zurück geben, Mr. Egan", meinte sie. „Wollen wir los?", fragte Kian, „was wollen wir eigentlich machen? Ich weiß nicht, ob du jetzt eine Einladung in ein First Class Restaurant erwartest..." „Da willst du überhaupt nicht hin. Hab ich recht?", vermutete Marilena, „da würde ich mich auch nicht wohl fühlen. Lass uns doch ein bisschen durch London bummeln und vielleicht können wir ja später noch an der Themse spazieren gehen. Wie hört sich das an?" „Perfekt!", grinste Kian und nahm Marilena bei der Hand und zog sie zu seinem Auto.
Sie fuhren in die Innenstadt und liefen ein bisschen durch die Londoner Straßen. Kian zog sich eine Cappi auf, weil er nicht wollte, dass ihn Fans erkannten. „Was willst du eigentlich essen?", fragte Marilena nach einer Weile. „Mir wäre nach irgendeinem chinesischen Imbiss. Irgendwie kann ich von dem Zeug nicht genug bekommen!", schwärmt Marilena. „Wie sie wünschen, Lady Clarkson...", Kian zog Marilena zu einem Chinaimbiss. Als sie beide mit Essen fertig waren, schlug Kian vor zur Themse zu gehen. Sie erreichten den Fluss an den Houses of Parlament. „Es ist Wahnsinn wie toll das aussieht!", schwärmte Marilena, „ich habe diesen Anblick schon so oft gesehen und ich finde das immer noch so wunderschön." „London ist schon eine starke Stadt", stimmte Kian ihr zu, „fast so schön wie Sligo!" Kian lachte. „Ach du! Sligo und London. Das kannst du doch gar nicht vergleichen. Sligo ist eine wunderbare Kleinstadt in Irland. Und London ist eine verrückte Weltstadt!", meinte Marilena. „Hast du auch wieder Recht!", Kian nickte, „aber schön ist Sligo doch auch? Oder hast du etwas gegen deine Heimatstadt in Irland?" „Wie könnte ich?", Marilena war erstaunt, „ich war doch sehr glücklich in Sligo. Oder hattest du einen anderen Eindruck?" Sie sah Kian lächelnd an. „Ja, einmal als du als Vierjährige mit deinem Fahrrad umgestürzt bist, da warst du total unglücklich und hast tagelang gebraucht bis du wieder Fahrrad gefahren bist!", erinnerte sich Kian. „Ach lass doch diese uralten Geschichten!", Marilena stieß Kian in die Seite. „Ich fand das damals aber so süß, als du dich dann doch wieder getraut hast Rad zufahren", Kian sah sie mit einem umwerfenden Lächeln an. „Ja, ja... Ich könnte jetzt auch mit ein paar Geschichten kommen!", meinte Marilena. „Bitte nicht. Ich entschuldige mich auch ganz lieb bei dir. Zum Beispiel mit einer Fahrt im London Eye(Riesenrad)...", schlug Kian vor. „Gute Idee", fand Marilena, „ich war die ganze Zeit, die ich in London lebe noch nie in diesem Teil drin gewesen!" „Na ja, dann sind wir ja schon mal zwei. Ich war auch noch nie in dem Riesenrad. Komm...", Kian nahm Marilenas Hand. Nach einer halben Stunde Wartezeit saßen die beiden alleine in einer Gondel. „Das ist eine tolle Aussicht nicht wahr?", fragte Kian. Marilena nickte nur, sie saß nun ganz nah bei Kian. Sie wusste, dass es die beste Gelegenheit gewesen wäre, ihm zu sagen wie viel er ihr bedeutete. Sie merkte jede Minute, die sie mit ihm zusammen war, dass es keinen anderen für sie gab. Doch würde er ähnlich fühlen? Und außerdem würde eine Beziehung funktionieren? Kian war ja auch ein Star, obwohl sie das in den letzten Stunden schon fast vergessen hatte. Was Marilena nicht wusste: Kian ging es ähnlich. Er wusste, dass Marilena ihm alles bedeutete und sie die Liebe seines Leben war, aber was war wenn er ihr dies sagte? Was war wenn sie ihn nur als guten Freund sah. So hingen beide ihren Gedanken nach und sahen auf die Häuser und Gebäude von London nieder.
Spät an diesem Abend brachte Kian Marilena zurück in ihre Wohnung. „Danke Kian, es war ein schöner Abend!", Marilena sah Kian an, „ich habe lange nicht mehr soviel gelacht!" „Es freut mich, wenn es dir gefallen hat!", Kian lächelte. „Also bis dann", Marilena wollte aufstehen. „Warte! Morgen ist der letzte Tag, wo wir in London sind. Hättest du nicht Lust mit mir und den Jungs ein bisschen Party zu machen? Wir wollten ein bisschen durch die Clubs ziehen. Du könntest auch deine Freundin mitbringen!", schlug Kian vor. „Hältst du denn zwei Tage hintereinander mit mir aus?", wollte Marilena wissen. „Immer doch!", Kian grinste, „wir holen euch morgen Abend ab, okay?" Marilena nickte, dann verabschiedete sie sich von Kian.
Leise öffnete Marilena die Tür zu der Wohnung. Sie ging in die Küche und goss sich eine Glass Saft ein. Verträumt saß sie am Tisch, trank langsam ihren Saft und hing ihren Gedanken nach. Kian war einfach ihr Traumboy. Sie konnte es nicht leugnen, dass sie sich wieder Hals über Kopf sich in ihn verliebt hatte. In diesem Moment kam Cathy in die Küche. „Weißt du wie spät es ist?", fragte sie, „wie lange warst du denn weg?" „Bis zwei. Kian und ich hatten einen tollen Abend!", gab Marilena Auskunft. Cathy setzt sich ihr gegenüber. „Und wie war er drauf?", wollte sie neugierig wissen. „Was meinst du damit?", Marilena sah sie an. „Hat er dich geküsst oder sonst irgendwas?", Cathy sah Marilena erwartungsvoll an. Marilena schüttelte den Kopf. „Ach ja, er hat uns beide eingeladen auf Club-Tour mit den Lifern eingeladen. Sie wollen den letzten Tag in London noch mal richtig feiern. Ich hoffe du kannst morgen...", erzählte sie. „Klar, das lasse ich mir doch nicht entgehen! Aber was ist eigentlich dann, wenn Kian weg ist?", wollte Cathy wissen. Marilena sah auf den Tisch. „Ich weiß es nicht", sagte sie, „wir werden uns jetzt bestimmt öfter sehen..." „Trotzdem du wirst Sehnsucht nach ihm haben. Kenne dich, Lena!", Cathy sah Marilena an, „sag ihm was du fühlst! Dann geht es dir besser, glaub mir!" Marilena schluchzte: „Das kann ich nicht. Das ist einfach unmöglich. Er liebt mich nicht. Das wäre nur eine Blamage!" „Aber dann hast du Klarheit", entgegnete Cathy. „Und wenn ich die Wahrheit nicht hören will?", Marilena war verzweifelt. „Und wenn er das gleiche fühlt? Wenn er genauso denkt wie du, Lena? Das wäre genauso möglich...", machte Cathy Marilena Mut. Doch Marilena machte nicht den Eindruck, dass sie Cathy Glauben schenkte. Sie stand auf und sagte: „Ich bin müde. Ich glaube ich gehe jetzt schlafen. Ich muss ja fit sein, wenn wir mit den Jungs ausgehen." Cathy seufzte, aber sie sagte nur: „Ist okay. Ich leg mich auch hin." Sie wartete einen Moment dann fügte sie hinzu: „Denk vielleicht doch noch mal drüber nach, wie das mit dir und Kian weiter gehen soll." „Da gibt es nichts weiter zu überlegen. Wir sind gute Freunde, aber nicht mehr. Ich sollte mich damit abfinden", Marilena lächelte ihre Freundin schief an. Cathy schüttelte nur den Kopf und wünschte Marilena eine gute Nacht. Dann gingen beide in ihre Zimmer. Als Marilena sich ihr Schlafshirt überzog, fiel ihr Blick wieder mal auf das Foto von Kian und ihr. Warum konnte es nicht wie früher sein? Diesen Abend hatten sie sich zwar auch super verstanden, aber Kian hatte nicht den Eindruck gemacht, dass er an mehr interessiert war. Marilena küsste das Foto, seufzte und kuschelte sich unter ihre Decke.
Kian lag ebenfalls auf seinem Bett und dachte an Marilena. Er wusste einfach, dass Marilena das Girl war, das ihm alles bedeutete. Doch sie wollte ihn bestimmt nicht mehr. Es war doch immer so, die Girls, die Kian, beeindruckten, waren nicht an ihm interessiert. Zumindest nicht als Boyfriend. Seufzend sah Kian aus dem Fenster. Bald würde er sie ganz aus den Augen verlieren und überhaupt Marilena wollte bestimmt keinen Freund, der ewig weg war. Kian war an einer Art Tiefpunkt angelangt, nun konnte ihn nicht mal mehr die Tatsache trösten, dass er die nächsten drei Tage frei hatte und diese zuhause in Sligo verleben würde. Sligo, dort wo er und Marilena einst so glücklich gewesen waren. Plötzlich kam Kian eine Idee. Er fing an zu lächeln...
„Die Girls werden wohl nicht schlecht staunen, wenn wir sie mit einer Limousine abholen", grinste Shane, als er sich in den Wagen schwang. „Na ja sie sind ja auch wirklich nett", meinte Bryan. Kerry, die Bryan die letzten Tage besucht hatte, stieß ihren Ehemann in die Seite. „Hey Bryan, du wirst mir doch nicht untreu?", fragte sie vorwurfsvoll. Bryan legte einen Arm um Kerry. „Wie könnte ich, Schatz? Erst mal, weil ich dich über alles liebe und zweitens, weil ich zumindestens bei Marilena Probleme mit Kian bekommen würde", Bryan grinste. „Was soll das denn heißen?", Kian funkelte Bryan an. „Ach komm Ki, wir wissen doch alle was mit dir los ist!", Mark sah Kian an, „seit du dich mit Marilena ausgesprochen hast, bist du wie ausgewechselt. Ich habe es ja gesagt: Alte Liebe rostet nicht!" Kian wollte eigentlich sauer sein, aber er konnte sich ein Lächeln, dass ihn verriet, nicht verkneifen. „Aber was willst du machen, wenn wir morgen zurück nach Irland fahren???", wollte Nicky wissen. „Ich habe mir überlegt, dass ich sie nach Sligo einladen könnte. Sie war eine Ewigkeit nicht mehr dort. Ich denke sie würde sich freuen", erzählte Kian. „Und in Sligo willst du ihr dann sagen, was du empfindest?", schlussfolgerte Shane. „Ich werde es jedenfalls versuchen...", Kian sah die anderen nicht an. „Ich glaube es nicht, Kian hat Probleme jemanden seine Liebe zu gestehen", Bryan lachte, „wie süß!" Kian blickte zu Bryan. „Das ist nicht fair, Schatz!", meinte Kerry zu Bryan, „du warst damals auch total schüchtern, als du mir es das erste Mal gesagt hast. Ich fand das überings total süß von dir!" „Okay, sorry Kian. Ich sollte mich nicht drüber lustig machen", entschuldigte sich Bryan und küsste Kerry auf den Mund. „Ich glaube wir sind da!", bemerkte Nicky. Die Kerry und die Boys von Westlife stiegen auf und klingelten bei Marilena und Cathy. Cathy öffnete ihnen. „Kommt rein, Marilena ist noch nicht ganz fertig!", begrüßte sie die sechs und führte sie ins Wohnzimmer. Sie fingen an sich zu unterhalten. Doch alle merkten, dass Kian immer unruhiger wurde. Doch selbst Bryan hielt sich zurück. Nach zehn Minuten kam Marilena in das Zimmer. Sie trug einen schwarzen Minirock und ein rotes Top. Kian sah sie, verzaubert an. Marilena musste lächeln. „Hallo! Schön, dass ihr da seid. Oh Bryan, wie ich sehe hast du hast weibliche Begleitung?!", sagte Marilena, dann ging sie zu Kerry herüber, „Du musst Kerry sein, richtig? Ich bin Marilena, sozusagen eine Bekannte von den Westlifern. Nicky und Bryan kenne ich zwar erst seit ca. einer Woche, dafür die anderen Drei um so länger..." Kerry lachte. „Nett dich kennen zu lernen!", meinte sie. Kian stand auf. „Dann können wir ja los!", er sah in die Runde. Die anderen waren einverstanden. Cathy und Marilena verließen als letzte ihre Wohnung. Cathy stieß Marilena in die Seite. „Hast du gemerkt wie Kian dich die ganze Zeit angeschaut hat?", fragte sie kichernd. „CAT! Erzähl mir nichts!", Marilena sah sie ärgerlich an, „bitte ich möchte nur einen schönen Abend haben und nicht darüber reden wo hin einer der Boys guckt!" Cathy lächelte nur weiter. Nicky drehte sich um. „Kommt ihr?", fragte er. „Klar!", Marilena und Cathy beeilten sich. Vor dem Haus trauten sie erst mal ihren Augen nicht. „Damit fahren wir doch nicht wirklich?", Cathy bekam ihren Mund nicht wieder zu. „Doch sonst würde diese Limousine hier nicht stehen!", meinte Mark, er nahm Cathy an die eine Hand, Marilena an die andere und zog die beiden in den Wagen.
Sie fuhren in einen angesagten Club von London. Es war ziemlich voll in den Räumen, aber den Acht gelang es dennoch einen freien Tisch zu finden. „Coole Musik!", meinte Marilena. Die anderen nickten zustimmend. Nicky erklärte sich bereit für alle Getränke zu besorgen. Cathy begleitete ihn. Marilena rutschte auf die Sitzbank, direkt neben Kian. Sie lächelte ihn an. „Kerry, meine Süße", fing Bryan an, „komm lass uns tanzen." Er nahm Kerry bei der Hand und ging mit ihr in Richtung Tanzfläche. Mark und Shane folgten den beiden. Nun saßen Kian und Marilena alleine an dem Tisch. „Hast du auch Lust zu tanzen?", wollte Kian wissen. „Erst muss ich was trinken und außerdem muss jemand auf den Tisch aufpassen. Aber ich denke Nicky und Cathy kommen ja gleich wieder und erlösen uns", sagte Marilena. „Okay kann ich dich dann was fragen?", Kian sah Marilena an. Sie nickte. „Wir müssen morgen, wie du weißt, wieder nach Irland. Aber wir haben ein paar Tage frei, die ich in Sligo verbringen werde und ich wollte dich fragen, ob du nicht mitkommen willst? Ich meine nur, wenn es geht mit deinem Job und so. Ich dachte du warst ewig nicht mehr in Sligo und ich könnte dir eine Freude machen...", Kian blickte erwartungsvoll zu Marilena, was wenn sie nicht wollte? Marilena zögerte ebenfalls. Hatte Kian sie eben wirklich gefragt, ob sie ein paar Tage mit nach Sligo kommen wollte? „Wenn du nicht willst...", fing Kian unsicher an. „Klar will ich!", Marilena strahlte ihn an, „aber nur wenn es dir nichts ausmacht. Mit meinem Job, würde es gehen, weil ich sowieso zu hause arbeite und meinen Laptop könnte ich ja mitnehmen. Ich freue mich!" „Dann kommst du also wirklich mit?", Kian konnte sein Glück kaum glauben. „Ja, ich war wirklich ewig nicht mehr in Sligo. Ich bin gespannt wie sich das alles verändert hat. Du kannst mir alles zeigen! Wann soll es eigentlich morgen losgehen?", fragte Marilena wissen. „Sage ich dir nachher noch, aber ich denke mal nicht in aller Frühe!", meinte Kian. In diesem Moment kamen Nicky und Cathy zurück. Die beiden lachten ununterbrochen, als sie die Gläser auf den Tisch stellen. „Ihr seid aber gut gelaunt!", bemerkte Marilena, nachdem sie ein großen Schluck aus ihrem Glas genommen hatte. „Ist man das nicht normalerweise auf Partys, fragt Nicky. „Doch, doch!", Kian nickte, „aber wo ihr jetzt da seid, könnt ihr erst mal auf den Tisch aufpassen. Marilena und ich gehen jetzt erst mal tanzen." Er zog Marilena von der Bank hoch und in Richtung Tanzfläche. „Die beiden scheinen sich ja gut zu verstehen!", bemerkte Marilena, „wenn Nicky nicht vergeben wäre, könnte man sogar meinen, dass die beiden heftig am flirten wären!" „Ach was. Nicky ist fest mit Georgina zusammen!", widersprach Kian. „Du wirst schon recht haben", meinte Marilena. Gerade als sie ihr Gespräch beendet hatten, wurde ein langsamer Song gespielt und zwar Eternal Flame in der Coverversion von Atomic Kitten. Kian sah Marilena an. "Glaubst du kannst mit einem alten Freund von dir tanzen?", fragte er. „Ich denke schon!", Marilena lächelte. Kian legte ihr seine Arme um die Tallie. Marilena fühlte, wie sie diese Berührung genoss. Gleichzeitig legte sie Kian die Arme um den Hals. Kian zog Marilena an sich. Sie waren sich noch nie so nah gewesen, jedenfalls seit sechs Jahren nicht mehr. Beide spürten, dass sie diese Gefühle, die sie gerade hatte, die ganzen Jahr in jeder Beziehung vermisst hatten. Wie durch Magie kamen sich ihre Gesichter immer näher und dann küssten Marilena und Kian sich. Es war für beide ein unbeschreibliches Gefühl.
Shane, Mark, Bryan, Kerry, Nicky und Cathy, die mittler Weile wieder alle am, Tisch saßen, hatten alles mit angesehen. „Ich hatte Recht!", grinste Mark, „alte Liebe rostet nicht!" „Du sagst es!", stimmte Shane ihm zu, „endlich haben die beiden wieder zu einander gefunden!" „Ich denke für Marilena ist ein Traum in Erfüllung gegangen", schaltete sich Cathy ein. „Für Kian, aber auch!", meinte Bryan, „als er mir letztens seine Brieftasche gegeben hat, dass ich was zutrinken kaufe, habe ich ein Bild von Marilena und ihm darin gefunden." „Sie passen ja auch perfekt zusammen...", sagte Nicky mit Kopfnicken zu Kian und Marilena.
Langsam lösten Kian und Marilena sich von einander. Für einen Augenblick sahen sie sich nur in die Augen. „Das war unglaublich!", flüsterte Marilena Kian ins Ohr. „Da hast du Recht!", meinte Kian, „komm lass uns einen Moment raus gehen, ich meine auf die Terrasse vom Club. Marilena nickte und nahm, die von Kian angebotene Hand. Auf der Terrasse war kaum jemand, weil die Musik hier relativ leise, im Gegensatz zu den Räumen des Clubs, war. Kian legte einen Arm um Marilena. „Ich kann es immer noch nicht glauben...", sagte Kian leise, „es ist wie früher, nur schöner." „Ich hätte mir das nie träumen lassen. Schon gar nicht nach diesem Konzert!" meinte Marilena, während sie sich eng an Kian schmiegte. „Aber es heißt doch: Erstens kommt es, zweitens kommt es anderes und drittens anders als man denkt!", Kian lächelte. „Was war es bei uns? Anders als man denkt?", Marilena strich Kian über die Wange. „Ich denke schon!", Kian küsste Marilena. „Das war es in der Tat!" Marilena und Kian fuhren herum. Hinter ihnen standen Shane, Nicky, Bryan, Mark, Cathy und Kerry. Alle grinsten. „Na Kian hatte ich nicht Recht?", Mark sah zu seinem Bandmate. „Ausnahmsweise!", Kian zwinkerte Mark zu.
Alle hatten noch einen schönen Abend. Besonders natürlich Kian und Marilena. Spät in der Nacht kamen Marilena und Cathy zurück in ihre Wohnung. Kian hatte versprochen Marilena im Laufe des nächsten Vormittages abzuholen. Überglücklich fiel Marilena ins Bett.
Am nächsten Tag flog Marilena mit Westlife nach Irland. In Dublin vor dem Flughafen trennten sich alle, da sie die freien Tage unterschiedlich verleben wollten. Bryan und Kerry fuhren erst Molly von ihrer Oma abholen und dann in ihr Haus. Nicky wollte auch nach Hause. Shane und Mark fuhren, ebenfalls wie Kian und Marilena nach Sligo. Jedoch fuhren sie alle in getrennten Autos. Als Kian los fuhr, seufzte Marilena. „Was ist?", wollte Kian wissen. „Es ist ewig her, dass ich in Irland war... Echt. Ich glaube, ich war die ganzen Jahre nicht hier. Hat sich in Sligo eigentlich viel verändert?", fragte Marilena. „Nicht wirklich. Aber es ist genau so schön wie früher. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder nach hause komme. Und wo du jetzt dabei bist!", Kian lächelte Marilena an. Sie küsste ihn auf die Wange. Die beiden waren echt glücklich.
Nach einigen Stunden Fahrt erreichten sie Sligo. Marilena sah ununterbrochen aus dem Fenster des Autos. „Das kenne ich ja noch alles... Ist ja Wahnsinn!", Marilena war wie verzaubert. Kian sah sie von der Seite an. Er sah wie sehr sie sich freute. Das machte ihn auch sehr zufrieden. Kian steuerte das Auto durch die Straßen von Sligo. Vor einem Haus hielt er. „Na erkennst du das auch noch wieder?", fragte er Marilena. „Klar! Wie oft habe ich hier schon geklingelt...", Marilena grinste. „Na komm lass uns aussteigen!", Kian öffnete die Autotür. Marilena stieg ebenfalls aus. „Lassen wir das Gepäck erst im Auto?", fragte Kian. Marilena nickte. In diesem Augenblick kam ein Girl, ungefähr in Marilenas Alter aus dem gegenüberliegenden Haus gelaufen. Sie lief direkt auf Kian zu, fiel ihm um den Hals und küsste ihn auf die Wange. Marilena sah das ganze, wie versteinert, mit an. Da fing das Mädchen schon an zu reden: „Endlich Kian, mein Schatz, was habe ich dich vermisst!!!" Kian versuchte sich aus der Umarmung zuwinden, was ihm nicht ganz gelang. „Marilena...", begann er. „Du bist mir keine Erklärung schuldig! Es wäre auch unwahrscheinlich gewesen, wenn du keine Freundin gehabt hättest. Aber es ist wirklich mies mich anlügen, dass du solo bist, nur um ein bisschen Fun zu haben...", sagte Marilena kalt, „aber vergiss es einfach. Ich lass euch jetzt erst mal alleine. Wir sehen uns später!" Damit lief sie weg. Die Straße herunter. „Marilena warte!", rief Kian ihr hinterher. Doch sie war schon zu weit entfernt. Jetzt endlich stieß er das Girl, das Isabelle hieß, von sich weg. „Was soll das Isabelle?", wollte er wütend wissen, „du weißt ganz genau, dass ich nicht dein Schatz bin. Ich habe dir klar gesagt, dass ich nichts von dir will!" „Aber Kian, du bist der Einzigste in meinem Leben. Bitte! Niemand liebt dich so wie ich!", flehte Isabelle. „Ich sehe keinen Grund die Story noch mal durch zukauen. Ich habe dir vor Jahren gesagt, dass ich keine Beziehung mit dir möchte und werde es dir nicht noch ein mal sagen!", Kians Stimme wurde lauter, „und jetzt verschwinde, du hast schon genug für heute angerichtet!" Isabelle sah Kian entsetzt an, drehte sich um und lief in ihr Haus zurück. Kians Gedanken waren sowieso schon wieder bei Marilena. Wo konnte sie sein? Sie dachte, dass er sie benutzt hätte. Kian wollte diesen Irrtum so schnell wie möglich aufklären. Er wollte Marilena nicht schon wieder verlieren, wo es doch gerade wieder angefangen hatte. Kian machte sich auf den Weg um Marilena zu suchen.
Marilena wusste genau wo sie hin wollte. Sie hatte ein kleines Café, wo sie früher immer gewesen, in Erinnerung. Zum Glück kannte sie den Weg noch. Im Café bestellte sie sich einen Cappuccino und sah aus dem Fenster. Sie konnte noch immer nicht glauben, was gerade geschehen war. Hatte sie sich so in Kian getäuscht? Marilena war traurig und so in Gedanken vertieft, dass sie nicht merkte, was um sie herum geschah. Plötzlich sie jemand an der Schulter. Marilena fuhr herum. Vor ihr stand eine junge, blonde Frau, die Marilena sehr bekannt vor kam. „Ich weiß es nicht wirklich, aber bist du nicht Marilena?", wollte die Frau wissen. Marilena sah sie an und runzelte die Stirn, dann fragte sie: „Gillian, bist du das?" „Du hast mich also doch wieder erkannt!", Gillian lächelte, „wie lange ist das jetzt her, dass wir uns gesehen haben?" „Sechs Jahre bestimmt!", meinte Marilena, „setz dich doch, wir haben uns ziemlich viel zu erzählen, nicht wahr?" „Gerne", Gillian nahm Marilena gegenüber Platz. „Was machst du eigentlich in Sligo?", erkundete sich Gillian bei Marilena. „Ach...", Marilena senkte ihren Blick. „Los erzähl es mir", forderte Gillian sie auf. „Na ja okay. Ich bin mit Kian hier", erklärte Marilena. „Moment mal ganz von vorne. Du bist mit meinem Cousin hier? Wie funktioniert das denn?", Gillian war verwirrt, „ihr habt euch doch auch ewig nicht mehr gesehen..." „Ich erzähle dir alles von Anfang an!", beschloss Marilena. Und sie erzählte Gillian von ihrem Australienaufenthalt, von der ersten Begegnung mit Westlife, von der Sache mit Kian und ihr und von dem Vorfall mit dem Mädchen, bei der Ankunft in Sligo. „Das ist ja eine Wahnsinnsstory!", Gillian war beeindruckt. „Ja und jetzt fühle ich mich total mies. Irgendwie wünsche ich mir nicht hier zu sein!", meinte Marilena. „Ich glaube nicht, dass Kian nur mit dir gespielt hat. Warum hat er dich denn mit nach Sligo genommen, wenn er eine Freundin hätte?", wandte Gillian ein. Marilena zuckte die Achseln. „Ich bin total durcheinander!", sagte sie, „weil ich ihn doch liebe!" „Pass auf ich habe eine Idee!", Gillian lächelte Marilena an, „Ich rufe jetzt Kian an und sage ihm, dass er herkommen soll. Dann könnt ihr das klären. Du glaubst ja nicht wie viele Girls behaupten, sie wären mit den Boys von Westlife zusammen. Glaub mir damit habe ich genug Erfahrung!" „Ach ja, du bist ja mit Shane zusammen. Ich freue mich ja so für euch!", Marilena grinste Gillian leicht an. „Ich bin auch total glücklich!", Gillian holte ihr Handy aus der Tasche. „Meinst du das ist eine gute Idee?", Marilena sah unsicher zu Gillian. Doch die nickte und wählte Kians Nummer.
Kian betrat das kleine Café. Er war seiner Cousine dankbar, dass sie ihm geholfen hatte. Vielleicht würde jetzt endlich alles gut werden. Er entdeckte Gillian und Marilena. Langsam ging er zu ihnen herüber. Marilena vermied es Kian anzusehen. Gillian begrüßte Kian und sagte: „Ich denke ihr habt euch einiges zusagen. Ich gehe jetzt nach hause. Shane und ich treffen uns heute Abend. Ciao Marilena, wir telefonieren!" Damit verließ Gillian die beiden. Marilena sah Kian noch immer nicht an. „Gibst du mir wenigstens die Chance dir es zu erklären. Es ist 100%tig nicht so wie du denkst!", fing Kian an. Marilena drehte ihren Kopf langsam in Kians Richtung. „Okay, aber lass uns wo anders hingehen. Ich brauche ein bisschen frische Luft", wandte sie ein. Kian nickte. Also bezahlte Marilena und verließ mit Kian das Café. „Gehen wir ein bisschen aus der Stadt raus? Ist ja nicht weit", schlug Kian vor. Marilena war einverstanden. Sie gingen einige Minuten schweigend nebeneinander her, dann begann Kian: „Ich weiß, was du von mir denkst. Nämlich, dass ich dich nur ausgenutzt habe. Das ist nicht so. Das Mädchen, dass du vorhin gesehen hast, ist Isabelle. Sie ist, kurz nachdem du weggezogen bist, mit ihrer Familie nach Sligo gekommen. Erst war sie ganz nett und so. Ich mochte sie, aber nie mehr. Sie muss wohl seit Ewigkeiten in mich verliebt sein, aber ich habe ihr klar gemacht, dass wir nie ein Paar sein werden. Aber ich glaube sie hat es nie richtig kapiert. Und sie versucht es immer wieder! Besonders als ich mit Westlife berühmt geworden bin. Aber sie ist nicht meine Freundin und sie ist mir herzlich egal!" Marilena sah Kian immer noch schweigend an, darum fuhr Kian fort: „Glaubst du denn, dass ich dich nach Sligo eingeladen habe um dir meine Freundin zu zeigen. Denkst du das von mir?" „Nein, Kian! Das mit Sligo hat Gillian mir auch gesagt. Und eigentlich halte ich dich nicht für so einen Mistkerl! Wirklich nicht!", antwortete Marilena. „Dann sage ich dir jetzt was", Kian nahm Marilenas Hände in seine, „ich hätte es dir gestern schon sagen müssen. Aber ich dachte es kommt romantischer, wenn ich es dir hier sage. Wenn man so darüber nachdenkt war es die falsche Entscheidung. Aber egal. Ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber ich habe dich nie vergessen. Vielleicht habe ich mal eine Zeit nicht an dich gedacht oder habe es verdrängt, aber jetzt ist mir klar, dass man so jemanden, wie dich nicht vergessen kann. Und als ich dich dann das erste Mal wiedergesehen habe, war alles wieder da. Alles was wir zusammen gemacht und erlebt haben. Ich dachte, dass du mich nur als guten Freund haben willst, aber seit gestern bin ich mir fast sicher, dass du ähnlich wie ich fühlst. Was ich dir sagen will, Marilena, ich liebe dich, mehr als alles andere!" Kian sah Marilena an. Marilena konnte es kaum glauben, hatte Kian ihr gerade wirklich seine Liebe gestanden? „Kian meinst du das wirklich ernst, was du gerade gesagt hast?", fragte sie ungläubig. „Ja. Ich habe jedes Wort so gemeint, wie ich es gesagt habe. Aber hatte ich Recht? Was fühlst du?", wollte Kian wissen. Warum zögerte Marilena? Hatte er sich getäuscht? „Mach die Augen zu!", forderte Marilena ihn lächelnd auf. Kian schloss die Augen. Was hatte Marilena vor? Einen Moment geschah gar nichts. Dann spürte Kian Marilenas Hand auf seiner Wange, dann einige Sekunden später küsste Marilena Kian. Marilena war sich sicher, dass Kian ihre Antwort nun wusste. Und sie genoss es, wie Kian ihren Kuss erwiderte. Es schien so, als wollte der Kuss nie enden. Und als er dann doch nach langer Zeit endete, sahen sich Kian und Marilena überglücklich an. „Dir ist klar, dass du mich gerade zum glücklichsten Menschen auf Erden gemacht hast!", er zog Marilena fest an sich. „Das hoffe ich doch. Oder was erwartest du von mir?", Marilena grinste. „Erwarten tue ich im Moment gar nichts von dir, aber du könntest mich ja noch mal küssen...", Kian blickte Marilena mit seinen tiefblauen Augen an. „Wenn du mich schon so lieb fragst...", Marilena küsste Kian noch mal. Dann gingen die beiden engumschlungen weiter. Erst viel später beschlossen sie zu Kian nach Hause zugehen.
Dort angekommen, brachten sie erst mal das Gepäck ins Haus. Marilena sah sich um ihr kam alles ziemlich bekannt vor. Wie oft war sie hier früher gewesen? „Wo ist denn deine Familie?", wollte sie von Kian wissen. „Meine Eltern sind mit meinen kleinen Geschwistern im Urlaub und die Älteren wohnen hier nicht mehr", erklärte Kian, er stieß eine Tür auf, „erkennst du mein Zimmer noch?" Marilena nickte. „Aber wo soll ich schlafen?", fragte sie. Kian nahm sie mit einem Schwung auf den Arm und trug sie zu seinem Bett. Dort ließ er sie in die Kissen fallen. „Ist das für dich in Ordnung?", er grinste und beugte sich über Marilena. Die lachte und sagte ganz unschuldig: „Ich finde es ja ganz toll, dass du mir dein Bett überlassen willst, aber wo willst du dann schlafen?" Kian fing an sie zu kitzeln. „Ich dachte eigentlich, dass wir beide in dem Bett platz haben. Bist du nicht derselben Meinung?", Kian grinste. Marilena kicherte: „Kian hör auf. Klar bin ich der Meinung, aber hör auf mich zu kitzeln!" Kian hörte auf Marilena zu kitzeln und stand auf. „Ich werde erst mal etwas zu essen für uns besorgen", beschloss er. „Und ich packe erst mal ein bisschen aus", meinte Marilena. „Okay, ich rufe dich dann...", Kian lief die Treppen nach unten. Er konnte es kaum fassen. Er war mit seinem Traumgirl zusammen. Und sie liebte ihn genauso, wie er sie. Kian schaute in den Kühlschrank. Dort war nicht all zuviel vorzufinden, darum rief er den Pizzaservice an.
Marilena hatte inzwischen ihren Laptop aufgeklappt. Sie wollte noch ihr erstes Drehbuch an ihren Chef schicken. Gestern hatte sie es vor Aufregung vergessen. Jetzt war sie viel gelassener. Sie hatte so ein unbeschreibliches Glücksgefühl und sie wusste genau, dass dies an Kian lag. Plötzlich hörte sie Kian rufen und sie ging nach unten.
Kian hatte überall Kerzen verteilt und den Tisch gedeckt. Die Pizza war auch schon da. Er nahm Marilena bei der Hand und führte sie zum Tisch. Marilena sah auf ihren Teller. „Kian woher weißt du, dass das genau meine Lieblingspizza ist?", Marilena sah Kian erstaunt an. „Solange ich dich kenne, hast du immer nur diese Pizza gegessen. Das weiß ich doch!", Kian streichelte Marilenas Hand und lächelte sie an.
Nach dem Essen setzten sich Marilena und Kian ins Wohnzimmer vor den Kamin. Kian holte seine Gitarre und spielte einige Lieder, die sie früher immer gesungen hatten. Marilena sang mit. Kian sah sie an. Wie hübsch sie aussah. Er war überglücklich. Er spielte ein anderes Lied an. „Das kenne ich gar nicht!", meinte Marilena. „Es ist eins der Lieder das wir neu aufgenommen haben. Es heißt Unbreakable. Es wird unsere nächste Single", erzählte Kian. „Spiel und sing mal ganz vor...", forderte Marilena ihn auf. „Okay, aber wenn du es mal später mal hörst, musst du dich nicht wundern, wenn Shane, Bryan und Mark die Leadvocals singen", erklärte Kian ihr. Dann fing er an zu singen:
Took my hand
Touched my heart
Held me close
You were always
there by my side
Night and day
Through it all
baby, come what my
Swept away on a wave of emotion
Overcaught in the eye of the storm
And whenever you smile
I can hardly belive that you’re mine
Belive that you’re mine
This love is unbreakable
It’s unmistakable
Each time I look in your eyes
I know why
This love is untouchable
I feel in my heart, just can’t deny
Each time I look in your eyes
I know why
This love is unbreakable
"Das ist wunderschön!", Marilena war begeistert. „Freut mich, dass es dir gefallen hat!", Kian legte einen Arm um Marilena. „Als ich den Song zu ersten Mal gehört habe, war ich auch hin und weg. Aber langsam bekommt der Song für mich eine immer tiefere Bedeutung wegen dir, Marilena...", Kian sah sie ernst an. „Ich liebe dich, Kian Egan!", sagte Marilena, „und ich werde dich immer lieben!" Kian lächelte sie an. Dann küssten sich die beiden sich lange und innig. Doch es war mehr als ein Kuss, es war die Besiegelung ihrer Liebe.
Shared the laughter
Shared the tears
we both know
we’ll go on from here
cause together we are strong
in my arms that’s where you belong
I’ve been touched by the hands of an angel
I’ve been blessed by the power of love
And when ever you smile
I can believe you’re mine
This love is unbreakable
It’s unmistakable
Each time I look in your eyes
I know why
This love is untouchable
I feel in my heart, just can’t deny
Each time you whisper my name, oh baby
I know why
This love is unbreakable
This love is unbreakable
Through fire and flame
When all is over
our love still remains
This love is unbreakable
It’s unmistakable
Each time I look in your eyes
I know why
This love is untouchable
I feel in my heart, just can’t deny
Each time you whisper my name
I know why
Cause each time you look in my eyes
I know why
THIS LOVE IS UNBREAKABLE!