
Kicky…
Keira Ann James
30. 05. 1986 geboren in Sligo/Irland (stammt ursprünglich aus Sheffield/England)
Sternzeichen: Zwilling
Job: Schülerin/macht gerade Abi
Eigenschaften: sportlich, selbstbewusst, intelligent, zickig
schlechte Angewohnheit: Fingernägelkauen
Hobbys: FUSSBALL (Manchester), singen, tanzen, reiten, Freunde, telefonieren,
Tiere, feiern
Lieblings…
Film: Fight Club
Schauspieler/in: Brad Pitt und Jennifer Aniston
Band: Maroon 5, Destinys Child
Sänger/in: Usher, Nelly, Christina Aguilera
Buch: Fight Club
Essen: Lasagne
Klamotten: Trainingsklamotten
Designer: D & G
Cat…
Catherine Patricia O’Dowd
02.03. 1982 geboren in London/England
Sternzeichen: Fische
Job: Studentin/Innenarchitektur
Eigenschaften: hilfsbereit, lustig, selbstständig, durchgeknallt
Schlechte Angewohnheit: aufbrausend
Hobbys: Telefonieren, lachen, malen, lesen, Musik hören, (schlecht) singen,
Lieblings…
Film: Club der Teufelinnen, Dirty Dancing
Schauspieler/in: Johnny Depp, Whoopie Goldberg
Band: Culture Club
Sänger/in: Whitney Houston, Bryan Adams, Boy George, Shania Twain, Bette
Midler
Buch: Die 9 ½ Leben des Käptn Blaubär (von Walter Moers)
Essen: Lasagne
Klamotten: rosa Pullover, weiße Jeans
Designer: Prada
Bekkie…
Rebekka Karen McOwen
30.01.1983 geboren in Wellington/Neuseeland
Sternzeichen: Wassermann
Job: Studentin
Eigenschaften: lustig, schüchtern, hilfsbereit, verantwortungsbewusst
Schlechte Angewohnheit: regt sich zu schnell auf, zickig
Hobbys: lesen, Musik hören, singen (auch wenn sie’s nicht kann), lachen,
spazieren gehen
Lieblings…
Film: The Green Mile, Dirty Dancing, Titanic, Armageddon, Coyote Ugly, Save
the last dance
Schauspieler/in: Brad Pitt, Julia Roberts
Band: Maroon 5
Sänger/in: Justin Timberlake
Buch: Das Auge der Seherin (Victoria Hanley)
Essen: -
Klamotten: Jeans, weißer Pullover
Designer: Tommy Hilfiger, Jette Joop
Lena…
Helena Marie Mckenzie
31.10.1984 geboren in Boyle/Roscommon/Irland
Sternzeichen: Skorpion
Job: Journalistik Studentin/jobbt nebenbei in einem Club
Eigenschaften: lustig, hilfsbereit, emotional, einfach irisch
Schlechte Angewohnheit: zu viele…
Hobbys: Shoppen, telefonieren, Partys, Musik hören, Filme, Freunde
Lieblings…
Film: Cruel Intentions, Armageddon, Flash dance, Dirty Dancing
Schauspieler/in: Megg Ryan, Charlieze Theron, Mark Whalberg, Josh Hartnett
Band: Miss Teeq, Destinys Child
Sänger/in: Usher, Justin Timberlake, Joss Stone
Buch: Pusteblume (Marian Keyes)
Essen: Spaghetti
Klamotten: dunkle Jeans, rotes Top
Designer: D&G, Chanel
„Beeil dich, wir kommen noch zu spät!“ Lena lief ungeduldig auf der Stelle
herum und wartete auf Kicky, die mal wieder etwas zu lang im Bad brauchte.“
Scheiße, man…Lena, meine Haare!“ Kicky war verzweifelt, ihre Haare wollten
einfach nicht so wie sie wollte. Lena lief die Treppe hoch und stürmte
zu Kicky ins Badezimmer. Die beiden wohnten zusammen mit ihren Freundinnen Bekkie
und Cat in einer WG in Sligo, Irland. Das sollte sich aber bald ändern,
denn die beiden hatten ein Date und waren deswegen auch ziemlich aufgeregt.
„Sorry Süße, aber eine Hochsteckfrisur in dieser kurzen Zeit krieg
selbst ich nicht hin, no way… Aber du hast doch so schöne schwarze lange
Haare lass sie doch offen, ich bin sicher das Nicky drauf steht.“ Lena grinste
zu Kicky rüber die dabei war ihr Zopfgummi aus den Haaren zu fummeln. „Okay
Laney, let`s go!“ Angekommen an Lenas Mercedes M3 Angel betrachtete sich Lena
noch einmal prüfend in ihrer Scheibe. “Keine Angst, du siehst total schön
aus!“ „Danke, du auch.“ Beide schwangen sich lächelnd in das Auto. Kicky,
die gerade erst 18 geworden war, hatte noch keinen Führerschein und musste
deswegen immer von allen durch die Gegend gefahren werden. Alle außer
Kicky in der WG hatten ein Auto, Lena war 21, Bekkie 22 und Cat 23 Jahre alt.
Die 4 Mädels kannten sich schon seeeehr lange und hatten sich mit ihrem
Haus in Sligo einen Traum verwirklicht. „Ich bin so aufgeregt...“ „Ich ja auch…“
„Kicky, ich kann’s immer noch nicht glauben, das wir ein Date mit Kian und Nicky
haben…“ Lena war misstrauisch. „Tja, war sind eben was Besonderes!“ Beide mussten
grinsen. Die Boys mit denen Lena und Kicky ein Date hatten waren nicht irgendwelche
Boys, nein, sie waren Kian und Nicky von Westlife. Sie hatten Lena und Kicky
auf Lenas Arbeit in einem angesagten Club kennen gelernt. Sie hatten sich ein
bisschen unterhalten und verstanden sich von Anfang an blendend, es kam schließlich
soweit, dass Kian und Nicky die Girls nach einem Date am heutigen Tag dem 21.6.
fragten. Sie wollten sich am Strand treffen.“ Hoffentlich bin ich nicht zu nervig!“
sorgte sich Kicky.“ Ach quatsch...reiß dich ein bisschen zusammen, dann
geht das schon...“ „Soll das etwa heißen dass ich nervig bin?“ „Nein..
wie kommst du denn darauf?“ Lena grinste und Kicky piekste ihr in die Seite.
„Na das will ich ja wohl auch hoffen...“ Sie grinste. Lena stieg aus, Kicky
folgte ihr.
„ Wow, anscheinend sind sie noch nicht da!“ Lena sah sich um. „Typisch Männer...“
beide mussten lachen, da sahen sie von weitem auch schon Nickys Ferrari angerollt
kommen.
„Oh scheiße, Kicky ich sterbe gleich vor Aufregung…“ „Ruhig Lena, das
atmen nicht vergessen!“ Kicky grinste fröhlich dem Auto entgegen. Das Auto
hielt an, Kian und Nicky stiegen aus. Lena stockte der Atem, Kian sah super
aus, er hatte ein hellblaues Hemd und eine Jeans an. Alles passte perfekt zusammen.
Aber auch Kicky hatte es nicht leicht die Ruhe zu bewahren, Nicky hatte ein
T-Shirt, was recht eng saß aber ziemlich gut aussah, ebenso die Hose.
Nicky und Kian begrüßten die beiden Girls mit einem Küsschen
links und einem rechts. „Ihr seht toll aus…“ Nicky lächelte Lena und Kicky
glücklich entgegen. Die beiden hatten sich nicht auffällig schön
gemacht, aber genau darauf schienten Kian und Nicky zu stehen. Lena hatte einen
Mini-Rock und ein kurzes Top an, Kicky eine weite Hose und ein T-Shirt mit der
Aufschrift „Everybodys Darlin`“.
Sie gingen den Strang entlang und unterhielten sich über alles Mögliche,
bis Lena das Thema „Kickys Ex ansprach“. Kickys Ex Steven war vor ca. einem
halben Jahr an einem Tumor gestorben und immer wenn jemand auch nur seinen Namen
in den Mund nahm ,stiegen Kicky die Tränen in die Augen ,diesmal versuchte
sie es zu unterdrücken, weil es ihr vor Nicky peinlich war ,aber sie schaffte
es nicht. „Kicky… es … es tut mir Leid...“ sagte Lena noch, doch Kicky rannte
weg, sie rannte den Strand zurück in einem Tempo in dem Nicky nur schwer
mithalten konnte. Nicky hatte sich vorher noch schnell aufklären lassen
warum Kicky so auf ihren Ex zu sprechen war und dann fing er an hinter ihr her
zu rennen. Sie stolperte und fiel in dem Sand zu Boden. Sie weinte noch mehr.
Nicky traf schließlich auch ein, außer Atem, er kniete sich zu Kicky
nieder. Sie hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und weinte. Nicky nahm
sie in den Arm und weinte. „Hey Süße, hör auf zu weinen… Ich
will nicht das du traurig bist auch wenn du Ste… wenn du ihn sehr geliebt hast.
Er ist immer bei dir.“ Kicky sagte darauf nichts, aber innerlich ging es ihr
schon besser. Nicky war so lieb zu ihr, sie konnte das alles nicht wirklich
begreifen, dennoch fühlte sie sich bei ihm sehr wohl…
„Lass sie…Nicky macht das schon…“ Kian hielt Lena am Arm fest, sie wollte gerade
hinter Kicky her rennen.“ Aber……“ Sie brach den Satz ab, als Kian ihr sanft
zwei Finger auf ihre Lippen legte. Sie sahen sich einen Moment lang an, bis
Kian näher kam und anfing Lena zu küssen. Sofort waren Lenas Sorgen
um Kicky vergessen. Sie genoss dieses Moment. Kians Lippen waren so weich und
so warm. Tausende und abertausende von Schmetterlingen machten sich auf den
weg, um in Lenas Bauch umherzuschwirren. Welch ein schönes Gefühl.
So hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Um es genau zu sagen.
So hatte sie sich noch nie zuvor gefühlt. Während Kian und Lena die
Welt um sich herum vergaßen, lag Kicky immer noch weinend in Nickys Armen.
Mittlerweile bahnten sich jedoch nicht mehr ganz so viele Tränen ihren
Weg ihre Wangen hinunter, wie zu Beginn. Nicky sprach beruhigend auf sie ein
und streichelt ihr sanft über den Rücken. Kicky wischte schließlich
die letzten Tränen fort, schaute zu Nicky auf und versuchte zu lächeln.
„Es tut mir leid.“ Nicky strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und
lächelte sie mit strahlenden Augen an. „ Du musst dich nicht entschuldigen.
Ich verstehe dich. Es ist schwer einen geliebten Menschen zu verlieren und es
kann Jahre dauern, bis man so einen Schicksalsschlag verkraftet. Es ist ganz
natürlich, dass es dich immer noch trifft, wenn man ihn erwähnt“.
Kicky lächelte ihn dankbar an. Sie war dankbar für die lieben Worte
und für seine Nähe. Dankbar auch dafür, dass er sie verstand.
Nicky streichelte Kicky über die Wange. „ Du bist wunderschön...“
Er näherte sich langsam ihrem Gesicht. Kicky sah direkt in seine wunderschönen
meerblauen Augen bevor sie seine zarten, warmen Lippen auf Ihren spürte.
Kicky erwiderte den Kuss zaghaft. Sie genoss diesen Augenblick und doch fühlte
sich ein wenig merkwürdig.
„Jaja... unser guter Nicky tröstet mal wieder die Frauen!“, rief Kian,
der mit Lena im Arm auf Nicky und Kicky zukam, grinsend. Nicky schreckte zurück
und sah seinen Bandkollegen böse an. Musste er immer im falschen Augenblick
auftauchen? Und dann auch noch so einen Spruch ablassen? Was sollte Kicky nur
von ihm denken? Dass er sich immer an Frauen ranmachte, die seelisch ein wenig
labil waren, und er dies ausnutzte ums sie leichter herumzubekommen? Nicky schlug
sich diese Gedanken schnellstens wieder aus dem Kopf. So etwas würde sie
sicherlich nicht von ihm denken. Kicky stand auf und klopfte sich den Sand von
ihrer Hose. „Geht’s wieder, Süße?“ Lena sah ihre Freundin besorgt
an. „ Jaja... es geht schon wieder.“, antwortete Kicky und rieb sich die vom
weinen brennenden Augen.
Den Rest des Tages verbrachten die vier zusammen am Strand. Am Abend fuhren
Nicky und Kian ihre Dates noch nach Hause. Während Lena und Kian eng umschlungen
und sich küssend vor der Haustür standen, gab Kicky Nicky einen flüchtigen
Kuss auf die Wange, verabschiedete sich und verschwand im Haus. Sie bahnte sich
geradewegs den Weg zu ihrem Zimmer und ließ sich dort erschöpft auf
ihr Bett fallen. Nicky war so lieb und so einfühlsam. Einfach ein Traummann.
Doch irgendwie war es ihr ein wenig unheimlich. Sie kannte diesen Mann erst
so kurz und doch schien es als würde sie ihn schon seid Jahren kennen.
Diese Vertrautheit, die jetzt schon zwischen den Beiden herrschte, beunruhigte
Kicky ein wenig, doch sie schob diese Gedanken schnell hinfort und dachte statt
dessen lieber an die tausend Blitze, die sie durchzuckt hatten, als Nicky seine
sanften Lippen auf Ihre gelegt hatte. Schließlich schlief sie in ihren
Gedanken schwelgend ein. Nach einer halben Stunde betrat schließlich auch
Lena das Haus. Nicky hatte Kian und Sie gewaltsam von einander trennen müssen
sonst wäre er wahrscheinlich am nächsten Abend noch nicht nach Hause
gekommen. Auch Sie ging sofort auf ihr Zimmer, zog ihren Pyjama an und legte
sich in ihr Bett. Doch sie konnte beim besten Willen nicht einschlafen. Ihre
Gedanken kreisten immer wieder um diesen einen Mann. Kian. Was hatte er nur
mit ihr angestellt? Wie konnte er sie nur so fühlen lassen? Es war einfach
unglaublich. So starke Gefühle hatte Lena zuvor für niemanden empfunden.
Sie hatte das Gefühl, als würde erst Kian ihr zeigen, was richtige
Liebe bedeutete. Letztendlich schlief auch sie, natürlich mit den Gedanken
immer noch bei Kian, ein.
Am nächsten Morgen wurde Lena durch den Lärm, den Bekkie veranstaltete
während sie in der Küche das Frühstück vorbereitete, geweckt.
Sie streckte sich, rieb sich die müden Augen und schaute auf ihren Wecker,
der direkt neben ihrem Bett stand. Es war erst 8 Uhr morgens. Wie konnte dieses
Mädchen nur so früh schon solch einen Lärm machen? Es war Lena
unbegreiflich. Sie streckte sich noch einmal, schlug ihre die Decke zurück
und schwang sich aus ihrem Bett. Sie ging zum Fenster, zog die Vorhänge
auf und schaute hinaus auf die Rasenfläche, die sich direkt unter ihrem
Fenster befand. Es war ein außergewöhnlich schöner Morgen. Ausnahmsweise
war der Himmel nicht mit grauen Regenwolken verhangen. Stattdessen lachte Lena
die wunderschöne Morgensonne entgegen. Lena band sich die Haare schnell
zu einem Zopf zusammen, ging kurz ins Bad, um sich das Gesicht zu waschen und
machte sich dann auf den Weg in die Küche. Dort angekommen schlug ihr der
Duft von frischem Kaffee, Brötchen Orangensaft und Croissants entgegen.
Ihre Freundin Bekkie war wie immer bester Laune. Sie lief singend durch die
Küche und kramte hier und dort noch ein paar Sachen für das Frühstück
aus den Schränken. „Guten Morgen!“, unterbrach Lena ihre Freundin in Ihrem
treiben. Diese wirbelte herum und sah Lena mit einem breiten lächeln auf
den Lippen an. „ Ich wünsche dir auch einen Guten Morgen! Hast du gut geschlafen?“.
Lena dachte an die letzte Nacht. Ja, sie hatte gut geschlafen, denn sie hatte
von Kian geträumt. Sie war zusammen mit ihm am Strand gewesen. Es war einfach
wunderschön gewesen. Da war es wieder. Dieses kribbeln, dass sie immer
empfand, wenn sie an ihn dachte. Dieses Gefühl war einfach wunderschön.
„ Ja... ich habe sogar sehr gut geschlafen“, antwortet Lena und lächelte
bei dem Gedanken an ihren Traum. „Ach, es ist übrigens heute Morgen etwas
für dich abgegeben worden. Um 7 Uhr kam so ein komischer Bote vorbei und
hat einen Strauß Rosen für dich abgegeben. Sie stehen noch im Flur.
Die sind von irgend so einem Kian.“, teilte Bekkie mit, während sie ihr
Brötchen aß. Lena stürmte sofort in den Flur und sah sich den
Strauß an. Der musste ein Vermögen gekostet haben, so riesig wie
er war. Sie lächelte. Kian hatte ihr also einen Strauß Rosen geschickt.
Wenn das mal nichts zu bedeuten hatte. Anscheinend mochte er sie genau so gerne,
wie sie ihn. Vielleicht liebte er sie sogar. Sie nahm die kleine Karte, welche
sorgfältig an eine der Rosen befestigt war, ab und las, was darauf geschrieben
stand. >> Es war gestern wunderschön mit dir. Ich hoffe wir sehen
uns bald wieder. In Liebe. Kian xxx >>
Ihm hatte es also auch so gut gefallen wie ihr. Lena ging zurück in die
Küche und ließ sich verträumt auf einem Stuhl nieder.
Während Lena und Bekkie in der Küche saßen und frühstückten,
lag Kicky noch in ihrem Bett. Doch sie war keineswegs noch am schlafen. Nein.
Sie war schon lange wach. Eigentlich hatte sie gar nicht wirklich geschlafen.
Immerzu hatte sie an Nicky denken müssen und an den Kuss. Liebte er sie?
Und was war eigentlich mit ihr? Was fühlte sie? Liebte sie ihn oder war
es nur eine Schwärmerei? War es vielleicht nur die Sehnsucht nach Nähe,
die sie glauben ließ verliebt zu sein?! Sie wusste einfach nicht was sie
fühlte bzw. fühlen sollte. Einerseits fühlte sie sich sehr zu
Nicky hingezogen doch andererseits machte ihr dieses Gefühl auch Angst.
Das letzte Mal, als sie so gefühlt hatte, wurde ihr die Person, die sie
über alles geliebt hatte, weggenommen. Weggenommen von einer unheilbaren
Krankheit. Sie hatte Angst noch einmal so etwas erleben zu müssen. Noch
einmal würde sie so etwas nicht überstehen. Und was war, wenn Nicky
es nicht ernst meinte? Würde er sie so verletzten und nur mit ihr spielen?
Nein! Das würde er sicherlich nicht tun. So war Nicky nicht! Sie durfte
sich nicht so viele Sorgen machen. Sie würde einfach alles auf sich zukommen
lassen und ihre Sorgen beiseite schieben.
Kicky schmiss ihre Decke aus dem Bett, stand auf und bahnte sich den Weg ins
Bad. Sie stieg kurz unter die Dusche, um wenigstens ein bisschen wach zu werden.
Danach zog sie sich an und machte den Fernseher in ihrem Zimmer an. Sie hatte
keine Lust mit den anderen zu reden. Sie brauchte Ruhe. Ruhe um über alles
nachzudenken und diese Ruhe hatte sie nur allein in ihrem Zimmer. Während
Lena nun den ganzen Morgen über den Rosenstrauß und die karte anstarrte
und Kicky gelangweilt vor ihrem Fernseher saß, machte Bekkie sich auf
den Weg, um den Kühlschrank und die Küchenschränke in der WG
aufzufüllen, denn wie immer waren diese wie leergefegt.
Als Bekkie vom Einkauf zurückkam, konnte man sie schon vom weiten schimpfen
hören. Sie regte sich über irgendetwas tierisch auf. Sie betrat das
Haus und schmiss die Tür mit aller Kraft zu, sodass alles im Haus wackelte.
„So ein Arsch! Ich hasse Männer! Ich hasse sie! Alle arrogant, eingebildet
und unverschämt!!“, schrie sie durch die WG, „Wenn ich diesen Kerl noch
ein einziges mal sehe bring ich ihn um!!“ Lena, die sich gerade im Wohnzimmer
befand, kam in den Flur und sah ihre Freundin fragend an. „Was denn? Darf ich
mich nicht mehr aufregen?“, wurde Sie von ihrer Freundin angekeift. „Hey, her!
Komm mal wieder runter! Ich hab dir doch nichts getan! Was ist denn passiert?“.
„Was passiert ist willst du wissen?! Das kann ich dir gerne erzählen. So
ein Arsch von Mann hat mich vor dem Supermarkt über den Haufen gerannt.
dabei ist meine Lieblingshose kaputt gegangen!“, erzählte Bekkie wild gestikulierend
und deutete auf ein Loch, in Höhe des Knies, ihrer Hilfiger Jeans, „ Und
dieser scheiß Typ meinte auch noch, dass er mit einem kleinen >>
Entschuldigung>> alles gut machen könnte! Was denkt der sich eigentlich?“.
Lena sah ihre Freundin skeptisch an. „Das ist jetzt nicht dein ernst, oder?
Nur deswegen regst du dich so auf? Und... wenn er sich entschuldigt hat ist
das doch alles kein Thema. Du kannst dir doch eine neue Hose kaufen.“ „Das war
ja noch nicht alles! Nicht genug, dass er meine Lieblingshose ruiniert hat,
nein... er hat mir auch noch meine Lieblingscornflakes vor der Nase weggeschnappt!!“
Lena schüttelte nur den Kopf und ließ Bekkie, die sich immer noch
weiter über den mysteriösen Unbekannten aufregte, allein. Den Rest
des Tages verbrachte sowohl Lena als auch Kicky damit, auf einen Anruf von Kian
und Nicky zu warten. Doch nichts geschah. Kein Anruf, keine Message, nichts!
Beide waren ein wenig beunruhigt, da sie eigentlich auf einen Anruf der Jungs
gewartet hatten. Aber sie würden sich sicherlich noch melden. Wenn nicht
heute, dann eben Morgen. Da waren die zwei Mädchen sich sicher. Den Abend
verbrachten Kicky, Lena, Cat und Bekkie vor dem Fernseher. Sie schauten sich
gemeinsam „Rendezvous mit Joe Black“, „Interview mit einem Vampir“ und „Troja“
an. Alle vier liebten Brad Pitt abgöttisch. Da waren diese Filme natürlich
ein MUSS.
Bekkie hatte sich mittlerweile, dank Brad Pitt, auch wieder beruhigt. Der Unbekannte
wollte ihr jedoch nicht so ganz aus dem Kopf gehen. Je länger sie darüber
nachdachte, desto peinlicher war ihr die ganze Aktion. Was hatte sie sich eigentlich
dabei gedacht so ein Theater zu veranstalten? Noch dazu vor einem so gutaussehenden
Typen. Im Nachhinein fiel ihr auf, wie gut dieser Mann doch ausgesehen hatte.
Er war genau der Typ Mann, auf den sie normalerweise stand. Er war ca. 1,75m
groß gewesen, hatte haselnussbraune Augen, braune Haar, ein verdammt süßes
lächeln und eine sexy Stimme. Leider hatte sie ihn ziemlich zusammengestaucht.
Und das nur wegen ihrer dummen Jeans und den Cornflakes. Würde sie den
Kerl je wiedersehen musste sie sich dringend bei ihm entschuldigen, falls er
nicht schreiend weglaufen würde, wenn er sie sieht. Dies würde sie
nach ihrem Auftritt nicht wundern. Während Achilles gerade starb, erhob
Bekkie sich von ihrem Platz auf der Couch, wünschte ihren Mitbewohnerinnen
eine gute Nacht und verschwand auf ihr Zimmer. Dort angekommen zog sie sich
um und verkroch sich unter ihrer Bettdecke. Doch an einschlafen war keineswegs
zu denken. Immer und immer wieder tauchte dieses Gesicht vor ihr auf. Sein Gesicht.
Sie konnte es einfach nicht aus ihrem Kopf verbannen. Schließlich schlief
sie, mit ihrer Wärmflasche im Arm, doch ein.
Auch die anderen drei Mädchen machten sich nach Troja auf den Weg in ihre
Zimmer und legten sich schlafen. Cat schlief sofort sorglos ein, während
Lena und Kicky selbst in der Traumwelt die Frage, ob Kian und Nicky sich am
nächsten Tag melden würden, im Hinterkopf hatten.
Am darauf folgenden Morgen wurde Lena unsanft, von der Klingel der Haustür,
aus dem Schlaf gerissen. Sie schaute auf ihren Wecker. Es war 7 Uhr in der Früh.
Wer war so bescheuert und klingelte um diese Uhrzeit bei ihr an der Tür?
Derjenige konnte sich auf etwas gefasst machen! Es klingelte abermals. „Jaja...
ich komme ja schon“, murmelte Lena verschlafen und kroch aus ihrem Bett. Bevor
sie zur Tür ging streifte sie noch schnell ihren hellblauen Snoopy-Bademantel
über. Sie öffnete die Tür und wollte gerade anfangen denjenigen,
der davor stand, zur Schnecke zu machen, als sie erkannte, dass es Kian war.
„Oh... Guten Morgen!“ Lena war ein wenig verwirrt und beschämt, weil sie
in ihrem Snoopy-Bademantel vor Kian stand. „Einen wunderschönen guten Morgen
wünsche ich dir!“, sprach Kian und schenkte ihr ein süßes lächeln,
„ Hab ich dich geweckt?!“
„Ja... hast du. Ist aber nicht so schlimm“, log Lena, die noch kurz zuvor, dem
Störenfried den Kopf hatte abreißen wollen, „Komm doch rein.“ Lena
ging einen Schritt zur Seite und ließ Kian ins Haus. Dieser gab ihr einen
flüchtigen Kuss auf den Mund. „Ich musste leider schon so früh kommen.
Ich hab es nicht mehr ausgehalten ohne dich.“ Lena lächelte Kian an. Wie
süß er doch war. Kian näherte sich langsam Lenas Gesicht und
legte seine Lippen auf ihre. Anfangs küsste er sie nur zaghaft wurde jedoch
mit der zeit immer stürmischer. Die beiden versanken in einen leidenschaftlichen
Kuss, der scheinbar nie Enden wollte.
Plötzlich schraken die beiden auf. „Entschuldigung. Ich wollte euch nicht
stören.“ Kicky sah die Beiden entschuldigend an. „ Ich wollte eigentlich
nur kurz in die Küche und mir etwas zu trinken holen“, sprach sie und war
schon in der Küche verschwunden.
Als Kicky nach fünf Minuten wieder aus der Küche heraus kam, waren
Lena und Kian verschwunden. Kicky ging wieder auf ihr Zimmer, setzte sich auf
die Fensterbank und beobachtet die Regentropfen, die langsam an ihrer Fensterscheibe
hinunterliefen. Kian war nun da. Er hatte sich nicht gemeldet, aber er war nun
da. Was war mit Nicky? Würde er sich melden? Aber halt. Warum wartete sie
eigentlich darauf, dass er sich meldete? Sie hatte doch seine Handynummer. Sie
könnte sich also auch bei ihm melden. Kicky sprang von der Fensterbank,
stellte ihr Glas auf ihrem Nachttisch ab und suchte nach ihrem Handy. „Wo ist
das verflixte Ding, denn nun schon wieder?“, fluchte sie leide vor sich hin.
Sie durchwühlte ihre Handtasche, ihren Nachttisch, ihre Schreibtischschublade,
ja sogar ihren Kleiderschrank durchwühlte sie. Nirgendwo war ihr Handy
aufzufinden. Schließlich fiel Kicky ein, dass ihr Handy sich noch immer
in ihrer Jacke befand. Also kramte sie ihre Jacke aus dem Kleiderschrank hervor
und nahm ihr Handy aus der Tasche an der Innenseite der Jacke. Sie entsperrte
das Handy und suchte in ihrem Verzeichnis nach N... N, wie Nicky. Aja... da
war sie ja. Nicky Handy. Sie drückte auf die Taste mit dem grünen
Hörer, doch legte sofort wieder auf, als ihr einfiel, dass es erst 7 Uhr
morgens war. Nicky würde sicherlich noch schlafen und wecken wollte sie
ihn auf keinen Fall. Sie öffnete also das Menü ihres Handys, ging
auf die Kurzmittelungs-Optionen und schrieb eine SMS. Nachdem sie Diese, in
der sie Nicky gefragt hatte, ob er mit ihr und ihren Freundinnen in einen Club
gehen wollte, abgeschickt hatte, legte sie sich wieder in ihr Bett und schlief
ein.
Kian und Lena waren derweil in Zimmer wild am knutschen, als sie plötzlich
von Kians klingelndem Handy unterbrochen wurden. Lena nahm Kian sein Handy aus
der Hand, weil sie nicht wollte, dass er ran ging. Als sie auf den Display sah
erstarrte sie. Jodi-Schatz war dort zu lesen. „Jodi-Schatz ?! Sag jetzt nicht,
dass das deine Freundin ist.“ Lena sah Kian mit fragendem Blick an. „Ähm...
also du darfst das jetzt nicht falsch verstehen. Jodi ist meine Freundin, aber
ich wollte mit ihr Schluss machen! Ehrlich! Ich... ich hab nur noch nicht den
passenden Augenblick gefunden.“ Kian versuchte sich so gut es ging zu rechtfertigen.
„Aja... ich verstehe. Du hältst dir also zwei Frauen warm für den
Fall, dass eine dich dann doch nicht mehr will! Ich bin begeistert! Geh am besten
wieder zu deinem Jodi-Schatz, denn ich will dich nicht mehr! Und jetzt raus
hier!“ Lena versuchte so gut es ging ihre Tränen zurück zu halten,
doch schaffte es nicht ganz. Ein paar vereinzelte Tränen rollten ihre Wangen
hinunter bis hin zum Kinn und tropften von dort auf ihren Bademantel. „ Ich...“
Kian begann zu sprechen. Er wollte sie überzeugen, dass sie falsch lag
mit ihrer Vermutung. Er liebte sie doch. „Raus habe ich gesagt! Raus mit dir!
Ich will dich nicht mehr sehen!“ Kian erkannte, dass es momentan keinen Sinn
machte noch weiterhin mit Lena darüber zu reden. Er stand vom Bett auf,
trat auf den Flur und verließ schließlich das Haus. Sie würde
ihm später sicherlich zuhören. So hoffte er zumindest.
Lena lag während dessen am Boden zerstört auf ihrem Bett und weinte
sich die Seele aus dem Leib. Wieso hatte er ihr das angetan? Wieso hatte er
sie so hintergangen? Sie verstand es nicht!
In Kickys Zimmer war es still. Es war geradezu beängstigend. Man hörte
nur die Regentropfen, welche gegen das Fenster schlugen und langsam daran herunterrollten.
Kicky hatte sich zwar vorgenommen noch eine Weile zu schlafen, doch dies war
ihr unmöglich. Sie war einfach zu gespannt ob Nicky antworten würde.
Sie lag auf ihrem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt und
starrte die kahle, weiße Decke an. Sie seufzte. Warum war eigentlich alles
so kompliziert bzw. warum machte sie alles so kompliziert?! Eigentlich war doch
alles ganz einfach. Nicky mochte sie, sie mochte Nicky. Alles bestens und doch
irgendwie auch nicht. Vielleicht war sie einfach nicht dazu geschaffen eine
Beziehung oder ähnliches anzufangen. Vielleicht war es auch noch zu früh
für eine neue Beziehung. Schließlich war Steven gerade mal ein halbes
Jahr tot. Abermals bildete sich ein Klos in ihrem Hals und Tränen stauten
sich in ihren Augen an. Steven. Wie sehr hatte sie ihn geliebt und wie sehr
hatte es sie getroffen ihn zu verlieren. Sie hatte ihn geliebt wie keinen anderen
und er wurde ihr einfach weggenommen. Weggenommen von dieser schrecklichen Krankheit.
Sie hatte nichts dagegen tun können. Das war wohl das schlimmste an dem
Ganzen gewesen. Sie hatte nur zusehen können, wie Steven langsam, ganz
langsam von der Krankheit zerfressen wurde und schließlich, nach einem
halben Jahr vergebenen kämpfend und hoffend, in ihrem Armen starb. Tränen
bahnten sich ihren weg Kickys Wangen hinab. Sie wischte sie schnell mit dem
Handrücken weg. Sie musste endlich mit diesem Teil ihres Lebens abschließen.
Sie musste sich damit abfinden, dass Steven für immer fort war. Steven
hätte sicherlich nicht gewollt, dass sie ihm so lange nachtrauerte. Er
hätte gewollt, dass sie weitermacht und eine neue Liebe findet und genau
das tat sie. Sie hatte eine neue Liebe gesucht und diese in Nicky, so hoffte
sie, gefunden. Kicky wurde aus ihren Gedanken gerissen. Ihr Handy, welches direkt
neben ihr auf dem Bett lag, vibrierte und zeigte an, dass sie eine Kurzmitteilung
erhalten hatte. Nicky... schoss es ihr durch den Kopf. Sie setzte sich auf,
griff nach dem Handy und las die SMS. Sie war tatsächlich von Nicky. Nachdem
sie die Kurzmitteilung gelesen hatte, ließ sie sich langsam wieder auf
ihr Bett zurück sinken. Er würde am Mittag vorbeikommen. Zwar hatte
sie nach einem Clubabend gefragt, aber es war egal ob sie im Club waren oder
hier zu Hause. Hauptsache Nicky war da. Kicky schloss die Augen und träumte
ein wenig vor sich hin. Nicky, Nicky... das war das einzige woran sie denken
konnte. Immer wieder dachte sie an seine wunderschönen Augen, sein lächeln,
dass alles übertraf und seine Stimme, die sie fast verrückt werden
ließ. Er war einfach unbeschreiblich. Dieser Mann war unglaublich.
Lena hatte sich mittlerweile wieder beruhigt und einen Entschluss gefasst.
Sie würde zu Kian fahren und mit ihm reden. Ihr schien es, als wenn er
wirklich die Wahrheit sagte. Sie würde ihm die Chance geben alles zu erklären
und richtig zu stellen. Sie erhob sich schließlich von ihrem Bett, ging
ins Bad, wusch sich, band sich die haare zusammen und ging wieder zurück
in ihr Zimmer, um sich dort anzuziehen. Sie kramte eine helle Jeans und einen
weißen Pulli aus ihrem Kleiderschrank und zog sie an. Sie trug noch schnell
ein wenig Lidschatten, Mascara und Lipgloss auf, schnappte sich ihre Handtasche
mitsamt den Autoschlüsseln und fuhr zu Kian.
Vor Kians Haus angekommen war Lena ein wenig nervös. Warum wusste sie selbst
nicht. Sie ging an die Tür und drückte zaghaft die Klingel. Es rührte
sich nichts. Lena klingelte noch mal. Diesmal drückte sie etwas energischer
auf den Knopf. Im Haus war ein poltern zu vernehmen und einige Sekunden später
öffnete sich die Tür. Lena sah erstaunt die Person an, die ihr soeben
die Tür geöffnet hatte. Das war nicht Kian. Es sei denn er hatte sich
innerhalb von der letzten zwei Stunden einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.
Da Lena sich sicher war, dass Kian sich keiner chirurgischen Behandlung unterzogen
hatte, musste dies also Jodi sein. „Was kann ich für dich tun?“, fragte
Jodi in schnippischem Ton und musterte Lena von oben bis unten. Lena ließ
sich von diesem Blick keineswegs einschüchtern. Warum auch? Sie sah mindestens
genauso gut aus, wie dieses lange Etwas, was in knappen Rock und viel zu kurzen
Top vor ihr Stand. „Ich möchte zu Kian.“ Kaum hatte Lena diesen Satz ausgesprochen
erschien dieser auch schon an der Tür. Jodi legte prompt ihren Arm um Kian
und küsste ihn, um Lena zu demonstrieren, dass dies IHR Freund war und
sie diesen nicht so leicht an Lena abtreten würde. Kian war die Situation
sichtlich unangenehm. „Jodi lass das!“ Er schob seine Freundin von sich weg.
„Ich wollte eigentlich mit dir reden, aber ich glaube der Zeitpunkt ist schlecht.“
Lena drehte sich um und ging zu ihrem Wagen. „Nein! Warte! Der Zeitpunkt ist
gut.“ Kian rannte hinter ihr her und hielt sie am Arm fest und wandte sich,
mit Lena im Arm, an Jodi. „Jodi... es tut mir leid, aber es ist aus. Ich liebe
Lena und nicht dich.“
Jodi sah ihren Ex-Freund erst ungläubig an, ging dann auf ihn zu und verpasste
ihm eine schallende Ohrfeige. „Du Schwein! Lässt mich einfach sitzen! Was
fällt dir eigentlich ein? Du kannst doch nicht MICH sitzen lassen. Ich
liebe dich doch! Ich hatte gedacht du wärst anders als alle anderen, aber
da hab ich mich wohl getäuscht! Bist doch immer nur auf ne schnelle Nummer
aus und wenn dir die eine zu langweilig wird wechselst du einfach mal! Wird
doch glücklich mit der kleinen Schlampe!“ Und mit diesen Worten verschwand
sie die Straße hinab. Kian rieb sich die schmerzende und stark gerötete
Wange. Jodi hatte wirklich einen harten Schlag drauf. Lena sah ihn mitleidig
an. „Tut es sehr weh?“. Lena war ein wenig besorgt. Kian lächelte. „Nein,
nein. Es geht schon und wenn du mir einen Kuss gibst tut es sicherlich überhaupt
nicht mehr weh.“ Lena grinste und legte ihre Lippen vorsichtig auf seine. Die
Beiden verschmolzen in einen endlosen, leidenschaftlichen Kuss und vergaßen
die Welt um sich herum. Als sie sich nach einigen Minuten wieder von einander
lösten waren beide überglücklich. Kian strich Lena über
die Wange und flüsterte seiner Freundin leise >>Ich liebe dich>>
ins Ohr. Nun waren sie also zusammen. Lena konnte es kaum fassen. Sie hatte
nun ihren Traummann an ihrer Seite und würde ihn nie wieder gehen lassen.
Das schwor sie sich.
In der Zwischenzeit war auch die WG zum Leben erwacht. Cat war, wie immer,
schon auf den Beinen und wieder einmal auf dem Weg zu einem ihrer Lieblingsaufenthaltsorte,
der Bibliothek, dort konnte sie Stunden verbringen.
Kicky und Bekkie saßen gemeinsam am Frühstücks- bzw. Mittagstisch.
Kicky begann ein wenig nervös zu werden. Es war bereits 11.30 Uhr. In einer
halben Stunde würde Nicky vorbeikommen. Sie erhob sich von ihrem Stuhl
und ging ins Bad, da sie sich noch herrichten musste. Als es nach einer halben
Stunde an der Tür klingelte, war Kicky immer noch im Bad beschäftigt
und so musste sich Bekkie, wenn es ihr auch sehr schwer fiel, von ihrem schönen
Platz auf der Couch erheben und die Tür öffnen.
Kaum hatte sie die Tür geöffnet, schlug sie Dieses auch wieder zu.
Was wollte der denn hier? Was hatte er vor ihrer Haustür verloren? Wie
kam der Typ, den sie gestern noch im Supermarkt zusammengestaucht hatte, heute
plötzlich vor ihrer Tür? Sie schüttelte verwirrt den Kopf und
ging wieder ins Wohnzimmer. Sie ließ sich auf der Couch nieder und griff
wieder nach ihrem Buch.
Es klingelte noch ein paar Mal, doch Bekkie überhörte dies dezent.
Sie hatte keine Lust auf diesen Typen. Was wollte er denn hier? Konnte er nicht
wieder gehen?
„Warum machst du denn nicht auf, Bekkie?“, rief Kicky aus dem Bad. „Ach.. das
is son Vollidiot. Der kann ruhig vor der Tür stehn bleiben. Ich weiß
eh nicht was der hier will.“ Kicky schüttelte den Kopf, verließ das
Bad, ging zur Tür und öffnete. Sie blickte direkt in das Gesicht von
Nicky. „Ich dachte schon du wolltest uns nicht hier haben. Deine nette Mitbewohnerin
hat uns nämlich die Tür einfach wieder vor der Nase zugeschlagen.“,
grinste Nicky. „Ich weiß auch nicht was mit ihr los ist. Sie meinte irgend
so ein Vollidiot stände vor der Tür. Komisch..“ Nicky begann zu lachen.
„Ich glaube sie meinte meinen besten Freund Shane.“ Er nickte in die Richtung
seines Freundes.“ ER hat deine Freundin auch wieder erkannt. Wie hast du sie
noch mal genannt Shane?!“, Nicky überlegte kurz, „Achja... genau! Die Furie
aus dem Supermarkt!“ Kicky sah die Zwei fragend an und bat sie ins Haus zu kommen
und ihr alles näher zu erklären. Doch Shane weigerte sich vehement
das Haus zu betreten. „Nein, Nicky! Ich geh da nicht rein! Wer weiß was
die alles anstellt! Womöglich kratzt sie mir die Augen aus oder fängt
wieder an rum zu schreien! Da habe ich echt keine Lust drauf! Das muss ich nicht
haben!“
Nicky seufzte. „Shane. Es ist nur eine Frau. Sie wird dich nicht beißen
oder dich in irgendeiner anderen art verletzen. Wahrscheinlich wird sie noch
nicht einmal mit dir reden! Also stell dich nicht so an und komm rein!“ Letztendlich
gab Shane doch nach und betrat hinter Nicky das Haus. Kicky führte die
Beiden ins Wohnzimmer, was ein großer Fehler war, denn Bekkie befand sich
immer noch mit ihrem Buch auf der Couch.
„Bekkie, das sind Nicky und sein bester Freund Shane“, stellte Kicky die Jungs
vor. Bekkie schaute von ihrem Buch auf und sah die Jungs an. „Oh no! Das ist
jetzt nicht wahr, ne? Nicht ER!“ „Ihr kennt euch?“ Kicky sah von Nicky zu ihrer
Freundin und wieder zurück. „Nein! Ich rede nicht von ihm! Sondern von
dem da!“, antwortete Bekkie und deutete auf Shane, „ Das ist der Kerl, der 1.
schuld ist, dass ich meine Hilfiger Jeans wegschmeißen durfte und 2. dafür
gesorgt hat, dass ich Morgens verhungern muss!“
Kicky verstand zwar kein Wort, merkte aber auch, dass es keinen Sinn hatte weiter
nachzufragen, da Bekkie sich schon von der Couch erhoben hatte, um auf ihr Zimmer
zu verschwinden. „Was hab ich gesagt?! Furie!“, murmelte Shane vor sich hin.
„Das hab ich gehört! Lieber eine Furie als ein Macho-Arsch!“, gab Bekkie
zickig zurück. „Also hör mal! ICH hab mich gestern bei dir entschuldigt
und ICH habe dir auch angeboten die Cornflakes zu nehmen, aber DU hast mich
ja nur angeschrien! Also habe ICH ja wohl recht damit, dass DU eine Furie bist!“
„Pah! Das muss ich mir echt nicht anhören!“ Obwohl Bekkie wusste, dass
Shane Recht hatte konnte und wollte sie dies nicht eingestehen und verschwand
lieber auf ihr Zimmer anstatt sich noch weiter mit ihm zu streiten.
In ihrem Zimmer ließ sie sich auf ihr Bett fallen. Ärgerlich boxte
sie in ein Kissen. „Idiot...“ murmelte sie vor sich hin. Nachdenklich starrte
sie eine Weile an die Decke, als es auf einmal an ihrer Zimmertür klopfte.
„Was ist?!“ rief sie ärgerlich. Wenn das jetzt dieser Typ, dieser Shane
war; würde sie ihm die Tür vor der Nase zuknallen, sich dann wahnsinnig
über alles ärgern das sie zu ihm gesagt hatte und zu heulen anfangen
weil sie es sich mit diesem attraktiven Mann von Anfang an versaut hatte.
Doch zum Glück stand nicht Shane vor der Tür, sondern eine ihrer Mitbewohnerinnen,
Cat. „He Süße was ist dir denn über die Leber gelaufen?“ fragte
sie diese, während sie sich neben Bekkie aufs Bett sinken ließ.
„Ach, dieser .... dieser Kerl da draußen!“ „Nicky?“ „Nee, doch nicht Kickys
Neuer, der Andere.“ „Der bei den beiden im Wohnzimmer sitzt?“ „Ja.“ „Was hat
der dir denn getan...?“ „Ach, DAS ist der Typ der Schuld ist das meine Lieblingsjeans
im Arsch ist und der hat mir mein Frühstück geklaut!“ „Der Typ aus
dem Supermarkt gestern? DER?! Echt?!“ Bekkie nickte, und grinste dabei ein wenig,
weil Cat ein komisches Gesicht zog. Daraufhin sagte sie eine Weile lang gar
nichts, und meinte dann vorsichtig zu Bekkie:
„Aber der sieht doch eigentlich ganz gut aus... Ich meine... ich kenn dich jetzt
schon lang genug.... Ist das nicht dein Typ?“ „DAS IST JA MEIN PROBLEM!“ „Oh.
Verstehe.“ „Sicher ist er mein Typ, aber das Doofe ist, das ich mich jetzt schon
so mit dem gezofft habe, das alles im Arsch ist. Der hält mich für
ne Furie...“ „Ach komm, so schlimm kann’s doch nicht sein...“ „Doch, er hält
mich für ne hysterische Furie und redet bestimmt kein Wort mehr mit mir.
Das Blöde ist... er hat auch noch Recht...“ „Hm...“ Cat grinste breit.
„Ich würd mich ja entschuldigen... aber ich trau mich nich...“ gab Bekkie
kleinlaut zu.
„Ach komm, pass auf, wir gehen da jetzt zusammen raus, und setzten uns einfach
zu den andren ins Wohnzimmer.“ „NEIN! Nicht mal über meine Leiche!“
Cat seufzte. „Na gut. Also,“ sie überlegte einen Moment. „Dann geh ICH
jetzt einfach mal allein da rein, und gucke wie’s aussieht. Ich krieg das schon
irgendwie hin dass der Junge dir verzeiht und wieder mit dir redet. Irgendwie
unterhältst du dich dann ein bissel mit ihm, und dann entschuldigst du
dich. Und wenn du DAS hinter dich gebracht hast ist alles in Butter. Der Typ
sieht toll aus, da musstest du halt deine Lieblingsjeans für riskieren
das du den kennen lernst.“
Bekkie knuffte Cat in die Seite. „Du redest schon als wäre das mein zukünftiger
Ehemann oder so was!“ Cat grinste bloß breit und zuckte mit den Schultern.
Dann stand sie energisch auf und machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer zu Kicky,
Nicky und dessen bestem Freund.
Nicky war ihr sehr sympathisch, er war genau das richtige für Kicky. Er
wirkte auch sehr rücksichtsvoll und würde bestimmt vorsichtig mit
ihr umgehen.
Sie konnte Kicky ansehen das diese es schwer hatte eine neue Beziehung anzufangen,
der Schmerz den Steven hinterlassen hatte war noch zu neu und saß noch
viel zu tief um vergessen zu werden.
Im Wohnzimmer saßen die drei und unterhielten sich, Cat setzte sich in
einen der Sessel und hörte eine Weile nur zu. „Was habt ihr heute noch
so vor?“ fragte sie dann einmal dazwischen.
„Ähm...“ Kicky sah Nicky fragend an, der blickte zu Shane, welcher nur
mit den Schultern zuckte. „Also... eigentlich wollten wir noch irgendwo hin
gehen, in einen Club, ins Fearless oder so was.“ „Das hört sich gut an,
ihr habt doch bestimmt nichts dagegen wenn ich mich anschließe?“ „Nein,
eigentlich nicht! Aber ich muss noch mal eben zu mir, weil meine Mum aus London
noch vorbeikommen wollte, und sie hat keinen Schlüssel zu meinem neuen
Haus. Ich würde sie nur eben reinlassen und euch dann sofort abholen kommen!
Wäre das okay?“ fragte Nicky. „Ja, kein Problem. Weißt du was? Ich
komme mit. Dann kann ich mir ja auch direkt mal dein Haus angucken“ grinste
Kicky.
„Und was ist mit mir? Soll ich etwa mit dieser Furie hier im Haus bleiben und
warten, bis ihr wiederkommt?“ fragte Shane. „Ich bin ja auch noch da“, sagte
Cat.
Also fuhren Kicky und Nicky zu ihm nach Hause und Cat und Shane blieben im Wohnzimmer.
Währenddessen saß Bekkie oben in ihrem Zimmer und schämte sich
schon fürchterlich für ihr Auftreten gegenüber Shane. Sie wollte
ihm am liebsten nie wieder in die Augen schauen. Doch alles ist leichter gesagt,
als getan, denn Bekkie musste dringend auf Toilette, und das Badzimmer neben
ihrem Zimmer wurde im Moment renoviert und deswegen konnte sie nicht dort auf
Toilette gehen. Sie musste also ins Erdgeschoss. „Hoffentlich ist er nicht mehr
da, hoffentlich!!!“ betete Bekkie. Sie ging schnell die Treppe hinunter, als
sie auf einmal über Cat’s Handtasche stolperte. „Ahhhhhhh…..“ und schon
fiel sie von der Mitte der Treppe ganz nach unten. Durch das Poltern im Flur
aufgeschreckt, kam Shane angerannt. Als er Bekkie dort liegen sah, musste er
unwillkürlich grinsen. Bekkie versuchte inzwischen vorsichtig aufzustehen,
was ihr aber nicht wirklich gelang. Shane beugte sich vor um ihr aufzuhelfen
doch Bekkie machte keine Anstalten seine Hilfe anzunehmen: „Nein danke, einer
Furie zu helfen ist sicherlich unter deinem Niveau!“ „Schon wieder“, dachte
sie. „Schon wieder hab ich ihn ohne Grund angepflaumt… MIST“. Doch Shane ließ
sich nicht beirren und hob Bekkie hoch. „Ich trag dich jetzt zu meinem Wagen
und dann fahr ich dich ins Krankenhaus! Du hast dir bestimmt den Fuß verknackst
oder, was ich dir nicht wünsche, dir den Fuß gebrochen.“ Bekkie musste
vor Schmerz wirklich die Zähne zusammenbeißen, so weh tat ihr Fuß…
Auf dem ganzen Weg ins Sligo Hospital redeten sie kein Wort, Bekkie jammerte
nur vor sich hin und langsam liefen ihr die Tränen übers Gesicht,
nicht nur wegen dem Fuß, nein auch, weil sie gegenüber Shane eine
totale Zicke spielte, die sie normalerweise wirklich nicht war.
Als sie am Sligo Hospital angekommen waren, versuchte Bekkie erst gar nicht,
alleine auszusteigen, es hätte sowieso nur noch mehr wehgetan. Shane stieg
also aus und wollte Bekkie tragen, da bemerkte er ihre Tränen. „Hey Shorty...Komm...wird
schon nicht so schlimm sein...Der Oncle Doc bekommt das schon wieder hin!“ versuchte
er sie zu trösten. Er hob sie hoch und trug sie in den Eingangsbereich
des Hospitals. Dort erfuhren sie, in welches Geschoss sie mussten und wieder
trug Shane sie in den Aufzug. „Man...war ich dumm... der ist doch eigentlich
voll nett. Typisch ich!“ dachte Bekkie. Auch, als sie auf den Arzt warten mussten,
redeten sie kein Wort, Shane spielte nur den Taschentuchautomaten… Bekkie konnte
immer noch nicht fassen, dass er sie ins Krankenhaus gebracht hatte. Da klingelte
sein Handy; Es war Nicky, er wollte wissen, wo die beiden den wären, denn
Cat hätte sich Sorgen gemacht, als er nicht von der Toilette zurückgekommen
ist und Bekkie nicht mehr in ihrem Zimmer war. Shane klärte ihn schnell
auf, denn da kam auch schon der Arzt und bat sie in das Behandlungszimmer. Er
fragte Shane: „Sind sie der Freund oder Ehemann von der Patientin?“ Er antwortete
schnell mit „Ja“, Bekkie jedoch gleichzeitig mit „Nein!!!!“ Der Arzt verstand
gar nichts mehr und fragte aber gar nicht erst nach. Bekkie guckte Shane nur
säuerlich an, dieser guckte aber schnell weg. „Warum sagt er, wir wären
zusammen? Ich versteh gar nichts mehr. Eben hat er mich doch noch als Furie
bezeichnet. Was ist jetzt los?“ fragte Bekkie sich. Typisch Typ… erst hüh,
dann hott.
Die Behandlung war kurz und schmerzvoll, aber sie sollte ihren Fuß eine
Woche schonen und keinen Sport machen, dann war sie wieder voll einsatzfähig.
Sie bekam ein paar Krücken, sodass Shane sie nicht wieder tragen musste.
Als sie auf dem Rückweg waren, fragte er sie plötzlich: „Hey Shorty,
was ich dich noch fragen wollte: Wieso hast du <<Nein!!!>> gesagt,
als der Arzt das eben gefragt hat? Wäre doch mal witzig gewesen: Macho-Schwein
und Furie... passt doch zusammen.“ Er musste grinsen. „Aber jetzt mal im Ernst,
könntest du dir das vorstellen? Ich meine, dass wäre doch mal witzig…“
„NEIN!!! Du bist überhaupt nicht mein Typ und überhaupt... neeeeeee...
das würde voll nicht klappen. Du bist so voll der Typ der immer unterwegs
ist, ich meine so mit Westlife und so… jede Menge Groupies, die ne schnelle
Nummern wollen… außerdem, du würdest dich ja eh nich in so eine Furie
wie mich verknallen, oder?“ Shane schwieg. Den Clubabend konnten sie vergessen,
erstens hatte Bekkie ja die Krücken und zweitens war es schon zu spät
– es würde sich nicht mehr lohnen. „Ich bring dich noch nach Hause, ja?
Ich kann dir ja noch bei den Treppen helfen… is bestimmt nich einfach mit den
Krücken.“ Jetzt schwieg sie… sie wusste, dass er Recht hatte.
Er brachte sie also noch in die Küche und wollte dann gehen. Bekkie wollte
kein Mitleid von ihm und brachte ihn noch bis zur Tür. „Hey... Danke, dass
du mit mir ins Krankenhaus gefahren bist. Naja, man sieht sich... gezwungenermaßen.
Schlaf gut.“ Er kam auf sie zu und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Schlaf
gut, Shorty!“
Er drehte sich zum gehen um als Bekkie sagte: „Sorry übrigens für
das Macho-Schwein und das ich so zickig war...schlaf du auch gut!“ Sie drehte
sich um und ließ die Tür langsam hinter sich zufallen, Shane blieb
noch einen Moment gedankenverloren vor der sich schließenden Tür
stehen als er zum zweiten Mal an diesem Tag lautes Poltern hörte. Er stieß
sofort die noch einen Spalt offen stehende Tür auf und rannte hinein. „Bekkie?!
Bekkie?! Was ist passiert???? Bekkie wo bist du?????“ Bekkie war zum wiederholten
Mal an diesem Tag auf der Treppe gestolpert und dumm auf ihren lädierten
Fuß gefallen. „Shane??? Shane??? Hier bin ich, auf der Treppe!!!! Auaaaaaaaaaaa...“
Bekkie schrie vor Schmerzen beinahe das ganze Haus zusammen. Shane kam und beugte
sich zu ihr hinunter. „Hey Süße, nicht weinen…ich bin doch da!!!“
Er blickte in ihre großen Blauen Augen. Tränen liefen über ihre
Wangen. Er kam näher an sie heran und küsste ihr die Tränen von
den Wangen... und das waren eine Menge Tränen. Irgendwann küsste er
nicht nur die Tränen weg, sondern begann sie auch auf den Mund zu küssen.
Erst versuchte sie sich zu wehren, aber irgendwann erwiderte sie seine Küsse.
Keiner der beiden hätte am nächsten Morgen sagen können, wie
lange sie da auf der unbequemen Marmortreppe saßen und sich küssten...beide
wussten nur eins: Es war wunderschön gewesen. So gut hatte sich selbst
Bekkie lange mehr gefühlt.
Mitten in der Nacht kamen dann auch Kicky mit Nicky und Lena mit Kian nach Hause.
Auch Lena kam irgendwann in den frühen Morgenstunden.
Kicky wusste ja, dass Bekkie sich den Knöchel gestaucht hatte und hatte
deswegen als Trost ihr Lieblingsessen gekocht. Nun wollte sie Bekkie vorsichtig
wecken. Als sie jedoch die Bettdecke wegzog, schrie sie laut auf: „HELP!!! NICKY,
LENA, KIAN, CAT!!!! Kommt mal schnell!!!!“ Die vier stürmten in das Zimmer
von Bekkie und staunten alle nicht schlecht: Da lag die Furie mit dem Macho-Schwein
im Bett und das sah auf keinen Fall nach Feindschaft aus. Durch den ganzen Rummel
in dem Zimmer wachten die beiden auch endlich mal auf. „Was’n los??? Hää???
Hab ich irgendwas verpasst???“ Bekkie staunte nicht schlecht über die ganze
Auffuhr in ihrem Zimmer. Alle standen da mit aufgerissenen Augen. „Man wird
ja wohl noch mal mit seiner FREUNDIN in einem Bett schlafen dürfen ohne,
dass man vorher alle um Erlaubnis fragen muss, oder hab ich irgendwas verpasst?“
Shane machte sich über seine Freunde lustig. „Nein, nein. Ist schon okay.“
Alle grinsten. „Wir lassen euch mal wieder in Ruhe. Es wird euch niiiiiemand
mehr stören.“ Draußen vor der Tür mussten alle noch mal lachen,
außer Cat... sie war nachdenklich. „Alle haben jetzt einen Freund, nur
ich NICHT! Wie immer, die kriegen die ganzen tollen Typen, und für mich
bleibt niemand mehr über... alles nur Langweiler“, dachte Cat. Aber da
hatte sie Rechnung ohne die drei Freunde ihrer besten Freundinnen gemacht, es
sollte zwar noch eine Weile dauern, aber auch sie sollte bald ihr Glück
finden!
„Hey Süße, alles okay?! Du siehst so nachdenklich aus.“ Sorgte sich
Kicky um ihre Freundin Cat. „Hmmm..“ „Na komm, raus mit der Sprache, ich kenn
dich doch!“ „Ach, na ja es ist nur, alle haben jetzt einen Freund, nur ich nicht.“
„Ich will ja nichts sagen, aber Nicky und ich sind auch noch nicht offiziell
zusammen.“ „Na, Kicky das sieht doch ein Blinder, dass ihr euch unsterblich
liebt und bald zusammen kommen werdet. Er liebt dich und ich denke du liebst
ihn auch.“ „Hmmm, ich weiß nicht, keine Ahnung. Irgendwie ist das voll
komisch, ich kann mich nicht mehr so einfach verlieben. Aber ich denke schon
das ich mich in ihn verliebt…“ Kicky hörte auf zu erzählen, weil Cat
vor ihr wild rumgestikulierte und mit ihren Augen hinter Kicky deutete, hinter
ihr stand Nicky, er fasste Kicky mit der Hand auf ihre Schulter. „Du…“ Nicky
brach ab und stellte fest, dass Cat immer noch bei den zweien rum stand und
interessiert zuhörte. Er sah Cat auffordernd an, dass sie gehen soll. Cat
verstand sofort und verschwand in der Küche. Nicky wendete sich wieder
Kicky zu: „In wen bist du verliebt?“ „In… in gar keinen.“ Kicky war das alles
ziemlich peinlich. „Also, ich … ich bin nicht in dich verliebt falls du das
denkst. Und wir haben auch eben nicht von dir gesprochen…“ Nicky legte ihr zwei
Finger auf ihre Lippen und sah ihr direkt in ihre schwarzen Augen. Kicky überlegte
noch einmal was sie da gerade für ein Müll gelabert hatte aber dann
widmete sie sich Nickys himmelblauen Augen und blickte tief hinein. „Kicky,
ich liebe dich!“ Kicky sah Nicky an das es ihn ganz schön viel Überwindung
gekostet hatte das zu sagen. Kicky lächelte ihm entgegen, Nicky näherte
sich Kickys Gesicht und küsste sie.
In der Küche ließ sich Cat derweil traurig auf die Eckbank fallen
und legte den Kopf auf die Arme. Bestimmt standen Kicky und Nicky jetzt gerade
knutschend im Flur.
Lena war irgendwo zusammen mit Kian, und Bekkie lag mit ihrem Shane bestimmt
immer noch im Bett.
Ihr war zum heulen zumute, und sie hatte auch keinen Grund die Tränen zurückzuhalten.
Sie konnte sich schon gar nicht mehr erinnern wann sie ihr letzter Freund verlassen
hatte. Es musste schon vor zweieinhalb Jahren gewesen sein. Mit Chris war sie
über zwei Jahre lang zusammen gewesen, bis er Schluss gemacht hatte.
Er hatte sie einfach so verlassen, wegen einer Anderen, die er erst seit einer
Woche kannte.
Sie war so verletzt gewesen als er sie verlassen hatte, sie hatte sich mit Arbeit
eingedeckt und sich nur noch um ihren Abschluss gekümmert. Und danach hatte
sie sich nur um ihr Studium gekümmert, sie wollte keinen neuen Freund,
mit Chris war sie glücklich gewesen.
Aber inzwischen sehnte sie sich nach einem neuen Freund, nach einem Mann der
sie liebte und den sie lieben konnte. Sie wollte Abends nicht mehr alleine im
Bett liegen, sie wollte die Arme eines Mannes um sich spüren.
Fast jede Nacht lag sie stundenlang wach und heulte sich in den Schlaf. Sie
brauchte jemanden, der bei ihr war und die Tränen wegwischte und ihr zeigte,
dass sie nicht alleine war.
Sie war dankbar für ihre wunderbaren Freundinnen mit denen sie hier zusammen
lebte, aber es war nicht das Gleiche wie ein fester Freund, es fehlte ihr so
sehr. Außerdem hatten sie jetzt alle einen Freund, auch Kicky, und besseres
zu tun als sich um sie zu kümmern. Sicherlich freute sie sich sehr für
sie alle, aber vorher waren sie wenigstens alle Singles gewesen, sie hatte sich
nicht so allein gefühlt, es ging ihnen allen gleich. Aber jetzt stand sie
alleine da, als Single unter lauter glücklichen, frisch verliebten Paaren.
Sie versuchte diese Gedanken zu verjagen und schüttelte schluchzend den
Kopf, aber die Gedanken blieben. Die Tränen brannten auf ihrem Gesicht,
sie wischte sie weg, aber es kamen immer Neue.
Sie zog die Knie an und schaukelte hin und her, um sich zu beruhigen.
Im Flur standen Kicky und Nicky immer noch eng beieinander und küssten
sich. Kicky durchfuhr eine Welle von Glück , ein Gefühl das sie schon
lange nicht mehr so gespürt hatte.
Doch die beiden wurden vom Schluchzen in der Küche unterbrochen. Kicky
schob Nicky ein wenig von sich und sah ihn an. Sie seufzte als er flüsterte:
„Solltest du dich nicht um sie kümmern?“ „Doch, sollte ich wohl.“ Dann
fügte sie ganz leise hinzu: „Aber es war gerade so wunderschön...“
Nicky grinste und flüsterte ihr ins Ohr: „Wir können ja später
da weiter machen wo wir gerade aufgehört haben.“ Dann schob er sie ein
wenig in Richtung Küche, aus der noch immer die schluchzenden Geräusche
kamen. „Ich darf doch inzwischen in dein Zimmer gehen, oder?“ fragte er noch.
Kicky nickte bloß und betrat dann die Küche, wo sie Cat heulend am
Küchentisch vorfand. Sie sah aus wie gerade aus dem Irrenhaus ausgebrochen,
als sie so mit angezogenen Knien hin und her schaukelte.
„Och Mensch Süße...“ Kicky setzte sich neben Cat und legte einen
Arm um sie. „Was ist denn bloß los mit dir.“ Das war keine Frage, denn
sie wusste die Antwort sehr wohl, Cat fühlte sich einsam und zurückgelassen.
Es musste ihr sehr unfair vorkommen das alle ihre Freundinnen jetzt einen Freund
hatten, nur sie immer noch nicht, obwohl sie schon am längsten von ihnen
allen Single war.
Cat wischte ihre Tränen vom Gesicht und meinte schniefend: „Tut mir Leid,
ich weiß man soll sich nicht selbst bemitleiden... aber ich kann und will
nicht mehr. Ich hab seit über zwei Jahren keinen Freund mehr und ich hab
doch inzwischen halb Irland abgegrast auf der Suche nach nem Freund, ich finde
ja doch keinen...“ „Dann hast du eben noch nicht an den richtigen Stellen gesucht!
Die andre Hälfte von Irland hast du ja noch nicht gecheckt, vielleicht
versteckt sich dein Prinz da.“ Kicky lächelte Cat aufmunternd zu, diese
musste ein wenig grinsen. Doch schnell verschwand das Grinsen wieder, und Cat
flüsterte: „Ich glaub nicht das es da noch jemanden gibt. Vielleicht tut
sich hier und da ein One-Night-Stand auf, aber das wars dann auch wieder.“ „Hör
endlich auf so einen Blödsinn zu reden!“ „Kicky, ich bin allein und werds
bleiben, ich sollte anfangen mich damit abzufinden.“ Kicky sah sie gespielt
böse an. „Jetzt ist aber Schluss Süße! Ich schlepp dich jetzt
dann irgendwo hin, wo es viele Kerle gibt, und dann suchst du dir einen aus.
Und wenn der dich nich nimmt, kriegt er’s mit mir zu tun!“
Cat grinste jetzt dankbar. „Danke Kicky...“ Die beiden umarmten sich, bevor
Kicky energisch sagte: „Und du lässt es dir jetzt erstmal gut gehen, mach
dir ein heißes Bad, das hilft immer.“ „Ja, aber erst wenn du mir gesagt
hast was da grad im Flur passiert ist.“, sagte Cat neugierig. „Ach, gar nichts...“
Kicky grinste und starrte zu Boden. „Gar nichts? Hallo, willst du mich verarschen?“
„Ähm...“ „Ihr habt euch geküsst, gibs zu!“ Kicky nickte gedankenverloren,
und lächelnd flüsterte sie: „Er hat gesagt er liebt mich.“ „Oh Mann
das ist ja toll! Oh ich freu mich so für dich! Siehst du, ich habs doch
gewusst!“
Kurz später, als Cat im Bad verschwunden war, führten Kickys Schritte
langsam in ihr Zimmer. Nicky hatte gesagt er würde dort warten. Sie hatte
immer noch ein wenig Angst vor dieser neuen Beziehung, aber es war so wunderschön
und sie war so glücklich wenn Nicky in der Nähe war.
Sie stand nervös und nachdenklich vor ihrer Tür. Andererseits kam
es ihr ein wenig vor als wenn sie Steven betrügen würde.
Sie dachte an das letzte Mal als sie bei ihm im Krankenhaus gewesen war. Sie
war jeden Tag bei ihm gewesen, stundenlang, bis man sie sprichwörtlich
rauswarf.
Er war mit 20 Jahren viel zu jung gewesen um zu sterben.
Sie versuchte sich an eins der letzten Gespräch das sie geführt hatten
in Erinnerung zu rufen. Sie sackte an der Wand zusammen und ließ sich
auf den Boden sinken, als sie die Worte wieder in ihrem Kopf hörte.
Flashback:
Steven saß aufrecht im Bett und sah sie gedankenverloren an. Dann sprach
er leise: „Kicky, meine Prinzessin...“ er überlegte wie er weiter reden
sollte, er hatte lange darüber nachgedacht was er ihr sagen wollte, hatte
sich gründlich auf dieses Gespräch vorbereitet, aber jetzt fielen
ihm die Worte nicht mehr ein.
Für Kicky war es eindeutig schwerer als für ihn selbst, dabei war
er es der sterben würde. Aber genau das war es. Er starb, und sie würde
alleine weiterleben müssen.
Keine der Behandlungen hatte wirklich angeschlagen, er wusste das er nicht mehr
lange leben würde, wahrscheinlich nur noch ein paar Wochen, vielleicht
sogar nur noch ein paar Tage. Deshalb musste er jetzt endlich mit ihr reden.
Er machte sich wenig Gedanken um sich selbst, er war mit sich und der Welt im
Reinen, aber er würde nur beruhigt sterben können, wenn er wusste
das es seiner großen Liebe weiterhin gut gehen würde. Er konnte sich
nicht mehr länger um sie kümmern.
„Kicky, bitte versprich mir das du mich niemals vergessen wirst.“ Sie saß
mit Tränen in den Augen auf der Bettkante und hielt seine Hände. Sie
schüttelte heftig den Kopf. „Ich werde dich niemals vergessen, niemals,
ich versprech es dir.“ Steven zog sie an sich küsste ihr eine Träne
von der Wange.
Dann flüsterte er weiter: „Du musst mir noch was versprechen.“ Kicky nickte
und wartete darauf was es war. „Ich möchte das du weiter lebst, und ich
möchte das du glücklich weiter lebst. Bitte, du musst es mir versprechen.
Ich will nicht das du mich vergisst, aber ich will das du nicht dein restliches
Leben lang an unserer Beziehung festklammerst. Ich liebe dich mehr als alles
andere auf der Welt, das weißt du. Ich hätte dich irgendwann ganz
sicher gefragt ob du mich heiraten würdest...“ er stockte und redete dann
schnell weiter: „Ich will das du ohne mich glücklich werden wirst und dir
einen neuen Freund suchst.“ Kicky sah ihn erschrocken an, „Das kann ich nicht!
Ich kann ohne dich nicht glücklich werden...“ „Doch das kannst du!“ „Ich
will nicht ohne dich glücklich werden, ich will das du bei mir bleibst
und wir zusammen glücklich sind!“ Ihr rollten die Tränen wie Sturzbäche
übers Gesicht. Steven zog sie an sich und strich ihr beruhigend übers
Haar. Er hatte selbst Tränen in den Augen, es tat ihm weh seine große
Liebe so leiden zu sehen.
„Warum nur, warum, verdammt noch mal warum!“, schrie sie auf einmal. Sie schlug
mit der Faust auf das Bett. „Ich weiß es nicht... aber dagegen kämpfen
macht es nur noch schlimmer, es ist nun einmal so und wir können es nicht
ändern. Je mehr wir uns dagegen wehren, desto schmerzvoller ist es.“
Kicky schwieg und schluchzte bloß.
„Oh Kicky, meine Süße... mein Schatz...“ Er hielt sie fest im Arm
und spürte wie sie zitterte. Nach einer Weile sprach er leise weiter: „Bitte,
versprich mir das du wieder glücklich wirst. Sonst kann ich nicht beruhigt
gehen... Mach es mir nicht so schwer, ich möchte mit der Gewissheit gehen
das es dir gut gehen wird...“ „Aber ich brauche dich... Ich liebe dich...“ schluchzte
sie. „Ich liebe dich auch, und genau deshalb will ich das du ohne mich glücklich
wirst.“ Kicky antworte nichts. „Bitte, es fällt mir auch nicht leicht...
Prinzessin, es tut mir so weh ich so zu sehen...“ Kicky hörte auf zu schluchzen
und drückte ihr Gesicht gegen seinen warmen Hals.
Eine lange Zeit saßen sie einfach nur so da. Doch irgendwann hob Kicky
den Kopf und sah Steven mit rotgeheulten Augen an. „Und wenn ich jetzt sage
das ich nicht glücklich werde, dann musst du doch bei mir bleiben...“ Steven
lächelte und strich ihr über die Wange. „Meine Süße...
du bist nicht dumm, du bist nicht so naiv... Du weißt genauso gut wie
ich, das ich gehen muss, ob ich es will oder nicht. Du kannst es mir bloß
schwer oder leicht machen.
Ich will dich nicht verlassen, aber ich muss es. Ich habe keine Wahl, keinen
Joker den ich ausspielen kann. Man kann dieses Spiel nicht abbrechen, man muss
es nehmen wie es kommt.
Ich kann nicht beruhigt gehen, wenn du mir nicht versprichst das du wenigstens
versuchst glücklich zu werden.“ Er machte eine kurze Pause und redete dann
weiter: „Meinst du nicht das es mir auch weh tut daran zu denken, wie du einen
anderen Mann küsst, mit ihm verliebt auf dem Sofa kuschelst? Aber es tut
mir noch lange nicht so weh, als wenn ich wüsste das du nie wieder glücklich
bist. Bitte lass mich in Ruhe sterben und beruhigt gehen...“ Kickys Augen füllten
sich bei diesen Worten mit Tränen. Aber dann nickte sie. „Ich versprech
es dir, wirklich, ich schwöre dir tausendmal das ich alles versuche...
Ich vergesse dich niemals, niemals in meinem ganzen Leben und ich versuche ....
ohne dich glücklich zu werden...“ Diese Worte auszusprechen fiel ihr sehr
schwer.
Ein dankbares Lächeln breitete sich auf Stevens Gesicht aus, er zog Kicky
an sich und küsste sie. „Danke...“ hauchte er.
Flashback Ende
Kicky saß mit Tränen in den Augen auf dem Boden, neben ihrer Zimmertür
und hatte die Knie an den Körper gezogen. Sie vermisste Steven so sehr,
es tat immer noch weh wenn sie an ihn dachte.
In diesem Moment öffnete sich die Tür und sie sah Nicky heraus kommen.
Nicky hatte nicht erwartet sie am Boden sitzend zu finden und sah sie ein wenig
erstaunt an. „Was machst du denn am Boden Süße...“ Er setzte sich
dann einfach neben sie auf den Teppich.
Kicky seufzte. „Ich denke nach...“ Nicky nahm ihre Hand und spielte ein wenig
mit ihren Fingern. „Darf ich wissen über was?“ fragte er leise. Sie antwortete
ebenso flüsternd: „Über Steven.“ „Oh...“
Wieder seufzte sie und starrte dabei auf den Boden. „Er wusste das er sterben
wird, und er hat es hingenommen... es war ihm egal... er hat sich nur Sorgen
um mich gemacht.“ „Sorgen um dich?“ „Ja... er hat gesagt er möchte das
ich ihn niemals vergesse, aber das ich trotzdem ohne ihn glücklich werde.
Er lag im Krankenbett und ich musste ihm versprechen mir einen neuen Mann zu
suchen, mich neu zu verlieben und glücklich zu werden.“ Nicky starrte bedröpelt
auf seine Schuhe und wusste nicht was er dazu sagen sollte.
Kicky drückte seine Hand und sah ihn an. „Weißt du, ich dachte ich
könnte niemals ohne ihn glücklich werden, geschweige denn jemals wieder
einen anderen Mann lieben.“ Sie holte noch mal tief Luft, und sprach dann schnell
weiter bevor sie es sich wieder anders überlegen konnte: „Aber du hast
mir bewiesen das es nicht so ist! Du bist der Beweis das ich wieder lieben kann!
Ich habe versprochen glücklich zu werden, und mit dir ist das wie von selbst
gegangen! Ich musste mich nicht zwingen glücklich zu sein, weil ich dich
liebe!“ Nicky sah ungläubig auf und starrte sie an. „Was hast du gerade
gesagt? Bitte, sag’s noch mal!“ „Ich liebe dich Nicky!“
Nicky lächelte Kicky überglücklich an. „Ich liebe dich auch…“
Nicky stand auf, nahm Kickys Hand und zerrte sie zu sich ins Zimmer, wo sich
beide küssend aufs Bett fallen ließen. Unterdessen bei Shane und
Bekkie im Zimmer: „Och nee, nicht jetzt!“ Shanes Handy klingelte, er ging genervt
ran: „Ja bitte, wer stört?“ „Ich bin’s… Mark!“ „Oh, Hey Mark…“ „Sag mal,
wo bist du, bzw. wo seid ihr? Keiner von euch ist ans Handy gegangen, Nicky
und Kian haben ihre Handys sogar aus!“ „Ja, das äh…Das erkläre ich
dir besser persönlich.“ „Okay… Wann wollen wir uns treffen? Ich kann ja
vorbei kommen…Verdammt, wo bist du?“ „Bei meiner …“ er brach ab und räusperte
sich. „Bei meiner Freundin.“ „Was??? Du hast ne Freundin?“ „Mark… Pass auf,
ich zieh mich jetzt schnell an und dann komm ich zu dir.“ „Was, ausgezogen bist
du auch noch? Sag mal Shane, was macht ihr da?“ „Bis dann Marky-boy!“ Shane
legte kopfschüttelnd auf und zog sich schnell an. „Sorry Schatz…Aber ich
bin Mark glaub ich eine Erklärung schuldig, und da ich bezweifele das die
anderen beiden sich von ihren Frauen losreißen können muss ich das
wohl machen, denn einer muss unseren armen kleinen Marky ja aufklären.“
Er grinste. „Ist schon okay, aber beeil dich denn lange halte ich es ohne dich
auch nicht aus, du fehlst mir jetzt schon!“ „Ich bin schon weg…“ Shane gab Bekkie
noch einen innigen Kuss und verschwand dann aus der ehemaligen Mädchen-WG.
Draußen angekommen schwang Shane sich elegant in seinen schwarzen Mercedes
und machte sich auf den Weg zu Mark, dessen Haus sich ca. 3 Kilometer weiter
weg befand. Bei Mark angekommen stieg Shane wieder aus seinem Auto aus, er hörte
schon von weitem Marks Hund Snoopy bellen. „Ah… Natürlich, er spielt mal
wieder mit Snoopy, was auch sonst.“ Grinsend und zielsicher betrat Shane Marks
Garten. „Ah, Shane… Na endlich!“ Mark kam auf Shane zu und umarmte ihn flüchtig.
„Hast du mir nicht was zu sagen?“ Mark blickte neugierig drein. „Nein, also…Ja
schon…Nicky und Kian haben da so 2 Girls kennengelernt… Und ich bin vor ein
paar Tagen mit einem ziemlich Gutaussehenden Mädchen im Supermarkt zusammengestoßen,
die mir zuerst überhaupt nicht sympathisch war… Und na ja, Nicky wollte
mir seine neue Freundin vorstellen, die zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich
seine Freundin war, aber er wollte sie mir halt einfach mal zeigen. Und ich
hatte keine Ahnung, das die „Furie“ aus dem Supermarkt dort erwartete… Wir wollten
dann eientlich in nen Club gehen aber Bekkie hat sich den Fuß verstaucht
ich war mit ihr beim Arzt und naja... als wir dann wieder bei ihr waren ist
sie nochmal gestürzt und irgendwie kam eins zum anderen und wir haben uns
geküsst…und dann naja... ist ja auch egal, auf jeden fall sind wir jetzt
zusammen und zwar ziemlich glücklich.“ Shane lächelte. Mark der immer
noch versuchte der Story zu folgen brachte schließlich auch noch was raus:
„Ah ja, verstehe…Also hab ihr jetzt alle ne Freundin und nur ich bin immer noch
alleine? Das ist echt nicht fair.“ Mark zog eine spielerisch traurige Miene.
„Na, du wirst auch schon noch wen finden, glaub mir. In der WG zum Beispiel
ist auch ein ziemlich süßes Girl, ich glaube die würde dir gefallen…“
Shane grinste frech. „Selbst wenn, ich bin einfach viel zu schüchtern…“
„Ach komm Marky, keine Widerrede du kommst jetzt mit in die WG, sieh sie dir
wenigstens einmal an.“ Mark wusste dass es nichts bringen würde seinem
Freund zu widersprechen und brachte Snoopy ins Haus, was dem nicht sehr gefiel,
denn er hätte noch gerne mit Mark weitergespielt.
Mark und Shane fuhren zurück in die WG. Angekommen in der WG wurde Shane
schon sehnsüchtig von Bekkie erwartet die mit Nicky und Kicky, die nach
ca. einer Stunde auch mal wieder aus Kickys Zimmer aufgetaucht sind, bei einem
Cappuccino in der Küche. „Schaaaaaaaaaatziii!!!!“ Bekkie war begeistert
das Shane wieder da war. Shane ging zu ihr und gab ihr einen Kuss, wendete sich
jedoch dann wieder Mark zu. „Das ist mein Freund Mark…“ „Ich weiß Shane…“
verarschte Nicky ihn. „Hey Nicky!“ begrüßte Mark ihn. „Hallo Mark,
ich bin Kicky und das ist meine beste Freundin, bzw. Shanes, Bekkie.“ Mark stand
etwas verpeilt in der gut eingerichteten Küche rum und machte nur eine
winkende Handbewegung in Richtung der beiden Girls. Cat, die mal wieder geweint
hatte, weil sie so schrecklich allein war kam auch in die Küche, denn sie
hatte die Aufruhr gehört. „Hey Süße… Na, alles klar? Du siehst
so fertig aus…“ sagte Kicky. „Ja, das Übliche halt.“ „Mark, das ist Cat…
Die vierte Mitbewohnerin dieses Hauses.“ Stellte Shane sie vor. „Oh, Hi Cat,
ich bin Mark…“ „Hey Mark…“ Was anderes brachte Cat nicht raus, denn sie war
in Marks himmlisch schönen blauen Augen versunken die sie von unten bis
oben musterten. Nicky konnte sich das Lachen nicht verkneifen, sah zu Shane
rüber und prustete los. „Erde an Mark…!“ machte sich Nicky über Mark
lustig. „Haha, sehr witzig Nicky…! Wo ist eigentlich die andere Mitbewohnerin,
also die die mit Kian… na ja, zusammen ist!?“ „Ja, das äh… ist eigentlich
eine gute Frage.“ Fügte Kicky hinzu.
Bekkie erklärte: „Als ich vorhin ins Bad wollte, sind mir die beiden entgegen
gekommen und haben gesagt das sie spazieren gehen wollen, und danach vielleicht
noch ins Kino.“ „Ah ja gut zu wissen“ meinte Kicky und fügte grinsend hinzu:
„Ob die beiden heute noch mal wieder kommen?“ „So wie ich Kian kenne, verschwindet
er nachher mit Lena bei sich zu Hause.“, meinte Nicky. Shane musste grinsen,
„Ja, ja... unser Kian.“
„Mark willst da drüben überwintern oder dich zu uns setzten“, dabei
deutete Kicky auf den freien Stuhl neben sich. Mark setzte sich schüchtern
neben Kicky und hoffte das Cat sich auf den letzten freien Stuhl neben sich
setzten würde, weil er sie nämlich ziemlich süß fand.
Cat die sich gezwungermaßen neben Mark setzten musste, da kein anderer
Platz mehr frei war, blickte lächelnd in die Runde. Sie traute sich gar
nicht den jungen Mann neben sich anzusehen, und starrte daher die ganze Zeit
in Kickys Richtung. Sie bemerkte daher nicht, das sich Marks Hand ebenfalls
in Richtung der Wasserfalsche die auf dem Tisch stand, bewegte.
Die Hände der beiden berührten sich nur für eine zehntel Sekunde.
Cat zog ihre Hand wie unter einem Stromschlag schnell wieder zurück, Mark
stotterte ein: „S... Sorry.“ „Macht nichts..., trink du zuerst…” Mark bot ihr
an: “Soll ich dir auch ein Glas einschenken?” „Ja, gerne“, antwortete Cat lächelnd.
Die anderen beobachteten grinsend die Szene. Bekkie stand auf und zog Shane
an sich, „Ja... wir..., müssen dann mal wieder...“ „Ja, natürlich...“
Kicky grinste als Nicky hinzusetzte: „Viel Spaß!“ Shane antwortete: „Ja,
danke Nicky, werden wir haben.“ Und grinste Nicky frech an.
Hand in Hand verschwanden die beiden aus der Wohnküche.
“So, und was machen wir vier Hübschen jetzt noch?“ Sie wusste, das sie
Cat nicht alleine lassen sollte, sie wollte das Cat bei Nickys Freund, Mark,
blieb. Und wenn sie sich jetzt mit Nicky verkümmeln würde, würde
Cat nur in ihr Zimmer abhauen.
Nicky blickte Kicky erwartungsvoll an, und sie meinte grinsend: „Nein Schatz,
jetzt nich, später.“ Nicky zog eine Schnute, und widmete sich seinem Glas
Guinness.
Cat atmete erleichtert auf.
Keiner der Vier sagte was, bis Kicky das Schweigen brach: „Wie wärs wenn
wir zusammen eine Runde Billiard im Keller spielen?“ Nicky fragte überrascht:
„Ihr habt nen Billiard Tisch?“ „Ja, Schatz wir haben alles.“ „Na wenn das so
ist, habt ihr auch nen Kicker?“ „Ja Schatz, natürlich.“ antwortete Kicky
selbstverständlich. Mark warf schüchtern ein: „Ich kannte noch nie
Girls die nen Kicker und nen Billiardtisch zu Hause haben.“ „Du kennst Kicky
wohl noch nicht, die spielt schon seit Jahren Fussball im Verein.“, meinte Cat
schüchtern, sah aber Mark dabei nicht an. „Ach Schatz das wusst ich gar
nich?“ fragte Nicky neugierig und ein wenig beleidigt. „Ich bin auch noch nicht
wirklich dazu gekommen, es dir zu erzählen.“ Nicky tat immer noch beleidigt,
und Kicky legte versöhnlich einen Arm um ihn. „Tut mir Leid Schatz...“
Nicky tat als wenn er kurz überlegen müsste, und wandte dann versöhnlich
ein: „Na gut, ok, dann verzeih ich dir das noch mal.“ Er zog Kicky lächelnd
an sich und küsste sie.
Cat und Mark saßen ein wenig bedröppelt daneben und wussten nicht
wie sie sich verhalten sollten. Mark räusperte sich, und Kicky drückte
Nicky von sich weg.
„Dann zeigen wir euch jetzt mal unseren Party-Raum im Keller.“, meinte sie auffordernd.
„Ich muss dann mal wieder in mein Zimmer...“ schob Cat leise ein und wollte
sich aus dem Staub machen. Kicky bemerkte wie Mark versuchte ein enttäuschtes
Gesicht zu verbergen, packte Cat am Arm bevor sie aus der Küche verschwinden
konnte und sagte: „DU bleibst schön hier, verbarrikadier nicht immer in
deinem Zimmer, du sollst nicht immer so allein sein.“ „Ist ja gut, ich komm
ja mit.“
Kicky hakte sich bei Cat unter, damit diese nicht mehr entwischen konnte und
winkte den Jungs, „Hier geht’s lang.“
Die beiden folgten den Mädchen die Treppe hinunter in den Keller.
Mark zog Nicky näher an sich heran und flüsterte: „Seit wann bist
du denn mit... ähm...“ „Kicky.“, half ihm Nicky weiter. „Ja, mit Kicky
zusammen?“ „Seit... etwa drei Stunden.“ Mark sah ihn erstaunt an. „Erst?“ „Ja,
offiziell erst so kurz, getroffen haben wir uns ja schon vorher.“ „Ihr passt
gut zusammen.“, meinte Mark. Nicky lächelte glücklich, „Ja, find ich
auch...“ Er blickte kurz zwischen Cat und Mark hin und her. „Weißt du
mit wem DU gut zusammen passen würdest?“ fragte er flüsternd. Mark
zuckte bloß mit den Schultern. Nicky deutete auf Cat, die nur zwei Meter
vor den beiden die Treppe hinunter ging.
Der Partyraum im Keller war ziemlich geräumig. Es war eine große
Musikanlage aufgebaut, davor gab es eine Tanzfläche und mehrere Sessel
und Sitzkissen standen im Zimmer verteilt. In einer etwas dunkleren Ecke gab
es eine kuschlige Sitzecke mit vielen Kissen.
Durch ein rechteckiges Loch in der Wand kamen die Vier in den zweiten Aufenthaltsraum,
in dem der Billiardtisch und der Kicker standen. Die Wand war dunkelrot tapeziert,
an einer Wand stand ein breites Sofa, außerdem lagen ein paar riesige
Sitzkissen im Raum verteilt. Nicky steuerte sofort zielsicher auf den Kicker
zu. Kicky stellte sich auf die gegenüberliegende Seite und suchte den Ball,
der sich wieder mal in Luft aufgelöst hatte. „Sag mal Cat wo ist eigentlich
der Ball schon wieder hin?“ „Donald.“, sagte Cat bloß. “Och ne, bitte
nich schon wieder. Ich hab doch letzte Woche erst nen Zehnerpack gekauft!“ Nicky
zauberte einen Kickerball aus der Hosentasche. Cat fragte neugierig: „Trägst
du immer nen Kickerball mit dir in der Hosentasche rum?“ „Ne, den hab ich vorhin
vorm Hundekorb aufm Boden gefunden.“ „Ach Schatz, was tät ich bloß
ohne dich.“ „Mit Sicherheit kein Kicker spielen.“, antwortete Nicky grinsen.
„Also spielen wir ne Runde?“ fragte Kicky. „Und was machen wir?“ fragte Mark
leise. „Ja, natürlich mitspielen.“, sagte Nicky. „Ich hab aber kein Talent
zum Kicker spielen, ich verliere immer.“ Mark meinte aufmunternd: „Na, komm,
wir zwei schaffen schon.“ Er nahm sie mutig an der Hand und zog sie an den Kickertisch.
„Das glaubt auch nur ihr. Nicky und ich sind unschlagbar.“ Das Pärchen
grinste sich siegersicher an, und Nicky brachte den Ball ins Spiel.
Sie kickerten etwa fünf Minuten, bis Nicky endlich das erste Tor schoss.
Cat hatte den Ball nicht mehr aufhalten können. „Mist!“ rief sie. Kicky
fiel Nicky um den Hals. Cat trat ärgerlich auf den Boden auf. Mark legte
beruhigend eine Hand auf Cats Arm. „Na komm, wir kriegen die schon noch, das
eine Tor holen wir locker auf.“
Das nächste Tor schoss Kicky, wofür sie von Nicky einen Kuss bekam.
„Schatz du bist die Beste!“
Cat und Mark leisteten weiterhin erbitternden Widerstand, bis Mark das erst
Tor für sie schoss. Cat fiel Mark stürmisch um den Hals. „Jippie!“
rief sie. Erschrocken über ihren plötzlichen Mut wollte sie wieder
zurück fahren, aber Mark hielt sie fest im Arm und ließ sie nicht
los.
Er wusste nicht warum er das tat, er spürte das sie ein wenig zitterte,
aber er wollte sie nicht mehr loslassen.
Cat atmete tief Marks angenehmen Geruch ein. Wann hatte sie letztes Mal ein
Mann so in den Armen gehalten? Es war schon viel zu lange her...
Sie standen wohl eine lange Zeit so da, denn irgendwann hörten sie Kickys
Räuspern: „Wir würden dann gern mal weiter spielen.“ „Oh, ähm,
ja natürlich.“, stotterte Cat. Nicky und Kicky grinsten sich an. Kicky
freute sich innerlich riesig für Cat, weil diese wieder Gefallen an einem
Mann gefunden hatte. Noch besser fand sie das er mit Nicky befreundet war. Sie
hatte nicht daran gedacht, das sich so schnell ein Traumprinz für Cat finden
würde, nachdem sie es ihr heute Mittag erst prophezeit hatte. Sie wusste
das Mark voll und ganz Cats Typ Mann war. Auch Nicky war sich sicher, das Cat
Mark gefiel.
Sie spielten ohne Pause weiter, bis Nicky schließlich das letzte Tor schoss.
Kicky jubelte und fiel Nicky um den Hals. „Wir haben gewonnen, wir haben gewonnen!“
sang sie. Nicky wirbelte sie durch den Raum und küsste sie innig.
Mark zwinkerte Cat aufmunternd zu, da diese ein ziemlich bedröppeltes Gesicht
machte. „Ich hab dir gesagt, das ich das nicht kann. Ich bin ein Unglücksvogel.“
„Ach Quatsch, gegen die beiden verliert doch jeder, die sind halt die Champions.
Aber wir haben uns doch mit 6 Toren gut gehalten.“
Kickys und Nickys Knutscherei wurde von Bekkies lauter Begrüßung
gestört: „Hey, feiert ihr hier ne Party, ohne uns einzuladen?“ Hinter ihr
trat Shane, gefolgt von Kian und Lena, in den Raum, in der Hand hielten sie
einige Flaschen Guinness.
Nicky freute sich wie ein Blöder über das Guinness, das sie mitgebracht
hatten. „Mann Shaney, du denkst doch echt an alles!“ „Ja, so bin ich halt, Sweetheart.“
„Hey, das ist mein Sweetheart!“ rief Kicky lachend.
Sie gingen alle in den vorderen Raum und machten es sich dort gemütlich.
Cat holte die Guinness Gläser aus dem Schrank in der Ecke, als sie zurück
kam, stellte sie enttäuscht fest das neben Mark kein Platz mehr frei war.
Sie stellte die Gläser auf den kleinen Tisch und ließ sich traurig
neben Kicky sinken. Nicky durchwühlte gerade den CD Haufen der neben der
Musikanlage lag, dann fragte er: „Ich darf doch, oder?“ „Sicher, mach ruhig.“
Als Michael Jackson durch den Raum tönte, ließ er sich neben Kicky
fallen, legte einen Arm um sie und zog sie an sich.
Kian erzählte Mark über den Film den er mit Lena im Kino gesehen hatte.
„Also ich möcht jetzt lieber erst mal ne Cola...“ meinte Cat leise. Sie
fühlte sich abgeschoben und allein.
Während Cat draußen in den Kisten nach einer Flasche Cola light suchte,
fragte Kicky Nicky leise: „Schatz, sag mal, meinst du Mark mag Cat?“ Nicky überlegte
nur ganz kurz, bevor er nickte. „Ja, ich glaube schon.“ „Das wäre schön....
Cat fühlt sich so einsam, sie hatte schon seit zwei Jahren keinen Freund
mehr gehabt... deshalb hat sie heute Mittag auch so geheult.“ „Hm...“ „Sie ist
in letzter Zeit immer total fertig deswegen, vor allem jetzt wo wir hier alle
ne Beziehung haben und sie immer noch alleine ist.. Ihr Zimmer liegt ja gegenüber
von meinem, und manchmal hör ich sie nachts heulen...“ „Oh...“ „Ja... ich
weiß dann immer nicht was ich machen soll, ich kann ja nicht jede Nacht
zu ihr kommen und sie tröstend, vor allem weil’s mir vor kurzem ja selber
noch so scheiße ging...“ Nicky zog Kicky noch näher an sich und küsste
sie innig. „Geht’s dir jetzt immer noch so scheiße?“ fragte er hinterher.
Kicky grinste glücklich und flüsterte: „Nein, jetzt nicht mehr.“ Doch
als Cat wieder den Raum betrat wurde sie wieder ernst: „Die beiden würden
gut zusammen passen, meinst du nicht?“
Cat ließ sich mit ihrer Cola neben Kicky sinken und wandte sich dann aber
an Lena und ließ sich erzählen wie toll Kian war und wie super schön
es mit ihm im Kino gewesen wäre.
Dabei wurde sie ganz schwermütig, am liebsten hätte sie Lena gesagt
sie solle die Klappe halten, aber statt dessen nickte sie bloß müde
lächelnd.
Immer wieder blickte sie vorsichtig zu Mark, doch immer wenn er sie auch ansah,
tat sie so als starrte sie irgendwo anders hin und würde sich angeregt
mit Lena unterhalten.
Mark hielt es nicht mehr aus, er fühlte sich zu sehr zu Cat hingezogen,
also nahm er all seinen Mut zusammen, ging zu ihr uns sprach sie an: „Hast du
nicht vielleicht Lust dich ein bisschen mit mir zu unterhalten?“ er lächelte
sie süß an. „Doch…klar, gerne!!“ Cat war sichtlich begeistert, aber
dennoch verhielt sie sich ziemlich ruhig und schüchtern, sie wollte schließlich
nicht das er merkte das sie ihn toll fand, was er sowieso schon lange bemerkt
hatte, aber es beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie unterhielten sich eine Weile
und verstanden sich von Sekunde zu Sekunde immer besser. Kicky und Nicky beobachteten
dies mit einem Lächeln. „Ach Nicky, ich freu mich so für sie…“ „Ich
freu mich auch für Mark, er hat ja auch sooooo lange nach einer Freundin
gesucht, ich hoffe das das zwischen den beiden mehr ist als nur eine einmalige
Flirterei!“ „Ich denke schon… Cat meint es auf jeden Fall ernst und ich hoffe
für Mark das er es auch ernst meint, denn wenn er nur mit ihr spielt, dann
kann er sich warm anziehen.“ Kicky grinste frech. „Na, ich denke nicht dass
er es mit so einem gefährlichen Mädchen wie dir zu tun kriegen will…“
Nicky gab seiner Freundin einen Kuss, Bekkie folgte der Situation und auf einmal
war nichts mehr so wie vorher. Sie waren Stars, tausende von 13- Jährigen
Teenies schwärmten da draußen für sie und sie saßen hier
drinnen, tranken Guinness und knutschten rum. Das überforderte Bekkie und
als Shane ankam um ihr einen Kuss zu geben drückte sie ihn kräftig
weg. „Lass mich Shane…!“ Sie rannte nach oben in ihr Zimmer und schloss sich
ein. Kicky, die nur mitgekriegt hatte das ihre beste Freundin auf einmal nach
oben gerannt war stürmte hinter ihr her. „Bekkie!! Bekkie? Bekkie wo bist
du? Was ist los?“ Kicky machte sich ernsthafte Sorgen, sie klapperte das ganze
Haus ab, bis sie an Bekkies verschlossene Zimmertür kam. Sie klopfte wie
wild gegen die Tür. „Süße! Komm mach auf, was ist los?“ Keine
Reaktion von drinnen. Erst als Kicky allmählich zickig wurde und sagte:
„Und ich dachte immer beste Freundinnen erzählen sich ALLES!“ Sie drehte
sich gerade um und war bereit zum gehen, da hörte sie in der Tür wie
sich der Schlüssel umdreht und Bekkie rauskommen sah. „Nein, geh nicht…Warte.“
Bekkie kam zu ihr und hielt sie am Arm fest. „Komm, lass uns in dein Zimmer
gehen, dann kannst du es mir ja erzählen.“ Beide gingen in Bekkies Zimmer
und ließen sich auf Bekkies Sitzsack zu Boden fallen. „Also, was ist los?“
„Na ja, guck mal… Sie.. also Nicky, Shane, Kian und Mark, sie sind nicht normal.
Sondern sie sind Stars.“ „Ja, und? Denkst du sie sind keine normalen Menschen
oder wie?“ „Kicky… Tausende von anderen Mädchen da draußen sind in
UNSERE Freunde verliebt, träumen jede Nacht von ihnen und schreien rum
wenn sie bei Konzerten nur einmal von ihrer Hand berührt worden sind!“
„Hmmm, ja, aber deswegen kann man doch trotzdem mit ihnen zusammen sein. Ich
weiß, ich hatte auch anfangs meine Probleme damit aber ich liebe Nicky
und ich will mit ihm zusammen sein und das können wir auch nicht irgendwelche
Fans kaputt machen.“ „Ist ja schön wenn du damit klar kommst, ich tu es
nicht.“ „Aber Bekkie, du liebst Shane… oder etwa nicht? Außerdem hättest
du das von Anfang an wissen müssen und jetzt wo Shane sich unsterblich
in dich verliebt hat zu sagen das du mit seinem berühmt sein nicht klarkommst
ist total unfair.“ Kicky versuchte sie lange zu überreden, fast 2 Stunden
lang diskutierte sie mit Bekkie hin und her, aber als sie merkte das Bekkie
es einfach nicht verstehen wollte oder sogar nicht verstehen konnte, gab sie
auf. „Also wenn du wirklich so denkst, dann solltest du mit Shane Schluss machen,
denn ich denke er will eine Frau die ihn wirklich liebt und auch seinen Beruf
akzeptiert!“ Das war Kickys letzter Satz, traurig und genervt ging sie wieder
zurück in den Keller. Es schien anfangs alles so perfekt, sollte dies jetzt
vorbei sein?! Kicky dufte das nicht zulassen, aber gegen Bekkies Meinung war
selbst sie machtlos.
„Schatz, was war los?“ fragte Nicky Kicky. Alle 5 saßen um Shane rum,
denn er verstand nicht was auf einmal in Bekkie gefahren war. „Ich hab doch
gar nichts gemacht!“ Shane verstand gar nichts mehr. „Ich glaube Bekkie sollte
dir alles selbst erklären…Sie ist in ihrem Zimmer, Shane.“ Shane stand
auf und ging nach oben in Bekkies Zimmer. Sie saß immer noch in ihrem
Sitzsack und weinte. „Was ist los Bekkie? Hab ich was Falsches gemacht oder
gesagt?“ Shane verstand die Welt nicht mehr. Am liebsten wäre er zu ihr
gegangen und hätte sie in den Arm genommen, doch da er befürchtete
das Bekkie das wohl kaum zulassen würde und ihn wieder wegdrücken
würde setzte er sich lieber gleich auf ihr Bett. „Shane, ich… Es geht einfach
nicht mehr…Ich kann nicht mit dir zusammen sein!“ „Was? Aber…aber wieso denn?“
„Du bist ein Star Shane… Du könntest jede haben, also warum ausgerechnet
ich?“ „Weil ich dich liebe!“ „Tut mir leid Shane… Es geht einfach nicht, es
ist ja schön wenn Kicky und Lena damit klarkommen, aber ich nicht… Wenn
dein Urlaub wieder vorbei ist dann sehen wir uns vielleicht 3 oder 4-mal im
Monat, ich kann das nicht…es…“ Sie brach ab und schluchzte einmal bevor sie
weiter sprach. „Es ist aus…“ „Wie bitte? Du machst Schluss? Aber ich liebe dich…
und… du liebst mich doch auch!“ „Raus Shane…Raus aus meinem Zimmer!“ Sie fing
an lauter zu werden, was ihr dennoch sehr schwer fiel, denn sie war kräftig
am weinen und auch Shane der aufstand und das Zimmer verließ konnte seine
Tränen nicht länger zurück halten und sackte vor Bekkies Zimmer
zusammen und weinte. Es war alles so schön gewesen, er verstand Bekkie
nicht. Wieso musste sie alles kaputt machen? Er liebte sie doch so… Nicky, der
vor hatte mal nach den beiden zu sehen, dachte es sei bereits alles wieder in
Ordnung gewesen und erwartete deswegen nicht Shane weinend auf dem Flur des
obersten Stockwerkes zu finden. „Shane? Shane, was ist?“ „Sie… sie hat Schluss
gemacht, einfach so!“ Nicky beugte sich zu seinem besten Freund runter und nahm
ihn in den Arm.
„Ich versteh das nicht!“ Nicky strich Shane beruhigend über den Rücken.
„Das ist nicht fair…“ „Shane, ich weiß das sie dich liebt und na ja, es
hat sie halt alles ein wenig überfordert. Aber in ein paar Tagen wird sie
merken das sie ohne dich nicht kann und dann wird sie zu dir zurück kommen,
da bin ich mir sicher.“ Nicky lächelte Shane ermutigend an.
Dieses erwiderte Shane nur gequält. „Hey, das wird schon wieder… Und jetzt
komm mit runter… Lass dich nicht so hängen.“ „Hast du ne Ahnung Nicky,
ich habe gerade die Frau verloren die ich seid ein paar Tagen über alles
Liebe!“ „Shane, hör auf mich anzuzicken ich habe jetzt keine Lust mit dir
zu streiten, wirklich nicht.“ Shane verstand Nicky, denn er konnte schließlich
auch nichts dafür das Bekkie mit ihm Schluss gemacht hatte. Nein, niemand
konnte was dafür, nicht mal Shane selbst und genau das war das was Shane
so sehr plagte, letztendlich raffte er sich doch auf, stand auf und ging mit
Nicky wieder zurück in den Keller wo die anderen schon auf sie warteten.
Allerdings erwarteten sie das Shane in der Begleitung von Bekkie kam. Als die
beiden den Raum betraten und Kicky sah das Bekkie nicht mit von der Partie war,
sagte sie nur: „Oh nein… Ich hab’s geahnt.“ „Was hast du geahnt?“ fragte Cat
neugierig. „Das sie Schluss gemacht hat…“ sagte Kicky mit trauriger Miene. „Bitte
was? Sie hat Schluss gemacht? Das kann sie nicht machen…! Ich glaube ich muss
mal mit ihr reden…“ mischte sich Lena ein. „Nein Lena, lass gut sein, das bringt
jetzt eh nichts…Lass sie allein und gib ihr eine Chance nachzudenken.“ sagte
Kicky. „Sag mal Schatz, bist du dir sicher das du erst 18 bist?“ fügte
Nicky hinzu. „Ja… wieso sollte ich denn älter sein?“ „Na ja, du wirkst
so vernünftig… Gar nicht wie ne 18- Jährige.“ „Spinner…“ Nicky und
Kicky grinsten sich verliebt an. Dieses hätten sie jedoch lieber sein lassen
sollen, denn Shane verkraftete es jetzt nicht ein so glückliches Pärchen
wie Nicky und Kicky es waren zu sehen, sofort stiegen ihm wieder die Tränen
in die Augen. „Shane… es ist besser wenn wir fahren, ich bringe dich nach Hause.“
sagte Mark. „Wenn du nicht fahren willst, dann kannst du auch bei uns bleiben.“
bot Cat an, ohne weiter darüber nachzudenken. Sie wollte nicht das Mark
verschwand. „Duhuuu, Cat, sei mir nicht böse aber das war ne scheiß
Idee…“ sagte Kicky leise. „Oh, ja stimmt... ‘Tschuldigung...“ entschuldigte
sich Cat. „Mark und ich werden dann jetzt mal abhauen, danke für eure Unterstützung,
danke Nicky. Mark, ich geh schon mal vor und warte draußen, verabschiede
dich in Ruhe.“ Mit den Worten verließ Shane den Party Keller und ging
hinaus und setzte sich dort auf die Treppe um auf Mark zu warten.
Unterdessen fing Mark an sich bei jedem einzeln zu verabschieden. Er verabschiedete
alle mit einer Umarmung, bis er bei Cat angekommen war. „Kann ich dich mal kurz
alleine sprechen?“ fragte Mark Cat. „Ja sicher.“ Mark ging die Treppe hoch in
den Flur, Cat folgte ihm. Mark holte noch einmal tief Luft und wendete sich
dann zu Cat. „Der heutige Abend war wirklich wunderschön, na ja abgesehen
von dem mit Shane und Bekkie… Und ich würde lügen wenn ich sagen würde
das du nicht diejenige warst die den Abend so besonders gemacht hast. Und ich
find dich… Na ja ich find dich wirklich ziemlich süß und vielleicht
können wir ja mal wieder was zusammen unternehmen?!“ Mark war wirklich
erleichtert das er das hinter sich hatte. Cat war etwas geschockt, positiv geschockt,
denn sie konnte ihr Glück nicht fassen. „Dankeschön… Ja, sicher gern,
ich fands heute Abend auch echt wunderschön und es wäre schade wenn
wir das nicht wiederholen können.“ „Ja, also… dann… dann mach’s gut!“ Mark
drehte sich um, um raus zu Shane zu gehen, doch auf einmal drehte er sich noch
einmal um und gab Cat einen Kuss auf den Mund. Cat wusste nicht wie ihr geschah.
Wie lange hatte sie keine Lippen mehr auf ihren gespürt? Es musste schon
ziemlich lange her sein. Tausende von kleinen Schmetterlingen flogen ihr durch
den Bauch. „Wir sehn uns Cat!“ grinsend verließ Mark das Haus.
Cat stand bloß glücklich grinsend da und sah ihm nach. Als die Tür
hinter Mark zugefallen war drehte sie sich auf dem Absatz herum und ging zu
den Anderen in den Keller zurück.
Dort saßen die restlichen Vier; Lena, Kicky, Nicky und Kian noch immer
still am selben Platz wie vorher.
Cats überglückliches Grinsen bemerkte keiner, alle waren viel zu sehr
mit dem Gedanken beschäftigt wie sie Bekkie überreden könnten
wieder zu Shane gehen. Cat war deshalb ein bißchen enttäuscht, sie
hätte es am liebsten in die ganze Welt hinaus geschrien das sie, das Mauerblümchen
und Dauer-Single, sich verliebt hatte und gerade geküsst worden war. Aber
es war nicht ihre Art sich über so etwas zu beschweren, so setzte sie sich
bloß zu den anderen und nippte an ihrem Guinness und begann auch zu grübeln
was in Bekkie gefahren war.
Draußen vor dem Haus der vier Girls, schlug Mark Shane gerade vor: „Komm,
lass mich fahren.“ „Warum das denn?“ „Versteh mich nicht falsch, aber ich will
nicht riskieren später an einem Baum zu kleben.“ „Ja aber...“ wollte Shane
widersprechen, aber Mark ließ ihn nicht zu Wort kommen: „Shane du hast
keinen klaren Kopf, und den braucht man zum fahren, also gib mir den Schlüssel
und setzt dich endlich in den Wagen.“ Shane seufzte, starrte kurz seine Autoschlüssel
an, und warf sie dann zu Mark. Dann grinste er. „Na ich bin mir ja nicht so
sicher ob DU einen klaren Kopf hast...“ „Ich weiß gar nicht was du meinst...“
meinte Mark bloß, ebenfalls grinsend.
Im Auto redeten die beiden nichts. Mark musste sich leider aufs fahren konzentrieren,
es stimmte schon, er hatte auch keinen wirklich klaren Kopf, aber bestimmt einen
klareren als Shane. Dauernd spukten ihm Cats Augen im Kopf herum und wie weich
ihre Lippen gewesen waren. Er konnte während der ganzen Fahrt das glückliche
Grinsen auf seinem Gesicht nicht verschwinden lassen.
Shane starrte inzwischen bloß aus dem Fenster und betrachtete die vorbeifliegende,
bekannte Gegend. Er wollte nicht denken, es würde ihn bloß wahnsinnig
machen. Er konnte es immer noch nicht fassen, es konnte doch nicht sein das
seine liebste Furie mit ihm Schluss gemacht hatte. Das Glück war viel zu
kurz gewesen, es konnte doch nicht einfach so vorbei sein!
An Shanes Haus angekommen, stiegen die beiden aus. Mark lehnte sich gegen den
Wagen und sah Shane nachdenklich an. „Geht’s dir auch gut, ja? Soll ich noch
da bleiben?“ fragte er vorsichtig. „Nein, ist schon in Ordnung.... wie kommst
du jetzt heim?“ „Ach, ich geh zu Fuss, ist ja nicht so weit.“
Shane grinste. „Bedank dich endlich dafür das ich dich gezwungen habe mitzukommen!“
„Ja, ist ja gut. Ich bedanke mich VIELMALS bei dir das du mich dazu gezwungen
hast mit dir zu den Girls zu kommen und ich dadurch ... Cat kennen gelernt habe.“
„Na also. Es geht doch.“ Mark warf Shane seine Autoschlüssel zu und starrte
dann kurz in den wolkenbehangenen Himmel. „Dann kann ich mal davon ausgehen
das du Cat sympathisch findest?“ „Naja, sympathisch ist nicht ganz das Wort
dafür.“ Shane sah ihn fragend an. „Ich hab sie gefragt ob wir demnächst
nicht mal was zusammen unternehmen wollen, und sie sagte Ja.“ „Na das ist doch
toll! Cat ist echt lieb und süß. Außerdem sah sie so aus als
wenn sie dich mögen würde.“ Mark nickte bloß lächelnd,
nahm Shane noch einmal in den Arm und meinte vorsichtig: „Machs gut Alter, denk
nicht zuviel über die Sache nach. Das wird schon wieder, deine Freundin
hat halt einfach nen kleinen Schock gekriegt als sie realisiert hat das du ein
Star bist...“ Shane seufzte. „Ich mach mich dann auf den Weg, wir sehn uns.“
Mark wandte sich zum gehen, aber Shane rief ihm noch lachend hinterher: „Verlauf
dich nicht auf dem Weg!“ „Verlaufen?“ „Das sieht ein Blinder mit Krückstock
das du total verliebt bist, da kanns schon vorkommen das man sich verläuft.“
Mark schüttelte bloß lachend den Kopf und ging weiter.
Auf dem kurzen Weg grübelte er ein wenig, konnte es wirklich sein das er
sich nach so kurzer Zeit verliebt hatte? Normalerweise dauerte es immer einige
Zeit bis er aufgetaut war, geschweige denn das er sich jemals so schnell in
jemanden verliebt hätte.
Was war eigentlich in ihn gefahren als er Cat so einfach einen Kuss gegeben
hatte? Er hatte noch nie jemanden nach dem ersten Treffen geküsst! All
das spukte ihm im Kopf herum.
Im Partykeller der Mädchen war noch immer eine sehr gedrückte Stimmung.
Kian meinte: „Tut mir Leid, das hört sich jetzt vielleicht egoistisch an,
aber ich mag mir jetzt grad keine Gedanken mehr über Shane und Bekkie machen,
das wird mir jetzt zuviel.“ Lena seufzte bloß. „Ich glaub ich gehe nach
Hause. Lena Schatz kommst du mit?“ fragte er Lena.
Die war natürlich total begeistert und ließ sich von Kian hochziehen.
„Bye Nicky, bis später!“ rief Kian bloß noch. „Hey!“ rief Kicky.
“Lena kommt du heut nochmal nach Hause oder bleibst du bei Kian?” Lena überlegte
kurz. „Ach ich weiß nicht, mal sehen. Wenn ich bleibe, ruf ich euch kurz
an, okay?“ Kicky nickte bloß, legte ihren Kopf an Nickys Brust und schloss
die Augen.
Cat kam sich ein klein wenig überflüssig vor. Aber genau in diesem
Moment fragte Kicky: „Warum hat Mark dich denn allein sprechen wollen? Was ist
denn da gelaufen?!“ Nicky musste grinsen. Cat wurde ein wenig rot und starrte
auf ihre Füße.
„Nichts besonderes, er hat gefragt ob wir nicht mal was zusammen machen wollen.“
„Und? Ich hoffe du hast Ja gesagt?!“ fragte Kicky aufreget und krallte sich
in Nickys Bein, der sein Gesicht verzog. „Natürlich hab ich Ja gesagt!“
Kicky sprang freudig auf und fiel Cat um den Hals. Cat flüsterte Kicky
ins Ohr, so das Nicky es nicht hören konnte: „Er wollte schon gehen, da
hat er sich noch mal umgedreht und mir einen kleinen Kuss gegeben.“ Kicky machte
große Augen. „Nein?!“ Cat lächelte glücklich. Kicky warf sie
stürmisch und vor lauter Freunde vom der Bank.
„Süße, nicht so stürmisch, du scheinst dich mehr zu freuen als
ich selbst!“ lachte Cat. „Das bezweifle ich aber ich finds nur sooooo schön!
Ich freu mich so wahnsinnig für dich, das glaubst du gar nicht.“ Sagte
Kicky mit erfreutem Unterton. „Ich würd mich auch gern freuen…“ sagt Nicky
der sich etwas vernachlässigt vorkam. „Schatz sorry, du wirst es schon
noch mitkriegen…“ blockte Kicky ab. Nicky zog eine traurige Miene woraufhin
Kicky nicht anders konnte, zu Nicky ging und ihm einen Kuss gab. „Schatz, du
kannst mir gar nicht böse sein, ich weiß das…“ sagte Kicky frech.
„Zicke!“ Nicky grinste von Cat zu Kicky und wieder zurück. „Na ja, ich
will dann nicht weiter stören. Ich geh lieber schlafen. War ziemlich anstrengend
heute.“ wollte sich Cat verabschieden. „Du störst nicht wirklich, aber
ich denke mal wir werden dann auch so langsam… na ja schlafen gehen.“ sagte
Kicky und gähnte dabei. „Ach schlafen gehen nennst du das, Süße…?“
Nicky grinste. „Schatz du bist so was von… Ah, mir fehlen dir Worte, du versautes
kleines Etwas.“ lachte Kicky. Cat folgte dem Gespräch gespannt. „Du fängst
schon wieder an Zwergenwitze zu reißen…Das ist nicht nett von dir.“ „Du
bist nun mal klein, ich bin schließlich auch nicht besonders groß…“
entgegnete Kicky. „Ja, du bist auch ne Frau.“ Warf Nicky ein. „Wisst ihr was?“
fragte Cat. „Nein, was denn?“ sprachen Nicky und Kicky wie aus einem Mund worauf
sie sich angrinsen mussten. „Ihr habt echt ein an der Waffel!“ Cat lachte und
verließ somit den Keller und ging rauf auf ihr Zimmer.
Kicky überkam es und sie kniff Nicky in seinen Oberarm und jagte wie wild
die Treppe hoch. Nicky der erst Sekunden später checkte das seine Freundin
eine Art „Fang- spiel“ spielen wollte rannte jedoch hinter ihr her, die Treppe
hoch. Er merkte das Kicky derweil in ihr Zimmer gegangen sein musste und betrat
somit auch ihr Zimmer. Sie bemerkte Nicky nicht und fuchtelte an ihrer Musikanlage
herum, weil diese mal wieder nicht anspringen wollte. Nicky stürzte sich
von hinten sie heran, legte seine Arme um sie herum und seinen Kopf auf ihre
Schulter. „Kicky, ich nehm alles zurück was ich vorhin gesagt habe… Von
wegen du wirkst erwachsener als eine 18- jährige.“ Nicky musste lachen.
„Sorry, mir war gerade so danach.“ Nicky find an seine Kicky zu küssen
und sie ließen sich wieder mal küssend aufs Bett fallen, was dann
geschah ist voraus zu sehen.
„Do you really want to hurt me…“ Cat sang laut zu ihrer Cd mit. Sie musste daran
denken was Mark wohl gerade machen würde. Ob er auch mit seinen Gedanken
bei ihr war? Sie zumindest konnte an nichts anderes mehr denken als an Mark.
An seine männliche Stimme und an den guten Geruch seines Parfüms.
Er ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Dennoch sah sie ein dass sie schlafen
musste. Ihre Augen begannen auch schon von alleine zu zufallen. Sie beschloss
sich umzuziehen und schlüpfte in ihren rosa Snoopy- Schlafanzug und legte
sich in ihr Bett. In dieser Nacht konnte sie an nichts anderes denken als an
den Mann ihrer Träume, an: Mark. So lange hatte sie jetzt schon auf ihn
gewartet und nun hatte sie ihn endlich gefunden, so glücklich war sie selten
zuvor gewesen.
Bekkie war am nächsten Morgen die Erste die aufwachte. Sie hatte die ganze
Nacht nicht geschlafen, denn sie musste immer an Shane denken, wie er mit Tränen
in den Augen aus ihrem Zimmer gerannt war. Auf einmal war sie sich nicht mehr
so sicher ob es das richtige war mit Shane Schluss zu machen. Aber dennoch konnte
sie sich mit dem Gedanken mit einem Star zusammen zu sein nicht anfreunden.
Sie setzte sich an den runden Tisch in der Küche und machte sich 2 Toast.
Als sie gerade genüsslich in ihr eines Toast, was mit Marmelade bestrichen
war reinbeißen wollte ertönte ein: „Guten Morgen Süße!
Gut geschlafen?“ Kicky war sichtlich gut gelaunt, was bei ihr morgens ein Wunder
war, denn sie ist ein Morgenmuffel und zwar einer der übelsten Sorte. „Na
ja, ich hab gestern mit Shane Schluss gemacht, wie soll’s einem danach schon
gehen?“ „Es war nicht meine Entscheidung Bekkie, das hast du ganz alleine gemacht.“
„Na ja, lass uns nicht drüber reden. Was hab ich gestern noch verpasst?“
Bekkie war neugierig. „Cat und Mark, sie haben sich geküsst. Obwohl wir
können eher sagen Mark hat Cat geküsst… Denn ich glaube sie hatte
das nicht wirklich erwartet.“ Kicky lächelte und auch auf Bekkies Gesicht
zeichnete sich langsam ein fettes Grinsen auf. „Was? Nein echt? Is ja geil…
Ich hab’s gewusst.“ „Jaja, ich finde die beiden passen wirklich perfekt zusammen.“
Sagte Kicky die sich immer noch für Cat freute. „Ja, fast so gut wie…Ach
vergiss es.“ Bekkie brach ab. „Nein, was denn? Wie wer? Du hast schon recht…“
„Fast so gut wie du und Shane. Süße, sieh es einfach ein, ihr gehört
zusammen.“ „Kicky, hört auf, ich will wirklich nicht drüber reden.“
„Schon klar, erst so ne Scheiße bauen und dann nicht mal mehr drüber
reden… Echt super, Bekkie.“ Nuschelte Kicky und stand dabei auf um sich auch
ein Toast zu machen. „Was?“ hakte Bekkie nach. „Nichts, schon gut, ich sagte
das heute echt tolles Wetter ist, wir könnten mal wieder zum Strand fahren!
Ich denke ein bisschen Ablenkung tut dir ganz gut!“ Zu Kickys Glück hatte
Bekkie sie nicht verstanden und konnte sich somit noch mal rausreden. „Ja, da
hast du wohl Recht. Wir können Nicky ja auch noch mitnehmen. Wo ist der
eigentlich?“ fragte Bekkie. „Ich gehe davon aus, dass er noch schläft.“
antwortete Kicky. „Achso, na dann!“ „Ah, wenn man vom Teufel spricht. Morgen
Schatz!“ Nicky betrat die Küche und bekam von Kicky einen Kuss. „Morgen
die Damen!“ Nicky sah leicht verschlafen aus und hatte nur eine Boxershorts
an. „Könntest du dich bitte anziehen, Nicky? Ich will nicht das du so freizügig
bei uns in der WG rumläufst, das ist gefährlich.“ sagte Kicky grinsend.
Nicky der schon wieder auf dem Weg zurück in Kickys Zimmer war um sich
was anderes anzuziehen rief: „Jaja Mum!“ Nicky schrie wohl so laut rum, dass
es Cat aus dem Bett schmiss. „Kann man hier nicht mal in Ruhe schlafen?“ genervt
guckte sie auf ihren Wecker der auf ihrem Nachttisch stand. Es war bereits halb
zehn und sie beschloss auch aufzustehen. Sie quälte sich aus ihrem Bett,
zog sich an, verließ ihr Zimmer und ging zu den andern in die Küche.
„Einen wunderschönen guten Morgen Cat!“ strahlte Kicky. „Gott, Kicky was
ist denn mit dir los? Seid wann hast du denn morgens gute Laune?“ fragte Cat.
„Seid es mich gibt!“ Nicky betrat wieder die Küche. „Ah verstehe…“ lächelte
Cat. „Lena scheint noch bei Kian zu sein… Und als Strafe dafür werde ich
sie jetzt aus dem Bett klingeln.“ Drohte Kicky. „Schatz, du bist fies.“ Nicky
versuchte es ihr auszureden, aber schaffte es nicht. „Ja ja, so bin ich eben…“
„Kicky, lass es…!“ Cat nahm ihr das Handy weg. „Spielverderberin…“ sagte Kicky
beleidigt. „Ich weiß ja nicht was ihr jetzt macht, aber ich geh duschen!“
Bekkie verabschiedete sich von den dreien und ging in ihr Bad um zu duschen.
„Armer Shaney…“ bemitleidete ihn Nicky. „Ja… der ist wirklich arm dran. Wir
müssen uns irgendwas für Shane einfallen lassen, das er seine Bekkie
wiederkriegt…“ Kicky grübelte. „Ja, einen Liebesbeweis oder so.“ schlug
Cat vor. „Du, das ist gar nicht so schlecht. Nicky, wann habt ihr den nächsten
Tv-Auftritt der live übertragen wird?“ fragte Kicky nach. „Äh… Übermorgen
glaub ich. Wieso?“ „Sehr gut… Na ja, da ich Bekkie wohl gut genug kenne weiß
ich das es ihr mit Sicherheit gefallen würde wenn Shane ihr eine Liebeserklärung
im Fernsehen macht wo es alle Welt mitbekommt.“ Kicky stellte sich es einmal
gründlich vor und sie war sicher, dass es klappen würde. „Das ist
gut!“ Cat war begeistert und auch Nicky freundete sich mit der Idee schnell
an. „Perfekt…Das werd ich Shane gleich mitteilen, was dagegen wenn ich jetzt
erst mal zu ihm fahre?“ Nicky blickte sich fragend um. „Nein, nein Schatz, mach
nur, ich geh dann jetzt erst mal mit den Hunden am Strand joggen…“ Kicky war
einverstanden. „Ja und… und ich…“ Nicky fiel Cat ins Wort. „Du wirst dich jetzt
schön bei Mark melden und ein Date für heute Abend ausmachen.“ Nicky
drückte ihr grinsend Marks Handynummer in die Hand. „Nein, danke Nicky,
das kann ich nicht machen…“ Cat wollte nicht, sie kam sich einfach viel zu schüchtern
vor. „Na, wirst du wohl aufhören Nicky zu widersprechen? Du machst das
jetzt schön brav…“ entgegnete Kicky und alle mussten lachen.
„Okay… Ich werd’s tun, und was krieg ich als Belohnung?“ spaßte Cat. „Ein
Date mit Mark.“ antwortete Nicky. „Hahaha Nicky, sehr witzig.“ meinte Cat. „Ich
weiß, danke!“ Nicky und Kicky verließen zusammen die Küche,
Nicky nahm sich seinen Autoschlüssel und Kicky nahm sich 2 Hundeleinen
und leinte die Hunde an. „Wir sehen uns Schatz!“ Nicky gab seiner Freundin noch
einmal einen Kuss und verschwand dann draußen. Kicky rief noch einmal:
„Bis daaaaaaaaaahaaaaann!!!“ „Verdammt, Kicky musst du immer so schreien?“ ertönte
es aus der Küche. „Ooops, sorry…“ redete Kicky mit sich selbst, nahm die
Hunde an der Leine und verließ das Haus um joggen zu gehen.
Cat machte mehrere Anläufe um Mark anzurufen, aber jedes Mal wenn sie den
Hörer bereits am Ohr hatte und es einmal klingeln hörte, legte sie
sofort wieder auf.
Nach kurzer Zeit kam Kicky wieder nach Hause. Cat lag in ihrem Zimmer auf dem
Bett und starrte an die Decke. „Na Süße, haste bei Mark angerufen?“
Cat seufzte bloß auf diese Frage und zog sich die Decke übers Gesicht.
„Feige Sau.“ Unter der Bettdecke kam nur ein grummeln hervor. „Du hebst jetzt
sofort deinen Arsch aus dem Bett und rufst Mark an, dass das klar ist! Du verlässt
dein Zimmer nicht, bevor du da nicht angerufen hast! Jetzt mag dich schon mal
einer, und du rufst ihn nicht an!“, brüllte sie.
Auf einmal stand Nicky in der Zimmertür und meinte lachend: „Na, na, Schatz,
mal nicht so harte Worte.“ „Na, aber du! Du redest auch nich andres wenn du
sauer bist.“ „Ja, aber ich darf das.“ „Du eingebildetes Arschloch.“ Nicky stürzte
sich auf Kicky und begann sie zu Tode zu kitzeln. Kicky schrie wie am Spieß
und trat wild um sich. „Hey, lasst mein Zimmer ganz!“
Erst als Kicky schon keine Luft mehr bekam und ganz rot im Gesicht wurde, ließ
Nicky von ihr ab.
Die beiden versuchten noch eine Weile Cat dazu zu bringen bei Mark anzurufen,
aber diese war einfach zu feige.
Nach 15 Minuten wurde es den beiden zuviel, und sie beschlossen an den Strand
zu fahren und im eiskalten Wasser zu baden.
Kicky ging los um die Badesachen einzupacken. „Ich glaube bei mir fliegt irgendwo
noch eine Männer-Badehose rum! Ich glaub irgendso ein rosa Teil mit Punkten!“
Nicky verzog nicht gerade begeistert das Gesicht.
Cat fragte Nicky nach Shane. „Wie ist es denn gelaufen? Fand Shane die Idee
auch so gut wie wir?“
„Ja, Ich hab nicht lange gebraucht um Shane zu überreden. Ich muss wohl
sehr überzeugend gewirkt haben.“ Cat nickte. „Das wird bestimmt funktionieren.“
Schon einen Moment später stand Kicky mit der Badetasche in der Tür.
„Los geht’s, ich will an den Strand!“ „Ihr holt euch noch ne Erkältung,
was wetten wir?“ „Mir egal!“ rief Kicky, immer noch begeistert und zog Nicky
aus Cats Zimmer.
Doch dann wandte sie sich noch mal um und sah Cat ernst an. „Und du rufst bei
Mark an, dass das klar ist!“ damit verschwand sie endgültig.
Doch Cat brachte es immer noch nicht über sich bei Mark anzurufen, den
ganzen Tag starrte sie auf die Handynummer und rief aber nicht an.
Kicky kam erst spätabends zurück, Lena und Kian kamen schon etwas
früher nach Hause. Kicky fragte zum Glück nicht mehr nach ob Cat nun
bei Mark angerufen hatte oder nicht.
Am nächsten Tag kämpfte Cat immer noch mit sich selbst ob sie nun
bei Mark anrufen soll oder nicht. Letztendlich schaffte sie es doch noch ihre
Scheu zu überwinden und wählte nervös Marks Nummer. Sie redete
mit sich selbst: „Geh nicht ran, geh nicht ran, geh…“ „Hallo?“ ertönte
es an der anderen Leitung.
Mark hatte es anscheinend gehört was sie zu sich selbst gesagt hatte, denn
sie konnte das Grinsen in seiner Stimme hören. „Ich bin’s…Cat“„Oh, Hey
Cat! Alles klar?“ „Ja, sicher...“ Sie stockte kurz und kratzte dann alles an
Mut zusammen das sie hatte: „Du hast heute nicht zufällig noch Zeit und
willst dich mit mir treffen?“ Mark freute sich wirklich das sie sich gemeldet
hatte, denn er mochte sie sehr und deswegen war für ihn die Antwort klar.
„Na sicher will ich mich mit dir treffen! Wann und wo?“ „Vielleicht am… Ja,
am Strand oder so dachte ich?!“ „Gerne. Ich hol dich so um 19.00h ab, ist das
okay?“ Cat strahlte übers ganze Gesicht und es fiel ihr schwer sich zurück
zu halten und nicht ins Telefon zu schreien. „Okay, also dann bis dann Mark!“
Sie legte auf und ließ sich zurück auf ihr Bett fallen. Sie hatte
Mark gerade wirklich nach einem Date gefragt. Es kam ihr alles vor wie im Traum.
Kurze Zeit später hörte sie wie die Tür laut ins Schloss fiel,
das konnte nur Kicky sein, so trampelig wie sie war. Immer noch mit einem breiten
Grinsen auf dem Gesicht ging sie aus ihrem Zimmer um Kicky stolz von ihrer Aktion
zu berichten. „Kicky, Kicky! Ich hab Mark nach einem Date gefragt und wir treffen
uns heute Abend um sieben!“ Sie fiel der leicht verschwitzten Kicky um den Hals.
„Wow, Cat ich bin so stolz auf dich.“ Sie grinste. „Aber dennoch brauch ich
jetzt erst mal ein Bad, danach kann ich mich sicher besser mit dir freuen.“
„Kicky, aber beeil dich… Sonst muss ich Selbstgespräche führen und
das tu ich nur ungern.“ um ihren Kleiderschrank zu checken. Sie wusste jetzt
schon das sie heute Abend Schwierigkeiten hat was gescheites zum anziehen zu
finden, deswegen fing sie jetzt schon damit an. Sie durchwühlte ihren gesamten
Kleiderschrank, bis sie auf ein schlichtes schwarzes Top und eine ganz einfache
Jeans stieß. Sie wusste dass sie sich nicht zu sehr stylen sollte denn
sie wollte nicht overdressed wirken.
Sie zog ihr Outfit einmal an um zu checken ob sie sich so blicken lassen konnte
oder nicht. Da kam auch Kicky schon wieder frisch gebadet und angezogen aus
dem Badezimmer wieder. Sie wollte natürlich sofort alles über das
bevorstehende Date wissen. „Was, wie, wo und wann?“ begann Kicky Cat auszufragen.
„Bleib mal ruhig, heute Abend um sieben… Sag mal, kann ich mich so blicken lassen?“
fragte Cat. „Na sicher… Sieht süß aus.“ Antwortete Kicky. Cat lächelte
und bedankte sich. „Danke!“ Somit verschwand Kicky auch wieder aus Cats Zimmer
und ging in ihrs. Sie wollte sich gerade auf ihr Bett legen, Musik hören
und ein bisschen entspannen, da platzt Lena in ihr Zimmer. „Kicky! Oh man… Kian
is so… so süüüß!“ schwärmte Lena. Kicky verdrehte
die Augen. „Mein Freund ist viel süßer als deiner!“ „Na, das glaubst
auch wirklich nur du. Ich hab heute Nacht bei Kian geschlafen.“ Lena strahlte.
„Bei oder mit?“ fragte Kicky die von Lena wegen ihrer doofen Frage gehauen wurde.
„Ja, was? Das ist ein Unterschied!“ „Oh Kicky, du bist unmöglich.“ „Danke
Lena ich weiß.“ Beide mussten über sich selbst lachen, als sie sich
wieder gefangen hatten fing Lena wieder von neuem an zu schwärmen. „Es
war soo romantisch, im ganzen Zimmer waren Kerzen verteilt und da waren nur
er und ich.“ Sie seufzte bei dem Gedanken an die Vergangene Nacht. „Hört
sich nach ner Liebesschnulze an wenn du mich fragst… Nun ja, wenn ihr drauf
steht.“ Lena musste lachen. „Lass uns doch…“ „Ich sag ja schon gar nichts mehr.
Lena, würdest du mir nen Gefallen tun?“ „Ja, klar, was denn?“ „Könntest
du mir vielleicht mal 5 min. Ruhe gönnen? Ich bin schon den ganzen Tag
auf den Beinen und wenn meine Nerven blank liegen, dann kann ich Cat nachher
nur sehr schwer vor ihrem Date beruhigen.“ „Was? Cat hattn Date? Mit Mark?“
Lena stürmte von Kickys Zimmer hinein in Cat ihrs. „Du hast ein Date mit
Mark und ich erfahre das erst jetzt?“ überfiel Lena Cat, die gerade dabei
war sämtliche Haarklemmen und Konsorten aus ihrem Schrank zu wühlen,
sie wirkte leicht überrumpelt. „Lena? Ich dachte du bist bei Kian!“ „Nein,
wir du siehst bin ich das nicht mehr.“ „Ja, jetzt wo dus sagst seh ich es auch.“
Beide mussten grinsen. „Na, was is bei euch gestern so gelaufen?“ wollte Cat
wissen. „Cat, lenk nicht ab… Du hast ein Date mit Mark, oder nicht?“ „Hmmm ja,
Date würd ich das nicht nennen.“ „Sondern?“ „Na ja, wir treffen uns um
ein bisschen zu reden und so, also nichts weiter.“ „Ah ja, Cat, das ist ein
Date.“ „Na und, selbst wenn… Da läuft nichts! Ganz und gar nichts wird
da laufen!“ „Da wäre ich mir nicht so sicher, Süße. Ich wünsch
dir jedenfalls viel Glück für heute Abend!“ „Danke: Bis dann!“ Lena
verschwand wieder aus ihrem Zimmer.
Cat war aufgeregt. Sie hatte schon so lange kein richtiges Date mehr gehabt.
Bei den anderen war sie zumindest nie so verliebt in die Typen gewesen, aber
das war jetzt anders. Sie musste immer wieder an den Kuss denken, den Mark ihr
im Flur gegeben hatte. Seine Lippen waren so weich gewesen und sie konnte es
schon gar nicht mehr erwarten sie wieder auf ihren zu spüren.
„Nicky? Ich hab bei Louis angerufen, er hat mit dem Totp-Team gesprochen, das
mit meiner Liebeserklärung geht klar. Und mir ist da noch so was rausgerutscht...
Na ja, Louis weiß jetzt das Kian und du auch ne Freundin haben, er war
nicht sehr begeistert, aber er akzeptiert es. Ich meine was anderes bleibt ihm
ja auch nicht über. Nun ja, er meinte aber, dass unsere Fans auf jeden
Fall auch so schnell wie möglich davon erfahren sollten. Deswegen schlug
er vor das wir morgen in der Show zu unseren Freundinnen stehen, also du und
Kian. Also an eurer Stelle würd ich das auch machen. Denn wenn unsere Fans
uns heimlich mit unserer Freundin rumknutschen sehen werden sie nicht sehr erfreut
sein.“ Nicky fand das Shane mal wieder zu viel quatschte und hörte ihm
zum Schluss schon gar nicht mehr richtig zu. „Nicky? Nicky bist du noch da oder
hast du schon aufgelegt?“ Nicky sagte vorerst nichts, denn er war mit seinen
Gedanken bei Kicky gewesen. „Äh, ja bin mit einverstanden.“ Stimmte er
zu. „Okay, also dann geht das klar morgen. Und vergiss nicht das wir um 14.00h
zum Soundcheck müssen, ach und unsere Flieger dahin geht um… Ja der geht
um 12.00h!“ „Nein, wird ich nicht vergessen Shane. Ich werde an nichts anderes
mehr denken und mir überall Zettel im Haus aufhängen wo drauf steht,
dass wir morgen um 14.00h Soundcheck haben und das der Flieger dahin um 12.00h
geht. Verdammt, um 12.00h? Sag mal, wie lange wollen wir denn dann da in London
rumgammeln? Mann, Mann, Mann… Wer hat sich den scheiß ausgedacht?“ Shane
lachte kurz. „Bedank dich bei Louis, du Nicky ich muss auflegen. Meine Mum ist
grad gekommen. Wir sehen uns. Bye!“ Shane legte auf und Nicky machte sich auf
dem Weg zu seiner Family um ihnen von Kicky zu berichten.
Unterdessen verbreitete Cat in der WG ziemliche Hektik. „LENA!!! ZUM TEUFEL
wo ist mein Kajal?!“ „Verdammte scheiße… Der liegt doch da!“ genervt von
Cats verbreiteter Hektik ging sie in ihr Bad, nahm den Kajalstift und gab ihn
Cat sehr unsanft. „Da. Mann, mach doch einmal deine Augen auf.“ pflaumte Lena
Cat an. „Ist ja gut, ich lass dich ja schon in Ruhe.“ Cat ging in ihr Bad um
sich zu stylen. Und Lena ging wieder zurück in ihr Zimmer wo sie Musik
hörte.
Es war bereits 18.45h und Cat war fast fertig. Sie musste nur noch einmal Lena,
Bekkie und Kicky nach ihrer Meinung fragen ob sie gut aussah. „MÄDELS!
Kommt mal her!!!“ rief Cat so laut durch das Haus, das alle ankamen und keiner
es überhören konnte. „Seh ich gut aus?“ „Ja, du siehst wunderbar aus.“
sagte Lena. „Wirklich?“ „Ja wirklich!“ antwortete Bekkie. „So gut das Mark sicher
umfallen wird, sich wehtut und ihr euer Date im Krankenhaus verbringen müsst.“
spaßte Kicky. Cat lächelte ihre Freundinnen an, drehte sich um uns
verließ das Haus um auf Mark zu warten. Sie war so sehr aufgeregt dass
sie ihre Hände zu zittern begannen. In ein paar Minuten würde sie
mit Mark im Auto sitzen und mit ihm zum Strand fahren. Vor einem Monat hätte
sie sich so was nie träumen lassen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen,
denn ein schwarzer fuhr vor. Es musste Mark sein. Jetzt gab es für Cat
kein zurück mehr, sie ging zu Marks Auto und stieg ein. „Hallo Mark…!“
Sie war aufgeregt und brachte nichts anderes heraus als ein „Hallo Mark“ sie
hätte sich dafür schlagen können, aber rückgängig konnte
sie es jetzt auch nicht mehr machen. „Hey Cat. Na alles klar bei dir?“ „Ja…“
sie lächelte. „Klar, und bei dir?“ „Auch, muss ja wenn man mit so einer
süßen Person ein Date hat.“ Cat dachte sie hörte nicht richtig.
Und sie wusste auch nicht was sie darauf erwidern sollte und lächelte Mark
einfach nur an. Er war inzwischen losgefahren und musste sich deswegen Gott
sei dank aufs Fahren konzentrieren, dennoch hoffte sie, dass sie bald am Strand
angekommen waren. Denn lange hielt sie dieses Stille im Wagen nicht aus. Sie
sagten beide die ganze Fahrt nichts mehr. Man hörte nur das Radio. Nach
ca. 5 min. Fahrzeit waren sie am Strand angekommen. Es war ein recht sonniger
und warmer Tag gewesen, deswegen wunderte es Cat, dass so wenig am Strand los
war. Außer ein paar vereinzelten Spaziergänger mit ihren Hunden war
nichts zu sehen. Mark parkte sein Auto und stieg aus. Cat folgte ihm. Sie gingen
eine Weile am Strand entlang und unterhielten sich.
Hauptsächlich unterhielten sie sich über Shane und Bekkie und über
die Idee von Kicky die morgen durchgeführt werden sollte.
„Na ja, Nicky und Kian wollen ja dann morgen auch in aller Öffentlichkeit
zu ihren Freundinnen stehen... Nur ich hab wieder wie immer keine Freundin…“
Mark schob den Sand mit seinem Schuh umher. Sie schwiegen sich eine Weile an.
Bis Mark es nicht mehr aushielt und Cat etwas sagen musste: „Weißt du…
Ich mein, wir kennen uns ja jetzt wirklich noch nicht lang und so was ist mit
auch noch nie passiert. Zumindest nicht so schnell. Aber du bist wirklich eine
Wahnsinns Frau …“ Cat hörte zu und hielt gespannt die Luft an und ließ
ihn zu Ende sprechen. „Und na ja, ich glaub… Ich glaub ich hab mich wirklich
in dich verliebt.“ Cats Herz machte einen Riesen Sprung. Hatte er das gerade
wirklich gesagt?! Sie konnte es nicht glauben, aber es stimmte. Mark hatte ihr
gerade seine Liebe gestanden. Cat holte ein mal tief Luft. Sie sah Mark tief
in die Augen. „Ich glaube ich habe mich auch... in dich verliebt... Schon als
wir uns das erste Mal gesehen haben.“ Sie lächelte Mark an.
Dieser näherte sich langsam ihrem Gesicht und küsste sie vorsichtig.
Cat genoss diesem Augenblick. Wieder spürte sie diese wunderbar weichen
Lippen auf Ihren. Sie wollte, dass dieser Kuss niemals endet, doch leider ließ
Mark nach einer Minute von ihr ab uns sah sie lächelnd an. „Liebe auf den
ersten Blick gibt es also doch“, sagte Mark und sah Cat dabei tief in die Augen.
Die beiden versanken wieder in einem Kuss. Dieser Kuss war voller Leidenschaft.
Den restlichen Abend verbrachten die Beiden am Strand. Sie gingen ein wenig
spazieren und unterhielten sich über Dies und Das. „Sag mal Cat...“, Mark
sah ein wenig schüchtern zu Boden, „Darf ich morgen bei der TV-Show auch
bekannt geben, dass ich eine Freundin habe?“ Cat tat, als wenn sie ernsthaft
nachdenken würde, begann dann zu lächeln und sagte: „Natürlich
darfst du das“. Mark strahlte über ganze Gesicht und gab seiner Freundin
einen Kuss.
Erst um 24 Uhr betrat Cat das Haus. Sie hatte sich soeben mit einem sehr leidenschaftlichen
Kuss von ihrem Mark verabschiedet. Sie lehnte sich an die hölzerne Eingangstür
und seufzte. Was für ein Abend. Endlich hatte sie auch wieder einen Freund.
Nach Jahrelanger Suche hatte nun auch sie ihr Glück gefunden. Sie ließ
den Abend mit Mark noch einmal Revue passieren.
Nach ein paar Minuten beschloss sie doch ins Bett zu gehen, da sie fröstelte.
Schließlich konnte sie ja nicht die ganze Nacht an die Tür gelehnt
da stehen und an Mark denken.
In ihrem Zimmer wartete eine Überraschung auf sie. Schon unterhalb der
Treppe hörte sie die Girls lachen und quatschen. Als sie ihre Zimmertür
aufstieß, sah sie die drei Mädchen auf ihrem Bett und in den Sesseln
herum gammeln, Tee und Cola trinken und Kekse futtern.
“Was macht ihr denn hier?!“ „Na wir haben auf dich gewartet, wir können
ja nich beruhigt schlafen gehen, wenn du uns nicht sofort alles bis ins kleinste
Detail erzählt hast.“, meinte Kicky lachend. „Das könnt ihr ja mal
gleich vergessen, ich will jetzt schlafen.“ Cat lachte. „Nichts da, du erzählst
uns ALLES!“ rief Bekkie. Cat ließ aufs Bett neben Bekkie fallen und grinste.
„Was soll ich da schon groß erzählen...“ „Wie lange hats gedauert
bis er dich geküsst hat?!“ fragte Lena drauf los. „Ähm...“ „Nicht
lange, wette ich. Wie sollte er auch unserer Süßen hier schon widerstehen?!“,
lachte Bekkie. Cat wurde bloß rot und nuschelte: „Naja...“ dabei griff
sie sich einen der Kekse. „Nun sag schon, seid ihr zusammen!?“ Kicky stürzte
aus dem Sitzsack und fiel über Cat her und begann sie überall zu kitzeln,
als diese bloß mit den Schultern zuckte. „Halt, ich krieg keine Luft mehr,
HAAALLT!!!“ „Erst wenn du erzählt hast was wir wissen wollen!“ „JA! JA
wir sind zusammen!“ Cat japste lachend nach Luft. „Yeah!“ schrie Kicky. Bekkie
sagte: „Das ist ja super, ich freu mich so für dich!“ Dann fügte sie
noch besorgt an: „Aber schrei nicht so Kicky, sonst kriegen wir noch Ärger
mit den Nachbarn...“
Die Mädchen saßen noch über eine Stunde zusammen, quatschten
und hatten Spaß.
Am nächsten Morgen war es sehr ruhig in der Mädchen – WG. Bekkie
war, wie immer, als erstes wach. Sie hatte auch letzte Nacht nicht schlafen
können. Immer wieder musste sie an Shane denken. Er ging ihr einfach nicht
aus dem Kopf. Mittlerweile fragte sie sich, ob sie wirklich das richtige getan
hatte. Ob es richtig gewesen war sich von Shane zu trennen? Ganz ohne es wenigstens
versucht zu haben? Sie schob diese Gedanken in den hintersten Teil ihres Gehirns,
legte sich auf ihr Bett und beschäftigte sich statt dessen wieder mit ihrem
Buch.
Gegen 12 Uhr Mittags erwachte auch der Rest der WG zum Leben. Cat hatte das
Bad in Beschlag genommen und nahm ein ausgiebiges Bad. Unter dessen frühstückten
Kicky und Lena, laut von ihren Freunden schwärmend, in der Küche.
Bekkie war froh, wenn Kian, Nicky und Mark morgen wieder aus London zurückkamen.
Das Gejaule ihrer Freundinnen, wenn die Jungs nicht da waren, war wirklich unerträglich.
Natürlich freute sie sich für ihre Mitbewohnerinnen, doch war sie
momentan wirklich nicht in der Lage sich die Schwärmereien und das Gejammere,
wann die drei endlich wiederkamen, anzuhören. So verbrachte Bekkie weitere
zwei Stunden in ihrem Zimmer. Allein mit ihren Bücher fürs Studium.
Kurz vor 14 Uhr klopfte es an Bekkies Tür. „Herein!“ Kicky betrat das Zimmer.
„Hey Süße. Willst du nicht zu uns ins Wohnzimmer kommen? Du kannst
doch nicht den ganzen Tag hier auf deinem Zimmer verbringen.“ Bekkie schüttelte
nur den Kopf. „Nee. Lass mal. Ich bin schon ganz glücklich hier allein
mit meinem Buch.“ Kicky sah ihre Freundin mit einem Hundeblick an. Bekkie seufzte.
„Okay, okay. Ich komm ja schon.“ Sie sprang von ihrem Bett hakte sich bei Kicky
unter und folgte ihrer Freundin ins Wohnzimmer, in dem Cat und Lena es sich
schon auf den Sesseln bequem gemacht hatten. Kicky und Bekkie machten sich also
auf dem Sofa breit.
„Was schauen wir denn Schönes?“ „Das wirst du noch sehn“, antwortete Lena
mit einem breiten grinsen im Gesicht. Bekkie sah ein wenig verwirrt in die Runde.
Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Wie sie ihre Freundinnen kannte führten
diese was im Schilde. Da Bekkie jedoch wusste, dass Cat, Lena und Kicky ihr
nicht verraten würden, was los war, fragte sie gar nicht erst weiter, lehnte
sich zurück und wartete auf das, was kommen würde.
Nach einigen Minuten Werbung erschien auf dem Fernsehbildschirm das TOTP-Logo.
Bekkie war nun noch verwirrter. Sie hatte keine Ahnung, was DAS nun schon wieder
sollte. Warum guckten sie Top of the Pops? Das guckten sie sonst eigentlich
nie... „Naja, ich werde es schon merken.“, dachte Bekkie sich.
Und sie hatte Recht! Nach ca. 30 Minuten wusste Sie endlich, was das Alles zu
bedeuten hatte. Auf dem Bildschirm erschienen Westlife. Westlife. Die Band,
die aus Mark, Nicky, Kian und Shane bestand.
„Was soll das?“, fragte Bekkie. Keines der anderen Mädchen antwortete auf
ihre Frage. Sie deuteten ihr statt dessen nur, dass sie ruhig sein und zuhören
sollte.
„We started as friends…“ Ließ Shane das Lied erklingen. Bekkie wurde ganz
anders. Sie wusste auf einmal nicht mehr ob es in Ordnung gewesen war mit Shane
Schluss zu machen, er schien sie wirklich geliebt zu haben. Und dieser Auftritt
beruhigte sie kein Stück, denn bei „Obvious“ traf wirklich jede Textzeile
auf Bekkies und Shanes Gefühle zu. Sie fragte sich ob Shane wohl gerade
an sie dachte. Als Nicky anfing die zweite Strophe zu singen hörte sie
nur ein lautes quietschen vom Sessel, das konnte wirklich nur Kicky sein. Und
auch Lena und Cat schauten sehr verliebt zum Fernseher. „But you never seem
to see, I’ll say it in this... lovesong.” Shane ließ das Lied wieder ausklingen.
Bekkie wollte sich gerade wieder aufraffen und in ihr Zimmer gehen, da wurde
sie von Lena zurück gehalten. „Hey, warte das war noch nicht alles.“ Bekkie
fragte sich was da noch groß kommen sollte. Aber dennoch blieb sie da
und ließ sich wieder zurück auf die Couch sinken. Shane, Kian, Mark
und Nicky standen immer noch auf der Bühne und bekamen tosenden Beifall.
Sie gingen nicht weg. Warum gingen sie nicht ganz normal wieder zurück
hinter die Bühne wie nach jedem Auftritt? Bekkie verstand es nicht. Anscheinend
warteten sie darauf dass es wieder leiser wurde.
Als nach ca. 3 Minuten die Fans leiser wurden und sich wieder beruhigten atmete
Shane noch einmal tief durch, führte das Mikro wieder zurück zu seinem
Mund uns sagte: „Ich wollte noch was loswerden… Vor ein paar Tagen hat meine
Freundin mit mir Schluss gemacht. Und na ja… Bekkie, ich liebe dich wirklich
über alles, ich kann und will einfach nicht ohne dich. Ich habs wirklich
versucht, aber ich halte es nicht mehr länger aus so ohne dich. Bitte komm
zu mir zurück. Ich liebe dich…“ Shane stiegen Tränen in die Augen,
er hoffte so dass sie jetzt wieder zu ihm zurückkommen würde.
Bekkie war sprachlos. Als sie Shane so da stehen sah, mit Tränen in die
Augen gab es für sie keinen Halt mehr. Sie fing an zu weinen. Und das nicht
zu knapp. Sie hatte es geschafft dass ihre Schminke nicht länger als 2
Sekunden hielt und kräftig verlaufen war. Sie liebte Shane und jetzt würde
sie ihn sicher wieder zurück nehmen. Sie hatte gemerkt das es falsch war
mit ihm Schluss zu machen.
Was war los? Die Jungs standen immer noch auf der Bühne und wieder mussten
sie warten, denn ihre Fans applaudierten und heulten wie wild, weil sie das
Liebesgeständnis von Shane sehr ergriff. Dennoch wurde es wieder ruhig
in der Halle und Kian begann zu sprechen. „London, wie geht’s euch allen? Ja,
Shane hat es hinter sich und nun bin ich an der Reihe euch etwas zu sagen. Ich
habe eine neue Freundin und ich bin sehr, sehr glücklich mit ihr. Lena,
ich wollte dir sagen das ich dich liebe!“ Jetzt fing auch Lena an zu weinen.
Sie ging zu Bekkie rüber und umarmte sie. Alle 4 waren sprachlos. Nicky
ging zu Mark und legte einen Arm um ihn. Nicky begann zu sprechen. „Ja, wo wir
grad so schön dabei sind... auch wir 2 müssen euch sagen das wir eine
Freundin haben. Und ja, mehr gibt es da glaub ich nicht zu sagen… Oder Mark?
Kicky, ich liebe dich!“ Kicky begann sofort loszuheulen und hielt sich ein Kissen
vors Gesicht. Bei fast allen war nun die Spannung raus, nur bei Cat noch nicht.
Mark begann zu sprechen: „Ja, ich habe auch eine Freundin. Ich habe lange gesucht
und es hat auch wirklich lang genug gedauert gehabt bis ich eine so tolle Frau
gefunden habe wie Cat.“ Sie krallte ihre Fingernägel in die Polsterung
des Sessels und hielt die Luft an. „Cat, you are my very first thought in the
morning and my last at nightfall! Und, ich liebe dich.“ Mark beendete den Auftritt
und die 4 gingen hinter die Bühne. Jetzt war nur noch ein undefinierbares
Geräusch, gemischt aus Quietschen, Schluchzen und Schreien von Cat zu hören.
Dann herrschte in der WG auf einmal absolute Stille, alle paar Sekunden war
mal ein Schniefen hier und da wahrzunehmen, aber sonst nichts. Bis Kicky das
Schweigen brach und sagte: „Mädels, jetzt bin ich endgültig im Arsch…“
Alle mussten lachen und waren somit wieder bestens gelaunt um den Nachmittag
fortzusetzen.
Alle vier konnten es kaum erwarten am nächsten Morgen ihre Liebsten wiederzusehen,
vor allem Bekkie war total neben sich. Den ganzen restlichen Tag lag sie den
Mädchen in den Ohren: „Ich hab so einen großen Fehler gemacht! Oh
Gott was hab ich bloß getan, was hab ich mir bloß dabei gedacht...!“
Lena hatte sich bereits in ihrem Zimmer versteckt und telefonierte mit Kian,
während Cat und Kicky immer noch bei Bekkie im Wohnzimmer saßen und
ihr bei ihrem Gejammer zuhörten. Kicky rief irgendwann: „Ich habe es dir
doch gesagt, aber du hörst ja nicht auf mich! Das hast du jetzt davon!
Sei froh das Shane dich so sehr liebt und das getan hat.“ Cat warf ein: „Ja,
wir wollen morgen eine filmreife Versöhnung sehen!“
Bekkie fragte schniefend: „Wann kommen die Jungs wieder?“ „Morgen. So gegen
11 Uhr landet der Flieger in Dublin.“, antwortete Cat. „Wollt ihr sie abholen?“
Kicky schüttelte traurig den Kopf. „Nein, nachdem sie gelandet sind müssen
sie noch irgendwo ein Interview geben. Aber danach wollten sie direkt zu uns
fahren. Nicky meinte das sie so gegen 14 Uhr spätestens bei uns sind.“
„Ja, aber es ist vernünftiger, wäre doch blöd wenn wir sie am
Flughafen abholen und dann müssen sie gleich noch ein Interview geben.“
Warf Cat ein. Leise fügte sie noch an: „Außerdem bin ich momentan
nicht besonders geil darauf von Millionen Papparazzi am Flughafen gesehen und
fotografiert zu werden.“ Kicky meinte: „Dann hättet ihr eure Beziehung
wohl erstmal geheimhalten sollen...?“ „Ach, naja. Geheimhalten... wir haben
gestern schon darüber gesprochen. Wir haben uns darauf geeinigt das Mark
sehr wohl sagen wird, das er eine Freundin hat. Weil es unfair wäre es
geheimzuhalten, seinen Fans gegenüber. Aber sonst nichts. Wir wollen nicht
gleich überall zusammen gesehen werden.“ Cat seufzte. „Ihr wisst wie ich
bin. Ich kann sowas gar nicht haben, soviel Aufmerksamkeit...“ „Ach das ist
doch total cool! Vielleicht stehen sogar schon ein paar vor unserer Tür!“
Cat schrie auf. „Ach du scheiße! Sag das nicht noch mal!“ Kicky ging wieder
perfekt in ihrer Rolle als Optimistin auf und lachend meinte sie: „Nun zieht
mal nicht so nen Flunsch Mädels! Wir haben genug anderes Zeug um das wir
uns Sorgen machen sollten, wie etwa unsere Prüfungen! Außerdem ist
es doch total egal, WER unsere Liebsten sind. Ich liebe Nicky, und komme was
wolle, ich will bei ihm bleiben.“ Bekkie grinste müde, immer noch ein wenig
schwermütig wegen der Sache mit Shane. „Wie lange haben wir schon nach
solchen Männern gesucht, die uns lieben, nun kommt schon ihr zwei, fangt
endlich wieder an zu lachen! Cat, du musst doch mega glücklich sein. Wie
lange hast du schon auf so einen tollen Mann gewartet, endlich ist er da, und
er liebt dich!“ Cat starrte auf den Boden und lächelte bei dem Gedanken
an Mark. Kicky meinte nun an Bekkie gewandt: „Und Bekkie, guck mal, Shane liebt
dich über alles und er will dich wieder zurück haben, du willst wieder
zu ihm zurück kommen, also ist doch alles bestens! Morgen werdet ihr euch
in die Arme fallen und alles ist wieder so wundervoll wie am Anfang.“ Der Gedanke
heiterte nun doch auch Bekkie endlich auf.
Den restlichen Tag lang lief nicht mehr viel, Lena ging los um einzukaufen, um den wieder mal leergefegten Kühlschrank der Mädels zu füllen und die anderen Drei saßen in ihren Zimmern und büffelten für Prüfungen.
Am nächsten Morgen waren alle schon sehr früh auf den Beinen, da
sie es kaum erwarten konnten das es an der Tür klingelte. Die Stunden schlichen
nur so vorbei, dauernd sah einer von den Vieren auf die Uhr in der Küche.
Kicky rechnete vor: „Es sind noch 3 Stunden, 44 Minuten und 23 Sekunden....“
Lena schrie: „WAS?! Noch so lange?!“ Stöhnend verlagerten sie ihren Aufenthaltsort
ins Wohnzimmer und versuchten sich durch zappen durchs Fernsehprogramm abzulenken.
Um Punkt Elf schrie Kicky: „SIE LANDEN!!“ „JIPPIEEE!“ schrie Lena. Nach einer
weiteren halben Stunden langen Wartens entschlossen sie sich jeder in das eigene
Zimmer zu gehen und sich dort zu beschäftigen.
Bekkie und Cat versuchten sich auf ihre Schulbücher zu konzentrieren, Kicky
gröhlte „This Love“ durchs Haus, während Lena erst ihre Wäsche
aufhing und dann einen Spaziergang durchs Haus unternahm und keine Ahnung hatte
wie sie sich bis 14 Uhr ablenken sollte.
Sie hoffte auf eine Freundin, als es um ca. 13 Uhr an der Tür klingelte.
Als sie jedoch die Tür aufriß standen Kian, Nicky, Mark und Shane
vor der Tür.
Sie wollte loskreischen, aber schnell legte Kian ihr seine Hand auf den Mund
und erstickte ihren Schrei. Die anderen drei legten verschwörerisch die
Finger auf die Lippen und baten sie darum leise zu sein. „Überraschung!“
flüsterte Nicky.
Lena nickte und unterdrückte schwerenherzens einen weitere Freudenschrei
und fiel statt dessen Kian bloß um den Hals, während die anderen
Jungs das Haus nach ihren Freundinnen durchsuchten.
Lena flüsterte Shane noch schnell zu, bevor sie mit Kian in ihrem Zimmer
verschwand, „Bekkie ist in ihrem Zimmer und lernt.“
Also wandte Shane seine Schritte in Richtung Bekkies Zimmer. Er stand eine Weile
grübelnd vor der Zimmertür. Er hoffte das Bekkie jetzt zu ihm zurück
kommen würde, er wollte sie unbedingt wieder in den Armen halten.
Er seufzte noch mal, drückte die Türklinke nach unten und betrat nervös
Bekkies Zimmer. Diese saß mit dem Rücken zu ihm an ihrem Schreibtisch
und lernte. Als sie hörte wie jemand in ihr Zimmer kam, sah sie nicht auf,
sondern meinte bloß: „Oh Lena ich bin so aufgeregt, wie lange dauert es
denn bloß noch bis die wiederkommen?!“ Ein Grinsten schlich sich über
Shanes Gesicht als er meinte: „Ach, so lange wird’s schon nicht mehr dauern.“
Er sah wie Bekkies Hand zu zittern anfing und der Bleistift den sie gehalten
hatte auf den Boden fiel. Ganz langsam drehte sie sich auf ihrem Stuhl herum
und blickte sofort in Shanes grün-braune Augen die schelmisch aufblitzen.
Sie sahen sich einen Moment lang bloß an, bis Bekkie freudig aufsprang
und Shane um den Hals fiel. „Shane!“ schrie sie. Die beiden lagen sich einen
langen Moment bloß in den Armen. Irgendwann sah Bekkie geniert auf den
Boden, ihr vorheriges Verhalten war ihr peinlich. Shane nahm ihr Gesicht und
drehte es in seine Richtung. Die beiden sahen sich bloß an, und redeten
nichts. Shane beugte langsam sein Gesicht zu Bekkie, die ihre Augen schloss.
Als sie endlich Shanes Lippen auf ihren spürte, fiel ihr ein Riesen Stein
vom Herzen. Endlich konnte sie ihren Shane wieder in den Armen halten. Sie war
sich sicher das sie ihn liebte und bei ihm bleiben wollte.
Bei Kian und Lena war es inzwischen „ruhig“ geworden, die beiden hatten die Zimmertür abgeschlossen, das „Bitte nicht Stören“ Schild an die Klinke gehängt und Lena knöpfte gerade sein Hemd auf.
Kicky gröhlte immer noch „This Love“ durch ihr Zimmer und hüpfte
gut gelaunt herum. Nicky öffnete lachend die Zimmertür und begann
lachend Kicky zu imitieren und durchs Zimmer zu hüpfen. Kicky blieb überrumpelt
stehen, sah Nicky einen Moment lang verwirrt an und sprang auf Nicky zu und
warf ihn vor lauter Freude auf den Boden.
Die beiden kugelten lachend herum, bis Nicky Kicky festhielt, sich über
sie setzte und sie glücklich anlächelte. Dann beugte er sich zu ihr
hinunter und küsste sie.
Mark klopfte zaghaft an Cats Zimmertür. „Herein!“ rief sie. Mark betrat lächelnd das Zimmer. Cat die gerade am lernen war blickte von ihren Büchern auf und sah Marks lächelndes Gesicht. „Ich hab die Tür gar nicht klingeln gehört. Ihr seid zu früh dran, ich lerne gerade noch!“ meinte sie lachend. „Ich kann ja gerne wieder gehen und später wiederkommen, wenn du magst...“ schlug Mark mit blitzenden Augen vor. „Nein, NEIN!“ schrie Cat. Sie sprang auf und fiel Mark um den Hals. Sie atmete tief Marks angenehmen Geruch ein, sie hatte diesen Duft schon vermisst. Cat blickte irgendwann auf und sah Mark tief in die Augen. Mark näherten sich ihrem Gesicht, Cat schloss die Augen, und er küsste sie glücklich.
Später am Tag saßen alle zusammen in der gemütlichen Wohnküche
und unterhielten sich. Kicky fragte: „Wie war eigentlich das Interview nachdem
ihr gelandet seid?“ Kian antwortete: „Es lief ganz gut, zum Glück dauerte
es nur halb solange wie wir gedacht hatten, drum waren wir auch so früh
da.“ Shane erzählte: „Die haben das Interview total umgeschmissen, nach
unserem Auftritt am Tag vorher. Der Journalist meinte, es wäre viel interessanter
wenn wir ihm von euch erzählen würden anstatt über unsere aktuelle
Platte.“ Nicky meinte: „Es war zwar nicht sehr rücksichtsvoll Shane gleich
einen Tag später über Bekkie auszufragen, aber das war dem natürlich
egal.“
Shane erzählte weiter: „Er fragte sofort ob ich schon eine Nachricht von
dir hätte Bekkie.“ Diese wandte den Blick zum Boden und schämte sich
das sie ihn nicht sofort angerufen hatte. Shane aber nahm ihre Hand und lächelte
sie glücklich an.
Mark sagte: „Die haben uns alle ausgequetscht und keine Ruhe gegeben, die wollten
ganz genau wissen wie, wann und wo wir uns kennen gelernt haben.“
„Steht das morgen in der Zeitung?“ fragte Lena. Kian antwortete: „Ja, steht
morgen schon in der Zeitung. Wenn wir Pech haben sogar auf der ersten Seite.“
„Ach du Scheiße...“ flüsterte Cat.
Der restliche Tag verlief in normalen Bahnen, die Paare verbrachten die meiste
Zeit für sich allein.
Am nächsten Morgen stand Bekkie mit Shane sehr früh auf und die beiden
fuhren los um alle möglichen Zeitungen zu kaufen um nachzulesen was über
sie geschrieben würde.
Sie kamen mit einem Karton voller Zeitschriften zurück, die sie alle zusammen
nach jedem noch so kleinen Artikel durch forsteten.
Ein Vierteljahr später, genau am 18. Dezember, waren die vier Pärchen
immer noch glücklich zusammen, zwar hatte es in den vergangen drei Monaten
hier und dort mal einen kleinen Streit oder eine Meinungsverschiedenheit gegeben,
aber wirklich negativ beeinflußt hatte dies die Beziehungen nicht.
Es war ein Freitagabend und Vier Mädchen saßen in ihrem gemeinsamen
Wohnzimmer und sahen eine ihrer Lieblingsserien, O.C. California.
„Och ne die können doch jetzt nicht schon aufhören, jetzt wo’s grad
so spannend war!“ rief Bekkie ärgerlich. Lena meinte auch: „Ja, jetzt haben
sie sich endlich fast geküsst, und dann ist das aus, das kann doch echt
nicht wahr sein! Jetzt müssen wir wieder ne Woche warten!“
Cat gähnte, „Ich bin total fertig, ich geh ins Bett.“ Sie raffte sich auf
und warf Kicky das Kissen zu das sie die ganze Zeit auf dem Schoss gehabt hatte.
Diese reagierte jedoch nicht und bekam das Kissen direkt ins Gesicht. „Ey Kicky
sag mal was ist denn mit dir eigentlich los!“ rief Lena. „Gar nichts, bin nur
grad irgendwie schlecht drauf. Vielleicht werde ich krank.“ Kicky stand auf
und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer.
Lena zuckte mit den Schultern. „Sie ist in letzter Zeit echt komisch...“ meinte
Bekkie grüblerisch. „Vielleicht wird sie ja wirklich krank.“ „Vielleicht
vermisst sie heute ihren Schatz auch nur ganz besonders.“ warf Lena dazwischen.
Bekkie zuckte mit den Schultern, „Die sind doch erst vorgestern weg, sie ist
doch schon länger so.“
„Gut das sie morgen wieder kommen...“ seufzte Cat. „Sie? Du meinst wohl eher
Mark.“, meinte Lena grinsend. „Es wär dir doch total egal ob unsere Männer
auch da sind, solange du deinen Mark hast.“ Cat zuckte bloß mit den Schultern
und grinste. „Kaum zu fassen, wie lange sind wir schon zusammen.... fast Vier
Monate sind es schon, kommt mir vor wie eine Woche...“ Sie seufzte glücklich,
warf den anderen beiden noch einen Gute-Nacht-Kuss zu und meinte gähnend:
„Ich geh jetzt ins Bett. Bleibt ihr noch auf?“ „Ja, morgen ist Samstag.“ „Bin
auch noch gar nicht wirklich müde.“ meinte Lena. „Bis Morgen ihr Zwei...
Gute Nacht, und angenehme Träume...“ „Danke, dir auch.“
Cat verließ müde das Wohnzimmer und stieg die Treppen zu den Schlafzimmern
rauf. Im Bad zog sie sich nachdenklich um.
Kicky war in letzter Zeit wirklich komisch, dauernd starrte sie Löcher
in die Luft und war total ruhig, sie sprach kaum noch ein Wort, was so gar nicht
ihre Art war. Vielleicht hatte sie Probleme mit Nicky und das war es was sie
bedrückte? Aber warum erzählte sie es ihnen dann nicht? Sie beschloss
noch einmal kurz bei Kicky vorbeizusehen, bevor sie selbst ins Bett ging.
Vorsichtig klopfte sie an Kickys Zimmertür. „Herein?“ Cat kam herein und
schloss leise wieder die Tür hinter sich. „Hey Süße...“ flüsterte
sie, während sie sich neben Kicky aufs Bett setzte.
Diese lag schon umgezogen im Bett und hatte sich in ihre Decke gekuschelt, nur
noch ihre Nachttischlampe erhellte den Raum etwas.
„Na.“, sagte sie bloß. Als Cat nichts mehr sagte, fragte Kicky: „Ich dachte
du wolltest ins Bett?“ Cat nickte und lächelte. „Ja, aber ich dachte ich
besuch dich noch mal. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht.“ Kicky nickte.
„Ja, jetzt waren auch immer Nicky oder Mark da.“ Kicky setzte sich auf und machte
damit mehr Platz für Cat, welche es sich im Schneidersitz neben Kicky bequem
machte. „Ich freu mich schon wenn sie morgen wieder kommen, dabei sind sie erst
zwei Tage weg, aber ich vermisse Mark schon wahnsinnig.“ Kicky grinste müde,
„Das nennt sich Liebe.“
Sie saßen eine Weile nebeneinander, in Gedanken ganz bei ihren Freunden.
Irgendwann fragte Cat vorsichtig: „Süße nun sag doch mal was los
ist, du hast doch irgendwas. Ich kenn dich inzwischen auch schon lange genug
um das zu merken.“ Kicky zuckte mit den Schultern. „Du redest fast nichts mehr,
lachen hört man dich auch kaum mehr... du kannst mir nicht erzählen
das du bloß krank wirst, sonst bist du auch nicht so wenn du krank wirst.
Selbst wenn du im Sterbebett liegen würdest, würdest du noch lachen
und reden wie ein Wasserfall.“ Kicky sah Cat bloß ein wenig verzweifelt
an, sagte aber immer noch kein Wort. „Ich bin hier die Seelsorgerin in der WG,
also rück raus mit der Sprache Honey.“ meinte sie aufmunternd und knuffte
Kicky in die Seite.
Diese stütze den Kopf auf die Hände, schloss die Augen und seufzte.
Als sie die Augen wieder öffnete flüsterte sie ganz leise: „Ich krieg
meine Tage nicht mehr...“ Cat dachte erst sie hätte sich verhört.
„Du kriegst deine Tage nicht?“ hakte sie leise nach. Kicky nickte. „Ja, sie
sind schon seit fast vier Wochen überfällig...!“ „Bist du ganz sicher?“
fragte Cat vorsichtig. „Ja, ich habs doch zigmal ausgerechnet...“ Kicky zog
die Knie ganz fest an sich und schlang die Arme darum. Cat überlegte was
sie nun bloß sagen sollte, etwas wie *Das wird schon wieder* war hier
absolut unpassend. „Warst du schon beim Gyn? Oder hast du nen Schwangerschaftstest
gemacht?“ Kicky schüttelte erst den Kopf, dann nickte sie. „Beim Arzt war
ich noch nicht, aber ich hab vorgestern einen Test gemacht...“ „Und?“ fragte
Cat überflüssigerweise. „Positiv.“ Kicky begann zu schluchzen. „Oh
Cat was mach ich bloß wenn ich schwanger bin? Ich bin doch erst 18, ich
kann doch jetzt nicht schon ein Baby kriegen! Ich mache doch jetzt erst das
Abi...!“ Cat nahm ihre Freundin in den Arm, strich ihr beruhigend über
den Rücken und flüsterte: „Kicky mach keine Panik, so ein Test kann
auch falsch ausfallen und deine Tage können auch aus einem anderen Grund
weg bleiben...“ „Nein das glaub ich nicht, ich weiß nämlich das ich
vor ein paar Wochen vergessen habe mir die Pille aus der Apotheke zu holen!
Ich dachte da wird schon nichts passieren wenn ich trotzdem mit Nicky schlafe!“
Cat seufzte. „Oh scheiße...“ „Allerdings, oh scheiße! Verdammt,
verdammt, verdammt!“ fluchte Kicky. Cat redete beruhigend auf Kicky ein, deren
Nerven jetzt vollkommen blank lagen. „Mach dir keine Sorgen, dein Abi kannst
auf jeden Fall noch machen, es ist doch erst Dezember. Das... Baby würde
irgendwann im August kommen...“ Kicky war kaum zu beruhigend, schon gar nicht
als sie die Worte „das Baby“ hörte. Sie fing jetzt vollkommen an zu heulen.
Vor lauter Schluchzen bekam sie Schluckauf. Zwischen einigen Hicksern fragte
sie: „Oh Gott.... was wird Nicky bloß dazu sagen?!“ Cat überlegte
einen Moment. Nicky war 26, sie war sich sicher das er gerne ein Baby hätte.
„Der wird sich bestimmt freuen! Du musst es ihm sagen!“ „NEIN!“ quietschte Kicky.
„Nein ich kann ihm das nicht sagen!“ „Aber warum denn? Ich bin mir sicher er
würde sich freuen wie ein kleines Kind!“ „Und was wenn nicht? Was wenn
er das Kind nicht haben will? Wir sind doch erst seit vier oder fünf Monaten
zusammen! Was wenn ich abtreiben soll und was wenn er mich verlässt wenn
ich es nicht tue?!“ Kicky bekam riesige Panik und begann unkontrolliert zu zittern.
„Kicky, Kicky nun hör doch mal auf mit solchen Gedanken!“ Sie nahm Kicky
fest in den Arm und hielt sie fest bis sie sich wieder einigermaßen beruhigt
hatte und wieder sprechen konnte. „Tut mir Leid...“ schniefte Kicky. „Kicky,
Süße, ich bin mir sicher das Nicky sich freuen würde! Er würde
dich nie zwingen das Kind abzutreiben wenn du das nicht willst!“ „Ich weiß
ja gar nicht was ich will.... will ich es, will ich es nicht... Verdammt ich
weiß es nicht!“ „Du musst es ihm sagen.“ „Cat ich kann ihm das nicht sagen...
ich kann nicht...“ „Aber was willst du denn jetzt tun...?“
Kicky traten wieder die Tränen in die Augen. „Ich weiß nicht... ich
muss darüber nachdenken...“ „Aber du kannst es nicht vor Nicky verheimlichen...
das wäre nicht fair, außerdem musst du seine Meinung dazu hören.
Du kannst nicht einfach das Kind abtreiben wenn er es behalten möchte,
schließlich gehört es zur Hälfte ihm!“ Kicky grinste ein ganz
kleines bißchen. „Ja... es ist Nickys Baby...“ „Siehst du. Die Jungs kommen
morgen zurück, da kannst du es ihm sagen. In einem guten Moment, wenn ihr
zwei alleine seid... mach ein paar Kerzen an, macht es euch romantisch und gemütlich.“
Kicky grübelte. Sicherlich wäre so ein süßes kleines Baby
toll. So eine Mischung aus Nicky und ihr selbst, das in ihrem Bauch wachsen
würde und sie irgendwann Mum und Nicky Daddy nennen würde. Aber dann
dachte sie wieder daran, das sie doch erst 18 war, 19 wenn das Baby kommen würde,
aber das machte nicht viel aus. Sie wollte doch Polizistin werden und nicht
Mutter! Sie würde mindestens zwei Jahre warten müssen bis sie den
Beruf lernen konnte. Und Nicky, er war doch dauernd unterwegs, wie sollte das
bloß werden!
Cat sah wie es in Kickys Hirn arbeitete, man konnte es förmlich rauchen
sehen. Sie blieb still sitzen und rührte sich nicht. Irgendwann seufzte
Kicky auf. „Ich weiß es nicht... ich weiß es einfach nicht.... ich
muss darüber nachdenken. Ich denke zwar schon seit Tagen, aber vielleicht
fällt mir jetzt eine Lösung ein...“ „Pass auf, am besten ist es wenn
du morgen erst einmal zum Frauenarzt gehst. Dann weißt du hundertprozentig
ob du schwanger bist oder nicht. Du kannst dir auch gleich Informationen geben
lassen über Abtreibung oder so etwas, vielleicht auch über Adoption...“
Kicky sah Cat bei dem Wort Abtreibung entsetzt an. Abtreibung? Sollte sie ein
kleines Leben wirklich sterben lassen? „Nein, abtreiben möchte ich nicht.
Es ist mir egal wie alt ich bin und alles andere auch, aber ich würde niemals
ein kleines Baby abtreiben!“ Cat nickte. „Das dachte ich mir sowieso.“ Die beiden
Girls saßen wieder schweigend nebeneinander bis Cat fragte: „Also gehst
du morgen zum Gyn?“ Kicky nickte. „Ja... ich habe Angst vor dem Ergebnis...“
„Aber es ist besser als so in der Luft zu hängen und nichts hundertprozentiges
zu wissen.“ Kicky seufzte. „Ja... ich gehe schon hin... aber, kommst du vielleicht
mit? Bitte, irgendjemand muss dabei sein, alleine halt ich das nicht aus!“ Cat
nickte. „Wir gehen morgen ganz früh los, damit wir um elf beim Arzt sitzen.“
Die beiden unterhielten sich nur noch kurz, Cat redete Kicky gut zu, bis diese
sich wirklich beruhigt hatte und es so aussah als wenn sie gut schlafen könnte.
Dann erst ging sie in ihr eigenes Bett, es war bereits 1 Uhr vorbei.
Danach lag sie noch eine halbe Stunde grübelnd im Bett. Ob Kicky wirklich
schwanger war? Sie war die Jüngste in der WG, erst 18!
Aber vielleicht war alles ja nur falscher Alarm. Vielleicht gab es noch eine
andere logische
Erklärung dafür das ihre Tage nicht kamen. Und so ein Schwangerschaftstest
war nicht hundertprozentig sicher.
Aber das würde sich morgen schon herausstellen, nachdem sie beim Frauenarzt
gewesen waren.
Wie sollte es bloß weitergehen wenn Kicky wirklich schwanger war? Kicky
würde das Kind bestimmt behalten. Da war sich Cat sicher. Worüber
sie sich nicht ganz sicher war, wie es danach weiter gehen würde. Würde
sie Nicky heiraten? Würde sie womöglich die WG verlassen um mit ihm
und dem Kind zusammen zu leben?!
Cat hasste diesen Gedanken vom Moment seiner Entstehung an. Kicky konnte sie
Drei doch nicht einfach so verlassen und alleine hier zurück lassen? Nur
durch Kicky hatten sie sich alle kennen gelernt, sie war der Angelpunkt in ihrer
Freundschaft.
Cat hatte Kicky im Internet kennen gelernt und war vor fünf Jahren zu ihr
gezogen.
Sie hatte es in London nicht mehr ausgehalten und zog fürs Studium nach
Irland und hatte sich dann mit ihr getroffen. Wenige Wochen später hatte
sie ihre ungemütliche Studentenbude verlassen und war zu Kicky in dieses
Haus gezogen, das sie von ihrer Uroma geerbt hatte und hier mit ihrer besten
Freundin Bekkie wohnte.
Nach Cat war noch Lena in das Haus gezogen, damit war die Frauen-Weg vollständig
gewesen.
Solange war das jetzt schon her... Es waren die schönsten Jahre ihres Lebens
gewesen, und bestimmt die lustigsten. Mit den Drei Mädchen hatte sie soviel
Spaß, sie fühlte sich soviel freier und selbstsicherer. Die Mädchen
nahmen sie so wie sie war.
Ganz verstrickt in diese Gedanken schlief Cat irgendwann doch noch ein.
Am nächsten Morgen standen die beiden Mädchen ganz früh auf,
vor allen anderen. „Psst, sei leise, wir wollen die anderen nicht aufwecken,
die wollen bestimmt noch schlafen...“ flüsterte Cat, währen Kicky
leise fluchend nach dem Hausschlüssel suchte.
Erleichtert seufzten sie auf als sie zusammen in Cats kleinem Auto saßen
und endlich los fahren konnten.
Sie hatten beide nur schnell ein Brötchen gegessen und waren dann sofort
losgefahren, so das sie bereits um halb elf beim Frauenarzt im Wartezimmer saßen.
„Zum Glück sind wir so früh da, und der Arzt hat gleich Zeit für
dich.“, flüsterte Cat Kicky zu, während sie ihre Hand drückte.
Kicky Hände zitterten und sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum.
Als ihr Name aufgerufen wurde zuckte sie erschrocken zusammen und sah Cat hilfesuchend
an. „Na, nun geh schon... ich warte auf dich.“, sagte diese bloß leise
und lächelte Kicky aufmunternd an. Ohne ein weiteres Wort verschwand diese
im Sprechzimmer des Arztes. Endlich konnte Cat ihre aufgesetzte, ruhig wirkenden
Maske abnehmen. Sie war genauso nervös wie Kicky. Vielleicht nicht ganz
so sehr, aber es reichte um ihre Hände zittern zu lassen. Sie griff sich
eine der Zeitschriften die auf dem Tisch lagen um sich abzulenken und begann
zu lesen. Aber sie konnte sich nicht wirklich auf den Text konzentrieren, also
gab sie es wieder auf und starrte aus dem Fenster. Alle zwei Minuten sah sie
auf die Uhr und hoffte das es nicht mehr lange dauern würde. Es war schon
11:30 Uhr.
Was sie dort drinnen wohl gerade besprachen? Vielleicht war alles ja nur ein
falscher Alarm... Nervös tippten Cats Füße auf den Boden.
Nach einer halben Stunde, für Cat war es mindestens doppelt so lange gewesen,
öffnete sich die Tür des Arztzimmers und Kicky kam heraus. Cat sprang
auf und lief ihrer Freundin entgegen. Diese blickte sie bloß an und sagte
gar nichts.
Die beiden holten bloß ihre Jacken und gingen schweigend zum Auto. Cat
fragte nichts nach, sie konnte sich die Antwort denken. Wenn es falscher Alarm
gewesen wäre, wäre Kicky ihr wie ein Wirbelsturm um den Hals gefallen.
Die beiden Mädchen saßen eine Weile schweigend nebeneinander, bis
Kicky flüsterte: „Ich bin wirklich schwanger.“ Mehr sagte sie nicht. Cat
seufzte und schloss die Augen.
„Ich möchte nach Hause....“ bat Kicky, und Cat startete den Wagen.
In der Zwischenzeit waren Bekkie und Lena daheim auch schon auf den Beinen
und wunderten sich wo Kicky und Cat hin verschwunden waren, nachdem sie das
halbe Haus nach ihnen durchsucht hatten.
„Wo sind die bloß hin?“ fragte Lena. Die beiden betraten die Küche.
„Guck mal, da steht ihr Frühstücksgeschirr. Die beiden müssen
früh aufgestanden sein... aber warum?“ Lena zuckte mit den Schultern. „Werden
wir schon erfahren, wenn sie wiederkommen. Was mich ärgert, WIR dürfen
jetzt nämlich ihr Geschirr abspülen!“ Bekkie meinte bloß: „Hoffentlich
kommen sie bald. Shane hat gerade aus dem Auto angerufen und gesagt das sie
in fünf Minuten bestimmt da sind.“ „Was?! In fünf Minuten? Wo ich
grade erst aufgestanden bin und auch so aussehe?!“ Wie ein Blitz schoss Lena
ins Bad.
Bekkie seufzte bloß und begann den Tisch abzuräumen. Tatsächlich
hörte sie ein paar Minuten später mehrere Autos auf den Parkplatz
vor dem Haus. Erfreut warf sie das Geschirrtuch in die Ecke und lief zur Tür
um die Jungs zu begrüßen.
Draußen sah sie gerade Shanes schwarzen Mercedes einparken. Aus dem Wagen
stiegen auch Mark und Nicky.
Bekkie fiel Shane sofort um den Hals und küsste ihn. „Ich hab dich schon
wieder so vermisst!“ Shane wirbelte Bekkie einmal durch die Luft und schloss
dann seine Arme wieder um sie. „Ich dich auch.“, flüsterte er.
Der Papparazzi der oft um die Ecke positioniert stand, kümmerte sie schon
lange nicht mehr, sollten ruhig alle die Vier glücklichen Paare sehen.
Jetzt kam auch Lena aus der Tür gestürmt, die natürlich Bekkies
Freudenschrei richtig gedeutet hatte. Sie gab Kian einen innigen Kuss und bestürmte
ihn sofort mit Fragen wie es ihm ginge und wie es in London gewesen war.
Mark und Nicky gingen ins Haus und erwarteten dort ihre Freundinnen zu finden,
aber nach ein paar Minuten trafen sie sich wieder unten in der kleinen Halle.
„Hast du Kicky gesehen?“ fragte Nicky. „Nee, du Cat?“ Nicky schüttelte
den Kopf. „Wo sind die denn bloß?“ Mark warf einen Blick aus dem Fenster.
„Cats Auto steht auch nicht da, vielleicht sind die beiden zusammen weggefahren?“
„Also, die können doch nicht einfach weg fahren wenn wir auf dem Weg sind?
Die wussten doch das wir kommen! Also jetzt bin ich aber wirklich schwer getroffen.“
Nicky zog wieder mal eine seiner Schnuten.
Bekkie, Shane, Lena und Kian betraten nun auch das Haus. Die beiden anderen
Männer wunderten sich auch, wo Kicky und Cat geblieben waren. „Wollt ihr
nicht mal eure Freundinnen suchen?“ fragte Kian, den Arm eng um Lena gelegt.
Die sechs gingen ins Wohnzimmer und machten es sich auf Sesseln und dem Sofa
bequem. „Haben wir schon, die sind vom Erdboden verschluckt.“, antwortete Nicky
blickte fragend drein. Er war es nicht gewöhnt das seine Kicky nicht zuhause
war wenn er zurück kam, er fühlte sich ignoriert.
„Schau uns nicht so an,“ meinte Bekkie. „wir wissen auch nicht wo die beiden
hin sind, sie waren schon weg als wir aufgestanden sind. Das einzige was sie
uns zurück gelassen haben, war ihr Frühstücksgeschirr.“
„Entschuldigung, wir haben total vergessen es wegzuräumen.“, ertönte
auf einmal Cats Stimme hinter ihnen. Erstaunt drehten sich fünf Köpfe
herum, Mark sprang sofort glücklich auf als er Cats Stimme vernahm. Die
legte ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn zur Begrüßung.
„Hey Darling...“ flüsterte sie. Hinter ihr stand Kicky, die Hände
um ihre Handtasche gekrallt, mit Tränen in den Augen. Nicky lief sofort
auf sie zu und schloss sie in die Arme als er das sah. Er fragte leise: „Mein
Schatz, meine Süße... was ist denn los?“ Kicky schüttelte bloß
den Kopf und ein Tränen liefen ihr die Wangen hinunter. Die anderen beobachteten
bloß die Szene, bis Lena fragte: „Wo seid ihr denn gewesen? Ihr hättet
wenigstens einen Zettel hinterlassen können, damit wir wissen wo ihr seid!“
Cat entschuldigte sich: „Tut uns Leid, wir haben das total vergessen... wir
mussten nur was... erledigen.“
„Kicky Süße was ist denn los?“ fragte Bekkie, nun auch besorgt. Aber
Kicky sagte kein Wort und schlug sich nur die Hände vor die Augen. Nicky
sah Cat fragend und ein wenig verzweifelt an. „Was ist denn passiert?“ wollte
er leise wissen. Cat schüttelte den Kopf. „Das muss dir Kicky selber erzählen.“
Während sie sich mit Mark auf dem Sofa niederließ, führte Nicky
seine immer noch weinende Kicky in ihr Zimmer.
Dort lagen die beiden eine lange Zeit zusammen gekuschelt auf Kickys großem
Bett, bis die Tränen irgendwann versiegt waren.
Nicky strich Kicky immer wieder beruhigend durch die Haare und über den
Rücken. Kicky war froh seine Wärme um sich zu spüren, seinen
leisen Atem durch ihr Schluchzen zu hören. Dankbar legte sie seinen Kopf
auf seine Brust. „Kicky, mein Schatz, meine Süße... willst du mir
nicht endlich sagen was los ist? Bitte, ich mache mir schon solche Sorgen um
dich! Du bist schon so lange so seltsam, ich wollte vor vier Tagen gar nicht
wegfliegen und dich alleine lassen.“ Er seufzte. „Du bist gar nicht mehr so
fröhlich, und du redest nicht mehr soviel.... ich vermisse das.... was
ist aus der Kicky geworden die ich liebe?“ Kicky blickte ihn an und seufzte.
Nicky fragte noch mal ganz leise: „Mein Schatz was ist los mit dir...?“ Kicky
schloss die Augen. „Ich bin schwanger.“ Mehr sagte sie nicht. Aber diese drei
Worte genügten um Nicky völlig aus der Fassung zu bringen. „Kicky
hab ich das gerade richtig verstanden oder habe ich mir eingebildet das du gesagt
hast du bist schwanger?“ Kicky öffnete die Augen wieder, sie musste sogar
ein kleines bisschen grinsen. Statt einer Antworte flüsterte sie: „Nicky
du wirst Daddy...“ „Oh mein Gott ich werde Vater?!“ Nicky lachte laut auf und
schloss Kicky in die Arme. „Ist das wirklich wahr, ist das wirklich, wirklich
wahr?!“ Als Kicky sah wie sehr Nicky sich freute, lächelte sie und nickte.
Nicky konnte sich nicht mehr halten und sprang auf. Er fuhr sich durch die Haare
und lachte, er wusste gar nicht was er sagen sollte. Er zog Kicky hoch und in
direkt in seine Arme. „Deshalb waren wir vorhin nicht da.... ich war mit Cat
beim Frauenarzt...“ Nicky küsste Kicky glücklich. „Seit wann weißt
du es?!“ „Ich habe mir schon seit Tagen Sorgen gemacht.... aber ganz sicher
weiß ich es erst seit einer Stunde.“ „Sorgen gemacht? Aber warum denn
Sorgen?“ „Nicky, ich bin erst 18... weißt du was es für ein Schock
ist festzustellen, in dem Alter schwanger zu sein?“ „Aber wir wollen das Kind
doch behalten, oder?!“ fragte er aufgeregt. Kicky überlegte kurz, aber
wie sie so in Nickys Armen lag und in sein fröhliches Gesicht sah, in seine
Augen die glücklich blitzen, war die Entscheidung nicht schwer. „Ja, wir
behalten das Kind.“
Kickys Kopf lag auf Nickys Brust. Sie lauschte seinem Herzschlag. Nach einiger
Zeit hob sie ihren Kopf und schaute in die strahlenden Augen ihres Freundes.
„Ich kanns kaum erwarten den Anderen zu erzählen, dass ich Daddy werde!“
Nicky war aufgeregt, wie ein kleines Kind an Weihnachten. Kicky lächelte.
„Wir können ja heute Abend eine kleine Party im Keller machen und den anderen
dann davon erzählen.“ Nicky streichelte den Bauch seiner Freundin und küsste
ihn. „Gute Idee. Dann bekommt unser Baby auch direkt mit, wie man richtig Party
macht!“, grinste Nicky. Kicky begann zu lachen. „Spinner!“ Sie kuschelte sich
wieder an ihren Freund. So verbrachten die beiden die nächsten drei Stunden
damit, über ihr Baby zu sprechen, während Lena, Bekkie, Cat, Kian,
Mark und Shane im Wohnzimmer saßen. „Was hat sie nur? Ich mache mir wirklich
Sorgen. Sie ist doch meine beste Freundin. Kicky hat mir sonst immer alles erzählt!“
Bekkie zerbrach sich schon seid Stunden den Kopf über Kicky.
Cat fühlte sich ein wenig unwohl in ihrer Haut, da sie genau wusste, was
mit Kicky los war.
Shane streichelte seiner Freundin über den Rücken. „Du wirst schon
nocherfahren was los ist, Süße.“ Bekkie seufzte und sah Cat an. „Cat!
Du weißt doch was!“ Cat sah verlegen zu Boden. „Ich kanns euch nicht sagen.
Das muss Kicky wirklich selbst machen.“ Bekkie wollte gerade abermals versuchen
etwas aus Cat heraus zu bekommen, als plötzlich Nicky und Kicky in der
Tür standen. Beide grinsten ihren erwartungsvoll dreinschauenden Freunden
fröhlich entgegen. Lena platzte als erstes mit der Frage, die allen auf
der Zunge lag, heraus. „Und? Habt ihr uns nicht was mit zu teilen?“ Kicky sah
ihren Freund fragend an. Nicky nickte und seine Freundin begann zu sprechen.
„Nicky und ich.... wir werden Eltern. Ich bin schwanger.“
Allen außer Cat klappte die Kinnlade hinunter. DAS hatte keiner von ihnen
erwartet. Cat grinste Kicky an und auch auf Kickys Gesicht formte sich ein noch
breiteres grinsen als zuvor. Bekkie fand als erstes ihr Sprache wieder. „Das
ist ja klasse! Herzlichen Glückwunsch!“ Sie sprang auf und umarmte ihre
beste Freundin und deren Freund. Sie küsste die beiden auf die Wange und
wandte sich dann Kickys Bauch zu. „Hallo Baby! Ich freu mich schon auf dich!
Mal schaun ob du genauso süß bist , wie deine Mummy!“
Kicky begann zu lachen. „Du bist echt bescheuert Bekkie!“
Nach und nach kamen nun auch Kian, Mark und Lena, um den werdenden Eltern zu
gratulieren. Nachdem alle sich wieder einigermaßen beruhigt hatten, bei
Bekkie und Lena dauerte dies etwas länger, da Beide total aus dem Häuschen
waren, machte sich die Gruppe auf den Weg in den Keller, wo noch bis tief in
die Nacht gefeiert und über das Baby dikutiert wurde.
Einen Monat später waren Kicky und Lena mit dem Auto auf dem Heimweg. Lena
hatte ihre Freundin nach der Uni zum shoppen getroffen. Die Beiden hatten diverse
Boutiquen und Baby-Shops abgeklappert und waren schließlich bei D&G
hängen geblieben.
Kicky hatte sämtliches Geld in der Babyabteilung für Strampler, Söckchen,
Mützchen und was ein Baby von Welt sonst noch so braucht, ausgegeben, während
Lena mindestens fünf neue Hosen und zehn Oberteile eingekauft hatte.
Nach fünf Stunden kamen die beiden Mädles, vollgepackt mit sechs riesigen
Tüten, zu Lenas Auto zurück. Nachdem sie alle Tüten im KoffLerraum
verstaur hatten , hatten sie sich auf den Heimweg begeben. Nun saßen sie
im Auto und unterhielten sich aufgeregt über die gestrige OC-California
Folge.
Sie überquerten gerade eine Kreuzung, als Lena plötzlich Reifenquietschen
vernahm. Sie spürte einen heftigen Ruck und einen plötzlichen Schmerz
im Kopf. Danach war alles schwarz..
Kian lag erschöpft im Bett.Sein Körper war noch immer schweißnass.
Er sah neben sich. Jodi schlief bereits. Er fuhr sich durch die Haare und setzte
sich auf die Bettkante. Er bereute, was er getan hatte. Er wusste von Anfang
an, dass es falsch war mit Jodi zu schlafen, doch er hatte ihr nicht widerstehen
können. Er liebte zwar seine Lena, doch der Versuchung und den Erinnerungen
an die vergangene Zeit mit Jodi hatten ihn dazu bewegt sich mit ihr einzulassen.
Es war wunderschön gewesen und doch hatte es nichts mit Liebe zu tun. Es
war nur das tierische Verlangen gewesen, was ihn getrieben hatte. Er liebte
Lena. Sie war sein Ein und Alles.
Plötzlich wurde Kian von seinem Handy aus den Gedanken gerissen. „Bekkie
Handy“ stand dort auf dem Display. Er zog schnell seine Boxershorts an und verließ
das Zimmer. Er hob ab. „Ja?“ „Kian! Du ... du musst sofort kommen!“ Bekkie war
in Tränen aufgelöst. „Hey! Beruhig dich doch erst mal! Was ist denn
los?“ „Lena und Kicky... sie hatten... einen... Unfall...“ Bekkie brach wieder
in Tränen aus. „Du musst kommen, Kian!“ Kian spürte auf einmal nichts
mehr. Es war, als wären seine gesamten Eingeweide plötzlich nicht
mehr da.Als wäre er nur eine leere Hülle „Lena – Unfall – Lena – Unfall
- Lena.“ Das war das einzige woran er nun denken konnte. „ Was hat Lena denn?“
Kians Stimme zitterte. Er war den Tränen nahe. „Wir wissen noch nichts...
sie wird noch untersucht. Komm bitte sofort. Wir sind im Sligo-Hospital.“ „Ich
bin schon unterwegs.“ Kian legte auf. Er stürmte ins Zimmer, wo Jodi immer
noch schlafend im Bett lag, suchte seine Klamotten zusammen und zog sich so
schnell es ging an. Danach stürmte er aus dem Haus und schwang sich in
sein Auto. Während der ganzen Fahrt zum Krankenhaus wurde Kian von Angst
um Lena und seinem schlechten Gewissen geplagt. Er hoffte inständig, dass
es seiner großen Liebe gut ging. Ihr durfte einfach nichts schlimmes passiert
sein. Er liebte sie doch so sehr.
Am Krankenhaus angekommen schwor Kian sich, nie wieder etwas mit einer anderen
Frau anzufangen. Lena würde auch nie von seinem Seitensprung mit Jodi erfahren.
Er liebte sie zu sehr, um ihr diesen Schmerz zu zu fügen. Er hielt auf
dem Parkplatz und stieg aus seinem Auto. Im Eingangsbereich des Krankenhauses
wurde er bereits von Bekkie, Cat und Mark erwartet. Nicky befand sich im Zimmer
seiner Freundin, die noch immer bewusstlos war. Bekkie begrüßte Kian
mit einer Umarmung, führte ihn in Lenas Zimmer und ließ ihn mit seiner
Freundin allein. Kian setzte sich an Lenas Bett und begann still zu weinen.
Lena öffnete langsam die Augen. Sie sah eine verschwommene Gestalt. Als
sich nach ein paar Sekunden ihr Blick klärte, erkannte sie Kian. Er lächelte
sie an. „Endlich bist du wach, Schatz!“ Er drückte leicht ihre Hand und
küsste diese. Lena versuchte sich aufzurichten, ließ sich allerdings
sofort wieder zurücksinken, als sich alles in ihrem Kopf zu drehen begann.
Sie sah sich um. Sie war im Krankenhaus. Ihren linken Arm schmückte ein
Gips und ihr gesamter Körper schmerzte. Sie schloss die Augen und versuchte
sich an etwas zu erinner, doch es ging nicht. Es war alles weg. „Was ist passiert?“
Lena sah ihren Freund fragend an.
„Ihr... also du und Kicky... ihr hattet einen Unfall mit dem Auto. Ein LKW-Fahrer
hat nicht auf die Ampel geachtet und ist auf der Kreuzung in euer Auto hineingerast.Du
warts lange ohnmächtig. Der Arzt sagt, ihr hättet Glück gehabt.
Du hast „nur“ einen gebrochenen Arm. Prellungen und eine Gehirnerschütterung
und Kicky...“ Kian verstummte. Lena sah ihn durchdringend an. Ein schrecklicher
gedanke schoss ihr Durch den Kopf. „Was ist mit Kicky? Was ist mit dem Baby?“
Sie hatte bereist Tränen in den Augen. Kian drückte ihre Hand ein
wenig fester und begann langsam zu sprechen. „Kicky hat ebenfalls eine Gehirnerschütterung
und Prellungen und das Baby...“ Kian schluckte. „... sie... sie hat es verloren.“
Lena konnte es nicht glauben. Das durfte nicht sein. „Nein“ Das... das kann
nicht sein!“ Sie schlug die Hände vors Gesicht und begann zu schluchzen.
Kian nahm seine Freundin in den Arm. „Shhhh“
Er streichelte ihr beruhigend über den Rücken.
Während dessen saß Bekkie an Kickys Bett. Kicky war bereits vor zwei Stunden aufgewacht. Sie war in Tränen und Schreikrämpfe ausgebrochen, als sie erfahren hatte, dass ihr Baby tot war. Nicky hatte versucht seine Freundin zu beruhigen und zu trösten. Kicky jedoch, hatte ihn nur schroff zurück gewiesen und ihm gesagt, er solle gehen. Nicky hatte nach einigem Hin und Her schließlich das Krankenhaus verlassen. Bekkie hatte ihm versprochen sich bei ihm zu melden, sobald es etwas Neues gab. Nachdem Nicky gegangen war hatte Kicky noch ein paar Minuten still geweint. Nun lag sie schon seid über einer Stunde in ihrem Bett und starrte die kahle, weiße Wand ihr gegenüber an. Bekkie hatte einige Male versucht mit ihr zu sprechen, doch Kicky hatte nicht geantwortet und statt dessen weiter auf die Wand gestarrt. Bekkie machte sich ernstahft Sorgen. Noch nie hatte etwas ihre beste Freundin so aus der Bahn geworfen.
Nach einer Woche wurden Lena und Kicky aus dem Krankenhaus entlassen. Kian hatte
sich mitlerweile jemanden anvertraut. Er hatte Bekkie noch am selben Tag von
seinem Fehltritt berichtet. Diese war bestürzt gewesen, dass er Lena so
etwas angetan hatte. Doch sie hatte ihm versprochen Lena nichts zu sagen. Auch
sie wollte ihre Freundin nicht verletzen. Sie wusste, dass ihre Freundin es
nur sehr schwer ,wenn überhaupt, verkraften würde, dass Kian sie betrogen
hatte. Noch dazu mit Jodi seiner Ex-Freundin, mit welcher er Lena wegen Schluss
gemacht hatte.
Kicky hielt ihren Freund noch immer auf Distanz. Der einzige, den sie an sich
heranließ, bei dem sie sich ausweinte und mit dem sie sprach, war Shane.
Nicky war enttäuscht, dass sie sich nicht an ihn wandte, war allerdings
auch froh, dass sie sich wenigstens seinem besten Freund öffnete. Es würde
ihr gut tun mit jemandem über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen.
So ließ Nicky es zu, dass Shane Stunde um Stunde bei Kicky weilte und
ihr seine starke Schulter bot.
Während dieser Zeit verbrachte Bekkie viel Zeit mit Lena. Sie kümmerte
sich um ihre Freundin und half ihr wieder auf die Beine zu kommen. Lena war
nach dem Unfall sehr geschwächt gewesen. Bekkie päppelte sie wieder
auf. Zwischen Lena und Kian hatte sich nichts geändert. Kian verhielt sich
Lena gegenüber genau, wie er es vorher getan hatte. Er spielte den Freund,
der sie über alles liebte und ihr nie etwas antun könnte.
Mit der Zeit quälte Bekkie das Wissen, dass Kian eine ihrer besten Freundinnen
mit seiner Ex betrogen hatte. Sie konnte es einfach nicht mehr für sich
behalten. Lena hatte ein Recht darauf dies zu erfahren. Doch konnte sie das
wirklich tun? Nein. Sie konnte ihre Freundin nicht so verletzten. Bekkie beschloss
abzuwarten, ob Kian es Lena selbst mitteilte.
Nach weiteren vier Wochen, Kickys Zustand hatte sich bisher nicht verändert
und Lena wusste immer noch nichts vom Fehltritt ihres Freundes, kam Bekkie um
12.00 Uhr nach Hause. Einer ihrer Professoren war erkrankt. Somit war sie drei
Stunden fürher zu Hause, als normalerweise. Sie wollte Shane überraschen
und hatte ihm, auf Grund dessen, nicht Bescheid gegeben.
Sie schloss die Haustür leise hinter sich. Sie wollte ja niemanden auf
sich aufmerksam machen. Ihre Jacke hing sie an die Garderobe. Leise schlich
Bekkie die Treppe hoch, den Flur entlang auf ihr Zimmer zu. Plötzlich hörte
sie aus Kickys Zimmer ein Geräusch. Das war eindeutig Shane gewesen. Anscheinend
war er, wie so oft in den letzten Wochen, wieder bei Kicky. Bekkie machte also
kehrt und ging zum Zimmer ihrer Freundin. Langsam öffnete sie die Tür
und betrat das Zimmer. Überall auf dem Boden lagen Kleidungstücke
verstreut. Bekkie stutzte. Als ihr Blick aufs Bett fiel, konnte sie nur schwer
einen Schrei unterdrücken.
Das, was sie dort sah, verschlug ihr den Atem. Ihr wurde schwindelig. Bekkie
klammerte sich an der Tür fest, um nicht um zu fallen. Dort im Bett lag
Kicky, nur in eine Decke gehüllt, eng umschlungen mit Bekkies Freund, der
nur eine Boxershorts trug.
Dieses Bild ließ wirklich keinen Zweifel. Ihr beste Freundin und ihr Freund,
den sie über alles liebte, hatten sie hintegangen und miteinander geschlafen.
Sie konnte es nicht fassen.
Bekkie schlug die Tür so heftig zu, wie es ihr möglich war, und beobachtete,
wie Shane aufschrak und in Richtung Tür sah.
Als Dieser seine Freundin erblickte, weiteten sich seine Augen in Schock. „Honey...“
Bekkie sah Shane wütend und verletzt an. Sie verließ das Zimmer,
ohne auch nur ein Wort zu sagen. Sie ging geradewegs in ihr Zimmer und verschloss
sorgfältig die Tür hinter sich. Danach lehnte Bekkie sich gegen die
Wand und ließ sich langsam zu Boden sinken. Warum? Warum hatte er das
getan? Sie zog die Knie an und schlang ihre Arme darum. Tränen der Wut
und Tränen der Vrezweiflung rannen nun ihre Wangen hinab. Warum hatten
die beiden Menschen, die ihr am meisten bedeuteten bzw, bedeutet hatten das
angetan? Sie fragte sich, ob Shane sie überhaupt geliebt hatte. Die verrücktesten
Gedanken schwirrten Bekkie durch den Kopf, während Shane mit den Fäusten
gegen die Tür ihres Zimmers hämmerte und sie bat zu öffnen. „Es
ist alles nicht so wie du denkst! Glaub mir! Ich liebe dich doch!!“ Bekkie lachte
auf. „Geh weg! Behalt deine Lügen für dich! Ich will davon nichts
hören! Verschwinde und komm nie wieder! Ich will dich nicht mehr sehn!“
Shane rief weiterhin irgend etwas durch die Tür, doch Bekkie hörte
schon längst nicht mehr, was er sagte. Sie war wieder in ihre Gedanken
versunken.
Vielleicht war Shane nur mit ihr zusammen gewesen, um Kicky nahe zu sein. Vielleicht
hatte er die ganze Zeit ihre beste Freundin geliebt und nicht sie. Wenn er mit
ihr geschlafen hatte, waren seine Gedanken sicherlich immer bei Kicky gewesen
und nun, da Kicky psychisch labil war, hatte er seine Chance an sie heranzukommen
genutzt. „Und Kicky, dieses Flittchen, hat sich natürlich von ihm trösten
lassen.“, murmelte sie.
Sie wischte sich die Tränen von den Wangen. Dieser Kerl war es nicht Wert,
dass sie ihm nachtrauerte. Vor ihrer Tür war es ruhig geworden. „Wahrscheinlich
hat Shane sich wieder zu seiner Kicky verzogen“, dachte Bekkie. Sie stand vom
Boden auf und ging zu ihrem Schrank. Sie holte einen Koffer daraus hervor und
legte diesen geöffnet auf ihr Bett. Ein paar Minuten stand Bekkie unentschlossen
in ihrem Zimmer, begann dann allerdings ihren Schrank auszuräumen und die
Sachen im Koffer zu verstauen.
Eine Halbe Stunde später schloss Bekkie den fertig gepackten Koffer. Sie
schaute sich noch ein Mal im Zimmer um. Nein, sie hatte nichts wichtiges vergessen.
Den restlichen Kram würde sie später holen. Das blonde, zierliche
Mädchen hievte den Koffer von ihrem Bett öffnete die Tür ihres
Zimmers und trat hinaus auf den Flur. Shane, der an die Wand gelehnt neben der
Tür gesessen hatte, sprang auf. „Was machst du? Wo willst du hin?“ Bekkie
ignorierte ihren Ex-Freund und ging die Treppe hinunter in den Flur. Shane rannte
hinter ihr her und hielt sie am Arm fest, „Fass mich nicht an!“ Bekkie sah ihn
zornig an. In ihren Augen hatten sich abermals Tränen angesammelt. „Bekkie,
ich liebe dich! Bleib hier! Bitte!“ Bekkie lachte verletzt auf und wischte sich
die Tränen von der Wange. „Ich habe dich geliebt Shane! Ich habe dich geliebt,
wie keinen anderen zuvor! Ich hasse dich dafür, dass du mir das angetan
hast! Du bist genauso wie alle anderen. Belügst und betrügst die Frauen!
Du hast mich NIE geliebt! NIE! Ich will dich nie wieder sehen!!!“ Mit diesen
Worten verließ Bekkie das Haus. Die Tür fiel laut hinter ihr zu.
Das nächste, was Shane vernahm, waren die Geräusche eines Autos, welches
den Hof verließ. Nun war sie weg.
Shane konnte nicht glauben, was er getan hatte. Er hatte die Liebe seines Lebens
durch solch eine Dummheit verloren. Er ließ sich auf der untersten Stufe
der Marmortreppe nieder und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Er begann
verzweifelt zu weinen.
Kicky der das alles sehr leid tat und peinlich war, setzte sich neben Shane
auf die Treppe und strich ihm über den Rücken. „Das hätten wir
nicht machen sollen..“ Kicky begann auch zu weinen. „Ich mein, sie ist meine
beste Freundin und ich kann doch nicht einfach mit ihrem Freund schlafen.“ „Ich
bin schuld, ich hab meine Beziehung und eure Freundschaft zerstört!“ „Shane,
lass gut sein, ich hätte genauso gut abblocken können...“ Shane war
total verzweifelt. „Ich… Fahr zu Nicky.“ Shane wollte sich bei seinem besten
Freund ausheulen, Kicky gefiel diese Idee dennoch nicht so gut. „Shane, ich
glaub das ich keine so ne gute Idee… Ich glaub ich will Nicky das selbst sagen.“
„Oh ja, sorry… Scheiße man… Dann ist eure Beziehung ja jetzt auch im Arsch!!“
Kicky begann zu weinen. „Ich… ich… Geh Bekkie suchen.“ Sie stand auf, zog ihre
Jacke an und ging nach draußen. Draußen angekommen öffnete
sie das Garagentor und stieg auf ihr Fahrrad. Sie bezweifelte das Bekkie sich
noch irgendwo hier und Sligo aufhielt. Sie war bestimmt schon über alle
Berge. Dennoch gab sie die Hoffnung nicht auf Bekkie irgendwo an einer ihrer
Lieblingsplätze zu finden, wo sie früher immer hingegangen ist wenn
sie verzweifelt war.
Und tatsache. Sie hörte schon von weitem ein Schluchzen. Als sie sich der
kleinen Bucht näherte konnte sie von weitem schon Bekkies Auto erkennen.
Kicky stieg von ihrem Fahrrad ab und lehnte es an den nächsten Baum. Langsam
ging sie von hinten auf ihre Freundin zu. Bekkie saß im Sand. Ihr Gesicht
in den Händen vergraben und bitterlich weinend. Kicky tat es in der Seele
weh ihr Freundin so zu sehen und zu wissen, dass es ihre schuld war. Sie fragte
sich, wie sie das hatte tun können. Sie hatte alles zerstört. Die
Beziehung von Bekkie und Shane und ihre eigene. Was würde Nicky wohl dazu
sagen?! As Kicky so ihren Gedanken nachging, drehte Bekkie sich um und erblickte
ihre Freundin. Sie stand sofort auf und wollte sich auf den Weg zu ihrem Auto
machen. Kicky jedoch hielt ihre Freundin am Arm fest. „Bitte Bekkie! Bleib hier!
lauf nicht wieder weg! Wir müssen darüber reden!“ Bekkie wischte sich
ihre Tränen von der Wange und sah Kicky wütend an. „ Du willst also
mit mir darüber reden, das du mich total hinterhältig hintergangen
hast und einfach mit meinem freund geschlafen hast ja? Okay! Können wir
machen! Schämst du dich wenigstens, dass du mit dem Vater meines Kindes
im Bett warst, ja? Du bist echt das letzte! IHR seid echt das letzte! Kümmer
dich lieber mal um deinen Freund! Der ist sicherlich auch nicht begeistert davon!!“
Sie riss sich los und lief zu ihrem Auto. Eine ziemlich verwirre und verzweifelte
kicky blieb zurück. Hatte sie das richtig gehört? Bekkie war schwanger
von Shane?! Kicky fuhr sich durch die Haare und seufzte. Sie ging langsam wieder
zurück zu ihrem Fahrrad, stieg auf und fuhr nach Hause. Dort angekommen
stellte sie ihr Fahrrad nicht wie gewöhnlich in die Garrage somdern ließ
es unachtsam auf den Hof fallen. Sie schloss die Tür auf und betrat das
Haus. Es war still. Anscheinend war noch niemand zu Hause. Wenn Kicky näher
darüber nachdachte war ihr das auch lieber so. Sie wollte jetzt niemanden
sehn. sie ließ die Tür hinter sich zufallen und ging ins Wohnzimmer.
Als Kickysich grade auf die Couch legen wollte, klingelte ihr Handy. Kicky ging
also in den Flur kramte ihr handy aus einer ihrer diversen Jacken und ging ran.
„ Ja?“ „Hi Schatz! ich bins...“, vernahm sie Nickys Stimme an der anderen Seite
des Hörers. „Oh... Hi Nicky. Wie geht’s?“ “Mir ginge es besser, wenn ich
bei dir wäre...“ Ein lächeln huschte über Kickys Gesicht. Er
war so süß. Und schon wieder plagte sie das schlechte Gewissen. „Hmm...“
war das einzige was Kicky herausbrachte. Nicky stutzte. „Hey Süße.
Was ist denn mit dir los? Irgendwas stimmt doch nicht.“ Kicky dachte kurz nach,
dann antwortete sie: „Komm am besten vorbei! Ich möchte dir das nicht am
Telefon erklären.“ Nicky war ein wenig verwundert und beunruhigt, aber
machte sich dennoch sofort auf den Weg zu seiner Freundin.
Eine halbe Stunde später klingelte es an der Tür der WG. Kicky ging
mit wackeligen Beinen und zitternden Händen durch den Flur, um Nicky die
Tür zu öffnen. Sie atmete noch ein letztes mal tief durch, drückte
die Klinke herunter und zog die Tür auf. Ein lächelnder Nicky mit
strahlend blauen Augen sah ihr entgegen. „Na mein Schatz!“ Nicky wollte seinerFreundin
zur Begrüßung einen Kuss geben, doch diese wich zurück und ging
ohne ein Wort zu sagen ins Wohnzimmer. Nicky stuzte einen Augenblick, schloss
dann die Tür hinter sich und folgte Kicky. Im Wohnzimmer angekommen setzte
er sich auf einen Sessel, sodass er seiner Freundin direkt in die Augen schauen
konnte. „Was ist los mit dir? Stimmt irgendwas nicht? Du warst schon am Telefon
so komisch.“ Kicky seufzte. Ihr Freund sah sie erwartungsvoll an. „Ich... muss
dir etwas sagen, Nicky.“ Dieser sah Kicky auffordernd an. „Spucks aus! So schlimm
kanns ja wohl nicht sein.“ Kicky holte noch einmal tief Luft. „Nicky... Schatz...
ich schwöre dir ich wollte das nicht! Ich liebe wirklich nur dich! ich
weiß nicht was da über mich gekommen ist!! Das must du mir glauben!!!“
Nicky war verwirrt. „Wovon redest du bitte?“ Kicky nahm die Hand ihres Freundes.
„Ich... ich habe mit einem anderen geschlafen... mit Shane....“ Sie sah Nicky
zögernd an und wartete aufeine Reaktion. Nicky sah seine Freundin mit großen
Augen, die sich langsam mit Tränen füllten, an. „Mit Shane... mit
Shane....Warum?“ Er entriss Kicky seine Hand. „Ich....ich weiß es doch
auch nicht!! es ist einfach so passiert! Aber ich liebe nur dich!!! Glaube mir
das bitte!! Du bist mein Ein und Alles!“ Nicky stand auf und verließ fluchtartig
das Haus. Als er gerade in sein Auto steigen wollte, kam Shane von seinem Spaziergang
wieder. Nicky knallte die Tür seinen Ferraris zu und atürmte auf Shane
los. „Du mieses Schwein!!! Was hast du dir dabei geacht mit meiner freundin
zu schlafen??? Ich kastrier dich du Penner!!!“, schrie Nicky , stieß Shane
zu Boden und begann mit den Fäusten auf Shanes Gesicht und den restlichen
Körper einzuschlagen. Shane war von dem ganzen so überrumpelt, dass
er gar nicht dazu kam etwas zu sagen oder sich zu wehren.Während dessen
saß Kicky in ihrem Zimmer und weinte leise. Sie bekam von der Schlägerei
auf dem Hof nichts mit. Ganz im Gegensatz zu Bekkie, welche 5 Minuten nachdem
die Schlägerei begonnen hatte, auf den Hof einbog. Sie hatte eiegentlich
nur noch
ein paar ihrer Büchjer holen wollen, die sie für die Uni benötigte
und nun fand sie dies vor. Shane blutend am Boden liegend und Nicky über
ihm, der immer und immer wieder auf den wehrlosen Shane einschlug. Bekkie rannte
auf die beiden zu und versuchte Nicky von Shane weg zu ziehen. „Nicky!!! Hör
auf!! Bitte!! Du schlägst ihn noch tot!!! Hör auf!!“ Doch Nicky wollte
und wollte nicht aufhören. Bekkie zog und zerrte weiter an ihm und schroie
immer wieder, dass Nicky aufhören soll, doch es nützte nichts. Nicky
hörte einfach nicht auf. Bekkie fiel nun nichts anderes mehr ein, als sich
schützend über Shane zu beugen. Nicky schlug noch ein oder zwei mal
zu, bis er bemerkte, dass es nicht mehr Shane war, den er schlug, sondern Bekkie,
die sich schützend über ihren Ex-Freund gebeugt hatte. „Warum schützt
du diesen Mistkerl?“, schrie Nicky wütend. Bekkie sah in diese wutentbrannten
Augen und antwortete: „Weil ich ihn liebe... auch wenn ich es nicht will. Außerdem
bringt es niemandem etwas, wenn du ihn totprügelst!“ Nicky stand langsam
auf, klopfte sich den Schutz von seiner Kleidung und stieg in sein Auto. Er
machte sich wieder zurück auf den Weg nach Dublin.
Bekkie setzte sich vorsichtig neben Shane, der die Augen geschlossen hatte.
Sie tätschelte ihm vorsichtig die Wange. „Hey Shane! Wach auf!! Bitte“
Shane öffnete langsam die Augen und sah Bekkie an. „Was... was.. warum
hast du mir geholfen?“, brachte er unter Schmerzen hervor. „Es bringt keine
was, wenn Nicky dich totprügelt! Da kommt er nur in den Knast für
und das will ich nicht.“, antwortete Bekkie kühl, „Komm! Steh erst mal
auf. ich bring dich ins haus und kümmer mich da um deine Verletzungen.“
Shane schaffte es, von Bekkie gestützt, ins Haus zu gelangen. Dort legte
Bekkie ihren Ex-freund vorsichtig auf das Sofa und begab sich danach ins Badezimmer
um Verbandskasten, Tücher und Kühlpack zu holen. Nach 10 Minuten saß
kniete Bekkie schon bei Shane an der Couch und begann seine Wunden zu versorgen.
Sorgfältig tupfte sie mit einem feuchten Tuch die Verletzungen ab und desinfizierte
sie. Shane zuckte ein paar mal zusammen, da das esinfektionsspray in den Wunden
brannte. Bekkie kümmerte sich jedoch nicht weiter darum. Nachdem die Wunden
gereinigtund desinfiziert waren, klebte sie Shane ein Pflaster auf die Stirn
und gab ihm ein Kühlpack, um sein geschwollenes Auge zu kühlen. Als
Bekkie aufstehen wollte, um die Sachen weg zu bringen, hielt Shane sie an derhand
fest. „Danke, dass du mir eben geholfen hast und mich jetzt versorgt hast. Ich
hätte es echt nachvollziehen können, wenn du mich da httest liegen
gelassen.“ Bekkie sah Shane einen Augenblick lang an und überlegte was
sie sagen sollte. „Ich konnte ja schließlich nicht zulassen, dass Nicky
dich zu Tode prügelt. Mein Kind soll ja immerhin noch seinen Vater kennenlernen,
wenn es schon nicht mit ihm zusammenleben kann.“ Mit diesen Worten erhob sich
Bekkie und verließ schnellstens das Haus. Sie ließ einen völlig
verwirrten Shane zurück. Hatte er das richtig verstanden? Sie wollte nicht,
dass ihr Kind ohne Vater aufwächst? Das bedeutete, dass sie schwanger war!
Er würde Vater werden! Shane überkam ein unbeschreibliches Glücksgefühl
und zugleich wollte er sich am liebsten selbst zusammenschlagen. Er würde
Vater werden und er hatte die Mutter seines Kindes betrogen. Er hatte alles
zerstört. Er war verzweifelt und Tränen bahnten sich ihren Weg seine
Wangen hinab. Nach einer halben Stunde und etlichen wirren Gedanken war Shane,
geschwächt von der Schlägerei und müde vom weinen, eingeschlafen.
Unterdessen machte sich Bekkie auf den Weg um zu ihrem Ex-Freund Dave zu fahren.
Sie brauchte Abstand. Abstand von Shane und ihrer Freundin Kicky. Sie ertrug
es nicht länger Shane in die Augen zu blicken. Der Mann den sie über
alles liebte und von dem sie schwanger war, hatte sie betrogen. Es tat ihr weh.
Deswegen beschloss sie wegzufahren.
Sie warf noch mal einen letzten Blick auf den schlafenden Shane und ging dann
nach oben um ihre restlichen Sachen zu packen. Vor ihrem Zimmer angekommen hörte
sie ein lautes schluchzen von nebenan. Es war Kicky. Sie fragte sich wie sie
ihr so etwas nur antun konnte?! Ihre Freundin mit ihrem Freund. Kicky würde
so etwas eigentlich nie machen. Sie dachte daran wie fertig sie war als sie
erfuhr das sie ihr Kind verloren hatte. Hat sie bei Shane nur Trost gesucht?
Den Trost den Nicky ihr womöglich nicht geben konnte, weil er sie zu sehr
an ihr Kind erinnerte. Ihr schossen 1000 Gedanken durch den Kopf. Dennoch konnte
sie den beiden nicht so schnell verzeihen und ging in ihr Zimmer. Sie kramte
ihre ganzen Sachen aus dem Schrank und schmiss sie in den Koffer, der bereits
schon auf ihrem Bett lag.
Als sie so ziemlich alle restlichen Sachen in ihrem Koffer verstaut hatte, sah
sie sich noch einmal um. Sie erblickte ein Bild von ihr und Shane, welches auf
ihrem Nachtschrank stand.
Sie verspürte Hass. Hass auf Shane und auf sich selbst und auf Kicky. Sie
nahm das Bild und warf es gegen die Wand. Der Bilderrahmen fiel kaputt zu Boden.
Bekkie lies sich auf ihr Bett fallen und weinte. Sie musste an die schöne
Zeit mit Shane denken die sie hatten. Es war womöglich die schönste
Zeit in ihrem Leben gewesen. Nach ein paar Minuten die sie damit verbracht hatte
zu weinen, raffte sie sich wieder auf, packte ihren schweren Koffer und ging
die Treppe hinunter. Sie warf noch einmal einen letzten Blick auf Shane und
verschwand dann zu ihrem Ex-Freund.
Währendessen plagte Kicky ein schrecklicher Durst. Sie hatte so viel geweint
das sie fast am austrocknen war. Als sie dann durchs Wohnzimmer ging um ihre
Cola Flasche zu holen sah sie Shane. Er ein riesengroßes Pflaster im Gesicht
kleben. Was war passiert? Hatte Bekkie ihm eine geknallt? Nein… Wohl eher nicht,
so hart konnte keine Frau zuschlagen. Es muss wohl Nicky gewesen sein. Das machte
Kicky Angst. Was war aus ihrem lieben, süßen, lustigen, treuen und
verständnisvollem Nicky geworden? Er hat Shane zusammen geschlagen. Und
Shane war nach Kicky Nickys ein und alles. Kicky verstand die Welt nicht mehr.
Sie wusste genau, dass sie Shane nicht liebte und hatte trotzdem mit ihm geschlafen.
Warum? Sie dachte daran, dass es vielleicht besser wäre wenn sie nicht
mehr da wäre. Sie dachte an Selbstmord. Sie konnte plötzlich nicht
mehr klar denken, ging in die Küche, schnappte sich eine Packung Schlaftabletten
und eine Flasche Wein und ging in ihr Zimmer.
Sie setzte sich aufs Bett, und löste alle Tabletten aus ihrer Hülle.
Sie nahm mit zitternden Händen die Tabletten und tat sie alle aufeinmal
in ihren Mund. Kicky öffnete dann die Flasche mit Wein und spülte
die Tabletten mit ein paar großen Schlucken hinunter. Nachdem sie die
Flasche geleert hatte, ließ sie diese unachtsam auf den Boden fallen.
Kickys Augenlder wurden schwer und sie fühlte sich benommen. Sie konnte
keine klaren Gedanken mehr fassen und wurde letztendlich ohnmächtig.
Shane, der mitlerweile wieder erwacht war, hörte das poltern, welches
Kicky verursachte, als sie unsanft auf dem Boden ihres Zimmer landete. Er stand
so schnell es ging von der Couch auf und machte sich auf den Weg in Kickys Zimmer.
Dort angekommen riss er vor Schock die Augen auf. Das was er dort sah ließ
ihm den Atem verschlagen. Da lag kicky am Boden, eine leere Weinflasche neben
ihr und auf dem Bett eine leere Packung Schlaftabletten. Es brauchte nicht lange,
bis Shane wusste was geschehen war. Das war ein Selbstmordversuch. Shane ließ
sich neben Kicky auf die Knie fallen, tätschelte ihr Gesicht und versuchte
sie verzweifelt zu wecken. Doch nichts geschah. Sie öffnete nichtihre Augen.
Mit zittrigen Händen holte Shane sein Handy aus der Hosentasche hervor
und wählte die Nummer des Notrufes.
Für Shane schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, bis der Krankenwagen
endlich ankam. Der Notarzt zögerte nicht lange und ließ Kicky sofort
ons Krankenhaus bringen, anstatt sie erst vor Ort zu untersuchen. Als der Krankenwagen
mit Kicky den Hof verlassen hatte, beschloss Shane Nicky anzurufen. Er musste
erfahren, was mit Kicky passiert war. Selbst, wenn die beiden Streit hatten,
würde es Nicky sicherlich nicht kalt lassen, dass Kicky versucht hatte
sich umzubringen.Immerhin liebte er sie trotz allem. Das wusste Shane. Er wählte
vorsichtig die Nummer von Nicky. Wohlweißlich rief er von dem Telefon
der WG an, anstattvon seinem Handy. Denn würde Nicky seine Nummer auf dem
Display erblicken, würde er sicherlich nicht abheben. Es klingelte einmal,
es klingelte zweimal. Endlich hob ein genervter Nicky ab. „Ja?“ Shane schluckte
noch einmal und begann dann zu sprechen. „Kicky hat versucht sich umzubringen.
Der Krankenwagen ist grade mit ihr zum Sligo-Hospital gefahren!“ Nicky war geschockt.
Kicky hatte versucht sich umzubringen. Selbstmord?! Er konnte es nicht fassen.
Er legte auf, ohne auch noch ein einziges Wort zu sagen. Das einzige woran er
nun dachte war Kicky. Seine Kicky, die versucht hatte sich das Leben zu nehmen.
Wahrscheinlich, weil sie gedacht hatte, dass es für die Beiden keine Chance
mehr gäbe. Doch da hatte sie falsch gedacht. Nicky wusste nun, dass er
Kicky auf keinen Fall und unter keinen Umständen verlieren wollte. Egal
was sie getan hatte! Egal was sie noch tun würde! Er liebte sie über
alles! Sie war sein Leben! Da war Nicky sich nun 100%ig sicher! Auf dem Weg
zum Krankenhaus schwirrten tausend wirre Gedanken durch Nickys Kopf. „Hoffentlich
geht es ihr gut, Oh Gott! Ich werde sie nie wieder gehen lassen“ ging es Nicky
durch den Kopf, als er den Flur entlang zum Zimmer seiner Freundin ging. Vor
der Tür des Zimmers 285 hielt Nicky kurz inne und holte tief Luft.Dann
betrat er das Zimmer. Kicky lag schlafend im Bett. Sie war an einen Tropf angeschlossen
und war furchtbar blass. Nicky zeriss es das Herz seine Freundin so sehen zu
müssen. Er zog seine Jacke aus, warf sie über das Bettende und nahm
auf dem Stuhl, welcher direkt neben dem Bett stand, platz. Kicky atmete ruhig
und gleichmäßig. Vorsichtig nahm Nicky ihre Hand. Immer darauf bedacht
seine Liebste nicht zu wecken. Sie brauchte nun viel Ruhe. Das wusste er.
Nach zwei Stunden, Nicky war mitlerweile eingeschlafen, erwachte Kicky und
sah sich um. Als sie aus dem Fenster schaut und die Sonne sah, welche hereinstrahlte,
wusste, dss sie nicht tot war. Sie wandte ihren Kopf zur Seite ihres Bettes
und erblicke Nicky. Ruhig schlafend und immer noch ihre Hand haltend. Kicky
huschte ein lächeln übers Gesicht. Nicky war hier bei ihr. Ihr Nicky.
Sie musste ihm also doch noch wichtig sein. Sie war froh, dass sie noch lebte
und nahm sich fest vor sich bei demjenigen, der sie gerettet hatte zu bedanken.
Das junge Mädchen streichelte ihrem Freund vorsichtig über den Kopf,
woraufhin dieser erwachte und sie mit strahlenden Augen ansah. „Endlich bist
du wach! Ich hab mir ja solche Sorgen um dich gemacht, Schatz! Tu sowas nie
wieder! Versprich mir das! Ich würde es nicht aushalten, ohne dich zu leben!“
Nicky schloss seine Freundin fest in die Arme und küsste sie auf die Wange.
„Es tut mir leid Nicky! Es tut mir so leid! Ich liebe dich so!“, brachte Kicky
unter Tränen hervor. „Shhhhh.Shhhhh. Ist ja gut! Beruhige dich mein Schatz!“Nicky
drückte seine Freundin noch fester an sich. Er würde sie nun nie wieder
gehen lassen, denn er liebte sie über alles. Das stand fest!
Einen Monat nach Kickys Selbstmordversuch ging fast alles wieder seinen gewohnten
Gang. Nicky und Kicky waren wieder glücklich und Bekkie und Kicky hatten
sich wieder vertragen. Als Bekkie erfahren hatte, dass ihre Freundin versucht
hatte sich das Leben zu nehmen, war sie sofort zu Kicky ins Krankenhaus gefahren,
wo sich die beiden dann ausgesprochen haben. Bekkie hatte Kicky verzeihen können,
dass sie mit Shane geschlafen hatte. Schließlich war Kicky psychisch am
Ende gewesen und hatte nur Trost gesucht. Bekkie verstand das. Sie konnte zwar
nicht vergessen, was ihre Freundin getan hatte, aber sie konnte es ihr verzeihen.
Obwohl die beiden Mädchen nun wieder eng befreundet waren, wohnte Bekkie
immer noch mit ihrem Ex-Freund Dave in dessen Wohnung in Sligo. Sie war einfach
nicht bereit dazu wieder in die WG zu ziehen. Dort wo sie die ganzen glücklichen
Paare um sich hatte und wo sie alles an Shane erinnerte. Bekkie versuchte verzweifelt
über Shane hinweg zu kommen, ihn zu vergessen, doch das gelang ihr nicht.
In ihr wuchs das Kind heran Das Baby von Shane und Ihr. Immer, wenn sie gedankenverloren
ihren Bauch streichelte, welcher sich mittlerweile schon gerundet hatte, streichelte,
musste sie an Shane denken und ob das Baby wohl so aussehen würde, wie
er. Sie vermisste einen Mann an ihrer Seite. Immer, wenn sie beim Arzt zu einer
Vorsorgeuntersuchung war und auf dem Ultraschall ihr Baby sah, dachte sie daran,
wie schön es wäre, wenn sie nun jemanden bei sich hätte mit dem
sie sich über das baby freuen könnte. Auch bei dem Gedanken an die
Geburt des Babys, welche in 5 Monaten sein sollte, machte sich ein Gefühl
von Trauer in ihr breit. Sie würde ganz allein im Kreissaal liegen, ohne
jemanden, der ihre Hand hielt, oder beruhigend mit ihr redete. Sie würde
ganz allein sein, wenn ihr Baby den ersten Schrei von sich gab, sie würde
allein sei, wenn ihr das baby zum ersten Mal in den Arm gelegt wird und sie
würde allein einen Namen aussuchen müssen. Sie würde immer ganz
allein sein. Ohne den Vater ihres Kindes. Warum nur hatte Shane ihr das angetan?!
Wieder einmal stand Bekkie am Fenster ihres Zimmer und sah auf die Felder, die
hinter Daves Haus lagen. Es war ein schöner Tag. Die Sonne strahlte hoch
vom Himmel herab und die Vögel zwitscherten munter. Bekkie seufzte und
wischte die Tränen, die ihre Wangen hinab liefen mit dem Handrücken
ab. Sie wollte nicht weinen. Sie hatte schon genug geweint in dem letzten Monat
seit dem „Geschehnis“, wie sie es nannte. Sie beschloss einen kleinen Spaziergang
zu machen. Sie nahm ihren weißen Zipp-Pullover und ihren Schlüssel,
zog ihre Schuhe an und verließ das Haus. Als sie den Feldweg betrat atmete
sie erst einmal tief die frische Luft ein. Es war wirklich ein wunderschöner
Tag. Bekkie blickte hinauf zum Himmel und betrachtete ein paar Vögel, die
über ihren Kopf hinwegflogen, als sie plötzlich einen Tritt spürte.
Ein lächeln breitete sich auf Bekkies Gesicht aus. Ihr Baby hatte das erste
mal getreten. Eine einzelne Träne rollte ihr aus dem Augenwinkel, ihre
Wange hinab und tropfte letzendlch von ihrem Kinn hinunter auf ihren Pulli.
Shane war nicht bei ihr. Er bekam dies alles nicht mit. Wie gerne würde
sie diese Momente mit Shane teilen. Sie liebte ihn noch immer, auch wenn sie
es nicht wollte. Ihr schwirrte wieder einmal das Lied durch den Kopf, welches
sie für Shane geschrieben hatte, als sie eines Abends ganz allein in ihrem
Bett lag und sich einsam fühlte. Während Bekkie langsam den Feldweg
entlang ging, begann sie leise zu singen:
„Suddenly he’s leaving.
Suddenly the promise of love has gone.
Suddenly, breathing seam so hard to do.
Carefully, you planned it.
I got to know just a minute to late.
Now I understand it.
All the times we made love together.
Baby you were thinking of her.
Why do I love you?
Don’t even want to.
Why do I love you like I do?
Like I always do?
You should’ve told me!
Why did you have to be untrue?
Why do I love you like I do?
Ain’t gonna show no weakness.
I’m gonna smile and tell the whole world I’m fine.
I’m gonna keep my senses,
but deep down when no one can hear me
Baby I’ll be crying for you.
Why do I love you?
Don’t even want to.
Why do i love you like I do?
Like I always do?
You should’ve told me!
Why did you have to be untrue?
Why do I love you like I do?
Can’t go back
can’t erase
Baby your smiling face
I can’t think of nothing else but you
suddenly...
Why do I love you....?
Why do I love you....? “
Und schon wieder liefen Bekkie die Tränen die Wangen hinab. Sie beschloss
ihre Freundinnen in der WG zu besuchen. Sie schlug also wieder die Richtung
ein, aus der sie gekommen war und stand plötzlich, nachdem sie sich umgedreht
hatte, direkt vor Shane. Schnell wischte sie die Tränen von ihren Wangen
ab. „Hi.“ Shane sah sie mit seinen wunderschönen Augen durchdringend an.
„Hi. Wie geht’s dir bzw. euch?“ Dieser Mann brachte Bekkie total aus dem Konzept.
Wie er vor ihr stand, seine Körperhaltung, sein Blick. Einfach umwerfend.
Am liebsten wäre Bekkie weg gelaufen. Sie fühlte sich sehr unwohl
in Shanes Gegenwart. „Uns geht es bestens, danke. Und dir? “ Shane sah sie traurig
an. „Na ja. Wie soll’s mir schon gehen?! Ich vermisse dich schrecklich. “ Bekkie
hatte fast Mitleid mit ihrem Ex-Freund. Doch dann kam ihr wieder in den Sinn
was er getan hatte. „Das bist du ja selbst Schuld! Und das weißt du!“,
sagte sie kühl. Shane sah sie durchdringend an. „Bekkie, du liebst mich
doch noch! Warum kannst du mir nicht noch eine Chance geben? Ich liebe dich!!“
Bekkie schüttelte den Kopf. „Shane, lass mich einfach in Ruhe! Ich will
nichts mehr mit dir zu tun haben und ich liebe dich auch nicht mehr!!Das einzige
was uns beide noch verbindet ist das Baby! Mehr auch nicht!“ Bekkie wurde etwas
lauter. Sie wusste ganz genau, dass das was sie sagte nicht stimmte. „Ich glaube
dir das nicht! Du musst mich noch lieben! Weshalb hast du sonst eben dieses
Lied gesungen. Ich hab dich doch gehört.“
„Mag ja sein, dass ich dich noch liebe, aber das ändert nichts an der Tatsache,
dass du mich hintergangen hast!“, sagte Bekkie und rauschte an Shane vorbei
den Feldweg entlang zurück zur Hauptstraße. Warum konnte er sie nicht
einfach in Ruhe lassen?! Musste er es ihr denn so schwer machen? Konnte er sich
nicht einfach eine andere Freundin suchen und mit ihr glücklich werden?
Bekkie schwirrten diese Gedanken auf dem Weg zur WG durch den Kopf.
Als sie den Hof des Hauses betrat hörte sie schon das Gelächter ihrer
Freunde, welches ihr aus der Küche entgegen hallte. Sie ging die Stufen
bis zur Haustüre hinauf und drückte zaghaft den Knopf der Klingel.
Einige Sekunden später öffnete ihr ein lachender Nicky die Tür.
„Hey!“, umarmte er sie, „alles klar bei euch? Komm rein!“ Bekkie nickte nur
stumm und betat das Haus. Sie wurde von Nicky geradewegsin die Küche geführt,
wo sie herzlich von Kicky, Lena und Kian begrüßt wurde. Cat und Mark
befanden sich zur Zeit bei Marks Eltern.
Bekkie ließ sich geknickt auf einem Stuhl nieder und berichtete ihren
Freunden von ihrem Zusammentreffen mit Shane. Nachdem sie geendet hatte wurde
eine heiße Diskussion entfacht. Alle waren der Meinung, dass Bekkie Shane
noch eine Chance geben sollte. „Schau mal Süße. Mir hast du doch
auch verziehen, warum also nicht auch Shane?!“, versuchte Kicky ihre Freundin
zu überzeugen. „Ich weiß ja auch nicht. ich hab einfach nur Angst
dass er das noch mal tut. Das würde ich nicht aushalten. Ich würde
ja gerne wieder mit ihm zusammen sein. Allein schon wegen dem Baby.“ Bekkie
seufzte. „Das ist alles so kompliziert! Ich...“, sie wurde vom Klingeln der
Tür unterbrochen. Bekkie sprach weiter, während Nicky zur Tür
sprintete, „Ich... vielleicht sollte ich noch mal mit ihm reden. Vielleicht
habt ihr ja recht.“, endete Bekkie. „Ja, dann... tu das doch sofort mal.“ Lena
deutete hinter Bekkie auf die Küchentür. Als Bekkie sich umdrehte,
sah sie direkt in das Gesicht von Shane. „Ähm... ja... also...du wolltest
mit mir reden?!“, fragte dieser ein wenig verunsichert. „Ja.“ Bekkie erhob sich
vom Stuhl und ging von Shane gefolgt in ihr altes Zimmer, welches sie so vorfand,
wie sie es verlassen hatte. Kaum hatte sie das Zimmer betreten, fiel ihr Blick
auf das Foto von ihr und Shane, welches sie am Tag ihres Auszuges gegen die
Wand geworfen hatte. Es stand nun wieder auf ihrem Nachttisch. In einem neuen,
bunten Holzrahmen. Shane folgte dem Blick seiner Ex-Freundin. „Ich habe es in
den neuen Rahmen getan und wieder an seinen Platz gestellt.“ Bekkie sah einen
Augenblick lang Shane an und setzte sich dann auf das Sofa, welches gegenüber
von ihrem Bett stand. Shane nahm neben ihr Platz. Keiner der beiden sprach ein
Wort
Nach einigen Minuten ergriff Shane dann doch das Wort. „Worüber wolltest
du denn mit mir reden?“ Er sah Bekkie erwartungsvoll an. Diese spielte nervös
an ihrem Ring rum. „ Ja...also... alle meinen ich soll dir noch eine Chance
geben und naja... ich liebe dich noch immer, außerdem bin ich schwanger
von dir...“ Sie brach ab. „Also...gibst du mir noch eine Chance?!“ Bekkie war
einen Moment langstill, als müsste sie noch üerlegen. „Ja.... du bekommst
deine Chance.“ Shane konnte es nicht fassen. Er war überglücklich.
Er sprang auf und drückte Bekkie so fest an sich, wie er konnte. Als Shane
seine Freundin jedoch küssen wollte wich diese zurück. „Ich brauche
trotzdem noch etwas Zeit, okay?“ Shane lächelte sie verständnisvoll
an und streichelte ihr über die Wange. „Du bekommst alle Zeit der Welt,
Süße.“ Bekkie lächelte Shane glücklich an, als sich plötzlich
wieder das Baby in ihrem Bauch regte. Sie nahm die Hand ihres Freundes und legte
sie auf ihren Bauch. „Dein Sohn ist schon ganz schön aktiv!“, lachte Bekkie.
Shane sah seine Freundin erstaunt an. „Mein... Mein Sohn?!“ „Ja. Dein Sohn.“
Auf Shanes Gesicht breitete sich ein freudiges lächeln aus. Er nahm Bekkie
in den Arm und wirbelte sie wild herum. „Hey! Hey! Vorsicht! Deinem Sohn wird
sonst noch schlecht und der Mutter auch!“, lachte diese. Sofort ließ Shane
sie runter und sah sie entschuldigend an. „Tut mir leid, aber ich freu mich
halt so.“ Bekkie sagte nichts. Statt dessen küsste sie Shane nur auf die
Wange. Danach setzte sie sich wieder auf ihr Sofa. „Was war eigentlich in den
letzten Wochen so bei dir los? Wie läufst mit Westlife?“ Auf einmal verschwand
das lächeln aus Shanes Gesicht. Er seufzte und setzte sich gegenüber
von Bekkie aufs Bett. „ Westlife wird’s wohl nicht mehr lange geben, wenn das
so weiter geht. Nicky kann mir die Sache einfach nicht verzeihen. Ständig
geraten wir deswegen aneinander. Das ganze Bandklima ist hinüber. Nicky
will nichts mit mir zu tun haben und Mark und Kian gehen die ständigen
Streitereien von Nicky und mir auf die Nerven. Alles in allem ist es total beschissen.
Wir werden wohl demnächst getrennte Wege gehen.“ Bekkie nahm Shanes Hand
und streichelte mit ihrem Daumen beruhigend über seinen Handrücken.
„Hmmm... irgendwie kriegt ihr das bestimmt hin. Ich meine. Ihr seid doch beste
Freunde. Das kann doch nicht kaputt gehen, nur wegen so ner Sache. Schau mal...
bei Kicky und mir ging’s ja auch. Wir haben uns auch wieder zusammengefunden
und verstehen uns wieder genauso gut wie früher. Ihr packt das bestimmt!“
Shane sah seine Freundin dankend an und küsste ihre Hand. „Ich hoffe du
hast recht, Süße. Ich hoffe du hast recht.“ Bekkie setzte sich neben
Shane aufs Bett und kuschelte sich an ihn. Sie wollte ihm zeigen, dass sie für
ihn da war. Egal was passieren würde.
„Ich bin so froh, dass zwischen uns wieder alles okay ist. Wenn das jetzt mit
Nicky auch noch ´geklärt ist bin ich wirklich der glücklichste
Mensch der Welt. Nur ich hoffe das Nicky das auch so sieht. Weißt du.
Westlife leidet darunter. Und ich finde das ist den Fans gegenüber nicht
fair. Das die Band wegen Streitereien zu Ende geht. Es wäre okay wenn die
Band zugrunde geht, weil die Fans unsere Cd`s nicht mehr kaufen würde,
aber das ist nun absolut nicht der Fall.“ Bekkie überlegte einen Moment
lang. „Hmmm… Du hast wahrscheinlich Recht. Soll ich mal mit Nicky reden? Vielleicht
bringt das ja was …“ „Nee, lass mal… Ich mach das schon. Bzw. Ich werds versuchen.“
Shane sah Bekkie lächelt an und küsste sie.
Währendessen machte sich auch Nicky, der mit Kicky im Bett lag und sie
in seinen Armen hielt, Gedanken über seine und Shanes Freundschaft. Und
über Westlife. „Schatz… Wie wär’s wenn du vielleicht mal zu Shane
gehst, dich entschuldigst und ihr euch wieder vertragt?“ „Ich entschuldige mich
bei dem nicht!!“ Nicky war stur. Ziemlich stur sogar. „Nicky, ihr zerstört
damit ganz Westlife. Ihr zerstört damit das, was du dir Jahre gewünscht
hast und nun endlich erreicht hast. Und das willst du wegen mir alles aufgeben?“
„Ich wollte Profi-Fußballer werden und kein Boygrpoup-Star.“ Kicky guckte
ihren Freund schief an. „So, na wenn das so ist, dann werde ich jetzt zu Louis
fahren und ihm sagen das du aussteigst.“ Kicky verließ das Bett und ging
zur Tür. Was er jedoch nicht sah, war das sie frech grinste. „Süße!
Lass den scheiß!!!“ Panisch sprang Nicky auf, rannte raus und zog Kicky
am Arm zurück in ihr Zimmer. Kicky prustete los. „Du hast jetzt nicht wirklich
gedacht das ich zu Louis fahre oder?“ „Na warte…“ Nicky stieß Kicky aus
dem Zimmer. Kicky lief wie bescheuert vor Nicky weg. Sie ahnte was ihr blühte.
Er wollte sie durchkitzeln. Unterwegs rannte Kicky in Lenas arme. „Was geht
denn bei euch schon wieder ab?“ Sie musste sich ein lachen verkneifen. „Hilf
mir Lena… Nicky will mich durchkitzeln“ Kian beobachtete das Vorgehen nur skeptisch.
Doch es wunderte ihn nicht. Denn wenn Nicky und Kicky zusammen waren, war es
nie ruhig oder langweilig. Sie wussten sich immer zu beschäftigen und wenn
sie , wie in diesem Moment einfach nur wie bescheuert duchrs Haus rannten. Nicky
stürzte sich auf Kicky und Lena die schreiend zu Boden fielen und kitzelte
sie durch. „Hey Nicky, lass meine Süße in Ruhe!“ Kian half seiner
Freundin auf. Die beiden sahen, dass sie nicht mehr erwünscht waren und
verschwanden in der Küche um etwas zu essen. Nach 2 Minuten intensiven
durchkitzeln wurde Kicky wieder etwas ernster. „Jetzt geh zu Shane… Bitte Nicky…“
Nicky sah, das es kein Sinn mehr hatte ihr zu widersprechen und entschloss sich
bei Shane zu entschuldigen. Früher oder später hätte er sich
sowieso bei Shane entschuldigt wenn Shane das nicht schon längst getan
hätte. Was Nicky nicht wusste, war das sich Shane genau das gleiche dachte
und auf dem Weg in Kickys Zimmer war um mit Nicky zu reden. So trafen sich die
Beiden auf halber Strecke. Sie stießen zusammen. Nicky holte Luft: „Kannst
du nicht aufpassen wo du…“ er schrie Shane na, bis er merkte, dass er sich eigentlich
auf den Weg gemacht hatte um sich bei Shane zu entschuldigen und nicht ihn anzuschreien.
Shane starrte ihn an und wollte gerade wieder umdrehen bis Nicky einfach drauflosplapperte:
„Shane? Shane… Ich wollt mich eigentlich nur bei dir entschuldigen…“ „Nicky?
Du hast da gar keinen Grund zu… Ich bin der jenige der die Scheiße gebaut
hat, nicht du! Ich hab mit deiner Freundin…“ „Shane, lass gut sein… Ich kanns
jetzt nicht sofort vergessen, denn das hat ziemlich wehgetan, dennoch weiß
ich, dass du der beste Freund bis den man überhaupt haben kann und außerdem
haben wir schon viel zuviel zusammen durchgemacht… Und überhaupt, wir müssen
an Westlife denken. Wir können ja nicht ewig im Streit zusammenleben, Kian
und Mark würden das auch nicht so toll finden… Und wenn noch einer aussteigt,
dann ist es endgültig aus mit Westlife. Also werde ich wenigstens VERSUCHEN
zu vergessen.“ Auf Shane und Nickys Gesichtern zeichnete sich langsam aber sicher
ein Lächeln aus. „ Danke Nicky…“ Nicky grinste. „Komm her, lass dich knuddeln
Honeyyyy!“ Quiekte Nicky. Shane lachte und ging näher zu Nicky. Sie umarmten
sich. Hach, wie hatte Shane seinen besten Freund vermisst. Er könnte sich
schlagen dafür, was er getan hatte. Er würde alles, aber auch alles
dafür tun um das Geschehen rückgängig zu machen. Aber nun hatten
sie sich wieder. ShNicky waren wieder vereint ( Ich konnt nit anders Mädels…Sorry
:D ) Kicky kam aus ihrem Zimmer und sah wie sich die beiden umarmten. Sie lächelte.
„Ach ihr seid ja süß… Habt ihr euch wieder, ja?“ „Wie du siehst.“
Lachte Nicky. „Wie wär’s wenn ihr 2 hübschen heute Abend einfach zusammen
in Pub geht und euch da noch mal richtig aussprecht? Würd euch bestimmt
ganz gut tun…“ sagte Kicky. „Joah, wieso eigentlich nicht?“ fügte Nicky
hinzu. Shane nickte.
Lena, die gerade auf den Weg nach draußen war platzte in die Unterhaltung
rein. „Wasn hier los? Flur-Versammlung?“ sie grinste. „Nee eher Versöhnung
würd ich sagen.“ „Na, wenn das so ist. Kicky-Süße? Kommst du
mit Shoppen? Kian schreibt die ganze Zeit an irgendsonem Song und ich darf ich
dabei nicht stören…“ Sie verdrehte die Augen. „Klar, shoppen ist immer
gut…“ „Schatz? Lass meine Kreditkarte bitte hier ja?“ Shane lachte. „Nicht das
das so wie beim letzten Mal endet als du mit Lena in London warst.“ Kicky räusperte
sich. „Neeeeeeheiiiin!“ Dann verschwand sie mit Lena.
Unterdessen im Hause der Feehily`s wo Cat sich mit ihrer „zukünftigen
Schwiegermutter“ rumschlug. Sie schien nicht sehr begeistert von Cat zu sein…
Cat hatte nicht erwartet, denn wenn Mark von ihr erzählte hörte es
sich an als wenn sie eine liebe, ruhige, verständnisvolle Mutter gewesen
wäre…. Dies war in der Tat aber überhaupt nicht so. Der Titel „Schwiegermonster“
würde wohl eher zutreffen. Marie hatte andauernd etwas an Cat auszusetzen,
sei es ihre Kleidung, die Art wie sie mit Mark redete, wie sie ihn berührte…
Mark und Cat durften sich vor Marie nicht einmal knutschen, denn dann fühlte
sie sich sofort ausgeschlossen und fing an sich wie wild zu räuspern oder
irgendwelche Sachen runterzuschmeißen um sich bemerkbar zu machen… Marie
machte Cat die Zeit, die sie im Hause der Feehily`s verbrachte, zur Hölle.
Aber zum Glück waren da ja noch Mark und sein Vater Oliver. Oliver war
lieb. Zu Anfang war er etwas misstrauisch, was Marie, wie Cat dachte ihm eingeredet
haben musste, aber nach 1-2 Tagen dann war er nurnoch lieb und redete viel mit
Cat über Mark, ihre Zukunft, Fans und andere Sachen.
Cat und Mark zogen sich in Marks Zimmer zurück und setzten sich auf seine
lila Couch, die an die Milka-Kuh erinnerte. „Deine Mutter ist grauenvoll. Ist
die zu all deinen Freundinnen so gewesen?“ Mark grinste und räusperte sich.
„Ähm… Nein eigentlich nicht…“ „Danke, das beruhigt mich Schatz.“ „Ich weiß,
das kann ich gut… Nein, vielleicht merkt sie einfach, dass es mir diesmal etwas
ernster ist als bei den Girls davor weißt du? Sie ist vielleicht eifersüchtig
auf dich.“ „Was laberstn du da für ein Müll? Wieso sollte sie eifersüchtig
auf mich sein? Immerhin will ich dich ja nicht adoptieren oder so was… Ich bin
„nur“ mit dir zusammen und hatte eigentlich nur versucht gut bei ihr zu landen,
weil ich sie ja dann des Öfteren ertragen muss…“ „Meine Mutter ist eigentlich
echt nie so, das ist mir unerklärlich Süße…“ „Ich hab ja dich…“
Sie küssten sich und schalteten dann den Fernseher ein.
„Woah, wie geil ist das Top denn, Süße?“ Lena und Kicky waren inzwischen
schon seid 3 Stunden bei Dolce&Gabana hängen geblieben und überlegten
was sie sich jetzt kaufen sollen, oder ob sie einfach alles kaufen sollten.
„Lena? Is das Top zu gewagt?“ „So was fragst du mich doch sonst auch nicht…“
„Was solln das heißen?“ „Nichts nichts…“
Letztendlich entschied sich Kicky für ein ziemlich weit ausgeschnittenes
Top, was dennoch irgendwie Stil hatte und Lena für eine Hose.
Währendessen arbeitete Kian hart an einem Song. Es war nicht irgendein
Song, sondern er war für die Frau seiner Träume: Lena. Alles musste
perfekt sein. Er hatte schon mindestens 10 Blätter vollgekrikelt, sich
aber dann doch umentschied, sie dann zusammen knüllte und wild im Zimmer
verteilte. Der Titel stand schon fest und der Text war auch schon fast fertig.
Nur die Melodie wartete noch darauf komponiert zu werden.
Als dann nach 1 Stunde der Text vollkommen perfekt war und Kian gefiel, schnappte
er sich seine Gitarre und sang sämtliche Melodien. Er überlegte auch,
ob er es den anderen Jungs zeigen sollte. Vielleicht könnten sie es auf
ihr neues Album packen.
2 Monate später
Nicky betrachtete zufrieden sein Werk. Es war alles perfekt. Er hatte in einer
kleinen, sehr unbekannten Bucht ein Candlelight-dinner vorbereitet. Der Tisch
war mit einzelnen Rosenblättern verziert, zwei Kerzen und eine Vase mit
einer einzigen Rose schmückten seine Mitte. An dieser Rose war, wenn auch
leicht versteckt, ein wunderschöner silberner Ring mit vielen kleinen eingearbeiteten
Diamanten verzierter Ring, befestigt. Nicky rieb nervös seine Hände
aneinander und schaute dann auf die Uhr. Es war halb neun. Sie müsste nun
bald kommen. Eine Limosine sollte sie um 20 Uhr an ihrem Haus abholen und sie
zu dieser Bucht bringen. Selbstverständlich war der Chaufeur in alles eingeweiht
und verriet Kicky, auch wenn sie ihn noch so sehr löcherte nicht, wohin
er sie fuhr und was dies alles auf sich hatte.
Endlich hörte Nicky ein Auto vorfahren. Er drehte sich um und erblickte
die schwarze Limosine aus der gerade seine Feundin ausstieg. Schnell eilte er
zu ihr, um sie mit einem leidenschaftlichen Kuss zu begrüßen. Nachdem
die zwei sich wieder aus dem Kuss lösten, sah Kicky ihren Freund leicht
verwirrt an. „Was hat das alles zu be...“ Doch weiter kam Kicky nicht. Nicky
brachte sie mit einem Kuss zum schweigen und flüsterte ihr anschließend
ins Ohr: „ Das erfährst du noch, Süße“. Er nahm sie an die Hand,
führte sie zu ihrem Platz am Tisch und bat sie platz zu nehmen. Danach
nahm Nicky gegenüber seiner Liebsten platz. So saßen die beiden nun
beim Dinner in dieser wunderschönen, kleinen Bucht, im Schein der untergehenden
Sonne und lauschten dem seichten rauschen der Wellen, die sanft auf den Strand
trafen. Nach Beendigung des Dinners sprach keiner der beiden ein Wort. Sie schauten
sich stattdessen gemeinsam den Sonnenuntergang an. Plötzlich fing Nicky
leise an zu singen: „ Everybody‘s looking for that something
Something that makes it all complete
You find it in the strangest places
Places you never knew it could be......“
Kicky sah ihren Freund mit Tränen in den Augen an. Sie liebte es ihn singen
zu hören und sie liebte vor allem dieses Lied. Langsam, ganz langsam bahnten
sich die Tränen ihren Weg die Wangen hinab, um dort von Nicky, der mittlerweile
vor Kicky kniete, weggewischt zu werden. Als Nicky die letzten Töne von
Flying without wings gesummt hatte, griff er zu der Rose, die auf dem Tisch
plaziert war und holte noch einmal tief Luft. Er sah Kicky geradewegs in die
Augen und begann zu sprechen:“Kicky, meine Süße, mein Schatz. Du
bist mein ein und alles. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt.
Jedes Wort, was ich gerade gesungen habe drückt genau meine Gefühle
für dich aus. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich möchte
dich immer anmeiner Seite haben. Darum Frage ich dich hier und jetzt... Kicky...
Willst du meine Frau werden und den Rest deines Lebens gemeinsam mit mir verbringen?“
Kicky war spachlos. Schon wieder rannen ihr Tränen die Wangen hinab. Es
waren Tränen der Freude und Tränen der Rührung. Sie beugte sich
zu Nicky vor und gab ihm einen innigen Kuss. Danach flüsterte sie ihm leise
ins Ohr: Ja, ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Nickys
Augen begannen zu strahlen. Er war der glücklichste Mensch auf der Welt.
Kicky hatte ihn gerade dazu gemacht.
Am nächsten morgen, nach einer leidenschaftlichen Nacht, die Kicky und
Nicky zu Hause verbracht hatten, machte sich Kicky gleich nachdem sie aufgewacht
war auf den Weg zu Lena&Bekkie und ließ den schlafenden Nicky alleine
im Zimmer zurück.
Als sie sich ein paar Meter von ihrem Zimmer entfernt hatte begann sie wie verrückt
rumzuschreien: „LEEEEEEEEEEENAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!BEEEEEEEEKKIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE!!!!!“
Ihre 2 Freundinnen, die sich in der Küche befanden und bis zu dem Zeitpunkt
in Ruhe frühstückten schreckten auf und Lena rief zurück: „IN
DER KÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜCHEEEEEEEEEEEEEEEEEE!“
Kicky rannte in die Küche. Angekommen starrten Bekkie und Lena sie mit
großen Augen an. „Was is los Süße?“ sorgte sich Lena. „Ich
hab…“ Sie brach ab. Sie grinste bis über beide Ohren und konnte den Satz
nicht zu Ende sprechen. „Ich hab… Hab…“ „Du hast mit Nicky geschlafen? Ich weiß…“
sagte Lena und alle 3 mussten lachen. „WIR WERDEN HEIRAATEN!!“ Kicky schrie
es förmig aus sich hinaus. Bekkie verschluckte sich an ihrem Kakao und
verteilte ihn über den Tisch. Kicky bekam einen Lachanfall bis sie von
hinten von ihrem zukünftigen Mann umarmt wurde. „Na, hast dus ihnen erzählt?“
„Ähm… Ja? Wie du siehst?“ Nicky gab Kicky einen Kuss auf die Wange umarmte
sie jedoch immer noch von Hinten. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter. „Hach
seid ihr süß…“ Schwärmte Lena, worauf jedoch keiner einging.
„Ach, erkennt man das daran, dass ihr kompletter Mundinhalt sich in der Küche
verteilt hat?“ Alle lachten. „Ich will ja nicht wissen wie du reagieren würdest,
wenn Shaney plötzlich zu dir ankommt und dir mitteilt, dass er mich heiraten
will. „Hmmm…“ Sagte Nicky nur.
Eine Woche nach diesem wunderbaren Ereigniss, dass natürlich die gesamten Lifer und Mädels kräftig gefeiert hatten, machten sich Mark, Shane, Nicky und Kian auf den Weg nach Deutschland, um dort ihre neue Single zu promoten, die bereits in den UK und Irland auf Platz Nummer 1 der Charts stand. Auch in Deutschland lief der verkauf der Single „Every little thing you do“, welche eine wunderschöne Ballade war, die Kian für seine Lena geschrieben hatte, sehr gut. Die Chancen auch in Deutschland endlich einen Nummer 1 Hit zu landen waren also groß. Den vier Lifern fiel es natürlich besonders schwer sich von ihren Freundinnen und Verlobten zu trennen. Vor allem Shane hatte ein ganz schlechtes Gefühl im Bauch, da er Bekkie, die mittlerweile im 7ten Monat schwanger war, allein lassen musste. Diese jedoch bestätigte ihm immer wieder, dass es ihr gut gehe und er sich auf keinen fall Sorgen machen brauche. Das Baby käme ja eh erst in einem Monat und somit würde Shane auch pünktlich zur Geburt wieder da sein. Was zu diesem Augenblick jedoch keiner wusste war, dass Shane die Geburt seines ersten Sohnes verpassen würde.
Fünf Tage nachdem Westlife Irland in Richtung Deutschland verlassen hatten,
wurde Bekkie am späten Abend, als sie in ihrem Bett lag, von einem unglaublichen
Schmerz überfallen, der ihr fast die Sinne raubte. Vrezweifelt versuchte
sie einen klaren Kopf zu bewahren und ruhig zu bleiben, doch es gelang ihr nicht.
Sie hatte panische Angst und war vor lauter Schmerzen noch nicht mal in der
lage dazu aufzustehen. „KICKYYYYYYY!!!!! LENAAAAA!!!!“, brachte Bekkie schreiend
uner Schmerzen hervor. Einige Minuten später standen ihre Freundinnen,
verschlafen und sich die Augen reibend in ihrem Zimmer. „Was ist los?“, fragte
Lena und rieb sich die Augen. Bekkie atmete schwer und konnte nur mit Mühe
sprechen. „Irgendetwas.... irgendetwas stimmt nicht... mein Baby... es tut alles
so weh... mein baby...“, schluchzte Bekkie. „Oh mein Gott! Oh mein Gott!“, Lena
wurde leicht panisch. Kicky jedoch behielt einen kühlen Kopf. „Bleib ganz
ruhig Süße!“, sie streichelte Bekkie über den Kopf, „Es wird
alles wieder gut. Ich rufe jetzt den Krankenwagen. Ist wohl besser, wenn die
dich holen. So wie ich das sehekannst du wohl nicht aufstehen.“ Mit diesen Worten
verschwand Kicky aus dem Zimer und rief einen Krankenwagen,.während Lena
bei Bekkie am Bett sitzen blieb und versuchte die völlig aufgelöste
und verängstigte werdende Mutter zu beruhigen. Etwa 10 Minuten nachdem
Kicky telefoniert hatte, fuhr der Krankenwagen in die Einfahrt des Hauses. kicky
öffnete dem Notarzt die Tür und geleitete ihn zu Bekkies Zimmer.Der
Notarzt untersuchte Bekkie gründlich und sprach dann zu ihr: „Wir müssen
sie ins Krankenhaus bringen. Ich weiß nicht genau was los ist, aber es
scheint als würden sie unter einer Schwangerschaftsvergiftung leiden.Wenn
sich mein Verdacht besstätigt muss ihr Kind per kaiserschnitt auf die Welt
geholt werden“ Bekkie sah den Arzt geschockt an. „Es ist doch noch viel zu früh!
Mein Kind sollte doch erst in zwei Monaten kommen! Das können sie nicht
machen!!! Es ist noch zu früh!!!“ Bekkie konnte sich gar nicht mehr beruhigen
sie fing an hemmungslos zu schluchzen und zu schreien.Alle Versuche ihrer Freundinnen
sie zu beruhigen schlugen Fehl. Auch der Notarzt wusste keine Lösung mehr
und beschloss somit der werdenden Mutter eine Spritze zur beruhigung zu geben.
Nachdem diese ihre Wirkung zeigte, wurde Bekkie in den Krankenwagen verladen
und zum Sligo-General-Hospital gebracht.Kicky und Lena folgten dem Krankenwagen
mit dem Auto. Sie konnten ihre Freundin schließlich unmöglich alleine
lassen.
Im Krankenhaus angekommen wurde Bekkie abermals von einem Arzt untersucht und
der Verdacht des Notarztes wurde bestätigt. Das Baby musste zwei Monate
früher als geplant und per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Auf dem Weg in
den OP wurde Bekkies Bett an Kicky und Lena, die im Flur des Krabkenhauses warteten
vorbeigeschoben. Bevor Bekkie endgültig im OP verschwand rief sie ihren
Freundinnen noch zu: „Ruft... ruft bitte Shane an!“
Kicky schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn: „Shane. Mensch. Den haben
wir ja ganz vergessen. Scheiße man... was wird der dazu sagen?“ Lena seufzte.
„Rufst du ihn an? Ich kann das nicht.“ Kicky nickte, kramte ihr Handy aus der
Tasche und machte sich auf den Weg zum Eingang des Krankenhauses. Als sie in
die kühle Nachtluft hinaustrat atmete sie noch einmal tief durch und machte
sich für das bevorstehende Gespärch bereit. Sie suchte Shanes Nummer
und drückte auf den grünen Hörer. Es tutete einmal, es tutete
zweimal....
Shane saß mit Nicky, Mark und Kian vergnügt an der Bar des Münchner
Hilton-Hotels und schlürfte an seinem Guinness. Ihm liefen vor lachen die
Tränen die Wangen hiab. Nicky hatte heute mal wieder einen seiner ganz
witzigen Tage erwischt und riss pausenlos Witze oder stellte irgendwelche Dummheiten
an. Plötzlich spürte Shane das vibrieren seines Handys in der Hosentasche.
Er schaute auf die Uhr. es war 23.30 Uhr. „Wahrscheinlich ist es Bekkie, die
mich noch mal sprechen will bevor sie schlafen geht“, dachte er bei sich während
er sein Handy elegant aus der Hosentasche hervorzog. Er bat die Jungs kurz ruhig
zu sein und ging dann an sein handy ohne vorher auf das Displa zu schauen. „Hey
mein Schatz. Wie ge...“ Doch weiter kam Shane nicht. Kicky unterbrach ihn mitten
im Satz. „Ich bins...Kicky...“
„Oh hey. Was willst du denn?“ Shane war ein wenig verwundert.“ „Shane halt den
Mund und hör mir zu! Bekkie ist im Krankenhaus. Sie hatte heute Abend auf
einmal furchtbare Schmerzen.. Wir haben sofort den Krankenwagen gerufen und
jetzt liegt sie im OP... das Baby wird gerade per Kaiserschnitt geholt. Der
Arzt meinte irgendwas von einer Schwangerschaftsvergiftung oder sowas.....“
Shane war geschockt. Bekkie.. seine Bekkie war im Krankenhaus und das Baby wurde
zwei monate früher als geplant per Kaiserschnitt geholt.“Shane? Shane?
Bist du noch dran?“ „J..ja... Ich bin noch dran. Oh mein Gott. Wie konnte das
passieren. ich.. ich muss sofort zu ihr. Scheiße... warum musste ich auch
auf diese beschissenen Promo-Tour!“ Mit diesen Worten legte Shane auf. Seine
vier Freunde sahen ihn verwundert an. „Hey Mate! Was is los? Du siehst ja aus
als hätte dich grade Dr. Scream-Man angerufen.“, meinte Nicky grinsend.
„Es ist Bekkie... Das Baby... sie holen es gerade per Kaiserschnitt... ich muss
sofort zu ihr! Sie ist ganz alleine!!!Ich muss zu ihr!“ Shane verfiel in leichte
Panik. Er hatte Tränen in den Augen. Er machte sich furchtbare Sorgen um
seine Freundin und sein Kind. Außerdem machte er sich vorwürfe, weil
er in diesem Moment nicht bei ihr war.“Das ist ja ... mir fällt nichts
ein. Man... wir brechen die Promotour ab und nehmen das erste Flugzeug zurück
nach Irland!“ Nicky und Kian stimmten Mark zu. Sie musten sofort mit Louis sprechen
und die Promo abbrechen. Sie hatten momentan wichtigeres zu tun. Nicky und Kian
wollten bei ihren Freundinnen sein, denen es sicherlich auch nicht gut ging
und Shane wollte bei seiner Freundin und seinem Kind sein. Er hoffte nur, dass
die beiden den Kaiserschnitt gut überstehen würden.
„Jetzt lasst uns doch endlich los. Mein Kind kommt in Irland wahrscheinlich gerade zur Welt und ich bin hier in Deutschland auf so einer scheiß Promo-Tour.“ Shane war wütend und verzweifelt. „Hey hey, dein Job kann da nichts zu Sweetheart.“ Nicky versuchte Shane ein wenig zu beruhigen. Shane sagte nichts mehr und packte seine restlichen Sachen im Hotel zusammen, bis alle 5, Nicky, Shane, Kian, Mark und Louis, inklusive der Sicherheitsleute zusammen aus dem Hotel verschwanden und mit ihrem Bus zum Münchener Flughafen fuhren. Sahne konnte nicht aufhören sich Gedanken zu machen. Er verpasste die Geburt seines Kindes…
Im OP-Saal war Bekkie nurnoch halb bei Bewusstsein und es kam ihr alles vor
wie in einem Traum. Sie sah verschwommen wir plötzlich eine Schwester das
Kind auf dem Arm hielt und ihr entgegenstreckte. Bekkie musste lächeln
und weinen. Sie hatte gerade zum ersten Mal ihr Kind auf dem Arm. Ohne Shane…
Ohne den Vater ihres kleinen Jungen. Sie hatte geahnt das es ein kleiner Junge
werden würde. Er sah genauso aus wie Shane. Sie hatte Shane bereits auf
zahlreichen Baby-Fotos gesehen. Bekkie fiel auf das ihr Kind klein war. Zu klein,
denn die Schwester nahm ihr das Kind auf schon wieder weg und verschwand aus
dem OP-Saal. Sie spürte noch ein paar Rucke an ihrem Bauch und dann hatte
sie es geschafft. Sie wurde zurück auf ihr Zimmer geschoben, vorbei an
Lena und Kicky, die ungeduldig vor dem OP-Saal auf sie warteten, aber das Baby
schon gesehen hatten als es hinaus gebracht wurde. Es war in der Tat sehr klein
und sah gebrechlich aus. Beide hofften das es dem Kind gut gehen würde
und es nicht zu schwach ist um weiter zu leben. Lena und Kicky stürmten
hinter Bekkies Bett her. Angekommen in Bekkies Zimmer sagte Kicky: „Bekkie,
du hast es geschafft. Es ist da!“ Lena und Kicky lächelten, dies erwiderte
Bekkie jedoch nur zögernd. „Ich freu mich wirklich riesig das mein… Unser
Kind da ist. Das war wirklich der schönste Moment in meinem Leben, aber
mit Shane wäre er wohl noch schöner gewesen…“ Kicky schnappte sich
einen Hocker und saß sich zu Bekkie ans Bett. Sie strich ihrer Freundin
über den Kopf. „Er ist schon auf den Weg hierher. Er muss sich wohl sofort
auf den Weg gemacht haben, als ich es ihm erzählt hab!“ Bekkie lächelte
gut. Lena setzte sich auf das andere Bett im Zimmer, welches leer war. „Wie
heißt der kleine?“ Wollte sie wissen. „Er heißt James!“ antwortete
Bekkie. „Bringen sie ihn denn gleich auch mal zu dir? Das ist schließlich
dein Kind.“ „Gute Frage Kicky.“ „Moment ich geh fragen.“ Kicky sprang auf und
suchte den Arzt der Bekkie schon im OP begleitet hatte.
Als Kicky nach 15 Minuten wieder das Zimmer betrat war Bekkie bereits eingeschlafen.
Kicky nahm wieder auf dem Stuhl neben Bekkies Bett platz un sagt zzu Lena gewand:
„Das baby liegt im Brutkasten und hängt an etlichen Schläuchen. Es
sieht voll furchtbar aus. Ich glaub es ist ganz gut, dass Bekkie nach ein paar
Tage im Bett bleiben muss. Ich befürchte den Anblick würde sie nur
schwer ertragen. Ich hoffe nur, dass die Jungs bald kommen.“ Lena seufzte. „Ja
das hoffe ich auch. Shane ist wahrscheinlich derjenige, den Bekkie jetzt am
meisten braucht.“
Während Kicky und Lena in Bekkies Zimmer saßen, um dort auf die Jungs
zu warten betrat der Chef-Arzt das Zimmer. „Ladies es wird Zeit zu gehen! Wir
haben schon längst keine Besuchszeit mehr. Sie können gerne Morgen
um 9 Uhr wieder kommen.Ihre Freundinn braucht jetzt erst einmal Ruhe. Sie hat
einen schweren Eingriff hinter sich.“
Nach einigem Protest machten Kicky und Lena sich schließlich auf den Weg
nach Hause. Dort angekommen riefen sie sofort Shane an, der gerade auf dem Weg
ins Flugzeug war. „Hey Shane Ich bins noch mal. Ich wollte dir nur bescheid
sagen, dass du erst Morgen Früh ins Krankenhaus darfst. Der Arzt sagt Bekkie
braucht Ruhe. Ihr geht es soweit ganz gut. Also mach dir keine Sorgen! Wir sehn
uns dann zu Hause! Bye!“ Und schon legte sie wieder auf ohne auch nur auf eien
Antwort von Shane zu warten. Dieser regte sich während des gesamten Fluges
tierisch darüber auf, dass er seine Freundin nicht sofort sehen durfte
und noch bis zum Morgen warten musste.
Am nächsten Morgen
Shane saß nervös in der Küche der WG. Es war erst 8 Uhr und
er war schon seid 5 Stunden wieder zu Hause. Shane starrte in seine Kaffeetasse
als jemand die Küche betrat. „Morgen Shane!“, kam es 6-stimmig von seinen
Freunden. „Morgen Leute“ Shane sah von seiner Tasse auf. „Ich halte das nicht
aus. Ich darf erst in einer Stunde zu ihr!!“ Nicky setzt sich neben Shane und
klopfte ihm beruhigend auf die Schulter. „Komm schon! Die Stunde geht schneller
um, als du denkst. Und so war es auch. Eine Stunde später standen Shane
und die anderen vor Bekkies Zimmer. „Nun geh schon rein. Sie wartet bestimmt
schon auf dich.“, drängte Kicky.“Wir warten dann erst mal hier draußen“.
Shane öffnete vorsichtig die Tür und betrat das Zimmer. Bekkie lag
in ihrem Bett und war am schlafen Sie war immer noch blass und sah ziemlich
erschöpft aus. Langsam ging Shane auf das Bett seiner Freundin zu. Er streichelt
ihr sanft über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Bekkie öffneten
langsam ihre Augen und blinzelte zu Shane rüber. Ein leichtes Lächeln
zeigte sich in ihrem Gesicht „Shane...Endlich bist du da.“ „Ja Süße!
Ich bin hier!“ Bekkie sah sich suchend im Zimmer um. „Wo..wo ist James? Wo ist
unser Baby?“, fragte sie mit Tränen in den Augen. Sie hatte Angst, das
es ihrem Kind nicht gut ging; ja sogar die Befürchtung, dass es Tod sei.
„Ganz ruhig Süße. James liegt im Brutkasten. Er muss noch künstlich
ernährt werden. Aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Es geht im
gut.“, log Shane, der ganz genau wusste, dass es noch nicht sicher war, ob ihr
baby wirklich überleben würde. Er wollte jedoch Bekkie nicht beunruhigen
und ließ sie somit in dem glauben, dass es James gut ginge. Bekkie nahm
Shanes Hand. „Hast du ihn schon gesehen, Schatz? Er sieht genauso aus wie du“,
fragte Bekkie mit einem lächeln. „Nein. Ich habe ihn noch nicht gesehen.
Ich wollte erst nach dir sehn und dann nachher zu ihm gehen. Die anderen sind
übrigens auch hier, m dich zu besuchen.“ Mit diesen Worten stand Shane
auf, ging zur Tür und rief die anderen rein. Bekkie wurde von jedem mit
einer Umarmung und einem Kuss auf die Wange begrüßt. „Wie ich gehört
habe heißt euer Baby James?!“, grinste Nicky Bekkie breit an. Diese musste
lachen. „Ja da hast du wohl richtig gehört. ich dachte mir wir sollten
das Baby nach seinem Patenonkel benennen!“ Nicky stockte und sah Bekkie mit
großen Augen an. „Patenonkel? Wer von den Leuten die ihr kennt heißt
denn James?“ „Na da streng dein Hirn aber mal ganz doll an Byrne!“, lachte Kian
laut. „Ach... ihr.. ihr meint mich?? Ich bin der Patenonkel?“ „Ja sicherlich!
Wer denn sonst?“ Nicky war überglücklich und drückte erst Bekkie
und dann Shane fest an sich. „Danke Leute! Ich werde meine Aufgabe gut erfüllen.
Kanns kaum abwarten mit dem kleinen Fußball zu spielen!“
Zwei Stunden später verließen die Freunde Bekkie wieder, da der Arzt
ihr noch ein wenig Ruhe verschrieben hatte. Während Bekkie also noch ein
wenig schlief, machten sich die anderen mit Shane auf den Weg eine Schwester
zu suchen, damit sie den kleinen James besuchen konnten.
Als sie eine Schwester gefunden hatten führte die sie gleich in das Zimmer
wo mehrere Brutkästen standen. Die Schwester führte alle 6 zu James.
Shane stockte der Atem. Sein Sohn lag da drin, angeschlossen an tausende von
Schläuchen. Dennoch freute er sich. Seine Augen füllten sich mit Tränen.
„Mein Sohn…“ brachte er heraus. Nicky hatte Mitleid mit Shane. Sein einziges
Kind lag in da, in diesem Brutkasten, an Schläuche angeschlossen und keiner
wusste ob der kleine James jemals überleben würde. Nicky kannte dieses
Gefühl jemanden zu verlieren, den er eigentlich nie kannte aber sich doch
verbunden mit ihm fühlte. Schließlich hatte er sein und Kickys Kind
auch schon mal verloren. „Hey Shane… Der Kleine packt das bestimmt. Schließlich
kommt er nach dir. Nach so einem starken Papa.“ Nicky nahm Shane in den Arm.
Shane löste sich wieder von seinem besten Freund und wendete sich wieder
der Schwester zu. „Wann kann ich ihn denn mal rausnehmen? Seine Mutter will
ihn schließlich auch mal sehen…“ „So etwa 5 Wochen noch, dann ist der
Kleine stark genug und er kann raus.“ Shane schluckte. „5 Wochen? Das ist nicht
ihr ernst oder?“ „Doch, früher geht leider nicht, das wäre ein zu
hohes Risiko. Immerhin ist er 2 Monate zu früh. Allerdings kann ihre Freundin
ihn aber bald besuchen kommen wenn sie sich etwas erholt hat.“ Shane ging aus
dem Raum raus und ließ sich auf einen der angebrachten Stühle im
Gang sinken die eigentlich zum Warten gedacht waren. „5 Wochen…!“ Alle waren
Shane gefolgt, doch keiner sagte etwas. Sie wusste nicht wie sie Shane beruhigen
oder trösten konnten. Und sie mussten es Bekkie auch bald erzählen.
Es wäre nicht fair gewesen sie anzulügen, dass es ihrem Baby gut geht.
Außerdem würde sie sich selbst bald auf den Weg zu ihrem James machen
und spätestens dann sehen das etwas mit ihrem Baby nicht stimmt wenn sie
sich in dem Raum umsieht und feststellt, das nur ihr Kind an sämtliche
Schläuche angeschlossen ist.
„Irgendwer muss es Bekkie sagen…“ Brach Kicky letztendlich die Stille. „Was?“
fragte Shane. „Das mit James nicht alles in Ordnung ist.“ „Wollt ihr nicht erstmal
warten, bis sie sich vielleicht noch ein bisschen mehr von der OP erholt hat?“
sagte Lena. „Hmm ja vielleicht… Wer sagt’s ihr?“ Alle guckten Kicky an, sie
machte eine abwinkende Handbewegung. „Nicht schon wieder ich… Immer muss alles
ich machen.“ „Du kannst so was nun mal am Besten Schatz…“ Nicky sah sie erwartend
an. „Okay… Ich sag’s ihr dann morgen.“ Kicky seufzte. „Shane? Du solltest jetzt
vielleicht wieder zu ihr rein gehen…“ Schlug Lena vor. Shane stand auf und verschwand
in Bekkies Zimmer. Sie beschlossen vorerst nach Hause zu gehen und die Beiden
alleine zu lassen.
„Lena? Bekkie? Kicky? Wo seid ihr denn?!“ Als Cat endlich wieder von ihrer Freundin
aus London nach Hause kam herrschte Totenstille in der sonst so belebten WG.
In der WG war eigentlich immer etwas los, auch wenn nur Gesang aus Kickys Zimmer
drang, oder Lena mal wieder einen ihrer Schrei-Wut oder Freudenausbrüche
bekam. Irgendetwas war jedenfalls immer los. Und jetzt war es tot. Stiller als
still, so still, das man jegliche kleinen Sachen auf den Boden fallen hören
könnte. Fußschritte durchbrachen die Stille. „Hi Cat…“ „Hey Lena?!“
Beide umarmten sich. „Hab ich irgendwas verpasst?“ „Lass uns ins Wohnzimmer
setzen…“ „Okay…“ Cat ahnte Schlimmes. „Was ist passiert? Ist etwas mit Mark?
Oder Bekkies Baby?“ Beide ließen sich auf der großen Couch, die
fast das ganze Wohnzimmer ausfüllte nieder.
„Bekkies Baby ist zu früh gekommen… Und man weiß nicht ob er es schafft…“
Cat war erschrocken. Erst hatte Kicky ihr Baby verloren und jetzt das. Sie schluckte
und ihre Augen füllten sich mit Tränen wo sich einige Tränen
auf den Weg machten an ihren Wangen entlang zu laufen. „Wie geht es Bekkie?
Wie geht sie damit um?“ „Sie weiß es noch nicht… Kicky wird es ihr morgen
erzählen… Sie ist ziemlich geschafft von dem Kaiserschnitt, aber auf dem
Weg zu Besserung und es geht ihr immer besser…“ Cat nickte nur. „Kann ich sie
besuchen?“ „Wir waren vorhin schon da… Jetzt ist Shane bei ihr. Den macht die
ganze Sache mit dem kleine James auch ziemlich fertig… Wir fahren morgen wieder
hin… Allerdings wird es ihr nachdem Kicky ihr es mitgeteilt hat auch nicht so
toll gehen… Verständlich.“ „James?“ Cat musste lächeln. Lena nickte.
„Ja,… James!“ Cat stand auf und ging ihn ich Zimmer von wo aus sie Mark anrief,
dass er vorbei kommen sollte.
Später begrüße Cat auch Kicky die sich kuschelnd mit Nicky auf
ihrem Zimmer befand.
Der Rest des Tages verlief relativ ruhig. Alle 3 machten es sich mit ihren Freundin
gemütlich, schauten Filme gingen früh schlafen…
Shane widerum konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Er stellte sich immer und
immer wieder die Frage: Warum? Warum musste ausgerechnet seinem Sohn so etwas
passieren?! Eine Erklärung auf diese Frage fand er jedoch in der ganzen
schlaflosen Nacht nicht.
Dann, am nächsten Morgen frühstückten alle zunächst in
Ruhe bis es an der Tür klingelte. Es war Shane, der sie mit ins Krankenhaus
nehmen wollte.
„Ich bin dafür das nicht alle mitkommen… Das wird Bekkie sonst zuviel denke
ich mal…“ Sagte Lena und schlug vor: „Ich wär dafür wenn Kicky, Shane
und Cat fahren würde. Cat hat Bekkie ja auch etwas länger nicht gesehen.“
„Gute Idee Lena-Schätzchen…!“ Stimmt Kicky zu und schnappte sich ihre Tasche
und machte sich auf den Weg zur Haustür. Nicky folgte ihr. „Ich werde dich
vermissen…“ Kicky lachte. „Spinner…“ Sie ging nach draußen, gefolgt von
Cat und Shane. Die 3 schwangen sich in Shanes Mercedes und fuhren zum Krankenhaus.
Angekommen auf den Stock wo Bekkie und James sich befanden wurden sie gleich
von der Schwester angequatscht:„James Zustand hat sich in den letzten Stunden
erheblich gebessert und wir denken, dass es jetzt keinerlei Komplikationen mehr
geben wird und es jetzt nurnoch bergauf geht.“ Shane dachte im ersten Moment
das er sich verhört hätte. Er freute sich riesig und umarmte Kicky.
Er hatte Freudentränen in den Augen. „Ach Shane, ich freu mich so für
euch!!“