Heute war ein schöner sonniger Samstagnachmittag in Irland. Besser gesagt, in Dublin. Ich hatte lange gebraucht, bis ich das Geld für diese Reise zusammengespart hatte, aber jetzt bin ich hier!!!

Ich. Am besten, ich stelle mich erst mal vor: Isabelle, 18 Jahre, kommt aus Karlsruhe in Deutschland, und ist seit 4 Jahren Westlife-Fan. Lieblingswestlifer: Nicky!!!

Ich saß in einem Eiscafé, neben einem kleinen Platz. `Wahrscheinlich der Marktplatz´, nahm ich an. Auf dem Platz standen mehrere Bänke und auf einer Bank saß ein etwa 20jähriger Mann. Ziemlich gutaussehend! Doch nach längerem Hinsehen..., oh Mann, das ist ja Nicky von Westlife!!! `Mein Gott, ich fall gleich vom Stuhl´ dachte ich und klammerte mich an meine Tasche. Eine schlechte Angewohnheit! Plötzlich schaute er von seiner Zeitung auf. Als er sah, dass ich ihn anstarrte, grinste er und versteckte sich hinter seiner Zeitung. Das sah so supersüß aus!!! Bei dem Anblick, musste ich einfach lachen!

Nicky schaute mich noch einmal an und stand auf, als wolle an mir vorbei ins Café gehen. Erst ärgerte ich mich: `So ein eingebildeter Typ, gibt mir noch nicht mal ein Autogramm`, aber als ich sah, dass er wieder so ein Grinsen auf dem Gesicht hatte, rief ich ihm hinterher: "Hey, also ein Autogramm bist du mir mindestens schuldig!" Dann kam er her, und wie sagt das Sprichwort so schön? `Er kam, sah und siegte´! Ich war hingerissen. Von seinen Augen, seiner Nase, seinem Mund...

Ich konnte es kaum glauben, als er sich dann auch noch hinsetzte, und wirklich ein Autogramm aus der Jackentasche zog und es unterschrieb!

 "So, bist du nun zufrieden?", fragte er mit einem ironischen Unterton. Ich tat, als ob ich schwer überlegen müsste und sagte: "Hm, ja!" Und dann mussten wir beide lachen, bis uns die Tränen kamen und die Leute an den Nebentischen uns merkwürdig ansahen.

Sorgfältig steckte ich das Autogramm in die Tasche, darauf bedacht es ja nicht zu knicken. "Du kommst aus Deutschland, stimmt`s?"

Ich war so überrascht, dass er ein Gespräch mit mir anfing, dass ich nicht mehr rausbrachte, als ein "Äh, ja!" Ich hätte mich für diese Antwort ohrfeigen können. `Was besseres ist dir wohl nicht eingefallen, was?´ schimpfte ich mit mir selbst.

"Und was zieht dich dann ausgerechnet HIER her?" fragte mich Nicky amüsiert, und ich merkte, dass er sich schon wieder über mich lustig machte. Ich beschloss, auf seine Ironie einzugehen und so langsam beruhigte sich mein Puls auch etwas.

"Och, so ne irische Boyband", erklärte ich. "Und wegen der bin ich gestern hierher geflogen und heute wollte ich mich auf die Suche nach den süßen Jungs machen. Aber dass ich so schnell fündig werde hätte ich nicht gedacht!" fügte ich noch hinzu.

Nicky entgegnete: "Dann hast du also auch noch gar nichts von dieser schönen Stadt gesehen?"

"Nein, aber das werde ich in den nächsten Tagen sicherlich nachholen!"

"Was hältst du davon, wenn wir beide eine kleine Stadtrundfahrt in meinem neuen Auto machen? Ich hab heute einen freien Tag. Bryan ist bei seiner Kerry, Mark und Kian bei ihren Familien und Shane ist reiten. Ja, und Georgina...", erklärte er mit traurigem Blick, "Georgina ist mit ihrem Vater in London. Und bevor ich hier den ganzen Tag auf der Bank sitze und Däumchen dreh, könnte ich dir doch Dublin zeigen. Aber nur wenn du willst!"

"Natürlich will ich!", freute ich mich. Ich legte ein Geldstück auf den Tisch und ging mit Nicky zu seinem neuen BMW. "Klasse Schlitten", rutschte es mir raus, als ich sein Auto sah.

"Ja, erst eine Woche alt!" antwortete er stolz, "bitte einsteigen my Lady!" sagte er und hielt mir die Beifahrertür auf.

"Danke schön. Sehr aufmerksam."

Für mich ging ein Traum in Erfüllung. Nein, mehr als ein Traum. Von so etwas hätte ich noch nicht einmal zu träumen gewagt! Ich sitze hier neben Nicholas Bernard James Adam Byrne in seinem schicken, neuen, roten BMW und fahre mit ihm durch Dublins Straßen. Traumhaft unglaublich!!!
 

 

Die ganze Zeit über unterhielten wir uns. Er erzählte mir, wie es mit Westlife angefangen hat, wie er Georgina kennen lernte und wie es mit Westlife weitergehen soll. Und ich erzählte ihm, wie und warum ich Fan geworden bin, von meinen Freunden und als Nicky mich fragte, woher ich so gut Englisch sprechen könnte, auch von der Schule. Es machte Spaß ihm das alles zu erzählen und er war auch in sehr guter Zuhörer!

Plötzlich klingelte sein Handy. Er ging ran und unterhielt sich ein paar Minuten. Er sprach sehr schnell, so dass mein Schulenglisch nicht ausreichte um etwas zu verstehen. Als er wieder auflegte, und ich gerade dabei war mir zu überlegen, wie ich ihn unbemerkt und ohne aufdringlich zu wirken fragen konnte, wer das war, kam Nicky mir schon zuvor:  "Willst du nicht wissen, wer das war?"

"Gerne, aber du musst es mir nicht sagen, wenn du nicht willst." Nicky lächelte und sagte:

"So was nenne ich einen echten Fan!" Mein Herz machte einen riesen Freudenhüpfer. "Es war Bryan. Er hat mich gefragt, ob ich nicht vorbeikommen wolle."

"Gut. Ok, dann vielen Dank für den wunderschönen Nachmittag. Du kannst mich an der nächsten Ecke rauslassen!"

"Ach Quatsch, du kommst selbstverständlich mit! Bryan freut sich schon!"

"Ja, aber ich stör doch nur!" entgegnete ich unsicher.

"Jetzt hör mir mal zu", begann Nicky ernst. "Ich habe noch nie einen so netten Fan kennen gelernt, der so süß Rücksicht auf uns nimmt. Genau das habe ich Bryan eben auch erzählt und er hat ausdrücklich gesagt, dass du mitkommen sollst. Und du willst so eine Einladung doch nicht ablehnen, oder?" endete Nicky. Etwas verwirrt verneinte ich.

 "Gut, dann auf zu den McFaddens!", rief er und gab Gas.

 

 

Wir fuhren ca. eine ½ Stunde, bis wir vor einem großen Haus hielten.

 "Darf ich bitten?" Nicky öffnete die Wagentür. Ich stieg aus und schaute mich um. Das Haus der McFaddens war ein Traumhaus. Mit einem liebevoll angelegten Garten und vielen Blumen. Es hatte eine Menge Fenster und an einer Seite konnte man einen Wintergarten erkennen. Davor befand sich ein kleiner Spielplatz, mit einer Schaukel, einer Rutsche und einem kleinen Sandkasten.

Nachbarn besaßen sie anscheinend keine, denn ich konnte weit und breit kein weiteres Haus entdecken. Nur Wald und Wiesen.

 "Hi Nix. Alles klar? ...Oh hi. Du musst Isabelle sein, stimmt`s? Hi. Ich bin Bryan, aber das weißt du ja sicher," grinste Bryan mich an und gab mir die Hand. Etwas schüchtern grüßte ich, ich konnte das alles noch nicht ganz glauben, und ging hinter Bryan und Nicky ins Haus. Dort warteten schon Kerry und Molly. Als ich Molly sah entfuhr mir ein: "Ist die süß!" und Kerry sagte: "Da bist du nicht die einzige, die das findet. Bryan ist verrückt nach ihr. Hi, ich bin Kerry."

"Isabelle. Hi Kerry. Hallo Molly!", begrüßte ich die beiden schon etwas lockerer. In Anwesenheit der 2 fühlte ich mich wohler.

"Belle", rief Molly und streckte die Hand nach mir aus.

"Molly kann schon sprechen?" fragte ich und ergriff ihre kleine Hand.

"Na ja, sprechen würde ich es jetzt nicht nennen" antwortete Kerry.

"Eher nachplappern, stimmt`s Süße?", ergänzte Bryan. Molly lachte und streckte nochmal die Hand nach mir aus.

"Willst du sie mal nehmen?" fragte mich Kerry.

"Gerne. Ich mag Kinder. Zu Hause in Karlsruhe gehe ich oft babysitten", sagte ich und nahm Molly auf den Arm.

"Du wohnst in Karlsruhe?" fragte Kerry erstaunt. "Oh, Moment. Darüber reden wir gleich noch. Der Tee kocht." Und Kerry verschwand in der Küche. "Ihr Männer könnt euch auch ruhig mal nützlich machen. Wie wäre es mit Tischdecken?", rief sie aus der Küche Bryan und Nicky zu, die sich unbemerkt ins Wohnzimmer verdrückt hatten.

Da stand ich nun. Im Hause McFadden in Irland mit der Tochter von Bryan und Kerry

McFadden auf dem Arm im Flur eines wunderschön eingerichteten Hauses und hörte in der Küche Nickys Stimme, die manchmal meinen Namen erwähnte. `Da will ich erst mal nicht stören`, dachte ich und ging mit Molly ins Wohnzimmer. Sie war wirklich süß! Andauernd spielte sie mit meinen langen blonden Haaren und lachte dabei. Ein paar Minuten spielte ich mit ihr, bis ich merkte, dass der Tisch fertig gedeckt war und die 3 gerade aus der Küche kamen. "Soll ich Molly in den Kinderstuhl setzten?", fragte ich und Kerry bejahte dies, als sie sich mit Nicky und ihrem Mann an den Tisch setzte.

 Mir blieb der Platz zwischen Nicky und Molly gegenüber von Bryan und Kerry übrig. Was heißt übrig? Natürlich freute ich mich neben einem so süßen Baby und meinem Fave-Westlifer zu sitzen!!! Ich war überglücklich!!!

"Guten Appetit, Isabelle!" sagte Bryan und biss in seine Pizza. Schien wohl sein Lieblingsessen zu sein! Ein paar Minuten ließen wir uns unsere Pizza schmecken, bis Kerry die Stille durchbrach: "Molly mag dich! Das hab ich gleich gemerkt. Normalerweise fremdelt sie erst ein bisschen, doch bei dir hat sie gleich ihre Hand ausgestreckt. Das hat bis jetzt nur Shane geschafft! Und beim Essen hat sie dich die ganze Zeit angeschaut!"

"Da ist sie nicht die einzige!" murmelte Nicky und Bryan schaute ihn verwundert von der Seite an. Verlegen lächelte ich. Kerry merkte, dass mir das peinlich war und wechselte das Thema. "Du kommst aus Karlsruhe?"

"Ja!"

"Ich habe mal ein Jahr lang in Mannheim gelebt."

"Echt? Mannheim ist nur ½ Stunde von Karlsruhe entfernt!"

"Kerry hat dort als Aupair-Mädchen gearbeitet!", sagte Bryan.

"Warst du mal in Karlsruhe?", fragte ich Kerry.

"Ich war einmal dort. In der Stadt shoppen. Ihr habt tolle Geschäfte. Und ich war im Schlosspark picknicken."

"Ja, im Schlosspark bin ich auch oft mit meinen Freunden.", sagte ich.

Jetzt schaltete sich auch Nicky wieder in das Gespräch ein: "Mit deinen Freunden oder mit deinen Freundinnen?" fragte er.

"Beides aber im Moment nur mit meinen Freundinnen", erwiderte ich und lächelte zuckersüß. `Manchmal musste man auch mal in die Offensive gehen´ dachte ich und merkte, wie Nicky sich ein wenig entspannte. Das erntete noch einen Blick von Bryan der verraten ließ, dass er sehr gespannt auf ein Gespräch zwischen ihm und seinem Freund war.

Da fing plötzlich Molly an zu weinen. "Es ist ihre Zeit zum schlafen! Ich geh sie hoch bringen. Willst du mitkommen, Isabelle?"

"Gerne", antwortete ich.

Ich folgte Kerry in Mollys Zimmer. Es war ein schönes Zimmer. Mit Dschungelbuch-Tapete und so. Kerry legte Molly in ihr Bettchen und sagte dann zu mir: "Normalerweise singe ich ihr dann noch was vor. Wenn es dich nicht stört..."

"Nein, auf keinen Fall" erwiderte ich, und dann fing Kerry an zu singen. Dabei fiel mir auf, wie jung sie eigentlich noch war. Nur ein paar Jahre älter als ich! Und sie hat eine wunderschöne Stimme. Schade, dass sie bei Atomic Kitten ausgestiegen ist! Nach der ersten Strophe hörte sie auf. Molly war schon eingeschlafen. Gemeinsam gingen wir leise wieder runter. "Du hast eine wunderschöne Stimme", sagte ich zu ihr.

"Danke! Was hältst du davon, wenn wir beide uns in den Garten setzen und du mir ein bisschen von Karlsruhe erzählst? Meine damalige Freundin aus Mannheim ist kürzlich dorthin gezogen und ich möchte sie bald besuchen! Die Küche überlassen wir ausnahmsweise mal den Jungs!", grinste Kerry. Ich mochte sie. Sie war sehr nett zu mir und kümmerte sich um mich. Sie war auch überhaupt nicht zickig oder so, wie das manchmal von Starehefrauen so erwartet wird. Nein, sie war wirklich super nett und eine hervorragende Mutter! Wir unterhielten uns ziemlich lange über Gott und die Welt und Kerry erzählte mir viel über ihr jetziges Leben, und was sich alles verändert hat. Und ich berichtete ihr über Karlsruhe und, dass sie unbedingt nochmal herkommen müsse! Und Kerry versprach es. Dann sagte sie zu mir: "Isabelle, du, ich glaub, du hast einen neuen Verehrer!"

"Was? Wer denn?", fragte ich neugierig.

"Schau mal bitte unauffällig zum Küchenfenster!" Vorsichtig drehte ich mein Gesicht in Richtung Küche. Dort stand... Nicky!

"Du meinst...?", fragte ich ungläubig.

"Ja, ist dir das denn noch nicht aufgefallen? Wie er dich die ganze Zeit anguckt und was denkst du worüber er gerade mit seinem besten Freund, nämlich Bryan, spricht? Sie haben mir ausdrücklich gesagt, ich solle sie ein paar Minuten alleine lassen. Und so ruhig und nachdenklich wie heute war er sonst noch nie!"

"Ach Quatsch, das kann doch gar nicht sein. Er hat doch seine Georgina!", erwiderte ich. Aber wahrscheinlich nicht sehr überzeugend.
 

 

"Hey Mädels. Lust auf einen kleinen Ausflug?" fragte Bryan als er mit Molly auf dem Arm und Nicky raus in den Garten kam. "Isabelle, magst du Pferde?"

"Mein Zimmer ist voller Westlife und Pferdeposter. Warum?"

"Nicky hatte die Idee zu Shane`s Pferderanch nach Sligo zu fahren. Was haltet ihr davon?"

"Super", war meine Antwort.

"Ich zieh mich nur schnell um und mach Molly fertig", sagte Kerry.

"Und ich muss noch ein paar Telefonate führen. Ihr 2 könnt ja so lange im Auto warten!" meine Bryan und grinste Nicky an. Dieser lächelte. `Aha, das war also geplant´ dachte ich. Nicky und ich gingen zum Auto. Er nahm hinter dem Steuer Platz während ich vorm Wagen wartete. "Isabelle, ich wollte dich..." fing er an, doch da klingelte sein Handy. "Sorry" entschuldigte er sich bei mir. Ich entfernte mich ein wenig als Nicky ran ging, damit er ungestört telefonieren konnte. Handys konnten schon nervig sein! Mit dem Fuß malte ich kleine Kreise in den Kies und wartete.

2 Minuten später war das Gespräch schon beendet. Ich ging zurück zum Auto, da sah ich, dass Nicky Tränen in den Augen hatte. "Nicky, was ist passiert? Nicky, sag doch was!" rief ich. Er war vollkommen fertig. Dann stieß er ein tonloses "Georgina" hervor.

"Was ist mit ihr? Nicky!!!"

"Sie, sie..., sie hat mich verlassen!"

So, nun war es raus und Nicky weinte. Erst wusste ich nicht, was ich machen sollte, dann nahm ich ihn ziemlich hilflos in den Arm. Ich weiß nicht, wie lange wir so dasaßen, plötzlich sagte Nicky: "Sie ist grad mit ihm in London und es geht schon seit 2 Wochen. Und ich dachte, sie wäre mit ihrem Vater in London. Ich Idiot hab nichts gemerkt! Sie sagte, sie könne es nicht mehr verheimlichen und müsse es loswerden! Und es tut ihr Leid!"

Ich brachte ein verachtendes "Puh" hervor. "Per Telefon Schluss machen, so was würde ich nie tun!" Nicky guckte mich sehr lange an. Dann sagte er: "So etwas hätte ich dir auch nicht zugetraut!" Und dann küsste er mich... Dieser Kuss war wunderschön. Nicky hielt mich fest in seinen Armen. Hätte dieser Kuss doch nie aufgehört, ich hätte alles darum gegeben.

"Ich störe ja wirklich ungern, aber wir müssen los!" räusperte sich Bryan augenzwinkernd. Doch als er Nickys verweinte Augen sah, fragte er bestürzt. "Gott Nicky, was ist los?"

An Stelle von Nicky antwortete ich: "Georgina hat Schluss gemacht!" Geschockt klopfte er seinem Freund auf die Schulter. "Nach 7 Jahren... Das tut mir Leid!"

"Ach komm, sie ist es nicht wert ihr nachzutrauern, wer am Telefon Schluss macht ist es echt nicht wert!" erklärte er schon wieder etwas fröhlicher." Los steigt ein!"

"Ach nee, lass mal. Kerry, Molly und ich fahren mit meinem Auto. Fahrt ihr 2 mal alleine!"

"Danke", flüsterte Nicky ihm zu, doch ich hatte es genau gehört!

Bryan ging zu seinem Auto. Er murmelte was von "Gutes Timing, Geo!" und stieg ebenfalls ein.

 

 

Die Fahrt zur Ranch verging wie im Fluge. Nicky und ich hatten uns auch sehr viel zu erzählen. Ich war überglücklich. Ich wusste, dass ich mich in Nicky Byrne, und nicht in den Nicky von Westlife verliebt hatte, denn dieses Gefühl war anders. Es war auch nicht das Gefühl im Bauch, dass man hat, wenn man seinem Star begegnet. Nein, es war etwas völlig anderes. Und das war sehr wichtig!

Was ich nicht wusste war, was Nicky dachte. Aber ich hatte das Gefühl, dass ihm die Trennung von Georgina nicht viel auszumachen schien. Mir kam es vor, als sei es eher eine Erleichterung. Allerdings kannte ich ja auch nicht die Vorgeschichte dazu. Vielleicht haben sie sich nach 7 Jahren einfach zu sehr auseinander gelebt? Was in gewisser Weise auch verständlich wäre...

"Nix?", sagte ich. "Am liebsten wäre ich jetzt mit dir alleine."

"Hey, Bry und ich haben uns so eine schöne Überraschung für dich ausgedacht. Sie wird dir gefallen, verlass dich drauf."

 "Na, wenn du das sagst..."
 

 

Auf der Ranch angekommen sollte ich mit Kerry und Molly kurz warten und dann zur Koppel hintern dem Stall kommen. Dann verzogen sich die Jungs.

"Kerry, was ist hier los?", fragte ich, "du weißt doch was sie vorhaben, stimmt’s?"

"Ja, ich weiß es, aber glaub mir, wenn ich es dir sage, ist der Überraschungseffekt weg und diese Überraschung will und werde ich dir nicht verderben! Warts ab!" antwortete sie.

Jetzt war ich nun doch neugierig.

"Hey Isabelle, bleib ruhig. Es wird dir gefallen! Du, darf ich dich was fragen?"

"Klar Kerry, frag!"

"Wie küsst Nix denn so?"

"Sei nicht so gemein! Aber wenn du es genau wissen willst, einfach wundervoll!!" schwärmte ich.

"Ich freu mich für dich. Aber jetzt komm, wir gehen schon mal los!" Kerry, Molly und ich liefen zur Weide. Dort angekommen traute ich meinen Augen nicht. Da standen Kian, Mark, Shane, Bryan und Nicky und sangen "Queen of my heart" für MICH! Den Jungs machte ihr kleiner Auftritt sichtlich Spaß, besonders weil Kian dauernd vor irgendeinem Pferd, dass auf der Koppel stand, weglaufen musste. Er hatte ja schreckliche Angst vor Pferden und wegen mir begab er sich zwischen seine Erzfeinde. Wie süß! Als ob Kerry meine Gedanken lesen könnte flüsterte sie mir zu: "Es hat sehr viel Überredungskraft gekostet Kian dazu zu bringen auf einer Pferdekoppel mittens Pferden zu singen! Aber Nicky hat es letztendlich geschafft.

Er mag dich wirklich!"

Anders als im Original sang jetzt nicht Shane sonders Nicky die Soloparts und er schaute mich die ganze Zeit an.

Als "Queen of my heart" fertig war, lief ich auf Nicky zu und umarmte ihn. Dann flüsterte er mir ins Ohr: "Und du bist meine Königin des Herzens, Isabelle!" Und dann küssten wir uns sehr lange!

"Hey Bry, haben Ki, Mark und ich irgendwas verpasst?" fragte Shane.

"Klar, während ihr beschäftigt wart hat’s Nix ins Guinnes Buch der Rekorde geschafft!"

"Wieso?" fragte nun auch Mark neugierig.

"Nix war ca. 1 Minute lang solo”, grinste Bryan und dann musste wir alle lachen. Das wurde den Pferden dann wohl zu laut, sie verzogen sich in die hinterste Ecke der Koppel.

"Na endlich", atmete Kian auf, "ich dachte schon die gehen gar nicht mehr!", und er erntete dafür noch einen Lachschwall! Dieser Tag war einfach klasse! Ich umarmte jeden einzelnen Westlifer unter Nickys kritischem Blick und bedankte mich für den Song und, dass sie wegen mir zur Ranch gekommen sind. Erst Kian: Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links. Dann Mark: Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links, Shane: Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links, Bryan: Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links, Kerry: Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links und zum Schluss Nicky: Küsschen links, Küsschen rechts und Küsschen Mitte!

"Hey, knutschen könnt ihr später immer noch, jetzt wird gefeiert!" rief Shane.

"Shane, wir können jetzt nicht feiern", entgegnete Mark, "erstens ist es erst 3 Uhr nachmittags und zweitens haben wir nichts womit wir feiern können!"

"Ok, das seh ich ein. Was haltet ihr dann von einem kleinen Ausritt?"

"Och nö! Shay, hast du eigentlich noch was anderes im Kopf außer Pferde?", fragte Kian.

"Sorry, aber außer Gillian ist sonst nichts mehr drin. Tut mir Leid!" grinste Shane.

"Wo ist Gillian eigentlich?" fragte Kerry Shane.

"Die besucht ihre Eltern. Sie kommt erst nächste Woche wieder."

"Was ist nun mit dem Ausritt?" wollte Mark ungeduldig wissen.

"Ok, Isabelle, kannst du reiten?" fragte mich Shane.

"Klar, ich liebe Pferde!" entgegnete ich.

"Siehste Ki, ich bin nicht der einzige Pferdeverrückte. Wusste ich’s doch!" triumphierte er.

Dann suchten wir uns alle ein Pferd aus. Sogar Kerry ließ sich überreden, Molly so lange bei Shane`s Eltern im Büro zu lassen. Das freute mich besonders. Jetzt wurde es ein richtiger Westlife-Ausritt!

Es dauerte etwas, bis sich alle ein Pferd ausgesucht hatten. Besonders Bryan konnte sich nicht entscheiden und Shane musste seinem Freund Kian erst alle Eigenarten seiner Pferde erklären, bis Kian sich für das älteste und langsamste Pferd entschied. Als endlich alle im Sattel saßen ging es los. Shane ritt mit Mark voran, dahinter Kian, Nicky und ich und Kerry und Bryan folgten in einigem Abstand.

Es war ein toller Ausritt. Ich unterhielt mich mindestens 1 Mal mit jedem und ich verstand mich super mit ihnen. Die Jungs sind auch einfach super nett. Shane z.B. hat mir versprochen, dass er mir Springreiten beibringt und Kian, da er sich ja als Manager um die Geschäfte der Band kümmert, will dafür sorgen, dass Westlife bald ein Konzert in Karlsruhe geben. Und Mark hat versichert, mir öfter SMS zu schreiben. Bryan und Kerry wollen mich in Karlsruhe besuchen, wenn sie zu Kerrys Freundin aus Mannheim fahren. Und dann ist da noch Nicky. Ich werde ihn so vermissen, wenn ich wieder zurück nach Deutschland muss. Aber davon ist ja noch nicht die Rede! Heute wird erst mal gefeiert!

 

Das haben wir auch getan. Bis 2 Uhr morgens! Und als ich am nächsten Morgen aufwachte hatte ich einen ziemlichen Muskelkater und das dumpfe Gefühl, dass meine Cola von gestern nicht ausschließlich aus Cola bestand! Langsam stand ich auf, frühstückte und machte mich auf den Weg zur Wellington Street, denn dort war ich um 11 Uhr mit Kerry und Molly verabredet. Die Jungs hatten leider keine Zeit, sie mussten zu einer Konzert-Besprechung fürs morgige Konzert in Waterford. Schon von Weitem hörte ich meinen Namen: "Isabelle!"

"Guten Morgen ihr 2", rief ich.

"Na? Wie geht’s?" fragte sie grinsend.

"Geht so. Ich habe einen schrecklichen Muskelkater und kann mich an gestern Abend kaum erinnern."

"Tja, ich habe dich gewarnt. Nimm keine Cola von Shane an!"

"Danke für den Tipp. Ich werds mir merken! Wie bin ich gestern eigentlich in mein Bett gekommen?", fragte ich.

"Weißt du das wirklich nicht?"

"Sorry. Ich habe keine Ahnung!"

"Nicky hat dich von der Ranch zum Hotel gefahren und dich dann auf dem Arm in dein Bett getragen!", antwortete sie.

"Echt?" `Wie süß, dachte ich. Dann war die Rose heute Morgen auf meinem Kopfkissen also von ihm!´

"Isabelle, Nicky liebt dich wirklich!"
 

 

Glücklich ging ich mit Kerry und ihrer Tochter in Richtung Drogerie, Molly brauchte neue Windeln. Ich wartete so lange vor der Tür. Als die 2 wieder raus kamen, steckte mir Kerry eine kleine Schachtel in die Jackentasche und sagte: "Für heute Nacht!" Ich wurde rot und schaute sie an. "Glaub mir, ich kenne Nicky!", gab sie lächelnd zurück, "nun aber los, sonst kommen wir noch zu spät!"

"Zu spät? Wohin gehen wir denn?"

"Na zur Vorbesprechung des Konzerts morgen in Waterford. Hab ich dir das nicht gesagt?"

"Nein hast du nicht" antwortete ich und tat beleidigt.

Auf dem Weg zur Besprechung mussten wir rennen. Ein Fotograf hatte Kerry erkannt und um nicht die ganze Zeit belästigt zu werden trennten wir uns, schließlich war ich für die Presse auch interessant, da man mich an Kerrys Seite noch nie gesehen hatte. "In 10 Minuten wieder hier", rief Kerry mir noch schnell zu.

10 Minuten später trafen wir außer Atem am Treffpunkt ein. "Geschafft" pustete ich, "wir haben ihn abgehängt. Wir 2 sind echt ein gutes Team." Lautstark meldete sich Molly. "Oh sorry Molly. Ich meinte natürlich wir 3!" lachte ich.

"So, jetzt müssen wir uns wirklich beeilen, sonst verpassen wir die Jungs!" drängte Kerry.
 

 

Leise klopften wir an die Tür des Westlife-Büros.

"Herein?", hörten wir in Stimme.

"Hey Nix!", freute ich mich und umarmte Nicky während Kerry Bryan mit einem Kuss begrüßte.

"Wenn die Damen so freundlich wären und draußen warten würden!" sagte der Manager gereizt.

"Oh, ja klar. Tschuldigung!" gab ich zurück und wollte das Zimmer verlassen, doch Nicky hielt mich am Arm fest.

"Wenn die Mädchen gehen sollen, dann brauchst du mich ja wohl auch nicht mehr. Auf Wiedersehen, Louis!" sagte Nicky und zog mich am Arm mit aus dem Zimmer. Kurz darauf folgten auch Bryan, Kerry und Molly, Shane, Mark und Kian.

"Eingebildeter Lackaffe. Was denkt der sich eigentlich?" regte sich Mark auf.

Geknickt meinte ich: "Jetzt habt ihr wegen mir Zoff mit eurem Manager!"

"Aber Isabelle, das stimmt doch nicht", redete Shane auf mich ein, "wir alle waren schon die ganze Zeit mit seinem Konzept für`s Konzert nicht einverstanden!"

"Die Reihenfolge der Songs z.B.!" fügte Kian hinzu.

"Und die Choreografie erst mal!" ergänzte Nicky und legte mir seinen Arm um die Schultern.

"Hey, was haltet ihr davon, wenn wir uns heute einen richtig schönen Nachmittag machen?", fragte Bryan in die Runde, "mit Hamburgern vielleicht?"

"Oder shoppen!" ergänzte seine Frau.

"Ja, oder Fußball spielen!" rief Nicky grinsend.

"Ok Leute, dann auf geht`s. Wir haben noch viel vor. Als erstes in die Hauptstraße Nr. 16, einverstanden Jungs?" schlug Shane vor. Alle schauten sich mit verschwörerischem Blick an.

"Was ist denn da?" wollte ich wissen.

"Überraschung!!!" bekam ich im Chor als Antwort zurück.

 

 

Die Hauptstasse Nr. 16 war wirklich ein interessantes Geschäft. Es war nämlich ein ´Westlife-Shop!`! "Ich wusste, das es dir gefallen würde!", flüsterte Nicky mir ins Ohr als ich mich mit leuchtenden Augen umsah. Schließlich war ich ja immer noch Westlife-Fan, auch wenn ich mit Nicky zusammen war.

Es war ein klasse Laden. Hier gab es echt alles, was im entferntesten mit Westlife zu tun hatte: CDs, Bücher, Videos, Schals, T-Shirts, Jacken, Pullover, einfach alles!!! Ich probierte verschiedene Sachen an und Kerry und die Jungs berieten mich. Obwohl Shane, Kian, Bryan, Mark und Nicky keine große Hilfe waren. Ich verließ mich da lieber auf Kerry.

"Hey Isabelle, was hältst du hier von?" fragte Mark plötzlich. Ich drehte mich zu ihm um und sah was er in der Hand hielt: ein Westlife-Bikini!!! Erst wollte ich ihm gehörig meine Meinung sagen, doch als Kerry mir zuzwinkerte sagte ich: "Ich kann ihn ja mal anprobieren!" und verschwand grinsend in der Umkleide.

Wenige Minuten später kam ich wieder raus. Stille. Bis Nicky ein leises "Sexy!" hervorbrachte. Anerkennend klopfte Shane seinem Freund auf die Schulter : "Gute Wahl, Kumpel!" und Nicky bestand darauf, mir diesen Bikini zu schenken "Für die schönste Königin meines Herzens" sagte er und für dieses wunderschöne Kompliment bekam er einen dicken Kuss.

Danach gingen wir zusammen im Café von Shanes Eltern, dem "Carlton Café, etwas essen. Bryan, Molly und mir hat es übrigens am besten geschmeckt! Dann guckten wir uns im Sligo-Kino Nickys, Shanes, Kians, Bryans und meinen Lieblingsfilm, "Titanic", an, wobei Kerry und ich die einzigen waren, die geweint haben. Obwohl man, wenn man ganz genau hinsah, auch bei Shane und Nicky ein paar Tränen in den Augen entdecken konnte!

 

 

 

  Bryan             Kerry            Shane          Isabelle           Nicky            Mark             Kian

                     + Molly             

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie süß, dachte ich und da musste ich den beiden einfach einen Kuss auf die Wange geben. "Hey, womit haben wir denn das verdient?" fragt Shane grinsend.

"Ich bin einfach nur glücklich" antwortete ich und sah Nicky dabei an.
 

 

Zum Abschluss des Tages gingen wir auf Nickys Wunsch noch Fußball spielen! Nicky, Shane und ich gegen Bryan, Kerry und Kian.

 

 


Nicky                                                 Bryan

 

Shane              °                                  Kerry

                                  

                                   Isabelle                                               Kian

 

 

 

Mark und Molly waren Schiedsrichter. Und ich glaube, sie waren bei der Punktevergebung ziemlich großzügig. Was mir aufgefallen ist, dass Mark sehr gut mit Kindern umgehen kann. Ich wünsche ihm von ganzen Herzen, dass er bald seine Liebe fürs Leben findet!

Nach dem Spiel, das übrigens meine Mannschaft gewann, verabschiedeten sich die McFaddens: Molly musste ins Bett. Ich umarmte Kerry ganz fest und flüsterte ihr ins Ohr: "Danke! Vielen Dank für alles!"

"Bitte schön, aber so viel hab ich doch gar nicht gemacht, oder? Ich wünsch dir auf jeden Fall noch viel Spaß heute!" antwortete sie. Dann verabschiedete ich mich von Bryan und fragte ihn:  "Was hatte Nix mit dir gestern eigentlich so wichtiges zu besprechen gehabt?"

"Och, nichts besonderes. Viel Spaß noch, Isabelle! Bis morgen!" sagte Bryan und machte sich mit seiner kleinen Familie auf den Weg. So langsam brachen alle Westlifer auf: Shane hatte (angeblich) seinen Eltern versprochen noch im Carlton zu helfen und Mark und Kian wollten noch in die Disco. "Bye Isabelle, bye Nix. Wir sehen uns morgen!” verabschiedeten sie sich

grinsend.

"Das ging jetzt aber schnell!" bemerkte ich. Nicky ging nicht darauf ein. "Hast du heute Abend schon was vor?" fragte er stattdessen.

"Nein, noch nicht. Warum? "

"Ich hab noch eine Überraschung für dich!"

"Was? Noch eine? Nix, du verwöhnst mich!"

"Ist ja auch für dich! Ich hoffe, es gefällt dir!" tat er geheimnisvoll.
 

 

Wir setzten uns in sein Auto und fuhren zu seinem Haus nach Dublin.

"Warte hier kurz. Ich bin sofort wieder da!" sagte Nicky und verschwand im Haus. Ich blieb so lange im Auto sitzen. Es war so gegen 8 Uhr uns sommerlich warm draußen, deshalb zog ich meine Jacke aus. Da spürte ich etwas kleines in der Jackentasche. Ich nahm es heraus, und sah, dass es die kleine Schachtel war, die Kerry mir heute morgen gegeben hatte. Ich lächelte und dachte an ihre Worte: "Für heute Nacht, ich kenne Nicky!" Was sie damit wohl meinte? Ist Nicky wirklich so... "Ok, alles klar!" hörte ich Nickys Stimme hinter mir. Schnell ließ ich die Schachtel verschwinden und stieg aus. Plötzlich nahm mich Nicky auf den Arm und trug mich die Treppen hoch. "Hey Nicky, lass mich los!" lachte ich.

"Isabelle, ich lasse dich nie wieder los! Ich liebe dich!"

Ich schaute ihm fest in seine tiefblauen Augen und sagte leise: "Ich liebe dich auch!" Und dann küssten wir uns zärtlich. An der Haustür angekommen setze er mich ab. "Mach deine Augen zu, und nicht gucken!" Ich schloss meine Augen und nahm seine Hand. Vorsichtig führte er mich durch sein Haus, bis er stehen blieb. "So, jetzt. Du darfst deine Augen wieder aufmachen. Ich hoffe wirklich, dass es gefällt dir!"

Langsam öffnete ich meine Augen, und was ich sah, war überwältigend! Nicky hatte ein Abendessen vorbereitet: Im ganzen Zimmer standen unendlich viel Kerzen, der Tisch war gedeckt und überfüllt mit Rosenblättern. Das Licht war gedämpft, die roten Vorhänge vor das Fenster gezogen.

"Ist, ist das alles für mich?" fragte ich.

"Natürlich!" antwortete Nicky.

Dann setzten wir uns und fingen an zu essen. Ich weiß jetzt gar nicht mehr so genau, was wir eigentlich aßen, ich weiß nur, dass es vorzüglich geschmeckt hat. Die ganze Zeit schaute ich Nicky an, der mir gegenüber saß. `Er hat das alles nur für mich gemacht. Er hat sich so viel Mühe gegeben. Das hat bis jetzt noch niemand für mich getan!` dachte ich. Plötzlich schaute er auf. Er hatte gemerkt, dass ich ihn beobachtete und lächelte mich an. `Dieses unwiderstehliche Lächeln` fuhr es mir durch den Kopf. Ich weiß auch nicht mehr, wie lange wir eigentlich am Tisch saßen, uns unterhielten, uns anschauten, jedenfalls fragte Nicky nach einiger Zeit, ob wir nicht ins Wohnzimmer gehen wollten, und spätestens da wusste ich, dass dieser Abend noch lange nicht zu Ende war...

 

Er stand auf und ich folgte ihm. Im Wohnzimmer stellte Nicky leise Kuschelrock-Musik an und setzte sich neben mich aufs Sofa.

"Nicky, ich möchte mich bei dir bedank..."

"Ssssh", unterbrach er mich und küsste mich zärtlich. "Ich möchte dir nur eines sagen, Isabelle", fing er an, "ich will, dass du weißt, dass du mir sehr viel bedeutest. Und, dass du nicht mein Ersatz für Georgina bist. Es mag vielleicht so aussehen, und ich weiß auch nicht, was dir die anderen von mir erzählt haben, aber das alles hat mit Georgina nichts zu tun. Du bist ein wundervolles Mädchen und..., ich liebe dich! Mehr als alle andere auf der Welt!"

"Oh, Nicky, das war die schönste Liebeserklärung, die ich je gekriegt habe. Ich liebe dich auch, Nix!" Ich gab ihm einen langen Kuss und dann verunken wir in eine leidenschaftliche
Nacht, die meinetwegen nie hätte aufhören müssen.
 

 

Am nächsten Morgen wachte ich in Nickys Armen und in seinem Bett auf. Als ich die Augen öffnete musste ich erst einen Moment überlegen, wo ich mich eigentlich befand, bis mir wieder alles einfiel. Der gestrige Einkaufsbummel, das Fußballspiel, das Abendessen und... die letzte Nacht. Ich musste lächeln. Es war einfach wunderschön gewesen!

Ich drehte mich um und sah Nicky noch schlafend neben mir liegen. Als ich ihn da so liegen sah, wurde mir klar, wie glücklich ich doch sein konnte. Heimlich hatten doch alle Westlife-Fans schon mal davon geträumt, in den Armen "ihres" Westlifers aufzuwachen und für mich ist dieser Traum nun wahr geworden! Vorsichtig rüttelte ich ihn. "Hey Nicky, aufwachen! Guten Morgen!"

"Was? Was ist denn los? Oh, guten Morgen, Babe!" sagte er noch etwas verschlafen und gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Wie spät ist es denn?"

"Gleich 11!" antwortete ich.

"Gleich 11? Oh f**k! In einer halben Stunde soll uns der Tourbus zum Konzert nach Dublin bringen. Die Jungs warten sicher schon!" In Windeseile stand er auf und zog sich an. "Wo ist denn mein zweiter Socken hin? Verdammt!"

"Nix, nimm den!" grinste ich, warf ihm den Socken zu und quälte mich aus dem Bett.

"Was würde ich bloß ohne dich machen?"

"Du wärst aufgeschmissen, nehme ich an!"

"Stimmt, Süße. Komm her!" Er nahm mich in den Arm, gab mir einen Kuss und flüsterte mir ins Ohr: "Vielen Dank für die schöne Nacht!"

"Bitte schön!" lachte ich und rief: "Ich dachte du musst los!"

"Ja, aber für dich habe ich doch immer Zeit!"

"Wann kommst du denn wieder?"

"Isabelle, geht das schon wieder los?" Nicky blickte mich mit strengem Blick an. Unschuldig fragte ich: "Was?"

"Ja, dass du nicht mitkommen willst. Das letzte Mal war es Bryan, der dich dabei haben wollte, und dieses Mal bin ich es. Eben hast du doch selbst gesagt, dass ich ohne dich aufgeschmissen bin!"

"Ok, ok, du hast gewonnen! Ich komme mit. Ich mach mich nur schnell fertig!"

Ein paar Minuten später stand ich fertig angezogen vorm Spiegel und zupfte an meinen Haaren herum. "Scheiß Haare. Ich muss unbedingt wieder zum Friseur!" murmelte ich.

"Quatsch, du siehst fantastisch aus!" hörte ich Nicky sagen, der sich unbemerkt angeschlichen hatte. Er stellte sich hinter mich, schlang mir seine Arme um die Hüften und küsste meinen Hals.

"Meinst du wirklich?" wollte ich wissen und sah ihn dabei im Spiegel an.

"Du bist das schönste Mädchen, das je in meinem Bett aufgewacht ist!"

Entsetzt starrte ihn an und stieß ihn wütend von mir weg. "Du Schwein!" schrie ich ihn an, schnappte mir meine Tasche und rannte aus dem Haus. Als ich am Esszimmer vorbeikam und ich die Kerzen, Rosenblätter und das alles sah, spürte ich einen Stich und rannte noch schneller! Ich wollte nur weg!

"Isabelle, was ist denn los?" rief Nicky mir noch verdutzt hinterher. Tränen liefen mir vom Gesicht. `Er hat mich nur benutzt! Mit mir hat er sich doch nur über Georgina hinweggetröstet! Und ich bin darauf reingefallen!` fuhr es mir immer wieder durch den Kopf. Ich lief die Straße entlang, immer weiter, doch Nicky kam mir hinterher. Am Ende der Straße entdeckte ich einen kleinen Park So schnell ich konnte rannte ich dort hin und versuchte Nicky zu entkommen. Ich konnte ihm jetzt einfach nicht in die Augen sehen! In einer kleinen, abgelegenen Ecke des Parks sah ich eine Bank. Erschöpft ließ ich mich darauf sinken, in der Hoffnung, Nicky würde mich durch die großen Bäume hindurch nicht sehen. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Scheußlich musste ich jetzt aussehen, mit völlig verschmierter Wimperntusche! Doch wen interessierte das schon?

"Hey Süße, alles klar?" sagte plötzlich hinter mir eine Stimme. Sie gehörte einem Mann, so um die 30. Er trug schwarze Lederhosen und ein altes, verwaschenes Shirt. An den Fingern glänzten unzählige Ringe und um den Hals baumelten Dutzende von Ketten.

"Was wollen Sie von mir?" fragte ich ängstlich und umklammerte meine Tasche. Er setzte sich neben mich, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: "Ich will nur ein bisschen Spaß!"

"Lassen Sie mich los!" kreischte ich und wollte wegrennen, doch er hielt mich fest.

"Lassen Sie mich los!" schrie ich noch einmal.

"Na na, nich so launisch, Kleine. Sei doch etwas netter zu mir. Ich tu dir doch nix." Er packte mich an den Schultern und machte sich an meinem Top zu schaffen.

"Hilfe!!!" schrie ich noch lauter. Sofort hielt er mir den Mund zu. "Tu das nicht noch mal!" warnte er mich. Mit aller Kraft versuchte ich mich zu wehren, aber er war einfach stärker!

 

Da tauchte plötzlich Nicky auf. Fassungslos stand er zwischen den Bäumen. Unsere Blicke trafen sich und da reagierte er blitzschnell. Er rannte auf mich zu und noch bevor der Mann seine Anwesenheit bemerkt hatte, schlug Nicky ihm eine ins Gesicht. Der Mann ließ von mir ab und rannte weg. "Scheiß Typen!" rief er Nicky und mir noch hinterher. Dann war Stille. Die Tränen rannen mir vom Gesicht und sofort setzte sich Nicky neben mich und nahm mich ganz fest in den Arm. Keiner von uns sagte ein Wort.
 

 

Nach ein paar Minuten guckte ich ihn an und schluchzte: "Lass mich bitte nie wieder los!" Nicky küsste mich auf die Stirn und nahm mich noch fester in den Arm. Diese starken Arme hatte ich immer bewundert!

"Isabelle, es tut mir alles so Leid. Wenn ich nicht so blöde Sachen gesagt hätte, wäre das alles nicht passiert. Ich war so ein Idiot!"

"Nein, das stimmt nicht. Ich bin genauso Schuld. Lass uns die ganze Sache einfach vergessen, ja? Ich will nur noch weg von hier!" sagte ich.

Ich wollte, dass Nicky mich zu meinem Hotel bringt und dann zum Tourbus fährt, damit er rechtzeitig in Waterford sei. Doch Nicky lehnte alles ab. "Ich kann dich jetzt nicht alleine lassen", sagte er.

"Nein Nicky, du musst zum Konzert fahren! Du kannst deine Fans nicht meinetwegen im Stich lassen!"

"Ok, räumte Nicky widerwillig ein, " aber dann kommst du auch mit. Ich weiß, dass du den anderen jetzt nicht gerne begegnen möchtest, aber glaub mir, es ist besser für dich. Ich lass dich in deinem Zustand jedenfalls nicht alleine!"

Ich war zu fertig um mit ihm zu diskutieren, deshalb stimmte ich zu. Zusammen gingen wir zum ausgemachten Treffpunkt. Nicky musste mich stützen, da meine Beine noch zu wackelig waren. Eine halbe Stunde verspätet trafen wir ein.

"Guten Morgen ihr 2. Seid wohl gestern etwas zu spät ins Bett, was?" wurden wir von Shane begrüßt. Doch als wir näher kamen, lief Kerry besorgt auf uns zu. "Was ist passiert?" fragte sie Nicky, als sie mein verweintes Gesicht sah. Nicky winkte ab. "Isabelle fährt mit uns im Tourbus nach Waterford. Alles weitere erklär ich euch später. Lasst uns jetzt erst mal losfahren. Ich hoffe, es macht euch nichts aus." Alle Anwesenden schüttelten den Kopf. Bryan küsste seine Frau und strich seiner Tochter liebevoll über den Kopf. Auch die anderen verabschiedeten sich von Kerry und Molly. Zum Schluss kam Kerry noch einmal kurz zu mir und gab mir einen Zettel. "Ich bin heute wegen meiner neuen TV-Show unterwegs, aber wenn du reden willst, du kannst mich jeder Zeit anrufen. Das ist meine Handynummer." Ich nahm den Zettel und wollte sie dankbar anlächeln, doch es sah etwas gequält aus. Ein letztes Mal umarmte sie mich und machte sich dann mit Molly auf den Weg.

Die 5 Westlife-Jungs und ich stiegen ein. Alle kümmerten  sich rührend um mich. Kian holte mir eine Decke, Shane machte mir einen typischen Carlton-Café-Tee und Mark und Bryan versuchten mich mit ein paar Witzen aufzumuntern. Vergeblich. Nicky setzte mich auf einen Sitz und deckte mich zu. "Wenn du irgendetwas brauchst, sag Bescheid, ja?", sagte er, "wir lassen dich erst mal in Ruhe!" und er verzog sich mit den anderen.

  "Jungs , ich erzähl auch jetzt die ganze Geschichte, aber bitte, sprecht Isabelle nicht darauf an. Sie ist noch völlig durch den Wind!"

"Ok, Nix, aber jetzt erzähl mal!" drängte Mark.

"Also, heute Morgen sind wir zu spät aufgewacht..."

"Aha, ihr seid also zusammen aufgewacht", grinste Shane.

"Oh Shane, halt einfach mal deinen Mund. Isabelle wurde beinahe vergewaltigt und du machst auch noch Witze!"

"Isabelle wurde was?" Entsetzt starrten die Jungs ihren Freund an. Dann erzählte Nicky endlich die ganze Geschichte. Dabei muss ich wohl eingeschlafen sein, denn als der Bus mit einem Ruck hielt, befand ich mich in Nickys Armen. Er streichelte mir übers Haar und flüsterte mir ins Ohr "Ich bin so schnell wie möglich wieder bei dir." Shane stellte mir noch eine Tasse Tee auf den Tisch, Kian drückte mir ein Buch in die Hand, Mark gab mir die Fernbedienung vom Fernseher und von Bryan erhielt ich sein Handy. "Falls was ist, ruf einfach an. Nr.3 ist die Nummer unserem Bodyguard. Er sagt uns dann Bescheid. Und Nr.4 ist Kerrys Nummer. Ruf sie an, wenn du reden willst. Und mach dir über die Rechnung keine Sorgen, die nächste zahlt sowieso Mark, weil er ne Wette verloren hat! Das wird schon wieder! Wir kümmern uns um dich!"

Mit diesen Worten verließen sie den Bus. Sobald sie draußen waren, fing ich wieder an zu weinen. Ich habe nur vor Nicky und den anderen so getan, als ob es mir besser ginge, weil ich sie nicht beunruhigen wollte, aber als ich so alleine im Bus lag, kam alles wieder hoch: Dieser Mann, diese Lederhose, die vielen Ketten und Ringe, dieser Alkoholgestank! Da sah ich das Handy auf dem Tisch liegen. Ich nahm es und drückte die 4. Ich musste mit jemandem reden. Und mit meinen Eltern konnte man über so was nicht sprechen, und Kerry ist während meiner Zeit in Irland eine gute Freundin für mich geworden.

"Ja?" meldete sich Kerrys Stimme.

"Hi Kerry, ich bin’s, Isabelle."

"Mein Gott. Isabelle! Wie geht es dir? Du sahst heute morgen ziemlich fertig aus."

"Mir geht es etwas besser, aber die Bilder holen mich immer wieder ein!"

"Kannst du darüber reden?", fragte sie vorsichtig, "ich habe gerade Mittagspause!"    

"Ich denke schon" antwortete ich und dann erzählte ich ihr alles. Ein paar Mal konnte ich nicht weitersprechen, weil die Tränen einfach stärker waren. Als ich geendet hatte, sagte Kerry erst mal gar nichts. Nach dem ersten Schock verstand sie: "Ist ja kein Wunder, dass du heute Morgen kein Wort raus gebracht hast. Und ich blöde Kuh dachte, es hätte was mit dir und Nix... Ich konnte ja nicht ahnen, dass du..." Sie sprach nicht weiter.

"Sag es ruhig Kerry!"

"..., dass du vergewaltigt wurdest. Mensch Isabelle, dann wäre ich doch gar nicht erst weggefahren. Wo sind eigentlich die Jungs?" wollte sie wissen.

"Die geben gerade ihr Konzert."

"Sie geben was?"

"Ihr Konzert" antwortete ich verwirrt.

"Ich glaub es nicht!", rief Kerry am anderen Ende empört auf, "sie lassen dich in deinem Zustand alleine im Tourbus sitzen? Denen werde ich aber gehörig den Marsch blasen, wenn...!"

"Nein Kerry", unterbrach ich sie, "ich habe Nicky dazu überreden müssen, das Konzert zu geben. Ich hätte mir Vorwürfe gemacht, wenn er meinetwegen nicht aufgetreten wäre. Und sie haben sich wirklich rührend um mich gekümmert. Shane hat mir Tee gemacht, Bryan hat versucht mich aufzumuntern und Nicky hat mich die ganze Zeit im Arm gehalten. Glaub mir, ohne sie würde es mir jetzt noch viel schlechter gehen!"

"Ok. Trotzdem, ich komme schon heute Abend wieder. Sobald es geht bin ich zurück. Versprochen!"

"Danke Kerry, Ihr seid alle so nett zu mir!"

"Hey, ist doch klar. Du brauchst uns jetzt. Wir kennen uns zwar noch nicht lange, aber mir kommt es wie eine Ewigkeit vor" entgegnete sie.

"Mir geht’s genauso, Kerry!"

"Du, sorry, aber ich muss aufhören. Wir drehen weiter. Wir sehen uns heute Abend, verlass dich drauf!"

"Gut. Und danke nochmal!"

"Keine Ursache. Pass auf dich auf."

"Mach ich. Bis dann!"

"Bye!"

Ich legte auf und schaute auf die Uhr. Genau eine Stunde hatte ich telefoniert. `Da wird sich Bryans Handyrechnung aber freuen´ dachte ich, `aber ich zahle es ihm natürlich zurück´ nahm ich mir fest vor. Ich holte die Teetasse vom Tisch. "Kalt!", murmelte ich. Trotzdem trank ich sie leer. Dann stellte ich sie zurück auf den Tisch, dabei fiel mein Blick aufs Handy.

           

Eine Kurzmitteilung erhalten

 

stand auf dem Display. Sie war von Mark:

 

 

Hey Süße. Schalt mal den Fernseher an. Vielleicht geht’s dir danach etwas besser. Kopf hoch. Mark

 


                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Ich schaltete den Fernseher an und sah, dass das Konzert, das die Jungs gaben, live übertragen wurde. Gerade als "World of our own" zu Ende war, griff Nicky zum Mikrofon: "Der nächste Song ist für ein Mädchen, dem es im Moment nicht gut geht und für das wir hoffen, sie mit "Why do I love you" etwas aufzumuntern! Dieses Mädchen ist sehr, sehr wichtig für mich und ich kann es nicht sehen, wenn sie traurig ist. Isabelle, ich liebe dich! " Mit einem Blick, der bestimmt alle Mädchenherzen dahin schmelzen ließ, schaute er dabei in die Kamera. Ich konnte es noch gar nicht fassen. Nicky hatte mir live, vor mindestens 3000 Leuten eine Liebeserklärung gemacht! Obwohl er mir gestern noch erzählt hatte, das Louis, ihr Manager, dagegen war, dass Nicky den Leuten erzählte, dass er nicht mehr mit Georgina, sondern mit mir zusammen war! Wieder kamen mir die Tränen. Doch diesmal vor Freude!
"Ich liebe dich auch!", flüsterte ich leise. Ich drehte die Lautstärke etwas runter und legte mich wieder hin ohne die Augen vom Bildschirm zu nehmen. In Gedanken ging ich meine ganze Reise noch einmal durch: die erste Begegnung mit Nix im Eiscafé, die Tour mit ihm durch Dublin, der Nachmittag bei Bryan und Kerry, Nickys und mein erster Kuss, der Ausflug zur Ranch, die Party, der Stadtbummel, das Fußballspiel, Nickys Abendessen und..., und unsere erste Nacht. Das Gefühl in seinen Armen aufzuwachen, die Hektik, weil wir zu spät waren, dann unser kleiner Streit und dann, meine Flucht. Die Ankunft im Park, das Auftauchen von dem Mann... Jetzt war alles wieder da! Für kurze Zeit hatte ich das Passierte vergessen können, doch jetzt... Ich schrie!

In dem Augenblick kam Nicky die Tür hereingestürmt. Er setzte sich zu mir, nahm mich in den Arm und strich mir übers Haar. "Ssssh! Ich bin wieder da!" sagte er.

"Wo sind die anderen?"

"Die sind noch kurz bei Louis."

"Nicky, danke!"

"Für was?" fragte er lächelnd. Er wusste genau, was ich meinte!

"Für die Liebeserklärung. Aber Louis hat doch gesagt...!"

"Was Louis sagt, ist mir egal. Ich will nicht verheimlichen, dass wir zusammen sind. Sonst entstehen nur wieder irgendwelche Gerüchte. Ich will, dass alle wissen, dass ich dich liebe!"

Er küsste mir die Tränen aus dem Gesicht. "Du hast wieder geweint?"

"Oh Nicky, für kurze Zeit hatte ich alles vergessen können..."

"Komm, schlaf noch ein bisschen, und versuch, an etwas anderes zu denken!" riet er mir. Er legte sich neben mich, legte seine eine Hand um meine Schultern und mit der anderen, hielt er meine Hand. So schliefen wir beide ein.
 

Währendessen kamen Shane, Kian, Bryan und Mark herein. Erst mit besorgten Gesichtern, dann lächelten sie.

"Ich glaube, den zweien geht’s schon besser!", flüsterte Shane, "war eine gute Idee von dir, Mark, mit der SMS!"

"Oh, ein Kompliment aus deinem Munde, Shane, ich fühle mich geehrt!" gab Mark grinsend zurück. In dem Moment wachte Nicky auf.

"Nicht bewegen, Nix!" warnte Kian gleich.

"Schläft sie?" fragte Nicky leise.

"Tief und fest!" antwortete Bryan.

"Tja, in meinen Armen schläft man eben besonders gut!", grinste Nicky, " aber so langsam wird mein linker Arm steif!"

"Soll ich dich ablösen, Nixter? So einen kleinen Gefallen tu ich dir wirklich gerne."

"Shane, du willst doch nicht deine Gillian betrügen, oder?"

"Nein natürlich nicht!" antwortete dieser.

"Ich hab Isabelle richtig in Herz geschlossen" schaltete sich Mark ein und die anderen nickten. Nicky freute sich.

Plötzlich schrie ich wieder auf. Sofort drückte Nicky meine Hand fester, und die anderen setzten sich um mich herum. Langsam öffnete ich die Augen. "Ich habe ihn wieder gesehen. Er war da!" stotterte ich.

"Ssssh, das war nur ein Traum. Wir sind jetzt alle da und fahren so schnell wie möglich zurück" sagte Nicky. Shane kam zu mir und gab mir noch eine Tasse Tee. "Hier. Trink. Das glaubst du mir jetzt wahrscheinlich nicht, aber immer wenn ich früher eine schlechte Note mit nach Hause gebracht habe, musste ich zur Strafe das trinken. Danach ging’s mir wieder besser und da ich öfters schlechte Noten geschrieben habe, besonders in Naturwissenschaft, schmeckt mir der Tee seitdem richtig gut!" erzählte er. Ich musste lächeln.

"Na siehst du", rief Kian, "sie lächelt. Shane, ich weiß nicht, wie du das machst, aber du kannst noch so ein Scheiße labern und die Frauen lächeln. So hast du also meine Cousine rumgekriegt!"

"Tja, entweder hat Isabelle das meinem unwiderstehlichem Charme zu verdanken, oder der Tasse Tee. Suchs dir aus!"

"Hey Leute, für Witze bin immer noch ich zuständig, klar?" empörte sich Bryan und setze sich neben mich. "Hast du Kerry angerufen?" Ich nickte. "Sie will heute Abend schon zurück kommen. Und das Geld kriegst du selbstverständlich wieder!"

"Lass mal, ich bin ja froh, dass es dir besser geht!" Ich gab ihm das Handy, dabei berührte ich seine Hand.

"Isabelle, du bist ja ganz heiß! Hast du Fieber?" rief Bryan.

"Ich glaub, das kommt eher von Nicky!" sagte ich, grinste Nicky, der immer noch neben mir lag, an und gab ihm einen langen Kuss. Nicky wurde rot.
 

 

Die Fahrt nach Dublin wurde sehr lustig. Mir ging es wieder besser und die Jungs waren nach ihrem gelungenen Auftritt super drauf. Auf dem Weg zu Bryan Haus, wo Kerry auf uns warten wollte, kamen wir auch an dem besagten Park vorbei. Nicky sah mich von der Seite an.

"Können wir kurz anhalten?" fragte ich.

Wir stiegen aus dem Bus und ich sagte: "Ich glaube, wenn ich jetzt nochmal zu der Stelle gehe, ist es leichter für mich."

"Denkst du nicht, dass du damit wieder alles aufwärmst?" wollte Nicky wissen, der nicht begeistert von meiner Idee war.

"Das ist genauso, als wenn du vom Pferd fällst", erklärte Shane, "wenn du nicht gleich wieder aufsteigst, traust du dich dein Leben nicht mehr auf ein Pferd!" Nicky nickte.

"Aber alleine lassen wir dich nicht gehen." Darauf bestand Mark. Nicky fasste meine Hand und ging los. Die anderen neben mir. Sie wussten, wie schwer das für mich war, sie wussten aber auch, wie wichtig es war. Mir brannten wieder ein paar Tränen in den Augen, doch ich riss mich zusammen. Als die Bank in Sichtweite kam, blieben Nicky und ich fast gleichzeitig stehen.

"Was ist den los?" fragte Kian unruhig.

"Das, das ist er!" stieß ich hervor.

"Du Schwein!", rief Nicky und wollte auf den Typ losrennen, doch Bryan hielt ihn fest. Der Typ drehte sich um und erkannte mich und Nicky wieder und lief auf der Stelle fort. Wahrscheinlich hatte ihm Nickys Faust von heute morgen gereicht! Nicky schäumte vor Wut. "Hey, bleib ruhig. Der ist es nicht wert!" versuchte Bryan seinen Freund zu beruhigen. Nicky wollte ihm nach rennen, aber Bryan ließ ihn nicht los. Das nahm Mark ihm ab. Er lief los und brüllte dem Mann hinterher: "Wag es ja nicht, mir noch einmal unter die Augen zu treten. Sonst kannst du dein Testament schreiben!" drohte er.

Erstaunlicherweise spürte ich nichts. Keine Angst, nein, noch nicht einmal Wut. Nichts. Kian legte mir seine Hand auf die Schulter und sah mich an: "Wir gehen wohl besser, stimmt`s?"
 

 

Den ganzen Abend verbrachten wir (schon wieder) bei Bryan und Kerry. Kerry hatte uns schon erwartet und Essen gemacht. Als wir ankamen nahm sie mich in den Arm und fragte: "Geht`s dir etwas besser?"

"Ja, danke. Wir waren eben in diesem Park, und dort habe ich den Typ nochmal gesehen, und  irgendwie geht es mir seitdem besser." Kerry zwinkere mir zu und zog mich hinter den Jungs ins Haus, die schon hineingegangen waren, her.

"Wo ist eigentlich Molly?", wollte ich wissen. Ich sehnte mich nach der Kleinen.

"Die habe ich schon ins Bett gebracht. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie müde sie war. Der Tag war für uns alle etwas stressig. Doch so wie ich meine kleine Tochter kenne, wacht sie in spätestens 1 Stunde wieder auf und ist putzmunter!"

Wir setzen uns an den bereits gedeckten Tisch und Kerry trug das Essen auf. Nach einigen Minuten Schweigen bemerkte Kian: "Also Kerry, ich muss sagen, das Essen schmeckt vorzüglich!"

"Da kann ich nur zustimmen", fügte Shane hinzu, "fast so gut wie im Carlton!" und grinste.

"Das Essen ist einer der unzähligen Gründe, warum ich diese Frau geheiratet habe" sagte Bryan, nahm Kerry in den Arm und küsste seine Frau zärtlich. Ich bemerkte Shanes neidischen Blick.

Plötzlich hörte man Molly schreien. Kerry stöhnte: "Das war wohl nichts mit einem ruhigen Abend!" Sie schob den Stuhl zurück und wollte aufstehen, doch ich hielt sie zurück. "Lass mal Kerry. Ich geh schon. Bleib du man sitzen!" Dankbar ließ sie sich wieder auf ihren Stuhl fallen und nickte mir zu. Ich glaube, sie war die einzige, die verstand, dass ich mal einen Augenblick alleine sein wollte. Ich stieg die Treppen hoch und trat in Mollys Zimmer. Ich nahm sie aus ihrem Bettchen, lief mit ihr im Zimmer auf und ab und redete beruhigend auf sie ein. Ich erzählte ihr einfach meine ganze Reise...
 

 

Währenddessen wartete Nicky unten im Esszimmer ungeduldig darauf, dass ich zurück kam. Nervös trommelte er mit den Fingern auf den Tisch. "Was macht sie bloß so lange da oben? Molly schreit doch schon lange noch mehr. Hoffentlich denkt sie nicht an den heutigen Morgen. Sie hat alles so schön vergessen können." `Sie hat sogar wieder gelacht´, fügte er in Gedanken hinzu.

"Nix, jetzt mach nicht die Pferde scheu", beruhigte Shane.

"Trotzdem! Entschuldigt ihr mich einen Moment?" Er ging die Treppe hoch und wollte mich rufen, doch als er hörte, dass ich redete, hielt er inne, blieb vor Mollys Tür stehen und lauschte.

"... Ich liebe Nicky doch, aber was soll aus uns werden, wenn ich übermorgen zurück nach Deutschland muss. So gern würde ich hier in Irland bleiben, aber ich trau mich einfach nicht, Nicky danach zu fragen. Vielleicht war ich nur ein Flirt für ihn? Schließlich könnte er jede haben, warum dann ausgerechnet mich? Ein kleines Mädchen, dass sich in ihren Star verliebt hat und sich wirklich eingebildet hat, er liebe sie auch..."

Nicky stürzte die Tür herein. Entsetzt stand er vor mir. "Isabelle, wie kannst du so etwas sagen? Und denken? Ich liebe dich mehr, als ich je jemanden geliebt habe. Du warst nicht nur ein Flirt für mich. Wirklich nicht!", beteuerte er, "ich liebe dich!" Er nahm mir Molly aus dem Arm und legte sie zurück in ihr Bettchen. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass sie schon eingeschlafen war. Jetzt stand er ganz dicht vor mir. Ich brachte keinen Ton heraus, so geschockt war ich, dass er alles mit angehört hatte.

"Ich liebe dich, Isabelle", wiederholte er noch einmal. Dann küsste er mich. Der Kuss war so leidenschaftlich und schön, dass ich alles um mich herum vergaß. Erst nach ein paar Minuten löste ich mich aus seiner Umarmung. "Ich wollte dich doch fragen, aber ich hatte Angst", begann ich zögernd.

"Angst? Wovor? Vor mir?"

"Davor, dass du ´nein` sagen könntest!"

"Wie könnte ich dir einem Wunsch abschlagen?" flüsterte Nicky mir ins Ohr, "aber eigentlich bin ich auch nicht besser..."

"Wie meinst du das?" wollte ich wissen.

"Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, wie das mit uns weitergehen soll, wenn du zurück nach Deutschland musst. Ich war mir aber auch nicht sicher, wie du das mit uns siehst. Ob ich für dich nur ein Zeitvertreib war. Ich, Nicky von Westlife. Vielleicht wolltest du einfach mal ein paar Tage mit einem Star verbringen...?" Ich musste lachen.

"He, was ist so lustig?" fragte Nicky verwirrt.

"Ach, es ist nur, wir waren beide so blöd!" sagte ich uns stieß Nicky in die Seite.

"Du hast Recht. Keine Geheimnisse mehr, ok?"

"Abgemacht! Trotzdem ist unser Problem damit noch nicht gelöst!"

"Stimmt, also du fliegst übermorgen. Und du würdest wirklich gerne hier bleiben?"

"Aber klar!"

"Wenn du willst, könntest du zu mir in mein Haus in Dublin ziehen. Seitdem Georgina Schluss gemacht hat, ist es so leer." Er grinste mich an.

"Echt? Das könnte ich machen?" rief ich begeistert. So ein Angebot hatte ich nun nicht erwartet. Vielleicht, dass Nicky mir eine kleine Wohnung sucht, aber doch nicht, dass ich gleich bei ihm einziehen darf! Glücklich fiel ich ihm um den Hals.

"Hey Süße, nicht so stürmisch!"

"Ach Nicky, ich freu mich so! Natürlich muss ich übermorgen erst einmal nach Hause fliegen, um meine Eltern zu informieren, aber da sie geschieden sind, und ich in einer WG wohne, ist das kein Problem. Sie haben sich sowieso nie richtig um mich gekümmert. Ihre Karriere war ihnen wichtiger. Und finanzieren tu ich meinen Umzug auch selbst. Und hier kann ich bestimmt mit ein paar kleinen Nebenjobs anfangen!"

"Du musst doch nicht arbeiten!"

"Doch Nicky, ich will arbeiten. Was soll ich denn sonst den ganzen Tag hier machen? Du bist ja nicht immer zu Hause!"

"Ich werde so viel Zeit wie möglich hier verbringen. Das versprech ich dir. Und auf größeren Touren kommst du einfach mit! Oder du kannst so lange nach Deutschland deine Familie und deine Freunde besuchen! Und Kerry gibt es ja auch noch!"

"Ach, ich freu mich so! Ich versuche, so schnell wie möglich alles zu regeln!"

"Und ich freu mich auf den Tag, an dem du jeden Morgen neben mir im Bett aufwachst!"

"Hey Nix, fang nicht schon wieder an!" erwiderte ich lachend.

"Komm mal her!" sagte er und zog mich zu sich auf die Couch, die ebenfalls in Mollys Zimmer stand. "Ich, ich hab was für dich geschrieben! Einen Song. Er ist mir eingefallen, als wir im Tourbus gefahren sind, und du neben mir lagst und geschlafen hast. Du sahst aus wie ein Engel, deshalb habe ich den Song `Angel´ genannt." Er redete nicht weiter. Erwartungsvoll blickte ich ihn an. "Bitte, sing ihn mir vor, ja?" Er nickte und fing an zu singen. Es war ein sehr ruhiger Song, und sehr romantisch. Ich nahm seine Hand und hielt sie ganz fest. Bis jetzt hatte mir noch keiner einen Song komponiert. Nicky war der erste, und hoffentlich auch der letzte. Als der Song zu Ende war, hörten wir jemanden klatschen. Verwundert schauten wir Richtung Tür. Dort standen Bryan, Kerry, Kian und Mark und klatschten begeistert. Nicky wurde rot. "Hey Nixter, der Song ist genial. Hast du ihn schon aufgeschrieben?" wollte Bryan wissen.

"Nein, hab ich noch nicht. Wieso?" Bryan stürzte herein, nahm einen Stift und ein Baby-Po-Abwisch-Tuch aus der Box neben der Wickelkommode und drückte es Nicky in die Hand.

"Sorry, etwas besseres zum Schreiben kann ich grad nicht finden, aber los, schreib den Song auf, bevor du ihn vergisst!" Nicky befolgte die Anweisung und fing an, seinen Song niederzuschreiben. Mark holte Molly aus dem Bett, die schon die ganze Zeit am Geländer stand und zuhörte, und spielte mit ihr in ihrer kleinen Spielecke. Kerry und Kian setzten sich zu uns auf die Couch. Erst jetzt fiel mir auf, dass Shane gar nicht hier war. Ich fragte Kian danach.

"Der ist ganz plötzlich los. Seine Gillian kommt doch heute Abend wieder."

"Achso!" Ich verstand.

"So, fertig!" rief Nicky und hielt stolz das Baby-Po-Abwisch-Tuch in die Höhe. Bryan holte seine Gitarre und spielte ein paar Akkorde. Nicky sang mit, und mit der Zeit stimmten auch Kian und Kerry mit ein. Mark sang die Vocals und Molly und ich beschränkten uns auf die musikalische Begleitung ;-)

Es wurde noch ein sehr schöner Abend. Wir sangen, aßen, oder unterhielten uns einfach nur. Dann fragte Mark, wie wir den morgigen Tag verbringen wollten. Schließlich sei es ja mein letzter. Nicky und ich sahen uns an und grinsten. Verwundert fragte Kian: "Moment mal, ich kapiert grad gar nichts mehr, ihr freut euch?"

"Isabelle und ich haben etwas beschlossen...", fing Nicky an.

"Sag bloß, ihr wollt heiraten?" fragte Bryan erstaunt.

"Nein, so weit ist es noch nicht. Wir kennen uns ja erst knapp eine Woche", bremste ich Bryans Fantasien.

"Wir wollen zusammen ziehen. Isabelle fliegt übermorgen wie geplant nach Deutschland, aber sie kommt so bald es geht wieder her und zieht dann zu mir. Wir haben gemerkt, dass wir es ohne einander einfach nicht aushalten!" sagte Nicky und gab mir einen Kuss. Neugierig warteten wir auf die Reaktion der anderen. Sie freuten sich riesig für uns. Kerry umarmte mich stürmisch. "Mensch Isabelle, das ist ja toll. Dann wohnst du ja ganz in meiner Nähe und wir können viel zusammen unternehmen. Das wird klasse. Ich freu mich schon!" Auch die anderen Jungs umarmten mich und ihren Freund. "Da musst du unserem Nicky ja heftig den Kopf verdreht haben!" grinsten sie.

"Trotzdem ist die Frage, was wir morgen machen immer noch nicht geklärt!" sagte Mark. Da hatte Kerry schon eine Idee: "Was haltet ihr davon, wenn wir zum Lough Gill fahren und schwimmen gehen?" Alle waren begeistert. Besonders Nicky: "Genau, dann kann Isabelle ihren Westlife-Bikini ausprobieren!" Freundschaftlich knuffte ich ihn in die Seite. "Pass bloß auf, mein Lieber, sonst überleg ich mir das mit dem Umzug nochmal!"

"Nein, alles nur das nicht! Ich lass dich einfach nicht gehen."

"Das werden wir ja sehen!" forderte ich ihn heraus und rannte durchs Haus raus auf die Terrasse. Nicky hinterher. Als wir beide völlig aus der Puste waren, ließ ich mich auf die Wiese fallen. Nicky legte sich daneben und kitzelte mich mit einem Grashalm an der Nase. Kichernd stieß ich ihn zur Seite. "Ok, du hast mich überzeugt, es ist wirklich unmöglich wieder von dir wegzukommen!"

"Na siehst du. Hab ich dir doch gleich gesagt!" triumphierte Nicky und gab mir einen Kuss.
 

 

Inzwischen waren die anderen, Kerry, Bryan, Mark und Kian, auf den Balkon gekommen und

schauten uns von oben zu. "Was haltet ihr davon, dass Isabelle zu Nicky zieht?" fragte Bryan in die Runde.

"Ich finds klasse" meinte Kerry und schlang ihre Arme um Bryan.

"Das dachte ich mir, Kezza. Ihr 2 versteht euch gut, nicht wahr?"

"Ja, sie ist eine klasse Freundin."

"Und ihr?" Bryan schaute seine Freunde an.

Mark antwortete: "Die 2 sind ein super Paar. Sie verstehen sich blind. Das hat man gleich gemerkt. Obwohl sie sich erst 1 Woche kennen, vertrauen sie sich!" Und Kian fügte hinzu: "Ich habe unseren Nixter noch nie so glücklich gesehen. Nicht einmal bei Georgina!"

Bryan nickte. Sie waren sich einig.

 

 

Am nächsten Tag wollten wir uns bei den McFaddens treffen. Auch Shane und Gillian waren da. Kian hatte gestern Abend noch bei seinem Freund angerufen und ihn gefragt, ob er mitkommen wolle. Er hatte sofort zugesagt.

Shane und Gillian sahen sehr glücklich aus. Ich begrüßte Gillian am Anfang etwas zaghaft, aber mit der Zeit brach das Eis. Gillian war ebenfalls total nett und wir verstanden uns gut. Nicht so gut wie mit Kerry, aber das konnte ja noch kommen.

Jeder hatte etwas zu essen mitgebracht. Shane etwas aus dem Carlton, er hatte seinen Eltern erzählt, es gäbe etwas zum Feiern. Kerry und ich waren heute morgen noch schnell etwas einkaufen gegangen.

Nachdem auch Molly fertig war, konnte es losgehen. Wir fuhren mit 3 Autos: Bryan, Kerry, Mark und Molly in einem, in dem anderen Shane und Gillian und in dem letzten Nicky, Kian und ich. Mark "musste" sozusagen bei Bryan und Kerry mitfahren, weil Molly ihn gar nicht mehr los ließ! Und Shane und Gillian wollten wir auch nicht stören. Sie hatten sich schließlich 1 Woche (!!!) lang nichtgesehen.

 

Bryan

Kerry

Mark

Molly

Nicky

Kian

Isabelle

 

Shane

Gillian

 

 

 

 

 

 

 


                                                                        

 

 

 

Die Autofahrt war sehr lustig. Kian und Nicky machten ihre Witze und ich genoss die Fahrt. Irland war wunderschön. Die Landschaft und alles. Nicky und Kian erzählten mir alles, was sie über ihr Land wussten. Und das war ziemlich viel!

Nach kurzer Zeit waren wir am Lough Gill angekommen. Wir packten unsere Sachen aus und trugen sie zu einem kleinen Steg. Ich sah mich um. Der See war riesig und um ihn herum befand sich ein Wald. Typisch irisch eben. Auch Molly gefiel es hier. Vergnügt tollte sie herum. Natürlich nicht ohne Mark!

"Hey Mark! Du hast einen neuen Fan, kann das sein?", lachte Kian.

"Ha, ha, sehr witzig, Ki!!" entgegnete dieser. Aber man merkte, dass es ihm nicht ausmachte. Schließlich mochte er die Kleine. Er nahm sie auf den Arm und kam zu uns. "Sie ist zwar sehr anstrengend, eure Tochter, aber da kommt sie halt genau nach ihrem Vater!"

"Marky, Marky" rief Molly.

Bryan grinste: "Tja, da hast du völlig Recht, Marky!” 

Wir ließen uns auf unsere Decken fallen. Kian fing an den Picknickkorb auszupacken, doch da wurde er von Shane unterbrochen. "Nee, nee mein Lieber. Gegessen wird später. Ich geh mich jetzt erst mal abkühlen. Wer kommt mit?" Allgemeine Begeisterung. Wir zogen uns um. Unsere Badsachen hatten wir alle schon drunter und ausgelassen sprangen wir in Wasser. Es war angenehm an einem warmen Tag in einen eiskalten See zu springen. Nicky schlug ein Wettschwimmen vor. Wer zuerst an der kleinen Insel in der Mitte des Sees angekommen war. Wir schwammen los. Die Jungs hatten einen kleinen Vorteil, da sie alle kräftiger waren als wir Mädchen, aber da ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, ein bisschen zu mogeln. Gillian war am einfallsreichsten. Sie versuchte einfach Shane die Badehose wegzuziehen. Ein paar Mal sogar mit Erfolg. Wir lachten uns halb schlapp als Shane mühsam versuchte, seiner Freundin auszuweichen. Besonders, da Gillian etwas schneller war als er. Plötzlich hörten wir Mark rufen: "Hey Leute, wo bleibt ihr denn? Wir warten alle nur auf euch!!!" Erstaunt schauten wir in Richtung Insel. Da stand Mark mit Molly auf dem Arm.

"Wie bist du denn da so schnell hingekommen?" wollte Kerry wissen.

"Tja, die kleinen Tricks eines Babysitters. Wir sind außen rumgegangen!"

Wir schauten uns an, dann lachten wir los. Wir hatten auf der anderen Seite die Brücke gar nicht gesehen.

"Na toll. Dann hätte ich mir die ganze Aufregung um meine Badehose ja sparen können", sagte Shane und stieg das Ufer hoch. Gillian kam ihm hinterher.

"Och Schatz, sei nicht sauer. Gib doch zu, dir hat es auch Spaß gemacht." sagte sie und gab ihm einen Kuss. Sofort war Shane wieder bestens gelaunt.

"Dir kann man doch gar nicht böse sein", erwiderte er.

"Ok, jetzt genug geflirtet, können wir endlich anfangen zu essen? Ich hab die Sachen gleich mitgebracht. Ich dachte, ihr seid vielleicht hungrig..." schlug Mark vor.

"Ach Mark, du bist immer so rücksichtsvoll" grinste Nicky seinen Kumpel an.

"So bin ich nun mal: nett, rücksichtsvoll, talentiert, gutaussehend..."

"Schon ok, Mark. Fangen wir lieber an zu essen. Ich hab auch Hunger", gab Bryan zu. Kerry gab ihm einen Klaps. "Ich dachte, du wolltest abnehmen?"

"Morgen!"

Wir setzten uns in den Sand. Glücklich lehnte ich mich bei Nicky an. "Ich bin froh hier zu sein!", sagte ich.

"Und ich bin noch viel glücklicher darüber, dass du hier bleibst!"

Dann wurde gegessen. Shanes Carlton-Essen schmeckte uns allen richtig gut. Besonders Bryan...

 

Nach dem Essen fragte Kerry: "Isabelle, Gil? Was haltet ihr von einem kleinen Spaziergang? Schließlich kennt ihr zwei euch noch gar nicht richtig." Wir stimmten zu und gingen los. Molly ließen bei den Jungs.

Gillian war total nett. Wir unterhielten uns gut und sie erzählte mir, wie es war, als es noch geheim war, dass Shane eine Freundin hatte, wie sie sich immer verstecken musste.

"Es war schon ziemlich schwer, aber es hat auch Spaß gemacht. Ich wollte einfach nicht in der Öffentlichkeit stehen, ich wollte nur mein Studium hinter mich bringen, ohne großen Starrummel. Andererseits, immer so undercover durch das Hotel zu schleichen war auch lustig." Sie lächelte mich an. "Aber ich liebe Shane und er liebt mich. Das ganze hat unsere Liebe nur stärker gemacht. Aber wie ist es denn mit dir? Du willst jetzt zu Nix ziehen?"

"Ja," antwortete ich, "ich kann mir nicht vorstellen wieder nach Deutschland zu gehen und Nicky vielleicht nie wieder zu sehen. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Klar ist es auch schwer für mich, Deutschland zu verlassen, aber ich kann jederzeit meine Freunde besuchen. Irland ist ja nicht aus der Welt. Meine Eltern leben getrennt und haben sich noch nie richtig um mich gekümmert. Und in der WG in der ich gelebt habe, habe ich mich auch noch nie wirklich wohl gefühlt. Bei Nicky fühle ich mich geborgen."

"Das hast du schön gesagt, Isabelle", meinte Kerry. Gillian nickte: "Und uns hast du ja auch noch. Wir Westlife-Girls müssen doch zusammen halten, stimmt’s?"

"Klar!" riefen Kerry und ich und wir machten uns langsam auf den Rückweg. Wer weiß was die Jungs ohne uns alles anstellen würden?

Schon von Weitem hörten wir Molly lachen. Gillian schaute Kerry von der Seite an. "Na, deiner Tochter scheint’s ja richtig gut zu gehen!"

"Du hast Recht. Ihr macht der Ausflug sichtlich Spaß. Sie wickelt die Jungs regelrecht um ihren kleinen Finger. Und sie können auch alle sehr gut mit Kindern umgehen. Besonders Mark!"

"Ja, schade, dass er keine feste Freundin hat", fügte ich hinzu.

"Hey Jungs, guckt mal, unsere Mädchen kommen wieder. Alle Frauen-Sachen geklärt?", fragte Bryan. Wir 3 schauten uns an.

"Ich denke schon, oder?" fragte ich in die Runde.

"Klar!" gab Kerry ein zweites Mal zurück uns setzte sich zu ihrem Mann. Shane kam auf Gillian zu und fragte sie, ob sie Lust hätte mit ihm eine kleine Bootsfahrt zu unternehmen. Er hätte auf der anderen Seite der Insel ein kleines Ruderboot entdeckt. Gillian sagte erfreut zu und hakte sich bei ihm ein. Eng umschlungen liefen sie über die Insel.

"Tja, wenn sich Shane abseilt, Kez, was hältst von einem kleinen Spaziergang? Du weißt doch, unser Lieblingsplatz!", sagte Bryan.

"Dass du dich daran noch erinnerst...!", meinte Kerry verträumt.

"Na dann kommt ihr zwei McFaddens." Er nahm Molly auf und Kerry in den Arm und ging los.

"So, dann sind nur noch wir übrig" bemerkte Kian und sah Mark an, der wie versteinert auf seinem Platz saß. Beunruhigt fragte ich, was denn los sei.

"Ach, Mark hat nur eine neue Songidee. Dann sitzt er immer so komisch da und kriegt von dem, was um ihn rum passiert gar nichts mit. Da kann noch so eine hübsche Blondine vorbeilaufen!", klärte mich Nicky auf.

"Ha!", triumphierte Mark, "das hab ich jetzt mitgekriegt!"

"Oh! Mist!", entgegnete Nicky gespielt geknickt.

"Ki, gehen wir ein Stück? Dann können wir an meiner Idee arbeiten. Ich sag dir, das wird ein Hit!"

"Mark, das sagst du jedes Mal!"

"Ja ok, aber dieses Mal stimmt es. Das war Mollys Inspiration. Also?"

"Ok", stimmte Kian zu und die 2 machten sich auf den Weg.

"So, jetzt sind wieder nur noch wir beide übrig!" bemerkte Nicky und schaute mir in die Augen. ‚Dieser Blick...’

 "Ja, genauso wie letztes Mal auf dem Fußballplatz. Und danach hast du mich zu deinem Haus gefahren und mir das romantische Abendessen gekocht!"

"Freut mich, dass es dir gefallen hat!"

"Gefallen? Es war der schönste Abend meines Lebens!"

Nicky umarmte mich. "Du glaubst gar nicht, wie glücklich ich darüber bin, dass du zu mir

ziehst. Es wird so toll werden! Da bin ich mir sicher. Und wenn du wirklich arbeiten willst, finden wir in Dublin bestimmt einen schönen Job für dich. Schließlich leben wir in einer

Großstadt! Und mein Haus können wir auch ganz neu einrichten, wenn du willst. Und..."

"Hey Nicky, jetzt mal langsam. Morgen muss ich erst mal nach Hause und alles regeln und dann kümmern wir uns um die anderen Sachen, ok?"

"Ok, Boss", grinste er mich an, "kannst du mir mal verraten, wie ich die Tage hier ohne dich, ganz einsam und verlassen rum kriegen soll?"

"Tut mir Leid, das kann ich dir leider auch nicht sagen, da ich selbst nicht weiß, wie ich es schaffen soll."

"Ich denke einfach jeden Tag an dich, ja? Und telefonieren tun wir!"

"Auf jeden Fall. Und ich bin doch auch bald wieder da."

"Ich möchte dich bald wieder bei mir haben. Ich habe so viele Jahre damit verschwendet, die falsche Frau zu lieben..."
"Nicky, sag das nicht! Das waren doch keine verschwendeten Jahre! Sieh mal, wenn Georgina dich nicht verlassen und am Telefon mit dir Schluss gemacht hätte, wäre ich nicht zu dir gekommen und hätte dich getröstet! Und ich hätte mich wahrscheinlich gar nicht in dich verliebt!"

"Nicht aus zu denken!" Nicky tat gespielt erschrocken!

"Hey, mach dich nicht über mich lustig!" mahnte ich.

"Wie könnte ich! Ich liebe dich!"

"Ich liebe dich auch!", sagte ich und küsste ihn, "weißt du, manchmal denke ich, das ist alles nur ein Traum. Es ist so unwirklich. Ich verliebe mich in Nicky, ein Mitglied meiner Lieblingsband und noch dazu mein Fave, weil er einfach total süß aussieht. Ich fahre nach Irland um sie zu suchen und vielleicht ein Autogramm zu bekommen und ein paar Fotos zu schießen. Plötzlich steht ER vor mir und grinst mich mit seinem unwiderstehlichen Lächeln an und fragt mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm durch die Straßen Dublins zu fahren! Ich steige ein und kurze Zeit später sitze ich bei den McFaddens im Wohnzimmer und halte ihre kleine Tochter Molly im Arm! Mit Kerry verstehe ich mich gut und sie macht Andeutungen, du seiest vielleicht in mich verliebt. Ein Witz, wie ich dachte. Welcher Star verliebte sich schon in seinen Fan? Dann, kurz bevor wir zu Shane’s Pferderanch fahren wollen, was an sich schon etwas Tolles ist, sehe ich dich weinend in deinem Auto sitzen. Ich nehme dich in den Arm und plötzlich küsst du mich! Und ich bemerke, wie sehr ich mich in dich verliebt habe. Und dann passieren noch so viele Dinge in nur ein paar Tagen Irland. Klingt das nicht unwirklich?"

Einen Moment überlegte Nicky. Dann sagte er: "Es mag unwirklich klingen, aber das ist es nicht. Soll ich es dir beweisen?"

Neugierig stand ich auf und folgte ihm in Richtung Wasser. Plötzlich nahm er mich auf den Arm und trug mich noch weiter ins Wasser hinein. So langsam merkte ich, was er vorhatte.

"Nicky, Nicky, was machst du? Was hast du vor? Doch nicht etwa das, was ich vermute, oder? Nicky, ich warne dich, tu es nicht!!!" kreischte ich.

"Tja Isabelle, wenn du das alles für einen Traum hältst, muss ich dir doch wohl beweisen, dass dies nicht der Fall ist, oder? Und so geht es am schnellsten."

"Nicky, nein!!!"

Er zählte laut bis 3: "1-2-3!" und schmiss mich dann in hohem Bogen in den See. 

 

 

Schnell tauchte ich wieder auf und holte tief Luft. Nicky stand noch immer bis zu den Knien im Wasser. Seine Hose war total durchnässt.

‚Wenn er jetzt nicht so sexy aussehen würde, wäre ich ihm wahrscheinlich böse, aber so...’

Nicky kam auf mich zu und zog mich zu sich hoch.

"Na, glaubst du mir jetzt, dass alles wahr ist?" fragte er liebevoll und strich mir die nassen Haare aus dem Gesicht.

"Muss ich ja wohl, oder?"

Statt einer Antwort bekam ich einen Kuss. Glücklich erwiderte ich ihn.

Eine Weile standen wir nur so im Wasser und küssten uns, bis es mir zu kalt wurde. Schließlich hatte ich alle meine Klamotten noch an und war von Kopf bis Fuß nass! Nicky und ich stiegen aus dem Wasser und setzten uns ans Ufer und ließen uns von der Sonne trocknen. Da fiel mir etwas ein. Ich ging zu unseren Sachen und holte aus meiner Tasche einen kleinen, weißen Zettel heraus und lief damit zurück zu Nicky, der mich erstaunt ansah.

"Was ist das?" fragte er.

"Das ist das, was ich mir für diese Reise alles vorgenommen habe. Ich habe den Zettel geschrieben, als ich 14 Jahre alt war. Ganz zu Beginn meines Fan-Daseins. Da steht alles drauf, was ich, falls ich mal nach Irland fahren würde, was damals noch sehr unwahrscheinlich war, unbedingt erledigen müsse."

 

 

 

    Irland:  

 

1. Natürlich Westlife treffen!!

2. Zum Drehplatz von "My love" gehen

3. die Schulen der Jungs suchen

4. Sligo/Dublin besichtigen

5. die Kirche und das Schloss, wo Bryan und Kerry geheiratet

    haben, angucken

6. zu Shane’s Pferderanch gehen und reiten!

7. endlich Westlife-Bettwäsche kaufen, weil es die bei uns ja

    nicht gibt und gleich dort ausprobieren!!

8. Nicky küssen!!!!!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicky las sich den Zettel durch. Dann schmunzelte er. "Und? Alles geschafft?"

Auch ich musste mir ein Lachen verkneifen. "Das waren die Wünsche einer 14-jährigen!"

"Wieso? Ich finde das unheimlich süß!"

"Na ja, also alles habe ich nun nicht gemacht, was ich vorhatte. Punkt 1 ist erledigt. Punkt 2 auch, an der Klippe bin ich kurz vorbeigefahren, als ich auf dem Weg zum Hotel war. Punkt 3 und 5 sind noch offen. Punkt 4 und 6 habe ich, Dank dir, mehr als erledigt. Und Punkt 7 steht auch noch an."

"Und hast du da nicht noch was vergessen?" grinste Nicky.

"Was? Steht da noch was drauf?" fragte ich verwundert.

"Ja, hier lies!"

Ich las weiter, Punkt 8 hatte ich ja ganz vergessen! Schnell riss ich Nicky den Zettel aus der Hand und zerknüllte ihn. Gott, war das peinlich!!!

"Hey Süße, du brauchst dich doch nicht schämen! Für die Wünsche einer 14-jährigen habe ich vollstes Verständnis. Und für die Wünsche eines 23-jährigen wie mich noch viel mehr!"

Sanft legte er mich in den warmen Sand. Ich blickte in ein gutgebräuntes, noch etwas nasses Gesicht, das mich zärtlich ansah. "Punkt 8 ist zwar auch erledigt, aber den könnte man doch theoretisch nochmal wiederholen, meinst du nicht?" fragte Nicky.

"Theoretisch schon!" erwiderte ich und schloss meine Augen.

 

 

"Na ihr 2? Ihr scheint uns ja nicht sonderlich vermisst zu haben, was?"

Erschrocken setzten wir uns auf und zupften unsere Klamotten zurecht.

"Ihr seid schon wieder da?" `Sehr intelligente Frage, Glückwunsch Isabelle.´

"Ja, unser Song ist fast fertig. Und Mark hatte Recht, der wird wirklich ein Hit!" Mark und Kian ließen sich nichts anmerken, doch ich wusste genau, was sie in diesem Moment dachten...

"Dann lasst mal hören!" forderte Nicky seine Freunde auf.

Mark und Kian setzten sich zu uns ans Ufer und fingen an uns Brocken ihres frisch komponierten Songs vorzusummen. Ich war begeistert. "Das ist mal was völlig untypisches für Westlife! Total cool!"

"Ja, nicht schlecht" stimmte Nicky mir zu, "aber an der einen Stelle, ziemlich am Anfang, da würde ich mit der Stimme hoch statt runter gehen."

"Ach, du meinst so?" Kian nahm Nickys Vorschlag auf.

"Ja, genau!" rief dieser begeistert.

"Hey Nix, das ist gut. Und was meinst du hierzu? Da waren wir beide uns nicht ganz sicher, was sich besser anhört." Wieder summte Mark vor.

"Ich würde die erste Variante nehmen" sagte Nicky nachdenklich. "Oder was haltet ihr hier von?"

Ich lächelte. Nicky war ganz in seinem Element. Der Musik. Wenn er singen durfte, war er wo anders. Irgendwie ganz weit weg. Ich ließ die Jungs einen Augenblick allein, setzte mich wieder ans Wasser und genoss die Aussicht auf den See. Da sah ich das kleine Ruderboot, mit dem Shane und Gillian losgefahren sind. Und, ich sah noch etwas.

"Nicky? Kian? Mark? Kommt ihr mal bitte?"

"Was ist denn los?"

"Guckt mal, da hinten sind Shane und Gillian, und seht ihr, was Shane da in der Hand hält?"

"Hää? Wo?"

"Mark, sieh doch, da!" Kian zeigte auf den See.

"Ach so da!"

"Du meinst, diese kleine Schachtel?" Nicky wusste anscheinend, was ich meine.

"Genau! Das ist eine Schachtel für einen Ring!"

"Denkst du...? fing Mark an.

"Ja, denke ich!"

"Das wäre ja super!"

"Eigentlich sollte ich es ja niemandem sagen, aber Shane hat mir erzählt, dass er Gillian heute einen Heiratsantrag machen will!"

"Er will was? Das ist ja toll!"

"Finde ich auch!" rief Mark freute sich mit Kian.

"Warum hast du mir nichts gesagt?" fragte ich Nicky ein bisschen enttäuscht.

"Weißt du, ich habe es auch nur zufällig mitgekriegt. Und ich musste ihm mein Ehrenwort geben, dass ich es keinem erzähle. Er wusste noch nicht genau, ob er sich trauen würde, sie zu fragen. Glaub mir, es ist mir nicht leicht gefallen, es für mich zu behalten!"

"Ist schon ok. Ich freue mich so für die beiden!"

"Du bist mir also nicht böse?"

"Nein, bin ich nicht. Schließlich hast du es versprochen!"

"Danke, Isabelle! Du bist ein Schatz!"

Von weitem hörte man Kerry lachen.

"Oh, oh. Meine Pause ist vorbei! Molly kommt!" stöhnte Mark, "ob es was bringt, wenn ich mich verstecke?"

"Ich glaube, das kannst du vergessen. Sie hat dich schon längst gesehen!" lachte ich.

Und das stimmte. Molly kam gerade mit lautem Geschrei auf Mark zugerannt: "Marky!" freute sie sich.

"Und, wie war’s?" fragte ich Kerry. Ich brauchte keine Antwort, man konnte sie regelrecht in ihrem Gesicht lesen. Kerry sah total glücklich aus.

"Wisst ihr schon das neuste? Shane macht Gillian gerade einen Heiratsantrag!" rief Kian.

"Oh nein, Shane wird mich umringen!" murmelte Nicky leise.

"Hey, sieh mal, Shane denkt doch bestimmt nicht mehr daran, dass er es dir gesagt hat, wenn er gleich herkommt. Und außerdem ist er dann sowieso so glücklich, dass es ihm gar nichts mehr ausmacht", tröstete ich ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

"Na ja, wenn du das sagst, muss es ja stimmen. Dann lasst uns mal ein schönes Festessen vorbereiten. Jetzt muss gefeiert werden!"

In dem Moment kamen Shane und Gillian am Ufer an. Gillian strahlte über’s ganze Gesicht.

"Anscheinend hat Shane sich getraut" flüsterte ich Nicky ins Ohr.

"Sieht so aus."

Gleich liefen wir alle zu den beiden hin um zu gratulieren. "Hey ihr 2! Alles, alles Gute zur Hochzeit von uns!!!", riefen wir schon von weitem. Doch als wir näher kamen, blieben wir verdutzt stehen.

"Shane, bist du irgendwie ins Wasser gefallen?" fragte Bryan amüsiert.

Jetzt fing Gillian lauthals an zu lachen, so, dass wir einfach mit einstimmen mussten. Außer Shane. Als Gillian Luft holte sagte sie immer noch kichernd: "Als Shane mir den Heiratsantrag gemacht hat, und er mir gerade den Ring anstecken wollte, ist er ihm ins Wasser gefallen! Und natürlich musste er ihn sofort wieder rausholen, sonst wäre er untergegangen Und dafür musste er wohl oder übel ins Wasser!" Wieder lachte sie los. Und wieder lachten wir mit. Der Gedanke, wie Shane der Ring ins Wasser fällt, war einfach zu komisch!

"Mensch Shane, das war ja eine Glanzleistung!" rutschte es Bryan heraus, doch Kerry bremste ihn gleich wieder: "Sei du man bloß still, dein Heiratsantrag war auch nicht der beste!"

"Ja mein Gott, was kann ich dafür, wenn diese dämliche Biene gerade in dem Moment um mich herum schwirrt. Und du weißt, was für eine Angst ich vor Bienen habe!"

Jetzt fing Shane an zu lachen. "Dann bin ich ja beruhigt, dass ich nicht der alleinige Idiot bin!"

"Hey, das hab ich nicht gesagt!"

"Ja, ok", lenkte Shane ein. Und zu Gillian gewandt meinte er: " Aber du hast mir noch gar keine Antwort gegeben. Du warst zu sehr damit beschäftigt, dich über mich lustig zu machen."

"Tut mir Leid, Schatz. Das wollte ich wirklich nicht. Aber es sah einfach zu komisch aus!" sagte sie und legte ihren Arm um Shane. "Du willst eine Antwort? Tja, was soll man da sagen? Ja natürlich!!!"

Shane wirbelte sie durch die Luft. "Mensch Gil, du glaubst gar nicht, wie sehr ich auf diesen Augenblick gewartet habe!" jubelte er.

"Ich doch auch!" erwiderte sie.

Auch wir anderen freuten uns riesig für die beiden. So war Shane das zweite Westlife-Mitglied, das den Bund der Ehe schließen wollte.

"Ok Leute, und jetzt wird gefeiert!" Mark lief auf Shane zu. "Wie ich dich kenne, hast du doch sicher vorgesorgt, oder?"

Shane grinste: "Klar! Was denkst du denn? In meinem Wagen im Kofferraum stehen noch 2

Flaschen Sekt!"

Mark holte die Flaschen und setzte sich dann zu uns auf die Decke. Molly bekam ihren Apfelsaft.

Als wir alle so gemütlich zusammen saßen, fragte Kerry Gillian: "Sag mal, hast du dir das auch gut überlegt? Ich meine, man sieht ja, was dabei rauskommt." Liebevoll sah sie ihren Mann an, und Gillian ihren Zukünftigen. Als Antwort erhielten wir nur ein freudestrahlendes Kopfnicken.
 

 

Den restlichen Tag verbrachten Kerry, Bryan, Molly, Shane, Gillian, Mark, Kian, Nicky und ich damit, uns Pläne für die Hochzeit auszudenken. Shanes und Gillians Hochzeit sollte etwas ganz besonderes werden. Wir blieben noch bis spät in die Nacht auf der kleinen Insel am Lough Gill. Doch dann musste ich los. Seit langem mal wieder in mein Hotel (die letzten Nächte hatte ich ja bei Nicky übernachtet) um meine Sachen zu holen. Denn wohl oder übel musste ich morgen fliegen. Aber jetzt hatte ich ja noch einen Grund mehr, so schnell wie möglich wieder her zu kommen, denn ich wollte bei der Hochzeit so viel wie’s geht mithelfen. Obwohl der eigentliche Grund, nämlich Nicky, schon Grund genug war.

 

 

Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker um 5 Uhr morgens. Total verschlafen stellte ich das nervige Klingeln aus.

"Was denn los?", murmelte eine Stimme neben mir, genauso verschlafen wie ich.

Verwundert schaute ich neben mich. Da lag ja Nicky!

"Nicky?"

Jetzt fiel mir auch wieder ein, was gestern los war: Wir sind mit den anderen am Lough Gill gewesen und hatten Shane und Gillians Verlobung gefeiert. Und danach, als die anderen nach Hause gefahren sind, haben Nicky und ich noch einen stundenlangen Spaziergang gemacht und einfach nur geredet. Und dann haben wir noch in einem kleinen Imbiss etwas gegessen. Die ganzen Restaurants hatten schon geschlossen, und so viele gab es davon in Sligo ja nun auch nicht. Schön war es trotzdem.

"Isabelle, bitte, nicht so, laut. Ich habe einen schrecklichen Kater!"

"Tschuldige. War wohl doch etwas zu viel Sekt gestern, was?" fragte ich liebevoll.

"Ich glaube auch, aber mit einem Kuss von dir ist der ganz schnell wieder weg. Bestimmt!"

Diese Bitte konnte ich ihm nicht abschlagen. Er bekam seinen Kuss.

"So, jetzt bin ich wach. Danke, Süße!"

"No problem!"

"Was machen wir denn heute?"

Ich machte ein betroffenes Gesicht. Nicky sah das, dann schlug er sich auf die Stirn. "Aua! Ah. Ja, stimmt ja. Heute fliegst du wieder zurück." Traurig sah er mich an. Dann kamen mir die Tränen.

"Hey, Isabelle. Es tut mir Leid. Ich weiß doch, dass es dir genauso schwer fällt, wie mir. Ich hätte dran denken sollen." Nicky nahm mich in den Arm und wischte mir die Tränen vom Gesicht.

"Du kommst einfach bald wieder. Dann klappt das schon. Und ich bereite so lange alles für dich vor. Und jetzt auf, sonst verpasst du deinen Flieger. Je eher bist du wieder da!" Er lächelte mich an.

"Weißt du Nix, in dieses Lächeln habe ich mich mal verliebt. Genau so ein Poster hängt über meinem Bett."

"Es gibt aber einen Unterschied. Auf Poster lache ich für alle meine Fans, jetzt nur für dich."

Entschlossen schlug ich die Bettdecke zurück. "So, und jetzt aufstehen. Du hast nämlich Recht, je eher bin ich wieder bei dir und du kannst mir noch mehr solche schönen Sachen sagen." Ich grinste ihn an und ging währenddessen ins Bad.

"Na siehst du, du kannst schon wieder lachen." Er folgte mir und nach ca. 10 Minuten kamen wir fertig angezogen und geduscht aus dem Bad.

Dann ging’s ans Packen.

"Kann ich dir irgendwie helfen?" fragte er während er etwas hilflos in der Mitte meines

Zimmers stand.

"Hm, du könntest meinen Kleiderschrank ausräumen und die Sachen in den Koffer dort hinten tun."

"Wird gemacht." Er holte den Koffer aus der Ecke und ich räumte alle Sachen aus dem Bad zusammen.

Nach einer halben Stunde sah mein Zimmer schon wesentlich leerer aus.

"Teamwork nenn ich so was!"

"Danke, Nicky!"

"No problem!"

Ich streckte ihm die Zunge raus. Nach weiteren 15 Minuten war ich startklar. Bepackt mir einem Koffer und 2 Taschen machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Unsere Stimmung wurde mit Mal zu Mal bedrückter. `Noch eine knappe halbe Stunde, dann würde ich im Flugzeug sitzen und gen Deutschland fliegen´, dachte ich.

"So, noch ungefähr 30 Minuten", sprach Nicky das aus, was ich dachte.

 

 

Am Flughafen angekommen gab ich zuerst meinen Koffer auf und ging dann zum einchecken.

"Isabelle!"

"Sieh mal, da hinten. Ich glaube, da warten noch welche auf dich!" bemerkte Nicky und deutete zum Eingang. 

Genau, denn dort standen Bryan, Kerry, Molly, Kian und Mark und winkten mir zu.

"Wir haben gedacht, wir müssten uns nochmal verabschieden" zwinkerte Kerry mir zu. Ich freute mich riesig. Molly zupfte an meiner Jacke und hielt mir eine Plüschtier hin. "Für dich!" sagte Bryan an ihrer Stelle, "sie wollte es dir unbedingt schenken."

Ich nahm es entgegen und stupste ihr auf die Nase.

"Danke, Kleine!" flüsterte ich ihr ins Ohr und Molly strahlte.

"Wo sind denn Shane und Gillian?" wollte Nicky wissen. Er kam mir etwas ungeduldig vor.

"Ich weiß es nicht, eigentlich wollten die beiden auch noch kommen" antwortete Kian.

"Aufruf für den Flug C711 nach Stuttgart, Deutschland. Bitte begeben sie sich zu ihrem Flieger!" schallte eine Stimme aus den Lautsprechern.

"Leute, das ist mein Flug. Ich muss los. Ich wollte euch noch für alles danken. Es war ein klasse Urlaub hier und ich komme so schnell wie möglich wieder. Darauf könnte ihr euch verlassen."

"Das wollen wir auch hoffen!" grinste Mark und drückte mich. Dann kam Kian, dann Bryan, dann Molly und zu guter Letzt, Kerry.

"Passt mir gut auf die kleine Maus auf!" mahnte ich Kerry.

"Klar, machen wir. Wir telefonieren, ja?"

"Logisch. Ich meld mich, sobald ich angekommen bin."

"Hey, wartet!" rief da Shane und kam mit Gillian an der Hand den Flughafen hereingestürmt.

"Na endlich!" rief Nicky den beiden zu.

"Puh, bin ich froh, dass du noch da bist. Shane’s Auto ist nicht angesprungen" entschuldigte sich Gillian total aus der Puste. Dann gab sie Nicky ein kleines Paket.

"Was ist das?" fragte ich.

"Na, na. Nicht so neugierig!" erwiderte Nicky grinsend und lächelte Gillian dankbar an.

"So, Isabelle, dann wünsch ich dir einen guten Flug" sagte Shane und gab mir einen Kuss auf die Wange.

"Hey, da könnte man ja glatt eifersüchtig werden!" beschwerte sich seine Zukünftige.

"Gut, dann kriegst du eben auch einen!" sagte Shane und küsste sie zärtlich.

"Ok, jetzt bin ich zufrieden" erklärte Gillian und widmete sich dann mir. "Isabelle, ich hab noch eine kleine Überraschung für dich. Und zwar haben Shane und ich uns überlegt, dich als mein zweite Brautjungfer zu engagieren. Also neben Sara, meiner Freundin, die ich während meinem Studium kennen gelernt habe. Was hältst du davon?"

Zuerst war ich sprachlos. Dann umarmte ich erst sie, dann Shane stürmisch.

"Was ich davon halte? Ich bin begeistert! Mach ich doch gerne. Es ist mir eine Ehre!"

"Na dann können wir dich auch beruhigt fliegen lassen."

Mark schaute auf die Uhr. "Du musst los, sonst verpasst du deinen Flieger!"

"Ok, dann werd ich mal. Wir sehen uns ja bald wieder. Ich werd euch vermissen!"

"Wir dich auch" bekam ich zurück.

"Und ich erst!" murmelte Nicky.

Traurig sah ich ihn an. "Kommst du noch kurz mit vor?"

"Klar", antwortete er.

Ich lächelte noch einmal in die Runde und nahm dann Nickys Hand und wir gingen langsam zur Schranke. Bryan wollte hinterher, doch Kerry hielt ihn zurück. "Mensch Bry, hast du kein bisschen Feingefühl? Die 2 wollen noch ein bisschen alleine sein!"

"Oh, ja. Sorry!" erwiderte er etwas verdutzt.

"Was war eigentlich in dem Päckchen drin?" fragte Kian Gillian.

"Wart’s ab" antwortete diese und nickte in Richtung Nicky und mir.

 

 

Stumm schauten Nicky und ich uns an. Dann sprudelte es nur so aus ihm heraus: "Isabelle, ich liebe dich. Diese Woche war die schönste meines Lebens. Und es wird noch viel schöner werden, wenn du hier bist. Ich habe gemerkt, dass wir uns vertrauen, und dass wir auch zusammenhalten, wenn’s sein muss. Ich..." Ich legte ihm meinen Finger auf den Mund. "Psst. Sag nichts. Eigentlich müsste ich mich bei dir bedanken. Du hast mir so geholfen, im Park. Der Mann... Du hast mir geholfen, darüber hinwegzukommen. Und dafür bin ich dir unendlich dankbar!"

"Das war doch selbstverständlich!"

"Nein, war es nicht. Ich liebe dich, Nicky!"

"Ich liebe dich auch. Moment, ich hab noch etwas für dich." Er nahm das Paket, das ihm Gillian eben gegeben hatte, und drückte es mir in die Hand.

"Für mich?"

"Ja. Mach es auf." Ich riss das Papier auf und zum Vorschein kam: Westlife-Bettwäsche.

"Oh Nicky! Danke! Dass du daran noch gedacht hast!"

"Tja, dann hast du wenigstens etwas, was dich in Deutschland an mich erinnert. Wenn ich schon nicht neben dir liegen kann, dann hast du wenigstens die Bettwäsche! Ich hab Gillian heute Morgen, als du im Bad warst kurz angerufen und sie gebeten, sie zu holen. Ich konnte ja nicht."

"Das ist süß von dir, Nicky! Danke!" Ich gab ihm einen dicken Kuss.

 

 

"Siehst du Mark, es war die Westlife-Bettwäsche. Warum ich sie heute morgen unbedingt noch besorgen sollte, musst du ihn nachher allerdings selbst fragen. Das weiß ich auch nicht." sagte Gillian und lächelte den anderen zu.

"Ich denke, wir verziehen uns und warten draußen auf Nicky, oder?" schlug Kerry vor und die 7 winkten mir noch einmal zu und verließen das Flughafengebäude.

 

 

Nicky nahm mich fester in den Arm. Seine Küsse wurden leidenschaftlicher. Ich erwiderte sie, bis uns erneut die Stimme aus dem Lautsprecher entgegen dröhnte. Nicky ließ mich nur ungern los.

"Wir telefonieren jeden Tag, und ich simse dir, und ich schreibe dir Briefe!" versprach Nicky.

"Wir begegnen uns doch sowieso jede Nacht in unseren Träumen. Am besten, ich schlafe im Flugzeug schon mal ein wenig!" Gequält versuchte ich zu lächeln, doch es gelang mir nicht so richtig. 

"Auf Wiedersehen! Und vergiss nicht, ich liebe dich!"

"Ich dich doch auch!"

"Bis bald!"

"Ja, bis bald!" Jetzt liefen mir die Tränen vom Gesicht. Ein letzter Kuss und dann nahm ich meine Taschen und ließ mich von der Menschenmenge Richtung Flugzeug treiben. Ein letzten Mal drehte ich mich um und sah Nicky traurig winkend in der Halle stehen.
 

 

Langsam kam er die Tür des Flughafens raus. Die anderen empfingen ihn.

"Na? Ist sie schon über den Wolken?" fragte Shane und klopfte ihm auf die Schulter.

"Sie ist gerade eingestiegen" antwortete Nicky einsilbig.

"Komm, wir fahren zu mir und essen erst mal was, ja?" schlug Bryan vor.

"Seid mir nicht böse, aber ich würde gerne zu mir fahren und ein bisschen alleine sein."

Kerry nickte verständnisvoll.

"Gut. Wie du willst. Dann sehen wir uns morgen im Studio, ok?"

"Ok", stimmte Nicky zu und schaute zum Himmel. Dort stieg gerade ein Flugzeug immer höher, bis es in den dichten Wolken verschwand. `Isabelles Flieger´, dachte er. Schnell wischte er sich eine Träne vom Gesicht. Keiner sollte sehen, dass er weinte.

 

 

"Möchten Sie etwas trinken?" fragte eine freundliche Stewardess und ratterte mir eine ganze Palette von Getränken runter, die ich bestellen könne.

"Eine Cola, bitte!" unterbrach ich sie.

"Gerne." Sie schenkte mir einen Plastikbecher voll und beugte sich dann über mich. "Ihr Paket müssten sie schon vom Tisch nehmen, damit ich die Cola draufstellen kann" lächelte sie.

"Was?" fragte ich verwirrt. Ich wusste nicht, dass eine Colabestellung so kompliziert war.

"Sie müssten den Tisch bitte freimachen!"

"Oh, ja klar. Entschuldigung." Ich nahm meine Bettwäsche vom Tisch und die Stewardess stellte meine Cola drauf.

"Danke!" sagte ich. Diese blöde Kuh sollte endlich abzischen.

"Schönen Flug", wünschte sie mir noch, und kümmerte sich dann um die anderen Passagiere.

Ich holte meinen Discman heraus. Ich hatte immer noch die selbe CD drin wie vor einer Woche. Nämlich das "World of our own"-Album von Westlife. Ich tippte so lange auf `weiter´ bis ich bei Lied 13 angekommen war und drückte auf `Play´. Ich lehnte mich zurück, sah aus dem Fenster meiner baldigen Heimat hinterher, wischte mir ein letzte Träne aus dem Gesicht und versank bei dem Lied "Don’t let me go" in Nickys Stimme.  

 

The End 

 

Kleines Nachwort  

Isabelle hat in deutschland alles so schnell wie möglich geregelt, und konnte nach 2 Wochen umziehen. Am Flughafen gab es eine große Begrüßung!

Shane und Gillian feierten eine tolle Hochzeit, und Isabelle war mächtig stolz darauf, ihre Brautjungfer zu sein.

Der Mann, der im Park sein Unwesen trieb, wurde von der Polizei festgenommen. Es hat sich herausgestellt, dass er noch mehrere Mädchen vergewaltigt hatte oder es zumindest wollte.

Kerry und Isabelle wurden dicke Freundinnen. Mit Gillian verstanden sich beide gut, aber da diese in Sligo und die anderen 2 in Dublin wohnten, war es manchmal etwas kompliziert sich zu sehen.

Westlife hatten mit Marks neuem Song, der übrigens "Imaginary Diva" genannt wurde, einen riesen Hit! Mark hatte also Recht gehabt! Und mit "Angel" konnten sie ihre Number-1-Palette weiterführen. Darauf war Nicky besonders stolz.

Nur an den Starrummel musste sich Isabelle erst einmal gewöhnen. Nun verstand sie noch besser, warum Gillian ihre Liebe zu Shane unbedingt geheim halten wollte! Doch Nicky versuchte alles, um sie da so gut wie möglich rauszuhalten.

Nicky und Isabelle lebten gut zusammen. Anfangs gab es noch ein paar kleine Streitereien, weil man manche Eigenarten des anderen eben noch nicht kannte, aber durch ihre Liebe, meisterten sie auch diese.

Ach ja, und Molly! Molly wurde immer niedlicher und Mark wurde für sie wie ein Onkel. Er kümmerte sich oft um die Kleine, und verstand sich super mit ihr. Wer weiß, wenn sie ein paar Jahre älter gewesen wäre, was da noch so alles gelaufen wäre???

 Ich hoffe, euch hat meine Story gefallen. Ich wollte nur nochmal sagen, dass alles rein erfunden ist!!! Also: Georgina ist immer noch mit Nicky zusammen *ggg*