“Grace? Bist du immer noch nicht wach? Steh auf du Schlafmütze du musst in die Schule!“ Langsam öffnete Grace ihre Augen und sah verschlafen auf ihren Wecker. Er zeigte schon halb neun. In zehn Minuten ging ihr Schulbus und sie lag immer noch im Bett. Wie von der Tarantel gestochen sprang sie aus dem Bett und rannte ins Bad. „Liegst du immer noch im Bett?“, ihre Mutter rief schon wieder nach ihr. „Nein Mum ich bin gerade im Bad!“ „Dann beeil dich ein bisschen oder willst du schon wieder zu spät kommen?“ Grace war schon früh am Morgen so genervt von ihrer Mutter, dass sie ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen wäre. ‚Dauernd hat sie was an mir auszusetzen. Tu dies, tu das. Hast du deine Hausaufgaben gemacht? Iss nicht zu viel, du wirst viel zu fett.’ Dabei fühlte Grace sich nicht zu fett. Im Gegenteil, eigentlich war sie sehr zufrieden mit ihrer Figur und ihrem Aussehen. Sie war klein und zierlich. Sie hatte kurze braune Haare und schöne grüne Augen. Sie war 14 Jahre alt und war für ihr Alter schon sehr verantwortungsbewusst. Sie ging für ihr Leben gern tanzen und steckte so ziemlich ihre ganze Freizeit in ihr Tanztraining. Sie wollte später einmal bei den ganz großen Stars mittanzen. Und für diesen Traum tat sie alles. Wieder rief ihre Mutter von unten. „Grace, der Bus kommt in zwei Minuten. Beeil dich!“ „Ist ja gut, ich komme schon!“ Grace schnappte sich im vorbeilaufen ihre Schultasche und ihre Trainingstasche und wollte an ihrer Mutter vorbei durch die Haustüre huschen. Doch ihre Mutter hielt sie auf. „Für was brauchst du denn heute deine Trainingssachen? Du hast doch erst morgen wieder Training?“, fragte ihre Mutter skeptisch. „Nein, Jason hat eine extra Stunde angesetzt, wir wollten die Choreographie noch mal durchgehen.“ „Denk dran Grace, das du zu lernen hast. Du weißt, ich hab nichts gegen deine Tanzstunden, doch wenn die Schule drunter leidet, dann ist Schluss damit. Es gibt wichtigeres, als das, merk dir das!“ „Ja Mum ich weiß! Ich muss jetzt wirklich gehen!“ Sie rannte an ihrer Mutter vorbei und warf die Tür hinter sich zu.
Es war ein schöner Herbsttag in London. Es war der 23.10.1999 und Grace hatte an diesem Morgen gerade noch den Schulbus erwischt. Gerade wollte er losfahren, da winkte und fuchtelte sie noch mit den Armen. Ihre Beste Freundin Sarah saß schon im Bus und versuchte dem Fahrer von der letzten Bank aus zu sagen, er solle doch anhalten. Dann hielt der Bus endlich an und Grace sprang hinein und warf dem Busfahrer einen Dankbaren Blick zu. Dann lief sie ganz nach hinten zu ihrer besten Freundin und ließ sich völlig außer Atem neben ihr nieder. „Na du Schlafmütze. Haben wir mal wieder verschlafen?“, neckte Sarah Grace. Sarah wusste genau, wie schwer Grace in der Früh aus dem Bett zu kriegen war. „Ach meine Mum hat mich heute früh wieder so lange zu gelabert, dass ich so spät aus dem Haus gekommen bin!“, erzähle Grace. „Was wollte sie denn schon wieder?“, auch Sarah kannte inzwischen die Mutter von Grace. „Sie hat mir wieder eine Predigt gehalten, wegen dem Tanzen. Du kennst das ja. Ich hasse das, wenn sie mich die ganze Zeit anschnauzt, dass ich zu fett bin und dann wenn ich sage ich geh tanzen, sagt sie, dass ich damit aufhören soll! Was soll das eigentlich?“ „Da fragst du die Falsche. Ich hab keine Ahnung, was deine Mum sich da denkt. Wenn sie wüsste, wie du tanzt. Das wäre reinste Verschwendung, wenn du aufhören würdest. Ehrlich! Ich beneide dich so um dieses Talent. Wenn ich auf die Tanzfläche gehe, dann sehe ich aus wie ein Kartoffelsack. Neben dir fühlt man sich so schlecht!“, sagte Sarah und musterte Grace, wie sie das immer tat, wenn sie vom Tanzen redeten. „Ach Komm Sarah Schatzi, du weißt, dass das nicht stimmt. Du tanzt auch super, und du bist kein Kartoffelsack und so gut bin ich auch nicht!“, Grace wurde rot, ihr war das immer so peinlich, wenn Sarah sie so lobte. Obwohl es ihr natürlich auch gefiel. Der Bus hielt an ihrer Schule und sie stiegen aus. „Was haben wir denn jetzt?“, fragte Sarah. „Ich glaube, Englisch!“ „Ja stimmt, komm lass uns rein gehen sonst kriegt der Thomson wieder einen Anfall. Ich hasse den Typen!“, sagte Sarah und die beiden betraten das Klassenzimmer. Mr. Thomson war wie erwartet schon da. „Guten Morgen Mr. Thomson!“, sagten Sarah und Grace, als sie am Pult vorbei gingen und sich an ihre Plätze in der 3. Reihe setzten. „Guten Morgen, Sarah, Guten Morgen Grace!“, antwortete er und holte ein paar Unterlagen aus seiner Tasche heraus. Als die ganze Klasse da war, begann er mit dem Unterricht. Es war wie immer die Langweiligste Stunde, die man sich vorstellen konnte. So ging das den ganzen Tag weiter. Grace war ziemlich gut in der Schule. Sie war sehr intelligent und musste deshalb auch nicht viel lernen. Sarah dagegen war schlechter in der Schule, aber Grace half ihr, wo sie nur konnte. Wenn ein Lehrer eine Frage stellte und Grace es wusste, sagte sie es Sarah und Sarah bekam darauf eine gute Note. Die zwei waren schon seit ihrem 2. Lebensjahr unzertrennlich gewesen. Eine bessere Freundin konnte sich Grace nicht wünschen und auch Sarah würde ihre Grace nie im Leben her geben. Die beiden teilten einfach alles und wenn es nur das Pausenbrot war. Sie hatten den selben Geschmack, was Klamotten anging. Und auch was das andere Geschlecht anging, waren sie immer der selben Meinung. Und wenn die beiden mal anfingen zu lästern, dann blieb an der Person, über die gerade gelästert wurde, kein Haar mehr dran. „Hast du gesehen, was Hillary heute wieder angehabt hat? Noch kürzer hätte sie ihren Rock nicht schneiden können und noch höher gingen die Absätze auch nicht?“, sagte Sarah und Grace nickte und fügte hinzu. „Und hast du ihren Ausschnitt gesehen? Also da hat ja heute beim Mittagessen die ganze Schule reingeguckt, der männliche Teil zumindest. Und ihr war es nicht mal peinlich. Sie schien es eher zu genießen. Ich hasse diese aufgeblasene Ziege!“ „Ja und sie hasst dich!“, sagte Sarah. „ Was echt? Woher weißt du das?“, fragte Grace völlig erstaunt. „Ich hab gehört, wie sie mit Tasha über dich geredet hat. Sie hat gesagt, du wärst so was von eingebildet und denkst du bist die beste Tänzerin, die es überhaupt gibt, nur weil deine Mum sich einen Privattrainer leisten kann!“ „Das hat sie gesagt?“ Sarah nickte. „Oh man ist die dumm, die Ziege. Glaubt die echt, dass mich so was ärgert?“ „Ich glaube schon, sie hält sich ja eh für unwiderstehlich und sie ist ja die beste Tänzerin auf der Welt und jeder Junge steht auf sie!“, sagte Sarah und zog eine Grimasse, die Hillary zum verwechseln ähnlich sah. Die Zwei kugelten sich fast auf dem Boden vor lachen.
Am Nachmittag, als die Schule aus war, fuhren Sarah und Grace zusammen mit dem Bus nach Hause. Nur Grace musste diesmal früher aussteigen, weil sie noch zum Tanztraining musste. „Okay, dann bis morgen, ich hoffe, du verschläfst nicht wieder, ich hasse es nämlich, durch den ganzen Bus zu schreien!“, sagte Sarah und umarmte Grace zum Abschied. „Ich werde mein bestes geben, versprochen!“, sagte Grace und stieg aus. Es war nicht weit bis zum Tanzstudio. Nur 5 Minuten zu Fuß. Sie ging sofort hinein und zog sich auch gleich um. Sie ging in den Trainingsraum und Jason erwartete sie auch schon. „Hey Gracey, da bist du ja, wollen wir gleich anfangen?“ „Hi Jason, sorry der Bus hatte Verspätung, kennst das ja! Klar können wir anfangen, bin bereit.“ Jason ließ sie erst einmal ein paar Runden durch die Halle laufen, dann die üblichen Aufwärmübungen und dann ging es auch schon los, mit dem Tanzprogramm, das heute auf dem Plan stand. Doch heute war Grace nicht ganz bei der Sache. Sie war dauernd bei Hillary, und dachte über das nach, was Sarah ihr erzählt hatte. Auch Jason merkte es bald und machte auf einmal die Musik aus. „Hey, was ist los mit dir?“ Jason war ungefähr 21 Jahre alt und hatte immer ein offenes Ohr für Grace. Die zwei verstanden sich prächtig, sie waren schon richtige Freunde geworden und er merkte auch, wenn etwas nicht stimmte. „Nichts, was soll los sein?“, versuchte Grace auszuweichen. „Hey, ich seh doch, dass du nicht bei der Sache bist, du konzentrierst dich auf alles andere nur nicht auf deine Schritte. Ich habe dir eine Weile zugesehen und nichts gesagt, aber jetzt komm, raus mit der Sprache.“ „Okay, du merkst auch alles!“, sagte Grace und musste schmunzeln. Dann erzählte sie Jason das, was Sarah ihr heute in der Schule erzählt hatte. „Und wegen so was machst du dir so viele Gedanken? Ich dachte schon, es geht um einen Kerl oder so! Lass doch diese dumme Ziege reden und zeig ihr lieber was du kannst, anstatt dich von ihr verunsichern zu lassen. Du bist gut, sehr gut sogar. Ich habe noch nie so ein talentiertes junges Mädchen gesehen.“ „Danke Jason, das ist lieb von dir. Und du hast natürlich recht. Du hast ja eh immer Recht. Komm lass uns weiter machen!“ „Das Gespräch mit Jason tat ihr richtig gut. Jetzt konnte sie sich wieder voll auf ihre Schritte konzentrieren.
„Grace, steh auf!“ Wie jeden Morgen hatte Grace verschlafen und sprang aus dem Bett und lief ins Bad. Doch diesmal war es nicht ganz so spät. Sie sprang gerade noch in den Bus, BEVOR er die Türen schloss. „Hey, ich bin stolz auf dich, wie hast du das denn gemacht?“, Sarah umarmte sie zur Begrüßung und neckte sie wie immer, weil sie so ein Morgenmuffel war. „Ich hab mich einfach um meine Mum herumgedrückt, sonst hätte sie mich wieder zugelabert.“ „Gute Methode!“, sagte Sarah lachend. „Und wie war gestern dein Tanztraining?“ „Ganz okay!“ „Was soll das heißen?“, auch Sarah merkte gleich, wenn Grace ihr was verschwieg. „Ach ich hab gestern noch die ganze Zeit an die Sache mit Hillary denken müssen und hab dauernd gepatzt. Jason hat es natürlich gemerkt und gleich gefragt, was los ist. Dann hab ich es ihm erzählt. Er hat mich gleich wieder aufgebaut und wir haben weiter gemacht. Mehr war auch nicht!“ „Ach lass doch diese Ziege, die hat doch eh keine Ahnung!“, sagte Sarah und legte ihr einen Arm um die Schultern. „Ach ich hab eine kleine Überraschung für dich!“, sagte Sarah. „Ich weiß nicht, ob du dich freust, aber ich hab gedacht, das wär mal wieder was für uns zwei!“ „Was denn, spucks schon aus!“ Morgen sind „Westlife“ in London. Du kennst sie doch oder?“ „Ja klar kenn ich die. Der eine ist so was von Schnuckelig!“, sagte Grace und begann zu schmunzeln. „Sag mal musst du eigentlich immer gleich an die Kerle denken, wie wäre es denn mal mit der Musik?“, sagte Sarah. „Hey du bist auch nicht besser!“, verteidigte sich Grace. „Ich weiß!“ Sarah grinste und erzählte weiter. „Ich dachte wir könnten da zusammen hingehen, die sind echt gut und ich hab von meinem Onkel Karten bekommen. Für ganz vorne.“ „ECHT? Ist ja geil!!!“ Grace freute sich wie ein Schneekönig, obwohl sie eigentlich noch nicht viel über „Westlife“ gehört hatte, doch wie sie schon sagte ‚Der eine ist wirklich so was von schnuckelig’
Der nächste Tag war ein Samstag. Sarah holte Grace am Nachmittag ab und sie fuhren in die Innenstadt. Bald fanden sie auch die Halle, in der das Event statt finden sollte. Sie mussten lange warten. Viele Fans hatten vor der Halle schon stunden gewartet, doch Grace und Sarah hatten die Karten und kamen auch schnell durch die Kontrolle, als sie endlich drankamen. Sie fanden schnell ihre Plätze und nahmen vorne in der ersten Reihe platz. Es dauerte noch ca. eine Halbe stunde, bis es endlich anfing. Westlife kamen auf die Bühne und fingen an mit ihrem ersten nr. 1 Hit an. Die hallte tobte und kreischte. Man sah den Jungs an, wie sehr sie sich freuten, dass sie endlich Erfolg hatten. Sarah und Grace hatten riesen Spaß. Die Jungs waren wirklich umwerfend. Sie sahen einfach fantastisch aus. Vor allem den dunkelhaarigen, namens Shane, fand Grace unheimlich süß. Als er sie einmal ansah, war sie plötzlich wie in einer anderen Welt. Sie lächelte ihn an und er lächelte zurück, dachte sie zumindest. Sarah bekam das alles nicht mit, sie war ganz und gar damit beschäftigt, Nicky, einen, der drei Blonden anzustarren. Nachts um halb elf war alles zu Ende. Die Jungs verabschiedeten sich und verließen die Bühne. Sarah und Grace mussten warten, bis die hinteren Fans die Halle verließen. Deshalb unterhielten sie sich noch ein bisschen. „Man was das geil!“, sagte Grace. „Das werde ich dir nie vergessen!“, sagte sie und drückte der verwirrten Sarah einen Knutscher auf die Wange. „Was denn?“ „Das du mich mit auf dieses Oberaffengeiles Konzert genommen hast. Ich glaube ich bin von heute an, Westlife Fan!“, sagte Grace und grinste Sarah an. „Ja ich glaub ich auch, man Nicky ist ja soooo unglaublich süß!“ „Nein Shane ist doch 1000000 mal süßer!“ Endlich waren sie mal nicht einer Meinung, was Jungs betraf. Doch darüber waren sie sehr froh, sonst hätte es Streitereien gegeben, wem er denn nun gehört. Obwohl das doch eh überflüssig war, wie sie bald feststellten. „Die werden eh nie was mit Fans anfangen und außerdem ist Shane 20 und Nicky 21 und wir sind 14!“, sagte Sarah. Diese Erkenntnis war ernüchternd, doch es hinderte weder Grace noch Sarah daran, zu träumen. Seit diesem Tag waren sie diesen 5 Süßen Jungs so verfallen, dass sie von nichts anderem redeten. Auch Jason blieb nicht verschont. Jeden Tag, wenn Grace Training hatte, erzählte sie ihm von Shane und seinen wunderschönen Braunen Augen und seinem Atemberaubenden Lächeln. „Ja Gracey ich weiß es, sein Lächeln ist wie die Aufgehende Sonne und wenn er singt, dann schmilzt der größte Eisberg dahin!“, sagte Jason. „Haha, sehr witzig, das wollte ich gar nicht sagen!“, sagte Grace und sah Jason ein bisschen beleidigt an. „Das war doch nur Spaß Gracylein. Jetzt nimm nicht immer alles so ernst.“ Doch Grace lachte schon wieder. Sie konnte ihm einfach nicht beleidigt sein. Wenn er sie mit seinem hübschen lächeln ansah, dann konnte man ihm alles verzeihen. Sie mochte Jason gern, sehr gern sogar, doch verliebt war sie nicht. Nicht in ihn...
„Grace? Ich muss dir was ganz wichtiges sagen, oh mein Gott, du fällst um!“ Sarah hatte Grace gerade angerufen und brüllte ihr mit einer enormen Lautstärke ins Ohr. „Was ist denn Los um Himmels Willen, warum schreist du so?“ „I..I.. Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll, warte ich komm schnell vorbei, das kann ich dir nicht am Telefon erzählen.“ Schon hatte sie aufgelegt. Grace konnte sich keinen Reim darauf machen, deshalb wartete sie einfach, bis Sarah bei ihr auftauchte. Keine 10 Minuten später stand eine verschnaufende Sarah bei ihr im Zimmer und hielt sich die Seite. Sie war so schnell hergerannt, dass sie höllische Seitenstechen hatte. „Jetzt setzt dich mal und verschnauf erst mal, dann erzählt sich’s leichter!“, sagte Grace, als Sarah anfangen wollte zu erzählen. Sarah nickte und als sie wieder so reden konnte, dass man sie unter allem schnaufen auch verstand, fing sie an zu erzählen. „Du kennst doch meinen Onkel, der uns die Karten für das Westlife Konzert besorgt hat!“, sagte Sarah. „Ja was ist mit ihm?“ „Er konnte uns die Karten besorgen, weil er bei BMG Records arbeitet, unter anderem die Plattenfirma von Westlife. Jetzt ist er befördert worden. Er arbeitet jetzt im Büro vom Chef!“, sagte Sarah völlig aufgeregt. „Und? Was heißt das jetzt?“ „Das heißt, dass er mir wieder zwei Karten für das nächste Konzert besorgt hat PLUS Backstage Pässe. Ist das nicht GEIL????“ Grace konnte nicht antworten. Sie fing erst mal an, laut zu schreien, fiel Sarah dann in die arme und schließlich liefen ihr Freudetränen über die Wangen. „Sarah, sag, dass das nicht wahr ist!“ „Doch es ist wahr und es ist nächsten Monat am 19.11.“ Wieder fiel Grace Sarah in die Arme.
Am nächsten Tag musste sie es gleich Jason erzählen. Er freute sich wahnsinnig für sie, doch dann musste sie auch wieder ranklotzen. Sie hatte schon lange nicht mehr so gut getanzt, wie an diesem Tag. Lag es vielleicht daran, dass sie bald vor ihrem Shane stehen würde. Wie schnell sich doch alles ändern konnte. Vor ein paar Monaten hätte sie sich nicht vorstellen können, jemals Fan von jemandem zu werden und jetzt gleich so heftig und dann hatte sie auch noch das Glück, ihre Stars hautnah zu treffen. Sie konnte es kaum erwarten, bis dieser Tag endlich da war. Sie war sich 100% sicher: ‚Das wird der schönste Tag in meinem ganzen Leben’
Eine Woche vor dem großen Tag stand Grace wieder einmal viel zu spät auf und raste dann zum Schulbus. Sie stieg ein und ließ sich mit einem Seufzen neben Sarah nieder. „Ich kann es gar nicht glauben, dass es schon in einer Woche ist. In einer Woche stehe ich vor meinem Shane. Was werde ich sagen? Ich bekomme doch bestimmt kein Wort heraus.“, sagte Grace ganz verzweifelt. „Hey Gracey, du schaffst das schon, ich bin ja schließlich auch dabei und ein ‚Shane ich liebe dich’ wirst du ja gerade noch rausbekommen, und wenn nicht, werde ich dir helfen.“ „Ach komm, tu doch nicht so cool. Ich freu mich schon darauf, wenn du vor Nicky stehst, mal sehen, wie es dir dann ergeht.“ „Hey, ich habe von Shane geredet und nicht von Nicky. Nicky ist was ganz anderes, das kann man doch nicht vergleichen!“ „Und ob man das vergleichen kann. Glaubst du, du liebst Nicky mehr als ich Shane? Da hast du dich aber getäuscht meine Süße!“, sagte Grace und musste dann aber lachen. Seit diesem Konzert, wo sie zusammen waren, redeten sie über nichts anderes mehr, als über Westlife. Dauernd stritten sie sich, wer denn nun süßer war. Grace betonte dauernd, was für ein wunderschönes Lächeln Shane doch hatte, und diese wunderschönen braunen Augen.. „Und sein Hintern erst. Wenn das kein Argument für Shane ist, dann weiß ich auch nicht mehr!“, sagte Grace. „Aber was ist mit Nicky’s wunderschönen strahlenden blauen Augen und wenn er lächelt, dann sieht sogar Shane blass aus.“, entgegnete Sarah. „Ist doch gar nicht wahr!“ Sie stiegen aus und gingen zusammen in ihren Unterricht, der so langweilig war, dass sie sich entschieden, sich Zettel zu schreiben und sich über den nächsten Mittwoch zu unterhalten. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf Mittwoch freue. Das wird der absolute Hammer, ich sag’s dir, wenn ich deinem Onkel mal begegnen sollte, dann bleibt an ihm nichts mehr heil, so werde ich ihn umarmen und abknutschen!

Das werde ich ihm ausrichten, er wird sich bestimmt freuen. Ach Grace, das wird der schönste Tag in unserem Leben. Ich kann das noch gar nicht fassen, dass wir vor Nicky und Shane und den anderen stehen werden und dann auch noch ein Konzert, weißt du was wir für ein Glück haben, dass wir in London wohnen. Sie geben nicht überall so viele Konzerte, wie bei uns!

Ja ich weiß und dafür bin ich auch so dankbar, also, der, der Westlife entdeckt hat und so berühmt gemacht hat, der hat einen Preis verdient. Ich weiß nur nicht welchen!
So ging das den ganzen Tag weiter. Vom Unterricht bekamen sie nicht viel mit und komischerweise sahen die Lehrer auch darüber hinweg oder sie bemerkten es gar nicht. Mittlerweile wusste die ganze Klasse, wie vernarrt die beiden in Shane bzw. Nicky oder auch Westlife vernarrt waren. Grace uns Sarah waren sehr beliebt in ihrer Klasse. Jeder, der irgendetwas von Westlife zu Hause hatte, schenkte es den beiden. Und wenn es nur ein kleine Schnipsel aus einer Zeitung war. Nur Hillary und ihre Freundin Tash konnten Sarah und Grace nicht leiden, doch das beruhte ja auf Gegenseitigkeit. „Na wieder mal am Boygroup „Stars“ anhimmeln?“, sagte Hillary mit ihrer eingebildeten Stimme, während sie mit Tasha an ihrem Tisch in der Kantine an ihnen vorbei lief. Sie sprach die Gänsefüßchen nach dem Wort „Star“ natürlich mit um auszudrücken, wie wenig sie von Westlife hielt. „Ja was dagegen? Lieber Boygroups anhimmeln, als irgendwelchen Gänsen hinterher zu laufen nur weil sie Markenklamotten anhaben.“, sagte Grace. Das hatte gesessen. Denn es stimmte wirklich. Hillary und Tasha waren so darauf bedacht, bei den „Coolen“ Mädchen der Schule anzukommen und dackelten ihnen dauernd hinterher. Es war eine Mädchenclique, die, die Schule sozusagen regierte. Es waren die fünf hochnäsigsten und eingebildeten Mädchen, die man sich vorstellen konnten. Mya, Alex, Lilly, Vivienne und Michelle. Michelle war die Anführerin der ganzen Bande und hatte steinreiche Eltern, sie konnte sich alles kaufen, was sie wollte. Sie war auch ausgesprochen hübsch. Doch sie dachte, dass sie mit ihrer Schönheit jeden herumkommandieren konnte. Sie war die arroganteste Kuh in der ganzen Schule. Und doch wollten fast alle Mädchen zu ihrer Clique gehören.
Hillary und Tash sahen die beiden beleidigt an und gingen weiter. „den hast du es aber gegeben!“, sagte Sarah und musste lachen. „Man, sind die eingebildet und die glauben doch wirklich, dass sie uns mit so was einschüchtern können. Komm wir gehen, wir haben jetzt Mathe!“
Nach der Schule ging Grace wie immer zum Tanztraining. Sie fingen heute eine neue Choreographie an. Eine deutlich schwierigere. Grace musste sich sehr anstrengen, mitzukommen, doch Jason sagte: „Hey Gracey, ich weiß, dass du das packst!“ Er munterte sie immer wieder auf, wenn sie es hinschmeißen wollte und so machte sie weiter, bis sie erschöpft in die Umkleidekabine schlurfen durfte. „Das war heute ganz schön hart Jason, das weißt du?“, sagte Grace, als sie sich noch von ihm verabschieden wollte. „Ja ich weiß, aber wenn du die Choreo kannst, dann bist du unschlagbar, bei dem Turnier.“, sagte er völlig begeistert. „Bei welchem Turnier?“ „Ach hab ich dir das noch gar nicht erzählt? In 3 Wochen findet in London ein Tanzturnier statt. Du kannst dich dort beweisen und allen zeigen was du drauf hast. Der Gewinner gewinnt ein Workshop in Orlando. Du kannst dort mit den Profis tanzen verstehst du?“ „Echt?“ Grace war außer Rand und Band, das war das, was sie sich schon immer gewünscht hatte. Im Moment lief es echt super für sie. Sie durfte ihre absoluten Lieblingsstars treffen, und konnte vielleicht, wenn sie sich anstrengte einen Workshop in Orlando gewinnen. „Ja echt! Heißt das, du machst mit?“ „Was soll denn die Frage bitte? Natürlich mach ich mit, Vielen Dank Jason!“ Grace sprang vor Freude Jason an den Hals und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Bis morgen Kleine!“, rief er ihr nach, als sie zum Bus rannte. „Ja bis morgen Großer!“, rief sie zurück.
Die nächste Woche verflog nur so und als Grace wieder einmal aufstand, diesmal sogar pünktlich war der große Tag endlich gekommen. Sie sah verschlafen auf den Kalender und sah, dass es endlich Mittwoch war. In der Früh war sie nie schnell von Begriff, deshalb merkte sie das auch recht langsam. Doch als sie es endlich realisiert hatte, dass heute das Westlife Konzert stattfand, sprang sie aus dem Bett und war nicht mehr zu halten. Sie war so glücklich, wie schon lange nicht mehr und konnte das auch nicht verstecken. Sie zog ihre Schuluniform an und rannte dann auch gleich zum Bus. Sie wollte endlich mal früher an der Bushaltestelle sein, wie der Bus selbst, denn das kam schon seit Monaten nicht mehr vor. Und sie hatte es geschafft, worauf sie sehr stolz war. Der Bus kam zwei Minuten später und sie steig ein. Der Busfahrer traute anscheinend seinen Augen nicht, denn er musste erst zwei mal hingucken. „Morgen!“, sagte Grace fröhlich und lief zu ihrem Stammplatz, wo Sarah schon wie immer wartete. „Guten Morgen meine Süße, du weißt hoffentlich, was heute für ein Tag ist?“, begrüßte Sarah ihre beste Freundin und umarmte sie so stürmisch, wie schon lange nicht mehr. „Nein, hab ich vergessen, welcher Tag ist heute noch mal?“, fragte Grace scheinheilig. „Ach komm, ärger mich nicht. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie zappelig ich bin. Heute morgen hab ich meine Bluse erst mal falsch geknöpft, hab das nicht einmal gemerkt. Dann mein Rock hab ich auch falsch rum angezogen und dann hab ich mich auch noch gewundert, warum mir meine Schuhe nicht mehr passen.“, erzählte Sarah. „Und warum haben sie dir nicht mehr gepasst?“ „Weil es die Schuhe von Laura waren!“ „Ja dann ist mir alles klar!“, grinste Grace. Sie hatte Sarah schon lange nicht mehr so aufgedreht gesehen. Laura war die kleine Schwester von Sarah. Sie war erst 12 und ging auch in die selbe Schule wie Sarah und Grace.
Wie sie den Langweiligen Schultag überstanden, wussten Grace und Sarah nicht, doch als das erlösende Klingeln des Schulgongs ertönte, waren die beiden nicht mehr zu halten, sie stürmten an ihrem völlig verwirrt dreinschauendem Lehrer vorbei und waren auch schon draußen und warteten auf den Bus. Sie fuhren schnell zu Grace nach Hause, luden dort ihre Schulsachen ab und zogen sich um. Sie wollten schließlich nicht in Schuluniform vor ihren Traummännern stehen. Sarah hatte die selbe Größe wie Grace. Deshalb brauchte sie nicht extra nach Hause fahren, um sich umzuziehen, außerdem beneidete sie Grace sowieso um den Inhalt ihres Kleiderschrankes, da kam ihr dieser Tag also wirklich zugute. Grace hatte sich für einen schwarzen Rock entschieden, der nicht zu lang und auch nicht zu kurz war. Sie wollte nicht aussehen, wie ein Groupie, der nichts anderes im Sinn hatte, als einen von den Jungs ins Bett zu zerren. Dazu zog sie ein Bordeaux rotes Oberteil an und schwarze Stiefel. Sarah zog eine weiße Hüfthose an und dazu ein schwarzes Oberteil. Die beiden fanden, das könnte man so lassen, schnappten ihre Jacken und ihre Taschen und waren auch schon wieder bei der Türe draußen. Graces Mum war nicht zu Hause, so ersparten sie sich das lange Gerede.
Sie mussten ein paar Minuten auf den Bus warten, der sie in die Innenstadt brachte. Sie kamen an der Halle an und sahen, wie viel Trubel hier schon herrschte. Es schien, als wären hier doppelt so viele Leute, wie beim letzten mal. Kein Wunder. Westlife hatten in der letzten Zeit sehr viel Promotion in England gemacht, da schien es doch vorhersehbar, dass ihre Fangemeinde ständig wuchs und wuchs. Wer konnte diesen Jungs widerstehen?
Grace und Sarah suchten verzweifelt den Eingang oder sie versuchten, zum Eingang vor zudringen, doch es gelang ihnen beim besten Willen nicht. Die hysterischen Mädchen dachten nicht im Traum daran, auch nur einen Millimeter Platz zu machen. Endlich erspähten sie einen Bodyguard. Sie liefen zu ihm hin, doch der wollte ihnen gar nicht erst zuhören. „Nein, ihr dürft auch nicht früher rein, wie oft soll ich das denn noch sagen. Ihr kommt nur hier rein, wenn ihr so ein Kärtchen habt verstanden?“, motzte er die beiden an und hielt ihnen einen Backstage Pass vor die Nase. „Meinen Sie so einen?“, fragte Sarah und hielt ihm genau so eine Karte vors Gesicht. „Oh Entschuldigen Sie bitte. Das wusste ich nicht. Sie müssen verstehen, dass ich dauernd gefragt werde, von solchen hysterischen Mädchen ob ich die nicht früher hineinlassen kann!“ Er schien zu denken, die beiden wären schon über 18 und gehören nicht zu dieser schreienden und hyperventilierenden Masse von Mädchen. „Kein Problem, aber würden sie uns jetzt bitte hineinlassen und uns vielleicht den Weg zeigen?“, fragte Sarah. Sie spielte ihre Rolle wirklich gut. „Wie kannst du nur so ruhig bleiben? Ich sterbe gleich!“, flüsterte Grace Sarah zu. „Ich doch auch, aber ich versuche es zu verstecken, das kommt nicht so gut, wenn wir vor ihnen stehen und kein Wort mehr rausbringen!“, Flüsterte Sarah zurück. Der Bodyguard lief voraus und die beiden liefen hinterher. Sie liefen irgendwelche Gänge entlang und bogen dann einmal rechts ab, dann wieder links, dann ging es eine Treppe nach unten und wieder eine nach oben. „Einen Augenblick, gleich sind wir da!“, sagte der Bodyguard. Der Typ kam Grace nicht geheuer vor, Dauernd drehte er sich um, und sah sie mit so einem komischen Blick an. Dann setzte er ein schleimiges Lächeln auf und drehte sich wieder um. „Ich mag diesen Typen nicht!“, flüsterte Grace Wiederrum zu Sarah. „Ich auch nicht, aber solange er uns zu Westlife bringt, lass ihn doch grinsen!“, sagte Sarah und Grace wusste, dass sie wieder Recht hatte. Sie blieben vor einer Tür stehen und der Bodyguard, der David hieß, öffnete die Tür. Es war der Aufenthaltsraum von Westlife. Wie es aussah, waren sie heute die einzigen Fans, die zu ihnen durften. Es war ein geräumiger Raum. Es waren zwei Sofas da und ein Sessel. Auf einem Regal stand ein Fernseher und in der anderen Ecke stand ein Kicker, an dem Nicky, Shane und Mark sich ein Duell lieferten. Bryan und Kian saßen auf der Couch und Sahen ein bisschen Fern. Als Grace Shane sah, schrie sie auf. Und auch Sarah erging es nicht besser. Als sie Nicky sah, wurde sie bleich wie ein Gespenst. „Hi ähm...!“ Sagte Bryan. „David!“ „ach ja genau David. Sorry, wen hast du uns da denn mitgebracht?“, fragte Bryan. „I...I...Ich b...b.. bin Grace und das ist meine beste Freundin Sarah. Wir haben von ihrem Onkel Backstagepässe bekommen und jetzt sind wir hier!“, brachte Grace heraus und war selber über sich erstaunt. „David du kannst gehen, wir schaffen das auch alleine!“, sagte Shane etwas unfreundlich. Sonst war er immer nett und für jeden Spaß zu haben, doch er konnte David einfach nicht leiden. Er war neu in der Crew und er konnte sich mit ihm einfach nicht anfreunden. „Okay, bis später!“, sagte er und ging hinaus. „Dass der auf seiner Schleimspur nicht ausrutscht!“, sagte Nicky und Shane musste unwillkürlich lachen. „Also jetzt erzählt mal, warum seid ihr so still?“, sagte Nicky. „Das fragt ihr noch? Hallo? Wir stehen gerade vor Westlife!“, sagte Sarah aufgebracht. Und sie hatte Grace vorhin noch gesagt, dass sie ruhig bleiben sollte. „Ja das wissen wir, aber wir sind doch auch völlig normale Menschen!“, sagte Bryan. „Bryan du bist nicht normal!“, sagte Nicky lachend. „Na gut, ich gebs zu, aber müsst ihr das unbedingt unseren Fans verraten, was denken sie denn jetzt von mir?“, sagte Bryan und konnte sich vor Lachen kaum halten. Bryan war der größte Spaßvogel, den es gab. Sarah und Grace waren erstaunt, wie normal die Jungs geblieben waren. Sie unterhielten sich und lachten wirklich über alles. „so und jetzt sagt mal, wer von uns hat die Ehre, euer Liebling zu sein?“, fragte Kian. Sarah und Grace schmunzelten bei der Frage und doch antworteten sie gleichzeitig. „SHANE!“ „NICKY!“ „Aha, ihr seid euch also einig, verstehe ich das richtig?“, fragte Mark und grinste. Die zwei wurden rot. Shane und Nicky sahen sich an und wussten, was sie zu tun hatten. Shane ging auf Grace zu und Nicky auf Sarah und nun wurden beide umarmt. Als Shane und Nicky losließen, sahen sich Grace und Sarah an und plötzlich schrieen beide los. „War das jetzt so schlimm, dass ihr gleich ganz London zusammenschreien müsst?“, fragte Nicky und grinste Shane an, der natürlich mit seinem schönsten Lächeln zurückgrinste. „Nein, doch ja äh!“ „Ja, Nein, ich meine!“ Mehr konnten die beiden nicht sagen, sie waren beide völlig fertig. Da es Westlife ja noch nicht so lange gab, waren sie noch nicht ganz so vertraut mit ihren Fans, deshalb war es für sie noch nicht Routine geworden mit ihnen umzugehen. Sie kannten zwar die schreiende Menge da draußen, aber dass die Fans auch zu schreien begannen, wenn sie vor ihnen stehen und sich so in was hineinsteigern konnten, war für sie auch noch etwas neu. Sie schrieben dann alle noch fleißig Autogramme und ließen sich mit den zwei überglücklichen Mädchen fotografieren. Grace schenkte Shane ein kleinen Bärchen, der ein Herz in der Hand hielt mit ‚I love you’ drauf. Dazu gab es noch eine rote Rose für Shane und für die anderen jeweils eine weiße. Grace wollte unbedingt zum Ausdruck bringen, wer ihr Lieblingslifer war und das hatte es sie geschafft. Shane bedankte sich sehr herzlich bei ihr und umarmte sie noch einmal. Während er das tat, flüsterte sie ihm ins Ohr: „Ich liebe dich!“, mehr konnte sie nicht sagen, denn Tränen stiegen in ihr auf. Shane war sehr gerührt und drückte sie noch einmal. Sarah hatte auch ein Geschenk für Nicky. Sie hatte auch ein kleines Bärchen, der ein Fußballtrikot anhatte, dort stand drauf. Nicky you’re my star! Auch sie schenkte Nicky eine rote Rose und er umarmte sie ebenfalls noch einmal. Dann mussten sie aber endgültig gehen. „Ich freu mich schon wahnsinnig auf das Konzert, vielleicht seht ihr uns ja mal in der Menge!“, sagte Grace und wünschte sich, dass das wahr wäre. „Ja bestimmt, wir sehen uns!“, rief Shane und schloss dann die Tür hinter den Beiden. „Die waren wirklich lieb. Hoffentlich sind alle Fans so! Aber ich fand es ziemlich witzig, wie sie am Anfang in der Tür standen.“, sagte Shane. „Ja hast du gesehen, wie die Gesichtsfarbe von Sarah gewechselt hat, als sie dich gesehen hat Nix?“, fragte Bryan. „Ja ich habe es gemerkt, ich fand das total lieb und ich fand die beiden sahen gar nicht aus, wie 14. eher wir 17 oder 18!“, sagte Nix. „Ja find ich auch, aber jetzt lasst uns mal über unseren Auftritt reden okay?“, sagte Kian, der wie immer an das Geschäftliche dachte.
Grace und Sarah waren inzwischen schon in der Halle angekommen. Diesmal gab es auch Stehplätze, der vordere Teil der Arena war unbestuhlt und dort brauchte man auch keine Platzkarte. Da Sarah und Grace die ersten waren, weil sie vor Einlass noch zu den Jungs durften, standen direkt vorne an der Bühne und freuten sich ihres Lebens. „Das war so geil! Ich hätte nie gedacht, dass die Jungs so nett sind. Und Shane!!! Ich liebe ihn noch 1000 mal mehr als vorher, als er mich noch mal umarmt hat, ich dachte ich sterbe!“ Grace war außer sich. Das war die beste halbe Stunde in ihrem Leben. „Ja und Nicky. Oh mein Gott, in echt ist er ja noch süßer. Ich dachte mein Herz bleibt stehen. Und man war das peinlich und ich sag auch noch zu dir, du sollst ruhig bleiben und nicht stottern, und was mach ich?“, sagte Sarah völlig aufgebracht. „Hey, so schlimm war es gar nicht, Nicky war sehr amüsiert darüber. Du hättest dich mal sehen sollen. Dein Kopf war am Anfang rot wie eine Tomate, weil wir doch diesem David so schnell hinterlaufen mussten und dann als du Nicky gesehen hast. WUMM. Und du sahst aus wie ein Gespenst, ich dachte echt, du fällst gleich um.“ „Wirklich, war es so schlimm?“, fragte Sarah. „Schlimmer!“ „OH nein, wie peinlich!“ Sarah raufte sich die Haare, weil sie sich doch nicht so cool gewirkt hatte, wie sie wollte. „Hey, Nicky fand dich voll süß. Glaub mir, wenn er nicht schon mit Georgina zusammen wäre und du ein bisschen älter wärst, dann hätte er sich in dich verliebt, glaub mir!“, versuchte Grace ihre Freundin aufzubauen. „Ja wenn, das Wörtchen wenn nicht wäre!“ , sagte Sarah traurig. „Hey, jetzt komm schon, freu dich lieber auf das Konzert. Wir stehen ganz vorne in der ersten Reihe, haben gerade Westlife getroffen. Was willst du denn noch? Und außerdem, glaubst du ,du bist die einzige, die sich blamiert hat? Oder die Liebeskummer wegen so einem Dummen aber unglaublich süßen Popstar hat? Ich bin auch noch da Süße!“, sagte Grace. „Ja ich weiß und es tut mir leid, aber wenn ich Nicky so nah bin, aber dann doch so fern, das macht mich einfach fertig, verstehst du? Ich dachte doch zuerst, das ist nur so eine Schwärmerei, ich finde ihn ganz süß, mag die Musik unheimlich gerne, sie können unheimlich gut live singen und du magst sie auch, aber jetzt? Es ist alles anders, verstehst du? Es hat sich alles verändert. Er hat mein Leben verändert. Ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Er wird mich spätestens in einer Woche vergessen haben und ich hänge hier rum und kann an nichts anderes denken.“ Sarah hatte Tränen in den Augen und jetzt liefen ihr einzelne Tränen die Wangen hinunter. Grace konnte es nicht sehen, wenn Sarah weinte. Sie waren so eng befreundet, und wenn Sarah weinte, dann hatte Grace immer mit ihr geweint. So auch diesmal. Kaum hatte Grace gesehen, dass Sarah weinte, liefen auch ihr schon die tränen hinunter. „Sarah bitte nicht weinen! Ich weiß, wie es dir geht, mir geht es nicht anders. Glaubst du, Shane will aus meinem Kopf verschwinden? Ich denke jede Sekunde an ihn. In der Schule, zu Hause, beim Tanzen. Bei jedem Lied, das ich höre, auch wenn es nicht von Westlife ist, denke ich an ihn. Bei jedem Wort, das jemand ausspricht, denke ich an ihn. Egal, wen ich ansehe, denke ich an ihn. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll, aber ich weiß, dass ich dich hab, und das wir zusammen das schaffen okay?“, sagte Grace und nahm Sarah so fest in den Arm, wie sie es immer tat, wenn einer von ihnen traurig war. Nach diesem Gespräch ging es beiden besser und sie trockneten beide ihre Tränen. Jetzt kamen auch die anderen Fans hineingestürmt und versuchten, natürlich einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Sarah und Grace wurden gegen die Gitterstangen gedrückt und hatten wirklich Angst, zerquetscht zu werden. Da war Grace wirklich froh, dass sie den von Schleim triefenden David sah. „Hey David, hierher, kannst du den wild gewordenen Furien da hinten mal sagen, sie sollen nicht so drücken, davon kommen sie auch nicht weiter vor!“, rief Grace und David war sofort zur Stelle. Er stellte sich auf das Geländer und brüllte nach hinten. „IHR SETZT EUCH JETZT ALLE HIN UND HÖRT AUF ZU DRÜCKEN!! WENN NOCH EINE DENKT, SIE MUSS SICH NACH VORNE DRÜCKEN, DIE SCHMEIß ICH RAUS VERSTANDEN??“ Nach diesem Satz, hörte alles auf zu drücken und sie setzten sich hin und warteten, bis die Show begann. Plötzlich knallte es laut und alle in der Halle sprangen schreiend auf. Jetzt würde es anfangen. Gleich würde Grace Shane wieder sehen und ihm noch mehr verfallen, das wusste sie. Und auch Sarah konnte es kaum erwarten, ihrem Nicky wieder in die leuchtend blauen Augen sehen zu können.
Da waren sie wieder. Alle in weiß gekleidet, stürmten sie auf die Bühne. Sie sangen ‚No No’ von ihrem Album und zeigten dazu auch eine Tanzperformance. Grace verschlug es den Atem. Shane sah einfach umwerfend aus. Wie konnte ein Mann nur so gut aussehen. Sie konnte es nicht begreifen. Sie schrie sich die Seele aus dem Hals, nur um von Shane gehört zu werden. Und tatsächlich. Ungefähr in der Mitte des Konzertes schrie Grace so laut nach Shane, dass er sie ansah. Er sah sie eine Weile an, als schien er zu überlegen. Dann wusste er, wer sie war und lächelte ihr fröhlich zu und warf ihr einen Handkuss zu. Dann sah er zu Nicky und zeigte auf die beiden. Nicky sah sie und auch er grinste die beiden an. Auch Sarah erhielt einen Handkuss von Nicky. Sarah und Grace konnten es kaum glauben und waren so mega happy, dass sie wie die verrückten herumsprangen. Der letzte Song war ‚Flying without wings’ Sie performten den Song so unglaublich und gefühlvoll, dass fast alle in der Hall Tränen in den Augen hatten. Auch Grace und Sarah natürlich. Grace weinte als erste und schrie noch einmal laut nach Shane. Auch Sarah rollten jetzt die Tränen über die Wangen und schriee verzweifelt nach Nicky. Nicky sah zu ihr und machte eine Geste, die sagen sollte, sie sollte aufhören zu weinen. Als Sarah das sah, lachte sie unter Ihren Tränen, dann lächelte Nicky sie wieder an, als würde er sagen wollen: ‚So gefällst du mir schon viel besser’ Ein letztes mal lächelte Shane Grace an und Nicky Sarah und dann waren sie wieder verschwunden. Grace umarmte weinend ihre beste Freundin und auch Sarah hielt sich schluchzend an Grace fest. Sie wussten gar nicht warum, sie auf einmal so weinten. Doch dieser Tag hatte wieder einmal alles durcheinander gebracht und diesmal wusste selbst Grace und die sonst so optimistische Sarah nicht, was zu tun war, um alles wieder ins Lot zu bringen. Denn für Grace stand fest, dieser Mann hatte alles durcheinander gebracht. Wirklich alles. Ihr ganzes Leben schien von heute auf morgen anders zu laufen. Plötzlich waren ihr andere Dinge wichtig, als zuvor. Früher war ihr das Tanzen am wichtigsten, nun dachte sie ernsthaft darüber nach, ob sie nicht Gesangsunterricht nehmen sollte. Sie dachte darüber nach, wer der wichtigste Mensch in ihrem Leben war. Ihre Mutter? Sarah? Shane? Sie konnte diese Frage nicht beantworten. Sie wusste nur, dass sie für diese Menschen alles tun würde. Gut, sie verstand sich mit ihrer Mutter im Moment nicht sehr gut, doch sie liebte ihre Mutter über alles. Grace’ Vater war vor ein paar Monaten mit einer jüngeren Frau abgehauen. Grace hatte es ganz gut verkraftet, dass ihr Vater weg war. Mit ihm hatte sie sich nie so gut verstanden, wie mit ihrer Mutter, doch für ihre Mutter war das alles nicht so einfach. ‚Deshalb meckert sie wahrscheinlich auch dauernd an mir herum, weil es ihr einfach schlecht geht’ dachte sie Grace. Sie wollten gerade die Halle verlassen, als David auf sie zugerannt kam. „Hey, ihr zwei wartet mal.“ „Was ist denn?“, fragte Sarah. „Ich war grad bei den Jungs in ihren Umkleidekabinen und ich soll euch von Shane und Nicky ausrichten, dass ihr bitte mit mir mitkommen sollt. Ich soll euch beide zu ihnen bringen. Shane möchte mit dir alleine reden und Nicky mit dir.“, sagte sie jeweils zu Grace und zu Sarah. „Das ist nicht wahr!“ „Doch ist es, jetzt kommt mit!“, sagte David. Grace fiel Sarah schreiend in die Arme und die beiden folgten ihm zitternd. Er ging hinter die Bühne und an dem Gemeinschaftsraum vorbei, dort wo Bryan, Mark und Kian sich im Augenblick aufhielten. . Auf der linken Seite waren fünf Türen. Auf jeder Tür stand ein Name. ‚NICKY KIAN MARK BRYAN SHANE’ „Warte du kurz hier!“, sagte David zu Grace. Er nahm Sarah mit sich und klopfte bei Nicky an. „herein!“, sagte Nicky und David öffnete die Tür. „Ah du hast einen Gast mitgebracht, komm rein, setz dich!“, sagte Nicky freundlich. In Wahrheit hatte Nicky gar nicht zu David gesagt, er solle Sarah zu ihm bringen, doch wie Nicky sich ausgedrückt hatte, dachte Sarah wirklich, sie sollte zu ihm kommen. „Ich hol dich dann später wieder ab!“, sagte David. „Okay!“, sagte Sarah mit zitternder Stimme. David schloss die Tür und sah Grace mit einem unheimlichen Grinsen an. „So jetzt komm mit, Shane wartet sicher schon.“, sagte David mit schleimigem Unterton. Er klopfte doch keine Antwort kam. Er klopfte noch einmal. Grace wurde mulmig, sie wusste nicht wieso. „Komm geh einfach hinein, er wird bestimmt wieder Musik hören, das tut er immer.“, sagte David und die große Sehnsucht, die Grace schon wieder nach Shane hatte, brachte sie dazu, an David vorbei zu gehen und die Tür zu öffnen. Sie sah, dass Shane gar nicht da war. „Shane ist gar nicht hier, warum sollte ich mit dir...!“ Doch sie konnte gar nicht weitersprechen. David packte sie heftig am Arm und schob sie in das Zimmer. Er ging hinterher und schloss die Tür. Grace geriet in Panik. „Lass mich hier raus!“, rief sie. Er sah sie an und drehte den Schlüssel, der im Schloss steckte langsam um. Er zog ihn ab und steckte ihn in seiner Tasche. Während er das tat, sah er die ganze Zeit Grace an und musterte sie von oben bis unten. „Du bist sehr hübsch weißt du das?“, fragte er und ging auf sie zu. Grace wich zurück, doch da war die Wand. „Bitte lass mich in Ruhe!“, flehte sie. Doch er hörte nicht auf sie und schob langsam seine Hand unter ihren Rock. Er küsste langsam ihren Hals und Grace roch seinen widerlichen Atem. „Ich schreie! Lass mich in Ruhe!“, sagte Grace leise. „Mach nur hier kann dich keiner hören. Die anderen Jungs sind im Gemeinschaftsraum und feiern und Nicky ist mit Sarah vier Zimmer weiter. Diese Räume haben Schalldichte Türen, schrei so viel du willst!“, sagte David. Es war also hoffnungslos. Grace war so geschockt. Sie konnte gar nicht schreien. Selbst wenn sie wollte. Plötzlich packte David sie heftig an beiden Armen und stieß sie auf das Sofa. Sie konnte sich nicht bewegen. David ging auf sie zu und sah Grace mit seinen gierigen Blicken an. „Zieh dein Oberteil aus!“, sagte er im befehlshaberischen Ton. Grace konnte nicht. Doch David zog sich seinen Gürtel ab und schnalzte damit. „Los, zieh dich aus!“, rief er noch mal lauter. Langsam zog Grace ihr Oberteil aus und Tränen liefen ihr nun über die Wangen. Sie war ihm hilflos ausgeliefert. David ging das alles zu langsam. Er beugte sich zu ihr runter und öffnete ihren Rock. Er zog in ihr aus und warf ihn in die Ecke. Dann zog er sich sein Hemd aus und öffnete seine Hose. „Na gefällt dir das ?“, sagte er zu Grace, die hilflos auf dem Sofa lag und innerlich betete, dass das alles vorbei ging. ‚bitte lieber Gott hilf mir, hilf mir, hilf mir’ sie konnte an nichts anderes denken. David hatte seine Hose ausgezogen und machte sich nun an ihrem Slip zu schaffen. Sie trat ihm heftig in den Bauch. Er wich zurück, doch sofort nahm er seinen Gürtel und schlug auf sie ein. „Mach das nicht noch mal, verstanden?“ Grace nickte heftig, in ihrer Todesangst. Nun als er nur noch in Boxershorts vor ihr stand, setzte er sich auf sie und riss ihr den BH runter. Er packte ihren Busen so fest, dass Grace vor Schmerz aufschrie. Er küsste ihren Hals und ihren Busen, arbeite sich weiter nach unten vor. Ihren Slip riss er an den Seiten einfach auf und warf ihn in die Ecke. Der Anblick ihrer nackten Haut erregte ihn sehr und er zog sich die Boxershorts aus. Dann drang er in sie ein. Ein rasender Schmerz durchfuhr sie, doch sie konnte sich nicht wehren. Immer schneller bewegte er sich in ihr. Er stöhnte laut auf und Grace merkte, wie sich alles um sie drehte. Alles tat ihr weh. Sie wollte nur noch sterben. Einfach nichts mehr spüren. Nur noch sterben. Sie dachte daran, dass er sie nur noch erwürgen solle, einfach erwürgen oder sonst etwas, Hauptsache sterben. Er stieg von ihr runter und sagte zu ihr. „Das war doch mal was, jetzt bist du eine Frau, du kleine dreckige Nutte!“ Er zog sich an und warf ihr ihre Klamotten hin. „Los zieh dich an und sieh zu, dass du verschwindest. Und ich warne dich, ein Wort..“ Er machte mit seiner Hand eine schnelle Bewegung über seinen Hals. Grace wusste, was das zu bedeuten hatte. Langsam und zitternd begann sie sich anzuziehen. Das war das schrecklichste, was sie jemals erlebt hatte. ‚nur noch sterben’ das war das einzige, an was sie gerade denken konnte. Ihr stand der kalte Schweiß auf der Stirn und ihre Augen waren rot verquollen. Sie zitterte am ganzen Leib. „Jetzt mach schon, ich hab nicht ewig Zeit!“, sagte David. Als sie fertig angezogen war, stand sie auf und ging an David vorbei aus dem Zimmer. „Du kannst da vorne auf deine Freundin warten. Ich hole sie schnell!“, sagte David freundlich wie eh und je, als wäre nie etwas gewesen. David ging zu Nicky's Zimmer und klopfte an. „Herein!“, sagte wieder Nicky. Sarah und Nicky hatten sich prächtig unterhalten und Sarah hatte Lachtränen in den Augen. „Ich muss dich jetzt leider mitnehmen! Die Jungs müssen jetzt dann bald weiter, sie haben morgen wieder einen Auftritt!“, sagte David so freundlich wie er nur konnte. „schade!“, sagte Sarah und auch Nicky schien enttäuscht. „Na ja ich hoffe, dass wir uns auf dem nächsten London Konzert wiedersehen!“, sagte Nicky und setzte seinen Dackelblick auf. „Natürlich sehen wir uns wieder, ich freu mich schon wahnsinnig!“ Sarah umarmte Nicky noch einmal und ging dann mit David hinaus. Grace hatte inzwischen versucht, sich ein bisschen zu fangen. Sie zitterte nicht mehr so und den Schweiß hatte sie auch weggewischt. Nur die roten verquollenen Augen konnte sie nicht wegzaubern, doch dafür hatte sie ja eine gute Ausrede. Aber ob sie das Zittern in ihrer Stimme wegbekommen würde. Und ob sie ihren wirklichen Zustand vor ihrer Besten Freundin verstecken konnte? „Hey Gracey!“ Sarah hatte Grace gesehen und sprang ihr vor Freude an den Hals. „Na wie war’s bei dir?“, fragte sie in ihrem Freudentaumel. Grace setzte das strahlenste Lächeln auf, dass sie zusammenbringen konnte und sagte mit aufgesetzter Freude. „Einfach super, Shane und ich haben uns so gut unterhalten und wie war es bei dir?“ „Einsame Spitze, Nicky ist so lieb, das kannst du dir gar nicht vorstellen! Aber jetzt komm lass uns gehen, bevor wir noch den letzten Bus verpassen! Ciao David und danke für alles!“, sagte Sarah. Dann gingen sie hinaus. Grace konnte ihre Tränen nicht länger unterdrücken. Sie war so fertig mit den Nerven. Sie wusste nicht, wie sie mit diesem Erlebnis umgehen sollte, doch sie war sich sicher, dass sie es niemandem erzählen würde. „Hey Gracey, was ist denn los mit dir?“, fragte Sarah, als sie sah, wie sehr sie weinte. „Nichts, es... es ist bloß, ich vermisse Shane jetzt schon wieder so sehr, dass ich nicht weiß, wie ich es ohne ihn aushalten soll!“, log Grace. „Hey, jetzt mach dir mal darum keinen Kopf. Ich habe Nicky versprechen müssen, dass wir zum nächsten London Konzert kommen. Und dann kommen wir bestimmt wieder Backstage und dann siehst du deinen Shane wieder.“, versuchte Sarah zu trösten. Grace hatte sich wieder einigermaßen unter Kontrolle, als sie in den Bus stiegen und nach Hause fuhren. Sarah kam noch schnell mit nach Oben und holte ihre Sachen ab. Grace war froh, dass Sarah nach Hause ging, obwohl es schon so spät war. Normalerweise würde Grace jetzt sagen, sie solle doch hier bleiben, doch nicht heute. Grace brauchte jetzt Zeit für sich. Sarah wunderte sich auch. Sie kannte Grace so gut, da war irgendetwas faul, das wusste sie. Doch sie musste jetzt schleunigst nach Hause, sonst würde sie ärger mit ihren Eltern bekommen.
Als Sarah weg war, ging Grace erst mal Duschen. Sie zog sich aus und stellte sich unter den angenehm warmen Wasserstrahl und ließ das Wasser auf ihre Haut prasseln. Immer wieder diese Bilder. Sie gingen ihr nicht aus dem Kopf, als hätte sie jemand in ihr Gedächtnis eingebrannt. Immer wieder sah sie ihn vor sich. Immer wieder spürte sie diesen schrecklichen Schmerz. Tränen liefen ihr unaufhaltsam die Wangen hinunter. Sie fühlte sich so schmutzig. Sie wünschte, sie könnte es einfach abwaschen. Einfach mit viel Seife von der Haut hinunter waschen. Sie wusch sich. Über eine Stunde stand sie unter der Dusche, doch es wurde nicht besser. Sie weinte und konnte an nichts anderes denken. Grace war verzweifelt. Am liebsten würde sie sterben. Nur sterben, das war das schönste, was sie sich vorstellen konnte. Sie rutschte an der nassen Duschwand hinunter und saß weinend unter dem Wasserstrahl. Sie war mit den Nerven am Ende. Grace brach weinend zusammen und konnte sich nicht beruhigen. Nach einer weiteren Stunde, die sie weinend unter der Dusche verbracht hatte, stieg sie langsam und zitternd aus der Dusche und wickelte sich ein Handtuch um. Leise schlich sie wieder in ihr Zimmer und zog sich ihr Nachthemd an. Sie kämmte ihre Haare und band sie zu einem Knoten zusammen. Dann legte sie sich in ihr Bett und vergrub ihr Gesicht im Kissen. Es war schon halb drei Morgens, doch Grace fand kein Schlaf. Sie weinte. Sie versuchte ihren ganzen Schmerz und ihre ganze Scham fortzuspülen, doch es gelang ihr nicht. Es wollte einfach nicht vergehen. ‚Ich bin an allem Schuld! Hätte ich doch besser aufgepasst. Warum bin ich nur auf ihn hereingefallen! Ich war so blauäugig! Warum hab ich mich nicht gewehrt?’ Dauernd spukten ihre diese Gedanken im Kopf rum. ‚Ich kann es keinem erzählen, ich darf es nicht, sonst bringt er mich um! Ich hasse mein Leben, ich will sterben’ Um kurz nach 5 hatte sie sich in den Schlaf geweint. Doch sie hatte höllische Alpträume. Immer wieder wiederholten sich die schlimmsten Minuten ihres ganzen Lebens in ihren Träumen. Um 8 Uhr klingelte ihr Wecker, doch Grace war nicht fähig aufzustehen. Ihr tat alles weh. Sie fühlte sich wie gerädert. Schweiß stand ihr auf der Stirn und sie zitterte. Ihre Augen waren rotverquollen und ihr Gesicht war weiß wie eine Wand.
Nach zehn Minuten rief ihre Mutter von unten. „Grace steh endlich auf, du verpasst sonst wieder den Bus!“ Doch Grace antwortete nicht, sie machte auch keine Anstalten, das Bett zu verlassen. Wieder 10 Minuten später klopfte es an der Tür und ihre Mutter trat ein. „Hey Grace, steh endlich auf du Schlafmütze, du kommst zu spät zur Sch..! Um Himmels Willen, was ist denn mit dir mein Schatz? Du siehst ja fürchterlich aus!“ Grace Mutter hatte nun bemerkt, wie schlecht es ihrer Tochter ging, doch Grace versuchte sich rauszureden. „Mum, mir geht’s gut, ich bin nur so müde, weil wir gestern zu spät heimgekommen sind, ich steh schon auf!“ Grace wollte alles dafür tun, dass ihre Mum nicht mitkriegte, was mit ihr passiert war. Sie konnte es nicht erzählen. Sie schämte sich so sehr. „Nein, mein Schatz, du bleibst heute mal im Bett. Du siehst wirklich nicht gut aus. Womöglich hast du dich gestern verkühlt!“ „Ja das kann sein! Danke Mum!“, sagte Grace erleichtert. „Für was denn? Ich geh jetzt in die Arbeit, wenn du was brauchst, dann ruf mich einfach an okay?“ „Okay mach ich!“ Ihre Mutter gab ihr noch ein Kuss auf die Stirn und ging dann ins Büro. Grace legte sich wieder hin und versuchte, endlich an etwas anderes zu denken, und noch ein bisschen zu schlafen. Doch es gelang ihr nicht wirklich. Nach einer Stunde schüttelte sie wieder ein starker Heulkrampf und sie konnte sich kaum noch beruhigen. Wie konnte ein Mensch einem anderen nur so etwas antun? Grace wusste nicht, was sie machen sollte. Sie fühlte sich so schlecht, so dreckig. Sie lief ins Bad. Ihr war auf einmal so schlecht geworden. Sie musste sich übergeben. Erschöpft ließ sie sich neben der Toilette nieder und wischte sich den Mund ab. Schweißperlen traten wieder auf ihre Stirn. ‚Warum hat er mir das angetan? Warum nur? Warum ich, was habe ich ihm getan?’ Grace konnte an nichts anderes denken. Sie schleppte sich wieder in ihr Zimmer und brach auf ihrem Bett Ohnmächtig zusammen. Es hatte sie so mitgenommen, dass ihr Körper einfach am Ende war. Sie mit den Nerven und allem so am Ende, dass ihr Körper nun schlapp gemacht hatte. Ein Paar Minuten später wachte sie jedoch wieder auf, doch sie war nun so erschöpft, dass sie unter ihre Decke kroch und einschlief. Nach 6 Stunden Schlaf, stieß Grace einen lauten Schrei aus und schreckte hoch. Sie saß kerzengerade im Bett und war Schweißgebadet. Sie hatte es wieder geträumt. Immer und immer wieder sah sie ihn vor sich. Wie er sie in das Zimmer schubste. Wie er den Schlüssel umdrehte und sie mit seinen Blicken durchbohrte. Alles musste sie im Traum noch mal durchmachen. Sie fühlte sich nicht im geringsten erholt, sie fühlte sich noch schlechter. Wieder merkte sie, wie die Übelkeit in ihr hochkam. Sie schaffte es rechtzeitig noch ins Bad. Keuchend ließ sie sich abermals neben der Toilette nieder. So konnte es doch nicht weitergehen, sagte sie sich. Sie musste was dagegen unternehmen. Doch was? Sie war machtlos dagegen. Grace lief schwankend wieder in ihr Zimmer und ließ sich in ihr Bett fallen. Sie starrte an die Decke. Sie dachte an nichts. Tat gar nichts. Sie lag einfach nur da und starrte an die Decke. Sie hörte nicht, wie unten die Haustür aufgeschlossen wurde und ihre Mutter gefolgt von Sarah eintrat. „Geh ruhig nach oben, sie wird bestimmt schlafen oder lesen oder Fernsehen!“, sagte Grace’ Mutter. „Vielen Dank!“, sagte Sarah und ging die Treppe nach oben. Sie klopfte an Grace Zimmertür und trat ein. Grace riss es aus ihrer Art Trance heraus und sah Sarah an. „Hi!“, sagte sie leise, kaum hörbar. „Hey süße, wie geht’s dir denn? Was ist denn los mit dir? Deine Mum sagte, dir geht’s nicht gut!“ Sarah machte sich richtige Sorgen, doch Grace konnte es nicht über sich bringen, es ihr zu erzählen. Grace hatte eine innerliche Sperre aufgebaut, die sie nicht überwinden konnte. „Mir ist nur ein bisschen übel, ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte, ich hab gestern doch gar nichts gegessen, von was mir da übel geworden ist, kann ich mir nicht erklären!“, versuchte Grace so fröhlich und möglichst glaubhaft zu erklären. „Das wird es wohl gewesen sein, du warst so aufgeregt und der Tag gestern war ja einfach der Hammer und dann haben Shane und Nicky uns auch noch zu ihnen bestellt, das war ja der Hammer. Erzähl mal, wie ist es denn gelaufen bei dir und Shane?“, fragte Sarah ganz aufgeregt.
Als Grace daran dachte, was ihr geschehen war, während Sarah bei Nicky war, fing sie wieder an zu zittern und konnte kaum noch an sich halten. Plötzlich war die Übelkeit wieder da. Auch Sarah merkte, das was nicht stimmte. „Grace, was ist los mit dir?“ Sarah war so erschrocken. Sie konnte doch nicht ahnen. Plötzlich sprang Grace auf und lief wie eine wild gewordene ins Bad. Sarah hörte ein würgen und sie wusste, dass sich Grace übergeben hatte. Ein paar Minuten später kam sie wieder ins Zimmer gewankt und setzte sich wieder. „es tut mir leid, aber mir ist auf einmal so schlecht geworden!“ „Das habe ich gesehen, sag mal, willst du nicht zum Arzt gehen?“, fragte Sarah sie, doch sie schüttelte heftig den Kopf. „Nein, nicht zum Arzt, es geht schon wieder. Wird wohl eine kleine Magenverstimmung sein. Es geht bald wieder!“, sagte Grace und atmete auf, als Sarah meinte. „Du wirst wohl Recht haben, aber werde schnell wieder gesund, in der Schule ist es so langweilig ohne dich. Keine da, mit der ich über Westlife und den gestrigen Tag reden kann!“ Wieder wurde Grace übel, doch sie hatte es im Griff. Nach einer Stunde ging Sarah auch wieder, umarmte ihre beste Freundin und wünschte ihr eine gute Besserung.

Zur selben Zeit saßen Shane und die anderen Jungs im Van und fuhren zum Flughafen. Nicky saß neben Shane und plötzlich fiel Nicky etwas ein, was er Shane noch fragen wollte. „Sag mal, wie war es denn gestern noch mit Grace?“, fragte Nicky. „Wieso mit Grace, was meinst du Nix?“, fragte Shane völlig irritiert. „Ja David hat gestern nach dem Konzert bei mir geklopft und hatte Sarah bei sich. Er hat sie zu mir gebracht und wir haben uns noch ein bisschen unterhalten, es war wirklich sehr lustig! Und David hat gemeint, er wolle Sarah dann bei mir abholen, wenn er Grace zu dir gebracht hätte und ihr auch fertig seit.“ „Grace war aber nicht bei mir, ich war ja gar nicht hier, hast du das schon vergessen. Ich bin doch gleich ins Hotel gefahren, weil Gillian doch mit war. Das habe ich euch doch gesagt oder nicht?“ Shane war völlig irritiert. Er wusste nicht, was das alles zu bedeuten hatte. Doch er machte sich nicht länger Gedanken darüber. Anto kam schon herüber und scheuchte sie in die Abflughalle. Doch es beschäftigte ihn noch eine Weile, doch er konnte sich keinen Reim darauf machen. Auch Nicky wusste nicht, wie er das alles einordnen sollte und was das alles zu bedeuten hatte. David konnten sie auch nicht fragen, denn er war im Urlaub.

3 Wochen später
Grace hatte es geschafft, noch keinem von ihrem schrecklichen Erlebnis zu erzählen. Sie verstellte sich so gut es ging und es schien auch zu klappen. Seit diesem Tag war für Grace alles anders geworden. Für sie war auf einmal alles sinnlos, als hätte David ihr sämtlichen Lebensmut und Lebensfreude geraubt. Sie hatte weder Lust zu Tanzen, noch Lust mit Sarah was zu unternehmen, noch Westlife zu hören. Sarah machte sich auch Sorgen um sie, doch Grace ließ sie nicht an sich heran. „Jetzt lass mich doch einfach in Ruhe, wenn es dir nicht passt, wie ich was mache!“, raunzte sie Sarah an, als Sarah sie wieder mal fragte, was denn mit ihr los sei. Auch Jason merkte es natürlich, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Sie zuckte jedes Mal zusammen, wenn er sie nur ein bisschen länger ansah. Sie fing an zu zittern, wenn er nur einen Arm um sie legte und wenn er sie zur Begrüßung oder zum Abschied umarmen wollte, ging sie ihm schnell aus dem Weg. Auch beim Tanzen war sie nicht mehr bei der Sache. Das Turnier hatte sie abgesagt. Sie hatte gesagt, sie hätte an dem Tag keine Zeit, da sie eine schwierige Klausur schreiben würde, wenn sie diese verhauen würde, würde ihre Mutter ihr das Tanzen verbieten. Jeden Tanzschritt, den Jason versuchte ihr beizubringen, ging daneben. Sie war nicht bei der Sache, hörte ihm nicht zu und sonst war sie völlig neben der Kappe. Sie konnte nachts nicht schlafen. Jedes Mal, wenn sie nicht gerade weinte, wachte sie aus einem ihrer schrecklichen Alpträume auf, war schweißgebadet und fing dann an zu weinen. Grace hatte auch keinen Appetit mehr, aß nur noch wenig. In der Schule sagte sie, sie hätte so viel gefrühstückt oder ihr wäre nicht gut, zu hause erzählte sie ihrer Mutter, sie hätte in der Schule schon zu viel gegessen oder sie hätte bei Sarah gegessen etc. Im Ausreden erfinden war sie die letzten Wochen Meister geworden und auch im Lügen. Ihr tat es weh, die wichtigsten Menschen in ihrem Leben nur noch anzulügen, sogar einen von ihnen zu verleugnen. Shane. Sie sagte Sarah, sie würde ihn nicht mehr mögen. Doch das stimmte nicht. Sie liebte ihn genauso wie vorher, doch immer wenn sie an ihn dachte, kam wieder die Erinnerung. Es passierte in Shanes Garderobe. Es passierte, weil David ihr erzählt hatte, dass sie nun zu Shane gebracht würde und was geschah? Sarah konnte sich einfach keinen Reim darauf machen. Sie war einfach ratlos. Sie merkte doch, wie sehr sie sich verändert hatte. Nichts war mehr so, wie früher. Jeden Tag waren sie zusammen gesessen und hatten gelacht. Jeden Tag hatte Sarah Grace geneckt weil sie immer zu spät kam und fast den Bus verpasst hatte. Zusammen waren sie in der Schule gesessen und hatten zusammen nicht aufgepasst. Zusammen waren sie nach Hause gefahren und hatten sich über Westlife unterhalten. Doch das alles war jetzt nicht mehr. Grace war in sich gekehrt, sprach nur noch sehr wenig. Sie war dauernd blass und weiß wie ein Gespenst. Sie nahm immer mehr ab und ihr Gesicht war eingefallen. Es war erschreckend für Sarah, sie so zu sehen und auch Jason machte sie große Sorgen um sie. „Grace was ist los mit dir? Rede doch mit mir, ich will dir doch nur helfen!“, sagte Jason während einer Tanzstunde, in der Grace mal wieder alles verpatzte, was es nur zu verpatzen gab. Doch es war ihr egal. Ihr war alles egal. Ihr wäre es egal gewesen, wenn in diesem Moment eine Bombe in das Tanzstudio eingeschlagen wäre und sie in 1000 Stücke gerissen hätte. Ihr wäre es egal gewesen. Dann hätte sie wenigstens keine so schlimmen Schmerzen mehr. Für Grace wurde es mehr und mehr unerträglich. Die Erinnerung. Es ließ sie einfach nicht los. 8 Wochen waren nun schon vergangen und es war nicht besser geworden. Nichts aber auch gar nichts hatte sich geändert. Nachts weinte sie sich in den Schlaf und wachte schweißgebadet mit den schrecklichsten Bildern im Kopf auf. Tagsüber versuchte sie, sich so gut wie möglich mit Lügen und Schwindeleien durchzuschlagen, um eine weitere Nacht weinend und mit Alpträumen in ihrem Bett verbringen zu können. Sie fühlte sich so allein und einsam. „Hey ich rede mit dir!“ „Wie was? Oh sorry Jason, was ist denn?“ „Ich will wissen, was mit dir los ist.“, sagte Jason und packte sie etwas unsanft am Arm. Das wollte er gar nicht. Er war nur außer sich vor Sorge. Er merkte schon seit langem, dass mit ihr was nicht stimmte und dass es etwas schlimmes sein musste. „Lass mich sofort los?“, schrie Grace. Sie war außer sich vor Angst. Wieder sah sie die Bilder vor ihren Augen. Die schrecklichen Bilder. Sie vergaß ganz, dass es Jason war, der sie am Arm hielt und nicht David. Doch sie hatte blanke Panik bekommen. „Nein, sag mir erst was los ist!“, sagte Jason ein bisschen lauter. Er wusste nicht wieso, er so reagierte, wie er es tat, doch er kannte Grace jetzt schon fast 2 Jahre und er fühlte sich wie ihr großer Bruder und hatte Angst um sie. Grace schrie nun laut und riss sich los. Sie lief in ihrer Angst nach draußen und schloss sich in der Umkleidekabine ein und rutschte langsam an der Tür zu Boden. Sie kauerte sich zusammen und weinte bitterlich. Jason rannte ihr sofort hinterher und wollte zu ihr hinein. Doch Grace weinte und hörte ihn gar nicht. Jason hörte sie schluchzen und hatte nun große Angst um Grace. Er hatte sie noch nie weinen sehen. Grace war sonst immer so stark und hatte nie geweint. Er hatte sie noch nie weinen sehen, und das machte ihm nun Angst. „Grace bitte mach die Tür auf, es tut mir leid, dass ich dich so fest angepackt habe, aber ich habe Angst um dich, bitte mach die Tür auf.“ Er trommelte wie wild auf die Tür ein. Grace überlegte. Wenn sie es jetzt nicht bald jemandem erzählte, würde sie innerlich platzen. Ihre Nerven waren nun entgültig am Ende. Sie stand auf. Sie zitterte am ganzen Leib und musste sich an den Schränken festhalten um nicht umzukippen. Sie schloss die Tür auf und Jason stieß die Tür auch schon auf. „Gracey, Gott sei Dank!“ Er wollte hineingehen und sich mit ihr wo hin setzen. Doch Grace wurde es plötzlich schwarz vor Augen und brach zusammen. Jason konnte sie gerade noch auffangen und trug sie schnell in den Trainingsraum. Dort waren Matten und er legte sie auf eine. Er gab ihr eine Ohrfeige und redete auf sie ein. Schließlich wurde sie wach und sah Jason vor sich. „Jason. Oh Jason, es ist so schrecklich!“ Sie richtete sich auf und fiel in seine Arme und schluchzte. Sie weinte so bitterlich, dass Jason es weh tat, sie so zu sehen. „Hey meine kleine, was ist denn mit dir los, rede doch mit mir! Du kannst mir alles sagen. Das weißt du doch.“ „Jason. Ich... ich... ich...!“ Sie wollte es endlich sagen, doch es fiel ihr so schwer, es auszusprechen. Sie dachte immer noch an die Drohung, die David ihr machte. ‚Einen Ton und du bist tot’ Sie machte eine Pause. Sie zitterte am ganzen Leib und klammerte sich an ihn. „Ich bin vergewaltigt worden!“ jetzt war es raus. „was? Wann? Wer?“ Jason war so geschockt, das hatte er nie erwartet. Tränen stiegen in ihm auf. „Es.. es war vor 2 Monaten, wir waren doch auf dem Westlife Konzert und durften sie treffen. Dann nach dem Konzert kam der Bodyguard, der uns auch zu ihnen gebracht hatte auf uns zu und sagte uns, Shane bzw. Nicky wollten uns sehen. Also Shane mich und Nicky Sarah. Dann sind wir mit ihm mitgegangen und Sarah hat er bei Nicky abgeliefert. Dann ist er zu Shanes Garderobe gegangen und hat geklopft, es kam keine antwort. Er sagte mir ich könne reingehen, denn Shane würde wahrscheinlich wieder Musik hören. Ich öffnete die Tür und da war keiner. Ich wollte mich umdrehen, doch er schubste mich hinein und schloss die Türe. Und dann.. und dann.. hat er.. hat er..!“ Sie konnte nicht weitersprechen. Ein Heulkrampf nach dem anderen schüttelte sie und Jason nahm sie fest in den Arm. Wenn er nur gewusst hätte. Wie kann ein Mensch nur so etwas tun? Ein armes kleines Mädchen für ihr Leben zu zeichnen. „Jason, du darfst es keinem sagen. Er hat gesagt, wenn ich nur einen ton sage, bringt er mich um!“, sagte Grace verzweifelt und unter Tränen. „Nein Gracey, lass dich nicht einschüchtern, ich bin bei dir, du kannst das, ich weiß es. Bitte du musst zur Polizei gehen. Bitte!“ „NEIN Jason. Ich kann nicht. Weißt du was mich das für eine Überwindung gekostet hat, es dir zu sagen? Nein ich kann es nicht. Bitte versteh mich!“ „Grace ich kann das nicht. Ich seh, wie du leidest und ich soll nichts unternehmen? Das geht nicht. Gracey ich kann das nicht einfach wieder vergessen!“ Grace sprang auf. „Jason, das ist meine Entscheidung. Lass mich das machen. Das ist mein Leben, ich werde schon damit fertig. Okay? Bitte, lass es. Ich danke dir für alles, aber bitte lass mich in Ruhe okay?“ Das wollte sie eigentlich gar nicht sagen, doch sie hatte keine andere Wahl. Wenn er sie zwingen wollte, zur Polizei zu gehen, dann musste sie ihn einfach meiden. Anders ging es nicht. Sie lief aufgebracht aus der Halle, holte ihre Sachen und verschwand aus dem Trainingscenter. Zu Hause angekommen, ging sie erst zu ihrer Mutter in die Küche. „Hi Mum. Kannst du mich bitte vom Tanzen abmelden?“ „Wieso vom tanzen? Bist du krank? Das machst du doch so gerne!“ Ihre Mutter war völlig erstaunt. Doch Grace hatte schon die richtige Ausrede parat. „du hast selbst gesagt, dass wenn die Schule unter dem Tanzen leidet, ich aufhören muss. Und ich merke es selber, dass ich in der Schule immer schlechter werde, deswegen will ich aufhören!“, sagte Grace, doch in echt tat es ihr im Herzen weh, ihr Geliebtes Tanztraining aufzugeben, doch sie hatte keine Wahl. Wenn sie Jason noch öfters sehen würde, würde er ihr nur ins Gewissen reden und sie nicht in Ruhe lassen, bis sie schließlich nachgab und das wollte sie beim besten Willen nicht, obwohl es besser für sie wäre... „na wenn du meinst, aber ich hoffe du bereust es später nicht!“, sagte ihre Mutter und wählte die Telefonnummer von Jason. Grace ging nach oben in ihr Zimmer. Sie wollte bei dem Gespräch nicht zuhören. Sie wusste, oder war sich fast sicher, dass Jason versuchte, sie davon abzuhalten, das Tanzen aufzugeben. Doch ihre Mutter erzählte beim Abendessen, dass Jason es hingenommen hatte und nicht weiter gefragt hatte. „Das wundert mich wirklich, ich dachte, er versucht mit allen Mitteln mich dazu zu bewegen, dass ich noch mal mit dir rede, doch er hat einfach gesagt, dass das deine Entscheidung wäre und er sowieso nichts machen könnte. Er wünscht dir noch viel Glück bei deiner Tanzkarriere und ich soll dir einen schönen Gruß ausrichten. Und wenn du mal Lust hast, vorbei zu kommen, dann kannst du das machen, soll ich dir noch sagen!“ „Danke Mum!“, sagte Grace und stand dann auf, nachdem sie eine halbe Scheibe Brot gegessen hatte. „Hast du keinen Hunger? Du hast ja noch gar nichts gegessen Kind!“ „Mum sei mir nicht böse, aber ich hab heute wirklich keinen Hunger. Ich hol mir später was, wenn ich noch Hunger krieg okay?“ „Ja ist okay!“, sagte ihre Mutter und dachte sich nichts dabei. Grace ging nach oben in ihr Zimmer und ließ sich auf ihr Bett fallen. Wie immer, wenn sie nichts zu tun hatte, kamen die schrecklichen Erinnerungen wieder. Sie konnte sie nicht verdrängen. Doch seit einigen Tagen entschloss sie sich, Tagebuch zu schreiben. Das half ihr wirklich ein bisschen, mit der Situation fertig zu werden. Liebes Tagebuch! Wie immer wenn ich schreibe, geht es nur um das eine Thema. Ich wurde vergewaltigt und ich kann an nichts anderes mehr denken. Diese Erinnerungen haben sich tief in meine Seele gebrannt. Wenn ich nicht gerade abgelenkt bin, kommen die Bilder wieder hoch und verursachen das schlimmste Chaos in mir, dass man sich nur vorstellen kann. Heute wollte Jason wissen, was mit mir los ist. Er packte mich ein bisschen unsanft am Arm und ich bekam solche Panik. Alles stieg wieder in mir hoch. Einfach alles. Ich hatte solche Angst, dass mir wieder so etwas passieren könnte. Niemals würde ich von Jason so etwas denken. Er ist wie ein großer Bruder für mich und doch hatte mich so die Panik gepackt, dass ich ihn anschrie und ihm sagte, er solle mich loslassen. Ich riss mich los und schloss mich in der Umkleidekabine ein. Jason ist mir hinterhergerannt und wollte endlich wissen, was mit mir los ist. Ich hab dann nach langem betteln die Tür aufgemacht. Dann muss ich wohl Ohnmächtig geworden sein, wie schon öfter in letzter Zeit und Jason hatte mich auf eine Matte gelegt. Als ich aufgewacht bin, war ich so froh, ihn zu sehen. Ich fiel ihm in die Arme und hab ihm alles erzählt. Er wollte natürlich, dass ich sofort zur Polizei gehe und ihnen alles erzähle, doch das kann ich nicht. Ich kann das nicht. Es war schon so schwer genug für mich, überhaupt mich Jason darüber zu reden, nicht mal Sarah konnte ich es erzählen. Ich fühle mich so schuldig ihr gegenüber. Ich habe sie in letzter Zeit behandelt wie den letzten Dreck. Dass sie überhaupt noch mit mir redet, ist ein Wunder. Ich glaube, ich werde mich überwinden und es ihr erzählen. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Was soll ich denn jetzt machen? Ich hab keine Ahnung, wie mein Leben weiter gehen soll. Ich bin froh, wenn ich einen Tag hinter mich gebracht habe! Soll mein ganzes Leben so weiter gehen? Dass ich mich nach Jedem Tag freue, weil er vorbei ist? Das ist doch nur eine Qual. Ich kann bald nicht mehr, was soll ich tun? Am liebsten wäre ich tot. Dann wären die ganzen schmerzen und die Erinnerungen für immer fort. Für immer. Ich kann einfach bald nicht mehr. Meine Kraft ist zu Ende. Ich habe nicht einmal die Kraft, Jemanden zu Lieben. Ich kann es einfach nicht. Shane. Ich habe ihn so geliebt. Eigentlich liebe ich ihn immer noch so sehr, wie am Anfang, doch wenn ich seinen Namen nur höre oder an ihn denke, kommen meine ganzen Erinnerungen an den tag wieder, an dem mir das schlimmste passierte, was ich mir jemals vorstellen konnte. Eigentlich hat Shane damit nichts zu tun, aber eigentlich doch. Es passierte in seiner Garderobe und nur weil ich ihn liebe, bin ich überhaupt mit David mitgegangen. Wenn ich diesen Namen nur höre, bekomme ich Panik. Wie konnte er mir nur so was antun? Ich habe ihm vertraut und er ist wahrscheinlich immer noch mit Westlife unterwegs und schleimt um sie herum und keiner hat eine Ahnung, was er mir angetan hat.
Grace
Sie klappte ihr Tagebuch zu und verstaute es unter ihren Kissen. Dann schlich sie sich ins Bad und öffnete das Medizinschränkchen. Sie suchte eine Zeitlang, bis sie das gefunden hatte, was sie suchte. Schlaftabletten. Sie ging mit der Packung wieder in ihr Zimmer und setzte sich auf ihr Bett. Sie las die Packungsbeilage durch und drückte dann 2 Tabletten aus der Packung. Sie nahm sie beide in den Mund und trank ein Schluck Wasser nach. Dann zog sie sich um und fiel dann auch in ihr Bett und schlief sofort ein. Grace hatte seit über 2 Monaten einen traumlosen und auch Alptraumfreien Schlaf. Da sie 2 Tabletten genommen hatte, war sie in der früh ziemlich benommen und kam nicht aus dem Bett. Ihre Mutter schrie drei mal nach ihr, doch sie hörte es nicht. Grace genoss es so sehr, endlich mal richtig gut schlafen zu können, dass sie nicht aus dem Bett kam. Grace’ Mutter kam in ihr Zimmer und versuchte ihre Tochter aufzuwecken, doch keine Chance. Nach 10 Minuten öffnete sie ihre Augen kurz, versuchte ihrer Mutter klar zu machen, dass ihr nicht gut war, wartete noch darauf, dass ihre Mutter sie für die Schule entschuldigte und schlief dann sofort wieder ein. Um halb sechs Uhr abends wachte sie erst auf und war seit langem wieder ausgeschlafen. Dann entschied sie sich endlich dafür, ihrer besten Freundin ihr Geheimnis anzuvertrauen. Sie rief bei Sarah an. „Hallo?“ „HI Sarah ich bin’s!“ “Hey Grace, sag mal, warum warst du nicht in der schule? Du bist in letzter Zeit so oft krank, willst du mir nicht endlich sagen, was mit dir los ist?“ „Genau deswegen ruf ich an. Ich hab so ein schlechtes Gewissen, dir gegenüber, dass ich es dir nicht gesagt habe, aber ich konnte einfach nicht verstehst du? Ich konnte nicht!“ „Was ist denn los meine Süße, sag’s mir doch bitte!“ Grace hatte wieder begonnen zu weinen. Es fiel ihr so unendlich schwer. „Bitte komm doch rüber, ich kann dir das nicht am Telefon sagen!“ „Ja ich komme sofort, aber bitte nicht weinen!“, sagte Sarah und machte sich nun wirklich große Sorgen um ihre beste Freundin. Was kann so schlimm sein, dass man es nicht mal der besten Freundin erzählen kann? Was war ihr nur zugestoßen? Sarah legte auf und raste wie eine wilde zu Grace. Sie klopfte an ihre Zimmertür und trat ein. Grace saß zusammengekauert auf dem Boden und zitterte am ganzen Leib. Ihr Gesicht war leichenblass und ihre Augen waren wie in der letzten Zeit fast immer rotverquollen vom weinen. Sarah ging sofort zu und umarmte sie. Sarah konnte nicht glauben, dass das ihre sonst so lebensfrohe beste Freundin Grace war. Sarah strich ihre liebevoll über das Haar und versuchte sie ein bisschen zu beruhigen. Bei Sarah hatte sich Grace schon immer am wohlsten gefühlt. Wenn es ihr schlecht ging, war sie zu Sarah gegangen, sie hatte immer ein offenes Ohr für sie gehabt, wie auch jetzt. Grace starrte ins Leere und sie zitterte so heftig, dass Sarah richtig Angst bekam. Grace hatte sich so verändert. Tränen rannen ihr das Gesicht hinunter. Sie atmete schwer und man sah, wie viel sie in kurzer Zeit abgenommen hatte. „Gracey, meine Süße, bitte sag doch etwas, du machst mir Angst!“, Sarah hatte wirklich Angst um ihre Freundin. Wenn sie doch nur wüsste, was mit ihr los war. Plötzlich fing Grace an zu reden. Sie überwand sich und erzählte Sarah alles. Von Anfang bis Ende. Als Grace geendet hatte, begann Sarah bitterlich zu weinen und nahm Grace nur noch fester in den Arm. „Und.. und ich saß bei Nicky im Zimmer und habe mit ihm gelacht, während du...!“ Das war ihr alles zu viel. Sie weinte fast noch mehr wie Grace. „Sarah, du kannst am aller wenigsten dafür. Ich hab ihm auch noch geglaubt. Wieso bin ich nur so blöd gewesen, das ist alles meine Schuld!“ „Red dir das doch nicht ein. DU hast am allerwenigsten Schuld. Dieses Schwein. Grace es tut mir so leid, dass ich nicht für dich da war, wenn ich gewusst hätte.“ „Sarah, du hast keine schuld. Ich hätte es dir gleich sagen müssen. Aber ich konnte nicht. In mir hat sich etwas gesperrt. Er hat gesagt, wenn ich ein Ton sage, dann bringt er mich um verstehst du? Ich habe solche Angst.“ „Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin bei dir. Ich pass auf dich auf. Mein Gott. Was du alles durchgemacht hast. Jetzt wird mir alles klar. Deshalb warst du so schlecht drauf. Deshalb warst du dauernd krank. Warum habe ich es nicht gemerkt?“ Sarah schlug sich gegen dir Stirn und wieder liefen ihr Tränen die Wangen hinunter. „Ich bin so froh, dass es endlich raus ist. Ich hab echt nicht mehr gewusst, was ich machen sollte. Sarah es ist so schrecklich, dauernd hab ich diese Bilder vor mir. Immer wieder tauchen sie vor meinen Augen auf. Wenn ich sie schließe und wenn ich sie offen habe. Ich kann nachts nur noch mit Schlaftabletten einschlafen, sonst wache ich immer schweißgebadet auf und habe Heulkrämpfe. Morgens wenn ich aufwache ist mir so schlecht, dass ich mich übergeben muss. Ich habe keinen Appetit mehr. Alles ist sinnlos geworden.“ Grace lehnte sich verzweifelt an ihre Freundin an. Sie brauchte jetzt viel Schutz und eine starke Schulter zum Anlehnen. „Grace das ist nicht wahr. Nichts ist Sinnlos. Du musst etwas dagegen tun. Zeig ihn an oder geh in Therapie, du musst was tun, sonst gehst du daran kaputt. Es geht nicht anders. Ich kann nicht mit ansehen, wie du daran kaputt gehst. Weißt du, wie viele Mädchen sich wegen solchen Schweinen umgebracht haben, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben? Diese Bilder in ihrem Kopf? Genau das was du jetzt durchmachst, treibt die meisten in den Wahnsinn. Bitte lass dir helfen.“ Sarah war verzweifelt. Sie hatte nun große Angst um ihre Freundin. „Sarah ich kann nicht. Verstehst du das nicht? Weißt du wie schwer es mir gefallen ist, es dir zu sagen? Das kannst du dir nicht vorstellen. Es ist alles so schwer. Ich weiß nicht, was ich tun soll, aber ich gehe nicht zur Polizei und auch nicht in Therapie. Ich schaff das schon, wenn du bei mir bleibst!“ „Ja ich bleibe bei dir. Aber versprich mir, dass du nichts tust, was du später mal bereust. Und wenn es dir schlecht geht, dann ruf mich an, egal wann. Ich komme vorbei, hast du das verstanden?“ „Ja, danke. Vielen dank!“ Grace umarmte ihre Freundin und fing wieder an zu weinen. Sarah strich ihr übers Haar und nach einer Weile legte sich Grace in ihr Bett. „Weißt du was? Ich warte jetzt bis zu eingeschlafen bist. Und dann geh ich zu deiner Mum und sag ihr, sie soll dich morgen ausschlafen lassen weil es dir nicht gut geht und morgen nach der Schule komm ich wieder vorbei okay?“, schlug Sarah vor und Grace nickte und legte sich hin. Sie nahm noch eine Schlaftablette und versuchte dann zu schlafen. Noch ein paar tränen kullerten ihr die Wange hinunter, doch dann atmete sie ruhig und gleichmäßig. Sarah strich ihr sanft durch die Haare und weinte nebenher bitterlich. Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen. Sie saß doch nur 4 Türen weiter. Warum hatte sie es nicht gehört? Warum hatte sie es nicht gemerkt? Das war das schlimmste für Sarah, sie war ihr so nah gewesen und hatte nichts gehört. Sie hatte ihren Spaß gehabt, während ihre beste Freundin Todesqualen und Todesängste litt. Als sie sich einigermaßen beruhigt hatte und sich vergewisserte, dass Grace auch wirklich schlief, ging sie nach unten und sprach kurz mit Grace’ Mutter. „Grace geht es wirklich nicht gut. Ich wollte nur fragen, ob du sie morgen einfach ausschlafen lassen kannst. Sie kann morgen unmöglich in die schule. Ihr ist übel und sie hat schlimme Kopfschmerzen!“, sagte Sarah und versuchte, ihre Tränen zu unterdrücken. „Ja ist okay, vielen Dank, dass du dich so um sie kümmerst. Ich glaube, es hat ihr nicht gut getan, das Tanzen aufzugeben!“ „Sie hat das Tanzen aufgegeben?“ „Ja wusstest du das nicht?“ „Nein das wusste ich nicht!“
Sarah verabschiedete sich von Grace’ Mutter und ging dann nach Hause. Sie legte sich auf ihr Bett und dachte nach. Nach einigen Minuten rannen ihr Tränen über die Wangen. Wieso hatte sie ihrer Freundin nicht helfen können. Nichts würde mehr so sein wie es einmal war. Sie warf sich in ihre Kissen und weinte bitterlich.
Grace schlief tief und fest. Die Schlaftablette, die sie genommen hatte, hatte gewirkt. Sie konnte nur noch schlafen, wenn sie die Tabletten nahm. Bald würden keine mehr da sein. Irgendwie würde sie sich schon neue besorgen. Irgendwas würde ihr schon einfallen. Grace schlief die Nacht durch, was ihr auch sehr gut tat. Sie wachte erst um die Mittagszeit auf. Als sie aufstehen wollte, wurde ihr plötzlich so schlecht, dass sie aufsprang und ins Bad rannte. Sie musste sich übergeben. Das ging jetzt schon über eine Woche so. Jeden Morgen war ihr schlecht und sie musste sich übergeben. Was war nur mit ihr los? Im diesem Augenblick als ihr schlecht geworden war, hatte sie gar nicht an die Vergewaltigung gedacht.
Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. ‚Was ist wenn ich schwanger bin?’ Mit einem Mal wechselte ihre Gesichtsfarbe. Sie fing an zu zittern. Wenn das wirklich stimmen sollte, was sollte sie tun? Sie ging langsam und schwach wieder in ihr Bett und versuchte nicht daran zu denken. Doch es gelang ihr natürlich nicht. Am Nachmittag kam Sarah wieder vorbei und Grace fiel ihr auch gleich schluchzend in die Arme. „Hey Süße, was ist denn los?“ Grace erzählte ihr schluchzend von ihrem schlimmen Verdacht. „Du musst sofort zum Arzt gehen!“ „Nein ich kann nicht! Ich will nicht!“ „Grace du musst. Ich komme auch mit, versprochen!“ „Aber dann muss ich auch zur Polizei gehen. Ich kann das nicht, Sarah, versteh mich doch!“ „Gracey, Kleine, ich versteh dich, aber willst du David, dieses Schwein einfach so davon kommen lassen? Stell dir vor, er macht das mit mehreren Mädchen. Willst du das?“ „Natürlich nicht, aber er hat gesagt, er bringt mich um, wenn ich was sage!“ „Ich werde bei dir sein und auf dich aufpassen, und deine Mum ist auch noch da. Sie macht sich auch große Sorgen um dich und wenn du ausgesagt hast, dann wird er sofort verhaftet und kann dir nichts mehr tun.“ „Ehrlich?“ „Ja, ich versprechs dir!“ „Okay, aber lass mich nicht alleine!“ „Niemals!“ Sarah nahm Grace fest in den Arm und wischte ihr die Tränen weg. „Aber wie sage ich das meiner Mutter. Wenn sie erfährt, dass ich vielleicht schwanger bin!“ „Sie wird wollen, dass ich das Kind abtreibe!“, sagte Grace. „Ja willst du das denn nicht? Denk doch, von wem es ist! Der Kerl hat dir dein Leben versaut!“ „Ja, aber da kann doch der kleine nichts dafür!“ , sagte Grace. Sie wusste nicht warum, aber die Vorstellung, dass sie schwanger war, war für sie gar nicht mehr so erschreckend. Obwohl es von David war. „Grace, tu nichts unüberlegtes, denk doch, was er dir angetan hat. Das Kind wird dich ein Leben lang an ihn erinnern!“ „Glaubst du ich weiß das nicht? Du bist nicht die jenige, die jede Nacht schweißgebadet aufwacht, weil du die schrecklichsten Minuten deines Lebens immer und immer wieder vor dir siehst. Du bist es nicht, die sich so schämt! Es ist so erniedrigend. Das kannst du dir nicht vorstellen!“ „Aber warum willst du das Kind dann behalten, wenn du überhaupt schwanger bist?“ „Ich weiß es nicht! Ich weiß es auch nicht, ob ich es behalten will. Ich hab keine Ahnung.“ Grace kauerte sich auf ihrem Bett zusammen und raufte sich die Haare. Sie wusste gar nichts mehr. Sie hatte das Gefühl, dass sie das Kind behalten müsste und auf der anderen Seite ekelte sie sich vor sich selbst. „Grace jetzt zerbrich dir nicht den Kopf darüber. Wir gehen zu deiner Mutter, wenn sie wieder da ist und erzählen ihr alles, dann gehen wir zum Arzt. Dann wissen wir alles genau. Und dann musst du wohl oder übel zur Polizei gehen. Dir bleibt nichts anderes übrig.“ Grace nickte, obwohl sie große Angst hatte. Eine halbe Stunde später kam auch Grace’ Mutter schon nach Hause und klopfte an ihre Tür. Grace hatte wieder einmal geweint und lag in Sarahs Armen, um sich zu beruhigen. Ihre Haare waren zerzaust. Ihre Augen rot und verquollen. Sie zitterte am ganzen Leib. Ihre Mutter trat ein und erschrak bei dem Anblick ihrer Tochter. „Gracey, Schatz! Was ist denn mit dir?“ Sie lief sofort zu ihr und Grace warf sich in die Arme ihrer Mutter und weinte. „Was ist denn los um Himmels Willen. Ich seh doch, dass es dir nicht gut geht. Schon seit Monaten hast du doch so verändert. Bitte sag’s mir doch!“ Grace schaute kurz auf und sah Sarah flehend an. „bist du dir sicher?“, fragte Sarah Grace noch einmal. Sie nickte leicht. Ihre Mutter hatte keine Ahnung, was das zu bedeuten hatte. „Grace ist vergewaltigt worden!“, sagte Sarah auch unter Tränen. „Was? Wann?“ Grace’ Mutter stand förmlich unter Schock. „Es war vor ungefähr 2 ½ Monaten. Der Tag an dem wir auf dem Westlife Konzert waren...“ Als Sarah zu Ende erzählt hatte, nahm Grace’ Mutter Grace fest in den Arm und Grace fing wieder an zu schluchzen. Alle Erinnerungen waren hochgekommen. „Und wir glauben, dass sie schwanger ist. Sie muss sich seit einer Woche ca. jeden morgen übergeben und ihr ist immer schlecht.“, fügte Sarah hinzu. „Oh mein Gott, was kommt denn noch? Meine Arme kleine. Was hast du durchgemacht? Warum hast du nicht mit mir geredet?“ „I...I.. Ich konnte nicht!“, brachte Grace unter Tränen hervor. „Wir gehen jetzt sofort zum Arzt und dann sehen wir weiter. Und dann musst du zur Polizei gehen.“ Grace nickte nur, sie wusste, was nun auf sie zukommen würde, doch sie hatte so große Angst davor.
Grace’ Mutter stand auf und ging nach unten. Vorher sagte sie noch zu Grace. „Zieh dich gleich an und ich ruf schnell beim Arzt an.“ Grace stand vorsichtig auf. Sie zitterte immer noch sehr. Sie zog sich an und sah dann flehend zu Sarah. „Natürlich komm ich mit, das ist doch gar keine Frage, ich lass dich keine Sekunde alleine!“, sagte Sarah und nahm sie in den Arm. Grace und Sarah gingen nach unten und Grace’ Mutter hatte den Wagen schon aus der Garage geholt und Sarah und Grace stiegen ein. Sie fuhren sofort zum Arzt und als sie in der Praxis ankamen, mussten sie auch nur kurz im Wartezimmer Platz nehmen. Die nette Frauenärztin bat Grace auch gleich zu sich in das Behandlungszimmer. Sie hatte auch noch keine Ahnung, was ihr wirklich passiert war. „Sarah kommst du bitte mit?“, flehte Grace. „Keine Angst, ich beiße nicht!“, sagte die Ärztin. „Komm bitte mit!“, sagte Grace noch einmal und Sarah erhob sich. Grace’ Mutter wartete im Wartezimmer. „Herein mit euch beiden und jetzt erzählt ihr mir mal, warum ihr hier seid! Geht’s dir nicht gut? Du siehst nicht gut aus!“, fragte die Ärztin Grace. „I...I..Ich!“ Grace brach ab. Sie konnte das nicht erzählen. Keinem wildfremden Menschen. Grace sah wieder flehend zu Sarah. Sie sah sie darauf fragend an, doch Grace nickte nur und wieder füllten sich ihre Augen mit Tränen. „Okay, Grace ist vor fast 3 Monaten vergewaltigt worden. Und jetzt hat sie Angst, dass sie schwanger ist, deswegen sind wir hier!“, sagte Sarah. Die Ärztin war geschockt. Sie hatte zwar schon viel erlebt, doch das war ihr noch nicht passiert. Grace war wieder in Tränen ausgebrochen und Sarah tröstete sie. „Das ist ja schrecklich! Weißt du wer es gewesen ist? Warst du schon bei der Polizei?“ Grace schüttelte den Kopf und Sarah erklärte. „Wir wissen, wer es war, aber wir waren noch nicht bei der Polizei! Grace hat es eine lange Zeit für sich behalten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie du das so lange geheim halten konntest. Und jetzt gehen wir gleich zur Polizei, doch wir wollten erst Gewissheit haben!“ „Ja das versteh ich. Sarah willst du dann draußen warten?“ „Ist das okay für dich?“, fragte Sarah Grace. Sie nickte nur. „Okay ich bin draußen!“, sagte sie und stand auf. Grace wurde nun untersucht und die Ärztin teilte ihr dann nach der Untersuchung das Ergebnis mit. „Grace, so leid es mir tut, dir das sagen zu müssen, aber du bist schwanger! In der 20. Woche, kann das sein?“ Grace nickte nur. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und kurze Zeit später rollten sie ihr unaufhaltsam die Wangen hinunter und sie schluchzte hemmungslos. Die Ärztin ging schnell nach draußen und holte Sarah wieder rein. Sie kam hinein und umarmte Grace sofort. Sie wusste, was los war, ohne dass ihr es jemand mitteilte. „Was machen wir jetzt?“, fragte Sarah, die auch Tränen in den Augen hatte. „Die Frage ist nun, ob du das Kind behalten willst oder nicht, aber ich denke, die frage ist klar oder nicht?“, fragte die Ärztin. „Nein ist sie nicht. Ich habe keine Ahnung.“, sagte Grace unter Tränen. Grace war völlig durcheinander. Sie war schwanger, von einem Mann, der ihr Leben zerstört hatte und den sie hasste und sie war doch erst 14, fast 15. Und doch sträubte sich in ihr irgendetwas gegen eine Abtreibung. „Lassen sie mich ein paar Tage Zeit, zum Nachdenken!“, sagte Grace. „Natürlich, aber lange hast du nicht mehr Zeit.“ „Ich weiß!“ Sie verabschiedeten sich von der Ärztin und gingen. Grace’ Mutter brach in Tränen aus, als sie ihr das Ergebnis mitteilten, doch noch schlimmer reagierte sie, als Grace ihr sagte, dass sie noch überlegen wollte, ob sie das Kind behalten wollte. „Wie kannst du da noch überlegen? Hast du vergessen, was der Kerl dir angetan hat?“ Ihre Mutter schrie fast. „Nein hab ich ganz und gar nicht. Mum, du bist nicht die jenige, die er das angetan hat, sondern ich. Und deswegen hab ich auch das Recht zu entscheiden, was mit meinem Körper passiert und außerdem kann der kleine oder die kleine nichts dafür.“
Grace war sich inzwischen fast sicher, dass sie das Kind behalten wollte.
Sie waren inzwischen schon auf dem Weg zur Polizei. Sie betraten das Revier und ein Beamter kam gleich zu ihnen. „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“, fragte er freundlich. „Meine Tochter würde gerne Anzeige erstatten.“ „Um was geht es denn?“, fragte der Beamte immer noch mit einem Lächeln. „Um eine Vergewaltigung!“, sagte Grace’ Mum. „Wirklich? Warten Sie einen Moment ich hole meinen Kollegen.“ Er ging davon und holte seinen Chef. Sie gingen dann in sein Büro und Grace musste alles genau erzählen. Zwischendurch musste immer unterbrochen werden, weil sie wieder weinte. Der Beamte hielt alles genau fest und versprach ihnen dann, dass sie sich sofort darum kümmern würden. „Gehen Sie nun nach Hause und halten sie sich aber bitte dort auf, für weitere Fragen!“, sagte er und verabschiedete sich von ihnen. Sarah, Grace und ihre Mutter fuhren nun nach Hause. Grace war völlig geschafft. Grace’ Mutter brachte sie sofort nach oben in ihr Zimmer. Sie nahm wieder eine Tablette und schlief darauf auch bald ein. Sarah und Grace’ Mum verließen dann ihr Zimmer und gingen nach unten. Sarah wollte sich verabschieden, doch Grace’ Mum wollte noch kurz mit ihr sprechen. Deshalb setzten sie sich noch in die Küche an den Tisch. „Kannst du nicht Grace davon überzeugen, das Kind abzutreiben? Das ist doch kein Umstand ein Kind auf die Welt zu bringen. Sie macht sich damit das ganze Leben kaputt!“ „Ich versteh, was du meinst, aber ich kann das nicht. Das muss Grace alleine entscheiden. Vielleicht hilft das Kind ihr auch, darüber hinweg zu kommen.“ „Glaubst du?“ „Ich weiß es nicht, aber das könnte doch sein. Bitte dräng sie zu nichts, das wär jetzt das dümmste, was wir machen könnten!“ „Ich glaub du hast recht!“ Sarah verabschiedete sich dann endgültig und ging nach Hause. Auch sie war mit ihren Kräften am Ende.

Zur selben Zeit trafen 2 Polizisten im BMG Studio in London ein. Dort waren Westlife gerade damit beschäftigt, das neue Album aufzunehmen. Sie klopften an die Tür des Studios und traten dann ein. Anto und Louis waren ziemlich verärgert, denn sie hassten es, wenn man bei Aufnahmen störte, doch als sie sahen, dass es Polizisten waren, gaben sie den Jungs zu verstehen, dass sie eine Pause machen sollten und schalteten die Musik ab. Shane, der gerade seine Vocals einsang kam heraus und setzte sich zu den anderen, die auf der Couch saßen und beobachteten, was vor sich ging. „Guten Tag, mein Name ist Officer Baker und das ist mein Kollege Officer Green. Wir suchen einen ihrer Security-Männer. Wir wissen leider nur den Vorname. Arbeitet ein David bei ihnen?“ „Nein, nicht mehr, er hat vor 2 Tagen gekündigt und ist dann glaub ich, ins Ausland gegangen. Wir wissen auch nicht warum. Was wollen Sie denn von ihm, wenn ich fragen darf.“, sagte Louis. Die Jungs hörten gespannt zu. Sie freuten sich, dass David gesucht wurde. Sie konnten ihn nie leiden und sie waren nicht gerade unglücklich, als er gekündigt hatte. „Ja dürfen sie. Heute Nachmittag hat ein junges Mädchen Anzeige gegen ihn erstattet. Er hat sie angeblich vergewaltigt.“ Den Jungs und auch Louis und Anto klappte der Mund auf. „Wann denn? Was ist denn genau passiert?“, fragte nun Nicky, der aufgestanden war und zu ihnen rüberkam. Und auch die anderen kamen herüber. Das hätten sie nie gedacht. „Das Mädchen wusste alles ganz genau. Sie hat uns alles genau geschildert. Es war, wenn alles stimmt, was sie sagt, am 19.11. letztes Jahr hier in London. Es war nach einem Konzert von Westlife. Er hatte sie angeblich damit gelockt, dass Shane sie noch einmal sehen möchte. Sie hatte Sie anscheinend schon vor dem Konzert getroffen.“ Plötzlich wurde Nicky und auch Shane alles klar. „Grace!“, sagte Shane. “Ja so heißt das Mädchen. Soll das heißen, sie wissen etwas darüber?“, fragte der Officer. „Nicht viel. An diesem tag, wie Sie schon sagten hatten wir hier in London ein Konzert und vor dem Konzert kamen zwei Mädchen zu uns in den Gemeinschaftsraum. Ich glaube Sarah hieß die andere und halt Grace. Sie waren wirklich super nett und wir haben sie auch im Publikum dann gesehen. Und dann nach dem Konzert bin ich gleich ins Hotel gefahren, während die anderen Jungs noch hier geblieben sind. Und am nächsten Tag hat Nicky mich gefragt, wie es gestern noch war mit Grace. Weil Sarah wäre eben bei ihm gewesen und David hätte sie zu ihm gebracht, stimmts nicht Nicky?“ „Doch stimmt. David klopfte bei mir nach dem Konzert an und schob Sarah zu mir ins Zimmer. Er meinte nur noch, er hole sie danach wieder ab, wenn Grace und Shane auch fertig seien.“ „Doch Grace war niemals bei mir, ich war ja gar nicht mehr hier.“, sagte Shane. „Das passt alles zusammen. Das Mädchen sagte, David hätte ihr gesagt, Sie wollen sie noch einmal sehen. Er klopfte an ihre Garderobentür doch Sie waren nicht da.“, sagte er an Shane gerichtet. „Dann hatte er sie mit einem Vorwand dazugebracht, die Tür zu öffnen und hinein zu gehen. Dann schloss er die Tür ab und dann vergewaltigte er das Mädchen.“ Alle waren geschockt von der Nachricht. Sie mochten David zwar nie, aber so etwas hätten sie ihm nie zugetraut. „Oh Mein Gott. Und wieso kommen sie dann erst jetzt, um ihn zu verhaften? Jetzt ist es zu spät!“, sagte Shane, der richtig zornig auf. Er hatte eine riesen Wut auf David. „Das Mädchen hat sich niemandem anvertraut. Sie hat erst nach 8 Wochen gesprochen. Aber das ist bei solchen Fällen normal. Die Mädchen schämen sich und trauen sich nicht, etwas zu sagen. Außerdem hat sie erzählt, er würde sie umbringen, wenn sie ein Wort sagen würde.“ „So ein Schwein!“, sagte Nicky. „Können Sie bitte immer für uns erreichbar sein? Wir bräuchten sie vielleicht als Zeugen vor Gericht, wenn wir ihn finden!“ „Natürlich!“, sagte Shane. Die beiden Polizisten verabschiedeten sich und die Jungs standen ziemlich verwirrt und geschockt da. Mit so etwas hätten sie nie gerechnet.
Am nächsten Tag wachte Grace erst spät auf. Es war schon halb elf. Doch es war ein Donnerstag, und wieso hatte sie niemand geweckt? Sie musste doch zur Schule. Sie stand langsam auf und ging hinunter in die Küche. Auf dem Tisch lag ein Zettel.
Ich dachte es wäre das Beste wenn du heute noch zu Hause bleibst, deswegen habe ich dich nicht geweckt. Wenn du Hunger hast, ich hab frisch eingekauft. Bis Später
Kuss Mum
Grace war das nur recht. Sie war froh, dass sie nicht in die Schule musste. Und so hatte sie auch noch genug Zeit sich darüber im klaren zu werden, was sie machen wollte. Sie war noch keinen Schritt weiter gekommen. Wollte sie das Kind nun behalten oder nicht? Sie wusste es nicht. Eigentlich war die Sache ja ganz klar. Sie hatte in 14 Tagen Geburtstag und würde 15 werden. Das ist doch kein Alter für ein Kind und doch konnte sie sich nicht gegen das Kind entscheiden. Irgendetwas sperrte sich in ihr. Obwohl sie wusste, dass das Kind sie immer an die schreckliche tat erinnern würde, war sie sich fast sicher, dass sie das Kind behalten wollte.
Am Nachmittag kam Sarah zu ihr und fragte, wie es ihr ging. „Eigentlich ganz gut, was gibt es neues in der Schule?“, fragte Grace gelangweilt. „Nichts interessantes, es fragen sich nur schon langsam alle, wo du bist und warum du dauernd krank bist.“ „Dann sollen sie nur mal weiter überlegen.“ „Sag mal, weißt du jetzt schon, was du machen willst?“, fragte Sarah ganz vorsichtig. „Ja ich glaub schon!“, sagte Grace und sah nachdenklich aus. „und was?“ „Ich werde das Kind behalten!“ „Wirklich?“ „Ja, willst du dann immer noch mit mir befreundet sein? Die ganze Schule wird über mich reden!“ „Was ist das denn für eine Frage? Natürlich will ich noch mit dir befreundet sein, was denkst du denn? Was die anderen sagen, ist mir doch egal. Du bist meine aller beste Freundin und es ist mir doch egal, was die anderen von uns denken! Und wenn ich mir vorstelle, so eine kleine oder ein kleiner von dir! Der oder die muss ja unglaublich süß sein. Aber ich sag’s dir, wenn ich nicht Patentante werde, dann aber!“ Grace verzog ihre Lippen zu dem ersten richtigen Lächeln seit fast drei Monaten. Sie fiel Sarah in die Arme und Grace war seit langem wieder happy. Die zwei lachten an diesem Nachmittag wie schon lange nicht mehr. Am Abend kam Grace Mum heim und hörte sie schon von unten Lachen. Sie lächelte. ‚Endlich geht es ihr besser’ , dachte Graces Mum und wollte die beiden nicht stören. Nach einer halben Stunde kamen die Beiden runter, denn Sarah musste sich verabschieden. „Hi Mum!“, sagte Grace. „Hi Gracey, na wie geht’s dir denn?“ „Mir geht’s gut, ich hab schon lange nicht mehr so gelacht, wie mit meiner Ulknudel heute!“, sagte Grace und stupste Sarah an. Darauf mussten sie wieder lachen. „Und hast du dich jetzt schon entschieden, ob ich schon Oma werden soll oder nicht?“, fragte sie. „Ja hab ich!“ „Und?“ „Du darfst Oma werden!“, sagte Grace und lächelte verträumt. „Bist du dir ganz sicher?“, fragte Grace’ Mum. „Ja bin ich!“ Grace hatte schon Angst, dass ihre Mutter jetzt ausrasten würde und ihr versuchen würde, das auszureden. Doch sie nahm sie nur in den arm und drückte sie ganz fest. „Ich freue mich für dich!“, sagte sie und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. In Grace’ Augen glitzerten Tränen. Sie war glücklich.

Ein Jahr später
Grace war inzwischen fast 16 und war stolze Mutter von einer gesunden Tochter. Grace hatte lange überlegt, wie sie ihre Tochter nennen sollte, doch dann war die Entscheidung doch ziemlich einfach gewesen. Sie hatte keinen Vater, der ihr hätte reinreden können, wie sie ihre Tochter nennen sollte. Und so hatte sie sich dafür entschieden, dass sie den Namen ‚Shannen’ bekam. Natürlich war dieser Name von dem männlichen Namen ‚Shane’ abgeleitet worden und Grace war mit dieser Wahl sehr zufrieden. Sie liebte Shane immer noch so sehr. Sie hatte die Karriere von Westlife nebenbei immer mitverfolgt. Sie hatte leider keine Zeit, sich mehr um Westlife zu kümmern, denn die Kleine hielt sie ganz schön auf Trap. Außerdem hatte sie das Tanzen wieder angefangen, in der Schule lief es auch gut. Ihre Klassenkameraden hatten über sie geredet, wie sie vermutet hatte, doch ihr hatte es nichts ausgemacht und Sarah stand wie immer zu ihr. Und als ihre Mitschüler die kleine Shannen zum ersten mal gesehen hatten, war sofort alles vergessen und Grace und ihre Kleine, war noch beliebter als vorher. Shannen machte Grace und auch Sarah, die natürlich Patentante geworden war, sehr viel Freude. Wie Sarah es vorausgesagt hatte, kam Grace schnell über das schreckliche Erlebnis hinweg und schuld daran war nur die kleine Shannen. Grace und Sarah waren die Monate vor der Geburt nur zusammengehangen und haben Babysachen ausgesucht und haben sich zusammen auf die Geburt gefreut. Dann war es endlich soweit und Grace brachte die kleine gesunde Shannen zur Welt. Sie war für Grace das schönste Baby auf der Welt. Sie hatte dunkle Härchen auf dem Kopf und wunderschöne grüne Augen. Genau wie die Mama. Grace war überglücklich. Sie konnte wieder tanzen, hatte ihre Shannen, ihre Mum, und ihre Sarah. Und jedes Mal wenn sie Shannen ansah, musste sie an Shane denken. Er schwirrte ihr immer im Kopf herum. Und auch Shane ging es manchmal nicht anders. Er dachte oft an Grace, and das süße Lächeln und ihr völlig verwirrter Blick, als sie plötzlich vor ihm stand. Oder an ihre Freudentränen, die sie während dem Konzert vergossen hatte. Oder natürlich an die schreckliche Nachricht, die, die Polizisten gebracht hatten. Sie hatten seit dem nichts mehr von der Polizei gehört. Anscheinend konnte sich David, das Schwein rechtzeitig absetzen. Shane und die anderen redeten oft darüber und konnten es auch nicht vergessen, dass so was passiert war. Einer aus ihrer Crew hatte ein Mädchen nach einem Konzert in der Garderobe vergewaltigt. Besonders Shane traf das hart. Er war ihr Fave gewesen, und es passierte in seiner Garderobe. Er hatte ein schlechtes Gewissen. Irgendwie fühlte er sich für das alles verantwortlich. „Warum bin ich nicht bei euch geblieben, dann wär das alles nicht passiert. Gillian hätte doch auch mal warten können!“, sagte Shane eines Abends zu Nicky, als sie mal wieder auf dieses Thema zu sprechen kamen. „Hey Shane, hör auf dir Vorwürfe zu machen! Du bist der letzte, der daran schuld ist. Ich war doch noch da und habe trotzdem nichts bemerkt, ich müsste mir eigentlich...!“ „Hör auf Nix, du weißt genau, dass die Garderoben schalldichte Türen haben, damit wir in Ruhe noch mal unsere Vocals üben können, und du warst 4 Zimmer weiter und außerdem waren wir auch noch in der Nähe und haben auch nichts bemerkt!“, sagte Mark und legte eine Hand auf Nickys Schulter.

4 Jahre später

Grace war nun schon 20 Jahre alt und war vor einem halben Jahr bei ihrer Mutter ausgezogen. Sie hatte sich mit Sarah und natürlich der kleinen Shannen, die nun schon fast 5 war eine kleine schöne Wohnung gesucht. Die Wohnung war im Zentrum von London und hatte 4 Zimmer. Eins für Grace, ein Kinderzimmer, eins für Sarah und ein Wohnzimmer. Sie hatten alles was sie brauchten. Sarah jobbte in dem Klamottenladen 3 Straßen weiter, und Grace studierte Journalistik und um das Studium und die Wohnung finanzieren zu können, jobbte sie in einem kleinen Café. Sie konnte natürlich nur halbtags arbeiten, wenn Shannen im Kindergarten war. Jeden Tag kam Shannen nach Hause und erzählte Grace mit ihrer kindlichen Stimme, was alles im Kindergarten passiert war. Grace nahm sie dann immer auf den Arm und hörte aufmerksam zu. „Heute hat Jimmy mir meine Puppe weggenommen, und sie Jessy gebt.“, sagte Shannen und machte einen Schmollmund und kleine Tränen stiegen ihr in die Augen. Grace trocknete sie sofort und tröstete sie. „Das war aber nicht nett von ihm, das nächste mal, nimmst du sie dir einfach wieder, lass dir von den Männern nichts gefallen!“, sagte sie mit ebenfalls kindlicher Stimme zu ihrer kleinen Tochter und ließ sie wieder runter. Sie rannte sofort in die Küche und hüpfte auf und ab. „Mummy Mummy, Pudding machen!”, rief sie und zeigte immer wieder auf den Pudding, der im Regal stand. Gerade als Grace zu ihr in die Küche kam, öffnete sich die Haustür und Sarah kam rein. „Tante Sarah!“, rief Shannen und tapste so schnell sie konnte auf Sarah zu. „na du kleine süße! Wie geht’s dir denn?“ Sarah nahm sie auf den Arm und ging mit ihr zusammen in die Küche zu Grace. Shannen erzählte ihr nebenbei noch mal alles ganz genau, wie Jimmy ihr die Puppe weggenommen hatte. „Du süße, glaubst du, du kannst deine kleine Süße mal für einen Abend deiner Mum bringen?“, fragte Sarah ganz vorsichtig. „Wieso denn?“, fragte Grace und sah Sarah verwundert an. „Weil ich eine kleine Überraschung für dich habe.“ Sarah grinste. „Und was soll das für eine Überraschung sein?“ „Das wirst sehen, es ist morgen Abend!“, sagte Sarah grinsend.
Am nächsten tag, nachdem Grace ihre Kleine in den Kindergarten gebracht hatte, rief sie ihre Mutter an. „Hey Mum, ich bin’s, kann ich dir heute Shannen vorbeibringen?“ „Ja klar, das weißt du doch, aber gibt es einen bestimmten Grund?“ „Ja, Sarah hat heute eine Überraschung für mich und ich habe keine Ahnung was mich erwartet, auf jeden Fall will sie heute Abend mit mir irgendwo hingehen und deswegen hat sie mich gefragt, ob ich die Kleine zu dir bringen kann. Wahrscheinlich dauert es länger, so wie ich Sarah kenne!“ „Ja das kann ich mir auch gut vorstellen, ich kenne Sarah ja auch schon ein Weilchen. Bring mir die Kleine einfach vorbei, wenn du Zeit hast. Du weißt ja wie ich mich freue, wenn sie da ist. Sie ist so süß.“ „Ich weiß, wie gern du sie hast. Und sie hat dich auch so gern. Eine junge Oma hat meine Kleine nicht wahr?“ „Na ja so jung bin ich auch wieder nicht!“ „Ja aber für eine Oma bist du schon ziemlich jung! Also ich komm dann heute Nachmittag vorbei, ich muss noch ein bisschen was für die Uni machen!“ „Okay mein Schatz, bis später!“ „Bye“ Grace setzte sich mit einem großen Pott Kaffe ins Wohnzimmer auf das Sofa und fing an, ihre Unterlagen durchzugehen. Zwischendurch schlürfte sie an ihrem Kaffe, stellte ihn wieder auf den Tisch und kaute nachdenklich an ihrem Textmarker, den sie immer wieder im Mund hatte. Ihre langen braunen Haare fielen ihr immer wieder ins Gesicht. Ihre Grünen Augen verliehen ihrem Gesicht ein sehr interessantes Aussehen. Grace fand sich nie sehr hübsch, doch alle sagten ihr immer, wie hübsch sie aussah. Und viele, ja fast alle Bekannten und Verwandte fragten sie immer wieder, warum sie immer noch keinen Freund hatte. Sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Sie wusste die antwort genau, und Sarah und ihre Mutter auch. Sie hatte die Vergewaltigung zwar gut verarbeitet, dachte sie zumindest, doch sie konnte sich einfach auf keinen Mann einlassen. Immer wenn sich einer für sie interessiert hatte, hatte sie einfach dicht gemacht und keinen an sich ran gelassen. Grace dachte oft darüber nach, wie das nur weitergehen sollte, doch eine Lösung hatte sie nie gefunden. Doch im Moment fand sie es gar nicht so schlimm, keinen Freund zu haben. Außerdem wusste sie auch nicht, was sie auf die Frage antworten sollte, wer denn der Vater von der Kleinen sei, falls sie doch einmal einen Mann kennen lernen würde. Doch darüber machte sie sich im Moment keine Sorgen. Sie hatte ihre kleine Shannen, die das Wichtigste für sie im Leben war. Grace hatte eine wunderbare Freundin. Sarah war einfach die Beste. Immer war sie da, wenn es Grace schlecht ging. Wirklich immer. Und das konnte sie ihr nicht vergessen. Sie hatte eine wunderbare Mutter, und eine tolle Oma für ihre Tochter. Grace stürzte sich so in ihr Studium, dass sie sich immer einredete, sie hätte eh keine Zeit für einen Freund.
Um 13 Uhr machte sich Grace dann auf den Weg, Shannen vom Kindergarten abzuholen und sie zu ihrer Mutter zu bringen. „Hey meine Kleine, Mummy ist da!“, rief Grace als sie im Kindergarten ankam und ihre Tochter spielen sah. „Mummy!“ Grace ließ sofort ihre Spielsachen fallen und tapste zu ihrer Mutter. Grace nahm sie auf den Arm und sie bekam auch gleich einen Schmatzer auf die Wange gedrückt. „Na war’s schön im Kindergarten!“ „Hmmm!“, sagte Shannen. „ Das freut mich, weißt du, wo wir jetzt hinfahren?“ „Wohin denn?“ „Wir fahren jetzt zu Oma, du darfst heute bei ihr schlafen und sie bringt dich morgen in den Kindergarten!“ „Juhuu, wir fahren zu Omi!“, sagte die Kleine und freute sich riesig. Grace verabschiedete sich bei der Kindergärtnerin und ging mit Shannen zum Auto. Dann fuhr sie zu ihrer Mum und klingelte an der Tür. Einen Augenblick später öffnete ihre Mum auch schon die Tür. „Hi Mum!“, sagte Grace und umarmte ihre Mutter. „Oma!“, rief Shannen und lief ihr in die Arme. „Na ihr zwei Süßen, so früh hab ich noch nicht mit euch gerechnet, aber ist schon okay, ich bin gerade mit Mittagessen fertig, magst du Spagetti?“, „Jaaaaaa!“, sagte Shannen und tapste ihnen beiden voraus in die Küche. Sie aßen noch schnell zusammen und dann verabschiedete sich Grace von ihrer Kleinen und von ihrer Mutter. „Also alles was sie braucht, Schlafanzug, Zahnbürste, Kuscheltier ist alles hier im Rucksack.“, sagte Grace und nahm dann ihre Tochter noch einmal auf den Arm. „So meine Kleine, deine Mummy fährt jetzt wieder. ich hole dich morgen vom Kindergarten ab ja? Und sei schön brav!“ Shannen nickte eifrig und Grace gab ihr noch einen Kuss und ging zum Auto. Sie fuhr nach Hause und wartete auf Sarah. Sarah hatte sich heute extra den Nachmittag frei genommen um mit Grace shoppen zu gehen. Doch das war nicht die eigentliche Überraschung. Grace und Sarah bummelten zusammen durch die Einkaufsstraßen Londons und fanden auch schnell einen richtig coolen Klamottenladen. „Hey Grace probier das mal an, das sieht an dir bestimmt hammermäßig aus!“, sagte Sarah und hielt ihr einen weißen kurzen Rock mit einer großen Gürtelschnalle hin und dazu ein rotes Top, bin schwarzen Blumen darauf. „Das ist ja wirklich total super, aber glaubst du ich kann so was anziehen?“, fragte Grace skeptisch. „Ob du so was anziehen kannst. Hör mal Mädchen. Ich arbeite in einem Klamottengeschäft, ich habe davon Ahnung. Außerdem bin ich deine beste Freundin und ich weiß, was dir steht und was nicht. Und drittens, mit deiner Figur kannst du wirklich alles anziehen.“ Damit hatte sie nicht unrecht. Grace hatte eine atemberaubende Figur. Das kam auch vom vielen Tanzen, das sie auch immer noch tat. Sie liebte Tanzen und insgesamt auch Sport. Sie ging am Samstag und Sonntag auch gerne mal im Park joggen. Grace nahm die zwei Sachen, die Sarah ihr hingehalten hatte und probierte sie an. Sie sah sich erst einmal ein paar Minuten im Spiegel an, bis Sarah ungeduldig rief. „Sag mal wie lange brauchst du, um so wenig Stoff anzuziehen?“ „Bin ja schon da!“, sagte Grace und kam aus der Umkleidekabine heraus. „WOW!“ das war das einzigste, was Sarah hervor bringen konnte. „Genau das ist es. Genau das ist es, was du für heute Abend brauchst.“ „Was machen wir denn heute Abend? Ich will es endlich wissen!“, sagte Grace. „Das wirst du schon sehen. Es dauert ja nicht mehr lange. Wir brauchen jetzt noch die passenden Schuhe für dich und dann fahren wir schnell nach Hause, stylen uns und dann geht’s ab zu meiner Überraschung!“, sagte Grace über das ganze Gesicht grinsend. Nach 1 Stunde hatten sie noch weiße Pumps gefunden, die wunderbar zu dem Rock und dem Oberteil passten.
Als sie zu Hause ankamen, stylten sich Grace und Sarah und dann fuhren sie auch schon zu Sarahs Überraschung. Sarah fuhr quer durch London und parkte schließlich vor der großen Wembley Arena.
„Du hast doch nicht wirklich das, was ich gerade glaube?“, fragte Grace völlig geistesabwesend. „Doch hab ich!“, grinste Sarah. Grace kreischte, und wollte Sarah nun fast an den Hals springen vor Freude. Sarah hatte ohne Grace Wissen, wieder mal zwei Konzertkarten bekommen, natürlich für Westlife. Es waren zwei Karten für die erste Reihe. Es war wirklich ein sehr großer Vorteil, dass Sarahs Onkel bei BMG Records arbeitete. Sarah suchte lange nach einem Parkplatz, und als sie schließlich einen fand, stellte sie sich sofort dort hin und beide stiegen aus. „Sarah du bist so verrückt. Ich hätte nie gedacht, dass du das noch mal machst. Weißt du, dass wir beide schon fast 20 sind und trotzdem noch auf eine Boygroup stehen?“ „Ja weiß ich, aber jetzt sag bloß nicht, du freust dich nicht, weil ich war mir so sicher, dass du immer noch die ganze Zeit an deinen Shane denkst.“ „Ja natürlich freue ich mich und wie ich mich freue. Und leider hast du Recht. Ich denke immer noch die ganze Zeit an Shane. Ich kann ihn einfach nicht vergessen, aber bei ihm hab ich doch eh keine Chance. Ich meine er ist viel älter, und ist auch noch berühmt und außerdem hat er eine Freundin. Schon vergessen, die hatte er schon, als wir sie das erste mal getroffen haben.“ „Hey Grace jetzt hör mal zu. Es ist doch egal, ob er berühmt ist oder nicht, wenn er sich in dich verliebt, dann ist das so und dann ist es egal, ob er berühmt ist oder nicht. 2. weißt du gar nicht, ob er überhaupt noch eine Freundin hat. Es kann doch sein, dass sie sich schon von ihm getrennt hat. Und drittens, hallo du bist fast 20 und er ist erst 24, das sind 5 Jahre, damals war es für dich viel, da war er 20 und du 15, das ist was anderes!“ „Ach hör auf damit, sonst mach ich mit nur wieder Hoffnungen und die sind eh überflüssig. Es war schön, sie einmal zu treffen und die Erinnerung daran werde ich immer bei mir tragen. Weißt du noch, wie aufgeregt wir waren?“, versuchte Grace das Thema zu wechseln. „Ja weiß ich und weißt du noch, als wir nach dem Konzert...!“ Sarah war auf einmal eingefallen, was sie beinahe gesagt hätte. Nach dem Konzert war ja die Vergewaltigung passiert. „Sarah ist schon gut, ich weiß es. Keine Angst, ich breche schon nicht in Tränen aus, das ist jetzt 6 Jahre her.“ Sarah war trotzdem beunruhigt. Sie wusste, dass Grace es immer noch sehr belastete und sie wollte sie auf keinen Fall daran erinnern. Plötzlich war sie sich gar nicht mehr so sicher, ob es so eine gute Idee gewesen war, hier her zu fahren, schließlich ist hier das alles passiert. Und Sarah hatte ja noch eine Überraschung für Grace. Sie hatte endlich mal wieder einen Backstage Pass geschenkt bekommen, sie hatte schon seit 3 Jahren ihren Onkel dauernd gefragt, doch der sagte ihr, er konnte nicht dauernd Backstagepässe verschenken. Doch endlich hatte es mal wieder geklappt und Grace und Sarah würden nach dem Konzert wieder Backstage gehen. Vielleicht erkannten sie sie ja wieder, was Sarah aber stark bezweifelte, denn sie waren in den letzten Jahren noch berühmter geworden und hatten Millionen von Fans getroffen. Sie liefen über den Parkplatz auf den Eingang zu. Wie immer standen 1000 von Fans vor der Halle und warteten darauf, endlich reingelassen zu werden. Sarah ging nach vorne zu einem Security und zog Grace mit sich. Sarah unterhielt sich kurz mit dem Security und dann zeigte sie ihm ihren Backstage Ausweis. Er sah ihn sich genau an, betrachtete dann Grace und Sarah und ließ sie dann passieren. Wie auch beim letzten mal sahen ihnen die ganzen Fans mit einem vernichteten Blick nach. Die beiden liefen durch die Halle und kurz bevor sie in die Arena kamen, trafen sie wieder auf einen Security, der sie scharf anfuhr. „was tun sie hier? Sie sind nicht befugt hier zu sein. Ich bringe sie wieder nach draußen. Einlass ist erst um 19 Uhr.“ „Und ob wir befugt sind, hier zu sein. Ich habe nämlich einen Backstage Pass von BMG erhalten und zwar aus dem Chef-Büro.“ Sarah hielt ihm den Backstage Pass unter die Nase. Er sah ihn sich an und musste sich dann wohl oder übel bei den beiden entschuldigen. Er brachte sie zu ihren Plätzen. Sie setzten sich hin und warteten darauf, dass die Show endlich begann. Grace war schon so aufgeregt. Schon so lange hatte sie sich gewünscht, Shane endlich mal wieder zu sehen. Wie Sarah vorhin gesagt hatte, sie konnte an keinen anderen Mann denken, außer an ihn. Das war noch ein Grund, warum sie keinen anderen Mann an sich ran ließ. Immer zu er spukte in ihrem Kopf herum. Immer wenn sie ihre kleine Shannen ansah, sah sie ihn. Auch wenn er nicht der Vater war. Sie war so verliebt in ihn, auch deshalb bekam Shannen den Namen, den sie hatte. Grace wusste einfach nicht, wie sie ihn aus ihrem Kopf verbannen konnte. Und das was Sarah gesagt hatte, machte es nur noch schwerer. Grace hatte sich so viele Dinge ausgedacht, um sich sicher zu sein, dass sie ihn nie bekommen würde. Das machte alles ein wenig einfacher. Denn wenn sie sich vorstellte, sie hätte die Möglichkeit ihn zu bekommen, dann könnte sie an nichts anderes denken. Und das würde sie total verrückt machen. Doch Sarah hatte ihr heute viele Gründe aufgezählt, die zeigten, dass sie doch eine kleine, aber doch immer hin eine kleine Chance hatte, doch das wollte sie gar nicht, denn sie war sich so sicher, dass Shane, ihr absoluter Traummann nie ihr gehören würde. Wenn sie sich da mal nicht irrte...
Endlich öffneten sich die Türen auch für die anderen Fans, die wie die wilden hineinstürmten. „Man bin ich froh, dass ich die Karten von meinem Onkel bekommen habe, stell dir mal vor, wir wären jetzt zwischen dieser schreienden Meute.“, sagte Sarah und sah zu, wie sich die Halle ziemlich schnell füllte. „ja stimmt, ist echt praktisch so ein Onkel zu haben!“, sagte Grace und grinste Sarah an. Nach einer weiteren Stunde und einer zweiten Vorgruppe wurde es endlich dunkel und Westlife erschienen auf der Bühne. Alles kreischte. Sie waren in den letzten 4 Jahren noch viel berühmter geworden, als sie es jemals gedacht hatten. In Asien, Europa, Australien, überall auf der Welt hatten sie Mädchenherzen erobert und auch die Charts. 7 Nr. 1 Hits in England und Irland in Folge brachten sie ins Guinness Buch der Rekorde und ihre Welttourneen waren riesen Erfolge. Sie waren auch keine Boyband mehr, sie waren jetzt eine richtige Vocal Band. Und Jeder der Jungs hatte sein Leben im Griff. Bryan hatte sogar schon zwei Kinder und hatte vor 2 Jahren geheiratet. Auch Nicky hatte seine Georgina geheiratet. Shane war mit Gillian zusammen, obwohl man von ihr nie viel sah. Doch das war schon immer so gewesen. Jeder wusste, dass Gillian das Rampenlicht hasste. Kian hatte seit 2 Jahren seine Jodie. Auch Mark war seit einem halben Jahr mit seiner Freundin Jenny zusammen.
„Wembley!“ Westlife begrüßten stürmisch ihre Fans und als Antwort bekamen sie ohrenbetäubendes Geschrei zu hören. Das Konzert war wirklich der Hammer. Grace hatte sich schon lange nicht mehr so amüsiert. Sie fühlte sich wieder wie 14. Sie kreischte genauso laut, wie alle anderen und wenn Shane ihr zulächelte wurde ihr richtig schwindelig. Nach 90 Minuten war alles wieder vorbei und Grace war ein bisschen traurig. „Man, das war wirklich der Hammer, ich wusste gar nicht, dass ich sie immer noch so gerne mag.“ „Hey, ich denke, wir werden sie noch öfters sehen. Und wenn mein Onkel wieder so gute Karten hat, hat er mir versprochen, bekomm ich sie.“, sagte Sarah und lächelte Grace zu. Ihre Augen strahlten genauso. Sie hatte Nicky auch keineswegs vergessen, doch sie gönnte ihm sein Glück mit Georgina. „Und wo gehen wir jetzt hin? Ich will noch nicht nach Hause!“, verkündete Grace, nach einer längeren Pause. „Glaubst du, wir gehen jetzt nach Hause, was denkst du eigentlich? Ich hab noch ne kleine Überraschung, und ich hoffe sie gefällt dir.“ „Was denn noch eine Überraschung?“ „Ja aber nur eine kleine!“, sagte Sarah und grinste Grace verschmitzt an. „Komm lass uns gehen, die Überraschung wartet nicht!“ Sarah stand endlich auf und zog Grace mit sich. Nach einer halben Stunde waren sie aus der Halle draußen und standen auf dem Gang. Sarah sah sich ein bisschen um. Und dann entdeckte sie einen Security und ging direkt auf ihn zu. „Sarah was machst du?“, flüsterte Grace. Sie hatte ja keine Ahnung. „Sei still!“, sagte Sarah und ging immer noch auf ihn zu. „Kann ich euch helfen?“, fragte der Security freundlich. Es war Paul, das wusste Sarah, sie hatte ihn schon oft im TV gesehen, als er Shane und die anderen vor wildgewordenen Fans geschützt hatte. „Ja können Sie. Wir suchen 5 bestimmte Leute!“, sagte Sarah grinsend und dann zeigte sie ihm etwas, was Grace nicht sehen konnte und nickte zu ihr herüber. Paul verstand anscheinend, was Sarah meinte und sagte nur. „Ich glaube ich kann euch helfen, folgt mir einfach!“ Er lief voraus und Sarah lief ihm hinterher. Grace verstand das alles nicht wirklich. Sarah nahm sie an die Hand und zog sie mit sich. Sie blieben, dann vor einer Tür stehen und Paul klopfte. Er hörte ein „herein“ und er öffnete die Tür. Drinnen saßen völlig aufgedreht noch vom Konzert die 5 Jungs von Westlife. Sarah und Grace standen noch vor der Tür. Und Paul sagte. „Jungs ich hab Besuch mitgebracht.“ Er öffnete die Tür weiter und ließ die 2 hinein. Grace schrie kurz auf. Sie war so erschrocken. Obwohl sie es sich eigentlich hätte denken können. Doch damit hätte sie nie gerechnet und auch nie zu träumen gewagt. Die Jungs standen auf um sie zu begrüßen. Wie ganz normale Fans natürlich. So gute Gedächtnisse konnten sie natürlich nicht haben. Sie hatten in den letzten 4 Jahren Millionen von Fans gesehen, und Sarah und Grace hatten sich natürlich sehr verändert. „Schön euch wiederzusehen!“, sagte Sarah, völlig gelassen. Sie wusste ja, was auf sie zukam und sie hatte ihre Schüchternheit auf einmal abgelegt. „Ja auch schön euch zu sehen!“, sagte Nicky. Natürlich überlegte, wo er sie schon mal gesehen hatte, doch er kam auch nicht wirklich drauf. „Hallo? Noch da?“ Mark war auf Grace zugegangen und wollte ihr dir Hand schütteln, doch von ihr kam keine Reaktion. Sie stand wie angewurzelt und starrte nur an Wand. „Hallo?“ Sarah war nun auch zu ihr gegangen und fuchtelte ihr vor dem Gesicht rum, doch auch das half nichts. Plötzlich fing sie an zu zittern und 10 Sekunden brach sie auf dem Boden zusammen. „Oh Mein Gott, Grace was ist los?“ Sarah sprang sofort auf sie zu und versuchte sie wieder wach zu kriegen. Sarah nahm Graces Kopf auf ihren Schoß und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Grace hatte Schweißperlen auf der Stirn. Sarah fing sofort an zu weinen. Sie konnte es nicht mit ansehen, wenn ihre beste Freundin so litt. Da war sie am verletzlichsten. Die Jungs von Westlife und auch Paul standen um sie herum und wussten nicht, was sie machen sollten. So was war ihnen noch nie passiert. Dass ein Fan bei einer Autogrammstunde mal umkippt oder so, das hatten sie schon erlebt, aber das war was ganz anderes. „Was ist denn mit ihr, ist sie irgendwie krank?“, fragte Shane. Paul reagierte endlich und rief den Krankenwagen. Grace zitterte und Schweißperlen rannen ihr das Gesicht hinunter. Sie atmete schwer. Plötzlich wurde Sarah alles klar. „Oh Mein Gott, wie konnte ich nur so blöd sein?“ Sarah schlug sich gegen den Kopf und fing plötzlich an, bitterlich zu weinen. Niemand wusste, was zu tun war. Nicky kam nun auf Sarah zu und legte seinen Arm um sie. „Willst du uns nicht sagen, was los ist? Wir machen uns auch Sorgen.“ „Ich bin so blöd, ich hätte wissen müssen, dass sie das nicht verkraftet, und ich schleppe sie auch noch hierher.“ „Was ist denn los mit ihr? Ist sie krank?“ „Nein..!“ Sarah wollte es gerade erklären, als der Notarzt reinkam. Grace wurde sofort auf die trage gelegt und ins Krankenhaus gefahren. Sarah hatte versprochen sofort nach zukommen, doch sie wollte den anderen noch alles erklären, sie jetzt einfach so stehen lassen, das konnte sie auch nicht. Sie setzten sich im Gemeinschaftsraum auf die Couch und alle warteten gespannt auf Sarahs Erklärung. Sie weinte immer noch. Nicky legte einen Arm um sie und versuchte sie zu beruhigen. „Okay, ich versuche es zu erklären. Also ich kann mir nichts anders vorstellen!“ „“Was ist denn passiert?“, fragte Shane besorgt. Alle waren ziemlich bleich im Gesicht. „Wisst ihr noch, wann wir uns das erste mal gesehen haben? Wahrscheinlich nicht!“ Die Jungs schüttelten den Kopf. „Ist euch auch nicht übel zu nehmen. Das erste mal durften wir euch treffen, als ihr das erste mal hier in der Wembley Arena aufgetreten seid, wisst ihr noch? Grace und ich waren 14, jetzt sind wir beide fast 20! Deswegen könnt ihr euch wahrscheinlich auch nicht an uns erinnern.“ Wieder ein Kopfschütteln. „Wir waren so aufgeregt und natürlich noch sehr jung. Mein Onkel arbeitet bei BMG Records, deswegen bekomme ich auch immer die Karten und die Backstage Pässe. Deswegen konnten wir auch zu dem Konzert gehen. Als wir vor euch standen, sind wir richtig ausgeflippt, wir haben glaub ich nur rumgeschrieen. Das war aber vor dem Konzert. Während dem Konzert habt ihr uns auch öfters gewunken. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie verliebt wir waren. Also ich in Nicky.“ Sarah bekam einen roten Kopf, doch sie redete weiter und sie merkte wie Nickys Arm sich noch fester um sie legte. Keiner von den Jungs wusste, was nun kommen würde, doch sie lauschten gespannt. „Ja und Grace war so in Shane verliebt. Ich glaube, das ist sie immer noch, aber das ist eine andere und längere Geschichte. Okay, ich rede jetzt nicht mehr um den heißen Brei herum. Grace ist das Mädchen, das hier vor 4 Jahren nach dem Konzert vergewaltigt wurde. Hier nur ein paar Türen weiter. Es muss bei ihr alles wieder hochgekommen sein. Ich war so blind!“ „Sie ist das? Jetzt kann ich mich erinnern. Oh mein Gott. Nicky und ich haben uns die ganze Zeit Gedanken darüber gemacht. Doch wir wussten ja nicht, wie wir sie finden sollten und was wir machen könnten!“, sagte Shane völlig geschockt. „Na auf jeden Fall wisst ihr jetzt bescheid. Es tut mir leid, aber ich muss jetzt weg. Grace braucht mich jetzt, sie ist wahrscheinlich schon wach und keiner ist bei ihr.“ Sarah stand auf und wollte rausrennen, ohne sich noch mal umzudrehen, doch Shane hielt sie am Arm fest. „Warte, ich komme mit dir. Ich kann sie nicht schon wieder einfach gehen lassen. Es tut mir alles so schrecklich leid!“ Man sah es Shane an, wie sehr ihn das mitnahm. „Shane, du kannst da doch nichts dafür. Da konnte keiner was machen. Ich habe mir auch Vorwürfe gemacht. Ich kann es gar nicht aufzählen. Ich meine, ich saß nur 4 Zimmer weiter und habe nichts bemerkt. Sie ist meine beste Freundin und ich konnte nichts tun. Ich konnte nichts tun!“ Sarah brach in Tränen aus und wäre fast umgekippt, doch Shane konnte sie noch rechtzeitig auffangen. Sie schluchzte und Shane strich ihr übers Haar. „Beruhig dich. Du musst dir wirklich keine Vorwürfe machen, der einzige, der Schuld hat, ist David. Nur er. Wenn ich den in die Finger kriege, dann gnade ihm Gott.“ Sarah hatte sich wieder etwas beruhigt und sagte noch einmal. „Ich fahr jetzt ins Krankenhaus, ich muss sehen, wie es ihr geht.“ „Warte, ich fahr mit, ich will dich jetzt nicht alleine fahren lassen, außerdem muss ich wissen, wie es ihr geht.“, sagte Shane und zog seine Jacke an. „Jungs, ich komm dann gleich ins Hotel, ihr müsst also nicht auf mich warten!“, sagte Shane und schon waren Sarah und Shane draußen. „Fahren wir mit meinem Auto, da sind wir schneller!“, sagte Shane und lotste Sarah in die Tiefgarage. 2 Minuten später waren sie schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie parkten direkt davor und sprangen aus dem Auto. Sie rannten hinein und gingen gleich zum Empfang. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte eine nette Krankenschwester. „Wir suchen Grace Parker, sie müsste vor einer halben Stunde eingeliefert worden sein.“ „Einen Moment bitte!“ Die Krankenschwester sah im Computer nach und sagte dann. „Zimmer 157 im ersten Stock!“ „Vielen Dank!“, sagte Shane und schon waren sie beiden nach oben gerannt. Sarah klopfte leise und ging dann hinein. Shane stand draußen und wusste nicht, ob er mit reingehen sollte. „Warte kurz hier, ich hole dich gleich rein!“, sagte Sarah und ging dann auf Grace zu. Sie lag im Bett und hatte die Augen geschlossen. Sie war immer noch bleich, doch sie zitterte nicht mehr so. „Gracey, bist du wach?“ Langsam öffnete sie ihre Augen und sie sah Sarah. „Da bist du ja!“, sagte sie leise. „Es tut mir leid, ich wollte schon früher da sein, aber das ging nicht so schnell, aber wie geht es dir denn? Ich hab mir solche Sorgen gemacht.“ Sarah nahm Graces Hand. „Es tut mir leid, aber auf einmal kam alles hoch. Einfach alles. Und dann ist mir auf einmal schlecht geworden und mehr weiß ich nicht. Ich bin dann hier aufgewacht.“ „Es tut mir so leid, Gracey, ich hätte es doch wissen müssen. Ich bin so doof.“ „Du kannst doch da nichts dafür, ich hab es einfach unterschätzt, aber es geht schon wieder.“ „Dann bin ich aber froh, sag mal, hättest du was dagegen, wenn ich noch jemanden reinhole. Ich habe Besuch mitgebracht.“ „Wen denn?“ , fragte Grace. „Das siehst du dann schon, darf ich ihn reinholen, glaubst du, du schaffst das?“ „Ja ich denke schon!“ Sarah stand auf und öffnete die Tür. „Du kannst reinkommen!“, sagte sie und zog Shane ins Zimmer. Er war etwas schüchtern. „Oh mein Gott!“ „Hey Grace, wie geht’s dir?“, sagte Shane und setzte sich zu ihr. „ähm, es geht schon wieder. es war nur der Schock, tut mir leid, dass ich euch solche Umstände bereitet habe.“ „Das sind doch keine Umstände. Sarah hat uns vorhin alles erzählt, es tut mir so leid. Ich kann dir gar nicht sagen, wie. Ich hab schon oft darüber nachgedacht. Die Polizei war ja auch bei uns vor 4 Jahren, wir wussten ja über alles bescheid. Nur wir wussten nicht, wie wir dich finden sollten.“ Shane sah sie an. Man sah ihm an, wie ernst er alles meinte, was er sagte. Es tat ihm alles so leid, und er würde alles dafür geben, es ungeschehen zu machen, obwohl er auch nichts dafür konnte. „Ich geh mal schnell was zu trinken holen!“, sagte Sarah und ging aus dem Zimmer. „Es ist schon okay. Eigentlich dachte ich auch, ich wäre darüber hinweg, doch dann wieder an dem ort zu sein, war einfach zu viel. Was hat Sarah euch eigentlich alles erzählt?“ „Na ja sie hat uns erklärt, warum du zusammen gebrochen bist und was damals geschehen ist.“ „Hat sie auch erzählt, wieso ich überhaupt mit David mitgegangen bin?“ „Ja, aber das wussten wir schon. Die Polizei hat es uns ja gesagt. Er hat euch angelogen und meinte, dass er dich zu mir bringen würde. Genau deswegen mache ich mir ja auch solche Vorwürfe. Wenn ich nicht gewesen wäre...“ „Dann wäre es wann anderes passiert. Shane, rede nicht so. du kannst dir nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass es dich gibt.“ Shane verstand nicht. „Shane, was glaubst du, wer mir am meisten geholfen hat, damit fertig zu werden, in den letzten 4 Jahren? Nur 4 Personen konnten mir wirklich helfen und eine davon am meisten. Ohne Sarah hätte ich das nie durchgestanden und auch meine Mum war mir eine große Hilfe. Doch die größte Hilfe kam von dir. Ich weiß, dass du das wahrscheinlich seit 4 Jahren das Millionen mal am tag hörst, doch es kommt wirklich von Herzen. Ich hab dich wirklich von Herzen geliebt. Und nur der Gedanke an dich, hat mich glücklich gemacht und mich davon überzeugt, dass du es wert bist, weiter zu machen und zu kämpfen. Verstehst du das? Du bist der letzte, der sich Vorwürfe machen muss.“ Shane konnte es nicht glauben. Er konnte es wirklich nicht glauben, was er da hörte. „Sag doch was!“, sagte Grace. Sie war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie das richtige getan hatte. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich hab dir geholfen? Aber wie denn? Ich war nie für dich da. Nicht einmal hab ich mit dir geredet oder dich getroffen?“ „Nur der Gedanke zählt. Ich war von Anfang an in dich verliebt und es war nie jemand anders. Und nach dem schrecklichen Erlebnis brauchte ich einfach jemanden, der mich nicht enttäuschen konnte. Und wie konntest du mich enttäuschen, wenn du eh nicht da warst. Wenn ich dir einen Brief geschrieben hätte, wär dann einer zurückgekommen. Wenn du gewusst hättest, wo ich wohne, und mich auch besucht hättest, hätten wir uns dann je wiedergesehen? Verstehst du, ich war 14, du 20. Du hast eine Freundin. Du bist berühmt, was sollte ich anderes machen?“ Grace erzählte ihm all das, wo sie immer dachte, das könnte sie niemandem außer Sarah erzählen, und jetzt erzählte sie es Shane. Shane von Westlife saß neben ihrem Bett. Shane saß neben ihrem Bett und musste sich all das durch den Kopf gehen lassen. Er hatte nie gewusst, was er den Fans wirklich bedeutete. Er konnte es einfach nicht glauben. Grace tat ihm so leid und er wusste nicht was er tun sollte. Sie sagte, sie hatte ihn so geliebt. Ob das wohl immer noch so war? Doch das traute er sich nicht zu fragen. Doch ihm fiel etwas anderes ein. „Und wer ist die 4. Person, wenn ich fragen darf. Du hast doch was von 4 Personen gesagt!“ „Ach ja, hätte ich jetzt fast vergessen. Die 4. Person ist meine Tochter!“ „Deine Tochter? Du hast schon ein Kind? Wie alt ist sie denn, die Kleine?“ „Sie ist 4, sie wird bald 5!“ Nun begriff Shane. „Du, Du willst mir doch nicht sagen, dass..!“ „Doch, es ist so. und ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe. Meine Kleine Shannen hat mir so geholfen mit all dem fertig zu werden. Wenn ich sie ansehe, dann sehe ich nicht ihn, sondern..!“ Grace stoppte. Sie wusste nicht, ob sie es sagen sollte. „Wen siehst du?“ „Dich!“ „Shannen hast du gesagt heißt sie?“, fragte Shane noch mal nach. „Ja, ich denke, zu dem Namen muss ich dir nicht mehr viel erklären!“ „Nein, musst du nicht!“ Shane saß da und plötzlich lief ihm eine Träne die Wange hinunter. „Shane was ist los?“ „Nichts, ist schon okay. Ich kann das nur alles nicht glauben. Wie kann ich das alles je wieder gut machen?“ „Shane, was musst du denn gut machen? Wenn dann muss ich einiges gut machen. Nur du hast mir geholfen, über all das hinweg zu kommen und ich denke immer noch an dich. Die ganze Zeit. Du musst wissen, ich hatte noch nie einen Freund. Bevor das alles passiert ist, hatte ich keine Zeit. Ich tanze leidenschaftlich, wie du wissen musst und als das alles passiert ist, konnte ich niemandem mehr vertrauen. Aber nicht nur deswegen. Ich konnte eben nur an dich denken. Ich weiß, das klingt schwachsinnig und ich weiß ja auch, dass du nie mein Freund sein wirst und dass du mich auch nie lieben wirst. Du hast deine Freundin und ich gönne dir dein Glück von ganzem Herzen.“ Grace sah Shane in die Augen. In seine wunderschönen braunen Augen, die nach Graces Meinung alle Frauen verrückt machten und eine Träne kullerte ihr nun die Wange hinunter. „Shane ich liebe dich immer noch und ich glaube, ich werde nie von dir loskommen, aber bitte, bitte versteh das jetzt nicht falsch. Ich will dich weder unter druck setzen, noch sonst was. Ich wollte dir das auch nie erzählen. Nie. Und deswegen vergiss am besten alles, was ich dir heute erzählt habe.“ Noch eine weitere Träne rann ihr das Gesicht herunter. Sie war hin und her gerissen. Was sollte sie tun? Jetzt war ihr Traummann schon so nah und er war auch extra wegen ihr gekommen und sie schickte ihn quasi weg. Doch sie wollte sich auch nicht in sein Leben einmischen und sie wusste ja, dass er sich niemals in sie verlieben würde. Doch es tat ihr so weh, ihn zu sehen und ihn gehen zu lassen. Sie hatte es selbst gesagt, er solle alles vergessen, was sie gesagt hatte. Ihr Kopf sagte, es war das richtige, doch ihr Herz sagte etwas ganz anderes. Doch was sagte Shane? Was dachte er in dem Moment. Er wusste es selbst nicht. Er war zu durcheinander. Doch plötzlich wusste er, was er tun musste. Und was er tun wollte. Langsam näherte er sich Grace. Er sah ihr tief in die Augen. Sein Herz schlug schneller. Er konnte es sich selbst nicht erklären. Grace sah ihn an. Sie wusste nicht, was er tat, sie wusste auch nicht, was er tat. Grace vergaß alles um sich herum und sah nur noch in seine Augen. Sie versank in seinen Augen und auch Shane kam von ihren wunderschönen grünen Augen nicht los. Seine Lippen berührten ihre und sie versanken in einen langen Kuss. Als Shane sich von ihr löste, öffnete Grace die Augen, die sie kurz davor geschlossen hatte und sah Shane an. Auch Shane sah sie an. Nun war er noch verwirrter als gerade eben. Er wusste überhaupt nichts mehr. Plötzlich stand er auf. „Ich muss gehen, es tut mir so leid!“ Mit diesen Worten stürmte er hinaus. Auf dem Gang begegnete er Sarah. Er ging einfach an ihr vorüber. Shane sah sie gar nicht. Er war so durcheinander. Er musste erst einmal nachdenken. Doch Sarah hielt ihn auf. Sie merkte natürlich, dass etwas nicht stimmte. „Shane was ist los? Wo willst du hin?“ „Ich muss weg. Ich kann es nicht erklären. Sag Grace es tut mir leid.“ „Ja, aber was ist denn los?“, fragte Sarah. „Ich kann es dir jetzt nicht erklären. Wenn ich es kann, ruf ich dich an!“ Shane wollte schon weitergehen, als Sarah sagte: „ Wie willst du mich denn anrufen, du hast meine Telefonnummer nicht!“ „Ja ich werde dich schon finden!“, man sah ihm an, dass er einfach nur noch weg wollte. „Warte, hier ist meine Adresse und Telefonnummer. Vergiss es aber nicht!“ „Nein, wird ich nicht, ich muss jetzt weg.“ Mit diesen Worten verließ er das Krankenhaus. Sarah lief natürlich sofort zu Grace, um zu fragen, was los war. Als sie ins Zimmer kam, lag Grace weinend auf dem Bett. „Grace, was ist los?“ „Ich hab ihm alles erzählt. Einfach alles. Ich hab ihm von Shannen erzählt. Ich hab ihm erzählt, dass ich nur an ihn denken kann. Einfach alles. Es tat ihm alles so leid und dann hat er angefangen zu weinen! Verstehst du das? Ich konnte nicht mehr, als ich ihn weinen gesehen habe. Das wollte ich doch nicht.“ „War es so schlimm? Shane ist mir entgegen gekommen. Er war völlig durcheinander. Er wollte einfach an mir vorbei gehen, aber ich hab ihn aufgehalten. Er war so durcheinander, das kannst du dir nicht vorstellen. War noch was?“ „ja!“, sagte Grace leise. „Was denn? Nun sag schon!“ Sarah wusste gar nicht, was sie machen sollte. Shane kam ihr total mit den Nerven am Ende entgegen, wollte nur noch weg und Grace lag hier und weinte sich die Augen aus. „Er hat mich geküsst!“ „WAS?!? Aber das ist doch toll.“ „Nein ist es nicht. Danach war er so durcheinander, dass er nur noch gesagt hat, es tut ihm leid und dann ist er gegangen. Ich hab alles kaputt gemacht. Ich wollte das alles doch gar nicht. Ich wollte ihn da nie mit reinziehen und jetzt? Was wird er jetzt von mir halten? Er denkt doch jetzt bestimmt, ich habe seine Situation ausgenutzt!“
Doch Shane dachte keineswegs so. Er war aus dem Krankenhaus gestürmt und erst einmal ein paar Stunden mit seinem Auto durch die Gegend gefahren. Grace ging ihm nicht aus dem Kopf. Warum hatte er sie geküsst? War es Mitleid? Oder war es einfach so passiert? Oder hatte er sich doch verliebt? Shane wusste gar nichts mehr. Auch er machte sich die selben Vorwürfe. ‚Was denkt sie denn jetzt von mir? Sie denkt bestimmt ich habe sie ausgenutzt! Ich wollte ihr doch nur helfen, jetzt habe ich es noch schlimmer gemacht! Was soll ich nur machen?’ Als er um halb 5 nachts im Hotel ankam, sah er Nicky noch in der Lobby sitzen. „Hey Nix, was machst du denn noch hier?“, fragte Shane. „Hey Shany, da bist du ja endlich, sag mal wo warst du? Weißt du, was wir uns für Sorgen gemacht haben?“ „Nein, es tut mir leid, ich war so durcheinander, ich musste erst mal einen klaren Kopf kriegen.“ „aber so wie du aussiehst, hat es nicht viel gebracht.“, sagte Nicky. „Nein nicht wirklich. Ich bin immer noch weiter.“ „Willst du mir nicht erst mal erzählen, was passiert ist. Warst du im Krankenhaus. Hast du mir ihr geredet? Was hat sie gesagt? Wie geht es ihr denn?“ „Mal ganz langsam. Ich war im Krankenhaus und ich habe auch mit ihr geredet, und was sie mir erzählt hat, das war einfach der Hammer. Nicky du weißt am besten, dass ich nicht leicht weine. Doch Grace hat es geschafft. Was sie mir erzählt hat, ist einfach der Wahnsinn. Das Mädchen hat so viel durchgemacht und ist so stark und weißt du was sie mir gesagt hat?“ „Was denn?“, fragte Nicky. „Sie konnte das alles nur verarbeiten, dank mir!“ „Dir? Aber sie hatte doch nie Kontakt zu dir oder?“ „Nein, das ist es ja. Alleine der Gedanke an mich, hat ihr so sehr geholfen. Sie hat mir dauernd gesagt, wie sehr sie mich liebt. Weißt du, dass sie eine Tochter hat?“ „Wirklich, dass ist aber schön. Die Kleine und der Vater haben wahrscheinlich auch dazu beigetragen, dass es ihr besser geht oder?“ „Weißt du wie alt die Kleine ist?“ „Nein woher denn?“ „Sie ist 4, fast 5!“, sagte Shane. „Oh mein Gott!“ „Ja das habe ich auch gedacht, doch auch da hat sie mir was erzählt, was mich so fertig gemacht hat. Sie hat die Kleine Shannen genannt.“ „Nicht wahr!“, sagte Nicky nun völlig überrascht. „Doch. Und die Kleine gibt ihr Kraft, weil sie immer an mich denken muss, wenn sie die Kleine ansieht. Nicky du glaubst nicht, wie fertig mich das alles jetzt gemacht hat. Alleine der Gedanke, was sie alles durchgemacht hat und dass sie nur an mich gedacht hab. Ich hab nie gewusst, dass ich auch für andere, die ich nicht mal kenne, so wichtig bin.“ „Shane, ich versteh dass du total fertig bist, aber wie soll es nun weiter gehen, siehst du sie wieder? Und was hast du zu ihr gesagt?“ „Das ist ja das Problem. Nicky ich habe sie geküsst.“ „Du hast was?“ „Ja ich weiß. Aber sie hat angefangen zu weinen und da konnte ich nicht anders. Und ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Ich weiß nicht, was ich für sie fühle und ich weiß auch nicht was ich machen soll.“ „aber wie hat sie denn auf den Kuss reagiert?“, fragte Nicky weiter. „Ich weiß es nicht. Das war einfach zu viel für mich. Ich bin gegangen. Ich konnte nicht mehr. Aber ich hab Sarah auf dem Gang getroffen. Sie hat mir ihre Adresse gegeben und mir gesagt, ich soll mich melden. Aber ich weiß nicht, ob ich das kann. Was denkt Grace denn jetzt von mir? Sie denkt bestimmt, ich hab die Situation ausgenutzt, sie wird mich hassen. Und ich glaub ich will sie wirklich wieder sehen. Sie ist die erste Frau, seit Gillian, wo ich glaube, sie könnte es sein.“ „Weiß Grace denn, dass du von Gillian getrennt bist? Du hältst es ja schon seit 6 Monaten geheim. Eigentlich könntest du mal an die Presse gehen und es sagen, dass Gillian dich betrogen hat und du sie verlassen hast!“, sagte Nicky. „Nicky, das ist nicht so einfach. Ich habe Gillian geliebt, mehr als alles andere und sie tut mir so weh. Aber du hast recht, ich sollte das wirklich bald mal tun.“
„Sarah, was soll ich denn machen? Er denkt bestimmt, ich habe die Situation ausgenutzt. Und außerdem, was ist wenn er sich von seiner Freundin trennt? Wegen dem Kuss? Ich könnte mir das nie verzeihen. Nie!“ „Grace jetzt warte erst mal ab. Er wird sich schon bei dir melden.“ „Und wenn nicht?“ „Grace, jetzt mach dich nicht verrückt.“ Es war schon früher Vormittag und Grace durfte auch schon wieder nach Hause. Sie fuhren mit dem Bus nach Hause, denn Sarahs Auto stand ja immer noch vor der Wembley-Arena. Als sie zu Hause ankamen, war es 11 Uhr vormittags und Sarah verbot Grace sämtliche Tätigkeiten. Sie packte die Patientin auf das Sofa mit vielen Decken und Kissen. „Grace du bleibst heute hier liegen. Ich werde später Shannen abholen und mit ihr ein bisschen in die Stadt gehen. Und jetzt hol ich schnell mein Auto ja? Und du bleibst hier liegen verstanden?“ „Okay, Frau Doktor!“, sagte Grace lächelnd zu ihrer Freundin. Sarah zog sich also gleich wieder an und verschwand. Grace lag auf dem Sofa und nach einer halben Stunde war sie eingeschlafen. Um halb sechs abends wachte sie auf und sah, dass Sarah und Shannen immer noch nicht zu Hause waren. Sie sah ein bisschen TV und um halb acht waren sie immer noch nicht zu Hause. Langsam machte sie sich aber doch Sorgen. Obwohl Sarah schon oft mit Shannen länger weg war, doch so lange auch wieder nicht. Sie rief auf Sarahs Handy an. „Ja hallo?“ „Sarah, ich bin’s! Ich wollte nur wissen, wo ihr seit!“ „Oh Shit. Ich hab die Zeit total vergessen. Deine kleine Tochter, hat ihr Kuscheltier bei Oma vergessen, da mussten wir noch mal zurück und ich hab mich natürlich verquatscht. Tut mir leid. Ich mach mich sofort auf den weg!“ „ist schon okay, ich wollte nur wissen, wo ihr seit!“ „Okay, bis gleich!“ Nun war Grace wieder beruhigt. Sie schaltete den Fernseher wieder an und gerade als sie einschaltete, lief ein Interview mit Shane. „ Wie wird es nun weitergehen, nachdem sie sich von ihrer Langzeitfreundin Gillian Walsh getrennt haben?“ – „Das weiß ich auch noch nicht so genau. Westlife wird jetzt erst die Tour wie geplant fortsetzen und dann werden wir mal sehen. Ich dachte nur, meine Fans sollten es wissen....“
Als Grace das sah, brach sie plötzlich in Tränen aus. ‚Er hat sich wirklich von Gillian getrennt? Oh mein Gott. Das wird er mir nie verzeihen!’ Grace hatte nicht ganze Interview mitbekommen. Shane hatte am Anfang des Interviews gesagt, dass es schon 6 Monate her sei, doch er noch nicht bereit war, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen. Grace hatte es nur so weit mitbekommen, dass es sich wirklich so anhörte, Shane hätte sich wirklich wegen ihr von Gillian getrennt. Schluchzend ließ sie sich in ihre Kissen fallen und merkte nichts mehr. Auch nicht, als die Tür auf ging und Shannen ihr entgegen rannte. Sie merkte es erst als die Kleine nach ihr rief: „Mummy, guck mal was Tante Sarah mir gekauft hat!“ Sie hatte wieder mal ein neues Kuscheltier in der Hand. Ihre kleine Tochter war so vernarrt in Kuscheltiere. Ihr ganzes kleines Kinderbett war so vollgepackt mit Plüschtieren, dass Shannen selbst fast kein Platz hatte. Grace schaute auf und sah ihre Tochter auf sie zu rennen. Schnell wischte sie sich dir Tränen so gut es ging weg und nahm Shannen in den Arm. „Hey Süße, wie war es denn bei Oma?“ „Schön, Oma hat ganz viel mit mir gespielt! Mummy, warum weinst du denn?“ Natürlich hatte Shannen mitbekommen, dass ihre Mutter weinte. Kleine Kinder kriegen ja so viel mit. „Süße, ich weine nicht, ich bin nur sehr müde.“ „Wirklich?“, fragte die Kleine noch mal misstrauisch nach. „Ja wirklich, schau her!“ und Grace lächelte ihre Tochter fröhlich an. „Glaubst du mir jetzt?“ „Ja!“ „Das ist schön und deswegen gehen wir jetzt auch ins Bett!“ „Ach nöööö!“ „Oh ja, du warst schon lange genug auf, weil sich deine Tante verquatscht hat!“ „Stimmt doch gar nicht!“ Die Kleine wollte nicht nachgeben, doch es half nichts. Grace stand auf, nahm sie auf den Arm und trug sie nach oben. Beim vorbeigehen nickte sie Sarah zu, was so viel bedeutete, ‚Ich sag dir gleich was los ist’ Nach einer Viertel Stunde lag Shannen in ihrem Bettchen und schlief mit ihrem neuen Kuscheltier ganz schnell ein. Grace setzte sich neben Sarah auf die Couch und Sarah guckte sie schon ganz besorgt an. „Und jetzt erzählst du mir, was los ist, verstanden?“ Schon wieder stiegen Grace Tränen in die Augen. „Ich hab vorhin ein Interview im Fernsehen gesehen, ein Interview mit Shane!“ „Echt? Und was hat er gesagt?“ „Ich hab nur den letzten Teil gesehen und er sagte, dass er sich von Gillian getrennt hat. Ich wusste es! Es ist alles meine Schuld, das wird er mir nie verzeihen. Ich werde ihn nie wieder sehen.“ Schluchzend lag sie in Sarahs Armen und sie versuchte sie zu beruhigen. „Hey Süße, du weißt doch gar nicht, ob Shane dir die Schuld gibt. Vielleicht hat er einfach eingesehen, dass er Gillian nicht mehr liebt!“ „Natürlich ist es meine Schuld. Wer hat ihn denn geküsst?“ „ER hat DICH geküsst, nicht umgekehrt, du musst dir doch keine Vorwürfe machen!“ „Tu ich aber und ich bin Schuld. Er wird nie wieder was mit mir zu tun haben wollen.“ „Er wird dich anrufen, da bin ich mir ganz sicher, er hat mir versprochen, dass er sich meldet!“ „Aber du hast doch gesehen, wie fertig er war!“ Sie redeten und diskutierten noch die halbe Nacht, bis sie dann auch endlich ins Bett gingen. Grace wachte in der Früh auf und sah auf den Wecker. Schon halb neun. Schnell sprang sie aus dem Bett und weckte Shannen. Grace zog sie an und machte ihr dann Frühstück. Ihre Lieblingscornflakes sollten es mal wieder sein. Nach einer weiteren Stunde schafften sie es endlich aus dem Haus und Grace brachte ihre Kleine, wie jeden Tag in den Kindergarten. Da sie selbst noch krankgeschrieben war, fuhr sie wieder nach Hause und wollte ein bisschen lernen. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und schlug ihre Bücher auf. Sie hatte eine Tasse Kaffe auf dem Tisch stehen, den sie immer brauchte, um zu lernen.
Sie konnte sich nicht auf ihre Unterlagen konzentrieren. Immer schweifte sie ab und landete schließlich bei Shane. ‚Was tut er wohl gerade?’ ‚Muss er auch an mich denken?’
Schließlich erkannte Grace, dass es nichts brachte, und sie packte ihre Unterlagen wieder weg. Sie setzte sich aufs Sofa und überlegte, was sie machen könnte. Ihre Laune war nicht die beste und sie konnte sich auch nicht vorstellen, was ihre Laune heben könnte, außer shoppen. So zog sie sich an und ging nach draußen. Die Sonne schien und es war es richtig schöner Vormittag. Sie machte einen kleinen Spaziergang und stand dann vor ihrem Lieblingsklamottenladen. Sie ging hinein und schon sah sie Sarah, die auf sie zugerannt kam. „Hey Süße, was machst du denn hier? Ist was passiert?“ Da Sarah in diesem Laden arbeitete, wunderte Grace es nicht, dass sie auf einmal vor ihr stand. „Nein ist alles okay. Ich kann mich nur nicht konzentrieren und meine Laune ist auch nicht die beste. Und was hilft am besten gegen schlechte Laune?“ „SHOPPEN!“ , sagten Grace und Sarah wie aus einem Munde und Sarah grinste ihre beste Freundin an. „Okay, dann guck mal was wir hier haben. Das ist erst heute reingekommen, das ist bestimmt was für dich!“ Sarah spielte wie immer die Modeberaterin für Grace. „Das Teil ist ja der Hammer!“, sagte Grace, als sie ein schwarzes Oberteil in der Hand hatte. Es war vorne offen, doch in der Mitte wurde es mit zwei silbernen Schnallen gehalten. „Und der hier dazu!“, sagte Sarah und hielt ihr einen Roten Minirock hin. „Man Sarah, warum musst du mir immer so tolle Sachen bringen? Du weißt doch, dass ich sie kaufen muss!“, stöhnte Grace, als sie den Rock entgegen nahm. „Ich weiß, deswegen mache ich es ja. Immer wenn du mich hier besuchst, machen wir besonders viel Umsatz!“, grinste Sarah. „Haha, bist du witzig und du musst diesen Monat die Miete für mich mitzahlen, nur weil ich mich hier zu Tode kaufe!“, gab Grace zurück. „Ach, das wird schon!“, sagte Sarah, drückte Grace noch ein paar weiße Stiefeletten in die Hand und schob sie zur Umkleidekabine. „Wenn du das anhast, dann werden dir die Kerle nachrennen, wie Hunde einem Knochen, das schwör ich dir!“, sagte Sarah, die sich diese Bemerkung nicht verkneifen konnte, doch wo sie recht hatte, hatte sie recht. „Und du musst mir dann sagen, wie es aussieht ja, also nicht weglaufen!“, sagte Grace. „Ja klar, ich komm gleich wieder, ich muss nur schnell vor zur Kasse, da steht jemand, ich glaub der braucht ne Auskunft oder so was.“, sagte Sarah zu Grace und ging vor zur Kasse. Dort stand ein Junger Mann, mit Kappe und Sonnenbrille und er sah so aus, als würde er etwas suchen. Sarah lief auf ihn zu. Er stand mit dem Rücken zu ihr. „Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte Sarah, als sie zu ihm ging. Er drehte sich zu ihr um und Sarah erkannte ihn sofort, auch mit Kappe und Sonnenbrille. Auch der junge Mann, schien sie zu kennen. „Was machst du hier?“, fragten die beiden gleichzeitig. „Ich wollte mich bei dir melden, doch an dein Handy ging niemand und dann bin ich halt hier hergefahren um mit dir zu reden, doch ich hab das Haus nicht gefunden und wollte eigentlich nur hier nachfragen! Das ist aber ein Zufall, dass du gerade hier einkaufst!“ „Ich kaufe hier nicht ein, ich arbeite hier!“ „Ach echt? Das ist ja ein Zufall!“, er grinste sie schüchtern an. „Und was willst du denn?“ Sarah schien es eilig zu haben. „Was ist denn los? Bist du sauer auf mich oder so?“ „Nein, Shane, bin ich nicht, aber Grace...!“ Weiter kam sie nicht. Grace kam schon aus der Kabine gelaufen und rief Sarah zu. „Hey Sarah, wie findest du mich?“ Grace hatte nicht mitgekriegt, dass Shane da war und sie fiel fast in Ohnmacht. „Sh .. Sha .. Shane, was tust du denn hier?“ „Äh, ich, ich, ich..!“ Shane war so fasziniert von Grace, wie sie total aufgestylt vor ihm stand. Sie hatte das schwarze Top, mit dem großzügigen Ausschnitt an, den roten Minirock und die weißen Stiefeletten. Doch das hatte sie schon total vergessen. Plötzlich blickte Grace an sich hinunter und bemerkte, dass sie total aufgestylt vor Shane stand. Schnell drehte sie sich um und rannte in die Umkleidekabine. Sie war völlig verstört und sie hatte große Angst, Shane sei sauer auf sie. Wegen dem Kuss. Auch Shane ging es so. Er wollte nur herkommen um das alles zu klären. Er hatte lange mit Nicky geredet und er hatte ihn davon überzeugt, es sei am besten, gleich mit ihr zu reden. Doch nun war er wieder völlig verunsichert, und wollte schon gehen, doch da hatte er nicht mit Sarah gerechnet. „Du bleibst jetzt hier!“, sagte sie zu ihm, als er sich rausschleichen wollte. „Aber sie will mich doch sicher nicht sehen, sie ist doch bestimmt total sauer auf mich.“ „Sie ist sauer auf dich? Sag, mal wo lebst du eigentlich? Sie liebt dich. Sie könnte niemals sauer auf dich sein. Sie hat total Angst, dass du sie hasst, wegen der Sache mit Gillian!“ Shane sah sie verwirrt an. „Hä wieso, was meinst du?“ „Ja sie hat das Interview gesehen, in dem du gesagt hast, dass du dich von Gillian getrennt hast. Und sie denkt, dass es ihre Schuld ist und dass du ihr das niemals verzeihen wirst!“ „aber das ist doch total anders gewesen. Ich hab doch gesagt, dass ich schon seit 6 Monaten von Gillian getrennt bin. Sie hat mich damals betrogen und ich habe Schluss gemacht. Doch es hat mich so verletzt, dass ich darüber nicht in der Öffentlichkeit reden wollte. Dann nach der Nacht, indem ich Grace geküsst habe, war ich so durcheinander und Nicky hat mir klar gemacht, dass ich jetzt endlich mal an die Öffentlichkeit gehen sollte.“ Als Shane Nicky erwähnte, wurde Sarah richtig rot und musste grinsen. In dem ganzen Trubel hatte sie gar nicht mehr an Nicky gedacht. „Oh, dann ist das ein totales Missverständnis. Denn als Grace das Interview gesehen hatte, lag sie weinend auf dem Sofa und konnte an nichts anderes denken und deswegen ist sie auch hier. Sie wollte für die Uni lernen, konnte sich aber nicht konzentrieren und sie war so traurig wegen dir, da ist sie shoppen gegangen, das beste Mittel gegen Traurigkeit. Na ja fast das beste!“, sagte Sarah und grinste Shane an. „Ja und was soll ich jetzt machen? Sie kommt ja gar nicht mehr her!“, sagte Shane und sah in die Richtung, in der Grace verschwunden ist. „Ja was denkst du denn? Sie ist total fertig mit den Nerven. Warte ich hole sie!“ Sarah ging Grace hinterher und fand sie in der Umkleidekabine. Sie hatte wieder ihre normalen Sachen an, doch sie saß völlig fertig in der Kabine und traute sich nicht raus. „Hey Süße, jetzt beruhig dich mal, es ist alles in Ordnung!“ „Ist er weg?“ „Nein er ist noch draußen und ich habe mit ihm geredet. Es ist alles ganz anders, als du denkst. Man ihr 2 seid so kompliziert. Und jetzt komm raus!“ Langsam richtete sich Grace auf und wischte sich die Tränen weg. „Aber so verheult kann ich doch nicht zu Shane gehen!“, sagte Grace verzweifelt. „Doch kannst du, weil sonst ist er wieder weg und wer weiß, wann er wieder kommt!“ Sie schubste sie voraus und dann stand sie vor Shane. Sie stand vor ihm. Sie hatte so Angst, er wollte nie wieder was von ihr wissen. Doch als sie ihn ansah, wollte sie nie wieder weg. Sie sah in seine Augen und sie wusste, warum er und kein anderer. Am liebsten wäre sie in seine Arme gefallen und hätte ihn dann nie wieder losgelassen. Shane sah sie an, in ihr völlig unsicheres Gesicht und auch ihre verweinten Augen fielen ihm auch. Doch ihre schöne Farbe hatten sie trotzdem noch. Ein tiefes Grün, wie Shane es noch nie gesehen hatte. „Wollen wir wo hin gehen, und reden?“, schlug Shane vor. Grace nickte nur leicht und sah verzweifelt zu Sarah hin. Doch sie nickte ihr zu und sagte nur. „ich werde deine Mum anrufen, dass sie Shannen abholt, und deine Sachen lass ich zurücklegen, geh nur!“ Shane sah sie mit seinem wunderschönen Lächeln an und Grace ging mit ihm nach draußen. „Wo willst du hin?“, fragte Shane. „Ist mir egal, da vorne ist ein schönes Cafe.“, sagte Grace und sie steuerten darauf zu. Sie setzten sich in eine ruhige Ecke und als sie beide etwas zu trinken bestellt hatten, saßen sie sich gegenüber und keiner wusste, was er sagen sollte. Schließlich fing Shane an. „Ich weiß nicht, wie ich mich bei dir entschuldigen kann. Dass ich einfach aus dem Krankenhaus gegangen bin! Ich war einfach so durcheinander verstehst du?“ „Ja ich versteh dich, und ich bin doch nicht sauer, ich hatte solche Angst, dass du nie wieder was mit mir zu tun haben willst, weil Gillian...!“ „Du brauchst gar nicht weiter zu reden, Sarah hat es mir schon erzählt. Du glaubst, ich habe mich von Gillian getrennt, wegen dem Kuss?“ „ja!“ „Das stimmt nicht. Ich bin schon seit 6 Monaten nicht mehr mit Gillian zusammen. Sie hat mich betrogen und ich konnte einfach nicht darüber reden, es tat zu weh. Nur meine engsten Freunde wussten das. Nicky, Mark, Kian und Bryan und meine Familie.“ „Wirklich?“ Grace sah ihn an und konnte es gar nicht glauben. „Ja wirklich. Und es tut mir wirklich so leid, dass ich dich einfach hab stehen lassen im Krankenhaus. Doch ich wusste nicht, was mit mir los war und ich konnte einfach nicht bleiben! Das was du mir alles erzählt hast, das war zu viel für mich.“ „Das kann ich mir vorstellen und du musst wissen. Ich wollte dir das nie, niemals erzählen. Ich weiß auch nicht, warum ich es dir erzählt hab, es tut mir so leid!“ „Was soll dir denn leid tun? Ich bin dir so dankbar, dass du mir es gesagt hast. Jetzt weiß ich endlich, was ich eigentlich für Verantwortung habe. Ich wusste ja, dass ich Fans habe, aber dass ich für manche so wichtig bin, das wusste ich nicht!“ „Du bist für mich seit meinem 14. Lebensjahr das wichtigste in meinem Leben. Du hast mir geholfen aus dieser Hölle rauszukommen und endlich traf ich dich und dann musste so etwas passieren. Ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen soll!“ „Was willst du denn gut machen? Es ist alles in Ordnung, außer dass ich einfach weggerannt bin und dich stehen gelassen habe. Das ist unverzeihlich!“ Man sah ihm an, wie leid es ihm tat und wie sehr er sich damit quälte. „Shane, es ist alles okay. Ich war dir nie böse. Ich hatte nur Angst.“ „Vor was hattest du denn Angst?“, fragte Shane und sah ihr in die Augen. Grace bemerkte das und das machte sie richtig verrückt. „ich hatte Angst, dich zu verlieren. Angst, dass ich dir wehgetan habe. Ich habe vor allem Angst, verstehst du?“ Tränen liefen ihr die Wangen hinunter und ihre Hände zitterten. Shane legte seine Hand auf ihre und wischte ihr mit der anderen Hand die Tränen aus dem Gesicht. „Nicht weinen. Du wirst mich nicht verlieren. Nie mehr. Ich bin so froh, dass ich dich gefunden habe. Ich habe Angst, dass ich dich mit meinem absoluten Verhalten verloren habe, obwohl ich dich doch erst gefunden habe!“ Shane war sich nicht bewusst, was er gerade gesagt hatte. Und auch Grace brauchte erst mal eine Weile um zu verstehen, was er gesagt hatte. Sie sah auf und schaute ihm in die Augen. Diese wunderschönen Augen. Hatte er wirklich gerade das gesagt, was sie gehört hatte? Hatte er es auch wirklich so gemeint? Das konnte doch gar nicht sein. Shane Filan hatte ihre gerade indirekt gesagt, dass er sie liebt, das konnte doch nicht sein. „Shane, ich liebe dich. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt, und das wird auch immer so bleiben und du hast überhaupt nichts kaputt gemacht. Du hast mich geküsst. Das hätte ich mir nie zu träumen gewagt, aber das was du gerade gesagt hast, war doch nur ein Traum oder?“ Auch Shane überlegte, was er gerade gesagt hatte und dachte darüber nach, ob er es nur so gesagt hatte, oder ob er es auch wirklich so meinte. Er wusste, er durfte nicht mit ihren Gefühlen spielen, dafür hatte sie schon zu viel durchgemacht und Shane war auch nicht der Typ dafür. Doch er durfte es auch nicht aus Mitleid sagen, er musste es ernst meinen. Und als er ihr in die Augen sah, und sie funkeln sah, da wusste er, dass er gerade aus seinem Herzen gesprochen hatte. Er hatte sich, ohne es zu merken Hals über Kopf in Grace verliebt. Und er konnte es nicht leugnen. Er wusste nicht, wann es passiert war und wie. Doch er wusste, dass es passiert war und er wollte keine Sekunde länger ohne sie leben. „Grace ich liebe dich. Ich liebe dich wirklich!“ als er das sagte, sah er ihr tief in die Augen und hielt ihre Hand. Es gab keinen Zweifel, dass er es ernst meinte und Grace spürte das auch. „Shane!“ Sie sah ihn an und Tränen unbeschreiblicher Freude liefen ihr über die Wangen. Shane beugte sich über den Tisch um sie zu küssen und Grace ließ es einfach geschehen. Dieser Kuss war noch viel schöner, als der Erste. Er bestand nur noch aus Liebe und Wärme. Nicht mehr aus Verwirrung und Angst. Sie saßen noch 2 Stunden da, nur damit beschäftigt sich verliebt anzusehen. Dann bezahlten sie und gingen nach draußen. Immer noch schien die Sonne und Grace war so glücklich, wie noch nie in ihrem Leben. Sie lief neben Shane her und als sie merkte, wie Shane ihre Hand nahm, konnte sie nicht anders, als sich an seiner Schulter anzulehnen und so durch die Stadt zu schlendern. Sie kamen an dem Laden vorbei, in dem Sarah arbeitete. „Warte mal kurz, ich muss schnell zu Sarah, sie ist an meinem Glück schuld. Ich muss sie zu Tode drücken!“ Sie drückte Shane einen Kuss auf die Wange und ging hinein. Sarah räumte gerade ein paar Regale ein, als Grace ihr auf die Schulter tippte. „Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte Sarah schon aus Gewohnheit und drehte sich um. „Oh du bists! Na wie war’s??“ Grace stand vor ihr und wollte es noch ein bisschen spannend machen. „Jetzt sag schon, was ist los?“ Sarah war sich ziemlich sicher, es war alles schlecht gelaufen und sie musste ihre Freundin jetzt trösten. Doch anstatt dessen sprang ihr Grace in die Arme und schrie ihr nur noch ‚Danke, danke, danke, danke, danke, danke’ ins Ohr. „Für was denn? Was ist denn los?“, fragte Sarah völlig verwirrt. „Du willst wirklich wissen, was los ist?“ „Ja natürlich will ich wissen, was los ist. Erzähl schon, und wo ist Shane?“ Grace zog Sarah mit nach draußen, wo Shane schon sehnsüchtig wartete. Grace lief direkt auf ihn zu und küsste ihn. Dann stellte sie sich neben ihn und er schlang seine Arme um ihre Hüfte. „Uaaaa, das kann doch wohl nicht wahr sein!“, schrie Sarah. „Doch und du bist schuld. Wenn du uns nicht endlich zur Vernunft gebracht hättest, dann würde ich jetzt noch in der Umkleidekabine sitzen und nicht rauskommen.“ „Und ich wäre wahrscheinlich gleich wieder gegangen!“, sagte Shane und nickte Sarah dankbar zu. „Das war doch selbstverständlich!“, sagte Sarah und wurde rot. „Aber, sorry, wenn ich das jetzt frage. Wenn ihr jetzt zusammen seid, dann werdet ihr euch ja dann öfters sehen oder?“ „Ja natürlich, was denkst du denn? Ich halte es keine Minute ohne Shane aus!“ „Werde ich Nicky dann auch öfters zu Gesicht bekommen?“ Shane musste lachen und sagte: „Stimmt, ich hatte fast vergessen, dass ihr ja eigentlich Westlife Fans seid. Normalerweise fange ich nichts mit Fans an, weißt du das?“, sagte Shane lächelnd zu Grace. „Was soll das jetzt heißen?“, fragte Grace ängstlich. „Nichts soll das heißen. Ich sagte normalerweise und du bist nicht normal du bist meine absolute Traumfrau.“ Er lächelte bei dem Anblick ihres ängstlichen Gesichts, beruhigte sie aber gleich mit einem Kuss. „Danke!“ , sagte Grace freudestrahlend und sah Shane an. Sie konnte den Blick nicht von ihm wenden und Shane ging es genauso. „Hallo ich hab euch was gefragt?“ , meldete sich Sarah, grinste jedoch. Sie war so glücklich, dass Grace endlich jemanden gefunden hatte und dann auch noch den, den sie immer haben wollte. Besser konnte es nicht laufen. „Achso, sorry Sarah. Na ich denke mal schon, dass du Nicky jetzt öfters siehst. Da ich nicht lange ohne Grace sein kann, wird sie mich hoffentlich in Sligo besuchen und Nicky wird sicher auch irgendwann, irgendwo mal da sein, der ist ja überall. Er könnte ja was verpassen.“, sagte Shane grinsend. „Ach ist der süß!“, sagte Sarah. Shane musste natürlich lachen. „was ist denn so lustig?2, fragte Sarah und wurde rot. „Nicky und süß! Na gut, wenn du meinst!“ „Ja das meine ich und sag noch einmal was gegen meinen Nicky, ich nehme keine Rücksicht, also nimm dich in Acht. Also nur weil du der Freund von meiner besten Freundin bist, heißt das noch lange nicht, dass du ungeschoren davon kommst, wenn du schlecht über Nicky redest!“, sagte Sarah völlig entrüstet. Shane musste lachen. „Was ist denn da so lustig!“, fragte Sarah. „Ich finde es nur total süß, wie du dich für Nicky einsetzt. Und ich glaube, das wird ihn sicher interessieren.“ , sagte Shane und fing jetzt an zu lachen. Sarah wurde plötzlich kreidebleich. „Das kannst du ihm doch nicht erzählen! Das ist doch total peinlich!“ Shane lachte immer noch. „nein das ist nicht peinlich das ist total süß!“ Auf einmal klingelte Shanes Handy. Er nahm ab. „Hallo?“ „Hi Shane, ich bin’s, Nicky, wo bist du denn? Du wolltest dich doch melden, sobald du mit Sarah und Grace gesprochen hast. Ich mach mir schon Sorgen und du meldest dich nicht!“ „Sorry Nicky, ich hab’s echt total vergessen, aber es ist alles okay, den Rest erzähl ich dir später okay?“ „Nicky? Oh mein Gott Shane, halt bloß die Klappe!“, rief Sarah. „Wer ist das denn, und warum sollst du die Klappe halten?“ Nicky hatte Sarah natürlich gehört. „Ach das ist Sarah, und ich weiß was, was ich dir nicht sagen soll, aber mal sehen!“ Shane grinste in Sarahs Richtung. Sarah bettelte Shane stumm an. „Man jetzt sag mal was los ist!“, sagte Nicky ungeduldig. „Schon gut, Nix. Treffen wir uns in einer Stunde im Hotel okay? Und ich erzähl dir alles ja?“, sagte Shane. „Ja okay, dann bis später!“ „Bye!“ „Shane, bitte sag’s ihm nicht!“, bettelte Sarah schon wieder. „wieso denn nicht? Das ist doch nicht peinlich, er findet es bestimmt total süß!“ „Ich will aber nicht, dass er es süß findet!“, sagte Sarah verzweifelt. „Mensch Sarah, jetzt mach mal nicht so einen Aufstand, das ist doch kein Beinbruch.“, sagte Grace. „Das sagst du. Mir ist das nun mal peinlich!“, sagte Sarah und zog eine Schnute. „Jetzt kommt Süße, du kannst doch an einem so wunderschönen Tag nicht beleidigt sein, vor allen deiner süßen, kleinen Grace nicht oder?“ Sie schaute Sarah mit ihrem Dackelblick an und schon musste Sarah wieder lachen. Shane beobachtete die beiden und musste lachen. „was lachst du denn da jetzt Mister?“, fragte Grace amüsiert. „Ach, man sieht nur, dass ihr beide die besten Freunde seid!“
„Ich weiß!“; sagte Grace und nahm Sarah in den Arm. „Schatz, ich muss jetzt weg. Ich muss ins Hotel, ich hab’s Nicky versprochen!“, sagte Shane. „Ja okay, wann sehen wir uns?“, fragte Grace. „Ich hol dich heute Abend ab und dann gehen wir noch schön essen okay?“, sagte Shane. „Mal sehen, ich hab nur keinen der auf meine Kleine aufpasst!“, sagte Grace traurig. „Ach Süße, wofür hast du denn eine Patentante, die mit dir zusammen wohnt?“ „Sarah, du bist die Beste!“ Grace fiel ihr um den Hals und gab ihr ein Kuss auf die Wange. „Ich weiß, aber du holst sie von deiner Mutter ab, weil ich muss jetzt noch weiterarbeiten. Ab 18 Uhr steh ich der kleinen Prinzessin zur Verfügung!“ „Danke!“, sagte Grace noch mal. „Shane, du kommst aber noch mit, ich muss dir ja zeigen, wo ich wohne, sonst findest du es wieder nicht!“, sagte Grace lachend. „Ja klar, komm ich mit!“ „Grace, nimm deine Sachen noch mit, die ich dir zurückgelegt hab, zahlen kannst du sie später!“ Sarah drückte ihr die Sachen in die Hand und verabschiedete sich noch mit einer Umarmung von beiden.
Shane und Grace schlenderten noch durch die Straßen, und Grace strahlte über das ganze Gesicht. So glücklich war sie schon lange nicht mehr. „So hier wohne ich! Oben im zweiten Stock. Klingel dann einfach bei „Parker und Jenson“, ich komm dann runter.“ „Willst du etwa nicht, dass ich eure Wohnung sehe?“, fragte Shane grinsend. „Doch, doch, du kannst auch gerne hochkommen, aber es ist nicht aufgeräumt, kennst ja bestimmt kleine Kinder. Und ich denke nicht, dass es bei mir so schön ist wie bei dir, kann ich mir zumindest vorstellen. Bin nämlich leider nur Studentin.“ „Süße, mir ist es egal, wie deine Wohnung aussieht. Ich liebe dich und das einzige, was zählt ist, dass du in der Wohnung bist, alles andere ist mir eigentlich total egal!“ Shane sah sie so verliebt an und küsste sie zärtlich zum Abschied. „Ich vermisse dich jetzt schon!“, sagte Grace. „Ich dich auch. Ach ja, gibst du mir noch deine Handynummer, damit ich dich anrufen kann, wenn ich unendlich Sehnsucht habe? Und die werde ich ganz sicher haben!“ Grace lächelte ihn genauso verliebt an und die beiden tauschten noch schnell ihre Handynummern aus. Dann war Shane verschwunden. Sie ging nach oben und legte ihre Sachen ab. Schnell zog sie sich etwas anderes an und ging dann sofort wieder zu ihrem Auto, um Shannen bei ihrer Mutter abzuholen.
Sie klingelte an der Tür und ihre Mum öffnete auch gleich. „Hey Grace, schön, dass du mal wieder vorbei schaust.“ „Hi Mum, sorry, dass ich dir die kleine schon wieder gebracht hab!“ Grace umarmte ihre Mutter und die Beiden gingen hinein. Shannen saß im Wohnzimmer und sah Fern. „Ist doch nicht schlimm, ich freue mich immer, wenn sie da ist. Hast du in letzter Zeit viel zu tun?“ „Ja und Nein!“, sagte Grace und lächelte, wie sie es schon seit dem Gespräch mit Shane komischerweise tat. „Was heißt ja und nein? Du siehst so glücklich aus, ist was geschehen?“, fragte ihre Mutter neugierig. „Ja, es ist was passiert!“ „Was denn? Nun sag schon!“ „Ich hab mich verliebt!“, sagte Grace und strahlte mit der Sonne um die Wette. „Wirklich? Das ist ja schön. Ich freu mich für dich. Wie lange kennt ihr euch denn schon?“ „Na ja das ist jetzt kompliziert. Gesehen haben wir uns das erste mal vor 4 Jahren ungefähr. Aber ich kenn ihn eigentlich erst richtig seit 2 Tagen! Aber irgendwie kenn ich ihn auch schon 6 Jahre.“ „das musst du mir jetzt erklären, ich versteh nur Bahnhof.“ „Sarah und ich waren doch vorgestern auf dem Westlife Konzert!“ „Ja? Und hast du ihn da kennen gelernt? Da gehen auch Männer hin, auf ein Westlife Konzert?“ „Jein. Sarah hat mich mal wieder überrascht mit einem Backstage Treffen. Und wir sind dort hineingegangen, und ich bin dann umgekippt. Du weißt schon, warum!“ Ihre Mutter hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund. „Kind, geht es dir auch gut?“ „Ja Mum, mir geht es sehr gut, viel besser, als jemals zuvor!“ „okay, erzähl weiter!“ „Ich wurde dann ins Krankenhaus gebracht und da alle wissen wollten, wie es mir geht, haben mich Sarah und Shane von Westlife im Krankenhaus besucht!“ „Du warst im Krankenhaus, warum weiß ich das nicht?“ „Mum, ich wollte dich nicht aufregen und ich war ja gleich wieder draußen, das war nur zur Beobachtung.“ „Okay, sorry, hab dich schon wieder unterbrochen!“ „Schon gut. Ich hab dann mit Shane geredet, ich war so nervös. Auf jeden Fall hab ich ihm mein Herz ausgeschüttet und ihm alles erzählt. Also wirklich alles! Und er kann sich auch an mich erinnern, weil vor 4 Jahren, als das alles passiert ist, war die Polizei ja auch bei Westlife um sie zu David zu befragen!“ Man merkte Grace an, dass es ihr plötzlich viel einfacher fiel, über ihr Erlebnis zu sprechen. Lag das etwa auch an Shane? „Und es tat ihm alles so leid, er dachte er ist schuld daran und dann hat er mich plötzlich geküsst!“ „Was er hat dich geküsst, der Shane von Westlife, von dem du schon 4 Jahre lang schwärmst?“ „Ja genau der. Ich war so durcheinander und er auch und deswegen hab ich nicht gedacht, dass er sich bei mir meldet. Doch er hat es heute getan. Wir haben uns zufällig bei Sarah im Laden getroffen. Und Sarah hat uns dazu gebracht, uns auszusprechen. Ich hatte Angst, er ist sauer auf mich und er dachte, ich wäre sauer auf ihn. Das ist aber eine längere Geschichte. Nun ja und dann hat er mir in einem Café gesagt, dass er mich liebt. Mum ich bin so glücklich. Er holt mich nachher ab und wir gehen noch was essen.“ „Das freut mich so für dich. Aber passt denn auf die Kleine auf?“ „Das macht Sarah, sie hat es mir vorhin schon angeboten. Man, Sarah ist an allem schuld. Wenn sie nicht gewesen wäre, würde ich mir immer noch die Augen ausheulen!“ „Mummy!“ Shannen hatte bemerkt, dass Grace nun da war und lief auf sie zu. „Hey Prinzessin. Tut mir leid, dass ich dich nicht abholen konnte! Ich mach’s wieder gut, versprochen!“ „Ist schon gut, Mummy. Ich hab ganz viel Eis von Oma bekommen!“ „Petze!“, rief Graces Mum und beide mussten lachen. Grace verabschiedete sich dann von ihrer Mutter und packte Shannen in ihren Kindersitz. Sie fuhren schnell nach Hause und Shannen setzte sich sofort in ihre Spielecke und war schon total beschäftigt. Es war schon 17 Uhr. Grace lief nach oben und duschte schnell und zog sich dann auch gleich um. Für was hatte sie sich denn die neuen Sachen gekauft? Jetzt wusste sie es. Für das erste Date mit Shane. Sie schminkte sich schnell noch ein bisschen und überlegte, was sie mit ihren langen braunen Haaren machen sollte. „Na kleine, was meinst du. Offen lassen oder lieber so?“ Sie zeigte ihrer kleinen Tochter eine Hochsteckfrisur. „Offen!“, rief Shannen und schaute ihre Mum begeistert an. „Stimmt, hast recht, danke Prinzessin!“ Sie gab ihr im vorbei gehen einen Kuss auf die Wange und war schon wieder am Handtasche suchen.
Shane war währenddessen schon im Hotel angekommen und Nicky hatte ihn auch sehnsüchtig begrüßt. „Hey Shane, da bist du ja endlich. Jetzt erzähl endlich was los ist.“ „Hey Nix, jetzt mal ganz langsam, wo sind die anderen denn?“ „Bryan und Kian sind mit den Mädels in London unterwegs, einkaufen und Mark und Georgina sitzen glaub ich da drüben im Café, wieso?“ „eigentlich wollte ich es nur wissen!“ „Okay, jetzt weißt du es, also was ist denn jetzt los? Und was grinst du denn so?“ Die beiden setzten sich in die hintere Ecke der Lobby und sie bestellten sich erst mal was zu trinken. „Also wie ist es mit Grace gelaufen und was war mit Sarah los?“ „Also, ich bin in die Straße gefahren und hab nach dem Haus gesucht, aber so gut wie ich mich in London auskenne, hab ich es nicht gefunden. Ich bin in einen Laden reingegangen, um nachzufragen, wie ich zu der Adresse hinkomme, die Sarah mir gegeben hat. Und dann stand plötzlich Sarah vor mir. Sie arbeitet genau in dem Laden, in den ich gegangen bin, um nach der Adresse zu fragen.“ „Ja und weiter? Bist du zu Grace gegangen?“ „Das musste ich gar nicht, sie war auch da und hat gerade was anprobiert. Sie kam aus der Umkleidekabine und wollte von Sarah wissen, wie sie aussah. Und dann..!“ „Wie sah sie denn aus?“, warf Nicky neugierig ein. „Der Wahnsinn!“, beschrieb Shane kurz doch absolut richtig. „Ja und dann? Sorry!“ „Sie hat mich gesehen und ist dann sofort wieder in die Kabine gerannt.” „und dann?“ „Ich hab halt gedacht, sie will mich nicht sehen und wollte gehen! Sarah hat mich aber aufgehalten und mir alles erklärt, warum sie so reagiert hat.“ „Und warum hat sie so reagiert?“ „Na ja, sie hat das Interview gestern gesehen, aber nur den Schluss und das hat sich dann so angehört, als hätte ich mich wegen ihr von Gillian getrennt und sie hatte Angst, dass ich sauer auf sie sein würde. Und ich hatte ja Angst, dass sie auf mich sauer ist, weil ich einfach aus dem Krankenhaus abgehauen bin!“ „Man seid ihr zwei kompliziert, und was ist jetzt?“ „Sarah hat mir dann alles erklärt und hat dann Grace geholt. Sie war total durcheinander. Wir sind dann zusammen was trinken gegangen und haben uns ausgesprochen.“ „das ist ja super. Dann ist ja alles gut! Und wie geht es jetzt weiter?“, fragte Nicky. Shane grinste. „Was ist denn los? Die ganze Zeit grinst du schon so!“ „Na ich werde jetzt gleich meine Traumfrau abholen und mit ihr essen gehen, das ist doch wohl ein Grund zum grinsen!“ „Was?“ „Ja, Grace und ich sind zusammen. Es hat richtig gefunkt bei mir Nix. Hey ich bin so glücklich mit ihr. Mit ihr ist alles anders. Ich bin echt auf Wolke sieben.“ Shane strahlte Nicky an und auch er musste jetzt grinsen. „Shane, das sieht man dir an und ich bin so froh, dass es dir besser geht. Die letzten Monate warst du echt nicht zum anschauen!“, sagte Nicky lachend. „das kann ich mir vorstellen, aber ich bin jetzt so glücklich und ich glaube, mein Grinsen wird dir auch bald auf die Nerven gehen!“ „Das glaub ich nicht, und wann bringst du sie dann mal mit? Und wie wollt ihr das denn machen? Du kannst doch nicht jedes Mal nach London fliegen, wenn du sie sehen willst, weil wie ich dich kenne, willst du sie jeden Tag mindestens 24 Stunden am Tag sehen.“ „Ja da hast du Recht. Aber jetzt warten wir erst mal ab, wir sind ja erst seit heute zusammen. Außerdem, wenn ich sie wirklich mit nach Irland nehme, dann muss ich erst mal noch ein anderes Herz erobern!“, sagte Shane und wurde unruhig. „Welches denn? Ich denke Sarah wird nicht schwer!“, grinste Nicky. „Ich rede auch nicht von Sarah, sondern von ihrer kleinen Tochter.“, sagte Shane. „Ach stimmt ja, dann bist du ja sozusagen Daddy!“, lachte Nicky. „Mal sehen!“
„Sarah, da bist du ja!“, rief Grace, als Sarah um 18.15 Uhr die Stufen hochgekeucht kam. „Sorry, ich musste noch ein Regal aufräumen, das ein Kunde umgeschmissen hat.“ „Schon okay, Hauptsache du bist da! Und wie sehe ich aus? Kann ich so zu meinem ersten Date mit Shane gehen?“ „WOW, kann ich da nur sagen, die Sachen stehen dir jetzt noch viel besser, als heute im Laden und dein Styling ist einfach perfekt. Shane wird aus den Latschen kippen, ich schwörs dir!“ „Danke, Shannen hat kräftig geholfen, nicht wahr Süße?“ „hmmmm!“, nickte die Kleine und spielte mit ihrer Puppe. „Shane muss jeden Augenblick kommen.“ „Was er kommt hier her? Kommt er auch hoch?“ „Ja ich denke schon, dass er hochkommt!“ „Oh Mein Gott, Shane von Westlife hier in unserer Wohnung!“, Sarah war völlig aufgeregt, doch Grace beruhigte sie wieder. „Hey Sarah, mal ganz ruhig, Shane von Westlife ist jetzt mein Freund und er wird jetzt wohl öfters hier sein und ich auch bei ihm okay?“ „Ach ja stimmt, hab ich schon wieder vergessen!“, grinste Sarah verlegen. Plötzlich klingelte es an der Tür. „Ich mach schon auf!“, rief Grace und lief aufgeregt an die Tür. Sie öffnete und sie blickte in einen riesen großen Blumenstrauß. Grace strahlte vor Freude. Hinter dem Blumenstrauß kam Shane zum Vorschein. „Hey meine Süße, ich hab dich schon vermisst!“ Grace fiel Shane um den Hals und gab ihm einen Kuss. Sarah stand im Wohnzimmer und freute sich für ihre beste Freundin. „Ich hab noch jemanden mitgebracht, der müsste gleich kommen. Er wollte irgendwie nicht mit dem Aufzug fahren.“
„Wieso wollte er nicht mit dem Aufzug fahren?“ , fragte Grace. Doch das erübrigte sich, als plötzlich ein Nicky schnaufend um die Ecke kam. „Hey, ich bin da!“; sagte er völlig außer Atem. „Ist es schlimm, dass ich ihn mitgebracht habe? Georgina ist heute mit Kerry unterwegs shoppen und sie werden wahrscheinlich erst spät abends heimkommen, wenn die beiden erst mal unterwegs sind!“, sagte Shane. „Ja, kein Problem, wo gehen wir denn hin?“; fragte Grace und ließ sich nicht anmerken, dass sie eigentlich mit Shane lieber alleine wäre. Doch Shane nahm ihr die Worte aus dem Mund. „Ähm, eigentlich wollte ich ja mit Grace alleine weg gehen.“ Sarah stand immer noch mit offenem Mund da und starrte Nicky an, der sie angrinste. „Ich wollte eigentlich Sarah fragen, ob sie sich zu traut, auch noch auf ein anderes kleines Kind aufzupassen!“; sagte Shane, grinste und nickte mit dem Kopf in Nickys Richtung. „Soll das heißen, du bleibst hier?“, fragte Sarah nun an Nicky gewandt. „Ja wenn ich darf!“, sagte er und setzte seinen Dackelblick auf, dem Sarah natürlich nicht widerstehen konnte und das wollte sie auch bei Gott nicht. „N... Natürlich kannst du hier bleiben!“, sagte Sarah und bat Nicky herein. „Wir gehen dann mal, wir sind so gegen Mitternacht oder so wieder da okay?“, sagte Shane, schlang seinen Arm um Graces Hüfte und verließ zusammen mit ihr die Wohnung.
„Musstest du ihn mitbringen? Sarah ist jetzt wahrscheinlich so nervös, dass sie total vergisst, auf Shannen aufzupassen!“, sagte Grace und lächelte Shane dennoch an. „Ich dachte, das wär ganz lustig. Ich mache Sarah eine Freude und Nicky wäre heute eh alleine im Hotel gewesen.“ „Na ja, sie wird’s schon überleben und was machen wir jetzt?“, fragte Grace. „Das wirst du schon sehen.“
„Ähm, setz dich doch!“, sagte Sarah zu Nicky und war total zittrig. „Jetzt beruhig dich doch erst mal!“, sagte Nicky, nahm Sarah an die Hand und zog sie zu sich aufs Sofa. „siehst du, ich beiße nicht! Und außerdem sehen wir uns jetzt wahrscheinlich auch öfters oder? Da unser Shane total verliebt ist. Den musst du mal sehen, der ist nur noch am grinsen.“ „Ja Grace auch. Die beiden sind so süß.“ „Und du bist dran schuld, hab ich gehört?“, fragte Nicky. „Was ich? Ich hab doch nichts gemacht!“ „Da hab ich was ganz anderes gehört. Shane redet die ganze zeit, wenn er mal nicht von Grace redet, über dich und was du für ihn getan hast.“ „ach, das war doch...“ weiter kam sie nicht. Shannen kam ins Wohnzimmer getapst. „Tante Sarah?“ Sie hatte vorhin ganz brav in ihrem Zimmer gespielt, doch nun wollte sie nicht mehr alleine sein. „Was denn Süße?“, fragte Sarah und nahm die Kleine auf den Arm. Nicky betrachtete die Kleine und hatte schon wieder sein Herz verloren, wie es ihm auch bei Molly und Lilly ergangen war. „Wer ist das?“, fragte Shannen und zeigte auf Nicky. „Das ist Nicky, das ist ein Freund von mir und deiner Mum. Sag Hallo!“ „Hallo!“, sagte die Kleine schüchtern. Nicky sah Shannen die ganze Zeit an. „Was guckst du denn so?“, fragte Sarah, als sie es bemerkte. „Sie ist einfach so süß. Ich liebe kleine Kinder. Wenn Bryan Molly oder Lilly dabei hat, dann bin ich immer der erste, der ihnen hinterher rennt oder mit ihnen spielt.“, erzählte Nicky mit einem Grinsen. „na gut, dann fang mal an!“, sagte Sarah. „Dann muss ich nicht so viel rennen heute.“ Und Sarah nahm Shannen von ihrem Schoß und setzte sie auf Nickys’. Er guckte sie verwirrt an und Shannen sah Sarah mit ihren großen Augen an. „Nicky will ein bisschen mit dir spielen. Zeig ihm doch mal deine schönen Spielsachen!“ „Au Ja!“ und schon sprang Shannen von seinem Schoß, nahm Nicky an die Hand und zog ihn mit sich. „Komm, musst alles anschauen!“, rief Shannen und lief lachend mit ihm in ihr Zimmer. Sarah lachte und ließ sich aufs Sofa fallen. ‚Nicht schlecht so ein Babysitter’ dachte sie sich. Nach einer halben Stunde kamen die beiden immer noch nicht wieder und Sarah ging nachschauen. Und sie glaubte es kaum. Nicky Byrne von Westlife saß mit der Kleine auf dem Boden und spielte mir ihr Puppen. Das war einfach zum knutschen. Sie stand in der Tür und sah den beiden zu. Sie wurde nicht bemerkt. Sie ging wieder hinaus und las ein Buch. Als sie um 21 Uhr immer noch spielten und Sarah aus Versehen die Zeit vergaß, ging sie schnell rüber und trennte die beiden. „Shannen, du kleine Nudel! Du weißt doch, dass du um Sieben ins Bett musst. Wie spät haben wir denn?“, sagte Sarah mit gespielter Strenge. Diesem kleinen Wesen mit den großen grünen Augen konnte man nicht böse sein. Nicky sah auf seine Uhr und wollte sich dann bei Sarah entschuldigen, doch Sarah winkte ab. „Lass mal, schon gut. Das macht sie mit mir auch immer und ich krieg dann den Anschiss von Grace!“, grinste Sarah, nahm Shannen dann auf den Arm und ging mit ihr ins Bad. 10 Minuten später kamen die beiden wieder und Sarah sagte. „Jetzt sag Nicky Gute Nacht!“ „Gute Nacht!“, sagte die Kleine und Sarah trug sie in ihr Bett. Nicky ging schon ins Wohnzimmer und wartete auf Sarah. Sarah schloss leise die Tür und ließ sich neben Nicky nieder. „Die kleine ist schon ein Biest! Sie weiß genau, wie man einen rumkriegt, und das jetzt schon!“, sagte Sarah. „Stimmt, aber sie ist auch wirklich umwerfend süß!“ „Man hat es gemerkt. Du warst ja vollkommen weggetreten, ich hab euch beim Spielen zugesehen!“ „Was?“ „Ja klar, ich musste ja mal nachschauen, ob ihr beide noch lebt oder ob ihr tot umgefallen seid. So friedlich spielt sie fast nie.“
Währenddessen waren Shane und Grace schon im Restaurant angekommen und sie bekamen den besten Tisch. „Shane, bist du wahnsinnig, weißt du was das hier kostet?“, flüsterte Grace. „Natürlich, aber für dich kann nichts zu teuer sein!“, sagte Shane und sah sie verliebt an. Die beiden aßen und Grace hatte den schönsten Abend ihres Lebens.
Mit 2 Stunden Verspätung, nämlich um 2 Uhr Nachts brachte Shane Grace in ihre Wohnung zurück. Sie hatten noch einen Mondscheinspaziergang im Park gemacht und Shane hatte Grace gewärmt, die nur einen dünnen Mantel dabei hatte. Leise schloss Grace die Tür auf, um keinen zu wecken, doch Nicky und Sarah waren auch noch wach. Die beiden saßen auf dem Sofa und Sarah bekam grad so einen Lachanfall, dass sie fast vom Sofa fiel. Dann bemerkte sie Grace und Shane, die in der Tür standen. „Hey Grace, Shane, ihr seit schon da?“, fragte Sarah. „ich dachte schon, du köpfst mich weil wir so spät kommen und alles was du sagst ist ‚ ihr seit schon da?’?“ „Wie spät ist es denn? Wir haben uns irgendwie total verquatscht.“ „Es ist gleich viertel nach 2!“, sagte Shane. „Oh schon so spät?“, sagte Nicky. „Shane, du weißt, dass wir heute Nacht um 5 Uhr nach Schweden fliegen?“, sagte Nicky. „Ja ich weiß!“, sagte Shane. „Was heute schon? Und wann kommst du wieder?“ „Ich weiß nicht genau, aber sobald wir von der Promo – Tour wieder da sind, komm ich zu dir. Und ich ruf dich jeden Tag an!“, versprach Shane und nahm Grace in den Arm. „Jetzt hab ich dich endlich und du musst schon wieder gehen!“ „Ja ich weiß, leider. Ich will auch nicht gehen, aber die Fans in Schweden warten. Und danach fliegen wir gleich nach Irland, Interviews und so weiter, da werde ich gleich sagen, dass ich ne neue Freundin habe.“, sagte Shane und sah Grace verliebt in die Augen. „Shane, sollen wir dann mal gehen?“, fragte Nicky und stand auf. „Ja. Muss ja wohl. Ich liebe dich, mein Schatz. Ich ruf dich morgen früh gleich an ja?“ „Ja wehe wenn nicht. Wann sehen wir uns denn wieder?“, fragte Grace und wollte Shane nicht loslassen. „Ich denke in einer Woche. Wenn die Interviews und die Promo in Dublin vorbei ist, dann komme ich gleich mit dem nächsten Flieger zu dir, versprochen!“, sagte Shane und küsste sie auf die Stirn. „Ciao Sarah, war wirklich lustig heute Abend und sag der Kleinen einen schönen Gruß von mir!“ Nicky verabschiedete sich von Sarah mit einer Umarmung und auch Shane umarmte sie kurz, bevor er sich richtig von Grace verabschiedete. Alles ging auf einmal so schnell. Gerade waren Shane und Grace noch im Restaurant gesessen und haben gegessen, dann waren sie noch im Park spazieren gewesen und Grace hatte sich an Shane gekuschelt. Und nun ging es Schlag auf Schlag. Shane und Nicky mussten sich verabschieden. Die anderen warteten schon lange im Hotel auf sie. Shane hatte Mark, Kian und Bryan schon länger nicht mehr gesehen. Alle genossen ihren Tag irgendwie anders und auch waren sie mal froh, nicht aufeinander sitzen zu müssen. Shane dachte nach und ihm kam der Gedanke, dass die anderen außer Nicky noch nicht mal was von Grace und ihm wussten.
Shane umarmte Grace noch einmal und sie küssten sich lange, bis Shane Grace ansah, die Tränen in den Augen hatte. „Schatz, bloß nicht weinen, ich bin bald wieder bei dir. Versprochen!“ „Ja ich weiß!“, flüsterte Grace und sah ihm in die Augen. In seine wunderschönen braunen Augen. Auch Nicky umarmte Grace zum Abschied und die beiden verschwanden dann entgültig. Grace setzte sich zu Sarah auf die Couch und schon liefen ihr die Tränen über die Wangen. „Hey Süße, nicht weinen. Er kommt ja bald wieder. Und du hast es so gut. Du hast Shane, verstehst du Shane von Westlife!“ Sarah nahm sie in den Arm und versuchte sie zu trösten. Grace wusste selbst nicht, warum sie das so mitnahm. Sie hatte Shane an ihrer Seite. Das was sie sich schon immer gewünscht hatte, war eingetroffen und sie hatte ihren absoluten Traummann. Und er gehörte nur ihr. Er liebte sie wirklich, das hatte sie sich schon seit über 6 Jahren gewünscht und endlich war es wahr geworden, doch nun, da sie mit ihm zusammen war, wurde ihr erst bewusst, wie schwer es werden würde. Shane war mit Westlife so erfolgreich, und natürlich war er mit der Band viel unterwegs, mehr als ihr lieb war. Natürlich wusste sie das schon vorher, aber sie hatte sich nie Gedanken darum gemacht, wie es werden würde, wenn Shane nie da sein würde. Sie hatte ja nie damit gerechnet, dass sie wirklich ein mal mit Shane zusammenkommen würde. „Ich weiß es auch nicht, Sarah. Ich vermisse ihn nur jetzt schon so. ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll, wenn er jetzt eine ganze Woche nicht da ist. Ich habe ihn doch erst seit heute und jetzt ist er schon wieder weg. Natürlich wusste ich es, dass er mit der Band viel unterwegs sein wird, aber ich habe ja nie wirklich daran gedacht, dass es mir mal wirklich so gehen wird, verstehst du Sarah?“ „ Ja klar, verstehe ich dich, aber er liebt dich und er wird so viel Zeit mit dir verbringen, wie er nur kann. Du hast ihn doch gesehen, er ist so verliebt in dich, das ist nicht mehr normal. Wenn er dich ansieht, dann strahlt er wie die Sonne selbst. Du wusstest, was er für einen Job hat und nicht nur das wird ein Problem!“, sagte Sarah nachdenklich. „Was meinst du ?“ , Grace sah sie verwirrt an. „Ja sieh mal. Shane ist berühmt, er ist immer unterwegs, er ist immer von 100000 von Mädchen umgeben, glaubst du nicht, dass dir das schwer fällt. Wenn du dir das ansehen musst, wie er von jedem Mädchen angehimmelt wird und jedes Mädchen bei seinem Anblick fast in Ohnmacht fällt?“ „Nein ich glaube nicht, dass mir das was ausmacht, ich meine, ich war ja selber eine von den Mädchen, die ihn angehimmelt hat. Ich liebe ihn und nicht nur ich. Sarah, das müsstest du doch wissen. Nicky bedeutet dir genauso viel, wie mir Shane. Und ich weiß, dass Shane mich liebt. Ich weiß es. Und ja, er hat Fans, die ihm vielleicht an die Wäsche wollen, aber ich weiß, dass er mich liebt. Und ich vertraue ihm.“ „Ja natürlich, ich würde ihm auch nie so etwas zutrauen, ich will nicht, dass du mich falsch verstehst, ich dachte halt nur, dass es halt ein bisschen schwierig mit euch zwei wird. Und was machst du eigentlich mit Shannen?“, fragte Sarah. „Wieso , was soll ich mit ihr machen?“, fragte Grace. „Ja, wenn du und Shane wirklich das neue Traumpaar werdet, wovon ich eigentlich überzeigt bin, wirst du doch bestimmt irgendwann zu Shane ziehen, nach Irland, nach Sligo oder nicht? Shannen kennt Shane noch nicht mal!“ „Sobald Shane wieder hier ist, werde ich Shannen meinem Shane vorstellen und andersrum, die beiden verstehen sich bestimmt super. Das muss einfach! Ich hab noch gar nicht drüber nachgedacht, was ich mache, wenn Shane mich fragt, ob ich mit ihm nach Irland komme. England ist meine Heimat, aber Irland ist ja auch nicht weit weg. Und Shannen wird sich da bestimmt auch wohlfühlen. Aber soweit sind wir ja noch gar nicht!“, sagte Grace und lächelte. Sie kuschelte sich in Sarahs Arme und ließ sich von ihr noch ein bisschen trösten. Sie wollte einfach nicht dran denken, dass Shane jetzt schon auf dem Weg nach Schweden war. Das war viel zu weit weg, für ihren Geschmack. Nach zwei weiteren Stunden, die sie mit ihrer besten Freundin quatschend auf dem Sofa verbrachte, war es schon halb fünf und Grace beschloss, noch ein bisschen ins Bett zu gehen, bevor Shannen spätestens um Acht Uhr munter sein würde.
Nicky und Shane kamen im Hotel an und die anderen warteten schon in der Lobby, mit gesamten Gepäck. In einer halben Stunde ging es zum Flughafen. „Na da seid ihr ja, Louis kriegt schon wieder die totale Krise, weil ihr nicht da seid. Dauernd muss man euch suchen, ihr wisst schon, dass es uns auch noch gibt?“ , sagte Kian leicht angesäuert. „Ja, sorry Kian, ich habe mich bei Sarah total verquatscht und unser neues Traumpaar hat sich auch nur um 2 Stunden verspätet, als eigentlich ausgemacht war!“, sagte Nicky ohne nachzudenken. „Traumpaar? Sarah? Haben wir was verpasst?“, fragte Mark. „Oh sorry Shane!“, sagte Nicky und schlug sich die Hand vor den Mund. „Kein Problem. Na ja ich hab Nicky vorhin bei Sarah abgeliefert, und bin dann mit Grace ausgegangen. Wir sind seit heute Nachmittag zusammen!“, sagte Shane grinsend. „Echt? Du verarschst uns doch oder?“, fragte Bryan. „Nein wirklich nicht, ich bin mit der hübschesten, klügsten, attraktivsten Frau der Welt zusammen.“, sagte Shane und Nicky fügte hinzu: „Und die auch noch die süßeste Tochter der Welt hat!“ „OH nein, unser Nicky hat wieder sein Herz verloren, genauso wie bei meiner Lilly und Molly!“, sagte Bryan lachend. Die anderen quetschen Shane jetzt so richtig aus und Shane musste alles haargenau erzählen. Als er geendet hatte, kam Louis um die Ecke. „Na da seit ihr ja, wo habt ihr denn gesteckt? Wir müssen zum Flughafen!“ „Jetzt schon?“, fragte Nicky. „ja jetzt schon, wir fliegen jetzt gleich nach Stockholm und ihr gebt da ein paar Interviews, Fernsehauftritte und so weiter. Das wird 2 Tage dauern, danach fliegen wir nach Dublin!“, erklärte Louis ihnen den Plan und schon erhoben sich alle und machten sich auf den Weg zum Flughafen.
Das Programm in Schweden war wirklich äußerst stressig. Die Jungs waren nur auf Achse und kamen spät abends im Hotel an und fielen eigentlich immer sofort ins Bett, nachdem sie mit ihren Freundinnen, Frauen oder Familien gesprochen hatten. Kian telefonierte regelmäßig mit seiner Jodie, und auch Mark konnte sich von Jenny nicht losreißen. Bryans Telefonrechnung war sowieso die Höchste von allen. Und auch Shane hing wieder jeden Abend am Telefon und redete mit Grace. Grace vermisste Shane wirklich sehr. 2 Tage hatten sie sich jetzt nicht gesehen und Grace dachte wirklich jede Minute an ihn. Sie war doch erst seit drei Tagen mit ihm zusammen und von den 3 Tagen hatte sie ihn nur einen Tag gehabt. Doch sie wusste, was sie an ihm hatte. „Süße, ich verspreche dir, ich komme gleich bei dir vorbei, wenn Louis uns ins Wochenende entlässt, dann bin ich das ganze Wochenende bei dir und der Kleinen. Ich will sie ja schließlich auch mal kennen lernen.“ „Da wird sie sich freuen. Ich hab ihr schon ein paar Bilder gezeigt und ein paar Musikvideos von Westlife!“, sagte Grace mit einem verliebten Lächeln, dass Shane leider nicht sehen konnte. „Hast du wirklich und was meint sie?“ „Sie summt immer leise mit und zeigt immer auf dich und Nicky, wenn ihr grad im Bild seit. Nicky hat sie ja schon kennen gelernt, also kennt sie euch beide am besten!“ „Ich freu mich schon so auf euch!“ „Ich auch, ich vermiss dich so!“, sagte Grace und Tränen liefen ihr übers Gesicht. Grace brauchte die Menschen, die ihr am meisten bedeuteten in ihrer Nähe, sonst war sie sehr unglücklich. Und Shane war neben Shannen, Sarah und ihrer Mutter der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Das war er schon seit 5 Jahren, doch nun war er noch wichtiger. Endlich war sie mit ihm zusammen. „Wir sehen uns bald, ich versprechs dir! Ich muss jetzt leider aufhören. Wir fliegen heute Nacht wieder zurück nach Dublin, da haben wir noch 3 Tage Promo und dann bin ich bei dir!“, sagte Shane und gähnte. Die letzten Tage waren so anstrengend gewesen, doch er kannte das ja schon. „Okay mein Schatz, schlaf schön. Rufst du morgen an?“ „Natürlich ruf ich an! Ich liebe dich!“ „Ich dich auch!“ „Bye“
Grace legte auf und ließ sich in ihre Kissen fallen. Sie dachte noch lange nach, bis sie endlich einschlief.
Als die Jungs in Dublin ankamen, ging es gleich zum ersten Fernsehinterview. Wie immer kamen Fragen, wann die nächste Tour beginne, wie die neue Single heißen wird etc. Dann kam eine Frage an Shane. „Shane, stimmt es, dass du wieder eine neue Freundin hast? Man hat dich vor ein paar Tagen in London mit einem Mädchen gesehen...“ „Ja es stimmt, ich hab eine neue Freundin. Sie heißt Grace und ich bin sehr glücklich mit ihr!“ Das musste der Presse reichen, und mehr sagte Shane zu diesem Thema auch nicht. Grace sah das Interview zufällig im TV und als diese Frage mit der Freundin kam, wurde sie ganz aufgeregt. Was würde Shane sagen? Und als Shane wirklich ihren Namen nannte, wurde ihr wirklich klar, dass sie mit Shane Filan von Westlife, ihrem absoluten Traummann zusammen war. Tränen liefen ihr wieder die Wangen hinunter, doch vor Freude. Nun konnte sie sich erst recht nicht auf ihre Unterlagen konzentrieren.
Als Westlife mit dem Fernsehinterview fertig waren, fuhren sie mit dem Van weiter zu einer Radiostation. Sie brauchten ca. 15 Minuten. Plötzlich klingelte das Handy von Kian. „Kian Egan?“ .... „Jetzt beruhig dich erst mal!“.... „Ich weiß nicht ob das so eine gute Idee ist!“ ... „Na gut, wenn du meinst!“.. „Shane, es ist für dich.“ Kian gab das Handy an Shane weiter und Shane meldete sich. „Shane, das kann doch nicht wahr sein! Du hast eine neue Freundin? Ich liebe dich doch!“ Gillian war am Telefon. „Gillian ich glaube nicht, dass wir jetzt darüber diskutieren sollten. Ich habe mich von dir getrennt und habe jetzt eine neue Freundin. Das kannst du mir nicht verbieten!“ „Aber ich liebe dich doch, kannst du mir nicht verzeihen? Bitte!“ Sie weinte am Telefon. „Sehe ich so aus, als ob ich dir verzeihen könnte? Gillian du hast mir so wehgetan, das kannst du nicht wieder gut machen. Vielleicht können wir irgendwann Freunde sein, aber mehr nicht!“, sagte Shane etwas sanfter, als er merkte, dass sie weinte. „Es tut mir wirklich leid.“ „Das glaube ich dir, aber es ist zu spät! Bis bald!“, sagte Shane und gab das Handy an Kian weiter. „Ja ist okay, ich komm bei dir vorbei, wenn ich frei hab, versprochen!“.... „Ja bye!“ Kian legte auf. Shane sah ihn nicht an. Gillian war seine Cousine. Kian saß sozusagen zwischen den Stühlen. Gillian hatte Shane wehgetan. Shane war lange Zeit sehr schlecht drauf und es sah so aus, als käme er nie darüber hinweg, und Kian war natürlich für seinen besten Freund da, und doch musste er sich auch um Gillian kümmern. Ihr tat alles so furchtbar leid. Ja sie hatte ihn betrogen, doch nicht weil sie ihn nicht mehr liebte. Sie war einsam gewesen, als Shane nicht da war und da war es schon passiert. Sie wollte es nicht, es war nur ein Ausrutscher, doch Shane konnte es ihr einfach nicht verzeihen. Und nun als Gillian erfahren hatte, dass Shane eine neue Freundin hatte, musste sie sich einfach Gewissheit verschaffen. Sie wollte eigentlich warten, bis Shane es besser ging und dann wollte sie noch mal mit ihm reden und ihm alles erklären, doch nun war alles zu spät. Sie wusste, dass sie verloren hatte.
„Jetzt guck nicht so Shane, du hättest doch wissen müssen, dass Gillian noch mal mit dir reden will. Sie liebt dich!“, sagte Mark. „Ja, aber das hat sie trotzdem nicht davon abgehalten, mit dem Typ ins Bett zu steigen und jetzt wo ich wieder eine Freundin habe, versucht sie, mir mein Glück kaputt zu machen!“, sagte Shane. Auch er wusste nicht, wo ihm der Kopf stand. Er war so glücklich mit Grace und nun sprach er mit Gillian und merkte, wie schlecht es ihr ging. Doch er liebte sie einfach nicht mehr, sie hatte ihm zu weh getan. „Shane, du weißt, dass es nicht so war. Sie war einsam!“, sagte Kian, um sie zu verteidigen. „Ja glaubst du ich nicht? Ich war auch alleine in meinem Hotelzimmer und habe ich mit dem Zimmermädchen rumgemacht, nur weil sie nicht bei mir war. Ich habe sie auch vermisst, verdammt noch mal!“, sagte Shane zornig. „Shane, jetzt beruhig dich. Du weißt, dass sie meine Cousine ist und ich will ihr helfen ,genauso wie dir. Ich habe nur gesagt, dass es dir hätte klar sein müssen, dass sie noch mal versucht mit dir zu reden. Sie liebt dich einfach immer noch so sehr und es tut ihr alles so leid!“, sagte Kian. „ja Kian ich weiß, aber ich liebe Grace und nicht Gillian. Ich wollte auch nicht, dass es so weit mit uns beiden kommt, aber ich kann es auch nicht ändern. Ich liebe sie einfach nicht mehr.“ Der Van blieb stehen und sie mussten nun zum Interview. Damit war das Thema erst mal beendet.
2 Tage später hatten sie endlich frei und Shane stieg auch sofort in den nächsten Flieger nach London. Shane hatte Grace natürlich sofort bescheid gesagt, und sie hatte Shannen etwas früher vom Kindergarten abgeholt und fuhr sofort zum Flughafen. Sie stand am Gate und wartete sehnsüchtig darauf, dass auf der Anzeigetafel stand, dass der Flug aus Dublin gelandet war. Endlich, der langersehnte grüne Schriftzug „gelandet“ und 10 Minuten später sah Grace Shane auf sie zukommen. Sie konnte sich gerade noch beherrschen, auf ihn zuzurennen und ihn zu umarmen, denn sie hatte die Kleine ja dabei. Shane sah Grace und auch er wollte sie einfach nur noch in den Arm nehmen. Er beschleunigte seine Schritte und endlich war er bei ihr. Sie ließ die Hand ihrer kleinen Tochter los, die neben ihr stand und fiel endlich in Shanes Arme. Sie umarmte ihn so fest, als hätte sie Angst, er würde sonst gleich wieder gehen müssen. Shane küsste sie zärtlich und Grace strahlte, wie schon seit einer Woche nicht mehr. „Endlich hab ich dich wieder!“, flüsterte Grace und schmiegte sich an ihn. „Ich hab dich so vermisst!“, sagte Shane und wollte sie nicht mehr los lassen. Dann zog Shannen an Graces Hose und rief. „Mummy!“ Grace löste sich von Shane und widmete sich wieder ihrer Tochter. „Ja Spätzchen, was ist denn?“ „Ist das der aus dem Fernsehen?“, fragte Shannen neugierig. Grace musste lachen und auch Shane grinste. „Ja das ist er. Das ist Shane, er wird jetzt öfter bei uns sein, glaubst du , das ist okay für dich mein Spatz?“, fragte Grace. Shannen betrachtete Shane ganz genau, und Shane lächelte sie an. Sie war wirklich süß. Doch er hatte ein bisschen Angst, dass sie ihn nicht mögen würde, denn dann wäre es ziemlich schwierig, irgendwann mit Grace und Shannen natürlich zusammen zu ziehen. Shane hielt ihr seine Hand hin und sagte zu ihr: „Hallo Shannen, wie geht’s dir denn?“ er wusste nicht, was er sonst sagen sollte. Shannen ging auf ihn zu und umarmte ihn, wie sie es bei ihrer Mummy gesehen hatte. Sie war zur Zeit in einer Phase, in dem sie alles nachmachte, was man ihr zeigte. Shane sah ziemlich verdutzt aus der Wäsche, doch Grace lachte. „Ich glaube sie mag dich!“, sagte Grace. Shannen ging wieder zu Grace und nahm ihre Hand. „So und was machen wir jetzt schönes?“, fragte Grace. „Ich will ein Eis!“, sagte Shannen. „Du hattest doch schon eins heute im Kindergarten!“, sagte Grace. „egal!“; sagte Shannen wieder. „Ach lass sie doch, schau da vorne gibt es eins!“, sagte Shane und Shannen lächelte ihn an. „Shane hat gesagt, ich krieg eins!“, rief Shannen ganz laut. Jetzt musste Grace wohl oder übel nachgeben. „Aber du zahlst!“, sagte Grace lachend. „Okay!“ Shane hielt Shannen die Hand hin und sagte zu ihr: „So kleine Miss, was hätten wir denn gerne für ein Eis?“, fragte Shane, während Shannen die Hand von Shane nahm und mit ihm zum Eisstand ging. Grace blieb ein wenig zurück und sah den beiden zu. Man würde nicht denken, dass die beiden sich erst eine Viertel Stunde kannten. Grace war so froh, dass die beiden sich so gut verstanden. 2 Minuten später kamen die beiden wieder. Shannen mit einer riesengroßen Waffel mit Schokoladeneis. „Da war aber wer spendabel!“, sagte Grace, „Hast du auch danke gesagt, Shannen?“ „Ja hab ich!“, sagte die kleine und schleckte glücklich an ihrem Eis. „Wo gehen wir jetzt hin?“, fragte Grace. „In den Zoo! Bitte bitte!“, fragte Grace. „Da musst du Shane fragen, er hat heute seinen freien Tag und ich weiß nicht, ob er den im Zoo verbringen will!“, sagte Grace. „Shane, bitte bitte bitte!“, bettelte Shannen. „Wenn du jetzt auch noch zum Zoo ja sagst, dann dauert es nicht mehr lange, bis sie Daddy zu dir sagt!“, flüsterte Grace. Shane musste grinsen. Er liebte kleine Kinder und war so vernarrt in sie, dass er ihnen eh keinen Wunsch abschlagen konnte, und dann ging es auch noch um die Tochter, seiner neuen Freundin, deren Herz er noch erobern musste. „Ja klar, ich war schon lange nicht mehr im Zoo! Ich glaub ich weiß gar nicht mehr, wie ein Elefant aussieht, so lange war ich da schon nicht mehr“, sagte Shane und grinste frech zu Grace und küsste sie.
Sie verbrachten den ganzen Tag im Zoo und Shannen zog Shane von einem Käfig zum anderen. Mit ihrer Mutter war Shannen schon oft genug im Zoo und nun konnte sie endlich jemand anderem zeigen, welche Tiere sie schon alle kannte. „guck mal Shane, da sind Pferde, sind die nicht schön?“, sagte sie. „Ja sehr, magst du Pferde?“, fragte Shane neugierig die Kleine. Grace wusste was nun kommen würde. „Jaaaaaa!“, rief die Kleine. „Dann musst du mich unbedingt mal zu Hause besuchen. Wir haben ganz viele Pferde zu Hause.“, erklärte Shane ihr und sie kicherte. „Wie viele denn?“, fragte Shannen ganz aufgeregt. „Na ich denke, fünfzig werden es schon sein!“, lächelte Shane. „Uiiii Mummy, darf ich die anschauen, bitte bitte!“ „Natürlich wenn Shane nichts dagegen hat!“, sagte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht und sah Shane verliebt an. „Nein natürlich nicht, ich freu mich, wenn ihr kommt!“, gab Shane zurück, doch am liebsten hätte er vor Freude die ganze Welt umarmen können. Er hatte große Angst gehabt, dass er sich mit Shannen nicht verstehen würde oder dass Shannen nicht mit ihm klar kommen würde. Und nun bettelte Shannen ihre Mutter an, dass sie ihn besuchen durfte. Dafür würde er mit Shannen noch Tausend mal in den Zoo gehen und ihr Tonnenweise Schokoladeneis kaufen.
Als sie Abends heimkamen, trug Grace ihre schlafende Tochter in ihr Bett und Shane machte sich es derweil auf dem Sofa bequem und wartete auf sie. Nach fünf Minuten kam sie wieder zurück und setzte sich zu Shane. „So jetzt haben wir das kleine Energiebündel auch endlich ruhig gestellt!“, sagte Grace und kuschelte sich an Shane. Endlich war sie mit ihm allein. Sie liebte ihre Tochter über alles und sie war so glücklich, nein glücklich war nicht das richtige Wort, überwältigt, traf es vielleicht eher, dass Shannen und Shane sich zu gut verstanden. Sie hatte Angst, dass Shannen ihn nicht mochte, was sie sich eigentlich nicht vorstellen konnte. Wer konnte diesen Braunen Augen und diesem Lächeln widerstehen? Wer nur? Sie wollte für immer und ewig mit ihm zusammensein. Das war eigentlich ganz einfach sagte sie sich. Einfach nur mit ihm zusammen sein, für den Rest ihres Lebens. Alles andere war ihr egal. Endlich hatte sie alles was sie wollte und brauchte. Sie hatte ihre Mutter, ihre beste Freundin Sarah, die sie immer für sie da war, und Shane und Shannen, die ihr den Halt im Leben gaben. „Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe und dich vermisst habe, die letzte Woche?“, fragte Grace, während sie sich noch näher an ihn kuschelte. „das war bis jetzt die längste Promo – tour in meinem Leben, und zwar weil ich dich vermisst habe.“ Er war ihr Traummann. So einfach war das. Sie wollte hier liegen bleiben, für immer und ewig. Seinen Geruch einatmen und seine Nähe spüren. Hier fühlte sich Grace am wohlsten. Davon hatte sie so lange geträumt. Sie fühlte so viel für ihn, wie sie es noch nie für jemanden anderen gefühlt hatte. Wenn sie nur an übermorgen dachte, wurde ihr schon wieder schwummrig. Shane musste am Sonntag wieder gehen, er musste nach wieder nach Dublin fliegen, um dort weiter zu arbeiten. Und sie wusste nicht, wie lange sie dann wieder von ihm getrennt sein würde.
Shane strich ihr sanft durch ihre Haare. Jedes mal kribbelte es bei ihr überall, wenn Shane sie berührte. Sie beugte sich ein bisschen weiter nach hinten, um Shane in die Augen sehen zu können. Er sah sie an. Shane wollte für immer und ewig in diese grünen Augen sehen. Er war überwältigt von den Gefühlen, die er für diese Frau in seinen Armen hatte. Nie hätte er zu träumen gewagt, dass er eine Frau so lieben könnte wie Grace. Langsam hob Grace den Kopf, um Shane zu küssen, doch sie lag so tief in seinen Armen, sie war so in ihm eingekuschelt, dass sich dieses Vorhaben als ziemlich schwierig herausstellte. Grace kicherte leise und Shane beugte sich über sie und er küsste sie lang und innig. Graces ganzer Körper bebte. Dieser gut aussehender Mann, der sie gerade küsste, brachte sie so durcheinander, wie sie noch nie war. Sein Kuss wurde wilder und Grace ließ sich drauf ein. Sie wollte ihn nur noch spüren, ihn nie wieder loslassen. Grace schlang die Arme um seinen Hals und unter wilden Küssen hob Shane sie hoch und trug sie die Treppe hinauf in ihr Schlafzimmer. Mit einem Fuß stieß er die Tür zu und ging auf das Bett zu. Er legte Grace auf das Bett und betrachtete sie. Sie sah ihn an und er lächelte sie an. Sie lächelte so verliebt und Shane beugte sich über sie und küsste sie wieder. Grace erwiderte seinen Kuss und zog ihn zu sich. Er legte sich sanft auf sie und küsste ihren Hals. Grace hatte die Augen geschlossen und ließ es einfach geschehen. Noch nie hatte sie so eine tiefe Verbundenheit zu einem Mann gespürt wie zu Shane. Noch nie war sie sich so sicher, dass sie das richtige tat. Shane küsste immer noch zärtlich ihren Hals und Grace öffnete ihre Augen und sah ihn an. Er hielt inne und sah sie ebenfalls an. Er wusste nicht, ob er das richtige tat. Er wusste nicht, ob sie schon bereit war. Natürlich wusste er, was Grace vor Jahren durchgemacht hatte und er wusste nicht, ob sie schon so weit war, wieder einem Mann so weit zu vertrauen. Doch Grace sie sah ihm einfach nur in die Augen und man sah sofort, dass sie weder Zweifel noch Bedenken hatte, dass sie später irgendetwas bereuen würde. Shane lächelte sie an und küsste sie wieder. Grace zog Shane das T-Shirt aus und zog ihn wieder zu sich heran...
Am nächsten Morgen wachte Grace in den Armen von Shane auf. Sie blinzelte um sich und sah ihren Schatz friedlich neben ihr schnarchen. Sie lächelte und kam nur sehr langsam aus dem Bett. Doch es war schon halb neun und Shannen musste in den Kindergarten. Sie ließ Shane schlafen und zog sich leise an. Shannen war natürlich schon munter und wartete in ihrem Zimmer auf ihre Mummy. Grace zog die kleine an und machte sie fertig für den Kindergarten. Sie fuhr Shannen in den Kindergarten und als sie ankamen, bekam Grace noch einen Kuss von ihrer Tochter und schon war sie in der Spielecke verschwunden. Grace ging noch kurz zu der Kindergärtnerin, um hallo zu sagen. Sie verstand sich mit Holly wirklich sehr gut. „Hi Holly, na wie geht’s denn so mit den kleinen frechen Spätzchen?“, fragte Grace. „Hallo Grace. Eigentlich gut, wie immer. Ist immer ein bisschen stressig, aber das wusste ich ja schon vorher!“, lächelte Holly. Man sah ihr an, wie sehr sie ihren Job und die Kleinen liebte. „So ich muss dann mal wieder, mein Schatz wartet zu Hause auf mich, falls er schon wach ist!“, lachte Grace und ging. Zu Hause angekommen, lag Shane immer noch im Bett und schlief. Doch als Grace sich wieder zu ihm legen wollte, wachte er auf. „Guten Morgen mein Schatz!“, sagte Grace und drückte ihm ein Kuss auf den Mund. „Morgen“, nuschelte er. „Wo warst du denn schon so früh?“ , nuschelte er weiter, als er sah, dass Grace angezogen war. „Mein Schatz, ich erinnere dich daran, dass ich eine kleine Tochter habe, die in den Kindergarten gebracht werden muss, auch wenn ich ungern aufstehe!“, grinste Grace. „Entschuldigung, das hab ich vergessen, daran muss ich mich erst noch gewöhnen!“, sagte Shane und sah Grace verschlafen an. „Und was machen wir heute? Sollen wir aufstehen oder lieber liegen bleiben?“, fragte Grace. „Ist mir egal, Hauptsache, ich bin bei dir.“, sagte Shane und zog Grace in seine Arme. Sie küssten sich zärtlich und Shane zog die Decke, die er eben noch für sich alleine hatte auch über Grace. Aneinander gekuschelt lagen sie nun da und Grace sah Shane lächelnd an. „Das heißt wohl, wir bleiben erst mal hier?“ „Ja ich denke schon!“ „ehrlich gesagt bin ich auch noch hundemüde, heute nacht kam ich ja nicht wirklich zum schlafen!“, sagte Grace und grinste Shane frech an. „glaubst du ich?“, fragte Shane und gähnte, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Jetzt lachten sie beide und alberten eine Weile herum, denn Grace hatte schnell herausgefunden, wie kitzelig ihr Shane doch war. „Nein Grace, hör auf, bitte, ich kann nicht mehr!“, konnte Shane unter Lachen gerade so hervorbringen. „Ergibst du dich?“, fragte Grace mit gespielter Strenge in der Stimme. „Ja, ja ich ergebe mich!“, sagte Shane und Grace hörte endlich auf, ihn zu kitzeln. Nun war Shane an der Reihe, nun fing er an, Grace überall zu kitzeln und Grace lachte nicht weniger. Sie kugelten beide über das Bett und Grace konnte sich vor Lachen kaum halten.
So glücklich war sie schon lange nicht mehr. Shane war der Mann ihrer Träume, war er schon immer gewesen. Aber leider nur der Mann ihrer Träume, so war es früher gewesen, doch nun ist er Wirklichkeit geworden. Ihr Traum. Er war nicht länger nur der Mann ihrer Träume, er war echt. So richtig zum Anfassen.
Nach dieser anstrengenden Kitzelaktion ließen sie sich wieder beide erschöpft aufs Bett fallen und Grace kuschelte sich wie immer an Shane. „Wann musst du denn die Kleine wieder abholen?“, fragte Shane. „Um 15 Uhr. Eigentlich müsste ich ja heute arbeiten weißt du das? Ich muss um 18 Uhr unten im Café sein. Aber ich denke, mein Chef wird mir schon frei geben, ich sage einfach, ich habe kein Babysitter, das nimmt er mir immer ab.“ , grinste sie. „Und was machen wir jetzt? Wir haben jetzt gleich 12 Uhr! Langsam hab ich Hunger!“, sagte Shane. „Dann solltest du jetzt mal langsam aufstehen, und dich anziehen, dann könnten wir zusammen frühstücken!“, sagte Grace und betonte das Wort frühstücken ganz besonders und sah dabei auf ihre Uhr. „Wir haben jetzt bis heute Nachmittag für uns und dann muss ich Shannen aus dem Kindergarten abholen.“ , sagte Grace, während Shane sich anzog. Sie frühstückten gemütlich und gingen dann zusammen raus für einen Spaziergang. Kaum stand Shane auf der Straße, sah er schon den versteckten Fotografen, der hinter einer Mülltonne auf sie wartete. Er wollte unbedingt das erste Foto von ihm und seiner neuen Freundin schießen. Shane hatte ja im Fernsehen schon bestätigt, dass er eine neue Freundin hat, doch viel hatte er nicht verraten und nun waren alle scharf darauf, das erste Foto zu bekommen. Shane war es schon gewohnt, von Fotografen überall umzingelt zu sein. Einmal war ihm ein Fotograf bis auf die Toilette gefolgt, als er und die anderen Jungs im einem Pub feiern waren. Grace hatte ihn noch nicht entdeckt, doch sie hatte auch noch keine Erfahrung mit lästigen Fotografen machen müssen. Erst überlegte Shane, wieder hinein zu gehen, und den Spaziergang ausfallen zu lassen. Doch dann entschied er sich anders. Er hatte doch nichts zu verbergen, und wenn der meinte, er müsste ein Foto machen, dann sollte er es doch machen. Und so fragte er Grace: „Sag mal, hast du eigentlich was dagegen, in der Zeitung zu stehen?“ „Ähm, nein eigentlich nicht, aber wieso fragst du?“, sagte Grace völlig verwirrt. „Ach nur so!“, grinste Shane und nahm sie für einen langen zärtlichen Kuss in den Arm. Damit hatte Grace nicht gerechnet, doch sie hatte absolut nichts dagegen. Und schon hörte Shane das vertraute Klicken des Fotoapparat und bemerkte in den Augenwinkeln den Blitz. Auch Grace hörte es jetzt und drehte sich verwirrt um. Shane sah den Fotografen an und sagte zu ihm: „so jetzt haben Sie als Erstes ein Foto von uns gemacht, und jetzt können sie ja wieder verschwinden oder sich wieder hinter der Mülltonne verstecken, dass ich Sie nicht mehr sehen muss!“ Grace war völlig überrascht, wie grob Shane reden konnte. Doch als er sich zu ihr umdrehte, hatte er wieder sein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht. „Diese Fotografen regen dich mit der Zeit so auf, stell dir mal vor, der hat die ganze Nacht hinter der Mülltonne gesessen, nur um dieses Foto von uns zu machen. Ich kann das nicht leiden, wenn man mich auf Schritt und tritt verfolgt, wenn ich nicht danach verlange, wie zum Beispiel bei Fran und Paul. Das ist ja was anderes.“ „Ja ist schon okay, du musst dich vor mir nicht rechtfertigen, wie du mit deinem Job umgehst!“, sagte Grace sanft und schmiegte sich an seine Schulter. Sie gingen durch den Park und die Sonne schien vom Himmel. Grace könnte eigentlich nicht glücklicher sein. In diesem Moment, es war nichts besonderes, es war nur ein Spaziergang, doch in diesem Moment war sie rundum glücklich. Wenn da nicht der Hintergedanke wäre, dass Shane morgen schon wieder nach Dublin fliegen müsste.
Den ganzen Vormittag und den halben Vormittag verbummelten sie in der Stadt. Bis Grace einfiel, dass sie in einer halben Stunde Shannen vom Kindergarten abholen müsse. „Ich hol sie schnell ab, du kannst ja schon mal zu mir gehen, oder du kannst auch mitkommen, wenn du willst. Shannen würde sich sicher freuen!“ Shane durchzuckte ein freudiger Schauer. Er durfte sie mit vom Kindergarten abholen. Es war eigentlich nichts besonderes, doch er freute sich riesig darüber. Er merkte, dass Grace wollte, dass er und Shannen sich gut verstehen, das ließ sich nur darauf schließen, dass auch sie, für immer mit ihm zusammen sein wollte. Und so sagte er zu ihr: „Wenn du es willst und es dir recht ist, dann komme ich gerne mit!“ „Na Klar, wieso sollte es mir nicht recht sein? Ich freue mich total!“; sagte Grace und es war auch genauso gemeint. Ihr gingen ähnliche Gedanken durch den Kopf. Er will mitkommen, Shannen abholen, das heißt, er bemüht sich um sie. Das konnte ja nur heißen, auch er wollte mit ihr für den Rest ihres Lebens zusammen bleiben. Zusammen machten sie sich auf den Weg in den Kindergarten. Als sie ankamen, unterhielt sich Holly, die Kindergärtnerin gerade mit einer Mutter, die ihren Sohn abholte. Als Grace und Shane eintraten sah Shannen ihre Mummy und Shane auch sofort und lief auf die beiden zu. „Mummy! Shane!“ Sie lief auf die beiden zu, warf sich wie immer erst mal in die Arme ihrer Mutter und zu Shanes Überraschung dann auch in seine. Er drückte sie leicht an sich und ließ sie dann wieder losrennen. Shannen lief zu Holly und rief: „Holly Holly, Mummy und Shane sind da!“ Holly verabschiedete sich noch von der Mutter und ihrem Sohn und nahm dann Shannen an die Hand und ging zu den beiden. Shannen hatte ihr schon von Shane erzählt, doch dass es Shane von Westlife war, konnte sich Holly natürlich nicht vorstellen. Sie stand plötzlich vor Grace und Shane, und war völlig perplex. Shannen lief wieder auf Shane zu und wollte von ihm hochgehoben werden. „Shane, tragen!“, sagte sie. Shane sah Grace an, sie sagte zu Shannen: „Wie sagt man da?“ „Bitte!“, sagte die Kleine, Grace lächelte und nickte. Und Shane nahm sie auf den Arm. „besser so, Prinzessin?“, fragte Shane. „Jaaa!“ „Hey Holly, na war sie brav heute?“, fragte Grace Holly. „Äh was? .. Ja war sie!“, sagte sie, die sich gerade von Shanes Anblick mit Shannen losgerissen hatte. Natürlich kannte sie Westlife und auch Shane. Sie war zwar kein Fan, wie andere, doch auch sie hatte mehr als eine Westlife CD zu Hause im Schrank. „Was ist denn los Holly? Achso ich hab dir mein Freund noch gar nicht vorgestellt! Das ist Shane Filan, mein Schatz!“ Shane hielt nun Shannen mit einer Hand und reichte Holly die Hand. „Hey Holly!“, sagte er freundlich. „Hallo!“, sagte Holly. Sie unterhielten sich noch ein bisschen und dann verabschiedeten sie sich auch. Grace zog Shannen ihre Hausschuhe aus und ihre Straßenschuhe an. Dann nahm Grace sie an die Hand und die Drei gingen nach draußen. „Shane, auch Hand geben!“, rief Shannen und nahm einfach Shanes Hand. So liefen sie zu Dritt nach Hause. Der Kindergarten war nicht weit entfernt, doch meistens fuhr Grace Shannen dahin, weil sie in der Früh nie viel Zeit hatte. Shane spürte die kleine Hand in seiner und war so glücklich. Er strahlte richtig. Er sah Grace an und dann Shannen. Er hätte nie gedacht, dass er mit einer anderen Frau als Gillian mal so glücklich werden konnte. Doch es war passiert, und er wollte die beiden nie wieder hergeben. Er fühlte sich schon fasst wie Shannens Papa, obwohl er sie erst seit ein paar Tagen kannte. Doch auch Shannen war von Shane fasziniert. Er war in ihren Augen der liebste Onkel der Welt und vielleicht konnte er ja noch zum Papa aufsteigen.
Sie kamen dann zu Hause an. Sarah war auch schon da. „So kleine Maus, jetzt gehen wir aber erst mal ins Bett!“, sagte Grace und wollte sie ins Bett bringen, doch Sarah nahm ihr die Kleine ab. „Lass mal, ich mach das schon, ihr habt glaub ich noch viel zu besprechen, bevor du wieder wegmusst!“, sagte Sarah. „woher weißt du das denn schon wieder?“, fragten Shane und Grace gleichzeitig. „Nicky!“, sagte Sarah und lächelte. „Der kann auch nie seine Klappe halten!“, sagte Shane. „Hey, ist doch gut, dann haben wir jetzt wenigstens ein bisschen Zeit für uns! Was wollen wir denn machen. Sollen wir hier bleiben oder noch weggehen?“, fragte Grace. „Bleiben wir doch erst noch ein bisschen hier und dann können wir ja heute Abend noch was essen gehen. Ich muss morgen Mittag am Flughafen sein.“
„ Morgen Mittag schon wieder? das ist ja schon so bald, und weißt du schon wie lange das wieder geht? Und willst du nicht mal deine Zeit mit deiner Familie verbringen? Du kannst doch nicht immer, wenn du frei hast, nach London fliegen!“, sagte Grace und die beiden setzten sich zusammen aufs Sofa. So war automatisch die Entscheidung gefallen, wo sie vorerst blieben. „Ich verbringe doch meine Zeit mit meiner Familie, ihr seit meine Familie. Ja ich weiß ich sollte mich mal wieder bei meiner Familie in Sligo blicken lassen. Und das werde ich auch das nächste mal tun!“ „aber kommst du dann trotzdem noch mal zu mir? Weil so lange halte ich es nicht ohne dich aus und Shannen auch nicht!“, sagte sie. „Ja klar komme ich bei dir vorbei, und ich hab mir überlegt, ich kann euch doch mitnehmen oder nicht?“ Shane lächelte. „Du willst mich jetzt schon mit nach Sligo nehmen? Du willst mich aber nicht deinen Eltern vorstellen oder?“ „Doch natürlich, was denkst du denn? Ich habe ihnen sowieso schon alles von dir und der Kleinen erzählt! Und die Jungs wollen dich auch endlich mal kennen lernen und Shannen natürlich auch. Nicky macht sie schon ganz verrückt, weil er immer damit angibt, dass er sie schon gesehen hat und sie noch nicht!“, lachte Shane. „Das ist aber wirklich nicht nett! Okay, mir ist es schon recht, aber ich bin ziemlich nervös!“ „Wieso bist du denn nervös? Keine Angst, du weißt ja, dass die Jungs dich nicht fressen und deine Kleine schon auch nicht, da pass ich auf! Und meine Eltern werden dich auch nicht fressen, das verspreche ich dir. Gillian ist ja auch noch am Leben oder?“, sagte er. „Ja ich denke schon. Okay ich komm mit, wann immer du mich abholst!“, sagte Grace und küsste ihn. „dann haben wir nämlich auch 4 Wochen frei. Jetzt kommen nämlich noch die restlichen 5 Wochen Tour, da touren wir durch Deutschland, Niederlande und noch mal Dublin. Und dann sind wir auch mit der Tour fertig. Und dann haben wir frei!“ „5 Wochen? Seh ich dich dann so lange nicht?“ Tränen stiegen in ihr auf. 5 Wochen, das war eine lange Zeit. Sehr lange sogar! „Ja ich denke schon, wir haben zwischen den Terminen meistens nur 1 tag oder 2 frei und in denen reisen wir zu der nächsten Stadt. Ich kann mir es auch nicht vorstellen, dich und die Kleine 5 Wochen nicht zu sehen. Aber wir telefonieren jeden Tag und wenn ich wieder da bin, hol ich euch beide ab und dann können wir die ganzen 4 Wochen zusammen verbringen. Glaubst du das geht, mit deiner Arbeit und deinem Studium?“, fragte Shane. „Ja das ist kein Problem, im Sommer hab ich Semesterferien und den Job im Café wollte ich eh nicht lange behalten. Ich hab eh kaum Zeit da zu arbeiten. Ich wollte mir was neues suchen! Und außerdem hab ich nur noch ein Semester nach den Ferien und dann bin ich fertig.“, sagte Grace mit einem traurigen Unterton in der Stimme. Shane bemerkte es natürlich. „Gracey, jetzt sei bitte nicht traurig, es ist für mich schon schwer genug, dich immer leiden zu lassen. Ich weiß, das mit mir ist nicht einfach. In meinem Job bin ich einfach immer unterwegs!“ „Ich weiß und ich hab dir ja auch von Anfang an gesagt, dass es mir egal ist, Hauptsache, dass du mich liebst und ich dich, und das ist ja so. aber ich wusste anfangs auch nicht, wie schwer es ist, so lange ohne dich zu sein.“ „Ich weiß, aber wir schaffen das schon, ja?“, sagte Shane mit einem Zweifeln in der Stimme. Er wusste ja, dass sie ihn liebte. Mehr als alles andere, doch sie war ein Mensch, der viel Zuneigung brauchte und sehr viel Liebe. Und wenn er andauernd unterwegs war, wusste er nicht, ob ihr das Recht war oder ob sie damit umgehen konnte. „Ja natürlich schaffen wir das. Ich habe mir so gewünscht, dass du irgendwann mal bei mir bist und jetzt bist du das, gut, vielleicht nicht so oft, wie ich mir das wünsche, aber es ist viel besser, tausend mal besser, als vorher und ich wäre doch blöd, mich von dir zu trennen, wegen so etwas!“ Grace umarmte Shane und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Er legte den Arm um sie und streichelte ihr die Haare aus der Stirn. Als sie so dalag und seine Berührungen spürte, war sie sich ganz sicher. Egal, wie lange er weg sein würde, sie würde das schon aushalten und wenn es ein Jahr wäre. Wenn er dann wiederkäme und sie so umarmte, sie so berührte, das würde alle Qualen und Tränen wieder wettmachen. „Ich liebe dich!“, flüsterte Grace und Shane antwortete ihr mit einem Kuss.
Sarah kam wieder ins Wohnzimmer, sah sofort, dass sie störte und verzog sich auf ihr Zimmer. Die beiden waren einfach füreinander bestimmt, und wenn Sarah dran dachte, wie oft sich Grace und sie getröstet hatten, wegen Shane oder wegen Nicky, das kam ihr jetzt alles so weit weg vor. Es hätte ja auch sein können, dass sie jetzt Nicky als Freund hätte und Grace noch alleine wäre. Doch ihr war es so sogar lieber. Grace hatte es verdient, glücklich zu sein. Sie hatte so viel durchmachen müssen und Sarah freute sich so sehr für ihre Freundin. Und auch, wenn Grace weinte, wenn Shane nicht da war, tröstete Sarah ihre beste Freundin.
„Sollen wir jetzt nicht langsam gehen? Wir wollten doch noch was essen gehen oder?“, fragte Grace und sah auf ihre Uhr. „Ja wollten wir. Dann lass uns mal aufstehen, sonst kommen wir hier nie weg!“, lachte Shane. Sie lagen jetzt schon seit ungefähr 3 Stunden auf dem Sofa, genauso, wie sie vor 3 Stunden schon dalagen. Grace hatte sich in Shanes Arme gekuschelt und sie hatten geredet. Sie hatten sich ihre Zukunft ausgemalt, hatten überlegt, wie ihr Leben wohl sein würde, wenn Shane nicht bei der berühmtesten Band Irlands wäre. Ob sie sich dann überhaupt kennen gelernt hätten. Ob der Zufall oder das Schicksal sie dann zusammengeführt hätte? „Wo willst du denn essen gehen?“, fragte Shane. „Ist mir egal, Hauptsache mit dir zusammen, es ist ja mal wieder unser letzter Abend zusammen und diesmal für 5 lange lange lange Wochen.“ Grace seufzte und stand auf. „Och Süße, ich vermiss dich doch auch jetzt schon, lass uns bitte noch nicht dran denken.“ Grace nickte und ging noch schnell ins Bad, um sich ein bisschen zu richten. Ihre Haare standen nach allen Seiten ab und von ihrer Schminke war mal wieder nichts übrig geblieben, da ihr ein paar Tränen aus den Augen gekullert waren. Als sie fertig war, stand Shane schon fertig angezogen da und die beiden machten sich auf den Weg, in das Restaurant, wo sie das erste mal zusammen gegessen hatten. „Shane das ist doch wieder das teuerste Restaurant in ganz London, warum müssen wir immer hier essen?“, sagte Grace. „Erstens Süße, hab ich dir das schon mal gesagt, für dich ist das teuerste gerade gut genug, na ja eigentlich nicht. 2. kann ich es mir leisten, glaubs mir endlich. 3. ist das unser letzter Abend und da kann man ja ruhig mal ein bisschen mehr ausgeben oder nicht?!“ Widerwillig setzte sie sich auf den Stuhl gegenüber Shane und als er sie anlächelte, musste sie natürlich sofort auch lächeln. Diesem Mann konnte man nicht widerstehen. Sie zumindest nicht.
Sie verbrachten einen wunderschönen Abend. Sie lachten und genossen den letzten Abend zusammen. Als sie wieder zu Tür hinausgingen, meinte Shane traurig: „Das war jetzt wirklich unser letzter Abend für 5 Wochen und sogar der ist jetzt schon vorbei!“ „Ja, aber wozu gibt es noch die Nacht!“, sagte Grace zwinkerte ihm zu und lief etwas schneller voraus. Shane musste lachen und ließ sich von Grace an der Hand weiter ziehen. Als sie zu Hause ankamen, zogen sich Shane und Grace die Jacken aus und Shane nahm Grace auf den Arm und trug sie ins Schlafzimmer. Er schloss die Tür mit dem Fuß und schon waren die beiden mal wieder eifrig bei der Sache...
Am nächsten morgen wurden sie wach, um halb 11. Shane sprang auf, als er die Uhrzeit auf dem Wecker sah und war schon dabei sich anzuziehen. Er wollte doch noch, ganz gemütlich mit Grace und der Kleinen frühstücken und jetzt hatte er auch noch verschlafen. „Hey was ist denn los, was ist denn?“, fragte Grace völlig verschlafen, als sie sah, wie Shane so schnell aufsprang. „Süße, es ist halb elf, ich muss in 1 ½ stunden am Flughafen sein und wir wollten doch noch mit Shannen frühstücken, und jetzt haben wir verschlafen!“ „Oh Scheiße!“, sagte Grace, sprang ebenfalls auf, zog sich schnell an und lief nach unten ins Wohnzimmer. Sarah war schon auf, und Shannen natürlich auch. Sarah hatte die Kleine schon angezogen und ihr Frühstück gemacht. „Sarah du bist ein Schatz, danke!“, sagte Grace und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „War doch kein Problem!“ „Mummy!“, machte sich die Kleine bemerkbar und sprang von ihrem Stuhl. „Hey Kleine Maus. Alles okay?“ „Ja, wo ist Shane?“, fragte Shannen, als Grace sie auf den Arm nahm und mit ihr ins Bad ging und mit ihr Zähne putzte. „Shane ist noch oben, er zieht sich schnell an, und da sagt man immer, Frauen brauchen länger!“ Shannen lachte und putzte sich brav neben Mama die Zähne. Als sie aus dem Bad kamen, stolperte Shane gerade die Treppe herunter. „Shane!“, rief Shannen und tapste auf ihn zu. „Hey meine Süße, hast du gut geschlafen?“ Er nahm sie auf den Arm und sie fing schon an zu plappern und erzählte ihm, was sie geträumt hatte.
„Shannen?“, rief Grace. „Ja?“ „Shane muss heute wieder nach Hause fliegen. Was hältst du davon, wenn wir ihn zum Flughafen begleiten?“ „Nicht Heimfliegen!“, sagte die Kleine und fing an zu weinen. Das tat Shane im Herzen weh. Er wusste nicht, dass sie ihn schon so in ihr Herz geschlossen hatte. „Hey, nicht weinen. Ich komm ganz sicher wieder. Wenn ich wieder da bin, dann nehme ich euch beide mit und dann darfst du dir meine Pferde anschauen ja?“ Sofort hörte sie auf zu weinen und nickte ganz heftig. Shane wischte ihr noch die Tränen aus dem Gesicht und ließ sie dann wieder runter, damit sie ihre Puppe holen konnte. „Weißt du was, wir gehen dann noch schnell in das Café um die Ecke und frühstücken da gemütlich und dann fahren wir zum Flughafen ja?“, sagte Grace und küsste Shane im vorbeigehen. Sie musste noch schnell ihre Tasche und ihr Handy holen und dann konnte es leider schon losgehen. „Shannen, Schuhe anziehen, wir wollen dann gehen!“ , rief Grace aus ihrem Zimmer. Als sie hinunterkam, hatte sie ihre Schuhe schon an und Shane war gerade dabei, den zweiten Schuh zu binden. „du bist so süß, danke!“, sagte Grace und gab ihm wieder einen Kuss. Sie verabschiedeten sich noch von Sarah. Shane umarmte sie und sagte: „War wirklich schön bei euch, nur von dir hab ich nicht viel gesehen, tut mir leid!“, sagte er. „Ist doch kein Problem, ich versteh das schon, mach dir jetzt nur kein unnötiges schlechtes Gewissen. Hauptsache, Grace hat genug von dir gesehen!“, grinste Sarah. „Ja ich denke schon!“, kicherte Grace. Dann gingen die Drei nach draußen, um die Ecke zu dem Kleinen Café. Dort frühstückten sie gemeinsam. Shannen bekam zu ihrer Freude, die zweite Tasse heiße Schokolade an diesem Morgen und war sichtlich zufrieden. Die Beiden saßen sich gegenüber und Grace konnte es nicht glauben, dass er in ein paar Stunden schon wieder so weit weg war, dass sie ihn vielleicht nicht mal mit dem Telefon erreichen konnte, wenn er wieder in irgendeinem Funkloch steckte. Anscheinend erriet er ihre Gedanken, was auch nicht schwer war und sagte: „Jetzt mach dir nicht so viele Gedanken, wenn die 5 Wochen rum sind, haben wir 4 Wochen ganz für uns, und die lassen wir uns nicht nehmen okay?“ „Okay!“, sagte Grace und bei dem Gedanken an 4 ganze Wochen mit ihm hellte sich ihr Gesicht sichtlich auf. Auch als sie dran dachte, wie sehr Shannen sich an Shane gewöhnt hatte und sogar anfing zu weinen, wenn er gehen musste, machte sie irgendwie glücklich. Nicht, dass ihre kleine Shannen weinte, doch dass sie Shane so sehr mochte, dass sie weinte. Das machte sie glücklich. Es hätte ganz anders verlaufen können. Sie hätte eifersüchtig sein können, weil sie ihre Mummy nicht mehr für sich alleine hatte. Sie hätte ihn nicht mögen können oder sonst etwas. Doch so, wie es im Moment lief, war sie eigentlich vollkommen glücklich, wenn Shane nicht dauernd unterwegs wäre.
Nach dem gemütlichen Frühstück verließen sie das Café und machten sich auf den Weg zum Flughafen. Als sie ankamen, sahen sie auf der Abflugtafel den Flug nach Dublin. In 20 Minuten war boarding time. Sie hatten also gehörig verschlafen. Sie hatten nicht mehr viel Zeit, sich richtig zu verabschieden. Zuerst war die Kleine dran. Shane nahm sie wieder auf den Arm und sagte zu ihr. „So jetzt muss ich dann wieder Heimfliegen, aber ich komm bald wieder, versprochen!“ „Wann denn?“, fragte die Kleine und fing schon fast wieder an zu weinen. „Das dauert nicht lang, bald bin ich wieder da!“ Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und ließ sie wieder runter. Dann war Grace an der Reihe. Ihr fiel es so unendlich schwer, sich von ihm zu verabschieden. Sie hasste Abschiede, das war für sie das Schlimmste. „Meine Süße. Ich verspreche dir, ich rufe dich jeden Tag an und du wirst sehen, die Wochen werden vergehen wie um Flug!“ Er wusste, dass er Schwachsinn redete, doch er wusste nicht, wie er sich und ihr den Abschied erleichtern konnte. „Haha, du bist gut. Das werden die längsten Wochen meines Lebens. Ich vermiss dich doch jetzt schon so!“, sagte sie und warf sich in seine Arme. Er strich über ihre Haare und wollte sie nie wieder loslassen. Es war nicht zu überhören, dass sie an seiner Schulter weinte. „Schatz, ich bin bald wieder da, wein doch nicht. Das mag ich gar nicht!“ Sie löste sich so weit von ihm, dass sie ihm in die Augen schauen konnte und Shane wischte ihr eine Träne aus dem Gesicht. „Ich vermiss dich aber so, ich will nicht dass du gehst!“ Shannen hatte das alles mit angesehen, und weinte nun auch, und zwar mit unüberhörbarer Lautstärke. Grace nahm sie auf den Arm und versuchte sie zu trösten, doch sie weinte ja selber. Shane nahm die beiden in den Arm und drückte sie ganz fest an sich. Er liebte die beiden so sehr, und er hasste es, ihnen immer so weh tun zu müssen. Er drückte Shannen einen dicken Kuss auf die Wange und küsste Grace lang und zärtlich. Er musste ins Flugzeug, doch er wollte nicht. Er drückte Grace das letzte mal die Hand und ging dann so schnell er konnte davon. Er wollte den Abschied nicht noch schwerer machen, als er eh schon war. Grace sah im nach und konnte sich kaum beruhigen. Eine Mitarbeiterin des Flughafen ging an ihr vorbei. Als sie merkte, dass sie weinte, blieb sie stehen, und fragte, ob alles in Ordnung sei. „Ja danke, ist schon in Ordnung. Abschiede fallen mir eben immer schwer!“ „Sind Sie sicher, dass ich niemanden rufen soll, Angehörige oder so?“, fragte die Frau besorgt. „Nein ist schon okay, wir fahren jetzt eh nach Hause und sie müssen doch bestimmt zu ihrem Flug oder nicht?“ „Ja da haben Sie recht, ich bin schon viel zu spät dran, ich bin Stewardess in dem Flug nach Dublin!“ Als Grace das hörte, fing sie wieder an zu weinen. „Hab ich etwas falsches gesagt?“, fragte die Stewardess ganz erschrocken. Sie musste zwar in ihren Flieger, doch sie konnte sie jetzt nicht einfach so stehen lassen. „nein ist schon okay, es ist nur so, dass mein Freund gerade in diese Maschine nach Dublin gestiegen ist und ich ihn jetzt 5 Wochen nicht sehe.“ „Das tut mir leid, aber 5 Wochen ist ja nicht so lang, danach haben Sie ihn sicher wieder die ganze Zeit um sich!“ „Ich habe ihn nie die ganze Zeit um mich. Mein Freund ist Shane Filan von Westlife, er ist immer am arbeiten und fast nie bei mir, er war jetzt gerade mal ein Wochenende bei mir und jetzt muss er wieder 5 Wochen auf Tour, ohne mich.“ Grace war verzweifelt, sie wusste nicht mal ob sie das überhaupt erzählen durfte, aber da jetzt eh jeder wusste, dass sie die Freundin von Shane war, war es ja eh egal. „Oh das wusste ich nicht, das tut mir leid! Ich werde ihm einen schönen Gruß noch von Ihnen ausrichten ja? Ich muss nämlich jetzt wirklich!“ „Ja machen sie das, vielen Dank, sagen Sie ihm bitte, ich liebe ihn!“ „Mache ich doch gerne, viel glück!“, rief sie noch hinterher und lief schnell zu dem Gate.
„Komm Süße, wir gehen nach Hause.“, sagte Grace unter Tränen zu ihrer Tochter. „Mummy, wann kommt Shane wieder?“, fragte die Kleine. „In 5 Wochen meine Süße, so lange müssen wir es alleine aushalten, schaffen wir das?“ „Ja Mummy!“, sagte die Kleine und kuschelte sich in ihre Arme. Sie kamen zu Hause an und Sarah erwartete die beiden schon. Sie wusste, wie fertig Grace sein würde und war deswegen extra zu Hause geblieben. Grace brachte Shannen noch ins Bett. Sie war im Auto eingeschlafen und es war nun eh Zeit für das Mittagsschläfchen. Sie schloss leise die Tür vom Kinderzimmer und setzte sich dann zu Sarah aufs Sofa, die schon auf sie wartete. Wie erwartet, ließ sich Grace nach ein paar Minuten, in denen sie versucht hatte, nicht zu weinen, schluchzend in Sarahs Arme fallen. „ich weiß, du hältst mich jetzt bestimmt für ne Heulsuse, aber ich kann nicht anders, wenn ich mir vorstelle, ich sehe ihn jetzt 5 lange Wochen nicht, dann schnürt sich einfach mein Hals zu und ich glaube immer ich kann nicht mehr atmen. Das ist so schlimm. Ich liebe ihn so!“ „Süße, du weißt, dass ich dich nie eine Heulsuse nennen würde. Und ich versteh dich ja. Ihr beiden seit so süß zusammen. Und ich kann mir schon vorstellen, wie schlimm das für dich ist. Sogar Shannen weint, wenn Shane gehen muss und das ist dann schon wirklich außergewöhnlich. Aber ich denke, sie spürt auch, wie wichtig er für dich ist. Dass er alles für dich ist und dann ist es eigentlich kein Wunder, dass sie ihn auch so vergöttert.“ „Ja das ist wahr. Du hättest die Kleine und Shane am Flughafen sehen müssen. Als er sich von ihr verabschiedet hat, hat sie noch nicht geweint. Und dann hab ich mich von ihm verabschiedet und ich hab natürlich angefangen zu heulen und dann hat sie auch angefangen zu weinen. Ich hab sie auf den Arm genommen und Shane hat uns beide in den Arm genommen. Er hat ihr noch mal einen Kuss gegeben, ihr versprochen, er kommt bald wieder und dann hat er mich noch mal geküsst und ist dann gegangen. Er wollte so schnell wie möglich weg, damit es uns nicht noch schwerer fällt. Als er weg war, hab ich noch mehr geheult, und dann kam noch eine Stewardess vorbei und wollte mich trösten. Dann hat sie mir gesagt, dass sie auf dem Flug nach Dublin dabei ist, dann hab ich natürlich noch mehr geheult und ihr alles erzählt, sie wollte ihm noch einen schönen Gruß von mir ausrichten!“ „Das ist doch lieb von ihr. Süße, er kommt bald wieder. die paar Wochen wirst du schon noch rumkriegen ja?“ „Okay!“
Als Shane ins Flugzeug stieg, war er wirklich drauf und dran, wieder auszusteigen und zu Grace zurück zu laufen. Er wollte sie nicht alleine lassen, er wollte ihr nicht andauernd weh tun, indem er nicht da war. Das wollte er einfach nicht, doch was sollte er machen? Als er sich setzte, und darauf wartete, dass das Flugzeug startete, kam eine Stewardess vorbei und sagte zu ihm: „Sie sind doch Shane Filan oder?“ Er machte sich darauf gefasst ein Autogramm entweder für sie, oder für ihre Tochter oder Kleine Schwester schreiben zu müssen. „Ja der bin ich!“ „Es tut mir leid, wenn ich Sie störe, aber ich wollte ihnen nur noch schnell einen schönen Gruß von ihrer Freundin ausrichten und Ihnen sagen, dass sie Sie liebt!“ „Woher kennen sie denn meine Freundin?“ Shane war völlig verwirrt. Das hatte er am wenigsten erwartet. „Ich war gerade auf dem Weg hierher, da ist mir eine weinende junge Frau mit ihrer Tochter aufgefallen. Ich fragte sie, ob alles in Ordnung sei und sie sagte mir, dass sie Abschiede hasste und dass sie hier drin seien und für 5 Wochen nicht bei ihr sein können. Dann hab ich ihr angeboten, Ihnen noch einen schönen Gruß auszurichten!“ „Das ist sehr nett von Ihnen, vielen Dank!“ Die Stewardess ging wieder auf ihren Platz, schnallte sich an und das Flugzeug hob ab.
Am nächsten Tag fiel es Grace sichtlich schwer aufzustehen. Sie hatte fast die ganze Nacht geweint, da sie sich so einsam, wie noch nie gefühlt hatte. Heute war Montag und wie jeden Montag brachte Sarah die Kleine in den Kindergarten, deswegen hatte sie es auch nicht eilig aufzustehen. Sie wollte nicht, dass Shannen oder auch Sarah sie mit verweinten Augen sahen. Sie blieb noch ein wenig liegen und starrte vor sich hin. Wieder traten Tränen in ihre Augen und sie konnte es nicht verhindern, dass sie ihr übers Gesicht liefen. Sie wusste, dass sie viel weinte in letzter Zeit. Und sie wusste auch, dass sie es eigentlich nicht musste und auch nicht sollte. Doch sie konnte nicht anders. Wenn sie von Shane getrennt war, war sie nicht ganz, ihr fehlte etwas und das konnte sie auch nicht verbergen. Grace konnte sich gar nicht vorstellen, wie sie es früher ausgehalten hatte, als Shane noch nicht bei ihr war. Doch da war die Vorstellung, Shane könnte bei ihr sein, noch so weit entfernt und sie hätte sich so etwas nie zu träumen gewagt. Und nun war der Traum wahr geworden, und es war so wunderschön mit ihm, doch sie hatte es sich nicht so vorgestellt. Wenn sie ehrlich mit sich war, hatte sie nie daran gedacht, wie oft er weg sein würde. Grace wusste doch, dass Shane bei Westlife war und da so viele Termine hatte, dass es einfach nicht möglich war, so oft bei ihr zu sein, wie sie wollte und wie er wollte. Doch sie würde damit umgehen, sie hatte es ihm versprochen und sie würde Shane für nichts in der Welt wieder hergeben. Die paar Wochen, was sind schon ein paar Wochen? Das würde sie locker hinkriegen. Als sie das dachte, war ihr sofort klar, dass sie sich etwas vormachte und dass sie es nicht locker hinkriegen würde, aber sie würde es hinkriegen.
Genau in dem Moment, als ihre Tränen sie wieder einmal übermannten und die guten Vorsätze, nicht zu weinen, wieder einmal verflogen waren, klingelte ihr Handy. Sie ging dran und versuchte, nicht allzu verheult zu klingen. „Hallo?“ , sagte sie mit erstickter Stimme. „Hey Schatz, ich bin’s, was ist denn los? Weinst du?“ Shane war dran, er wollte sich bei ihr melden, bevor sie für 5 Wochen auf Tour sein würden. „Nein ich weine nicht, wie kommst du darauf? Es ist so schön, deine Stimme zu hören!“, sagte Grace und versuchte, die neue Flut einzudämmen. „Süße, ich hör doch, dass du weinst, was ist denn los? Ich mag es nicht, wenn du weinst!“ Shane war sehr besorgt. „Ich.. Ich weine, weil, weil...“ „Ja?“, Shane hakte nach. Grace wollte es ihm eigentlich nicht sagen. Er wusste ja eh schon, dass sie ihm so fehlte, aber sie wollte ihm auf keinen fall ein schlechtes Gewissen machen. „Ach Verdammt, du fehlst mir so!“, sagte sie schließlich und die Tränen liefen nur so über ihre Wangen. Sie schluchzte am Telefon, dass es Shane im Herzen weh tat. Grace fehlte ihm doch auch so sehr. Ohne sie, war er nicht mehr der selbe. Er brauchte sie, genauso, wie sie ihn brauchte. „Hey Schatz. Du fehlst mir doch genauso. Ich weiß nicht, wie ich die langen Wochen ohne dich überstehen soll, aber es hilft nichts. Bitte hör auf zu weinen!“, sagte Shane. Er wollte sie irgendwie dazubringen, dass sie aufhörte zu weinen. „Kerry und Gina sind auch von Bryan und Nicky getrennt.“ „Ja, das mag ja sein, aber sie hatten genug Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen, wie lange ist Nicky denn schon mit Georgina zusammen? 9 Jahre? Sie kennt das schon von Anfang an und Kerry weiß doch selber was für ein Stress das ist. Sie war doch auch bei Atomic Kitten, sie konnte sich auch dran gewöhnen, ich nicht!“ Grace wollte Shane nie so anfahren, wollte ihm nie etwas vorwerfen, doch in ihrer Verzweiflung war ihr das alles einfach rausgerutscht. Bevor Shane etwas sagen konnte, hatte sie sich auch schon wieder entschuldigt. „Shane es tut mir leid. Ich wollte dir keine Vorwürfe machen, wirklich nicht. Es ist nur..“ „Ich weiß es. Es tut mir ja auch so leid. Glaubst du mir fällt es leicht? Nein tut es nicht. Ich vermisse dich auch, so sehr, aber ich kann es nicht ändern. Es tut mir wirklich so leid. Kannst du mir das verzeihen?“ „Natürlich, du Nuss, dir verzeih ich doch fast alles. Und du kannst ja nichts dafür. Es ist einfach nur so verdammt schwer, dich immer gehen zu lassen.“ „Süße, wir schaffen das. Ich bin bald wieder da.“ „Ja bald, in 5 Wochen. Das ist so lang!“
Sie redeten noch eine halbe Stunde, in der Shane immer wieder versuchte, Grace zu trösten und sie zu beruhigen. Bis er schließlich Schluss machen musste, denn ihr Flieger nach Köln wartete nicht. „Süße, ich muss jetzt Schluss machen, der Flieger geht gleich. Ich soll dir noch schöne Grüße von Nicky und den anderen ausrichten, sie wollen dich auch bald wieder sehen und richtig kennen lernen!“ „Das ist lieb von ihnen, sag ihnen einen schönen Gruß zurück und ich freue mich auch, sie alle wieder zu sehen, aber besonders freue ich mich auf dich!“ „Ich mich auch auf dich und die Kleine. Gib ihr einen Kuss von mir ja?“ „Ja mach ich. Sie vermisst dich auch ganz arg, also sie zu, dass du uns nicht allzu lang alleine lässt!“ „Mach ich. Ich liebe dich!“ „Ich dich auch, bye!“ „Bye“ Shane legte auf und eilte den anderen nach zum Gate. „Und, geht’s ihr besser?“, fragte Nicky. „Wieso besser? Hast du etwa gelauscht?“ „Nein hab ich nicht, aber ich hab gestern Abend noch kurz mit Sarah telefoniert. Sie hat mir erzählt, wie sehr Grace leidet, wenn du nicht da bist. Ich glaube wirklich, diesmal hast du deine große Liebe gefunden, kann das sein?“, fragte Nicky seinen Kumpel. „Ja, das kann sein. Das ist ganz sicher so. mit ihr ist es einfach anders. Verstehst du? Ich meine, du weißt selber, wie sehr ich Gillian geliebt habe und ich würde nie sagen, dass ich sie nicht geliebt habe oder sie mich nicht, aber das mit Grace ist einfach anders. Siehst du, wie sie leidet, wenn ich mal nicht da bin? Sie weint sich die Augen aus, Nix. Wegen mir und ich kann nichts dagegen tun. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann sie ja nicht dauernd so lange alleine lassen. Aber meinen Job kann ich nicht schmeißen und mitnehmen kann ich sie nicht, weil sie ja eine kleine Tochter hat, wir können ja nicht immer mit der Kleinen unterwegs sein.“ „Da hast du Recht, das geht wirklich nicht, aber ihr werdet schon eine Lösung finden, da bin ich mir sicher. Wenn sie erst mal zu dir gezogen ist, was ich glaube, nicht mehr lange dauert, werdet ihr schon eine Lösung finden.“ „Das sagst du so, vielleicht will sie ja gar nicht zu mir ziehen. Ich meine England ist ihr zu Hause und nicht Irland und Irland ist meine Heimat, ich kann mir nicht vorstellen, für immer nach London zu ziehen, und wir sind ja noch nicht lange zusammen, ob da zusammenziehen überhaupt eine gute Idee ist, weiß ich nicht!“ „Shane, du hast mir doch gerade eben deutlich genug gesagt, wie sehr sie dich liebt und wie sehr du sie liebst. Und ich hab euch beide zusammen gesehen. Glaub mir, alles andere wäre eine schwachsinnige Idee. Aber ihr gehört zusammen und wenn ihr euch das Leben mit diesen Wohnangelegenheiten noch komplizierter machen wollt, dann weiß ich auch nicht mehr, was ich machen soll!“ „Okay, das war jetzt eine Ansage!“, sagte Shane lächelnd zu Nicky und die beiden verschwanden auch endlich im Flugzeug.
Grace indessen quälte sich auch endlich aus dem Bett. Es war schon 12 Uhr mittags und sie musste eigentlich noch in die Uni, sich ihre neuen Bücher abholen. Sie duschte schnell, überlegte, was sie frühstücken wollte, entschied sich doch dann sehr schnell dagegen. Sie konnte nichts essen, sie hatte einfach keinen Appetit, und Lust hatte sie auch zu nichts. Ihr fehlte einfach ihre 2. Hälfte, was sollte sie nur ohne ihre 2. Hälfte anfangen? Und so machte sie sich dann doch auf den Weg in die Uni, holte die Bücher, die sie brauchte und schaute auf den Klausurplan. Sie schrieb sich die neuen Termine ab und wollte dann wieder gehen, als sie eine Bekannte aus ihrem Kurs ansprach. Sie waren immer gemeinsam in den Lesungen gesessen, bis Grace dann kaum noch Zeit für ihr Studium hatte, wegen Shane. „Hey Grace, sieht man dich auch mal wieder hier, wie geht’s dir denn so?“ Mandy war wirklich sehr nett und Grace hatte sich gut mit ihr angefreundet, aber sie hatten den Kontakt dann doch nur auf die Uni beschränkt. „Hey Mandy. Ja eigentlich ganz okay, und geht’s dir auch gut?“ Grace war nicht wirklich in der richtigen Stimmung, sich jetzt mit jemandem zu unterhalten, den sie nur aus der Uni kannte. Sie wollte eigentlich nur wieder in ihr Bett wollte keinen sehen und von niemandem gesehen werden. „Ja mir geht’s auch gut, aber mal ehrlich, du siehst nicht so gut aus. Ist irgendwas? Kann ich dir irgendwie helfen?“ „Nein kannst du nicht, ist lieb von dir, dass du fragst. Ist alles in Ordnung!“, sagte Grace. „Warum hast du dann so verweinte Augen? Ist irgendwas mit der Kleinen?“ „Nein, es ist alles okay mit Shannen. Ich vermisse nur meinen Freund, das ist alles! bist du jetzt zufrieden?“ Grace hatte wieder Tränen in den Augen. Genau das hatte sie eigentlich vermeiden wollen. Mandy war überrascht, sie wusste gar nicht, dass Grace einen Freund hatte. Anscheinend hatte sie schon lange nicht mehr Zeitung gelesen. „Doch ich habe einen Freund, einen Freund, der im Moment in Deutschland, Holland oder was weiß ich wo unterwegs ist und sich von Tausenden von Mädchen anhimmeln lässt.“ „Dann würde ich aber hinterher fahren und ihm gehörig die Meinung sagen und das verbieten, das kannst du dir doch nicht mit ansehen!“ „was kann ich mir nicht mit ansehen?“ Grace wusste nicht, was Mandy meinte. „Ja hast du doch eben gesagt. Wenn mein Freund in anderen Ländern unterwegs ist und sich dann auch noch von anderen Frauen anhimmeln lässt!“ „Aber das gehört nun mal zu seinem Job, das kann ich ihm ja schlecht verbieten, ich kann ihm ja nicht seine Fans wegnehmen und außerdem, wie sollte ich das anstellen und außerdem will ich das gar nicht, schließlich war ich mal selber einer!“ „Fans?“ Mandy wusste nicht im geringsten, was Grace da eigentlich redete. „Ja, was soll ich denn sonst meinen? Shane ist im Moment mit Westlife in Deutschland und Holland auf Tour und ich muss warten, bis er wieder da ist.“ „Shane? Westlife? Was redest du da?“ „Shane ist mein Freund. Hast du in den letzten Tagen mal Zeitung gelesen, das steht doch überall.“ Zu Überzeugung dessen, was Grace eben gesagt hatte, kamen noch zwei Mädchen auf sie zu, die mir ihr zusammen immer die Lesungen besuchten und sagten: „Hey Grace, kannst du mir nicht mal ein Autogramm von Shane und vielleicht auch den anderen Jungs besorgen, die sind ja alle so schnuckelig!“ „Wenn ich es schaffe, und dran denke. Ich gebe mein Bestes!“, gab Grace zurück. Die beiden bedankten sich überschwänglich und verließen die beiden dann auch wieder. „Das ist ja der Oberhammer, das wusste ich gar nicht!“, sagte Mandy. Langsam aber sicher, ging Grace das Gespräch aber wirklich auf die Nerven und sie verabschiedete sich mit der Ausrede, sie müsste Shannen vom Kindergarten abholen.
Als sie wieder zu Hause war, stellte sie fest, dass sie noch 2 Stunden Zeit hatte, bis sie Shannen abholen musste. Also legte sich Grace wieder in ihr Bett und versuchte nicht an Shane zu denken, was ihr aber gänzlich misslang. Nach zehn Minuten hatte sie es auch aufgegeben, ihre Tränen zurückhalten zu wollen. Ihr war es egal, was die anderen von ihr hielten, es war ihr egal, was man von ihr dachte. Sie vermisste ihren Shane und zeigte es auch! Dann, als es Zeit war, Shannen abzuholen, ging Grace noch schnell ins Bad, und rubbelte ihr Gesicht und ihre Augen mit kaltem Wasser ab, damit sie nicht ganz so verweint aussah. Mit immer noch sehr verweinten und roten Augen verließ sie nun ihre Wohnung und ging zu ihrem Auto. Sie bemerkte nicht, wie sie gefilmt wurde. „Das sieht aber ganz danach aus, als hätte sie geweint. Hat das frisch verliebte Paar etwa schon einen Streit hinter sich? Das kommt heute noch in die News!“, sagte der Journalist zu seinem Kameramann.
Grace ahnte von nichts und holte ihre kleine Tochter aus dem Kindergarten ab. Alles verlief wie immer. Die beiden kamen nach Hause, Shannen spielte noch ein bisschen, während Grace das Abendessen machte. Sarah kam auch bald nach Hause und die 3 aßen zusammen. Dann brachte Grace die Kleine ins Bett und Sarah und Grace quatschen wie jeden Abend oder sahen etwas im TV an. Wie jeden Abend schauten sie sich die Nachrichten an und warteten gespannt auf die VIP News. In letzter Zeit hatten sie öfter was über Westlife gebracht oder sogar über Grace und Shane und das wollte sich Grace und auch Sarah auf keinen Fall entgehen lassen. „Grace Parker, neue Freundin von Shane Filan wurde heute gesehen, wie sie mit rotverweinten Augen ihr Apartment in London verließ. Sie schien es ziemlich eilig zu haben. Hat sie etwa etwas zu verberge?. Kracht es etwa schon zwischen der jungen Mutter und dem berühmten Star? Mehr Einzelheiten gibt es natürlich bei uns, hier auf....!“
Grace war entsetzt, sie sah die Bilder von ihr, die gedreht worden sind, als sie zum Kindergarten fuhr. Sie konnte es einfach nicht glauben. „Sind die verrückt geworden? Was reimen die sich da zusammen? Ich und Shane Streit haben? Haben die nicht mehr Alle? Ich werde da sofort anrufen!“ Grace war außer sich vor Wut. Doch Sarah bremste sie. „Jetzt beruhig dich mal. Du kannst da auch nichts machen. Die haben das jetzt gesendet, haben mega Einschaltquoten damit gemacht und die werden, nur weil du da anrufst nichts dran ändern. Ganz im Gegenteil, wenn du da jetzt anrufst und die anschreist, dann hängen die dir morgen wieder was anderes an, von wegen du wärst höchst aggressiv oder sonst etwas.“ Sarah hatte Recht, das sah Grace auch ein und setzte sich wieder. Nun war sie wieder verzweifelt und den Tränen nahe. Wenn Shane das gesehen hat? Wie sollte sie ihm das erklären? Sie entschied sich ziemlich schnell dafür, Shane sofort anzurufen und es ihm zu erzählen. Bevor er es von jemand anderem erfuhr. Dann fiel ihr ein, dass Shane im Moment irgendwo auf der Bühne stand und Fans zum Kreislaufkollaps brachte. Sie wartete noch 3 Stunden, bis es nach Mitternacht war und versuchte dann ihn zu erreichen. Nach langem Klingeln ging Shane schließlich an sein Handy. Grace hörte laute Musik im Hintergrund. Sie waren wohl gerade auf der Aftershow Party oder ähnliches. „Shane, ich bin’s, kannst du mich hören?“ „Sehr schlecht Süße. Warte einen Moment ich geh schnell raus.“ Shane ging schnell nach draußen. Sie waren in eine Kneipe abgestiegen und feierten noch das gelungene Konzert in der ausverkauften Köln-Arena. „So jetzt hör ich dich, was ist los?“ „Shane, ich glaub ich hab Mist gebaut!“, sagte Grace leise. „Wieso, was ist denn passiert?“ Shane setzte sich auf eine Steinmauer und wartete auf die Antwort von Grace. „Als du heute morgen aufgelegt hast, bin ich in die Uni gefahren, ich wollte mich ein bisschen ablenken, aber als ich zu Hause war, kam wieder alles und ich hab wieder geheult wie ein Schlosshund. Ich weiß ich soll nicht weinen, aber das ging einfach nicht anders. Und dann bin ich runter zu meinem Auto, weil ich doch Shannen abholen musste. Und dabei wurde ich gefilmt und man sah deutlich, dass ich geweint habe.“ „Ja und was ist da so schlimm?“, fragte Shane. „Ja, sie haben das heute in den Abendnachrichten gebracht, also in den VIP News, dass ich verheult aus meiner Wohnung kam und schnell weggefahren bin. Und dann haben sie sich noch zusammen gereimt, dass wir uns gestritten hätten. Das wollte ich doch nicht. Es tut mir leid. Ich hab einfach nicht nachgedacht. Ich hätte wissen müssen, dass ich ab jetzt dauernd von Fotografen belagert werde. Ich hoffe, ich hab nicht allzu viel Mist gebaut!“ Grace weinte wieder, doch diesmal, weil sie Angst hatte, sie hätte irgendwas getan, was Shanes Karriere schadete und das wollte sie am wenigsten. „Süße, jetzt reg dich mal über solche Idioten nicht auf. Sollen die sich doch zusammenreimen, was sie wollen, wir wissen ja, dass es nicht stimmt und das ist die Hauptsache okay?“ „Wirklich??“ „Ja wirklich, mach dir mal da keine Sorgen. So was machen die ständig, wir haben uns langsam daran gewöhnt und das wirst du auch noch!“
Shane beruhigte Grace wieder und versprach, sich morgen gleich zu melden, wenn sie in München gut angekommen waren. Sie sagten sich noch ein duzend mal, wie sehr sie einander vermissten und Grace legte dann schließlich auf und sagte Sarah Gute Nacht. Sie wollte einfach nur noch ins Bett und schlafen. Nach 2 langen Stunden voller Tränen und Vorwürfen schlief sie dann auch endlich ein. Am nächsten Morgen musste sie wohl oder übel aufstehen, als ihr Wecker klingelte. Sie musste die Kleine wecken, ihr Frühstück machen und sie in den Kindergarten bringen. Also stand Grace auf, ging ins Bad, duschte schnell und ging dann ins Kinderzimmer. Shannen schlief noch tief und fest und Grace konnte es kaum übers Herz bringen, sie aufzuwecken, sie sah so süß aus, wenn sie schlief. Dann weckte Grace die Kleine und schickte sie ins Bad. Nachdem sie den Kakao für die Kleine gemacht hatte, ging sie ihr hinterher und half ihr beim Zähneputzen, dann zog Grace Shannen an und dann frühstückten die beiden zusammen. Gerade als Shannen ihren Kakao geleert hatte, kam auch Sarah die Treppe herunter. „Guten Morgen!“, sagte Sarah und drückte Shannen im vorbeigehen einen Kuss auf die Wange. Dann verschwand sie im Bad und kam nach einer viertel Stunde frisch geduscht und mit einem Handtuch auf dem Kopf wieder. Gerade, als Shannen und Grace die Wohnung verlassen wollten. Sie waren schon etwas spät dran. „Hey Süße, wann kommst du heute wieder?“, fragte Sarah Grace noch, bevor die Beiden verschwanden. „Ich weiß noch nicht, ich bring Shannen schnell in den Kindergarten, dann hab ich Schicht, bis um Zwei, dann hol ich die Kleine ab und bin dann wieder zu Hause, wieso?“ „Nur so, wollte es nur wissen, wann ich dich wieder zu Gesicht bekomme. Ich hab heute den Nachmittag frei, wollen wir nicht mal wieder was unternehmen?“, fragte Sarah. „Ja klar können wir machen, dann ruf ich meine Mum an und frag sie, ob sie Shannen bis heute Abend nehmen kann!“ „Ich dachte eigentlich, dass wir mal wieder ein bisschen länger wegbleiben als acht Uhr. So alt sind wir auch wieder nicht.“ „stimmt da hast du auch recht, aber eigentlich hab ich keine große Lust, heute wegzugehen.“ , sagte Grace. „Das war mir schon klar, aber Süße, du brauchst mal ein bisschen Abwechslung, glaubst du die 5 Wochen gehen schneller rum, wenn du dich hier vergräbst?“ „Nein, aber...!“ „Nichts aber. ich warte hier auf dich heute Nachmittag und dann machen wir mal einen drauf, verstanden?“ „Ja mal sehen, ich muss jetzt wirklich, wir sind schon spät dran!“ Die beiden verabschiedeten sich und Grace fuhr Shannen gleich in den Kindergarten. Dann rief sie noch schnell ihre Mutter an und fragte, ob sie Shannen vom Kindergarten abholen könnte und ob sie vielleicht über Nacht auf die Kleine aufpassen könnte. Ihre Mutter freute sich sehr auf die Kleine und hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Sie arbeitete im Moment ja nur halbtags und konnte deswegen gut auf die Kleine aufpassen. Dann war das auch geregelt, sagte sich Grace und fuhr dann zur Arbeit. Eigentlich hatte sie überhaupt keine Lust, mit Sarah heute Abend wegzugehen und zu feiern, während sie eigentlich im Bett liegen wollte und an nichts anderes denken, als an Shane. ‚Aber das hilft dir auch nichts, so gehen die 5 Wochen auch nicht schneller rum. Jetzt mach mal. Du kannst auch so Spaß haben’, sagte sie sich und versuchte sich auf den Abend zu freuen, was ihr aber nicht so recht gelang. Als ihre Schicht um 14 Uhr im Café herum war, zog sie die Schürze aus und verabschiedete sich von ihren Kollegen. Dann verschwand sie aus der Tür und ging zu ihrem Auto. Sie hatte noch eine Stunde Zeit, bis sie Shannen aus dem Kindergarten abholen musste. Was könnte Grace noch tun, bevor sie die Kleine abholte? Sie entschied sich dafür, Sarah noch zu besuchen, bis ihr einfiel, dass sie doch heute Nachmittag frei hatte. Sie stieg trotzdem aus und ging in den Laden hinein. Sie konnte ja trotzdem noch ein bisschen durch die Regale schauen. Vielleicht fand sie ja mal wieder etwas passendes. Und wie war das noch mal? Shoppen ist das beste Mittel gegen Liebeskummer oder schlechte Laune? Na ja mal sehen, ob das stimmte. Lange hatte Grace eh keine Zeit. Doch schließlich fand sie einen Rock, den sie einfach anprobieren musste. Er war knall grün, hauteng und sehr kurz. Er hatte eine große silberne Gürtelschnalle angenäht und er gefiel Grace einfach wahnsinnig gut. Sie probierte ihn an und er passte ihr wie angegossen. Sie beschloss ohne lang nachzudenken, was er kostete, ihn zu kaufen. Als sie zur Kasse vorging, blieb sie noch einmal an einem Regal hängen, in dem das tollste Oberteil hing, dass sie je gesehen hatte. Heute hatte sie aber Glück beim shoppen, sagte sie sich. Denn in letzter Zeit, wenn sie mit Sarah shoppen war, fand Sarah alles mögliche, doch Grace fand nie das passende, was ihr auch wirklich gefiel. Das Oberteil war weiß und hatte einen gehörigen Ausschnitt. Na ja von Ausschnitt konnte eigentlich nicht die Rede sein. Es wurde vorne nur mit einer silbernen Schnalle zusammen gehalten. Das passte aber hervorragend zu dem Rock, den sie sich ausgesucht hatte. Und da Grace schon lange nichts mehr gekauft hatte, beschloss sie einfach, es zu kaufen, nachdem sie es anprobiert hatte. Dazu würden die weißen Stiefeletten sehr gut dazupassen, die sie erst seit ein paar Wochen hatte und noch keine Gelegenheit hatte, sie auszuführen. Die hatten ebenfalls an der Seite eine silberne Schnalle als Zierde. Irgendwie freute Grace sich nun doch auf den Abend. Als sie bezahlte, war es gerade die richtige Zeit, um Shannen abzuholen. Sie fuhr also sofort zum Kindergarten und holte die Kleine ab und brachte sie zu ihrer Mutter. „Heute darfst du wieder bei Oma schlafen!“, sagte Grace zu ihrer Tochter. „Au Ja!“, sagte die Kleine und sie freute sich tierisch. Als Grace Shannen bei ihrer Mutter abgeliefert hatte, fuhr sie auch gleich nach Hause und Sarah wartete schon auf sie. Es war gleich 16 Uhr, sie hatten also noch genug Zeit, in Ruhe zu essen, sich zu Duschen und fertig zu machen, dass sie pünktlich um 20 Uhr aus dem Haus kämen. „Hey Süße!“, sagte Sarah zu Begrüßung und umarmte Grace wie immer, wenn sie sich begrüßten. „Du musst morgen unbedingt mit mir in den Laden kommen!“, sagte Sarah aufgeregt. „Wieso denn?“ „Wir haben ganz tolle Sachen reinbekommen und ich habe sie natürlich alle schon inspiziert. Und da ist ein Rock und ein Oberteil dabei, die sind für dich gemacht und die passen so gut zu deinen neuen weißen Stiefeletten.“ „Was denn für Sachen?“, fragte Grace unschuldig. Sie war sich fast sicher, dass Sarah die Sachen meinte, die sie heute gekauft hatte. Die beiden hatten eben den selben Geschmack. „Das ist ein knall grüner Minirock mit einer silbernen Schnalle, genau wie an deinen Stiefeletten und noch ein weißes Oberteil, das hat hier in der Mitte auch eine silberne Schnalle, das würde an dir einfach umwerfend aussehen. Ich wollte es dir heute schon mitbringen, aber ich wusste ja nicht, ob es dir gefällt!“ „Ist ja nicht so schlimm, dann schauen wir einfach morgen ja?“, sagte Grace und lachte in sich hinein. Was würde Sarah nur sagen, wenn sie später so angezogen die Treppe runterkam.
Die beiden kochten gemütlich zusammen und hatten wie immer ein riesen Spaß dabei. Als sie mit kochen und essen fertig waren, war es schon 18 Uhr. Die beiden räumten schnell die Küche auf und einigten sich darauf, dass Sarah als erstes duschen durfte. Denn sie brauchte zum Schminken immer wesentlich länger als Grace. Deshalb konnte sich Sarah dann schminken, wenn Grace am Duschen war. Als Sarah frisch geduscht, mit nur einem Handtuch bekleidet an Grace vorbeisprang und in ihr Zimmer, ging Grace auch schnell unter die Dusche und machte es Sarah dann nach und lief schnell in ihr Zimmer. Sie trocknete sich gründlich ab und föhnte sich dann die Haare. Als die Haare trocken waren, schlüpfte sie in ihren neuen Rock, in das neue Oberteil und fing an sich schnell ein wenig zu schminken. Make Up, Wimperntusche, Kajal, Lidstrich, Lip gloss. Fertig war das Make Up. Weiter ging es mit den Haaren. Grace steckte ihre Haare raffiniert hoch und ließ einzelne Strähnen herausfallen. Sarah rief von unten nach ihr. Sie hatte ja gut lachen, sie hatte ja auch Vorsprung, dachte Grace und schlüpfte schnell in ihre neuen Stiefeletten. Ein letzter Blick in den Spiegel. Alles okay. Handtasche gepackt, nachgesehen ob alles drin war. Make Up, falls was verschmiert, Geldbeutel, Handy, sehr wichtig, Taschentücher, und der restliche Kram, was man so dabei hat. Gut alles dabei. Jacke geschnappt und schnell nach unten. Sarah wartete schon fertig aufgebrezelt an der Tür. Sie hatte einen schwarzen Minirock an, passend zu ihren schwarzen Stiefeln, und ein Gelbes ebenfalls weitausgeschnittenes Top an, und ihre Blaue Jeansjacke darüber. Grace hatte ihre schwarze Jacke über dem Arm hängen und ihre kleine schwarze Tasche baumelte ebenfalls von ihrem Arm herunter. „Ich glaubs nicht. Du siehst einfach..!“ Sarah bekam den Mund nicht mehr zu. „Sag mal wo hast du die Sachen denn so schnell herbekommen, das sind doch genau die Sachen, die ich dir vorhin beschrieben habe!“, sagte Sarah immer noch völlig baff. „Ja ich weiß, die hab ich mir heute gekauft, nach meiner Schicht. Du weißt doch, dass ich immer noch eine Stunde Zeit habe, bis ich Shannen abholen muss. Sonst komm ich immer zu dir in den Laden, um mit dir zu quatschen, aber dann fiel mir ein, dass du doch heute frei hast. Dann bin ich trotzdem hingefahren und hab mich umgesehen. Und dann hab ich die Sachen gefunden, die musste ich einfach mitnehmen!“, sagte Grace lachend und umarmte ihre Freundin. Das war mal wieder so typisch für die beiden. Dann zogen die beiden endlich los und fuhren endlich mal wieder in ihre Stammdisco, da waren sie schon so lange nicht gewesen. Und Grace hatte sich immer noch nicht dran gewöhnt, dass auch sie nun von Fotografen verfolgt wurde und achtete auch diesmal nicht darauf, dass ihr ein Fotograf gefolgt war. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für die Journalisten. Shane Filans Neue Freundin geht feiern, in einem sehr knappen Outfit, während ihr Freund auf Tour ist und jeden Abend auf einer anderen Bühne steht. Das musste alles genau fotografiert werden. Grace und Sarah gingen erst mal auf die Tanzfläche und tanzten mal wieder so richtig ab. Das hatte Grace sehr vermisst. Sie hatte in den letzten Wochen total vergessen, wie gerne sie doch tanzte, wie wichtig ihr das im Leben war. Als sie beide völlig außer Atem waren, bestellten sie sich etwas zu trinken und verschwanden dann erst mal auf der Toilette, um ihr Make Up zu kontrollieren. Grace holte ein Taschentuch heraus, wischte den verschmierten Kajal weg und zog ihn frisch nach. Sonst war alles noch in takt, nur der Lippenstift musste nachgezogen werden. Sarah war ebenfalls mit ihrem Make up beschäftigt, als ihr etwas einfiel. „Ach ja, ich muss dir heute noch jemanden vorstellen!“, sagte Sarah und grinste dabei. „Ach ne, soll das heißen, ihr habt es auch endlich geschafft?“, fragte Grace und wusste schon genau, was los war. Sarah nickte und grinste übers ganze Gesicht. „Das freut mich so für dich, kommt er denn heute?“ Wieder nickte Sarah grinsend. Die Rede war von Jason. Er war ein guter Freund von den Beiden und Sarah war schon lange in ihn verliebt, und auch Jason war Sarah nicht abgeneigt. Nur hatte es irgendwie nie geklappt. Entweder redeten sie aneinander vorbei oder einer von beiden war fest davon überzeugt, der andere will nichts von ihm. Das lief ständig so. doch anscheinend hatte es nun endlich geklappt. Und gerade als die beiden die Toilette verließen und sich an der Bar mit ihren Drinks nieder ließen, kam auch Jason schon durch die Menge gewackelt. Er begrüßte erst Sarah mit einem langen Kuss und dann Grace mit einer Umarmung und 2 Küsschen auf beide Wangen. „Na habt ihr beiden es doch endlich geschafft?“, fragte Grace lächelnd. Jason nickte und sah verliebt zu Sarah. Dann fragte er sie, ob sie nicht mit ihm tanzen möchte. Sarah schaute Grace fragend an, doch sie nickte nur und schubste Sarah in Richtung Tanzfläche. Sarah sollte doch nicht auf ihren Freund und auf ihren Spaß verzichten, nur weil sie dabei war. Sie nippte an ihrem Cocktail und sah den Beiden beim tanzen zu. Sarah sah sehr glücklich und verliebt aus. ‚Warum kann ich nicht auch hier sein mit Shane und mit ihm tanzen und einfach nur das Leben genießen, warum kann er nicht auch bei mir sein?’ Wieder gingen ihr die ganzen Gedanken im Kopf herum. Doch weinen, das wollte sie jetzt nicht. Nicht hier. Wieder trank sie einen Schluck von ihrem Cocktail und als sie wieder aufsah, saß plötzlich ein junger Mann neben ihr. Ein Mann mit umwerfend blauen Augen. „Hallo schöne Frau, so alleine?“, fragte er und der Klang seiner Stimme ließ einen Schauer über ihren Rücken laufen. Sie wusste auch nicht warum. „Ja leider!“, antwortete sie ihm und sah in seine blauen Augen. „Und warum tanzen Sie nicht? Und sitzen so alleine hier an der Bar?“ „Ich war vorhin schon tanzen, ich ruhe mich nur ein wenig aus. Außerdem ist meine Freundin, mit der ich hier bin, gerade beschäftigt. Sie zeigte auf Sarah und Jason, die nicht mehr viel von der Welt mitbekamen!“ „Und warum machen Sie nicht einfach das selbe. So eine attraktive Frau wie sie, kann doch nicht solo sein, oder etwa doch?“ ein Hoffnungsschimmer leuchtete in seinen Augen auf. „Nein, ich bin nicht solo. Mein Freund ist gerade nicht da. Er ist im Ausland unterwegs!“, sagte sie traurig. „Das ist aber schade, warum nimmt er Sie denn dann nicht mit? So eine hübsche Lady wie Sie würde ich nicht eine Sekunde aus den Augen lassen.“ „das geht leider nicht. Ich studiere noch und habe außerdem eine Kleine Tochter, die ich ja nicht alleine lassen kann“ Die beiden unterhielten sich sehr gut und Grace war wirklich froh, dass der junge Mann sie angesprochen hatte, ansonsten würde sie jetzt immer noch alleine hier sitzen und trüben Gedanken nachhängen. Grace entschuldigte sich kurz bei ihm und verschwand schnell auf der Toilette. Sie bemerkte immer noch nicht, dass sie den ganzen Abend lang von einem Fotografen verfolgt wurde. Das wurde für ihn ja immer interessanter. So treu war die neue Freundin von Shane Filan wohl doch nicht. Und so verliebt wohl auch nicht, wenn sie schon 2 tage nachdem Shane weg war, mit einem anderen flirtete. Das würde eine Schlagzeile geben. Als Grace wieder kam, wartete der nette Mann immer noch an der Theke, er schien sich sehr gut mit ihr zu unterhalten. Grace konnte natürlich nicht bemerkt haben, wie der nette, aufmerksame Mann ihr ein weißes Pulver in ihr Glas schüttete, als sie auf der Toilette war. Niemand schien es mitbekommen zu haben, nicht mal der Fotograf. Zehn Minuten ungefähr, nachdem sie von ihrem Cocktail getrunken hatte, wurde ihr schwindelig. „Ist dir nicht gut?“, fragte der Mann. Sie waren schon zum ‚du’ übergegangen. „Nein mir ist irgendwie schwindelig. Würdest du mit mir ein bisschen an die frische Luft gehen?“ „Ja klar!“ Grace stand auf und fiel fast um, ihr war so schwindelig und sie war auf einmal so müde. was war nur los mit ihr? Weitere 2 Minuten später bekam sie von ihrer Umwelt schon fast nichts mehr mit. Der junge Mann grinste und nahm sie dann auf den Arm und trug sie nicht nach draußen, sondern in ein Hinterzimmer, der Disco. Er legte sie auf das Bett und schaute grinsend auf sie hinunter. Da hatte er wieder eine großartige Beute gemacht. Er setzte sich neben sie und küsste ihren Hals und machte sich dann an ihrem Oberteil zu schaffen. Die Schnalle war schnell geöffnet. Grace war schon fast bewusstlos, sie konnte sich nicht wehren und wusste auch nicht wirklich was geschah. Sie merkte nur, dass sich jemand an ihr zu schaffen machte. Und sie konnte sich nicht wehren und wusste nicht was sie tun sollte. „...nein..nein, lass das!“, flüsterte sie mit schwacher Stimme, bis sie wieder für einen kurzen Moment bewusstlos wurde und der Mann die Schnalle von ihrem Rock öffnete.
In genau diesem Augenblick fiel Sarah auf, dass Grace nicht mehr mit dem Mann an der Bar saß. Sie hatte immer wieder von der Tanzfläche aus zugesehen, wie sie sich unterhalten hatten. Sie war froh, dass sie jemanden gefunden hatte, mit dem sie sich unterhalten konnte. Aber als sie merkte, dass Grace nicht mehr zu sehen war und auch der Mann verschwunden war, hatte sich ein schlechtes Gefühl. Grace würde niemals mit dem jungen Mann etwas anfangen, das wusste sie. Dafür liebte sie Shane viel zu sehr, das würde sie ihm nie antun. Sofort ging sie zur Bar und fragte Jerry, ob er etwas gesehen hätte. „Die beiden sind glaub ich nach draußen gegangen, Grace ging es nicht so gut, glaub ich!“, sagte er und zuckte mit den Schultern. Sarah sah sofort draußen nach, doch sie sah niemanden. Sie hatte ein sehr schlechtes Gefühl, also ging sie nach hinten und schaute in alle Zimmer. Als sie die Tür öffnete, in dem sich Grace befand, stockte ihr der Atem. Der junge Mann war gerade heftigst dabei, Grace zu entkleiden und sie zu vergewaltigen. Als er bemerkte, dass er entdeckt wurde, wollte er fliehen und an Sarah vorbei rennen, doch er hatte nicht mit Jason gerechnet. Er schubste ihn wieder zurück und verpasste ihm einen heftigen tritt in den Bauch. Der Mann flog in die Ecke und blieb dort erst mal bewusstlos liegen. „Hol schnell Jerry her und sag ihm, er soll die Polizei rufen und einen Arzt dazu. Sarah ging sofort zu Grace und sah nach ihr. Sie war bewusstlos immer noch. Doch sie atmete. Sarah versuchte sie wach zu bekommen, was ihr auch schließlich gelang. „Was ist passiert?“ Grace war total benommen, sie wusste nicht wo sie war, und was passiert war. Sie schlief auch gleich wieder ein. Der Kerl hatte ihr Schlaftabletten verabreicht und das nicht wenige. Sarah zog Grace so gut es ging wieder an. Sie schloss das Oberteil von ihr und auch den Rock und legte dann eine Jacke über sie drüber. Dann setzte sie sich neben sie und fing an zu weinen. Wieso musste so was immer Grace passieren? Hatte sie denn nicht schon genug durchmachen müssen? Endlich ging es ihr wieder besser und dieses Schwein machte wieder alles kaputt. Sie sah zu dem Mann hin und am liebsten wäre sie aufgesprungen und hätte ihm die heftigsten Tritte verpasst, für die sie im Stande war, sie wollte sich an ihm rächen. Für alles was Grace angetan würde. Doch dann kamen Jerry und Jason wieder und Jerry fing an, den Mann zu fesseln, damit er, falls er wieder aufwachte, sich nicht aus dem Staub machen konnte. Der Arzt war schon eingetroffen und untersuchte Grace. Sie schlief immer noch. Der Arzt stellte fest, dass ihr Schlaftabletten verabreicht worden sind, aber nicht in Lebensgefährlicher Menge und auch nicht in einer Menge, die ihr später irgendwelche Schäden zuführen könnten. „Sie wird einfach noch eine Weile tief und fest schlafen!“, sagte der Arzt und beruhigte Sarah. „Am besten, Sie bringen sie nach Hause und warten, bis sie von alleine wieder aufwacht. Sollte es aber länger als 12 Stunden dauern, rufen Sie mich bitte!“, sagte der Arzt und verabschiedete sich. Die Polizei war inzwischen auch eingetroffen und hatte alle Gäste gebeten, die Disco zu verlassen. Sie verhafteten den Mann sofort und nahmen ihn mit auf die Wache. Sarah saß immer noch weinend neben Grace und Jason nahm sie in den Arm. „Warum muss das immer Grace passieren?“ „Ich weiß es nicht, aber es ist ja noch mal gut gegangen, wir sind ja gekommen, bevor er...!“ Sarah wusste, was er sagen wollte. Und trotzdem wollte sie es einfach nicht begreifen, wie man nur in der Lage sein kann, jemandem so etwas anzutun. Jerry, der Besitzer der Bar und auch ein guter Freund von den Beiden, nahm Grace auf den Arm und trug sie zum Auto. Sarah verabschiedete sich von Jason und ließ sich dann von Jerry nach Hause fahren. Er trug Grace dann noch nach oben in ihr Bett und verabschiedete sich von Sarah. Sarah saß noch die ganze Nacht an Graces Bett und machte sich vorwürfe. Wie beim letzten mal auch. ‚wenn ich sie nicht überredet hätte, mit mir wegzugehen, dann wäre es nicht passiert. Wenn ich nicht nur mit Jason beschäftigt gewesen wäre, dann hätte ich besser aufpassen können.’ So ging das die ganze Zeit weiter. Außerdem wunderte sich Sarah, warum Shane noch nicht angerufen hatte. Er wusste zwar noch nichts davon, aber sonst rief er jeden Abend an. Sarah wusste nicht, dass der Akku von Graces Handy vollständig leer war und da Grace grad tief und fest schlief, änderte sich das auch nicht. Die Telefonnummer von den beiden zu Hause hatte Shane nicht in seinem Handy eingespeichert. Daran hatte er nicht gedacht. Auch er machte sich langsam Sorgen. Er konnte Grace nicht erreichen, das war noch nie so gewesen. Er wusste nicht, wo er sich erreichen konnte. Langsam machte er sich Sorgen. Er hatte schon versucht, sie zu erreichen als sie in München ankamen, da ging sie nicht an ihr Handy. Aber da war sie gerade bei der Arbeit, dachte Shane. Dann hatte er sie versucht zu erreichen, bevor das Konzert startete, da ging sie nicht an ihr Handy und jetzt war es 2 Uhr nachts und sie ging immer noch nicht dran. Er vergas auch völlig, dass Nicky die Handynummer von Sarah hatte. Er ging dann zu Bett und schlief auch gleich ein. Er nahm sich vor, sofort wenn er morgen aufstand, es noch mal zu probieren und ansonsten bei der Auskunft anrufen und sie nach der Nummer von den Beiden zu Hause zu fragen. Als er morgens aufwachte und zum Frühstück ging, hatte Kian eine Zeitung in der Hand, natürlich eine Englische und als er Shane sah, wollte er sie wegpacken. „Was soll das Ki, ich will auch wissen, was in der Welt so passiert, also gib die Zeitung her!“ Kian musste wohl oder übel die Zeitung rausrücken und gab sie ihm schließlich. Shane schlug gleich die erste Seite auf und was er da las, versetzte ihm einen Schock:
Grace Parker, die neue Freundin von Shane Filan, dem berühmten Sänger von der bekannten Boyband Westlife wurde gestern Abend mit einer Freundin in einer Londoner Szene Disco gesichtet. Mit einem Aufreizenden Outfit legte sie es offensichtlich darauf an, die Männer zu verführen, was auch klappte. Zwei Stunden, nachdem sie die Disco betrat, verschwand sie ziemlich angetrunken mit einem jungen gut aussehenden Mann in einem der Hinterzimmer. Was wird wohl ihr Freund davon halten, der im Moment in Deutschland und Holland auf Tour unterwegs ist? Ich glaube, diese Frau war doch nicht die Beste Wahl, Mr. Filan!
Shane ließ die Zeitung sinken und verschwand wieder auf seinem Zimmer, das konnte nicht wahr sein. Das konnte sie ihm doch nicht antun. Wieso? Er war sich so sicher, sie würde ihn von ganzem Herzen lieben. War das alles dann etwa nur Show? Das ganze Geheule und so weiter? Das konnte doch einfach nicht wahr sein. Shane war tief verletzt und war sich ganz sicher, er würde sich von Grace trennen, was ihm im Herzen so weh tat, dass ihm Tränen die Wangen hinunter liefen. Shane weinte selten, doch nun war ihm alles egal. Die Frau seiner Träume, die er über alles liebte, betrog ihn schon, wenn er nur 2 Tage nicht da war. Wie sollte es nur weiter gehen.
Nicky klopfte an die Tür und wollte nachsehen, wie es ihm ging. Er hatte auch den Artikel gelesen. Er wollte eigentlich sofort Sarah anrufen und sie fragen, was sie davon hielt und was da wirklich passiert war, doch er entschied sich dann doch dafür, erst nach Shane zu sehen und dann gemeinsam mit ihm nach einer Lösung zu suchen.
Als Shane nicht herein rief, öffnete Nicky einfach die Tür und trat ein. Als er sah, dass Shane weinte, nahm er ihn sofort in den Arm und versuchte ihn zu beruhigen. Shane mochte es auch nicht, dass man ihn weinen sah und beruhigte sich auch ziemlich schnell. „Hey Shane, jetzt sie mal nicht alles so schwarz. Du weißt doch, dass sie so etwas nie tun würde und seit wann glaubst du denn alles, was in den Zeitungen steht?“ „Da waren Bilder!“, rief Shane wütend. Und er hatte Recht. Dort waren genug Bilder, die wirklich ganz eindeutig aussahen. Grace saß mit dem Mann an der Bar und sie schien sich gut zu unterhalten. Dann sah man die beiden, wie sie Arm in Arm verschwanden. Man sah Grace nicht an, dass ihr schlecht war. Wenn man das Bild sah, und nicht wusste, was geschehen war, dann dachte man, sie wäre ganz einfach total betrunken. Dann das nächste Bild zeigte, wie der Mann sie auf den Arm nahm und in dem Zimmer verschwand. Was sollte Shane auch anderes denken? Er erreichte Grace schon seit fast 24 Stunden nicht mehr, dann las er das in der Zeitung. „Hey, ruf sie doch einfach an und frag nach, sie wird dir bestimmt die Wahrheit sagen!“, sagte Nicky. „Es gibt bestimmt eine simple Erklärung!“, sagte er weiter. „Wie soll ich sie denn anrufen, ihr Handy ist doch aus und außerdem, was soll das für eine Erklärung sein?“ Shane war ziemlich wütend und aufgewühlt. „Dann ruf ich Sarah an und rede mit ihr. Du bist still ja?“, sagte Nicky und Shane nickte. Nicky wählte die Nummer von Sarah und nach einigem Klingeln ging sie dann auch ran. Sie war gerade neben Grace gesessen und hatte wie schon die ganze Nacht auf sie aufgepasst. Als ihr Handy klingelte, schnappte sie es sich und ging nach unten, dann erst ging sie ran. „Hallo?“ „Hi Sarah, hier ist Nicky, sag mal kannst du mir erklären, was das gestern Abend war. Shane sitzt hier neben mir und ist fertig mit der Welt!“ „Wieso, was soll gestern gewesen sein?“ Sarah konnte sich das nicht erklären, von dem Fotografen und dem Artikel wusste sie ja nichts. „Jetzt tu doch nicht so. du weißt es doch bestimmt auch. Es steht doch ganz fett in der Zeitung!“ Nicky wollte eigentlich nicht böse werden, aber wenn Sarah so tat, als wüsste sie nichts, während sein bester Freund hier saß und leidete, dass konnte er nicht so belassen. „Was steht in der Zeitung?“ Sarah wusste es ja wirklich nicht. „Ja dass Grace Shane gestern Abend in dieser Disco betrogen hat. Der Fotograf hat alles fotografiert. Wir haben es alle in der Zeitung gelesen und Shane sitzt nun hier und ist absolut fertig. Er ist noch nicht mal 3 Tage weg..!“ „Hey jetzt hör mir mal zu!“, sagte Sarah nun ziemlich aufgebracht. Es konnte doch nicht sein, dass die nun alle glaubten, Grace hätte etwas schreckliches getan, wo sie doch oben im Bett lag und immer noch nicht aufgewacht war. Wie konnten die Zeitungen nur so etwas schreiben? „Jetzt sag endlich, was ist da gestern gelaufen?“ „Okay, dann hör mir mal zu. Ja Grace und ich waren gestern Abend feiern, irgendwie musste ich sie ja mal auf andere Gedanken bringen. Sie saß ja nur zu Hause und hat geweint.“ „Ja aber das ist doch noch lange kein Grund, ihn gleich zu betrügen!“, fiel Nicky ihr ins Wort. „Jetzt sei mal schön still. Seit wann glaubt ihr denn alles was in der Zeitung steht?“, fragte Sarah ebenfalls. „Da waren Bilder, Sarah, eindeutige Bilder.“ „Die Bilder haben nichts zu sagen, willst du wirklich wissen, was passiert ist?“, fragte Sarah nun, unter Tränen. Sie konnte es einfach nicht glauben. „Sarah, sag mir jetzt bitte endlich was los ist, und warum weinst du?“ Nicky wusste nicht mehr, was er davon halten sollte und auch Shane wusste nicht, was los war. „Gut, also wie schon gesagt, wir waren gestern Abend weg, in unserer Stamm-Disco. Ich hab Grace meinen neuen Freund Jason vorgestellt und als wir beide, also Jason und Ich tanzen gegangen sind, saß Grace alleine an der Bar. Dann kam wohl der junge Mann, den ihr alle auf den Bildern gesehen habt und hat sich mit Grace unterhalten. Nur unterhalten, das habe ich gesehen. Und als ich das nächste mal zu ihnen geschaut habe, waren die Beiden weg.“ „Ja da siehst dus!“, sagte Nicky. „Jetzt warte. Grace geht nie weg, ohne mir vorher bescheid zu sagen und ich hatte ein ungutes Gefühl, also haben Jason und ich sie gesucht. Wir haben in dem Hinterzimmer nachgeschaut und...!“ Sarah weinte entsetzlich. „Ja, was und?“ Nicky wollte es jetzt endlich wissen. „Der Mann war gerade dabei sie zu vergewaltigen. Grace bekam nichts mehr mit, er hatte ihr was in den Drink gemischt. Wir kamen gerade noch rechtzeitig. Jason hat ihm einen Tritt gegeben und er flog in die Ecke, dann haben wir den Arzt und die Polizei gerufen. Der Mann sitzt im Gefängnis und Grace liegt oben im Bett und schläft. Er hat ihr eine Menge Schlaftabletten in den Drink getan, aber der Arzt meint, sie müsste nicht ins Krankenhaus, nur wenn sie nach 12 Stunden immer noch nicht aufwacht, muss ich den Arzt noch mal rufen. Was sagt ihr jetzt zu eurer tollen Betrügerin?“ Nicky war sprachlos. Shane wusste es natürlich noch nicht, er konnte ja nur Nickys Stimme hören. „Oh Mein Gott, und ihr geht es wirklich gut? Es tut mir so leid!“; sagte Nicky. „Was ist?“ Shane wusste jetzt gar nichts mehr. „Ich weiß es noch nicht. Ich muss jetzt auch wieder nach oben, nach ihr sehen, ich ruf euch an, wenn sie wach ist ja?“ „Ja ist okay!“; sagte Nicky und verabschiedete sich. Er war ganz blass geworden und setzte sich erst mal. „Jetzt sag schon, was ist los?“, fragte nun Shane ziemlich aufgeregt. „Sie hat dich nicht betrogen!“, sagte Nicky. „Was ist denn dann passiert. Jetzt sag schon!“ „Der Mann, mit dem man sie an der Theke gesehen hat, hat ihr Schlaftabletten in das Glas gemischt und sie dann in das Hinterzimmer getragen, als sie eingeschlafen ist. Er wollte sie...vergewaltigen!“ „Was? Oh mein Gott!“ „ja, Sarah und ihr Freund haben es aber noch rechtzeitig bemerkt, dass Grace weg ist und sie haben sie gesucht, und gerade noch rechtzeitig gefunden, also er hat sie noch nicht... aber fast!“ Shane war nun völlig fertig. Seine Grace wurde fast vergewaltigt und die Zeitungen schreiben, sie hätte ihn betrogen und er glaubte das alles auch noch, wie konnte er nur so blöd sein? „Ich muss sofort zu ihr, aber Louis wird das nie erlauben!“, sagte Shane.
Er hatte recht. Louis konnte Shane einfach nicht gehen lassen. Sie hatten heute Abend ein großes Konzert und da konnte Shane nicht fehlen, doch er schlug ihm etwas vor. „Morgen habt ihr kein Konzert, da habt ihr frei, du kannst noch heute Abend nach dem Konzert zu ihr fliegen und kommst dann einfach am Freitag Abend nach Oberhausen, ist das okay?“ „Ja, danke!“ Shane war erleichtert, wenigstens etwas. Er rief Sarah sofort an und sagte ihr bescheid, dass er noch morgen Nacht käme. Sarah sagte ihm, dass das okay wäre und legte wieder auf. Sie musste zu Grace, wenn sie in der nächsten halben Stunde nicht aufwachte, musste sie den Arzt anrufen. Und das wollte sie nicht. Also versuchte sie, sie aufzuwecken. Nach 10 Minuten schlug sie langsam die Augen auf und sah verwirrt um sich. „Was ist los?“ „Alles ist gut, du bist zu Hause!“; sagte Sarah und streichelte ihr übers Haar. „Was ist passiert, ich kann mich nicht erinnern!“ Am liebsten würde Sarah ihr es nicht sagen, doch sie wusste, dass die Erinnerung von alleine wieder kommen würde und das wäre dann noch viel härter. Also erklärte sie es ihr ganz sanft. „Ja, ich weiß es wieder. ich hab mich mit ihm unterhalten und auf einmal wurde mir ganz schwindelig. Ich wollte nach draußen gehen, aber kurz bevor wir draußen waren, nahm er mich auf den Arm und trug mich irgendwo hin. Ich weiß es nicht mehr genau. Er legte mich auf ein Bett und fing an mich zu küssen. Ich wollte das nicht.“ Tränen stiegen in ihr auf, alles kam wieder hoch. „Ich hab immer nein gesagt, aber er hat nicht aufgehört und dann bin ich wohl ganz eingeschlafen!“, sagte Grace unter Tränen. Sie wusste nicht, was noch passiert war, alles an was sie sich noch erinnern konnte, war, dass sie hier gerade eben wieder aufgewacht war. „Hat er...?“ Sarah wusste, was sie wissen wollte. „Nein, wir haben dich noch rechtzeitig gefunden, und er sitzt jetzt in U-Haft, aber du wirst wohl oder übel als Zeugin aussagen müssen, aber das hat noch Zeit. Grace wusste nicht, was sie tun sollte. Er hatte es zwar nicht geschafft, sie zu vergewaltigen, Sarah kam ihm Gott sei Dank zuvor, doch was wäre gewesen wenn nicht? Warum musste ihr das immer passieren, das war so ungerecht! „Lass mich jetzt bitte ein bisschen allein!“, sagte Grace. Sie wollte nur noch alleine sein. Das war das erste mal, dass sie Sarah wegschickte. Eigentlich müsste sie ihr dankbar sein, sie hatte sie immerhin gerettet, sie war ihr auch dankbar, aus tiefstem Herzen, aber sie musste jetzt einfach alleine sein. Niemanden wollte sie sehen. Nicht mal Shannen, ihre Kleine. Sarah verließ ihr Zimmer und machte sich auf den Weg zu Graces Mutter, um die Kleine abzuholen. Ihrer Mutter sagte sie nichts. Sie wäre sonst nur mitgefahren zu Grace und sie musste jetzt einfach alleine sein. Da fiel ihr ein, sie hatte Grace noch gar nicht gesagt, dass Shane heute Nacht noch kommen würde. Sie hatte ihr überhaupt noch nicht gesagt, dass Shane schon alles wusste, geschweige denn, was in der Zeitung stand. Doch das konnte sie ihr jetzt auch nicht sagen, in dem Zustand, in dem sie war. Grace lag zu Hause in ihrem Bett und dachte nach. Sie konnte es einfach nicht verstehen, warum ihr das schon wieder passieren musste und warum man ihr das immer antat. Sie war es leid, sie hatte wegen David so leiden müssen, jetzt war endlich alles vorbei. Ihr ging es gut, sie hatte eine süße Tochter, einen Liebevollen Freund, der sie abgöttisch liebte. Was wollte sie mehr. Sie wollte doch nur glücklich sein, und nun wurde ihr wieder alles zerstört. Doch diesmal sagte sie sich: ‚Ich lasse mir nicht wieder alles zerstören, nicht noch einmal. David hat mir mein ganzes Leben zerstört und ich habe es mir Mühevoll wieder aufgebaut, ich lasse mir es nicht noch einmal kaputt machen’ Sie versuchte an ihren guten Vorsatz zu denken, doch so gut klappte es so schnell auch wieder nicht. Sie saß in ihrem Bett und starrte einfach nur vor sich hin. Sie starrte an die Wand, und sah sie trotzdem nicht. Sie war in einer anderen Welt. Das war wohl noch der Schock, der jetzt erst zum Vorschein kam, da sie sich nun an alles erinnerte. Sarah kam zur Tür herein und wollte wissen, ob sie Hunger hätte. Sie hörte Sarah nicht. Sie beachtete sie nicht, sie starrte einfach nur vor sich hin. Das war Sarah richtig unheimlich und sie wollte etwas unternehmen, also holte sie Shannen nach oben. Auf die Kleine musste sie einfach reagieren. Doch auch als Shannen in der Tür stand und nach ihrer Mummy rief, reagierte sie nicht. Sie war auf einem anderen Stern, obwohl sie hellwach war. Sarah wusste sich nicht zu helfen, und als Shannen anfing zu weinen, brachte sie die Kleine erst mal wieder nach unten und beruhigte sie. „Mummy geht’s nicht gut, aber das ist bald wieder vorbei!“, sagte Sarah und da Sarah der Kleinen bis jetzt immer die Wahrheit gesagt hatte, glaubte Shannen ihrer Patentante auch sofort und war wieder etwas glücklicher. Sarah machte Shannen was zu essen und brachte sie dann auch schnell ins Bett. Dann um ca. 20 Uhr schaute sie noch mal nach Grace. Es war unverändert. Sie saß in ihrem Bett und starrte an die Wand. Nichts interessierte sie. Sarah wusste nicht, was sie tun sollte, also beschloss sie, zu warten, bis Shane kam. Wenn der ihr nicht helfen konnte, dann konnte es niemand. Sie sagte sich: ‚Wenn Shane ihr nicht helfen kann, dann rufe ich sofort den Arzt, irgendwas muss ich doch tun’ Wieder fing Sarah an zu weinen und machte sich die größten Vorwürfe.
Als Shane nachts um 3 Uhr endlich in London eintraf, sich ein Taxi rief, war Sarah schon auf dem Sofa eingeschlafen. Sie wusste ja, dass Shane kam und er hatte keinen Schlüssel, also musste sie wach bleiben, aber sie hatte die ganze letzte Nacht nicht geschlafen und so war es ihr sichtlich schwer gefallen, aufzubleiben. Doch als es an der Tür klingelte, wurde sie sofort wach und öffnete die Tür. Und tatsächlich, Shane stand vor der Tür. Er sah sehr mitgenommen aus. Und das war er auch. Den ganzen Tag hatte er sich noch Vorwürfe gemacht und nicht gewusst, was er tun sollte. Dann als das Konzert endlich zu Ende war, schnappte er sich den nächsten Flieger nach London, und stand nun endlich vor der Tür. „Hallo Sarah!“ er umarmte sie schnell und trat auch gleich ein. „ Ist sie oben? Wie geht es ihr?“ „Ja sie ist oben. Oh Shane, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Den ganzen Tag, also seit sie wach ist, sitzt sie nur oben in ihrem Bett und starrt an die Wand. Sie reagiert nicht auf mich und auf die Kleine auch nicht, ich weiß nicht, was ich noch tun soll.“ Sarah fing wieder an zu weinen und Shane nahm sie in den Arm. Dann ging er aber doch schnell nach oben zu seiner Grace. Wie schon den ganzen Tag saß Grace in ihrem Bett und starrte immer noch auf den selben Fleck an der Wand. Shane öffnete die Tür, machte das Licht an und ging langsam auf sie zu. Er setzte sich neben sie und schaute sie erst ein mal länger an. Fast fing er wieder an zu weinen. Der Anblick war einfach schrecklich. Sie war blass wie ein Gespenst, hatte rotunterlaufene Augen und starrte nur auf einen Fleck. Shane hatte richtig Angst. Sie schien nicht bemerkt zu haben, dass er da war, was ihm noch mehr Angst machte. Langsam nahm er ihre Hand. Sie zuckte leicht, doch sie schaute immer noch an die Wand. „Hey Süße ich bin’s, Shane. Ich bin wieder da.“, flüsterte er leise. Wie als würde sie aus einer Trance erwachen, drehte sie langsam ihren Kopf und ihr Blick ruhte auf Shane. Endlich fiel die Steifheit, die sie schon die ganze Zeit im Körper hatte, von ihr ab und sie ließ sich mit einem lauten Schluchzen in Shanes Arme fallen. Er fing sie auf und nahm sie so fest in den Arm wie er konnte. „Es tut mir so leid, dass ich dich alleine gelassen habe!“, sagte Shane und auch er weinte. „Bist du wirklich da oder träume ich das?“, fragte Grace unter Tränen und sah ihn an. „Nein ich bin wirklich da. Nachdem Sarah mir erzählt hat, was passiert ist, bin ich sofort hergeflogen.“ „Und bleibst du auch hier? Ich brauch dich so!“, schluchzte sie. „Nein, ich kann nicht hier bleiben, so sehr ich es wollte, aber ich lass dich nicht hier alleine. Ich nehme dich mit, versprochen!“ Wieder ließ sie sich in seine Arme fallen. Als er sagte, er müsste wieder gehen, dachte sie, sie würde ersticken. ‚Er lässt mich nicht alleine’ dachte sie und war so glücklich, dass sie einen Mann gefunden hatte, der wirklich für sie da war. Als sie sich ausgeweint hatte und in Shanes Armen eingeschlafen war, legte Shane sie vorsichtig in die Kissen, deckte sie zu, gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und ging aus dem Zimmer. Sarah saß im Wohnzimmer, hatte den Fernseher angemacht und schaute zur Ablenkung ein bisschen fern. Als Shane jedoch hinunter kam, sprang sie sofort auf und wollte wissen, wie es ihr ginge. „Sie hat eben viel geweint, aber sie ist jetzt eingeschlafen!“, sagte Shane leise und setzte sich mit Sarah auf das Sofa. „Sie hat also auf dich reagiert?“, fragte Sarah. „Ja, Gott sei Dank. Sie sieht furchtbar aus, wenn ich den je in die Finger kriege, der ihr das angetan hat!“ „Er sitzt in U-Haft, und wird dafür verurteilt, aber Grace muss gegen ihn aussagen, glaubst du, sie packt das?“, fragte Sarah. „Ich glaube schon, aber jetzt noch nicht. Ich habe ihr versprochen, dass ich sie mitnehme. Ich kann nämlich nur bis morgen Abend bleiben, aber ich kann sie nicht alleine lassen und deswegen nehme ich sie mit, dann ist sie immer bei mir und ich kann mich um sie kümmern. Glaubst du, du kommst mit der Kleinen alleine klar? Weil ich weiß nicht, ob ich sie auch mitnehmen kann. Diesmal ist Kerry mit den Kleinen auch nicht dabei, sonst wäre es kein Problem gewesen.“ „Klar, ich bin ja ihre Patentante und die Oma ist ja auch noch da, wir schaffen das schon, kümmere du dich nur gut um Grace. Sie wird es brauchen. Ich versteh einfach nicht, wie man ihr nur so was antun kann.“, sagte Sarah und schüttelte verzweifelt den Kopf. „Ich weiß es auch nicht, und ich bin ab jetzt immer für sie da, das passiert nicht noch mal. Ich könnte mir 1000 Vorwürfe machen, weil ich nicht da war. Wenn ich sie mitgenommen hätte, oder nicht diesen Job hätte, dann wäre das nicht passiert!“ „Hör auf, du bist der letzte, der sich Vorwürfe machen muss. Außerdem hatten wir das alles schon mal vor fast 5 Jahren, ich will das nicht noch mal alles durchmachen. Von dem Arsch David haben wir nie wieder was gehört oder?“; fragte Sarah. „Nein, dieses riesen Arschloch hat sich ins Ausland abgesetzt und hat sich unauffindbar gemacht, doch wenn ich den jemals auf der Straße treffe, dann gnade ihm Gott.“
Sarah ging nach langem hin und her auch endlich ins Bett und Shane schlief heute auf der Couch, da Grace sich unbedingt ausruhen musste. Am nächsten Tag würden sie Graces nötigsten Sachen packen und dann würde Shane sie mitnehmen, damit sie sich nie wieder so alleine fühlte, wie in den Momenten, in denen Shane nicht für sie da sein konnte.
Am nächsten Morgen stand Shane schon sehr früh auf und ging nach oben, um Grace zu wecken. Sie hatte geschlafen wie ein Stein, nachdem sie mit dem Gedanken eingeschlafen war, bei Shane sein zu können. Das war ihr das wichtigste. Als Shane in ihr Zimmer trat, sah er ihr erst mal ein paar Minuten beim schlafen zu. Sie sah so süß aus, wenn sie schlief. Doch dann weckte er sie auf und die beiden gingen zusammen runter zum Frühstück. Sarah war auch schon wach und sie frühstückten alle zusammen. Den restlichen Nachmittag verbrachte das wieder vereinte Paar zusammen auf der Couch und vertrieb sich die Zeit. Grace kuschelte sich an Shane und dachte darüber nach, wie sie es nur so lange ohne ihn ausgehalten hatte. Ihr war gar nicht bewusst, dass es gerade mal eine Woche war, in der sie getrennt waren. Doch sie konnte sich das gar nicht anders vorstellen. Sie konnte sich nicht vorstellen, länger als ein paar Stunden oder einen Tag von ihm getrennt zu sein. Viele Paare, dachte sie, sehen sich so selten, manche nur an Wochenenden, oder nur zu Ostern, Weihnachten und Pfingsten. Das würde Grace nie aushalten. Sie hatte auch schon so viel davon gehört, man würde sich auseinander leben, wenn man dauernd nur zusammen wäre. Aber Grace konnte sich das einfach nicht anders vorstellen. Es konnte ja auch sein, dass es jetzt nur der Anfang wäre, an dem sie Shane unbedingt brauchte, aber auch das war ihr unverständlich. Niemals konnte Shane ihr auf die Nerven gehen, oder niemals würde sie Shane wegschicken wollen. Das kam ihr gar nicht in den Sinn und sie war froh darüber.
Grace hatte den Vorfall in der Disco eigentlich ganz gut verkraftet, seit Shane da war. Der Mann, der ihr das angetan hatte, saß schon im Gefängnis und wartete auf seine Verhandlung, an der Grace natürlich aussagen musste und Shane auch. Doch das dauerte noch eine ganze Weile. Daher war von Seiten der Polizei nichts einzuwenden, wenn Grace Shane auf der Tour begleitete. Als es Zeit war, Grace vom Kindergarten abzuholen, machten sich die Beiden auf den Weg. Grace wollte ihre kleine Shannen nicht alleine lassen. Sarah versprach ihr, sich gut um sie zu kümmern, doch das reichte Grace nicht. Natürlich vertraute sie Sarah ihre Kleine an, sie war ja schließlich ihre Patentante und doch wollte und konnte sie Shannen nicht hier alleine lassen für vier Wochen. „Shane, kann ich sie nicht mitnehmen, bitte!“, flehte Grace. „Süße, du weißt, dass ich nichts dagegen habe, die Kleine mitzunehmen. Ich hab sie doch auch so gern, aber ich weiß einfach nicht, ob wir genug Zeit haben, uns um sie zu kümmern.“ „Shane, du stehst auf der Bühne und singst und nicht ich. Ich habe schon genug Zeit für meine Tochter, versprochen. Und ich kann sie einfach nicht vier Wochen alleine lassen. Dazu ist sie noch zu klein, um das zu verstehen. Erst gehst du weg und dann verschwindet auch noch ihre Mum. Das kann ich ihr doch nicht antun!“ „Du hast schon recht. Wir nehmen sie mit.“, sagte Shane und Grace sprang vor Freude in seine Arme und bedankte sich mit einem Kuss bei ihm. Als sie im Kindergarten ankamen, kam Shannen auch schon angelaufen und warf sich ihrer Mummy an den Hals. Als sie sah, dass auch Shane mitgekommen war, war die Kleine völlig aus dem Häuschen. Sie freute sich riesig, Shane zu sehen. Es war nun mal ihr Lieblingsonkel. Als sie Holly bescheid gesagt hatten, dass Shannen die nächsten Wochen nicht im Kindergarten sein würde, fuhren sie noch schnell zu Graces Mum, um Shannens Sachen abzuholen, die sie unbedingt für die Reise brauchen würde. Grace verabschiedete sich noch schnell von ihrer Mum, da sie ja jetzt für vier Wochen nicht da sein würde. Als das alles erledigt war, fuhren sie nach Hause, damit auch Grace ihre Sachen zusammenpacken konnte und noch ein paar Sachen für Shannen mit einpacken. „Wohin fahren wir denn Mummy?“, fragte die Kleine neugierig. „Wir fahren jetzt mit Shane mit. Wir fliegen heute noch nach Deutschland, na wie findest du das?“ „Uiii, fliegen?“ „Ja fliegen mein Schatz. Shane will uns nämlich nicht hier ganz alleine lassen. Es könnte uns ja was passieren. Ist das nicht lieb von ihm, mein Schatz?“, fragte Grace die Kleine im Spaß. „Ui, ja!“, sagte Shannen ganz begeistert und freute sich, dass sie auch endlich mal fliegen durfte. „Und wenn wir mit der Tour fertig sind, haben wir gleich vier Wochen frei und wir können zusammen in Irland bleiben, weil die Tour hört ja in Dublin auf, was meinst du dazu?“, fragte Shane. „Da halte ich sehr viel davon mein Schatz!“, sagte Grace und küsste Shane. „Und wenn eure Konzerte in Irland anfangen, wohnen wir dann gleich schon bei dir?“, fragte Grace ganz neugierig. Sie war ja noch nie auf so einer Tour dabei, außer als Fan, aber da bekommt man ja nichts mit. „Ja natürlich, also wenn wir in Belfast sind und einen Tag frei haben, dann fahren wir natürlich nach Hause, aber wenn das alles hintereinander läuft, dann bleiben wir meistens schon in den Hotels. Aber wenn wir in Dublin spielen, dann fahren wir eigentlich schon immer nach Hause.“, erklärte Shane.
Als sie fertig gepackt hatten, verabschiedeten sie sich noch von Sarah. Tränen liefen ihr und auch Grace über die Wangen. „ Jetzt seh ich dich acht Wochen nicht. Das ist eine lange Zeit, was mach ich denn so lange ohne euch Zwei?“, fragte Sarah und umarmte Grace ganz fest. „Du wirst das schon schaffen. Stell nur die Wohnung nicht ganz auf den Kopf. Außerdem ist ja Jason auch noch da, der wird dir die Wartezeit schon versüßen. Ich werde dich auch ganz doll vermissen!“, sagte Grace und weinte ebenfalls. Dann nahm Sarah noch Shannen auf den Arm und drückte ihr einen dicken Kuss auf die Wange. Natürlich bekam Tante Sarah auch einen Kuss zurück. „Tschüss meine Süße, und sei schön brav ja?“ „Ja Tante Sarah!“, rief Shannen und griff nach der Hand von Grace. Shane umarmte Sarah ebenfalls, und bedankte sich bei ihr. „Wofür denn? Ich muss mich bei dir bedanken!“, sagte Sarah. „Für alles einfach!“, sagte Shane und grinste sie an. Dann gingen die Drei zur Tür hinaus, auf dem Weg zum Flughafen. Als sie im Flugzeug nach Deutschland saßen, schaute Shannen die ganze Zeit begeistert aus dem Fenster und rief dauernd: „Schau mal Mummy, wie klein die Autos sind!“ Shannen war total aufgeregt und konnte sich gar nicht an den Wolken und kleinen Autos satt sehen. Grace war immer noch sehr erschöpft und schlief irgendwann an Shanes Schulter ein. Shane hatte nebenbei auch ein Auge auf Shannen. Als das Flugzeug landete, wachte Grace auf und sah sich verwirrt um. Im ersten Moment wusste sie nicht, wo sie war, doch dann sah sie Shane und ihr fiel wieder alles ein. Sie packten schnell ihr Handgepäck zusammen und stiegen aus. Shane mit Mütze und Sonnenbrille verkleidet. Auch Grace hatte eine Mütze und eine Sonnenbrille auf. Shane hatte es ihr geraten. „Aber warum muss ich denn eine Sonnenbrille und eine Mütze tragen, mich kennt doch keiner, und hier schon gar nicht!“ „Das glaubst auch bloß du. Wir sind zwar hier nicht in Irland, aber du würdest dich wundern, wie viele Leute uns hier kennen. Das hatte ich nie für möglich gehalten. Aber Deutschland ist wirklich sehr wichtig für Westlife, die Fans sind zwar total anders als in Irland und UK, aber total treu, das kannst du mir glauben und wenn einer von uns eine neue Freundin oder so hat, dann wird diese Person schneller durchleuchtet, als du es dir vorstellen kannst. Du hast es ja in London gesehen, man hat dich von einer Mülltonne aus gefilmt und sich irgendeinen Mist ausgedacht. Also trag die Sonnenbrille lieber und nimm Shannen auf den Arm, falls Fans da sind. Die stürmen immer auf einen los.“ , sagte Shane und rückte sein blaues Schildcap zurecht. Sie liefen zum Band, um ihr Gepäck abzuholen und wollten sofort zum Ausgang, denn da wurden sie schon mit einem silbernen Van erwartet und auch von vielen Fans. Irgendwie mussten die das schon wieder rausgekriegt haben, dass Shane für einen Tag nach London oder sonst wohin geflogen war. Sofort liefen sie kreischend auf Shane zu und wollten Autogramme haben und Fotos und so weiter. Shane liebte seine Fans und gab ihnen auch immer Autogramme so lange es ging, doch nicht wenn er Grace und Shannen dabei hatte. Er schickte Grace schon mal vor, als er die kreischende Menge sah. Grace hielt Shannen fest und lief an der Menge vorbei. Alle musterten sie zwar und riefen ihren Namen und noch etwas, aber das verstand sie nicht, liefen ihr aber nicht hinterher, Shane war schon noch interessanter, was sie auch verstehen konnte. Und sie war auch sehr froh darüber. Shannen war schon etwas beunruhigt, was auch kein Wunder war, bei diesen vielen kreischenden Mädchen, die auf sie zu gestürzt kamen. Als Shane ein paar Autogramme gegeben hatte, verabschiedete er sich auch schnell, denn er musste zu Grace und Shannen, sie wusste ja gar nicht, wo sie hinmusste. Als er sich verabschiedet hatte, lief er Grace hinterher und Grace blieb auch stehen, um auf ihn zu warten. Die Drei gingen schnell auf den Ausgang zu und Shane sah auch sofort Paul, der am Van wartete, um sie einzuladen und zur Halle zu fahren. Als Grace mit Shannen und Shane im Auto saß, war ihr schon um einiges wohler. „Oh man, ist das bei euch immer so, wenn ihr irgendwo ankommt. Die sind ja überall!“, sagte Grace. „Ja das ist eigentlich immer so, die Fans sind am Flughafen, am Hotel, vor der Halle, beim Hinterausgang, an den Bussen, eigentlich überall, woher die das immer wissen!“ „Jaja, wir sind halt schnell in so was!“, grinste Grace. „Was meinst du mit wir?“ Shane schaute Grace verwirrt an. „Ja hallo, Erde an Shane, ich war auch mal Westlife Fan und ich war auch überall!“, sagte Grace und kicherte. „Wir hatten ja sogar Backstagepässe abgestaubt, von Sarahs Onkel, nur um euch zu sehen.“ Sie brach ab, denn als sie darüber nachdachte, fiel ihr natürlich auch der Vorfall mit David ein, der am selben Tag passiert war und aus dem Shannen entstanden war. Shane merkte es sofort, an was sie dachte. Man sah es ihr an, wenn ihre Miene sich so verfinsterte, konnte es nur diese eine Erinnerung sein, die sie quälte. Shane legte einen Arm um sie und Grace legte ihren Kopf aus seine Schulter und schloss die Augen. Das, was in der Disco passiert war, ging ihr ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf, was auch verständlich war. Sie war so froh, dass Shane bei ihr war, und dass sie Shannen auch hatte mitnehmen können und doch konnte sie das alles so schnell nicht vergessen oder verdängen. Tränen hingen ihr in den Wimpern. Shane wischte ihr die Tränen aus den Augen und tröstete sie. „Schatz, das tut mir so leid, was passiert ist, ich hätte dich nie alleine lassen dürfen!“ Shannen war auf dem Sitz eingeschlafen. Sie war so erschöpft von der Reise. Es war auch schon sehr spät. Shane musste sich jetzt sofort umziehen, mit den anderen alles besprechen, Grace und Shannen versorgen und dann ging es auch schon auf die Bühne. „Shane, jetzt mach du dir doch keine Vorwürfe. Es ist passiert, weil ich einfach mal wieder zu dumm war, und alles geglaubt habe und nicht vorsichtig war. Ich kann’s jetzt nicht mehr ändern und du auch nicht. Ich muss damit fertig werden und du bist für mich da und hilfst mir wo ich kann, was kann ich denn noch von dir erwarten? Du bist das Beste, was mir je passiert ist und jetzt mach dir bitte keine Vorwürfe!“ „Aber du brauchst dir auch keine Vorwürfe zu machen, du bist die allerletzte, die sich irgendetwas vorzuwerfen hat. Du wurdest fast vergewaltigt, nicht du hast das getan, also sag so was nie wieder.“ Grace vergrub sich noch mehr in Shanes Armen, bis sie an der Halle angekommen waren. Sie gingen schnell hinein und seltsamerweise stand diesmal kein Fan am Hintereingang. Grace war so müde und erschöpft, was man ihr auch nicht zum Vorwurf machen konnte, da sie in den letzten Tagen sehr viel durchgemacht hatte. Zuerst die Sehnsucht nach Shane, die sie Tag und Nacht zum Ausdruck gebracht hatte, in dem sie weinte, bis sie fast ertrank und dann auch noch der Vorfall in der Disco. Das alles hatte sie sehr mitgenommen. Da Shannen noch schlief, nahm Shane sie auf den Arm und trug sie hinein. Auf dem Gang kamen ihnen schon Nicky, Kian, Bryan und Mark entgegen. Nicky umarmte sofort Grace zur Begrüßung und stellte gleich fest: „Du siehst ja furchtbar aus, willst du dich nicht hinlegen? Du siehst nicht gut aus. Ist alles in Ordnung, brauchst du was?“ „Nein, Nicky, ist schon in Ordnung, danke!“, sagte Grace müde. Shane gab den anderen zu verstehen, dass sie leise sein sollen, denn Shannen schlief schon tief und fest. Sie gingen hintereinander in die Garderobe von Shane. Da stand schon ein Bett bereit, für die Kleine. Shane hatte Mark per Telefon bescheid gesagt, dass sie Shannen auch mitnehmen würden und er und die Anderen hatten bis zu ihrer Ankunft auch alles geregelt. Shane legte Shannen in das Bett und deckte sie zu. Sie drehte sich sofort auf die Seite und schlief weiter. „Sie ist total erschöpft von dem Flug.“, sagte Shane und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Shannen war so süß, er würde sie nie wieder hergeben, das war für ihn schon sicher. Er liebte nicht nur Grace über alles, sondern auch die Kleine. „Ist die aber süß!“, sagte Mark und lehnte sich über das Bett. Auch Kian und Bryan und natürlich auch Nicky waren begeistert von Shannen und konnten sich gar nicht von ihrem Anblick losreißen. ‚Das sind also meine Männer, die allen Mädchen das Herz brechen und jetzt bricht ihnen so ein kleines Mädchen das Herz’, sagte sich Grace und grinste bei dem Anblick, wie alle Fünf an dem Bett standen und ihre Shannen ansahen. „Hey, was macht ihr noch hier, ihr solltet schon längst in der Maske sein und euch vorbereiten!“, Louis war hereingekommen. „Psssst!“, machten alle Fünf und hielten einen Finger vor den Mund, um Louis zu zeigen, er solle nicht so laut reden. „Entschuldigung. Hallo Grace, habt ihr eine gute Reise gehabt?“ Louis wusste, was los war, Shane hatte es ihm ja sagen müssen, warum er sofort nach London fliegen musste, deshalb war Louis auch in diesem Moment, als er sehr gestresst war, sehr freundlich zu Grace. „Ja ist alles gut gegangen. Aber ich bin schrecklich müde!“, sagte Grace. Shane und die Anderen gingen nun schnell sich umziehen und Grace folgte ihnen. Paul hatte versprochen, hier zu bleiben und auf Shannen aufzupassen. Wenn etwas wäre, würde er sie sofort holen.
Als es Zeit war, für Westlife auf die Bühne zu gehen, gab Grace Shane noch einen Glückskuss und schon waren sie auf ihren Plätzen hinter dem großen Vorhang, und Grace stellte sich an die Seite, dass sie alles sehen konnte, aber vom Publikum aus konnte man sie nicht sehen. Sie sah sich die Show an und war wie immer überwältigt von dem Programm, dass die Jungs lieferten. Das Geschrei in Deutschland war genauso laut wie in London auch und Grace freute sich sehr, dass Westlife überall Erfolg hatten. Sie wurde viel wacher, als sie den Jungs beim performen zusah. Obwohl, das ging ja gar nicht anders. Und als das Konzert zu Ende war, waren Shane, Kian, Mark, Nicky und Bryan total aufgedreht, was völlig normal war, nach so einem Konzert. Doch Grace war nun schon sehr erschöpft und schlief an Shanes Schulter gelehnt fast ein, als sie noch zusammen im Gemeinschaftsraum saßen und sich über das Konzert unterhielten. Als Shane bemerkte, wie Graces Kopf immer schwerer auf seiner Schulter lag, fiel ihm ein, wie müde sie sein musste und wollte sich dann auch sofort auf den Weg ins Hotel machen. Sie standen alle auf, Louis sagte ihnen noch den ungefähren Tagesablauf für morgen und dann machten sie sich auf den Weg. Shane nahm Shannen wieder vorsichtig auf den Arm, die immer noch schlief. Im Hotel stand ebenfalls in Shanes Zimmer schon im Kinderbett, doch Paul nahm das Kinderbett mit, für die nächste Halle, in der Westlife ein Konzert gaben. Als sie im Hotel ankamen, fiel Grace sofort auf das Bett und schlief ein. So schnell war sie noch nie eingeschlafen. Sie war vollkommen erschöpft und übermüdet, dass es Shane kaum übers Herz brachte, sie am nächsten morgen um 7 Uhr zu wecken. Doch sie mussten in die nächste Stadt fahren und Hamburg war schon eine ganze Strecke entfernt. Als Shane Grace weckte, stand sie mit viel Mühe auch auf und zog sich an. Danach weckte Grace Shannen auf und sie gingen hinunter zum Frühstück. Shannen saß zwischen Shane und Grace, und Grace machte ihrer Kleinen gerade ein Marmeladenbrot, als die anderen Jungs kamen und sich zu ihnen setzen. Obwohl Grace so früh aufstehen musste, fühlte sie sich schon viel besser und das sah man ihr wohl an, denn Mark sagte: „Du siehst schon viel besser als Gestern aus. Hast du gut geschlafen?“ „Ja wie ein Stein, danke!“, erwiderte Grace. „Willst du uns nicht endlich deine süße Tochter vorstellen?“, fragte Kian. „Ja Klar. Also Shannen, schau mal, das ist Kian, das ist Mark und das ist Bryan. Nicky und Shane kennst du ja schon. Die drei Jungs gingen zu Shannen und sagten ihr alle nacheinander hallo und sie waren so begeistert von der Kleinen, dass auch Shannen keine Angst vor ihnen hatte. Es waren ja immerhin 3 fremde Männer für die Kleine. Aber die drei Onkeln waren sicher genauso nett, wie ihr Lieblingsonkel. Als sie fertig gefrühstückt hatten, standen sie auf und gingen sofort zum Tourbus. Die Sachen waren schon eingeladen, und sie fuhren auch gleich los. Mit Westlife im Tourbus mitzufahren, entpuppte sich als eine sehr lustige Sache. Die fünf Jungs hatten nur Blödsinn im Kopf und alle buhlten um die Gunst der kleinen Shannen. Alle wollten sie mit ihr spielen. Sie hatte also keine Langeweile. Bryan erzählte ihr gerade von seinen Töchtern. „Meine große Tochter ist fast so alt wie du, und Lilly ist noch viel kleiner als du. Ich kann sie dir gerne mal vorstellen!“ Das gefiel Shannen sehr. Nach 4 Stunden kamen sie in Hamburg an und erledigten alles, was für das heutige Konzert zu tun war. Das Konzert war wie zu erwarten ein riesen Erfolg und als es zu Ende war, mussten sie auch schon wieder alles zusammenpacken, damit sie den Flieger nach Amsterdam nicht verpassten. Grace hatte nie gedacht, was das für ein Stress war, auf Tour mit Westlife. Nun, da sie das alles mitbekam, hatte sie noch mehr Respekt vor Shanes Arbeit, als sie eh schon hatte. Sie wusste nun, dass nicht nur sie leidete, wenn er nicht da war, sondern dass Shane auch nicht zum Spaß von ihr getrennt war, sondern dass er wirklich hart arbeitete. Er war so sehr im Stress mit der ganzen Tour und hatte nun auch noch Grace und Shannen dabei, um die er sich kümmern musste. Plötzlich, als sie schon im Flugzeug saßen und Shane neben ihr schon eingeschlafen war, machte sie sich Vorwürfe. Sie hatte ein sehr schlechtes Gewissen, dass sie Shane jetzt nur noch zusätzliche Arbeit bereitet hatte. Er hatte doch sowieso schon genug zu tun, und jetzt musste er extra wegen ihr noch mal nach London zurückfliegen, nur um sie zu trösten und dann auch noch den Babysitter für sie zu spielen. Das war ihr vorher nie in den Sinn gekommen, sie hatte nur an sich gedacht, ‚Hauptsache ich bin nicht alleine, was ich Shane damit für einen Stress antue, daran hab ich nicht gedacht, ich bin so was von doof’ Sie hatte so ein schlechtes Gewissen, dass sie sich sogar einbildete, sie gehe Shane auf die Nerven.
Obwohl dieser Gedanke so absurd und aus der Luft gegriffen war, war sie fest davon überzeugt, und versuchte Shane in nächster Zeit aus dem Weg zu gehen, um ihm so wenig Stress wie nötig zu machen. Doch Shane fiel es natürlich auf, dass Grace sich immer mehr von ihm zurückzog und er machte sich große Sorgen, deswegen. Er konnte ja nicht wissen, was Grace sich ausgemalt hatte und warum sie das tat. Er dachte, es hatte etwas damit zu tun, was in der Disco passiert war. In den nächsten Tagen kam er sie fast nicht mehr zu Gesicht, er konnte fast nicht mehr mit ihr reden, denn immer, wenn er ein bisschen frei zwischen Interview und Auftritten hatte und sich mit Grace und Shannen beschäftigen wollte, redete sich Grace irgendwie heraus. Sie wollte Shane das Leben so einfach wie möglich machen, und für sie dachte in diesem Moment einfach, dass es so am Besten sei, obwohl sie seine Nähe sehr vermisste. Sie waren nun schon 3 Wochen unterwegs und Grace hatte es lange genug ausgehalten, Shane sozusagen aus dem Weg zu gehen. Shane wusste gar nicht mehr, was er machen sollte. Er wollte sie auch nicht fragen, weil er dachte, sie wollte alleine damit klar kommen und sie würde schon alleine wieder auf ihn zu kommen, doch er machte sich trotzdem Sorgen. Auch Shannen vermisste er sehr, obwohl die beiden ja ständig um ihn rum waren, aber doch auch sehr weit entfernt. Natürlich hielt Grace auch Shannen von Shane fern, denn ein Kleines Kind war bei so einem stressigen Job ja erst Recht eine Belastung. Sie wollte unbedingt alles gut machen, was sie ihrer Meinung nach falsch gemacht hatte. Doch irgendwann hielt sie es auch nicht mehr aus und ihre Laune war ihr deutlich anzusehen. Mit Irgendwem musste sie reden und sich alles von der Seele reden. Sarah war nicht da und Shane kam auch nicht in Frage. Sie überlegte lange und entschied sich schließlich mit Nicky zu reden. Sie saßen gerade im Tourbus auf dem Weg zum nächsten Konzert und Shane saß mit Mark in einer Ecke und unterhielt sich leise mit ihm. Er sah sehr ernst aus, er hatte wohl Stress mit irgendetwas. Grace würde ihn so gerne fragen, oder ihm helfen oder einfach nur in seinen Armen liegen. Das vermisste sie so. Nicky saß alleine auf seinem Platz und hörte Musik. Shannen schlief friedlich und so setzte sich Grace neben Nicky. „Darf ich?“, fragte sie, als sie sich setzte. „Na klar, was gibt’s denn?“ Nicky setzte seine Kopfhörer ab und sah Grace neugierig an. „Na ja eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll!“ „Ich seh doch schon lange, dass es dir nicht gut geht und das seh nicht nur ich, also jetzt raus damit!“ „Okay, Nicky, ich hab so ein schlechtes Gewissen, ich mach mir solche Vorwürfe und weiß nicht, wie ich das wieder gut machen kann!“ Tränen standen ihr in den Augen, aber sie wollte jetzt nicht weinen, nicht jetzt. „Was hast du denn so schlimmes gemacht? Ich wüsste nicht, was du gut machen müsstest!“ „Doch ich muss eine ganze Menge wieder gut machen. Wegen mir und Shannen hat Shane jetzt so viel Stress, obwohl er mit der Tour und mit Westlife nicht genug zu tun hätte. Und nun komm ich wieder an und heul ihm was vor, dass ich nicht alleine sein will, und Shannen muss ja auch unbedingt mit. Jetzt hat er mich und Shannen auch noch am Hals und hat für nichts mehr Zeit. Dauernd häng ich an ihm dran und hab nur an mich gedacht. Ich hab nur dran gedacht, dass es mir gut geht, dass ich nicht alleine bin, aber dass Shane jetzt wegen mir und Shannen so viel Stress hat, das wollte ich doch nicht. Ich weiß gar nicht wie ich das gut machen soll. Ich versuche schon, ihm so gut es geht, aus dem Weg zu gehen, damit er sich nicht mit mir rumplagen muss!“ So jetzt war es raus und nun flossen doch ein paar Tränen. Nicky hatte sich alles angehört und überlegte nun gründlich seine Antwort und sagte dann schließlich. „Gracey, jetzt hör mir mal zu. Ich kenne Shane schon viel länger als du. Und glaub mir, du gehst ihm von uns allen hier am wenigsten auf die Nerven. Er würde nie, und ich das meine ich so, nie von dir denken, dass du nur an dich denkst, oder dass du ihm im Weg stehst oder sonst etwas. Er ist freiwillig zu dir gekommen und hat dich mitgenommen, weil er sich Sorgen um dich gemacht hat und immer noch Sorgen macht. Und was denkst du denn? Er hat sich genauso einsam gefühlt, wie du. Er zeigt es nur nicht mit Tränen so wie du!“, sagte Nicky und wischte ihr die Tränen weg. „Wie denn dann?“, fragte Grace. „Er ist schlecht gelaunt, vergisst seine Texte, hört niemandem zu und starrt sein Handy dauernd an!“ Wie Nicky das so erzählte, musste Grace lächeln. „Grace, Shane würde niemals denken, dass du ihm auf die Nerven gehst und Shannen auch nicht. Er liebt euch beide und hat euch deswegen mitgenommen , damit ihr immer in seiner Nähe seit. Ich glaube, er vermisst dich sehr!“ Nicky hatte natürlich mitbekommen, dass Grace sich von Shane zurückzog und jetzt wusste er auch den Grund. „Rede einfach mit Shane und du wirst sehen, dass es nur ein Missverständnis zwischen euch beiden ist!“ „Bist du dir sicher?“, fragte Grace vorsichtig. „Ja bin ich, du wirst sehen, das wird sich bald klären. Shane hält es auch nicht mehr lange ohne dich aus.“ „Danke Nicky, dass du mir zugehört hast!“, sagte Grace, umarmte ihn und setzte sich wieder zu Shannen.
Shane saß immer noch bei Mark. Grace konnte ja nicht wissen, dass zur selben Zeit, als sie mit Nicky gesprochen hatte, Shane mit Mark über Grace sprach. Nicky hatte Recht gehabt. Shane hielt es auch nicht mehr aus, in dieser Situation. Shane dachte, Grace habe immer noch an dem Ereignis in der Disco zu knabbern und wollte deswegen nicht mit ihm sprechen und habe vielleicht sogar Angst vor seinen Berührungen. „Mark, ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich halte das nicht mehr lange aus. Seit 3 Wochen geht sie mir schon aus dem Weg. Ich darf sie fast nicht mehr anfassen. Ich weiß nicht, wie lange das so weitergehen soll. ich würde ihr ja so gerne helfen, aber ich glaube nicht, dass sie sich von mir helfen lassen würde. Ich dachte immer, sie würde über alles mit mir reden, aber ich verstehe auch, wenn sie das nicht kann. Nur ich kann nicht mehr ohne sie, und wenn sie mich dauernd abweist, weiß ich nicht, wie ich darauf reagieren soll.“ Man sah Shane an, wie verzweifelt er war. Die beiden machten es sich so schwer. Redeten oder besser gesagt schwiegen aneinander vorbei. „Shane, rede doch einfach mit ihr. Frag sie nach dem Grund, warum sie sich von dir zurückzieht. Frag sie vorsichtig, ob du ihr helfen kannst, ob du ihr zuhören kannst, ob du sie in den Arm nehmen darfst, dass du sie vermisst.“ „Bist du dir sicher? Ich will sie ja nicht bedrängen oder sie zu was zwingen!“ „Du hast ihr doch jetzt genug Zeit gelassen. Sie zieht sich schon seit 3 Wochen von dir zurück, es ist an der Zeit, dass ihr miteinander redet. Oder was denkst du, wie lange das weitergehen soll? wenn du nicht bald was unternimmst, dann muss ich das machen oder wer anders von uns, weil ich will nicht, dass eure Beziehung an so was scheitert. Das hast du nicht verdient und Grace auch nicht. Sieh sie dir doch mal an, sie vermisst dich doch, genauso wie du sie. Rede mit ihr!“ Shane sah vorsichtig zu Grace hinüber. Sie saß neben Shannen und sah ihr beim Schlafen zu. Sie sah wirklich traurig aus. Und das war sie auch. Sie vermisste Shane so sehr, aber sie hatte solche Angst, Shane könnte böse auf sie sein. Sie wusste ja nicht, dass Shane sich nur Sorgen machte und deswegen nicht mit ihr sprach. „Siehst du? Sie ist genauso traurig und verzweifelt wie du. Ihr müsst einfach miteinander reden, also jetzt geh!“, sagte Mark und schubste Shane Graces Richtung. Shane stand auf und ging langsam auf sie zu. Er wusste gar nicht, was er sagen sollte. Nun stand er vor ihr. Grace sah auf und zuckte zusammen. Shane sah sie an, nicht böse, und auch nicht genervt. Er hatte etwas ängstliches in seinem Blick. „Kommst du mal mit?“, fragte er, nahm ihre Hand und zog sie auf die Beine. Ihre Beine wollten sie irgendwie nicht tragen. Sie war so aufgewühlt. Ihre Knie knickten ein und sie wäre hingefallen, wenn Shane sie nicht aufgefangen hätte. Sie stellte sich sofort hin und schüttelte seinen Arm ab und sah ihn traurig an. Sie wusste nicht, warum sie das tat. Irgendetwas sperrte sich in ihr. Sie liebte Shane über alles, aber sie hatte so große Angst, ihn zu verlieren und sie war sich einfach so sicher, dass sie und Shannen eine Last für ihn waren. Und das alles wollte sie unterbinden, in dem sie ihm aus dem Weg ging. Shane wiederum dachte, sie wollte sich nicht von ihm berühren lassen, weil sie das alles nicht verkraftet hatte, was man ihr angetan hatte. Doch das Gespräch mit Mark hatte ihm Mut gemacht und er ging voraus. Sie setzten sich in die hintere Ecke des Busses und Shane wollte sie einfach nur in den Arm nehmen, doch davor musste er mit ihr reden. „Grace, ich will einfach nur wissen, was mit dir los ist? Du lässt mich nicht mehr an dich ran und an Shannen auch nicht. Du ziehst dich zurück, zuckst bei jeder meiner Berührungen zusammen, ich mach mir solche Sorgen, aber ich weiß nicht wie ich dir helfen kann.“ Das war das Letzte, was Grace erwartet hatte. Sie hatte erwartet, Shane würde ihr sagen, es wäre besser, sie würde für die letzte Woche besser wieder nach London fliegen, damit Shane seine Arbeit in Ruhe fertig machen konnte, doch dass er sich Sorgen machte, und dachte, sie würde ihn vielleicht nicht mehr an sich ranlassen, weil sie nicht mit ihm reden wollte, das hatte sie nie erwartet. Sie hatte nie gedacht, dass Shane sich einfach nur Sorgen um sie machte. Auf der einen Seite fiel ihr ein großer Stein vom Herzen. Sie war ihm nicht lästig. Er liebte sie genauso wie vorher, er wollte sie nicht loswerden und die Kleine auch nicht. Er vermisste sie sogar und Shannen auch. Auf der anderen Seite hatte sie jetzt wieder ein schlechtes Gewissen, da sie so was Schlechtes von Shane gedacht hatte. „Du fehlst mir so, verstehst du?“, sagte Shane und berührte Graces Hand, aber er erwartete schon, dass sie ihre Hand wieder zurückzog. Doch das geschah nicht. Grace ließ ihre Hand dort wo sie war, und flüsterte: „Du fehlst mir auch so wahnsinnig!“ Tränen liefen ihr über die Wangen, und bevor sie noch irgendetwas sagen konnte, lag sie schon in Shanes Armen und weinte an seiner Schulter. Shane drückte Grace ganz fest an sich und ließ sie die nächsten zehn Minuten nicht mehr los. Als sie sich wieder beruhigt hatte, sagte sie zu Shane: „Es tut mir so leid, dass ich dir solche Sorgen gemacht habe, das war nicht meine Absicht. Ich bin so dumm gewesen!“ „Wieso, was war denn los mit dir. Du kannst mir doch alles sagen!“ „Ich dachte, ich und Shannen gehen dir vielleicht auf die Nerven. Du hast doch so viel Stress mit Westlife und der Tour und dann komme ich auch noch und will, dass du mich mitnimmst und häng die ganze Zeit an dir dran und Shannen hab ich auch noch dabei. Und ich wollte einfach, dass du dich auf deine Arbeit konzentrieren kannst. Deswegen bin ich dir ausgewichen. Deswegen hab ich auch Shannen von dir fern gehalten, weil ich gedacht habe, sie könnte dich nerven. Du kennst sie ja. Sie liebt dich inzwischen wirklich sehr und will viel Zeit mit dir verbringen und ich dachte, es ist besser, wenn du dich auf deine Arbeit konzentrieren kannst. Es wäre einfach besser gewesen, ich wäre nicht mitgekommen.“ „Jetzt sag doch so was nicht, Süße. Wie kommst du denn darauf, dass ihr mich nerven könntet? Ja ich hab Stress, aber es ist so schön , euch dabei zu haben, ohne euch wäre es noch schlimmer. Es ist das schönste für mich, den Erfolg von einem Konzert mit dir feiern zu können. Es ist so schön, mit dir zusammen einzuschlafen und zusammen aufzuwachen. Ohne dich wäre das Tourleben schrecklich, aber ich hab dich und die Kleine ja dabei und das ist das schönste für mich. Komm bitte nie wieder auf so eine absurde Idee, du könntest mich nerven. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben, ich liebe dich!“, sagte Shane und sah Grace tief in die Augen. Das war das Schönste, was Shane ihr hätte sagen können, sie war so glücklich. Sie küsste Shane lang und innig. Das hatte sie so vermisst, seine Berührungen, seine Küsse, seinen Geruch, einfach alles. Endlich hatten sie sich ausgesprochen, und nun gingen sie zusammen, Hand in Hand wieder nach vorne zu den anderen und Shannen. „Na siehst du, geht doch!“, sagte Mark grinsend zu Shane. Shane umarmte Mark und bedankte sich bei ihm, während Grace das selbe bei Nicky tat. „Wie, du hast mit Nicky geredet?“ „Ja hab ich, ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte!“, sagte Grace und zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Ja und ich hab mit Mark geredet, wie es weitergehen soll und er hat mir den Tipp gegeben, mit dir zu reden. „Ja den selben Rat hab ich auch von Nicky bekommen!“ , sagte Grace zu Shane und alle vier mussten lachen. Endlich war das alles geklärt. Und Grace war wieder glücklich. Sie saß neben Shane und kuschelte sich ganz eng an ihn. Als sie endlich in Dublin ankamen, war es schon spät abends. „Sag mal Shane, willst du jetzt noch nach Hause fahren, oder willst du nicht bei uns schlafen?“, fragte Nicky. „Nein, ich würde lieber mit Grace und Shannen nach Hause fahren, ich will dich und Georgina auch nicht stören. Du hast sie doch schon so lange nicht mehr gesehen!“, sagte Shane. „Aber danke für das Angebot, die zwei Stunden Autofahrt schaff ich schon noch. Und es reicht ja, wenn ich morgen Mittag losfahre, dann bin ich immer noch rechtzeitig da!“ „Okay, wie du meinst, aber du weißt, dass du nicht störst!“ „Ja weiß ich doch, aber trotzdem!“ Sie stiegen alle aus und holten ihr Gepäck und liefen in Richtung Tiefgarage, wo sie ihre Autos stehen gelassen hatten. „Kian, Mark fahrt ihr auch nach Hause oder bleibt ihr bei Nicky oder Bryan?“ „Nein, Shane wir fahren auch nach Hause oder Ki?“, fragte Mark. „Ja ich denke schon!“ Sie verabschiedeten sich also von Nicky und Bryan, die es nicht so weit nach Hause hatten und stiegen in ihre Autos ein. Grace hatte die schlafende Shannen auf dem Arm und setzte sie vorsichtig ins Auto. Grace setzte sich neben Shane auf den Beifahrersitz und schaute ihn verliebt an. „Und wir fahren jetzt wirklich zu dir?“ „Ja wo sollen wir denn sonst hinfahren?“, lachte Shane. „Ja, aber ich bin irgendwie aufgeregt!“, sagte Grace und rutschte auf ihrem Sitz herum. Sie hatte es ja längst realisiert, dass sie wirklich mit Shane Filan zusammen war, denn auch das hatte bei ihr etwas länger gedauert, aber dass sie jetzt mit ihm in Dublin war und zu ihm nach Hause fuhr, das war schon noch ein Stück weiter, an das sie noch nicht gedacht hatte. Irgendwann musste sie sich sowieso mit dem Thema auseinander setzen. Wie es denn nun mit ihnen weitergehen sollte. Natürlich, sie waren noch nicht lange zusammen, doch sie war sich ganz sicher, dass sie mit Shane für immer zusammen sein wollte. Aber sollte sie wirklich zu ihm nach Sligo ziehen? Das war schon eine wichtige Entscheidung, mit der sie sich Zeit lassen wollte.
Als sie endlich in Sligo ankamen, war es schon sehr spät und Grace war auch schon fast eingeschlafen. Shannen schlief tief und fest, als Shane sie aus dem Auto hob und mit zum Haus trug. Er schloss auf und sie gingen hinein. Shane machte Licht, legte Shannen aufs Sofa und schaute sich erst einmal um. Er war schon sehr lange nicht mehr zu Hause gewesen. Um die 2 Monate nicht mehr. „Endlich zu Hause!“, sagte er, legte Grace einen Arm um die Schulter, die sich immer noch ungläubig umsah. Sie stand jetzt wirklich in dem riesigen Haus von Shane. Hier würde sie vielleicht bald leben, wenn es sich ergab. Auch Shane dachte darüber nach, wie es wohl sein würde, wenn er, Grace und Shannen bei ihm leben würden. Würde es Grace hier gefallen, würde sie sich hier einleben? Würde sich Shannen hier wohl fühlen? „Ich würde sagen, wir gehen gleich ins Bett. Ich hole nur noch schnell die Sachen aus dem Auto und dann will ich eigentlich nur noch schlafen. Was ist mit dir?“, fragte Shane. „Ja, ich auch. Ich bin hundemüde. Ich bringe Shannen schon mal ins Bett. Grace nahm Shannen auf den Arm und brachte sie ins Bett. Als Shane die Koffer hereingetragen hatten, gingen die beiden auch sofort ins Bett und Grace schlief sofort an Shane gekuschelt ein. Sie mussten morgen nicht früh aufstehen, doch Grace wusste, dass Shannen vor ihr wach sein würde und da sich Shannen hier nicht auskannte, würde sie sicher sofort nach ihrer Mutter schreien. So war es auch. Am nächsten Morgen, hörte Grace die Kleine quengeln und ging sofort rüber zu ihr. „Guten Morgen Süße, hast du ausgeschlafen?“ „Ja Mummy, schauen wir heute die Pferde an?“ „Nein heute geht es noch nicht, wir müssen nach Dublin fahren!“, sagte Grace zu ihrer Tochter. Shane kam auch ganz verschlafen zu den beiden und schlang seine Arme um die Hüfte von Grace. „Wie wär’s mit Frühstück?“, fragte Shane. „Ja gerne, aber hast du überhaupt was zu Hause, du warst doch schon lange nicht mehr hier!“, sagte Grace. Shane dachte nach und kam dann zu dem Ergebnis, dass er wirklich nichts zu Hause hatte. „Dann fahren wir eben zu meinen Eltern. Die werden sich freuen, wenn sie sehen, dass ich noch lebe. Und dich wollen sie schon seit Ewigkeiten kennen lernen.“, sagte Shane. „Bist du dir sicher, dass sie mich mögen?“, frage Grace, der es ganz mulmig war, wenn sie daran dachte, dass sie schon heute Shanes Eltern vorgestellt wurde. „Ja ich bin mir ganz sicher!“ „Okay, dann muss ich mich jetzt fertig machen, kümmerst du dich um sie?“, fragte Grace. „Klar!“ Grace hüpfte unter die Dusche, zog sich dann schnell an. Eine schwarze Hüfhose und ein lila Top und ihre schwarze Strickjacke. Sie wollte zuerst einen Rock anziehen, aber sie wollte nicht overdressed wirken, also entschied sie sich für ihre auch schicke schwarze Hose. Sie föhnte sich die Haare und steckte sie dann geschickt hoch, einzelne Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Sie schminkte sich nur schnell, und war dann auch schon fertig. Shane hatte sich und die Kleine inzwischen auch schon angezogen und sie waren eigentlich aufbruchbereit. „Bist du dir sicher?“, fragte Grace noch einmal. „Ja bin ich und jetzt los!“, sagte Shane und schob sie vor sich aus der Haustür hinaus. Sie stiegen in sein Auto und fuhren die wenigen hundert Meter, bis zu dem Haus seiner Eltern. Sie stiegen aus und sie hörten auch gleich ein Wiehern. „Gehen wir zu den Pferden?“, fragte Shannen. „Später meine Süße!“, sagte Grace und nahm die Kleine an die Hand und ging Shane hinterher. Als sie kurz vor der Haustüre waren, ergriff Grace Shanes Hand. „Sie werden dich schon nicht fressen!“, sagte Shane lächelnd. Er läutete und nach einen Augenblick später öffnete Mae, Shanes Mum, die Tür. Sie war sehr überrascht, ihren Sohn zu sehen und umarmte ihn dann sofort. „Dass du dich bei uns auch mal wieder blicken lässt!“, sagte sie und drückte ihren Sohn immer noch an sich. „Ja, es tut mir leid Mum, wir hatten so viel Stress in der letzten Zeit und da waren auch noch zwei andere Personen, die mich ein bisschen in Beschlag genommen haben. Mum, darf ich dir vorstellen, das ist Grace und ihre Tochter Shannen.“ Mae musterte erst Grace dann sah sie auf Shannen hinunter und gab Grace dann schließlich die Hand und sagte: „Ich freue mich sehr, dich endlich kennen zu lernen, Shane hat mir so viel von dir erzählt!“ „Ja er mir von Ihnen auch!“, sagte Grace nervös. „Ach, sag doch du zu mir, du gehörst ja schließlich jetzt in gewisser weise zu Familie!“, sagte Grace und bat die Drei hinein. Shannen bekam einen Kakao und war sofort zufrieden. Sie setzten sich alle an den Küchentisch und Shane begrüßte dann seinen Vater und auch ihm wurden Grace und Shannen vorgestellt. Shanes Eltern waren ihr sofort sympathisch und auch Mae und Peter hatten Grace sofort gern. Sie frühstückten zusammen und nach einer halben Stunde, fing Shannen an zu quengeln. „Mummy, wann darf ich endlich die Pferde sehen?“ Grace war es peinlich, dass Shannen so laut gefragt hatte und sie wollte ihr flüsternd sagen, dass sie die Pferde ein anderes Mal anschauen dürfe. Doch Peter sagte sofort: „Was? Shane hat dir noch nicht seine Pferde gezeigt? Das ist aber ein Skandal, willst du mit mir in den Stall gehen? Ich muss die Pferde jetzt eh füttern. Darf sie denn mit?“, fragte Peter Grace. „Natürlich, aber nur wenn sie brav ist!“ „Bin ich, Mummy , versprochen!“ Shannen hüpfte von ihrem Stuhl, nahm die Hand von ihrem Ersatzgroßvater und ging mit ihm zu den Ställen. Shane lächelte Grace verliebt an und Grace war richtig erleichtert, dass alles so gut lief, und dass sie sich so gut mit Shanes Familie verstand und dass sie es auch akzeptierten, dass sie schon eine Tochter hatte. „Wir müssen jetzt eigentlich nach Dublin, wir haben doch heute Abend unser Erstes Konzert in Dublin, ihr kommt doch oder?“, fragte Shane seine Mum. „Natürlich, du weißt doch, dass wir immer da sind!“, grinste sie. „Sag mal, ist das nicht ein bisschen stressig, mit der Kleinen?“, fragte sie. „Nein, es geht eigentlich schon, sie ist sehr brav! Aber manchmal ist es schon stressig, keine Frage.“, sagte Grace. „Wollt ihr sie vielleicht heute bei uns lassen. Dann können wir sie besser kennen lernen und sie kann sich noch in Ruhe die Pferde anschauen, und wenn wir zum Konzert kommen, bringen wir sie mit!“ „Ist das denn für euch in Ordnung?“, fragte Grace. „Ja natürlich, sonst hätte ich nicht gefragt.“ „Ja dann gerne, aber ich muss erst Shannen fragen, ob sie einverstanden ist!“ „Ja mach das, Shane zeigt dir sicher, wo die Ställe sind!“, sagte Mae und lächelte ihren Sohn an. Shane stand auf, nahm Grace an die Hand und die beiden verschwanden aus der Küche. Mae sah den beiden hinterher. Sie war so froh, dass Shane endlich wieder so glücklich war. Die Trennung von Gillian hatte ihm nicht gut getan und er war lange sehr traurig deswegen gewesen und nun war er endlich wieder so glücklich, wie Mae ihn sehen wollte.
Shane und Grace kamen in den Ställen an und sie sahen, wie glücklich Shannen bei den Pferden war. „Süße, ist das okay, wenn du heute bei Peter und Mae bleibst. Sie fahren heute Abend mit dir nach Dublin und ich nehme dich dann wieder mit?“ „Darf ich dann bei den Pferden bleiben?“ „Ja natürlich, wenn Peter das erlaubt!“, sagte Grace und sah ihn an. „Ja natürlich, ich hab den ganzen Tag Zeit!“ „Juhuuu!“, kam es von der Kleinen. Deshalb gingen Shane und Grace, nachdem sie sich von der Kleinen verabschiedet hatten, zum Auto und fuhren wieder nach Dublin. Als sie im Backstage Raum ankamen, waren die anderen schon alle da. Bryan saß in einer Ecke und unterhielt sich mit Kerry, die auch mitgekommen war und Mark und Kian standen am Kicker und spielten Tischfußball. Nicky saß alleine in einer Ecke und starrte vor sich hin. Normalerweise stand er als erster am Kicker und forderte die anderen zu einem Spiel heraus. Shane ging zu Mark und Kian und fragte die beiden, was denn mit Nicky los sei. „Er ist heute schon die ganze Zeit so, er redet mit keinem, und wenn du ihn was fragst, kriegst du nur patzige Antworten, also lass ihn mal lieber in Ruhe!“, sagte Kian und beschäftigte sich dann wieder mit seinem Spiel, das er gerade verlor. Shane ging trotzdem zu Nicky, um ihn zu fragen, was los sei. „Hey Nicky, was ist denn los mit dir? Ist alles klar?“ „Könnt ihr mich nicht mal in Ruhe lassen? Nur weil man mal schlecht drauf ist, muss doch nicht gleich was passiert sein! Was soll denn passiert sein? Nichts. Es ist alles okay, lasst mich einfach in Ruhe!“ „Das war ne Ansage, ist ja gut, reg dich ab!“ Shane ließ ihn dann auch in Ruhe und bereitete sich auf den Auftritt vor. Diesmal konnte Grace das Konzert auch von vorne Verfolgen. Die Familien und Freunde der Band hatten in Dublin immer einen Block auf dem Balkon für sich, damit sie sich auch in Ruhe das Konzert anschauen konnten. Und da saß sie nun, neben sich Shannen und auf der anderen Seite Mae. Das Konzert war wirklich spitze, nur man sah Nicky an, dass mit ihm was nicht stimmte, aber er wollte auch nach dem Konzert mich nichts rausrücken, also ließen die Jungs und auch Grace ihn in Ruhe. Shane oder Bryan hüteten sich, ihn zu fragen, warum Georgina nicht hier war. Wahrscheinlich hatten sie sich gestritten und Nicky war deshalb schlecht drauf. Doch das würde sich alles einrenken. Shane kannte Nicky und Georgina. Sie stritten sie nie lange. Wenn es etwas gab, über das sie sich stritten, bockten sie zuerst beide, bis sie sich dann beide aussprechen wollten, weil keiner ohne den Anderen konnte. So war das schon immer. Und so würde es auch dieses mal wieder sein. Spätestens Morgen war Georgina wieder an seiner Seite.
Doch da hatte Shane sich getäuscht. Georgina war auch nicht am nächsten Tag da und am übernächsten und überübernächsten auch nicht. Und Nickys Laune wurde stetig schlechter. Shane konnte sich nicht erklären, was mit ihm los war. Als er Georgina auch nach dem 5. Konzert in Dublin nirgends sah, fasste er sich noch mal ein Herz und fragte Nicky schließlich. „Nicky, jetzt motz nicht gleich wieder, aber wo ist eigentlich Georgina, ich hab sie seit Ewigkeiten nicht gesehen.“ „WAS geht denn dich das an? Hab ich dich nach deiner Meinung gefragt? Lasst mich einfach mit euren dummen Fragen in Ruhe. Was mit mir und Georgina ist, geht euch nichts an!“ Nicky flippte richtig aus und stürmte aus dem Zimmer. Er wollte nur noch nach draußen und seine Ruhe haben. Er setzte sich im Hinterhof auf den kalten Boden und legte den Kopf in die Knie. Tränen liefen ihm die Wangen hinunter. ‚Wenn sie nur wüssten’ , dachte Nicky und konnte nicht mehr. Er war mit den Nerven am Ende. Die Tür öffnete sich und Grace trat hinaus zu ihm und setzte sich neben ihn. Sie hatte ihm angesehen, das mit ihm etwas nicht stimmte. Gut, man sah ihm schon seit Tagen an, dass etwas nicht stimmte, doch Grace hatte ein Gefühl dafür, wie schlimm etwas war. Und sie hatte das Gefühl, dass es nicht ein einfacher Streit war, warum Georgina nicht da war. „Geh weg!“, sagte Nicky und versuchte seine Tränen zu verbergen. „Nicky, sag uns doch was los ist. Wir machen uns nur Sorgen um dich, wir wollen dir doch nichts böses. Und ich sehe, dass es was schlimmes sein muss, was dich so quält, willst du nicht mit wem darüber reden? Es muss nicht mit mir sein, ich hole wen du willst, aber rede mit jemandem. Es hat mir so geholfen, als ich mit dir reden konnte. Glaub mir, es hilft.“ Nicky schien nach zu denken. Es fiel ihm so schwer, etwas zu sagen. Schließlich sagte er: „Okay, du hast Recht, ich werde es euch erzählen!“ „Mit wem willst du reden?“, fragte Grace und wandte sich schon zum Gehen. „Mit dir!“, sagte Nicky nur und schaute immer noch zu Boden. „Mit mir? Bist du dir sicher?“ Grace war verblüfft, damit hatte sie am wenigsten gerechnet. „Ja bin ich!“ Er wischte sich die Tränen weg und sah Grace an. „Okay, dann erzähl, was dir auf dem Herzen liegt!“ „Als wir vor ein paar Tagen mit dem Bus in Dublin ankamen, erinnerst du dich noch daran?“ „Ja natürlich!“ „Ich kam zu Hause an und es war alles dunkel. Ich hatte aber mit Gina ausgemacht, dass wir uns zu Hause treffen, weil ich ja endlich mal wieder ein paar Tage zu Hause war. Ich hab das ganze Haus nach ihr abgesucht, aber sie war nicht da!“ Wieder brach er in Tränen aus. Grace strich ihm über den Rücken und wartete, bis er sich beruhigt hatte, dann erzählte er weiter. „Ich hab dann nur meine Sachen aus dem Auto geholt und wollte sie dann anrufen, doch dann fand ich einen Brief auf dem Boden im Wohnzimmer. Ich habe ihn vorher übersehen.“ Er weinte nun so, dass er zitterte. „War der Brief von Gina?“, fragte Grace. Nicky schüttelte nur den Kopf und zog den Brief aus der Tasche. Er reichte ihn Grace. „Darf ich?“ Nicky nickte nur. Sie öffnete den Umschlag und ein Zettel kam zum Vorschein. Der Brief war sehr kurz und mit Computer geschrieben:
Wir haben deine Frau, Kein Wort zur Polizei oder sonst wem, sonst kannst du deine Frau auf dem Friedhof besuchen. 2.000.000 € Lösegeld oder deine Frau ist fällig.
Wir melden uns wieder
UND KEINE POLIZEI !
Das war’s auch schon, mehr stand da nicht drauf. Grace war entsetzt, was sie da las. Das musste ein Scherz sein. „Das kann doch gar nicht wahr sein!“, sagte Grace. Nicky nickte nur. „Sie ist schon seit einer Woche verschwunden, und es hat sich noch niemand bei mir gemeldet! Sie haben ihr was angetan! Was soll ich ohne sie machen?“ Nicky war verzweifelt. Grace nahm ihn in den Arm und versuchte ihn zu trösten. Das gelang ihr nicht wirklich, doch er beruhigte sich langsam. „Nicky, du fährst jetzt nach Hause und legst dich hin. Wir können nichts machen, wir müssen warten!“ Grace weinte auch leise vor sich hin, doch da es so dunkel war, bemerkte es Nicky nicht, und das war auch gut so. Plötzlich klingelte Nickys Handy. Er erschrak so heftig und nahm sein Handy raus. „Was ist, wenn sie das sind?“, fragte Nicky. Grace konnte nichts sagen, sie hatte solche Angst. Doch als Nicky auf das Display schaute, traute er seinen Augen nicht: Georgina Handy , Er hob sofort ab: „Georgina, wo bist du? Geht’s dir gut?“ „N...N...Nicky, ich hab solche Angst, hilf mir!“ Georgina klang verängstigt und ihre Stimme zitterte. „Wo bist du mein Schatz, ich helfe dir? Geht’s dir gut, haben sie dir was getan?“ Es raschelte nur noch und nun sprach ein Mann, aber Nicky kannte ihn nicht. „Wir wollen 2Millionen € in Bar, und keine Spielchen verstanden?“ „Wann? Wo? Es ist mir egal, was Sie haben wollen, nur tun sie ihr nichts!“ „In 2 Tagen, Sie packen das Geld in eine Plastiktüte und legen es genau um 21 Uhr im St. Stephens Green unter die vierte Bank und fahren dann sofort nach Hause. Nachdem wir das Geld haben, geben wir Ihnen per sms bescheid, wo sich Ihre Frau befindet. Keine Polizei, verstanden?“ Schon wurde aufgelegt. Nicky fing wieder an zu weinen. Grace hatte das Gespräch mitbekommen und versuchte nun wieder, Nicky zu trösten und ihn zu überzeugen, den anderen es auch zu sagen. „Sie machen sich nur Sorgen um dich und wollen dir helfen, warum hast du uns nichts erzählt?“ „W..Wenn die das rausfinden, dass ich es wem erzählt haben, bringen sie sie um, das konnte ich doch nicht riskieren.“ , weinte Nicky, doch Grace hatte ihn überzeugt, dass es besser war, wenn er auch den anderen davon erzählte. Grace half ihm vom kalten Boden auf und die Beiden gingen zusammen in die Garderobe, wo die anderen warteten. Als Nicky hereinkam, drehten sich alle zu ihm um, und wollten natürlich wissen, was mit ihm los war. „Es ist so schwer, euch das jetzt zu sagen!“, sagte Nicky und war wieder kurz davor, in Tränen auszubrechen. Als Grace sich zu Shane setzte, bemerkte er, dass auch Grace weinte. Nun verstand er gar nichts mehr. Er flüsterte zu Grace. „Was ist denn los mit dir? Warum weinst du?“ „gleich!“; flüsterte sie nur zurück und legte ihren Kopf auf Shanes Schulter. Grace kannte Gina zwar noch nicht, doch sie konnte es einfach nicht glauben, dass sie entführt worden war. Was Nicky jetzt durchmachen musste. „Was ist denn los?“, fragte Shane nun. „Du weinst, Grace weint, was ist denn nur passiert? Du kannst uns doch alles sagen!“ Nicky atmete tief durch. „Okay. Georgina ist vor einer Woche entführt worden und sie ist immer noch nicht wieder hier. Ich hab solche Angst um sie. Wenn sie ihr was antun, dann weiß ich nicht mehr, wie ich weiterleben soll.“ „Was?“ , riefen so ziemlich alle aus einem Munde. Kian ging sofort zu Nicky und umarmte ihn so fest es ging. Nicky lehnte sich an ihn und fing an zu weinen. „Das schleppst du schon so lange mit dir herum? Das hätte ich nie ausgehalten!“, sagte Bryan und drückte die Hand seiner Frau noch fester. Nicky erzählte ihnen alles und alle versuchen ihn zu trösten. Er sah nun auch ein, dass es besser war, seinen Schmerz mit seinen besten Freunden zu teilen. Nun weinten so ziemlich alle, aber es half Nicky. Er war nicht mehr alleine.
„Also was genau musst du jetzt machen, damit du Georgina wieder bekommst?“, fragte Kian. Als Nicky sich etwas beruhigt hatte, sagte er stotternd: „Übermorgen 2Mio Euro unter die vierte Bank im St. Stephens Green um 21 Uhr legen, dann sagen sie mir, wo Georgina ist.“ „Hoffentlich geht das alles gut! Weiß Berti eigentlich bescheid?“ „Ich weiß es nicht, auf dem Zettel stand, ich darf es niemandem sagen und ich weiß nicht, ob er es weiß!“, sagte Nicky verzweifelt. „Dann lass es lieber, wir werden die Übergabe einfach über die Bühne bringen und dann kriegst du Georgina wieder und fertig!“, sagte Mark. „Ja hoffentlich, wer sagt mir, dass das kein Trick ist, dass sie das Geld einsacken und Georgina nicht frei lassen?“ Nicky war mit seinen Kräften am Ende. Er liebte seine Georgina über alles, und das schlimmste, was man ihm antun könnte – ihm Georgina wegnehmen – war passiert. Er wusste nicht mehr, was er machen sollte. Und wenn die Entführer Georgina nicht herausgeben würden, nachdem sie das Geld hatten... Daran wollte Nicky nicht denken. „Nicky, ich bleibe bis übermorgen bei dir! Ich kann dich jetzt nicht alleine lassen. Ist das okay, wenn Grace, Shannen und ich bei dir bleiben, erst mal? Und ist es dir auch Recht, Schatz?“ , sagte Shane. Grace nickte nur still. Ihr ging das alles so nahe. Sie hatte Nicky immer nur fröhlich erlebt, immer gut gelaunt, immer anderen helfend und jetzt war er so am Boden, nur weil irgendwelche Geldgeilen Arschlöcher Georgina entführen mussten. „Danke Shane!“, sagte Nicky und war wirklich froh, dass Shane ihm das Angebot gemacht hatte. Alleine in diesem Haus würde er noch verrückt werden, ohne Gina.
Am nächsten tag war das letzte Konzert ihrer Tour und danach hatten sie ja wie versprochen 4 Wochen Urlaub. Das hatten sie auch bitter nötig. Besonders Nicky, aber das wunderte niemanden. Er war ein reines Nervenbündel und alle kümmerten sich um ihn und er war so froh, dass er solche Freunde hatte und er war auch froh, dass er es ihnen erzählt hatte.
„Nicky, bleib ruhig, es wird alles gut gehen, glaub mir!“, sagte Shane zu Nicky, 3 Stunden, bevor es mit der Geldübergabe losgehen sollte. Am Nachmittag wollte Nicky zur Bank gehen und das Geld holen und da wurde er wieder davon überzeugt, was er für Freunde hatte. „Nicky, warte wir gehen alle mit.“, sagte Mark. „Wieso? Das schaffe ich schon alleine!“ „Ja schon, das glaube ich dir auch, aber ich glaube nicht, dass du 400.000 Euro von meinem Konto abheben kannst!“, sagte Mark. „Ja und von meinem auch nicht!“, meinte Kian. „Und von meinem auch nicht!“, fügte Bryan hinzu. „Ja und meine Kontonummer hast du wohl auch nicht!“, sagte Shane. „hä?“ Nicky wusste gar nicht mehr, was seine vier Kumpels von ihm wollten. „Nicky, stell dich nicht so dumm. Georgina ist nicht nur deine Ehefrau, sondern auch unsere Freundin. Wir können leider nicht mehr für dich tun, also werden wir uns das Lösegeld teilen.“, sagte Shane. Nicky stand nur da und starrte die Jungs an. Er hatte es immer noch nicht kapiert, dann machte es wohl klick und er fing wieder an zu weinen. Vor Freude. Er konnte es gar nicht glauben, was er für wunderbare Freunde hatte. Er umarmte Shane so fest er konnte und die anderen kamen auch dazu. Nicky weinte immer noch und konnte sich kaum beruhigen. „Jetzt ganz ruhig Nix, so der Wahnsinn ist das auch nicht!“, sagte Bryan. „Doch ist es!“, sagte Nicky und war überwältigt. Grace stand daneben und weinte mit ihnen. Sie bekam es aus nächster Nähe mit, wie tief die Freundschaft zwischen den fünf Jungs war. Als Fan bekam man zwar mit, dass sich die Jungs gut verstehen und man las es auch in Interviews, wie gut sie befreundet waren, doch dass sie so eine tiefe Freundschaft verband, das konnte man in keinem Interview lesen.
„Wir machen uns wohl langsam auf den Weg!“, sagte Kian und sah auf die Uhr. Es war Acht Uhr. Sie wollten so früh wie möglich da sein. „Ihr wollt mitfahren? Aber es hieß, ich soll alleine kommen!“, sagte Nicky panisch. „Wir gehen auch nicht mit, wenn du das Geld drunter legst, wir begleiten dich und warten in dem Café 2 Straßen weiter. Wir lassen dich doch nicht alleine gehen.“, sagte Shane. „Danke!“, sagte Nicky nur und konnte an nichts mehr denken. Sie brachen alle auf und wie verabredet, setzten sich Kian, Bryan, Mark, Shane und Grace (Shanes Eltern hatten sich bereit erklärt noch mal auf Shannen aufzupassen. Sie hatten sie in den letzten Tagen oft besucht und die Kleine war sehr aufgeschlossen ihnen gegenüber und glücklich wenn sie bei Mae und Peter bleiben durfte) in das Café und umarmten Nicky noch einmal und wünschten ihm viel Glück. Sie waren so voller Sorge um Georgina und um Nicky. Georgina war nicht nur Nickys Ehefrau, sondern seine beste Freundin, sein bester Kumpel, seine Seelenverwandte. Ohne sie war Nicky nicht ganz. Ihm fehlte etwas. Und er war so verzweifelt, was die anderen ihm nachvollziehen konnten. „Wie jemand nur so etwas machen kann. Nur wegen Geld. Wenn ich mir vorstellen, Kerry oder die Kleinen werden entführt, das würde ich nicht überleben. Nicky ist so tapfer!“, sagte Bryan, als Nicky entgültig mit blassem Gesicht und Zittern gegangen war. „Ich weiß, was du meinst!“, sagte Shane und legte einen Arm um Grace. „Ich will auch nicht dran denken, dass mir jemand Grace oder Shannen wegnehmen könnte!“ Kian und Mark grinsten in sich hinein. Man sah Shane an, wie verliebt er in Grace war und dass er auch ohne weiteres Shannen akzeptiert hatte, obwohl sie nicht seine Tochter war. Aber er liebte sie trotzdem abgöttisch, obwohl er sie auch noch nicht so lange kannte. Und auch Shannen war ihm gegenüber so aufgeschlossen, als würde sie ihn schon ihr ganzes Leben lang kennen.
Grace lehnte sich an Shanes Schulter und schloss die Augen. Sie betete leise, dass alles gut gehen würde und Georgina unversehen und unverletzt aus den Händen der Entführer frei kommen würde.
Nicky war inzwischen im Stephens Green angekommen und suchte nach der richtigen Bank. Es war schon dunkel und fünf Minuten vor Neun Uhr. Er zitterte am ganzen Leib, als er wartete, dass es Neun Uhr wurde. Er schaute sich um, ob irgendeine verdächtig aussehende Person in der Nähe war, doch ohne Erfolg. Es schlug Neun Uhr. Nicky zitterte nun noch mehr und legte die Plastiktüte, in der sich das ganze Geld befand unter die ihm angewiesene Bank und verschwand dann sofort, nachdem er sich noch einmal umgesehen hatte. Er stieg in sein Auto, fuhr zu dem Café, in dem die anderen auf ihn warteten. Sie sahen ihn schon ankommen, bezahlten ihre nicht angerührten Getränke und sprangen heraus. Kian und Bryan fuhren bei Nicky mit, die anderen hatten ihre eigenen Autos dabei und sie fuhren alle zu Nicky nach Hause, wie es der Entführer am Telefon gefordert hatte. Dort angekommen, setzten sie sich alle im Wohnzimmer um den Tisch herum. Keiner sagte ein Wort. Nicky knetete seine Jacke in seinen Händen und konnte nicht still halten. Kian legte seinen Arm um Nicky und versuchte ihn zu beruhigen. „Es wird schon alles gut gehen. Sie holen sich jetzt das Geld und werden dann Georgina frei lassen. Sie bringt ihnen ja nichts mehr, jetzt wo sie das Geld haben!“ „Aber wenn sie noch mehr Geld wollen? Ich würde alles Geld der Welt für Georgina bezahlen und das wissen die bestimmt. Wieso sollten sie sonst Gina entführen. Ich habe zwar Geld, aber es gäbe noch Tausende Leute, bei denen sich eine Entführung mehr lohnen würde!“, sagte Nicky, der bleich wie ein Gespenst war. „Und wenn sie Georgina nicht nur wegen dem Geld entführt haben, sondern weil sie dir oder uns Leid zufügen wollten?“, dachte Bryan laut. „Aber wer sollte so etwas tun?“, fragte Shane. „Ich weiß es nicht, es gibt sicher viele Leute, die uns nicht mögen, die uns auf den Tod nicht ausstehen können. Shane, du weißt, in unserem Geschäft gibt es Neider, und so weiter. Hast du noch nie einen Hassbrief oder einen Drohbrief bekommen?“, fragte Bryan weiter. „Ja schon, aber dass jemand dann so weit geht, das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Gina hat doch mit Westlife nichts zu tun!“ So ging das eine ganze Weile weiter, sie konnten sich nicht vorstellen, warum jemand so etwas tun konnte. Nach 2 Stunden konnte Nicky nicht mehr still sitzen. Er stand auf und lief im Zimmer herum, immer auf sein Handy starrend. Die anderen saßen da, und wussten nichts mit sich anzufangen. Sie waren alle viel zu nervös und hatten solche Angst um Georgina. Sie war nun schon über eine Woche in den Händen der Entführer.
Als nach 4 Stunden sich immer noch keiner gemeldet hatte, hielt Nicky es nicht mehr aus. Die Tränen besiegten ihn und er schluchzte an Bryans Schulter. „Ich wusste es doch. Das war nur reine Verarsche. Ich werde Georgina nie wieder sehen!“, schluchzte Nicky und nichts und niemand konnte ihn beruhigen. Grace, die sich fest vorgenommen hatte, stark zu sein, für Nicky, konnte es auch nicht mehr zurück halten. Sie saß neben Shane und lautlos weinte sie vor sich hin. Sie schluchzte leise und Shane bemerkte nun, dass auch Grace weinte. Er hatte gerade nur auf Nicky geachtet, der total fertig mit den Nerven war. Shane drückte Grace so fest an sich, wie er konnte, als hätte er Angst, Grace könnte ihm auch weggenommen werden.
Plötzlich hörten sie draußen ganz in der Nähe ein Reifenquietschen und ein Auto, dass auf und davon brauste. Niemand nahm davon wirklich Notiz. Sie waren alle so mit ihrer Angst und Hoffnung beschäftigt, dass ihnen das nicht wirklich wichtig vorkam. Auf einmal vibrierte Nickys Handy. Er zitterte so, als er sein Handy in die Hand nahm, dass er es kaum halten konnte und zuerst nicht die taste traf, die er brauchte um die neu ankommende Sms zu lesen: Pass nun besser auf deine Frau auf, du findest sie vor deiner Haustür!
Das war alles, was drin stand. Nicky verstand es zuerst gar nicht, dann sprang er wie von einer Tarantel gestochen auf, riss die Tür auf und rannte nach draußen. Er durchquerte seinen Garten und rannte auf das große Tor zu. Man sah eine zusammen gekauerte Person vor dem Tor liegen. Nicky drückte geistesabwesend den Knopf. Das Tor ging auf und er schlüpfte durch. Da lag sie. Georgina. Sie war wieder da. Blass und verweint, mit dreckigen Klamotten und Schmutz im Gesicht, doch sie war wieder da. Sie schluchzte auf, als sie Nicky sah. „Nicky!“ Nicky rannte auf sie zu und sie warf sich in seine Arme und weinte so sehr, dass Nicky es im Herz weh tat. „Ich hab dich wieder! Ich hatte solche Angst um dich!“ Nicky weinte so sehr und drückte Georgina an sich, als wollte er sie nie wieder loslassen. „Komm mein Schatz!“ Nicky nahm Georgina auf den Arm und sie schlang beide Arme um Nicky und ließ sich von ihm ins Haus tragen. Shane, Grace, Kian, Mark und Bryan standen an der Tür und ließen dann die beiden ein. Nicky legte Georgina auf die Couch und holte sofort eine Decke und setzte sich dann neben sie und Georgina drückte sich sofort an ihn, vergrub ihr Gesicht an seine Schulter und weinte bitterlich. „Es war so schrecklich. Ich hab gedacht, die bringen mich um!“, schluchzte sie hervor. Dann setzte sie sich ein wenig auf, wischte sich die Tränen aus den Augen und sah sich um. Sie hatte nun die anderen bemerkt und Shane umarmte sie als erstes. „Ich bin soooo, sooo unendlich froh, dass du wieder da bist und dass dir nichts passiert ist!“, sagte Shane und auch ihm standen Tränen in den Augen. Alle anderen umarmten Georgina und sie war so froh, dass ihre besten Freunde alle da waren. Grace wusste nicht, ob sie Gina auch umarmen sollte. Sie kannte sie ja schließlich noch nicht. Doch Gina streckte auch nach ihr die Arme aus und nahm sie in den Arm. Grace war so glücklich darüber und sie weinte auch immer noch. „Ich kenne dich zwar noch nicht, aber ich hatte eine scheiß Angst um dich!“, sagte Grace und löste sich wieder von ihr. „Ich weiß schon wer du bist, Nicky hat mir viel von dir erzählt, Grace!“ Dann drückte sich Georgina wieder an Nicky und er streichelte ihr übers Haar. „Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn du nicht wieder gekommen wärst!“, sagte Nicky mit tränenerfüllter Stimme. Georgina sah ihm in die Augen und küsste ihn. Beide waren so unendlich froh, einander wieder zu haben. „Ich glaube, wir verabschieden uns jetzt! Du brauchst sicher viel Ruhe und dann ist es besser, wenn wir gehen!“, sagte Shane. Georgina weinte immer noch sehr und nickte schließlich. Zum Abschied umarmten sie Gina noch einmal und auch Nicky. „Ich melde mich morgen mal bei dir!“, sagte Shane zu Nicky. Dann gingen alle und ließen Nicky und Georgina alleine. Nicky wollte eigentlich, dass Gina sofort ins Bett ginge, und sich ausruhe, doch sie wollte nun unter keinen Umständen alleine sein. Sie musste mit jemandem reden und wer war da wohl besser, als ihr Ehemann? Sie fing an, zu erzählen, wie ihr das alles passiert war. Es wurde eine sehr tränenreiche Geschichte. „Es war am Dienstag. Ich war bei Cecelia und wir waren dann noch ein bisschen shoppen und was trinken. Dann bin... bin ich nach H.. Hause gelaufen. Es war ja nicht weit. Und plötzlich hab ich nur noch gespürt, wie mir irgendjemand etwas auf den Mund drückt und schon weiß ich nichts mehr. Ich bin dann in einem dunklen Raum aufgewacht. Es war so dunkel und so kalt. Ich war gefesselt, hatte Klebeband über meinem Mund kleben. Ich konnte mich nicht bewegen, konnte nichts sehen. Es war so schrecklich! Ich weiß nicht, wie lange ich da gelegen bin. Es hätten Wochen sein können, oder Monate, ich weiß es nicht. Jeden Tag kam einmal eine vermummte Person in den Raum, ich bekam ein Glas Wasser, und ein Stück Brot. Sonst nichts. Irgendwann sagte jemand zu mir, ich dürfte dich anrufen. Das habe ich dann getan!“ „ich war so froh, dass ich deine Stimme gehört habe, aber ich hatte solche Angst um dich!“, sagte Nicky. „ich durfte nur ein paar Sätze zu dir sagen und dann wurde mir das Handy aus der Hand gerissen. Ich habe nur was verstanden mit 2 Mio. Euro Lösegeld. Oh Nicky es tut mir so leid, wenn ich nicht alleine nach Hause gelaufen wäre!“ „Schatz, du brauchst dir doch die allerwenigsten Vorwürfe machen. Du kannst überhaupt nichts dafür. Sag so was nie wieder.“ Georgina nickte nur und erzählte dann weiter. „Heute, wurde i.. ich dann irgendwann in ein Auto gezerrt. Nach 10 Minuten oder so ist das Auto stehen geblieben, genau vor unserem Haus. Man hat mir die Fesseln durchgeschnitten, und das Klebeband vom Mund gerissen. Dann hat mich jemand aus dem Auto gezerrt und einfach vor unserem Tor liegen gelassen. Dann ist das Auto so schnell losgefahren, dass ich es kaum gesehen habe. Nicky, ich war so schwach, ich konnte mich nicht bewegen, wenn du nicht rausgekommen wärst, würde ich da immer noch liegen!“ Nicky hatte wieder Tränen in den Augen und nahm sie in den Arm. Er konnte es noch nicht glauben, was man Georgina angetan hatte. Er konnte und wollte es einfach nicht glauben, aber wie sie so neben ihm lag, an ihn gelehnt. Blass, die Augen rot geschwollen, Schmutz im Gesicht, total abgemagert und durchgefroren. Sie zitterte immer noch am ganzen Leib und Nicky nahm ihre Hand. Sie war eiskalt. „Du hast ja Untertemperatur!“, sagte Nicky, stand auf, holte noch eine Decke, machte ihr eine Wärmflasche, einen Tee und eine heiße Suppe. Danach ging es ihr schon ein bisschen besser. Nicky holte auch ein feuchtes Handtuch und wischte ihr den Schmutz aus dem Gesicht. „Weißt du, was wir für unglaublich tolle Freunde haben?“, sagte Nicky. „Ja weiß ich, aber was meinst du?“, fragte Gina. „Als ich heute zur Bank gehen wollte, um das Geld zu holen, haben Shane, Kian, Mark und Bryan mir gesagt, dass sie jeweils 400.000 Euro von dem Lösegeld zahlen wollen. Weil du ihre Freundin bist und sie sonst nichts für mich und für dich tun können!“ „Das haben sie wirklich gemacht?“, fragte Gina, wieder mit Tränen in den Augen. „Ja das haben sie gemacht. Ich weiß nicht, was ich ohne sie in den letzten Tagen gemacht hätte! Vor allem ohne Grace. „Wieso?“ „Weil, nur wegen ihr, habe ich es den anderen überhaupt erzählt. Ich habe es als erstes ihr erzählt, weil sie mir hinterhergegangen ist, um zu sehen, was mit mir los ist. Sie ist so ein lieber Mensch. Ich bin so froh, dass Shane wieder so glücklich ist und ich glaube, es hält diesmal länger.“
Gina kuschelte sich wieder an Nicky und wollte nie wieder wo anders sein. Die letzte Woche war das Schlimmste, was sie jemals erlebt hatte und ohne Nicky würde sie das nie verarbeiten, das wusste sie schon jetzt. Sie wusste, was sie für ein Glück hatte, so einen Mann gefunden zu haben. Und solche Freunde. Als Gina fast an Nickys Schulter einschlief, hob er sie hoch und trug sie nach oben ins Schlafzimmer. Sie zog ihre dreckigen Sachen aus und Nicky half ihr beim umziehen. Sie war so schwach. Kein Wunder. Sie legte sich ins Bett und Nicky deckte sie zu und legte sie dann neben sie. Gina konnte unter keinen Umständen alleine sein und Nicky wollte auch nicht von ihrer Seite weichen. Sie kuschelte sich in seine Arme und schlief dann auch Gott sei Dank ein. Nicky hörte ihren gleichmäßigen Atem und als ihm so richtig bewusst wurde, dass sie wieder da war und ihr bis auf den seelischen Schock nichts viel Schlimmeres passiert war. Wieder übermannten ihn die Tränen und er dankte Gott, dass Gina wieder bei ihm war.
Er konnte lange nicht einschlafen, weil er Angst hatte, Gina würde ihm wieder weggenommen werden, wenn er nun einschliefe. Oder irgendetwas anderes würde passieren. Irgendwann fielen ihm doch auch die Augen zu. Die letzte Woche hatte er kaum geschlafen, aus lauter Sorge um seine Frau. Er war der glücklichste Mensch der Welt. Georgina, die Liebe seines Lebens war wieder da und von jetzt an, würde er noch besser auf seinen größten Schatz aufpassen, das schwor er sich.
Als Shane und Grace zu Hause ankamen, war es schon sehr spät. Sie wollten eigentlich noch Shannen von Shanes Eltern abholen, aber dafür war es schon zu spät. Die Kleine würde eh schon schlafen. Also gingen die beiden auch sofort ins Bett und Grace kuschelte sich an Shane. „Ich bin so froh, dass Gina wieder da ist. Was wäre gewesen, wenn sie nicht...!“ „Grace, denk an so was gar nicht erst. Sie ist Gott sei Dank wieder da und ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin. Und ich bewundere Nicky so sehr. Ich hätte das nie so tapfer durchgehalten, wie er. Ich wäre in die Luft gegangen, vor Wut, vor Sorge, vor Angst!“, sagte Shane und drückte Grace wieder an sich. „Na ja, sie ist ja wieder da. Und alles wird wieder gut. Und ich bin bei dir und ich werde auch immer bei dir bleiben!“ Shane sah sie an und beschloss nun, Grace etwas zu fragen, worüber er sich schon länger Gedanken machte. „Sag mal, hast du dir eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie das so mit uns weiter geht? Ich meine, wir sehen uns sowieso schon so selten und da wir noch nicht zusammen wohnen, sehen wir uns noch seltener.“ „Ich hab schon viel darüber nach gedacht, Shane. Mehr als du denkst, glaub ich!“, sagte Grace und lächelte ihn an. „Weißt du, natürlich will ich so viel wie möglich mit dir zusammen sein..“ „Aber du willst nicht aus London weg, das versteh ich schon!“, beendete Shane den Satz für sie. „Nein, das hab doch gar nicht gesagt! Ich wollte sagen, dass ich noch nicht weiß, wie ich das alles machen soll. Shannen braucht auch hier einen Kindergarten, ich muss das mit Sarah klären. Außerdem will ich nicht von Sarah weg. Mein Studium, meine Wohnung, meine Mutter. Außerdem hab ich keine Arbeit, ich kann hier nichts machen, ich kann kein Geld verdienen!“ „Glaubst du nicht, dass ich genug Geld verdiene?“, fragte Shane. „Nein, das habe ich nicht gemeint. Ich kann nur nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen, vor allem wenn du auch nicht da bist! Da fällt mir doch die Decke auf den Kopf. Ich muss doch was zu tun haben.“ „Lass uns mal überlegen, was du machen könntest. Was machst du denn gerne oder was würdest du gerne tun?“, fragte Shane. „Na ja, am liebsten würde ich ja wieder tanzen, aber ob ich gut genug bin, um das zu meinem Beruf zu machen, weiß ich nicht. Aber das ist ja auch eher ein Traum und nicht Wirklichkeit!“, sagte Grace und träumte vor sich hin. Ihr hatte ihr Tanztraining bei Jason immer so viel Spaß gemacht und wenn damals das mit David nicht passiert wäre, hätte sie wahrscheinlich bei dem Tanzwettbewerb mitgemacht, bei dem Jason sie angemeldet hatte. Da hätte sie eine riesen Chance gehabt. „Hey, das ist doch kein Grund, es nicht zu versuchen. Schau mich doch an. Mit meiner Musik Erfolg zu haben, war auch mein größter Traum und ich hab auch nicht aufgegeben, und mein Traum ist wahr geworden, und nicht nur das.“ „Ja glaubst du denn, ich hab eine Chance? Ich hab schon soooooo lange nicht mehr getanzt, ich bin nicht in Form und ich hab glaub ich auch schon das meiste vergessen.“ „Für was hast du denn mich?“ , sagte Shane und bevor er ihr das erklären konnte, was er meinte, fing Grace schon an zu lachen. „Ach du kannst mir helfen, meine Tanzkenntnisse wieder aufzufrischen? Also ich finde ja, dass du richtig süß aussiehst beim tanzen, aber ich weiß nicht, ob du mir da sehr viel helfen kannst!“ „Haha, so war das auch nicht gemeint, meine Süße. Ich würde nie von mir behaupten, dass ich tanzen kann, das kann ich nämlich nicht! Aber ich habe gemeint, ich kann dir helfen, indem ich dir zur Seite stelle, indem ich dir sage, dass ich unten bei mir im Keller ein Fitnessraum habe und auch einen Tanzraum, das lässt sich in meinem Job nicht vermeiden. Außerdem kann mir ein bisschen Training auch nicht schaden!“, grinste er. Grace freute sich riesig, über das, was Shane ihr eben gesagt hatte. „Das würdest du wirklich für mich tun? Du würdest wirklich mit mir trainieren, mit mir laufen gehen und so weiter?“ „Ja klar würde ich das machen, wenn du auf mich wartest?“, lachte Shane. „Ja natürlich, aber erwarte nicht zu viel von mir, ich bin auch schon lange nicht mehr gelaufen oder habe schon lange nicht mehr irgendwas sportliches gemacht. Hab mich richtig gehen lassen!“, sagte Grace. „Du bist heute ein richtiger Witzkeks, also wenn man das ‚sich gehen lassen’ nennt“, sagte Shane und deutete auf Graces ganze Erscheinung. „dann sag mir bitte nicht, was ich dann bin!“ Das ging noch die ganze Zeit so weiter. Sie neckten sich gegenseitig, fingen eine Kissenschlacht an, und lachten noch eine Ewigkeit, bis sie dann endlich einschliefen.
Am nächsten Morgen, oder eher Mittag standen sie ziemlich spät auf und als sie gefrühstückt hatten, beschlossen sie, Shannen abzuholen. „Ja warte, ich brauch nur noch schnell die Autoschlüssel!“, rief Shane. „Wieso denn Autoschlüssel? Das sind doch nur 400m , die können wir doch auch laufen oder nicht?“, sagte Grace grinsend. „Du bist ein Biest!“, sagte Shane lachend und warf den Schlüssel auf die Couch und zusammen verließen sie das Haus. Hand in Hand liefen sie an der Straße entlang und Grace sah sich ein wenig um. Es gefiel ihr hier sehr. Sie konnte es sich schon vorstellen, hier zu leben. Nur was mit Sarah werden sollte, wusste sie noch nicht. Sarah war ein Teil ihres Lebens, sie war es schon immer, und sollte es auch immer bleiben, doch wenn sie so weit weg von ihr wohnte, war das sehr schwierig, den regelmäßigen Kontakt zu halten. Und sie konnte ja auch nicht von Sarah verlangen, mit nach Sligo/Irland zu ziehen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Shane abrupt stehen blieb. „Was ist denn los?“, fragte Grace und drückte sich noch enger an Shane, weil ein sehr kalter Wind ging und sie fror. Shane legte einen Arm um ihre Hüfte und blieb aber immer noch stehen. Ihnen kam jemand entgegen, den Shane jetzt eigentlich nicht sehen wollte. Doch in so einer kleinen Stadt war es so ziemlich unvermeidbar, dass man sich mal über den Weg lief. Auch die Person gegenüber schien sehr überrascht und blieb stehen. „Hi Shane!“, sagte sie und sah bedrückt zu Boden. „Hallo Gillian!“, entgegnete Shane und drückte Grace noch mehr an sich. „Wie geht’s dir?“, fragte er Gillian. „Könnte besser sein und dir?“ „Mir geht es ganz gut danke!“ Das Schweigen, was darauf folgte, war allen unangenehm, doch Grace wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie hatte mit Gillian ja nichts zu tun, und sie wusste auch keine Einzelheiten, was zwischen ihr und Shane vorgefallen war. Es war nur nichts schönes, das wusste. Shane sah plötzlich so bedrückt aus und auch Gillian sah nicht sehr glücklich aus. Als Grace genauer hinsah, bemerkte sie nun, wie sie Tränen in den Augen hatte. „Ich muss jetzt dann wieder. man sieht sich bestimmt!“, brachte sie noch hervor und stürmte dann an Shane vorbei. Shane sah ihr nach und ging dann aber einfach ohne ein Wort weiter. „Shane, was ist denn los? Warum bist du jetzt so bedrückt?“ Grace mochte es nicht, wenn Shane so still war. Sie wusste in solchen Situationen nie, was sie sagen sollte, um dem anderen zu helfen. „Es ist schon okay. Ich habe nur nicht erwartet, dass ich sie so schnell wieder sehe. Es tat einfach sehr weh, damals, als sie mich betrogen hat. Und du weißt, dass ich mit dir jetzt glücklich bin und von ihr nichts mehr will, aber es tut trotzdem weh, wenn du betrogen wirst, weißt du?“, sagte Shane und die beiden bogen in die Straße ein, in der Shanes Eltern wohnten. „Ja ich weiß, was du meinst, aber lass dir doch jetzt bitte nicht den Tag davon vermiesen. Und du hast doch gesehen, dass es ihr wirklich leid tut. Nicht, dass ich jetzt will, dass du ihr verzeihst, und zu ihr zurückgehst, das fände ich nicht so toll, aber glaubst du nicht, dass du ihr irgendwann verzeihen kannst und das ihr Freunde werden könntet oder wenigstens normal miteinander umgehen könnt? Das wäre doch für alle das Beste oder?“ „Ja natürlich wäre es das. Ich werde mir Mühe geben, okay?“, sagte Shane. „Ja klar. Ich will dich zu nichts drängen, du musst selber entscheiden, wie du mit der Sache umgehst!“ Sie klingelten an der Türe, Mae und Shannen öffneten den Beiden und Shannen war überglücklich Grace und Shane wieder zu haben. „Mummy, Shane!“ Sie warf sich ihrer Mutter in die Arme und Shane bekam einen dicken Kuss. Als Shane die Kleine sah, war seine schlechte Laune sowieso wieder viel besser. Shannen war ihm einfach so ans Herz gewachsen und er hatte sie sehr lieb und konnte sich auch gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn Grace keine Tochter hätte. Sie verbrachten den halben Vormittag noch bei Shanes Eltern. Sie unterhielten sich über Georginas Entführung, Peter und Mae wussten ja noch gar nichts davon, deshalb erzählten Shane und Grace abwechselnd, was passiert war. Shannen bekam von alldem gar nichts mit. Sie spielte im anderen Zimmer mit Shanes großem Bruder Liam. Auch er konnte dem Charme der Kleinen nicht widerstehen. „Das hat sie wohl von ihrer Mutter!“, hatte Shane lachend gesagt, als er Liam und Shannen zusammen spielen sah. Als sie sich eigentlich verabschieden wollten, um nun nach Hause zu fahren, fiel Shane noch etwas ein. „Sag mal, willst du nicht auch mal unsere Pferde sehen. Shannen hat sie ja schon gesehen, aber ich würde sie dir auch gerne zeigen. Wenn du Lust hast.“ „Ja natürlich hab ich Lust, wenn du Lust hast, können wir auch ruhig ausreiten, und wenn Mae und Peter, und Liam natürlich nichts dagegen haben, Shannen noch ein bisschen zu hüten und ihr vielleicht schon mal was zu essen zu machen, sie hat um die Uhrzeit immer einen riesen Hunger. Ich denke immer, sie frisst mir gleich die Haare vom Kopf. Wie aufs Stichwort kam Shannen ins Zimmer gerannt, hängte sich an ihre Mummy und rief: „Mummy, ich hab soooo einen Hunger!“ „Was hab ich gesagt?“, sagte Grace lachend. „Ist doch kein Problem, machen wir doch alles. Was willst du denn zu essen, meine Prinzessin?“, fragte Mae, nahm sie auf den Arm und ging mit ihr in die Küche. „Geht nur, ich denke, wir haben das kleine Fressmonster im Griff!“, lachte Peter und scheuchte die beiden hinaus. Grace ergriff Shanes Hand, als sie zusammen zu den Stallungen gingen. „Sag mal, kannst du eigentlich reiten?“, fragte Shane nun. „Ja natürlich, ich habe es zwar schon lange nicht mehr gemacht, aber ich hatte mal Reitunterricht! Ich vermisse das richtig, aber als ich älter wurde, hab ich mich mehr und mehr fürs Tanzen interessiert und so sind die Pferde auf der Strecke geblieben!“ „Das kenn ich. Bei mir war es die Musik. Ich bin viel geritten früher, bis ich gemerkt habe, dass mir die Musik wichtiger wird, als das Reiten. Ich hab es aber nie aufgegeben, geht ja auch ziemlich schlecht, wie du siehst!“, lächelte Shane und deutete auf die vielen Pferde, die alle von Shane begrüßt werden wollten. Sie gingen erst einmal zu ein paar Pferden, zu Shanes Lieblingen, und sattelten dann zwei Pferde. „na dann mal los!“, sagte Shane, als beide im Sattel saßen. Sie ritten einen kleinen Waldweg entlang, bis sie auf ein offenes Feld kamen. Shane forderte Grace zu einem kleinen Wettrennen heraus und sie nahm mit Vergnügen an. Sie war schon lange nicht mehr geritten, aber sie merkte, dass sie es nicht verlernt hatte. Aber gegen Shane hatte sie zum Schluss dann doch keine Chance, doch das war ihr auch recht. Dann war er wenigstens nicht beleidigt. Sie war kein schlechter Verlierer. „Meine Hochachtung, mein Herr!“, sagte Grace mit einem Schmunzeln. „Vielen dank, meine Dame!“ Beim zurückreiten machten sie die ganze Zeit solche Scherze und Grace konnte sich manchmal kaum auf ihrem Pferd halten, so sehr lachte sie. Kurz vor dem Stall, stiegen beide von ihren Pferden ab und führten sie in den Stall. Etwas durchgefroren, aber glücklich betraten sie wieder das Haus und Shannen war wohl schon satt, denn sie spielte wieder friedlich mit Liam. „So jetzt müssen wir aber wirklich mal gehen, die Kleine geht euch doch bestimmt schon auf die Nerven!“, sagte Grace. „Ach wie kommst du darauf? Sie ist so süß, und auch so brav, sie würde uns nie auf die Nerven gehen. Und wir freuen uns, wenn wir mal wieder auf sie aufpassen dürfen!“, sagte Mae. „Darauf kommen wir sicher mal zurück!“, lachte Grace. Sie liebte ihre Tochter über alles, aber manchmal wünschte sie sich schon, mit Shane alleine zu sein. Aber das war ja ganz normal.
Grace zog Shannen an und dann verabschiedeten sie sich aber auch endlich. Sie machten einen kleinen Spaziergang und als sie zu Hause ankamen, bekam Shannen erst mal ihren Kakao, den man ihr versprochen hatte. Dann beschloss Grace Shannen mal zu fragen, was sie von ihrem Wohnproblem hielt. „Meine Kleine, du bist doch auch immer traurig, wenn Shane wieder gehen muss oder?“ „Mhhhmm!“, machte sie und nickte zustimmend. „Was hältst du denn davon, wenn wir zu ihm ziehen? Also hier her? Dann kannst auch Peter, Mae und Liam ganz oft sehen, und Mark, Kian, Nicky und Bryan auch.“ „Au ja! Aber was ist mit Tante Sarah? Kommt sie auch mit?“ Grace wusste, dass dieser Einwand kam. Shannen hing sehr an ihrer Patentante. Und Grace wusste auch nicht, wie sie es ohne Sarah aushalten sollte. Gewiss, sie hatte Shane an ihrer Seite und Shannen und alle, die ihr in letzter Zeit so wichtig geworden waren, aber Sarah kannte sie schon so lange. Sie kannten sich seit ihrem 2. Lebensjahr, und waren seitdem nie lang voneinander getrennt. Nur wenn einer von beiden mal in den Urlaub gefahren war, und es keine Möglichkeit gegeben hatte, zusammen wegzufahren! Sie musste einfach mal mit Sarah reden, was sie denn dazu meinte. „Ich rede mal mit Tante Sarah, mal sehen, was sie dazu meint, okay?“ „Okay!“, sagte die Kleine und schlürfte an ihrem Kakao.
Den restlichen Nachmittag bis zum Abendessen verbrachten Shane und Grace damit, mit der Kleinen zu spielen und ein Chaos im Wohnzimmer zu verursachen. Sämtliche Spielsachen, die Grace für die Kleine mitgenommen hatte, lagen auf dem ganzen Boden verstreut. Und als Shane auch noch vorschlug, Pfannenkuchen zu machen, war das Chaos perfekt. Shannen sah aus, wie die Mehlkönigin persönlich. Ihr Haar war von dem Mehl, das in der Küche herumflog fast ganz weiß und ihr Kleid sah auch nicht viel besser aus. „So du Meister!“, sagte Grace zu Shane. „Ich werde jetzt mit unserer Mehlprinzessin im Bad verschwinden und wieder eine Shannen aus ihr machen und du kannst ja derweil unsere Pfannenkuchen fertig machen, was meinst du?“, grinste Grace und küsste Shane. „Ja natürlich, was denkst denn du? Ich bin schließlich der Pfannenkuchenmeister!“, lachte Shane. Also gingen Shannen und Grace ins Bad und Grace versuchte die Kleine von dem Mehl zu befreien, das sich wirklich überall verteilt hatte. Als Shannen die Haare schüttelte, konnte man wirklich fast denken, in Shanes Bad hatte es gerade angefangen zu schneien. Als Shannen sich die Hände wusch, fiel Graces Blick kurz aufs Fenster, dann auf die Straße. Es war schon ziemlich dunkel draußen und niemand war zu sehen. Doch plötzlich gingen die Straßenlaternen an und Grace entdeckte eine dunkle Gestalt, die gegenüber von Shanes Haus in einer kleinen Nische stand. Grace sah noch einmal genauer hin. Vielleicht hatte sie sich ja auch getäuscht. Doch sie war sich sicher, da stand jemand. „Mummy, wo ist mein Handtuch mit der Mickeymaus?“, fragte Shannen und Grace wandte sich zu ihr um. „Das ist noch in meiner Tasche, nimm doch das hier!“, sagte Grace und reichte ihr ein Handtuch aus dem Regal. Shannen nahm es und vergrub ihr Gesicht darin. Grace schaute noch einmal aus dem Fenster, doch die Gestalt war verschwunden. ‚dann hab ich mich wohl doch getäuscht’, dachte sie sich und ging mit einer einigermaßen sauberen Shannen wieder nach unten zu Shane, der mit seinen fertigen Pfannenkuchen schon auf sie wartete. „Und alles sauber gekriegt?“, fragte Shane lachend. „Naja es geht so, aber ich glaube, da muss noch jemand in die Badewanne, bevor es ins Bett geht!“
Sie fingen an zu essen und wie es mit so einem kleinen quirligen Kind so ist, wurde auch das Essen wieder ein großer Spaß. Doch Grace musste dann wieder daran denken, was sie gesehen hatte. Eigentlich war sie sich ziemlich sicher, dass da jemand gewesen war. Doch vielleicht war es auch nur ein Nachbar, der etwas aus der Nische holen wollte, oder sonst etwas. ‚Doch der stand ja einfach nur und hat hier herüber geschaut’, überlegte Grace. Ihr war das schon ein bisschen unheimlich. „Schatz, ist irgendwas? Über was denkst du nach? Du siehst so ernst aus!“, sagte Shane und riss sie aus ihren Gedanken. „Nein, ist alles in Ordnung!“, sagte Grace. Sie entschied sich dafür, erst mal nichts zu sagen, um keinen zu beunruhigen.
Am nächsten Tag, nach dem Frühstück überlegten sie, was sie denn heute unternehmen könnten. „Wie wäre es, wenn wir nach Dublin fahren. Wir könnten erst mal ein bisschen durch die Stadt bummeln und dann vielleicht bei Nicky und Georgina vorbeischauen. Mal sehen, wie es ihr inzwischen geht!“, schlug Shane vor. „Ja das ist eine gute Idee, aber sollen wir Nicky nicht vorher anrufen und ihn fragen, ob wir vorbeikommen können? Wir haben schließlich Shannen dabei und vielleicht geht es Georgina noch nicht so gut, dass sie jetzt meine süße, aber anstrengende Tochter ertragen kann.“ „Ja, ich glaub es ist besser, wenn ich vorher mal anrufe!“, sagte Shane und war auch schon dabei Nickys Nummer zu wählen.
„Also er hat nichts dagegen, dass wir vorbei kommen, und Georgina geht es auch wieder ein bisschen besser. Und sie freut sich, Shannen kennen zu lernen.“ Also brachen sie auf, und fuhren nach Dublin. Als sie ankamen, parkte Shane das Auto und die Drei machten sich auf, in die Dubliner Innenstadt. Hier gab es ja so viel zu sehen, zumindest für eine Londonerin, die noch nie in der Hauptstadt Irlands war. „Oh guck mal Shane, in den Laden muss ich rein!“, rief Grace, als sie einen Laden gefunden hatte, der nur irische Souvenirs verkaufte. Aber alles, was man sich so vorstellen konnte. Grace kam wieder heraus mit einem Kalender mit irischen Bildern darin, mit einem Irland-Lolly für Shannen und mit einem Sligo -Schlüsselanhänger. Nach weiteren 2 Stunden bummeln und einkaufen, fing Shannen an zu quengeln. „Mummy ich hab Hunger, meine Füße tun weh!“ „Ich denke, das wars wohl mit unserer Shopping-Tour!“, lächelte Shane. „Ja, glaub ich auch, tut mir leid!“ „Was tut dir denn leid?“ „Ja, wenn wir sie nicht dabei hätten, dann könnten wir uns noch einen schönen Tag in Dublin machen!“, sagte Grace so leise, dass Shannen es natürlich nicht hören konnten. „Aber Schatz. Du weißt doch, dass ich Shannen lieb hab. Und ohne sie, würde dir doch was fehlen und mir auch. Also mach dir da mal keine Sorgen. Und ich war schon so oft in Dublin, wegen mir müssen wir nicht mehr durch die Stadt laufen. Und wir werden sicher noch öfter hier sein, glaub mir!“ Shane gab Grace einen Kuss und dann nahm er Shannen auf den Arm und trug sie bis zum Auto huckepack. Als die Einkäufe im Auto verstaut waren, ließ sich Grace auf dem Beifahrersitz nieder und bemerkte dann auch, dass ihre Füße auch ganz schön mitgenommen waren. Sie waren schon ein ganzes Stück gelaufen. Shane fuhr quer durch Dublin und parkte dann schließlich nach 15 Minuten Fahrt vor Nickys Haustür. Als das Auto anhielt, wurde Shannen wieder wach, die während der Autofahrt eingeschlafen war. „Sind wir schon daheim?“, fragte sie. „Nein, meine Süße, wir sind bei Nicky. Wir wollten ihn noch besuchen, bevor wir heimfahren!“, sagte Grace und holte Shannen aus dem Auto. „Au ja!“ Shannen freute sich auch darauf, Nicky wieder zu sehen. Er hatte so toll mit ihr gespielt, als er und Sarah auf sie aufgepasst hatten, während Shane und Grace ihr erstes Date hatten. Sie liefen die Auffahrt hinauf und Shane klingelte. Er sah Nicky, der aus dem Fenster sah und dann, als er sie erkannte, den Türöffner drückte. Shane und Grace mit Shannen auf dem Arm gingen den kleinen Weg hinauf und Nicky öffnete auch schon die Tür. „Hi ihr, na schönen Tag gehabt?“, fragte Nicky und umarmte Shane und dann auch Grace. Shannen bekam einen Schmatz und dann gingen alle vier hinein. Niemand von ihnen bemerkte die dunkle Gestalt, die auf der anderen Straßenseite alles beobachtete.
Georgina saß in eine Decke eingewickelt auf dem Sofa. Als die Drei eingetreten waren, stand sie auf und umarmte Shane und Grace. Shannen wurde ihr vorgestellt und dann setzten sich alle fünf. Shannen wollte unbedingt auf Nickys Schoß sitzen. Schließlich hatte sie Shane und ihre Mummy immer um sich, aber Nicky sah sie nicht oft. „So und das ist jetzt die Kleine, die Nickys Herz erobert hat?“, fragte Gina lächelnd. Sie war immer noch sehr blass, doch sie sah schon viel besser aus, als vor ein paar Tagen. „Ja, ich denke schon!“, lachte Grace. „Sie ist auch wirklich süß, gratuliere!“, sagte Gina. „Danke!“ Sie verbrachten den ganzen Nachmittag zusammen. Sie saßen auf dem Sofa und unterhielten sich über alle möglichen Dinge. Und Shannen wirbelte um sie herum und wollte andauernd mit einem von ihnen spielen. Zuerst war Nicky dran. Dann kam Shane und auch Gina einmal dran. Zum Schluss, als sie sich verabschieden wollten, saß Grace mit ihrer Tochter auf dem Boden und spielte schon zum 10. mal Memory mit ihr. „Schatz, ich glaube, wir sollten langsam mal gehen. Wenn wir jetzt losfahren, kommen wir ungefähr um acht daheim an. Sonst wird es noch später!“, sagte Shane. „Ja ich glaube auch, wir sollten uns langsam mal verabschieden. Wir gehen euch doch sicher schon auf die Nerven oder?“ „Ach Quatsch, wie kommst du denn auf so was? Wir freuen uns doch, dass ihr da seid!“, sagte Nicky. „Ja, dann ist ja gut. Aber ich denke, wir verabschieden uns jetzt trotzdem. Unsere Kleine muss nämlich dann auch bald ins Bett!“, sagte Grace, räumte das Memory zusammen und stand auf. Sie verabschiedeten sich dann noch von Nicky und Georgina mit einer Umarmung und stiegen dann ins Auto und fuhren los. Wieder bemerkte weder Shane, noch Grace, wie ihnen jemand folgte.
In Sligo bei Shane angekommen, stellten sie das Auto in die Garage und gingen auch gleich ins Haus. Obwohl August war, war es in Irland die meisten Tage richtig kalt und die Abende sowieso. Grace machte Shannen bettfertig. Dann sagte Shannen Shane noch gute Nacht und Grace brachte sie ins Bett.
„Sie ist gleich eingeschlafen!“, sagte Grace, als sie sich neben Shane auf dem Sofa niederließ. „Sie ist fix und fertig. War ein anstrengender Tag für die Kleine, glaub ich!“, antwortete Shane und legte einen Arm um Grace. Grace schnappte sich die Wolldecke, die an ihrem Fußende lag und kuschelte sich hinein. Sie legte ihren Kopf auf Shanes Schulter und schloss entspannt die Augen. „So könnte ich für immer da liegen.“, sagte Grace. „Dann tus doch!“, sagte Shane mit einem Lächeln. „Wie denn?“ „Ja ganz einfach, steh einfach nicht mehr auf!“ „Ja, aber du musst ja spätestens in 4 Wochen wieder aufstehen und dann ist es nicht mehr bequem. Ohne dich geht das ja nicht!“ „Ja dann bleib ich halt einfach mit hier sitzen! Ich hab nämlich auch keine Lust, aufzustehen!“ Den ganzen Abend saßen bzw. lagen sie so da und kuschelten sich aneinander.
Am nächsten Tag wachte Grace früh auf, und konnte nicht mehr schlafen. Sie beschloss, Shane schlafen zu lassen und sich mal den Trainings- und Tanzraum anzuschauen, von dem Shane gesprochen hatte. Sie zog sich ihre weiße Trainingshose an und ein schwarzes einfaches Top dazu, schnappte sich ein Handtuch, ihre Lieblings CD und verließ leise das Schlafzimmer. Shane drehte sich um und gab einen Schnarcher von sich. Aus der Küche holte sie sich noch eine Flasche Wasser und ging dann noch einen Stock tiefer. „Oh mein Gott, ist das riesig hier.“, flüsterte Grace, als sie sah, was Shane noch alles in seinem Keller eingerichtet hatte. Sie öffnete die erste Tür und stand in dem Tanzraum. Der Boden war mit Parkett ausgelegt und der Raum hatte an der Wand auch einen riesigen Spiegel, genau wie in Graces altem Tanzraum. Am anderen Ende des Zimmers standen noch ein paar Bänke, auf einer stand ein CD-Player. Genau so hatte sie sich das vorgestellt. Das war ideal, um das Tanzen wieder anzufangen und wieder in ihre alte Form zu kommen. Grace verließ das Zimmer und ging in das nächste. Dort fand sie, wie zu erwarten, den kleinen Fitnessraum, von Shane auch gesprochen hatte. Der Raum hatte alle Geräte, die Grace brauchte. Sie legte sich ihr Handtuch um die Schultern und wollte direkt anfangen. Da sah sie am anderen Ende des Raumes auch hier einen CD-Player stehen und schaltete ihn sofort an. Daneben lagen ein paar CDs. Waren nicht alle nach ihrem Geschmack, doch ganz unten fand sie eine Westlife CD. Sie musste sich ein Grinsen verkneifen, doch sie legte ohne zu zögern die Westlife CD ein und drehte voll auf. Mit dieser Musik lässt es sich leben, dachte sie sich und begab sich dann aber aufs Trimmrad. Während sie sich warm „fuhr“, hörte sie ihre Westlife Musik und dachte nach. ‚Ist schon irgendwie komisch. Ich höre Shane auf der CD singen, wie ich früher auch immer meine Westlife CDs gehört habe, doch nun bin ich bei ihm im Haus und er liegt oben im Bett und schläft. Das schon ein seltsames Gefühl’ Nach einer halben Stunde auf dem Rad, ging sie zum Stepper und machte dort weiter. Sie war doch nicht so schlecht in Form, wie sie gedacht hatte. Als die Cd durchgelaufen war, machte sie noch ein paar Dehnübungen und schnappte sich dann ihre Wasserflasche, ihre CD und ging dann hinüber in den Tanzraum. Sie wusste gar nicht, ob sie noch irgendetwas konnte, was sie bei Jason gelernt hatte. Sie legte ihre Cd ein, die sie immer noch vom Tanztraining hatte und immer noch gerne hörte ein und stellte sich in Position. In den ersten fünf Minuten wollte wirklich überhaupt nichts klappen und sie wollte schon aufgeben, doch dann kam ihre Lieblingsstelle in dem Lied und auch in der Choreographie und als sie merkte, dass sie es noch konnte, wollte sie gar nicht mehr aufhören. Mit der Zeit kam wieder alles und sie tanzte sich wirklich die Seele aus dem Leib. Sie merkte gar nicht, dass die CD schon wieder von vorne anfing. Und auch nicht, wie lange sie nun schon hier unten war. Es war inzwischen 11 Uhr Vormittag und Shane war auch schon aufgewacht. Und Shannen sowieso. Shane suchte erst mal überall nach Grace, bis er dann zu Shannen hinüber ging, sie anzog und mit ihr hinunter zum frühstücken ging. „Wo ist denn Mummy?“, fragte Shannen. „Ich weiß nicht, ich hab sie noch nicht gesehen!“, sagte Shane ehrlich. Doch als alle beide mal nichts sagten, hörte Shane Musik. Er überlegte, wo sie herkommen könnte und dann fiel es ihm ein. „Ich glaub, ich weiß wo deine Mummy ist!“, sagte Shane. „Wo denn?“, fragte die Kleine. „Komm mit, wir schauen mal, ob ich recht hab.“ Shane nahm die Shannen an die Hand und ging mit ihr in den Keller. Und tatsächlich, die Musik wurde lauter. Sie kam aus dem Tanzraum. Shane nahm Shannen auf den Arm und öffnete leise die Tür. Das war eigentlich gar nicht nötig, denn Grace hörte oder bemerkte die beiden eh nicht. Sie war so in ihrem Element, dass sie niemanden wahrnahm. Und sie war richtig gut. Shane wusste ja, dass Grace früher einmal getanzt hatte, aber hatte sich nicht vorstellen können, wie gut sie wirklich war. Und anscheinend hatte sie nichts verlernt. Endlich bemerkte Grace die beiden in der Tür stehen. Sie lief zum CD-Player, stellte ihn aus und kam auf die beiden zu. Sie wischte sich den Schweiß ab und küsste Shane und Shannen. „Hey ihr beiden! Was macht ihr denn hier unten?“, fragte Grace. „Ja was wohl? Dich suchen!“, sagte Shane und grinste. „Oh es tut mir leid. Ich hab vergessen bescheid zu sagen, aber ihr habt beide noch geschlafen und ich wollt euch nicht wecken!“ „Ist schon gut. Du tanzt wirklich verdammt gut. Ich dachte, du hast das schon länger nicht mehr gemacht?“, fragte Shane. „Ja das stimmt auch, aber ich finde langsam wieder rein, aber so gut, wie früher bin ich nicht mehr. Mir fehlt sehr viel Training und alleine werde ich wohl auch nicht mehr so gut, oder besser!“ „Ja dann suchen wir die halt einen Tanztrainer! Für was bin ich denn in diesem Geschäft?“, grinste Shane. „Das würdest du für mich tun?“ „Ja natürlich, mein Schatz!“ Grace war außer sich vor Freude, und umarmte Shane stürmisch. Dann gingen sie zusammen nach oben und frühstückten dann zu dritt. „Sag mal, kennst du denn irgendwen, der mir Tanzunterricht geben würde? Und müsste ich dann nicht immer irgendwo hin fahren? Ich glaube nicht, dass der Tanztrainer dann immer hier her kommt?“, fragte Grace. „Ach jetzt warte einfach mal ab, wir finden da schon jemanden. Ich glaub ich weiß auch schon wen. Er ist noch nicht so lange im Profigeschäft, aber er ist wirklich sehr gut und ich glaube er arbeitet im Moment in Dublin. Normalerweise kommt er glaub ich aus London, aber er hat jetzt einen Job hier angenommen, der wohl noch ein halbes Jahr oder so dauert.“ „Hey, aus London! Das ist ja cool.“ Grace freute sich natürlich, dass ihr vielleicht zukünftiger Tanztrainer auch aus London kam. „Wann könntest du denn da mal fragen?“, fragte Grace ungeduldig. Sie würde am liebsten heute schon anfangen, das merkte man ihr an. „Ja, ich müsste Louis mal anrufen, damit er mir die Nummer von ihm gibt. Aber ich weiß ja nicht mal, ob er neben seinem Job in Dublin noch Zeit hätte. Müssen wir halt einfach mal fragen.“, sagte Shane. „Wenn du willst, ruf ich Louis sofort an. Graces heftiges Nicken deutete Shane als ja. Shane nahm das Telefon und wählte die Nummer von Louis Walsh, dem Manager von Westlife. „Hey Louis, hier ist Shane!“ ... „Nein, es ist alles in Ordnung und du brauchst gar nicht fragen, ob ich mein Urlaub genieße, du weißt ja, dass ich es tue. Aber mal ne andere Frage. Und zwar: Grace würde gerne wieder Tanzunterricht nehmen, sie hat früher mal professionell getanzt, aber wegen Shannen ging das ja nicht mehr. Und sie würde jetzt gerne wieder damit anfangen. Und du hast doch letztens mal erwähnt, dass ein junger Choreograph jetzt hier in Dublin arbeitet, der eigentlich aus London kommt. Weißt du wen ich meine?“ Shane hörte Louis aufmerksam zu, und Grace konnte vor Neugier gar nicht still sitzen und hüpfte im Wohnzimmer herum. „Ja genau den meine ich. Mir ist nur der Name nicht mehr eingefallen, kannst du mir vielleicht die Nummer geben, die hast du doch bestimmt oder?“ Shane holte einen Zettel und schrieb die Nummer auf, die Louis ihm gab. „... Ja hab ich. Und danke noch mal! Wir sehen uns ja in 3 Wochen!“, sagte Shane, verabschiedete sich von Louis und legte auf. „Hier ist die Nummer!“, grinste Shane und wedelte mit der Telefonnummer vor Graces Nase herum. Grace sprang Shane in die Arme und jauchzte vor Freude. „Jetzt warte erst mal, wir müssen da erst mal anrufen. Wir wissen ja nicht mal, ob er überhaupt Zeit für dich hat.“ Grace setzte ihren Dackelblick auf und sagte: „Kannst du da nicht mal anrufen?“ „Warum denn ich? Du willst doch Tanzstunden!“, neckte er sie. „Shane! Du weißt genau, wenn ich diesen Choreograph anrufe, der wahrscheinlich die neue Entdeckung ist und nur noch große Stars trainieren wird, werde ich wohl kaum eine Chance haben. ich bin ja leider kein berühmter Star, so wie du!“, sagte Grace und zog eine Schnute. „Schatz, du weißt doch genau, dass das nur ein Scherz war, natürlich rufe ich da an!“, sagte Shane und nun wurde er wieder von Graces Dankbarkeit fast zerdrückt. Shane wählte die Nummer und wartete, bis jemand abnahm. „Clark?“, meldete sich ein junger Mann nach einer Weile. „Ja, Shane Filan hier. Ich hätte mal eine Frage an Sie!“ „Shane Filan? Der Shane Filan von Westlife?“ Der Mann war wohl ziemlich überrascht. „Ja genau der!“, sagte Shane mit einem Lächeln, das der Mann natürlich nicht sehen konnte. „Ja was gibt es denn? Was kann ich für Sie tun?“ „Sie haben doch im Moment in Dublin zu tun. Wie lange bleiben Sie denn noch in Dublin und haben sie vielleicht nebenher noch etwas Zeit für noch ein paar Tanzstunden?“ „Ja ich bin im Moment in Dublin beschäftigt, das wird noch eine ganze Weile dauern. Mein Vertrag läuft erst im November aus, aber ob ich dann wieder nach London gehe, ist noch nicht sicher. Wollen sie etwa Tanzstunden bei mir?“ Der Mann war wirklich sehr überrascht und konnte es gar nicht glauben, dass er gerade Shane Filan am Telefon hatte. Er kannte Westlife natürlich, und wusste, wie bekannt sie waren. Außerdem hatte er früher, als er noch nicht so bekannt war, wie jetzt, eine Schülerin gehabt, von 14 Jahren, die ein großer Westlife Fan gewesen war. Wenn sie nur den Kontakt nicht zu ihm abgebrochen hätte, dann könnte er ihr das erzählen und vielleicht hätte sie dann auch seine Nummer bekommen können. Denn genau Shane Filan war ihr Liebling gewesen. Was nur aus ihr geworden war?
„Nein ich möchte keine Tanzstunden nehmen, das würde bei mir auch nichts mehr helfen.“ Grace schaute Shane böse an. Sie mochte das nicht, wenn man seine eigenen Fähigkeiten so runterspielte. Sie wusste, dass Shane sehr wohl tanzen konnte. Sie war früher auf den Konzerten immer halb in Ohnmacht gefallen, wenn Shane mit seinem süßen Hintern über die Bühne wackelte. „Meine Freundin würde gerne Tanzunterricht nehmen. Sie hatte früher schon Tanzunterricht, konnte aber dann leider nicht mehr weiter machen und jetzt möchte sie gerne versuchen, als Tänzerin zu arbeiten, aber da fehlt ihr, ihrer Meinung nach noch ein bisschen Übung. Und da ich über solche Beziehungen verfüge, würde ich ihr gerne weiterhelfen. Deswegen meine Frage, ob Sie nebenbei noch ein bisschen Zeit hätten?“ „Warten Sie einen Augenblick, ich muss in meinem Terminkalender nachsehen!“ Es raschelte und Grace wurde ganz ungeduldig. „Was sagt er denn?“ „Ich weiß es nicht, er muss nachschauen, ob er Zeit hat!“, sagte Shane und Grace faltete die Hände zu einem Gebet. Sie wollte wieder anfangen zu tanzen, und wenn sie jetzt diesen neuen Star-Choreograph als Trainer hätte, dann konnte doch nichts mehr schief gehen. Mr. Clark meldete meldete sich wieder am Telefon und sagte. „Wie viele Stunden möchte ihre Freundin denn bei mir pro Woche nehmen?“ „Ich denke so viele, wie möglich! Wie viel Zeit können sie denn entbehren?“ „Also ich hätte Montags von 15 bis 17 Uhr zeit, Mittwochs von 19-22 Uhr und Samstags ab 18 Uhr !“ „Ja, ich denke, das ließe sich einrichten! Haben Sie in Dublin ein Tanzstudio oder wo trainieren Sie?“ „Ich bin meistens bei den Leuten, mit denen ich tanze zu Hause, aber in Dublin lässt sich bestimmt was finden!“ „Also wenn Sie nichts dagegen haben, dass sie nach Sligo fahren müssen, können Sie auch hier herkommen!“, erwiderte Shane. „Ja, das wäre natürlich am Besten, dann müssten Sie mir noch eine Wegbeschreibung geben und mir sagen, wann die erste Tanzstunde ist, dann komme ich mal vorbei!“ „also wenn es Ihnen nichts ausmacht, dass sie heute schon vorbei kommen? Ab 15 Uhr haben Sie ja Zeit oder?“ „Ja genau. Also wenn es Ihnen recht ist, dann komme ich heute noch vorbei!“ Shane beschrieb dem Mann noch schnell den Weg und sie machten aus, dass sie das finanzielle regelten, sobald er eintraf. Shane legte auf und grinste Grace an. „Ja ich denke mal, du hast deinen Choreograph und noch dazu einer aus London. Mit dem musst du dich ja gut verstehen oder?“ Grace sprang erst mal durch die Wohnung vor Freude, dann sprang sie Shane um den Hals und schlang ihre Beine um ihn und das mit solcher Wucht, dass Shane sich nicht auf den Füßen halten konnte und schließlich landeten beide auf dem Sofa. „Man hast du ein Glück, dass hinter uns das Sofa steht!“, sagte Shane lachend. Shannen, die das alles beobachtet hatte, konnte natürlich nicht brav auf ihrem Stuhl sitzen bleiben, sondern stürzte sich ebenfalls noch auf die Couch und krabbelte herum, bis sie vor Grace auf Shanes Bauch saß. „Und was wird das jetzt?“, fragte Shane lachend. Shannen quiekte vor Vergnügen und kniff Shane in die Nase. Dann fing Shane an, Shannen zu kitzeln und die Kleine war so kitzelig, dass sie fast herunter gefallen wäre, wenn Grace sie nicht festgehalten hätte. Die drei alberten noch eine ganze Weile herum, bis sie schließlich aufstanden, um mit Shannen Memory zu spielen. Das war ihr Lieblingsspiel in letzter Zeit. Wenn sie einmal damit angefangen hatte, dann wollte sie damit nicht mehr aufhören! Also saßen die Drei auf dem Boden und spielten Memory. Shane machte es großen Spaß mit Shannen zu spielen. Grace hatte immer Angst, Shannen würde Shane auf die Nerven gehen, oder Shane wollte mit ihr alleine sein, denn ohne Kind war das Leben schon einfacher. Man konnte tun was man wollte, ohne sich nach so einem Kleinen Zwerg richten zu müssen. Wenn Shannen müde war, mussten sie nach Hause fahren. Wenn Shannen Hunger hatte, musste man ihr was kochen. Wenn Shannen spielen wollte, musste man mit ihr spielen. Grace war es ja gewöhnt, aber Shane nicht. Und immer hatte Grace Angst, Shane wollte Shannen nicht. Denn wenn es Shannen nicht gäbe, könnten sie andere Dinge machen und manchmal wünschte sie sich auch, mit Shane alleine sein zu können und einfach nur auf der Couch liegen und reden. Oder einfach mal weg fahren, wenn ihnen danach war, aber mit Shannen war das einfach nicht möglich. Doch Grace würde ihre Shannen niemals hergeben.
Plötzlich klingelte es an der Tür. Shane sah auf die Uhr und sagte: „So ein Mist, es ist schon viertel nach Drei. Das wird wohl dein neuer Tanztrainer sein.“ Grace sah ebenfalls auf die Uhr und sprang erschrocken auf. „Shane, ich muss mich noch schnell umziehen, und Shannen schnell nach oben bringen ja? Ich bin gleich da, noch nicht aufmachen!“ Grace nahm Shannen auf den Arm und lief schnell die Treppe nach oben. Sie hatte zwar jetzt Tanztraining und würde wieder schwitzen, doch sie wollte trotzdem frische Trainingsklamotten anziehen. „Warte hier, Shane kommt gleich zu dir!“ , sagte Grace zu Shannen und setzte sie aufs Bett. Sie band ihre Haare noch mal ordentlich zusammen, bevor sie nach unten ging.
Während sie oben war, öffnete Shane die Tür und bat den jungen Mann herein. Er hatte eine Trainingstasche dabei und ebenfalls einen Trainingsanzug an. „Jason Clark!“, stellte er sich vor und schüttelte Shane die Hand. „Shane Filan!“, stellte sich Shane überflüssiger Weise vor. Grace kommt gleich, sie zieht sich nur schnell um und bringt Shannen nach oben.“ Jason sah ihn an, als hätte er nichts verstanden. Wie auch, er wusste ja nicht, wie Shanes Freundin hieß und dass sie auch noch eine Tochter hatte. Shane verstand den Blick und erklärte. „Grace ist meine Freundin, die den Tanzunterricht möchte, und Shannen ist ihre kleine Tochter. „Achso, jetzt weiß ich ja bescheid!“, sagte Jason und setzte sich. Shane bot Jason was zu trinken an. „Nein danke, erst nach dem Training!“, sagte Jason. Grace kam die Treppe hinunter gelaufen und sagte: „So hier bin ich, wir können gleich loslegen. Jason drehte sich zu Grace um, da das Sofa so stand, dass man mit dem Rücken zu Treppe saß. Als Grace ihn sah, blieb ihr vor Schreck der Atem weg. Sie sah aus, als hätte sie ein Gespenst gesehen. „Jason?“ Auch Jason kannte Grace. Doch er war sich noch nicht ganz sicher. Das konnte doch nur ein Irrtum sein. Solche Zufälle gab es doch nicht. „Grace?“ Grace nickte und sprang dann auf ihn zu. Jason erhob sich und schloss Grace fest in seine Arme. Er konnte es nicht glauben. Heute Vormittag hatte er erst an sie gedacht und nun stand sie vor ihm. Und dann fiel ihm noch etwas auf. „Du bist die Freundin von Shane?“ Als sie sich wieder voneinander lösten, lächelte Grace ihn an und nickte. „Das freut mich aber für dich, seit wann denn schon und wie geht’s dir eigentlich? Seit dem du dich vor fast 5 Jahren vom Tanztraining abgemeldet hast, hab ich dich nicht mehr gesehen!“ Grace wusste, worauf er anspielte. Aber bevor Grace antwortete, schaltete sich Shane endlich ein, der bis jetzt nicht zu Wort gekommen war. „Ihr kennt euch also?“, fragte er verwirrt. Grace lachte und sagte: „Ja Schatz. Jason war mein Tanzlehrer, bevor ich aufgehört habe!“ „Also wenn das kein Zufall ist! Und jetzt gibst du ihr wieder Tanzstunden? Ich darf doch du sagen?“ „Natürlich kannst du, du sagen. Ja wenn Grace wieder tanzen will, dann bin ich der erste, der ihr dabei hilft, ist doch logisch. Ich fand es sowieso so schade, dass du aufgehört hast!“, sagte er nun an Grace gerichtet. „Ja, aber du weißt ja warum!“ Jason nickte. Shane konnte sich schon vorstellen, um was es gerade ging und er fragte auch lieber nicht nach. Gerade, als sie runter gehen wollten, zum tanzen, kam Shannen die Treppe hinunter. Sie wollte nicht mehr alleine bleiben. „Süße, was machst du denn hier? Ich hab doch gesagt, Shane kommt gleich.“, sagte Grace. „Ja, aber ich wollte nicht alleine sein!“, sagte die Kleine und ließ sich von ihrer Mama auf den Arm nehmen. „Na, wenn du schon mal da bist. Schau mal, das ist Jason, ein guter Freund von der Mama. Jason, das ist meine Tochter Shannen!“ Jason brachte den Mund gar nicht mehr zu. Als sie dann aber endlich nach unten gingen, fragte Jason: „Shannen ist doch sicher schon 4 oder 5 Jahre alt oder?“ „Ja ist sie, sie wird in 2 Wochen 5!“ „Aber, dann...!“ „Ja Jason! Ich weiß was du denkst und es stimmt. Shannen ist die Tochter von David, aber sie kann doch nichts dafür, was ihr Vater getan hat und sie ist so anders, sie hat nichts von ihm, auch wenn ich ihn kaum kenne und ich hoffe, ich werde diesen Kerl nie wieder sehen. Und sie hat so einen süßen Ersatzvater, was besseres kann sie sich nicht wünschen!“ „Bist du drüber hinweg?“, fragte Jason. „Ja ich denke schon. Ganz drüber hinweg, werde ich nie kommen, aber ich hab Shane und Shannen, und Sarah und die geben mir Kraft und die Lust am Leben.“ Sie betraten den Tanzraum, stellten ihre Sachen ab und fingen dann auch gleich an zu trainieren. Jetzt erst bemerkte sie, wie sehr sie das trainieren mit Jason vermisst hatte. Doch jetzt hatten sie sich ja durch Zufall wieder gefunden und mit Jason lief ihr Training einfach super. Als sie am Abend völlig erschöpft ins Bett fiel, kuschelte sie sich wie immer an Shane und war schon fast eingeschlafen, als Shane sie fragte: „Und wie war dein Tanztraining? Ist dir Jason eine Hilfe?“ „Ja und wie. Als er vor mir stand, dachte ich, ich träume. Das ist echt so ein Zufall. Danke Schatz, dass du mir das ermöglicht hast. Dafür lieb ich dich noch mehr, obwohl ich gar nicht wusste, dass das überhaupt geht.“ „Ich liebe dich auch. Und ich mach das doch gerne. Wenn du schon so viel mit mir durchmachen musst, nur weil ich so einen stressigen Job hab, will ich dir wenigstens helfen, deinen Traumjob zu finden. Wenn du willst, kann ich mich ja mal umschauen, vielleicht ist irgendwo was für dich dabei. Was willst du denn genau machen, also wo willst du denn tanzen?“ Grace war damit jetzt ein bisschen überfordert. Sie war schon so müde und sie konnte nicht mehr ganz folgen, doch dann hatte sie ungefähr verstanden, was Shane gesagt hatte. „Du willst mir helfen, einen Job zu finden? Also so richtig, auf der Bühne tanzen, bei Konzerten?“ „Ja, wenn du das willst. Ich mach das natürlich nur, wenn du einverstanden bist, und ich weiß auch nicht, ob es im Moment irgendwas passendes für dich gibt, aber ich kann mich ja mal umhören.“ „Shane, das wäre echt soooooooo lieb von dir. Wenn das klappen würde. Das wär mein größter Traum. Nur dann haben wir ja beide so stressige Jobs. Nicht, dass Shannen auf der Strecke bleibt!“ „Das wird sie schon nicht. Wir werden das schon schaffen! Und ich bin ja auch nicht das ganze Jahr auf Tour und du ja auch nicht. Du hast einen Auftrag, der dauert ein paar Monate und dann ist es auch wieder vorbei. Du wirst schon sehen, das schaffen wir schon.
Genauso hatte Shane sich seinen Urlaub vorgestellt. So lange schlafen, wie man wollte, mit Grace und Shannen zusammen frühstücken, mit Shannen spielen, spazieren gehen, einfach faul sein. Das brauchte Shane nach so einer langer Tour. Gott sei Dank hatten sie immer nach einer Tour ein paar Wochen Urlaub. Aber darauf bestanden alle 5 Jungs. Grace ging nun jeden Tag runter in Shanes Home Fitnessstudio und trainierte ein paar Stunden. Das tat ihr richtig gut. Shane wusste ja, dass er eine attraktive, kluge und wunderschöne Freundin hatte, doch dass sie auch noch so sportlich, und tänzerisch begabt war, das wusste er bis jetzt noch nicht. „Ich weiß gar nicht, womit ich dich verdient habe!“, sagte Shane eines Morgens, als Grace aus dem Keller kam. „Schatz, diese Frage stelle ich mir auch jeden Tag. Womit ich dich verdient habe.“, lächelte Grace müde. Sie kam gerade von ihrem täglichen Fitnessprogramm und war sehr ausgepowert. Es war Samstag Nachmittag. Am Abend würde Jason wieder vorbeikommen und sie würden an ihrer Choreographie weiterarbeiten. Sie waren gerade dabei, eine eigene zu entwerfen und Grace konnte ihre Ideen mit einbringen. Es machte ihr einen riesen Spaß, wieder zu tanzen, jetzt bemerkte sie erst wieder, wie sehr es ihr gefehlt hatte. Gerade als sie sich aufs Sofa gesetzt hatte, klingelte ihr Handy. „Ach nö, jetzt muss ich wieder aufstehen, scheiß Handy!“, sagte Grace und erhob sich. Sie nahm das Handy und hob ab. „Ja?“, sagte sie genervt. „Oh, stör ich? Ich bins Sarah!“ „Hey Süße, nein du störst nicht, ich hab mich nur gerade hingesetzt, weil ich komm grad vom Training und bin ein bisschen müde und ich wollte nicht aufstehen!“, sagte Grace, die sich sehr über Sarahs Anruf freute. „Na wie geht’s dir denn? Und was für ein Training?“ „Mir geht es sehr gut Sarah. Shane liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, ich kann hier wieder reiten, Shannen geht es auch super. Es gefällt ihr hier wahnsinnig gut. Ach, wegen dem Training. Shane hat unten im Keller einen kleinen Fitnessraum, da bin ich jetzt jeden Tag, ich hab nämlich wieder Tanztraining und Shane will mir einen Job als professionelle Tänzerin besorgen, ist das nicht geil?“ „Oh geil. Das freut mich wirklich für dich. Aber du hast doch schon so lange nicht mehr richtig getanzt, hast du denn einen guten Coach?“ „Ja hab ich. Das war so lustig. Shane wollte mir einen Choreograph besorgen, weil er hat ja die Kontakte, und jetzt rat mal, wen er mir angeheuert hat?“, fragte Grace. „Keine Ahnung! Jetzt rück schon raus!“, sagte Sarah neugierig. „JASON! Ist das nicht ein total geiler Zufall?“ „Jetzt echt?“ Sarah konnte das gar nicht glauben. „Aber der ist doch grad wegen einem Job in Dub...“ „ja genau!“, grinste Grace. „Das ist ja cool. Also mit Jason an deiner Seite muss das mit dem Job ja was werden!“, grinste Sarah. „Ach ja, übrigens Jason, wie geht es denn deinem Jason?“ „Dem geht es sehr gut, er liegt hier grad neben mir und will nicht aufstehen!“, sagte Sarah und fing an zu lachen. „Lass das!“, sagte sie zu Jason. „Er kitzelt mich!“, rief sie ins Telefon. Grace musste lachen. Sarah war so kitzelig, wenn man sie nur mit dem Finger in den Bauch piekte, fing sie schon an zu quieken. „Ja gut, ich lass dich dann mal wieder alleine ja?“, sagte Grace. „Ja ist okay, ich wollte nur mal hören, wie es dir geht. Wie geht es denn meiner Kleinen?“ „Der geht es auch gut, willst sie mal kurz sprechen?“ „Ja gerne!“ „Shannen, komm mal her, Tante Sarah ist am Telefon, sie will mit dir reden!“ , rief Grace zu Shannen, die gerade mit Shane auf dem Boden mal wieder Memory spielte. Shannen stand auf und lief zu ihrer Mummy und nahm das Handy. „Hallo Tante Sarah!”, rief sie ins Telefon. „Hey, meine Süße. Wie geht’s dir denn? Ich vermiss dich schon ganz doll!“, sagte Sarah. „Ja ich dich auch. Aber mir geht’s ganz gut hier. Shane spielt mit mir Memory!“ „Das ist aber lieb von ihm. Sagst du ihm einen schönen Gruß von mir?“ Als sie das gesagt hatte, hörte sie von Shannen nichts mehr, nur noch Geraschel. „Hallo? Shannen, bist du noch da?“ „Nein ich bin’s, Shane!“ meldete sich er am anderen Ende der Leitung. „Das hat sie jetzt aber wörtlich genommen!“, sagte Sarah lachend. „Was?“ „Ich hab zu Shannen gesagt, sie soll dich von mir grüßen und schon hab ich dich am Ohr!“ „Ja, so ist sie halt!“ lachte Shane. Shane redete noch ein bisschen mit Sarah und legte dann aber schließlich auf. „Du, ich muss mal kurz telefonieren, willst du dich weiter von deiner Tochter im Memory schlagen lassen?“, fragte Shane Grace. „Ja klar, immer doch!“, lachte Grace und setzte sich zu ihrer Tochter auf den Boden, während Shane nach oben verschwand. Er hatte vorhin mit Louis telefoniert. Der wollte ihm weiterhelfen, mit dem Tanzjob für Grace. Er sollte sich mal umhören, wer in nächster Zeit eine Tänzerin brauchte. Louis hatte versprochen, sich umzuhören und Shane sollte ihn in 2 Stunden zurückrufen. Das tat er nun. „Louis, hi, ich bins Shane!“ „Hi Shane, ich dachte mir schon, dass du es bist. Weißt du eigentlich, dass wir noch nie so oft telefoniert haben, wenn du Urlaub hast?“, lachte Louis. „Ja das kann wirklich sein! Und hast du was passendes gefunden?“ „Ich weiß es nicht, ich hab 2 Sachen gefunden, das erste wäre eine Stelle als Tänzerin bei der Tour von Bellefire, die gehen jetzt im September für ein paar Monate auf Tour, oder dann noch als Tänzerin bei den Sugababes, die starten ihre Tour aber erst Ende Oktober! Und sie muss sich auch erst vorstellen und außerdem, wenn sie den Job bei Bellefire will, muss sie sich ganz schön ins Zeug legen. Ich weiß ja nicht , wie gut sie ist, aber wenn sie es versuchen will, hier sind die Adressen und die Daten für das Vortanzen...“ Shane schrieb sich alles genau auf und bedankte sich noch 1000mal bei Louis, dann legte er auf, damit er Grace die gute Nachricht gleich mitteilen konnte. „Na, das wichtige Gespräch erfolgreich beendet?“, fragte Grace im Scherz. Sie wusste ja nicht, um was es bei dem Gespräch ging. „Ja kann man so nennen!“, grinste Shane. „Was grinst du denn so?“ „Ach ich hab nur gerade mit Louis telefoniert, der wollte sich für mich mal ein bisschen umhören, wegen so einem Job als Tänzerin, aber hier gibt es ja niemanden, der so was gerne machen würde!“, lachte Shane. Als Grace das hörte, sprang sie auf und fing an, Shane zu löchern. „Was? Wirklich? Was hat er gesagt? Hat er was gefunden? Jetzt sag schon!!!“ „Okay, alles nach der Reihe. Ja er hat was gefunden. Er hat 2 Jobs gefunden, die dir vielleicht gefallen würden, aber es gibt ein Vortanzen, wo du dich sicher gegen viele andere Bewerberinnen durchsetzen musst. Der eine Job geht schon im September los, das heißt, du müsstest trainieren, bis zum Umfallen, und der andere geht los Ende Oktober.“ „Das hört sich doch gut an und was sind das jetzt für Jobs? Jetzt lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!“ Grace war so aufgeregt, schließlich ging es hier um ihre berufliche Karriere. „Nichts besonderes!“, sagte Shane. „Der eine Job wäre auf Tour mit Bellefire, und der andere wäre ebenfalls eine Tour, mit den Sugababes!“ , sagte Shane, als wäre es das normalste auf der Welt. „WAS?? Ich glaub ich hab mich verhört. Bellefire und die Sugababes? Ich glaub, ich spinn!“ Grace war außer sich. Shane gab ihr alles, was er aufgeschrieben hatte. „Das Vortanzen für Bellefire ist am Mittwoch in Dublin, und Sugababes ist am Freitag in London.“ „Ja ich denke, dann werde ich mich bei Bellefire bewerben!“, sagte Grace und wurde ganz aufgeregt. „Ja dann ruf da direkt mal an!“, sagte Shane und reichte ihr das Telefon. Grace wählte die Nummer und wartete, dass jemand abnahm. „Ja Grace Parker hier, guten Tag, ich möchte mich gerne für das Vortanzen anmelden!“ Die Frau an der anderen Leitung nahm ihre Daten auf und verabschiedete sich dann. „Ich hab mich da angemeldet, am Mittwoch den 23.8. in Dublin um 14.30 Uhr.“ Grace war nun den ganzen Tag so aufgeregt, dass sie nicht still sitzen konnte. Als Jason schließlich um 18 Uhr kam, sprang sie ihm sofort in die Arme und erzählte im die Neuigkeit. „Das ist ja der Wahnsinn, ich hoffe, du schaffst es!“ „Sie brauchen nur 3 Tänzerinnen, ich hoffe, ich gehöre zu den Dreien...“

„Grace Parker? Sie sind die Nächste!“ Grace saß in einem Warteraum in ihren Trainingsklamotten, und hatte bis eben auf diesen einen Satz gewartet. Nun ging es ans Vortanzen. Die ganzen Letzten Tage hatte sie nur noch trainiert. Jason war noch 2mal extra gekommen, damit Grace auch wirklich gut vorbereitet war. Das war ihr Traum und sie hatte alles dafür gegeben. Wenn es heute nicht klappen sollte, würde sie es doch bei den Sugababes probieren, das hatte sie sich schon vorgenommen. Sie ging in den Raum, in dem sie vortanzen sollte. Es war ein Theater und sie stand alleine auf der Bühne. Die Leute, die sie beurteilten, saßen unten in der Ersten Reihe hinter einem Tisch und sahen sie neugierig an. „Grace Parker?“ „Ja, die bin ich!“, sagte Grace nervös. „Bevor sie anfangen, erzählen sie uns doch ein bisschen was von sich!“ Grace betrachtete die fünf Leute, die unten vor ihr saßen genauer. 3 davon waren die Mitglieder von Bellefire, da war sie sich schon mal sicher und die anderen 2 Männer mussten wohl die Manager oder Ähnliches sein. „Also, mein Name ist Grace Parker, ich werde im Oktober 21, hab eine 5 Jährige Tochter und tanze schon seit meinem 12. Lebensjahr. Ich wohne eigentlich in London, doch mein Freund hat gerade Urlaub und deswegen wohne ich für die nächsten 4 Wochen und bei ihm in Sligo.“ Die 5 Personen machten sich eifrig Notizen und dann wurde sie noch gefragt: „Wie sind Sie denn auf das Vortanzen hier aufmerksam geworden? Es wussten ja nicht viele davon, es werden nur die Besten eingeladen!“ „Mein Freund hat mir das über seinen Manager Louis Walsh ermöglicht, hier herzukommen!“ „Ihr Freund wird von Louis Walsh gemanagt? Dann muss ihr Freund aber sehr berühmt sein. Kennen wir ihn zufällig?“, fragte nun ein Mitglied der Band. „Ja ich denke schon. Shane Filan von Westlife!“ „Shane? Ach Sie sind die neue Freundin von ihm?“ „Ja die bin ich!“, sagte Grace. „Wir kennen Shane und die anderen Jungs recht gut, wir waren schon oft mit ihnen auf Tour, ist immer sehr lustig, aber auch anstrengend!“, sagte eine. „Okay, jetzt aber zum Tanzen! Ich hoffe, Sie haben was drauf. Die 10 vor ihnen waren nicht wirklich umwerfend. Was tanzen Sie denn?“ „Ich würde gerne was eigenes tanzen, das haben mein Choreograph und ich selbst entwickelt und ausgearbeitet!“, sagte Grace stolz. Und das war sie auch. Sie hatten Tag und Nacht an dieser Choreographie gearbeitet, bis sie endlich bis ins Kleinste Detail perfekt war. Nun fing Grace endlich an vorzutanzen. Sie hatte große Angst, etwas falsch zu machen, doch als sie erst einmal angefangen hatte, ging alles wie von alleine. Sie merkte nicht einmal, dass ihr jemand zusah und sie auch noch bewertete. Sie fühlte sich genauso, wie in ihrem kleinen Tanzraum bei Shane zu Hause. Als der letzte Ton verklungen war, wurde Grace wieder nervös. Sie war eigentlich sehr zufrieden mit sich. Sie hatte keinen großen Fehler gemacht, also nicht, dass es ihr aufgefallen war. Die Fünf klatschten Beifall und sagten ihr, sie würden sich bei ihr melden, um ihr ihre Entscheidung mitzuteilen. Als sie hinausgegangen war, um sich umzuziehen, sagte ein Bandmitglied: „Die ist wirklich gut, sehr gut sogar. Das wäre auch eine riesen Schlagzeile, wenn wir Shane Filans Freundin als Tänzerin mit uns auf Tour hätten, oder was meint ihr?“ die anderen stimmten zu.
„Und wie war es? Erzähl?“, rief Shane, als Grace die Tür aufsperrte, ihre Tasche erst mal in eine Ecke warf und sich dann aufs Sofa fallen ließ. „Es war ganz okay, sie haben gesagt, sie melden sich bei mir!“ Grace klang nicht wirklich überzeugt, und das war sie auch nicht. Immer, wenn man eine Absage erhielt, kam doch der Spruch, man würde ihr in den nächsten Tagen bescheid geben. Shane erriet ihre Gedanken. Obwohl Grace ja wirklich keinen Fehler gemacht hatte, hatte sie kein gutes Gefühl und auch das merkte Shane nur an ihrem Gesichtsausdruck und an dem Ausdruck in ihren Augen. „Hey so schlimm ist das doch nicht, das war ja auch schließlich dein erstes Vortanzen.“ „Ja, aber ich hätte den Job schon gerne gehabt!“, sagte Grace und kuschelte sich in Shanes Arme, der sich soeben zu ihr gesetzt hatte. Shannen war bei Shanes Eltern, sie wollte unbedingt zu den Pferden, also hatte Shane ihr den Wunsch nicht abgeschlagen. Außerdem waren die beiden jetzt einmal alleine. Grace lag nur in Shanes Armen und erzählte ihm alles, wie es gelaufen war. Er hörte ihr geduldig zu und versuchte sie aufzuheitern. Sie lagen bestimmt 2 Stunden so da, als plötzlich ihr Handy klingelte. „das wird bestimmt Jason sein, der wissen will, wie es gelaufen ist. Da wird er sich aber freuen, dass ich’s versaut habe!“ „Das weißt du doch gar nicht!“, sagte Shane aufmunternd. „Nummer unbekannt!“, flüsterte Grace, als sie auf das Display schaute und hob ab. „Grace Parker?” „Ja guten Tag, Ms Parker. Ich bin damit beauftragt worden, Ihnen mitzuteilen, dass man sich für Sie entschieden hat. Sie haben den Job bei Bellefire, als Tänzerin. Die erste Trainingsstunde ist morgen um 14 Uhr. Selber Ort, wie heute! Haben Sie das alles notiert!“ „j...J ..Ja hab ich, vielen Dank!“ Grace legte auf und fing erst mal an, ganz laut zu kreischen. „Was ist denn los, um Gottes Willen?“, fragte Shane und stand auf. „ICH HAB DEN JOB?“, schrie sie und warf sich Shane in die Arme. „Echt? Oh, das freut mich soooooooo für dich!“, sagte Shane und umarmte Grace so fest er konnte. „Morgen muss ich zum ersten Training.“
„Guten Morgen mein Schatz, heute ist dein großer Tag!“, sagte Shane und weckte Grace mit einem Guten Morgen Kuss auf. Sie blinzelte verschlafen unter ihrer Bettdecke hervor und wollte sich schon wieder verkriechen, als ihr ja einfiel, was gestern geschehen war. Sie hatte einen Job als professionelle Tänzerin bekommen, obwohl sie schon so lange nicht mehr richtig getanzt hatte und viel Training, im Vergleich zu ihren Mitstreiterinnen, hatte sie ja auch nicht gehabt. Doch sie hatte Glück gehabt, und vielleicht hatte ihr auch die Berühmtheit ihres Freundes etwas geholfen. Doch in dem Moment war es ihr eigentlich egal. Sie war nur glücklich, dass sie diesen Job bekommen hatte. Nicht nur, dass sie auch endlich ein bisschen Geld verdiente, sondern sie hatte auch etwas zu tun, außer für die Uni zu lernen, und Gläser zu spülen. Außerdem hatte sie in dieser Nacht beschlossen, die Uni zu schmeißen. „Warum willst du das tun? Du bist doch schon fast fertig? Das wirst du sicher bald bereuen!“, sagte Shane und versuchte sie umzustimmen. „Shane, ich weiß schon was ich tue. Und ich mache es nicht, weil ich den Job bekommen habe. Ich mache es, weil ich eingesehen habe, dass ich tanzen will, und nicht Journalistin werden will, die den Leuten hinterher spioniert und sich irgendwelche Lügenmärchen ausdenkt. Da hab ich echt genug davon. Wie konnte ich nur jemals Journalistin werden?“ „Gracey, es sind wirklich nicht alle so!“ „Aber die meisten. Shane, sie haben uns einen Streit angedichtet, nur weil ich geheult habe, als ich dich vermisst habe!“ „Ja und haben dir einen Seitensprung angehängt, nur weil dieser Mistkerl..“ Weiter kam er nicht. „Was haben die?“ Grace setzte sich im Bett auf. „Ich dachte, das wusstest du. Sie haben Bilder von dir gemacht, als du dich mit diesem Arsch unterhalten hast und dann hat man noch ein Bild von dir gesehen, wie er dich in das Zimmer trägt. Du siehst einfach nur angetrunken aus, man sieht dir nicht an, dass du schon gar nicht mehr ansprechbar warst!“ „Das kann doch gar nicht wahr sein, solche Idioten. Du hast das doch hoffentlich nicht geglaubt?“ „Um ehrlich zu sein, blieb mir gar nichts anderes übrig. Du hast den Bericht nicht gesehen. Ich konnte es einfach nicht glauben, aber wenn die den Bericht mit mir gemacht hätten, dann hättest du das auch glauben müssen, glaub mir das!“ Shane war das wirklich peinlich, das sah man ihm an. Er wollte es ja gar nicht glauben, was da in der Zeitung stand und wenn dort nicht so eindeutige Bilder gewesen wären, dann hätte er es auch nicht geglaubt. Aber diese Bilder waren einfach zu eindeutig gewesen und trotzdem waren sie falsch.
„Mummy, Shane!“ Shannen war aufgewacht und tapste nun zu den Beiden ins Schlafzimmer. Sie kroch unter die Bettdecke und kuschelte sich an ihre Mama. „Ja Süße, was machst du denn hier? Ist das etwa dein Bett?“, lachte Grace und strich ihrer Kleinen durchs Haar. „Ich hab Hunger!“, sagte Shannen und wollte Grace dazu bewegen, aufzustehen. „Ja ich komm ja schon!“, sagte Grace und quälte sich langsam aus dem Bett. „Komm Süße, so lange Mummy noch duscht und sich anzieht, machen wir schon mal Frühstück, oder was meinst du?“ „Au ja!“ Shannen liebte es, mit Shane rumzualbern. Und Shane ging es dabei auch nicht anders, also gingen die Beiden schon mal zusammen nach unten, um das Frühstück zu machen. Grace ging schnell duschen, zog sich an und folgte den beiden dann nach unten. Shannen saß schon am Tisch und schlürfte an ihrem Kakao, als Shane sich mit dem frisch gepressten Orangensaft für Grace mit an den Tisch setzte. „Danke mein Schatz, den Vitamin C Schub brauche ich jetzt.“ Sie frühstückten gemütlich zusammen und hatten viel zu lachen. Bis sie fertig gegessen, gelacht und aufgeräumt hatten, wäre eigentlich schon die richtige Zeit zum Mittagessen gewesen, doch das ließen sie heute ausfallen. Zwei Stunden später machte sich Grace auf den Weg zu ihrem ersten Training.
Als sie in den Tanzraum eintrat, war eine ihrer Kolleginnen schon da und wärmte sich schon auf. Grace ging sehr nervös auf sie zu, um sich vorzustellen. ‚Hoffentlich sind die anderen beiden keine Zicken’, dachte Grace. „Hallo, Ich bin Grace, ich glaube wir tanzen zusammen auf der Tour oder?“ „Hi, ich bin Lily. Ja ich bin auch gestern ausgewählt worden. Ich bin so happy, dass ich diesen Job bekommen hab!“ „Ja nicht nur du. Ich hab schon lange nicht mehr getanzt, also professionell. Ich hab erst vor ein paar Wochen wieder angefangen, mit einem Choreograph zu arbeiten. Früher hab ich schon getanzt, doch dann hatte ich leider keine Zeit mehr zum tanzen und du?“ „Ich tanze schon seit 10 Jahren professionell. Ich wollte nie etwas anderes machen, als Tanzen, hatte aber immer viel Pech mit meinen Jobs. Aber jetzt klappt es hoffentlich endlich!“ Lily war total nett. Grace verstand sich auf Anhieb mit ihr. Sie wärmten sich zusammen auf und warteten auf ihren Choreograph und auf die dritte im Bunde. „Sag mal, kennst du die dritte schon, die mit uns tanzt?“ „Nur flüchtig. Aber ich glaube, sie ist auch total nett. Ach da kommt sie eh schon!“ Eine schlanke Brünette war in den Raum gestürmt. Völlig außer Atem. „Bin ich zu spät?“ „Nein, Mark ist noch nicht da!“, sagte Lily. „Puh! Hi, ich bin Chris!“ „Grace!“, stellte sie sich vor und schüttelte Chris’ Hand. „Ich kenn dich irgendwo her, ich weiß nur gerade nicht woher. Kennen wir uns irgendwo her?“ „Nicht, dass ich wüsste. Außer du hast mich gestern schon beim Casting gesehen!“ „Nein, ich war nicht beim Casting gestern. Ich wurde schon in der Vorrunde ausgewählt.“ „Dann musst du ja ein richtiges Ass sein!“, sagte Grace voller Ehrfurcht. „Na ja, ich glaube eher nicht. Aber ich habe ihnen anscheinend gefallen!“ „Jetzt sei nicht so bescheiden, Chris!“, sagte Lily und klopfte ihr auf die Schulter. Chris wurde rot und grinste. Grace war so froh, dass die beiden so nett waren. Man konnte sich sehr gut mit den beiden unterhalten und Grace konnte sich auch vorstellen, mit ihnen die nächsten Monate zusammen zu arbeiten. „Aaaahhhh!“, machte Chris und schlug sich gegen die Stirn. „Jetzt weiß ich woher ich dich kenne!“, sagte Chris zu Grace. „Wirklich?“ „Ich hoffe, ich irre mich jetzt nicht, weil das sonst peinlich werden könnte, aber ich bin mir eigentlich total sicher. Du bist doch die Freundin von Shane von Westlife oder nicht?“ Lily zog überrascht die Augenbrauen hoch und musterte Grace erneut. „Wirklich?“ „Ja stimmt. Ich bin seine Freundin seit ein paar Monaten!“ „Ohhh, er ist ja soooo süß, erzähl, wie ist er so?“ Lily und Chris waren wirklich total nett und keine von beiden reagierte so, wie Grace befürchtet hatte. Keine war zickig oder eifersüchtig oder so. „Er ist einfach der größte Schatz auf dieser Welt. Er trägt mich auf Händen und Shannen auch!“ „Shannen?“, fragten beide, wie aus einem Munde. „Oh, sorry. Shannen ist meine kleine Tochter, sie wird in 6 Tagen 5.“ „Du hast eine Tochter? Das ist ja süß, und sie heißt Shannen?“ „Ja! Aber das ist eine sehr lange Geschichte…!“ „Und die wird jetzt nicht erzählt, sondern jetzt wird erst mal geackert!“ Mark, der Choreograph war gekommen und nun wurde gearbeitet. Sie fingen sofort mit der Choreographie an. Sie war nicht schwer, doch ging ganz schön in die Knochen. Die Arbeit war sehr anstrengend, doch Grace machte es einen riesen Spaß. Sie fühlte sich, wie ein Fisch im Wasser. Als sie nach Hause kam, ließ sie sich nur noch auf die Couch fallen und war fertig mit der Welt. Sie hatten sehr lange trainiert und dann musste Grace noch 2 Stunden nach Hause fahren. Als sie ankam, war Shannen schon im Bett und Shane wartete natürlich auf sie. „Na wie war dein erster Tag?“ „Anstrengend, aber toll. Richtig toll!“ Shane wollte alles wissen, wie ihre Kolleginnen waren, ihr Choreograph, einfach alles. Als sie zu Ende erzählt hatte, wollte sie nur noch duschen und ins Bett. Am nächsten Morgen stand sie auf, machte Shannen das Frühstück und musste dann auch schon wieder nach Dublin. „Schatz, bist du nicht böse, dass ich jetzt nur noch so wenig Zeit für dich habe?“ „Nein Süße, ich bin dir nicht böse. Ich weiß doch, dass das dein Traumjob ist, und wie oft hast du schon auf mich verzichten müssen, weil ich arbeiten musste? Das kann man schon gar nicht mehr zählen. Ich vermisse dich ein bisschen, okay ein bisschen sehr, aber Shannen ist ja auch hier.“ „Danke Shane, das ist so lieb von dir. Ich liebe dich!“ „Ich dich doch auch!“ Shane küsste Grace und dann musste sie auch schon wieder fahren. Doch dann fiel Shane noch was ein. „Sag mal Schatz, wie willst du das denn eigentlich machen, wenn ich in 2 Wochen auch wieder arbeiten muss? Du hast ja noch 4 Wochen Training und dann bist du auch andauernd auf Tour, genauso wie ich. Ich bin in Dublin im Studio und du bist in Irland und Europa dann auf Tour.“ „Shane, ich werde mir was einfallen lassen, aber ich muss jetzt wirklich gehen! Bis später!“ Sie warf ihm noch einen Handkuss zu und verschwand im Auto.
Ihr Tag war genauso anstrengend wie der Tag vorher, doch er machte ihr genauso viel Spaß. Sie kam erst um 22 Uhr von Dublin los und stieg in ihr Auto. Sie fuhr die Autobahn entlang, wie immer, doch plötzlich hatte sie einen ellenlangen Stau vor sich. Sie fluchte leise und musste sich wohl oder übel in die Schlange einreihen. Sie schaltete den Radio ein, um zu hören, ob vielleicht in den Staunachrichten etwas zu erfahren war. „Auf der Autobahn Dublin Richtung Sligo hat sich ein schwerer Autounfall ereignet. Krankenwagen, Polizei und Rettungshubschrauber ist unterwegs. Es kann zu erheblichen Behinderungen kommen. Der Stau ist inzwischen 45km angewachsen. Wir bitten um Geduld der Autofahrer. „Oh super.“ Grace war alles andere als begeistert. Sie wollte Shane anrufen und ihm bescheid sagen, als sie merkte, dass ihr Akku den Geist aufgegeben hatte. „Akku laden!“, stand auf dem Display, das kurz aufleuchtete und sich dann verabschiedete. „Auch das noch, was ist das nur für ein beschissener Tag!“ Grace schnallte sich also ab und versuchte sich zu entspannen, was ihr aber nicht gelang. Sie war verschwitzt, müde und wollte nur noch zu Shane. Shane ging es ähnlich. Er saß zu Hause und wartete ungeduldig auf Grace. So lange hatte sie bis jetzt noch nie gebraucht. Sie war noch nie so lange weg gewesen, ohne bescheid zu sagen. Doch so schnell war Shane auch nicht beunruhigt. Er wusste, dass Grace eine vorsichtige und verantwortungsvolle Autofahrerin war und dass ihr bestimmt einfach nur etwas dazwischen gekommen war. In seiner Ungeduld schaltete er den Fernseher an, und zappte durch die Programme. Er blieb bei den Nachrichten hängen, in denen gerade von einem schweren Autounfall berichtet wurde, der sich zwischen Dublin und Sligo ereignet hatte. Als er den völlig kaputten und ausgebrannten schwarzen BMW sah, der gegen einen Baum gefahren war, sah, rutschte ihm nicht nur das Herz in die Hose. Mit demselben Auto war Grace unterwegs. Das Nummernschild konnte man nicht erkennen. Doch man konnte erkennen, dass die Insassen dieses Autos das nicht überlebt haben konnten. Der rote Golf, mit dem der BMW zusammengestoßen war, hatte zwar auch Totalschaden, aber sah nicht so schlimm aus, wie der BMW. Shane hatte nur noch die einen Gedanken: ‚Grace ist noch nicht zu Hause; sonst ist sie um die Zeit immer schon zu Hause; Sie meldet sich immer, wenn sie später kommt; Sie ist auf ihrem Handy nicht erreichbar; Sie fährt das selbe Auto; Sie ist noch nicht zu Hause; Sie ist noch nicht zu Hause…’ Nur diese Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Er zitterte am ganzen Leib. Was, wenn das wirklich Graces Auto ist? Was, wenn ihr wirklich was passiert war? Was, wenn sie… Nein, daran wollte Shane nicht denken. Er musste irgendwen anrufen. Am liebsten Nicky. Doch er wohnte ja in Dublin. Die Autobahn war komplett gesperrt. Er würde nicht kommen können. Er rief Kian an. „Kian Egan? „K…K…Kian, k…ka...kannst d..du vorbei kommen?“ „Shane? Bist du das? Was ist denn los? Ist was passiert?“ Kian hatte Shane noch nie so erlebt. Er war völlig außer sich. Shane war derjenige, der sonst immer die Nerven behielt. Doch nun hörte er sich nicht so an. „B…Bitte k…Komm einfach vorbei, s…so schnell d…du kannst!“ „Natürlich. Ich bin gleich da. Rühr dich nicht vom Fleck!“ Kian legte auf, zog seine Jacke an und war auch sofort unterwegs. Wenn Shane so klang am Telefon, dann muss es etwas ernstes sein. Und als Shanes bester Freund war er natürlich sofort zur Stelle. Nach 5 Minuten Autofahrt stand er auch schon vor Shanes Haus und spurtete die Einfahrt hoch. Er klingelte und wartete ungeduldig darauf, dass Shane öffnete. Endlich wurde die Tür geöffnet und Shane stand kreideweiß vor ihm. Er zitterte am ganzen Leib und war kaum noch fähig irgendwas zu sagen. „Shane, was ist denn passiert um Gottes Willen?“ Shane stand nur da und konnte sich nicht rühren. „Jetzt komm erst mal mit rein.“ Kian nahm Shane am Arm und führte ihn hinein und bugsierte ihn in einen Stuhl. „Jetzt sag mir doch bitte, was los ist!“ Kian war nun sehr beunruhigt. „Wo ist Grace überhaupt?“ Nun war es vorbei mit Shane. Tränen liefen ihm die Wangen hinunter und er schluchzte: „ Wenn ihr was passiert ist. Was wird aus mir, wenn sie…“ „Wieso sollte ihr denn was passiert sein?“, fragte Kian. Shane stellte einfach den Fernseher wieder an und Kian verstand. Schon wieder wurde über den schweren Unfall berichtet und auch Kian erkannte das Auto. Auch er wurde nun ganz blass, doch er versuchte Shane zu beruhigen. „Shane, das ist bestimmt nicht ihr Auto. Sie ist bestimmt noch in Dublin und kommt nicht los vom Training, du weißt doch wie das in dieser Branche ist, da muss man immer Überstunden machen.“ In Shanes Augen funkelte Hoffnung auf. „Ruf doch da mal an, Grace ist sicher noch dort.“ Shane holte den Zettel, auf dem die Nummer drauf stand und rief sofort dort an. Tatsächlich, da waren wirklich noch Leute da, die arbeiteten. Shane hatte schon befürchtet, um diese Zeit keinen mehr zu erreichen. Er hatte noch Hoffnung, dass es einfach dasselbe Auto war, nur nicht das von Grace. „Filan hier. Ich wollte mich nach meiner Freundin Grace Parker erkundigen. Sie ist noch nicht zu Hause, ist sie vielleicht noch hier und trainiert?“ „Einen Moment bitte. Da muss ich nachfragen.“ Er hörte, wie der Hörer hingelegt wurde und wie sich Schritte entfernten. Dann hörte er die Schritte lauter werden. Der Hörer wurde wieder in die Hand genommen: „Tut mir leid Mr. Filan, Ms. Parker ist schon seit über 2 Stunden weg.“ „Okay, vielen Dank!“ Shane legte auf und nun war er völlig verzweifelt. „Was mache ich jetzt nur? Was wird jetzt aus Shannen?“ „Jetzt Shane, mach mal ganz ruhig. Das muss doch nicht Graces Auto sein. Es gibt mehrere in Irland, die dieses Auto fahren.“ „Ja aber Grace ist noch nicht zu Hause, sie ist sonst immer schon zu Hause, um diese Zeit und auf ihrem Handy ist sie auch nicht zu erreichen. Sie hat ihr Handy immer dabei.“ Shane war so verzweifelt, er wusste nicht mehr, was er machen sollte. „Wir rufen jetzt in jedem Krankenhaus im Umkreis vom dem Unfall an und fragen, ob sie eingeliefert worden ist, okay?“, sagte Kian und Shane nickte. Kian schnappte sich das Telefon und rief im ersten Krankenhaus von Dublin an. Dort war sie nicht. Auch im nächsten und übernächsten war keine Spur von ihr. Im vierten sprach Kian mit einer Krankenschwester, die von dem Unfall gehört hatte und die auch mit dem Einsatzleiter der Polizei gesprochen hatte. „Also die beiden Insassen des roten Wagens liegen bei uns auf Station, aber es ist keine Grace Parker dabei und Sie sagten, ihre Freundin saß im schwarzen Auto?“ „Wir wissen nicht genau, ob es Grace ist, die in dem Auto saß. Aber sie fährt dasselbe Auto, war zu der Zeit auf dieser Straße unterwegs und sie ist noch nicht zu Hause und auch nicht auf ihrem Handy zu erreichen. Wir machen uns große Sorgen!“ „Das kann ich verstehen. Leider kann ich Ihnen nicht viel weiterhelfen. Uns wurde nicht gesagt, wie die Verstorbene hieß. Ich weiß nur vom Polizei-Einsatzleiter, dass die junge Frau, die in dem schwarzen BMW saß nicht den Hauch einer Chance hatte.“ Als Kian das hörte, wich die letzte Farbe aus seinem Gesicht. Shane saß neben ihm und lauschte hoffnungsvoll. Da Kian schon länger telefonierte, konnte es doch sein, dass Grace in diesem Krankenhaus war. Das hieß, sie war noch am Leben. „Vielen Dank, für ihre Auskunft!“, sagte Kian und legte auf. „Und was ist? Jetzt sag schon!“ Kian traute sich nicht, ihm zu sagen, was die Krankenschwester ihm eben gesagt hatte. Doch er musste. Er würde es sowieso erfahren. „Sie hat gesagt, dass…“ „Ja was denn?“ „Sie hat gesagt, dass die Insassin in dem BMW nicht überlebt hat. Sie hatte keine Chance.“ „Sie?“ „Eine junge Frau, aber die Krankenschwester wusste ihren Namen nicht.“ „NEIN! Nein, das kann nicht sein. Das ist nicht wahr!“ Shane warf sich in Kians Arme und schluchzte hemmungslos. Kian konnte ihn nicht beruhigen. Er wollte noch sagen, dass es doch nicht Grace sein müsste, doch es gab so viele Fakten, die dafür sprachen. Er glaubte ja selbst nicht daran. Auch ihm liefen Tränen die Wangen hinunter. Endlich hatte Shane seine große Liebe gefunden und dann musste so etwas Schreckliches passieren.
Die Nachrichten liefen immer noch. Man sah, dass die Unfallstelle nun geräumt war und die Schlange setzte sich wieder in Bewegung. Kian stellte den Fernseher aus und versuchte Shane zu trösten. Er wollte ihn schon ins Bett schicken, doch Shane wollte jetzt unter keinen Umständen alleine sein. Kian verstand das natürlich und blieb bei ihm.
Grace saß in ihrem Auto und war in ihrem Mantel eingewickelt eingeschlafen. Ein lautes Hupen hinter ihr weckte sie und sie merkte, dass sich die Schlange vor ihr in Gang gesetzt hatte. Sie startete ihr Auto und fuhr weiter. „Endlich. Ich dachte schon, ich komm gar nicht mehr nach Hause.“ Nach weiteren 1 ½ Stunden Autofahrt kam sie endlich in Sligo an. Sie parkte ihr Auto wie immer vor dem Haus und stieg aus. Sie durchsuchte ihre Handtasche nach dem Schlüssel und stellte nach fünf Minuten fest, dass sie ihn vergessen hatte. ‚Na toll, jetzt muss ich meinen Süßen auch noch aus dem Bett werfen, nur weil ich den Schlüssel vergessen habe. Der tag ist echt der Horror’, dachte Grace und stellte dann schließlich fest, dass Shane wohl noch wach sein musste, denn das Licht im Wohnzimmer brannte. Und Kians Auto stand auch vor der Tür. ‚Na dann hatte wenigstens Shane einen schönen Abend.’ Grace drückte auf den Klingelknopf und sie konnte es kaum erwarten, Shane in die Arme zu schließen. Es war schon 3 Uhr nachts und sie wollte nur noch mit Shane ins Bett und kuscheln. Shane hatte seinen Kopf auf Kians Schulter gelegt und geweint. Als es klingelte, hob er den Kopf und sah Kian fragend an. „Hast du Mark angerufen?“ „Nein eigentlich nicht, vielleicht sind es deine Eltern, die von dem Unfall gehört haben?“ Wieder rannen Tränen über Shanes Wangen. „Kannst du aufmachen?“ Kian stand auf und öffnete die Tür. Kian staunte nicht schlecht, als er sah, wer vor ihm stand. Grace bemerkte seine erstaunten Blicke nicht, dafür war sie zu müde. „Hi Kian, hattet ihr einen schönen Abend?“ mit den Worten ging sie an Kian vorbei ins Wohnzimmer. Shane hob den Kopf und sah sie an. Zuerst dachte er, er würde träumen. Dann bemerkte Grace seine verheulten Augen. Sie bemerkte überhaupt jetzt erst, wie fertig Shane aussah und Kian sah auch nicht anders aus. „Was ist denn mit euch beiden los? Ist was passiert?“ „Oh mein Gott, Danke!“, sagte Shane und nahm Grace schluchzend in die Arme. Grace umarmte Shane ebenfalls, doch sie verstand nur Bahnhof. Shane konnte Grace gar nicht mehr loslassen, er war der glücklichste Mensch auf der Welt. Doch er verstand es nicht. Wie war das möglich. Wie konnte sie unverletzt aus diesem Wrack herauskommen? Und nun einfach so vor ihm stehen? Als Shane sich nun doch von ihr löste umarmte Kian sie. Auch er hatte Tränen in den Augen. „Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist.“ „Jetzt sagt mir doch mal, was los ist?“ „Du warst nicht in dem Auto?“, fragte Shane, der immer noch so unter Schock stand. „In welchem Auto?“ Kian fing an, es ihr zu erklären. „Der Unfall auf der Autobahn…“ „Ja dieser bescheuerte Unfall, ich stand 3 beschissene Stunden im Stau!“, sagte Grace. „Ja und wir dachten, du bist diejenige, die in dem Unfallwagen saß“, sagte Kian. „Aber warum?“ Grace verstand gar nichts mehr. „Das Unfallauto war ein schwarzer BMW, völlig ausgebrannt und Totalschaden. Die Insassin, eine junge Frau, Name unbekannt, tot. Du bist noch nicht zu Hause, auf dem Handy nicht zu erreichen. Was glaubst du denn, was wir uns gedacht haben? Das passt alles zusammen. Dasselbe Auto, eine junge Frau im Auto, du bist noch nicht da, nicht erreichbar und auf dieser Straße unterwegs.“ Jetzt wurde Grace alles klar. „Shane, es tut mir so leid. Mein Akku war leer. Ich konnte dich nicht anrufen. Ich wollte es, aber dann hat sich mein Akku verabschiedet. Ich kam viel zu spät vom Training raus, weil Mark noch was machen wollte und dann stand ich die ganze Zeit im Stau. Es gab wirklich keine Möglichkeit, da raus zu kommen. Es tut mir so leid, dass ihr euch solche Sorgen um mich gemacht habt.“ „Vergeben und vergessen, Hauptsache du bist gesund und bei mir!“ Shane umarmte sie noch einmal so fest es ging und küsste sie auf die Stirn. Die drei saßen noch ein bisschen zusammen auf der Couch und dann verabschiedete sich Kian auch. Er war auch hundemüde und wollte nur noch ins Bett. Shane umarmte seinen Kumpel und sagte: „Danke Kian, dass du zu mir gekommen bist. Ich hätte das ohne dich nie ausgehalten. Das werde ich dir nie vergessen!“ „ist doch kein Thema, ich bin doch dein Freund, ich bin immer für dich da, besonders in solchen Situationen.“ „Trotzdem, vielen Dank!“ Kian nickte ihm zu und ging dann zu seinem Auto. „Shane, ich will nur noch ins Bett!“, sagte Grace und gähnte so laut, dass Shane Angst hatte, sie würde Shannen aufwecken. Dann nahm Shane Grace auf den Arm und trug sie nach oben. Die beiden zogen sich um und schon kuschelte sich Grace in Shanes Arme. „Das war vielleicht ein Horror-Tag!“, sagte Grace. „Wem sagst du das? Ich dachte wirklich, ich hätte dich für immer verloren. Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn wirklich du jenige in dem Auto gewesen wärst!“ „Ich war es ja Gott sei Dank nicht. Aber ich habe daraus gelernt. Ich werde in Zukunft darauf achten, dass mein Handy immer aufgeladen ist, wenn ich weggehe. Das erspart einen Haufen Sorgen und Ungewissheit. Shane es tut mir wirklich leid, dass du dir wegen mir solche Sorgen gemacht hast!“ „Schatz, da gibt es nichts zu entschuldigen, du konntest das ja nicht ahnen, es war einfach ein total bescheuerter Zufall, der das alles so schlimm gemacht hat. Wenn es ein blaues Auto gewesen wäre, dann hätten wir die ganzen Probleme nicht gehabt, aber es hat einfach alles zusammen gepasst. Aber du bist hier bei mir und dir ist nichts passiert, das ist das Wichtigste!“ „Ja und du bist bei mir. Ich bin so froh, dass ich dich habe. Ich liebe dich!“ „ich dich auch, noch viel mehr, als du dir vorstellen kannst!“ Grace kuschelte sich noch fester an Shane und schloss dann die Augen. Es schien, als wäre sie innerhalb drei Sekunden eingeschlafen. Shane nahm ihr das nicht übel, sie war wirklich total erschöpft und die ganze Geschichte mit dem Autounfall war ihr auch total nah gegangen. Sie wollte weder Shane noch Kian Sorgen machen und erst recht nicht so große. Als Grace Shane vorhin so gesehen hatte, war ihr das Herz wirklich in die Hose gerutscht. Sie hatte Shane noch nie so gesehen. Er war wirklich total aufgelöst gewesen. Sie hatte ja zuvor schon keinen Zweifel daran gehabt, dass Shane sie lieben würde, doch nun konnten ihr alle Gerüchte der Welt, was sie beide und ihre Beziehung anging, wirklich gestohlen bleiben. Shane lag noch eine Weile mit offenen Augen da und betrachtete Grace, die in seinen Armen lag und schlief. ‚Sie ist so wunderschön. Womit habe ich nur so eine Frau verdient? Wenn sie heute in dem Auto gesessen hätte...’ Lauter solcher Gedanken gingen ihm durch den Kopf, bis er endlich einschlief... Grace saß in ihrem Auto und fuhr von Dublin nach Sligo. Sie war sehr erschöpft vom harten Training. Sie wollte nur noch nach Hause. Plötzlich klingelte ihr Handy. Shane war an der anderen Leitung. Er wollte wissen, wann sie zu Hause sein würde. „In einer viertel Stunde denke ich, werde ich bei dir sein, mein Schatz!“ Shane sah Grace in ihrem Auto sitzen und mit ihm Telefonieren. Eine komische Perspektive war das. Plötzlich sah er, wie ein Auto auf der falschen Straßenseite auf Graces Auto zugerast kam. Grace schrie. Das andere Auto krachte mit voller Wucht auf ihr Auto und Grace wurde mit voller Wucht gegen das Lenkrad geschleudert... Mit einem Lauten Schrei schreckte Shane hoch. Er saß kerzengerade in seinem Bett und hatte Schweißperlen auf der Stirn. Er zitterte am ganzen Körper. Er wusste zuerst nicht, wo er war. Verwirrt blickte sich um und bemerkte schließlich, dass er in seinem eigenen Bett war. „Schatz? Ist alles in Ordnung?“ Grace war aufgewacht und knipste das Licht an. „Tut mir leid mein Engel, ich wollte dich nicht wecken!“, sagte Shane, immer noch total beunruhigt. Er hatte immer noch nicht ganz verdaut, was er eben geträumt hatte. Das Erlebnis von dieser Nacht konnte er doch nicht so leicht vergessen, wie er gedacht hatte. „Das ist doch nicht so wichtig, ist alles okay bei dir? Du zitterst ja und hast kalten Schweiß auf der Stirn!“, sagte Grace und legte eine Hand auf Shanes Stirn. „Nein, es ist alles in Ordnung wirklich.“, sagte er und sah Grace an. Sie saß neben ihm und betrachtete ihn mit kraus gezogener Nase. Sie wusste, dass er nicht die Wahrheit sagte und auch er wusste, dass sie es wusste. Plötzlich, ohne dass Shane es wollte, liefen im Tränen die Wangen hinunter. Grace nahm ihn sofort in den Arm und streichelte ihm über das Haar. „Wenn ich dich verloren hätte!“, schluchzte er. „Schatz, du hast mich nicht verloren. Ich bin hier bei dir und mir geht’s gut!“ „Aber wenn dir was passiert... ich könnte das nicht ertragen!“ „Shane, ich schwöre dir, mir passiert nichts. Das war heute Nacht einfach ein total blöder Zufall. Schlimmer hätte es einfach nicht kommen können. Aber ich bin hier bei dir und ich werde dich nie verlassen!“ Grace ging das auch so nah, wie Shane nun in ihren Armen lag und weinte. Ihr stiegen auch Tränen in die Augen. Sie musste daran denken, wie sie früher immer von Shane geschwärmt hatte. Nein Geschwärmt, war das falsche Wort. Sie hatte ihn schon damals geliebt. Über alles. Mit ganzem Herzen. Nur er kannte sie nicht. Er empfand nicht das Selbe für sie. Sie hatte immer davon geträumt, Shane würde sie auch lieben, doch nie hätte sie gedacht, dass ihr Traum mal in Erfüllung gehen würde. Nie hätte sie gedacht, dass Shane sie auch mal so lieben könnte, wie sie ihn. Nie war ihr in den Sinn gekommen, auch nur daran zu denken, dass sich ihr Traum erfüllen könnte. Und als sie dann wirklich mit Shane zusammen war, dachte Grace, sie würde auch Wolke Sieben schweben. Und dort schwebte sie immer noch. Zumindest meistens. „Shane!“, sagte sie mit Tränen in den Augen und einem Zittern in der Stimme. „Ich liebe dich über alles. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt.“ Shane sah Grace an. Er sah ihr direkt in die Augen. Wie immer dachte Grace in dem Moment, was für atemberaubende Augen dieser Mann hatte. Immer, wenn er ihr in die Augen sah, könnte um Grace herum die Welt untergehen, sie würde es nicht wahrnehmen. „Ich liebe dich so sehr!“, sagte Shane ebenfalls mit zittriger Stimme. Grace lächelte ihn unter Tränen an und wischte ihm die Tränen aus dem Gesicht und küsste ihn schließlich. Als sie sich von einander lösten, wischte Shane Grace die Tränen weg und knipste dann das Licht wieder aus.
Als Shane am nächsten Morgen mit Grace in seinen Armen aufwachte, war die schreckliche Nacht schon fast vergessen. Er hörte Shannen schon in ihrem Zimmer umherlaufen. Shane stupste Grace an. Sie musste auch aufstehen, denn sie musste heute wieder nach Dublin. Obwohl Shane nicht wollte, dass sie alleine nach Dublin fuhr, doch was sollte er machen? Grace gab ein brummendes Geräusch von sich und drehte sich zur Seite. Sie wollte wohl nicht aufstehen. So deutete Shane zumindest ihren Laut. Shane stand also auf, um Shannen zu holen. „Mummy!“, rief Shannen, als sie ins Schlafzimmer gelaufen kam. „hmm?“, machte Grace und lugte mit einem offenen Auge unter ihrer Decke hervor. Shannen krabbelte zu ihr und schlüpfte mit unter die Decke. „aaaaaahhh, Shannen, du hast saukalte Füße!“ „hihi!“, kicherte die Kleine und fing an, ihre Mama zu kitzeln. „Ah, hör auf, das ist gemein. Shane du bist unfair. Warum hast du sie geholt, um mich zu wecken?“ „Weil du von alleine ja nicht aufstehst!“, lachte Shane. „Ist ja gut, hör auf, ich geb auf!“, stieß Grace hervor und stand dann schließlich auf. Als alle unten beim Frühstück saßen, sprach Grace noch mal das Thema an, was sie gestern schon hatten. „Also ich hab mir schon mal was überlegt, wegen unsere Arbeit!“, sagte sie. „Da bist du schon weiter als ich!“, antwortete Shane. „Ja ich dachte mir, solange du noch frei hast, kannst du dich um unsere Maus kümmern und wenn du dann wieder arbeitest, könnten wir doch vielleicht deine Eltern fragen, ob sie sie tagsüber vielleicht nehmen? Ich meine, wir holen sie dann abends ab und bringen sie morgens hin, oder sie kann ja dort vielleicht auch schlafen. Also halt nicht die ganze Zeit. Peter und Mae haben sie ja jetzt schon oft gesehen und sie mag sie ja auch total gerne. Denkst du, das wäre eine Möglichkeit?“ Shane dachte kurz nach und meinte dann: „Ich denke schon, dass das eine Möglichkeit wäre. Meine Eltern haben Shannen total in ihr Herz geschlossen. Na ja, anders konnte ich mir das auch nicht vorstellen, bei der süßen Maus!“, sagte Shane und kitzelte Shannen, die neben ihm auf dem Stuhl saß. Sie quiekte vergnügt und hüpfte vom Stuhl. „Aber was machen wir die anderen 2 Monate, in denen du auf Tour bist und ich arbeiten muss?“ „Ja das hab ich mir auch schon überlegt! Ich kann erstens Shannen deinen Eltern nicht so lange zumuten, und außerdem will ich Shannen auch nicht so lange nicht bei mir haben. Nur leider geht das nicht anders, weil ich sie unmöglich mitnehmen kann. Ich werde Sarah anrufen, und sie fragen, ob sie sie nehmen kann. Sarah ist ja ihre Patentante, da weiß ich, dass sie gut aufgehoben ist und Sarah kann ich 100%ig vertrauen.“ „Das ist wirklich eine gute Idee, du bist echt ein Organisationstalent.“, sagte Shane beeindruckt, bückte sich zu ihr rüber und holte sich einen Kuss ab. Bevor Grace wieder nach Dublin fahren musste, rief sie gleich mal bei Sarah an. „Sarah Jenson?“ „Hey Süße, ich bins Grace!“ „HEY SÜßE, meldest du dich auch mal wieder bei mir? Wie geht’s dir denn und meiner Kleinen?“ „Uns geht’s hier wirklich super, du ich hab ein Attentat auf dich vor!“ „Was ist denn los? Schieß los!“ „Und zwar, ich hab doch jetzt einen Job als Tänzerin und muss bald auf Tour und...“ „Was? Kannst du das noch mal wiederholen? Warum weiß ich davon nichts? Los erzähl!“ Und Grace erzählte Sarah die ganze Geschichte und Sarah flippte total aus und freute sich riesig für ihre Freundin. „Das ist ja voll cool und wozu brauchst du jetzt mich?“ „Ja, ein Problem haben wir da noch. Shane hat jetzt noch 2 Wochen Urlaub, dann ist er jeden Tag in Dublin im Studio, und ich hab noch 4 Wochen in Dublin Training. In den 2 Wochen, in den Shane noch Urlaub hat, kümmert er sich um Shannen und ich bin ja auch am Wochenende und so da, aber dann wenn Shane in Dublin ist und ich noch Training habe, ist Shannen wahrscheinlich Tagsüber bei Shanes Eltern, aber danach wird’s halt schwierig, weil ich doch dann überall bin und Shane auch jeden Tag in Dublin ist. Und da bräuchte ich deine Hilfe. Könnte ich dir Shannen die 8 Wochen bringen, während ich auf Tour bin. Ich würde sie dir nach London bringen und in 8 Wochen, also wenn ich fertig bin, kommst du mit Shannen hier rüber und kannst ja ein bisschen bleiben, ich vermiss dich nämlich auch!“ „mhhh, das dürfte eigentlich kein Problem sein. Ich denke schon, dass das klappt, muss ich halt mit meinen Schichten klar machen und dann ist das alles kein Problem. Ist doch klar, dass ich dir helfe. Ich vermisse dich und meine süße kleine auch schon total. Die Wohnung ist so leer ohne euch Zwei.“ „Sarah Süße, du hast doch Jason, so alleine bist du also nicht!“, grinste Grace. „Ja da hast du auch wieder recht!“, gab Sarah schmunzelnd zurück. Die beiden Freundinnen redeten noch ein bisschen über dies und das, als Grace sich dann aber verabschieden musste, weil sie zum Training musste. „Ich wünsch dir einen wunderschönen Tag, mein Schatz, und komm heute nicht so spät, wie gestern okay?“ Man sah Shane an, dass er sich immer noch Sorgen machte. „Nein Shane, versprochen, und guck hier, mein Handy ist bis zum Rand aufgeladen!“, sagte Grace und hielt ihm ihr Handy unter die Nase. Shane grinste zufrieden und begleitete sie mit Shannen auf dem Arm mit nach draußen. Grace küsste Shane zum Abschied und gab ihrer Tochter einen Kuss auf die Wange. „Sei schön lieb, verstanden?“, sagte Grace liebevoll, aber mit Nachdruck. „Ja Mummy!“, sagte sie und grinste. „Wir kommen schon zurecht, nicht wahr Süße?“, sagte Shane und grinste. „Jaaaaa, Shane und ich backen Kuchen!“, quietschte Shannen. „Shane, du bist dir sicher, dass du dir das antun willst?“, lachte Grace. „Jep!“ „Na dann viel Spaß beim aufräumen.“ Grace stieg also in ihr Auto und fuhr los. Ihr Training war eigentlich wie immer. Sie kamen immer besser zurecht. Und es machte ihr auch immer mehr Spaß, wenn das überhaupt möglich war. Die nächsten Tage verliefen eigentlich immer gleich, bis endlich Sonntag war. Der erste Tag, seit einer Woche, an dem Grace frei hatte. Und auch ein sehr wichtiger Tag, denn heute, war Shannens 5 Geburtstag. Sie feierten den Tag richtig schön, mit Geburtstagstorte und Kerzen auspusten. Die anderen Jungs kamen auch vorbei und Shanes Eltern ebenfalls. Sie saßen alle zusammen an dem großen Tisch und Shannen strahlte über das ganze Gesicht. Sie hatte von jedem ein tolles Geschenk bekommen und wusste gar nicht, mit was sie zuerst spielen sollte. Mit der schönen Puppe von Nicky, mit dem fast lebensgroßen Teddy von Mark oder vielleicht doch mit dem nagelneuen Fahrrad von Shane, das in der Auffahrt stand. Sarah rief natürlich auch an, schließlich war Shannen ja ihr Patenkind und als Patentante sollte man den Geburtstag von seinem Patenkind nicht vergessen. „Das ist so lieb von dir, dass du sie angerufen hast!“, sagte Grace, die mit Sarah sprach, nachdem Sarah mit Shannen telefoniert hatte. „Ja natürlich rufe ich an, was denkst du denn? Shannen ist mein ein und alles, ich werde doch ihren Geburtstag nicht vergessen. Ich weiß alles noch, als wäre es gestern gewesen und jetzt ist die süße Kleine schon 5 Jahre alt. Das ist echt der Wahnsinn.“ „Ja geht mir genauso. Ich kann das gar nicht glauben, dass sie schon 5 ist. Aber du müsstest sie hier sehen, sie blüht richtig auf. Shane und sie verstehen sich so gut. Das hätte gar nicht besser sein können. Und die anderen Jungs kämpfen um ihre Gunst. Das ist so süß! Und mit ihren sozusagen „Großeltern“ versteht sie sich auch total super. Es dauert nicht mehr lange und sie sagt Opa und Oma zu Peter und Mae.“ , lachte Grace.
Die folgenden Wochen verliefen dann ähnlich, wie die davor. Grace war in Dublin beim Training und Shane musste schließlich auch wieder nach Dublin fahren, weil sie im Studio ihr neues Album aufnahmen. Shannen war bei Mae und Peter sehr gut aufgehoben. Sie freute sich richtig, als Grace ihr sagte, dass sie die nächsten 2 Wochen bei ihnen sein würde. Grace hatte schon Angst gehabt, Shannen wollte nicht, dann hätten sie ein großes Problem gehabt. Aber Shannen war eigentlich ein sehr pflegeleichtes Kind, worüber Grace sehr froh war. Die letzten 2 Wochen Training vergingen auch wie im Flug und sie hatte die Choreographie 100% intus. Man hätte sie um 2 Uhr nachts aufwecken können und sie hätte die Choreo ohne Fehler tanzen können. Sie kam jeden Tag erschöpft nach Hause, genauso wie Shane. Sie hatten wirklich sehr wenig Zeit füreinander. Und nun verstand Grace Shane auch besser. Denn in diesem Business gab es wirklich nicht viel Freizeit. Auch wenn die beiden jeden Abend todmüde nach Hause kamen, hielt sie es nicht davon ab, hin und wieder eine wunderschöne Nacht miteinander zu verbringen. Das war das einzige, was man ihr nicht nehmen konnte. Ihren Shane. Sie war so glücklich, bei ihm sein zu können. Endlich nicht mehr das dauernde von London nach Sligo, von Sligo nach London, oder von ‚was weiß ich wo’ nach London. Sie konnte es sich schon gar nicht mehr vorstellen, in London zu wohnen. Und eines Nachts, als Grace in Shanes Armen lag und er über ihren Arm streichelte, dachte sie, dass sie ihn nun darauf ansprechen konnte. „Shane?“ „hmm?“ „Ich hab ein bisschen nachgedacht! Und ich denke, ich will hier bei dir bleiben!“ „Ja ich dachte, das war klar. Oder wolltest du mich etwa wieder verlassen?“, lachte Shane. „Nein ich meine, ich will hier bei dir in Sligo bleiben und nicht wieder nach London zurück, verstehst du?“ Shane machte große Augen. „Wirklich? Und was ist mit Sarah und du wohnst doch in London, das ist doch deine Heimat?“ „Ja ich weiß, aber meine Heimat ist dort, wo du bist. Und du bist hier. Und ich konnte mir niemals vorstellen, wie toll es hier in Sligo ist. Ich habe mir das immer alles nur vorgestellt. Und du siehst doch, wie Shannen sich hier wohl fühlt, warum also wieder zurück? Ich weiß, das ist ein großes hin und her für sie im Moment, weil sie ja jetzt bei deinen Eltern ist und jetzt muss sie nach London und dann wieder hier zurück. Aber wenn ich sie danach wieder mit nach London nehme und sie hat dich nicht mehr um sich, dann verwirrt sie das total. Außerdem halte ich es nicht mehr so lange ohne dich aus. Ich muss die nächsten 8 Wochen ohne dich auskommen. Wenn ich nur daran denke, wird mir schon ganz flau im Magen.“ „Du willst wirklich hier bei mir bleiben, mit Shannen?“ „Ja, natürlich will ich das. Wenn du uns bei dir haben willst?“ „da fragst du noch? Grace, Schatz, das ist das schönste was du mir je gesagt hast. Ich kann das nicht glauben. Ich hab dich und Shannen für immer bei mir?“ „Ja, hast du!“, sagte Grace mit Freudentränen in den Augen und die beiden versanken in einen langen Kuss.

Der Tag des Abschieds war gekommen. Grace musste mit Lily und Chris aufbrechen. Doch zuerst flog Grace mit Shannen nach London, um Shannen Sarah zu bringen. Die Tour begann eh in London, das war also alles sehr praktisch für Grace. Sie würde sich dann einfach am nächsten Tag mit der Crew in London treffen. Sie hatten jetzt 8 lange Wochen vor sich. Dazwischen nur ein paar Tage Urlaub, die es aber nicht zuließen, nach Hause zu fahren. Es waren höchstens 2 Tage frei zwischen den Konzerten, und da waren sie meistens in Irgend einem anderen Land und hatten außerdem noch Proben dazwischen. Das hieß, dass Grace Shane und Shannen nun 8 Wochen lang nicht sehen würde. Das fiel ihr verdammt schwer. Doch sie würde so viel Arbeit haben, dass sie gar nicht wirklich dran denken konnte, wie sehr ihr die beiden fehlten. Mit Tränenüberströmtem Gesicht ließ sie sich noch einmal in Shanes Arme fallen, ehe ihr Flug nach London ging. „Ich liebe dich und vermiss dich jetzt schon über alles!“, schluchzte sie und küsste ihn noch einmal. „ich dich doch auch. Melde dich sofort, wenn du angekommen bist!“, sagte er und umarmte Grace noch einmal so fest, es ging. Dann verabschiedete er sich noch von Shannen und dann verschwanden die beiden im Gate. „So jetzt geht’s zu Tante Sarah, meine Süße!“ „Juhuu!“; sagte Shannen und freute sich schon riesig auf Sarah. Auch Sarah war überglücklich, als sie die beiden am Flughafen in London endlich wieder in die Arme schließen konnte. „Ihr habt mir sooooo gefehlt!“, sagte Sarah und auch ihr liefen Tränen über die Wangen. „Meine kleine Heulsuse, komm her!“, sagte Grace und nahm ebenfalls heulend Sarah in die Arme. „Du musst gerade reden!“, sagte Sarah lachend unter Tränen. Als beide fertig geheult hatten, fuhren die beiden in ihre noch gemeinsame Wohnung. Das musste Grace Sarah auch noch erzählen. „Du Sarah, ich glaub ich muss dir noch was erzählen!“ „Was denn, rück raus!“, sagte Sarah, als die beiden sich mit einer Tasse Tee auf die Couch fallen ließen. Shannen lag in ihrem Bett und machte ihren Mittagsschlaf. „Ich hab mich entschieden, zu Shane zu ziehen, also ganz. Mir ist das wirklich schwer gefallen, weil ich mir es echt nicht vorstellen kann, dich so selten zu sehen!“ Grace hatte sich Sarahs Reaktion darauf schon millionenfach vorgestellt. Wie würde ihre beste Freundin darauf reagieren. Sie kannten sich jetzt schon über 20 Jahre und waren nie länger als 2 Wochen getrennt gewesen, wenn einer von beiden mal mit ihrer Familie im Urlaub war, aber meistens waren sie sogar zusammen in Urlaub gefahren. Sie hatte sich schon vorgestellt, Sarah würde sauer sein, würde weinen oder sonst etwas, aber nicht das, was Sarah wirklich tat. Sie lachte. „Warum lachst du denn?“, fragte Grace ganz verwirrt. „Grace, was glaubst du eigentlich, wie dumm ich bin? Ich hab doch nur darauf gewartet, dass du das sagst. Das war doch logisch, dass du irgendwann mit deiner großen Liebe zusammen ziehen wirst. Und wenn ich dir deswegen Vorwürfe oder sonst etwas machen würde, dann wäre ich nicht deine beste Freundin!“, sagte Sarah. „Sarah, du bist einfach die BESTE! Was würde ich nur ohne dich machen? Oder sagen wir mal, was werde ich ohne dich machen?“ „Weiß ich nicht, ohne mich kannst du doch eh nicht und deswegen ziehe ich nach Dublin!“, grinste Sarah. „WAS? Sag das noch mal! Das war doch jetzt ein Joke!“ Grace verstand gar nichts mehr. „Nur zum teil!“, sagte Sarah und grinste noch mehr. „Hä? Kannst du mich jetzt mal aufklären bitte?“ „Okay. Also, dass ich wegen dir nach Dublin ziehe, das war zum teil ein Scherz, aber dass ich nach Dublin ziehe, war kein Scherz!“, erzählte sie, um es ja nicht noch verwirrender zu machen. „JETZT red endlich mal Klartext!“, rief Grace ungeduldig. „Okay, noch mal. Ich ziehe nach Dublin. Dann bin ich in deiner Nähe. Aber ich ziehe nicht wegen dir nach Dublin, du hast mich nur darin bestätigt, dass ich es wirklich machen soll. Jason hat ein super tolles Job Angebot bekommen, allerdings in Dublin. Ich hab ihm gesagt, er kann sich das nicht entgehen lassen, und da ich wusste, dass du sowieso irgendwann bei Shane einziehen würdest, habe ich ihm gesagt, er kann das Angebot annehmen und ich gehe mit ihm nach Dublin!“ Jetzt grinste Sarah über das ganze Gesicht und wartete auf Graces Reaktion. Grace saß erst mal da und schaute Sarah an, wie ein Auto. Dann fing sie an den Kopf zu schütteln und nein zu sagen. „nein, nein, nein, nein, nein, das kann doch nicht sein!“ „DOCH!“, sagte Sarah und begann zu lachen. Schreiend sprang Grace auf und rannte einmal um das Sofa herum und schmiss sich dann Sarah um den Hals. „Das ist das tollste, geilste, abgefahrenste, was ich je erlebt habe!“, schrie sie. „Sei doch leise, du weckst Shannen auf!“, sagte Sarah und die beiden umarmten sich stürmisch. Den ganzen Tag und den ganzen Abend saßen sie zusammen, quatschten, schmiedeten Pläne und konnten nicht mehr aufhören, sich zu freuen, dass sie sich doch nicht aus den Augen verlieren würden, wenn Grace zu Shane ziehen würde. Am nächsten Morgen musste sich Grace von Shannen und Sarah verabschieden. „Sei schön brav, meine Süße. Und pass auf dich auf, ich liebe dich!“, sagte Grace zu Shannen und umarmte noch einmal ganz fest. „Ja Mummy!“, sagte die Kleine. Dann umarmte sie Sarah und verabschiedete sich auch von ihr. „Ich meld mich in 8 Wochen, wenn ich wieder in Sligo bin, dann könnt ihr mit dem nächsten Flug kommen und dann kannst du auch bei uns ein bisschen Urlaub machen, ich denke, wir haben genug Platz für dich!“, lachte Grace. Dann verschwand sie auch endgültig. Sie traf sich dann mit ihren Kolleginnen und ihrem Choreographen und ging noch einmal alles durch, was sie für das erste Konzert können mussten. Grace war so aufgeregt. 10 Minuten vor ihrem ersten Auftritt rief Shane an. „Ja?“ „Hey mein Engel, ich bins. Ich wollte dir nur viel viel Glück wünschen und dir sagen, dass ich dich liebe, habe ich dir das heute schon gesagt?“ „Nein Shane, du hast es mir nur heute Früh schon 10 mal gesagt und heute Mittag glaub ich auch noch 15 mal, aber das reicht bei weitem noch nicht!“, lachte Grace. „Okay, dann noch mal, Ich liebe dich und vermisse dich!“ „Ich dich doch auch, wie geht’s denn so voran mit der Albumaufnahme?“ „Ja ganz gut, könnte zwar besser sein, aber wir hatten auch schon schlimmere Aufnahmen!“ „Dann ist ja gut. Du ich muss jetzt aufhören, es geht gleich auf die Bühne. Wie kannst du nur so was machen? Ich sterbe vor Aufregung und ihr seit immer so cool auf der Bühne, wie macht ihr das nur?“ „Das ist alles Übung mein Schatz, außerdem sind wir nicht immer so cool, wie wir tun!“, lachte Shane, wünschte ihr noch einmal viel glück und sagte ihr noch mal, wie sehr er sie liebte und legte dann schließlich auf, denn Grace musste auf die Bühne...
„DAS WAR SOOOO GEIL!“, schrie Lily, als sie nach dem Konzert völlig aufgedreht in ihre Garderobe liefen. „DU SAGST ES!“, schrieen Grace und Chris zurück. Die drei hatten wirklich eine super Show hingelegt. Der Tourauftakt war wirklich gelungen. Grace telefonierte sofort mit Shane und erzählte ihm alles haarklein. Er war so stolz auf seine Grace. Und doch vermisste er sie wahnsinnig. Er lag alleine in seinem Bett und vermisste sie jede Sekunde mehr. Grace ging es ähnlich. Sie lag in ihrem Hotelbett und konnte an nichts anderes denken, als an Shane. Das muss wahre Liebe sein, dachte Grace und auch Shane. Wie konnte man sich sonst nach 2 Tagen schon so vermissen. Und es wurde die nächsten Wochen auch nicht besser. Shane hatte nämlich auch immer weniger Zeit zum Telefonieren und auch bei Graces Zeit sah es nicht gut aus. Sie hatten Glück, wenn sie sich einmal am Tag für 5 Minuten am Ohr hatten. Das ging den beiden wirklich sehr sehr an die Nieren. Shane vermisste Grace so unendlich und auch die kleine quirlige Shannen fehlte ihm. Shane saß während der Aufnahmepausen immer in seinem Stammsessel und blickte trübselig vor sich hin. „Jetzt Shane, lass dich mal nicht so hängen, du hast sie doch bald wieder. Nur noch 2 Wochen und sie ist wieder bei dir!“, sagte Mark und legte einen Arm um Shane. „Ja du hast ja Recht, aber ich habe sie seit 6 Wochen nicht gesehen und das letzte mal telefoniert mit ihr habe ich Vorgestern. Ich vermisse sie einfach so wahnsinnig.“, sagte Shane. „Ja, das kann ich verstehen. Sehr gut sogar!“, sagte Kian. „Jodi ist gerade irgendwo in der Südsee und muss ein paar Folgen dort abdrehen, sie kommt auch erst in einer Woche wieder!“ man sah auch ihm an, wie sehr er seine Freundin vermisste. Nicky saß auf der Couch und hatte Georgina auf seinem Schoß. „Hey Jungs, ihr schafft das schon, eure Mädels sind auch bald wieder bei euch!“ „Ja Nix, du hast gut reden, du hast deine Traumfrau auch bei dir aufm Schoß sitzen!“, sagte Shane. Doch Shane meinte es nett. Er wusste doch, dass Nicky seine Georgina nicht mehr so gerne aus den Augen ließ, seit dem sie entführt worden war. Gina lächelte Shane an und sprach ihm auch ein bisschen Mut zu. „Hey, Grace geht es sicher genauso. Ich kann mir vorstellen, dass sie mindestens genauso einsam ist, wie du. Sie vermisst dich bestimmt genauso, und ihre Tochter und die anderen Jungs vielleicht auch ein bisschen!“, sagte sie lachend und Nicky knuffte ihr in den Rücken. Ja das war das einzige, was Shane ein bisschen aufmuntern konnte. Dass er wenigstens noch die Jungs hatte, die ihn ein bisschen ablenkten. Grace dagegen hatte es schon ein bisschen schwerer. Nacht für Nacht in einem einsamen Hotelzimmer. Wie viele von diesen verdammt langen einsamen Nächten hatte Shane schon in Hotels verbracht? Das konnte er schon gar nicht mehr zählen und er wollte es auch gar nicht wissen. Grace ging es wirklich so. jede Nacht lag sie in ihrem Bett und konnte vor Sehnsucht nach Shane und Shannen nicht einschlafen. Tag für Tag wurde sie müder. Konnte sich nicht mehr wirklich konzentrieren und wurde immer lustloser. „Hey Grace, was ist denn mit dir los? Alles in Ordnung?“, fragte Mark sie eines Morgens, als sie die Choreographie noch mal wiederholten. Grace stand da wie ein Häufchen Elend, war blass und leicht grün im Gesicht. Sie hatte dunkle Ringe unter den Augen und sah aus, als würde sie jeden Moment in Tränen ausbrechen. „Was, wie?“ fragte sie. Sie hatte gerade ihre Gedanken wo anders gehabt. „Ob alles in Ordnung mit dir ist, wollte ich wissen!“, fragte Mark, der weder sauer, noch ungeduldig war, weil er nicht weiter machten konnte. Er war wirklich besorgt. Grace sah wirklich nicht gut aus. Sie konnte nachts nicht mehr schlafen, vermisste Shane über alles und um alles noch toller zu machen, hatte sie die letzten 3 Tage nicht mal mit ihm Telefonieren können. Sie hatten sich dauernd verpasst. Wenn sie bei ihm angerufen hatte, ging entweder die Mailbox hin oder er konnte nicht hingehen, weil er gerade beim Aufnehmen war. Und wenn er bei ihr angerufen hatte, stand sie entweder noch auf der Bühne, ihr Akku war leer oder sie konnte auch nicht hingehen, weil sie Training hatte. „Ja mit mir ist alles...!“ Grace wollte gerade sagen, dass mit ihr alles in Ordnung sei, dass ihr so schlecht wurde, dass sie im Eiltempo auf die Toilette rannte. Lily machte sich ebenfalls Sorgen und eilte ihr hinterher, um zu sehen ob mit ihr alles in Ordnung war. Grace saß an der Wand gelehnt und schloss für einen Moment die Augen. ‚Toll, auch das noch, jetzt hab ich mir auch noch ne Magenverstimmung bei dem Fraß hier geholt’, dachte sie sich und hatte weder Lust, noch die Kraft aufzustehen. „Hey Grace, ist alles okay bei dir? Du kannst jetzt nicht schlapp machen!“, Lily setzte sich neben sie und fühlte ihre Stirn. „Du hast ein bisschen Fieber, aber nicht schlimm.“, stellte sie fest. „Es geht gleich wieder, in 5 Minuten bin ich wieder einsatzbereit.“ „Du bist heute gar nichts!“, sagte Lily und sah Grace ernst an. „Ich bring dich jetzt hoch in dein Zimmer und du legst dich hin, und morgen früh bist du wieder bei uns und holst alles nach. Das meiste kannst du doch eh schon besser als wir.“ „Du redest Unsinn!“, sagte Grace. „Nein tu ich nicht, und Mark wird das verstehen, also komm jetzt!“ Lily half Grace auf. Als sie stand, drehte sich alles und sie musste noch kurz warten, bis sie mit Lilys Hilfe laufen konnte. „Setz dich da hin, ich sag Mark schnell bescheid!“, sagte Lily und setzte Grace auf eine Bank am Gang. Sie lief in den Trainingsraum und traf dort Chris und Mark, die schon ein bisschen weitermachten. „Mark, Grace geht es nicht gut, ich habe ihr gesagt, sie soll sich heute ausruhen, damit sie morgen fürs Konzert fit ist, ist das in Ordnung?“ „Du hättest nichts besseres machen können, Lily. Es bringt ihr nichts und uns auch nicht, wenn sie jetzt das Training durchzieht und morgen beim Konzert schlapp macht! Aber beeil dich, dass wir weitermachen können!“ „Danke Mark!“, rief Lily, drückte ihm einen Schmatzer auf die Wange und lief wieder zu Grace. „So jetzt komm, ich bring dich hoch!“ Lily schlang einen Arm um Graces Hüfte und legte sich einen Arm von Grace um die Schulter. Sie brauchten doppelt so lange bis in Graces Zimmer, wie normalerweise, doch Grace war wirklich nicht gesund und alles andere als fit. Sie hatte die letzten Nächte nicht geschlafen, vermisste Shannen und Shane. Beim letzten mal, als sie Shane so lange nicht gesehen hatte, hatte sie nur im Bett gelegen und hatte geweint. Diesmal hatte sie keine Zeit dafür. Diesmal hatte sie keine Zeit, sich ins Bett zu legen und nur noch zu heulen. Diesmal gab es diese Möglichkeit für sie einfach nicht. Deshalb verdrängte Grace einfach alles. Wie sehr sie Shane vermisste, dass Shannen nicht bei ihr war, von der sie noch nie getrennt war. Das alles trug dazu bei, dass sie immer schlechter schlief, und dass sie immer weniger aß und immer weniger Spaß an ihrem Job fand. Sie brauchte Shane. Er war wie ihre Luft zum atmen. Ohne ihn ging gar nichts mehr, zumindest nicht auf längerer Basis. „So und jetzt leg dich hin und ruh dich aus, hast du verstanden?“, sagte Lily und legte Grace ins Bett. „Ich bringe dir noch schnell einen Tee, der wird dir gut tun. Und dann muss ich wieder runter!“ „Danke Lily, das ist so lieb von dir!“, sagte Grace erschöpft. „Das mach ich doch gerne. Ich bin doch deine Freundin!“ und schon war sie verschwunden, um Grace den Tee zu holen. Grace drehte sich auf die Seite und wollte ein bisschen schlafen, doch sie konnte nicht einschlafen. Ihr war immer noch schlecht und alles drehte sich. Außerdem ging ihr Shane nicht aus dem Kopf. Sie wusste, dass das irgendwie verrückt war. Sie konnte nur an Shane denken. Dauernd war er in ihrem Kopf und dachte nicht daran, anderen Gedanken auch noch Platz zu lassen. Sie hatte ihn jetzt 6 lange Wochen nicht gesehen, nicht in den Arm nehmen können, nicht küssen, nicht in seine Augen sehen können. Tränen liefen ihr die Wangen hinunter. Das war das erste Mal, dass sie ihren Tränen freien Lauf lassen konnte, seit dem sie von Shane getrennt war. Vorher war nie Zeit gewesen. Sie war so im Stress gewesen. Natürlich wusste sie es, dass dieser Job sie sehr in Anspruch nehmen würde, aber Grace hatte es sich nicht richtig vorstellen können.
Zur selben Zeit saß Shane im Studio und blickte wieder einmal traurig vor sich hin. Man sah ihm sofort an, dass ihm etwas fehlte. Plötzlich stand Mark vor ihm. Und er hielt ihm sein Handy hin. „Jetzt ruf sie doch endlich an!“, sagte er mit Nachdruck und hielt es ihm noch näher hin. „Aber sie ist doch eh wieder nicht zu erreichen!“, sagte Shane. „Wenn du es nicht versuchst, dann wirst du sie nie am Ohr haben!“, sagte auch Nicky. „Nagut! Ihr seid echt lästig!“ , sagte Shane und nahm das Handy. Grace lag im Bett und sah so aus als würde sie schlafen, als Lily noch einmal mit dem Tee reinkam. Und tatsächlich war Grace wohl doch eingeschlafen. Kein Wunder, sie war so erschöpft. Dann sah Lily, dass Graces Handy vibrierte. Es war auf Lautlos gestellt, den Mark bekam jedes Mal die Krise, wenn ein Handy während dem Training klingelte. Lily wollte es schon klingeln lassen, doch dann sah sie „Shane“ auf dem Display, und als Graces Freundin wusste sie natürlich, wie sehr sie ihn vermisste. Also ging sie ans Handy. „Hallo?“ „Äh, Grace bist du das?“ Shane war verwirrt. Grace klang sonst immer etwas anders. „Nein, ich bin Lily, eine Freundin und Kollegin von Grace. Aber warte mal kurz, Grace ist auch hier, muss sie nur kurz wecken, du willst sie sicher sprechen!“ „Ja das wär lieb, danke!“, sagte Shane. Und er wartete. „Und was ist?“, fragte Mark im Hintergrund. „Lily ist dran, Grace schläft. Aber warum schläft sie, sie müsste doch Training haben?“, fragte sich Shane. Mark und die anderen schauten sich auch fragend an. „Grace, wach auf, Shane ist am Telefon!“ Lily schüttelte Grace sanft. „W.. Was?“ „Shane ist am Telefon!“, sagte Lily noch mal und hielt es ihr hin. Bei den Worten wurde Grace gleich wach. Sie nahm das Handy an sich. „Shane?“ „Hallo mein Schatz! Endlich erwisch ich dich mal wieder. Wie geht’s dir denn?“ „Hey Schatz! Es ist soooo schön deine Stimme zu hören. Ja bei mir ist alles okay!“, sagte Grace mit schwacher Stimme. „Grace ich hör doch, dass es dir nicht gut geht. Ist was passiert?“ „Nein Schatz. Ich bin nur ein bisschen schlapp, das ist alles. Lily hat mich gleich ins Bett gesteckt, damit ich das Konzert morgen schaffe!“, erzählte Grace. Sie wollte Shane keine unnötigen Sorgen machen. „Ich vermisse dich so!“, sagte Grace. „Ich dich doch auch. Du müsstest die Jungs hören. Die beschweren sich schon die ganze Zeit, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin. Aber wie soll ich denn hier arbeiten, wenn eine Hälfte von mir nicht da ist?“ „Das hast du süß gesagt. Ich bin so froh, dass ich dich endlich mal am Ohr habe. Ich kann dir gar nicht oft genug sagen, wie ich dich hier vermisse. Das ist einfach schlimm. Die ganze Zeit in irgendeinem Hotelzimmer sitzen!“ „Das brauchst du mir nicht zu erzählen, da sind wir schon Meister drin. Ich hasse Hotels!“, sagte Shane. Sie redeten noch eine halbe Stunde und konnten sich gar nicht voneinander losreißen. Das Telefon war für beide im Moment wirklich das Wichtigste. „Ich liebe dich mein Schatz. In weniger als 2 Wochen bist du wieder bei mir und Shannen auch. Ich vermiss euch so!“, sagte Shane zum Abschied und man hörte in seiner Stimme, dass es von Herzen kam. „Ja ich vermiss euch beide auch über alles, aber das schaffen wir schon. Wenn ich mir nur nicht jetzt auch noch die blöde Magenverstimmung geholt hätte, mir ist so schlecht!“, sagte Grace, die sich doch eigentlich verabschieden wollte. Doch sie wollte Shane nicht schon wieder „gehen“ lassen. „Schatz, erhol dich gut und pass auf dich auf, versprochen?“ „ja versprochen! Ich liebe dich!“ „Ich dich auch, bye!“ „Bye!“ Dann legte sie auf und ließ sich weinend in ihre Kissen fallen. 2 lange Wochen ohne Shane. Würde sie das aushalten? Ja das würde sie. Das letzte Konzert stand an. In Dublin. Grace hatte nicht gewusst, dass die Tour in Dublin enden würde. Sie wünschte sich, sie hätte Shane an dem Tag noch erreicht, dann hätte er sie gleich nach dem Konzert abholen können. Aber nein, jetzt musste sie noch einmal eine Nacht in einem Hotel schlafen und dann am nächsten Tag nach Sligo fahren. Als das Konzert vorbei war, gingen Lily, Chris und Grace in ihre Garderobe, um sich umzuziehen. Als sie fertig fahren, kam Mark herein und gratulierte ihnen zu dem grandiosen Abschluss. „Mädels, ihr wart echt super. Ich hatte noch nie das Vergnügen mit so talentierten Tänzerinnen zu arbeiten. Ich hoffe, wir arbeiten irgendwann mal wieder zusammen!“, sagte er und alle 4 umarmten sich. „So jetzt fahren wir alle zusammen ins Hotel, trinken noch was an der Bar und gehen dann schlafen oder was meint ihr?“ , fragte Lily. „Ja können wir schon machen!“, sagte Grace lustlos und packte ihre Sachen in ihre Tasche. Die Tour war vorbei und eigentlich würde sie nichts daran hindern, sofort zu Shane zu fahren. Außer, dass es noch 2 Stunden Autofahrt waren und Shane sie umbringen würde, wenn sie jetzt in ihrem Zustand noch so weit fahren würde. Sie war erschöpft, müde, ausgepowert und immer noch nicht ganz fit. Ihr war immer noch total schlecht und wusste nicht von was. Sie hatte das selbe gegessen, wie alle anderen auch, aber sie war die einzige, der das Essen zu schaffen gemacht hatte. „Du könntest aber auch mit mir nach Hause fahren!“, hörte Grace eine männliche Stimme hinter ihr sagen. Irgendwie kam ihr die Stimme sehr bekannt vor. Doch sie glaubte, geträumt zu haben. Das konnte doch gar nicht wahr sein. Sie wirbelte herum. Da stand er, in der Tür. Shane. Nachdem sie sich fast sicher war, dass das keine Fata Morgana war, rannte sie los und ließ sich in seine Arme fallen. Er hielt sie ganz fest, so fest er konnte und Grace weinte an seiner Schulter vor Freude. „Ich hab dich wieder!“, flüsterte Shane überglücklich und wollte sie nie wieder loslassen. Grace löste sich ein bisschen von ihm und sah ihm in die Augen. Endlich konnte sie wieder in seine wunderschönen, umwerfenden Augen schauen. Und endlich konnte sie ihn wieder küssen. Seine weichen Lippen berührten ihre und sie versanken beide in einem unendlich langem Kuss. Als sie sich wieder voneinander lösten, konnte Grace es immer noch nicht glauben, dass er da war. „Du bist da! Du bist wirklich da. Ich habe die 8 Wochen ohne dich überlebt. Und du nimmst mich jetzt wirklich mit? Du gehst nicht mehr?“, fragte Grace und sah ihn ängstlich an, als würde sie immer noch glauben, er wäre nicht echt. „Natürlich nehme ich dich jetzt mit und ich lass dich nie wieder soooo lange weg!“, sagte Shane und drückte sie noch mal an sich. Dann nahm er ihre Tasche und half ihr in ihre Jacke. Grace verabschiedete sich noch von Lily und Chris. „Du meldest dich bei uns, versprochen?“; sagte Lily und umarmte Grace. „Natürlich!“, sagte Grace und freute sich, dass sie so gute Freundinnen gefunden hatte. „Das muss wirklich Liebe sein!“, flüsterte Chris ihr ins Ohr, als sie sich zum Abschied umarmten. „Das kannst du laut sagen!“, sagte Grace und lächelte. Ihr Strahlen in den Augen war wieder da. Sie war wieder ganz. Sie hatte ihre andere Hälfte wieder. „So und jetzt gehen wir!“, sagte Shane und schlang einen Arm um Graces Hüfte. Sie kuschelte sich an ihn, legte ihren Kopf auf seine Schulter und so gingen sie dann hinaus. „Ich hab doch meine Sachen noch im Hotel und mein Auto steht da auch noch. „Das holen wir alles morgen, ich muss doch morgen eh wieder nach Dublin und da wirst du mitfahren, weil noch länger will ich nicht ohne dich sein. Das ist vielleicht ein bisschen langweilig für dich im Studio, aber Gina ist auch da.“ „Das ist alles andere als langweilig, solange ich dich bei mir in der Nähe habe, ist nichts langweilig. Und das passt eh, weil Sarah und Shannen kommen morgen auch, dann kann ich sie dann vom Flughafen abholen.“ Shane öffnete ihr die Wagentür und Grace stieg ein. Sie konnte es gar nicht glauben, dass Shane da war und sie doch abgeholt hatte. Woher hatte er das nur gewusst? Eigentlich war es ihr egal. Sie war nur froh, dass er da war. Er startete das Auto und schon waren sie auf dem Weg nach Sligo. Die Fahrt dauerte 2 Stunden. Grace hatte den Sitz nach hinten gefahren und schlief. Sie war total erschöpft und auch Shane sah ihr an, dass sie krank war. Nicht wirklich krank, aber auch nicht gesund. ‚Wenn sie morgen immer noch so rumhängt, dann bring ich sie zum Arzt, ob sie will oder nicht’, sagte sich Shane. Endlich waren sie in Sligo angekommen. Shane stellte das Auto vor dem Haus ab und weckte Grace. Zusammen gingen sie zum Haus hoch. Shane trug Graces Tasche und ging ein paar Schritte voraus, um die Tür aufzusperren. Grace lief dicht hinter ihm, doch plötzlich wurde ihr so schwindelig, dass sie nicht mehr weitergehen konnte. Sie blieb stehen, um das Drehen zu stoppen, doch schon wurde ihr schwarz vor Augen und sie fiel Ohnmächtig zu Boden. Bevor sie doch ganz ohnmächtig war, rief sie leise, doch hörbar nach Shane. Shane drehte sich um, und sah dann Grace auf dem Boden liegen. Ihm blieb fast das Herz stehen, als er sie da liegen sah. „Grace, um Himmelswillen, was ist mit dir?“ Er ließ alles fallen und lief zu ihr. Er nahm sie auf den Arm und trug sie sofort wieder zum Auto. Er wollte nichts falsch machen, deswegen fuhr er sofort mit ihr ins Krankenhaus. Er wusste ja nicht, was mit ihr los war. Sie war schon die letzten 2 Wochen krank gewesen. Wenn es etwas schlimmeres war, dann war es einfach das beste, sie sofort ins Krankenhaus zu fahren. Er raste mit einem Affenzahn zum Krankenhaus. Als er davor parkte, war Grace immer noch ohnmächtig. Er stieg aus, rannte auf die andere Seite, hob sie aus dem Auto und rannte mit ihr hinein. „Ich brauche einen Arzt, schnell!“, rief Shane und es kam ihm auch sofort einer entgegen gerannt. „Ich bin Dr. Evans, was ist passiert?“, fragte er sofort und winkte einer Krankenschwester, die sofort eine Trage heran schob. „Wir waren auf dem Weg nach Hause, als sie plötzlich umkippte und ohnmächtig auf dem Boden lag. Sagen Sie mir doch, was mit ihr ist!“, Shane war außer sich vor Sorge. „Jetzt mal ruhig, es sieht nicht schlimm aus, sie ist nur ohnmächtig, wir werden sie jetzt untersuchen und ihnen dann bescheid sagen. Sind Sie mit ihr verwandt Mr. Filan?“ Shane fragte gar nicht, woher er ihn kannte. „Nein, aber sie ist meine Freundin!“, sagte er. „Ja das geht schon in Ordnung!“, sagte der Arzt und ging dann der Krankenschwester hinterher, der Grace in ein Behandlungszimmer fuhr. Shane setzte sich hin, und stand nach 10 Sekunden schon wieder auf. Er konnte jetzt nicht sitzen und warten. Er brauchte jemanden. Er musste jemanden anrufen. Kian konnte er nicht schon wieder anrufen. Also blieb eh nur noch Mark. Er wusste, dass er vielleicht überreagierte, aber in solchen Situationen alleine zu sein, packte Shane einfach nicht. Er ging zum Empfangsschalter in der Eingangshalle und fragte die Schwester, ob er telefonieren dürfte. „Aber natürlich!“, sagte sie freundlich. „Danke!“, sagte Shane und wählte schon die Nummer von Marks Handy. Er wusste, dass es schon nach 2 Uhr nachts war, doch Mark schlief um die Zeit eh noch nicht, besonders wenn es Freitag Abend war und sie erst am Nachmittag im Studio sein mussten. „Feehily?“ Er verstand fast kein Wort. Mark war wohl in irgendeiner Kneipe. „Mark, kannst du mich hören?“, schrie Shane ins Telefon. „Shane? Bist du das? Warte mal kurz, ich geh schnell raus!“ Mark war tatsächlich in einer Kneipe und kämpfte sich jetzt durch die Menge zum Ausgang. Endlich konnte Shane ihn hören. „So jetzt Filan. Jetzt kann ich dich hören, was ist los?“ „Mark, sorry, dass ich dich störe, aber glaubst du, es wäre möglich, dass du ins Krankenhaus kommst? Ich krieg hier die Krise alleine!“ „Warum ins Krankenhaus, was ist passiert?“ „Grace ist mir gerade vorm Haus umgekippt. Ich habe sie von ihrem letzten Konzert abgeholt und sie ist mir einfach umgekippt und sie ist doch die letzten Tage schon krank gewesen, ich fand, das wäre das beste, wenn ich sie gleich ins Krankenhaus bringe. Ich mach mir solche Sorgen!“ „Klar Shane, komm ich vorbei. Ich bin in 5 Minuten bei dir!“, sagte Mark, legte schon auf und war schon bei seinem Auto. Er hatte noch nichts getrunken, weil er ja mit dem Auto da war, so war das eh kein Problem und das Krankenhaus war wirklich nicht weit weg von hier. „Shane, hier bin ich!“, rief Mark außer Atem, als er endlich bei Shane im Krankenhaus ankam. Shane umarmte seinen Kumpel. „Danke, dass du da bist. Ich bin so froh, dass ich solche Freunde hab, auf die ich immer zählen kann!“ „Was denkst du denn?“ , sagte Mark und setzte sich neben ihn. Doch Shane war schon wieder auf den Beinen. Dr. Evans kam endlich aus dem Behandlungszimmer. „Mr. Filan, kommen Sie bitte mit?“ Shane zuckte mit den Achseln. Er wusste nicht, warum der Arzt ihm nicht einfach sagen konnte, was los war. War es so etwas schlimmes, dass Mark es nicht hören durfte? „Wartest du?“, fragte Shane. „Klar!“, nickte Mark. Shane folgte dem Arzt ins Zimmer. Grace lag immer noch auf der Trage, doch sie war wach. „Shane!“, sagte sie schwach und Shane umarmte sie sofort. „Was ist denn jetzt mit dir?“, fragte er besorgt. „Ich weiß es nicht, ich wollte, dass du dabei bist, ich wollte nicht alleine sein!“, sagte Grace und nahm Shanes Hand. „Was hat sie denn?“ , fragte Shane den Doktor „Ist es was schlimmes?“ „Ich weiß nicht, ob es was schlimmes ist!“, sagte der Doktor, doch er hatte ein Lächeln auf den Lippen. Grace und Shane sahen sich verwirrt an. „Sie sind schwanger, Ms. Parker!“, sagte er. „WAS?“, sagten Grace und Shane gleichzeitig. Ein freudiger Blitz durchzuckte Graces ganzen Körper. „Wirklich?“ , fragte Shane noch einmal. „Ja 100%ig!“, sagte der Arzt und grinste nun noch mehr, da er sah, dass die beiden sich freuten, es nur noch nicht richtig begriffen hatten. „Oh mein Gott, das ist das schönste, was mir je hätte passieren können!“, sagte Shane mit Tränen in den Augen. Grace setzte sich auf und umarmte Shane wie wild. Beide weinten jetzt vor Freude. „Wir bekommen ein Baby!“, sagte Shane und umarmte Grace so fest, es nur ging. Er konnte seiner Freude kaum Luft machen. In diesem Augenblick war er der glücklichste Mensch auf der Welt. Grace und Shane waren die beiden glücklichsten Menschen der Welt. „Kann ich sie mit nach Hause nehmen?“, fragte Shane den Arzt. „Ja können Sie. Aber sie muss sich unbedingt schonen. Der Stress in der letzten Zeit war nicht gut für Sie und auch nicht für das Baby. Sie sind in der 10. Woche.“ Grace konnte es immer noch nicht glauben. Sie bekam ein Baby, von Shane. Das konnte nur ein wundervoller Traum sein. Shane war einfach nur betäubt vor lauter Freude. Er nahm Graces Hand und umarmte sie noch einmal. Dann hob er sie von der Trage und ging mit ihr Richtung Tür. „Shane ich kann auch laufen!“, sagte sie. „nein, kannst du nicht!“, lachte Shane und trug sie nach draußen. Doch als Grace Mark draußen sitzen sah, sprang sie aus Shanes Armen und lief auf ihn zu und umarmte ihn. Sie war sooo glücklich und wollte ihr Glück mit der ganzen Welt teilen und sie hatte Mark auch schon so lange nicht mehr gesehen, da konnte sie gar nicht anders. „Hey, was ist denn mit dir los? Ich dachte du bist schwer krank? So wie Shane vorhin aussah!“ „Shane, darf ich?“, fragte Grace. „Shane, und warum heulst du?“, fragte Mark im Spaß. Shane nickte. „Wir bekommen ein Baby!“, quietschte Grace und Mark machte große Augen. „Ist das wahr?“ „Jaaaaa!“, schriee Grace und auch Shane nickte. „Oh mein Gott, das freut mich für euch!“, sagte Mark und umarmte Grace noch einmal. Und Shane umarmte er auch. „Das freut mich sooo für euch!“, sagte er und auch er hatte Tränen in den Augen. „Jetzt fahrt aber nach Hause, Grace gehört ins Bett!“, sagte Mark, nachdem sie nach einer halben Stunde immer noch auf dem Gang standen. „Stimmt du hast Recht!“ Und schon wieder hatte Shane Grace hochgehoben und trug sie zum Auto. „Danke Mark, dass du so schnell da warst!“, sagte Shane, als er sich dann von Mark verabschiedete. „ist doch kein Problem. Ist doch selbstverständlich.“ , sagte er, stieg in sein Auto und fuhr davon. Genau wie Shane und Grace. Als die beiden zu Hause ankamen, stieg Shane auch schon wieder aus und trug Grace auch vom Auto aus ins Haus. Dann steckte er sie sofort ins Bett und machte ihr noch einen Tee. Als er mit der Tasse nach oben ins Schlafzimmer ging, sah er, dass Grace schon im tiefsten Schlaf war und sich in seine Decke gekuschelt hatte. Grace hatte Shane so vermisst, dass sie einfach nicht anders konnte, als sich in seine Decke zu wickeln und seinen sagenhaften Geruch einzuatmen, bis sie auch schon eingeschlafen war. Shane lächelte und stellte die Tasse auf den Tisch neben dem Bett und auch er zog sich um und kuschelte sich zu Grace ins Bett. Sie atmete ruhig und gleichmäßig und hatte ein Lächeln auf den Lippen. Shane hatte seinen Engel wieder und er war überglücklich und morgen würde Shannen wieder da sein und bald würde ihr eigenes Baby da sein. Shane konnte es immer noch nicht glauben, endlich Vater zu werden und es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Er hatte gar nicht anders gekonnt, als anfangen zu weinen, als der Arzt ihm diese tolle Nachricht offenbart hatte. Es war toller als jedes Weihnachtsgeschenk und jeder Geburtstag und jede Nummer eins Single von Westlife zusammen. Er konnte es einfach nicht glauben, dass er mit der Liebe seines Lebens ein gemeinsames Kind bekommen würde. Das war einfach zu viel für ihn. Er hatte sich schon vorher als der glücklichste Mann der Welt bezeichnen wollen, als er Grace abgeholt hatte und ihre strahlenden Augen gesehen hatte, doch nun.. nun konnte er wirklich sagen, dass er der glücklichste Mensch der Welt war. Mit Tränen vor Freude in den Augen schlief er an Grace gekuschelt ein.
Am nächsten morgen um 8 Uhr klingelte der Wecker. Shane musste nach Dublin ins Studio und er würde Grace mitnehmen. Sanft schüttelte er Grace an der Schulter. „Süße, aufstehen. Wir müssen ins Studio!“ „mmmm. Ich will nicht!“, murrte Grace und drehte sich wieder um. „Hm nagut, dann geh ich eben alleine und komme erst heute Abend ganz spät zurück und du bist den ganzen Tag alleine!“ , sagte Shane und grinste. Bei den Worten sprang Grace sofort auf und hängte sich Shane an den Hals. „niemals, das lass ich nicht zu!“ Shane war von dieser Attacke total überrascht und die beiden fielen zusammen wieder in die Kissen. Die beiden sahen sich in die Augen und Grace sagte nur: „Wir werden Eltern!“ Shane nickte und er hatte genau wie Grace Tränen in den Augen. Sie küssten sich und umarmten sich eine ganze Weile, bis Shane dann doch die Initiative ergriff, um aufzustehen. Die beiden standen auf und zogen sich an. Grace brauchte natürlich wieder länger. „Ich muss mich ja auch schminken und du nicht!“, rief sie Shane nach, als er sie wieder damit aufzog, wie lange sie doch brauchen würde. Shane machte währenddessen Frühstück und Grace kam dann dazu und schnappte sich sofort ihre Kaffeetasse, in der sich aber kein Kaffee befand, sondern „KAMMILLENTEE?“ Grace schluckte hinunter und machte ein angewidertes Gesicht. „Wo ist mein Kaffee?“ „Schatz, du bist schwanger, da ist Koffein ganz ungesund für dich!“ Shane führte sich schon auf, als wäre Grace im 8. Monat. ‚Das wird ja was werden’, dachte Grace, doch schmunzelte. War er nicht süß? Nach dem Frühstück mit Kamillentee, half Shane Grace in die Jacke und sie gingen zusammen zum Auto. In 2 Stunden kamen sie auch schon in Dublin an und betraten das Studio. Es waren alle schon da. Mark hatte – wohl mit dem Gedanken, dass Shane und Grace die Nachricht verbreiten wollten – dafür gesorgt, dass auch Gina, Kerry und Jodie da waren und Jenny war sowieso da. Aber er hatte natürlich nichts verraten, denn er war sich sicher, dass das die beiden selber machen wollten. Shane sah Mark fragend an, ob Mark denn schon etwas verraten hatte, doch er grinste ihn an. Schon verstand er. Erst wurde aber Grace von allen mit einer riesigen Umarmung begrüßt und Grace war zu Tränen gerührt, endlich wieder alle wieder zu sehen. „So und jetzt endlich raus mit der Sprache!“, sagte Kian zu Mark. „hää?“, gab der nur von sich. „Feehily, du glaubst zwar, dass du ein Genie bist, in Sachen verbergen, aber du kannst mir nichts vormachen, irgendwas ist hier los, oder warum sollten Jodi und Gina und Kerry unbedingt mitkommen und Jenny ist auch da!“ Mark schaute erst zu Shane und Grace und beide grinsten und nickten. „Du merkst aber auch alles Egan. Aber es geht nicht um mich…!“ „hä?“, das kam jetzt von Kian. Alle warteten gespannt, was nun kam. „Soll ich?“, fragte Shane Grace. Und sie nickte. „jetzt rückt endlich raus!“, rief Bryan ungeduldig. „also.. wir, na ja also Grace, ach ist doch egal. Wir bekommen ein Baby. Grace ist schwanger!“ Jetzt war es raus und Shane hatte schon wieder, wie schon öfter, seit gestern Abend Tränen in den Augen. Alle sahen aus, als hätten sie auf einmal einen Geist gesehen. Und dann auf einmal: „OH MEIN GOTT! IST DAS WAHR?? Ich freu mich soooo für euch, wie weit bist du denn schon, …!“ Alle umarmten die beiden und Grace war die glücklichste Frau der Welt.
„TANTE SARAHHHHHHH?“ „was denn mein schatz?“ Sarah war gerade dabei noch mal zu überprüfen, ob sie auch wirklich alles dabei hatte. Shannens Kuscheltierberg, die Flugtickets, Ausweise und so weiter. „Wo ist mein Teddy?“, rief die Kleine. „der ist hier in meiner Tasche, Mäuschen!“ Ja sie hatte alles. Sie zog Shannen die Schuhe und die Jacke an und endlich raus aus der Tür. Zum Flughafen gefahren und endlich. Nach 2 Stunden Stress auf dem Flughafen saßen die beiden im Flugzeug Richtung Dublin.
„Schatz, ich muss schnell mal weg. Ich bin aber gleich wieder da ja?“, sagte Shane, als er merkte, dass es Zeit war, Sarah und Shannen vom Flughafen abzuholen. Grace guckte ihn an und sie wusste genau, wohin er wollte. „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich dich alleine meine Tochter abholen lassen gehe. Ich bin schließlich ihre Mama und hab sie auch seit 8 Wochen nicht gesehen!“ , sagte Grace, stand auf, und verließ zusammen mit Shane Hand in Hand das Studio.
„Man, wann kommen sie denn endlich? Das Flugzeug ist doch schon längst gelandet.“ Grace hüpfte auf und ab und schaute immer wieder ungeduldig auf die Anzeigetafel, an der der Flug aus London angeschrieben war. Tatsächlich war er schon gelandet. Sarah und Shannen waren schon ausgestiegen und Sarah wartete gerade auf ihr Gepäck. Als es endlich auf dem Gepäckband ankam, schnappte sie es sich sofort, nahm Shannens Hand und die beiden gingen in die Empfangshalle. Sarah erkannte Shane sofort. Er war der einziger vermummt mit Sonnenbrille und Kappe. Sie musste schmunzeln, als sie ihn sah. Grace war gerade in dem Moment, als die beiden raus kamen zum Informationsschalter gerannt, um nachzufragen, warum (ihrer Meinung nach) das so lange dauerte, die Passagiere müssten doch schon längst hier sein. Shannen erkannte Shane auch sofort. „Onkel Shane!“, rief sie über den ganzen Flughafen. ‚Schon verblüffend, wie viel Kinder sich merken können’, dachte Shane, als er merkte, dass Shannen ihn sofort, und trotz der Maskerade erkannt hatte. Shannen riss sich von Sarah los und Sarah ließ sie auch die letzten paar Meter zu Shane rennen. Er nahm sie sofort auf den Arm und drückte sie ganz doll. Shannen war so glücklich ihn zu sehen, dass sie ihm ein Kuss auf die Wange drückte. „Wo is Mami?“, fragte Shannen schließlich. Genau in dem Moment kam Grace zurück. „Prinzessin!“, reif sie und rannte auf Shane und ihre Tochter zu. Sie war so stürmisch, dass sie stolperte und fast hinfiel, sie konnte sich gerade noch abfangen. „ups!“, sagte sie und lachte dabei. Shane jedoch fand das nicht zum lachen. Er hatte sich sehr erschrocken. „Schatz, du musst jetzt schon ein bisschen aufpassen!“, sagte er streng. „Jetzt hab dich nicht so!“, sagte sie und nahm erst mal ihre Tochter fest in den Arm. Tränen der Freude liefen ihr über die Wangen. Endlich hatte sie ihren Schatz wieder. Sie hatte sie so vermisst. Auch die Kleine war überglücklich, ihre Mami wieder zu haben. Grace ließ Shannen runter und sie nahm sofort Shanes Hand. Er schmunzelte. „AAHHH Sarah!“, schrie nun Grace und nahm ihre beste Freundin in die Arme. Beiden weinten vor Glück. Als sich Sarah von Grace löste, nahm sie auch Shane in den Arm und fragte ihn dann: „Was war denn das eben? Von wegen Grace müsste jetzt ein bisschen aufpassen? Sie ist doch nicht krank.“ Shane sah Grace an und Grace sah auch zu Shane. Beide grinsten wieder. „was ist denn los? Um Himmelswillen, macht mal nicht so ein Geheimnis, bist du schwanger oder was?“ Das war von Sarah eigentlich nur im Spaß gemeint, doch an Graces plötzlichem Gesichtsausdruck stockte sie. „Das ist jetzt aber nicht wahr oder? Sag, dass das nicht wahr ist!“ Doch Grace grinste über das ganze Gesicht und ihre Augen glänzten erneut und sie nickte. Man sah ihr an, wie glücklich sie war. „OH MEIN GOTT!!!!! Wuaaaaaaaa! I weiß gar nicht, was ich sagen soll!“ Sarah umarmte ihre Beste Freundin noch mal und die beiden waren überglücklich. Zu viert gingen sie nun zu Shanes Auto und fuhren zusammen wieder ins Studio, da Shane noch ungefähr 2 Stunden aufnehmen musste.
Als sie im Studio ankamen, wurden Sarah und Shannen natürlich wild begrüßt und keiner dachte mehr so richtig ans arbeiten. Grace war schwanger, Shannen war endlich wieder da, der Liebling von allen. Doch, als Louis rein kam, war ihnen schon ein bisschen mulmig. Er guckte schon ganz böse drein. Doch, als sie ihm sagten, was los war, gratulierte auch er Grace und Shane und machte für diesen Tag Feierabend. Shane, Grace, Shannen und Sarah hatten noch eine 2 ½ stündige Fahrt vor sich, also fuhren sie gleich los. Sarah hatte beschlossen, erst noch ein paar tage bei Grace und Shane zu bleiben und dann erst zu Jason zu fahren. Sie hatte ihre beste Freundin so vermisst. Ihr tat es sehr gut, sie so glücklich zu sehen. ‚Nach allem, was sie durchgemacht hat, verdient sie es am meisten’, dachte sie sich, als sie Grace beobachtete, wie sie Shane ansah und ihn anstrahlte. Sie kamen in Sligo an, da war es schon dunkel. Sie stiegen alle aus, und keiner war wirklich müde, keiner wollte schon schlafen gehen, sie hatten sich noch so viel zu erzählen. Sogar Shannen war noch putzmunter. Shane und Grace gingen schon vor, um die Haustür aufzusperren und Shannen lief ihnen hinterher. Sarah bildete das Schlusslicht und schleppte ihr und Shannens Gepäck mit sich. Dann bemerkte sie, wie irgendwas aus ihrer Tasche heraus fiel. Als sie sich umschaute, sah sie, dass es Shannens Teddy war. Bevor sie umdrehen konnte und den Teddy aufheben konnte, hatte Shannen es auch schon bemerkt, und rief „Teddyyyy!“ sie rannte zurück, um ihn zu holen. Sarah grinste und ging weiter. Shane war schon ins Haus gegangen und Grace leerte noch schnell den Briefkasten.
Plötzlich hörten sie Shannen schreien. „Mummy!“ Grace und Sarah drehten sich gleichzeitig um, um zu sehen, was los war. Als Grace das sah, was da vor sich ging, blieb ihr das Herz stehen. Eine dunkle Gestalt hatte sich Shannen geschnappt und rannte davon, zu einem dunklen Auto, was am Straßenrand geparkt war. Grace fing an zu schreien und rannte sofort los, um ihr Kind zu retten, doch es war zu spät. Das Auto startete und raste mit einem Affenzahn davon. Die Reifen quietschten und das Auto war um eine Ecke verschwunden. Grace brach sofort auf der Stelle zusammen und fing an zu weinen. Shane kam sofort aus dem Haus gerannt, um zu sehen, was los war. Sarah stand nur da, völlig bleich und starr. „Was ist los? Sarah nun sag schon, was ist los, wo sind Grace und Shannen?“ Sarah konnte nichts sagen. Nun hörte er Graces Schluchzen, er rannte sofort die Auffahrt hinunter und sah Grace am Boden zusammen gekauert und weinen. „Schatz, was ist los?“ „Sh..Sh..Sha..Shannen... Sie.. Sie... ist weg!“ Grace brach wieder in Tränen aus und vergrub das Gesicht in Shanes Armen. „Wie weg? Sie war doch eben noch da!“ Shane verstand gar nichts mehr. Doch aus Grace war im Moment nichts mehr rauszuholen. Er nahm sie auf den Arm und trug sie ins Haus. Sarah war auch schon ins Haus gegangen. Sie saß auf der Couch und auch sie weinte. Dann sprang sie auf und holte ihr Handy heraus und rief die Polizei. Shane legte Grace auf das Sofa und holte ihr eine Decke und machte sofort eine Tasse Tee. Dann setzte er sich zu ihr und nahm sie in den Arm. Sie war nur am weinen. Sarah erzählte inzwischen Shane, was passiert war. „Shannen ist nur schnell zurück gerannt und wollte ihren Teddy holen. Dann auf einmal, wie aus dem Nichts, taucht so eine schwarze Gestalt auf, schnappt sich Shannen und rennt zum Auto und ist weg. Ich konnte mich nicht mal bewegen, es ging so schnell.“ Shane wusste nicht, was er sagen sollte. ‚Wer macht so was nur?’ Er nahm nur Grace in den Arm und streichelte ihr durchs Haar und versuchte sie ein bisschen zu beruhigen, was natürlich nicht möglich war. Nun klingelte es an der Tür. Es war ein Polizist. Shane bat ihn herein. Sarah erzähle dem Officer noch einmal genau, was sie gesehen hatte und auch Grace schilderte unter Tränen, was sie gesehen hatte und dass sie versucht hatte, Shannen noch zu retten. Sie gab dem Officer ein Bild von Shannen, dass sie immer bei sich trug und beschrieb ihm, was Shannen heute anhatte. Auf einmal klingelte es schon wieder an der Tür. Sarah öffnete die Tür, denn Shane und Grace waren gerade dabei, dem Officer noch einmal alles zu sagen, was sie gesehen hatten oder wussten. Er fragte sie noch, ob sie jemanden verdächtigten oder sonst etwas. Da fiel Grace ein, dass sie schon mal eine verdächtige Person hier in der Nähe gesehen hatte. Auch das notierte sich der Polizist.
Vor der Tür stand Kian. Er sah sofort, dass Sarah geweint hatte. „Hey, ich wollt eigentlich nur mal vorbei schauen und fragen, was los ist, weil ich den Polizeiwagen gesehen habe.“ „Oh Kian, es ist so schrecklich!“ Sarah brach wieder in Tränen aus und Kian nahm sie in den Arm. „Sarah, was ist denn nur los?“ Nachdem sich Sarah ein bisschen beruhigt hatte, sagte sie. „Shannen ist weg. Sie ist vor einer halben Stunde entführt worden. Einfach so. Eine vermummte Gestalt ist auf einmal aufgetaucht, hat sich Shannen geschnappt und ist mit ihr in einem Auto abgehauen!“ „Was? Das kann doch nicht wahr sein!“ Kian und Sarah gingen nun ins Haus und Kian ging sofort zu Grace und umarmte sie. Auch sie klammerte sich hilflos an ihn und schluchzte. Shane begleitete gerade den Polizist nach draußen und kam dann wieder ins Wohnzimmer. Er war auch völlig blass. „Was machst du denn hier Egan?“, fragte er. „Ich dachte, ich schau mal vorbei, ich hab den Polizeiwagen gesehen und wollte wissen, ob was passiert ist!“ Als er das sagte, brach Grace wieder in Tränen aus. Shane nahm Grace auf den Arm und trug sie nach oben ins Schlafzimmer. Sie nahm überhaupt nichts mehr wahr. Sie hatte wohl einen Schock. Er legte sie ins Bett und deckte sie zu. Er versuchte sie noch einmal zu beruhigen, doch es war unmöglich, dann löschte er das Licht und ging hinaus. Er war sich sicher, dass es das Beste wäre, wenn er einen Arzt rufen würde, und das tat er dann auch. Er selbst wusste nicht, was er machen sollte. Außerdem war sie schwanger, er wusste nicht, ob er ihr Beruhigungstropfen geben konnte und wenn ja, welche. Als er wieder ins Wohnzimmer kam, saßen Sarah und Kian immer noch auf der Couch und grübelten darüber nach, wer nur so etwas schreckliches tun konnte. Ein kleines Mädchen einfach so zu entführen. Shannen musste schreckliche Angst haben. Shane wollte sich gar nicht ausmalen, was dieser Verrückte mit ihr anstellte. Plötzlich sah Kian auf. Er hatte einen Gesichtsausdruck, als wäre ihm gerade etwas wichtiges eingefallen. „Sag mal Shane?“ „Was ist?“, antwortete er, ohne aufzusehen. „Hältst du es für möglich, dass vielleicht Shannens Vater...?“ Doch nun sah er auf. „Du meinst... David?“ Als Sarah das hörte, fing sie wieder an zu schluchzen. „Oh Gott, das kann doch alles nicht wahr sein! Hört dieser Albtraum denn nie auf?“ „Ja denk doch mal nach, wer sonst könnte ein Interesse daran haben, Shannen zu entführen? Shane, es ist nicht deine Tochter, also kann es mit Westlife nichts zu tun haben.“ „Du hast Recht, eigentlich ist das die einzige Möglichkeit. Aber das hilft uns auch nicht weiter. Keiner hat David in den letzten 5 Jahren gesehen. Keiner weiß, wo er sich aufhält.“ „Na ja, ich könnte mir vorstellen, dass er auf jeden Fall hier in der Nähe zu suchen ist.“ „Das könnte wohl möglich sein. Ich denke, es ist besser, ich rufe sofort bei der Polizei an und sage ihnen bescheid, was wir vermuten, vielleicht hilft ihnen das weiter. Louis hat doch bestimmt noch seine Akte irgendwo im Büro liegen, da dieses Schwein ja mal für uns gearbeitet hat. Das ist zwar nicht wirklich hilfreich, ein uraltes Foto, aber besser als hier rumzusitzen und gar nichts zu tun!“ Shane stand auf und ging zum Telefon, doch bevor er die Nummer wählen konnte, klingelte es an der Tür. Der Arzt, den Shane gerufen hatte, war angekommen. Shane öffnete ihm die Tür und erklärte ihm die Situation, während er ihn nach oben ins Schlafzimmer begleitete, wo Grace immer noch weinend und schluchzend in den Kissen lag. Shane ließ den Arzt bei Grace und ging wieder nach unten, um den Anruf bei der Polizei zu tätigen.
„Und? Was haben sie gesagt?“, fragte Kian, als Shane auflegte. „Sie meinten, dass es gut war, dass ich sofort angerufen habe, und ihnen meinen Verdacht mitgeteilt habe. Sie sagen, das könnte ihnen auf jeden Fall bei der Suche weiterhelfen.“ Kian nickte. „Am liebsten würde ich selbst rausgehen und nach dem Schwein suchen.“ „Shane, glaubst du wirklich, dass das was bringt?“ Kian sah ihn fragend an. „Nein, ich weiß, dass es nichts bringt, aber hier tatenlos rum zu sitzen, macht mich einfach wahnsinnig.“ „Geh ins Bett, ruh dich ein bisschen aus. Schau wie es Grace geht und morgen werden wir alles daran setzen, die kleine Prinzessin zu finden, ich verprech dir, wir tun alles, was wir können!“ „Danke Kian, das ist wirklich lieb von dir! Ist wohl besser, wenn du auch endlich ins bett kommst oder?“ „ja wahrscheinlich! Aber morgen steh ich wieder auf der Matte, das kannst du mir glauben!“ „Ja daran hab ich nicht eine Sekunde gezweifelt!“ Shane lächelte müde und brachte Kian noch zur Tür. Als Kian gegangen war, bemerkte Shane, dass Sarah während ihrem Gespräch eingenickt war. Sie hatte Tränen in den Wimpern hängen und sah richtig hilflos aus. Shane wollte sie auf keinen Fall wecken, am besten war es, wenn sie schlief. Er hob sie vorsichtig auf seine Arme und trug sie nach oben, in eins der Gästezimmer. Er legte sie behutsam auf das Bett und deckte sie zu. Dann löschte er das Licht und ging sofort nach Grace schauen. Der Arzt war noch immer bei ihr, doch er war gerade im Begriff zu gehen. „Was ist los, Doktor, ist alles in Ordnung mit ihr und dem Baby?“ „Machen Sie sich keine Sorgen, mit ihrer Freundin und dem Baby ist alles in Ordnung. Sie hat nur einen Schock erlitten, der dann zu Heulkrämpfen und Schüttelfrost geführt hat, aber bei solchen Erlebnissen ist das völlig normal. Ich habe ihr eine Beruhigungsspritze gegeben, die für Mutter und Kind völlig harmlos war. Sie wird auf jeden Fall bis morgen früh durchschlafen. Aber sie muss morgen früh unbedingt etwas essen und vor allem trinken. Dafür sorgen Sie ja?“ „Natürlich Doktor, vielen Dank, dass sie so schnell kommen konnten! Gute Nacht!“ Der Arzt verabschiedete sich und Shane ging dann schnell wieder zu seiner Freundin, die inzwischen wirklich ruhig und friedlich schlief. Er zog sich um, und legte sich dann zu ihr. Er konnte das alles nicht begreifen. Warum jetzt? Gerade jetzt, wo alles so gut lief. Grace hatte ihre Tour beendet und war endlich wieder zu Hause. Shane war auch gerade mit seiner Promo-Tour fertig. Sie wurden Eltern. Sarah würde nun auch nach Dublin ziehen und die beiden besten Freundinnen würden nicht so weit voneinander wegwohnen, wie sie befürchtet hatten. Und Shannen hätte auch seine Patentante in nächster Nähe. Alles wäre so schön. Mit all diesen Gedanken und noch viel schrecklicheren, was denn Shannen alles zustoßen könnte, fiel er in einen unruhigen Schlaf.
Am nächsten Morgen wachte Shane sehr früh auf. Grace schlief immer noch tief und fest. Er stand auf, zog sich an und ging nach unten. Sarah schien auch noch zu schlafen. Es war alles still um diese Uhrzeit im Haus. Irgendwas fehlte... Natürlich! Shannens kleine Füße, die überall im Haus umhertrappelten, schon um diese Uhrzeit natürlich. Es lief kein Fernseher, keine Zeichentrickserien, es war totenstill im Haus. Shane bekam bei dem Gefühl eine Gänsehaut. Er musste doch irgendetwas tun können. Es konnte doch nicht sein, dass das einzige, was er machen konnte, Tee kochen und Frühstück zubereiten sein sollte! Er musste raus und selbst nach ihr suchen. Es war ihm egal, dass er nicht wusste, wo er anfangen sollte. Es war ihm egal, dass er so gut wie keine Chancen hatte, Shannen alleine zu finden. Es war ihm egal. Es war ihm einfach nur egal. Er musste irgendwas tun. Er schnappte sich seine Schuhe, zog sie an, nahm seine Jacke vom Haken, öffnete die Tür mit einem Ruck und wollte hinausstürmen. Doch gerade noch im letzten Moment konnte er bremsen, sonst wäre er geradewegs in Kian hineingelaufen, der Mark und Nicky im Gepäck hatte, vor der Tür stand. „Guten Morgen, wo willst du denn schon hin?“, fragte Kian, als er den völlig aufgewühlten und ja, fast gehetzten Shane aufhielt. „Ich muss sie suchen. Ich kann doch hier nicht einfach nur rumsitzen und Tee kochen!“ „Shane, glaubst du wirklich, dass das einen Sinn hat. Du hast doch keine Ahnung, wohin dieser Kerl sie verschleppt hat. Glaubst du wirklich, der rennt mit ihr mitten in der Stadt durch die Gegend, wo jeder Shannen kennt?“, warf Mark ein. „Ich weiß doch, dass ihr Recht habt, aber ich fühl mich so hilflos!“ Shane brach in Tränen aus. Er konnte auch nicht mehr. Shannen war zwar nicht seine leibliche Tochter, aber er liebte sie genauso, als wäre es seine. Er hatte sie so fest ins Herz geschlossen. Nicky, Kian und Mark brachten ihn wieder ins Haus und setzten ihn auf die Couch. Nicky machte sich ans Tee kochen und Mark half ihm beim Frühstück. Kian versuchte gerade Shane ein bisschen zu beruhigen, als er Sarah bemerkte, die die Treppe hinunter kam. „Guten Morgen!“, rief Kian. „Hi Kian, auch schon wieder da?“, meinte Sarah nur und setzte sich zu ihnen auf die Couch. Sie hatte sehr schlecht geschlafen, wenn überhaupt. Das sah man ihr an. Keine zwei Minuten kam auch Grace nach unten getaumelt. Sie war noch ein bisschen benommen, von der Spritze, die der Arzt ihr am Vorabend gegeben hatte. Shane sprang sofort auf und lief zu ihr. Er wollte es nicht riskieren, dass sie auf der Treppe den Halt verlor und stürzte. Das war das letzte, was er nun gebrauchen konnte. „Schatz, komm setz dich hin. Die Jungs haben Tee gekocht und Frühstück gemacht. Du musst was essen!“ „Ich hab keinen Hunger!“ „Ja das weiß ich, und das dachte ich mir schon. Aber der Arzt hat extra gesagt, dass du was essen muss und was trinken. Du musst auch an das Baby denken!“ Das war wohl das falsche Wort. Denn schon flossen bei Grace wieder die Tränen und nicht mal Shane vermochte es, sie zu trocknen.

„Letzter Aufruf für den Flug 56234 nach Los Angeles. Wenn Sie noch nicht eingecheckt haben, begeben Sie sich bitte schnellstmöglich zu Gate 4!“ „Ja ich bin ja schon da, aber in dieser Schlange geht auch nichts vorwärts, verdammt noch mal! Ich will doch einfach nur weg hier.“ Die blonde hübsche Frau, die sich in der Schlange am Gate 4 eingereiht hatte, konnte es gar nicht mehr erwarten, endlich im Flieger zu sitzen und ins sonnige L.A. zu kommen. Sie hatte die Schnauze gestrichen voll von allem. Von ihrem langweiligem Job in der Boutique, von ihren Eltern, die ihr immer vorschreiben wollten, was sie zu tun hatte. Von ihrer Schwester, die immer alles besser wusste und natürlich auch immer alles besser machte als sie. Von den perfekten Leben ihrer Schwester, wo sie leider nur Zuschauer war. Sie wollte auch so ein perfektes Leben haben. Sie wollte einen tollen Job, der sie ausfüllte, ein tolles Haus, eine Familie, und das wichtigste, sie wollte einen Mann. Nein, nicht irgendeinen Mann, sondern genau diesen einen. Doch er hatte sie verlassen. Natürlich er hatte seine Gründe gehabt. Sie hatte ihn betrogen, doch das war doch nur ein Ausrutscher gewesen. Er war so lange weg gewesen, sie hatte sich so einsam gefühlt, und da war es auch schon passiert. Sie hatte es ihm sofort gebeichtet, doch er konnte ihr nicht verzeihen und hatte Schluss gemacht. ‚Shane, verdammt, ich lieb dich doch. Warum kannst du mich nicht auch lieben?’ Sie wusste, dass es längst nicht mehr darum ging, dass er ihr den Ausrutscher nicht verzeihen konnte. Er hatte eine andere. Sie war jünger, diese Neue. Und hübscher, das musste sie sich wirklich eingestehen. Doch was sie nicht verstand: ‚Sie hat eine Tochter, warum hast du dir eine Frau mit einer Tochter angelacht. Du wolltest dein Leben doch noch genießen und dann erst Kinder bekommen, das hättest du mit mir alles haben können’ Sie rückte in der Schlange ein kleines bisschen weiter vor. ‚Jetzt reiß dich zusammen, Gillian. Hör endlich auf, diesem Typen nachzutrauern. Das hast du nicht verdient. Du könntest jeden haben’, redete sie sich selbst gut zu, um Shane endlich aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Sie wollte nur noch weg von hier, und wollte in der Sonne L.A.’s alles hinter sich lassen. Wenn sie doch nun endlich dort wäre. Jetzt fing auch noch das kleine Mädchen hinter ihr an zu quengeln. Der Vater hatte sie wohl nicht wirklich im Griff. ‚Wo ist denn nur die Mutter? Kann die das Kind nicht endlich ruhig stellen?’, dachte Gillian bei sich und versuchte, das Gequengel der Kleinen zu überhören. „Lass mich los! Ich will du meiner Mummy, wo ist meine Mummy?“ Niemand nahm das kleine Mädchen ernst. Jeder dachte natürlich, sie sei in ihrer für Kleinkinder üblichen Trotzphase, und wollte dem Vater nicht gehorchen. Doch dass der Mann, der das Kind an der Hand festhielt, zwar schon ihr Vater war, aber nichts gutes im Sinn hatte, wusste keiner und niemand nahm Notiz von dem kleinen Mädchen, das nicht wusste, wie ihr geschah. ‚Hört dieses Kind denn nie auf?’, dachte Gillian wieder, denn das Kind hinter ihr in der Schlange hörte nicht auf, nach seiner Mutter zu schreien und den Vater anzubrüllen. Gillian versuchte, sich zu beherrschen, sich nicht umzudrehen, und dem Vater mal gehörig die Meinung zu sagen. Sie hatte ja nichts gegen Kinder, ganz im Gegenteil. Sie liebte Kinder, sie wollte immer selber welche, doch in diesem Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher, als endlich hier wegzukommen und ihre Ruhe zu haben. Noch einmal atmete sie kräftig durch und konzentrierte sich auf das Geschehen vor ihr. Plötzlich fing das Mädchen hinter ihr an, so laut zu schreien, dass Gillian fast das Herz stehen geblieben wäre, vor Schreck. Nun konnte sie nicht mehr anders. Sie drehte sich um und wollte schon losschimpfen, als ihr Blick zuerst auf das Mädchen... ‚Shannen?? Was macht sie denn hier mit einem fremden Mann? Und dann fiel ihr Blick auf den Mann, denn sie für wenige Sekunden genauer betrachtete. Sie war sich sicher, dass sie ihn schon irgendwo mal gesehen hatte. Und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. David. Der Mann, der das arme Mädchen damals nach einem Westlife Konzert vergewaltigt hatte. Sie hatte das damals alles mitbekommen und wusste, dass er auf der Flucht war. Konnte es sein, dass Grace das Mädchen war, dass damals vergewaltigt worden war? Konnte es sein, dass daraus Shannen entstanden war? Nein, das war alles zu abwegig... Außerdem ging sie das überhaupt nichts an und der Mann schaute sie immer noch etwas verwirrt an, das sie sich doch zu ihm umgedreht hatte. „Kann ich Ihnen helfen?“, fragte David höflich. „ähh. Nein alles in Ordnung, tut mir leid.“, sagte Gillian und drehte sich wieder nach vorne. Sie wollte einfach nur noch weg von hier. Doch sie konnte doch nicht einfach zusehen, wie der Mann mit Shannen einfach verschwand. Vielleicht wollte er sie wirklich entführen. Als Shannen noch einmal hilflos schrie, wusste sie, dass sie etwas tun musste. Doch die Polizei konnte sie nicht rufen, ohne, dass David das mitbekam, was sollte sie denn nur tun? Sie musste ihr irgendwie helfen. Nun war sie ganz vorne in der Schlange, sie war dran. Sie musste nun endlich etwas tun, wenn sie wirklich helfen wollte. Sie drehte sich noch einmal unauffällig zu David um und sah, wie er gerade in eine andere Richtung schaute, und Shannen für einen Moment nicht beobachtete. Das nutzte Gillian aus. Sie drehte sich um, platzierte ihr Knie präzise in seinen Weichteilen, schnappte sich Shannen, hob sie auf den Arm und rannte, was das Zeug hielt. Shannen fing an zu weinen. „Shhh, ist alles gut Kleine, ich bringe dich zu deiner Mummy und zu Shane okay?“ Als sie das hörte, versiegten die Tränen sofort und sie nickte nur noch. David, der sich vor Schmerzen am Boden wand, schrie ihr hinterher und stand dann schließlich auf, um ihr unter Schmerzen zu folgen. Das konnte doch nicht wahr sein. Was wollte diese Frau denn von ihm? Er hatte es fast geschafft, sich und seine Tochter, ja wirklich seine Tochter in Sicherheit zu bringen. Dort, wo ihn keiner finden würde. Doch er war sich sicher, dass er dieses Problem auch noch aus der Welt schaffen konnte.
Gillian rannte was das Zeug hielt, sie konnte fast nicht mehr, als sie hörte, dass sie von ihm verfolgt wurde. Sie stürmte die Rolltreppe hinunter, rannte nach draußen, zum Parkplatz, dort, wo ihr Auto stand. Als sie an ihrem Auto ankam, ließ sie Shannen runter und kramte in ihrer Handtasche hektisch nach dem Schlüssel. „Oh Gott, wo bist du, du Schei0 Ding, jetzt komm endlich her!“ David kam immer näher. Immer hektischer kramte sie nach ihrem Autoschlüssel, alles fiel ihr aus der Tasche, nur den verdammten Schlüssel fand sie nicht... Endlich, ganz unten in der Tasche fand sie ihn, sie drückte auf den Schlüssel. Es gab ein leises Klick, der Wagen öffnete sich. Sie öffnete die Fahrertür, hob Shannen hinein und sie kletterte durch, dann sprang Gillian ins Auto und versperrte die Türen. Gerade rechtzeitig. David stand nun vor dem Auto und wollte hinein. Eine Sekunde später und es wäre zu spät gewesen. „Mach sofort die Tür auf und gib mir meine Tochter.“, sagte David, in einem Ton, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Nein, du bist nicht ihr Vater, zumindest nicht der rechtmäßige, ich weiß genau wer du bist. Du hast ein armes hilfloses Mädchen vergewaltigt und willst ihr nun auch noch ihre Tochter wegnehmen. Nicht mit mir Freundchen!“ Mit diesen Worten startete Gillian das Auto und raste mit quietschenden Reifen davon. Doch David gab nicht so schnell auf. Er brach einfach das Auto auf, das neben ihm auf dem Parkplatz stand, schloss es kurz und brauste ihr hinterher. Gillian war froh, ihn endlich los zu sein. Die Verfolgungsjagd am Flughafen hatte das letzte aus ihr herausgeholt. Wenn sie nur ein paar Sekunden langsamer gewesen wäre. Sie wollte sich das gar nicht ausmalen. Plötzlich hörte sie lautes Hupen hinter sich. Ein Raser drängte andere Autos von der Straße ab und näherte sich ihr mit sehr hoher Geschwindigkeit, als er nur noch wenige Meter von ihr entfernt war, erkannte sie, dass es David war. Nun bekam sie Panik. „Shannen, schnall dich bitte an und halt dich gut fest okay, Süße?“, sagte Gillian so ruhig, wie es nur ging. Sie wollte Shannen nicht in Panik versetzen. Die kleine nickte und tat, was man ihr gesagt hatte. Dann gab Gillian Gas.

„Oh Gott, was haben sie denn gesagt?“, fragte Grace völlig verzweifelt, als Shane sein Handy zuklappte. Er hatte eben noch einmal mit der Polizei telefoniert. „Sie haben leider noch nichts neues, sie suchen alles ab. Glaub mir, Schatz, die Polizei wird sie finden. Er wird ihr nichts tun, glaub mir!“ „ER?, weißt du denn wer es ist?“, fragte Grace. Bis jetzt hatten sie immer nur von einer vermummten und schwarzen Gestalt gesprochen, es verwirrte sie etwas, dass Shane nun das Wort „er“ gebrauchte. Er sah zu Kian, der guckte auch ziemlich niedergeschlagen und sehr skeptisch. Er war sich auch nicht sicher, ob Grace das verkraften konnte, wenn man ihr von der Vermutung erzählte, die sie hatten. Aber sie musste ja die Wahrheit erfahren. „Ähm Schatz, wir glauben, dass es David sein könnte, du weißt wen ich meine!?“ „Oh mein Gott!“, das war das einzige, was Grace raus brachte. „Wenn er ihr was antut, dann bringe ich ihn um, wenn er meinem baby was antut, dann töte ich ihn!“ Grace war gar nicht mehr zu beruhigen, sie lief nun im Zimmer auf und ab und konnte nicht still halten. Plötzlich klingelte Shanes Handy. „Gillian“ stand auf dem Display. „Was will die denn jetzt?“ „Wer ist es denn?“, fragte Kian. „Deine liebe Cousine!“ „Gillian?“, fragte Kian. „Genau, soll ich rangehen?“ „Ja, hör sie an, sie will heute eh für längere Zeit verreisen, dann siehst du sie auch nicht mehr!“ „Nagut“ Shane klappte sein Handy auf „Was willst du?“ „Shane!“, keuchte Gillian in das Telefon. Es klang, als wäre sie in Schwierigkeiten. „Gillian, was ist los? Ist alles in Ordnung mit dir?“ „Das tut jetzt nichts zur Sache, beantworte mir nur drei fragen.“ „Okay, schieß los!“, Shane wusste nicht, wo das hinführen sollte. „Ist Grace, deine neue Freundin, das Mädchen, das David damals vergewaltigt hat?“ Diese Frage traf Shane wie ein Schlag. Warum stellte Gillian ausgerechnet jetzt diese Frage. „Ja das war sie. Aber warum willst du das wissen?“ „Keine Zeit. Nächste Frage, ist aus dieser Vergewaltigung Shannen entstanden?“ Wieder eine Frage, die ihn hart ins Gesicht traf. „Ja das ist auch richtig, aber Gillian, warum willst du das wissen und warum gerade jetzt?“ „Dritte Frage, ist Shannen bei euch oder ist sie entführt worden?“ Nun war es vorbei, was sollte das, wusste Gillian irgendetwas, und warum klang sie so, als wäre sie in Schwierigkeiten. „Nein sie ist nicht bei uns, sie wurde gestern Nacht entführt, als wir gerade heimkamen. Gillian, oh mein Gott, weißt du irgendwas, wenn ja, bitte sag es uns!“ Als Grace hörte, dass es um Shannen geh, rannte sie sofort zu Shane und bedeutete ihm, er sollte das Handy laut stellen, das tat er auch. „Shane, du musst mir helfen, ich weiß nicht mehr weiter!“ und plötzlich hörten sie einen lauten Knall! „Gillian, oh mein Gott, was ist denn los bei dir, bitte antworte!“ Shane bekam jetzt richtig Panik. „Ich war am Flughafen, wollte in Urlaub, hinter mir, quengelndes Kind, hab dann Shannen erkannt, und David, hab Shannen von ihm losgerissen und mitgenommen, Shane er ist hinter mir her, er rammt mich mit seinem Auto, ich weiß nicht mehr weiter... hilf mir!“ „Gillian, alles wird gut, sag mir wo du bist, ich werde sofort Hilfe schicken, oder ich komm selber, egal. Wo bist du?“ „Ich bin auf der Autobahn Richtung Sligo, bitte hilf…!“ Es gab einen lauten Knall und die Leitung brach ab. „Oh Gott!“ Grace brach in Tränen aus. Was war da nur passiert, hatte David sie so schwer gerammt, dass sie einen Unfall hatten? Shane zögerte keine Sekunde mehr, er rief sofort die Polizei an und gab ihnen die Informationen, die er hatte. Sie versprachen, sofort loszufahren. Doch auch Shane packte seine Autoschlüssel und fuhr sofort los. Grace wollte mitkommen, doch Shane nahm sie nicht mit. Sie war schwanger und das war einfach viel zu gefährlich. Kian, Mark und Nicky kümmerten sich um sie. Doch nun hatte Grace genauso viel Angst um Shane.

„Mummy? Wo bin ich?“ Shannen wachte auf und ihr Kopf tat ihr weh. Neben ihr sah sie, die nette junge Frau, die sie vor dem bösen Mann gerettet hatte. Sie lag mit dem Kopf auf dem Lenkrad und sagte nichts mehr. Es war schrecklich gewesen. Sie war sooo schnell gefahren, Shannen konnte gar nicht aus dem Fenster sehen, sonst wäre ihr schlecht geworden. Und dann auf einmal kam ein anderes Auto der Seite und rammte sie einfach. Gillian konnte darauf das Auto nicht mehr unter Kontrolle halten und bremste so stark es ging. Nach ein paar hundert Metern blieb sie auch stehen, doch David hatte nicht mit der Vollbremsung gerechnet und rammte Gillians Auto mit voller Wucht, und schob sie mehrere Meter weiter. Shannen war Gott sei dank angeschnallt gewesen, so war ihr nicht viel mehr passiert, als eine Platzwunde am Kopf und evtl. eine Gehirnerschütterung. Doch Gillian hatte sich in der Hektik nicht angeschnallt und war nun mit voller Wucht auf das Lenkrad geknallt. Sie war bewusstlos und Blut rann ihr das Gesicht hinunter.
Shane fuhr so schnell er konnte in Richtung Dublin, aus der Gillian kommen musste. Er schaltete das Radio ein, um eine möglichen Meldung eines Unfalls auf der Strecke sofort zu hören. Und tatsächlich, 10 Minuten nach dem er losgefahren war, kam eine Unfallsmeldung. „Achtung, auf der Autobahn Dublin Richtung Sligo hat sich ein schwerer Auffahrunfall mit mehreren Verletzten ereignet, die Autobahn wird in dieser Richtung mehrere Stunden gesperrt sein. Bitte machen Sie sich auf längere Wartezeiten gefasst und umfahren Sie weiträumig. „Oh mein Gott, bitte nicht!“ Shane drückte noch mehr aufs Gas und dann sah er endlich die Unfallstelle auf der anderen Seite. Polizei war schon da, um alles abzuriegeln, doch man wartete noch auf den Krankenwagen. Shane erkannte das Auto von Gillian sofort und befürchtete das Schlimmste. Er stellte sein Auto einfach auf dem Standstreifen ab und rannte quer über die Autobahn. Es war ihm egal, dass alle hupten, er musste da rüber, um zu sehen, was passiert war. Er sah, wie etwas, das aussah wie ein Menschlicher Körper mit einem Tuch zugedeckt wurde, Er lag mitten auf der Straße. Als Shane das sah, wurde ihm richtig schlecht. Er wollte schon gar nicht mehr wissen, was passiert war. Doch als er näher hinkam, hörte ein lautes Rufen, eine Kinderstimme. „Shane!!!“ Er sah wie Shannen von einem Polizeiofficer auf dem Arm gehalten wurde. Er hatte sie aus dem Auto befreit, nachdem er sich versichert hatte, dass es ihr soweit gut ging. Gillian saß immer noch im Auto, sie war bewusstlos, doch sie atmete, Die Polizisten wollten auf den Krankenwagen warten, der geeignete Ausrüstung dabei hatte. Niemand wollte das Risiko eingehen, einen Wirbel am Rücken zu verletzen oder ähnliches, bei dem Versuch, sie aus dem Auto zu bergen. Als Shane Shannen sah, rutschte ihm das Herz buchstäblich in die Hose. Er war so glücklich, sie zu sehen und scheinbar fast unversehrt. Er lief sofort zu ihr hinüber. Er hatte noch nicht bemerkt, dass Gillian schwer verletzt war. Er nahm die Kleine auf den Arm und drückte ihr einen dicken Kuss auf die Wange. „bin ich froh, dass dir nichts passiert ist, Prinzessin!“, sagte er und Shannen quiekte glücklich. Doch plötzlich schaute sie ganz traurig und sagte „Was ist denn mit der lieben Tante, die mich vor dem bösen Mann gerettet hat? Sie sagt gar nichts mehr!“ Nun fiel auch Shane auf, dass Gillian fehlte. Er gab Shannen wieder dem Polizisten und machte sich auf die Suche nach dem Einsatzleiter. Doch dann sah er noch mal genauer hin. Auf Gillians Auto. Da sah er sie. Im Auto sitzen, das Gesicht blutüberströmt und sie war bewusstlos. Er wollte zu ihr hin, wollte wissen, was mit ihr los ist, doch gerade in diesem Augenblick trafen die Rettungskräfte ein und befreiten sie aus dem Auto. Sie brachten sie sofort ins Krankenhaus. Niemand konnte Shane sagen, was genau mit ihr los war. Ob sie überleben würde oder nicht. Er konnte gerade noch in Erfahrung bringen, in welches Krankenhaus sie gebracht werden würde. Dann fuhr der Krankenwagen mit Sirene und Blaulicht davon. Shane war geschockt. Er wusste nicht, was er machen sollte. Gillian hatte Shannen das Leben gerettet und nun war ihr eigenes in Gefahr. Wenn Gillian das nicht überleben würde, könnte sich Shane das niemals verzeihen. „Kann ich die Kleine mitnehmen? Ich bringe sie zu ihrer Mutter und wir fahren mit ihr dann natürlich sofort zum Arzt. Und für Fragen stehen wir Ihnen dann natürlich auch zur Verfügung, doch die Mutter macht sich unheimliche Sorgen.“ Shane sprach mit dem Einsatzleiter. Der guckte etwas skeptisch. „Keine Sorge, ich bin der Lebensgefährte, der Mutter. Ich will sie nicht entführen!“ „Shane ist doch mein neuer Papa!“, schrie Shannen und lachte vergnügt. Shane konnte kaum glauben, was er da hörte. Shannen sagte zu ihm Papa ? das war das schönste, was er seit langem gehört hatte. Er hatte Tränen in den Augen. „Ich denke das reicht mir, Mr. Filan!“; sagte der Einsatzleiter und lächelte. Shane fragte schon gar nicht mehr danach, woher er seinen Namen kannte. Er gab ihm nur die Hand, verabschiedete sich, und ging mit Shannen auf dem Arm zu seinem Auto. Ganz vorsichtig natürlich. Sie brauchten eine halbe Stunde bis nach Hause. Grace stand an der Tür und wartete ungeduldig. „warum meldet er sich denn nicht? Was wenn ihm auch was passiert ist?“ „Grace, ihm wird schon nichts passiert sein, aber er hat sein Handy vergessen, er kann nicht anrufen, er wird sicher gleich da sein!“ , sagte Kian und wie aufs Stichwort fuhr Shane gerade die Auffahrt hoch. „Gott sei Dank!“, rief Grace und lief ihm entgegen. „Shane, was ist los? Was ist passiert, wo ist meine Kleine? Sag mir die Wahrheit!“ Sie rechnete mit dem schlimmsten. Doch Shane drückte ihr nur einen Kuss auf den Mund, öffnete die hintere Wagentür und Shannen sprang heraus und lief in ihre Arme. „Oh mein Baby. Ich hab dich wieder. Geht’s dir gut? Ist alles in Ordnung?“ Die Kleine nickte nur und hielt ihre Mummy ganz fest in den Armen. Shane nahm dann Shannen auf den Arm und die drei gingen hinein. Sarah lief ihm Wohnzimmer auf und ab, und als sie Shannen sah, konnte sie auch nicht anders, als die Kleine in den Arm nehmen und zu weinen. Sie waren alle überglücklich. Nur Shane... Er sah extrem unglücklich aus. „Schatz, was ist los? Warum schaust du so traurig?“ Alle sahen ihn an. „Gillian!“, sagte er nur. „Was ist mit ihr!“, fragte Kian sofort, der sich natürlich nun auch Sorgen um seine Cousine machte. „Sie wird in Dublin ins Krankenhaus gebracht. David hat sie mit seinem Auto gerammt, als sie bremsen wollte, sie war nicht angeschnallt!“ „Oh Gott! Ist es schlimm? Können wir zu ihr? Ich muss sie sehen, sie hat mein Kind gerettet! Das werde ich ihr niemals vergessen!“ „Ich weiß es nicht, der Arzt an der Unfallstelle meinte nur, er könnte noch nichts sagen, ob sie durchkommt oder nicht! Ich wollte auch sofort wieder losfahren, zu ihr ins Krankenhaus. „Ich komme mit!“, sagten alle wie aus einem Mund. „Aber Shannen...!“ „Das ist kein Problem Grace, ihr könnte alle mitkommen, das Krankenhaus ist bei mit in der Nähe und ich habe genug Platz, ihr könnt alle bei mir schlafen!“, sagte Nicky. Damit war alles geklärt und alle fuhren zusammen nach Dublin. Zuerst brachten sie Sarah und Shannen zu Nicky. Georgina war zu Hause und kümmerte sich um die beiden. Die anderen fuhren sofort weiter ins Krankenhaus. Als sie dort ankamen, und nach Gillian fragten, bekamen sie die Information, dass sie schon operiert worden war, und auf der Intensivstation lag. „Ihr Zustand ist kritisch, aber sie wird es wohl schaffen. Diese Nacht ist entscheidend!“ „Fahrt ihr ruhig zu Nicky nach Hause, ich möchte hier bleiben!“, sagte Shane und stand vor der Tür ihres Zimmers. „Shane ich möchte bei dir bleiben!“, sagte Grace und nahm seine Hand. „Sie hat meinem Kind das Leben gerettet. Ich bin ihr alles schuldig, ich kann jetzt nicht einfach nach Hause gehen!“ „Shane, sie ist meine Cousine, ich kann auch nicht gehen!“ „Glaubst du, wir lassen euch hier alleine?“, sagte Nicky und Mark nickte zustimmend. So verbrachten sie alle die Nacht im Krankenhaus und warteten verzweifelt. Sie beteten um Gillians Leben, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt hatte, um Shannen zu retten.
David konnte man nicht mehr helfen. Er war auf Gillians Auto geprallt und wurde aus dem Auto geschleudert, da er auch nicht angeschnallt war. Er starb noch am Unfallort.
Am nächsten Morgen, alle lagen irgendwie quer über Bänken und schliefen mehr schlecht als recht. Der Arzt kam gerade aus Gillians Zimmer und musste lächeln, als der das Bild sah. Shane wachte als erster auf und bemerkte den Arzt. „Herr Doktor, wie geht es ihr? Hat sie es überstanden?“ Auch die anderen wurden wach. „Ja, ich denke sie hat es geschafft. Sie hat eine Menge Blut verloren, doch sie war stark und hat gekämpft. Sie muss noch eine Weile hier bleiben, bis sie wieder vollkommen gesund ist.“ „OH Gott sei dank!“ alle atmeten auf und waren überglücklich über diese Nachricht. „Können wir zu ihr?“ „Aber doch nicht alle auf einmal. Zwei Leute mehr nicht, sie ist noch sehr schwach und eben erst aufgewacht!“ Sie sahen sich alle gegenseitig an. Jedem war klar, dass Shane und Grace hineingehen würden. Sie klopften einmal und gingen dann leise ins Zimmer. Gillian lag dort auf dem Bett und ein monotones Piepsen kam von dem Monitor, der neben ihrem Bett stand. „Hey Gillian, wie geht’s dir?“ Sie sprach ganz leise und man konnte sie nur mit Mühe verstehen. „Shane, Grace? Wie geht es der Kleinen, ist alles in Ordnung mit ihr?“ „Ja, mit ihr ist alles in Ordnung, ihr geht es gut!“, sagte Shane. Dann trat Grace ans Bett. Sie hatte Tränen in den Augen. Sie nahm Gillians Hand. „Danke!“ Mehr brachte sie nicht heraus, sie brach in Tränen aus und der Blick in ihren Augen sagte alles. Grace brauchte nicht mehr zu sagen, Gillian verstand. Sie drückte schwach ihre Hand, das war ihre Antwort.
Nach mehreren Wochen kam Gillian endlich aus dem Krankenhaus raus. Sie war vollkommen genesen und es ging ihr besser denn je. Shane und Grace, hatten sie oft besucht und sie hatten viel geredet. Gillian hatte eingesehen, dass sie und Shane keine Chance mehr hatten. Sie wünschte den beiden alles alles Gute für die Zukunft und die und Grace wurden richtig gute Freundinnen. „Das hätte ich auch nie gedacht, dass deine Ex-Freundin mal eine Freundin von mir wird!“, sagte Grace und wollte gerade die Einkaufskiste aus dem Auto heben. Sie waren einkaufen gewesen, um eine Willkommensparty für Gillian zu geben. „Schatz, hör sofort auf. Lass die Kiste stehen, die trag ich!“ „Man Shane, ich in doch nicht krank!“ „Ja ich weiß, nur schwanger, aber du darfst trotzdem nicht schwer heben, also lass mich das machen!“ „Shane ich bin im vierten Monat, das dauert noch ein bisschen mit deinem Baby!“, meinte Grace, lachte aber über die Fürsorge ihres Freundes. „Ja aber trotzdem!“, sagte Shane und trug die Kiste ins Haus. Grace hatte keine Ahnung, dass Shane heute Abend auch eine Überraschung für sie hatte. Er war sich sicher, dass war der richtige Moment, heute Abend. Das war der richtige Augenblick. Er hatte alles genau geplant.
Als der Abend kam und Gillian zur Tür hereinkam, brüllten alle ein „Welcome Home!“ und Gillian war überwältigt, dass alle da waren, um sie zu begrüßen! Die Kleine Shannen rannte sofort auf sie zu und gab ihr einen riesen Kuss auf die Wange. Es wurde ein ausgelassener Abend. Gillian und Grace unterhielten sich prächtig, sie wollten zusammen Babysachen kaufen gehen, und sie machten alle möglichen Pläne. Plötzlich ging die Musik aus. Keiner wusste was los war. Das Licht ging auch aus und auf einmal gingen überall wunderschöne Lichterketten an. Niemand hatte sie zuvor bemerkt. Im ganzen Haus herrschte auf einmal eine romantische Stimmung. Und da sah sie ihn. Shane stand ganz oben auf der Treppe. In einem Anzug. Sie hatte sich schon gewundert, wo er auf einmal geblieben war. Musik ging leise an, aber nicht die selbe von vorhin. Sondern romantische Musik. Es war wunderschön. So etwas romantisches hatte Grace noch nie erlebt. Shane kam langsam die Treppen hinunter und blieb genau vor ihr stehen. Dann kniete er sich vor sie hin und ihr war auf einmal alles klar. ‚OH mein Gott’ ihr traten Tränen in die Augen. „Schatz, ich weiß, wir sind noch nicht so lange zusammen, doch immerhin schon über ein Jahr. Und Ich liebe ich über alles. Du bist alles in meinem Leben und natürlich Shannen und bald unser Baby. Du hast mir in meinem Leben alles gegeben, was ich je brauchen werde. Ich kann dir nicht sagen wie glücklich ich bin! Und deshalb möchte ich dich jetzt fragen, vor all unseren freunden und bekannten hier. Möchtest du mich heiraten und für immer mit mir zusammen sein?“ Grace fing an zu schluchzen. Sie nickte heftig und brachte nur noch ein gestottertes „Ja“ heraus, als sie ihm endlich in die Arme fiel und sie beide in einen leidenschaftlichen Kuss versanken. Alle im Raum fingen an zu Klatschen und es gab Rufe wie „Es lebe das Brautpaar!“ Als sie sich voneinander lösten, steckte Shane Grace einen wunderschönen goldenen Ring an den Finger. In der Mitte ein Diamant wunderschön eingefasst. „Für die schönste Frau der Welt.“ Grace brachte kein Wort raus, sie war nur überglücklich und strahlte. Der Abend wurde noch wunderschön und die beiden konnten gar nicht mehr voneinander lassen.
Shane und Grace beschlossen, die Hochzeit so lange zu verschieben, bis ihr Nachwuchs da war. Denn Grace beharrte auf ihre Meinung, sie möchte nicht als Pottwal heiraten. Das akzeptierte Shane und die beiden, oder eher die drei warteten sehnsüchtig auf ihren Nachwuchs. Was auch nicht immer einfach war, besonders für Shane. Schwangere konnten ziemlich launisch sein. Als endlich der kleine Matthew das Licht der Welt erblickte, waren sie die glücklichste Familie auf diesem Planten. Als Shane das erste Mal seinen Sohn in den Armen hielt konnte er nicht anders, als vor Freude zu weinen und Grace in die Arme schloss. Gemeinsam betrachteten sie ihre neues Familienmitglied. Shannen war auch überglücklich, einen kleinen Bruder zu haben und konnte es kaum erwarten, ihn zu sehen.
2 Wochen später kamen Grace und der kleine Matthew nach Hause. Die ersten Wochen waren wahnsinnig stressig, doch beide genossen diese Zeit sehr.
Als der kleine Matthew der Monate alt war, wurde endlich geheiratet. Grace hatte ihre lästigen Kilos der Schwangerschaft mit viel Schweiß und Mühe im Fitnessraum abtrainiert, um an der Hochzeit wieder genauso auszusehen, wie vor der Schwangerschaft. In ihrem Hochzeitskleid sah sie einfach umwerfend aus, und als sie in die Kirche trat, die mit weißen Kerzen und weißen Rosen geschmückt war, blieb Shane fast das Herz stehen. Noch nie hatte er so eine wunderhübsche Braut gesehen. Und es war seine. Er konnte sein Glück kaum fassen. Jetzt fing sein Leben erst richtig an. Jetzt konnte die Reise ins Glück losgehen, mit Grace, Shannen und dem kleinen Matthew.
Grace konnte ihr Glück kaum fassen, als sie in die Kirche trat. Jeder schaute zu ihr, jeder bewunderte sie. Doch ihr wurde bewusst, was für ein Glück sie mit diesem Man hatte. Sie hätte niemals gedacht, dass sie das schreckliche Erlebnis, dass sie als junges Mädchen machen musste, je vergessen konnte, geschweige denn, so glücklich wurde. Die Liebe. Ja die Liebe hatte ihr den Weg gezeigt. Alles war so einfach, mit der Liebe. Sie hatte die Liebe ihres Lebens gefunden, das was sie immer vermisst hatte. Jetzt konnte ihr Leben losgehen. Niemand würde je ihr Glück zerstören können. Sie konnte es kaum erwarten, mit Shane, Shannen und Matthew das neue Leben, als richtige Familie zu beginnen. Doch dazu musste sie jetzt aufhören zu träumen, sie musste nur noch ein paar Schritte gehen, ein kleines Wort sagen, und sie LEBTE ihren Traum.


THE END