Ich saß zu Hause auf meinem Bett und überlegte, wen ich fragen könnte, mir die Nummer auf der kleinen Karte vorzulesen. Warum vorzulesen? Ich bin blind und daher kann ich die Nummer nicht selbst von der Karte in mein Handy eintippen. Einige von euch fragen sich jetzt sicher: "Was für eine Karte? Und welche Nummer?" Ich war gerade vor 8 Tagen auf einem Konzert gewesen. Ja, bei Westlife, meiner absoluten Lieblingsband. Ich werde immer noch total hibbelig wenn ich daran zurück denke, denn es war einfach himmlisch! Die Jungs haben einfach klasse gesungen und als "Tonight" an der Reihe gewesen war hatten sie mich und meine beiden Freundinnen auf die Bühne geholt. Ja, wirklich! Ich kann es ja selbst noch nicht recht glauben und dann ... Shane kam zu mir und wir quatschten einfach. Halt wie gute Freunde und dann steckte er mir eine Karte zu, die ich für ein Autogramm hielt, doch später stellte sich heraus, dass es eine Karte mit Telefonnummern von Shane war. Irre Oder? Naja, ich hatte sie erst mal eingesteckt, damit meine Mutter sie nicht sah und jetzt ... nun hockte ich hier, hielt das wertvolle Stück Pappe in meinen Händen und überlegte wen ich in mein Geheimnis einweihen könnte. Meine Mutter? Nein, die würde mich für bescheuert halten. Mein Bruder? Ne, der doch erst recht nicht. Der glaubt mir das eh nicht. Mein Vater? Geht ja gar nicht. Der ist ja die ganze Woche unterwegs und würde erst am späteren Abend nach Hause kommen. Meine Oma? Nein, die wusste ganz genau wer Shane Filan ist. Mein Opa? Der hätte auch 1 und 1 zusammen zählen können. Wen also sollte ich fragen? Doch in diesem Moment hörte ich die rettende Idee. Warum hörte? Meine kleine Cousine kam zu Besuch und die redete immer so laut, dass man sie schon von weitem kommen hörte. ... Und da kam sie auch schon in mein Zimmer gestürmt und rief: "Hi Odda!", so nennen sie mich gerne, da ich mich als kleines Kind, als ich meinen Namen noch nicht aussprechen konnte, immer so genannt hatte. Sie fragte dann natürlich gleich nachdem wir uns begrüßt hatten: "Hey, was hast du denn da?" "Ach, das ist nur ne Telefonnummer.", antwortete ich so gelassen wie möglich, doch die Kleine war gar nicht so dumm und deshalb fragte sie auch gleich: "Echt, von wem denn?" "Kennst du nicht. Aber ich muss mal ne SMS schreiben. Kannst du mir vielleicht die Nummer mal sagen?", meinte ich und sie nahm die Karte aus meiner Hand und guckte sie sich an, nur in diesem Moment kam meine Oma rein und sagte: "Kommt, es gibt Kaffeetrinken!" Und was macht meine Cousine? Sie liest vor: "Shane Filan mobile. Ist das der von Westlife?" Ich hätte sie dafür killen können, doch meine Oma drehte sich schon wieder um und verließ das Zimmer. Mein Glück. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie froh ich darüber war. Nicht auszudenken, wenn sie etwas gemerkt hätte ... Nein, gar nicht darüber nachdenken. Da begann meine Cousine, die übrigens Helen heißt, die Nummer anzusagen. Ich tippte sie in mein Handy und schickte die SMS, die ich vorher schon geschrieben hatte ab. "Hi Shane! I don’t know if you remember me. I am the girl from the concert in Oberhausen, Germany. You gave me the card with your mobile number and I thought it was an autograph but later my friend saw the truth. If you want you can send back. LOVE Honey! P.S. Your concert was brilliant! Nachdem das erledigt war gingen wir zu meiner Familie in die Küche und futterten ein Stück leckeren Kuchen, den mein Bruder am Vortag gebacken hatte. Plötzlich piepte mein Handy und Mutti guckte drauf: "Da steht irgend eine Nummer drauf.", erzählte sie mir und als ich sie fragte welche las sie sie mir vor und es war ... Shanes!!!! Ich überlegte, denn eigentlich wollte ich gar nicht, dass meine Mum davon wusste. Also beschloss ich meine Oma, später unter vier Augen, zu fragen, denn sie konnte ja kein Englisch und wenn sie es mir buchstabieren würde, dann wüsste ich was er schrieb, ohne dass irgendwer davon etwas mitbekam. So machte ich es dann auch und er schrieb: "Hi! It’s me, Shane. I am so happy that you send message to me! I wanna know you better. So can we write Mails? And … SORRY! How are you? I’m fine. Love Shane! Nach dieser SMS war ich total happy! Mein Schwarm Shane Filan hatte mir eine SMS geschrieben, ich fass es nicht! Überglücklich schrieb ich ihm zurück: "Hi Shane! Beautiful to hear from you! I’m fine too. My Mail-addy is: orthia.b@freenet.de and yours? Bye Honey Ich schickte sie ab und setzte mich an meinen PC, um an einem meiner Fics, was ich schon längst fertig haben wollte weiterzuschreiben. Doch es dauerte nicht lange und wieder Piepte mein Handy. Meine Oma las es mir wieder vor - naja, so gut es halt ging ;-) - und er schrieb: "Hi, Ill send mail 2 u in the evening. Have 2 do now. S. Mir kam diese SMS etwas komisch vor, denn vorher hatte er ausführlich geschrieben und nun? ... Tja, konnte ich auch nichts machen. Am späteren Abend schaute ich noch mal nach meinen Mails und siehe da, es waren auch einige angekommen. Eine war von Andi, eine von Laura, eine von Chrissi und ... von Shane!!! Ich fiel fast vom Stuhl als ich sie sah. Natürlich guckte ich sie mir gleich an! Obwohl ich normalerweise das Beste bis zum Schluss aufhob, aber heute ging das einfach nicht. Versteht ihr doch, oder? Als Betreff hatte er "SORRY!!!" geschrieben und in der Mail stand folgendes:
Hi!
Great to hear that you’re alright.
Sorry that I wrote so short but Jake was a danger to the public to day.
Kian felt not so good this day and so we, Nicky, Mark and I, said he can sit
and look to us if we’re dancing but Jake ... I don’t know what he had.
He screamed to us what we’ve done and that we can’t claim his position and we
can’t decide something without asking him and bla-bla-bla.
He was very very furious to us.
He was terrible in his wrath to day.
But please don’t ask me why. I don’t know it.
I am very stressed now and I am so tired.
This mail is the last thing for me to day.
My head and my eyes are aching and my bet is screaming "Shane, go to bet!
So have a wonderful night and sleep well!
Bye Shane
Als ich diese Mail gelesen hatte bedauerte ich ihn und die anderen drei richtig.
Jake konnte wahrscheinlich richtig ausflippen, zumindest nach Shanes Beschreibung.
Doch auch ich war inzwischen müde geworden und so antwortete ich noch fix
auf meine Mails und verkrümelte mich dann ebenfalls in mein Bettchen.
Die Mail an Shane wurde auch bloß sehr kurz, da ich meine Augen kaum noch
offen halten konnte. Ich schreibe die Mails und so jetzt auch auf Deutsch, nicht
dass ihr euch wundert ;-).
Doch manches ist auch noch englisch. Also, ziemlich durcheinander.
Aber nicht schlimm. Oder?
Bei der Mail an Shane habe ich geschrieben:
Hey Shane,
dein Tag scheint ja wirklich stressig gewesen zu sein.
Bei mir war nicht so viel los.
Was hat Kian denn gehabt?
Ich hoffe ihm geht es wieder besser?
Sag ihm mal liebe Grüße und gute Besserung.
Und, wie geht es den anderen Beiden?
Das war’s auch schon von mir, da ich ebenfalls todmüde bin. *gähn*
Bye and good night!
Love Honey
Als die Mails endlich weg waren fiel ich wie ein Stein in mein Bett und schlief
auf der Stelle ein. Am nächsten Morgen war zum Glück keine Schule,
da Samstag war und so konnte ich ausschlafen. Dachte ich zumindest ...
"Piep piep, piep piep!", ich hatte eine SMS auf mein Handy bekommen und war
nun hellwach. Ich drückte auf meine Armbanduhr und sie sagte die Uhrzeit
prav wie immer an:
"Es ist jetzt fünf Uhr und 16 Minuten."
Ich gähnte und legte das Handy wieder zur Seite, da jetzt, um diese Zeit,
eh noch keiner wach war, der mir hätte die SMS vorlesen können. In
solchen Momenten verfluchte ich meine Krankheit und vor allem die Blindheit,
denn all meine Freundinnen schrieben sich sogar mitten in der Nacht SMS, wenn
es sein musste oder irgend etwas passiert war, auch wenn es nur um einen neuen
Schwarm ging. Ich drehte mich auf die andere Seite und versuchte krampfhaft
wieder einzuschlafen, doch es wollte einfach nicht funktionieren. Nach einer
halben Ewigkeit, so kam es mir zumindest vor, stand meine Mutter auf und ich
war froh darüber. Die drei Stunden im Bett, die ich da lag und nicht schlafen
konnte waren endlich vorbei. Sicher, ich hätte Musik hören können,
aber, ob ihr es glaubt oder nicht, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen.
Das klingt bescheuert, ist aber echt so. Naja, auf jeden Fall habe ich mich
dann aus meinen Decken geschält und bin, nach dem ich mich angezogen hatte,
zu Mum in die Küche gegangen. Sie war gerade beim Frühstückmachen
und ich ging gleich mal Papa wecken, sonst würde es wieder nur ein Frühstück
zu dritt werden, wie schon immer die ganze Woche über und das wollte ich
natürlich vermeiden. Also, ab ins Schlafzimmer, in Mamas Bett gesprungen
und Papa wachgemacht. Nach dem Frühstück gingen die beiden Erwachsenen
ins Büro vor. Warum vor? Es war bei uns im Dorf nur einen Kilometer von
unserem Haus weg und irgendwie sagen wir immer vor oder runter. Wenn sie dann
zurück fahren, sagen sie auch sie fahren hoch. Schon komisch ... Vielleicht,
weil das Büro weiter im Dorfinneren liegt. Keine Ahnung... Und was hab
ich dann gemacht? Richtig, ich schnappte mir mein Handy und bin so schnell mich
meine Beine trugen zu Oma hoch geflitzt. "hoch", wieder so ein blödes Wort.
Oma und Opa wohnen mit bei uns im Haus. Halt eine Etage über uns. Daher
kommt halt das "hoch". Als ich die Tür öffnete und fröhlich "Guten
Morgen!" rief, kam ein zweistimmiges "Morgen" aus der Küche zurück
und ich trat ein und ließ mich auf die Sitzbank fallen, nachdem ich Opa
von dort verscheucht hatte. Ein paar belanglose Worte gequatscht und dann das
Handy rausgerückt und es Opa unter die Nase gehalten. Er las mir die SMS
auch gleich vor: "Hi good morning Honey! I got up 15 minutes ago. I have headache.
It wasn’t enaugh sleep. Kian isn’t feeling better. No, I believe he has temperature.
But Jak
e ... Kian has to get up. Now we are going to an interview and photoshootings
and … bla-bla-bla. Bye and you hear from me. Ah, greets back from Kian. Love
Shane!
Ich war glücklich über seine SMS, aber das Kian wahrscheinlich auch
noch Fieber hatte fand ich dann doch nicht so toll. Wenig später machte
ich mich dann auch auf den Weg nach unten in mein Zimmer, wo ich erst mal die
Greatest hits CD einlegte und mich dann ans Schreiben machte: "Good morning!
How are you and Kian now? And the others? I’m fine. I will write mails. Its
not so expensiv for me. Bye and much of love Honey Anschließend tanzte
ich einige Songs lang und machte mich dann in die Küche, denn ich wollte
heute Spaghetti kochen. Nach dem Mittagessen bekam ich wieder eine SMS und verkrümelte
mich zu Oma in die Stube: "Ooomaaa? Kannst du mir die SMS noch mal vorlesen?"
So gut wie sie war machte sie es natürlich und nun dürft ihr dreimal
raten von wem die SMS war. ............ Nein, nicht von Andie! *g* Genau, von
Shane. :-) Er schrieb: "Okay, I hope you will write soon. I can read your mails
on my mobile. So I can answer you from it too. My head is well, thank you. But
Kian is feeling so bad. I don’t know what he has but I believe its terible.
He looks so bad. But I’ll tell you later. Love you Shane. Langsam machte ich
mir wirklich Sorgen. Ging es Kian wirklich so schlecht? Shane würde mir
das doch nicht erzählen, wenn es nicht stimmte. Aber vielleicht sah es
auch bloß schlimmer aus, als es letztendlich war. Doch Shane sollte Recht
behalten ... Ich setzte mich gleich an meinen Computer und schrieb eine Mail
zurück:
Hi Shane,
was hat denn der arme Kian nun genau?
Ist ja schrecklich. Er tut mir so leid.
Ist es wirklich soooo schlimm?
Richte ihm mal gute Besserung aus und geh nicht zuu nah an ihn ran,
nicht dass du dich noch ansteckst.
Noch ein Kranker ... das könnt ihr in der Band ja nun gar nicht gebrauchen.
Naja, dann mach ich auch mal Schluss und störe dich nicht weiter.
Bis bald mal Engelchen und schlaf dann gut.
Love you and kisses Honey.
Nach dieser Mail machte ich mich langsam Bettfein und schlief auch recht schnell
ein. Doch mitten in der Nacht klingelte plötzlich mein Handy. Ich schreckte
hoch und sprang aus dem Bett, um es vom Schrank, der an der gegenüberliegenden
Zimmerseite Stand zu holen: "Ja?", fragte ich schon fast hellwach. "Hi Honey,
its me, Shane. We’re coming back to Germany. For one or two TV-shows. But Kian
is very very ill. Can we come to you?, fragte Shane und ich glaubte mich verhört
zu haben. "You wanna come to me?", fragte ich deshalb etwas überrumpelt.
"Yes Honey. Please write me your address that we can come now., sagte er so
schnell, dass ich Probleme hatte ihn zu verstehen. "Where are you?, fragte
ich daraufhin, doch Shane schien sehr ungeduldig zu sein: "Honey, I have no
time. I’ll explain it later. Kian needs a bet and a doktor. Please write me
your address and we’ll come. "Okay, as a mail or SMS?, fragte ich noch schnell,
bevor er auflegen konnte. "SMS. Is faster. Bye!, und schon hatte er aufgelegt.
Ich schrieb die SMS und legte mich wieder in mein Bett. Doch noch in der selben
Nacht klingelte mein Handy ein Zweitesmal. Diesmal lag es allerdings neben meinem
Bett und ich meldete mich noch etwas verschlafen: "Ja?" "Hi Honey, we are coming
in five minutes. Can you open the dor, please? Its raining and Kian can’t walk
alone., schallte mir Shanes Stimme entgegen. "Yes, but my parents are sleeping.,
sagte ich, weil vier Jungs ja nicht gerade leise sind und so unangekündigt
... dass wollte ich meinen Eltern ja nun auch nicht zumuten. ""We will try to
be quite but please open the dor now., rief er in sein Handy, da im Hintergrund
ein riesen Lerm war, sodass mir mein Ohr weh tat. "Yes, but I can’t phone the
doktor now., antwortete ich etwas überrumpelt. "We’ll talk about it later.
We are coming in three minutes. Bye!, rief er und legte auf. Ich saß
noch ganz verdattert in meinem Bett und wusste gar nicht, ob ich das Ganze jetzt
nur geträumt hatte oder ob Shane mich jetzt wirklich gerade angerufen hatte,
dass sie gleich hier sein würden. Ich realisierte, dass ich die vier süßen
Jungs gleich hautnah vor mir haben würde ... gleich! Ich sprang aus dem
Bett, in ein Pullover und eine Hose, flitzte, so schnell mich meine Beine tragen
konnten zur Tür und da hörte ich auch schon ein Auto vorfahren. Türen
öffneten und schlossen sich wieder, Fußstapfen war zu hören,
jetzt auch leise flüsternde Stimmen. Sie kamen die Treppen hoch und ...
Ein klatschnasser Shane drückte mir einen flüchtigen Kuss auf die
Wange und drängte sich mit den anderen an mir vorbei. Ich schloss die Tür
hinter ihnen wieder und ging dann voraus in mein Zimmer. Dort angekommen legten
sie Kian, den sie halb getragen hatten auf mein Bett und ließen sich dann
geschafft neben mich auf die Couch fallen. Nur Mark setzte sich auf meinen Schreibtischstuhl,
da wir ja nicht zu viert auf die Couch passten. Ich stand auf und lief in die
Küche, wo ich schnell Wasser für einen Tee aufsetzte, da die Jungs
immer noch trief nass waren. Mit einem Tablett, worauf sich vier Tassen, eine
Kanne Tee und ein Schälchen Zucker befanden kehrte ich zurück zu ihnen
und gab jedem eine Tasse. Kians stellte ich an die Seite und goss ihnen ein.
Dankbar nahmen sie sie und wärmten sich an dem heißen Pfefferminztee.
Als ich fertig eingeschenkt hatte, zog Shane mich wieder neben sich und fragte:
"Hast du ein ganz klein Wenig Ahnung von Krankheiten?" Ich nickte und sagte
sofort: "Ja, nicht nur ein Bisschen." "Super, Kian ist nämlich völlig
fertig. Er braucht dringend einen Arzt.", meinte Nicky und Shane atmete hörbar
auf. "Guckst du mal nach ihm?", fragte er darauf gleich und ich nickte wieder.
"Aber ihr springt jetzt zu erst unter die Dusche!", sagte ich und Shane nickte:
"Okay, aber wir haben keine Handtücher. Die bekommen wir sonst immer in
Hotels." "Geb ich euch.", seufzte ich und holte noch fix drei Frotteetücher
für die Jungs. Dann scheuchte ich sie hoch und ging anschließend
rüber zu meinem Bett, wo Kian drauf lag und ihm vor erschöpfung die
Augen zu gefallen waren. Zu erst fühlte ich seine Stirn ... "Oh mein Gott!
Der ist ja knallig heiß.", rief ich erschrocken und Shane meinte: "Ja,
hab ich doch gesagt. Er braucht einen Arzt.", Nicky war gerade unter die Dusche
gehüpft und die beiden anderen mussten so lange warten. "Mark, kommst du
mal kurz?", fragte ich und griff hinter mein Bett auf die Ablage, wo mein Blutdruckmessgerät
lag. "Ja, was ist?", fragte er und kam zu mir rüber. "Guckst du mal bitte
auf die Anzeige, wenn ich *jetzt* sage?", fragte ich weiter und er bejate. Also
legte ich Kian die Manschette an und pumpte auf, dann ließ ich langsam
die Luft raus, doch nicht bevor ich das Stetoskob dran hatte. "......... Jetzt!
...............Jetzt!", sagte ich, als der Herzschlag begann zu schlagen und
als er aufhörte. Mark meinte dann: "160 zu 110." "Was?!!!", rief ich erschrocken,
da das viel zu hoch war. "Was ist?", fragte Shane, "Ist das nicht gut?" "Nein,
sehr sehr hoch. Kein Wunder, dass es ihm nicht gut geht. Los, wir zählen
mal Puls!", meinte ich und Mark nahm eine Uhr mit Sekundenzeiger in die Hand
und sagte: "...Los ..." Ich begann zu zählen: "...1...2...3...4...5...6...7...8...9...10..."
"...Stopp!", sagte Mark da auch schon und ich kniff die Augen zusammen. "Das
gibt es doch nicht. Der Blutdruck ist so hoch und der Puls ist bloß 40.
Was war denn vorhin bei euch los? Hat er stress gehabt?", fragte ich etwas verwundert,
da das nicht normal war. "Em, naja, wir hatten ziemlichen Stress mit Jake und
dann ging der Buss kaputt und wir mussten erst zwei Kilometer durch den platternden
Regen laufen bis wir irgendwo mal ein Hotel gefunden haben. Von da aus haben
wir dann einen neuen Buss bestellt.", erklärte Mark. "Was, mit Kian?",
fragte ich erschrocken. "Ja, wir konnten ihn schließlich nicht allein
dort lassen und selbst konnten wir nicht bei ihm bleiben, da es in der Nacht
zu frisch geworden wäre.", meinte Mark. "Hättet ihr nicht über
Handy Hilfe holen können? Wozu habt ihr die blöden Dinger denn?",
fragte ich aufgebracht, da für mich die Gesundheit immer vor ging. "Ja,
aber Jake hat uns verboten die Handys am Tag einzustecken, weil wir sonst bloß
mit unseren Freundinnen oder Familien telefonieren würden. Daher lagen
unsere Handys halt in den Hotelzimmern eingeschlossen und ausgerechnet da, wo
etwas passiert und man eines braucht ist der Akku von Jakes Handy runter. Tja
und da blieb uns leider kein anderer Ausweg.", erklärte Nicky, der seine
Georgina schon sehr vermisste und gerade zurück ins Zimmer gekommen war.
"Also, dann ist es erstens kein Wunder, dass der Blutdruck hoch ist und, wenn
Kian soooo sehr erschöpft war, durch die irre große Anstrengung und
jetzt völlig fertig eingeschlafen ist, dann ist es auch kein Wunder, dass
der Puls absackt. Also Jungs, jetzt müssen aber sofort die klatschnassen
Klamotten runter, sonst passiert hier noch ein Unglück.", mahnte ich und
sie standen tatsächlich gleich auf, um mir zu helfen. Nur Shane saß
immer noch auf der Couch und machte keine Anstalten aufzustehen. "Shane? Kommst
du bitte?", doch er antwortete nicht. "Mr. Filan, würden sie so nett sein
und ihren Hintern jetzt hier her bewegen?", fragte Mark genervt. Doch wieder
keine Antwort. Ich seufzte, ging zu ihm hin, sagte noch schnell "Geh duschen
Mark!" und setzte mich auf Shanes Schoß: "Hey Shany, was ist denn los?",
fragte ich leise und strich ihm über die Wange. Er lehnte seinen Kopf gegen
meine Schulter und ich rutschte von ihm runter und nahm ihn in den Arm: "Hey
Shany, was hast du denn, geht es dir nicht gut?" Doch auch ich erhielt keine
Antwort. Er drückte sich gegen mich und zitterte ziemlich stark. Klar,
er hatte ja auch immer noch die klatschnassen Klamotten an. So saß ich
eine Weile da, Nicky hatte Kian inzwischen die nassen Sachen ausgezogen und
ihm einen Pyjama angezogen, doch plötzlich rutschte Shane mir fast weg.
Ich hatte Mühe ihn noch zu halten. "Um Gottes Willen, Shane!", rief ich
aus und Nicky kam gleich zu mir rüber und half mir ihn hochzuziehen. Während
er ihn festhielt rannte ich in die Küche und brachte ein Glas Wasser. Langsam
trank er es und bald ging es wieder. Er ging dann ins Bad, um zu duschen und
sich bettfein zu machen, während ich die Couch auszog und frisches Bettzeug
holte. Mark, der bereits fertig war half mir beim beziehen der Betten und Nicky
kümmerte sich um Kian. Er musste noch das Schlafzeug fertig angezogen kriegen.
Als Mark und ich fertig waren schlich ich mich in den Keller und holte von dort
noch eine Matratze, die ich noch mit in mein Zimmer legte. sollte mit Nicky
auf der ausgezogenen Couch schlafen, Mark verfrachteten wir auf die so eben
geholte Matte und ich zog ins Wohnzimmer auf die Couch um. Wenn irgendetwas
sein sollte würden sie mich schon wecken und außerdem würde
ich ja auch nicht bis in die Puppen schlafen. Eine Weile lag ich noch munter
und versuchte zu verstehen, was gerade geschehen war. Doch irgendwann fielen
mir doch noch die Augen zu und ich schlief müde ein. Als ich wieder wach
wurde hörte ich Geklapper in der Küche und machte mich barfuß
auf den Weg, um nachzusehen, ob es schon Mutti mit dem Frühstücksgeschirr
war oder einer der Jungs, der etwas für Kian brauchte. Doch natürlich
war es meine Mum, denn die Lifer kannten sich ja hier gar nicht aus. "Guten
Morgen.", sagte ich und strahlte sie an. "Hey, guten Morgen. Was strahlst du
denn so?", lachte sie mir zu und schob die Brötchen in den Backofen. "Mama,
das glaubst du mir nicht.", grinste ich und setzte mich an den Küchentisch.
"Ach komm, tu nicht immer so geheimnisvoll.", meinte sie, während sie die
Teller auf den Tisch stellte. "Äh Mutti, das sind zu wenig Teller.", feixte
ich und konnte mein Lachen kaum noch unterdrücken. Nun war sie doch etwas
durcheinander: "Hä, wieso denn das aufeinmal?" "Naja, ich habe noch Besuch.",
versuchte ich es ihr schonend beizubringen. "Ja klar, über Nacht eingeflogen
was?", wollte sie sich über mich lustig machen. Wenn sie nur geahnt hätte,
wie recht sie damit hatte. "Ja, genau.", antwortete ich, doch sie tippte sich
an die Stirn: "Ja ja, in deine Träume vielleicht.", sagte sie und wante
sich wieder ihrem Besteck zu, was sie noch abzählen musste. "Wirklich Mama,
mein Handy hat heut Nacht geklingelt und kurz darauf waren sie auch schon hier.",
versuchte ich erneut mein Glück. "Du spinnst ja. Wo sollen die denn dann
sein?", meinte sie und drehte sich nichtmal zu mir um. "Na in meinem Zimmer.
Wo denn sonst?", sagte ich etwas beleidigt, weil sie mir nicht glaubte. "Ich
guck gleich mal nach.", antwortete sie uninteressiert und ging in richtung meines
Zimmers, weil ich sonst ja eh keine Ruhe geben würde. Doch in diesem Moment
ging schon die Tür auf und Nicky trat heraus. Mutti bekam natürlich
Augen wie ein Frosch. Sie wurden immer größer, denn sie hatte nun
absullut nicht erwartet, dass wirklich jemand da war. Nicky sagte nur verschlafen
"Good morning." Und verschwand dann ins Badezimmer. Mama verkrümelte sich
sogleich wieder in die Küche und stellte noch einen Teller auf den Tisch,
doch ich meinte wieder lachend: "Mutti, das sind immer noch zu wenig. Es sind
mindestens drei Jungs." Sie schaute auf: "Was, wo haben die denn alle geschlafen?"
"Em naja, auf der ausgezogenen Couch, in meinem Bett und auf einer Matratze.",
antwortete ich wahrheitsgemäß. "Ach ja, und du?", wollte sie nun
gleich genau wissen. "Im Wohnzimmer auf der Couch.", rief ich noch schnell,
da ich schon am Gehen war, denn ich wollte doch mal nach meinen Jungs gucken.
Vor allem natürlich nach Kian und Shane. Als ich das Zimmer betrat lagen
die beiden noch schlafend da und Nicky quatschte leise mit Mark, der auch schon
angezogen auf seiner Matratze saß. "Good morning.", flüsterte ich
rüber zu Mark und er antwortete mit einem "Hello, good morning.". Dann
fragte ich: "Und, was ist mit unseren Sorgenkindern?" "Tja, wenn wir das wüssten.
Ich denke wir lassen Kian einfach schlafen. Oder was meint ihr?", sagte Mark.
"Ja, ist okay und Shane?", fragte ich und Nicky meinte: "Lass Shay ruhig auch
mal ausschlafen. Ich glaub er hat es verdient und bitternötig." "Gut, dann
kommt ihr beide mit rüber zum Frühstück?", fragte ich bevor ich
das Zimmer verließ. "Logo, das lassen wir uns doch nicht entgehen.", feixte
Mark. "Eben, ich bin schon fast verhungert.", lachte Nicky und schon sprangen
sie auf und liefen mit mir rüber zu Mutti und Papa, der bereits aufgestanden
war, in die Küche. Wir setzten uns mit an den reich gedeckten Frühstückstisch
und ließen es uns so richtig schmecken. Es gab zwar nichts besonderes,
halt nur Brötchen mit Käse, Marmelade oder Schinken, aber immerhin.
Als wir fertig waren schauten wir mal wieder nach den anderen beiden, die immer
noch im Land der Träume waren. Doch jetzt waren wir uns einig, dass wenigstens
Shane langsam mal die Rückreise antreten sollte und wenn schon nicht freiwillig,
dann eben mit unserer Hilfe. ;-) Ich setzte mich neben den schlafenden Shane
und strich ihm über die Wange: "Hey, good morning. Wie geht es dir heute
Engelchen?" Er murmelte etwas unverständliches und blinzelte mich verschlafen
an. "Oh Honey, good morning. What time is it?, fragte er müde und rieb
sich seine Augen. So süß. "Halb 11 Schatz. Rück mal ein Stück!",
antwortete ich lächelnd und schob ihn leicht zur Seite, um mich neben ihn
zu legen. "Oh, schon so spät? Hättest mich doch eher wecken können.",
meinte er und zog eine Schnute. "Ja, hätte ich machen können, aber
du warst gestern Abend oder besser gesagt heute Morgen so fertig, dass wir uns
gedacht haben, du könntest den Schlaf auch mal gebrauchen. Kian schläft
auch noch.", erklärte ich und nahm seine Hand in meine. Shane umarmte mich,zog
mich an sich und gab mir einen Kuss auf die Wange. Dann stand er auch auf und
machte sich im Bad fertig. Ich klappte inzwischen mit Nicky die Couch ein und
räumte die Bettwäsche ins Schlafzimmer meiner Eltern. Marks Matratze
schoben wir ganz an die Seite, damit wir genügend Platz hatten, um Kian
richtig versorgen zu können. Als Shane wieder aus dem Badezimmer kam, hatten
wir schon alles fertig weggeräumt und er setzte sich auf die Couch, wo
es sich auch schon Nicky und Mark gemüdlich gemacht hatten. Ich nahm mal
wieder das Blutdruckmessgerät in die Hand und legte es Kian vorsichtig,
damit er nicht aufwachte an. Shane stand auf und kniete sich neben mich auf
den Boden vor Kians Bett. Dann guckte er auf die Anzeige, als ich "Jetzt...jetzt."
sagte. "120 zu 85", meinte er, als ich die Luft rausgelassen hatte. "Okay.",
nickte ich und er schien erleichtert. Auch der Puls war in Ordnung, bloß
das Fieber machte immer noch was es wollte. Ich holte also einen Eimer eiskaltes
Wasser und machte etwas Essig rein. Dann tauchte ich Küchentücher
in das Wasser und legte sie Kian um die Waden. Darüber kamen noch trockene
Handtücher und fertig waren die Wadenwickel, die das Fieber senken sollten.
Als das geschafft war, ging ich mit Nicky und Mark in die Küche und zeigte
ihnen, wo der Tee stand, die Tassen, der Pudding und vieles mehr, was sie noch
so wissen mussten, um mir tatkräftig zur Seite zu stehen. Bald darauf war
auch schon der Lindenblütentee gekocht und kühlte in einer Tasse für
Kian ab. Zwischendurch lief ich mal wieder kurz in die Küche zu den beiden
"Helden", da sie ja soo toll im Kochen waren und machte eine zweite Tasse für
Shane fertig. Als der Tee kühl genug war brachte Mark die beiden Tassen
rüber und den Zucker in einer extra Dose dazu. Ich süßte den
Tee für die beiden schön und weckte anschließend Kian: "Hey
Kian. Haallooo? Huhu. Aufwachen!, doch er blinzelte nur verschlafen und brachte
ein mühsames "Mh." Heraus. Ich half ihm sich hinzusetzen und gab ihm die
Teetasse. Er guckte etwas komisch, verzog das Gesicht, aber trank dann doch.
Ich hatte zwar etwas mehr erwartet, aber besser ein Bisschen, als gar nichts.
Außerdem, was hätte es gebracht, wenn ich es ihm reingezwungen und
er es eh wieder rausgebracht hätte? Da war es schon besser so. Als ich
die Tasse wieder weggestellt hatte half ich ihm wieder beim Hinlegen und er
schien wirklich völlig kraftlos zu sein. Als er lag fielen ihm auch gleich
wieder die Augen zu und ich wechselte noch einmal die Wadenwickel. Dann kümmerte
ich mich um Shane, der immer noch neben mir kniete und mir so gut er konnte
half. Ich gab ihm die zweite Tasse und sagte leise, damit Kian Ruhe hatte: "So
mein Engelchen, jetzt zu dir." Er verzog ebenfalls das Gesicht und fragte angeekelt:
"Or ne, muss das sein? Ich bin doch nicht krank." "Nein Shane, das nicht, aber
du schwächelst mir auch schon ganz schön und da ist Vorsorge immer
besser. Also komm, trink!", redete ich ihm gut zu und siehe da, es half. Zumindest
nahm er jetzt die Tasse und trank die Hälfte des Tees. Schließlich
zog ich ihn hoch und wir setzten uns auf die Couch. Nicky und mark kamen auch
ins Zimmer, da sie den Pudding für heute Nachmittag schon fertig hatten
und setzten sich auf Marks Matte am Boden. Leise unterhielten wir uns und aller
viertel Stunden machte ich die Wadenwickel bei Kian neu, damit das Fieber endlich
runterging. Doch plötzlich wurde Kian unruhig, dann schlug er die Augen
auf und ... übergab sich. Aber wie sag ich euch. Ich musste zur Seite springen
und griff nach dem Eimer, wo das Wasser für die Wadenwickel drin war. Diesen
hielt ich blitzschnell vor ihn und hielt ihn gleich noch mit, da er gar keine
Kraft dazu hatte. Und wie ich da noch so stand rief Nicky plötzlich: "Honey!
Shane!" "Hä, was ist mit ihm?", rief ich gestresst zurück. "Er ...
er ist Kreideweiß und rutscht gleich weg.", stotterte er und war ganz
aufgeregt. "Oh my god! Gleich zwei auf einmal. Mark, komm her und mach das mal!",
befahl ich und er sprang auch gleich auf, um mir den inzwischen völlig
kraftlosen Kian abzunehmen. Ich stürzte gleich zur Couch und legte Shane
vorsichtig darauf. Dann holte ich noch einen Eimer, ein Glas Wasser, einen kalten
Lappen und Traubenzucker. Damit bewaffnet kniete ich mich vor die Couch und
legte ihm den kalten Lappen auf die Stirn. Dann tätchelte ich ihm leicht
die Wangen, löste einige Stücken Traubenzucker in dem Wasser und tupfte
ihm die Lippen damit. "Hey Shaney, wach auf. Bitte, komm schon. Los, mach doch
endlich. Shaney, heeey Shaney, mach die Augen auf. Haaallooo." Endlich, nach
einer ganzen Weile, öffnet er leicht die Augen und machte nur ganz schwach:
"Mh. Ich strich ihm wieder über die blassen Wangen und sprach leise auf
ihn ein: "Endlich Shaney", sagte ich erleichtert, "wie geht es dir?" Doch er
machte wieder bloß "Mh". Da nahm ich das Blutdruckmessgerät und miss
ihm erst mal, mit Nickys Hilfe, den Blutdruck und anschließend auch den
Puls. Beides war sehr sehr niedrig, sodass es kein Wunder war, dass es Shane
so schlecht ging. Ich gab ihm dann teelöffelweise das Traubenzuckerwasser
und er schluckte es brav runter. Zwischendurch fragte ich immer wieder: "Shane,
geht es wieder?", doch jedes mal bekam ich nur ein klägliches "Mh" zu hören.
Irgendwann reichte es mir und ich meinte: "Hey Shane, es muss doch langsam besser
werden. Sag doch mal was!" "Mh." "Sag mal was!", forderte ich ihn wieder auf,
um ihn langsam wieder aus seinem Traumzustand zurück zu holen. "Mhhhh.",
machte er jedoch bloß wieder und so langsam machte ich mir Sorgen. "Hey
Shaney, bitte sag mal irgendwas!" Doch "Mhhhh." War das Einzige, was er hervor
brachte. "Ach Shaney, was soll ich nur mit dir machen? ... Hier, trink noch
ein Schlückchen, das hilft." Er nickte jedoch bloß ganz leicht mit
dem Kopf, sodass man es kaum sehen konnte. Ich sah es ja eh nicht und so gab
ich ihm einfach noch ein paar Löffelchen Traubenzuckerwasser und machte
den kalten Lappen auf seiner Stirn noch mal frisch. Eine Weile später probierte
ich noch einmal ein Wort aus ihm raus zu bekommen: "Wird’s langsam?" "Mh.",
er klang immer noch sehr schwach, aber schon besser als noch eine halbe Stunde
zuvor. "Shaney, sagst du bitte mal was?", besorgt schaute ich ihn an und er
flüsterte: "Honey." "Geht es dir jetzt besser?", ich strich ihm über
seine blassen kühlen Wangen und er nickte:
"Ja Honey, danke." Er klang trotzdem immer noch sehr schwach und deshalb gab
ich ihm noch mehr Traubenzucker. Bloß jetzt war dieser in einer Tasse
Lindenblütentee aufgelöst. Ich half Shane beim Aufsetzen und hielt
ihm die Tasse, weil seine Hände noch zu sehr zitterten. Als er getrunken
hatte legte ich ihn wieder vorsichtig hin und hielt seine Hand. Er zitterte
immer noch und so holte ich eine Decke und legte sie über ihn. Dann hielt
ich wieder seine Hand und langsam wurde er ruhiger und schlief ein. Ich war
sehr froh darüber, da ich mich langsam mal wieder um den eigentlich richtig
schlimm kranken Patienten kümmern musste.
Kian war munter, lag aber völlig apatisch da und schaute an die Decke.
Auch er musste wieder Tee mit Traubenzucker trinken, damit der Körper wenigstens
etwas Energiezufuhr hat, denn essen wollte Kian absolut nichts.
Anschließend wechselte ich wieder die Wadenwickel und steckte ihm das
Fiebertermometer unter. Auch Blutdruck und Puls miss ich mit Hilfe Nickys.
So verging der Tag und es geschah nichts spannendes weiter. Kian schlief die
meiste Zeit oder lag völlig abwesend in seinem Bett, wir missen Fieber,
machten Wadenwickel, gaben ihm und Shane zu Trinken und redeten leise miteinander.
Shane war ziemlich ningelig an diesem Tag und mir ging das etwas auf den Keks,
denn ein erwachsener Kerl muss doch nicht seine schlechte Laune so an uns auslassen.
Er lag fast nur auf seiner Couchhälfte, während Nicky, Mark und ich
auf der Matte unten saßen. Wobei ich auch sehr oft mit bei Shane auf der
Couch saß, weil er über Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Übelkeit
klagte. Ich gab auch ihm immer wieder Tee mit Traubenzucker, denn noch einen
Kranken konnte ich gerade am wenigsten gebrauchen. Doch wenn ich da schon gewusst
hätte, was noch auf mich zukommen sollte...
Als ich am nächsten Morgen ins Zimmer kam, schliefen sie noch alle. Also ging ich zu erst zu Mark, weil ich da am besten ran kam. "Hey good morning. Aufstehen!, er bewegte sich leicht, brummelte kurz und drehte sich auf die andere Seite. "Heeey Mark, es ist schon 09:00 Uhr. Du musst aufstehen und mir beim Frühstück machen und Bären aus dem Winterschlaf wecken helfen!", langsam blinzelte er und schaute sich um. Dann rappelte er sich endlich auf und schnappte sich seine Anziehsachen, um gleich darauf im Badezimmer zu verschwinden. Kurz darauf war er auch schon wieder da und lief zu Nicky rüber: "Hey Byrne, hoch mit dir! Der Hahn hat schon längst gekräht und sogar die Ratten in der Kanalisation haben das Sonnenlicht bemerkt und sind bereits auf Futtersuche. Also mach, dass du aus den Federn kommst!" "Deine Weckversuche war’n auch schon mal besser.", stellte Nicky grummlig fest." "Jap, aber heut hab ich g’rad kein’ Bock da drauf.", lachte Mark und Nicky drehte sich zur Seite, um aufstehen zu können. "Good morning Nicky!, sagte ich, weil ich gerade ins Zimmer kam. "Morning", murmelte er und fügte dann etwas lauter hinzu: "Ich hab Halsschmerzen. Ich glaub ich wird auch noch krank. So ein Mist!" "Och ne Nicky, wie soll ich denn mit drei Kranken allein mit Mark klar kommen? Und dann steckt ihr Mark oder mich womöglich auch noch an und wir liegen alle fünf flach?", mir gefiel es gar nicht, was Nicky da sagte. "Sorry Honey, aber ich lieg ja genau neben Shay und wenn der krank ist, dann muss ich es ja werden.", maulte er. "Ja, ist ja gut. Mach dich jetzt lieber fertig.", gab ich zurück und verschwand wieder in die Küche. Wenig später waren auch mark und Nicky da und wir frühstückten zusammen. Anschließend stellte ich das dreckige Geschirr in den Spüler und wischte den Tisch ab. Nicky hatte während dessen die Marmelade, den Käse und die Wurst zurück in den Kühlschrank gestellt und Mark war rüber zu den zwei etwas mehr kranken Spätzchen gegangen, um nach ihnen zu schaun. Als wir in der Küche fertig waren, machten wir uns ebenfalls auf den Weg nach drüben. Die beiden Kranken schliefen noch und so setzten Mark, Nicky und ich uns auf die Matte und quatschten leise. Nach einer ganzen Weile bewegte Shane sich plötzlich, gähnte und schlug die Augen auf. Ich ging gleich zu ihm rüber und setzte mich auf die Kante: "Na, guten Morgen mein Langschläfer.", lächelte ich und er zog mich nach unten, um mir einen Guten-Morgen-Kuss auf die Wange zu geben. Dann sagte er mit krechzender Stimme: "Morning Honey." "Oje, du klingst aber gar nicht gut.", mitleidig strich ich ihm über die Wange und er seufzte: "Mh, so fühl ich mich auch." "Achje, mein armer kleiner Spatz.", ich streichelte ihn weiter und Nicky meinte aufeinmal: "Em Shane, ich glaub wir sollten mal Fieber messen. Du bist knall rot im Gesicht." "Ach ne, is schon okay.", krechzte er, doch auch Mark sagte das gleiche: "Shane, du siehst echt fiebrig aus." Also holte ich das Termometer und gab es ihm. Als es piepte, zeigte es 38,90 Grad Celsius an und Mark, der es abgelesen hatte, meinte erschrocken: "38,90! Shane von wegen kein Fieber, du hast fast 39 Grad Celsius!" Ich sprang sofort auf und holte Tücher, die wir in kaltes Essigwasser tauchten und anschließend um Shanes Beine wickelten. Außen rum kamen trockene, damit das Bett nicht nass wurde. Ich machte mir große Sorgen, denn Kian war immer noch schwer krank, Shane hatte hohes Fieber bekommen und wenn Nicky jetzt auch noch anfangen würde, dann wäre ich mit den drei Kranken nicht mehr allein mit Mark klar gekommen. Also griff ich zum Telefon und rief meine Freundin Andie an: "Tuuhht...tuuhht... Ja?" "Hi Andiemaus, ich bins Honey. Ich hab en riesiges Problem." "Oje, was is’n los?" "Ja, also wie soll ich sagen... Westlife sind vorgestern hier eingeflogen und..." Sie unterbrach mich: "Waaas? Du spinnst ja!" "Nein Andie, sie sind wirklich hier.", widersprach ich energisch. "Jaja, träum weiter.", spottete sie. "Doch, ganz wirklich. Was muss ich tun, damit du mir glaubst?", fragte ich genervt. "Lass sie was singen.", lachte sie. "Geht nicht, Kian ist schwer krank, Shane ebenso und Nicky fängt auch schon an. Mark, komm mal bitte!", mir kam plötzlich eine Idee. "Mh, was ist denn?", Mark stand auf und kam zu mir rüber, denn ich saß immer noch bei Shane und strich ihm über die Hand. "Sag mal Andie, dass ihr wirklich hier seid!", antwortete ich und Mark nahm mir den Hörer aus der Hand: "Hallo Andie, ich soll dir sagen, dass wir wirklich bei Honey sind.", dann gab er mir kopfschüttelnd den Hörer zurück und ließ sich zurück auf die Matratze fallen. "Also, glaubst du mir jetzt?", fragte ich in den Hörer und dann vernahm ich nur noch ein Gestotter am anderen Ende: "Äh, ja ... a.a.a.aber w.w.wie ist d.d.das möglich?", stammelte sie. "Ist doch egal. Das Problem ist, dass zwei von ihnen sehr krank sind und einer auch schon anfängt. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich mit denen fertig werden soll." "Oh, die Armen." "Ja, sag mir lieber was ich machen soll oder komm am besten gleich mit Kimi vorbei." "Was echt? Wir könnten kommen?" "Ja doch, wenn ichs doch sage." "Okay, wir fliegen! Bye!" "Bye." Seufzte ich, doch natürlich war ich auch sehr erleichtert, dass ich bald Hilfe bekommen würde. Schon gegen Abend schellte es an der Haustür und sie flogen ein: "Hi Andie!", dicke Umarmung für sie und anschließend auch für Kimi: "Hi Kimi! Schön euch mal wieder zu sehen." "Ja, find ich auch. Nur die Umstände sind schlecht.", erwiderte Kimi und ich bat sie erst mal rein. "Die Jacken könnt ihr hier an den Schrank hängen.", meinte ich und sie taten, wie ihnen geheißen. Dann führte ich sie in mein Zimmer, wo Kian bereits schlafend im Bett lag und Shane sich mit Kopfschmerzen von einer Seite auf die andere drehte. "Ich komm gleich Shaney. Halt noch fünf Minuten durch.", sagte ich leise und mitfühlend zu ihm. Er grummelte nur was Unverständliches und hielt sich den Kopf. Ich ging mit den beiden wieder raus und brachte sie rüber in die Küche, wo Mark bereits ein paar Gläser auf den Tisch gestellt hatte und den Tee eingoss. Ich verschwand wieder, um bei Shane meine Kopfschmerzterapie zu machen. Etwa eine halbe Stunde brauchte ich, bis er unter den leichten gleichmäßigen Bewegungen eingeschlafen war. Ich war froh darüber, denn ihm ging es den ganzen Tag schließlich schon ziemlich schlecht und er brauchte jetzt dringend Schlaf. Anschließend setzten wir drei Mädels uns mit Mark zur Besprechung zusammen. Als wir alle Aufgaben verteilt hatten schlugen wir Girls unser Nachtlager in der Stube auf und legten uns, nachdem wir noch einmal nach den drei Kranken geschaut hatten, in unsere Betten oder besser gesagt auf unsere Matratzen. Doch lange sollten wir keine Ruhe haben...
"Honey!", Mark kam ins Zimmer gestürzt und schüttelte mich. "Honey?!!! Wach auf!" "Huhhwah!", gähnte ich und schlug langsam die Augen auf. Im ersten Moment wusste ich nicht, wo ich war, doch als ich Marks aufgeregte Stimme hörte, war alles wieder da und ich sprang wie elektrisiert auf: "Was? Is was mit Ki oder Shay?", während ich gefragt hatte, war ich schon in die Hosen gesprungen und angelte nach dem Pullover. "Ja, Ki hat wahnsinnige Kopfschmerzen und übergibt sich ständig und Shane geht es auch nicht gut. Ich rannte mit Mark los und im Laufen zog ich mir noch den Pulli über. In meinem Zimmer angekommen hockte ich mich gleich zu Kian, der unruhig war. Seine Stirn glühte mal wieder und sein Stöhnen war auch nicht zu überhören. Ich setzte mich auf die Bettkante und überlegte, was ich tun konnte. Da fiel mir ein, dass ich jaso eine Art Massage gegen Kopfschmerzen kannte. Die hatte bisher immer geholfen, also warum heute nicht? Kian stöhnte auf, als meine kalten Hände seine Schläfen berührten, doch dann entspannte er sich merklich. Etwa eine dreiviertel Stunde saß ich dort und massierte seine Stirn und Schläfen, während Mark müde zusah. Nicky war inzwischen ebenfalls wach und hustete ständig, was Kians Kopf wiederum nicht gut tat. "Hol Nicky doch mal einen Löffel Hustentropfen Mark!", forderte ich ihn irgendwann auf, weil Kian jedes mal, wenn Nicky hustete vor Schmerzen zusammen zuckte. Also stand Mark auf und holte die Tropfen. Nicky schluckte sie und schlief wenig später wieder ein. Außer dem ruhigen Atmen Nickys und dem leichten Stönen von Shane und Kian war nun nichts mehr zu hören und ich war froh darüber. Bald hörte auch das Stöhnen von Kian auf, da er unter den leichten Massagen eingeschlafen war. Also erhob ich mich und wechselte noch einmal die Wadenwickel. Anschließend kniete ich mich zu Shane, um den sich die ganze Zeit keiner bekümmert hatte. Er lag verschwitzt und stöhnend in seinem Bett und versuchte krampfhaft einzuschlafen, doch es wollte ihm einfach nicht gelingen. Ich fasste ihm an die Stirn und auch diese war heiß. "Mhhhhhh", machte er gleich kläglich, da scheinbar auch ihm der Kopf höllisch weh tat. "Pssst Darling! Du hast hohes Fieber.", flüsterte ich und stand wieder auf, doch Shane hielt meine Hand fest und wollte mich nicht gehen lassen. "Hey Spatz, ich bin gleich wieder bei dir.", versuchte ich ihn zu beruhigen, doch er wollte mich einfach nicht los lassen. "Hey Engelchen, bitte, ich komm wirklich sofort wieder.", versprach ich und strich ihm mit der freien Hand über die glühenden Wangen. "Wirklich? Versprochen?", nuschelte er heißer und ich lächelte: "Ja, versprochen. Ich bin in zwei Minuten wieder hier und dann gehöre ich ganz dir. Okay?" Er nickte leicht und ließ mich dann schweren Herzens gehen. Ich holte zu erst einen frisches eiskaltes Wasser und kippte Essig daran. Anschließend holte ich noch mehr Tücher, um nun auch bei Shane Wadenwickel zu machen. Ich tauchte zwei Wischtücher in das eisige Wasser und ließ sie dort kurz einweichen, während ich die Decke von Shanes Beinen schlug und trockene Handtücher darunter legte. Er murrte, als ich die Decke weg nahm, doch ich beachtete das gar nicht. Er schien es selber auch überhaupt nicht so wirklich mitzubekommen. "Shaney?", flüsterte ich dann. "Mh", brummte er. "Es wird jetzt kalt an den Beinen. Ich mache dir Wadenwickel, gegen das Fieber. Achtung...", ich ringte eins der Tücher aus und hob Shanes Bein an, um es darum zu legen. Als der nasse kalte Stoff seine Wade berürte, schrie er auf. "Hey, ganz ruhig Englein. Alles in Ordnung. Nur ein bisschen kalt. Aber du gewöhnst dich gleich dran." Er entspannte sich wieder und ich wickelte das trockene Tuch über das nasse. Dann legte ich noch den anderen Wadenwickel an. Als das erledigt war, setzte ich mich auf sein Bett und hielt seine Hand, dabei sang ich leise ein Lied und kurze Zeit später war er eingeschlafen. Fast wie bei einem kleinen Kind. Auch Kian schlief noch ruhig und Mark lag auch schon wieder auf seiner Matte und so verließ ich leise das Zimmer und legte mich auch wieder hin. Endlich kehrte Stille ein...
Als am nächsten Morgen mein Wecker klingelte, hatte ich eigentlich keine
Lust aufzustehen, doch was blieb mir anderes übrig? Als ich angezogen war,
ging ich in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. Mark,
Andie und Kimi hatten inzwischen Kian gewaschen und die beiden anderen ins Bad
gescheucht. Nicky hatte ja noch kein Fieber und Shane konnte sich auch noch
allein waschen. Nach dem Frühstück kümmerten wir uns wieder reichlich
um unsere drei Patienten. Wir rieben Kian und Shane mit Pulmutin ein, ließen
sie inhalieren, gaben ihnen Hustentropfen und ließen sie Rotlicht machen.
Dank unserer ständigen guten Pflege erholten sie sich schnell und so war
Nicky innerhalb weniger Tage wieder gesund, Shane brauchte etwa eine Woche und
Kian lag ganze zwei Wochen flach. Als sie dann aber endlich alle wieder auf
dem Damm waren, hängten wir einfach noch eine Woche Frei dran, um mit den
Jungs etwas zu unternehmen. Es war Freitag und wir wollten irgendwo hin gehen
und feiern. Wo und wie wussten wir noch nicht, doch das sollte nicht das Problem
sein. So gegen 17:00 Uhr machten wir Mädels uns ins Bad und brauchten natürlich
eine ganze Weile, da wir ja hübsch sein wollten, wenn Westlife uns ausführen.
Oder führte eher ich sie aus? Sie kannten sich schließlich in Leipzig
nicht aus und so würde wohl ich die jenige sein, die die Leitung übernehmen
musste. Aber jetzt waren wir wie gesagt erst mal im Bad:
"Kimi, hast du mein Haarwaschmittel gesehen?", rief Andie unter der Dusche.
"Ne, wo denn?", antwortete Kimi beschäftigt, da sie gerade ihre Tasche
nach brauchbaren Klamotten durchwühlte. "Ich hab’s irgendwo hingestellt!",
kam es wieder von Andie unter dem Wasserstrahl hervor. "Ja und wo?", fragte
Kimi ohne aufzuschauhen. "Weiß ich nicht. Irgendwo hier im Bad." "Und?",
Kimi schien gerade keine große Lust zu haben, ihrer Freundin zu helfen.
"Guckst du mal bitte wo?", versuchte es Andie noch einmal und siehe da, Kimis
Kopf tauchte aus der Tasche auf und sie sah sich suchend um. "Ja, da auf dem
Schrank ist es.", antwortete sie und schaute wieder in ihre Tasche. "Kannst
du es mir bitte geben?", fragte Andie nun schon ein wenig genervt. "Achso, sag
das doch gleich, dass du was brauchst Süße!", grinste Kimi, stand
auf, griff sich das Shampoo und reichte es ihrer Freundin über die Duschkabine.
"Dankeshane!", strahlte Andie und warf ihr einen Kussmund zu, den Kimi überschwänglich
auffing. In diesem Moment betrat ich mit meinen Klamotten das Bad und legte
alles auf dem Schrank ab. "Ey, ich brauch auch noch Platz!", kreischte Kimi
und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. "Nimm doch das Fensterbrett.",
schlug ich vor. "Aber das ist so schmal.", maulte Kimi weiter. "Dann nimm noch
den Hocker dazu. Das wird doch wohl reichen.", meinte ich und sie gab sich geschlagen.
"Und ich?", fragte Andie entrüstet, da sie gerade aus der Dusche trat.
"Keine Ahnung.", antwortete Kimi, die schon aus ihren Sachen geschlüpft
war und sprang unter die Dusche. "Na toll!", meckerte Andie, "Ich brauch auch
Platz!" "Mein Gott Weiber.", stöhnte ich genervt, "Dann stell halt die
Pflanze dort von dem kleinen Schränkchen runter und leg dein Gelumbe da
drauf." Andie nickte und verfrachtete die Topfpflanze meiner Mutter erst mal
neben die Dusche, wo sie sicher auch gut gegossen wurde. - Natürlich nur
so nebenbei. *g* - Ich nahm meinen Kamm zur Hand und begann meine Haare durchzukämmen.
"Mist, das Duschbad ist alle! Habt ihr hier noch welches?", rief Kimi plötzlich
aufgebracht. "Jap, warte!", ich schmiss den Kamm auf die Ablage und holte eine
frische Flasche aus dem Schrank. "Hier!", rief ich und warf es über die
Abtrennung der Dusche. "Dankeshane!", lachte sie und ich begann mich langsam
auszuziehen. Als ich gerade bis auf die Unterwäsche ausgezogen war, fragte
Andie plötzlich: "Habt ihr zufällig ‚nen Föhn hier? "Äh,
ja, dort unten in dem kleinen Schränkchen.", antwortete ich und sie begann
ihn sich rauszufischen. Da kam auch Kimi schon aus der Dusche und ich zog mir
noch fix die letzten Stoffreste vom Körper und verschwand ebenfalls unter
den herrlich warmen Wasserstrahlen. Ich hörte, wie der Föhn anfing
zu blasen und wie Kimi mit einer Bürste versuchte ihre Haare zu bendigen
und dabei immer wieder fluchte. Als ich mich und meine Haare gewaschen hatte,
trat ich aus der Duschkabine und trocknete mich ab. Anschließend zog ich
fix meinen Slip, einen BH und mein schwarz-durchsichtiges Shirt an. Dann begann
der stressigste Teil: Haare kämmen. Andie hatte den Föhn inzwischen
an Kimi weiter gegeben und stand nun vor dem Spiegel und kämpfte mit der
Schminke. Kimi war relativ fix fertig mit föhnen, da sie ja auch nur kurze
Haare hat. Ich brauchte da schon länger... Doch auch ich war irgendwann
so weit und zog noch die Jeans, die ich aus London mitgebracht hatte an. Darauf
waren ganz viele bunte Schmetterlinge und massig Perlen und Steine aufgenäht.
Auf meinem schwarzen, etwas durchsichtigen Shirt waren noch rote Blumen und
die Schue waren ebenfalls schwarz. Sie mussten auch Absätze haben, da die
Hosenbeine sehr lang sind. Ich ließ meine Haare offen und machte nur oben
zur Befestigung eine Klemme rein. Dann legte ich noch meine Silber-Gold-Kette
und das dazugehörige Armband an und klipste meine silbernen Ohrringe an.
Löcher hatte ich leider bisher noch nicht machen lassen dürfen, da
das zu gefährlich wegen der Nierenkrankheit war. Mit Schminken hatte ich
noch nie wirklich viel am Hut gehabt und nahm bloß ein wenig Wimperntusche
und einen Kirschlabello, der die Lippen nur leicht rötlich schimmern ließ.
"Andie? Kimi? Geht das so?", fragte ich schließlich, als alles fertig
war. "Perfekt!", rief Andie. "Shaney wird in Ohnmacht fallen, wenn er dich sieht.",
profezeite Kimi. Ich begann zu lachen: "Na, jetzt übertreibst du aber."
"Na hör mal!", entrüstete sie sich, "Du hast die geilste Hose, die
man haben kann - sie hat Schlag unten, sitzt aber sonst total eng - dein Shirt
ist auch nicht gerade das längste und verdecken tut es erst recht nicht
alles, du hast hammer geilen Schmuck und deine Figur ist tausendmal besser als
unsere!", Kimi hatte so überzeugt gesprochen, dass ich mich recht geehrt
fühlte. Doch dann meinte Andie noch: "Und hat er dein super tolles Parfume
schon mal gerochen?" "Äh, nein.", stotterte ich. "Siehst du, es kann gar
nichts schief gehen. Du wirst ihn erst mal wiederbeleben müssen, wenn er
dich gesehen hat.", grinste Kimi und auch ich lachte mit. "Also fertig Girls?",
fragte ich fröhlich und aufgeregt zugleich. "Jap!", rief Kimi und warf
ihre allten Sachen in ihre Tasche. "Joa!", bestätigte auch Andie und so
schnappten wir all unsere Klamotten und Taschen, um diese in mein Zimmer zu
bringen. Die Jungs waren noch im Keller im Bad, wo sie genügend Platz hatten,
um sich zu dritt fertig zu machen. Das Badezimmer hier oben war viel kleiner.
Also schon fast eine Zumutung für drei Mädchen. Doch die Kerle hatten
unbedingt nach unten gewollt. Ich warf das "Greatest hits" Album ein und wir
rockten erst mal zu "When you’re looking like that" ab. Dann war "Uptown girl"
an der Reihe und anschließend "Swear it again". Als wir gerade mitten
im ersten Refrain waren, öffnete sich die Tür und Shane wollte den
Raum betreten. Doch da schubste Kimi ihn sogleich wieder raus und verband ihm
die Augen. Dann ließ sie ihn rein kommen und mit tanzen. Ich nahm seine
Hände und so tanzten und sangen wir das Lied noch zu ende. Als Mark sein
letztes "And I swear it all over again" gesungen hatte, sangen wir alle sieben
zusammen "Flying without wings", denn Nicky, Mark und Kian waren inzwischen
auch eingetroffen. Ich hielt Shane jedoch die ganze Zeit auf Abstand, da ich
nicht wollte, dass er durch eine Berürung merkte, was ich für Sachen
anhatte. Als auch dieser Song beendet war, verschwanden wir drei Mädels
wieder im Bad, um uns noch Deospray und Parfume dranzumachen. Kimi und Andie
hatten übrigens den anderen drei Jungs ebenfalls Tücher um die Augen
gebunden, damit sie uns noch nicht sahen. Diese hatten sie sich jetzt wahrscheinlich
schon abgemacht und räzelten, wie wir wohl aussehen würden. Ich holte
noch mein Silberhaarspray und Andie sprüte mir die Haare damit ein. Dann
glitzerten natürlich nicht nur diese, sondern auch mein Shirt und das Gesicht,
da das Zeug sich irgendwie überall fest setzt. Doch dann ging es entgültig
los.
"Du gehst vor!", meinte Andie zu mir. "Ne, lieber nicht.", mir gefiel das nicht
so und Kimi war glücklicher Weise meiner Meinung: "Das Beste zum Schluss.",
grinste sie und öffnete die Tür. Und richtig, die Jungs saßen
in meinem Zimmer und schauten erwartungsvoll in Richtung Tür. Kimi schubste
Andie vor und beobachtete die Jungs, die anerkennend durch die Finger pfiffen.
Dann trat sie selbst hervor und wieder ertönte ein Pfeifen und Staunen.
Dann zog Kimi mich hinter sich in den Gang und es wurde still. Es war so still,
dass man eine Stecknadel fallen gehört hatte. Bis endlich Nicky ein geplättetes
"Woooooow!" heraus brachte. Damit hatte er den Bann gebrochen und Mark rief:
"Ey geil Honey! Dreh dich mal im Kreis! ............... Hammer oder was sagt
ihr!!!?" "Hey echt voll cool! Das gefällt mir!", strahlte Kian. "Echt voll
sexi!", grinste Nicky. "Sexi woman, walking down the street, sexi woman...,
sang Kian. "Na du wieder!", lachte Mark, "Du und dein Pretty woman. Das ist
ja schon fast furchtbar!" "Ja, ständig dieser Song. Warum? Willst du uns
los werden?", grinste Nicky. "Echt mal, wir müssen den mal auf der nächsten
Tour singen, damit Kiki irgendwann mal genug davon bekommt.", feixte Mark. "Jaaaa
und Kiki singt die Strophen!", rief Nicky begeistert. "Jap!", nickte Mark. "Also
wenn ich euch los werden wollte, ginge das viel leichter.", lachte Kian. "Ach
echt? Wie denn?", kicherte Nicky. "Och ... z. B. in dem ich mehr Parts singe
und euch damit alle Fans ausspannen würde, weil sie merken würden,
dass ich eine viel bessere Stimme als ihr hab.", erklärte Kian mit ernster
Mine, doch musste sich das Lachen wirklich verkneifen. "Na Shane spannst du
bestimmt nicht alle aus.", grinste Kimi und deutete auf den immer noch schweigenden
Shane. Jetzt drehten sich alle zu ihm um und sahen, dass er wie benommen in
der Couchecke hing und nicht aus seiner Trance erwachte. "Hey Shaney? Alles
okay?", doch er reagierte gar nicht. Nicky wedelte mit seiner Hand vor Shanes
Gesicht rum, doch erfolglos. Kimi begann laut zu lachen. "Siehst du Honey, was
hab ich dir gesagt? Du musst ihn erst zum Leben erwecken, bevor wir los können."
Mir war das Ganze peinlich und so stieß ich die Jungs bei seite und setzte
mich kurzer Hand auf Shanes Schoß. Dann streichelte ich ihm über
die Wange und flüsterte: "Haalloooo? Shaney ist dir nicht gut? Hey Spätzchen,
redest du nicht mehr mit mir? Willst du hier bleiben? Ich bleib auch bei dir.",
doch da endlich brachte er stotternd heraus: "N.n.n.nein, es ist nur ... du
... du bist so ... oh Gott ich glaub ... ich hab ... Honey du bist wunderschön!",
brachte er endlich voller bewunderung und Überwältigung hervor. "Echt
sexi Miss!", grinste Kian schelmig. "Finger weg!", lachte Nicky und Shane knurrte:
"Wag’s dich Egan und DU bist der kleinste der Band." "Oh, ich zittere schon.",
lachte Kian und stand auf: "Wollen wir nicht langsam los? Oder wollt ihr hier
Wurzeln schlagen?" "Ne ne, wir kommen ja schon.", feixte Andie und zog ihre
Freundin mit sich aus dem Zimmer, da Kimi ihren Blick nicht von Shane und mir
wenden konnte. Darauf folgten auch Mark, Nicky und schließlich auch Shane
und ich.
"Wer nimmt den Rucksack?", fragte Andie und schaute fragend in die Runde. Darin
hatten wir alles was wir brauchten: Deospray, Parfume, Geld, Handys, Lippenstift
usw.
"Gib her, ich trag ihn schon.", bot sich Mark gleich an und Andie warf ihm den
Rucksack zu. Er fing mehr oder weniger geschickt -naja, eher weniger, denn er
wäre ihm fast aus den Händen geglitten - und schulterte ihn. Dann
schnappten wir unsere Jacken, ich meinen Hausschlüssel und gondelten los.
Mit der S-Bahn fuhren wir in die Stadt, denn keiner der Jungs währe nach
diesem Abend noch in der Lage gewesen Auto zu fahren. Am Macherner Bahnhof klapsten
die Jungs so dermaßen rum, dass Kimi, Andie und ich uns abseits stellten,
weil es uns echt zu peinlich wurde. "Guckt mal dort drüben!", fing Mark
harmlos an. "Uhi, ne fette Regentonne!", alberte Shane. "Ne Regentonne? Ne,
das ist schon ein Regenfass!", lachte Nicky. - Sie sprachen über eine ziemlich
fette Frau einige Meter rechts von uns. - "Regen ist aber doch nicht so fettig.
Das ist eher ‚ne Speckwalze!", gackerte Kian. "Yeah, und der Kerl von der erst;
passt gar nicht zu ihr.", gab Mark dazu. "Och, der is’ ja fast durchsichtig,
so dirre ist der!", flachste Shane. "Ja echt, die könnte dem ruhig mal
en paar Pfund abgeben, dann wäre sie nämlich auch nur noch ein Regenfass.",
feixte Nicky. "Ey schaut euch das an!", lachte Kian laut los. "Hahaha!", die
Jungs konnten vor Lachen nicht mehr und hielten sich die Bäuche. "Wie die
läuft!", gluxte Nicky. "Wie ‚ne Ente!", kicherte Kian. "Na wohl eher wie
ein stolzer Schwan mit Krücken!", alberte Shane weiter und wieder lagen
sie flach vor Lachen. "Jap, guckt mal! Die geht echt so.", Kian fing an wie
ein Schwan mit Krücken zu laufen und die anderen drei kringelten sich darüber.
Nun fing auch noch Nicky an und lief mit erhobener Nase watschelig über
den Bahnsteig. Nun begann auch Shane mit rumzuspinnen und letztendlich spazierten
sie alle vier mit sonstwas für Verrenkungen und Figuren herum und machten
sich über alles und jeden lustig, den sie nur kannten. Nicky tat so, als
würde er auf einer Bühne stehen und benahm sich voll zickig. Sagte
halt sowas wie "Das Mikro ist zu leise, hat zu wenig Hall und außerdem
sollte es ein Funkmikro sein." Oder "Ich möchte aber ein weißes Handtuch
mit einem sechs-eckigen Stern und nicht mit einem fünf-eckigen." Shane,
Kian und Mark lachten sich schlapp und sollten erraten, wen Nicky da nach spielte.
"Erzähl noch was!", forderte Kian seinen Kumpel auf, da ihm das Vorspiel
von Nicky sehr viel Spaß machte. "Ich möchte außerdem, dass
ihr mir 100 Handtücher hin legt - 50 verschiedene Motive und Farben. Ich
weiß doch jetzt noch nicht, auf welche Farbe ich heute Abend Lust habe."
"Wenn du jetzt noch deine eigene Bettwäsche einfliegen lässt, dann
bist du Mariah.", lachte Kian und Nicky meinte ernst: "Was ist denn daran so
schlimm mein eigenes Bettzeug mitzunehmen? Ich fühl mich nunmal wohler,
wenn ich in meiner Bettwäsche schlafe und wenn es zu meinem Glücksbefinden
beiträgt, ist es doch in Ordnung." Jetzt kugelten sich wieder alle vier
und wir Mädels hofften inständig, dass die S-Bahn eintreffen möge,
damit der oberpeinliche Zirkus hier endlich ein Ende hatte. Gerade wollte Shane
jemanden nachstellen, als wir das Rattern des Zuges hörten und erleichtert
aufatmeten. "Los Jungs, rein da!", rief Kimi auffordernd und sie stiegen tatsächlich
ein. Doch leider hatten sie sich noch immer nicht beruhigt und es ging sogleich
im Abteil weiter.
"Jetzt benehmt euch doch mal guys!", rief Shane lachend und versuchte ernst
zu klingen. "Hahahaha!", Nicky, Kian und Mark lachten laut los. "Wir sind hier
nicht im Irrenhaus, sondern in der Öffentlichkeit! Ihr benehmt euch wie
Kleinkinder!", machte Shane weiter und die drei anderen konnten sich gar nicht
mehr beruhigen. "Jungs, habt ihr eure Pässe? Und habt ihr nicht wieder
eure Handys irgendwo liegen gelassen?", meinte Shane und gestikulierte wild
mit den Armen in der Luft herum. "Ja Anto!", gröhlte Kian und auch Nicky
und Mark lachten schon Tränen. "Wie habt ihr denn das gemerkt?", fragte
Shane ironisch und mit Lachtränen in den Augen. "Oh, das war echt sehr
schwer Filan!", Mark wischte sich mit dem handrücken über die bereits
nassen Augen und atmete tief durch. "Wieso gibt es hier nichts zu essen? Ich
hab Hunger!", sagte er dann und die drei anderen schrieen einstimmig: "Shut
up Bryan!" Wieder brachen sie in schallendes Gelächter aus und sogar wir
Mädels mussten grinsen, obwohl uns der Auftritt der Jungs eigentlich immer
peinlicher wurde. Alle Leute des Abteils hatten sich schon zu den Lifern umgedreht
und wenn die Jungs Pech hatten, erkannte sie noch jemand. Doch ... Glückspilze;
keiner erkannte die vier Knalltüten als Superstars. Die ganze Fahrt über
alberten sie ausgelassen herum und Kimi, Andie und ich fragten uns schon, ob
die Jungs in ihrer Kindheit etwas verpasst hatten, weil sie jetzt sowas von
albern und kindisch waren, dass man echt meinen konnte, sie wären noch
12-jährige. Nach reichlich 20 Minuten hatten wir die Fahrt endlich überstanden
und somit auch die Babyfase der Jungs, worüber wir heilfroh waren. Als
wir aus der Bahn gestiegen waren, liefen wir über den Bahnhof nach draußen
und suchten die Disko. Als wir gerade mal fünf Minuten gelaufen waren fing
Nicky an rumzuningeln: "Mir ist kalt. Wann sind wir denn da?" "Mensch Nicky,
ein bisschen musst du schon noch laufen.", meinte Kimi und schüttelte den
Kopf. Also liefen wir schweigend weiter, bis Andie plötzlich rief: "Hey
guckt mal, da is doch schon die Disko!" Lachend liefen wir darauf zu, denn Nicky
hatte ja schon den ganzen Weg geningelt, dass ihm kalt war, obwohl es ja Sommer
war und die Nächte jetzt schon ziemlich mild geworden waren. Der Türsteher
schaute uns kurz an und fragte Shane dann nach seinem Pass. Wir anderen haben
natürlich vor Lachen flach gelegen. - Versteht ihr sicher, oder? - Als
der "Schrank" uns dann endlich durchgelassen hatte, gingen wir gleich zur Bar
und bestellten uns jeder ein Getränk. Die Jungs nahmen ein Bier und die
Mädels einen Martini; ich natürlich Wasser. Als wir die Gläser
an einem der vielen Tische abgestellt und einen Schluck getrunken hatten, ging
es ab auf die Tanzfläche. Kian blieb noch sitzen, da ja jemand auf unsere
noch nicht ausgetrunkenen Drinks aufpassen musste, damit nicht irgendwer uns
Extasy reinschmiss und wir dann total high geworden wären. Ich stand auch
noch kurz mit Shane an der Seite und quatschte mit ihm - in sofern das möglich
war bei der lauten Musik. "Eijeijei, hier geht ja was ab.", bemerkte Shane,
als er sich neugierig umsah. "Ach wirklich? Hätt ich nicht gedacht.", grinste
ich und er knuffte mich in die Seite. "Freche Gorke!", rief er lachend. "Irisches
Kleingemüse!", schrie ich zurück, da ich weg lief und schon zwei Meter
von ihm entfernd war und krietschte, als er mich schnappte, über die Schulter
warf und nach draußen ging. "So meine Süße", lächelte
er hinterlistig, "Mit dir muss ich ein Hühnchen rupfen." "Wieso?", fragte
ich unschuldig und setzte meinen süßesten Gesichtsausdruck auf. "Hey
das ist unfehr! Guck nicht so!", forderte er mich auf, doch ohne Erfolg. "Ich
kann doch nichts dafür, dass in Irland bloß Zwerge wohnen.", feixte
ich, doch das hätte ich lieber nicht sagen sollen... "Also sind Deutsche
wohl doch großschnäuzig?", fragte er herausfordernd. Doch da hatte
er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich war gerade noch schlagfertig genug,
um ihm "Neh, wir sagen bloß gerade heraus, was wir denken und vertuschen
nicht alles, wie ihr." An den Kopf zu werfen. "Dafür sind wir schlauer,
weil wir die beste Uni der Welt haben.", gab er trotzig zurück, doch ich
gab nicht auf. "Ach so ein Quatsch! Ihr mögt die beste Uni haben, aber
dort studieren fast nur ausländer. Was meinst du denn woher die Chemiker
im zweiten Weltkrieg kamen? Richtig, aus Deutschland. Es ist nunmal so, dass
ihr nicht so schlau seid wie wir, sonst müsstet ihr euch doch nicht das
Geld mit Musik verdienen. Das ist ja scheinbar das Einzige, was ihr beherrscht.",
konterte ich und Shane wusste nichts mehr zu erwiedern. Vielleicht wollte er
auch nicht, sicher hatte er gemerkt, dass ich nicht zu schlagen war. "Sag mal,
bist du immer so schlagfertig?", fragte er plötzlich. "Ehm...ja?", antwortete
ich grinsend. "Oh mann, das hätt ich nicht gedacht, dass so ein hilfsbereites,
braves Mädchen so selbstbewust ist.", murmelte er und wahrscheinlich hatte
ich es gar nicht hören sollen, doch durch meine Blindheit konzentrierte
ich mich ja viel mehr aufs Hören als Sehende und daher hatte ich es auch
verstanden. "Hey Shaney, du brauchst dir keine Sorgen machen. Ich war schon
immer so und es hat mir durchs Leben geholfen. Erschrocken schaute er mich an:
"Äh, du hast das jetzt nicht gehört, okay?" "Was?", ich grinste und
er lachte auch. "Los Schatzi, wir gehen jetzt die Bude rocken!", rief ich und
lachend liefen wir zurück in die Dancehall, wo der Rest schon fleißig
am Tanzen und - wie wir bemerkten - am flirten war. Mark und Andie tanzten nebeneinander
und warfen sich immer wieder heimliche Blicke zu. Wenn sie sich trafen, schauten
beide peinlichberührt weg. Kimi und Nicky hotteten richtig ab und Kian
-der seine Stellung aufgegeben hatte, da inzwischen alle Gläser, bis auf
Shanes und meins, leer waren - tanzte etwas ruhiger an der Seite. "Achtung!
Jetzt kommen wir!", riefen Shane und ich, stürmten die Tanzfläche
und legten einen Tanz auf die Brätter, der sich gewaschen hatte. Die anderen
Leute um uns herum sprangen schon freiwillig zur Seite und wenn nicht, stießen
wir sie einfach weg. Wir waren in Hochstimmung und so kam es, dass letztendlich
alle Leute im Kreis um uns herum standen und uns zusahen und zujubelten. Shane
war aber auch einfach ein klasse Tänzer, bei dem man überhaupt nicht
falsch tanzen konnte, da er einen irre gut führte. Als wir etwa zwei Stunden
durchweg getanzt hatten, ließen wir uns erschöpft auf die Stühle
unseres Tisches fallen und kippten gleich ein ganzes Glas Wasser - Shane Bier
- runter. "Hey, ihr habt aber ganzschön die Bude auf Trab gehalten.", grinste
Kimi, die gerade mit einem Tablett voll Getränken von der Bar wieder kam.
Lachend nickten wir und tranken noch einen Schluck, plötzlich stand Shane
wieder auf: "Honey, kommst du mal mit?" Ich schaute ihn fragend an, stand aber
auf und ließ mich von ihm weg ziehen. Er brachte mich nach draußen
an die frische Luft und blieb dann - seinen Arm hatte er um meine Schultern
gelegt - stehen und schaute in den klaren Sternenhimmel. Wir standen einfach
nur so da und schwiegen - die Ruhe tat uns beiden gut, da es in der Disko sehr
laut gewesen war - bis Shane plötzlich leise sagte: "Sterne gibt es nicht
nur am Himmel." Ich wunderte mich natürlich, denn wo sollte es denn sonst
noch Sterne geben? Also sprach ich ihn glattweg darauf an: "Wieso Shaney? Wo
soll es denn sonst noch welche geben?", ich lächelte und er seufzte: "Hier
unten auf der Erde." "Ja, Seesterne oder was?", ich musste ihn völlig ungläubig
und kopfschüttelnd angesehen haben, denn er sprach schnell weiter: "Ein
Stern ist vom Himmel gefallen und er ist direkt neben mir gelandet." Jetzt war
ich überweltigt, denn soetwas Schönes hatte noch keiner zu mir gesagt.
Trotzdem hatte ich irgendwie Angst bekommen. Ich mochte ihn wirklich, mehr als
jeden anderen Jungen auf dieser Welt, doch ich konnte keine Beziehung mit ihm
eingehen - dafür kannte ich ihn zu gut - auch wenn wir uns bisher erst
zweimal gesehen hatten, wusste ich so gut wie alles über ihn und er über
mich, denn wir hatten ja oft stundenlang telefoniert, SMS und Mails geschrieben.
Es war komisch, aber es kam mir vor, wie wenn er mein ganzes Leben miterlebt
hatte und ich seins. Er war wie ein großer Bruder für mich und das
sollte er auch bleiben. Nicht dass ich ihn nicht liebte, nein ganz im Gegenteil,
aber nicht so, nicht im Sinne von der Liebe, sondern halt anders - es ist schwer
zu beschreiben, aber ich denke ihr wisst, was ich meine. Und dann geschah das,
was ich nie zulassen wollte. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und beugte
sich zu mir runter. Es knisterte förmlich und es lag eine unbeschreibliche
Spannung in der Luft. Auf der einen Seite fühlte ich mich zu ihm hingezogen
und sehnte mich nach seinen Lippen, auf der anderen hatte ich plötzlich
riesige Angst bekommen und begann zu zittern. Ich war total durcheinander und
so drückte ich ihn sanft weg und meinte: "Nicht Shaney, das ist falsch.
Ich will dich wirklich nicht verletzen, das musst du mir glauben, aber ich will
dich nie verlieren und deshalb hab ich Angst davor. Ich habe dich viel zu lieb,
als dass ich dieses Risiko eingehen will. Bitte versteh das!", mir tat es leid,
denn ich spührte, dass er trotzdem verletzt war. "Mh, du hast Recht. Aber
Honey, darf ich dich um was bitten?", leise und ernst hatte er gesprochen, es
musste ihm echt wichtig sein und deshalb nickte ich. "Darf ich dich einmal küssen?
Nur ein einziges Mal? Bitte!", er war so süß, gleichzeitig war es
aber auch furchtbar. Es klang so sehnsüchtig, so flehend und eigentlich
wollte ich es tief in mir ja auch, nur, dass ich mir das noch nicht eingestehen
wollte. Also nickte ich nach einer Weile doch noch. Sein Gesicht näherte
sich meinem und dann trafen seine Lippen auf meine. Und ich kann euch sagen...
Es war der Wahnsinn! Seine Lippen waren so weich und zärtlich, aber auch
fordernd zugleich. Er küsste mich mit einer solchen Liebe und Leidenschaft,
dass mir der Atem stockte. Mir war es, als würde ich fliegen, jetzt verstand
ich, wieso meine Schulfreundin "Flying without wings" so liebte - sie hatte
ja einen Freund - und ich merkte in diesem Moment, dass ich dieses Gefühl
noch nicht gekannt und das Lied nie richtig verstanden hatte. Es war wirklich
als würde ich schweben - ein himmlisches Gefühl. In meinem Bauch kribbelte
es so stark, das mir fast schwindelig davon wurde, Hitze stieg in mir hoch und
kalte Schauer liefen mir über den Rücken. Shane hatte mich völlig
in seinen Bann gezogen und ich wünschte mir, dieser himmlische Moment würde
nie vergehen. Doch alles hat bekanntlich ein Ende ... - nur die Wurst hat zwei
*g* - Als wir uns wieder von einander lösten meinte Shane bloß: "Wow
Honey! Das war der schönste Kuss meines Lebens. So ein Gefühl hatte
ich noch nie! Es war als würde ich schweben - über allem hinweg fliegen
- den Sternen entgegen. Als würde ich alles schlechte hinter mir lassen
und in die Welt der Engel kommen. Es war so himmlisch, eine Welle von Gefühlen
und Emotionen hat mich erfasst und weit von dem Hier und Jetzt weggespült.
Das erste Mal seit einer sehr langen Zeit war ich mal wieder richtig frei und
glücklich.", Shanes Stimme klang sehr weit weg, wie abwesend und verträumt.
Sollte ich das alles wirklich aufs Spiel setzen? Tat ich das Richtige, wenn
ich ihn abwies? Tausend Fragen schwirrten mir durch den Kopf und verwirrten
meine Gedanken nur noch mehr.
Desto mehr wunderte ich mich, als Shane mich plötzlich umarmte und auf
die Wange küsste. "Aber ich verstehe dich und respektiere deine Entscheidung.
Vielleicht hast du ja Recht. Ich werde mich damit abfinden müssen und irgendwann
werde ich die richtige Liebe finden. Irgendwann...", dann flüsterte er
noch ganz leise, "Doch soooo sehr wie dich werde ich keine lieben können."
Eine einzelne Träne wollte sich ihren Weg über seine Wange bahnen,
doch er wischte sie sich sogleich weg. Diese letzten Worte von ihm hatten in
mir eine solche Trauer ausgelöst, ein solches Mitleid, dass ich ihn nur
noch umarmen und küssen wollte. Alles in mir schrie nach Shane und seiner
Nähe, alles - seit diesem Kuss wusste ich erst was Liebe war, ich hatte
dieses Wort noch nie richtig definieren können - jetzt konnte ich es, wenigstens
für mich. In Worte fassen kann man dieses Gefühl so wie so nicht,
warum sich also darum bemühen... Seine Worte klangen so sehnsüchtig
und tieftraurig, dass es mir schier das Herz zerriss. Ich hatte zwar höllische
Angst Shane zu verlieren und überhaupt eine Beziehung einzugehen, aber
mein Herz schrie so laut nach Shane und seiner Nähe und Liebe, dass ich
Angst haben musste, es würde mir aus der Brust in Shanes Arme springen.
Gerade wollte ich ihn küssen, ihm sagen, wie sehr ich ihn liebte und so
hob ich den Kopf, da hörten wir hinter uns plötzlich eine Stimme rufen:
"Hey ihr beiden Süßen! Kommt ihr mal wieder rein? Der D.J. hat gerade
die Mucke geändert und jetzt geht’s ab!" Wir drehten uns um zu Nicky, der
gerade winkend am Eingang stand und uns zum Reinkommen überreden wollte.
Also nickten wir und machten uns Hand in Hand auf den Weg. Drinnen angekommen
fragte Shane plötzlich: "Honey bist du bereit? Wir zeigen denen jetzt allen,
wie man eine Bude zum Beben bringt." "Haben wir das vorhin nicht schon?", fragte
ich grinsend, doch Shane meinte: "Das war doch gar nichts. Jetzt geht’s richtig
los!" "Yeah, Die werden sich umgucken!", strahlte ich und ließ mich von
ihm auf die Tanzfläche führen. Dort ging es aber los, das sag ich
euch...
Ein Song war gerade zu ende und mit Shakiras "Objection" tanzten wir voll ab.
Ich weiß nicht, ob sich einer von euch vorstellen kann, wie geil Shane
tanzen kann. Klar, er tanzt immer auf der Bühne, aber das ist was Anderes.
Da ist es eine vorgeschriebene Koreographie und hier tanzt er einfach ausgelassen
und frei. Und sowas von schön... *träum* Man merkt richtig jede einzelne
Bewegung, wenn man in seinen Armen tanzt. Er beginnt langsam seine Hüften
zu bewegen, überträgt es nach und nach auf den ganzen Körper,
wird schneller und sobald der Refrain einsetzt explodiert er regelrecht. Er
steht nicht mehr still, die Beine fliegen, die Hüften kreisen der ganze
Körper bebt und seine ansteckende Energie überträgt sich auf
alle Umstehenden und so rockt wenig später die ganze Disse ab. Mir wird
immer wieder bewusst, wie sehr ich das liebe, wie sehr ich IHN liebe.
Shane änderte ständig seine Position. Einmal hielt er mich an den
Händen ganz weit weg von sich und im nächsten Moment zog er mich wieder
ganz nah heran. Dann stand er hinter mir und hielt mich umschlungen. So tanzten
wir aber auch nur eine kurze Weile, denn dann hielt er mich wieder weit von
sich. Gleich darauf hob er mich auf seine Arme und machte so ein paar Tanzschritte.
Dann warf er mich über die Schulter und über die andere wieder nach
vorne, sodass er mich praktisch um den Hals hängen hatte. Mir gefiel das
gar nicht, doch eh ich protestieren konnte, stand ich wieder auf meinen eigenen
Füßen und er fasste mich bei den Hüften. Er wackelte einmal
kräftig mit seinen und wirbelte mich dann einmal im Kreis herum. Dann war
der Song vorbei und Shane sichtlich außer Puste. Wobei ich noch schlimmer
dran war. "Wie geht es dir Honey? Alles okay?", fragte er gleich besorgt, da
er sah, dass ich nach Luft rang. "Jaja, geht schon.", antwortete ich schwer
atmend und war froh, als Kian mir ein Glas Wasser in die Hand drückte.
"Sexi Shay.", wante er sich an seinen Freund, "Das war ‚ne hammer Darbietung
ihr Zwei." Seine Bewunderung gefiel uns und wir lächelten geschmeichelt.
"Danke!", sagte ich erleichtert über die Erfrischung von Kian und trank
das Glas mit einem Zug leer. Auch Shane kippte sein Wasser mit einem mal hinter
und ließ sich auf einen Barhocker fallen. Ich und Kian saßen bereits
und der Rest befand sich schon wieder und immer noch auf der Tanzfläche.
Mark und Andie tanzten gegenüber von einander und trauten sich nicht so
recht zusammen zu tanzen, während Nicky und Kimi richtig abhotteten.
"Bin gleich wieder da.", sagte Shane plötzlich, stand auf und verschwand.
Kian und ich unterhielten uns während dessen und hatten viel Spaß.
***Auf der Tanzfläche***
"Huch? Der war aber jetzt schnell weg.", meinte Kimi an Nicky gewandt. "Ja, irgendwie...", wunderte sich auch dieser. "Komisch, was ist denn da passiert?", fragte sich Kimi. "Ist doch egal. Der wird schon wissen, was er macht.", meinte Nicky zuversichtlich und Kimi nickte zustimmend.
"Oh hi Shane! Wo kommst du denn her?", Kimi war gerade auf dem Weg zur Toilette gewesen, als Shane ihr langsam entgegen kam. Er schien etwas erschrocken zu sein, da er sie scheinbar nicht bemerkt hatte. "Hi.", sagte er schwach und wollte an ihr vorbei gehen. "Hey Shay, was ist denn passiert? Du siehst ja voll fertig aus.", fragte Kimi besorgt. Er sah wirklich schlecht aus und soweit sie es in dem schummerigen Diskolicht erkennen konnte, musste er geweint haben. "Nichts nichts, ist schon okay.", antwortete er lam und sah zu Boden. "Ja sicher und ich bin die Kaiserin von Irland.", meinte Kimi ironisch. "Ist doch egal. Bringt eh nichts. Lass mich einfach jetzt in Ruhe, okay?", Shane sah immer noch nicht auf und schien schon wieder mit den Tränen zu kämpfen. "Oh Gott Shane! Geht’s dir nicht gut? Ist dir schlecht oder schwindelig?", Kimi wurde panisch, denn Shane wurde kreideweiß und lehnte sich gegen die Wand. "Lass mich! Es ist schon schwer genug, da brauch ich nicht noch deine nervigen Fragen! Verschwinde einfach und lass mich in Frieden. Mir geht es schon schlecht genug; auch ohne deine dämliche Fragerei!", Kimi erschrak über Shanes Wutausbruch und machte sich kopfschüttelnd aus dem Staub.
"Hey Shay,, auch mal wieder da?", fragte Kian lachend, verstummte jedoch sogleich wieder und wollte noch etwas sagen. Doch er brachte nur ein "Oh mein Gott Shane, was is..." heraus, da Shane sich den Finger auf den Mund legte und mit einer entsprechenden Handbewegung signalisierte, dass er still sein sollte, damit ich nichts mitbekam. Kian nickte daher nur verwirrt und meinte: "Ich geh dann auch mal wieder.", wir nickten und saßen Noch eine Weile still neben einander bis Shane irgendwann fragte: "Hast du schon mal einen Freund gehabt?" "Nein, noch nie so wirklich.", gab ich zu. "Hast du Angst?", er klang so traurig und hilflos; irgendwie tat er mir wahnsinnig leid. "Soll ich ehrlich sein?", diese Frage war sinnlos gewesen, dass wusste ich selber. "Ja, bitte.", sagte er jedoch nur leise. Seine Fröhlichkeit von eben war plötzlich wie weggeblasen und er war in sich gekehrt, traurig, niedergeschlagen, nachdenklich, ja sogar ein bisschen unnahbar. "Eigentlich ... ja schon.", antwortete ich endlich auf seine Frage. "Warum?", er klang so verzweifelt, als würde er ganz laut "MAMA!!!" schreien. Er tat mir so entsetzlich leid und ich wäre ihm am Liebsten um den hals gefallen, doch irgendwie traute ich mich das auch nicht. "Ich ... ich ... äh ich ... hab Angst vor einer Beziehung.", brachte ich dann stotternd raus. "Aber warum? Wenn du noch keine richtige hattest, kann dir doch auch keiner so weh getan haben, dass du jetzt Angst haben musst.", meinte er traurig. "Doch.", ich biss mir auf die Unterlippe, das Gespräch gefiel mir nicht. "Hä? Wie soll das gehen?", Shane schaute immer noch nicht auf. "Tja ... nicht körperlich weh tun, aber seelig.", antwortete ich abwesend, da ich an damals denken musste. "Aber ... oh mein Gott Honey, was hat oder haben die mit dir gemacht, dass du jetzt so verschreckt bist? Jedes andere Mädchen hätte sich einem Jungen geöffnet." "Ich bin nicht jedes andere Mädchen.", gab ich knapp zurück. "Das weiß ich. Du bist das wundervollste Mädchen, was es gibt und du bist so wie so anders als alle anderen und deshalb liebe ich dich." "Danke Shane.", ich wollte eigentlich noch sagen "Ich liebe dich.", aber ich brachte es nicht über die Lippen. Von da an schwiegen wir, bis Kian uns wieder auf die Tanzfläche zog. Die restliche nacht verlief noch relativ gut. Shane und ich lachten viel, doch beide nicht aus vollem Herzen, sondern eher aufgesetzt. Uns war glaub ich beiden zum Heulen zu Mute. Wir sprachen zwar mit einander, doch immer bloß über belanglose Dinge. Wir machten uns z. B. über fette Weiber lustig, die hautenge Shirts oder sogar Tops zum hinten zuschnüren an hatten, denn dann quoll das Fett in dicken Röllchen zwischen den dünnen Bändern durch. Das sah einfach zu komisch aus, meinte Shane. Irgendwann, so gegen fünf, verließen wir die Diskotek und machten uns auf den Heimweg. Wir mussten ja eigentlich mit der S-Bahn nach Machern fahren, wo ich wohne, aber Kian war immer noch nicht wieder voll auf dem Damm und Mark hatte absolut keine Lust noch bis zum Bahnhof zu latschen (für diejenigen die nicht wissen was latschen heißt, das bedeutet so viel wie laufen), also bestellte Kimi ein Taxi für sieben Personen und wenig später saßen wir im Auto und waren auf dem Heimweg. Zu Hause angekommen, kramte ich meinen Schlüssel aus dem Rucksack und ließ die Jungs und Mädels eintreten. Ich legte meinen Finger auf die Lippen, denn meine Eltern schliefen ja noch und lotste sie leise in mein Zimmer, was gegenüber dem Schlafzimmer lag. Als wir endlich alle drinne waren, schloss ich die Tür und wir fielen erschöpft von der anstrengenden Nacht und müde geworden durch die lange Autofahrt auf die Betten. "Oh Gott, ich glaub morgen hab ich übelsten Muskelkater.", stöhnte Andie. "Na und ich erst.", maulte Kimi. "Glaubt ihr ich nicht?", fragte ich grinsend, "Shane hat mich schließlich ganz schön gefordert." "Hä, was ist mit mir?", fragte Shane und stützte sich auf den rechten Ellenbogen, um mich anschauen zu können. Wir Mädels hatten auf deutsch geredet, so dass er kein Wort verstanden hatte. "Och nichts besonderes.", grinste ich, "Ich hab nur gesagt, dass ich morgen Muskelkater bekomme, weil du mich ganz schön gestresst hast." "Gar nicht wahr!", rief Andie, "Du hast gesagt, weil er dich ganz schön gefordert hat!" "Bist du still!", rief ich sogleich, doch da war es bereits zu spät. Die Jungs lagen flach vor lachen und auch Kimi und Andie gackerten los. Also entschied ich mich einfach mit zu lachen, doch dann fielen mir Mama und Papa wieder ein und ich sprang auf, warf mich auf Nicky, der gerade am lautesten lachte und hielt ihm den Mund zu: "Haltet die Klappen! Meine Eltern werfen euch hochkant raus!" Nicky bemühte sich leise zu kichern und konnte sich so halbwegs beherrschen, aber der Rest hatte mich scheinbar gar nicht wahrgenommen. Also rappelte ich mich auf, sprang jetzt auf Kian und sagte das gleiche noch einmal. Auch er wurde stiller und sogar Shane lachte nicht mehr, was mir schon wieder komisch vorkam, denn Nicky und Kian mussten sich wirklich sehr beherrschen, um nicht mehr ganz so laut zu sein wie zuvor und Shane war urplötzlich still? Ich kletterte von Kian runter und warf mich noch auf Mark, der scheinbar immer noch nicht begriffen hatte, dass er still sein sollte. Mit dieser Metode klappte es dann und Kimi und Andie hatten schon längst bemerkt, worum es ging. Als Mark mich allerdings von sich runter schupsen wollte, hielt ich ihn fest und so begann eine kleine Kabbelei. Erst saß ich ja noch oben, aber irgendwann lag ich dann unter Mark und er war mit seinem Gesicht kurz über meinem, zog die Augenbrauen zusammen und meinte: "So meine Süße, jetzt bist du dran. Wollen doch mal sehen wer hier der Stärkere ist." Er lag echt mit seinem ganzen Körpergewicht auf mir, sodass ich "Geh runter! Ich krieg keine Luft mehr!" japste. Da stand er langsam auf und fragte: "Frieden?" Ich hielt ihm meine Hand hin: "Frieden." Dann setzte ich mich zu Shane auf sein Bett, denn Andie hatte auf Marks Matratze gesessen, wo er sich nach unserem kleinen Kampf wieder nieder gelassen hatte, Kimi saß bei Kian oben auf dem Bett und Nicky hatte ja mit Shane die ausgezogene Couch. Nicky machte sich auf seiner Seite Breit und Shane lag auch ziemlich weit drüben bei ihm, sodass ich genügend Platz hatte. Nicky, Kian, Kimi, Mark und Andie waren immer noch am Lachen und konnten sich irgendwie nicht beruhigen und ich schüttelte den Kopf über ein solches Hühnervolk. Warum Hühnervolk? Na nur Hühner gackern ständig! Ich überlegte, wie ich Shane jetzt am besten ansprechen sollte. Ich wusste ja, dass wieder irgendwas nicht okay war, aber so kann ich doch kein Gespräch anfangen. Also meinte ich schließlich: "Du bist wenigstens nicht so albern, wie die Hühner hier." "Mh" machte Shane jedoch bloß und es klang sehr niedergeschlagen. "Shane? Alles in Ordnung?" "Mh", kam jedoch wieder nur leise zurück. "Hey, geht es dir nicht gut? Bist du traurig?", es kam keine Antwort, also fragte ich noch "Hey, sprich mit mir! Du weißt doch, dass du mir alles sagen kannst." "Nicht mehr.", kam kläklich zurück, bevor er aufstand und ins Bad verschwand. Ich war geschockt. Wenn ich gewusst hätte, dass meine Ablehnung solche Folgen haben würde, hätte ich mir alles, was ich zu Shane gesagt hatte bestimmt dreimal überlegt. Die anderen hatten sich inzwischen auch von ihrem Lachanfall erholt und schnatterten fröhlich. Etwa eine dreiviertel Stunde quatschten wir da so, als es mir zu bunt wurde. "Wo bleibt der denn?", überlegte ich laut und machte somit auch den Rest darauf aufmerksam, dass Shane schon eine ganze Weile weg war. "Na eben, der ist doch bestimmt schon eine halbe Stunde weg.", meinte Nicky und schaute auf seine Uhr. "Ne, das ist länger. Bestimmt schon reichlich 45 Minuten.", überlegte Andie. "Ich hab nicht auf ihn geachtet.", gab Mark zu. "Komisch. Der braucht doch sonst nicht so lange im Bad.", wunderte sich Kian. "Soll ich mal nach ihm schauen?", fragte Nicky und setzte sich auf. "Mh, mach das. Ihm gings heut am späteren Abend ziemlich schlecht.", meinte Kimi. "Ja, nicht dass er umgekipt ist oder so.", stimmte Kian ihr zu. "Mh, er sah vorhin echt schlecht aus.", nickte Mark. "Ich dachte einmal in der Disko wirklich er kippt gleich weg, aber dann hatt er sich verkrümelt und ich hab ihn erst später wieder gesehen.", berichtete Andie. "Ja, er ist immer mal auf die Toiletten verschwunden.", erzählte Kimi, "Ich hab ihn mehrmals gesehen, wie er heimlich abgehaun ist und in die Toiletten verschwand." "Was, ist es echt so schlimm?", ich bekam Angst, warum hatte ich denn nichts bemerkt? Ich hätte ihn doch gar nicht erst so nah an mich ran gelassen, wenn ich gewusst hätte, dass es ihm schlecht ging. Aber warum hatte er dann wie der Teufel getanzt, wenn er wirklich noch krank war oder sich zumindest schlecht fühlte? Das kapierte ich einfach nicht. Shane Filan war eigentlich immer wie ein offenes Buch in dem ich lesen konnte, doch manchmal schienen die Seiten plötzlich leer zu sein und ich verstand gar nichts mehr. "Los Nicky, geh schon!", forderte Kian, dem das ganze Verhalten von Shane langsam unheimlich wurde. Wie Recht er doch hatte...
"Shane?", Nicky stand im Fluhr und klopfte leise an die Badtür. Von drinnen
war nichts zu hören und Shane antwortete auch nicht. Also klopfte Nicky
erneut. Diesmal etwas lauter: "Shane? Shane bitte, mach doch die Tür auf!"
Er wartete wieder und hielt die Luft an, um jedes noch so kleine Geräusch
aus dem Bad hören zu können. "Shane bitte!", sagte er noch einmal
und endlich hörte er ein leises rascheln. Kurz darauf drehte sich langsam
der Schlüssel im Schloss herum. Anschließend wurde es wieder still.
"Shane? Kann ich rein kommen?", fragte Nicky beunruhigt, denn irgendwie war
das ganze hier merkwürdig. Doch wieder keine Antwort. Also drückte
er langsam die Klinke runter und machte die Tür einen Spalt breit auf.
Gerade so weit, dass er sich im Raum umschauen konnte. Doch als er Shane am
Boden kauernd und tränenüberströmt sah, hielt ihn nichts mehr
zurück. Er stürmte zu seinem Kumpel und kniete sich neben ihn. Er
legte seine Arme um Shanes von Schluchzern zuckende Schultern und drückte
ihn an sich: "Um himmelswillen Shaney, was ist denn passiert? Du warst schon
den ganzen Abend so niedergeschlagen.", fragte er erschrocken und wiegte seinen
Freund hin und her. "Ach Nicky", weinte Shane, "es ist alles so schrecklich.
Ich bin ein Idiot. Sie hat Angst vor einer Beziehung, ich weiß aber nicht
warum und sie will es mir auch nicht sagen. Als ich es ihr gesagt hab, das ich
sie ... naja, da hat sie gemeint sie kann nicht und sie will mich nicht verletzen
und auf keinen Fall verlieren, aber warum tut es dann so weh? Warum?" Nicky
hatte Probleme Shane zu folgen, denn er hatte so schnell gesprochen und in seinen
Pullover geheult, sodass Nicky manchmal richtig aufpassen musste, was Shane
gerade gesagt hatte. "Ach Shaney, die Liebe ist etwas sehr schönes, solange
sie auf Gegenseitigkeit beruht. Sonst ist sie eine Qual. Aber lass den Kopf
nicht hängen. Sicher gibt es für alles eine simple Erklärung
und sie liebt dich doch.", Nicky sprach beruhigend auf Shane ein, doch jetzt
unterbrach dieser ihn: "Was? Sie hat aber genau das Gegenteil zu mir gesagt."
"Ja Shane, sagen kann sie viel, aber wir haben alle gesehen, wie ihr miteinander
umgeht und sie macht sich auch große Sorgen um dich.", erklärte Nicky.
"Achja? Davon hab ich heut Nacht aber nichts gemerkt.", schluchzte Shane weiter.
"Ach Shaney, du bist doch immer heimlich abgehauen, ohne dass sie wusste, wo
du warst. Sie sieht dich nicht, sieht deine Trauer nicht und sieht auch nicht,
wenn du ständig auf die Toiletten verschwindest. Und außerdem, als
ich euch reingeholt hab, war sie doch kurz davor dich zu küssen. Ich wollte
euch eigentlich nur ärgern, aber wenn ich gewusst hätte, was ich damit
anrichte, hätt ich euch doch allein gelassen. Es tut mir leid Shane.",
Nicky gab sich jetzt selber die Schuld, weil er ja genau gesehen hatte, was
draußen vor sich gegangen war. Shane reagierte gar nicht und Nicky schwieg
auch. Irgendwann hatte Shane aufgehört zu weinen und Nicky fragte: "Geht’s
dir jetzt besser?" "Mh bisschen.", nuschelte Shane und verzog das Gesicht schon
wieder bedenklich. "Nicht schon wieder weinen Shaney! Das wird schon. Du liebst
sie, sie liebt dich, wo ist das Problem?", Nicky wollte nicht länger hier
auf dem harten Fliesenfußboden sitzen und wurde langsam ungeduldig. Doch
genau das brachte Shane auf die Palme: "Mein Gott Nicky, du hast doch keine
Ahnung! Bist seit über 10 Jahren mit Geo zusammen, hast no plane von Liebeskummer
und spuckst große Töne. Lass es stecken!", während Shane seinen
Kumpel anschnautzte, liefen ihm immer mehr Tränen über die Wangen
bis er letztendlich heulend zusammen brach. "Häng dich nicht in Dinge rein,
die dich nichts angehen und von denen du eh nichts verstehst! Verschwinde! Ihch
wihill dihich nihicht mehehr sehehn!", tränenüberströmt und zusammengesunken
kauerte Shane auf den kalten Fliesen und wurde von Weinkrämpfen geschüttelt.
Nicky wurde Angst und bange. Er stand auf und lief völlig verstört
zurück ins Zimmer, wo wir schon ungeduldig warteten. "Und?" " Was ist mit
ihm?" "Geht’s ihm gut?" "Was hat er denn? Wir überschütteten Nicky
mit Fragen und er wusste gar nicht, wie er anfangen sollte. Endlich begann er
dann stotternd zu erzählen. "Er hat geweint ... aber dann ging’s wieder
... und plötzlich hat er mich angeschnautzt ... und jetzt...", er war wirklich
völlig durch den Wind. "Was ist jetzt?", rief Kian aufgebracht. "Er ...
er heult ... ganz fürchterlich ... und ..." "Sei still Byrne!", rief Mark
und sprang auf. Doch Andie hielt ihn fest: "Nicht Mark! Das kann Honey viel
besser." "Um sie wird’s ja wohl gehen.", meinte Kimi, die eine besonders gute
Beobachtungsgabe hatte. "Stimmt das Nicky?", fragte Kian. Doch Nicky nickte
nur abwesend. "Los Honey! Worauf wartest du noch!", Kimi zog mich hoch und schubste
mich in Richtung Zimmertür. "Mach ihn wieder glücklich, bitte! Ihn
nimmt das ganze sehr mit. Bitte Honey!", Nicky flehte mich schon fast an und
ich merkte so langsam, dass Shanes Traurigkeit und Niedergeschlagenheit meine
Schult gewesen war. Leise betrat ich das Badezimmer und kniete mich zu dem immer
noch ganz schlimm weinenden Shane runter. "Shaney? Hallo? Komm mal her!", ich
zog ihn an mich und er ließ sich in meine Arme fallen, als wolle er aufgefangen
werden, aufgefangen in einem endlos tiefen dunklen Loch und ich hielt ihn; ja
ich hielt ihn, so fest ich konnte. Er klammerte sich an mir fest, als wollte
er Schutz suchen, als hätte er Angst ich könnte wieder gehen, er klammerte
sich wie ein hilfloses Baby an mich und zitterte ziemlich stark. Ich strich
ihm die ganze Zeit über den Rücken, die Haare und die nassen Wangen.
"Ist gut Shaney, bitte hör auf zu weinen. Das tut mir weh, denn wenn es
dir schlecht geht, dann geht es mir auch nicht gut. Wenn du so bitterlich weinst,
spüre ich einen Stich im Herzen, der erst wieder weg geht, wenn du wieder
glücklich bist. Komm Schätzchen, ist doch gut." Eine sehr lange Zeit
saßen wir einfach nur so da, bis Shane nicht mehr ganz so bitterlich weinte.
"Shane?", fragte ich irgendwann leise. "Mh", schniefte er kläglich. "Es
... es... es tut mir leid, was ich gestern Abend gesagt hab. Ich wollte dir
wirklich nicht weh tun, ich hab einfach bloß höllische Angst. Ich
bin, als ich 13 Jahre alt war, von einem über 50-jährigen Mann angetatscht
worden und seit dem bin ich sehr vorsichtig und ängstlich, aber Shane ...
ich ... ich habe ... em ich meine ... ich bin ... ach mensch, ich liebe dich
doch auch.", jetzt war ich erleichtert. Endlich war es raus und ... Shane hob
den Kopf und schlang seine Arme überglücklich um meinen Hals und wir
küssten uns unter Tränen. Ich hatte nur ein paar Tränen in den
Augenwinkeln aber bei Shane flossen sie noch immer endlos. In diesem Kuss lag
so viel Sehnsucht nach Liebe, Sehnsucht nach dem jeweils anderen, sooo viel
Leidenschaft und Intensität, dass es einem den Verstand raubte. Dann, nach
drei weiteren Küssen wischte ich ihm die letzten salzigen Tropfen von den
Wangen und zog ihn mit mir hoch: "Komm Shaney, ich bin müde und es ist
bereits
08:00 Uhr. Ich könnt im Stehen einschlafen." Shane nickte und wir gingen
gemeinsam zurück zu den Anderen, die schon ganz zappelig auf den Betten
saßen. Als sie Shane und mich lächeln sahen sprangen sie glücklich
auf und fielen uns freudig um den Hals: "Darf man gratulieren Shane? Wirklich
eine gute Wahl!", rief Kian ein wenig überdreht. "Echt eine tolle Braut!",
lachte Nicky. "Und vor allem voll sexi!", nickte Mark zustimmend und grinste
über’s ganze Gesicht. Dafür bekam er von Andie einen Rippenstoß
"Mark!" "Sorry Sweety.", feixte er und schaute ihr kurz in die Augen, dann wandte
er sich wieder Shane und mir zu: "Nein wirklich Shane, Honey ist echt das beste,
was du bekommen konntest." Shane strahlte seinen Kumpel an und nickte eifrig:
"Ja, das wusste ich seit dem ich sie das erste Mal gesehen hab. Sonst hätt
ich ihr wohl kaum meine Handynummer gegeben, oder?" Mark nickte zustimmend und
kroch dann mit zu Andie unter die Bettdecke. "Sagt mal", fing Kian an, "Zwischen
euch hat es aber auch gefunkt, oder?" Mark und Andie saßen beide aufrecht
im Bett und schauten Kian ungläubig an. "Na entschuldige mal, wir sind
gute Freunde; mehr nicht.", sagte Mark." Andie nickte nur und legte sich wieder
hin. Sie hätte es wahrscheinlich gern gehört, wenn Mark Kians Vermutung
bestätigt hätte. Kurze Zeit später hatten Nicky, Shane und ich
uns auf die Couch gekuschelt und Kimi stand wie ein bisschen bedeppert im Zimmer.
"Los, komm zu mir.", lächelte Kian und hob seine Bettdecke ein Stück
an, um ihr zubedeuten, dass sie gern bei ihm schlafen dürfe. Kimi grinste
und sprang zu Kian aufs Bett und schob ihn hinter an die Wand. Erst protestierte
er lachend, gab jedoch schnell auf, da er merkte, das Kimi sich nicht überreden
ließ. Kian und Kimi stritten sich noch eine Weile hin und her und wir
anderen sahen amüsiert zu, obwohl wir schon todmüde waren. Etwa eine
viertel Stunde später - also so gegen halb neun - kehrte endlich Ruhe ein
und nach einem müden "Good night!" kuschelten wir uns unter unsere Decken
und schlossen erschöpft die Augen.
Shane und ich küssten uns noch einmal liebevoll und zärtlich, kuschelten
uns aneinander und hielten uns ganz fest. Ich atmete seinen Duft ein und war
so glücklich wie schon lange nicht mehr. Shane gab mir noch einen lieblichen
süßen Engelskuss auf die Lippen, bevor wir überglücklich
und total verliebt einschliefen.
So, ich hoffe euch hat die Fortsetzung gefallen?
Der dritte Teil folgt...
Über Feedback freu ich mich natürlich suuuuuper!!!!
Also, ran an den PC und ne Mail rübergeschickt! *g*
Das wars für heute - es ist schon sehr spät - und bis zum nächsten
mal!
... Oh Gott, ich hör mich schon an wie der Erzähler bei Benjamin Blümchen.
*looool*
Hab euch lieb!
Eure Honey
Orthia.b@freenet.de