
"Wie, du kommst nicht mit? G, das kannst du nicht machen! Du kannst mich doch
nicht allein nach Spanien fliegen lassen! Und das auch noch so kurzfristig!",
brüllte ich geschockt in den Hörer und versuchte meine beste Freundin
von dieser schwachsinnigen Idee abzubringen! "Nein, ich komme nicht mit! Ich
kann nicht." "Ja und warum nicht?" "Ja, also... nun ja... das ist... ähm...
hmmm..." "Hör endlich auf so rumzustottern und gib mir gefälligst
eine normale Antwort, die ich von einer 19-jährigen glaub ich erwarten
kann!" "Is ja schon gut! In 5 Tagen kommt eine Westlife-Konzertaufzeichnung
im TV und da unser Videorekorder kaputt ist muss ich sie angucken.", sagte sie
schließlich mit der unschuldigsten Engelsstimme die ich je gehört
hatte. Nun kochte ich vor Wut, das war ja wohl nicht ihr Ernst! "Jetzt hör
auf zu spinnen, schieb deinen süßen Hintern in dein Schlafzimmer
und pack gefälligst deinen bescheuerten Koffer! Du kannst doch nicht wegen
einer doofen Konzertaufzeichnung daheim bleiben! Gina, wann wirst du endlich
erwachsen????" "1. ist diese Konzertaufzeichnung alles andere als doof und 2.
werde ich daheim bleiben.", sagte sie trotzig und knallte den Hörer auf
die Gabel. Na toll, das konnte ja noch ein schöner Urlaub werden. Da freute
man sich schon Wochenlang auf 2 Wochen Erholung mit der besten Freundin und
dann so was! Ich liebte Gina wirklich über alles und sie war ohne Zweifel
meine beste Freundin, aber mit ihrem Westlife-Wahn brachte sie mich manchmal
echt auf die Palme! Ich kann ja wirklich verstehen, dass man von einer Band
Fan war, aber Gina übertrieb es mit ihrer Liebe zu den Jungs total! Wie
konnte sie nur 2 Wochen Spanien wegen einem Konzert bei dem sie, nebenbei bemerkt,
live dabei war, ausfallen lassen?? War sie jetzt von allen guten Geistern verlassen?
Vor zwei Wochen hatte sie sich doch tatsächlich Westlife-Zeug im Wert von
über 200 Euro gekauft! Ich dachte ja zuerst ich seh nicht richtig, als
ich den Berg von Zeitschriften, CDs und Büchern auf ihrem Bett liegen sah.
Und als sie mir dann auch noch eine Stunde lang etwas über Kian Egan vorschwärmte,
fragte ich mich wirklich womit ich das verdient hatte! Klar, Kian war hübsch,
das konnte ich nicht leugnen, aber er war noch lange nicht perfekt, was Gina
immer und überall behauptete. So wie sie von ihm erzählte war er der
Romeo aus Irland! Immer noch wütend und ziemlich geknickt stampfte ich
die Treppe zu meinem Schlafzimmer nach oben. Mir war die Lust auf Spanien auch
vergangen, aber nichts desto trotz zog ich meinen Koffer unter dem Bett hervor
und begann zu packen. Sie würde schon noch sehen, was sie alles verpasste!
Nach einem 10-minütigen Kampf mit dem Koffer der einfach nicht zugehen wollte, ließ ich mich frustriert aufs Bett fallen. Musste heute wirklich alles schief gehen?? Seufzend erhob ich mich wieder und begann den Inhalt umzuschlichten was eine überhaus gute Idee war, denn weitere 10 Minuten später hatte ich es endlich geschafft und der Koffer war zu! Ich schwor mir dieses verdammte Ding erst wieder am nächsten Tag in Spanien zu öffnen!
"Die Passagiere des Fluges Dublin - Spanien werden gebeten sich zum Schalter zu begeben.", hallte es durch die große Flughafenhalle und ich machte mich auf die Suche nach besagtem Schalter. "Und du willst wirklich nicht mit?", fragte ich Gina, die neben mir hertrottete und ab und zu in einer Zeitschrift blätterte, die sie an einem Kiosk erstanden hatte. Wir waren zufällig an einem vorbei gekommen und als sie Kian auf dem Titelblatt der *Smash Hits* erblickte, bekam ich die Ehre einen ihrer berühmten Freudentänze zu sehen! "Da ist Kian, da ist Kian!", kreischte sie und zog die ganze Aufmerksamkeit der herumstehenden Leute auf sich. Ich rollte nur genervt mit den Augen. "Ich bin nicht blind.", war der einzigste Kommentar den ich von mir gab, bevor ich meinen Koffer wieder in die Hand nahm und weiter Richtung Flughafenhalle marschierte. "Charlene, ich hab dir jetzt schon zum 1000. mal gesagt, dass ich nicht mitkommen werde!" "Entschuldigung das ich frage! Hätte ja sein können das du deine Meinung geändert hast..." Ich beschleunigte meinen Schritt, als mein Flug bereits zum 2. mal durchgerufen wurde und mir die große Uhr in der Halle verriet, dass ich noch genau 13 Minuten hatte, diesen unauffindbaren Schalter zu finden und das Flugzeug zu besteigen. "Charlene, da hinten ist er." "Wer?" "Dein Schalter, Herrgott!" "Oh" Gina hatte recht. Mich wunderte es ja wirklich, dass sie den Schalter entdeckte während sie gerade irgendwelche Statements von Kian las. Vor dem Gate klemmte sie sich ihre Zeitschrift zwischen ihre Beine und umarmte mich. "Pass auf dich auf, Muffin!" "Du auch! Ich werde dich und deine Kian-Schwärmereien wirklich vermissen." Gina knuffte mich in die Seite, bevor sie mir ein Küsschen auf die Wange drückte und mich durch den Schalter schob. "Ruf mich an wenn du in Spanien angekommen bist!" Ich nickte und winkte ihr noch ein letztes mal zu, ehe ich die Stufen zum Flieger nach oben stieg und mein Flugticket aus der Hosentasche kramte, das ich 10 Sekunden vorher reingeschoben hatte, weil es am Schalter kontrolliert wurde. "Reihe 5, Platz 27.", murmelte ich vor mich hin und drängte mich an herumstehenden Passagieren und Stewardessen vorbei. "Ähm, Entschuldigung, aber das ist mein Platz!", sagte ich und stellte mich breitbeinig vor den Mann der gerade auf meinem Platz saß und in einer Zeitung blätterte. Erst als er aufsah erkannte ich ihn: Kian Westlife Egan! Ich musste kichernd an Gina denken! Wenn die wüsste... Aber mich interessierte es herzlich wenig, wer da vor mir saß, ich wollte endlich auf meinen Sitz! "No way, das ist mein Platz!" "Das kann nicht sein, weil es mein Platz ist!", beharrte ich und wartete darauf, dass er endlich aufstehen würde. "So eine Unverschämtheit! Was fällt ihnen ein, hier aufzutauchen und zu behaupten, dass ist ihr Platz??" Bitte? Da hatte ich mich doch eben verhört, oder? Was mir einfällt?? Ich kannte ihn noch nicht mal eine Minute und kochte vor Wut wegen ihm, was bildete er sich überhaupt ein? Das war mein Platz und ich hatte nun mal das gute Recht auf ihn! Ich drehte mich um und stampfte zur nächstbesten Stewardess, die ich am Arm packte und zu Kian schleppte. "Dieser Mann sitzt auf MEINEM Platz und weigert sich ihn zu verlassen! Ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie ihm einmal klar machen würden für was Sitzplatznummern auf den Flugtickets stehen! Nämlich ganz sicher nicht dafür, dass man sich seinen Platz aussucht!" Ich war geladen bis zum geht nicht mehr! So eine Frechheit. Er dachte wohl er könne alles machen, nur weil er Kian Egan hieß! Nicht mit mir! Kian hatte begonnen in einer Jacke, die auf dem freien Sitz neben ihm lag zu kramen und brachte schließlich ein Flugticket zum Vorschein, auf dem doch wirklich Reihe 5 und Platz 27 stand. Die Stewardess gab ein lautes Stöhnen von sich. "Nicht schon wieder! Erst letzte Woche hatten zwei Passagiere den gleichen Platz. Einen Moment!" Kian grinste mich siegessicher an, ehe er den Kopf senkte und weiter in seiner Zeitung blätterte. Ich hätte ihm in diesem Moment am liebsten eine reingehauen. So ein arroganter Affe! Der konnte sich noch auf was gefasst machen! So leicht würde ich mich nicht geschlagen geben! Das konnte er vielleicht mit seinen Fans machen, aber nicht mit mir! Er hatte es doch wirklich geschafft, dass ich ihn innerhalb von 5 Minuten kein bisschen ausstehen konnte! In Gedanken formulierte ich mir schon die Sätze zusammen die ich Gina am Telefon sagen würde. Er sah vielleicht ganz hübsch aus, ja das tat er wirklich, aber er war mit Abstand die arroganteste und egoistischste Person die mir je über den Weg gelaufen war!
"Würden sie die Güte haben und ihren Arm von meiner Handlehne nehmen?" "Nein, das ist meine Lehne!" Nun ging das schon wieder los! Glücklicherweise war noch ein Platz im Flugzeug frei (wahrscheinlich der von Gina), aber unglücklicherweise war es genau der Platz neben Kian. Aber da ich nicht nach Spanien schwimmen wollte, hatte ich mich eben neben ihn gesetzt. Und jetzt fand er alle 5 Minuten etwas anderes an dem er rummeckern konnte. Es war zum Verzweifeln. Und das ganze Theater musste ich auch noch über zwei ganze Stunden lang ertragen! "Das kann nicht ihre sein, weil die daneben ihre ist!" Meine Güte! Wir stritten um eine Handlehne, war das denn zu fassen?? Kindergartenkinder hätten erwachsener gehandelt, aber ich wollte auf keinen Fall nachgeben! Ich war schon immer Stur und nachgeben war das Letzte was ich getan hätte. "Sind sie immer so unfreundlich?", knurrte er und überlies mir die Lehne, da er anscheinend merkte, dass ich nicht nachgeben würde. "Nein, nur zu Menschen die ich überhaupt nicht ausstehen kann!", zischte ich und drehte meinen Kopf auf die andere Seite. Was der konnte, konnte ich schon lange. Die restliche Flugzeit war Waffenstillstand. Es ging erst wieder los, als das Flugzeug stand und Kian ewig brauchte um seine Sachen zusammenzupacken. "Ich würde gerne heute noch aus dem Flugzeug kommen!", sagte ich genervt und trat unruhig von einem Bein aufs Andere. "Geduld ist nicht ihre Stärke.", bemerkte er mit einem wütendem Seitenblick auf mich und stand auf. "Auf nimmer wiedersehen!" Ich huschte an ihm vorbei, überglücklich endlich von diesem Idioten wegzukommen. "Hoffentlich.", konnte ich seine Stimme noch hören, bevor er ganz aus meiner Sicht- und Hörweite war.
Nachdem ich mein Gepäck wieder beisammen hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Taxi das mich zu meinem Ferienhaus bringen würde. Es dauerte nicht lange und ich hatte eins gefunden. Glücklich seufzend ließ ich mich auf den Sitz fallen und holte meine Prospekte aus der Tasche um dem Taxifahrer die genaue Adresse geben zu können. Es war ein schönes Haus, etwas außerhalb und gleich am Meer. Ich freute mich schon riesig darauf, aber ich hatte ja auch noch keine Ahnung was mich dort erwarten würde.
"Was machen sie denn hier?", fragte ich geschockt, als ich vor dem Haus, das ich gebucht hatte, auf Kian traf. "Urlaub.", war das einzigste Kommentar das er von sich gab, bevor er seine Koffer ins Innere des Hauses trug. Das konnte doch nicht wahr sein! Hörte dieser Alptraum denn nie auf? "Nein, sie können hier nicht Urlaub machen, das ist mein Haus!!", schrie ich und stampfte ihm, mit meinem Koffer in der Hand, hinterher. "Das ist nicht ihr Ernst!" Kian war genauso geschockt und genervt wie ich. "Das ist nicht ihr Ernst!", wiederholte er und setzte sich frustriert auf einen Stuhl. "Doch das ist mein Ernst! Ich krieg die Krise!" Dieser Urlaub wurde von Minute zu Minute schlimmer und er hatte ja noch nicht mal richtig angefangen! Ich kramte mein Handy aus der Hosentasche während ich "Ich werde von diesem Idioten verfolgt!" vor mich her murmelte. Das konnte nicht wahr sein. Ich wählte die Nummer des Hausvermieters, aber dort ertönte nur die Stimme einer Frau die mir weismachen wollte, dass die Nummer nicht vergeben war. Kian hatte anscheinend die gleiche Idee, denn ich konnte hören wie er, mit dem Handy in der Hand, rumfluchte und nah dran war die Innenausstattung auseinander zu legen! "Und jetzt?", fragte er schließlich und trat genervt gegen den Tisch. "Ich penne lieber am Strand als mit ihnen in einem Haus!" "Sehr gut, dann hätten wir die Sache ja schon mal geklärt!" "Bitte? Ich werde mich keinen Zentimeter von hier wegbewegen. Wenn einer geht, dann ja wohl sie!" "Sie haben doch gerade gesagt, sie pennen am Strand!" "Das war mehr ironisch gemeint! Ich hätte mir ja denken können, dass sie das nicht kapieren! Eine Ameise hat wahrscheinlich mehr im Hirn als sie! Kann es sein, dass sie bei der Geburt 3 mal in die Luft geworfen und nur 2 mal aufgefangen worden sind??"
Nach einer längeren Diskussion wer nun im Haus bleiben würde und wer nicht, einigten wir uns doch noch darauf, dass jeder eines der beiden Schlafzimmer bekommen würde. "2 Wochen werden wir schon überleben! Wir müssen ja nicht gleich heiraten!", sagte er und schleppte seinen Koffer in sein Schlafzimmer! "Um Himmels Willen, bloß nicht!" Ich tat es ihm gleich und nachdem mein ganzes Gepäck verstaut war setzte ich mich auf die große Terrasse und rief bei Gina an. Der würde ich was erzählen! "Ich komme nach!", brüllte sie in den Hörer, als ich mit meiner Kian-Läster-Story fertig war. "Nein G, wirst du nicht! Es reicht schon das ich mit der Arroganz in Person unter einem Dach hocke, da brauch ich jetzt nicht auch noch deine hysterischen Anfälle!" "Meine hysterischen Anfälle?!?" "Ja, genau die! Du hättest das Haus wahrscheinlich noch gar nicht ganz betreten und würdest schon kreischen, weil dir eine rumliegende Socke von Kian ins Auge sticht!" "Charlene!" "Ja ist doch wahr!"
"Wie heißt du überhaupt?", wollte Kian wissen und setzte sich auf einen Stuhl der auf der Terrasse stand. "Ich kann mich nicht daran erinnern, sie gebeten zu habe, mich zu duzen!" "Is ja gut. Ich wollte nur nett sein und das Beste aus dieser Situation machen!! Wie heißen sie?" "Charlene." Kian wollte etwas erwidern und ich nahm an, dass er mir seinen Namen sagen wollte und deshalb unterbrach ich ihn auch sofort. "Sparen sie sich die Worte. Ich weiß wer sie sind und wenn sie mich fragen, dann sind sie wohl das beste Beispiel dafür, dass Popstars arrogant, egoistisch und einfach nur idiotisch sind!" "Sie fragt aber keiner! Aber wenn wir schon mal dabei sind: sie sind das beste Beispiel dafür, dass Frauen zickig und eingebildet sind! Sie sind die dämlichste Ziege die mir je über den Weg gelaufen ist!" "Blödmann." "Zicke!" Kian stand ruckartig auf und marschierte zurück ins Wohnzimmer. Das konnten ja noch schöne Ferien werden... Zwei Sturköpfe 2 Wochen lang unter einem Dach! Und so wie ich das mitgekriegt hatte, sollte am nächsten Tag noch einer nachkommen. Shane Filan. Ich schickte Stoßgebete gen Himmel, dass dieser Kerl nicht auch so war wie Kian.
Ich hatte mich gerade gemütlich vor den Fernseher gehockt und guckte mir *Pearl Harbor* an, der gerade zufällig lief, als mich plötzlich Arnold Schwarzenegger angrinste! "Es stört dich doch nicht, oder?" "Nein überhaupt nicht! Ich guck Filme immer nur bis zur Hälfte!" Er schaffte es doch immer wieder mich auf 180 zu bringen! "Außerdem würde ich gerne beim Sie bleiben!", schnauzte ich und verschwand aus dem Zimmer. So ein Idiot! Wie konnte ein so gutaussehender junger Mann, nur einen so dermaßen schlechten Charakter haben?? Frustriert ließ ich mich aufs Bett fallen und grapschte nach meinem Handy. "G, ich halt das nicht aus! Kian ist schlimmer als jeder Alptraum!" "Hör auf so über ihn zu reden!" "Ja, beschütz du nur deinen Mister Perfect! Du kennst ihn doch gar nicht! Er ist wirklich schlimm! Und morgen kommt auch noch Shane." Es war ein fataler Fehler gewesen, Gina von Shane zu erzählen. Man konnte ihr Kreischen wahrscheinlich durchs ganze Haus hören. Ich dachte, mir würde jeden Moment das Trommelfell platzen. "Sag dass das nicht wahr ist! Charlene, hör auf so einen Unsinn zu erzählen!" "Warum sollte ich Unsinn erzählen? Drück lieber die Daumen für mich, dass er nicht so schlimm ist wie Kian!" "Charlene, dir ist schon klar, dass ich morgen nach Spanien komme, oder?" Ich rollte mit den Augen. Warum war sie denn nicht gleich mitgekommen?? War die Konzertaufzeichnung also doch nicht so wichtig! Aber vielleicht konnte sie ja Kian ablenken und ich hatte ihn los! Probieren konnte man es ja mal! Ich musste Gina noch eine halbe Stunde lang Kians Körperbau, seine Kleidung und was weiß ich noch alles erläutern bis sie sich schließlich zufrieden gab und mir zum bestimmt 100000 mal vorjammerte, dass ich nicht so gemein zu Kian sein sollte! Gemein, ich und gemein! Ich verteidigte mich doch nur und außerdem war er auch nicht gerade nett zu mir! Die hatte ja keine Ahnung wie Kian wirklich war, aber ihr würde das Lachen schon noch vergehen, wenn sie vor dem Teufel persönlich stand!
Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie gerädert! Ich war etliche Male wieder aufgewacht, weil ich Alpträume von Kian hatte! Es war nicht zu fassen, er verfolgte mich sogar im Schlaf! Ich schleppte meinen laschen Körper Richtung Bad, eine Dusche war die einzigste Möglichkeit wach zu werden. Und da fing schon wieder alles an. "Kian, machen sie die verdammte Tür auf! Ich steh hier schon seit 20 Minuten und würde jetzt auch gerne mal ins Bad!" Keine Antwort. "Kian! Legen sie sich jede Haarsträhne einzeln oder warum brauchen sie so lange?" Wieder keine Antwort. "KIAN!" Ich hämmerte ein paar mal ungeduldig gegen die Tür, ehe Kian es doch noch schaffte sie zu öffnen und nur mit einem Handtuch um die Hüften und vor sich her pfeifend aus dem Bad gelaufen kam. "Vielen Dank!" Ich knallte die Tür hinter mir zu und stellte mich unter die Dusche. Der Tag hatte ja schon mal wieder blendend begonnen... Irgendwann würden wir uns wahrscheinlich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Ich trampelte die Treppe nach unten und wollte mich gerade auf die Suche nach etwas Essbarem machen, als ich Kian mit einem braunhaarigem Mann auf der Terrasse entdeckte. Wahrscheinlich Shane! Kian hatte auch mich entdeckt und ich konnte sehen wie er mit dem Finger auf mich deutete. Der braunhaarige Mann drehte sich um und nun war ich mir sicher, dass es Shane war. Er hatte mich ja schon oft genug von Ginas Wänden angegrinst. Ich setzte mein schönstes Lächeln auf, bevor ich mich umdrehte und in die Küche lief! "Ich weiß gar nicht was du hast, sie sieht doch ganz nett aus.", konnte ich Shanes Stimme hören, als er durch die Terrassentür ins Wohnzimmer lief, dicht gefolgt von Kian. Er hatte ihm also erzählt wie unausstehlich ich doch war. Aber gut, ich hatte Gina ja auch von Kian berichtet! "Du wirst dich wundern! Sie ist mit Abstand die dämlichste Schnepfe die ich kenne!" "Ki, jetzt komm mal wieder runter!" Ich hatte noch kein einziges Wort mit Shane gewechselt, aber ich mochte ihn schon jetzt.
"Hi! Ich bin Charlene Thompson!" Shane und Kian waren mir in die Küche gefolgt und standen nun gegenüber von mir. Ich hielt Shane meine Hand entgegen die er daraufhin lächelnd schüttelte. "Schön dich, Entschuldigung, sie kennen zu lernen. Ich bin Shane Filan." "Ach, wir können ruhig beim Du bleiben!" Shane nickte, mit einem Seitenblick auf Kian der neben ihm stand und irgendwas vor sich her murmelte. Ich hatte es inzwischen aufgegeben irgendwo Essen zu finden und lief an den beiden hinaus in den Flur um mir Schuhe anzuziehen aber nicht ohne noch "Das galt übrigens nur für Shane." loszulassen. "Hätte mich auch gewundert!" Ich konnte noch kurz hören wie Kian wieder begann Shane von meinem grässlichem Charakter zu erzählen, ehe die Tür ins Schloss fiel und ich mich auf die Suche nach einem Supermarkt machte, was sich als ziemlich schwer herausstellte. Das Ferienhaus lag mitten in der Pampa, was zwar den Vorteil hatte, dass man wirklich immer ungestört war, wenn man nicht gerade so einen Esel mit im Haus hatte, aber eben auch den Nachteil, dass der nächste Supermarkt meilenweit entfernt war. Ich hatte mir bereits die Füße wund gelaufen, bis ich endlich an einem Supermarkt ankam und der Gedanke daran, dass ich den ganzen Weg wieder zurück musste, steigerte meine Laune, die sowieso schon wieder auf dem Nullpunkt war, nicht unbedingt!
"Ach, sie haben eingekauft. Wie praktisch." Ich hatte das Haus noch nicht mal ganz betreten, da hätte ich Kian am liebsten die Tomaten, die ich eben gekauft hatte, gegen die Birne geklatscht! "Ja, aber garantiert nicht für so einen Esel wie sie!" Ich lief an ihm vorbei in die Küche, in der Shane gerade genauso verzweifelt wie ich am Morgen nach etwas Essbarem Ausschau hielt, um meine Einkäufe auf dem Esstisch abzustellen, während Kian sich grummelnd auf die Terrasse verzog. Ich ließ mich erleichtert auf einen Stuhl fallen und rieb mir meine Knöchel, die sich so anfühlten als hätten sie einen ganzen Marathon hinter sich! "Was magst du eigentlich nicht an Kian?", fragte Shane und ließ sich ebenfalls auf einen Stuhl fallen. "Was ich nicht an ihm mag?? Alles! Er ist der unfreundlichste Mensch den ich kenne!" "Er ist aber eigentlich ein ganz lieber.", versicherte mir Shane und setzte das süßeste Lächeln auf, das ich je bei einem Menschen gesehen hatte. "Das mag ja sein, aber ich konnte bisher noch nichts feststellen das mir annähernd gezeigt hätte, dass er ein ganz lieber ist! Tut mir Leid, aber wenn er mich blöd anmacht, dann bekommt er von mir eben auch einen blöden Spruch an den Kopf geworfen!" "Aber versucht doch wenigstens miteinander auszukommen. Wir sitzen uns die nächsten 2 Wochen auf der Pelle und ich habe keine Lust eure ewigen Streitereien mit anhören zu müssen!" "Ich gebe mein Bestes, aber erwarte bitte nicht, dass wir morgen die besten Freunde sind!" "Tu ich auch nicht, aber versucht wenigstens den anderen zu respektieren!" Shane nickte mir aufmunternd zu, bevor er aufstand und zu Kian lief. Super, das war alles viel leichter gesagt als getan! Ich hasste Kian ja schon fast und jetzt sollte ich auch noch versuchen mit ihm auszukommen. Das wurde ja immer besser! Aber Shane hatte recht, Mord und Totschlag war auf Dauer wahrscheinlich auch keine Lösung und so musste ich wenigstens versuchen mich mit Mister Vollidiot zu verstehen!
Am frühen Abend klopfte es heftig an der Tür und ich hatte schon so meine Vorahnungen wer da draußen stand und deshalb versuchte ich so schnell wie möglich an die Tür zu kommen, ehe ein großes Unglück passiert wäre! Ich kannte Gina ziemlich gut und ich musste sie praktisch erst mental darauf vorbereiten, bevor ich sie mit ins Haus bringen konnte und sie auf 2 Westlifer stoßen würde! Ich hatte die Tür noch gar nicht richtig offen, als sie mir freudig um den Hals fiel. "Muffin!", schrie sie und drückte mir einen Kuss auf die Wange. "Süße, schön das du da bist!" Ich drückte ihr ebenfalls einen Kuss auf die Wange bevor ich mich in den Türrahmen stellte und verhinderte, dass sie ins Haus laufen konnte. "Also, weißt du, ich muss dir noch schnell was erklären, bevor wir nach Innen gehen. Kian und Shane sitzen meines Wissens nach im Wohnzimmer und gucken sich irgendein Fußballspiel an und wenn wir jetzt dann ins Wohnzimmer kommen, bleib ganz ruhig, ja?" Ich blickte sie ziemlich ernst an, weil ich im Eifer des Gefechts total vergessen hatte, Kian und Shane vorzuwarnen. Sie wussten zwar, dass Gina kommen würde, aber von ihrem Westlife-Wahn hatten sie keine Ahnung. Und vor Ginas hysterischen Anfällen wollte ich sogar Kian verschonen, obwohl es sicher sehr lustig geworden wäre! "Ja ja, aber jetzt lass mich bitte rein!" Gina trat nervös von einem Fuß auf den Anderen und ich konnte ihr wirklich ansehen, dass sie sehr aufgeregt war. Ich konnte wirklich nicht verstehen, was sie an Kian so toll fand! Ich trat auf die Seite und ließ sie ins Haus und nachdem auch ihre Reisetasche innen stand schloss ich die Tür wieder. Gina hatte die Wohnzimmertür bereits erreicht und als sie Kian und Shane erblickte, brach sie, trotz meiner Rede, in ein hysterisches Kreischen aus. Ich leierte genervt mit den Augen und schlug mit der flachen Hand gegen meine Stirn. "Oh no!"
Kian und Shane verbrachten eine Stunde damit, Ginas Poster, CDs und Fotos zu signieren, während ich Däumchendrehend auf dem Sofa saß und mich mal wieder fragte womit ich das verdient hatte! "Guck mal!" Gina riss mich abrupt aus meinen Gedanken und hielt mir voller Stolz ein Poster vors Gesicht auf dem *Für Gina, in liebe Kian* stand. Sie freute sich wie ein kleines Kind an Weihnachten. Aber selbst Gina verging für einen kurzen Moment (aber wirklich nur für einen sehr kurzen) das Lachen, als sie den ersten Streit zwischen mir und Kian mitbekam. "Willst du auch eins? Auf deiner Stirn würde sich ein Autogramm echt gut machen, dann wäre dein Gesicht wenigstens ein kleines bisschen, aber wirklich nur ein kleines bisschen, interessant!" "Sehr witzig, Egan! Ich lach dann später! Deine dämlichen Autogramme kannst du dir sonst wohin stecken!" "Ach, sind wir nun doch beim du??" "Nur aus dem Grund, weil sich du Volltrottel besser anhört, als sie Volltrottel!!! Gute Nacht!" Ich packte Gina am Arm und zog sie stürmisch aus dem Raum, hoch in mein Zimmer in dem nun auch Gina schlafen würde. "Siehst du? Er ist ein Alptraum! Hab ich ja gleich gesagt! Ich könnte ihn köpfen!" "Jetzt übertreib mal nicht, zu mir war er immerhin seeeeehr nett!" Gina blickte verträumt in die Luft was ich mit einem genervten Seufzer begleitete. Ihr war wirklich nicht mehr zu helfen!
"Gina, jetzt hör endlich auf damit! Ich kann es nicht mehr hören, ja? Ich weiß was du über Kian denkst, aber das geht mir am Arsch vorbei! Ich weiß was ich gehört habe und ich weiß, dass er es genauso gemeint hat, also lass mich verdammt noch mal in Ruhe mit deinem blöden *Kian-ist-doch-gar-nicht-schlimm-du-übertreibst-maßlos*-Gelaber, okay?? Ich hasse Kian Egan!" "Is mir egal was du tust! Ich finde ihn trotzdem nett!", brummte Gina und ich konnte hören wie sie sich die Decke über den Kopf zog. Jetzt hatte Kian es auch noch geschafft, dass ich mich mit meiner besten Freundin zerstritten hatte! Echt toll, aber bei Gina traf in dem Moment das Sprichwort *Liebe macht blind* wie die Faust aufs Auge! Sie hätte Kian wahrscheinlich selbst dann noch nett gefunden, wenn sie in der Situation, in der ich gerade steckte, stecken würde! Ich seufzte laut auf, ehe ich mich umdrehte und gegen die weiße Wand, beziehungsweise die schwarze Dunkelheit die im Raum herrschte, starrte. Aber nicht lange. Nach etlichen Schlafversuchen gab ich es schließlich auf und lief mit meiner Decke im Schlepptau runter auf die Terrasse. Selbst in Spanien waren die Nächte Mitte September schon recht frisch. Ich wollte wieder umdrehen, als ich eine Gestalt erkennen konnte die anscheinend die gleiche Idee hatte wie ich, aber als ich Shane erkannte lief ich doch nach draußen. Ich mochte Shane, er war das Gegenteil von Kian. "Hi.", flüsterte ich und setzte mich neben ihn auf die Stufen, die von der Terrasse aus nach unten an den Strand führten. "Hi.", erwiderte er und lächelte mich an, ehe er einen Zug von seiner Zigarette nahm, die glühend zwischen seinen Fingern lag. "Du rauchst?" "Ja, aber nur wenn mich etwas aufregt und ich mich wieder abreagieren muss." "Tut mir leid!" "Was?" "Na ja, ich bin da ja sicher nicht ganz unschuldig, oder?" Shane lachte und nickte leicht dabei, bevor er erneut an der Zigarette zog und sie anschließend im Sand austrat. "Ich mag es nicht, wenn zwei Menschen streiten und schon gleich gar nicht, wenn es zwei Menschen sind, die ich sehr mag. Ich weiß nicht was mit Kian los ist, doch weiß ich schon, glaub ich, er ist normal nicht so, aber er ist nun mal ein sehr sturer Esel und wenn er sich etwas einbildet, dann will er das auch durchziehen. Und im Moment bildet er sich ein, dir das Leben zur Hölle zu machen. Und das Ganze wegen einem dämlichen Sitz im Flugzeug! Weißt du, seit Cathleen ihn verlassen hat, reagiert er ziemlich empfindlich auf andere Frauen. Er hat sie geliebt und sie hat seine Liebe schamlos ausgenutzt. Seither ist er sehr vorsichtig und er vergisst, dass nicht alle Frauen so sind wie Cathleen. Aber wenn sich diese Frauen dann auch noch gegen seine abweißenden Kommentare und sein mehr oder weniger aggressives Verhalten wehren, sich verteidigen und eigentlich nur Notwehr begehen, dann hat sie es bei Kian echt verschissen! Das ist jetzt zwar ein bisschen brutal ausgedrückt, aber es bringt die Sache auf den Punkt! Ich versuche schon seit Wochen ihn zur Vernunft zu bringen, aber bei solchen Themen redet man bei ihm gegen eine Wand! Er ist der Meinung, dass Frauen hinterlistig, zickig, eingebildet, egoistisch und was weiß ich noch alles sind und derjenige der Kian diesen Schwachsinn aus dem Kopf redet, bekommt von mir persönlich den Friedensnobelpreis oder so was verliehen! Kian ist ein Sturkopf und ein echt schwerer Fall, aber ich schätze ihn sehr! Er ist mein bester Kumpel und ich weiß gar nicht was ich ohne ihn machen würde! Ich weiß, dass es für dich nicht leicht ist, weil du momentan sein Opfer bist und das was er heute Abend abgezogen hat, war wirklich mehr als unfreundlich, aber vielleicht ändert sich die ganze Situation, wenn du ihm Schritt für Schritt entgegen kommst. Halt, lass mich ausreden. Ich weiß oder ich denke, dass du genauso stur bist wie Kian, aber wenn du nur einmal über deinen Schatten springst, würdest du uns allen nur einen sehr großen Gefallen tun. Und Kian würde vielleicht auch wieder vernünftig werden! Er ist echt schlimmer als ein kleines Kind! Wenn es nicht klappt, ist es auch okay, aber du kannst wenigstens sagen, dass du es versucht hast! Ich weiß selbst, dass es viel verlangt ist, aber du machst dich mit diesem Streit nur selbst fertig und ich würde eure Auseinandersetzungen auch nicht vermissen! Und Gina sicher auch nicht! Na?" "Puh! Das ist wirklich verdammt viel, was du da von mir verlangst! Nach dem was heute Abend vorgefallen ist, kann ich wirklich sagen, dass ich Kian hasse, aber gut ich versuch es. Aber ich mach das lediglich für dich, weil ich weiß, dass es dich belastet und nicht für ihn! Und ich werde nur normal mit ihm reden, nicht mehr und nicht weniger!" Mit diesen Worten stand ich auf und lief langsam zurück zur Terrassentür. Ich hatte sie schon fast erreicht, als ich Shanes Stimme hinter mir hören konnte. "Charlene?" Ich drehte mich um und wischte mir einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht, die mir durch einen Windstoß die Sicht verdeckten. "Danke.", sagte Shane und brachte ein gequältes Lächeln zustande, ehe er in seiner Jacke, die er sich über die Schultern gelegt hatte, kramte und sich eine weitere Zigarette anstecken wollte. "Lass das!" Ich war wieder umgekehrt und hatte ihm den Glimmstängel aus dem Mund gezogen und auf der Terrasse ausgetreten. "Deine Gesundheit wird dir auf ewig dankbar sein!" Ich lächelte ihm ein letztes mal zu, bevor ich mich wirklich ins Haus verzog und mich in mein Bett kuschelte. Meine Gedanken kreisten nur um das Gespräch mit Shane. Es hat mich berührt, dass er so offen mit mir geredet hatte, schließlich kannten wir uns noch nicht mal 24 Stunden. Es war viel, was er da von mir verlangte, aber ehrlichgesagt war ich auch nicht unbedingt ein Mensch, der jeden Tag Streit suchte und ich würde meine Auseinandersetzungen mit Kian ganz bestimmt nicht vermissen, auch wenn es mir in diesem Moment noch ziemlich schleierhaft war, wie ich einen Schritt auf Kian zumachen sollte, ohne das er wieder irgendetwas falsch verstand. Aber wenn Kian wirklich nur so war, weil er von Cathleen so sehr verletzt wurde, dann war in diesem unausstehlichen Menschen doch ein weicher Kern, ich hatte ihn vielleicht nur noch nicht entdeckt! Und genau in diesem Moment öffnete es mir die Augen und ich entschied mich dafür, es nicht nur für Shane zu tun. Ich wollte den Kian kennen lernen, den Shane schon kannte. Es klingt seltsam, ich weiß. Vor dem Gespräch mit Shane hätte ich Kian am liebsten auf den Mond geschossen und jetzt war ich wild entschlossen, den wahren Kian kennen zu lernen. Ja, ich wollte den Menschen kennen lernen den Shane so sehr schätzte und der mir bisher noch verborgen war! Ich hatte nur noch keine Ahnung wie ich das anstellen sollte! Ich konnte ja nicht einfach so tun, als wäre nie etwas zwischen uns vorgefallen. Während ich weitergrübelte wurde ich plötzlich von ziemlich viel Müdigkeit übermannt so das ich wenige Minuten später in einen tiefen und traumlosen Schlaf verfiel.
"Privater Weckservice! Aufstehen, Frühstück ist fertig!" Shane hämmerte ein paar mal gegen die Tür und ich hätte ihm am liebsten auf der Stelle den Kopf abgerissen! "Shane, hör auf an der Tür zu klopfen und verzieh dich! Geh Kian auf die Nerven!", schrie ich und steckte meinen Kopf unter mein Kissen in der Hoffnung doch noch ein paar Minuten Schlaf zu finden. Aber da spielte Gina nicht mit, die Sekunden später den Rollo hoch zog, mich mit einem lauten "Guten Morgen" begrüßte und daraufhin das Kissen von meinem Kopf zog. Nun war es also endgültig aus mit schlafen! Ich gähnte laut, bevor ich die Decke von meinen Füßen strampelte und aufstand. "Gut geschlafen?", wollte ich von Gina wissen, die gerade ihre Sachen zusammen suchte um anschließend im Bad zu verschwinden. "Ja und selber?" "Ja, schon. Und Entschuldigung wegen gestern. Ich wollte dich nicht so anmaulen, ich war nur so sauer auf Kian und als du dann auch noch mit deiner Schwärmerei daher kamst, war das eben ein bisschen zu viel. Tut mir leid!" "Is schon okay. Ich hab mich auch echt kindisch benommen. Kian ist auch nur ein Mensch und so langsam sollte ich wirklich mal erwachsen werden!" Sie zwinkerte mir zu und verschwand dann aus dem Zimmer. Na wenn sie es selbst schon gemerkt hatte konnte es doch nicht mehr lange dauern bis sie von ihrem fanatischen Westlife-Wahn wenigstens ein bisschen runter kam. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben! ;-)
"Morgen." Wir saßen schon alle fertig am gedeckten Frühstückstisch, als Kian gähnend die Treppe nach unten kam und sich am Hinterkopf kratzte. "Selber morgen." Shane grinste übers ganze Gesicht über den Anblick den Kian uns da gerade bot. Er sah einfach zu witzig aus in seinen Boxershorts, dem weißen T-Shirt und den Haaren die in alle Richtungen von seinem Kopf abstanden. Ich verkniff mir mein Grinsen so gut es ging, da ich wirklich keine Lust hatte schon am frühen Morgen (früher Morgen ist gut, es war bereits 11.30 Uhr, aber irgendwie waren alle noch recht verschlafen außer Shane) einen neuen Streit mit Kian zu beginnen, zumal ich mir ja sowieso vorgenommen hatte, nett zu ihm zu sein... Aber Kian war da ganz anderer Meinung! Shane hatte sich neben Gina gesetzt und so war nur noch der Platz neben mir frei. "Shane? Können wir Platz tauschen?" "Jetzt werd nicht kindisch und setzt dich hin!" Kian warf mir einen Blick zu der mich auf der Stelle getötet hätte, wenn Blicke töten könnten, bevor er Shanes Aufforderung nach kam und neben mir Platz nahm. Ich ließ mir etliche Seitenstöße, Fußtritte und blöde Bemerkungen gefallen, bis ich dann doch wieder ausrastete, weil Kian zu weit ging. Er hatte "versehentlich" seine Tasse Kaffee umgestoßen und die ganze Scheiße landete auf meiner Hose! "Bist du Wahnsinnig?! Diese Hose war schweineteuer du Idiot! Sind dir deine blöden Kommentare ausgegangen und musstest nun zu dieser Methode greifen, oder was? Du kannst einem richtig leid tun, so doof bist du!" Ich stand wütend vom Tisch auf und rannte die Treppe nach oben, gefolgt von Shanes und Ginas blicken. "Kian, was sollte das? Bist du nun völlig übergeschnappt? Das hätte wirklich nicht sein müssen. So langsam übertreibst du es mit deinem Hass zu ihr wirklich! Du bist doof!" Shane warf einen saueren Blick auf Kian der lustlos in seinem Müsli rührte (er wusste, dass er zu weit gegangen war) und stand dann ebenfalls auf um den Tisch abzuräumen, während Gina zu mir nach oben kam und mir half den großen Fleck aus der Hose zu waschen.
Shane und Gina hatten sich am Nachmittag an den Strand verzogen. Ich hatte keine Lust und saß deshalb in meinem Zimmer und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Kian machte mir meinen "Plan" verdammt schwer! Sogar wenn man sich nicht mehr gegen ihn wehrte und so ziemlich alles einsteckte was er einem an den Kopf warf wurde es nicht besser. Shane hatte recht, er war ein wirklich schwerer Fall und es würde noch hart werden, den richtigen Kian aus ihm herauszubekommen! Ich wollte gerade nach unten gehen und was zum Trinken holen, als es leise an der Tür klopfte. "Ja?" Ich setzte mich wieder aufs Bett, den Blick starr auf die Tür gerichtet. Sie öffnete sich einen kleinen Spalt und kurze Zeit später steckte Kian seinen Kopf durch. "Kann ich reinkommen?" Ich nickte kurz und schon stand er im Zimmer. "Tut mir leid.", sagte er verlegen und trat von einem Fuß auf den anderen, während er nebenbei noch an seiner Uhr rumspielte. "Davon wird die Hose auch nicht sauberer.", erwiderte ich und stand auf um zum Fenster zu laufen. Ich hatte einen wunderschönen Ausblick auf den Strand und das Meer. In der Ferne konnte ich Shane und Gina erkennen die gegenseitig versuchten sich ins Wasser zu werfen. Ich musste leise kichern, es sah einfach zu komisch aus. "Ich weiß, dass die Hose davon nicht sauberer wird, aber ich kann es nicht rückgängig machen." Ich zuckte zusammen, denn ich konnte Kians Atem bereits auf meiner Haut spüren, als er die Worte sagte. Ich hatte nicht erwartet, dass er so nah bei mir stand und irgendwie war mir unwohl dabei. Ich huschte an der Seite vorbei und setzte mich wieder aufs Bett. "Es tut mir leid, ich war ein Vollidiot. Mein Verhalten war kindisch, aber du musst zugeben, dass du Anfangs auch nicht nett zu mir warst." Mir huschte ein Lächeln über das Gesicht. Hinter Kians plötzlicher Wandlung steckte bestimmt Shane! Er hatte eindeutig den Beruf verfehlt, er hätte in einer Beratungsstelle oder so arbeiten sollen! Er hatte ein außergewöhnliches Talent für so was! "Stimmt, ich war Anfangs wirklich nicht nett zu dir, aber das heute Morgen übertrifft ja wohl alles was an den letzten 3 Tagen vorgefallen ist!" "Ich weiß und es tut mir wirklich leid! Ich weiß, dass es scheiße war und du bekommst von mir aus auch eine neue Hose, alles kein Thema, aber warum ich wirklich hier bin ist der Grund, dass ich unsere Auseinandersetzungen gerne vergessen würde und noch mal von vorne beginnen möchte! Wir hassen uns und auf Dauer ist das ja nun wirklich keine Lösung! Ich sehe ein das ich Fehler gemacht habe. Ich hab ja im Flugzeug schon überreagiert und deine Reaktion darauf war normal, aber in letzter Zeit sind einfach Sachen passiert, die mehr oder weniger für mein aggressives Verhalten zuständig sind. Shane hat mir heute schließlich die Augen geöffnet und es tut mir wirklich leid! Wenn ich Shane glauben kann, dann bist du ja eigentlich ganz nett und ich würde die nette Charlene auch gerne kennen lernen!" Ich musste lachen, Shane war genial! Er hatte mir sozusagen die ganze Arbeit erspart und eigentlich müsste er sich jetzt selbst eine Auszeichnung verleihen, schließlich war er es, der Kian diesen Schwachsinn ausgeredet hat! "Ist okay, ich hab auch nix dagegen den netten Kian kennen zu lernen!" Kian war sichtlich erleichtert. "Du kannst echt stolz drauf sein, so einen Freund wie Shane zu haben! Andere hätten bei deiner miesen Laune sicher die Flucht ergriffen!" Kian musste lachen. "Ich weiß und glaub mir, ich bin stolz!"
Shane und Gina die im Sand lagen und sich unterhielten begannen zu tuscheln, als sie mich und Kian kommen sahen. Es war aber auch wirklich komisch, am Morgen machten wir uns noch gegenseitig das Leben zur Hölle und nun liefen wir nebeneinander her und lachten als wären wir schon jahrelang befreundet! Ich ließ mich neben Gina in den warmen Sand fallen und konnte mir mein Grinsen nicht mehr verkneifen, als sich Kian neben mich setzte und Gina den dämlichsten Blick aufsetzte den ich je bei ihr gesehen hatte. "Jetzt seid ihr mir aber schon eine Erklärung schuldig. Charlene, hör auf so zu grinsen und sag was!", sagte sie und sah hilfloser aus als ein Kind das im Supermarkt seine Mami verloren hatte. "Was soll ich denn sagen? Du siehst doch was los ist!" "Natürlich seh ich was los ist, aber es ist doch nicht normal, dass ihr euch am Morgen noch gegenseitig fertig macht und jetzt hier sitzt als wäre nie etwas gewesen! Sei mir nicht böse, aber irgendwas stimmt da nicht mehr! Ihr wollt mich verarschen, stimmts?" Jetzt hatte sie es geschafft und ich brach in ein schallendes Lachen aus. Gina war so süß! "Shane jetzt sag du doch auch mal was oder findest du das etwa normal?" Sie knuffte Shane in die Seite und blickte ihn erwartungsvoll an was er aber nur mit einem Schulterzucken beantwortete, obwohl er ziemlich genau wusste was los war, weil er es ja schließlich mehr oder weniger eingefädelt hatte. "Mensch G! Wir haben uns einfach nur ausgesprochen und bis jetzt klappt noch alles ziemlich gut was unsere neue Beziehung betrifft. Nicht mehr und nicht weniger! Kein Grund zur Beunruhigung!" Ich musste immer noch grinsen, Gina hatte das merkwürdige Talent aus einer Mücke immer gleich einen Elefanten zu machen. In Gedanken hatte sie sich wahrscheinlich schon die absurdesten Erklärungen ausgemalt und dabei war es lediglich ein Gespräch zwischen zwei Erwachsenen Menschen die eingesehen haben, dass sie sich mehr als kindisch verhalten hatten!
"Wow Shane, ich wusste gar nicht, dass du so gut kochen kannst!" Gina ließ sich glücklich in ihrem Stuhl zurückfallen und grinste Shane breit an. Er hatte sich dazu bereiterklärt das Abendessen zu kochen und Gina hatte recht, es schmeckte ausgezeichnet! "Du kannst dich echt glücklich schätzen, dass sie mal was nicht weiß... Hab ja schon fast nicht mehr dran geglaubt. Sie hat Stunden damit verbracht deinen Steckbrief und die der anderen auswendig zu lernen!" Gina verpasste mir einen Seitenhieb der mir eindeutig zeigte, dass ich lieber meinen Mund halten sollte. Meine kleinen Sticheleien in Bezug auf ihr Fan da sein, passten ihr gar nicht, aber genau deswegen machte es ja so viel Spaß! "So und wer macht den Abwasch?" Shane blickte gespannt in die Runde und begann die Teller einzusammeln. "Ich würde sagen Ladies first!" Kian, der mit seiner Antwort überaus zufrieden war, stand auf und lief aus dem Zimmer. "Egan, schwing sofort deinen Hintern hier her, wenn du heute Nacht nicht auf dem Strand schlafen willst!", schrie ich ihm nach und half Shane dann beim Abräumen. "Is ja gut." Kian kam wieder ins Zimmer getippelt und schnappte sich den Spüllappen, den Gina in der Hand hielt und durch die Luft wedelte. Der Abwasch war ziemlich schnell erledigt und der Abend endete so, dass Shane und Kian Fußball guckten während Gina und ich über die beiden redeten und zu dem Entschluss kamen, dass sie ja beide eigentlich ganz nett waren. Sowohl Shane als auch Kian. Hätte ich ja wirklich nicht gedacht, dass ich mal sagen würde, dass Kian nett sei, aber es war wirklich so. Wir hatten uns nur auf dem falschen Fuß erwischt, ganz einfach!
"Morgen, ihr zwei Hübschen!", sagte Shane, als Gina und ich die Küche betraten und war schon wieder eifrig mit dem Frühstück beschäftigt. Wie konnte man nach dem Aufstehen nur so gut gelaunt sein? "Morgen.", brummten Gina und ich und ließen uns auf einen Stuhl plumpsen. Shane kümmerte sich nicht weiter um uns, er war viel zu sehr damit beschäftigt die Butter im Kühlschrank zu finden. "Sag mal, was machst du da?", fragte ich, als Shane im Kühlschrank rumhantierte, so das man dachte er würde ihn gleich auseinanderlegen. "Ich suche die Butter!" Shane blickte verzweifelt hinter der Kühlschranktür hervor und schaffte es sogar, dass ich lachen musste. Dieser Gesichtsausdruck war göttlich! Shane war mit Abstand der niedlichste Mann den ich kannte!
"Hallo." "Selber hallo" Ich sonnte mich gerade auf der Terrasse in dem wohl bequemsten Liegestuhl auf Erden, als Kian sich zu mir setzte und aufs Meer blickte. "Was gibt’s?", wollte ich wissen und hielt mir meine Hand vor die Stirn, weil mich die Sonne blendete. "Nichts, mir ist nur langweilig. Shane und Gina sind shoppen." "Echt? Hab ich gar nicht bemerkt. Wie sind sie denn in die Stadt gekommen? Gina läuft da garantiert nicht hin, da ist sie viel zu faul!", grinste ich und musste lachend an Gina denken. Sie war die Faulheit in Person! Sie hatte es noch nie geschafft ein Buch rechtzeitig zur Bücherei zu bringen und wenn ihr Handy am anderen Ende eines Raumes liegt, leiht sie sich lieber meins aus, als das sie aufsteht und es holt! "Sie haben ein Taxi gerufen. Und glaub mir, Gina ist 100%ig nicht fauler als Shane. Er ist unmöglich!" Wir mussten beide lachen, das waren eben Shane und Gina, so wie wir sie kannten und liebten! Ich redete noch fast eine Stunde mit Kian über Gott und die Welt und ich musste feststellen, dass er wirklich total lieb und nett war! Ich mochte ihn so langsam wirklich gerne! Es war als hätte man Kians Charakter ausgewechselt und das selbe dachte er wahrscheinlich auch von mir! Es war verrückt!
"Shane lass das, gib mein Top wieder her!" Shane stand gerade bei mir im Zimmer und hatte sich über sein Shirt mein Top übergezogen. Er posierte vor dem verspiegelten Schrank und tänzelte quer durchs ganze Zimmer. Der Junge hatte wirklich nen Vogel! "Shane, gib das her!", schrie ich lachend und rannte hinter ihm her. Wenn Shane nicht über Ginas Schuhe geflogen wäre, würden wir wahrscheinlich jetzt noch im Zimmer herumrennen. "AUA!" war das Einzigste was er sagte, bevor er aufstand, sich verlegen am Kopf kratzte und mich leicht bedeppert anguckte, wobei er seinen Mund noch zu einer Schnute verzog. Ich griff nach meinem Kissen und schmiss es ihm mitten ins Gesicht. "Hey!" Shane hob das Kissen vom Boden auf und schmiss es zurück, traf aber nicht mich, sondern eine Topfpflanze die im Zimmer stand. "Uuups!" Shane lief knallrot an, während ich mich kaputt lachte. "Heut ist nicht dein Tag, was?", sagte ich immer noch lachend und versuchte die Erde mit meinen Händen wieder in den Topf zu schaufeln. 15 Minuten später saßen wir alle zusammen vor dem Fernseher und diskutierten was wir anschauen würden. Schließlich endete es so, dass Kian und Gina *The Faculty* auf spanisch guckten und Shane und ich am Strand entlang liefen. Immer der untergehenden Sonne entgegen. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, bis Shane schließlich die angenehme Stille durchbrach. "Charlene? Kann ich dich mal was fragen?" "Natürlich." "Du kennst Gina doch schon ziemlich lang, oder?" "Oh ja, seit ich denken kann ist sie meine beste Freundin. Warum?" "Na ja, also... hmmm..." "Sie gefällt dir, stimmts?" "Bin ich wirklich so leicht zu durchschauen??" Shane seufzte einmal laut auf und zog eine Schnute, was mich zum Lachen brachte. Wie konnte ein Mann nur so niedlich sein?? "Tja, so was nennt man weibliche Intuition!" "Na gut, kannst du mir dann vielleicht auch sagen, wie sie mich findet?" "Puh, das ist eine schwere Frage. Ich weiß nicht genau.", log ich, denn ich wusste ganz genau was Gina über Shane dachte und was für Gefühle sie für ihn entwickelt hatte. 2 Stunden zuvor hatte sie mit mir darüber geredet, aber ich hatte ihr versprochen niemandem etwas zu erzählen. Und ich wollte sie auf keinen Fall enttäuschen und schon gleich gar nicht unser Vertrauen aufs Spiel setzten, auch wenn ich Shane wirklich ungern anlog, aber ich war mir sicher er würde es verstehen. "Macht ja nichts, aber mögen tut sie mich schon ein bisschen, oder?" Shane blickte mich verunsichert und mit einem Hauch von Angst in den Augen an. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Shane total niedlich war? ;-) "Jetzt mach dir da mal keine Sorgen! Jeder der dich nicht mag hat irgendwelche Schäden!" Shane begann zu grinsen bevor er stehen blieb, mich umarmte und mir ein "Danke" ins Ohr flüsterte. "Gern geschehen.", sagte ich und löste mich vorsichtig aus seiner Umarmung, ehe ich ihm ein Küsschen auf die Wange drückte und mich in den noch warmen Sand setzte. Er tat es mir gleich und begann mit seinen Fingern kleine Kreise oder Muster in den Sand zu malen. "Du bist das erste Mädchen, dem ich nach 3 Tagen schon mehr vertraue als anderen die ich schon mein ganzes Leben lang kenne! Es ist komisch, normal dauert es ziemlich lange bis ich jemandem überhaupt vertraue, weil ich mir nie ganz sicher bin, ob jemand mit mir redet, weil er an Shane Filan interessiert ist oder an Shane Westlife, aber bei dir ist das ganz anders. Ich mag dich wirklich sehr, du bist eine bewundernswerte Person.", sagte Shane und versuchte verzweifelt ein Herz in den Sand zu malen bei dem beide Seiten gleich groß waren. Seine Worte rührten mich zu Tränen, so was hatte noch keiner zu mir gesagt. "Danke.", hauchte ich und wischte mir die Tränen, die sich ihren Weg über mein Gesicht bahnten, weg. "Hey, nicht weinen." Shane nahm mich tröstend in den Arm und strich mir sanft über den Rücken, was mich ungemein beruhigte. Wir saßen noch fast 2 Stunden am Strand, redeten, hörten dem Rauschen des Meeres zu oder beobachteten die Sterne die den ganzen Himmel glitzern ließen. Es war ein schöner Abend und der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!
Die 2 Wochen vergingen wie im Flug. Wir hatten eine schöne Zeit zu viert und wir verstanden uns immer besser! Shane und Kian waren mir richtig ans Herz gewachsen. Aus meinem größten Feind wurde ein sehr guter Freund. Wir hatten so viel Spaß zusammen und haben so viel Mist gebaut. Es war der schönste Urlaub seit Jahren und nun war er da, der Abend vor der Abreise. Kian und ich saßen im Wohnzimmer und unterhielten uns über Gina und Shane, die an den Strand gegangen waren. Shane wollte ihr heute sagen, was er für sie fühlte. Wir spekulierten gerade, wie das Gespräch wohl gelaufen war, als Shane voller Panik durch die offene Terrassentür gerannt kam. "Leute, ihr müsst mir helfen! Schnell, Gina ist weg!" "Shane lass den Scheiß, so was ist nicht lustig!" "Ja denkst du vielleicht ich find das lustig? Das ist kein Scheiß, Gina ist weg! Oh Gott, verdammt noch mal. Jetzt kommt schon, wenn was passiert ist!" "Shane? Gina ist nicht wirklich weg, oder?" So langsam bekam ich auch Panik. So hatte ich Shane noch nie gesehen, er war völlig durcheinander und total weiß im Gesicht. "Doch. Was wenn ihr was passiert ist? Oh Gott, wir müssen sie finden!" Shane war einem Nervenzusammenbruch nahe und Kian drückte ihn erst mal aufs Sofa. "Ganz ruhig, Shane. Jetzt erzähl uns erst mal was passiert ist, okay?" "Okay." Shane atmete einmal tief durch, bevor er uns die ganze Geschichte erzählte. "Wir saßen zusammen im Sand und ich wollte gerade anfangen ihr von meinen Gefühlen zu erzählen, als Gina irgendwelche Geräusche hörte. Ich dachte erst sie bildet sich das nur ein, aber dann hörte ich die Geräusche auch. Es war ein richtig komisches Knacksen und es kam aus dem Wald, der an den Strand angrenzt. Ich hab zu Gina gesagt sie soll sitzen bleiben und ich ging mal gucken, was das ist. Ich bin ein Stück in den Wald gelaufen, aber da war nichts. Es war alles ruhig und als ich zurück kam, war sie weg. Ich bin den ganzen Strand abgelaufen, aber sie war nicht da. Was sollen wir denn jetzt machen? Wir müssen sie finden! Es ist bestimmt was passiert! Oh Gott!" Mir wurde schlecht. Was Shane da erzählte war Wahnsinn und ich kam mir vor wie in einem ziemlich schlechten Film. Ich hatte Angst, verdammt große Angst. Mein ganzer Körper zitterte und ich brach in einen Heulkrampf aus. Ich wollte gar nicht dran denken, was Gina womöglich passiert war. Über Shanes Gesicht liefen auch schon vereinzelte Tränen und Kian saß regungslos auf dem Sofa, neben Shane und starrte ungläubig an die Wand. "Fuck!" Kian stand auf und holte seine Jeansjacke aus dem Flur. "Ich geh sie suchen!", sagte er entschlossen und zog sich die Jacke über. "Ich komme mit!" Shane war vom Sofa aufgesprungen und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Charlene, ist es okay, wenn du hier bleibst? Vielleicht taucht sie hier auf... Das Handy hab ich auch dabei, du kannst anrufen, wenn was ist!" Ich nickte als Antwort auf Kians Frage und vergrub dann mein Gesicht wieder in meinen Händen. Kian kniete sich vor mich und nahm meinen Kopf in seine Hände. Er küsste mich auf die Stirn und wischte mir ein paar Tränen weg, ehe er mit Shane verschwand und Gina suchte. Es dauerte keine 5 Minuten und Kian stand wieder vor mir. "Ich hab eine Taschenlampe vergessen. Es ist stockdunkel da draußen! Hast du eine?" Ich nickte und rannte in mein Zimmer, wo ich die Taschenlampe aus dem Nachttisch holte. "Hier." Ich übergab sie Kian und setzte mich seufzend auf das Sofa! "Wir finden Gina, das verspreche ich dir! Ich liebe dich!" Kian lächelte mir aufmunternd zu und verschwand dann wieder in der dunklen Nacht. Ich versank in Gedanken. War dieses *Ich liebe dich* nur freundschaftlich oder richtig ernst gemeint? Warum hatte er so ernst geguckt, als er es gesagt hat? Was hatte das alles zu bedeuten? Ich war völlig durcheinander. Erst verschwand Gina spurlos und dann kam Kian auch noch mit so was. Ich mochte Kian sehr, da gab es keine Zweifel, aber ob ich ihn auch liebte wusste ich nicht. Aber ich wusste ja noch nicht mal wie Kian das gemeint hatte. Er mochte mich auch, da war ich mir sicher, aber war es wirklich liebe? Wenn ja, sollte ich unsere Freundschaft für eine Beziehung aufs Spiel setzen? Würde es gut gehen? Wie lange würde es gut gehen? Ich grübelte und grübelte, so lange bis mir schließlich mein Kopf weh tat. "Du solltest nicht so viel nachdenken.", ermahnte ich mich selbst und schaltete den Fernseher ein. Vielleicht brachte mich das ja auf andere Gedanken.
Ich bekam nicht mehr mit wann Shane und Kian wieder ankamen, denn ich war irgendwann zwischen 4 und 5 Uhr auf dem Sofa eingeschlafen. Ich erwachte erst wieder am nächsten Morgen in meinem Bett. Neben mir hockte ein schlafenden Kian auf einem Stuhl. Ich kratzte mich nachdenklich am Kopf. Wie war ich ins Bett gekommen und was machte Kian hier? Hatten sie Gina gefunden? Wo ist Shane? Ich stand auf und rüttelte Kian an den Schultern bis er aufwachte. "Oh, Hi.", grinste er verlegen und zeigte dann mit dem Finger aufs Bett, was heißen sollte, dass ich mich hinsetzten sollte. Er überlegte kurz, bevor er mit dem Stuhl ans Bett rutschte. "Wir... ähm... wir haben Gina nicht gefunden." Er blickte mich ausdruckslos an und als er die ersten Tränen in meinen Augen sah, starrte er auf den Boden um seine eigenen Tränen zu unterdrücken. "Kian... das, das ist... oh Gott, es gibt keine Worte dafür. Ich hab so große Angst um sie. Ich geh hier nicht weg ohne sie. Es ist mir egal, dass mein Flug heute geht, ich geh nicht." "Wir bleiben alle hier, bis wir sie gefunden haben. Shane ist immer noch im Wald und sucht nach ihr. Wir waren die ganze Nacht weg. Ich bin vor einer Stunde gekommen, weil ich dich nicht allein lassen wollte, wenn du aufwachst, na ja und da bin ich dann eingeschlafen." Kian blickte verlegen auf den Boden. "Okay, ich dusch jetzt und dann geh ich auch suchen.", sagte ich und lief zur Tür. "Danke für alles!", fügte ich noch hinzu, bevor ich im Bad verschwand und hoffte, meine Sorgen um Gina würden im Abfluss mit weggespült werden. Aber nichts dergleichen geschah, es machte mich Wahnsinnig so im unklaren zu tappen und zu dem kamen mir auch noch die Gedanken um Kian und seine Gefühle wieder in den Sinn. Wie sollte das alles nur weitergehen??
"Charlene, du gehst auf keinen Fall allein los! Wir müssen davon ausgehen, dass Gina entführt wurde und da lass ich dich bestimmt nicht allein rumlaufen!", sagte Kian empört. Ich hatte vorgeschlagen, dass jeder allein in eine andere Richtung geht, weil es dann vielleicht schneller gehen würde, aber Kian war damit gar nicht einverstanden. Und Shane auch nicht. Er war uns am Strand entgegen gekommen und wusste noch genauso viel wie vorher, in dem Fall *Gina*. Nämlich nichts! "Shane, du gehst da lang, Charlene und ich gehen da hinter, okay?" "Ja. Und passt auf euch auf!" "Du auch!" Wir trennten uns und gingen jeweils in die entgegengesetzte Richtung weiter in den Wald hinein. Ich wusste gar nicht, dass der so groß war. Vom Strand aus, sah er viel kleiner aus. "Habt ihr gestern Nacht gar nichts gefunden?" "Nein, nichts. Es ist wirklich komisch und ich glaube, dass Gina gar nicht hier im Wald ist!" "Wo denn dann?" "Weiß nicht, aber wir haben die ganze Nacht lang gesucht und keine einzige Spur gefunden, kein komisches Geräusch gehört und überhaupt war alles viel zu... ach ich weiß nicht. Ich glaub es einfach nicht, aber vielleicht täusch ich mich ja auch nur. Lass uns weiter suchen." "Ja." Wir stampften fast 3 Stunden ziellos durch den Wald und durch das größte Gestrüpp ohne irgendetwas zu finden. Es war zum verzweifeln. Plötzlich klingelte Kians Handy. "Ja? Was, du hast sie? Wo war sie? Shane, wie geht es ihr, jetzt sag doch was! Ja, okay. Wir kommen. Bis dann!" Die paar Hundebrocken die ich verstand reichten vollkommen aus um mich überglücklich zu machen und ich viel Kian stürmisch um den Hals. "Du weißt nicht wie froh ich bin!", sagte ich und mir kamen vor Freude schon die Tränen. "Doch weiß ich, mir geht es nicht anders! Shane sagt, es geht ihr gut!" Ich ließ Kian wieder los und strahlte ihn an. Noch nie im Leben hab ich mich so sehr gefreut! Kian lächelte zurück und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, bevor er mich mit seinen wunderschönen blauen Augen ansah und meinem Gesicht mit seinem Mund immer näher kam. Ich wusste was passieren würde, ich wusste es und konnte mich nicht dagegen wehren. Ich war völlig blockiert! Kian legte seine Lippen sanft auf meine. Sie wahren kalt und weich und es fühlte sich so gut an. Ich genoss es für einen Augenblick, bis ich begriff was hier vor sich ging und ich Kian leicht von mir wegdrückte. "Kian... ich, ich glaube das ist nicht gut. Lass uns gehen, ich will zu Gina!" Ich lief an ihm vorbei in die Richtung aus der wir gekommen waren und ließ einen enttäuschten Kian im Wald stehen. Aber was hätte ich denn machen sollen? Seine Freundschaft bedeutete mir wirklich viel und ich wollte sie auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Sie war mir zu wertvoll und zu diesem Zeitpunkt war eine Beziehung unmöglich für mich. Ich hatte mir das alles gründlich überlegt und ich konnte das einfach nicht! Aber es war nur noch eine Frage der Zeit, wie sich für mich herausstellte...
Es verging fast eine Stunde, die wir schweigend nebeneinander herliefen und hofften, dass wir endlich wieder bei unserem Haus waren. So weit konnte es doch gar nicht mehr weg sein! Kian kickte hier und da mal ein paar Steinchen weg, die auf dem Weg lagen, den wir mittlerweile erreicht hatten und ich legte einen Slalomlauf um Ameisenhügel, Äste und Matschpfützen hin. Es verging eine weitere Stunde, ehe Kian schließlich die peinliche Stille durchbrach und etwas nicht unbedingt erfreuliches verkündete. "Das Haus kann nicht so weit weg sein. Das ist unmöglich! Ich glaub wir haben uns verlaufen." "Was?! Kian, ich dachte du kennst den Weg zurück!" "Tu ich ja auch, eigentlich!" "Ja, das seh ich! Grad sagst du wir haben uns verlaufen und jetzt kennst du den Weg auf einmal wieder! Was denn nun? Wirklich sehr toll, wir stehen mitten im Wald und keiner weiß wo hin! Wirklich klasse! Ich kann mir nichts schöneres vorstellen!" "Sag mal, warum bist du so gereizt?" "Ich bin nicht gereizt! Ich bin lediglich übermüdet!" "Übermüdet? Das ist jetzt aber nicht dein Ernst! Was soll ich denn sagen? Ich bin die ganze Nacht durch den Wald gerannt, also erzähl du mir bitte nicht, du bist übermüdet! Wenn es wegen dem Kuss ist, dann vergiss ihn! Es war falsch, okay, aber lass deine Aggressionen bitte nicht an mir aus! Hier sind genug Bäume die du anschreien kannst und denen es sicher nichts ausmacht! Und jetzt lass uns weiter gehen, ich glaub da vorne kommt ein Dorf oder so was. Man hört auf jeden Fall Autos!" Kian lief zügig an mir vorbei, aber ich konnte nicht! Keinen Zentimeter konnte ich mich bewegen. Es war genau das passiert, was ich vermeiden wollte. Wir standen mitten im Wald und schrieen uns gegenseitig an. Kian hatte recht, es war der Kuss, der meine Laune so sehr nach unten gezogen hatte, weil es einfach nicht hätte passieren dürfen. Es war nur ein Kuss, aber genau dieser Kuss löste gewissen Spannungen zwischen uns beziehungsweise bei mir aus, die nun dafür sorgten, dass wir uns stritten. Und genau das wollte ich vermeiden, genau das! "Charlene? Kommst du?" Kian war stehen geblieben und hatte seinen Blick auf mich gerichtet, aber ich konnte einfach nicht. Ich wollte nicht mit ihm streiten, das hatten wir schon viel zu oft und schon gleich gar nicht wegen einem Kuss der mir gar nichts bedeutet hatte. Er sorgte lediglich dafür, dass wir uns anzickten und für nichts anderes. Es war falsch! Oder doch nicht? War das alles nur, weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass ich Kian vielleicht doch liebte? Ärgerte es mich, weil ich den Kuss abgebrochen hatte, wo ich ihn am Anfang doch so sehr genossen hatte? Meine Gefühle spielten verrückt! War es nun ein Fehler oder doch nur eine Geste die mir die Augen geöffnet hatte? Warum war ich schlecht gelaunt? Weil es mich ärgerte, dass ich den Kuss abgebrochen hatte? Weil ich mir nicht eingestand, dass ich Kian doch liebte? Weil der Kuss ein großer Fehler war? Warum? Ich wiedersprach mir die ganze Zeit selbst! Einmal war es ein Fehler und einmal war es doch keiner! Ich wusste selbst nicht was es nun war, ich wusste nur, dass ich mit dieser Situation überfordert war. "Charlene? Was ist denn nun?" Ich war so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass Kian vor mir stand. "Ich weiß nicht.", stammelte ich und mir kamen schon wieder die Tränen. Es war anscheinend die Woche der Heulsuse, oder so was in der Art. Es war ungewöhnlich für mich, dass mich etwas so sehr aus der Fassung brachte, dass ich weinte und nun war es ein Wunder wenn ich mal nicht heulte! Was war nur los mit mir?? "Es tut mir leid, das mit den Bäumen hab ich nicht so gemeint!" "Es geht hier doch gar nicht um die Bäume, verdammt! Ich weiß nicht was ich will! Und das macht mich wahnsinnig! Ich kann nicht mehr!" Es schien als würden alle Emotionen auf einmal auf mich herabfallen. Mein Tränenstrom wurde schlimmer, mein Körper wurde lasch und ich musste mich an Kian klammern um nicht auf der Stelle umzufliegen. Das hier war definitiv zu viel für mich und meine Nerven. "Shhhh.", flüsterte Kian unaufhörlich in mein Ohr und versuchte mich zu beruhigen. Er nahm mich in den Arm und strich mir sanft über den Rücken. Als er merkte, dass es keinen Deut besser wurde zog er mich auf die Seite zu einem gefällten Baumstamm auf den wir uns setzten und ich ihm heulend im Arm lag. "Entschuldigung.", schluchzte ich, nachdem ich Kian bestimmt 10 Minuten vollgeheult hatte. "Ist schon okay, aber könntest du mir bitte sagen, was los ist? In deinem Kopf ist das vielleicht alles ganz klar und logisch, aber ich würde es auch gerne verstehen." "Nichts ist klar, ich versteh ja selbst nichts!" Ich wischte mir die Tränen weg und blickte Kian entschuldigend an. Er versuchte zu lächeln, aber es gelang ihm nicht wirklich. "Okay, ich versuche es. In meinem Kopf herrscht das totale Chaos! Ich wusste gar nicht, dass da so viel reinpasst, was einen so durcheinander bringt. Ich weiß nicht was mit mir los ist. Einerseits bereue ich den Kuss, ich hätte etwas tun sollen. Es hätte nicht so weit kommen dürfen und andererseits bereue ich gar nichts. Ich hatte ihn anfangs sogar genossen, es war schön und... ach ich weiß nicht. Ich bin mit dieser Situation überfordert. Ich weiß nicht ob ich dich liebe. Ich war mir bis vor 2 Tagen noch sicher, dass ich es nicht tue und jetzt bin ich das nicht mehr. Ich mag dich, da gibt es keine Zweifel, aber... ach Kian, warum ist das so kompliziert? Ich will dich nicht verlieren, als Kumpel mein ich. Was ist wenn es nicht klappt? Es wäre alles nicht mehr wie vorher und das will ich nicht. Ich will diese Freundschaft nicht aufs Spiel setzten, aber irgendwie will ich doch mehr. Gott, ich wiederspreche mir die ganze Zeit selbst! Ich glaub ich muss nachdenken. Nachdenken über uns und diese verdammte Situation."
Wir waren noch fast 2 Stunden unterwegs, bis wir endlich wieder am Ferienhaus ankamen. Das was Kian gehört hatte, waren nämlich keine Autos, sondern das Meer! Die 2 Stunden verliefen ziemlich schweigsam. Jeder dachte nach, aber zu einem Ergebnis kam keiner. Oder zumindest ich wusste immer noch nicht, wie es nun weiter gehen sollte. Aber als wir das Haus erblickten war sowieso wieder Gina im Vordergrund. Doch bevor wir überhaupt mal zu Gina kamen, trafen wir auf Shane der gerade in eine Diskussion mit einem Familienvater vertieft war, der das Haus eigentlich ab heute gemietet hatte. "Ich seh das überhaupt nicht ein! Ich habe dieses Haus ab heute gemietet und ich werde auch heute für die nächsten 2 Wochen hier in dieses Haus einziehen! Es ist mir egal, warum sie hier bleiben wollen! Und wenn sie nicht in 30 Minuten verschwunden sind, geh ich zur Polizei!" "Bevor sie zur Polizei gehen, werde ich ihnen mal gründlich die Fresse polieren! Es ist mir scheiß egal, ab wann sie dieses Haus gemietet haben! Meine Freundin wurde entführt und in ihrem Zustand können wir hier auf keinen Fall weg, verdammt noch mal! Stecken sie sich ihren Urlaub sonst wohin, ich bleibe hier!" "Shane, was soll das?" Kian war dazwischen gegangen, weil der Mann bereits vor Wut kochte und es wirklich nicht mehr lang gedauert hätte, bis er handgreiflich geworden wäre. Ich schlug mir meine Hand vor die Augen. Wie schlimm konnte es noch werden??? "Shane, wo ist Gina? Ich will zu ihr." "Im Wohnzimmer auf dem Sofa." Ich nickte und rannte dann ins Haus. Das wurde ja immer schlimmer! Ich hatte die Tür gerade geschlossen, als Gina aus dem Klo kam. "Gina! Da bist du ja!" Ich rannte auf sie zu und nahm sie in den Arm. Ich hatte mir so große Sorgen gemacht und ich war einfach nur überglücklich, dass sie wieder hier war. Ich führte sie ins Wohnzimmer zurück wo sie sich auf die Couch legte und sich in eine Decke einwickelte. Ich setzte mich daneben und sie versuchte zu erzählen, was passiert war. Kurz nachdem Shane im Wald war, hatte sie einen Schlag auf den Kopf bekommen und wachte erst wieder in einer kleinen Hütte auf, wo dann von den Entführern festgestellt wurde, dass Gina gar nicht die Person ist, die sie suchen. Am nächsten Morgen hatten sie Gina einfach in den Wald gehockt und waren verschwunden! So in etwa war alles abgelaufen, auch wenn das hier nur die Kurzform von der Kurzform war! Gina war noch völlig verstört und durcheinander. Es machte mich innerlich völlig fertig sie so zu sehen, auch wenn ich eigentlich gedacht hatte, meine Stimmung könnte gar nicht mehr weiter sinken, nach dem Vorfall im Wald. Wann würde das hier alles nur ein Ende nehmen?
Shane und Kian brachten den Familienvater schließlich doch noch so weit, dass er uns erlaubte noch eine Nacht zu bleiben. Wir mussten zwar alle im Wohnzimmer schlafen, aber mit Gina hätten wir auf keinen Fall abreisen können. Sie war viel zu schwach und ein Tag zum Ausruhen und wieder einigermaßen fit werden war bitter nötig. Zur Polizei sind wir schließlich auch nicht mehr gegangen, so wie wir es eigentlich geplant hatten. 1. wussten wir gar nicht wo die Polizei war, 2. waren die Entführer wahrscheinlich schon über alle Berge und 3. konnten wir so gut wie kein Wort Spanisch! Es hatte sich relativ viel getan, während Kian und ich im Wald herumirrten, denn Gina und Shane waren nun ein Paar. Es war richtig süß, wie Shane sich um sie kümmerte, aber Shane war ja sowieso mit Abstand der niedlichste Mann den ich kannte, wenn er nicht gerade wütend auf irgendwelche Väter war! Ich fragte mich immer wieder, wie man nur so süß sein konnte! Die Sache zwischen mir und Kian wurde auch noch mehr oder weniger geklärt. Wir hielten es beide für besser, wenn wir im Moment eine rein freundschaftliche Beziehung führen würden. Kian war die Enttäuschung zwar ins Gesicht geschrieben, aber nach dem zweistündigem Gespräch sah auch er ein, dass es für den Augenblick das Beste war. Aber wie gesagt, eben nur für den Augenblick...
Am Flughafen in Dublin kam dann der wohl schwerste Tag der letzten 2 Wochen. Der Abschied. "Oh Gott, ich werde euch beide schrecklich vermissen.", sagte Kian und umarmte erst Gina und dann mich. "Ich euch auch!", erwiderte ich und umarmte Kian noch mal, während sich unser Traumpaar in eine ruhigere Ecke verzog. "Die nächsten Wochen werden schrecklich! Gina ist in verliebtem Zustand noch schlimmer als sonst!", scherzte ich und blickte lachend zu den beiden die gerade beim knutschen waren. "Wem sagst du das? Und ich hab Shane die nächsten Wochen Tag und Nacht am Hals!" Wir mussten beide lachen, aber süß waren sie ja schon. "So, jetzt sollten wir aber wirklich gehen.", drängte Kian, der mit mir schon fast 45 Minuten am Flughafen stand und darauf wartete, dass Shane sich endlich von Gina losreisen konnte. "Ich liebe dich!" Shane küsste Gina ein letztes Mal, ehe er von Kian weggezogen wurde. "Ciao, ihr beiden Süßen! Ich ruf mal an, versprochen-" "Ich ruf dich jede Stunde an!", fiel Shane Kian ins Wort und ich musste grinsen. Da würden die Westlife Jungs noch was mit machen! Wir winkten Shane und Kian noch mal bevor wir in unser Taxi stiegen und uns nach Hause fahren ließen. "Ich vermisse Shane!" "G, wir sind jetzt gerade mal 5 Minuten unterwegs!" "Trotzdem! Außerdem tut mir mein Kopf wieder weh!" "Wir sollten vielleicht doch zum Arzt, vielleicht ist es was schlimmeres! Ich mein, du warst bewusstlos!" "Nein, nein, zum Schluss muss ich noch ins Krankenhaus. Da geh ich nicht hin, da kann Shane nicht jede Stunde anrufen!" Ich sagte doch, sie war in verliebtem Zustand noch schlimmer...
Die folgenden 2 Wochen, die noch von meinem Urlaub übrig waren, waren alles andere als Erholung. Stressig passte wohl am Besten, als Bezeichnung. Gina musste mit in meine Wohnung ziehen, da sie die Miete ihrer Wohnung nicht mehr bezahlen konnte. Sie wurde hochkantig rausgeworfen und auf der Straße konnte ich sie ja auch nicht sitzen lassen. Außerdem war meine Wohnung groß genug und ich musste nur noch die Hälfte der Miete bezahlen. Es dauerte fast 2 ganze Wochen, bis Gina komplett bei mir eingezogen war und es herrschte das totale Chaos! Ich hatte am ganzen Körper blaue Flecken und Prellungen, weil ich nicht nur einmal über herumstehende Kartons und herumliegende Sachen geflogen war. Außerdem machte Shane seine Drohung wahr und rief tatsächlich jede Stunde an! Es war zum verrückt werden! Zum Glück wurde das besser als ich wieder anfangen mussten zu arbeiten. Ich arbeitete bei einer großen Versicherungsfirma und war für sämtlichen Papierkram zuständig, wenn ich nicht gerade Kaffee kochte, Müll weg brachte oder den Schreibtisch meines Chefs aufräumte. Nicht unbedingt das was ich unter einem Traumjob verstand, aber die Bezahlung war nicht schlecht! Ich hatte mich nach einem anstrengendem Arbeitstag gerade gemütlich auf das Sofa fallen lassen, als das Telefon klingelte. "G? Gehst du? Das ist sicher Shane! G, wo bist du denn? Na gut, dann geh eben ich... Charlene Thompson?" "Hey Charlene, hier ist Kian!" "Hi Ki, na wie geht’s dir?" "Gut danke und selbst?" "Wenn man bedenkt, dass ich wieder arbeiten muss, dann geht es mir blendend!" "Das klingt ja nicht besonders toll! Aber was ich fragen wollte... also habt ihr am 31. Oktober schon was vor? In Dublin steigt eine große Halloween Party und wir haben 2 VIP Pässe für euch besorgt!" "Klingt gut, warte ich frag mal Gina. Muss die nur eben mal suchen! G-I-N-A!!!" "Suchen ist gut... Ich bin fast taub." "Hey, kritisierst du etwa meine persönliche Suchmethode? Ah, da kommt sie... Nein sie hat nichts vor und ich auch nicht, das heißt wir kommen!" "Super, wir holen euch um 19 Uhr ab. Vorausgesetzt Bryan schafft es mal pünktlich fertig zu sein. Eine halbe Stunde Verspätung ist bei ihm normal!" Kian seufzte ins Telefon, bevor er sich verabschiedete und das Telefon an Shane weiterreichte. Ich tat es ihm gleich und übergab meins an Gina, die sich daraufhin für eine Stunde in ihr Zimmer verkroch und Liebesschwüre durchs Telefon schickte. Den beiden war wirklich nicht mehr zu helfen!
"Charlene, soll ich lieber die blaue oder die schwarze Hose anziehen?" "Welcher Lippenstift passt besser zu meinem roten Top?" "Bekomm ich deine schwarzen Schuhe?" "Wie viel Zeit hab ich noch?" "Sind meine Haare auch wirklich okay so?" "Gina, Shane nimmt dich auch mit Glatze und wenn du im Kartoffelsack vor ihm stehst, also mach hier nicht so ein Theater und zieh dich an. Sie kommen in 10 Minuten und es macht keinen besonders guten Eindruck, wenn du die Tür im BH öffnest, wobei Shane sicher begeistert wäre!" Ich schob Gina in ihr Zimmer und legte ihr ein komplettes Outfit aufs Bett. Seit 2 Stunden rannte sie schon durchs Haus und verbreitete Hektik! "Seh ich gut so aus?" "G, du siehst immer gut aus und jetzt Abmarsch. Sie kommen gleich." Ich hatte den Satz noch gar nicht richtig ausgesprochen, als es an der Tür klingelte und Gina an die Tür sprintete. Sie hatte Shane noch gar nicht ganz gesehen da fiel sie ihm schon um den Hals. "Ich hab dich so vermisst, Süße!" Shane gab ihr einen innigen Kuss und ich drängte mich an der Seite vorbei um Kian zu begrüßen. Wenn ich ehrlich bin, hab ich ihn sehr vermisst. Er war mir in den 2 Wochen total ans Herz gewachsen und die ersten paar Tage, hab ich ihn wirklich stark vermisst. Es ging sogar so weit, dass ich an meiner Entscheidung zweifelte. Hätten wir es doch versuchen sollen? Ich verwarf den Gedanken sofort wieder, aber im Kopf schwirrte er trotzdem die ganze Zeit herum. Ich dachte viel nach und irgendwann kam ich zu dem Ergebnis, dass ich Kian liebte. Egal was ich mir vorher immer eingeredet hatte, ich liebte Kian Egan und ich hatte mir fest vorgenommen, ihm im Laufe des Abends meine Gefühle zu gestehen! Aber nun freute ich mich erst mal, dass ich ihn wieder sah. "Blondie!", rief ich und umarmte Kian stürmisch. "Wer hat dir diesen grässlichen Spitznamen verraten?" "Stand in deinem Steckbrief, den Gina im Zimmer hängen hatte!" "Na toll!" Kian zog eine Schnute und verschränkte die Arme beleidigt vor seiner Brust. Ich musste grinsen, es sah zu niedlich aus. "Gut, genug gesponnen, jetzt stell ich dir erst mal die anderen Jungs vor!" Kian nahm meine Hand und zog mich zu einem schwarzen Van an dem 3 Jungs standen und sich über Autos unterhielten. "Jungs, das ist Charlene. Charlene, das sind Nicky, Bryan und Mark!" Ich lächelte und gab ein schüchternes "Hi" von mir. "Du bist also die Frau, die Kian den Kopf verdreht hat", sagte Bryan und fing an zu lachen. Kian gab ihm einen heftigen Stoß in die Seite worauf sein Lachen verstummte und nun war es der Rest der lachte. Mein Gesicht hatte wahrscheinlich die Farbe einer Tomate angenommen, mir war dieser Kommentar irgendwie peinlich. Und ich war nicht die Einzigste die jemandem den Kopf verdreht hatte, Kian war da mindestens genauso schlimm! "Fahren wir jetzt endlich, oder wollt ihr hier festwachsen?" "Sag das mal Shane! Er tut grad so, als hätten sie sich 10 Jahre nicht mehr gesehen!" "Du kennst ihn doch, wenn er mal mit so was anfängt kann er nicht mehr aufhören!" Die Jungs fingen an zu lachen und beobachteten amüsiert Shane und Gina die auf der Treppe saßen und nicht mehr voneinander lassen konnten. "Wir sollten ihn an die Laterne binden. Anders bekommen wir die zwei nie auseinander! Aber ich probier mein Glück mal!" Nicky marschierte auf die zwei zu und stellte sich breitbeinig vor sie, die Arme in die Hüften gestemmt. Es dauerte ein paar Minuten, ehe er mit Gina und Shane im Schlepptau wieder angelaufen kam. "Na? Bin ich gut oder gut?" "Eigenlob stinkt, Byrne!" "Das sind deine Socken, Bryan!" Bryan zwickte Nicky in die Seite bevor sich alle in den Van quetschten und zur Halloween Party fuhren. Es war schon ziemlich viel los als wir ankamen und das Erste was wir machen mussten, war durch künstlichen Spinnenweben zu laufen, die mindestens genauso eklig waren wie echte! "Guck mal Shane, da hinten bist du!" Bryan deutete auf eine Hexe die von der Decke hing und lachte sich kaputt über seinen Witz. Der Rest schüttelte nur den Kopf. Er war noch nicht mal angeheitert, wie würde das wohl noch enden, wenn er ein paar Bierchen zu viel hatte?
"Komm, lass uns tanzen!" Gina zog Shane auf die Tanzfläche, während Mark an der Bar flirtete, Nicky mit Ronan Keating redete, Bryan das Büffet plünderte (er hatte schon im Auto angefangen zu quengeln, dass er Hunger hatte) und ich mit Kian an einem Tisch saß und einen Cocktail schlürfte. Ich beobachtete das Geschehen um mich herum und ich entdeckte ziemlich viele bekannte Gesichter, unter anderem auch die Kätzchen von Atomic Kitten und die Mädels von Girls Aloud. Gareth Gates war mir auf dem Weg zum Klo auch über den Weg gelaufen und Lee von Blue unterhielt sich gerade mit Rachel Stevens. "Komm lass uns auch tanzen!", forderte ich Kian auf und schob mein Glas weg. "Ich kann nicht tanzen!" "Die Ausrede gilt nicht! Lass dir was besseres einfallen!" "Na gut." Kian stand auf und ich zog ihn mit auf die Tanzfläche, wo wir zu Robbie Williams *Let me entertain you* tanzten. "Wie hast du den denn auf die Tanzfläche bekommen?" Mark grinste mich breit an, bevor er sich wieder verzog und im Getümmel verschwand. "Was war das denn?", fragte Kian und kratzte sich ratlos am Kopf. Ich zuckte ahnungslos mit den Schultern, bevor ich mich wieder zum Takt der Musik bewegte. Es machte total viel Spaß zusammen mit Kian zu tanzen und nach einer ganzen Reihe von Songs, die Stimmung brachten, folgten endlich etwas ruhigere Lieder, die mir persönlich besser gefielen, weil man da eben mehr Körperkontakt hatte. "Hat dir heute eigentlich schon jemand gesagt, dass du fantastisch aussiehst?", fragte Kian und zog mich an meinen Hüften näher zu sich heran. Aus den Lautsprechern erklangen bereits die ersten Takte von *You’ll never be alone* von Anastacia. Mein Herz machten einen Luftsprung, ich liebte dieses Lied und nun stand ich hier, hatte meine Arme um Kians Nacken geschlungen und tanzte mit ihm zu meinem absoluten Lieblingssong. "Nein." "Gut, dann mach ich das jetzt. Du siehst fantastisch aus!" Ich musste lachen, das war Kian, charmant wie immer! "Danke, Casanova!" Ich küsste ihn auf die Wange, bevor ich meinen Kopf an seine Schulter lehnte und diesen Augenblick genoss. Kian hatte seine Hände an meine Hüften gelegt und summte leise die Melodie des Liedes mit. Der Duft seines Aftershaves kroch in meine Nase und ich musste leise seufzen. Er roch großartig! Von mir aus hätte dieses Lied nie enden können.
"Ich geh mal kurz auf Toilette. Gina, kommst du mit?" Ich versuchte möglichst elegant über Kian zu klettern, der neben mir saß und mich amüsiert beobachtete. Nach ein paar Verrenkungen hatte ich es doch noch geschafft und zupfte meine Hose und mein Top wieder zurecht, während ich auf Gina wartete, die das gleiche Problem hatte. "Kann mir mal einer erklären, warum Frauen IMMER zu zweit aufs Klo gehen?" Nicky blickte ratlos in die Runde und bekam als Antwort lediglich ein Schulterzucken von Shane, Mark und Kian. Ich lachte leise vor mich hin, ehe ich Gina an der Hand nahm und mit ihr zusammen zu den Toiletten lief. Ich wollte gerade die Tür aufmachen, als ich stehen blieb und mich noch mal genauer umsah. Hatte ich mich also doch nicht getäuscht. Am Ende des Ganges stand Bryan und knutschte heftig mit einer Blondine. Ich zupfte Gina an den Haaren und deutete auf die zwei, die wir gerade auf frischer Tat ertappt hatten. Erst als ich genauer hinsah, erkannte ich auch wer die Glückliche war. Kerry *Kitten* Katona! Gina zog mich in die Toilette und fragte leicht verwirrt. "Das sind nicht wirklich Bryan und Kerry, oder??" "Nein, das sind Wachsfiguren aus *Madam Tussauds*", antwortete ich ironisch auf Ginas blöde Frage und schüttelte lachend den Kopf. Ich lief an ihr vorbei und verrichtete mein Geschäft, während sie ihr Make-up checkte und ihre Frisur zurechtzupfte, was eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denn sie sah immer noch perfekt aus! Ich wusch mir meine Hände und warf auch noch einen kritischen Blick in den Spiegel, bevor wir wieder zurück zu den Jungs liefen, aber nicht ohne noch einen Blick auf Bryan und Kerry zu werfen. "Ihr glaubt nicht, was wir gerade gesehen haben!", erzählte Gina aufgeregt und kletterte wieder zu Shane. Ich nahm die einfachere Variante und forderte Kian einfach auf, nach hinten zu rutschen. "Was gibt es auf dem Klo schon interessantes zu sehen?", fragte Kian und sah Gina gespannt an. "Nicht auf dem Klo!" "Ich dachte da wart ihr!" "Mensch, jetzt lass mich doch mal erzählen!" Kian hob abwehrend die Hände und legte dann einen Arm um meine Schultern. "Bryan und Kerry von den Kittens stehen vor den Klos und knutschen!!" Gina grinste breit in die Runde und ich lachte mich innerlich kaputt über die Gesichtsausdrücke der Jungs. Sie waren zu komisch, aber ich wollte nicht unhöflich sein und deshalb verkniff ich mir mein Lachen eben so gut es ging. "Unser Bryan?", fragte Shane ungläubig und ich stellte zum wiederholten Male fest, dass kein Paar besser zusammen passte als Shane und Gina! Keiner stellte blödere Fragen als die beiden! Kian dachte anscheinend das Selbe! "Natürlich unser Bryan oder siehst du hier noch einen, bei dem es uns auch nur annähernd interessieren würde mit wem er rumknutscht?" Kian zog eine Augenbraue nach oben, bevor er nach seinem Glas griff und es leerte. Er hatte diese Neuigkeit im Gegensatz zu Shane und Mark, der immer noch sprachlos auf den Tisch starrte, ziemlich gefasst aufgenommen. Er fuchtelte mit seiner Hand wild vor Marks Gesicht herum um ihn wieder in die Realität zurückzuholen. "Na? Hat’s dir die Sprache verschlagen?" "Na ja, also ich hätte einfach nicht gedacht, dass sich Bryan nach der Enttäuschung mit Rebecca so schnell ein neues Mädel angelt." Shane nickte zustimmen und küsste Gina, bevor er aufstand und Richtung Toiletten lief. "Also neugierig ist der ja überhaupt nicht!", stellte Kian lachend fest und blickte Shane hinterher. Nein, neugierig war Shane nicht! ;-)
Der Abend verging viel zu schnell. Stunden kamen mir vor wie Minuten, es war als hätte jemand auf einen Knopf gedrückt, der alles in 3-facher Geschwindigkeit geschehen ließ. Es war schon kurz nach 2, als ich meinen Kopf ziemlich stark zu spüren bekam, was aber nicht daran lag, dass ich einige Cocktails getrunken hatte, sonder daran, dass in dem Club eine ziemlich stickige Lauft, gemischt mit Rauch, entstanden war. Ich zog mir meine Jacke, die ich am Anfang achtlos auf die Bank geschmissen hatte, über und stand auf. "Willst du schon gehen?", fragte Kian und stand ebenfalls auf. "Nein, ich will nur ein bisschen frische Luft schnappen!", lächelte ich und zog den Reisverschluss nach oben. "Ich komme mit! Wenn es dich nicht stört..." "Nein" Kian griff nach seiner eigenen Jacke und folgte mir dann nach draußen. Wir blieben erst ein paar Minuten vor der Tür stehen, bis wir uns dazu entschieden ein Stück zu gehen. Es war nicht mehr viel los auf Dublins Straßen und es fuhren nur noch vereinzelt Autos durch das sonst so belebte Viertel. Ich hackte mich bei Kian unter und lief schweigend neben ihm her. Wir waren schon ein ganzes Stück gelaufen, als wir den St. Stephen’s Green erreichten und uns auf eine der Parkbänke setzten. Während Kian mit seinen Füßen kleine Kreise in den Kies malte beobachtete ich den Himmel. Man konnten den Wolken richtig zusehen wie sie vorbeizogen und immer wieder vereinzelte Sterne hervorblitzen ließen. Es war eine angenehme Stille die zwischen uns herrschte und keinesfalls peinlich. Ich genoss die Ruhe. Sie war nach den Stunden die wir im Club verbracht hatten eine richtige Erholung! Keine laute Musik, kein Bryan der blöde Witze riss, kein Shane der blöde Fragen stellte, einfach nur Stille!
"Guck mal ne Sternschnuppe!" Kian hatte mich leicht angestoßen und deutete in den Himmel. Ein Wunder, dass man bei dieser Bewölkung überhaupt etwas sah, aber Kian hatte recht, da war wirklich eine! "Darfst dir was wünschen!", antwortete ich und schob mir einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Hmmm..." Kian legte einen Zeigefinger an sein Kinn und tat so als würde er angestrengt über einen Wunsch nachdenken. Ich musste kichern, es sah zu süß aus. "Ich hab was!", verkündete er nach ein paar Minuten stolz und grinste mich an. "Was denn?" "Sag ich nicht, sonst geht es ja nicht in Erfüllung!" "Na dann!" Ich lachte. Hätte uns jemand gehört, würde wahrscheinlich jeder denken es würden zwei 5-jährige auf der Bank sitzen. "Warum lachst du?", fragte Kian und legte seinen Kopf schief, während er seinen Hundeblick aufsetzte und mich völlig durcheinander brachte. Dieser Blick war tödlich und eigentlich sollte man Kian dafür einen Waffenschein ausstellen!! Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. *Soll ich, oder soll ich nicht?* Dieser Gedanke schwirrte mir seit diesem Moment die ganze Zeit im Kopf herum und ich entschied mich für den 1. Teil des Satzes. Wie hieß es so schön? Jetzt oder nie! Wenn nicht jetzt, wann dann? "Kian, ich... ich muss mit dir reden.", sagte ich und blickte verlegen auf Kians Schuhe. Ich konnte ihm in diesem Moment einfach nicht in die Augen sehen, weil es mich wieder völlig durcheinander gebracht hätte. Kian setzte sich aufrecht hin und hatte seinen Blick auf mich gerichtet. Ich spürte richtig wie sein Blick auf mir haftete und es machte mich unheimlich nervös! "Kian, die letzten Wochen haben mir viel Zeit zum Nachdenken gegeben und ich hab viel nachgedacht!" Gott, was redete ich nur für einen Unsinn? Warum brachte mich dieser Mann nur so sehr aus dem Konzept? Am Nachmittag hatte ich mir doch in Gedanken schon so viele Formulierungen ausgedacht und nun war alles weg! Ich hob meinen Kopf und sah Kian an, der eine Augenbraue nach oben gezogen hatte und mich schief anlächelte. "Sorry, ich rede hier gerade völligen Unsinn!", entschuldigte ich mich und fuhr mir mit meiner Hand durch meine Haare. Eine blöde Angewohnheit! "Kian, ich habe dich vermisst, sehr sogar und... und... Kian, ich liebe dich!" Ich war stolz, dass es nun endlich raus war und gleichzeitig war ich richtig wütend auf mich, weil ich mich so dämlich angestellt hatte! Aber Kian störte das anscheinend weniger. Er lächelte mich an, ehe er mein Gesicht in seine Hände nahm und mich zu sich heranzog. Er küsste mich und es war als würden 1000 Blitze durch meinen Körper zucken. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und es hievte mich innerhalb von Sekunden in den 7. Himmel! Wie konnte ich nur jemals so doof sein und diese Liebe verweigern? Kian löste sich aus dem Kuss und drückte mich fest an sich. "Was eine Sternschnuppe alles bewirken kann...", flüsterte er lachend in mein Ohr, bevor er einen zarten Kuss drauf hauchte. "Ich liebe dich auch!", fügte er noch hinzu und machte mich mit diesen Worten zum glücklichsten Menschen der Erde! Wir blieben noch einige Minuten auf der Bank sitzen und ließen die vergangenen Minuten Revue passieren. Es war wie in einem Traum. "Lass uns wieder zurückgehen, die anderen wundern sich bestimmt schon, wo wir bleiben." Kian war aufgestanden und hielt mir seine Hand entgegen, die ich glücklich ergriff. Kian lächelte mich an, ehe er mir einen kurzen Kuss auf die Nasenspitze drückte und dann seinen Arm um meine Schultern legte.
"Wo wart ihr beiden denn so lange?" Bryan kam uns mit Kerry im Arm in der Tür entgegen und war anscheinend gerade beim Gehen, weil er mit der freien Hand nach seinem Autoschlüssel suchte. "Wir waren spazieren. Gehst du schon?" "Schon ist gut, es ist kurz vor 3, aber, ja, ich gehe!" Bryan grinste schelmisch und nickte mit dem Kopf Richtung Kerry. Kian rollte lachend mit den Augen, das war ja mal wieder typisch Bryan! "Na dann, viel Spaß noch! Man sieht sich!" Bryan nickte und ich rief ihm noch ein kurzes "Ciao" hinterher, als er und Kerry auch schon um die Ecke verschwunden waren. "Und was machen wir jetzt?" "Shane suchen, er schuldet mir noch einen Tanz! Nicht dass der noch schlapp macht!" "Shane?" Kian verzog das Gesicht und guckte wie ein kleines Kind, das erfahren hatte, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt! "Guck nicht so, mit dir tanz ich auch noch. Versprochen!" Ich küsste ihn kurz auf den Mund bevor ich mich bei ihm einhackte und mit ihm zum Tisch lief, an dem der Rest saß. Kian grinste von einem Ohr bis zum anderen genauso wie ich und man konnte wahrscheinlich schon von Weitem sehen was los war. Außerdem wusste sowieso schon jeder was zwischen uns beiden vorging, es war ja offensichtlich so wie wir uns den ganzen Abend über verhalten hatten. Es war also nicht schwer zu erraten und Gina begann erst mal zu Kreischen, als sie uns kommen sah. "MUFFIN!!!! Aaaaahhhhh, wie geil!" Gina war aufgesprungen und direkt auf mich zugerannt. Sie fiel mir stürmisch um den Hals was Kian amüsiert beobachtete. "Ich freu mich ja so für dich, mein Schatz!" "G! Der ganze Club schaut schon..." "Egal!" Sie ließ mich wieder los, grinste mich breit an und ich gab ihr dankend ein Küsschen auf die Wange, bevor sie Kian umarmte und ihm drohte, sie würde ihn erschießen, wenn er nicht auf mich aufpassen würde! Während die zwei noch weiter diskutierten, welche Strafen sie sich geben werden und damit den halben Club unterhielten, kam ich zu meinem Tanz mit Shane. "Ich liebe dieses Lied!", sagte er, während aus den Boxen der Chorus von *Back for good* tönte. "Ich freu mich übrigens total für euch beide! Aber eins muss ich ja schon mal sagen. Ohne mich würdet ihr euch immer noch die Köpfe einschlagen!" Wir mussten bei dem Gedanken beide lachen. Wer hätte damals schon gedacht, dass Kian und ich jemals ein Paar werden würden, wo wir uns doch gegenseitig fertig machten und Stundenlang überlegten wie wir dem anderen eins auswischen konnten?? Diese Story war verrückt, schlicht und einfach verrückt!
"I don’t wanna feel, the way that I do. I just wanna be, right here with you. I don’t wanna see, see us apart. I just wanna say it straight from my heart. I miss you...", hallte es aus dem CD-Player, während Gina und ich im Wohnzimmer auf dem Teppich saßen und Ginas Westlife Ordner auseinander nahmen. Wenn wir schon nicht bei Shane und Kian sein konnten, wollten wir sie wenigsten ein kleines bisschen "zu uns holen". Es war zwar nur ein wirklich kleiner Trost, aber besser als gar nichts. Kian und ich waren inzwischen schon genau 4 Wochen und 3 Tage zusammen und überglücklich. Im Moment waren die Jungs im Studio in Schweden um ihr neues Album aufzunehmen und das letzte mal hatte ich Kian vor gut 2 Wochen gesehen. Es war eine harte Zeit, da wir frisch verliebt waren und am liebsten der ganzen Welt gezeigt hätten wie glücklich wir waren, aber es ging eben nicht. Und zu allem Überfluss kam auch noch eine Kündigung in den Briefkasten geflattert. Ich hatte keine Ahnung wieso und nun stand ich arbeitslos da und hatte keinen blassen Schimmer wie es nun weiter gehen sollte! "Mach mal bitte *Seasons in the sun*, da singt Kian auch!", drängelte ich Gina, die gerade am CD-Player herumhantierte und meine Augen begannen vor Freude zu leuchten als Kians Stimme erklang. "Er singt viel zu wenig! Ich sollte mich demnächst mal bei Louis beschweren!", meckerte ich, weil Kian wirklich viel zu wenig sang! "Nicht bei Louis, du musst zu Simon Cowell!" "Ach, wie auch immer, ist doch egal wie der Idiot heißt! Ich werde mich auf jeden Fall beschweren!" Gina grinste und suchte dann weiter nach ihrem Lieblingsbild von Shane, das auf mysteriöse Weise verschwunden war. Aber wahrscheinlich lag es nur irgendwo in der Wohnung, da sie ja die Bilder im ganzen Haus verteilt hatte. Es gab nicht eine Ecke in der kein Shane grinste, aber inzwischen war ich auch schon so weit, dass ich mein Zimmer mit Postern tapeziert hatte! Die Jungs machten sich jedes mal darüber lustig, wenn sie hier waren. Während ich völlig in Gedanken versunken ein Foto von Kian anstarrte hatte Gina begonnen durch die gesamte Wohnung zu robben. "Irgendwo muss das verdammte Bild doch sein!", fluchte sie und räumte den ganzen Staub unter dem Sofa hervor. "G, was soll das? Such wo anders, aber bitte nicht da, wo am meisten Staub liegt. Du verteilst ihn in der ganzen Wohnung! Unter dem Sofa liegt er doch gut!" Gina stand wieder auf und klopfte sich die Hose und ihren Pulli wieder sauber, bevor sie sich zu mir setzte und ein neues Lieblingsbild suchte. "Wie findest du das? Süß, oder?" Gina hielt mir ein Konzertfoto vor die Nase und wedelte damit herum. "Nein, da hat er doofe Haare!" "Hat er gar nicht, Kian hat doofe Haare!" "Ach, jetzt auf einmal? Vor 3 Monaten war er noch Mister Perfect und seine Frisur war immer perfekt!" Ich lachte als ich Ginas dämlichen Blick sah. Ich konnte mir diese Sticheleien einfach nicht verkneifen. "Süße, das war ein Witz! Du weißt doch wie ich das meine!" "Ja, weiß ich!", lächelte sie und wir umarmten uns kurz, bevor sich jeder wieder seinem Schatz widmete und vor sich her träumte.
Es vergingen weitere 5 Tage ehe ich mit meinem Koffer am Flughafen stand und wartete, dass Kian aus dem Flugzeug steigen würde. Die Jungs hatten für eine Woche frei bekommen und ich zog für eine Woche in Kians Apartment in Sligo. Es war das erste Mal, dass ich nach Sligo kam! Ich musste nur noch warten bis er endlich aus Schweden ankam, bevor wir losfahren konnten. Ich war total nervös und freute mich riesig. "Na endlich!", stöhnte ich, als der Privatjet auf die Landebahn rollte. Ich drängelte mich an den ganzen Fans vorbei, die sich im Flughafen angesammelt hatten und rannte Kian entgegen, als er aus dem Flugzeug stieg. "Charlene, meine Süße, ich hab dich ja so vermisst!" Kian wirbelte mich einmal durch die Luft ehe er mich küsste und somit mein Verlangen der vergangenen Wochen stillte. Ich drückte ihn noch einmal fest an mich und ging dann die anderen Jungs begrüßten. "Hey Kleine!", sagte Shane und küsste mich auf die Wange. Ich musste lachen, immer noch der Alte. Er wusste ganz genau, dass er mich mit der Bezeichnung *Kleine* auf die Palme bringen konnte, aber im Moment war mir das egal, ich freute mich einfach nur, dass ich sie alle wieder sah. Als ich alle durch hatte, lief ich wieder zu Kian und küsste ihn noch mal bevor wir zusammen zum Gate liefen und nach dem Gepäck der Jungs suchten. Sie schrieben noch ein paar Autogramme, bis jeder seine eigenen Wege ging und sich auf zu Hause und die Familie freute. Shane fuhr mit dem Taxi zu Gina, da sie mit einer Magen-Darm-Grippe im Bett lag und deshalb nicht mitkommen konnte. Die Arme hatte es voll erwischt!
Wir konnten ohne Probleme durchfahren und standen fast 2 Stunden später vor Kians Apartment mitten in Sligo. Kian sperrte die Tür auf und flog fast über den Haufen Fanpost, der dort lag. "Ach du meine Güte!" Kian ließ den Koffer fallen und schlug sich mit der Hand vor die Augen. "Das ist ja nicht zu fassen!", stöhnte er und sammelte die Briefe ein, die er dann im Arbeitszimmer verstaute, bevor er mich ins Wohnzimmer führte und danach die Koffer in sein Schlafzimmer trug. "Kian? Wer ist das?" Ich deutete auf ein Bild das an der Wand hing, als Kian ins Wohnzimmer kam. Es zeigte eine blonde, ziemlich attraktive Frau, die lachend neben einem Baum posierte. "Das ist Cathleen." Kian blickte verlegen auf den Boden und lief anschließend in die Küche um Kaffee zu kochen. Cathleen, war da nicht was?? Ich war mir sicher, dass ich den Namen Cathleen schon einmal in Verbindung mit Kian gehört hatte und dann viel es mir wieder ein. Shane hatte in Spanien von ihr erzählt. Wegen ihr war Kian so mies drauf, was Frauen anging und es verwirrte mich schon ein bisschen. Warum hatte er Bilder von der Frau, die ihn so sehr enttäuscht hatte, an der Wand hängen?? Ich wollte ihn auf die Probe stellen, weil er gar nicht wissen konnte, dass ich von Cathleen wusste. Shane und ich hatten nie jemandem von unserem Gespräch erzählt, er konnte es nicht wissen. "Wer ist Cathleen?" Ich war Kian in die Küche gefolgt und schlang meine Arme von hinten um ihn. Mein Kopf lehnte an seinem Rücken. "Nicht so wichtig." "Aber warum hast du dann ein Bild von ihr im Wohnzimmer hängen?" Kian drehte sich um und ich konnte sehen, dass er genervt war. "Charlene, bitte!" Er sah mich eindringlich an und es war offensichtlich, dass er nicht über Cathleen sprechen wollte. Er schob mich auf die Seite, ehe er mit 2 Tassen aus der Küche lief. Na toll, ich war wirklich enttäuscht. Warum sagte er mir denn nicht wer sie war? Ich trottete ihm hinterher und setzte mich zu ihm aufs Sofa. Meine Laune war nach der großen Wiedersehensfreude schon wieder erheblich gesunken.
"Schatz? Was ist los?" "Nichts." Kian und ich lagen auf dem Sofa und warteten darauf, dass irgendwas passieren würde. Ich war immer noch enttäuscht und ein bisschen bockig, während Kians miese Laune schon längst wieder verflogen war. "Ich seh doch das was nicht stimmt! Charlene, vertraust du mir so wenig?" Bitte?? Ob ich ihm nicht vertraute?? Wer sagte mir denn nicht wer Cathleen war? Das war ja wohl er! So langsam ging er mir auf den Kecks! "Kian, was soll das? Du weißt ganz genau, dass ich dir vertraue!" "Warum redest du dann nicht mit mir?" "Weil du mir auf meine Frage eh keine Antwort gibst!" "Es ist also immer noch wegen Cathleen! Charlene, sie ist nur eine Bekannte. Nichts weiter!" "Natürlich, ich häng auch Bilder von meinem ganzen Bekanntenkreis an die Wand!" Ich wurde so langsam echt stinkig. Warum log er mich denn an? Es war doch nichts schlimmen, dass er mit ihr zusammen war. Ist ja okay, ich hatte auch schon andere Freunde vor ihm, aber es machte mich Wahnsinnig das er nun mit so einem Unsinn daher kam. Was sollte das? "Warum lügst du mich an?" Kian wurde rot und senkte seinen Blick. Ich hatte ihn erwischt! "Charlene, das... woher weißt du wer sie ist?" "Kian hör auf! Es ist egal woher ich es weiß, warum lügst du mich an?" Kian spielte nervös an seiner Uhr und fuhr sich immer wieder verlegen durch die Haare. Er wusste keine Antwort, aber ich wollte verdammt noch mal eine! "Sie bedeutet dir immer noch etwas stimmt’s?" "Nein! Charlene, das ist kompletter Unsinn. Ich liebe nur dich!" "Warum lügst du mich dann an? Dachtest du ich würde dir den Kopf abreisen, nur weil du einmal mit ihr zusammen warst oder was? Kian was soll das?" "Es tut mir leid, ich weiß nicht warum ich das getan habe. Sie bedeutet mir nichts mehr, sie hat mich viel zu sehr verletzt, sie ist lediglich eine Freundin. Charlene ich liebe dich, nur dich und das weißt du!" Ja, das dachte ich auch, aber so sicher war ich mir da nicht mehr. Aber Kian sah mir die ganze Zeit in die Augen während er sprach und hätte er gelogen, hätte er mir nicht in die Augen sehen können. "Ich liebe dich doch auch, ich bin nur enttäuscht!" "Komm her." Kian zog mich in seine Arme und küsste mich innig. "Es tut mir leid!" Er setzte mal wieder seinen unwiderstehlichen Hundeblick auf und ich musste unwillkürlich lächeln. Da hatte ich mir schon so einen Spitzbuben eingefangen!
"Guten Morgen, mein Engel!" Kian hatte sich über mich gebeugt und das Erste was ich an diesem Morgen sah, waren seine wunderschönen blauen Augen, in denen man am liebsten versinken und nie wieder auftauchen möchte. "Morgen!", gähnte ich und zog mir die Decke bis zum Kinn. Kian strich mir sanft die Haare aus dem Gesicht und küsste mich auf die Stirn bevor er sich hinsetzte und nach seinen Shorts angelte, die auf dem Boden lagen. "Ich mach Frühstück!", sagte er und stand auf. "Ist gut!" Ich blieb noch ein paar Minuten liegen und musste bei den Gedanken an letzte Nacht schmunzeln. Kian hatte mich ganz schön gefordert! ;-)
Wir lagen gerade Arm in Arm auf dem Sofa und diskutierten, was man bei so einem scheußlichen Wetter im Dezember machen konnte, als es an der Tür klingelte. Kian stand seufzend auf und lief zur Tür an der nun Sturm geklingelt wurde. "Ja ja, ich komme! Oh, Hi Shay, Hi Gina! Was macht ihr denn hier? Ach, kommt erst mal rein, ist ja grausames Wetter da draußen!" Bei den Namen Shay und Gina war auch ich vom Sofa aufgestanden und an die Tür gelaufen. "G! Geht’s dir wieder besser?", fragte ich und umarmte sie besorgt. "Ja ja, das erklär ich dir nachher!" Ich nickte und wir folgten Kian und Shane die bereits auf dem Sofa saßen. Wir setzten uns dazu und Gina begann zu erzählen, während sie immer wieder verliebte Blicke auf Shane warf der von einem Ohr bis zum anderen grinste. "Also, Charlene, ich hatte gar keine Magen-Darm-Grippe. Shane und ich bekommen ein Baby!" "Bitte was?! Wie konnte das denn passieren??" "Soll ich dir jetzt erklären wie man ein Baby macht, oder wie?" "Nein, natürlich nicht! Oh mein Gott! G! Das ist ja,... ich weiß nicht! Man, wie cool! Es ist doch cool, oder?" Gina nickte heftig und Shane küsste sie, bevor ich ihr um den Hals fiel. Meine beste Freundin bekam ein Baby, unglaublich! Als ich auch Shane beglückwünscht hatte und auch Kian wieder saß herrschte erst mal Stille, die schließlich durch Kian durchbrochen wurde. "Darauf müssen wir anstoßen! Mit Orangensaft, versteht sich..."
Shane und Gina waren noch bis spät in die Nacht bei Kian und wir hatten jede menge Spaß. Ich hatte Gina schon lange nicht mehr so glücklich gesehen und Shane strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Es war richtig süß, sie freuten sich beide riesig über das Baby. Gina liebte Kinder schon immer. Immer und überall redete sie über Kinder (oder Westlife). Schon seit der 5. Klasse war sie sich sicher, dass sie später einmal als Kinderpflegerin in einem Kindergarten arbeiten möchte. Leider ist dieser Beruf in Dublin oder allgemein Irland sehr gefragt und es ist wirklich schwierig einen Arbeitsplatz zu finden. Gina hatte es nach ihrer Ausbildung nicht geschafft und so verdiente sie sich ihr Geld mit Babysitten oder so. Aber sie war ziemlich optimistisch und gab nie auf und ich war mir auch sicher, dass sie irgendwann ihren Traum als Kinderpflegerin im Kindergarten wahr machen würde. Aber im Moment fiel das ja sowieso weg. Nach der Geburt hatte sie erst mal 3 Jahre Mutterschaftsurlaub und für die 8 Monate vor der Geburt rentierte es sich jetzt wirklich nicht mehr, noch nach einem Platz zu suchen. Das waren zumindest ihre Ansichten und ich war da der gleichen Meinung. "Sie sind ein schönes Paar, was?", fragte Kian und räumte die Gläser vom Tisch. "Ja, schon!" Ich nickte und wischte den Tisch ab, ehe ich mit Kian ins Schlafzimmer lief und mich müde aufs Bett fallen ließ. Kian hatte begonnen sich auszuziehen und stand nur noch in Boxershorts vor mir, als auch ich mich auszog und zu Kian unter die Decke schlüpfte. "Willst du auch mal Kinder?", wollte Kian wissen, nachdem er das Licht ausgemacht hatte. Ich war erst etwas verwirrt, er dachte doch nicht ernsthaft jetzt schon über Familienplanung nach, oder? "Ja schon, aber im Moment fühl ich mich ehrlichgesagt noch ein bisschen zu jung dafür! Warum?" "Nur so! Ich fühle mich auch noch nicht bereit dazu ein Kind groß zu ziehen, aber du hast dich heute so sehr gefreut und da dachte ich vielleicht..., ach egal. Gute Nacht!" Er küsste mich und zog mich in seine Arme ehe wir beide friedlich einschliefen.
Am nächsten Morgen wurde ich durch die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster schienen und diesen Dezembertag richtig warm aussehen ließen, geweckt. Ich blinzelte ein paar mal bis ich mich an die Helligkeit gewöhnt hatte, ehe ich mich vorsichtig umdrehte um Kian nicht zu wecken, der noch friedlich wie ein Engelchen vor sich hinschlummerte. Ich duschte mich schnell und lief dann in die Küche um Frühstück zu machen. Die Kaffeemaschine blubberte schön vor sich hin und ich suchte verzweifelt nach Brot oder Brötchen, aber die waren alle. Also ging ich schnell zum Bäcker um die Ecke und nahm gleich die Post entgegen die der Postbote in den Briefkasten stecken wollte. Ich schloss die Tür wieder auf und stolperte im hineingehen über den Teppich der im Flur lag. Dabei fiel mir der Stapel an Briefen aus der Hand und verteilte sich im gesamten Gang. Ich fluchte leise vor mich hin, weil ich Kian nicht wecken wollte, wenn ich es nicht eh schon getan hatte. Die Brötchen stellte ich schnell in der Küche ab ehe ich zurück in den Flur lief und die Briefe aufsammelte. Das hatte ich ja mal wieder toll hinbekommen! Ich hatte die Hälfte bereits in meiner Hand, als ich einen Brief fand, dessen Absender mir ganz und gar nicht gefiel. Cathleen Baker!
"Was will die denn?", murmelte ich leicht gereizt vor mich hin. "Was will wer?" Kian stand in der Schlafzimmertür und beobachtete mich dabei, wie ich auf dem Boden herumkrabbelte und die Briefe wieder einsammelte. "Oh, Kian, ich hab dich gar nicht gehört!" Ich stand auf und legte die Post, die ich bereits in der Hand hielt auf dem großen Schuhschrank ab. Ich lief zu Kian, der mich gleich an den Hüften zu sich heranzog und küsste. "Also, was will wer?" "Nicht so wichtig, hier deine Post!" Ich bückte mich und hob die letzten Briefe auf, ehe ich sie an Kian übergab und wieder in die Küche lief um nach dem Kaffee zu schauen der immer noch vor sich hin blubberte.
"Charlene? Cathleen kommt in 2 Tagen nach Sligo und fragt ob sie für eine Nacht hier schlafen kann. Wäre das okay für dich?" Ich hatte gerade von meinem Brötchen gebissen und mir blieb es fast im Hals stecken, als Kian mit dieser Frage kam. Ich hustete ein paar mal, bevor ich das Kratzen im Hals mit Kaffee vertrieb, oder es zumindest versuchte. "Äh... na ja... wenn es nicht anders geht.", krächzte ich und nahm einen weiteren Schluck Kaffee. "Klasse, dann werde ich sie nach dem Frühstück gleich anrufen!" Ich nickte und meine Miene verfinsterte sich zunehmend. Reichte es nicht schon, dass sie an Kians Wand hing? Ich war eifersüchtig, verdammt eifersüchtig. Vor allem weil Kian sich anscheinend riesig freute, dass sie kommen wollte. Kian räumte mit mir zusammen den Tisch ab und setzte sich anschließend ins Wohnzimmer um mit Cathleen zu telefonieren. Ich hatte beschlossen bei Shane und Gina vorbeizuschauen, weil ich Kians blödes Gelaber am Telefon überhaupt nicht mehr ertragen konnte. "Ja, ich hab dich auch vermisst! Schön, dass es dir gut geht! Ach das ist ja toll, ich freu mich für dich! Natürlich werde ich an dich denken und dir die Daumen drücken!..." Und das ganze schon seit geschlagenen 30 Minuten! "Ich bin bei Shane und Gina!", schrie ich aus dem Flur und ließ die Tür Sekunden später mit einem lauten Knall ins Schloss fallen! Ja, ich war wütend und ich hatte allen Grund dazu!
"Hey Muffin, komm rein!", begrüßte mich Gina und trat auf die Seite, damit ich nach innen laufen konnte. "Hi!", erwiderte ich geknickt. Ich kam nach fast einer Stunde endlich bei Shane an, mir war arschkalt und ich zitterte am ganzen Körper! Ich hätte nie gedacht, dass es von Kian zu Shane so weit war und außerdem hatte ich keine Ahnung wo Shane wohnte und musste erst 10 mal nachfragen. "Wo ist Kian?" "Er telefoniert mit Cathleen!" Den Namen Cathleen betonte ich gewollt angewidert, ehe ich Gina hinterher lief und im Wohnzimmer auf Shane traf der sich angeregt mich Nicky unterhielt. "Oh Hi, ich hoffe ich stör nicht!" "Du störst nie, wo ist denn Kian?" Shane war aufgestanden und küsste mich auf die Wange bevor er mich aufs Sofa neben Nicky drückte und was zu Trinken holte. "Ach, hör mir mit dem auf!" "Warum?", ertönte es wie im Chor und alle sahen mich gespannt an. Sollte ich ihnen von Cathleen und meiner Eifersucht erzählen? Ich war mir sicher, dass ich es Gina auf jeden Fall sagen würde, aber Nicky und Shane saßen ja auch noch im Raum. Ich entschied mich trotzdem dafür, vielleicht konnten sie mir ja helfen, sie kannten Kian schließlich schon länger! "Er telefoniert mit Cathleen!", antwortete ich und blickte traurig und gleichzeitig wieder wütend auf den Boden. "Mit DER Cathleen?", fragte Shane und ich nickte. "Aber das Beste kommt ja erst noch! Sie hat Kian einen Brief geschrieben und doch tatsächlich gefragt ob sie für eine Nacht bei ihm schlafen kann! Er war natürlich begeistert und telefoniert schon seit Stunden mit ihr! Ich wollte nämlich fragen wie ich zu dir komme, weil ich keine Ahnung hatte, aber es war die ganze Zeit belegt! Er hat sogar Bilder von ihr im Wohnzimmer hängen! Aaahhh!" Ich war richtig sauer und jeder konnte sehen, dass ich total eifersüchtig war. "Wer ist denn Cathleen?" Gina hatte keine Ahnung und blickte nur verwirrt von einem zum anderen. "Seine Ex.", erwiderte Nicky der einen Arm um mich gelegt hatte und versuchte mich wieder ein wenig zu beruhigen. "Oh", kam es von Gina, ehe sie ihr Glas in die Hand nahm und es leerte. "Jetzt beruhig dich mal. Kian liebt dich und er ist bestimmt nicht so doof und fällt noch mal auf sie rein! Glaub mir!" Shane lächelte mir aufmunternd zu und ich nickte. "Wenn du meinst..."
Shane fuhr mich am frühen Nachmittag wieder zurück, weil er nicht wollte, dass ich lief. Ich nahm das Angebot dankend an, weil ich wirklich nicht scharf drauf war, den weiten Weg laufen zu müssen. "Mach dir nicht so viele Gedanken wegen Cathleen. Kian liebt dich und ich denke er ist vernünftig genug um nicht 2 mal den selben Fehler zu machen!" Shane umarmte mich kurz und ich flüsterte ihm lächelnd ein "Danke" ins Ohr, bevor ich die Autotür öffnete und ausstieg. Shane lächelte mir noch mal zu und meine Laune steigerte sich um einiges. Ich weiß nicht wie, aber Shane schaffte es immer wieder! Er war ein Schatz! Ich klingelte und Kian fiel mir stürmisch um den Hals, als er die Tür geöffnet hatte. "Süße, wo warst du denn?", wollte er wissen und küsste mich flüchtig. "Bei Shane, hab ich doch gesagt!" "Hab ich gar nicht gehört!" "Ja, du warst ja auch viel zu sehr mit Cathleen beschäftigt!", antwortete ich trotzig und hängte meine Jacke an die Garderobe. Ohne ein weiteres Wort lief ich in die Küche und ließ mich seufzend auf einen Stuhl plumpsen. Es war alles so schön, warum tauchte nun Cathleen auf? Das war nicht fair!
Die 2 Tage vergingen wie im Flug und nun standen wir am frühen Abend am kleinen Flughafen in Sligo und warteten darauf, dass die kleine Maschine aus Kerry landen würde. "Das ist er!", sagte Kian und deutete auf einen Flieger der gerade auf die Landebahn rollte. Er stieg nervös von einem Fuß auf den anderen und als Cathleen durch das Gate gelaufen kam umarmte er sie stürmisch. "Schön das du da bist!", sagte er und nahm sie an der Hand. Er nahm ihr das Handgepäck ab und führte sie zu mir. "Wer ist das denn?", fragte sie, als Kian vor mir stehen blieb und blickte mich angewidert an, als wäre ich ein Stück Dreck! Eingebildete Tussi! "Das ist Charlene, meine Freundin! Charlene das ist Cathleen!" Ich wollte nicht unhöflich sein und hielt ihr deshalb meine Hand entgegen die sie nur zögerlich ergriff. Sie setzte ein gespieltes, arrogantes Lächeln auf, ehe sie durch ihre blond gefärbten Haare fuhr. Mir war noch nie ein Mensch über den Weg gelaufen der mir derart unsympathisch war und das obwohl ich noch kein einziges Wort mit ihr gewechselt hatte! Schon allein die Art wie sie mich ansah, brachte mich zum kochen! Was bildete sie sich überhaupt ein? Sie dachte wohl sie sei was besseres, nur weil sie Cathleen Baker hieß, oder was? Aber sie würde schon noch sehen, was sie davon hatte, mich derartig abwertend zu behandeln. Ich hatte vielleicht nicht so viel Geld wie sie, aber dafür hatte ich Charakter!
"Erzähl uns doch etwas von den letzten Wochen. Es muss doch ziemlich stressig gewesen sein oder?" "Ach, das würde euch sicher nicht interessieren!" "Natürlich tut es das, stimmts Schatz?" "Natürlich, ich kann mir nichts spannenderes vorstellen, als eine Erläuterung der letzten Wochen!" Ich nahm genervt einen Schluck aus meiner Cola, ehe ich nach meinem Handy suchte und lustlos darauf rumdrückte. Wir saßen in einem noblen Restaurant in einem Nachbarort von Sligo und hatten das Essen gerade beendet. Die großzügige und nette Cathleen hatte uns eingeladen! "Ich bin mal auf der Toilette!" Ich stand auf und lief zu den Klos. Jede Minute ohne Cathleen war ein Traum! Ich stellte mich vor den Spiegel und zupfte meine Haare wieder zureckt, als die Tür aufging und Cathleen reingestiefelt kam. Ich stöhnte, war man vor der nirgends sicher? Sie lächelte mich künstlich an und stellte ihre Handtasche auf dem Waschbecken ab. "Wie lang bist du denn schon mit Kian zusammen? Er ist ziemlich heiß, was?", sagte sie und fuhr den Eyeliner nach. "Ich wüsste nicht was dich das angeht!", antwortete ich kalt und das passte ihr überhaupt nicht! "Glaub mir, er ist nur aus Mitleid mit dir zusammen! Sieh dich doch mal an!", flötete sie und blickte an mir auf und ab. "Du widerst mich an! Pass auf, dass ich dir nicht gleich vor die Füße kotze, Barbie!" Ich drehte mich sauer um und verließ die Toilette mit einer zugeschlagenen Tür! So eine doofe Schnepfe war mir ja noch nie begegnet! Ich hatte keinen blassen Schimmer was Kian an ihr fand und es machte mich Wahnsinnig wie er sie ansah, wie er mit ihr redete oder überhaupt wie er mit ihr umging! So langsam zweifelte ich wirklich daran ob Kian mich wirklich liebte, so wie er es immer wieder beteuerte und es machte mich innerlich ziemlich fertig! Genauso Cathleens Worte. Sie hatten mich ziemlich arg getroffen, aber ich wollte mir nichts anmerken lassen, schon gleich gar nicht vor dieser gehirnamputierten Tussi!
"Und, wie findest du sie?" Kian küsste mich und legte dann einen Arm um meine Schultern, als ich wieder neben ihm saß. "Soll ich ehrlich sein?" "Ich bitte darum." "Zum kotzen!" Kian nahm seinen Arm wieder von meinen Schultern und guckte mich ungläubig an. Er war sich nicht sicher ob er sich verhört hatte, oder ob ich wirklich gesagt hatte, dass ich sie zum kotzen fand. Für eine Nachfrage hatte er keine Zeit mehr, da Cathleen bereits angedackelt kam und sich wieder an den Tisch setzte. "Wir hätten gerne die Rechnung!", sagte sie an den Kellner gewandt, der gerade an ihr vorbei lief. "Einen Moment." Sie nickte, bevor sie sich an Kian wendete. "Es ist wirklich nett, dass ich die Nacht bei dir schlafen darf, bevor ich morgen weiter nach Belfast muss! Bleibt Charlene auch? Ein entzückendes Mädel hast du dir da ausgesucht!" Ich traute meinen Ohren kaum und wäre ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen! Das durfte doch nicht wahr sein! "Natürlich, sie wohnt in Dublin!" Kian lächelte mich an und ich lächelte gequält zurück. So eine dumme Ziege!
Nachdem sich Kian schon zum 100. mal bei Cathleen bedankte, weil sie das Essen bezahlt hatte, kamen wir doch noch aus dem Restaurant. Ich hatte ja schon fast nicht mehr dran geglaubt. Kian sperrte den Wagen auf und ich wollte gerade die Beifahrertür öffnen und mich setzten, als mich Cathleen an der Seite wegschob und sich selbst neben Kian fallen ließ. Ich starrte sie ungläubig an was sie mit einem triumphierenden Lächeln beantwortete. Sie hatte Glück, dass sie die Tür Sekunden später schloss, denn es hätte nicht mehr viel gefehlt und mir wäre meine Hand ausgerutscht und rein zufällig in ihrem Gesicht gelandet. Grummelnd setzte ich mich auf die Rückbank und beobachtete Cathleen, die jede Gelegenheit nutzte um mit Kian zu flirten. Ich kochte vor Wut, warum tat er mir das an?? Merkte er gar nicht wie sehr er mich mit seinem Verhalten verletzte? Ich war kurz davor auf der Stelle loszuheulen, konnte mich aber doch noch beherrschen. Es tat so weh, das mit ansehen zu müssen. Ich liebte Kian und ich verstand überhaupt nicht warum er so etwas machte. Oder warum sie so war! Wir waren so glücklich und nun kam sie und zerstörte alles! In den paar Minuten die wir zu Fahren hatten, ging mir alles mögliche durch den Kopf und ich zweifelte stark daran, dass Kian nichts für sie empfand. Es war doch offensichtlich! Mir kullerte eine einzelne, leise Träne über die Wange, die ich sofort wieder wegwischte. Ich wollte nicht heulen, nicht jetzt und nicht vor Cathleen! Um kurz nach 10 kamen wir schließlich an und Kian führte Cathleen, die sich bei ihm eingehackt hatte, zu seiner Wohnung. Toll und ich lief hinterher wie der letzte Depp! Seit sie da war hatte er fast nur noch Augen für sie! So toll sah sie doch auch wieder nicht aus! Außerdem bezweifelte ich wirklich ob irgendetwas in ihrem Gesicht beziehungsweise an ihrem gesamten Körper echt war. Wir waren kaum in der Wohnung als Kian mit Sekt und 3 Gläsern angerannt kam. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und stießen darauf an, dass Cathleen hier war. Ich hätte am liebsten geschrieen! "Ich bin kurz telefonieren!" Kian ließ meine Hand los, die er hielt und küsste mich flüchtig, was mich ein wenig zum lächeln brachte. Aber auch nur kurz. Ich nahm mir Kians Telefon und sperrte mich ins Klo ein, wo ich Shanes Nummer wählte. Ich hielt das nicht mehr aus! "Shane Filan?" In dem Moment wo ich seine Stimme hörte, war es als würden alle verdrängten Tränen der letzten Stunden auf einmal ausbrechen und ich fing hemmungslos an zu heulen. "Charlene?" Es dauerte einige Minuten ehe ich etwas sagen konnte. "Shane ich kann nicht mehr!", schluchzte ich und kauerte mich vor die Tür. "Ganz ruhig, was ist denn passiert?" Ich schluchzte noch ein paar mal in den Hörer ehe ich anfing von Cathleen zu erzählen, wie sie Kian den Kopf verdrehte, wie sie mich behandelte, einfach alles. Und es tat mehr als gut darüber zu sprechen. Ich fühlte ich danach richtig frei und ich hatte mich auch wieder beruhigt. Shane sagte mir noch ein paar aufmunternde Worte, sagte, dass ich mir nicht so viele Sorgen machen sollte und das alles wieder gut werden würde. In diesem Moment war ich mir da zwar nicht sicher, aber es tat gut so etwas zu hören. "Danke Shane! Danke!" "Nichts zu danken, ist doch selbstverständlich!" "Nein, ist es nicht! Danke und sag viele liebe Grüße an meinen Gina-Schatz und dein Kind, ja?" "Mach ich!", lachte Shane. "Ciao!" Ich legte auf und stellte mich vor den Spiegel. Eine richtig verheulte Charlene starrte mir entgegen und ich wusch mir erst mal mein Gesicht, bevor ich zurück zu Kian und Cathleen ins Wohnzimmer lief. Ich wusste nicht was passiert oder vorgefallen war, aber irgendwie war die Stimmung bedrückt! "Hi Schatz, mit wem hast du denn so lange telefoniert?", fragte Kian als ich mich setzen wollte und zog mich an meiner Taille zu sich heran. "Nicht so wichtig!", antwortete ich und versuchte zu lächeln. Bloß nichts anmerken lassen! "Was habt ihr denn schönes gemacht?" Ich sah abwechselnd zu Kian und Cathleen, die im Sessel saß und ihre Fingernägel begutachtete. Ich hätte ihr am liebsten eine geklebt! "Ach, nicht viel. Eigentlich gar nichts, wir haben nur ein wenig über Westlife geredet!" "Aha." Ich nahm mein Glas in die Hand und trank den letzten Schluck Sekt aus. Ich wusste nicht sicher, ob ich Kian glauben sollte. Irgendetwas war passiert, sonst würde keine solche bedrückte Stimmung im Raum herrschen, aber ich hatte keine Ahnung was. Außerdem wunderte es mich sehr, dass Cathleen ruhig im Sessel saß und ihre Fingernägel betrachtete, anstatt mit Kian zu flirten oder mir auf die Nerven zu gehen. Irgendwas stimmte da nicht mehr und es verunsicherte mich tierisch. Was war passiert, während ich mich bei Shane ausheulte?
"Ich würde vorschlagen wir gehen schlafen, oder?" Kian blickte in die Runde und bekam ein Nicken von beiden Seiten. "Ich hoffe es stört dich nicht auf dem Sofa zu schlafen?", fragte er an Cathleen gewandt die nur den Kopf schüttelte und sich dann wieder auf ihre Haare konzentrierte. Kian stand auf um eine Decke zu holen die er auf das Sofa schmiss und anschließend mit mir im Schlafzimmer verschwand. Er knipste das Licht aus und ich hatte mich gerade an ihn gekuschelt, als er es wieder anknipste und mich eindringlich ansah. "Es tut mir leid, Charlene!" "Was?" "Mein Verhalten den ganzen Abend über! Ich wollte dich nicht verletzen! Ich wusste nicht, dass Cathleen so abneigend auf dich reagiert!" Ich senkte meinen Blick und dachte nach. Woher wusste er das? Ich glaubte kaum, dass Cathleen ein Geständnis abgelegt hatte und so leicht war ich doch auch nicht zu durchschauen! "Woher weißt du das?" "Ich wollte mein Handy aus meiner Jackentasche holen, die im Flur hängt und da hab ich gehört, dass du weinst. Ich bin stehen geblieben und da hab ich mitgehört was du demjenigen oder derjenigen am Telefon erzählt hast! Ich wollte das wirklich nicht! Es tut mir so leid, Charlene!" Ich wusste nicht was ich machen sollte. Sollte ich heulen, weil er mich belauscht hatte, oder freuen, weil er sich entschuldigte? Sollte ich ihm überhaupt glauben? "Ich hab mich so gefreut Cathleen wieder zu sehen, dass ich gar nicht bemerkt hatte wie sehr ich dich damit verletze. Ich bin, nachdem ich gehört hatte, was auf dem Klo vorgefallen war, auch gleich zu Cathleen gegangen und habe mit ihr darüber diskutiert. Wie konnte sie nur jemals sagen, ich würde nur aus Mitleid mit dir zusammen sein? Ich versteh das nicht, sie ist so anders geworden. Aber selbst das hätte ich nicht bemerkt, hätte ich nicht zufällig das Gespräch gehört. Oh Gott, es tut mir so leid!" Inzwischen hatten wir beide angefangen zu heulen und Kian zog mich in seine Arme. Immer wieder flüsterte er "Ich liebe dich." in mein Ohr, strich mir sanft über den Kopf und gab mir somit zu verstehen, dass er da war und mich nicht loslassen würde. Es vergingen viele Minuten die wir so dasaßen und vor uns hinweinten, ehe Kian mich küsste. Es schien als würde der Kuss nie enden und ich wusste oder dachte, dass uns diese Situation nur noch mehr miteinander verband und zusammenschweißte! Ich vertraute ihm und ich dachte es würde alles wieder gut werden. Er würde Cathleen ganz aus seinem Gedächtnis streichen, es würde nur noch mich und ihn geben. Doch ich sollte nicht Recht behalten...
Es war ein dunkler und sehr kalter Tag im Januar. Die Jungs waren nach Weihnachten für 2 Wochen nach Deutschland geflogen um dort ihre neue Single zu promoten und ich freute mich riesig, als sie nach den 2 Wochen für einen Tag nach Dublin kamen. Ich hatte Kian schrecklich vermisst. "G? Bist du nun endlich soweit?", rief ich nervös und wartete darauf, dass Gina auch endlich startklar war. "Bin ja schon da!" "Schon ist gut!" Ich konnte es schon gar nicht mehr erwarten Kian wieder zu sehen. "So, da bin ich!" Gina grinste mich breit an bevor sie die Haustür öffnete und ins Auto einstieg. Wir fuhren direkt zum Hotel der Jungs und trafen in der Lobby auf Bryan der mit Kerry im Arm an der Rezeption stand. Die zwei waren nach der Halloween Party doch tatsächlich ein Paar geworden! Richtig süß die zwei! "Hi Charlene! Hi Gina!" Bryan winkte uns zu, als er uns entdeckte, bevor er wieder Kerrys Haare um seine Finger zwirbelte und mit der Rezeptzionistin redete. Ich musste bei dem Anblick schmunzeln und versank mal wieder in Gedanken. "Welche Zimmer waren es?", wollte Gina wissen und holte mich zurück in die Realität. "137 und 139", antwortete ich und drückte auf dem Fahrstuhlknopf herum. "Man, wann kommt denn das blöde Ding. Da hätten wir genauso gut laufen können!", meckerte Gina und hämmerte noch mal auf dem Knopf herum. Blöder Fahrstuhl! Wir kamen schließlich doch noch dort an, wo wir hinwollten und ich zupfte meine Hose und meinen Pulli noch mal zurecht, ehe ich an Kians Tür klopfte. Keine Antwort. Ich klopfte ein weiteres mal und als ich auch diesmal keine Antwort erhielt öffnete ich die Tür einen Spalt. Was ich dann sah ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Auf dem Bett lag ein halbnackter Kian und eine noch nacktere Cathleen! Ich schloss meine Augen für ein paar Sekunden und hoffte ich hatte mir alles nur eingebildet, aber auch als ich die Augen wieder öffnete fand ich die gleiche Situation vor wie eben. "Du verdammtes Miststück!", sagte ich kalt und meine Stimme bebte. "Du bist schon hier? Charlene, dass... dass ist alles ganz anders!" "Kian hör auf mit diesem Schwachsinn! Du bist das größte Schwein das mir je über den Weg gelaufen ist! Ich hätte es wissen müssen! Ich hätte es wissen müssen!" Meine Stimme wurde immer leise bis nur noch ein Flüstern zu hören war. Über mein Gesicht liefen einzelne Tränen und ich konnte mich keinen Zentimeter bewegen. Sie hatte also geschafft was sie wollte! Cathleen hatte mir seit dem Treffen in Sligo immer wieder gedroht, dass ich dafür büßen werde, dass Kian mit mir zusammen war, weil sie selbst scharf auf ihn gewesen ist. Und nun hatte sie es geschafft, dieses elendige Miststück! Kian stand nun unmittelbar vor mir und legte seine Hände auf meine Schulter, die ich ihm sofort wieder wegschlug. "Fass mich nicht an! Fass mich nie wieder an, Kian!" Ich trat einen Schritt zurück bevor ich ausholte und Kian mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. Er hatte es nicht anders verdient. Ich drehte mich um und rannte stürmisch aus dem Zimmer. Nicht eine Sekunde länger wollte ich ihn sehen, nie wieder wollte ich ihn sehen. Ich rannte nach draußen, setzte mich ins Auto und hätte am liebsten geschrieen. Ich stützte meinen Kopf auf dem Lenkrad ab und dann kamen sie wieder, die Tränen die Kian eigentlich gar nicht verdient hatte. Es vergingen viele Minuten in denen ich einfach nur heulte und hoffte dieser unbeschreiblich große Schmerz würde endlich verschwinden. Warum tat mir Kian so etwas an? Warum?
"Charlene! Was zum Teufel machst du im Auto? Charlene? Oh mein Gott, was ist denn mit dir passiert?" Gina stand vor dem Auto, weil sie vergessen hatte den Strampelanzug mit rein zu nehmen, den sie Shane unbedingt zeigen wollte und versuchte jetzt verzweifelt eine Antwort auf ihre Fragen zu bekommen. "G, ich will einfach nur noch sterben!" "Was redest du denn für Unsinn? Charlene, jetzt beruhig dich doch!" Gina lief um das Auto herum und setzte sich auf den Beifahrersitz, weil sie merkte, dass es wohl länger dauern würde. Sie nahm mich tröstend in den Arm und versuchte geschlagene 20 Minuten lang mich zu beruhigen. Ich war am Ende, total fertig mit den Nerven. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mir Kian jemals so weh tun würde, nie im Leben! "Shhhhh, Süße, ich will dir doch nur helfen, aber dazu muss ich erst wissen was du hast! Bitte Charlene, versuch es doch wenigstens!" Ich nickte leicht und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, bevor ich Gina 30 Minuten lang erzählte was sich in Kians Hotelzimmer abgespielt hatte. "Oh mein Gott, dieses Arschloch! Wie konnte er nur? Süße, das tut mir so leid!" Sie drückte mich fest an sich und ich begann wieder zu weinen. Es tat so verdammt arg weh!
Gina fuhr noch am selben Abend mit mir nach Hause, obwohl sie eigentlich bei Shane bleiben wollte. Doch der war sowieso viel zu sehr damit beschäftig Kian zur Rede zu stellen um auch nur annähernd begreifen zu können warum er das getan hatte. Doch Shane war sich von Anfang an sicher, dass er es wohl nie begreifen würde! Die nächsten Tage zog ich mich vollkommen in mein Zimmer zurück und verließ es nur zum Essen oder um auf die Toilette zu gehen. Ich lag den ganzen Tag im Bett und dachte nach. Über Kian, über Cathleen, über einfach alles. Ich vermisste Kian, aber ich konnte ihm auf keinen Fall vergeben. Noch nie hatte ich einen Mann so sehr geliebt und noch nie hatte mich ein Mann so sehr verletzt! Was für ein blöder Zufall!
Es war ein gewöhnlicher Montag Nachmittag und ich lag mal wieder im Bett und dachte nach wie es weiter gehen sollte oder weinte leise vor mich hin, als es an der Tür klingelte. Gina war beim Frauenarzt, aber ich hatte keine Lust aufzumachen und blieb deshalb erst mal liegen. Wenn es wichtig war würde derjenige schon wieder kommen, dachte ich! Als das Klingeln nach 15 Minuten immer noch nicht aufhörte stand ich doch auf und lief nach unten. Als ich die Tür offen hatte und in Kians Gesicht blickte wollte ich die Tür wieder schließen doch er war schneller und stellte einen Fuß dazwischen. "Wir müssen reden!", sagte er und drückte die Tür weiter auf. "Gar nichts müssen wir. Verschwinde aus meiner Wohnung oder ich rufe die Polizei!" "Charlene bitte, du musst mir glauben. Ich liebe dich und es war der größte Fehler meines Lebens!" "Oh nein, Kian. Ich habe dir schon viel zu oft geglaubt! Nie wieder werde ich das tun, nie wieder Kian!" Inzwischen hatte ich wieder angefangen zu weinen. Vor Wut und Enttäuschung darüber, dass Kian sagte er würde mich lieben, wo er Tage zuvor noch mit Cathleen im Bett war. Das konnte doch alles nicht wahr sein! "Du musst mir glauben!" "Gar nichts muss ich. Du bist der größte Mistkerl den ich kenne! Verschwinde!" "Sag das du mich nicht liebst und ich gehe. Sag es!" Kian blickte mich ernst an und die Tränen strömten in Sturzbächen über mein Gesicht. "Ich kann nicht Kian! Ich kann es nicht!", schrie ich bevor ich das "Gespräch" mit einer zugeschlagenen Tür beendete. Ich konnte ihm nicht länger gegenüber stehen und wenn er nicht ging musste eben ich gehen! Ich weiß nicht wie lang ich schon ziellos durch die Straßen rannte und kleine Kinder oder Omas umrempelte, aber plötzlich lief ich direkt in Ginas Arme. "Süße, was machst du denn hier?" Sie nahm mich erst kurz in den Arm, ehe sie mich auf eine Bank drückte und mal wieder versuchte zu erfahren was geschehen war. "Was fällt ihm überhaupt ein, zu sagen, dass er dich liebt? Dem werd ich was erzählen, so ein Vollidiot!", schimpfte sie, als ich geendet hatte. Sie war genauso fassungslos und durcheinander wie ich und verstand Kian fast noch weniger als ich selbst.
Als wir eine Stunde später zu Hause ankamen, war Kian nicht mehr da. Wir fanden lediglich einen Zettel auf dem Schuhschrank im Flur den er hinterlassen hatte. Ich setzte mich auf mein Bett und begann zu lesen:
I need you
Baby Baby I swear to you
Baby Baby I'm hear for you
I don't know why
Why I did those things to you
What went through my mind
And I don't know why
Why I broke your heart in two
Guess that I was blind
Baby how I wish you could forgive me
Just one more time
And I swear
I'll be there
Anytime you want me to
I'll be true
Here for you
Don't leave me lonely
Cause I need you
Yes, I've been a fool
now I see the price to pay
I can't run and hide
Cause I'm losing you
And my chances slipped away
With each time I lied
Baby how I wish you could forgive me
One more time
And I swear
I'll be there
Anytime you want me to
I'll be true
Here for you
Don't leave me lonely
Cause I need you
Baby living without you
Will tear me apart
When I know how it could have been
But I don't care what it leads to
Let's make a new start
And give love a chance to win cause
Baby I swear
Baby Baby I swear to you
Anytime you want me to
Yes I swear
Baby Baby I'm here for you
Don't leave me lonely
Cause I need you
And I swear
I'll be there
Anytime you want me to
I'll be true
Here for you
Don't leave me lonely
Cause I need you
Yes baby I need you
Dedicated to Charlene Thomspon
Auch dieses Lied von Kian an mich änderte nichts, ich hatte meinen Entschluss am Nachmittag bereits gefasst!
Epilog
02.02.02
Hallo meine Lieben!
Wenn ihr diesen Brief lest bin ich wahrscheinlich schon weg. Ich bin bei meinem Bruder in London und werde dort auch die nächste Zeit bleiben. Ich muss weg, weg von all diesen Erinnerungen, dieser Gegend, einfach weg. Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht ob ich wieder zurück komme, es sind einfach so viele Sachen passiert die mich sehr verletzt haben, aber macht euch bitte keine Sorgen!
Le grá go deo,
Charlene XxX
@ Gina: Ich werde dich schrecklich vermissen, mein Schatz! Danke für alles, du bist die Beste! Ich melde mich so bald ich in London bin, versprochen! Love ya endlessly, Sweetheart!!!
@ Kian: Ich will, dass du weißt, dass ich dich wirklich geliebt habe und dich immer lieben werde, aber ich kann im Moment einfach nicht mehr! Ich bin ein nervliches Wrack und es macht mich kaputt! Cathleen hat alles zerstört und ich hasse sie dafür! Vielleicht kann ich dir eines Tages verzeihen, vielleicht auch nicht, ich habe keine Ahnung, aber für den Moment weiß ich, dass wir getrennte Wege gehen müssen! Lebe wohl, Kian!
@ Shane: Vielen Dank für einfach alles! Du bist ein Schatz! Und pass bloß auf meine Gina (und das Baby) auf, sonst kommt der böse Mann und nimmt dich mit! ;-) Love ya!
@ Mark, Nicky und Bryan: Jungs, ihr seid mir alle total ans Herz gewachsen! Ich werde euch und vor allem eure blöden Sprüche und Witze wirklich vermissen! Kisses!!!!!
~*~Ende~*~