Hier ist mein erster Fan Fic, den ich meiner Nichte Carina widmen möchte, da sie mich aus dem Traum gerissen hat, den ich in dieser Geschichte aufschreiben wollte. Je länger ich aber daran saß, den Traum nicht einfach nur aufzuschreiben, desto mehr wollte ich mit hineinpacken und so wuchs die Story zu dem heran, das ihr nun lesen könnt. Aber Vorsicht !!! Es gibt ein paar sexuelle Handlungen, die den interessierten hoffentlich genügend ausgeschmückt sind und den nicht interesseierten hoffentlich nicht zu extrem sind. Und an alle Nicky-Fans da draußen: Sorry, aber ich suche mir meine Träume ja nicht aus, in der nächsten Story wird ein anderer dran glauben müssen....Und nun viel Spaß beim lesen....:-)

Über Kritik würde ich mich natürlich freuen, bitte sendet eure Mail an : Breuerpierre@aol.com mit einem kleinen vermerk über die Story, danke!!!!

Der Flughafen war eigentlich wie jeder andere, aber irgendwie lag hier etwas in der Luft, etwas ganz Außergewöhnliches. Sie konnte es gleich spüren, als sie aus dem Flieger stieg. 'Was konnte das nur sein? Es war fast als wüßte sie schon, daß heute noch etwas passieren würde. Aber was?'
Sie wußte noch nicht, daß sich das bald herausstellen sollte.
Jennifer machte sich auf den Weg, ihren Koffer abzuholen, als sie gedankenverloren in einen jungen Mann rannte, der daraufhin fast zu Boden gestürzt wäre. "Oh mein Gott, Entschuldigung." rief sie nach Fassung ringend. "Ich hab' sie gar nicht gesehen." In Gedanken sagte sie zu sich selbst: 'Na toll, das mußte ja passieren.' Sie half dem Mann, seine Sachen aufzuheben, die sich bei dem Zusammenstoß auf dem Boden verteilt hatten. Sie traute sich gar nicht, ihm ins Gesicht zu sehen. Als sie wieder aufstehen wollte, sah sie ihn logischerweise nicht genau neben sich stehen. Sie erhob sich ein wenig zu hektisch, und - wie könnte es auch anders sein- knallte genau in seine Arme. Das gerade erst Aufgehobene landete schon wieder in hohem Bogen auf dem Boden. 'Oh Mann, wie blöd' kann man eigentlich sein?' fragte sie sich selbst. " Na super, Jen. Echt klasse. Das kann ja mal wieder nur dir passieren. Haste ja wieder prima hingekriegt." rief sie aus, als sie erneut anfing die Sachen aufzuheben. 'Jetzt ist er bestimmt total sauer auf mich, wer wäre das nicht?' dachte sie schon, als sie jemanden rufen hörte: "Hey Kiki, was gibt's? Wir warten alle auf dich." "Ich komme ja schon. Einen Augenblick noch, ja?" antwortete der Fremde vor ihr. Nun konnte sie ihm genau in die wunderschönen, kristallklaren Augen sehen.
'Was für Augen' dachte sie so bei sich und schaute nun in die Richtung aus der die andere Stimme gekommen war. Da stand ein blonder Typ, der aussah wie David Beckham's kleiner Bruder und schaute ungeduldig zu ihnen herüber. "Komm schon, Nix, unser Goldlöckchen kommt schon gleich..." sagte ein anderer Typ, der nun dazu kam. Der war aber auch nicht ganz alleine. Plötzlich sah sie drei recht gutaussehenden Herren dabei zu, wie sie herumalberten, wie kleine Kinder. 'Irgendwie komisch' , dachte sie noch, drehte sich zu den tollen Augen um und war ganz überrascht, wie freundlich er sie ansah. Ein Lächeln lag auf seinem unglaublich faszinierenden Mund. 'Oh mein Gott, was für ein Mann' dachte sie weiter. Er hielt ihr seine rechte Hand hin, um sich vorzustellen. "Oh, Entschuldigung, wo sind bloß meine Manieren? Mein Name ist Moore, Jennifer Moore." sagte sie so freundlich wie sie nur konnte. "Angenehm, mein Name ist Egan, Kian Egan." sagte er, aber irgendwie schien sie nicht wirklich zuzuhören. "Es tut mir wirklich schrecklich leid, ich wollte nur schnell meinen Koffer holen." "Sie kommen also auch gerade erst an?" "Ja genau. Ich bin zum ersten Mal hier. Ich wollte so schnell wie möglich von diesem Airport weg, weil es bis zu meinem Hotel noch so ein weiter Weg ist und ich möchte meine erste Nacht in Irland nicht gerne an einem Busbahnhof verbringen, weil ich den letzten Bus verpasst habe." erklärte sie ihm entschuldigend. "Wo müssen sie denn hin?" fragte er sie erstaunlicherweise sehr direkt. "Ach, das werden sie wahrscheinlich gar nicht kennen, eine kleine Stadt im Nordwesten. Sie heißt Sligo." verkündete sie gespannt auf seine Reaktion. "Na so ein Zufall...!Was machen sie denn da, wenn ich fragen darf?" "Oh, da ist mein Koffer, Entschuldigung." Sie wollte sich an ihm vorbeidrängen, um an ihren Koffer zu kommen, doch er war schneller und mit einem sicheren, geübten Griff packte er den Koffer und stellte ihn vor ihr ab. "Danke schön ..." gab sie ganz verblüfft von sich. Damit hatte sie gar nicht gerechnet. Er verstaute noch schnell seine restlichen Sachen von vorhin in einer Tasche, nahm den Koffer von Jennifer wieder in die Hand und sagte grinsend: "Bitte folgen sie mir unauffällig...."
Damit ließ er die verblüffte Jennifer einfach stehen und dackelte los in Richtung Ausgang. "Hey, wo wollen sie denn mit meinem Koffer hin? Bleiben sie stehen." rief sie hinter ihm her. Ihr blieb wohl nichts anderes übrig, als ihm zu folgen, wenn sie ihren Koffer wiederhaben wollte. Schließlich brauchte sie ihn ja noch. Aber Kian dachte gar nicht daran, stehen zu bleiben. Er würde das hübsche Vögelchen schon einfangen. Welches Mädel hatte je seinen schönen blauen Augen oder seinem bezaubernden Lächeln widerstehen können? Er stand schon längst an einem schwarzen Van mit getönten Scheiben, als sie ihn endlich einholte. "Sagen sie mal, was fällt ihnen eigentlich ein? Das ist mein Koffer und den kann ich sehr gut allein schleppen." Aber Kian interessierte ihr Gezeter überhaupt nicht. Er übergab den Koffer an einen Kleiderschrank von einem Kerl. In Jennifers Augen sah er fast so aus wie so ein typischer Bodyguard. "Hey, was soll das denn jetzt?" fragte sie noch, als Kian schon zur hinteren Tür schritt, stehen blieb und sich mit einer einladenden Geste zu ihr herumdrehte. "Darf ich bitten Platz zu nehmen?" "Was?" Jennifer war total perplex. Was wollte dieser scheinbar perfekte Gentleman von ihr? Was spielte sich denn überhaupt hier ab?
"Hören sie mal zu, Mr. Egan, ich habe keine Zeit und keine Lust auf ihre Spielchen!" Der Blondie von eben lugte aus dem Wagen und rief: "Können wir jetzt endlich los?" Mann hatte der eine Laune.. Und dieser Mr. Egan stand doch tatsächlich wie angewurzelt breit grinsend da und wartete darauf, daß sie zu diesem Miesepeter (den der andere Typ Nix genannt hatte) in den Wagen stieg. Zu allem Überfluss bekam sie von diesem Bodyguard-Kleiderschrank auch noch ungeduldige Blicke zugeworfen. Na toll, Jen. Das sind ja tolle Entwicklungen. "Dürfte ich vielleicht erst mal wissen, wo es hingehen soll?" "Na, sie wollten doch nach Sligo, richtig? "Ja, richtig." antwortete sie ganz verdattert. "Wir haben rein zufällig das gleiche Ziel. Bitte, wir haben es auch sehr eilig nach Hause zu kommen. Wenn sie jetzt bitte einsteigen würden?" "Ach so, warum sagen sie das denn nicht gleich? Wir könnten ja schon fast da sein, wenn sie ein wenig gesprächiger wären." Mit diesen Worten kletterte sie in den Van zu Blondie und dem anderen Typen. Vorne neben dem Fahrer saß noch jemand mit dunklen Haaren. Seine Lippen sahen irgendwie geschwollen aus. Sie mußte grinsen, als Kian ihn vorstellte, weil dieser Anblick sie an frisch aufgespritzte Lippen erinnerte. Irgendwie sah dieser Mark schon reichlich schwul aus. 'Aber vielleicht hat er ja auch nur eine 'dicke Lippe' riskiert und eine 'draufgekriegt. dachte Jennifer sich. Der andere Typ mit den dunklen Haaren und den schönen dunklen Augen wurde ihr als Shane vorgestellt. Der konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, aber als er wieder ernst guckte, hatte sie irgendwie das Gefühl, daß ihn irgendetwas bedrückte. 'Mein Gott, wie kann ein erwachsener Mann erst so überaus fröhlich aussehen und mit einem Mal so unglaublich traurig wirken? Als ob jemand gestorben wäre.' Jennifer hatte keine Zeit weiter über ihn nachzudenken, denn Blondie wurde ihr auch noch vorgestellt. Er hieß mit richtigem Namen wohl Nicky und schien ihr derjenige zu sein, der diese miese Stimmung verbreitete. Wie konnte sie auch ahnen, daß sie mit ihrer Vermutung mal wieder voll ins Schwarze traf. Sie war auf dem besten Weg, in eine ganz unglaubliche Geschichte verwickelt zu werden......

Nach ein paar Minuten, in denen sie sich recht angeregt mit einem sehr zuvorkommenden Kian Egan unterhalten hatte, was sie hier alles zu sehen bekommen wolle und wie lange sie in Irland zu bleiben gedenke usw. senkte er kurz resignierend seinen Kopf. Hatte sie etwa 'was Falsches gesagt? Sie schaute kurz zu Blondie, der Kian einen vernichtend düsteren Blick zuwarf. Dieser Typ war ja echt unerträglich...Sie hätte zu gerne gewusst, welche Laus ihm über die Leber gelaufen war...Nach ein paar Augenblicken unerträglicher Ruhe fragte sie einfach in die Runde, wo sie denn gewesen seien, da sie auf dem Heimweg waren. Es dauerte noch eine kurze Weile, bis sie eine Antwort erhielt. Inzwischen dachte sie kurz über diese merkwürdigen Kerle nach: Bis auf die miese Stimmung deutete eigentlich nichts auf eine Beerdigung hin, aber man kann ja nie wissen. Außerdem schienen sie alle ungefähr in ihrem Alter zu sein. Schon merkwürdig, daß vier junge Männer miteinander verreisen und mit solchen Mienen zurückkehren. Sie schienen sich überhaupt nichts zu sagen zu haben. Was war das nur für ein merkwürdiger Haufen Junger Männer?
Am merkwürdigsten fand sie eigentlich, daß zwei von ihnen durchaus gewollt schienen, sich ausgelassen mit ihr zu unterhalten, und am Flughafen haben sie doch auch noch Blödsinn gemacht. Lag es etwa an ihr, daß sie auf einmal alle so komisch waren?
Ausgerechnet Blondie mußte sich zu Wort melden: "Köln., wir sind Arbeitskollegen." WOW!!! Ich kanns kaum glauben, Köln ist ja auch'n Dorf, was soll man da schon machen, is ja völlig klar. Geben sie sich bloß keine Mühe. Ich hab' schon kapiert, aber ihr Kollege hier ist wesentlich netter als sie. Sie haben wohl Anweisung von ihrem Boss, nicht über ihre Arbeit zu sprechen?" fragte sie nun wieder an Kian gewandt, der mit weit aufgerissenen Augen dasaß. "Was ist, hab' ich 'was Falsches gesagt?" Sie konnte im Augenwinkel sehen, daß Blondie sichtlich erbost war, dieser Mark hatte sich nach hinten gewandt und guckte etwas pikiert, aber Kian und Shane konnten sich scheinbar nur mühsam zurückhalten, nicht laut loszulachen. Mit einem leichten Grinsen antwortete Shane: "Nein, nein. Wir dürfen schon über unseren Job reden, aber der ist wirklich nicht so interessant, und wir sind eigentlich immer ganz froh, wenn wir mal ganz abschalten können und nichts davon hören oder sehen müssen, verstehen Sie?" "Natürlich, aber deshalb muß man ja nicht gleich so unfreundlich reagieren, Sie beide sind wirklich sehr nett, aber er hier... Ist er der Boss?" fragte sie mit einer Geste , die ihnen verdeutlichen sollte, daß die den neben sich sitzenden Nicky meinte. "Nein, ich bin ein gleichwertiges Mitglied in diesem Team, ich bin lediglich der Älteste. Noch irgendwelche Fragen?" "Ja, jede Menge sogar, aber Sie waren gar nicht gefragt. Sie können sich mit ihrer miesen Laune von mir aus im Kofferraum verkrümeln und da weiter schlechte Laune verbreiten. Sowas unfreundliches wie sie ist mir ja noch nie begegnet." Jetzt schauten alle total entsetzt zu Jennifer. 'Ups, ist etwa doch jemand gestorben?' fragte sie sich, als sie bemerkte, daß alle gespannt auf Nicky's Reaktion zu warten schienen. Selbst der Fahrer schien lieber in den Rückspiegel zu schauen als auf die Straße. Beinahe wäre es passiert. Im letzten Moment sah er den Fußgänger doch noch auf die Straße treten und trat das Bremspedal bis zum Bodenblech durch. Ein schrilles Quietschen durchbrach die Totenstille im Fahrzeug, in dem alle Insassen leicht durcheinander gewirbelt wurden, bis auf Mark und natürlich den Fahrer. Keiner traute sich etwas zu sagen.
Nicky schrie plötzlich wie von der Tarantel gestochen: "Sag mal spinnst du? Willst du uns alle umbringen? Schau gefälligst, wo du hinfährst. Und zwar zu mir nach Hause, ich bin froh, wenn ich aus diesem motorisierten Sarg rauskomme." Alle außer Jennifer schienen völlig verängstigt, oder waren sie nur verwirrt? Eine unbeschreibliche Atmosphäre breitete sich im Innenraum des Fahrzeugs aus. Jennifer sprach mal wieder völlig ungehemmt aus, was sie dachte: "Warum steigen sie nicht gleich hier aus, dann wäre jede weitere Gefahr gebannt und wir könnten endlich ganz entspannt weiterfahren." Hatte sie wirklich gedacht die Herren schon entsetzt gesehen zu haben? Neeeeiiiinnnn.....Jetzt waren sie entsetzt. " Hey Nix, reg' dich nicht auf." sagte Shane zu Blondie, den Jennifer nicht mal mehr ansah, wenn sie ihn ansprach. "Ich reg' mich ganz bestimmt nicht wegen so 'ner dahergelaufenen kleinen Schlampe auf, dafür sind mir meine Nerven zu schade." sagte er auf einmal ganz ruhig. "Dave, würdest du mich bitte zu Hause absetzen? Ich brauche dringend Ruhe. Sorry Jungs aber heute Abend müsst ihr auf mich verzichten." Jetzt wollte Jennifer erst richtig ausflippen, aber als sie Shane und Kian's Gesichter sah, die gespannt auf ihre Reaktion warteten, entschied sie sich, es anders anzugehen. Sie drehte sich ganz langsam mit einem vernichtenden Glühen in den Augen zu Nicky um, sah im fest in die Augen und fragte ihn genauso ruhig, wie er gesprochen hatte: "Hast du Arsch mich gerade Schlampe genannt?" Nicky blickte sich neugierig um und meinte dann: "Wen meinten Sie? Ich kann hier niemanden sehen, der einem Arsch gleichen würde." "Ich bin mir aber ganz sicher, daß der Arsch sich sehr wohl angesprochen gefühlt hat, sonst hätte er wohl kaum geantwortet." Vor lauter Spannung in der Luft hätte der Fahrer beinahe wieder den fließenden Verkehr außer Acht gelassen. Er bog in eine vornehme Gegend ab und nach einigen Metern hielt er an. Nicky stieg erleichtert aus und holte seinen Koffer, den Dave schon für ihn herausgehievt hatte. "Halt, nicht so voreilig, so kommst du mir nicht davon, du Wichser." Jennifer war auch ausgestiegen. Nun schien die Situation vollends zu eskalieren. "So, hier wohnst du also, glaubst du etwa nur weil du scheinbar recht gut verdienst könntest du dir alles erlauben? Ich verlange eine Entschuldigung." forderte sie ihn auf. "Was?" Er fing an, ihr frech ins Gesicht zu lachen. "Ich soll mich entschuldigen? Wer keift denn hier wen die ganze Zeit an? Ich denke nicht im Traum daran, mich zu entschuldigen. Nicht in tausend Jahren..." Er schaute ihr provozierend ins Gesicht. Sie machte einen Schritt auf ihn zu. "O.K. Du willst es ja nicht anders..." sagte sie noch, bevor sie ihr Knie mit unglaublicher Präzision unsanft genau auf seinen Kronjuwelen platzierte. "Schönen Tag noch, Flachwichser." sagte sie schließlich und stieg wieder in den Van. Um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden stieg der verdutzte Dave wieder auf den Fahrersitz und gab Gas. "Oh, mein Gott." sagte Shane. " Ich glaub' das nicht, hast du unserem Nix gerade die Eier gefärbt?" fragte Mark. "Tja, deutsche Frauen sind mit Vorsicht zu genießen..." antwortete sie Mark Kian schaute sie noch immer ganz fassungslos an. "Was ist los?" fragte sie ihn entgeistert. "Löst ihr solche Probleme hier in Irland etwa anders?" Kian nickte vorsichtig, als ob er Angst hätte, sein Kopf könnte von zu heftigem Nicken abfallen. Auf seinem Gesicht erschien so langsam aber sicher wieder ein Lächeln. "Erzählt mir jetzt ja nicht ihr gebt euch die Hand und legt euren Streit bei 'nem Glas Guinness in die dunkelste Ecke des Pubs, um das Problem zu lösen." fragte sie ganz erstaunt. Shane war sichtlich aufgeheitert, er mußte herzhaft lachen. Nun konnte Kian nicht mehr anders. Er fing an zu kichern, breitete seine Arme aus und fiel ihr um den Hals. "Das war ja echt filmreif " lachte er ihr ins Ohr.


"Wieso? Bei uns ist das ganz normal. Das hat er sich ganz allein eingebrockt, er hätte sich nur entschuldigen brauchen, dann
hätte ich ihm das erspart. Glaubst du ich ließ mich von jemandem als Schlampe bezeichnen, der mich gar nicht kennt? Schon
gar nicht von so einem wie dem. Wieso macht der auch so miese Stimmung? Oder ist der etwa immer so?" Shane und Kian
konnten sich vor Lachen kaum noch halten. "Nein, eigentlich kann er ziemlich ulkig sein, er war wohl nur total ausgelaugt,
weil wir seit einigen Tagen nicht mehr richtig geschlafen haben." erklärte Shane ihr. "Darf ich noch mal fragen, was ihr beruflich macht, oder flippt dann noch einer von euch aus? Ich weiß ja, daß es mich eigentlich nichts angeht, aber ich möchte schon gern wissen, wem ich meine Passage nach Sligo zu verdanken habe. Ich würde mich gerne bei euch bedanken, daß ihr mich mitgenommen habt, wer weiß wann ich sonst im Hotel ankommen würde, wenn überhaupt und was es mich dann gekostet hätte." "Na ja, wir verlangen jedenfalls keine Gegenleistung von Dir. Wir waren eh unterwegs nach Sligo und hatten noch einen Platz frei. Ist doch klar, daß man hilft wo man kann, oder? Außerdem hast du uns gerade einen riesigen Gefallen getan." flüsterte Kian ihr zu. "Wieso?" "Na ja. Du hast schon ganz treffend erkannt, daß er mies drauf war. Aber dank deiner Mithilfe haben wir wohl mindestens bis morgen früh Ruhe vor ihm. Er wird wohl erst mal seine Eier kühlen und zurechtrücken bevor er in seinem Ferrari angerauscht kommt." "Na klar, Mann. Als hätt' ich es geahnt, der fährt auch noch 'nen Ferrari? Paßt ja wie Arsch auf Eimer." sagte sie scheinbar belanglos. Shane und Kian konnten mit dem Ausdruck nicht viel anfangen und sahen erst sich und dann Jen fragend an. "Ich meinte damit nur, daß scheinbar alle Ferrari-Fahrer solche Arschlöcher sind wie dieser Nicky." Kian mußte sich ein Lachen verkneifen, als er wieder zu Shane schaute. Der guckte nun ziemlich belämmert aus der Wäsche. "Hab ich jetzt doch noch was Falsches gesagt? Das passiert mir nämlich andauernd." "Er fährt auch einen." grinste Kian. "Oh, entschuldige bitte, aber du bist der erste nette Ferrari-Fahrer, den ich treffe. Wobei ich nicht oft welche treffe." entschuldigte Jennifer sich bei Shane. "Schon gut, du konntest das ja nicht wissen. Es gibt auch gar nicht so viele schwarze Ferrari so wie meinen. Ich habe ihn außerdem erst seit drei Jahren." versuchte Shane sich aus der Sache 'rauszuwinden. "Drei Jahre fährst du schon Ferrari? Ich könnte mir nicht mal drei Tage einen Ferrari leisten. Wollt ihr mich nicht endlich mal aufklären?" Die beiden schauten sich an, flüsterten kurz miteinander und dann setzte Kian sich neben sie und flüsterte ihr ins Ohr: "Wir sind Sänger, aber das musst du nicht gleich an die große Glocke hängen, o.k.?" Er genoß es sichtlich ihr so nah sein zu können. Sie flüsterte zurück: "Warum flüstern wir eigentlich? Darf euer Freund da vorne auch nichts davon wissen?" Er mußte so laut lachen, daß er Mark veranlasste, sich noch einmal umzudrehen und sie böse anzusehen. Er schien geschlafen zu haben, oder zumindest kurz davor gewesen zu sein. Jennifer sah zu ihm nach vorne und fragte: Haben wir ihren Schönheitsschlaf gestört?" Jetzt mußte auch Shane mitlachen. Mark winkte nur ab und lehnte seinen Kopf wieder in die alte Position gegen die Fensterscheibe. Jennifer konnte nicht anders. Sie mußte die beiden verschwörerisch zu sich heranwinken und flüsterte dann: "Ob er wohl ausflippen würde, wenn man ganz zufällig gegen den Knopf käme, der das Fenster öffnet?" Die beiden hielten sich schon die Bäuche vor Lachen. Diese Jennifer war einfach unglaublich. "Das lassen wir schön bleiben. Mark ist nur am Anfang etwas mißtrauisch Fremden gegenüber, aber wer ihn kennt, der kann jede Menge Spaß mit ihm haben oder auch ein ernstes Gespräch mit ihm führen. Er braucht halt ein bißchen länger, um Vertrauen aufzubauen, das ist alles. Er ist zwar von uns der ruhigste und faulste, aber er ist ein echt lieber Kerl." erklärte Kian ihr, wobei er es genoß, ihr Parfum einzuatmen, einen detaillierten, unauffälligen Blick in ihr Dekolleté zu werfen und seinen Arm ganz vorsichtig auf ihre Schulter legte, um sie nicht zu verschrecken. Sie schien genau zu ahnen, wie sehr er es genoß. Shane hatte fast den Eindruck, daß sie es genauso sehr genoß, ihm so nah zu sein. Es war doch wirklich erstaunlich wie er es immer wieder schaffte die Mädels um den Finger zu wickeln. Wenn er doch nur nicht so verdammt schüchtern wäre. Vielleicht hätte er dann auch mal Erfolg bei der Damenwelt. Shane hatte doch eigentlich nichts zu verlieren, schließlich hatte sie es sich schon in Kian`s Arm recht gemütlich gemacht, wie es aussah. "Darf ich dich etwas fragen?" hörte man Shane plötzlich ganz verändert. "Na klar, immer raus damit. Was willst du wissen?" Jennifer war nicht nur selbst ein sehr direkter Typ, sie mochte Menschen, die ganz offen und ehrlich sagen können was Sache ist. Egal in welcher Situation. Sie war überzeugt davon, das offene, ehrliche Menschen immer auf der Siegerseite standen, daß nichts und niemand ihnen etwas anhaben konnte, wenn sie bereit waren sich auf alles einzulassen, was das Leben für sie bereithielt und jeder unangenehmen Situation tapfer entgegenblickten.

Bist du immer so?" fragte Shane noch immer ein wenig nervös. Er konnte ja nicht wissen, wie sie reagieren würde. "Wie meinst du das?" fragte sie nach. "Na so wie wir dich bisher kennen gelernt haben. Sehr direkt, provokant, lustig- oder besser humorvoll , scheinbar ganz nett und unterhaltsam eben. Eine Frau, die man bewundern, aber auch genauso fürchten kann." 'Hey Shane, hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank? Was geht denn bitte mit dir ab?' fragte Kian ihn gerade in Gedanken. Er fragte sich, warum sein Freund auf einmal so verändert war. Jennifer mußte sich ein Grinsen verkneifen. "Fürchtest du dich etwa vor mir? Hast du Angst ich verabschiede mich von jedem Mann so wie von Nicky?" fragte sie ihn herausfordernd. "Nein, ich meinte damit nur, daß deine Feinde dich fürchten müssen, während deine Freunde dich einfach nur lieben können." sprudelte es nur so aus Shane heraus. Kian wurde ganz anders zumute. Was war denn bloß mit ihm los? So kannte er Shane überhaupt nicht, und er war sein ältester und bester Freund. Wenn ihn jemand außerhalb der Familie kannte, dann Kian. Aber das hier war ein völlig anderer Shane, als der, den er kannte. Wollte er tatsächlich die gleiche Frau angraben wie er? HALT, STOP! Das geht doch gar nicht, seit wann gräbt Shane Filan überhaupt eine Frau an? Der wartet doch für gewöhnlich auf das Wunder, daß die Frau, die ihm gefällt auf seinen süßen Dackelblick reinfällt und ihn anquatscht. Kian warf ihm einen Blick zu, der ihm sagen sollte: Hör sofort auf damit! Aber irgendwie schien Shane diese Sprache nicht mehr zu verstehen. 'Hat der etwa komplett abgeschaltet?' fragte Kian sich, der nur hilflos mitansehen (anhören ) konnte, wie die beiden weiter miteinander flirteten. "Danke, sowas hat mir noch nicht einmal meine beste Freundin gesagt." Shane errötete etwas.
"Na ja, ich weiß nicht, wie ich es treffender beschreiben sollte. Ich habe noch nie eine Frau getroffen, die sich einem
unangenehmen Zeitgenossen so mutig gegenübergestellt hat. Und unserem Nix hast du's ja ordentlich gegeben, alle Achtung.
Das war wirklich nicht nett von ihm." Shane hatte sich gar nicht vorstellen können, daß es so einfach war, das Herz einer
schönen Frau zu erobern. Jetzt hatte er Blut geleckt. Er setzte alles auf eine Karte und lächelte sie an. "Ja, das wollte ich eben
schon gesagt haben." versuchte Kian noch einmal dazwischenzufunken, aber es schien völlig aussichtslos für ihn. Sie hatte
scheinbar nur noch Augen für ihr Gegenüber mit diesem atemberaubenden Lächeln. 'Wo kommt das denn auf einmal her? Ist
der Typ geklont? Wo hatte er dieses Lächeln denn die ganze Zeit versteckt? Ich glaub's nicht. Das ist doch nicht mehr mein
Shane. Hat da etwa der Blitz eingeschlagen oder was? Ist der noch ganz knusper? Jennifer war meine Entdeckung.
Der spinnt doch, ausgerechnet mir will der ein Mädel direkt vor der Nase wegschnappen. Hallo? Geht's noch?
MIR hat noch keiner ein Mädel ausgespannt, keiner. Ausgerechnet mein bester Freund, unser Mauerblümchen fängt damit an?
Das kann nicht sein, das ist ein Alptraum.' Aber er träumte nicht....
Konnte es wirklich sein, daß diese Jennifer seinen Kumpel aus der Reserve gelockt hatte? Wie konnte es sein, daß aus seinem
schüchternen Freund sein härtester Konkurrent wurde? Und dazu kämpfte der auch noch mit absolut unzulässigen Mitteln.
Dieses Lächeln war ja schon waffenscheinpflichtig. Das durfte man doch im Kampf um das andere Geschlecht nicht zulassen,
da wäre Shane ja immer auf der Siegerseite, das war echt unfair. Was fällt dem eigentlich ein, ausgerechnet jetzt bei Jennifer
damit aufzuwarten?

"Habt ihr eigentlich öfter solche Probleme mit ihm? Ich kann mir nicht vorstellen, daß das für euren Erfolg besonders förderlich
ist. Der zieht euch doch gewiß ganz schön runter, wenn er so mies drauf ist, oder?" wollte sie von Kian wissen, der sich schon
über die wiedergewonnene Aufmerksamkeit freute. Jetzt ließ er sich nicht mehr lange bitten. Er plauderte munter drauf los, was
er eigentlich gar nicht wollte. Aber er wollte den Kampf um Jennifer nicht so einfach aufgeben. 'So einfach überlasse ich sie dir
nicht, Filan. Nicht kampflos. "Ach, Nix ist eigentlich gar kein so übler Kerl. Wir haben schon so viel Spaß mit ihm gehabt .Ich
glaube, es liegt an unseren Liedern. Er bekommt von unseren Produzenten immer wieder gesagt, daß seine Stimme einfach
nicht zu den Songs passt, jedenfalls nicht als Lead-Stimme. Er freut sich immer wie ein kleines Kind wenn er mal was anderes
singen darf als immer nur den Refrain mit uns zusammen. Auch wenn er meist nur sehr wenig Text bekommt .Die meiste Zeit
singen eh Mark oder Shane, da sie einfach die besten Stimmen haben." Irgendwie hat er gar nicht bemerkt, daß er sich gerade
selbst ins Abseits katapultiert hat. Er hat ihr doch gerade erklärt, daß sein Konkurrent viel besser singt als er selbst. Kann man so blöd sein, Kian? Scheinbar ja!!! Außerdem hat er auch nicht bemerkt, wie verliebt sie die ganze Zeit zu Shane herübersah.

Sie starrte ihn an, als könne sie irgendwann in ihn oder durch ihn hindurch gucken. Sein letzter Satz blieb jedenfalls nicht ungehört. Sie bekam trotz allem genau mit, was Kian so von sich gab. Jetzt wollte sie es aber genau wissen. "Was singt ihr denn so? Ihr seid doch nicht sowas wie die jungen Tenöre, oder? Vielleicht hab ich ja schon mal was von euch gehört, wenn zwei von euch schon Ferrari fahren und tolle Häuser bewohnt ihr gewiß auch, dann seid ihr gewiß nicht mehr so neu in dem Geschäft, oder?" fragte sie Shane auffordernd. "Unterschiedlich, manchmal etwas peppigeres, mal was langsameres, aber unsere größten Erfolge erzielen wir immer wieder mit unseren Balladen." Shane versuchte so gelangweilt wie nur möglich aus dem Fenster zu gucken, während er sprach. "Geht das vielleicht ein wenig genauer? Vielleicht mögt ihr mir ja mal was vorsingen?" flirtete sie unaufhörlich weiter. "Wer weiß, vielleicht läßt sich ja in den nächsten Tagen mal was arrangieren, falls Nix sich wieder abgeregt hat bis dahin." räumte Kian ein. Konnte es möglich sein, daß das nur eine große Lüge war, um bei ihr zu punkten? Welcher Sänger geniert sich denn bitteschön, ohne seinen Kollegen zu singen? Sie verlangte doch nichts Weltbewegendes, sie wollte doch nur mal Shane's Stimme hören. "Wieso das denn? Ich denke der singt eh meist nur den Refrain mit? Mir liegt wirklich nicht viel daran, ausgerechnet ihn singen zu hören. Wer weiß, ob ich nicht 'nen Gehörsturz kriege, wenn der Chaot loslegt. Eigentlich wollte ich ihm auch möglichst nicht nochmal begegnen. Dürft ihr denn ohne ihn nicht singen? Es wäre mir auch ganz egal was, es muß ja keins von euren Liedern sein. Ich würde so gerne mal eure Stimmen hören." Bei dem letzten Satz zog sie Shane regelrecht mit ihren Blicken aus. Konnte Kian den Kampf noch für sich gewinnen?

Kian deutete Shane, daß er mal zu ihm rüberhorchen solle, also beugte Shane sich vor , damit Kian ihm ins Ohr flüstern konnte:
Sorry, wenn ich störe, aber ich glaube, es war ein riesen Fehler, sie mitzunehmen." "Wieso das denn auf einmal?" fragte Shane.
"Überleg doch mal kurz, Mann: Wir kennen Nix . Was ist wenn er sie in Sligo ausfindig machen kann, wenn er gar nicht als
erstes zu uns kommt, um uns zu fragen in welchem Hotel sie wohnt. Er kann sich doch denken, daß wir sie vor ihm schützen
wollen und es ihm nicht verraten, egal was er uns antut." Shane's Augen wurden plötzlich immer größer. "Wir haben da 'ne
Kleinigkeit übersehen, Süßer. Wenn wir sie bis zum Hotel mitnehmen, weiß nicht nur Dave bescheid, der ihm die Auskunft
geben könnte, sondern auch Mark." Kian wurde kreidebleich. "Oh Mann nicht auch das noch, das hat er nicht verdient, Shane.
Das können wir nicht zulassen. Das würde er nicht überstehen. Wir müssen uns unbedingt was einfallen lassen, und zwar
schnell." "Stör' ich?" hörten sie Jennifer aufbegehren. "Kann ich euch irgendwie behilflich sein?" fragte sie in zwei völlig
verzweifelte Gesichter blickend. Hatte sie etwa gehört, was sie gesprochen hatten? Und wenn, wie viel hatte sie davon
verstanden? " Ehm...Ich glaube nicht, wir müßten da nur eine kleine Kleinigkeit klären, das ist alles." sagte Kian ganz verdutzt.
"Ach so, ja klar. Ich hab' gar nicht gewußt daß es auch große Kleinigkeiten gibt." grinste sie ihn an. Er versuchte zurück
zu grinsen, was ihm aber nicht sehr überzeugend gelang. Shane setzte sich sicherheitshalber neben Kian, damit sie weiter von
Jennifer entfernt flüstern konnten, ohne daß sie etwas hören würde. Er hatte da schon eine Idee, die er ihm mitteilen wollte.

"Wie wäre es, wenn wir sie davon überzeugen, schon in Carrowmore auszusteigen und mit einem Taxi weiterfährt? Dann kann
keiner von uns was verraten, und ihr wird nichts passieren. Ich spendiere ihr gern die Taxifahrt" " Wie willst du das denn
machen? Was willst du ihr erzählen, warum sie nicht mit uns zusammen nach Sligo fahren kann? Daß wir nur vorsichtig sein
wollen, für den Fall daß sie uns längst erkannt hatte und ein verrückter Fan ist, der alles tun würde, um uns näher zu kommen?"
" Denk doch nicht immer so kompliziert, Kiki. Es geht viel einfacher: Sie wird doch Verständnis dafür haben, daß wir noch
einen Termin bei unserem Boss haben, oder? Da können wir sie wirklich nicht mitnehmen." "Und unser Boss wohnt zufällig
in Carrowmore?" "Hey, Blitzbirne. 100 Bonuspunkte. Das war voll ins Schwarze." kicherte Shane . "Bleibt nur noch die
Frage, wie wir Dave beibringen, daß er in Carrowmore anhalten soll, ohne daß sie's mitbekommt. Dann wäre unser schöner
Plan nämlich zwecklos, und wir könnten sie nicht mehr schützen." "Das ist doch kein Problem. Wir müssen nur darauf
hoffen, daß Mark zuverlässig wie immer alles verpennt, bis wir in Sligo ankommen. Laß mich das mal machen. Du wirst es ihr
beibringen, nachdem ich dir 'ne SMS geschickt habe, klar? Und für den Fall, daß sie an dein Handy rangehen will, schreibe ich
schon das Richtige. Alles klar?" "Klar, Mann."

Plötzlich und ohne Vorwarnung fing Shane ganz vergnügt an zu singen: " We got a little world of our own, I`ll tell you things
that no one else knows, I let you in where no one else goes. What am I doing without you.....Well I guess I'm ready for settling
down and fooling around is over, and I swear it's true. No buts or maybes when I'm falling down, there's always someone who
saves me, and girl it's you...." Er sang extra so leise, daß Mark weiterschlafen konnte. " Reicht das für's erste?" fragte er dann
an Jennifer gerichtet. "Ich bin ja total geplättet, das war toll, ist das von euch?" fragte sie ganz abwesend. "Jawoll, das ist einer
unserer erfolgreichsten Hits." "Sagt mal, gibt es in den 14 Tagen, die ich hier bin, die Möglichkeit euch bei einem Auftritt zu
sehen?" Sie schien regelrecht darum zu betteln. "Leider nicht, tut mir leid, aber wir haben Urlaub, sonst wären wir nicht hier.
Es steht auch noch nicht fest, was wir so jeder für sich im Urlaub machen, aber erst mal besuchen wir unsere Familien zu
Hause in Sligo." warf Kian geistesgegenwärtig ein. "Dave, kannst du bitte mal anhalten, ich muß mal ganz dringend. Bis
Carrowmore war es jetzt nicht mehr sehr weit. Dave hielt am Straßenrand an und stieg mit ihm zusammen aus. Er mußte ja ein
Auge auf ihn haben, also entschied er sich kurzerhand, sich ebenfalls zu erleichtern. "Hör zu Dave, wir müssen die Kleine in
Carrowmore loswerden, O.K.? Bitte keine weiteren Fragen, ja?" "Wird wohl auf einmal zu anhänglich die Kleine, was?" fragte
Dave ohne auf eine Antwort zu warten. Kian hörte eh schon nicht mehr zu. Er war mit seinem Handy beschäftigt...
Als er wieder einsteigen wollte, traute er seinen Augen nicht. Dieser Mistkerl, da ist man nur mal kurz pinkeln, und schon
kleben sie aneinander wie die Kletten. Sie schienen nicht mal mehr mitzukriegen, daß der Wagen längst wieder auf der Straße
war und Kian ihnen gegenübersaß und alles mit ansehen mußte. 'Wie kann man sich denn in so kurzer Zeit nach so einer
kurzen Kennenlernphase derart ineinander verbeißen?' Er versuchte sie mit einem Räuspern auf sich aufmerksam zu machen.
Keine Reaktion. Er täuschte einen Gähnanfall vor, ein Husten, nichts half. Dave reagierte jedes Mal prompt, nur daß der nicht
gemeint war. Ja gibt's denn sowas?
Die müssen doch irgendwie zu trennen sein. Kian konnte kaum glauben, was er sah, wie ihre Hand, die auf seinem Oberschen-
kel lag immer höher wanderte. Kian fielen schon fast die Augen raus. Er räusperte sich noch mal. Er durfte ja auch nicht zu laut
sein, damit Mark weiterschlafen konnte. 'Oh, mein Gott, ich hab' echt keinen Bock, auch noch dabei zuzusehen, wie sie ihn vor
meiner Nase vernascht.' dachte Kian, als er endlich das heißersehnte Klingeln von Shane's Handy vernahm. Aber.... 'Ja ist denn
das die Möglichkeit? Das gibt's doch nun wirklich nicht mehr...."Shane, dein Handy!" sagte er darauf bedacht, nicht zu eifer-
süchtig zu klingen. "Sorry Süße, aber das könnte wichtig sein." sagte Shane endlich und hatte große Schwierigkeiten, das Handy
überhaupt in Augenschein zu nehmen. Sie war wirklich die reinste Klette. 'Mein Gott, da muß aber gewaltig der Blitz einge-
schlagen haben...' dachte Kian sich mit einem Grinsen im Gesicht. Irgendwie war er auf einmal froh, daß sie nicht an ihm klebte.
Kletten und Klammeräffchen konnte er nämlich gar nicht leiden, im Gegenteil, er liebte Frauen, die wußten was sie wollten,
die auch mal einen Quickie oder One-Night-Stand riskierten, ohne gleich auf große Liebe zu machen. Schließlich war für ihn
klar, daß man erst nach einiger Zeit einer Beziehung feststellen konnte, ob man seinen Partner wirklich liebt. Er glaubte nicht
an Liebe auf den ersten Blick. Begierde, ja. Aber Liebe? Nein. Gott sei Dank war Shane derjenige, der sie am Hals hatte.
Obwohl er sie wirklich heiß fand, sonst hätte er sie wohl kaum mitgenommen. Schon komisch, wenn man mal so darüber
nachdenkt.... Shane hatte ihm zu verdanken, daß sie bei ihnen war, daß er so aus sich herausgegangen war, und daß er so von
ihr befummelt wurde. Schließlich hat sie damit gewartet, bis sie allein waren. Auf einmal war es gar nicht mehr so schwer zu
ertragen, daß Shayz bei ihr die besseren Karten ausgespielt hatte. Aber Kian war jetzt gewarnt. In Zukunft mußte er sich in Acht
nehmen, er hatte einen nicht zu verachtenden Gegner in Shayz. 'Na wir werden ja sehen, wie es sich entwickelt. Er muß erst mal
beweisen, ob er in der Öffentlichkeit also mitten in einem Club auch noch so souverän und selbstsicher flirten konnte.
Hoffentlich nicht. Der Gedanke gefiel Kian irgendwie gar nicht. Shane schaute gebannt auf sein Handy-Display. Wie erwartet,
ließ Jennifer es sich nicht nehmen, zu erfahren, warum sie gestört worden waren. ' Allemann sofort ins Büro. Schlechte
Neuigkeiten, Jungs. Louis. ' konnte sie entziffern. Das hieß nichts gutes, das brauchte man ihr gar nicht erst erklären. "Das
war's dann wohl vorerst, wie?" fragte sie jetzt ganz traurig. Irgendwie tat es Kian jetzt fast schon leid, ihr das antun zu müssen.
Aber schließlich ging es um ihre Sicherheit. Nix durfte sie auf gar keinen Fall einfach so finden können. Noch besser wäre
gewesen, sie hätten sie überreden können, ihren Urlaubsort zu wechseln, aber das wäre ja wohl ein bißchen zu viel verlangt.
"Dave, kannst du bitte in Carrowmore am Taxistand anhalten? " fragte Shane über seine Schulter hinweg. Jennifer hing schon
wieder an seinem Hals, um sich gebührend von ihm verabschieden zu können. Er sollte sie auf keinen Fall einfach vergessen,
oder wie eine von vielen abhaken und zur nächsten übergehen, ohne sich groß an sie zu erinnern. Wie gut, daß Shane so gerne Rollkragenpullover trug, und das Wetter hier in Irland tat sein Übriges. Es war also nicht weiter schlimm. Er mußte ja Gott sei
Dank zu keinem Auftritt. Bis der Urlaub um war, war auch der Knutschfleck wieder verschwunden.
"Oh, Mann. Was soll das denn jetzt wieder. Wir sind gerade aus dem Flieger raus, da kommt schon die nächste Hiobsbotschaft.
Und ich hab' mich schon auf mein Bett gefreut." hörte sie Kian leise wettern. Er reichte Shane sein Handy. "Wenigstens hat
einer von uns mal wieder etwas mehr Schlaf bekommen als alle anderen. Lassen wir ihn weiterschlafen bis wir da sind?"
"Na klar, oder magst du seine Laune bis zu Loui' s Büro ertragen, wenn wir ihn jetzt schon wecken. Er nervt uns schon noch
früh genug." gab Shane zurück. "Sorry, Süße das hätte so ein schöner Tag werden können, aber die Karriere geht nun einmal
vor." sagte er zu Jennifer. "Ich gebe dir meine Handy-Nummer, dann kannst du dich jederzeit bei mir melden, ja? Mir ist schon
klar, daß ich deine nicht kriege." gab sie ihm noch zu verstehen, bevor sie anhielten, um sie aussteigen zu lassen. Shane war
diesmal der perfekte Gentleman an ihrer Seite. Kian verabschiedete sich kurz von ihr, blieb aber im Wagen sitzen, um ihr zu
verdeutlichen, daß sie es eilig hatten. Shane trug ihren Koffer zu einem Taxistand, wo auch schon ein Taxi bereitstand. Er
übergab dem Fahrer den Koffer, drückte ihm ein paar Scheine in die Hand und bat ihn, die junge Dame sicher zu ihrem Hotel
in Sligo zu bringen.
Er nahm sie zärtlich in die Arme, strich ihr sanft über den Rücken, küßte sie noch einmal leidenschaftlich und sagte ihr: "Sag
nichts, Süße. Wir haben uns so Hals über Kopf kennengelernt und ich möchte, daß du mir glaubst, daß ich noch nie so schnell
ein Mädchen geküßt habe. Ich kenne mich heute selbst nicht wieder. Du hast mich total verzaubert. Ich werde dich jeden Abend
in mein Gebet einschließen und pausenlos an dich denken. Das nächste Lied das wir herausbringen, werde ich ganz allein Dir
widmen. Du bist etwas ganz Besonderes." Warum zum Geier hörte sich das verdammt nach einem Abschied für immer an? Es
tat so weh, ihn so reden zu hören." Aber Shane, du hast doch meine Handy-Nummer, du brauchst mich doch nur anzurufen,
dann können wir ein Treffen vereinbaren. Das geht wirklich ganz einfach, Schatz. Oder bin ich für dich doch nur eine von
vielen? Bitte sag mir jetzt, wenn da noch eine andere auf dich wartet. Das würde es mir leichter machen, dich zu vergessen." "Vergessen? Wie kannst sowas sagen? Ich fände es sehr schade, wenn du mich vergessen würdest. Oder waren wir für dich nicht mehr als Versuchsobjekte?" fragte er neugierig. "Was denkst du denn von mir? Ich bin doch nicht so eine, die mit Männern spielt, oder sie sammelt wie andere Leute Briefmarken." Seine letzte Bemerkung schien sie wirklich verletzt zu
haben. "Hey, ich hab' das ernst gemeint. Ich werde Tag und Nacht nur noch an dich denken können. Wie gut, daß meinem Boss
nicht auffallen wird, daß ich auf einmal lauter Liebeslieder während der Arbeit singen werde. Im Gegenteil, er wird mich eher
loben, daß ich mit Herz und Seele dabei bin. Auch wenn es dir jetzt sehr wehtun wird, aber ich möchte das Schicksal
entscheiden lassen, wann und wo wir uns wiedersehen. Wenn wir für einander bestimmt sind, wir das bestimmt sehr bald sein,
aber ich weiß nicht was im Büro auf uns wartet, vielleicht müssen wir gleich wieder auf irgendeine beschissene Promotion-Tour, weil irgendwo unser Album nicht so gut einschlägt wie hier bei uns, wer weiß. Ich hoffe, daß wir uns bald wiedersehen. Bitte versuch nicht krampfhaft, mich ausfindig zu machen, das tun schon genügend Fans. Und du bist für mich kein Fan, du bist wie ich hoffe, die Liebe meines Lebens. Aber wenn es so sein soll, wird das Schicksal uns sehr schnell wieder zusammenführen, heute ging ja auch alles blitzschnell. Halt mich ruhig für verrückt, aber das ist meine Überzeugung. Der Himmel wird mir zur richtigen Zeit einen Engel an meine Seite stellen. Ich möchte nicht, daß du eine Zufallsbekanntschaft vom Flughafen bleibst. Ich möchte doch nur sicher gehen, daß du die Richtige bist. Versteh das bitte, für mich geht es nicht anders. Geben wir dem Himmel eine Chance, einen eventuellen Fehler zu korrigieren. Und hoffen wir, das unsere Begegnung kein himmlisches Versehen war. Schließlich kamst du ja schon geradewegs aus dem Himmel. Ich muß jetzt leider gehen, es wird Zeit..." Sie konnte nichts mehr sagen. Wieso war dieser Kerl auch noch so romantisch? War das nicht der Mann, von dem Millionen von Frauen träumen? Ein romantischer Mann mit Herz und Verstand, mit soviel Gefühl. Seine Stimme, seine Augen, sein Lächeln, sein Körper... Nein,es gibt nichts an diesem Mann, das nicht perfekt wäre. Warum mußte er ihr so wehtun? Sie schaute ihm noch hinterher, wie er in den Van stieg und die Tür hinter sich schloß. Sie wollte noch einen letzten Blick auf ihn werfen, als sie an ihr vorbei fuhren, aber die Scheiben waren nicht umsonst so dunkel, sie konnte nichts erkennen.
Als er sie zum Abschied noch einmal zärtlich auf die Wange geküßt hatte, fühlte sich so verarscht, so benutzt. 'Kann es sein,
daß sie mich nur mitgenommen haben, um ihr Spiel mit mir zu spielen? Schließlich hatte Kian mich ja mehr oder weniger
abgeschleppt und Shane hatte erst später sein wahres Gesicht gezeigt. Vielleicht war die ganze Geschichte mit diesem Nicky
auch nur eine andere Form der Anmache.( Ich kann dich nicht leiden, aber du bist echt sexy, hast nicht Lust auf 'nen Quickie
mit Nicky? ) Und dieser Mark versuchte wohl durch Desinteresse zu Punkten, oder der war tatsächlich schwul.' Oh, Mann. Was
sollte sie bloß von all dem halten? Auf dem Weg nach Sligo weinte sie still und leise vor sich hin. Es war eigentlich gar nicht
so weit, aber ihr kam der Weg so endlos lang vor. Sie wollte nur noch in ihr Hotel, eine heiße Dusche nehmen und sich mit
einem schönen heißen Tee in ihr Bett verkrümeln. Das Beste war wohl, wenn sie sich auf genau das konzentrieren würde, was
sie sowieso vorhatte. Urlaub machen. Zwei Wochen lang nichts von zu Hause hören und sehen, mal nicht alles selber machen
müssen, nur das wozu man Lust hatte. Als sie gerade unter der Dusche stand, fiel ihr wieder ein, daß sie sich doch mit Kian
über ihre Urlaubspläne unterhalten hatte. Wenn er es wirklich ernst meinte, und vielleicht das ein oder andere mitbekommen
hatte, dann bestand zumindest die Möglichkeit, daß er versucht, sie an einem dieser Orte wiederzufinden. Sie wußten ja nicht,
wann sie wo sein würde, weil sie das selbst noch genauer durchplanen wollte. Die größte Chance hatte sie jedenfalls, wenn sie
hier in Sligo blieb, wo sie ihre Familien besuchen wollten. Da keimte doch schon wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer in
ihr auf. 'Oh, Shane. Hoffentlich sehe ich dich bald wieder. Bitte lieber Himmel laß ihn wissen, daß ich sein Engel bin, der
genau zur richtigen Zeit zu ihm kam.' Sie erinnerte sich an die ein oder andere Zeile, die er ihr vorgesungen hatte, und summte
etwas unsicher die Melodie von diesem Song vor sich hin. 'Schade, daß es sich nicht nach einem Lovesong anhörte, aber es
war alles was sie von ihm hatte. Nur dieser Song und die Erinnerung an seine Zärtlichen Küsse.....

"Das hätten wir schon mal, jetzt müssen wir nur noch Nix bei Laune halten, sonst kommt er noch auf die Idee nach ihr zu
suchen." sagte Kian scheinbar völlig gefühllos, wie ein echter Geschäftsmann, der für seinen Erfolg über Leichen geht. "Dave,
wenn Nicky dich fragt, wo du sie abgesetzt hast, was sagst du ihm dann?" fragte er in der Hoffnung, daß Mark noch nicht
wach war und ihnen zuhörte, bevor er die Augen aufschlug, so wie er es manchmal machte. "Na, in Carrowmore."
antwortete Dave etwas unsicher. "Bist du verrückt? Was ist, wenn er das Taxi ausfindig macht und der Fahrer ihm verrät, wo
er sie hingebracht hat? Nein, Du hast sie am Bahnhof abgesetzt, verstanden? In Sligo am Bahnhof. Klar?" "Wieso denn das?"
wollte auch Shane wissen. "Na, weil man von da aus überall hinkommt? Per Taxi, Bus oder Bahn?" "Gar nicht schlecht, Kiki.
Hätte ich dir gar nicht zugetraut." erklang auf einmal Mark's Stimme. 'Scheiße, wieso war er wach? Hatte er am Ende gar nicht
geschlafen?' " Was hättest du mir nicht zugetraut?" "Na, wenn man das mal ganz nüchtern betrachtet, reißt du dir am
Flughafen 'ne Schnecke auf, schleppst sie mit, sie legt sich mit Nix an, tritt ihm richtig ordentlich in seine Eier, und nachdem
Shane sie dir vor der Nase weggeschnappt hat, versuchst du ihm dabei zu helfen, sie vor Nix zu verstecken, damit er sich nicht
an ihr rächen kann. Hab ich irgendwas vergessen?" "Du hast das alles mitbekommen, ich dachte du schläfst.!" "Das hab ich
zumindest versucht, aber das war ja kaum möglich, und dann fängt der verliebte Gockel auch noch an zu singen.... Ach,
übrigens danke, daß ich euch jetzt schon nerven darf. Da hab' ich schon einen Moment lang mit mir gerungen, ob ich mich
nicht schon zu Wort melde. Aber so brauchte ich wenigstens nicht auf alle möglichen Fragen antworten, und ihr konntet mich
nicht wieder so verarschen wie das letzte Mal. Das war echt fies... "Mark?" fragte Shane jetzt richtig ängstlich. "Keine Sorge,
Shayz. Ich werd' das gleiche sagen wie ihr. Ich hoffe nur, daß unser Goldlöckchen sich nicht selbst verplappert, vor lauter
Aufregung." "Was soll das denn heißen, heh? Ich?" Kian tat total pikiert. "Ja, du. Weißt du noch, wie Kiki sich selbst verraten
hat, als sein Dad stocksauer war, daß sein neues Auto lauter Kratzer hatte? Wie hast du noch mal gesagt? Vor der Garage ist
einfach zu wenig Platz? Ich komme mit meinem Mofa kaum durch?" "Das sieht dir mal wieder ähnlich, auf alten Kamellen
rumkauen." beschwerte sich Kian lauthals. aber die anderen mußten so sehr lachen, daß sie ihn kaum hören konnten. Selbst
Dave lachte mit, der sich heute eh schon so schlecht auf die Straße konzentrieren konnte. Sie hielten an, um Mark aussteigen
zu lassen. "Ciao, amores. Bis heute Abend, oder fällt das ins Wasser?" wollte Mark wissen. "Wir verlegen das zu mir, O.K.?"
sagte Shane. "Prima Idee. Können wir bei dir pennen?" fragte Mark noch, bevor er sich umdrehte und ging. Die Frage
erübrigte sich, sie schliefen immer bei dem, der die Party schmeißt. Außerdem hatte Shane ja genügend Platz. Wenn es mal an
freien Betten mangeln sollte, war da immer noch der Pferdestall..

Shane war froh, daß Kian ihn nicht allein nach Hause gehen ließ. Er fühlte sich in dem großen Haus nicht nur einsam, seit
Gilian und Nicole nicht mehr bei ihm waren, er hatte Angst, entsetzliche Angst.... vor Nicky. Er konnte jederzeit auftauchen
und ihn sich vorknöpfen. Warum war er nur so dumm gewesen damals? Warum hatte er sich so besoffen in dieser Nacht, die
sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hatte. Die Nacht, in der alles anfing. Die Nacht, in der die Angst kam, die ihn seitdem
jedesmal aufs neue so sehr plagte, daß er sich davor fürchtete, einzuschlafen. Was sollte er nur ohne Kian machen? Er war ihm
seitdem nicht mehr nur ein guter Freund, er war sein Schutzschild geworden. Kian opferte sich immer wieder mutig, um
Nicky's Attacken abzuwehren, um Shane zu schützen. Ja, im beschützen war er echt großartig. Shane wunderte sich immer
wieder, wo Kian all diese Kraft hernahm, mit der er sein Leben meisterte. Der Job, die Familie, das Management, mit dem er
stets in engem Kontakt stand, die Fans, die Auftritte, das Training, wie konnte er da noch für ihn da sein? Hatte er einen
solchen Freund überhaupt verdient? Was konnte er denn im Gegenzug schon bieten? Er war nur ein Sänger mit 'ner guten
Stimme, der mit Hilfe seiner Mutter bei einem Musikproduzenten vorsingen durfte, der ihn und seine Freunde groß rausge-
bracht hatte. Aber zu welchem Preis? Drei seiner Kumpels blieben damals auf der Strecke, weil die Band zu groß war, und
dann kam neben Brian auch noch Nicky. Brian hat sich aus dem Staub gemacht, um sein eigenes Süppchen zu kochen, und
seitdem durften sie Nicky's Launen ertragen. Das allein war schon schlimm genug. Warum mußte es soweit kommen? Nur
wegen einer durchzechten Nacht, nur weil er seinen Kummer mal wieder in Alkohol ertränken wollte. 'Oh Mann, Filan du
bist vielleicht ein Mistkerl, brockst deinem besten Freund soviel Ärger ein und schnappst ihm auch noch eiskalt ein Mädel
vor der Nase weg. O.K. es war kein blutiger Kampf entbrannt. Er hatte ja mehr oder weniger dabei zugesehen, wie sie sich
immer mehr in mich verguckte, bis sie schließlich an meinem Hals hing. Sie wäre sowieso nicht wirklich sein Typ gewesen.
Kian hätte ihr längst reinen Wein eingeschenkt. Er war ziemlich schnell, wenn ein Mädel anfing zu klammern. Ja, dann
servierte er sie ganz schnell ab.' Aber das war keine Entschuldigung für sein heutiges Verhalten. Er schuldete ihm so viel...
Shane würde das nie wieder gut machen können. Jetzt legte er sich auch noch ins Zeug um eine Frau zu schützen, die er ihm
ausgespannt hatte. Nicky's Zorn würde unweigerlich zuerst Kian treffen. Schließlich hatte er die Kleine angeschleppt. Nix
konnte nicht ahnen, daß sich das Blatt gewendet hatte, daß sie Shane viel lieber hatte und sie vielleicht sogar seine neue
Freundin werden wollte.... Aber das durfte er nicht zulassen. Er könnte ihr nie die Wahrheit sagen. Die Wahrheit, die ihn
selbst so sehr schmerzte, daß er es kaum ertragen konnte.
Kian hatte ihn scheinbar schon vermißt. "Hey, Shayz. Da bist du ja. Was machst du denn hier? Willst du gar nicht duschen
gehen, bevor deine Gäste eintrudeln? Ich hab' alle angerufen, bis auf Nix. Er sagte ja wir müßten heute auf ihn verzichten.
Ich hoffe, daß er es sich nicht anders überlegt hat, nach der Aktion von Jen." Er konnte ganz genau spüren, wie Shane zitterte.
Er zog ihn fester in seine Arme, um ihm Halt zu geben. "Schhhhhhhh......,Schatz, er wird dir heute nacht nichts tun, dafür werde
ich schon sorgen. Das weißt du doch. Vielleicht wird er ja auch für ein paar Tage ganz außer Gefecht sein, wir wissen nicht in
welchem Zustand er ist. Soll ich ihn doch noch anrufen und ihn fragen, wie es ihm geht? Wahre Freunde würden das doch tun,
oder?" Shane zitterte jetzt noch stärker als zuvor, aber er nickte. Er wollte Gewissheit haben. "Ich werde mich bei ihm
entschuldigen, O.K.? " Shane nickte wieder. "Komm Süßer, ich lass dir mal ein heißes Bad ein, das wird dich entspannen.
Versuch ein bißchen Kraft zu tanken. Ich komm' gleich wieder und sehe nach dir, aber komm mir ja nicht wieder auf dumme
Ideen, hörst du? Ich brauche dich noch. Ich habe nicht vor, ohne dich weiter zu machen." Kian gab Shane einen Kuß auf die
Stirn und lächelte ihn aufmunternd an. Dann ließ er ihn für ein paar Augenblicke allein. Sein Zustand versetzte Kian in große
Aufregung, die er sich aber nicht anmerken lassen wollte. Am liebsten hätte er die Party abgesagt, aber jetzt würde er eh
niemanden erreichen. Alle hingen wohl gerade am Telefon und bequatschten irgendwas wegen der Party heute Abend. 'Sie sind
wieder da .Wir feiern heute bei Shane. Was ziehst du an? Wen bringst du mit? Was bringst du mit für das Büffet? ' Lauter
solche Telefonate waren jetzt in und um Sligo herum im Gange. Er wählte noch einmal Nicky's Nummer. Vielleicht hatte er
sich verwählt.' Wieso geht dieser Arsch nicht ans Telefon?' Er versuchte es auf dem Handy. Mailbox, klasse.... "Hey Nix, ich
bin’s Kiki. Ich wollte mich bei dir entschuldigen, war 'ne scheiß Aktion, sorry. Ich dachte das wird auch für dich lustig. Kommt
bestimmt nie wieder vor, versprochen." sagte Kian kleinlaut in sein Handy. Als er wieder Shane's Schlafzimmer betrat,
überkam ihn auf einmal ein eisiger Schauer, er ahnte Schreckliches. "Shayz? Shayz, wo bist Du?" schrie er aus Leibeskräften.
Die Balkontür stand weit offen, der Vorhang flatterte in der kühlen Abendluft in den Raum. Der Abend fing zwar gerade erst
an, aber Kian kam sich vor wie in einem Horrofilm um Mitternacht. Er rannte zum Balkon und schaute erst mal vorsichtig nach
draußen, um ihn nicht zu erschrecken, falls er da draußen war. Kian konnte kaum atmen. Die kühle Luft schnürte ihm die
Kehle zu und doch spürte er ihren eisigen Hauch, wie er sich tief in seinem Innersten ausbreitete. 'Bitte lieber Gott, laß es
nicht zu. Nimm ihn mir noch nicht weg. Ich brauche ihn so sehr.' betete Kian. Er konnte ihn nicht sehen, also ging er langsam
Schritt für Schritt näher in Richtung Geländer. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Kian wurde immer mulmiger
zumute. Er konnte sich in seinem Kopf schon ausmalen, was er sehen würde, wenn er nach unten sehen würde.' Nein, bitte
nicht.' betete er weiter still vor sich hin. Er wagte kaum, seine Augen offen zu lassen, aber nur so würde er Gewissheit
bekommen. Er betete ganz still und leise immer wieder das gleiche: Bitte nicht, bitte nicht.....
"Was machst du denn da?" hörte er eine vetraute Stimme hinter sich. Er konnte es kaum glauben. Ganz langsam, wie in Zeitlupe
drehte er sich mit nur halb geöffneten Augen zu der Stimme um. Er hatte Angst..... Schreckliche Angst..... Nun betete er
wieder: 'Bitte, lieber Gott. Bitte, ich will nie wieder an dir zweifeln, bitte lass mich nicht verrückt sein..... Lass mich nicht
verrückt werden, bitte.... bitte..... bitte.... Er machte einen Schritt nach dem anderen. Genauso langsam wie er in Richtung
Geländer gegangen war, schritt er jetzt wieder zurück, ohne nach unten gesehen zu haben .Seine Augen, die sich zuvor mit
einer Menge Tränen gefüllt hatten, konnten diese nicht länger zurückhalten. Er streckte seine Hände aus, um ihn zu ertasten.
Er mußte einfach wissen, ob er real war, oder ob er sich das nur einbildete. Er berührte ganz vorsichtig sein Gesicht und
erschrak richtig. 'Oh mein Gott, er ist es. Er ist real. Ich bin nicht verrückt. Aber was macht er hier? Er sollte doch gar nicht
hier sein....' dachte Kian bei sich. "Was machst du hier? " sagte er nur ganz verheult, wischte sich die Tränen weg, nahm ihn in
den Arm und sagte dann zu ihm: "Du holst dir hier noch den Tod, was soll das?" Er schob Shane ins Schlafzimmer und schloß
die Tür. "Hey ich mußte einfach mal ein bißchen lüften. Oder meinst du der mief geht von alleine, wenn ich wieder da bin?
Ich schlafe gerne bei Frischluft, das weißt du doch. Das heißt, wenn ich überhaupt zum Schlafen komme. Hast du Nix
erreicht?" fragte er mit leicht zittriger Stimme. "Nein, nur seine Mailbox, aber ich hab draufgesprochen, mich schon mal
entschuldigt. Aber das werde ich noch mal persönlich machen müssen. Wer weiß, wann der seine Mailbox abhört." "Du
hast mir noch keine Antwort auf meine Frage gegeben: Was hast du da draußen gemacht? Du hast so traurig ausgesehen.
Kann es sein, daß dir das alles zu viel wird? Bitte sei ehrlich, ich weiß, daß ich nichts von dir erwarten kann, du hast schon
viel zu viel gegeben, Kiki. Ich werde deine Aufopferung für mich nie wieder gutmachen können, das ist mir heute klar
geworden. Das mit Jen tut mir leid, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Du kennst mich wie mich kein anderer Mensch
mich kennt. Das war doch nicht ich, oder? Hab' ich mich so verändert?" "Na klar, heute Nacht kannst du mal so richtig zeigen,
was du drauf hast, Süßer. Du entwickelst dich noch zum echten Womanizer. Irgendwie bin ich total stolz, daß du scheinbar
das Zeug hast, Nix von seinem Sockel zu stoßen. Ich hoffe nur, du kannst mit mir als Konkurrenten leben. Jedenfalls hast du
mich heute schon ganz schön alt aussehen lassen. Neben dir sah ich auf einmal ganz schön blass aus. Du bist mir der liebste:
Wenn schon Konkurrenz , dann am liebsten von dir. Sag mal, wo kam denn dieses unglaubliche Lächeln her? Kannst du das
noch mal? Das war absolut unglaublich, ich dachte die Pole schmelzen, Mann." "Also wenn du mich damit aufheitern wolltest,
muß ich dich leider enttäuschen. Das Thema heitert mich leider gar nicht auf, ich fürchte ich hab mich tatsächlich in sie
verliebt... Ich sehne mich jetzt schon nach einem Wiedersehen." Shane weinte plötzlich wie ein kleiner Junge, dem man den
Lolly geklaut hatte. "Schhhhh.......Süßer. Was ist denn los? Hat es dich so schlimm erwischt?" versuchte Kiki ihn zu trösten.
Shane antwortete: "Du weißt doch am besten, daß das nicht sein darf, ich darf sie doch dieser Gefahr nicht aussetzen! Ich
Könnte es nicht ertragen sie hier zu haben. Ich könnte sie keine Sekunde aus den Augen lassen. Selbst wenn er ihr irgendwann
verzeihen könnte, wäre das keine Garantie. Sie wäre niemals sicher hier, und das weißt du genauso gut wie ich. Wie könnte ich
ihr auch nur annähernd das Gefühl von Geborgenheit geben, wenn ich selbst nur Panik spüre, bei jedem Schritt den ich allein
durch dieses Haus gehe. Sie würde sofort spüren, daß mit mir was nicht stimmt, weil sie mich so nicht kennt. Aber ich kann
sie doch nicht hierher holen. Und wo sollte ich hingehen, ohne daß er es mitbekommt? Ich kann nicht mehr, Kiki. Ich werde
nie wieder eine Frau lieben können...." Jetzt war es endgültig soweit... Shane brach zusammen. Kiki hatte große Mühe, ihn auf
sein Bett zu hieven. 'Oh Gott, bitte steh uns bei.' betete er nun laut. " Shayz, Schatz. Bitte mach die Augen auf." Kian weinte hemmungslos." Bitte Schatz, laß mich jetzt nicht hängen, ich schaffe das ohne dich nicht. Verstehst du denn immer noch nicht,
daß du mein Energiekern bist? Ich tu doch alles für dich, mein Schatz. Bitte, ich brauche dich doch wie die Luft zum Atmen.
Bitte Shayz, wach auf." Er rüttelte immer wieder an ihm, bis er sich schließlich dazu durchrang, ihn auf dem Bett allein
zurückzulassen, um einen Waschlappen zu holen, mit dem er ihm die Stirn kühlen wollte. Er kam gerade aus dem Bad, da
stockte ihm schon wieder der Atem. Shane stand an der offenen Balkontür. "Nein... schrie er nur noch in völliger Panik. "Nein,
Shayz, tu das nicht." "Wieso denn nicht? Du erstickst irgendwann noch mal in deinem Mief. Ich brauche Luft. "Wie wäre es
dann wenn wir erst mal das Rauchen sein ließen?" mußte Kiki ihn aufziehen? Er schien sich völlig erholt zu haben und sich
gar nicht zu erinnern, daß er umgekippt war, aber Kiki würde ihn ganz bestimmt nicht daran erinnern, nur damit er gleich
wieder umkippt. "Das sagt ja gerade der Richtige. Als nächstes willst du mir auch noch den Alkohol verbieten, so wie Louis
das immer wieder versucht, heh? Sex hatte ich schon ewig keinen mehr, also laß mir wenigstens eine meiner Drogen. Wobei
ich am ehesten auf Zigaretten verzichten könnte, ich rauche ja nicht so viel wie Andere. Stell 'dir nur mal vor, dir würde
jemand deine Mädels verbieten wollen. Das würdest du doch nie packen, du Sexprotz." kicherte Shane. "Du vergißt wohl,
daß Louis das schon seit dem ersten Vorsingen versucht. Keine Weibergeschichten..." jetzt lachten sie beide herzhaft und
warfen sich gegenseitig Kissen ins Gesicht. Dabei ging zufällig Shane's Handtuch auf und plötzlich hockte er splitterfasernackt
vor Kiki und lachte weiter. Es tat ihm unglaublich gut, Shane so ausgelassen zu sehen, aber dieser Anblick ließ ihn erneut den
Atem anhalten. Es war schon lange her, daß er ihn nackt gesehen hatte. Aber Shane schien gar nicht zu bemerken, wie Kian ihn
anstarrte. Er warf das nächste Kissen, das ihn so hart traf, daß er mit dem Kissen im Arm auf dem Boden landete. Jetzt mußte
Shane sich den Bauch halten vor Lachen. 'Mensch wie lange war es her, daß sie so viel zusammen lachen konnten?' Er wollte
ihn auf keinen Fall davon abbringen, weiterzulachen, also versuchte er, sich so gut es ging zusammenzureißen, für ihn. Was
würde er nicht alles für ihn tun? Wie schon ewig nicht mehr tollten sie jetzt zusammen auf Shane's Bett herum, bis Shane
plötzlich auf ihm lag. 'Oh Gott bitte nicht. Bitte nicht jetzt.' dachte Kiki flehend, während er krampfhaft überlegte, wie er ihn
von sich runterkriegen sollte, ohne ihn anzufassen, schließlich war er nackt. "Shayz, ich glaube wir sollten uns mal langsam
um die Party kümmern, oder willst du sie absagen?" grinste er seinen Freund an. Da bemerkte Shane plötzlich was los war.
"Sorry, Kiki tut mir leid, das wollte ich nicht." hörte Kian ihn nur noch rufen, als er mit hochrotem Kopf in seinem Bad
verschwand. 'Na toll, wir haben uns mal wieder voll in die Nesseln gesetzt, Egan. Das war ja wieder mal klar.' Aber wieso
muß er auch mit dem Scheiß anfangen, wenn er noch nicht angezogen ist? 'Nein, Kiki du bist nicht fair. Das war 'ne ganz
spontane Aktion, ohne jeden Hintergedanken. Es gibt nichts, das du ihm vorwerfen könntest.' schimpfte er sich selbst. Konnte
er diesem Mann jemals irgendwas vorwerfen? Schließlich war es ganz allein seine Schuld, daß Shane so leiden mußte. Er fing
ganz leise an vor sich hinzusummen. Mit der Zeit wurde er mutiger, sodaß Shane ihn durch die geschlossene Tür hören konnte.
"Was singst du da?" fragte er neugierig, während er sich weiter rasierte. "Hast du Rasierschaum in den Ohren? Ich singe nicht,
ich summe nur. Du weist doch, daß ich niemals alleine singe." rief er ihm zu. "Dann summ' doch mal lauter, dann sing' ich dir
was dazu. Na los, trau' dich." rief er von drinnen. Shane erkannte die Melodie sofort, aber zu seinem Erstaunen, fingen sie
gleichzeitig an zu singen. Kian schien genau gewußt zu haben, wie lange er brauchen würde, um den Song zu erkennen.
Das konnte kein Zufall sein, nicht bei dem Lied. Shane wunderte sich immer noch darüber, daß er jetzt plötzlich doch sang.
Aber er sang ja auch nicht allein: " I wanna grow old with you, I wanna die lying in your arms. I wanna grow old with you, I
wanna be looking in your eyes. I wanna be there for you, sharing in everything you do, I wanna grow old with you...
A thousand miles between us now, it causes me to wonder how... our love tonight remains so strong, it makes our risk right all
along.... Shane achtete nicht so sehr darauf, was sie da sangen, oder wie, für ihn war nur wichtig, daß er bei ihm war. Daß er
nicht allein im Haus war, war im Laufe der Zeit das Wichtigste für ihn geworden. Er konnte sich überhaupt nicht mehr
vorstellen, auch nur eine Minute hier allein zu sein, ohne ihn. Wenn er nur hätte sehen können, was sich auf der anderen Seite
der Tür abspielte. Es war wirklich ein Bild des Jammers. Wie sein ganzer Körper an der Tür lehnte, wie er mit seiner Hand fast
zärtlich über das Holz strich, wie ihm die Tränen über die Wangen liefen und sich ihren Weg bis zu seinem Hemd bahnten, das
sie in sich aufnahm wie herrenlose Katzenbabys, die ein Zuhause suchten. Wie sehnsuchtsvoll er durch die Tür zu starren
schien, die ihm den ersehnten Anblick noch versperrte. Selbst ein Blinder hätte erkennen können, was in ihm vorging.

Er litt Höllenqualen, weil er dem geliebten Wesen, seinem Ein und Alles nicht nah genug sein konnte. Wieso war die Liebe, die uns doch so gut tat auf der anderen Seite so grausam, so unerträglich? Ja, es muß wohl stimmen: Liebe und Schmerz verbindet ein unsichtbares Band. Es gibt keine Liebe, die nicht auch sehr schmerzhaft sein kann. Besonders dann, wenn die geliebte Person nicht genauso empfindet, oder einen Schlußstrich zieht.
Kian entfernte sich langsam aber sicher von der Tür und versuchte, sich zu sammeln, nicht ganz so verheult auszusehen, wenn
er gleich durch die Tür kommen würde, die ihn noch immer von ihm trennte. "Gibt es einen bestimmten Grund für das Lied?"
hörte er ihn rufen. "Seit wann brauchen wir einen besonderen Grund um zu singen? Wir sind doch Sänger." versuchte er so
normal wie möglich zu klingen. "Ich hab' wohl grad' ne Premiere erlebt, heh?" er stand provozierend an die Badezimmertür
gelehnt. "Na ja, ich hab' nicht allein gesungen." versuchte er sich zu verteidigen. "Kann ich jetzt ins Bad?" Sein Ablenkungs-
manöver funktionierte dieses Mal nicht. Shane hatte längst bemerkt, daß mit ihm irgendwas nicht stimmte, und er wollte wissen,
was. Er hielt ihn am Arm fest, als er versuchte, sich an ihm vorbeizudrängen. Er sah ihm fest in seine verheulten Augen, die
ihn eben noch so herrlich angestrahlt haben und fragte ihn direkt: "Kiki. Was ist los? Glaubst du ich sehe nicht, daß du geheult
hast? Du weißt doch, daß du mir ganz und gar nicht egal bist, Schatz. Warum redest du nicht endlich mal darüber, was dich so
bedrückt? Ist es wegen eben? Ich wollte das wirklich nicht, es tut mir leid. Mehr kann auch ich nicht tun. Ich kann’s dir
höchstens noch singen. Aber mit welchem Song? Mandy? Love takes two? Unbreakable? I promise you that? Sag mir was du
hören willst und ich sings für dich." Er wirkte ungeduldig. Aber er hätte wissen müssen, daß Kian sich niemals drängen ließ,
über seine Probleme zu sprechen. Kian wand sich aus seinem Griff und fing an sich auszuziehen. Das war das Einzige, das
Shane immer dazu veranlasst hatte, ihn ganz in Ruhe zu lassen. Also würde er das Bad wohl spätestens dann für sich allein
haben, wenn er sich seiner Boxershorts entledigt hatte. Er hatte kein Problem damit, sich vor ihm auszuziehen, solange Shane
angezogen blieb. "Vergiß es, Kiki. Das funktioniert heute nicht. Ich gehe nicht, bevor ich nicht weiß worum es geht." Kian ließ
sich nicht in seinem Tun beirren. Er zog sich weiter aus, und Shane wurde sichtlich nervös. Kian stieg nicht gleich in die
Dusche, nein. Er wollte Shane noch ein bißchen weiter reizen. Er wollte herausfinden, wie lange er das Spiel weiterspielen
konnte, wie lange Shane die Situation ertragen konnte. Er lehnte sich mit seinem muskulösen Körper gegen das Waschbecken,
wobei er eine Hand zum Schutz vor dem kalten Keramikbecken auf seinem wohlgeformten Hintern platzierte. Ihre Blicke
trafen sich, und als Kian sah, daß er unter der Stille litt, ging er auf ihn zu, strich mit seinem Handrücken über die frisch
rasierte Wange und sah ihn mit seinen traurigen Augen an. Shane konnte es kaum noch ertragen. Er packte Kian, drückte ihn an
sich und strich mit seiner flachen Hand über Kian`s nackten Rücken. "Shayz, laß uns später darüber reden, O.K.? Ich kann das
jetzt nicht. Später, wenn wir wieder unter uns sind, ja?" "Wie stellst du dir das vor, Kiki? Du weist doch, daß die meisten hier
schlafen werden, da sind wir nicht mehr unter uns. Warum nicht jetzt wo wir wirklich noch unter uns sind?" "Ich kann nicht,
Shayz, ich kann nicht. Bitte gib' mir noch etwas Zeit, ja?" Kian klang wirklich verzweifelt, also ließ er ihn jetzt allein, damit
er duschen konnte. "Läßt du die Tür offen? Ich möchte dich jederzeit rufen hören können". Shane nickte und ging dann nach
unten." Beeilst du dich?" rief er kurz. "Was? Was ist los?" schnaufte ein tropfnasser Kian am Geländer stehend. "Kleiner Test,
ob du mich auch hören würdest." grinste Shane ihm entgegen, wobei ihm auffiel, daß Shane ihm nicht ins Gesicht starrte,
sondern ganz woanders hin.
Kian lief schnell zurück unter die Dusche, bevor der kleine Kian auf die neugewonnene Aufmerksamkeit reagieren konnte. Als
er aber so dastand und das warme Wasser an ihm herunterrann, beobachtete er ganz gespannt den Weg, den das Wasser nahm.
Wie sich kleine Rinnsale in größere und reißendere Ströme verwandelten, ehe sie durch den Ausguß verschwanden und die
kleinen Schaumkronen mit sich nahmen, die gerade noch seine nackte Haut bedeckten. Heute schien ihm gar nichts mehr zu
helfen, seit er mit Shane allein war. Egal, wie sehr er es auch versuchte. Der kleine Kian hatte mal wieder seinen eigenen Kopf,
und der wollte sich in der Welt umsehen, also reckte er sich so gut er konnte. Kian konnte diesen Schmerz, den der Druck in
ihm auslöste kaum noch ertragen. Es half ja alles nichts. Er mußte den Druck irgendwie loswerden, oder er konnte die Party
vergessen. Er konnte schlecht den ganzen Abend mit 'nem Ständer in der Hose rumlaufen. Wenn er sich dann überhaupt noch
bewegen konnte. Er nahm den Kleinen in die Hand und massierte ihn sanft, wobei er wie so oft an eine ganz besondere Person
dachte. Eigentlich dachte er immer schon an ihn. Schon seit er ihn das erste Mal so in der Hand hielt. Er war schon immer seine
ganz große Liebe. Die große Liebe, die er nie erreichen würde, egal wie nah er ihr auch sein mochte. Denn seine Liebe wurde
nicht erwidert. Er mußte sich damit zufrieden geben, daß er ihm wenigsten nahe sein, ihn umarmen und - durch das gemein-
same Leben, das sie führten- hier und da auch einmal eine Nacht in seinem Bett verbringen konnte, aber seine Sehnsucht wurde
nie gestillt. Wie sehr verzehrte er sich nach einem Kuss von ihm, nach zärtlichen Berührungen, wie der eben, hier im Bad.
Wie gerne hätte er nur ein einziges Mal mit ihm geschlafen, ihn so richtig von Kopf bis Fuß verwöhnt. Wenn er doch nur eine
einzige Chance bekäme, ihm endlich zu zeigen, wie sehr er ihn liebte. Sie kannten sich nun beinahe zwanzig Jahre. Würde er
noch einmal so lange mit ihm leben können, ohne ihm seine Liebe gestanden zu haben? Wie würde er darauf reagieren, wenn
er es ihm einfach sagen würde? Bisher wußte Shane nur,daß er sofort auf seinen nackten Körper reagierte. Kian könnte es nicht
verkraften, wenn er ihm das alles, was er zu Zeit mit ihm teilen konnte plötzlich entziehen würde, nur weil er wüßte, daß Kian
ihn über alles liebt. Er würde es wahrscheinlich nicht tun, er machte ihm ja heute wieder mal bewußt, wie sehr er ihn um sich
herum haben wollte, wie sehr er seine Gesellschaft brauchte. Aber würde er auch zulassen, daß Kiki ihn liebte? Oder würde
ein Geständnis alles zerstören? Wenn nur diese verflixte Angst nicht wäre. Die Angst, alles zu verlieren, was er in all den
Jahren mit ihm aufgebaut hatte. Der kleine Kian schien sich gegen jedes noch so kleine Gefühl der Befriedigung vehement zu
wehren. 'Das darf doch wohl nicht wahr sein, was ist denn heute los mit dir?' fragte er sich und ließ seine Massage intensiver
werden. "Komm schon." hörte er sich sagen. Da ging die Duschtür auf, und ein völlig aufgelöster Shane stand vor ihm, nur in
Boxershorts. Kian erschrak so sehr, daß er seine Massage sofort aufgab und sich umdrehte, in der Hoffnung, daß Shane nicht
allzu genau hingesehen hatte. 'Scheiße, was soll ich denn jetzt machen? Er konnte Shane unmöglich hängen lassen, wenn er
Hilfe brauchte. Andererseits war ihm seine Erektion aber auch peinlich. Moment mal. Warum steht er in Boxershorts da? Und
warum sieht er aus, als wäre ihm sonstwas passiert? Nix... !!! ' hallte es durch seinen Kopf. 'Oh mein Gott, er hatte die
Gelegenheit genutzt, daß Kian unter der Dusche mit sich selbst beschäftigt war. Scheiße.' "Shayz?" fragte er vorsichtig. Da er
ihn schluchzen hörte, beschloß er, sich umzudrehen und um seinen Freund zu kümmern, scheiß drauf, wenn er ihn eh nicht
gebändigt bekam, konnte er auch noch warten...

Er wollte gerade das Wasser abdrehen, als er eine Hand auf seiner spürte und als er sich vorsichtig umdrehte ( er mußte damit
rechnen, daß Nicky noch da war ) blickte er Shane entgegen. 'Was ist denn jetzt los? Seit wann schleicht er sich zu mir unter
die Dusche? Außerdem war er doch gerade erst duschen.' Fragen über Fragen wirbelten durch seinen Kopf. " Kiki?" sagte
Shane so leise, daß er es fast nicht hören konnte. "Ja, O.K. ich laß das Wasser an." erklärte er. Shane traute sich wohl nicht,
ihn anzusehen. Er schüttelte den Kopf und sagte: "Das meinte ich nicht...." dabei starrte er scheinbar Löcher in die Duschwanne.
'Schämt er sich etwa? Warum ist er denn dann hier?' Kian verstand überhaupt nichts mehr. Er versuchte, ihn möglichst nicht
anzustarren als wäre er ein Playboy in der Villa von Hugh Haffner und Shane eines der Playboyhäschen. Er vermutete immer
noch Nicky in der Nähe. "Wo ist er?" fragte er kurz und knapp. Shane fing an zu weinen. Aber nicht so wie sonst, wenn Nicky
ihn mal wieder besucht hatte. Irgendwas war los, aber er wußte noch nicht was. Er mußte es einfach tun, er mußte sich ganz
zu ihm herumdrehen, ganz egal was Shane davon halten würde, daß er hier mit 'nem Ständer unter der Dusche stand. Shane
wollte vielleicht nicht so direkt hinsehen, aber er konnte ihn unmöglich übersehen. 'Was für ein Prachtexemplar' dachte er so
und wunderte sich selbst über diesen Gedanken. 'Ich bin doch nicht auf einmal schwul geworden, ich habe doch erst vor ein
paar Stunden mit einer wunderschönen Frau geknutscht...' sagte er zu sich selbst. Kiki schlang einfach -ohne nachzudenken-
seine Arme um ihn, wie er es immer tat, wenn Shane Trost brauchte. Jetzt konnte er ganz deutlich spüren, was Shane gemeint
hatte. Was war denn bloß los? Was passierte hier mit ihnen? Beide waren total verunsichert. Kian war der Einzige, der zu
irgendetwas in der Lage schien. Er streichelte Shane's Rücken. Er schien sogar gefallen daran zu finden, wie Shane ganz
deutlich spüren konnte. Das Prachtexemplar regte sich mit jedem auf und ab von Kiki's Hand auf seinem Rücken. Besonders,
wenn die Hand immer tiefer glitt und schon fast Shane's Hintern streichelte. Er konnte Kian's Atem immer deutlicher
wahrnehmen. Er atmete immer tiefer und schwerer ein und aus. Er entschloß sich dazu, Kiki's Umarmung zu erwidern und ihm
einfach alles nachzuahmen, er schien aus unerklärlichen Gründen genau zu wissen, was in einem solchen Fall zumindest gut
tat. Ob es hilft, würde er ja gleich sehen. "Kiki?" fragte er noch einmal vorsichtig, aber Kian hauchte ihm nur ins Ohr:"Schhh......,
sag jetzt nichts." Und im nächsten Moment spürte er auch schon eine Hand auf seinem wohlgeformten Hintern. Kiki stöhnte
nun leise auf, als seine Finger sich in Shane's Fleisch gruben und seinen Hintern immer leidenschaftlicher massierten. Ihm
ging es ja auch nicht viel anders... Es fühlte sich einfach unglaublich an. Er konnte genau spüren, wie Kian's und sein Ständer
sich immer wieder streiften, wenn sie vor Erregung auf - und abwippten. Sie atmeten beide so schwer, daß man hätte meinen
können, sie hätten Asthma. Kian schien es einfach nicht mehr zu ertragen. Aber statt sich um sein eigenes Prachtexemplar zu
kümmern, nahm er sich diesmal den anderen vor, er hatte scheinbar alle scheu abgelegt und streichelte jetzt ganz sanft Shane's
Penis, der sich das gern gefallen ließ. Auch Shane schien plötzlich keine Hemmungen mehr zu haben und schnappte sich ganz
erregt das schon erwähnte Prachtstück und hielt sich gar nicht erst mit zärtlichen Streicheleinheiten auf. Er ging genauso vor,
wie er es schon von sich gewohnt war. Was ihm selbst gefiel, konnte ja nicht vollkommen falsch sein. So hoffte er jedenfalls.
Seine Rechnung schien aufzugehen. Kiki hatte nicht damit gerechnet, daß Shane gleich so fordernd loslegen würde, schließ-
lich war er ja sehr schüchtern. Zumindest bis heute morgen noch. Bis sie Jennifer begegnet waren. Er mußte unbedingt heraus-
finden, in welchem Hotel sie wohnt. Er wollte ihr zumindest dafür danken, daß sie ihn so verzaubert hatte. 'Danke Jen, danke.'
dachte er weiter, als er endlich spürte, daß die Erlösung nahte. Inzwischen zuckte auch Shane's Körper immer heftiger vor
Erregung zusammen und sein heftiges Atmen war längst in ein kontinuierliches Stöhnen übergegangen. "Oh mein Goooootttt.."
schrie er voller Leidenschaft, als sich die ganze Ladung über Kiki's Brust und Bauch verteilte. Kian brauchte auch nicht länger
auf Erlösung hoffen, Shane ließ nicht locker, ehe er nicht genauso aussah wie sein Süßer, auch wenn es ihm schwer fiel.
Trotz aller erlösender Gefühle, konnte Kian sich jetzt nicht mehr zusammenreißen, im Gegenteil. Er wollte mehr.... Er wollte
es jetzt sofort riskieren, bevor er es im betrunkenen Zustand vor allen anderen Gästen tat. Er zog ihn ganz fest an sich, was er
sich auch gern gefallen ließ. Er erwiderte auch seine Umarmung erneut. Kian streichelte ihm wieder den Rücken. Er wußte ja,
daß es Shane unglaublich erregt, wenn man mit den Fingernägeln über seinen Rücken fuhr. "Kiki, nicht. Bitte..." hauchte er in
sein Ohr. Kian legte seine Hände wieder flach auf Shane's Rücken, um ihn nicht zu verärgern. Er wollte es so lange wie
möglich genießen, ihm so nah sein zu können, so intim. Er wußte zwar nicht wieso, aber er war sich ganz sicher, daß Shane das
nie wieder zulassen würde. Er nahm all seinen Mut zusammen und ging einen Schritt weiter: Er drehte das Wasser nun ab und
hüllte Shane in ein Handtuch. Er führte ihn in sein Schlafzimmer und fing an, ihn zärtlich abzutrocknen. Mit jedem Schritt
näherten sie sich langsam aber sicher seinem Bett. Kian schaute ihn ganz anders an, als Shane es von ihm gewohnt war. O.K.
Kian konnte ganz schöne Grimassen schneiden, aber da lag auf einmal etwas in seinem Blick, etwas fast schon Flehendes.
Es verging keine Sekunde, in der er nicht ganz tief und fest in diese wunderschönen braunen Augen sah. Wie oft hatte er schon
das Gefühl gehabt, in diesen Augen ertrinken zu können. Wie oft hatte er sich in all den Jahren gewünscht, sein Traum würde
endlich wahr werden, seine Sehnsucht endlich gestillt... 'Oh Shane, wenn ich dir doch nur einmal zeigen dürfte, wie sehr ich
dich liebe....' Er legte ihm einen Finger auf die weichen Lippen, um ihm noch einmal zu verdeutlichen, er solle einfach nichts
sagen, einfach nur zulassen und genießen. Er hatte mit allem gerechnet aber nicht mit dem was jetzt kam. Shane nahm ihm das
Handtuch weg und ließ sein eigenes auch fallen. Er nahm Kian's Hand mit der einen, während die andere sein Bett aufdeckte.
Aus dem flehenden Blick wurde langsam ein fragendes und dann ein grinsendes Gesicht. 'Oh Gott, ich danke dir für diesen
Mann, und daß ich an seiner Seite sein darf, ob als Freund oder als lover, das ist mir jetzt ganz egal. Ich dürfte zur Zeit der
glücklichste Mensch auf Erden sein.' Er legte sich zu ihm unter die Decke, kuschelte sich ganz eng an ihn heran und streichelte
ihn so zärtlich wie er nur konnte. Shane hatte noch mehr Überraschungen auf Lager: Er strich ihm sachte durch das noch ganz
feuchte Haar und ließ dabei seine Lippen zärtlich über Kian`s Hals gleiten, bis sie am Ohrläppchen ankamen. Hier war 'Schluß
mit Lustig' . Kian zuckte erregt zusammen, als er mit geschlossenen Augen den süßen Schmerz verspürte, den er ihm bereitete,
indem er ihm sanft in das Ohrläppchen biß. Er konnte es kaum erwarten, seine Lippen endlich auf seinen zu spüren. Würde er es tun? In seinem ganzen Leben gab es kaum einen Moment, in dem er aufgeregter gewesen war, als gerade jetzt. Es war wie alle Feiertage, Geburtstage, alles zusammen. Kein Konzert der Welt könnte ihn so sehr in Erregung versetzen wie dieser Mann.
Sein Schatz. Er war so aufgeregt, wie ein werdender Vater, wie ein Prüfling vor der Verkündung des Ergebnisses... und er
spürte seine Lippen immer näher kommen. Er konnte sie schon förmlich schmecken, als ein schreckliches Geräusch die Stille
durchdrang. Er zuckte richtig zusammen. Shane schaute auf seinen Wecker und küßte ihn dann kurz ganz sanft auf den Mund.
"Sorry, Schatz. Wir haben wohl verpennt." grinste er. "Da sind schon die ersten Gäste." "Wenn ich die erwische, die können
was erleben! Konnten die nicht ein paar Minuten später kommen?" fragte Kian nicht wirklich an ihn gerichtet.
Sie waren natürlich gleich nach dem Kuss aufgesprungen, um sich was anzuziehen. "Geh du mal lieber kalt duschen, Schatz. Das lässt sich nämlich nicht so leicht erklären, wie daß ich noch nicht fertig bin." sagte er mit einem eindeutigen Blick auf das Zentrum von Kian's Körper. "Das? Aber Schatz, das ist doch der Fahnenmast, an dem du die Fahne hissen wolltest." Bei diesem Satz schaute er Shane ganz vorwurfsvoll und traurig an. "Die Fahne muß warten, Schatz. Leider." rief Shane ihm zu. Er ging raus auf den Balkon, um bescheidzugeben, daß er gleich runterkäme. "Einen Moment noch, ich komme gleich." rief er nach unten. "Och, mir würde schon reichen, wenn du die Tür aufmachst." rief Mark von unten rauf. "Mark? Was machst du denn schon hier?" Kian war völlig aus dem Häuschen. "Ich bring ihn um, ich bring ihn um...." schrie er aus dem Bad. "Das gibt's doch wohl echt nicht mehr, ausgerechnet unsere Schlaftablette stört uns, weil er nicht früh genug Party machen kann? Es ist doch noch keiner da, außer uns. Idiot. Das kriegt er wieder, na warte..." Shane öffnete die Tür und begrüßte Mark mit einer langen, herzlichen Umarmung. "Hey, nicht so lange, ja?" "Keine Angst, Kevin. Den nimmt dir keiner weg, außer ein paar Fans vielleicht. Aber wenn die mitkriegen, was für'ne Schlaftablette er ist, lassen sie ihn gewiss ganz schnell wieder laufen. Und satt kriegt man ihn ja auch kaum, oder?" grinste Shane Kevin zu. "Hey, das hab ich gehört." grinste Mark mit einem Augenzwinkern. "Kommt doch erst mal rein und macht es euch schon mal gemütlich, ihr seit die ersten, wie ihr euch sicher denken könnt. Kevin, wie kommt es daß du hier bist? Hast du frei?" wollte Shane von ihm wissen. "Ach, die können mich alle mal. Ich hab' keinen Bock mehr." gab er gelangweilt zurück. "Also ich will mich ja nicht einmischen, aber wenn wir alle so schnell aufgeben und die Koffer packen würden, gäbe es Westlife schon lange nicht mehr." "Gibt es ja auch nicht..." warf Mark ein. Shane guckte ihn ganz entsetzt an. "Was meinst du damit? Willst du uns irgendwas sagen?" fragte Kian, der gerade von oben runter kam und alles mit angehört hatte. "Ich meinte damit , daß es Westlife in dem Sinne nicht mehr gibt. Es existieren nur noch 4/5 von Westlife, das scheint ihr immer wieder zu vergessen." beschwerte sich Mark. "Keiner von uns vergißt das jemals, nicht einmal die Fans vergessen jemals, daß er einer von uns war. Und du weißt ganz genau, warum er ging. Wir waren ihm nicht halb so wichtig, wie er für uns war, Mark." "Also ich war ihm jedenfalls sehr wichtig, mich ruft er jedenfalls immer noch regelmäßig an." Kevin blickte ihn ganz verstört an. "Willst du mich jetzt eifersüchtig machen, oder was? Ich weiß daß Brian deine große Liebe war, das brauchst du mir nicht ständig aufs Brot schmieren. Du solltest lieber auf der Hut sein, daß ich nicht heute nacht mit jemand anderem hier rausspaziere." meckerte Kevin. "Na mit mir jedenfalls nicht, ich schlafe wie immer hier. Prost." Shane, welches Zimmer krieg ich heute? Mein Lieblingszimmer? " "Ja klar, Mark. Das will eh keiner, der noch nicht sternhagelvoll ist." "Versteh' ich gar nicht, dabei ist es das schönste im ganzen Haus." sagte Mark. "Gewesen, Mark. Es ist das schönste gewesen. Als noch jemand drin wohnte." klärte Shane ihn auf. Kian legte einen Arm um seine Schultern und strich ihm mit der freien Hand über seinen Rücken, um ihn zu trösten. Aber das war gar nicht nötig, er hatte keinen Grund jetzt traurig zu sein. Er gab eine Party und er hatte gerade erst ein wunderbares Erlebnis. Ihm schien es fast, als würden alle kommen, um mit ihm sein erstes homosexuelles Erlebnis zu feiern, wenn man das denn so nennen konnte. Es war ja nicht viel passiert, aber wer weiß? Wenn die beiden nicht so früh vor der Tür gestanden hätten...? Er war jedenfalls ganz schön in Fahrt, kurz bevor sie klingelten. Er hätte vielleicht sogar alles zugelassen, wer weiß was ihm da entgangen ist? Und Kian natürlich auch.?
Shane ging in die Küche, um nach was Essbarem zu sehen. Viel konnte da nicht sein, er war ja einige Zeit unterwegs. Das
Wenige, das noch da war, wollte er möglichst sinnvoll in das Büffét integrieren. Kian half ihm dabei, wie so oft. Bald kamen
auch schon die nächsten Gäste. "Mark, kannst du mal so gut sein?" fragte Shane als er die Klingel hörte. Graham und Paul
wurden von Kian und Shane herzlichst begrüßt und gesellten sich dann zu Mark und Kevin. Mark und Kevin waren zwar schon
über ein Jahr zusammen, aber sie sahen sich nicht allzu oft, und wenn dann gingen sie meist allein aus, um ihre Zweisamkeit
genießen zu können. Heute war alles anders. Kevin würde zum ersten Mal hier in Sligo auf alle Freunde von Mark und seinen
Jungs treffen. Mark wollte ihn wohl nicht länger seinen Freunden vorenthalten. Als Kevin die beiden hereinkommen sah,
beobachtete er jeden ganz genau. Wie lange wer wen umarmte, wie herzlich die Begrüßung ausfiel, und wie sie miteinander
sprachen. Nicht, weil Schwule das allgemein immer so tun, wenn ein Mann den Raum betrat, sondern weil es darum ging
diesen Freundeskreis kennenzulernen. Er wußte ja nicht viel über die Leute, mit denen Mark sonst so rumhing, wenn er nicht
da sein konnte. Er wußte nur, daß Rowan sein bester Freund war, der immer für Mark da war. Den Knaben wollte er sich
besonders gut ansehen.' Wer weiß was er dem alles über mich erzählt hat.' dachte Kevin sich noch, als Paul ihm seine Hand
reichte um sich vorzustellen. "Ich bin Paul. Sorry, aber kenn ich dich nicht irgendwo her? Du kommst mir so bekannt vor."
meinte er. "Kevin. Ich bin Mark's Freund. Vielleicht hast du uns mal zusammen gesehen, aber das kommt eher selten vor.
Wir sehen uns leider viel zu wenig. Ich bin auch in einer Band, daher könntest du mich auch schon woanders gesehen haben.
Meistens halten wir uns in London auf...."
"Ach, das ist ja interessant. Du bist auch in 'ner Band? Was macht ihr denn so für Musik? Sowas ähnliches wie Westlife?
Erzähl doch mal..." Paul warf Mark einen kurzen Blick zu, um zu checken, ob er nichts dagegen hatte, daß er sich mit Kevin
auf der Terrasse verkrümelte. Mark redete zwar angeregt mit Graham, aber er hatte schon mitbekommen, daß sein Freund
Interesse geweckt hatte. Er zwinkerte den beiden zu, als sie durch die Terrassentür verschwanden. 'Was sollte das denn jetzt?'
fragte Kevin sich, versuchte aber trotzdem das Gespräch mit Paul weiterzuführen. Irgendwie schien der Abend ganz anders zu
verlaufen, als Kevin sich das vorgestellt hatte. Er versuchte sich einzureden, daß das ganz normal war, daß Mark ja auch mal
mit seinen Kumpels zusammensein wollte. Er hatte wohl nicht ganz mitbekommen, daß Paul und Graham eher Shane und
Kian's Freunde waren und Mark die Jungs nur von gemeinsamen Parties kannte. Wozu gab er sich so große Mühe mit seinen Beobachtungen, wenn er sie so schnell wieder vergaß? Während er mit Paul so durch den Garten spazierte wurde es immer
dunkler und es kamen immer mehr Gäste dazu. Ein paar hatten es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht Kevin kam es fast
so vor, als ob sie sich schon lange kannten. Paul war ein wirklich sehr angenehmer Gesprächspartner. Zwischendurch kam
Graham auf sie zu und brachte ihnen die nächsten Drinks. "Danke, Gra." sagte Paul nur knapp, als ob er darauf wartete, wieder
mit Kevin allein zu sein. So langsam kam es ihm dann doch ein wenig merkwürdig vor. Shane's Grundstück war verdammt
groß. und sie entfernten sich immer weiter vom Haus. "Wollen wir nicht langsam wieder rein gehen?" fragte Kevin ihn leicht
nervös. "Hast du etwa Angst im Dunkeln? Oder vor mir?" fragte Paul. Kevin mußte lachen: "Ich hab' doch keine Angst vor dir."
"Na Gott sei dank." lachte Paul zurück und legte einen Arm um ihn, um ihn weiter über Shane's Grundstück zu führen.
"Wenn es die Dunkelheit ist, mach dir keine Sorgen, ich paß' schon auf dich auf. Ich würde dir gerne etwas zeigen." sagte er
zu Kevin. "Was denn?" fragte der nach. "Laß dich überraschen, ich könnte mir vorstellen es gefällt dir."
Kevin war plötzlich ziemlich aufgeregt. Was sollte das hier werden? Er spürte, wie Paul seinen warmen Arm von seiner Schulter nahm. "Mach die Augen zu." sagte Paul ganz leise, als müßten sie aufpassen, daß niemand sie hören konnte.
"Ich sage dir, wann du sie wieder aufmachen kannst, einverstanden?" "O.K, kann losgehen." Paul nahm seine Hand und führte ihn zu einem Gebäude, das man bisher im Dunkeln nicht richtig erkennen konnte. Er öffnete vorsichtig eine kleine Tür und zog Kevin hinter sich her. Als er stehen blieb, wollte Kevin schon die Augen öffnen, aber Paul flüsterte nur "Noch nicht." in sein Ohr. Er konnte sich denken, wo sie waren. Es roch hier drin nach Heu , Stroh und nach Pferden. 'Was zum Geier will der mir im Pferdestall schon zeigen?' dachte Kevin. Paul schloss die Tür und führte Kevin langsam durch den Stall zu einer verlassenen Box. Kevin hatte immer noch keine Ahnung, was er hier wollte. Kevin bemerkte, daß Paul mit irgendwas hantierte. Aber er hatte versprochen, erst zu gucken, wenn er das gesagt bekam. Paul legte einen Arm um Kevin's Rücken, um ihn in die richtige Position zu manövrieren.
"Einen Moment noch." hauchte er ihm ins Ohr. Kevin fühlte sich irgendwie etwas unwohl in seiner Haut. Er konnte nichts
sehen, nur den Stallduft einatmen und ein paar Geräusche wahrnehmen. Was er aber am intensivsten mitbekam war Paul. 'Was
ist denn jetzt los?' dachte er. 'Der wird doch wohl nicht...?' Oh, doch....Kevin konnte es kaum glauben. Wie konnte er sich das
wagen? Pauls Hände hatten sich ihren Weg über seinen Rücken bis zu seinem Hintern gebahnt, aber das allein reichte Paul
natürlich nicht. Seine Lippen fühlten sich verdammt gut an, so weich und warm. Paul war auf jeden Fall ein klasse Küsser.

"Sag mal spinnst du? Ich bin mit Mark zusammen, das weißt du doch." rief Kevin aufgeregt. Paul lächelte ihn nur ganz
liebevoll an und hielt seine Hand fest, damit er ihm nicht gleich weg lief. "Reg dich bitte nicht auf, ja? Heb' dir das lieber für
deinen Schatz auf, der war schließlich einverstanden." sagte Paul unverfroren. "Was? Wie soll er mit etwas einverstanden sein,
von dem er gar nichts weiß?" Paul fing an zu lachen: "Du hast keine Ahnung wie das hier so läuft, kann das sein?" "Wie was
läuft?" fragte Kevin jetzt neugierig. "Setz dich erst mal hin, dann erklär ich dir das mal, du bist ja total durch den Wind, Junge."

Kevin sah ihm misstrauisch zu, wie er sich auf einen Heuballen setzte. "Keine Angst, ich fall schon nicht über dich her. Ich
würde nie etwas ohne dein Einverständnis tun. Das würdest du doch auch nicht, oder?" Kevin sah ihn total konfus an, setzte
sich aber auf einen anderen Heuballen, etwas abseits von Paul. "Ich höre..." "Also, die Sache ist so.... " begann Paul zu
erklären. "Mark hat doch gewiss heute schon Shane gegenüber sein Lieblingszimmer erwähnt, richtig?" Kevin wurde noch
blasser als er eh schon war und fragte ungläubig: "Woher weißt du das?" "Weil das unser Code ist... den brauchst du nicht
zu kennen, Kleiner. Das erwartet keiner." "Was soll das denn heißen? Ich will verdammt noch mal wissen, was ihr hier für
Spielchen mit mir treibt, und ich bin nicht dein Kleiner, klar?" "Jetzt flipp nicht gleich aus, süßer. Ich erklär's dir ja. Aber es
wird weh tun, das sag ich dir jetzt schon...." "Ich will's wissen." forderte Kevin nervös. Paul rückte näher an ihn heran und
legte einen Arm um seine Schulter, ehe er anfing: "Hat Shane daraufhin sowas gesagt wie daß sowieso keiner dieses Zimmer
freiwillig betreten mag?" Kevin nickte "So ähnlich." "Das war eigentlich schon alles, was nötig war. Mark hat damit um ein
Zimmer gebeten, in dem er sich ungestört mit jemandem zurückziehen kann. Und Shane's Antwort hieß nichts anderes, als dass
er sich darum kümmert, daß er ungestört bleibt. Also hat er mich bei unserer Begrüßung in der Küche gleich gebeten, mich
um dich zu kümmern." "Die haben das schon öfter so gemacht?" fragte Kevin traurig. Paul nickte nur stumm, um ihn nicht
noch mehr zu verletzen. "Ich kann also davon ausgehen, daß er auf jeder eurer Parties fremdgegangen ist?" "Das würde ich
nicht so sagen, aber du dürftest besser wissen, wie sehr er unter Druck steht. Du bist doch in der gleichen Branche, und auch
mit Jungs auf Tournee... Man kann wohl kaum verlangen, daß ihr euch ewig treu seid, wo ihr euch so selten seht, oder?"
"Und ob." schluchzte Kevin. Paul rieb mit seiner Hand über Kevin's Rücken. Kevin lehnte sich mit dem Kopf an Paul's
Schulter, der ihn daraufhin fest in seine Arme schloß, um ihn zu trösten. "Du warst ihm wirklich immer treu?" Kevin nickte
energisch. "Oh, Mann. Das ist hart. Was hast du denn gemacht, wenn du Druck hattest? Sag jetzt bloß nicht, du hattest keinen
oder hast nie darüber nachgedacht, es mit 'nem anderen zu treiben." Kevin holte tief Luft und flüsterte dann: "Ich ha's mir
lieber selbst gemacht. Ich liebe Mark, ich könnte ihm nie fremdgehen." "Du brauchst nicht zu flüstern, die Pferde werden es
schon nicht weitersagen." lachte Paul. "Du sagst jetzt, du könntest ihm nie fremdgehen, das ist wirklich süß. Aber wenn du
mal einen Moment drüber nachdenkst, daß er gerade in diesem Moment genau das tut? Kommst du dir da nicht unglaublich
verarscht vor?" "Natürlich, aber das muß doch nicht heißen, daß ich auch so'n Schwein bin. Weißt du etwa auch mit wem er's
treibt?" "Geht mich eigentlich nichts an, aber heute ist glaub' ich Rory dran, könnte aber auch Rowan sein, keine Ahnung.
Ist das so wichtig für dich?" Kevin sah ihn total schockiert an. "Was ist denn? Hast du gedacht er treibt es immer wieder mit
ein und demselben? Mark weiß schon was er will, glaub mir. Aber er will auf keinen Fall Langeweile aufkommen lassen. Mark
ist einer, der Abwechslung braucht."
"Rowan? Der Rowan?" Paul nickte: "Ja, sein bester Freund, der immer für ihn da ist." Jetzt war Kevin völlig fertig mit den
Nerven. Er heulte sich hemmungslos an Paul's Schulter aus und ließ sich dabei den Rücken streicheln. Er schien erst gar nicht
zu bemerken, wie Paul's Hand unter sein T-Shirt glitt. Er schreckte auf und sah ihn verwirrt an. Paul ließ sich nicht beirren,
er zog ihn wieder enger an sich heran und küßte ihn vorsichtig auf die Wange. "Paul?" fragte er verunsichert. "Hmh...?" Paul
war noch damit beschäftigt, Kevin's Hals mit zärtlichen Küssen zu übersäen. "Wissen nur Shane, Mark, Kian und Graham oder
auch alle anderen drüben im Haus darüber Bescheid, was hier gerade abgehen soll? " " Entschuldige, wenn ich so grausam
ehrlich bin, aber ich kenn es so, daß darüber geredet wird, wenn einer seinen Partner ablenken läßt. Ich bin nicht immer der
Glückliche, dem die Aufgabe zuteil wird. Außerdem soll hier nichts stattfinden, was du nicht willst. Meine Aufgabe ist nur,
dich davon abzuhalten, ins Haus zu kommen und nach Mark zu suchen." "Warst du schon mal der Gast, mit dem er nicht
gestört werden wollte?" "Nein, nicht sein Gast, wenn du verstehst was ich meine.." " Aber du warst schon mal der Gast im Lieblingszimmer? " "Jawoll." Kevin wurde immer neugieriger: "Geht da was besonderes vor sich? Ich meine ist dieses
Zimmer speziell eingerichtet?" Paul konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. "Ich weiß ja nicht was du dir da gerade
zurechtlegst, in deinem hübschen Köpfchen, aber es ist bestimmt nicht wie du denkst. Es gibt kein bestimmtes Zimmer und
auch keinen festgelegten Ablauf oder sowas. Jeder Gast, der die Spielregeln kennt, kann offen auf Shane zugehen und ihn
nach einem Zimmer fragen. Den Code brauchst du nur, wenn Gäste anwesend sind, die die Spielregeln nicht kennen. Und von
denen sind heute gewiß 'ne Menge da. Als Neuling könnte es dir passieren, daß du in was reinschlitterst, ohne das zu wollen."
"Wieso? Ich denke Shane sorgt dafür, das man nicht gestört wird?" "Siehst du? Erster Denkfehler. Das kann er doch gar nicht.
Wenn jeder seiner Gäste ein Zimmer für sich beansprucht, um sich zurückzuziehen, wie soll er alle gleichzeitig im Auge
behalten und noch seine Gäste unterhalten können? Nein, hier ging es nur darum, daß ein Gast seinen Partner abgelenkt
wissen wollte, um sich anderweitig zu vergnügen. Das will ja nicht jeder Gast, aber die meisten wollen sich zwischendurch mal zurückziehen. Stell dir vor, dein Partner sucht dich überall und stolpert da in so ein Zimmer, in dem es gerade richtig zur Sache
geht? Megapeinlich für alle Beteiligten, oder? Und einige Gäste würden nie wieder mit uns feiern wollen." "Verständlicher-
weise.." grinste Kevin. "Also wie muß ich mir das vorstellen? Ich gehe zu Shane und bitte ihn, mir mein Zimmer für heute
Nacht zu zeigen? Und dann?" "Dann wird er dir eins zeigen." "Du meinst er geht mit mir in das Zimmer?" "Guck doch nicht
immer so schockiert. Er zeigt dir nur, welches Zimmer noch nicht belegt ist, mehr nicht. Shane ist hier nur der Hausbesitzer.
Wenn er dir gezeigt hat, wo du schlafen kannst, überlässt er alles weitere dir." "Und wie soll ich ihn darum bitten, nicht gestört
zu werden?" "Na jetzt willst du's aber wissen, he? Willst du tatsächlich in die vollen gehen? " Kevin küßte ihn leidenschaft-
lich auf den Mund und sah ihn an. "Ich dachte du willst mich hier vernaschen, oder war das nicht so gedacht?" "Ich hab's dir
doch gerade erklärt. Wie ich dich ablenke ist nicht geregelt, das liegt ganz allein an mir. Aber in der Regel wird unter den
Eingeweihten heftigst darüber spekuliert, wie die Ablenkung aussieht. Und ehrlich gesagt, wäre ich schon sehr stolz, wenn sie
dir ein kleines verlegenes Grinsen ansehen könnten, wenn ich dich zurückbringe. "Wer würde dafür sorgen, daß wir nicht
gestört werden?" fragte er Paul geradeheraus. "Keine Ahnung, Süßer." antwortete Paul zwischen zwei sanften Küssen, die er
hinter seinem rechten Ohr platzierte, um seine Lippen dann wieder den Nacken entlanggleiten zu lassen. "Kann ich ihn einfach
fragen, ob das Zimmer, das er mir gezeigt hat auch keiner freiwillig betreten will?" "Wow, du hast ja doch was drin in dem
hübschen Köpfchen, gratuliere, du hast soeben den Code geknackt. " "Na ja, du hast es mir ja eben so gut wie verraten. So
schwer war das auch nicht, da durchzublicken." "Das nicht, aber ich hatte nicht damit gerechnet, daß du dir das so gut merkst,
so fertig wie du warst." "Ich bin noch längst nicht fertig, denen werden wir's zeigen, komm." "Kevin, nicht. Bitte laß uns hier
bleiben, ich finde es hier viel gemütlicher, als im Haus." "Warum willst du's unbedingt hier machen?" "Weil ich es schon
immer gerne mal im Heu machen wollte. Ich hatte gehofft, ich könnte dir zeigen, was für ein toller Hengst ich bin." "Und
Hengste gehören in den Stall, richtig?" fragte Kevin grinsend. "Aber wehe, der Hengst besorgt es mir nicht richtig. Schließlich
willst du doch nicht, daß ich mit 'nem enttäuschten Gesicht wieder im Haus auftauche, oder?" "Jetzt wird der Junge auch noch
frech hier. Na warte, dir werd' ich schon zeigen, wo der Frosch die Locken hat." Kevin grinste breit und tat, als wenn er vor
ihm weglaufen wolle. Dabei fiel er dummerweise genau über einen der Heuballen. "Oh, Baby... dieser Anblick macht mich ja
ganz wuschig. Du hast aber auch einen süßen Hintern." "Danke, das hört man doch immer wieder gern..." Paul beugte sich von
hinten über ihn, um ihm unter die Arme zu fassen und hochzuheben. "Komm schon, Süßer. Wir hatten doch noch was vor,
oder?" "Ach ja? Hab' ich doch glatt vergessen. Was war das noch?" "Bist du immer so lustig, oder nur wenn's um Sex geht?"
"Das mußt du schon selber herausfinden." antwortete Kevin unüberlegt. "Was soll das heißen? Willst du mich in Zukunft öfter
zum Lachen bringen?" "Darf ich den Hengst erst mal probereiten, bevor ich ihn kaufe?" "Aber liebend gerne, du bist also für
gewöhnlich der Reiter?" wollte Paul von ihm wissen. "Ja, warum?" "Wolltest du nie eine Stute sein?" fragte er weiter.
"Bisher habe ich mich als Mann ganz wohl gefühlt...." lachte Kevin ihn an. Paul sah ihm in die Augen, zog ihn ganz eng an sich
heran und küßte ihn voller Leidenschaft. Als Kevin's Zunge auf seine traf, war es um ihn geschehen. Jetzt war ihm alles egal.

Er machte sich an Kevin' s Jeans zu schaffen. Was ihn da erwartete, konnte er gar nicht glauben. "Wow, den kann man nun
wirklich nicht als den 'kleinen' Kevin bezeichnen. Ich dachte bisher immer, daß die Natur mich reich gesegnet hat, aber neben
dir sehe ich wahrscheinlich ziemlich blass aus." "Ich hoffe, du hast jetzt keine Angst bekommen." meinte Kevin. "Angst? Im
Gegenteil. Jetzt will ich's erst recht wissen. Laß mich deine Stute sein." stöhnte er in Kevin's Ohr, während seine Hand sich mit
dem Inhalt der Jeans beschäftigte. Kevin schien das sehr zu gefallen. Er stöhnte leise auf, als Paul ihn richtig in die Hand nahm
und ihn sanft massierte. Eine halbe Ewigkeit schien zu vergehen, in der sie sich leidenschaftlich küßten. Kevin konnte es bald
nicht mehr aushalten. Er stöhnte laut auf, als er kam. Paul sah ihn etwas traurig an. "Keine Angst, du bekommst später noch,
was du willst. Das heißt, wenn du ihm ein wenig Zeit läßt, sich zu erholen." verkündete Kevin mit einem Lächeln. "Und was
machen wir jetzt damit?" fragte Paul erwartungsvoll und legte Kevin's Hand auf seinen Reißverschluss. "Wieso? Was ist denn
da?" fragte Kevin ihn frech grinsend. "Na warte, Kleiner. Dir werd' ich's zeigen..." Kevin erstickte seine letzten Worte mit
einem langen Kuß, den Paul so schnell nicht wieder vergessen sollte. Es kam Paul fast so vor, als wäre Kevin tatsächlich
frisch verliebt. Er war ja scheinbar eine treue Seele, die nicht so schnell in einem fremden Bett wach wurde. 'Was würde Mark
wohl dazu sagen, wenn es tatsächlich so wäre?' dachte er sich. Als Kevin sich erfolgreich von seiner Jeans und seiner
Boxershorts verabschiedet hatte, kümmerte er sich um Paul's Lederhose, die nicht ganz so widerspenstig wie erwartet war. Es
dauerte also nicht sehr lang, bis sie Arm in Arm im Heu lagen und sich gegenseitig mit Küssen überhäuften. Kevin bekam gar
nicht mit, wie Paul nach etwas in seiner Hosentasche suchte. Als er das Kondom gefunden hatte, streifte er es mit geübten
Fingern über, bevor er sich wieder Kevin widmete. Seine Hände wanderten langsam über Kevin's Rücken immer tiefer bis zu
seinem wohlgeformten Hinterteil. Er massierte ihn erst ganz sacht und dann immer intensiver, fordernder.
Er spürte, wie Kevin's Atem immer schwerer wurde, und als er einen Finger vorsichtig seinem Ziel näher brachte, stöhnte er leise auf. "Keine Angst, Süßer. Ich werde dir nicht weh tun, wenn du dich entspannst." Er gab sich sehr viel Mühe mit der Vorarbeit, bis er Kevin endlich soweit hatte, daß er ihn spüren wollte. Paul drehte ihn vorsichtig, beinah zärtlich auf die Seite, streichelte ihn weiter, damit er entspannt blieb, und suchte dabei mit sanftem Druck nach dem Ort, der ihm Befriedigung versprach. Kevin konnte nicht anders, er mußte laut aufstöhnen, als er spürte, wie Paul in ihn eindrang. Paul ging ganz langsam und vorsichtig vor, immer darauf bedacht, es Kevin so angenehm wie möglich zu machen .Er drang erst tiefer in ihn ein, als er spürte, daß er sich etwas beruhigt hatte. Kevin war sehr dankbar, daß Paul sich so viel Zeit ließ. Er war sich ganz sicher, daß Mark nicht so viel Zeit gehabt hätte. Schließlich wußte er wie gierig und egoistisch Mark im Bett war. Und im Anschluß entschuldigte er sich immer dafür. Nun sah er, daß es auch ganz anders ging. Und was Paul in ihm auslöste fühlte sich alles andere als schlecht an. Im Gegenteil, er fühlte sich auf einmal so wohl, so erregt, daß er stundenlang hätte stillhalten können. Er drehte sich langsam auf den Bauch, sodaß Paul auf ihm lag. Aber Paul konnte sich schon denken, was er vorhatte. Er veränderte die Position seiner Beine und gab ihm ein paar Küsse auf den Rücken die ihn veranlassten, seinen Oberkörper etwas aufzurichten.

Paul zog ihn weiter nach oben in die richtige Position und schließlich waren sie genau an dem Punkt angekommen, über den sie gesprochen hatten. Jetzt konnte der Hengst die Stute decken. Kevin wand sich unter Pauls vorerst noch sanften Stößen, die mit fast jedem Mal etwas heftiger wurden und ihm ein unbeschreibliches Hochgefühl bescherten. Sie stöhnten zusammen so laut auf, daß man sie höchstwahrscheinlich auch außerhalb des Stalls noch hören konnte. Erschöpft und überglücklich fiel Paul neben ihn ins Heu und strahlte ihn an. "Und? Wie geht's dir?" fragte er einen zufrieden lächelnden Kevin. "Was willst du denn hören? " " Wie wär's wenn du mir einfach beschreibst, wie du dich jetzt fühlst? " "Einfach großartig. Ich hab mich noch nie so wahnsinnig gut gefühlt, wie kommt das?" " Verarscht du mich gerade?" fragte Paul. "Wie kommst du denn darauf?" "Kevin, sei ehrlich...du willst mir doch nicht weismachen, daß du gerade deinen ersten rektalen Orgasmus hattest? Ich denke, dann wärst du so ziemlich der erste, der bei seinem ersten Mal soviel empfunden hat." forderte Paul. "Was sollte es mir bringen, dich anzulügen? Du warst doch auch ehrlich zu mir...Und ich kann dir ganz ehrlich sagen, daß der Hengst es der Stute ordentlich besorgt hat, ob du's glaubst oder nicht. Mark hätte mich nie so liebevoll darauf vorbereitet. Mark ist gegen dich 'ne absolut egoistische Niete. Kannst du dir vorstellen wie enttäuscht ich von ihm bin? Nicht, weil er das hier angeleiert hat, nein. Dafür bin ich ihm sogar unendlich dankbar." sagte er traurig und fiel Paul um den Hals. Paul spürte, wie Kevin anfing zu zittern."Ist dir kalt?" fragte er vorsichtig. Kevin schüttelte den Kopf. Paul fing wieder an, ihn mit zärtlichen Küssen zu verwöhnen. "Danke Paul, ohne dich wüßte ich jetzt nicht, wie schön ich es hätte haben können. Mark war echt 'ne absolute
Zeitverschwendung." Er mußte ein paar Tränen wegwischen, die sich ihren Weg über seine Wange gebahnt hatten. "Paul? Bist
du eigentlich in festen Händen?" wollte Kevin wissen. "Glaubst du dann würde ich hier den Ablenker spielen?" "Also bist du
noch zu haben?" grinste Kevin ihn erwartungsvoll an. "Das ist doch nicht dein Ernst, oder?" lächelte Paul zurück. "Warum
nicht? Ich wünsche mir dieses tolle Gefühl mindestens dreimal täglich, Herr Doktor." Kevin sah, daß Paul überlegte, wie er
reagieren sollte. Er ließ einen tiefen Seufzer hören, als er ihn ganz fest an sich drückte, ihm einen Kuß auf die Stirn gab und
ihn dann anlächelte, bevor er ihn voller Leidenschaft küßte. Einen Moment lang hatte Kevin Angst. Dieser Kuß hatte so was
Endgültiges. Er fühlte, wie sich sein Magen verkrampfte. "Also, wann hast du beschlossen, daß Mark endgültig Geschichte ist?"
fragte Paul neugierig. "Das war mir schon klar, als du mir von diesem Code erzählt hast. Ich könnte ihm nie wieder vertrauen,
wo er mich so mies hintergeht. Ich hätte ihm vielleicht verzeihen können, wenn er auf der Tour oder während meiner
Abwesenheit einen Seitensprung gehabt hätte, aber das hier ist echt 'ne Spur zu heftig. Da können wir uns nach ewiger Zeit
endlich mal wieder ein Wochenende sehen, und er vergnügt sich lieber mit 'nem Anderen? Und das mehr oder weniger in
meinem Beisein? Sorry, aber das ist echt das Verrückteste, das ich je erlebt hab'. Das hat für mich nichts mehr mit Liebe zu tun.
Wie krass muß man drauf sein, um seinen Freund so mies zu behandeln? " "Du willst wissen, wie es sich anfühlt, Shane den
Auftrag zu erteilen, den Partner auf Abstand zu halten.... ?" Sie grinsten sich verschwörerisch an, küßten sich noch ein paar mal
und zogen sich dann wieder an. "Sollten wir nicht die Spuren beseitigen, bevor wir gehen?" fragte Kevin. "Bist du verrückt?
Das gehört doch dazu. Woher sollen sie sonst wissen, was gewesen ist?" grinste Paul ihn an. "Bin ich sowas wie 'ne Trophäe?"
"Niemals, Schatz. Niemals."
Auf ihrem Weg zurück zum Haus küßten sie sich noch einmal im Schutz der Dunkelheit, und als sie sich der Terrasse immer
weiter näherten, hielt Paul ihm nur noch freundschaftlich eine Hand auf den Rücken, was so aussah, als wenn er ihm wirklich
nur das Anwesen gezeigt hätte. Sie hatten Durst und auf ihrem Rückweg hatten sie schon beschlossen, das Büffét zu stürmen.
Die vielen fremden Leute waren Kevin ganz egal. Während er strahlend wie ein Honigkuchenpferd in das Wohnzimmer trat,
versuchte er in den Augenwinkeln Mark ausfindig zu machen. Er sollte schließlich ganz genau mitbekommen, wie glücklich
Paul ihn machte. Paul schob ihn langsam durch die vielen Leute, von denen ihn ein paar neugierig beobachteten. Scheinbar die
Fraktion, die das Spiel kannte. Auf dem Weg zum Büffét nutzte Paul die Gelegenheit, daß sie von vielen Leuten umringt
waren, und fasste Kevin an den süßen Hintern. Natürlich in der Hoffnung, daß genau der richtige sehen würde, wie Kevin
darauf reagierte. Natürlich ahnte Kevin, wozu das gut war. Vielleicht hatte Paul ihn schon entdeckt. Also drehte er sich mit
gespielt entsetztem Blick zu ihm um und strahlte ihn dann ganz verliebt an. Jetzt konnte er an Paul vorbei im Augenwinkel
Shane erkennen, der sie wohl durchaus beobachtete. Er spielte seine Rolle perfekt. Als Paul ihm auch noch zuzwinkerte wie ein
verliebter Teenager riß er die Augen entsetzt auf und tat so, als würde er sich ängstlich nach Mark umsehen. Er ging weiter in
Richtung Esszimmer, wo das Büffét aufgebaut war. Na so ein Zufall. Wo sollte man ihn auch sonst finden? Wenn er nicht
gerade schlief, war er meistens am futtern. Paul hatte ihn auch schon entdeckt und stellte sich genau so neben Kevin, daß er
Mark nicht sehen konnte, Mark aber sehr gut mitbekam, was er mit Kevin machte. "Hier Kevin, das mußt du mal probieren,
oder kennst du's schon? Das ist wirklich eine Delikatesse, aber ich weiß beim besten willen nicht, was das ist." Kevin und Paul
mußten herzlich lachen, wobei Paul natürlich mit voller Absicht seinen Arm wieder auf Kevin's Schulter legte und ihn ein
wenig weiter führte. Natürlich von Mark weg. Er würde sich das Spiel schon ansehen, da waren sie sich ganz sicher. Sie stellten
sich so an den großen Tisch, daß Mark sie aus der zweiten Reihe bequem beobachten konnte. Hat es sowas schon gegeben?
Paul fing an, Kevin mit Weintrauben zu füttern. Das hätte doch ein Blinder mit'm Krückstock gesehen, daß da was im Busch
war. Mark hielt es nicht länger aus. Von Shane wußte er, daß Paul ihn in den Stall bringen wollte. Sie spielten ihr Spiel für den
Rest der eingeweihten Gäste weiter, bis Kevin Mark ganz aufgebracht zurückkommen sah. Vorsichtshalber verkrümelte er sich
ganz schnell auf die Toilette, damit Mark sich erst mal ein bißchen abreagieren konnte, bevor er ihm in die Arme lief.
"Sag mal, geht's noch?" schrie Mark Paul an. Aber Paul ließ ihn einfach links liegen. Mark hielt ihn am Arm fest. "Ich rede mit
dir." schrie er weiter. Auf einmal waren viel weniger Gäste im Esszimmer. Irgendwie schienen sie Ärger zu wittern. "Nicht in
dem Ton, Mister." antwortete Paul ganz ruhig. "O.K. Schon gut. Es geht auch leiser. Was fällt dir eigentlich ein, kannst du mir
das mal erklären?" "Wenn du mir verrätst wovon du redest, könnte ich dir vielleicht folgen." meinte Paul ganz gelangweilt
zwischen zwei Weintrauben. "Was soll das werden, he? Versuchst du etwa mir den Freund auszuspannen?" Jetzt mußte Paul
sich regelrecht kringeln vor Lachen. "Was ist denn mit dem los? Verstehst du das Shane?" Shane -der dazugekommen war, um Schlimmeres zu verhindern- zuckte nur mit den Schultern. "Das ist doch nicht dein Ernst, Mark! Du willst jetzt 'n Hals schieben,
weil ich genau das gemacht hab, was ich sollte?" "Davon war ja wohl keine Rede." protestierte Mark. Paul mußte schon
wieder lachen: "Dann solltest du dir Spielregeln noch mal durchlesen, mein Lieber." "Was denn für Spielregeln? Du weißt
doch worum es ging, Mann. Es war nie die Rede davon, daß du ihn vernaschst." flüsterte Mark ihm zu. "Es war auch nie die
Rede davon, daß das nicht erlaubt ist. Das hättest du vorher sagen sollen. So ein Pech aber auch, hoffentlich war er es wert."
grinste Paul frech. "Ich hoffe, es hat sich für dich gelohnt. Das blöde grinsen wird dir schon noch vergehen." drohte Mark ihm.
Im gleichen Augenblick tauchte Kevin hinter Mark auf. "Shane, könntest du mir bitte zeigen, wo ich mich später lang machen
kann?" "Das kann Mark dir doch zeigen." räumte Shane ein. "Wieso? Hat er die Zimmerverteilung übernommen? Ich dachte
du wüßtest halbwegs bescheid, wer wo schläft." "Na klar. Komm, ich zeig dir wo es ist." Shane führte ihn erst mal nach oben,
in einen Korridor mit sehr vielen Türen. Kevin kam sich vor wie im Hotel. Der einzige Unterschied schien darin zu bestehen,
daß die Türen nicht nummeriert waren. "Da wären wir schon. Da vorn rechts. Sorry, aber ich muß wieder runter." sagte Shane.

"Warte mal, das ist das Zimmer das Mark haben wollte, oder?" "Ja, genau." "Hast du noch ein anderes für mich?" fragte
Kevin den völlig verblüfften Hausbesitzer. "Habt ihr Stress? " Shane brauchte gar nicht überrascht zu tun, er war es. "Schon
gut, geht mich ja nichts an... Warte mal, ich glaube das hier ist noch frei. Liegt leider direkt nebenan, falls dir das nichts
ausmacht?" "Mir nicht, danke. Ach, ich würde es Mark gern selbst beibringen, O.K.?" "Schon klar, ich sag nichts." Auf
dem Weg nach unten fragte Kevin ihn noch, ob die Türen abschließbar sind. "Wenn ihn keiner geklaut hat, müßte der
Schlüssel stecken." grinste Shane. Unten an der Treppe angelangt, wartete Paul schon auf ihn. Er legte wieder seinen Arm um
ihn und flüsterte ihm zu, daß Mark total eifersüchtig ist, und sich in die Arme von Rowan gestürzt hat. "Sie sitzen draußen auf
der Terrasse. Sollen wir ihnen Gesellschaft leisten? Vielleicht kann ich dir ja noch ein wenig den Garten zeigen. Shane hat
einen hervorragenden Gemüsegarten, weißt du? Und der Kräutergarten erst. Aber das absolute Highlight in Shane's Garten ..."
" ....hab ich schon kennengelernt." fiel ihm Kevin ins Wort. "Oh, das ist echt süß, aber ich meinte eigentlich den Rosengarten.“
"Kannst du mir mal erklären, wie ich bei den Lichtverhältnissen was erkennen soll?" "Das ist doch gerade der Witz daran,
mein Süßer." Und schon waren sie wieder draußen.
Mark fand das natürlich gar nicht prickelnd. Er hatte große Mühe sich zusammenzureißen, aber Rowan konnte ihn beruhigen.
Paul führte Kevin absichtlich nicht außer Sichtweite. Nach etwa einer Stunde, in der sich die beiden 'Pärchen' unentwegt
beobachteten, hatten sich einige Gäste bereits verabschiedet und die ersten wollten sich schlafen legen. "So, alle mal hierher
zu mir." Rief ein junger Mann, der Kevin bisher noch nicht vorgestellt worden war. "Aha, das wird aber auch Zeit..." hörte er
Paul sagen, und bevor er fragen konnte, was er meinte, redete der Typ schon weiter: "Hat jeder eine Begleitung? Oder gibt es
noch ein einsames Herz unter euch? Ich würde mich gerne opfern, aber meine Süße würde dann wohl die Scheidung einreichen,
nicht wahr Schatz?" Er warf der hübschen Frau zu seiner Rechten einen fragenden Blick zu . Es waren noch etwa zwanzig
Personen anwesend, also zehn 'Pärchen' die entweder freiwillig zusammen waren, oder so zusammengestellt worden waren.

Nachdem alle über ihre Geste gelacht hatten, meldete er sich wieder zu Wort: "Alle bereit? Niemand allein? Klasse! Also:
Lasset die Spiele beginnen!!!" schrie er und alle klatschten wild drauf los. Die Stimmung war zwar im Nullkommanix von
0 auf 100 gestiegen, aber Kevin wußte noch nicht so ganz, was er davon halten sollte. Er blickte hilflos zu Paul rüber. "Keine
Panik, das wird lustig. Das ist Keith, einer unserer besten Freunde." ließ er Kevin wissen. "Unserer Freunde? " "Shane, Kian,
Graham, Keith, und da drüben die beiden. Der neben Graham ist Rory und zwischen Rory und diesem heißen Feger da, das ist
Brig. Der heiße Feger ist übrigens Brig's Frau Sarah. Die Frau von Keith hast du schon gesehen, sie heißt Monica. Von den
anderen kenne ich die meisten auch nur vom Sehen her." Kevin sah total happy aus. Er schaute kurz zu Paul und dann wieder
zurück zu Keith, der gerade das erste Spiel erklärte. Es ging natürlich um so was wie ein Wettsaufen. Bevor einer von ihnen
antreten mußte schaute er Paul noch einmal in die Augen und sagte: "Danke." "Wofür?" fragte Paul nach. "Mark hätte sich
gar nicht die Mühe gemacht mir jemanden vorzustellen, oder zu erklären, was hier abgeht. Sieh ihn dir doch mal an. Hauptsache
er ist mittendrin und kann sich besaufen. Ein echter Traumtyp, he?"
"Da ist aber noch 'ne Menge Gefühl übrig, oder?" fragte Paul. "Ach was, er regt mich nur noch auf. Wie konnte ich bloß so
blind sein?" Paul drehte ihn um, und gab ihm einen kleinen Schubs. Jetzt war er also an der Reihe. Sein Gegner war niemand
geringeres als der heiße Feger. Sarah war leider ganz schön trinkfest, daher gewann sie die Runde für sich und ihren Mann.
"Super Schatz, das war ja klasse. Aber nicht, daß du mir jetzt das teure Essen wieder auskotzt, ja?" Alle lachten. Auch Paul.
"Macht er das immer? Seine Frau vor anderen blamieren?" "Wer blamiert hier wen? Hast du Brig schon gesehen? Der
verträgt gar nichts, deshalb mußte sie ja herhalten. Den hättest du locker unter den Tisch gesoffen. Aber Sarah ist schon eine
harte Nuss, da hab ich auch meine Schwierigkeiten." "Aha, wie ist denn das gemeint? Heißer Feger, Schwierigkeiten?" spielte
Kevin den Eifersüchtigen. "Das ist ja süß, du bist eifersüchtig? Auf Sarah? Das ist nicht möglich.... Du entwickelst dich ja
rasend schnell, mein Schatz." "Wieso, wenn ich mich einmal entschieden habe, was ich will, dann bleib ich wenigstens dabei."

Paul grinste zufrieden, und konzentrierte sich dann wieder auf das Spiel. Diesmal war körperlicher Einsatz gefordert, und für Paul stand fest, daß er ihm nicht zwei Aufgaben hintereinander aufhalsen konnte. Er ging freiwillig. Nach ein paar weiteren Spielrunden, ging Keith -der Spielleiter- zur Toilette. Kevin wollte nicht mehr länger warten. Er schnappte sich Paul's Hand und zog ihn hinter sich her in Richtung Treppe. Shane sah ihnen ungläubig hinterher und fragte: "Wollt ihr nicht mehr mitspielen?" Er schien sich hilflos umzusehen. Mark war nicht der Einzige, der jetzt seine Aufmerksamkeit auf die beiden an der Treppe richtete, die gerade die ersten Stufen erklommen. Kevin blieb stehen, dreht sich noch einmal um und fragte: "Sag mal Shane, das Zimmer das du mir gezeigt hast...." Kevin machte es spannend. Er war sich sicher, daß die meisten noch Anwesenden Eingeweihte waren. Einige von ihnen hielten scheinbar schon die Luft an, weil sie sich denken konnten, was jetzt kam. Vor allem Mark, Shane, Kian und Graham. "Was ist mit dem Zimmer? Gefällt es dir nicht? Zum Umbuchen ist es jetzt zu spät." rief einer der anderen Typen, die er nicht mit Namen kannte. "Ist das etwa auch so ein Zimmer, das keiner der anderen Gäste freiwillig betreten würde?" fragte er mit einem verachtenden Blick in Mark's Richtung. Und Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er sich wieder um und ließ die Herrschaften mit weit geöffneten Mündern und Augen stehen. Manche von ihnen blickten total irritiert. Shane sah als erstes zu Mark rüber, der es scheinbar noch gar nicht fassen konnte. Als er auf die Treppe zustürmen wollte, waren Shane und Kian sofort zur Stelle und hielten ihn zurück. "Laßt mich los." meckerte Mark, aber Shane sah ihm in die Augen und mahnte ihn: "Denk dran, du hast angefangen, nicht er. Ihm steht in meinem Haus das gleiche Recht zu wie dir. Du hast dich genauso an den Code zu halten wie jeder andere hier." Mark konnte nur noch zusehen, wie Kevin –oben angekommen- Paul auf den Arm nahm und ihn um die Ecke trug. Mark hatte nicht einmal eine Ahnung, in welches Zimmer er ihn bringen würde... 'Shane !!! Der weiß doch bescheid.' kam es ihm in den Sinn.

"Vergiß' es, Mark. Wenn du damit nicht klar kommst, kann ich dir nicht helfen. Es gibt ganz klare Regeln. Und du warst einer,
der sie mit aufgestellt hat, schon vergessen? Du kannst nicht deine eigenen Regeln brechen, nur weil dir gerade was nicht in
den Kram paßt. Ich sag's dir ja nicht gern, aber du bist selbst schuld, warum hast du ihn nicht gleich zu Hause gelassen? Dann
hättest du das Problem jetzt nicht. Aber ein Feehily kann ja den Arsch nicht ruhig halten. Du kriegst den Hals mal wieder nicht
voll, und hast dir gedacht du mußt dich ja nicht mit einem zufrieden geben, wenn du gleich mehrere haben kannst, nicht wahr?
Dich hat's verdammt gejuckt und jetzt wo dein Süßer dir die Rechnung präsentiert willst du dich beschweren? Sorry, Mark.
Aber so funktioniert das nicht. Das hättest du vorher mit einkalkulieren müssen, daß sowas passieren kann. Jedenfalls sind wir
für die Zukunft gewarnt." Shane ging zurück zu den anderen, die schon fleißig weiter spielten. Mark ließ sich weinend am Fuß
der Treppe nieder. Ihm war völlig egal, was die anderen davon hielten. Rowan leistete ihm Gesellschaft, bis er bereit war, sich
von ihm ins Bett bringen zu lassen.
In seinem Zimmer angekommen legte er sich gleich ins Bett. Er war heute Nacht zu nichts mehr zu gebrauchen, so fertig war
er. Wie konnte er nur so dumm sein? Jetzt war er doch tatsächlich vor all seinen Kumpels blamiert worden, und das von
seinem Freund. Er wußte überhaupt nicht mehr, was er jetzt machen sollte. War es vorbei? Hatte er Kevin wegen seiner
zügellosen Gier an einen anderen verloren? Wenn es so war, würde er irgendwie damit leben lernen, aber ihn quälte am
allermeisten die Tatsache, daß er ihn selbst in Paul's Arme getrieben hatte, daß er ihm selbst das O.K. gegeben hatte, nur um ein
wenig mit Rowan und Rory allein sein zu können. Rowan strich mit seiner Hand sanft über Marks nackten Rücken, als der sich
plötzlich aufsetzte. "Was ist denn?" fragte Rowan überrascht. "Pssst... Hörst du das auch? Oder dreh ich jetzt völlig durch?"
"Was denn ?" "Hör doch mal...." Die beiden sahen sich abwartend in die Augen und lauschten in die Stille. Rowan's Augen
weiteten sich genauso wie Mark's, als ein lautes Stöhnen die Stille durchbrach: "Oouuuhhhh....Keeeeeevvvviiiin....Oooohhhh,
mein Gooooott." hörten sie aus dem Zimmer nebenan. "Das ist nicht wahr, oder? Das kann nicht wahr sein...Ro, sag mir, dass
ich das träume." stammelte Mark vor sich hin. Rowan nahm ihn ganz fest in seine Arme und streichelte ihn zum Trost, aber
das konnte ihn nicht wirklich beruhigen. Er war völlig aufgelöst. Jetzt wurde er auch noch damit bestraft, daß er sich das
Liebesspiel seines Partners live anhören durfte. Aber er hatte das wohl verdient. Schließlich hatte er Kevin nicht so
behandelt, wie man seinen Lebensabschnittsgefährten behandeln sollte, oder? "Ich hab's verdient, Ro. Ich war so ein Schwein"
sagte er resignierend. "Was soll denn das? Was heißt denn hier du hast es verdient, he?" versuchte Rowan ihn zu beruhigen.
"Ich hab ihn gar nicht verdient, Ro. Er hat mich über alles geliebt, alles für mich getan, und ich habe seine Liebe mit Füßen
getreten." schluchzte Mark ihm ins Ohr. "Ich habe es überhaupt nicht verdient, daß mich jemand liebt. Ich bin der letzte Dreck"
Er sank immer tiefer in Rowan's Arme.
Mark spürte längst nichts mehr. Sein Körper schien völlig leer, frei von jeglichem Gefühl, alles was er fühlte war Schmerz.
Tiefer, unerträglicher Schmerz, der sich immer weiter in seinem Körper ausbreitete, bis er den Schmerz in jeder einzelnen
Faser seines Körpers spüren konnte. Jede Bewegung, jeder Atemzug tat plötzlich unglaublich weh. "Ich kann nicht mehr, Ro.
Es geht nicht mehr, ich muß hier 'raus. Ich ertrage das nicht." "Ssscccchhhhhhh..... versuch' erst mal, dich zu entspannen.
Dann geht es dir gleich besser." versuchte Rowan ihn zu überzeugen. Er küßte ihn ganz sanft und drückte ihn dabei ganz
vorsichtig zurück in die Kissen. Seine Lippen pressten sich immer fordernder auf die von Mark. Zunächst schien das Mark
völlig kalt zu lassen, aber Rowan kannte ihn gut genug, um zu wissen, daß er nie sehr lange widerstehen konnte. Er mußte ihn
nur lange genug küssen und an den richtigen Stellen streicheln, um seine Gefühle neu zu entfachen. Und so kam es, daß das
Feuer der Leidenschaft bald wieder in ihm brannte und ihn von innen heraus wärmte. Bald war der Schmerz nur noch ganz
schwach spürbar, aber er würde nie ganz verschwinden. Das wußten sie beide, und das wußte auch Kevin, der nebenan in
Paul's überglücklich strahlendes Gesicht sah. Er betrachtete ihn ganz genau. Sie streichelten sich so sachte, als wollten sie
sicher gehen, daß keiner den anderen versehentlich verletzt. Beide strahlten mit der Sonne um die Wette….

Nicky wäre am liebsten ausgeflippt, als sein Handy klingelte. Ohne auf das Display zu achten, ging er 'ran: "Was gibt's?"
"Hey Süßer, wie wäre es, wenn ich dir jetzt ganz langsam deine Boxershorts von deinen heißen Lenden streifen würde? Wenn
du meine heißen Küsse auf deiner Haut spüren könntest? Na, wie hört sich das an?" "Macs? Laß gut sein, ich bin heut'
absolut nicht in Stimmung. Ich hab dicke Eier." antwortete Nicky. "Na, deshalb ruf ich doch an.... du liebst es doch, wenn ich
ganz sanft an deinen Brustwarzen sauge und meine Zunge deinen sexy Body entlangwandert,bis du sie an deinem Lustzentrum
spüren kannst, oder?" "Bri, laß das. Ich mein`s ernst." "Das tu ich auch..... Stell dir einfach vor, wie du vor mir auf dem Bett
liegst und ich dich so richtig verwöhne, mein Schatz. Wie meine Zunge langsam den Schaft deines steifen Schwanzes entlang
gleitet, bis du spüren kannst, wie...." "Brian, wenn du nicht sofort damit aufhörst, lege ich auf." "Was ist denn los? Bisher hast
du dich doch immer drauf gefreut. Bist du nicht allein?" fragte er jetzt erst nach. " Ich bin allein, Schatz. Aber ich hab wirklich blitzeblaue Eier, ich kann das jetzt echt nicht gebrauchen. Ich hab höllische Schmerzen, wegen so 'ner Schlampe, die Kiki auch noch unbedingt mitschleppen mußte." "Was, du hast dir die Kronjuwelen verbiegen lassen? Wie kommt das denn, konntest du mal wieder die Finger nicht bei dir behalten?" kicherte Brian. "Das ist 'ne längere Geschichte." seufzte Nix und fing an, ihm
den Vorfall genau zu schildern. "Wenn ich die finde, kann die was erleben. Den ganzen Tag darf ich hier 'rumliegen und mir
Eisbeutel auf die Eier legen." "Schatz, machst du mir'n Foto davon?" "Damit du mich auslachen kannst?" fragte Nix
enttäuscht. "Quatsch, damit ich weiß, wie sehr du verletzt warst. Jetzt werde ich mich doch nur noch vorsichtig nähern dürfen,
oder? Ich wünschte, ich könnte jetzt bei dir sein und dir helfen." "Wann sehe ich dich endlich wieder, Schatz? Ich halte das
nicht mehr lange aus, ohne dich." schluchzte Nicky in das Handy. "Oh, Mann. Tut mir leid, Schatz, aber ich kann hier noch
nicht weg. Delta wird sonst wieder tierisch sauer. Sie paßt auf mich auf wie ein Wachhund. Ich kann kaum einen Schritt ohne
sie machen. Die Frau ist gespenstisch. Überall wo ich hin will, ist sie schon da, oder taucht kurze Zeit später auf. Sie weiß
immer was ich mache, wann ich mit wem wo hingehe und so weiter. Voll der Kontroll-Freak." "Soll ich dich jetzt etwa
bedauern? Ich hab' dir ja gleich gesagt, laß die Finger von der. Du konntest ja wieder nicht hören. Jetzt beschwer dich nicht,
oder schieß die Alte in den Wind, Mann. Das würde jeder halbwegs vernünftig denkende Mann tun." "Nix, erzähl nicht
immer so'n Scheiß. Ich halte es alleine auch nicht aus, das weißt du ganz genau." "Hättest ja bei uns bleiben können, dann
bräuchtest du jetzt nicht jammern." heulte Nicky los. "Hey, Schatz, du weißt, warum ich gegangen bin. Halt mir das doch
bitte nicht ständig vor...Es ist nun mal jetzt so und wir müssen damit leben. Ob es uns gefällt oder nicht." Nicky weinte noch
eine Weile, bevor er leise fragte: "Bri?" "Was hast du denn, mein Schatz?" fragte Brian zurück. " Liebst du ihn immer noch?
Bitte sei ehrlich." "Nein, Schatz. Ganz ehrlich. Ich glaube so im Nachhinein betrachtet, daß ich einfach nur scharf auf ihn war.
Mark hat mich wirklich geliebt. Immer wenn ich mit ihm telefoniere nennt er mich wie damals. Redet ihr denn viel über mich?"
"Quatsch, eigentlich nur, wenn wir in einem Interview nach dir gefragt werden." Nix konnte es kaum glauben. 'Hat Mark
tatsächlich immer noch Gefühle für Brian?' fragte er sich selbst. "Aber der ist doch jetzt schon über ein Jahr mit Kevin
zusammen. Und mir schien es bisher nicht so, als ob er dich sehr vermißt." Brian sagte: "Schatz, du weißt doch, daß Mark ein
grandioser Schauspieler ist." "Ja, das schon. Aber wir müßten doch nun wirklich bemerken, wenn er uns was vorspielt, oder?"
"Was machst du denn in den nächsten Tagen?" "Wieso? Wolltest du Doch noch einen Krankenbesuch machen?" "Das geht
leider nicht. Ich dachte nur an deinen Urlaub, der dir durch die Lappen geht. Kannst dich doch gewiß nicht gut bewegen, du
Ärmster." "Wird schon irgendwie gehen, mach dir da mal keinen Kopf." "Ich muß Schluß machen, Schatz. Bis bald...."
und schon war er wieder allein. Nur er und der beschissene Eisbeutel. Er nahm noch eine Schmerztablette und versuchte
wieder einzuschlafen.

Shane räumte gerade die letzte Schüssel in den Kühlschrank, als er zwei Arme spürte, die sich von hinten um seine Taille
schlangen. Er schloß die Augen und sog den herrlich männlichen Duft seines Aftershaves ein. "Endlich fertig?" säuselte Kian
Shane in's Ohr und dabei legte er sein Kinn auf Shane's Schulter ab, wo es aber nicht lange verweilte, denn Shane drehte sich
zu ihm um und erwiderte seine Umarmung. Wenn jetzt einer der Gäste hereinkäme wären sie wohl aufgeflogen, aber der
verdammte Alkohol ließ einen manchmal ein solches Risiko nur allzu gern eingehen. Sie sahen sich lange Zeit einfach nur in
die Augen, bis sie alles vergessen hatten: Wo sie waren, daß sie nicht wirklich allein waren und scheinbar auch wer sie waren...
Sie genossen es sichtlich. Die Tatsache, daß sie jederzeit erwischt werden konnten, schien sie sogar noch mehr zu reizen.
Kian schloß seine Augen, zog Shane noch näher an sich heran und küßte ihn mit aller Leidenschaft, die er aufbringen konnte.
Er wollte keine einzige Sekunde mehr verschwenden. Mark und Kevin hatten sie unterbrochen, als es gerade so richtig
gemütlich wurde und Shane ihn küssen wollte. Noch einmal wollte er sich nicht unterbrechen lassen. Er nahm sich ein Beispiel
an Kevin und trug seinen Schatz auf seinen starken Armen die Treppe rauf zu seinem Schlafzimmer. Er legte Shane vorsichtig
auf dem Bett ab. Mit einem Augenzwinkern und einem bezaubernden Lächeln ging er noch einmal zur Tür, um sie
abzuschließen und widmete sich dann ganz dem Objekt seiner Begierde. Shane sah ihn ganz aufgeregt und grinsend an und
harrte der Dinge, die da kommen mochten. Der Kuß in der Küche ließ ihn schon ahnen, daß Kian etwas ganz Besonderes
vorhatte. Er beobachtete Kian, wie er ganz langsam auf das Bett zukam, wobei er anfing, sich seiner Kleidungsstücke zu
entledigen: Erst die Schuhe, dann die Jeans, und schließlich - als er schon wieder direkt vor Shane stand- war das Hemd dran.
Er öffnete es langsam, Knopf für Knopf, ohne Shane aus den Augen zu lassen. Shayz schien sich köstlich zu amüsieren, als
Kian dastand und wie ein Stripper mit dem Hemd herumspielte, ehe er es endlich auszog. Das Grinsen in seinem Gesicht
wich einem erwartungsvollen, gierigen Blick. Er konnte es kaum glauben, daß er hier auf seinem Bett lag und darauf wartete,
daß Kiki ihm endlich den Himmel auf Erden bereitete. Mit dem Kuß hatte Kian Shane endgültig klar gemacht, was er für ihn
empfand.
Jeder andere hätte in dem Kuss vielleicht nur Leidenschaft entdeckt, aber Shane kannte seinen Kiki besser. Mit einem Schlag
war ihm bewußt geworden, daß das Erlebnis unter der Dusche nicht nur eine Notlösung war. Hätte er nicht spätestens da schon
bemerken müssen, daß Kian viel mehr für ihn empfand als pure Leidenschaft? Merkwürdigerweise hatte er nie auch nur den
geringsten Zweifel daran, daß es richtig war. Kian war in seinen Boxershorts auf das Bett geklettert, wo Shane so ungeduldig
auf ihn wartete. Wie eine Wildkatze kam er auf allen Vieren langsam von den Füßen aus immer weiter über ihn geschlichen.
Auf seinem Weg in Richtung Shane's Kopf achtete er natürlich penibel darauf, daß ihre Körper sich unentwegt berührten. Als
er am Bund seiner Jeans angekommen war, ließ er sich nicht davon abhalten, Shane von ihr zu befreien. Jetzt mußte er den
ganzen Weg noch einmal zurücklegen. Dieses Mal genoß er besonders den Augenblick, als sein Brustkorb langsam aber sicher
über die kleine Erhebung in Shane's Boxershorts glitt. Als er weiter nach oben schlich, bemerkte Kian schon, daß die kleine
Erhebung wuchs und sich sachte gegen seinen Bauch drückte. Shane legte dabei den Kopf in den Nacken und spannte seinen
ganzen Körper an, während Kian damit beschäftigt war, die Knöpfe an Shane's Hemd aufzuknöpfen. Da er ja keine Hand frei
hatte mußte er dazu seinen Mund benutzen. Einer der Knöpfe wollte nicht so wie er, also biß er ihn zu Shane's Erstaunen
einfach ab. Mit jedem Knopf kam er ein Stückchen näher und mit jedem einzelnen Knopf legte er ein weiteres Stück von
Shane's unglaublich erotischen Körper frei, den er natürlich auch gleich mit Küssen bedachte. Shane konnte seinen Atem kaum
noch kontrollieren, als Kian`s Lippen endlich wieder auf seinen lagen und dieses tolle Gefühl in ihm auslösten. In diesem
Moment konnte er nämlich auch Kian's Erregung spüren. Wie schon unter der Dusche berührten sie sich, nur waren dieses mal
noch die Boxershorts dazwischen. Trotzdem war es für Shane schon unglaublich prickelnd. In Kian erwachte immer mehr das
wilde Tier, das nun wieder an seiner Beute herabglitt, um ihr die Boxershorts zu entreißen. Auch hierfür brauchte er selbstver-
ständlich seine Zähne. Die Beute war darauf bedacht zu überleben, also wand sie sich in den Fängen des Raubtieres, was ihm
die Sache erheblich erleichterte. Nun hatte er ein beinahe regungsloses Opfer vor sich liegen. Er schlich wieder an ihm empor,
wobei er dieses Mal in der Mitte eine Pause einlegte, um sich diesem Teil seiner Errungenschaft genauer zu widmen. Als das
Opfer bemerkte, wie der Löwe dabei war, ein kleines Stück von ihm zu probieren, stöhnte er kurz auf, bemerkte dann aber
gleich, daß er gar nicht zubiß, sondern nur ein wenig daran leckte und es nach einer Weile achtlos liegen lies. Scheinbar hatte
etwas Anderes seine Aufmerksamkeit erweckt. Der Löwe zog sich kurz zurück, um sich seiner Unterhose zu entledigen und
kehrte dann zu seiner Beute zurück. Diese Wildkatzen durfte man nicht unterschätzen, sie wissen genau was sie wollen, und
wenn sie ihre Beute einmal gewittert haben, lassen sie nicht locker, bis sie ihr Opfer endlich haben. Nun sah der Löwe seinem
Opfer zärtlich flehend in die Augen, als wolle er darum bitten endlich zubeißen zu dürfen. Das Opfer drehte sich ganz langsam
mit dem Rücken zu ihm und gab ihm damit die Möglichkeit, seine Beute zu vernaschen. Aus dem wilden Löwen war ganz
schnell ein zahmes Kätzchen geworden, das nur seinen Hunger stillen wollte. Während dieses Festmahls mußte er allerdings
sicherstellen, daß ihm die Beute nicht doch noch abhanden kommt, also platzierte er eine seiner Pfoten sicherheitshalber genau
auf das Stück Fleisch, auf dem er eben schon herumgekaut hatte. Der Löwe und sein Opfer schienen das Festmahl
gleichermaßen zu genießen, bis sie stöhnend nebeneinander in die Kissen fielen, um sich ein Verdauungsschläfchen zu gönnen.
Shane drehte sich wieder zu Kian um und bedeckte seinen verschwitzten muskulösen Körper mit tausenden von kleinen Küssen.
Nach einer Weile trafen sich ihre Lippen wieder und verschmolzen zu einem nicht enden wollenden innigen Kuß, bei dem sie
nicht aufhörten, sich gegenseitig zu streicheln.
Es war nicht mehr ganz Nacht, aber auch noch nicht richtig Tag, als Kian von sanften Händen geweckt wurde, die ganz zärtlich
seinen Körper streichelten und ihn so langsam aber sicher wahnsinnig machten. Der kleine Kian wurde schon tüchtig bearbeitet,
ehe er die Augen aufschlug und seinem Süßen dabei zusah, wie er ihn verwöhnte. "Hey, Schatz. Wenn du noch was von ihm
haben willst, solltest du dich beeilen, sonst ist es gleich zu spät." flüsterte er ihm unter der Decke zu. Shane ließ sich nicht
beirren und beendete diese Partie so wie er sie begonnen hatte. Kian wand sich stöhnend unter Shane's Händen und blieb dann
irgendwann ganz ruhig liegen. Shane verschwand kurz in seinem Bad und als er wieder zurückkam, hatte Kiki sich schon
wieder etwas erholt. Er blieb ganz ruhig liegen, als Shane sich hinter ihn legte und seine süßen Apfelbäckchen sanft knetete.
Kiki rückte ein bißchen dichter an ihn heran, um ihm zu verdeutlichen, daß er ihn spüren wollte. Dazu brauchte er ihn
eigentlich nicht auffordern, aber Kian war nun einmal ungeduldiger als Shane. Er befürchtete, sie könnten wieder mal gestört
werden. Schließlich konnte es sehr gut sein, daß Mark angeheult kommt, weil Kevin ihn jetzt nicht mehr wollte. Zumindest
mußten sie damit rechnen. Bei so vielen Gästen im Haus wäre es fast schon ein Wunder, wenn sie tatsächlich den ganzen
Morgen ihre Ruhe hätten. Jedenfalls nach den Ereignissen dieser Nacht. Shane tat wie ihm geheißen und drang ganz vorsichtig
in ihn ein. Er verwöhnte seine Wildkatze mit kurzen sanften Stößen, die ihn fast um den Verstand brachten. "Oh, Shayz.....
bitte quäl' mich nicht so..." bettelte er. Shane liebkoste Kian's Ohrläppchen und seine Zunge hinterließ eine dünne feuchte Spur
auf der heißen Haut, als sie seinen Hals entlangglitt. Er ließ sich noch etwas Zeit, bevor er seinem Schatz das gab, wonach er
verlangte. Seine Stöße wurden immer heftiger, immer fordernder, bis er schließlich nicht mehr konnte und erschöpft in seine
Arme fiel. "Jetzt weiß ich auch wo du diesen wahnsinns Hüftschwung her hast!" grinste Kiki seinen Süßen an.
"Deiner ist aber auch nicht schlecht." grinste Shane zurück. "Was? Nicht schlecht? Das hab ich ja wohl nicht gehört." meinte
Kiki gespielt beleidigt. "Hey, du weißt doch wie ich das meine, komm schon, sei nicht böse. Mit meinem Hüftschwung
kann halt so schnell keiner mithalten...." kicherte Shane. Dafür handelte er sich eine Kitzelattacke ein.
Sie kuschelten sich ganz eng aneinander und küßten und streichelten sich noch unendlich lange, ehe sie sich entschlossen,
zusammen duschen zu gehen, und danach für alle Frühstück zu machen. WAS FÜR EINE EREIGNISREICHE NACHT !!!

Die ersten Sonnenstrahlen fielen schon ins Zimmer, als er sich vorsichtig herumdrehte, um sie nicht zu wecken. Er stand ganz
langsam auf, schnappte sich seine Tasche, die er schon gepackt hatte, zog sich seine Jeans und ein Hemd über und schlich in
den Flur, um sich seine Schuhe anzuziehen. 'Jetzt aber nichts wie weg.' dachte er sich, als er sie nach ihm rufen hörte. Er flitze
um die Ecke, wo sie ihn nicht mehr sehen konnte und fuhr mit dem Fahrstuhl nach unten. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis
er endlich im Taxi saß, das ihn zum Flughafen bringen sollte. Er war nervös. Hoffentlich kam nicht noch in letzter Sekunde
was dazwischen....
Am Flughafen lief gottseidank alles glatt. Er war so nervös, daß er sein Ticket und seinen Pass erst nicht finden konnte. Einen
kurzen Moment lang befürchtete er schon, er hätte sie im Hotel liegen lassen, aber dann fand er sie doch noch. Eine Stunde
später saß er voller Vorfreude in seinem Flieger.

Im Hotel klingelte das Telefon an der Rezeption. Eine sehr aufgeregte junge Frau fragte am anderen Ende der Leitung nach
ihrem männlichen Begleiter, und mußte sich ganz entsetzt anhören, daß er vor wenigen Minuten ausgecheckt hatte. Sie fluchte
noch ein paar Worte in den Hörer und legte dann auf. Sie war überzeugt davon, daß er eine Andere hatte und auf dem Weg zu
ihr war. "Na warte, Freundchen. Das wirst du mir noch büßen." sagte sie vor sich hin. Sie hatte allerdings keine Ahnung, daß er
schon längst in einem Flugzeug saß, das ihn immer weiter von ihr weg brachte.

Das Frühstück war recht schnell vorbereitet, allerdings kamen die Gäste alle nur nach und nach dazu, und jeder ging mit seinem
Kater anders um. Die einen wollten nur ein Aspirin und eine Zigarette oder einen starken Kaffe, andere waren da schon
anspruchsvoller. Wer sich nicht gerade sinnlos besoffen hatte, wollte durchaus ein reichhaltigeres Frühstück. Shane`s Freunde
wußten genau wie gut er kochen konnte und daß er sich gerne für sie hinter den Herd stellte. Kian half ihm heute morgen mit
der Bewirtung seiner Gäste. Mehr denn je kam er sich heute vor wie Shane`s Ehefrau, die alles ganz selbstverständlich für
ihren Mann tut. Während Shane die Würstchen in der Pfanne drehte und darauf achtete, daß der Speck nicht zu kross gebraten
wurde, kochte Kiki Kaffee und Tee und servierte ihn in eine Schürze gehüllt, die ihn mit seinen recht langen Haaren fast wie
eine Frau aussehen ließ. Als er kurz Zeit hatte, sich neben seinen Schatz zu stellen flüsterte er ihm leise ins Ohr:„Sind wir nicht
ein tolles Paar?“ Shane grinste ihn an, und kümmerte sich dann wieder um das Essen auf dem Herd. Wenn sie jetzt allein
gewesen wären, hätte er ihn umarmt und ihn leidenschaftlich geküßt. Wie schade, daß sie ihre Liebe für einander verstecken
mußten. Shane bemerkte erst jetzt wie sehr es ihn erwischt hatte. Wie sehr Kiki ihm den Kopf verdreht hatte. Gestern hatte er
sich noch in eine hübsche Frau verliebt, und heute zählte nur noch Kian. `Oh Mann, was soll ich bloß machen? Was ist, wenn
ich sie tatsächlich wiedersehe? Ich hab` ihr doch gesagt, daß sie dann ganz bestimmt der Engel ist, den der Himmel mir
geschickt hat. Wie soll ich ihr das beibringen, ohne ihr weh zu tun? Das hat sie nun wirklich nicht verdient.` Er war so in
Gedanken versunken, daß er fast nicht bemerkte, daß der Speck vor ihm schon ganz schwarz verkohlt war und zu qualmen
begann. Schnell nahm er die Pfanne vom Herd und entsorgte den verkohlten Speck mit einem Kopfschütteln. „Wolltest du
die Küche in Brand setzen oder nur ausräuchern?“ fragte Kian ihn kichernd. „Sorry, Jungs, aber heute morgen gibt`s die
Würstchen ohne Speck. Das war leider der letzte“ verkündete er verlegen. „Das ist mir ja schon ewig nicht mehr passiert“
meinte er an Kian gewandt, dem der besorgte Gesichtsausdruck verriet, daß er wohl in Gedanken ganz woanders gewesen
war. Allerdings dachte er, daß sein Süßer an die letzte Nacht dachte, nicht an Jennifer. Als Kevin und Paul geräuschvoll die
Treppe herunterkamen, folgten ihnen alle Blicke. Jeder Anwesende beobachtete sie. Paul setzte sich an den Tisch, auf dem
gestern noch das Büffét aufgebaut war und zog Kevin auf seinen Schoß. „Aha, zwei weitere Gäste“ ließ Kiki verlauten und
verschwand mit zwei frisch gefüllten Thermoskannen im Esszimmer, um sie zu bewirten. „Einen wunderschönen guten
Morgen wünsche ich, haben die Herrschaften gut geschlafen?“ fragte er mit einem sarkastischen Unterton. „Wir haben sehr gut geschlafen, danke. Die Nacht war nur leider etwas kurz....“ grinste Paul ihm entgegen. Kian fand es total daneben, daß Paul
sich so eiskalt an den Lebensgefährten eines Freundes ranschmiss. O.K., Mark hatte mit diesem Spiel auch nicht gerade eine
Auszeichnung für Fairplay verdient, und hatte auch damit rechnen müssen, daß es irgendwann mal nach hinten losgehen
konnte, aber war das ein Grund, gleich so aufzufahren und Mark so leiden zu lassen?
„Was möchten die Herrschaften trinken? Kaffee oder Tee?“ Paul sah in verwundert an. „Was ist denn mit dir los? Machst du
einen auf Kellnerin oder was?“ „Neuer Service im Hause Filan“ scherzte er und deutete fragend auf die beiden Kannen.
„Tee bitte“ antwortete Paul immer noch verwirrt. Kevin konnte einfach nicht die Finger von ihm lassen. Die beiden waren ja
unerträglich verliebt. Wie konnten sie nur so unbeschwert hier herumschmusen, wo Mark sich oben in seinem ( Gäste- ) Bett
vermutlich noch die Augen ausheulte? Er schenkte den Tee ein und ließ die beiden Turteltauben wieder allein, nachdem sie
ihre Wünsche bezüglich des Frühstücks geäußert hatten. „Oh Mann, die haben vielleicht Nerven. Lassen hier voll die
verliebten Turteltäubchen raushängen“ beschwerte er sich bei Shane. „Bist du eifersüchtig, oder nur besorgt um Mark?“ fragte
Shane neugierig. Er schaute sich kurz um und flüsterte ihm dann zu: „Beides, du glaubst nicht wie gerne ich jetzt über dich
herfallen würde, mein Zuckerschneckchen....“ „Jetzt sofort? Hier in der Küche?“ fragte Shane kichernd. „Muß es denn immer
das Bett sein?“ hauchte Kiki zurück und grinste schon wieder ganz unverschämt. „Kiki, du bist unmöglich....“ „Ach ja? Na
dann warte mal ab, bis deine Gäste alle gegangen sind.....“ freute sich Kian schon. Shane drehte sich ganz entsetzt zu ihm um
und blickte ihm direkt in seine leuchtenden Augen. „Wenn du willst, schmeiß ich sie sofort raus.“ Sagte Kiki frech. „Du kriegst wohl nie genug?“ fragte Shane. „Von dir nicht, mein Schatz.“ Flüsterte Kiki ihm ins Ohr und ließ ihn dann wieder allein in der Küche zurück.
Ein paar der Übernachtungsgäste waren bereits gegangen, aber von Mark und Rowan fehlte noch immer jedes Lebenszeichen.
Kian beschloß, einfach mal bei ihnen anzuklopfen, um nach Mark`s Befinden zu fragen. Als er aber vor dem Kinderzimmer
ankam, hörte er schon etwas merkwürdige Geräusche von drinnen. Er klopfte ganz energisch an die Tür. `So Mark, das hast du
jetzt davon, daß du uns gestern so früh gestört hast.’ sagte er zu sich selbst. Er öffnete dreist die Tür und rief: „Guuuuten
Mooorgeen ...Gut geschlafen, ihr Süßen?“ „Mensch Kiki was soll das? Verschwinde hier.“ Mark warf ein Kissen in Richtung
Tür, um ihn zu vertreiben, aber Kian gab so schnell nicht auf. „Hey, ich wollte nur mal sehen, ob du noch lebst. Ich hab mir
Sorgen gemacht.“ „Wie du siehst lebe ich noch. Und Jetzt verschwinde.“ „Kommt ihr gleich runter, oder soll ich euch das
Frühstück ans Bett bringen? Dann müsstet ihr jetzt bitte eure Bestellung aufgeben.“ Grinste er. Rowan mußte trotz der
peinlichen Lage, in der er sich befand lachen. Es war einfach zu komisch. „Eeeegaaann, wenn du nicht sofort verschwindest,
bring ich dich um!“ schrie er genervt. „Na gut, aber beschwer dich nachher nicht, wenn nichts mehr da ist. Ihr seid nicht die
einzigen Logiergäste, ja?“ Als Mark die Tür ins Schloß fallen hörte, war er immer noch ganz aufgeregt: „Wie kannst du denn
dabei auch noch lachen, heh?“ „Sorry, Darling aber das war einfach zu komisch. Ich bin noch nie dabei gestört worden, aber
es war gottseidank nur ein Freund. Stell dir mal vor, es wäre deine Mutter oder dein Bruder reingeplatzt“ fragte Ro.
„Würdest du dann auch lachen? Ich find das gar nicht witzig, egal wer mich beim poppen stört.“ Mark war die Lust
geradewegs vergangen. „Och, Schatz. Jetzt guck doch nicht so gequält. In ein paar Jahren blickst du zurück und lachst dich
darüber schlapp, daß dein Kumpel dir auch noch das Frühstück ans Bett bringen wollte. Ich hätte das Angebot gerne
angenommen.“ „Ja klar, damit er in fünf Minuten wieder reingeplatzt kommt?“ fragte Mark beleidigt. „Komm schon, Schatz.
Wollen wir weiter machen, oder gehen wir frühstücken?“ „Das könnte dem so passen, dann hätte er ja genau, was er erreichen
wollte. Der lacht sich gewiß jetzt schon schlapp, glaubst du ich will da runterkommen und von der ganzen Mannschaft
ausgelacht werden?“ „Und? Was machen wir jetzt? Däumchendrehen?“ „Das könnte dir so passen, was? Jetzt bist du erst
recht fällig.“ Mark stürzte sich auf ihn und überhäufte ihn mit sanften Küssen. „Na Gott sei Dank. Ich dachte schon, du wärst
jetzt zu nichts mehr zu gebrauchen.“ „Was soll das denn heißen, heh? Mach dich auf was gefasst. Hoffentlich kannst du’s
verkraften, wenn ich richtig aufdrehe“ grinste Mark.

Mit den ersten Sonnenstrahlen, die ihr ins Gesicht fielen, wachte sie auf. Anders als gewöhnlich stand sie gleich auf und ging
frühstücken. Sie wollte so schnell wie möglich aus dem Hotel raus und in die Stadt, wo sie ihrem Shane begegnen konnte,
wenn er noch in der Stadt war. Sie hatte sich einige Prospekte besorgt, die aufzeigten, was man hier so unternehmen kann und
sich eine Liste gemacht, die sie der Reihe nach abhaken wollte. Als erstes wollte sie natürlich die Innenstadt selbst kennen
lernen. Einfach gemütlich durch die Gegend schlendern und sich alles genau ansehen. Seine Heimatstadt...Die Stadt, in der er
aufgewachsen ist. Er ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Hatte er nicht recht mit dem was er sagte? Es muß schon
Schicksal gewesen sein, daß sie überhaupt diese Stadt für ihren Urlaub ausgesucht hatte. Sie hätte ja auch ein Hotel in Dublin
oder Belfast nehmen können oder in Cork, oder sonst wo. Warum hatte sie sich ausgerechnet für Sligo entschieden? Das war
echt verrückt. Je länger sie darüber nachdachte, desto mehr war sie davon überzeugt, daß das Schicksal es gut mit ihnen
meinen würde. Sie würde ihn ganz bestimmt bald wiedersehen. Sie packte sich ein paar Sachen in ihren kleinen Rucksack
und zog los. Ohne Plan, ganz spontan. Wohin das Schicksal auch führen würde, am Ende des Weges konnte nur einer auf sie warten....Shane!!!
„Nein, bitte nicht. Ich kann langsam nicht mehr. Das ist doch nicht normal mit dir, wie kann das denn sein, daß du immer noch
nicht genug hast? Du brauchst keine Beziehung, du brauchst ein Harem, mein Schatz. Und ich brauche endlich mal was zu
beißen, sonst verhungere ich hier noch.“ „Ich hab dich ja gewarnt....“ grinste Mark ihn frech an. „Komm schon, wir sollten
echt mal was essen. Er wird bestimmt schon weg sein.“ Mark sah ihn überrascht an. „Hey, meinst du ich wäre so blöd?
Mir kannst du nichts vormachen, Süßer. Ich weiß es aber durchaus zu schätzen. Keine Angst, ich erwarte nicht, daß ich das
jetzt immer geboten bekomme“ sagte Ro. „Was soll das denn heißen? Glaubst du tatsächlich, daß ich mich nur vor Kevin und
Paul verstecken wollte? Da liegst du aber mächtig daneben. Mit Kevin ist es wohl ein für allemal aus. Das hast du nicht ihm
zu verdanken, das ist schlicht und ergreifend der wirkliche Mark.“ Er schaute verlegen weg, aber Rowan kannte ihn besser als
jeder Andere und wußte ganz genau wie er ihn wieder aufbauen konnte:„Du hast mir gerade eindrucksvoll bewiesen, daß du ein
besonders schwerer Fall bist, aber keine Angst. Ich denke, daß ich dir schon bewiesen habe daß ich sehr gut damit leben kann,
nicht der Einzige für dich zu sein. Ich werde nicht plötzlich klammern und ewige Treue von dir fordern. Leb` es einfach aus.
Du machst das schon ganz gut. Ich bin mir sicher, daß das irgendwann nachlässt. Du wärst wohl der Erste, bei dem diese Phase
ewig anhält.“ „Phase? Hast du sie noch alle? Ich bin schon immer so, das kam nicht einfach so über Nacht, und das wird auch
nicht einfach so irgendwann verschwinden. Ich wünschte du hättest recht und es wäre nur eine Phase. Du glaubst nicht, wie
schlimm das sein kann, wenn du so wenig Zeit hast, dich mal zurückzuziehen. An manchen Tagen komme ich mir vor, als
hätte ich `ne Dauererektion. Und dann ist keiner da der sich darum kümmern kann.“ „Kann es sein, daß es um so schlimmer ist,
je weniger Zeit dir zum entspannen bleibt?“ „Kann schon sein, da hab ich noch nicht so genau drauf geachtet“ antwortete Mark nachdenklich. „Das würde nämlich bedeuten, daß dir der Streß nicht auf den Magen schlägt, sondern sich eine Etage tiefer
auswirkt. Was machst du denn während `ner Tournee, wenn der Streß so groß wird? Lenkst du dich irgendwie ab? Du müsstest
doch sonst echt mit `nem Dauerständer rumlaufen, das kommt auf der Bühne ja wohl gar nicht gut.“ „Ich versuche, so oft es
geht Druck abzulassen, aber das ist nicht immer so einfach. Am besten klappt das, wenn ich dabei eine ganz bestimmte Stimme
höre.“ „redest du von Telefonsex?“ fragte Ro fasziniert. „Nicht so direkt, manchmal ruft mich jemand bestimmtes an, der
genau weiß, wie sehr es mich antörnt, und ich denke , daß er das immer dann macht, wenn er es auch mal wieder nicht aushält.“
„Kenn ich ihn?“ „Das behalte ich schön für mich. Aber das ist ja auch wie gesagt nur manchmal. Meistens klappt es auch
anders.“ „Wie muß ich mir das vorstellen, hörst du dir dann einen ganz bestimmten Song an oder wie?“ „Keinen bestimmten
Song, er singt gottseidank eine ganze Menge toller Lieder.“ Mark wurde plötzlich ganz nachdenklich und es schien so, als ob
ihm gerade urplötzlich etwas klar wurde. „Alles klar?“ fragte Rowan besorgt. „Ja, ja. Alles bestens.“ „Darf ich auch wissen,
zu wem diese Stimme gehört?“ wollte Rowan wissen, als er die Tür öffnete und auf den Flur trat. „Vergiß es, Süßer. Du weißt
schon mehr als jeder Andere, gib dich damit zufrieden.“ „Hab ich gesagt, daß ich unzufrieden bin? Ich dachte nur, daß es mir
vielleicht auch helfen könnte, wenn du mir ganz besonders fehlst“ versuchte Rowan in zu überzeugen.
„Netter Versuch, Ro. Aber ich bleibe dabei. Du mußt dir schon selbst was suchen, aber du könntest es ja vielleicht mit unseren
Songs versuchen, ich singe gar nicht so schlecht, sagt man.“ Er grinste Rowan an und gab ihm noch einen zärtlichen Kuß, bevor sie die Treppe runter gingen und sich nach den Anderen umschauten. Sie waren die letzten Gäste, und der
Frühstückstisch war längst abgeräumt.
„Na toll, jetzt werde ich doch noch verhungern.“ Bemerkte Ro. Shane und Kian waren draußen im Garten, um die restlichen
Spuren der vergangenen Nacht zu beseitigen. „Na, ihr Langschläfer?“ rief Shane ihnen entgegen. „Sorry, aber wir konnten nicht
ewig auf euch warten“ grinste er. „Ich fürchte, meine Küche dürfte für zwei so hungrige Bären nicht mehr viel hergeben, ich war noch nicht einkaufen. Aber Kaffee und Tee dürften noch da sein, bedient euch ruhig.“ „Ich glaube, wir gehen lieber zu mir, danke“ sagte Mark ganz schüchtern. ´Was ist denn mit dem los?´ wunderten sich alle Anderen. Shane dachte, es läge an
Kevin und den Ereignisssen der letzten Nacht; Kian dachte, es sei Mark immer noch peinlich, dass er mitten in ihr Liebesspiel
reingeplatzt war und Rowan dachte, es sei Mark peinlich, dass er den ganzen Vormittag mit Ro im Bett verbracht hatte,
während alle Anderen aufgestanden waren und in Ruhe gefrühstückt hatten. Dabei lagen alle völlig falsch. Mark war nämlich tatsächlich etwas klar geworden….

Sie saß in einem kleinen Restaurant und wollte gemütlich zu Mittag essen. Hätte sie nicht schon bestellt, wäre sie am liebsten hinter den beiden Mädels hergerannt, die sich am Nachbartisch ausgelassen über eine Wahnsinnsparty unterhalten hatten. Als die beiden aufstanden, um zu gehen, konnte sie hören, wie die eine fragte, ob sie nicht mal bei Shane vorbeischauen sollten. „Vielleicht braucht er ja noch eine helfende Hand …“ „Ja klar, ich kann mir lebhaft vorstellen, wie du ihm mit deinen Händen helfen willst“ kicherte die andere. „Jetzt tu nicht so, als ob du nicht auch scharf auf ihn wärst“ sagte die andere wieder. „Wer ist das eigentlich nicht? Zeig mir diejenige, die unserem Süßen widerstehen könnte.“ Die beiden verließen lachend das Restaurant. Jennifer saß kreidebleich da und fragte sich, ob sie nicht vielleicht von einem anderen Shane gesprochen hatten. Aber konnte es sein, dass es noch einen so unwiderstehlichen Mann mit dem gleichen Namen gab, noch einen Shane, der die Herzen aller Frauen höher schlagen ließ? Wohl kaum. Sie hatte jetzt erfahren, dass es eine Wahnsinnsparty gegeben hatte. Bei Shane zu Hause, also war hier in Sligo. Die Frage war nur, war es eine Welcome-back-Party, oder eine Art Abschiedsparty?
Vielleicht hatte er ja auch Geburtstag und ihr nichts davon gesagt, weil er sie gar nicht dabei haben wollte. Der Appetit war ihr regelrecht vergangen. Als das Essen kam, probierte sie zwar, aber sie bekam nicht wirklich was runter. Sie wollte eigentlich nur noch raus aus der Stadt, weg von all den Menschen, die alle über die Party sprachen. Jetzt wusste sie wenigsten wer die Party gegeben hatte, aber zufrieden konnte sie damit nicht sein, sie wollte nur noch weg von all den Menschen, die vielleicht noch mehr über seine Party wussten und sie damit nur noch mehr runterzogen. Sie wollte nur noch allein sein und über sich und Shane nachdenken. Sie ging einfach drauf los, ohne auf ihre Umgebung zu achten. Sie hatte kein bestimmtes Ziel, sie wollte nur so weit wie möglich von alledem weg.

Er fluchte alles, was ihm einfiel, als es an der Tür klingelte. Der Eisbeutel brachte nicht mehr die gewünschte Wirkung und auch die Tabletten konnten den Schmerz nicht ganz verbannen. Er stand auf, um die Tür zu öffnen und rief: “Ich komme ja schon.“ Als er die Person breit grinsend vor der Tür stehen sah, traute er seinen Augen kaum. Mit Tränen in den Augen sah er ihn ungläubig an. „Du kommst schon? Aber hoffentlich nicht ohne mich!“ sagte der Besucher. „Was machst du denn hier? Ich denke es klappt nicht?“ fragte Nix ganz erstaunt. “Na das ist ja ´ne tolle Begrüßung. Ich wollte dich doch überraschen.“ „Das ist dir ja auch ganz und gar gelungen.“ Rief Nix überglücklich. Als die Tür hinter ihm ins Schloß gefallen war, ließ Brian seine Tasche auf den Boden fallen und umarmte Nicky stürmisch, um ihn mit Küssen zu überhäufen. Nicky stöhnte schmerzverzerrt auf und Brian nahm ihn daraufhin auf den Arm und trug ihn in sein Schlafzimmer. Nix blickte ihn flehend an. „Bitte, Schatz. Ich kann wirklich nicht.“ „Das werden wir ja jetzt sehen, ich muß mir doch mal genauer betrachten, was dir dieses Miststück angetan hat. Was sagt der Doc?“ „Was? Spinnst du? Das zeig ich doch nicht auch noch rum.“ „Zwischen rumzeigen und untersuchen lassen besteht ja wohl noch ein riesen Unterschied, mein Schatz.“ Er zog ihm vorsichtig die Boxershorts runter und sah sich die Bescherung an. „Das sieht aber gar nicht gut aus, Schatz. Ich ruf´ dir sofort ´nen Doc. Die Schlampe hat ja ganze Arbeit geleistet.“ „Nein, keinen Doc, bitte. Das ist doch schon schlimm genug, Mann.“ „Eben, und damit es nicht noch schlimmer wird, lässt du dich jetzt behandeln, du Sturkopf.“ Brian schilderte dem Arzt die Lage und vereinbarte mit ihm, dass er ihn sich ansehen kommt, nachdem der letzte Patient in der Praxis versorgt war.
„Gut, dass ich es geschafft habe, mich zu verdrücken. Wer weiß, wie du sonst die nächsten Tage überlebt hättest“ sagte Brian besorgt. „Wieso verdrückt? Du hattest also eigentlich doch was zu tun?“ „Mach dir keine Gedanken, Süßer. Du bist immer noch wichtiger als die Karriere.“ Versuchte er Nicky zu besänftigen. „Sag mal geht’s noch? Du kommst meinetwegen aus Australien und setzt einfach so alles aufs Spiel? Merkst du eigentlich noch was?“ „Ja, dass dein Johnny mit Sicherheit intensive Pflege braucht, und die wird er jetzt auch kriegen. Ich werde für dich da sein und dafür sorgen, dass du dich schonst. Ich werde dich mit allem versorgen, was du brauchst: Essen, Trinken, Medizin, Musik und jede Menge Liebe. Du wirst schon sehen, bald wird er wieder ganz der Alte sein. Aber ohne eine genauere Diagnose machst du am Ende genau das Falsche.“
„Was ist mit Delta?“ wollte Nicky wissen. „Was soll schon mit ihr sein? Begeistert wird sie nicht sein.“ „Sie weiß gar nicht wo du bist?“ „Die würde sich doch nur wieder aufregen. Was soll ich ihr denn erzählen? Ciao, Süße. War schön mit dir, aber eigentlich bin ich schwul?“ „Vielleicht geht´s ja noch krasser. Du bist vielleicht´n eiskalter Fisch.“ „Nö, ich bin Widder, kein Fisch.“ „Sehr witzig, Bri. Kannst du auch mal 5 Minuten ernst bleiben? Was ist, wenn sie rauskriegt, dass du hier bist?“ „Wie soll sie das denn rauskriegen?“ „Hast du immer noch nicht gecheckt, dass du die Weiber nicht unterschätzen darfst? Die haben alle einen sechsten und wohl auch noch einen siebten Sinn. Du gehst ihr einmal fremd, in hundert Jahren. Und ohne, dass du ein Wort darüber verlierst, findet sie heraus wann, wo, mit wem und wie lange es war, ich schwör´s dir. Laß´ die Finger von den Weibern, Mann. Das bringt nix wie Ärger, siehst du doch.“ „schon klar, aber wenn ich ihr sage, dass ich eigentlich nicht so sehr auf Weiber stehe, geht sie doch mit Sicherheit zum nächsten Pressefuzzi und lässt sich auch noch gut dafür bezahlen, dass sie es ausplaudern kann. Vorerst brauch ich sie noch. Abserviert wird später, wenn sie ihren Zweck erfüllt hat. Er gab Nicky noch einen endlos langen zärtlichen Kuß, bevor er dem Arzt die Tür öffnete.

Stunden später konnte sie noch immer keinen klaren Gedanken fassen. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass es schon langsam dunkel wurde .Sie wusste nicht mal, wo sie war, als sie wieder mal mit jemandem zusammenstieß. ´Na toll, war ja wieder klar. Das letzte mal ist ja auch schon eine Ewigkeit her.´ dachte sie bei sich und al sie sich umdrehte, um sich zu entschuldigen, stockte ihr sofort der Atem. Sie schaute ihm nur völlig verwirrt in seine wunderschönen Augen. „Was machst du denn hier?“ sagte er sichtlich nervös. „ Ich lief nur so´n bisschen durch die Gegend, und du? Wohnst du etwa hier? Fragte sie ihn neugierig.
„Nein, nein. Ich habe nur einen Freund besucht.“ antwortete er schnell und schob sie noch nervöser zu seinem BMW. „Steig ein, ich fahr dich wohin du willst.“ „Auch nach Australien?“ „Wieso ausgerechnet Australien?“ „Einfach so.“ „Soll ich dich in dein Hotel bringen?“ „Du wirst mich wohl kaum mit zu dir nach Hause nehmen“ bemerkte sie. „Dann bekäme ich wohl ganz schönen Ärger“. „Wieso? Mit wem solltest du deswegen Ärger bekommen?“ „Zum Beispiel mit Shane?“ „Und wieso
solltest du mit Shane Ärger kriegen? Wie ich hörte, hat er gestern Abend eine super Party geschmissen. Warst du nicht eingeladen?“ Kian schaute sie ganz verdutzt an. „Woher weißt du denn von der Party?“ In Gedanken stellte er sich selbst die Frage, wie viel sie von der Party wusste. „Die ganze Stadt spricht doch von nichts anderem. Ihr hättet mir ruhig sagen können, dass euch hier jeder kennt und dass es hier wohl kein Mädel gibt, dass nicht scharf auf Shane wäre.“ „Das glaubst du doch selber nicht. Gut, du hast vielleicht ein paar Fans getroffen, die über ihn gesprochen haben, von ihm geschwärmt haben. Na und? Laß sie doch reden was sie wollen. Ich war bei ihm letzte Nacht und ich kann dir versichern, dass er keine von ihnen auch nur bemerkt hätte.“ „Und das soll ich dir glauben?“ schluchzte sie. „Wieso nicht? Ich bin sein bester Freund.“ „Das ist es ja gerade. Beste Freunde lügen auch mal für einander, wenn der andere in der Patsche sitzt, oder nicht?“ „Nicht in Bezug auf dich. Er hat sich gestern bei mir ausgeheult, weil du ihn total verändert hast. Er ist ganz und gar nicht mehr der gute alte Shane. Seit gestern ist er ein völlig anderer Mensch.“ „Wie meinst du das?“ fragte Jennifer nach. „Du hast ihn verhext. Er denkt nur noch an dich, er singt wieder den ganzen Tag, er lacht wieder viel und ist ganz traurig, weil er befürchtet, dich nicht wiederzusehen. Dafür wollte ich mich auch noch bei dir bedanken. Dafür, dass du ihm sein Lachen zurückgegeben hast, dafür, dass er so glücklich wirkt, wenn er nicht gerade traurig ist. Dafür, dass du ihn so verzaubert hast.“ „Aber sonst geht´s dir ganz gut, ja? Ist das deine Masche, oder was soll das hier werden? Ausgerechnet du willst dich bei mir bedanken, dass dein Kumpel sich scheinbar in mich verknallt hat? Und das wo du doch - so schien es mir wenigstens - selbst was von mir wolltest?“ „Es ist genau so wie ich´s dir gesagt habe, wenn du mir nicht glaubst, dann komm einfach mit. Ich soll ihn bei seinen Eltern zu Hause abholen.“ „Das geht nicht“ wehrte sie gleich ab. ´Wer weiß wie er reagiert hätte, wenn sie da auftaucht, und dann auch noch mit ihm. Er würde entweder denken, dass sie zweigleisig fährt, oder dass sie Kian benutzt hat, um ihn zu finden´ dachte sie sich. „Er würde das nicht wollen“. „Wie kommst du denn auf das schmale Brett? Er würde das nicht wollen?“ fragte Kiki nach. „Er will das Schicksal entscheiden lassen, ob und wann wir uns wiedersehen. Das hat er zumindest gesagt.“ Erklärte Jennifer ihm. „Oh, mein Gott.“ Hörte sie nur noch, bevor er kreidebleich den Motor anließ und losfuhr. „Ich bringe dich besser in dein Hotel, wenn es ihm wirklich so ernst ist, darf ich nicht dazwischenfunken.“ Bemerkte er noch, bevor er vollends verstummte. Sie verriet ihm in welchem Hotel sie wohnte und schwieg dann auch, bis sie am Hotel ankamen. „Soll ich ihm verraten, wo er dich finden kann, wenn er das möchte?“ fragte er zum Abschied? „Ja. Spätestens Samstag in einer Woche am Flughafen. Wenn wir uns bis dahin nicht zufällig über den Weg gelaufen sind, werde ich ihn wohl vergessen müssen.“ Sie warf ihm noch einen letzten Blick zu, bevor sie sich umdrehte, um im Hoteleingang zu verschwinden.
Er drückte das Gaspedal fast völlig durch und wendete seinen BMW noch in der Hoteleinfahrt. Er wollte Shane auf keinen Fall warten lassen….
„Vielen Dank, dass sie so schnell kommen konnten, Herr Doktor.“ „Denken sie nur daran, dass Eisbeutel auf keinen Fall gut sind. Und sorgen sie dafür, dass er auf keinen Fall aufsteht, wenn er nicht dringendst auf Toilette muß. Besser wäre wie gesagt, wenn sie aus dem Sanitätshaus eine Urinflasche besorgen könnte, dann könnte er sich noch besser schonen. Es wurde wirklich höchste Zeit, dass sie mich gerufen haben. Ach, und wenn sie mit dem Einreiben Probleme haben, kann ich gerne eine Schwester vorbeischicken, die ihnen behilflich ist.“ „Hmmhhmm…Ich glaube, dass wäre nicht so gut. Sie sagten doch, er soll sich schonen, oder?“ grinste Brian. Der Arzt verstand die Anspielung natürlich und verabschiedete sich mit den Worten: “Na ja, in der heutigen Zeit weiß man nie, wer welches Geschlecht bevorzugt, von daher kann ich ihrem Freund nur wünschen, dass sie für ihn auch wirklich nur ein Freund sind. Sonst könnte er die Genesung wohl gleich in den Wind schreiben. Absolute Abstinenz ist jetzt sehr wichtig, sonst besteht die Gefahr, dass er nie wieder Freude spenden wird.“ Brian schloß die Tür hinter ihm und versucht es ich so gut es geht zusammenzureißen. ´Oh, mein Gott… Hat er wirklich gemeint, er könnte impotent werden, wenn er zu sehr gereizt wird? Was mach ich denn jetzt?´ Brian war verzweifelt. Wie sollte er ihm Liebe und Geborgenheit geben und ihn den ganzen Tag umsorgen, wenn es nicht gut für ihn war?
Sie trat in ihr Zimmer, legte ihren Rucksack auf den Sessel in der Ecke und ließ sich ein heißes Bad ein. Das würde sie hoffentlich entspannen. Sie wollte sich die Liste noch einmal vornehmen und alle Aktionen innerhalb Sligos streichen. Diese Stadt schien ihr kein Glück zu bringen. In der Innenstadt würde sie wohl wieder auf irgendwelche Leute treffen, die von ihm und seiner Party erzählten. Also wollte sie sich nur noch außerhalb von Sligo aufhalten. Das Schicksal wusste ja wo sie zu finden war, wenn es wirklich so sein sollte, dass sie sich wiedersehen. Sie ging ins Bad, legte sich in die Wanne und genoß das heiße Wasser...
Er hielt vor dem Haus der Familie Filan und hupte nur kurz, um sich bemerkbar zu machen. Shane verabschiedete sich von seinen Eltern und kam dann zu ihm raus. „Warum bist du denn nicht reingekommen?“ fragte Shane, bevor er bemerkte, dass Kian total verheult war. „Was ist denn mit dir los?“ Shane wollte ihn sofort in den Arm nehmen, aber seine Eltern standen noch an der Tür, um zu winken. Kian winkte ihnen zu und gab wieder Gas, diesmal etwas sachter. „Redest du nicht mehr mit mir?“ fragte Shane irritiert. „Ich kann jetzt nicht“ bekam er zur Antwort. Shane konnte sich das gar nicht erklären. Wenn etwas passiert wäre, hätte er es bestimmt gleich gesagt. Irgendwas stimmte hier nicht, und Shane wollte herausfinden, was.
Bei Shane zu Hause angekommen parkte er den Wagen nicht wie gewohnt. Als Shane ausstieg, bemerkte er erst, dass er den Motor gar nicht abstellte. Er ging um das Auto herum und sah ihm tief in die Augen. „Willst du noch weiter?“ fragte er ängstlich. „Ich würde heute Nacht gern in meinem Bett schlafen“ sagte er. Shane schossen die Tränen in die Augen. „Warum?“
hakte Shane nach. „Würdest du bitte mit reinkommen und mir erklären was los ist? Bitte, Schatz. Laß mich nicht einfach so allein. Du könntest in einem der anderen Zimmer schlafen, aber bitte Verlass mich nicht so.“ Shane schluchzte zitternd und voller Angst. Die Angst, die Kian gestern noch so vielversprechend aus dem Haus gekehrt hatte, war wieder da. Er fühlte sich auf einmal wieder so hilflos. Der Motor verstummte und Kian stieg aus. Er sah ihn nicht an, er ging voraus und wartete an der Haustür auf ihn. Sie gingen schweigend hinein und setzten sich nebeneinander auf das große Sofa. Eine Zeitlang saßen sie nur da und schwiegen sich an. ´Was für ´ne Scheißsituation. Wenn ich nur wüsste, was los ist.´ dachte sich Shane. „Hab ich dir irgendwie wehgetan?“ fragte Shane etwas mutiger. Statt einer Antwort sah er Kian nur wieder in Tränen ausbrechen, bevor er laut schluchzend die Treppe hochlief und sich in einem der Zimmer einschloß. Shane sah ihm traurig nach und verstand die Welt nicht mehr. ´Was hab ich denn angestellt, dass er auf einmal so komisch ist? Warum weint er plötzlich so oft? Heute Mittag war doch noch alles wunderbar zwischen uns. Er beschloß, bei Kian´s Eltern anzurufen und nachzufragen, ob bei ihnen etwas vorgefallen sei. Er ging zu seinem Telefon und wählte die Nummer.
„Hallo Patricia, hier ist Shane. Sag mal war irgendwas? Kian ist so komisch…… Nein , nein. Mach dir keine Sorgen, er wird sich bis morgen schon beruhigt haben…. Das hat er doch bisher immer….Ja, gut. Bis dann, und gute Nacht.“ Shane war alles andere als beruhigt. Es musste wohl doch an ihm liegen. Plötzlich kam ihm Nicky in den Sinn. ´Oh nein, bitte nicht…´dachte er noch, als er schon die Treppe rauf rannte und gegen die Tür trommelte, hinter der Kiki verschwunden war. „Mach sofort diese verdammte Tür auf“ schrie er weinend. Er hörte gar nicht, dass Kiki telefonierte. Er trommelte weiter mit den Fäusten gegen die Tür. „Laß mich rein, oder ich öffne die Tür mit Gewalt.“ Schrie er. Plötzlich riß Kiki die Tür auf und kam mit seiner Jacke unterm Arm und dem Handy in der Hand rausgestürzt. Seine Tränen waren nacktem Entsetzen gewichen. Shane sah ihm nur verstört hinterher. „Bin gleich wieder da“ rief er auf dem Weg zu seinem Auto, das gottseidank noch in Fahrtrichtung bereit stand. Er hatte es verdammt eilig. Jetzt brach Shane erst recht in Tränen aus. ´Wie kann er mir das nur antun? Er weiß doch wie sehr ich mich hier fürchte, wenn ich allein bin. Und warum sagt er mir nicht was passiert ist?´ Die Gedanken in Shane´s Kopf schlugen Purzelbaum. Er wusste nicht mehr wohin er gehen sollte. Er rannte einfach drauf los, voller Panik. Er dachte nicht eine Sekunde daran, die Haustür zu schließen oder irgendetwas mitzunehmen. Er wollte nur so schnell wie möglich weg von diesem schrecklich einsamen Ort…
Sie zuckte zusammen, als sie jemanden aufgeregt an ihre Zimmertür klopfen hörte. Sie stand von ihrem Bett auf, rückte ihren Pyjama zurecht und fragte erst einmal nach, wer da war. „Jen, kann ich bitte einen Moment reinkommen? Ich möchte kurz mit dir reden.“ „Du schon wieder, was soll das? Also langsam wird mir deine Masche echt zu blöd, Kian.“ „Ich kann´s dir gar nicht verübeln, wenn du mir nicht glaubst. Ich würde an deiner Stelle vielleicht genauso denken. Für dich muß es so aussehen, als könnte ich mich nicht damit abfinden, dass Shane dein Herz erobert hat. Aber ich kann dich beruhigen. Ich war nie auf so was wie ´ne Beziehung aus. Für mich ist eine Frau nur solange interessant, wie sie sich sträubt. Mich reizt nur die Eroberung.
Ich gönne dich ihm, er hat es verdient, mal wieder richtig glücklich gemacht zu werden.“ Versuchte er sie zu überzeugen. Als sie die Tränen in seinen verheulten Augen sah, wusste sie erst nicht so ganz, was sie davon halten sollte. Aber er hatte sie zumindest schon mal überzeugen können, dass er nicht auf eine schnelle Nummer aus war. Einen Moment lang dachte sie darüber nach und irgendwie konnte sie sich was zusammenreimen. ´Als er von der Sache mit dem Schicksal hörte, hatte er merkwürdigerweise mit Stille reagiert, wo er sonst so viel redete. Nachdem sie ausgestiegen war, hatte er es sehr eilig. Und er war auf dem Weg, um Shane abzuholen. Warum? Hatte er seinen Ferrari nicht getankt? Nein. Er brachte ihn wahrscheinlich nach Hause und hatte vor, bei ihm zu bleiben. Warum sitzt er jetzt in Tränen aufgelöst bei mir? Sie haben sich gewiß gestritten. Vielleicht sogar meinetwegen.´ Soweit war fast alles klar. Jetzt war er dran, seine Erklärung abzugeben. „Was willst du von mir, wenn es nicht auf eine Eroberung rausläuft.? Fragte sie ihn wieder mal ganz direkt. „Und erzähl mir jetzt ja nicht, er will dir das Feld überlassen.“ „Nein, damit liegst du völlig falsch. Ich bin hergekommen, um dich zu warnen. Hört sich erst mal ziemlich abgedroschen an, aber du musst mir bitte glauben. Es geht um Nicky. Ich habe bei ihm angerufen, um mich für die Sache zu entschuldigen, und nachzuhören, wie es ihm geht. Es sieht leider gar nicht gut aus. Brian ist bei ihm, um ihn zu pflegen. Er darf sich nicht bewegen, weil er sonst seine Potenz aufs Spiel setzt. Du scheinst deine Sache äußerst wirkungsvoll vertreten zu haben.“ „Und wovor willst du mich dann warnen?“ fragte sie etwas ungläubig. „Na vor seiner Wut. Du hast keine Ahnung zu was der Kerl fähig ist, wenn man ihn wütend macht. Du solltest so schnell wie möglich aus Sligo verschwinden. Am besten gleich morgen früh, und das Beste wird sein, wenn von uns keiner bescheid weiß, wo du hingehst.“
Er klang sehr aufgeregt. „Jetzt komm mal wieder runter, Kian. Er darf doch gar nicht aufstehen, wenn er sich nicht bewegen soll. Außerdem frage ich mich allen ernstes: Was soll er denn schon tun? Glaubst du er lässt mich zusammenschlagen, oder was?“ „Das wäre wohl nicht ganz sein Stil, aber du solltest das mal nicht so auf die leichte Schulter nehmen. Einem Nicky Byrne entkommst du nicht, egal was du anstellst. Er gewinnt immer. Bitte, ich hab´ dich gewarnt. Geh so lange du noch kannst. Ich wollte dir nie deinen Urlaub vermiesen, aber wenn du an deinem Leben hängst, dann gehst du“ stammelte er zum Schluss und ging dann wieder mit seinen verheulten Augen. Was sollte sie davon halten. Er heulte, weil er der Meinung war, sie sei in großer Gefahr? Und wenn er kurz vorher noch mit Shane in seinem Auto gesessen hatte, warum war er nicht mitgekommen? Er wusste doch dann gewiß auch darüber bescheid.
´Was ist das bloß für ein merkwürdiger Haufen? Das wollen Männer sein, die sich in die Hose machen, weil eine Frau einem von ihnen in die Eier getreten hatte? Das war doch mit Sicherheit noch nicht alles. Der heult sich doch nicht meinetwegen die Augen aus. Da stimmt doch irgendwas nicht. Oh, Mann. Warum hab ich nicht einfach ja gesagt, als er mich mitnehmen wollte.
´Na vielen Dank, Kiki. Jetzt krieg ich die ganze Nacht kein Auge zu.´
Als er zum Haus zurückkam, stockte ihm wieder mal der Atem. Die Haustür stand weit offen, im Wohnzimmer brannte das Licht noch immer und das Auto stand noch immer an seinem Platz. Er war nicht weggefahren, jedenfalls nicht mit seinem Wagen. Kian lief aufgeregt rüber zum Stall ´Vielleicht wollte er sich nur nicht ganz so allein fühlen und ist zu den Pferden gegangen.´ Aber auch hier war er nicht zu sehen. Immer wieder rief er seinen Namen, aber es kam einfach keine Antwort. Er lief ins Haus und rief noch mal ganz laut nach ihm. Als er gespannt auf eine Antwort von irgendwoher wartete, lauschte er zum ersten Mal in diesem Haus in die schreckliche Stille hinein. Das Haus war wirklich beängstigend ruhig. Kein einziges Geräusch war zu hören, nicht ´mal das Ticken einer Uhr. Er musste raus, weiter nach ihm suchen. Er mußte in der Nähe sein.
Wieder und wieder rief er nach ihm. Er weinte all seine Verzweiflung raus, bis er kaum noch Luft bekam. Er stand jetzt vor dem Haus seiner Eltern. Vielleicht war er ja hierher gelaufen. Er wollte nur kurz verschnaufen, bevor er klingelte. Er konnte ihnen so wohl nicht erklären, warum er nach ihrem Sohn suchte, den er vor kurzem erst hier abgeholt hatte. Scheiße, wie soll er ihnen denn erklären, dass er geheult hat? Daß er geheult hatte, während er auf der Suche nach ihm war. Das mußte doch alles sehr eindeutig aussehen. Sie würden wohl nicht lange fragen müssen. Er überlegte kurz und schlich dann erst mal rüber zum Pferdestall. Vielleicht war er ja bei Carlton Comb, die würde doch bald ihr Fohlen bekommen.
Er ging ganz leise durch den Stall, um die Tiere nicht unnötig aufzuschrecken. Außerdem hatte er einen mords Respekt vor den Tieren, um nicht zu sagen Angst. Er spähte vorsichtig in jede Box, ob er ihn irgendwo erkennen konnte. Ganz hinten, aus der letzten Box drangen Geräusche. Er ging ganz leise weiter und lauschte. „Ich bin bei dir, Süße. Du brauchst keine Angst zu haben, ich bleibe heute bei dir, ja? Und du versprichst mir, dass du mich nicht auch noch verlässt. Nein, du nicht, du würdest mich nie im Stich lassen.“ Er flüsterte zwar nur, aber Kian konnte ihn trotzdem hören. Es tat höllisch weh, zu hören was er da sagte. Er hatte ihn doch nicht im Stich gelassen. Wie kam er denn darauf? Shane zuckte zusammen, als er hinter sich ein leises schniefen vernahm. Er starrte ihn vorwurfsvoll an. „Können wir jetzt nach Hause gehen?“ fragte Kian entschuldigend.
„Wolltest du nicht in deinem eigenen Bett schlafen?“ „Bitte, Schatz. Laß uns gehen, ja? Ich bin müde.“ Shane kam aus der Pferdebox heraus und folgte Kian. Als die Dunkelheit sie einhüllte, blieb Kian stehen und nahm ihn in seine starken Arme. Er versuchte, in die umwerfend schönen Augen zu sehen, die ihn so verrückt machten. „Erschreck mich nie wieder so sehr, hast du mich verstanden?“ „Wer hat hier wen erschreckt?“ gab Shane zurück. „Ich hätte fast ´nen Herzinfarkt gekriegt, wie ich die offene Haustür gesehen hab. Ich habe dich überall gesucht. Im Haus, im Stall, im Garten… aber du warst nicht da. Ich hatte dir doch gesagt, dass ich gleich wieder da bin.“ „Aber was war denn los? Du hast doch nicht mit mir geredet.“ Ich erzähl´s dir gleich, ja? Laß uns erst mal heimgehen.“ „Willst du mir damit was sagen?“ fragte Shane neugierig. „Was meinst du?“ „Tu nicht so, du weißt was ich meine.“ „Shayz, wir müssen dringend was besprechen, aber nicht hier und nicht jetzt, o.K.?“
Mit einem Arm um Shane`s Schultern ging er weiter und brachte ihn nach Hause. „Können wir gleich schlafen gehen, ich bin echt total fertig.“ Fragte Kian. „Aber du erzählst mir noch, was los war.“ „Na klar.“ Er brachte Shane in sein Schlafzimmer, wo sie anfingen, sich auszuziehen. „Also?“ fragte Shane neugierig. „Ich hab´ noch mal bei Nix angerufen. Es geht ihm leider gar nicht gut.“ „Wieso leider? Ist das für uns nicht gut, wenn es ihm so schlecht geht? Ich hoffe doch, es geht ihm so schlecht, dass er nicht herkommen kann.“ Meinte Shane etwas schadenfroh. Kian nahm ihn in die Arme, sah ihm in die Augen und ließ seinen Tränen wieder freien Lauf. „Was hast du denn, Schatz?“ wollte Shane wissen. „Schatz, das hört sich im ersten Moment sehr gut an, er soll nicht aufstehen, oder er riskiert seine Potenz. Wir haben also bis nächste Woche oder so definitiv Ruhe vor ihm, wenn er sich daran hält. Aber wir müssen auch an die Zeit danach denken…“ „Das möchte ich lieber nicht.“ „Schatz! Was ist, wenn er trotz allem impotent wird? Ich habe sie mitgenommen, ich.“ „Bitte Schatz, laß uns jetzt nicht daran denken, was er mit dir anstellen wird. Mir wäre lieber, wir könnten Jennifer warnen.“ „Schon erledigt!“ „Was? Wie das denn?“ Kian legte sich ins Bett und zog ihn zu sich unter die Decke. „Als du angerufen hast, bin ich gleich los, aber auf dem Weg zu meinem Auto sind wir wieder zusammengekracht. Ich hab mich vielleicht erschreckt. Sie sagte, sie wäre nur so durch die Gegend spaziert. Ich hab sie in ihr Hotel gebracht, und hab dich dann abgeholt.“ „Dann bist du ihretwegen so schnell abgehauen?“ Kian nickte. „Was hat sie dazu gesagt?“ „Ich habe ihr geraten, Sligo so schnell wie möglich zu verlassen und uns nicht wissen zu lassen, wo sie hingeht, sorry Schatz.“ „Schon gut, das war das einzig Richtige. Aber das erklärt noch nicht, warum du eben noch in deinem Bett schlafen wolltest…“ forderte Shane ihn auf. „Da wusste ich auch noch nicht, wie schlimm es aussieht. Ich werde dich nie wieder allein lassen, mein Süßer. Nie mehr…“ Kian weinte sich an Shane´s Schulter aus, der ihn immer wieder zärtlich küsste. Shane war vollkommen klar, dass es jetzt keinen Zweck hatte, er würde schon noch erfahren was mit ihm los war. Gestern hatte Kiki sich ja auch überwunden. Tief in seinem Inneren herrschte ein Gefühlschaos. Einerseits freute er sich diebisch, dass er seine neue Liebe ein paar Tage ausgiebig genießen konnte, andererseits würde dieses neue Glück nicht lange dauern und ständig von der Angst begleitet. Es war fast das gleiche wie mit Jennifer, ob nun eine Frau oder ein Mann die neue Liebe war, die er nicht wirklich genießen konnte. Das spielte absolut keine Rolle. Aber Kian war nicht irgendein Mann, er war sein Freund, ein Bandmitglied, der Mann der ihn vor Nix beschützte, der Mann der in der gleichen Angst lebte wie er. Er konnte keinen Bogen um ihn machen, er war ein Teil seines täglichen Lebens. Schon seit der gemeinsamen Schulzeit ließ er sich nicht mehr aus seinem Leben wegdenken. Sie waren schon immer Freunde, seit sie sich kennen. Und seit gestern waren sie ein Liebespaar.
Ein Liebespaar, dessen Liebe unter einem sehr schlechten Stern geboren wurde. Sie durften sich nicht in der Öffentlichkeit zu ihrer Liebe bekennen, weil sonst ihre Karriere auf dem Spiel stand. Es könnte von jetzt auf gleich vorbei sein, das Leben das sie führten. Ein Leben ohne Sorgen war es nicht, aber sie waren reich, berühmt, begehrte junge Männer, die schon überall auf der Welt waren. Sie waren unglaublich erfolgreich und sie verdienten ihr Geld, indem sie jeden Tag genau das machten, was ihnen am meisten Spaß bereitete: Singen!!! Sie hatten es geschafft, würde jeder Außenstehende denken. Aber zu welchem Preis? Sie hatten so gut wie keine Privatsphäre, überall wo sie auftauchten, wurden sie sofort von kreischenden Mädchen umringt und sollten Autogramme schreiben. Überall lauerten Fotografen, die nur darauf warteten, einen von ihnen in einer peinlichen Situation ablichten zu können. Egal, was sie taten oder wo sie es taten, sie waren nie wirklich allein. Sie wurden ständig verfolgt, nicht zuletzt von der Angst. Seit jener Nacht, in der Shane seinen Kummer mal wieder mit Alkohol runterspülen wollte. Kian war wie immer bei ihm, hatte versucht, ihn davon abzuhalten. Wie immer erfolglos. Wäre er damals nicht bei ihm geblieben, müßten sie sich heute nicht so fürchten. Wie konnten sie nur? Was war bloß in sie gefahren, ob besoffen oder nicht, wie konnten sie das bloß tun? Damals war doch noch alles in Ordnung, niemand wollte ihnen etwas Böses. Niemand bedrohte sie, niemand zwang sie zu etwas, ihr Leben war so schön, bis zu dieser Nacht…..
Sie hatte schon lange nicht mehr so schlecht geschlafen. Die halbe Nacht hatte sie sich v on einer Seite auf die andere gedreht und nur hin und her überlegt, aber am Ende kam immer nur eins heraus: Kian und Shane schienen mehr zu sein als nur Freunde oder Kollegen. Warum sonst sollte sich der eine die Augen ausheulen, nachdem er erfahren hatte, dass sein Kumpel es wohl sehr ernst mit ihr meinte? Sie ging davon aus, dass zumindest Kian total verknallt in Shane war. Aber warum hat er dann so sehr mit ihr geflirtet? Warum das alles? Nur um so zutun, als ob er hetero wäre, damit die Wahrheit nicht ans Licht kam? Die Band wurde immer merkwürdiger in ihren Augen. Ob die Anderen ähnlich drauf waren? Ob es bei Mark das Gleiche war?
Der sah ja schon schwul aus, ob der auch so tut, als ob er sich für Mädels interessiert? Was war mit dem Oberdeppen, dem Miesepeter der Band? Der war der schlimmste von allen vier. Der sah von vorneherein schon so fies aus und verbreitete so miese Stimmung, dass man echt Gänsehaut kriegen konnte. Je länger sie darüber nachdachte, desto kurioser wurde das alles, desto mehr fiel ihr auf, wie verängstigt oder eingeschüchtert sie schienen, als dieser Nix sie so böse ansah. Was war da los?
Sie wollte es unbedingt wissen. Dieser Nicky übte offensichtlich großen Druck auf sie aus, aber womit? Der Blick alleine reicht doch nicht aus, um einen gestandenen Mann in die Knie zu zwingen. Diese Band, von der sie immer noch nicht wusste, wie sie hieß wurde ihr allmählich zu anstrengend. Wenn Shane nicht gewesen wäre, hätte sie diese Bekanntschaft hier einfach abhaken können. Wieso mußte sie sich auch immer in die falschen Typen verlieben? Irgendeine Macke hatten sie immer, und wenn es so ein merkwürdiger Haufen von Freunden war, wie diese Jungs. Sie hatte beschlossen, nicht abzureisen. Diesem Nicky würde sie es schon zeigen, wenn er kam. Was fiel denen eigentlich ein, sie einfach wegzuschicken? Na ja, eigentlich war es ja nur Kian, der sie weggeschickt hatte. Sie zog da noch eine Möglichkeit in Betracht, warum er wollte, dass sie ging. Wenn Kian tatsächlich in Shane verknallt war, warum sollte er nicht versuchen, sie ohne Shane´s Wissen aus dem Weg zu räumen? Klar, er hatte sie ihm erst vorgestellt, aber er konnte ja nicht ahnen, dass sie sich ineinander verlieben würden. Wenn er sie auf diese Weise wieder loswurde, und Shane dann ihretwegen traurig war, hatte er doch allen Grund ihn in die Arme zu nehmen und könnte ihn evtl. für sich gewinnen. Das war für sie die einleuchtendste Erklärung für seinen späten Besuch. Sie war fest entschlossen, auch den Rest noch herauszufinden, sobald sie ihn wiedersah. Aber das wollte er ja dem Schicksal überlassen. Sie hatte keine andere Wahl, als abzuwarten und sich ihrem Schicksal zu ergeben. Jetzt hieß es nur noch, sich ablenken, und das machen, wozu sie hergekommen war: URLAUB!!!
Für heute stand reiten auf dem Programm. Sligo und Umgebung waren dafür perfekt. Es gab einige Reiterhöfe hier und die Gegend war wie geschaffen fürs Ausreiten. Sie nahm noch einmal die Prospekte zur Hand, um sich endgültig für einen Reiterhof zu entscheiden, was gar nicht so einfach war. Sie entschied sich für die übliche, spontane Lösung, schloß die Augen, warf die Prospekte in die Luft und versuchte mit geschlossenen Augen einen zu fangen. Nun konnte das Schicksal zeigen, was es drauf hat. Aber den Sänger einer Band würde ihr wohl kaum in einem Reitstall begegnen.
Ach, ja. Wie falsch man doch liegen konnte…
Sie sah sich den Prospekt noch einmal an und steckte ihn in ihre Jacke. Nach dem Frühstück wollte sie gleich zu diesem Gestüt gehen, das etwas außerhalb von Sligo lag.

Er konnte es kaum glauben. Er war tatsächlich hier, hier bei ihm. Er hatte es nicht nur geträumt. Hier lag er, direkt neben ihm. Wie sehr er sich doch wünschte, er könnte für immer bleiben. Aber das ging leider nicht. Er mußte sich damit abfinden, dass er bald wieder unterwegs sein würde, mit den anderen Jungs. Immer wieder hoffte er, dass Mark sich nicht wieder in einen seiner Bandkollegen verliebte, so wie damals, als seine Liebe zu Brian immer stärker wurde und er immer seltener Zeit für ihn hatte. Rowan wusste zwar, dass Mark kein Mann war, der einem allein gehörte, aber genau das erhoffte man sich doch gewöhnlich, das was man nicht haben konnte begehrte man doch immer besonders. Bisher war er gut damit zurechtgekommen, dass er ihn nur selten sah und ihn dann meist noch mit anderen teilen mußte, aber wenn sie unter sich waren, war Mark immer so anders, so liebebedürftig und kuschelig. Im Beisein der Anderen gab er sich immer, als sei er nur gestresst, aber die meisten kannten ihn gar nicht wirklich. Bei der Party in Shane´s Haus hatte er sich endlich offenbart. Er hatte sich ihm anvertraut und ihm gezeigt, wie er wirklich war: vollkommen unausgeglichen, unzufrieden mit sich und der Welt. Er brauchte nicht nur sehr viel Sex, er brauchte viel mehr noch Liebe und Geborgenheit. Auch Mark war nur ein Mensch mit den üblichen Bedürfnissen (O.K., Mark brauchte davon vielleicht mehr als andere Menschen ). Diese Party hatte auch Rowan´s Leben total verändert. Für alle Außenstehenden war er nur Mark´s Kumpel, nicht mehr. Einige wenige bekamen auf den Parties logischerweise mit, dass er von Mark mehr Aufmerksamkeit bekam als andere, dass es zwischen ihnen mehr gab als nur Freundschaft, aber es wurde nie zum Gesprächsthema, es war halt einfach so. Und er kam auch bisher immer gut damit zurecht, dass da noch Rory, Barry und weiß der Geier wie viele andere Lover waren, aber seit der Party war nichts mehr wie es vorher war. Die Party hatte alles auf den Kopf gestellt. Seine Gefühle spielten verrückt, gestern morgen noch hatte er ihm versprochen, dass er nicht klammern würde. Und jetzt, wo er so süß neben ihm lag? Wie gerne hätte er ihm gestanden, dass es ihm unglaublich gut gefällt ihn um sich zu haben, so viel Zeit mit ihm zusammen verbringen zu können. Wie gerne hätte er ihn gefragt, ob er das in Zukunft öfter erleben dürfe, aber dann müsste er ja gestehen, dass er plötzlich doch mehr wollte. Ja, er wollte mehr, viel mehr. Er wollte ihn mit Haut und Haaren. Er wollte jeden Morgen neben ihm aufwachen, ihn wachküssen und abends wieder in seinem Arm einschlafen. Aber das mußte er wohl vorerst für sich behalten, sonst würde er ihn am Ende nur in die Arme eines Anderen treiben.

Die Schmerzen hatten zwar nachgelassen, aber sie waren nach wie vor da, und der Arzt hatte gesagt, dass der Eisbeutel seinen Genitalien gar nicht gut tun würde, also blieben nur die Tabletten, um den Schmerz abzuschalten. Er küsste Brian ganz sacht und liebevoll wach. Er strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und flüsterte ihm ins Ohr: „Guten morgen, mein Süßer. Wäre es zuviel verlangt?“ „Was denn, mein Schatz?“ fragte Bri nach. „Ich komme nicht an die Tabletten ran, Schatz.“ „Oh, na klar.“ Er stand auf und holte die Tabletten aus der Küche. Als er wieder bei ihm war, achtete er ganz genau darauf, ihm nicht zu nahe zu kommen, um jede Gefahr auszuschließen. „Guten morgen erst mal. Soll ich dir schon Frühstück machen?“
„Ja, ich hätte gerne zu erst einen richtig langen, ordentlichen Kuß und als zweiten Gang deinen süßen Knackarsch wieder in meinem Bett“ grinste Nicky ihm erwartungsvoll entgegen. Brian konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber der Kuß fiel nicht ganz so aus, wie Nicky sich erhofft hatte. „Was ist denn mit dir los? Liebst du mich nicht mehr oder bist du in Gedanken schon wieder bei deiner Tussi?“ „Schatz, du weißt doch, was der Doc gesagt. Wenn ich dich errege, besteht die Gefahr, dass es das letzte Mal war, und das würde ich mir nie verzeihen. Ich will mir doch nicht mein Lieblingsspielzeug ruinieren.“
„Ach, so ist das. Ich bin für dich nur ein Spielzeug?“ „Och Schatz, was soll das denn jetzt? Du weißt doch, dass ich das nicht so gemeint habe. Glaubst du ich hätte alles stehen und liegen gelassen und meine ganze Zukunft aufs Spiel gesetzt, wenn du nur ein Spielzeug für mich wärst?“ Nicky legte seine Arme um ihn. Er brauchte mehr als nur einen Kuß, er wollte ihn ganz nah bei sich spüren. Er wollte nicht mehr das Gefühl haben, von ihm weggeschoben zu werden, wenn er sich ankuscheln wollte. Er brauchte nicht nur seine Fürsorge, er brauchte auch eine große Portion Liebe. “Darf ich mich denn nicht mal mehr an dich kuscheln und in deinem Arm liegen? Willst du mich jetzt nie wieder streicheln, nur weil er darauf reagieren könnte?“
wollte Nicky wissen. „Schatz, für mich ist das auch nicht gerade einfach, du weißt doch wie schwer es mir gefallen ist, meine Finger bei mir zu behalten. Schließlich ist der Streit damals erst dadurch aufgekommen, dass ich mal wieder nicht warten konnte, bis ich mit dir allein war. Wenn es nach meinem Johnny ginge, hätte ich dich längst so richtig rangenommen, Schatz.
Ich halte es auch kaum aus. Bitte, halte mir nicht vor, dass ich nur dein Bestes will. Wenn du wieder fit bist, holen wir alles nach, dann wird gevögelt bis zum Morgengrauen, das verspreche ich dir. Ich gehe nicht, bevor du nicht das gekriegt hast, was dir zusteht, O.K.?“ Nicky lehnte seinen Kopf an Brians Schulter und ließ die Tränen einfach raus. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie schrecklich das ist, Schatz.“ „Für mich ist es genauso schrecklich, glaub mir. Ich wünschte nur, ich könnte dir die Schmerzen abnehmen.“ „Oh, Schatz. Du bist so süß, danke.“ „Ich mach dann mal Frühstück, ja?“ Nix nickte ihm zu.

Er war schon sehr früh aus dem Haus geschlichen, nachdem er sich einen Tee gemacht und einen Toast gegessen hatte. Er kam immer hierher, wenn er einen klaren Kopf brauchte. Die Arbeit im Stall befreite ihn von allen Sorgen und Ängsten. Plötzlich fand man eine Lösung, wo man schon nicht mehr geglaubt hatte, dass es überhaupt eine geben konnte. Wenn alles aussichtsslos verloren schien, fand er hier immer den rettenden Anker, die zündende Idee. Er wusste nicht mehr, wie oft er in den vergangenen Jahren schon zu diesem Zweck hergekommen war, aber in den letzten zweieinhalb Jahren, seit der Nacht damals kam er viel häufiger. Immer wieder versuchte er, die Lösung zu finden, aber in diesem einen Fall wollte es einfach nicht gelingen. Immer wieder verließ er den Stall ohne Erfolg, aber die anhaltende Qual, die Schmerzen die er ihnen immer wieder zufügte, veranlassten Shane immer wieder zurückzukommen und weiter nachzudenken. ´Warum schien es absolut keinen Weg aus dieser Misere zu geben?´ Es war nicht so, als hätte er nie daran gedacht, alles mit einem Schlag zu beenden, aber das würde seinem Freund ja nicht helfen. Außerdem hatte er seinem Freund soviel zu verdanken, dass er ihn nicht so einfach im Stich lassen konnte. Also hieß es immer wieder: Augen zu und durch…Ja, wenn es nur so einfach gewesen wäre. Warum hatte er auch damals nicht einfach die Klappe gehalten, warum mußte er soviel trinken, dass er nicht mehr darauf achtete, was er zu wem sagte? Am nächsten Morgen hatte er wie so oft einen Filmriss. Wenn Nicky nicht so ausgeflippt wäre, an jenem Tag, wäre ihm heute noch nicht klar, was er angestellt hatte. Er hätte so einige sorgen weniger. Aber leider Gottes sorgte er ja beinahe täglich dafür, dass er es nicht vergessen konnte. Vielleicht hätte er einfach nur einmal auf Kiki hören sollen, dann hätte es nicht zu diesem Streit und seinen Folgen kommen müssen. Er hätte Brian nicht so blöd angemacht, Mark wäre nicht dazwischen gegangen und Nicky hätte keinen Grund gehabt, eifersüchtig zu werden. Nun mussten sie irgendwie damit fertig werden, dass er jederzeit über sie herfallen konnte. „Hey, hier bist du. Ich hab dich schon überall gesucht.“ Shane blickte nicht einmal auf, er war so traurig, dass er am liebsten noch ein wenig allein geblieben wäre.
„Soll ich dir helfen?“ fragte Kian. „Hast du schon gefrühstückt?“ „Ich dachte wir frühstücken zusammen.“ „Sorry, ich hab schon eins hinter mir, wenn ich jetzt noch mal frühstücke, krieg ich wieder´n Anschiß von Louis, dass ich meine Figur ruiniere.“ „Kommst du trotzdem mit?“ „Ne, laß mal, ich mach das hier lieber erst fertig, ich will nachher rüber, um nach Carlton Comb zu sehen. Vielleicht kommt heute das Fohlen.“ Kian gab ihm einen Kuss und murmelte noch: „Weißt du eigentlich wie sexy du beim ausmisten aussiehst?“ „Tja, mein Schatz. Körperliche Arbeit hat noch niemandem geschadet.“
„Ich übe meine körperliche Arbeit lieber im Schlafzimmer aus.“ „Ich denke es muß nicht immer das Bett sein?“ „Paß auf, dass ich dich nicht gleich hier vernasche, mein Schatz.“ „Wolltest du nicht frühstücken gehen? Wäre toll, wenn du mir noch`n Tee mitbringen könntest.“ „Ich geh ja schon, wenn du mich unbedingt loswerden willst…“ Ein letzter Kuss und ein Blick von Shane, der ihm verriet, dass es nicht so war, und er ließ seinen Schatz allein im Stall zurück.

„Entschuldigen Sie bitte die Umstände, aber wenn eine Stute ihr erstes Fohlen erwartet, herrscht nun mal helle Aufregung bei uns.“ Er hielt vor einem wunderschönen Anwesen an. Sie konnte gar nicht glauben, dass sie hier ein Pferd zum Ausreiten bekommen sollte. „Der Stall ist da vorne rechts den Weg runter. Ach, wenn Sie meinen Bruder gefunden haben, sagen Sie ihm doch bitte, dass es bestimmt noch ein paar Stunden dauern wird, er muß also nicht gleich rüberkommen.“ Ist das das Haus ihres Bruders?“ „Ja, er beschäftigt sich nicht nur mit unserer Pferdezucht. Aber er soll ruhig noch ein wenig entspannen. Er hat noch früh genug wieder richtig Stress. Sie ist bei uns in guten Händen, das weiß er. Ich muß aber jetzt leider wieder los, sonst kommt es doch noch ohne mich“ sagte er ganz nett. „Ich dachte, das dauert gewiß noch ein paar Stunden.“ „Ja, für meinen Bruder schon.“ Grinste er verschwörerisch. Sie lächelte ihn an, als er den Wagen wieder auf die Straße lenkte und ihr noch einmal winkte. Sie hatte das Gefühl, ein ähnliches Lächeln schon einmal gesehen zu haben. ´Menschenskinder, haben diese irischen Männer alle so ein unglaublich nettes Lächeln?´ dachte sie noch auf dem Weg zum Stall.
Sie wollte sich diesen Bruder erst einmal genauer ansehen, bevor sie mit ihm ausritt. Schließlich schien das hier sein Privatbesitz zu sein, kein öffentlicher Reitstall. Man konnte ja nie wissen, was einem in so einem Stall alles passieren konnte. Sie hoffte natürlich auf einen gutaussehenden jungen Mann, der dem von eben ähnlich sah, und genauso hübsch lächeln konnte, dann würde sie wenigstens von Shane abgelenkt werden.“ Sie ging ganz leise und neugierig durch die kleine Tür, die offen stand. Sie hörte jemanden ganz leise reden. Er war also offensichtlich nicht allein. Man sollte zwar nicht lauschen, aber die Spannung stieg und stieg, je näher sie der Box kam, aus der das Gespräch zu vernehmen war. Sie schlich ganz leise noch etwas näher, um besser hören zu können. Diese Stimmen kamen ihr auf einmal sehr bekannt vor:
„Kiki, ich weiß, dass du dich noch nie hast überreden lassen, aber bitte rede endlich mit mir. Ich halte das nicht mehr aus.“ „Ich weiß nicht, wovon du redest. Es gibt nichts zu bereden. Du hast dich längst entschieden.“ Das konnte doch wohl nicht wahr sein, war dieser Bruder etwa einer von ihnen? Natürlich Shane hatte auch dieses unglaubliche Lächeln. Da hatte sie es schon gesehen. Aber was war mit Kian los? ´Heult der etwa schon wieder?´ dachte sie sich. Jetzt hatte sie die Chance ihres Lebens, alles ganz genau aus erster Hand zu erfahren. Wie hätte sie sich jetzt bemerkbar machen können? Sie fühlte sich wie Miss Marple auf der Spur des Mörders im Pferdestall. Sie schlich vorsichtig weiter in die Nachbarbox und lauschte weiter:
„Was soll das denn heißen, ich hab mich längst entschieden?“ „Keine Angst ich habe dir versprochen, dir beizustehen. Ich werde mein Versprechen halten, aber du machst es mir nicht gerade einfach.“ „Geht das vielleicht etwas genauer?“ fragte Shane ungeduldig. „Ich habe dir versprochen, dich nie wieder allein zu lassen. Besonders hier nicht. Ich versuche, dich mit ins Haus zu nehmen, aber du blockst ab. Bist du dir eigentlich bewusst, dass du mich nicht einmal begrüßt hast? Nicht einmal das. Du bist heute so abweisend, dass ich mir schon alles andere denken kann. Ich hoffe, dass du eine gute Lösung gefunden hast.“
„Das ist es ja gerade. Ich habe den ganzen Stall ausgemistet, aber es funktioniert einfach nicht mehr. Schon seit damals nicht.“ „Ich glaube wir reden gerade aneinander vorbei. Du redest nicht von Jennifer, richtig?“ „Wer redet denn hier von Jen? Ich rede von Nix. Wie kommst du denn jetzt auf Jen? Weist du was, was ich nicht weiß?“ „Ich würde eher sagen, du hast mir etwas nicht verraten“ gestand er jetzt doch. „Was meinst du?“ Shane wusste wirklich nicht, was Kian meinte. Unter Tränen schüttete er ihm sein Herz aus und Jennifer wurde immer kleiner in der Box nebenan. „SCHHHHH….ganz ruhig, Schatz. Hol erst mal Luft.“ Ermutigte Shane ihn. ´Also doch, wusste ich es doch, wenn er ihn schon Schatz nennt, ist für mich ja wohl der Zug abgefahren.´ dachte sie sich. Aber das war ja kein Grund nicht weiter zuzuhören: „Ich sage nur Schicksal…“ „Och, Kiki,
das war doch einige Stunden vor der Party, vor der Dusche, du weist schon.“ „Was weiß ich schon?“ „Ich hab die ganze Zeit geglaubt, eine Frau wäre die einzige Möglichkeit, wieder glücklich zu werden. Wie sollte ich denn wissen, dass du genauso fühlst wie ich?“ „WAS? Soll das etwa heißen, dass du schon länger was für mich empfindest?“ Shane antwortete: „ Kiki, ich war vorgestern so überrascht, dass ich bei deinem Anblick tatsächlich´n Steifen gekriegt hab, ich wusste nicht mehr weiter.“ „Wann, Shayz. Wann hast du…. Als ich unter der Dusche stand?“ „Als ich dich gerufen hatte und du so nass am Geländer gestanden hast. Das hat mich total umgehauen. Als du dich dann auch noch umgedreht hast und ich deinen tollen Knackarsch bewundern konnte, war es ganz aus. Da wollte er nur noch raus. Ich konnte gar nichts mehr machen, und ich hab´s versucht, aber er ging einfach nicht mehr weg.“ Kian lachte auf: „Genau wie bei mir. Ich wollte unbedingt für Entspannung sorgen, aber er wollte einfach nicht. Dabei hab ich schon an dich gedacht, aber er wollte sich einfach nicht beruhigen lassen. Wie lange, Shayz?“ „Wie lange was?“ „Wie lange empfindest du schon so für mich?“ wollte Kiki wissen. „Ich weiß nicht so genau, aber auf alle Fälle seit jener Nacht.“ „Heißt das, ich habe die Schuld an jener Nacht?“ „Quatsch , ich weiß nur noch, dass ich an dem Abend besonders scharf auf dich war, der Alkohol hat wohl dafür gesorgt, dass ich mich nicht mehr beherrschen konnte.“ Shane schluchzte so laut, dass Jennifer auch die Tränen kamen, als sie weiter zuhörte: „Glaubst du Nix wäre nicht ganz so ausgeflippt, wenn er uns nicht erwischt hätte?“ „So´n Blödsinn, was hat er denn schon gesehen, nur dass wir uns gegenseitig befummelt haben.“ „Es tut mir so leid, Schatz. Ich wollte dich nie in irgendwas reinreiten.“ „Tja, was soll ich dazu sagen? Ich hab deinen Hüftschwung ja schon gelobt.“ „Schatz, ich meinte das ernst. Ich wollte das nicht, bitte glaub mir. Ich wünschte, ich könnte alles rückgängig machen. Dann wäre Brian noch in der Band, es hätte keinen Streit zwischen den Anderen gegeben, es gäbe diese verrückten Parties nicht, und wir hätten unsere Ruhe vor Nix. Ich verstehe nicht, warum er uns immer wieder dafür büßen lassen will, dass Brian gegangen ist.“ „Schatz, ich liebe dich…. Das ist die Lösung unseres Problems“ „Wie kommst du denn da drauf?“ „Na, Brian. Er ist die Lösung. Wir müssen so schnell wie möglich nach Dublin. Wir bequatschen Louis, dass Brian zurückkommen kann, dann fahren wir zu Nicky und bequatschen Brian, dass er zurückkommen muß. Und dann können wir endlich wieder in Frieden leben.“ „Wenn das mal so einfach wäre, Schatz. Da habe ich auch schon dran gedacht, aber du vergisst Mark. Nicky wäre logischerweise überglücklich, wenn er zurückkäme, aber solange Mark zu uns gehört, wird er das nicht tun.“ „Dann müssen wir eben auch mit Mark reden, das kann doch nicht so schwer sein, oder?“ „Kiki, hol´ mal Luft, ja? Du weißt doch selbst wie schwer es ist, deinem Angebeteten ständig so nah zu sein, mit ihm zu feiern, und dann im Suff die Gefühle unter Kontrolle zu halten. Er hat das lange genug mitgemacht, Schatz. Das können wir ihm nicht schon wieder antun. Wir können ihn nicht wieder zusehen lassen, wie seine große Liebe einen anderen poppt.“ Und du weißt, wie gehässig Nix ist, wie sehr er Mark´s Eifersucht genossen hat. Brian ist gegangen, weil er das nicht mehr mit ansehen wollte, nicht weil der Streit aufkam. Der war nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.“ „Warum gibst du dir dann die Schuld an der Situation?“ „Weil ich den letzten Tropfen herbeigeführt habe. Warum konnte ich auch mein blödes Maul nicht halten. Ich hatte mal wieder Mitleid mit Mark, er hat so gelitten, der Ärmste.“ „Wenn es nicht in der Nacht passiert wäre, dann gewiß in einer anderen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann es eskalieren würde.“ „Aber wenn ich nichts gesagt hätte, wären wir doch außen vor geblieben, verstehst du das denn nicht? Ich müsste mich nicht jede Nacht davor fürchten überhaupt hier zu sein, ausgerechnet hier, wo alles angefangen hat. Warum? Schatz? Warum? Ich wünschte, mir würde endlich was einfallen, wie wir ihn loswerden könnten, ich weiß nicht wie lange ich es noch ertragen kann? Hier ist meine Angst am größten, aber auf der Tour, da ist er mir so schrecklich nah. Warum muß ausgerechnet er mein Zimmergenosse sein?“ „Schatz, soll ich noch mal mit Louis reden? Ich hab es schon so oft versucht, aber ich glaube, er ahnt warum ich mit Nicky tauschen möchte.“ „Bist du verrückt? Du hast Louis gesagt, du willst mit Nicky tauschen? Was wäre, wenn die beiden sich tatsächlich jetzt ein Zimmer teilen müssten? Hast du mal so weit gedacht?“ „Oh mein Gott, nein. Dann gibt es nur noch eine Lösung: „Ich werde mit dir tauschen. Und diesmal werde ich Louis einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Scheiß auf Louis´ Meinung. Ich kann nicht länger zulassen, dass du dich so quälst…“ Kian weinte vor sich hin, aber Shane konnte nicht anders. Er vergrub sein Gesicht in Kian´s Haaren und fing an zu heulen, wie noch nie zuvor. „Das darfst du nicht, Schatz. Du hast ja keine Ahnung...“ „Um so schlimmer, dass ich damit so lange gewartet habe.“
Sie schlich langsam aus der Box in den Gang. Sie machte sich nicht die Mühe, die Tränen wegzuwischen, die sie vergossen hatte. Langsam schritt sie auf die Nachbarbox zu, in der Kian und Shane zusammen im Heu lagen und sich gegenseitig zu trösten versuchten. Kian klappte der Unterkiefer runter, als er sie da stehen sah. Nach einer Weile des Schweigens, in der sie alle weiter weinten sagte Kian plötzlich: “Ich dachte, du wärst abgereist?“ Shane schreckte hoch und sah ihn erschrocken an. Als er sich umdrehte und Jennifer sah, weiteten sich seine Augen. Was sollte er jetzt bloß tun? Da sie auch weinte, waren sich beide sicher, dass sie etwas mitbekommen haben mußte. „Wie lange bist du denn schon hier?“ „Zu lange. Aber jetzt weiß ich wenigstens bescheid. Ich werde euch helfen. Fragt nicht warum oder wie, aber ihr werdet eure Ruhe vor ihm haben. Ich könnte mit diesem Wissen nicht getrost nach Hause fliegen wenn ich genau wüsste, dass ihr nicht drauf kommt, wie einfach die Lösung ist. Ich werde das in die Hand nehmen, ihr braucht euch um nichts zu kümmern.“ Sie drehte sich um, aber die beiden sprangen schnell auf, um sie aufzuhalten. Sie waren total baff, dass sie ihnen überhaupt helfen wollte, aber es war ihnen absolut schleierhaft, wie sie das anstellen wollte. Und das wo sie doch scheinbar alles mitbekommen hatte. Auch, dass Shane und Kian jetzt ein Paar waren.
„Warte doch mal, laß uns doch erst mal darüber reden.“ Rief Shane ihr hinterher. Sie drehte sich langsam zu ihm um und starrte ihm in seine verheulten Augen. „Diese Augen haben vorgestern noch ganz anders ausgesehen. Ganz anders. Sie leuchten nicht mehr so schön, jetzt glänzen sie nur noch durch die Tränen. Ich werde dafür sorgen, dass deine Augen wieder ganz natürlich glänzen können. Und zwar jeden Tag.“ „Aber wie willst du das denn anstellen?“ fragte Kian. Shane bat die beiden, mit ihm ins Haus zu gehen, für den Fall dass noch jemand in der Nähe war. Auf dem Weg zum Haus fragte Shane sie, wie sie ihn gefunden hatte. „Ich wollte nur ausreiten, aber auf dem Hof war die Hölle los, weil eine Stute ihr Fohlen bekommen wird.“ „Carlton Comb, sie ist so weit? Warum sagt mir das denn keiner?“ „Dein Bruder hat gemeint, ich soll dir sagen, es dauert noch ein paar Stunden, du sollst dich entspannen.“ „Na der ist gut. Der will es doch bloß allein auf die Welt holen, der alte Gauner.“ „Shane, wir haben doch auch andere Sorgen, oder?“ fragte Kian besorgt. „Na klar. Ich kann ja später noch rübergehen. Erst mal klären wir das hier.“ „Heißt das eigentlich, du hast ihn nicht gezielt gesucht?“ fragte Kian nach.
Ohne einen von ihnen anzusehen, sagte sie nur: „Ich wollte mich nur mit einem Ausritt von ihm ablenken lassen. Wo hätte ich denn anfangen sollen zu suchen? Hätte ich einfach jemanden auf der Straße nach dem Weg zu Shane fragen sollen? Woher sollte ich wissen, wie viele Shane´s es hier gibt?“ Shane hielt ihre Hand fest, als sie im Wohnzimmer angekommen waren. Er drehte sie mit der anderen Hand langsam zu sich um und nahm sie in seine Arme. „Danke…“ flüsterte er. „Wofür? Ich habe noch nichts für dich getan.“ „Und ob, du weißt es bloß noch nicht. Du bist nicht sauer?“ „Wie könnte ich? So wie ich euch verstanden habe, hegt ihr schon sehr lange Gefühle für einander und habt sie nur jetzt erst zugelassen, richtig?“ Shane nickte verlegen. „Wir haben noch nie darüber gesprochen, tut mir leid, wenn wir dich damit verletzt haben, aber als wir dich kennen gelernt haben, wussten wir beide noch nichts davon, wirklich. Das hat sich erst danach entwickelt.“ „Das ist doch ganz egal. Jedenfalls habe ich mich nicht lange quälen müssen, ich hatte nur ein oder zwei schlaflose Nächte, nicht zu vergleichen mit euren Qualen.“ Das Telefon klingelte und Shane sprang aufgeregt hinüber, um abzunehemen. Er dachte, es sei Liam. Vielleicht gab es ja doch Probleme mit dem Fohlen. „Ja? Was ist los? Soll ich rüber kommen?“ fragte er ganz außer Atem. „Ich freu mich ja immer über Besuch, aber zurzeit bin ich bestens bedient, danke.“ Klang es aus dem Hörer. „PAUUUL!!! Du altes Schwein, komm mir ja nicht wieder in meinen Stall, sonst mach ich dich einen Kopf kürzer. Weißt du was für ´ne Sauerei ihr hinterlassen habt? Ich hab den ganzen morgen den Stall ausgemistet, Mann. Was habt ihr euch dabei gedacht, he?“ „Sorry, ich wollte ja gerade fragen, wann wir zum säubern vorbeikommen sollen? Kommt nie wieder vor, versprochen.“ „ Ach, komm, gib´doch zu, ihr wolltet doch nur gleich wieder im Heu landen. Hat euch wohl Spaß gemacht, das frische Heu vollzuspritzen, was? Das kann ich meinen Lieben doch nicht mehr zu fressen geben. Wenn ihr mal 5 Minuten lang euer Gehirn einschalten könntet, ihr geilen Böcke.“ „Hey, tut mir leid, es kommt nicht wieder vor. Was soll ich denn sonst noch sagen? Muß ich dich erst zum Essen einladen, damit du mir verzeihst?“ „Wenn´s Steaks gibt, sei dir verziehen. Und jetzt mach dich aus der Leitung, Liam könnte jeden Moment wegen des Fohlens anrufen, ciao.“ „Hey, das war ja klasse, ein Partygast, der über die Strenge geschlagen hat?“ fragte Jennifer nach. „So was in der Art“ antwortete Shane. „Ich wunder mich immer mehr über dich, mein Schatz. Hat Paul überhaupt noch was sagen können, der war bestimmt genauso baff. So kennt man dich ja gar nicht.“ Er setzte sich zu ihnen auf die Couch. „Darf man sich noch nicht mal mehr aufregen? Hättest du das wegmachen wollen? Hätte ich dir gerne überlassen. Dann wenn alles sauber ist, da ruft der Drecksack an und fragt, wann er kommen soll?
So eine Frechheit.“ Jennifer und Kian mussten lachen und Shane verstand mal wieder nicht – wie so oft – warum die anderen lachten. „Hab ich was verpasst?“ fragte er neugierig. „Er hat dich gefragt, wann er kommen soll?“ kicherte Kian. „Hab ich etwa Grund zur Eifersucht?“ „Ha, Ha, Ha. Sehr witzig. Ihr habt ja´n sonnigen Humor. Ich dachte, wir hätten was zu klären?“ bemerkte er….

Er wachte auf, als er ein ungewöhnliches Geräusch hörte, es ließ sich nicht genau definieren, aber es schien aus dem Bad zu kommen. Erstand auf und ging rüber, um nachzusehen, was Rowan schon wieder anstellte. Er stand unter der Dusche und war gerade dabei sich zu rasieren. Mark zögerte keine Sekunde. Er öffnete die Dusche und stellte sich zu ihm unter das warme Wasser. „Pass mir ja schön auf, dass du ihn nicht verletzt.“ Sagte er zu Ro. Der sah ihm ihn die Augen, hielt ihm den Rasierer hin und sagte: „Wenn du so´ne Angst um ihn hast, dann vertrau ich das besser dir an.“ Damit küsste er ihn sanft auf den Mund und wartete ab, wie Mark reagieren würde. Mark sah ihn einen Moment lang nur staunend an. Er war noch nicht ganz wach und hatte etwas länger gebraucht, um den Rasierer zu registrieren, den Rowan ihm entgegenhielt. „Du hast keine Angst, dass ich dich erst recht verletze?“ „Damit würdest du dir doch nur selber schaden, Süßer.“ Beide grinsten sich an, dann ging Mark auf die Knie und beendete, die Rasur, mit der Ro begonnen hatte. Er genoss es sichtlich, dabei zuzusehen, wie Rowan auf die vorsichtigen Berührungen reagierte. Der kleine Rowan war sehr angetan von soviel Aufmerksamkeit. Nachdem er mit dem rasieren fertig war, Übernahm Rowan das Kommando und fing an, ihn von Kopf bis Fuß zu waschen. Er konnte sich genauso wenig zurückhalten, wie Mark. Wobei das Wort Zurückhaltung für Mark nicht wirklich existierte. Er wollte immer konnte immer und tat es so oft es ging. Und das war genau das, was Rowan zurzeit ausgiebig genoß. Er mußte zwar hier und da um eine Pause betteln, aber wann hatte er schon mal so viel von seinem Schatz? Und das war auch eine perfekte Übung für den Ernstfall. Man konnte ja nie wissen, ob es nicht einen besonderen Grund hatte, daß er keinen anderen auch nur anrief, geschweige sehen wollte. Scheinbar waren ihm all seine anderen Lover völlig egal. Seit der Party gab es nur noch Mark und ihn. Wie gerne hätte er ihm jetzt gesagt, was ihn den ganzen morgen schon beschäftigte. Aber wie schnell konnte er seine Zuneigung einfach einem anderen zukommen lassen? Bei Mark standen die Jungs ja regelrecht Schlange, für ihn gab es schon lange keinen anderen mehr. Sein Leben richtete sich ganz nach ihm, danach, wann und wie lange Mark bei ihm sein konnte. Er wollte immer für ihn da sein und nicht erst noch jemandem beibringen müssen, dass er sich verkrümeln soll, weil Mark im Anflug war. Nachdem er ihn gewaschen hatte, drehte er das Wasser ab, hüllte ihn in ein großes flauschiges Badetuch und brachte ihn zurück zum Bett. Er Schob ihn sanft aufs Bett, schnappte sich die Flasche mit dem Massageöl und legte los. Mark stöhnte immer wieder leise auf und schien sich pudelwohl zu fühlen, als Ro fertig war mit der Massage. Er rollte sich auf ihn, entfernte das Handtuch das er um die Hüfte geschlungen trug und dann erlebte Rowan sein blaues Wunder. Mark tat etwas, das er mit ihm noch nie getan hatte, aber er konnte sich auch nicht erinnern, dass er sich je soviel Zeit genommen hatte, vorher mit ihm zu duschen. Für gewöhnlich hatte Mark ja nicht viel Zeit. Mark küsste seinen noch warmen Body von der Brust bis zu der Stelle, die er eben so vorsichtig rasiert hatte. Er liebkoste den kleinen Rowan ausgiebig, bevor er ihn richtig in den Mund nahm und in Ro ein Feuerwerk der Leidenschaft entfachte. Er wusste erst gar nicht, was er davon halten sollte. Aber er war schon bald nicht mehr in der Lage überhaupt irgendwas zu denken. Mark machte ihn geradezu wahnsinnig. Es war so ein tolles Gefühl für ihn, das er nach dem Höhepunkt anfing zu weinen. Er hatte nie zu hoffen gewagt, dass Mark auch nur eine ganze Nacht bei ihm verbrachte, und jetzt? Alles sah so aus als wenn sie ein frisch verliebtes Paar wären, die alle Varianten des Liebesspiels miteinander erleben wollten. Er war mit einem Mal so glücklich, das er as kaum ertragen konnte. „Hey, Schatz. Was hast du denn?“ fragte Mark interessiert nach. „Oh, Schatz. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, ohne dass du es falsch verstehst. Ich fühle mich auf einmal so ganz anders als sonst.“ „Wie anders? Ich hoffe das ist was Positives“ meinte Mark. „Sicher positiv. Ich hatte wirklich schon eine Menge Sex. Aber ich glaube heute bin ich zum ersten Mal so richtig glücklich.“ „Zum ersten Mal?“ „Ja, ich meine so richtig glücklich, nicht einfach nur happy, richtig glücklich Schatz.“ Rowan versuchte, sich ihm ganz vorsichtig zu nähern. Er wollte ihn nicht verschrecken, daher streichelte er ganz vorsichtig Mark´s Bauch und Brust. Er sah ihm dabei ganz tief in die Augen und ehe er sich versah, lag Mark auf ihm und küsste ihn voller Leidenschaft, als hätten sie sich nicht nur ein paar Monate sondern ein paar Jahre nicht gesehen. Er liebte ihn so leidenschaftlich, als wüsste er, dass er ihn gleich wieder für lange Zeit verlassen würde. Rowan bekam langsam Panik. Er spürte, dass Mark heute ganz anders war. Was war bloß mit ihm los? Als er wieder von ihm abließ, kamen wieder Tränen auf. Mark nahm ihn in die Arme und bat ihn, endlich damit rauszurücken, was ihn so berückte. „Marky, ich weiß nicht was ich sagen soll. Du scheinst mir so verändert. Ist irgendwas mit dir? Mir scheint jeder einzelne Akt so viel besser, viel intensiver als je zuvor. Du gibst mir das Gefühl, als wäre das hier eine Abschiedsvorstellung…“ schluchzte er ihm ängstlich entgegen. Mark nahm Rowans Kopf in seine Hände und sah ihm in die mit Tränen benetzten Augen. „Schatz, ich liebe dich … sieh es als eine Willkommensgala. Ich hab die Schnauze voll von all den anderen. Auf Shane´s Party ist mir bewusst geworden, was ich an dir habe. Ich möchte, dass du in Zukunft der einzige Mann in meinem Leben bist. Nur noch du und ich, ja?“ Rowan sah ihn ungläubig an, fast als hätte er den Weihnachtsmann gesehen. Hatte er das wirklich gerade gesagt? War es möglich dass seine Gebete endlich erhört wurden? „Hast du gerade gesagt, du liebst mich?“ fragte er ganz scheu. Er glaubte immer noch, das müsse er geträumt haben. Wenn nicht, dann ging gerade sein größter Wunsch in Erfüllung. Aber Mark hatte nicht weniger Angst vor dem Geständnis gehabt, Ro hatte ihm ja versichert, dass er nicht klammern würde, dass er nichts erwarten würde. Wie würde Ro auf seinen Sinneswandel reagieren? Er hatte große Angst, er könnte ihn jetzt einfach bitten sich einen anderen Deppen zu suchen. „Was ist denn los? Hörst du mir gar nicht zu?“ „Sorry, aber kannst du das bitte noch mal wiederholen?“
„Was soll ich wiederholen? Daß ich dich liebe? Daß ich nur noch mit dir zusammen sein will?“ „Oh mein Gott, das darf doch nicht wahr sein.“ Rief Rowan aus. „Schon gut, wenn du das nicht willst, dann gehe ich jetzt lieber“ meinte Mark enttäuscht. Rowan sprang von hinten auf seinen Rücken und zog ihn zurück ins Bett. Die beiden fielen überglücklich mit tausenden von zärtlichen bis stürmischen Küssen über einander her und liebten sich noch viele Male, bevor sie irgendwann, erschöpft aber glücklich, eng umschlungen einschliefen.

Sie waren gerade in Dublin angekommen, Shane parkte den Wagen natürlich nicht direkt vor Nicky´s Haus. Sie gingen noch einmal alle Einzelheiten durch und erklärten ihr noch einmal vor Ort, welches Fenster zu welchem Raum gehörte. Sie waren sich sicher, gut vorbereitet zu sein, aber keiner von ihnen konnte behaupten, nicht aufgeregt zu sein. Die Spannung stieg mit jedem Schritt, den sie sich dem Haus näherten. Sie nahmen den Hintereingang zum Garten und Kian gab mal wieder Anweisungen, was zu tun sei: „Also, Shane, du gehst mit ihr nach vorn und versteckst dich in der Nähe des Wohnzimmerfensters. Und behalt sie ja im Auge, wenn sie drin ist. Ich warte hier hinten, ich hoffe, es geht gut. Aber Jen…
Du musst das wirklich nicht tun, wenn du Bedenken hast.“ „Spinnst du? Ich habe gesagt, dass ich euch helfe, und dann tu ich das auch. Außerdem war das hier zufällig meine Idee. Wenn du glaubst, du könntest das besser, bitte…“ „Nein, nein. Ich wollte dir nur noch mal versichern, dass du jederzeit aussteigen kannst. Ich kann dir gar nicht genug danken, selbst wenn wir scheitern sollten. Du bist die tollste Frau, die man sich vorstellen kann. Du hast mehr Mut als wir beide zusammen, Danke!“ „Schon gut, Mann. Wenn du nicht bald den Rand hältst, hören sie uns noch.“ Sie drehte sich um, und nachdem sie sich noch einmal seufzend angesehen hatten, folgte Shane ihr zur Front des Hauses. Er nahm die Abkürzung über den gepflegten Rasen und mußte sich an jedem Fenster ducken, damit man ihn drinnen nicht sehen konnte. Jennifer holte noch einmal tief Luft, vergewisserte sich, dass Shane nicht zu sehen war und klingelte. Es dauerte einen Moment, ehe jemand die Tür öffnete. Vor ihr stand ein großer gutaussehender junger Mann, der sie verwundert ansah. „Ja bitte?“ „Guten Tag, bin ich hier richtig bei einem gewissen Nicky Byrne?“ fragte sie mit einem vorsichtigen Blick ins Haus. „Ja, richtig. Was kann ich für sie tun?“ „Sorry, ich weiß ja nicht wer sie sind, aber sie sind definitiv nicht Nicky Byrne.“ Mit diesen Worten drängte sie sich an ihm vorbei und hechtete ins Wohnzimmer. „Nicky? rief sie schon auf dem Weg dahin. Brian schloß die Tür und folgte ihr ganz verdutzt. Sie sah sich ganz kurz um und fand schnell den geeigneten Platz, um ihre präparierte Tasche zu platzieren. Sie mußte nur dafür sorgen, dass alles möglichst schnell geht, um die beiden so zu verblüffen, dass sie nicht lange darüber nachdenken konnten, was hier im Busch war. Am schwersten war es natürlich es so aussehen zu lassen, als wenn sie es tatsächlich ernst meinte. Sie hatte ihn auf der Couch entdeckt. Er sah fern, aber als er sie reinkommen sah, klappte ihm der Unterkiefer runter. „Hallo.“
Sagte sie nur knapp und schenkte ihm ihre ganze Aufmerksamkeit. Brian schaute ihr immer noch baff hinterher, als sie auf Nix zuging. „Was willst du denn hier?“ rief er ihr schroff entgegen. Sie stand direkt vor ihm, schaute ihn unentwegt an und schaltete erst mal den Fernseher ab. Brian und Nicky guckten sie aus geweiteten Augen an. Keiner hatte eine Ahnung, was sie wollte. „Na, na. Mr. Byrne. Wer wird denn gleich wieder so unfreundlich werden? Ich dachte du hättest nur einen schlechten Tag gehabt, und wollte mich gebührend entschuldigen.“ Sie versuchte, so verführerisch wie möglich zu lächeln. Nicky war erst nur baff, aber er schien ihr zu glauben. Sie öffnete ganz langsam und mit einem verwegenen Blick ihren langen Mantel, unter dem sie nicht sehr viel anhatte. Nicky´s Augen wurden immer größer. Brian ahnte, was los war und kam zu ihnen rüber. Nix blickte ihn flehend an. „Willst du mir deinen hübschen Freund nicht vorstellen?“ fragte sie weiter mit den Augen flirtend.
„Oh, das ist Brian. Was soll das denn hier werden?“ fragte Nix irritiert. Brian konnte kaum glauben, was er sah. Sie zog den Mantel über ihre Schultern und ließ ihn einfach auf den Boden gleiten. Jetzt stand sie vor den beiden Männern, die auf der Couch saßen und sie mit offenem Mund anstarrten. „Ich dachte mir, wenn ich schon herkomme und mich entschuldige, kann ich dir auch gleich was Gutes tun. Ich war schon ein wenig enttäuscht, dass so ein sexy Typ so unfreundlich zu mir war. Dabei hat mich dein Anblick regelrecht aus den Socken gehauen. Du bist sowas von unverschämt sexy, das hab´ ich noch nie erlebt.“
Sie gab sich alle Mühe, überzeugend rüberzukommen, was ihr zumindest bei Brian scheinbar mühelos gelang.
Während Nicky sie noch etwas misstrauisch betrachtete, musterte Brian sie unverblümt von oben bis unten. Sie trug lediglich ein Ensemble aus schwarzer Spitze mit Strapsen und schwarzen Stöckelschuhen. Brian lief schon regelrecht der Sabber aus dem Mundwinkel, als Nix ihm mit einer Hand den Unterkiefer hochklappte. Sie warf Brian einen Blick zu, der sehr erregt schien. Sie ging einen Schritt zur Seite und stand nun genau vor Brian, der große Mühe hatte, seinen Blick von ihren vollen Brüsten in dem hübschen Spitzen-BH zu wenden. „Wenn ich geahnt hätte, dass du so attraktiven Besuch hast, wäre ich schon viel früher gekommen“ himmelte sie Brian an. Dem wurde schon ganz anders, als Nicky verblüfft nachfragte, was sie vorhabe.
„Das wollte ich eigentlich euch beiden überlassen, aber wenn ich so darüber nachdenke…“ Sie hatte die beiden scheinbar genau da, wo sie sie haben wollte. Nicky fing an zu schwitzen. Ein paar Schweißperlen standen schon auf seiner Stirn. Brian bemerkte ihn gar nicht mehr. Hatte sie gerade angedeutet, mit ihnen beiden Sex haben zu wollen? Hatte sie etwa gewusst, daß Nix nicht allein war? Nicky versuchte vom Thema abzulenken: “Wie hast du mich eigentlich wiedergefunden? Hat Kiki dir nur die Adresse gegeben, oder schickt er dich?“ „Er war so nett mir deine Adresse zu geben, richtig. Aber wir wollen doch nicht über diesen Loser reden, oder? Der war ja wohl die absolute Enttäuschung. Der hat ja gar nichts drauf. Ich hoffe, ihr seid nicht auch so drauf wie der“ versuchte sie die beiden neugierig zu machen. “Wie meinst du das?“ fragte Brian ganz aufgeregt.
„Na ich will nicht hoffen, daß ihr auch zu früh kommt und dann anfangt zu heulen, wie die Babies…So was peinliches. Null Standvermögen, der Junge!!!“ Damit schien sie die Jungs vollends überzeugt und geködert zu haben. Brian stand auf, legte seine Arme um ihre Taille und hauchte ihr entgegen: „Ich werde dich gerne vom Gegenteil überzeugen.“ Nicky starrte ihn an und konnte gar nicht glauben, was sein Süßer da tat. Bevor er jedoch was sagen konnte, schubste sie Brian zurück auf die Couch, hob ihr rechtes Bein an und platzierte ihren Fuß genau zwischen Brian´s gespreizten Beinen. Brian konnte man nun endgültig seine Erregung ansehen. Nicky wurde immer nervöser. „Das werden wir ja sehen, kleiner…“ lockte sie weiter. „Kleiner? Du wirst dich wundern wie groß der ist…“ meinte Brian überzeugt von sich selbst. Nicky wurde immer blasser. Er versuchte, sich zusammenzureißen, so gut es ging. „Leider reizt mich das aber gar nicht so sehr, da müsst ihr euch schon was anderes überlegen, um mich so richtig in Fahrt zu bringen“ forderte sie frech. „Vielleicht verrätst du uns erst mal, worauf du so stehst“ fügte Nix sich in das Gespräch ein. „Habt ihr keine Ahnung, oder Angst was falsch zu machen?“ Ihr schien das Spiel immer besser zu gefallen. So einfach hatte sie es sich gar nicht vorgestellt. Nicky kannte sie ja schon so direkt und frech, daher hatte er keine Bedenken, daß sie es tatsächlich ernst meinte. „Ich würde sagen, wir sind nur etwas durcheinander, sowas ist uns noch nie passiert. Es könnte ja auch sein, daß du uns nur verarscht.“ Sie mußte etwas tun, aber sie konnte sich nicht überwinden, sich Nicky selbst vorzuknöpfen. Also beugte sie sich zu Brian runter, legte einen Finger unter sein Kinn, zog ihn näher an sich heran und küsste ihn. Brian war begeistert von so viel Spontanität und das sah man ihm auch an. Er konnte sich kaum noch beherrschen, als sie nachfragte: „Hast du den Eindruck, daß ich euch verarschen will?“ Brian schüttelte ganz aufgeregt den Kopf. Wie ein kleiner Junge, der nicht erwarten kann, endlich seine Weihnachtsgeschenke auspacken zu dürfen saß er voller Erwartung vor ihr. Sie mußte sich sehr zusammenreißen, nicht laut loszulachen. Er war einfach zu komisch, dieser Anblick. „Also, was geht?“ Brian sah Nicky flehend an, beugte sich zu ihm rüber und flüsterte ihm ins Ohr: „Schatz, hast du was dagegen, wenn ich sie vernasche?“ „Ich glaube eher, daß sie dich vernaschen will“ gab er seinem Freund zu verstehen. Sie sahen kurz zu ihr rüber und Nicky flüsterte: „Sie will doch in Fahrt gebracht werden, was glaubst du, wie wir das anstellen können?“ „Keine Ahnung, ich kenn sie doch gar nicht.“ meinte Brian und grinste sie an. „Sag mal, regt dich das nicht zu sehr auf?“ fragte er plötzlich ganz besorgt nach. Nicky schüttelte energisch den Kopf. Jennifer dauerte das zu lange. Sie setzte sich auf Brian´s Schoß, um ihn dazu zu bewegen, endlich was zu tun. Er war so überrascht, (daß sie es plötzlich so eilig hatte) daß ihm das Atmen schwer fiel. Er schloß seine Arme um sie und versuchte sie zu küssen. Sie drehte aber seinen Kopf zur Seite, um ihm ins Ohr zu flüstern: „Ich wollte immer mal gerne dabei zusehen, wie es zwei Männer miteinander treiben.“ Sie blickte in sein erstauntes Gesicht und grinste ihn frech an. Er drehte sich zu Nicky, starrte ihn fassungslos an und Jennifer nutzte die Gelegenheit, von seinem Schoß zu entkommen. Sie setzte sich in einen Sessel gegenüber der Couch und ließ die beiden flüsternd diskutieren. Zu ihrem Erstaunen dauerte es gar nicht so lange, bis Brian seinen Nix in den Arm nahm und ihn leidenschaftlich küsste. Nicky versuchte noch, ihn wegzustoßen, aber Brian war so erregt, daß er unbedingt Sex wollte, egal mit wem. Nicky sollte ihm wenigstens behilflich sein, sie zu erregen, aber er meinte, daß er sich so schon ganz schön zusammenreißen muß. „Bitte, Schatz. Laß uns ihr den Gefallen tun“ bat Brian noch einmal. „Ihr müsst das nicht tun, aber wenn ihr auch solche spießigen Langweiler seid wie eure Freunde, dann gehe ich lieber wieder“ versuchte sie Nicky aus der Reserve zu locken. „Wer sagt hier daß wir langweilig sind, he? Du solltest gut hinsehen, das bekommst du so schnell nicht wieder zu sehen, das schwör ich dir.“ Das war´s… Nicky hatte angebissen. Sie schaute kurz zu, wie sie sich immer leidenschaftlicher küssten und riskierte einen kurzen Blick auf ihre Tasche. Alles schien perfekt zu laufen. ´Unglaublich, wie einfach das war.´ dachte sie sich. „Macht es euch was aus, wenn ich das Fenster öffne, es wird auf einmal verdammt warm hier drin…!!!“ fragte sie die beiden. Sie hatten nichts dagegen, aber Nicky beobachtete jeden Schritt von ihr. Er traute ihr nicht.
„Macht ruhig weiter, das sieht sehr vielversprechend aus.“ Forderte sie ihn auf. Brian hatte schon sein Hemd ausgezogen und nun machte er sich an Nicky´s Shirt zu schaffen. „Oouuuuhhh….das wird ja immer heißer hier“ versuchte sie die beiden zu animieren. Als sie sich mit einer Hand in den Schritt fasste, war auch Nicky überzeugt, daß sie es tatsächlich genoß. Dabei versuchte sie noch, ihm einen richtig verwegenen Blick zuzuwerfen. Brian stand auf und zog seine Jeans gleich mitsamt der Boxershorts aus. Er setzte sich wieder zu seinem Süßen auf die ausgezogene Couch, und befreite Nicky von seiner Boxershorts. Nicky war sehr stolz auf seinen sexy Körper, den er gern zur Schau trug. Man könnte auch sagen er war ganz schön eingebildet. Jedenfalls in Jennifer´s Augen. Er warf ihr einen vernichtenden Blick zu, bevor er sich seinem Brian widmete und ihn so richtig verwöhnte. Brian war wirklich sehr erregt. Nicky hatte nicht viel Arbeit mit ihm. Als er aber zu Jennifer in dem Sessel sah, stockte ihm der Atem. Brian traute seinen Augen nicht. Sie saß da mit gespreizten Beinen und massierte sich mit einer Hand in ihrem Höschen. “War das schon alles?“ fragte sie enttäuscht. Nicky sah Brian an, der sie nur mit offenem Mund anstarrte. „Und jetzt?“ flüsterte er Brian ins Ohr. „Darf ich Schatz?“ Nicky sah ihn fragend an. Brian wagte sich ganz vorsichtig vor. Er legte eine Hand auf Nicky´s Hintern und massierte ihn sanft. Er wusste, wie schnell er für gewöhnlich darauf reagierte, und Nicky ließ es zu. Die Tabletten wirkten noch, daher hatte er auch vorerst keine Schmerzen.
Er stöhnte leise auf, als Brian ihn in die Hand nahm und vorsichtig massierte. Er war nach kurzer Zeit schon so erregt, daß er es kaum noch ertragen konnte. Er bat Brian, sich umzudrehen. Das war genau das, worauf Jennifer gewartet hatte, sie starrte ihn an und versuchte krampfhaft, erregt auszusehen. Ach ja, was tut man nicht alles, um einem Freund zu helfen…!!!
Nicky verwöhnte Brian mit sanften, vorsichtigen Stößen, die beide fast um den Verstand brachten. Jennifer war sich ganz sicher, wie sie ihn zur Raserei bringen konnte. Sie stand auf, ging zu ihnen rüber und strich ganz sanft mit einer Hand über Nicky´s Hoden. Zu allem Überfluß stöhnte sie ihm noch ins Ohr: „Ja, gib´s ihm Baby. Du bist super. Das macht mich so
heiß…“ Sie ging wieder zum Sessel zurück und setzte sich hin. Nicky wurde mutiger und steigerte das Tempo immer mehr. Es dauerte noch eine Weile, bis er kam, danach viel er erschöpft auf die Couch und versuchte, sich zu entspannen. Brian drehte sich fragend zu ihm um und wartete auf seine Zustimmung, ehe er sich Jennifer widmete. Er sah sie gierig an und ging vor ihr auf die Knie. Sie wusste ganz genau was er vorhatte und ließ es einfach zu. Brian gab sich sehr viel Mühe, sie nicht zu enttäuschen. Er wusste ja, daß sie sehr anspruchsvoll war. Sie mußte laut aufstöhnen, als er sie endlich soweit hatte. Er sah sie wieder ganz gierig an und zog sie aus dem Sessel hoch. Er legte sie ganz vorsichtig neben Nicky auf die Couch und legte sich dann auf sie. Sein Stöhnen konnte Shane draußen vor dem Fenster deutlich hören, und er machte sich langsam Sorgen um Jennifer. Er wagte einen vorsichtigen Blick durchs Fenster und war sichtlich geschockt über den Anblick. Jennifer schien es gar nichts auszumachen, im Gegenteil, sie schien es zu genießen, Brian in sich zu spüren. Shane duckte sich schnell wieder in sein Versteck. Den Schock mußte er erst mal verarbeiten. Er war sicher, es würde noch ein wenig dauern, bis sie wieder raus kam, also schlich er sich kurz hinters Haus zu Kiki und erzählte ihm davon. Der konnte es auch nicht glauben und folgte ihm zu dem offenen Fenster. Kiki wagte ganz vorsichtig einen kurzen Blick und als er sich wieder duckte, war er genauso geschockt wie Shane. „Dieses Luder hat auch noch Spaß dabei?“ fragte sich Kian. „Wenn wir es anders angegangen wären, könnten wir dann nicht diejenigen sein, die sich jetzt mit ihr vergnügen?“ fragte Shane ihn. „Ich glaub wir müssen noch mal mit ihr reden, wenn das hier vorbei ist.“ Meinte Kian grinsend. Sie trennten sich wieder und warteten auf das Finale. Brian fiel erschöpft neben seinen Kumpel und Jennifer stand auf, als er fertig war. Sie zog langsam ihren Mantel über und die beiden sahen zu ihr rüber. „Willst du schon gehen?“ fragte Nicky überheblich. „Glaubst du etwa, du könntest mir noch irgendwas Besseres bieten?“ fragte sie ihn provozierend. „Hey, Süße. Bleib doch noch“ flehte Brian sie an. Aber sie war schon bei ihrer Tasche und holte die versteckte Kamera heraus, um sie abzuschalten. „Sorry, Jungs. Ich hab alles, was ich wollte“ sagte sie so laut, daß Shane es hören konnte. Das war sein Stichwort. Er kam aus seinem Versteck und sah durch das Fenster. Auf der Couch schreckten zwei nackte Männer hoch, die ihn entsetzt anstarrten. Brian war wie versteinert. Shane lächelte sie an und sagte: “Danke, mein süßer Engel.“ Sie reichte ihm die Kamera und er verschwand damit. Er rannte hinters Haus zu Kian und sie liefen zu Shane´s Wagen. Sie fuhren los und hielten vor Nicky´s Haus noch einmal an. Inzwischen hatte Jennifer den beiden Nacktfröschen auf der Couch erklärt, daß sie Kian und Shane in Zukunft in Ruhe lassen sollen, da diese Aufnahmen sonst der Öffentlichkeit zukommen würden. „Ich wünsche euch noch ein schönes Leben. Ach, Brian… Nicht schlecht, aber ich hatte auch schon besseren Sex.“ Damit ging sie zur Tür, die sie geräuschvoll hinter sich zuwarf. Sie ging zu Shane´s Auto und stieg ein. Brian konnte nur noch sehen, wie die drei davonrauschten. Er schloß das Fenster, ging wieder zu Nicky, der sich auf der Couch zusammengerollt hatte. „Hey, Schatz. Was ist denn los? Nimm´ dir das jetzt nicht so zu Herzen, ja? Ist halt dumm gelaufen“ meinte er. Es dauerte noch einen Moment, bis er bemerkte, daß er nicht nur einfach so vor Enttäuschung weinte. Er hatte Schmerzen. Große Schmerzen. „Brauchst du deine Tabletten, Schatz?“ fragte er vorsichtig. Nicky streckte nur noch eine Hand aus, da wusste Brian bescheid. Er holte ihm ein Glas Wasser und seine Tabletten. “Armer Schatz. War doch zuviel für
dich, he?“ „Das war pure Absicht, das Schwein wollte doch nur sichergehen, daß ich tatsächlich impotent werde.“
In Shane´s Auto dröhnten drei lachende Stimmen durcheinander. „Wow, es hat tatsächlich geklappt“ rief Shane. Er konnte
es kaum fassen. „Ja. Aber jetzt müssen wir erst mal abwarten, ob ihn das wirklich einschüchtert.“ meinte Jennifer. „Wieso, meinst du er hat Bock drauf, daß alle Welt ihn beim poppen sehen kann, und dann auch noch mit seinem Kumpel?“ fragte Kian lachend. Sie lachten noch eine Weile über die gelungene Aktion und Kian nahm Jennifer dankend in seine Arme, bevor er sie fragte: „Sag mal, Süße. ..Kann es sein, daß es dir gar nicht so unangenehm war?“ Sie versuchte gar nicht erst, sich aus der Umarmung zu lösen. „Dieser Arsch fand sich ja wohl sowas von toll, ich mußte mich echt zusammenreißen ihm nicht meine Meinung zu sagen. Ich hätte fast´n Kotzanfall gekriegt, wie ich seine Eier angepackt hab. Ich hätte besser noch mal richtig feste zugedrückt…“ sagte sie angewidert. „Ich meinte eigentlich Brian….“ hakte er nach. „Och, der war eigentlich ganz niedlich… wie der mich angeguckt hat, als ich ihn auf die Couch zurückgeschubst hab, einfach göttlich. Ich mußte mir das Lachen so verkneifen. Ich hab noch nie einen Kerl erlebt, der so´n Druck hatte wie der. Der hätte ja alles gemacht, was ich ihm gesagt hätte. Eigentlich schade, das hätte noch spaßig werden können.“ „Hey, hey, hey… Das haben wir ja wohl nicht gehört“ rief Shane nach hinten. Kian lockerte seine Umarmung einen Moment, um ihr in die Augen zu sehen. „War der etwa gut?“ fragte er mit sichtlich genervtem Gesicht. „Na ja, lausig war er nicht gerade, er hat sich durchaus Mühe gegeben“ gab sie zu. Kian tat beleidigt. „Pah, der und gut? Du hast uns noch nicht erlebt, oder Shane? Wir würden dir den Himmel auf Erden bereiten.“ Rief Kian. „Bist ja auch unser rettender Engel…“ hörte sie Shane von vorne rufen. „Soll das etwa ein Angebot sein?“ grinste sie Kian an und sah Shane im Rückspiegel mit einem Auge zwinkern. „Shane hatte da ´ne interessante Theorie“ meinte Kiki. „Und die wäre?“ wollte sie wissen. „Na ja, er hat sich gefragt, ob wir nicht an deren Stelle sein könnten, wenn wir dich anders behandelt hätten.“ Sagte er ihr ganz verlegen ins Ohr. „Du brauchst nicht zu flüstern, ich nehme es nicht auf“ gab sie zurück. Er traute sich kaum, sie anzusehen. „Habt ihr etwa zugesehen?“ fragte sie. „Nur kurz, ehrlich“ sagte Kiki ganz schnell. Er wusste gar nicht wie ihm geschah, als er ihre Hand auf seinem Oberschenkel spürte. Sie flüsterte ihm ins Ohr: „Hab ich dir gefallen?“ Ohne ein weiteres Wort zog er sie weiter an sich heran und küsste sie. Shane schaute kurz in den Rückspiegel und wurde eifersüchtig, aber er konnte nicht genau sagen, auf wen er eifersüchtiger war, auf ihn oder sie. Kian traute sich, eine Hand unter ihren Mantel zu schieben. Langsam und zärtlich ließ er seine Hand über ihre Brüste gleiten. Jen war auch nicht gerade schüchtern. Sie ließ ihre Hand vom Oberschenkel weiter nach oben wandern und tastete nach seinem Reißverschluß, den sie mit ein wenig Hilfe von ihm vorsichtig öffnete und legte sein bestes Stück frei. Sie nutzte die Gelegenheit, daß er seinen Mund kurz für ein Stöhnen öffnete, als sie ihn in die Hand nahm. Bevor er die Lippen wieder verschloss, schob sie ihre Zunge seiner entgegen, die dafür sorgen sollte, daß er noch mehr erregt wurde. Sie spürte, wie seine Hand unter dem Mantel immer tiefer glitt und sich zwischen ihre Schenkel schob. Jetzt stöhnte sie ganz leise auf. Sie massierte ihn ganz langsam und sachte, was ihn fast um den Verstand brachte. Er bemühte sich sehr, ihr nicht weh zu tun. Sein Einsatz zeigte recht bald Erfolg, sie konnte sich kaum noch zusammenreißen. Kian ging es aber auch nicht viel besser. Er entzog ihn ihr und flüsterte: „Keine Angst, du kriegst ihn wieder, aber der muß mal kurz auf die Strafbank, sonst kotzt er gleich alles voll. Und das gefällt unserem Fahrer gar nicht.“ Sie lächelte ihn zufrieden an und lehnte sich ein wenig zurück, um seine Hand noch intensiver spüren zu können. So konnte er sich viel besser um sie kümmern, was er auch mit Wonne tat. Er nahm seine zweite Hand zu Hilfe und bat Shane, dem Verkehr da draußen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als dem hier drinnen.
Er brauchte nicht sehr lange, um sie zum Höhe punkt zu bringen. Sie stöhnte laut auf und schloss die Augen für einen kurzen
Moment. Kian schlang seine Arme wieder vorsichtig um ihren halbnackten Körper und drückte sie ganz zärtlich an sich. Er küsste sie erneut und streichelte ihre zarte Haut unter dem Mantel. Sie wollte sich gerade wieder dem kleinen Kian widmen, als er ihn schon wieder einpackte. Sie sah ihn gespielt beleidigt an und wartete auf eine Erklärung. Er zog sie ganz dicht an sich heran und hauchte ihr ins Ohr: „Laß mal gut sein, es ging ja schließlich um dich. Außerdem haben wir noch jede Menge Zeit dafür, wenn wir wieder in Sligo sind. Sie kuschelte sich an ihn und genoß seine Streicheleinheiten. Kian beobachtete Shane eine Weile im Rückspiegel und schlug dann eine kurze Rast vor. Die Herren der Schöpfung gingen kurz austreten, wobei Kian Shane aufklärte, daß er sie rechtzeitig gebremst hatte. „Sie ist heiß und willig, Süßer. Willst du übernehmen? Dann fahre ich weiter. Ich kann warten, bis wir zu Hause sind.“ Shane sah ihn wieder mal verwundert an: „Zu Hause? Meinst du damit Sligo?“ „Nicht nur Sligo allgemein. Du weißt, wie ich das meine.“ Sagte er knapp und ging zurück zum Auto. Er warf sich auf den Fahrersitz und wartete darauf, daß Shane einstieg. Shane öffnete die Tür und fragte Jen ganz wie ein richtiger Gentleman, ob es ihm gestattet sei, neben ihr Platz zu nehmen. Sie grinste ihn amüsiert an und klopfte mit einer Hand auf die freie Stelle neben sich. Er verstand die Geste sofort und stieg ein. Sie waren kaum wieder auf der Straße, als er sich ganz schüchtern zu ihr drehte und sie kurz anlächelte. Da war es wieder, dieses atemberaubende Lächeln. Sie hatte sich die letzten Tage so oft nach ihm gesehnt, daß ihr jetzt alles egal war. ´Soll er doch ein Verhältnis mit seinem Bandkollegen haben, scheiß´ drauf, solange er mir was übrig lässt…´ dachte sie sich und stürzte sich auf ihn. Er konnte gar nicht so schnell reagieren, wie sie auf seinem Schoß saß und ihm ihre prallen Brüste ins Gesicht drückte. Er sah das natürlich als Aufforderung und küsste sie sanft. Sie warf den Kopf in den Nacken und genoß seine zärtlichen Liebkosungen. Er schob die zarte Spitze mit einem Finger vorsichtig zur Seite und ließ seine Zunge ganz vorsichtig um ihre Brustwarzen kreisen, bevor er ganz sachte an ihnen saugte. Sie konnte ganz deutlich spüren, wie seine Hose immer mehr spannte und der kleine Shane immer mehr nach Luft rang. Sie war schon so erregt, daß sie es nicht mehr länger aushielt und dem kleinen Shane Frischluft verschaffte. Shane stöhnte leise auf, als er ihre Hand an seinem Penis spürte. Sie massierte ihn ein wenig, wobei er die Augen schloss und sich entspannt zurücklehnte. So war er sehr erstaunt, als er spürte, daß sie sich einfach auf ihn setzte. Ganz langsam bewegte sie sich auf und ab. Kian bekam davon nichts mit, der mußte ja fahren. Er hatte nur mitbekommen, daß sie auf seinem Schoß saß und ihr leises Stöhnen ließ ihn erahnen, daß sie Shane´s Berührungen genoß. Erst als beide immer lauter stöhnten, riskierte er einen erneuten Blick und staunte nicht schlecht, als er erkannte, daß sie sich auf seinem Schoß recht heftig auf und ab bewegte. Er stellte plötzlich fest, wie schwer es werden konnte, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. „Hey ihr zwei… Ihr hebt mir doch noch was auf, oder?“ grinste er verstohlen in den Rückspiegel. Die beiden hörten gar nicht hin, sie waren so in Ekstase, daß sie es gar nicht richtig mitbekamen. Ihr immer intensiveres Stöhnen veranlasste Shane, ihr bei ihren Bewegungen entgegenzukommen. Je stärker er sich ihr entgegenstreckte, desto intensiver konnte sie ihn spüren und desto lauter wurde ihr Stöhnen. Als sie schließlich zum Höhepunkt kam, stöhnten beide so laut auf, daß Kian sich erschreckte und beinahe in den Graben gefahren wäre. „Wenn du immer so laut bist, werden wir wohl die Nachbarn vorsorglich um Entschuldigung bitten müssen“ kicherte Kian. „Ich glaube wir bauen lieber schalldichte Fenster und Türen ein. Oder sollten wir vorsorglich ganz Sligo vorwarnen?“ sagte Shane noch ganz außer Atem. „Das war noch gar nichts, wenn ihr´s genau wissen wollt. Das geht noch viel lauter.“
„Na Gott sei Dank warnst du uns vor. Wenn du bei dem bisschen schon so laut bist, sollten wir auf alle Fälle darauf achten, daß alle Fenster geschlossen sind, bevor wir richtig loslegen“ meinte Kian. „Sonst kommt wirklich ganz Sligo angerannt, um
zu sehen, was bei uns los ist.“ Kicherte Shane. Sie nahm es den beiden nicht übel. Sie wusste, daß es nicht ernst gemeint war.
Sie boxte Shane sachte in die Seite, lachte noch ein wenig mit ihnen und dann kuschelte sie sich an Shane, bis sie an ihrem Hotel ankamen. Shane stieg mit ihr aus und brachte sie rein. „Ich begleite dich noch“ sagte er bestimmend zu ihr, als sie sich schon verabschieden wollte. Sie ging zu ihrem Zimmer und schloß die Tür auf. Shane nahm sie in seine starken Arme und drückte sich rückwärts in ihr Zimmer. Zuerst dachte sie, er wolle über sie herfallen, aber stattdessen löste er sich von ihr, sobald sie auf das Bett gefallen war und schaute sich neugierig um. Hier verbringst du also deine Nächte, ganz allein. Er drehte sich zu ihr um und entdeckte ihren Koffer in einer Ecke neben dem Bett. Er zögerte keine Sekunde, griff sich den Koffer, warf ihn aufs Bett und ging zum Schrank rüber. „Kannst du mir mal sagen, was das werden soll?“ fragte sie ihn verwirrt. „Nach was sieht es denn aus?“ kicherte er. „Du ziehst um, ich kenne da ein ganz tolles Haus, da gibt es Pferde direkt nebenan, du kannst dir jederzeit ein Pferd nehmen und drauflos reiten. Der einzige Haken ist, du müsstest selbst für Frühstück sorgen“ grinste er. „Na, wenn das alles ist, das nehme ich doch gern auf mich. Ich bin extremer Spätaufsteher. Bis ich aufstehe, sind bestimmt alle anderen schon satt.“ Kicherte sie. „So ein Pech, es gibt noch mehr Leute die erst gegen Mittag aufstehen. Ach übrigens, es gibt da noch eine Kleinigkeit, die dir hoffentlich nichts ausmacht.“ „Und die wäre? Es gibt keine Putzfrau?“ fragte sie gespielt entsetzt. „Nein, viel schlimmer: Der Hausbesitzer ist extrem sexsüchtig und feiert gern Parties. Da kommt es schon mal vor, daß er den ein oder anderen Gast ins Bett zerrt.“ „Na da ist er bei mir an der richtigen Adresse, dem wird ich schon zeigen, was es heißt, mich ins Bett zu zerren. Der wird sein blaues Wunder erleben, kannst du ihm gern ausrichten.“ „Was ist wenn er nachfragt, wie du das meinst mit dem blauen Wunder, soll ich ihm von Nicky erzählen?“ „Du kannst ihm ausrichten, eine Jennifer Moore zerrt man nicht ins Bett, um sie dann unbefriedigt liegen zu lassen, die holt sich, was sie braucht…“ grinste sie.
Inzwischen war ihr Koffer fertig gepackt und sie überflog noch mal alles, ob sie kein Teil vergessen hatte. Zehn Minuten später kamen sie zurück zum Wagen, in dem Kian schon ungeduldig auf sie wartete. Er grinste sein breitestes Grinsen und hielt ihr die Tür auf. Sie stieg ein und ließ sich zu Shane´s Haus chauffieren. Dort angekommen waren die beiden wieder ganz Gentlemen und trugen sie auf Händen. Shane trug sie ins Haus und Kian ihren Koffer. Er brachte sie gleich nach oben in sein Schlafzimmer und legte sie auf sein Bett. Sie schauten sich ganz tief in die Augen und küssten sich leidenschaftlich. Kian hatte den Koffer neben der Tür abgestellt und sich aufs Bett neben sie gelegt. „Ich würde gerne duschen gehen…“ hauchte sie zwischen zwei langen Küssen. „Nimmst du mich mit?“ fragte Shane grinsend. „Und was ist mit deinem Schatz? Will der auch mitgehen?“ „Das ist die Idee des Tages, das wird sehr interessant.“ Meinte Kian. „Woher willst du das denn wissen?“ fragte sie nach. „Ich möchte mich lediglich waschen, Jungs. Nichts weiter.“ Erklärte sie. „Dürfen wir das nicht übernehmen?“ fragte Shane enttäuscht. „Na gut, aber nur, wenn ihr das vernünftig macht. So, daß jeder Millimeter meines Körpers glänzt, verstanden?“ forderte sie streng. „Vertrau uns einfach, wir machen das schon“ versicherte Kian. Sie duschten also alle zusammen und verbrachten den Rest des Nachmittags im Bett. Abends führten sie ihren hübschen Engel zum Essen aus und gingen mit ihr in ihren Lieblings-Pub. Die Nacht war ziemlich lang und am nächsten Tag wachte sie gegen Mittag auf. Sie besorgte frische Brötchen, kochte Tee und deckte trotz der Tageszeit den Tisch für ein ausgedehntes Frühstück.
Anschließend ging sie nach oben und wollte gerade ihre Jungs wecken, als sie Kian stöhnen hörte. Sie öffnete leise die Tür und ging hinein. Sie setzte sich auf den Sessel neben der Tür und schaute sich an, was er mit Shane anstellte. Die beiden schienen sie nicht zu bemerken. Als sie beide immer heftiger stöhnten, stand sie auf und gesellte sich zu ihnen. Sie hatte eine Hand für Kian und eine für Shane frei. Sie schrieen ihre Lust richtig raus, als sie zupackte. „So, so. Ich bin also laut, ja?“ bemerkte sie frech grinsend. Die drei fielen zusammen aufs Bett und kuschelten noch kurz zusammen, bevor sie den beiden mitteilte, daß der Tee jetzt schon wieder kalt sein dürfte.
Sie frühstückten ausgiebig und fütterten dabei einer den anderen. Sie unterbrachen ihre Fütterorgie, als sie ein Geräusch an der Haustür hörten. Shane erschrak, als die Tür sich öffnete. Kiki sah besorgt zu ihm rüber. Er hatte wie versprochen nach wie vor ein wachsames Auge auf ihn. Er sah wie erstarrt er dastand und ging zur Haustür. Als er sah, wer vor der Tür stand, wurde auch er ganz blass. Jennifer stand auf und wollte gerade zu ihnen gehen, als sie ihn durch die Tür kommen sah. „Was willst du denn hier?“ rief sie ihm zu. Nix sah sie böse an und antwortete: „Die Aufnahmen von gestern.“ Sagte er nur knapp. „Und du glaubst, die kriegst du so einfach? Mach dir keine falschen Hoffnungen. Die bekommst du niemals.“ Sagte sie ganz gelassen zu ihm. Er kam auf sie zu und packte sie am Hals, er schrie sie an: „Du miese kleine Schlampe, rück das Band raus, oder du lernst mich richtig kennen.“ Mit einem Satz stand Shane hinter ihm, packte ihn am Arm, drehte ihn rum und warf ihn raus. „Wenn du jemals wieder dieses Haus ungefragt betrittst, oder meine Freundin belästigst, dann lernst du mich richtig kennen“
Gab er ihm noch mit auf den Weg. Er zog den Schlüssel von der Tür und knallte sie zu. Als er sich wieder zu Jen und Kian umdrehte, sah er in sehr erstaunte Gesichter. „Was war das denn gerade? Du bist ja´n richtiger Held, Schatz.“ Kian fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Aber Shane´s Sorge galt in erster Linie Jennifer. „Wie geht es dir, mein Engel?“ fragte er sie besorgt. Sie stand genauso verdutzt da wie Kian eben, aber sie fand nicht so schnell wieder zurück zur menschlichen Sprache. Sie stammelte vor sich hin: „Hast du gerade gesagt, deine Freundin?“ Shane umarmte sie und presste sie ganz ängstlich an sich. Er zitterte auf einmal. „Ich werde nie wieder zulassen, daß sowas passiert, mein Engel. Tränen rannen seine Wangen entlang. Kian umarmte alle beide, so gut er konnte. „Hey, ist doch wohl klar, daß wir unseren Engel so gut beschützen, wie wir können, oder?“ meinte er und gab beiden einen Kuss. „Shane, wie war das eben?“ wollte sie wissen. „Du hast schon richtig gehört, ich lasse dich nicht wieder gehen, höchstens um deine Sachen zu holen, an denen du hängst.“ Er schaute dabei in Kian´s Augen. „Du willst das hoffentlich auch, Schatz.“ Dieses Mal bekam er von beiden ein „Ja, Schatz.“

Drei Wochen später:
Jennifer hatte es sich im Haus gemütlich gemacht, Alle drei hatten sich an ihr neues Leben zu dritt gewöhnt. Nicky hatte die beiden nicht mehr belästigt. Er verfiel immer mehr dem Alkohol, nachdem Brian ihn wieder verlassen hatte. Delta hatte ihn zurückerobert. Aber wer wollte Nicky jetzt schon noch, wo er impotent war. Er kündigte Louis an, daß er möglichst bald bei Westlife aussteigen wollte und wurde immer häufiger betrunken im Rotlichtmilieu gesehen. Mark war so glücklich mit Rowan, daß er beschloss nach England umzuziehen, damit sie bald heiraten konnten. Jennifer war auf jedem Konzert, bei jedem öffentlichen Auftritt dabei, sie hielten ihr Versprechen, sie nicht mehr aus den Augen zu lassen, ihren rettenden Engel!!!