
„Shane!“, rief Joanne ehe sie die Treppen runter stürmte und unten ihrem
Freund um den Hals fiel. „Ich hatte dich erst in ein paar Wochen erwartet!“
Shane lächelte sie an. „Tja, der Job erlaubt eben ab und zu mal Auszeiten.
Aber zieh dich mal um. Ich brauche einen schönen, langen Ausritt!“
Gesagt, getan. Im nu war Joanne umgezogen und Shane und sie fuhren zu Shanes
Ranch. Und eine Stunde nach Shanes Ankuft bei Joanne ging es los. Die beiden
ritten durch den Wald, über Felder und ein Stückchen am Strand, dass
war Joannes Lieblingsplatz.
In einer etwas abgelegenen Bucht stieg Shane von seinem Pferd und ließ
sich in den Sand fallen. Joanne tat es ihm gleich.
„Ich hab dich total vermisst, Shorty!“ „Frag mich mal. Aber was soll ich machen?!“
„Ich weiß es nicht...Aber es wird schon irgendwie gehen!“ Joanne lehnte
sich an Shanes Schulter und sah über das Meer. „Es ist wirklich toll hier!
Wir sollten wieder öfter hierher kommen.“ Seufzte Joanne. „Och ne. Ich
weiß noch einen viel tolleren Platz. Und da fahren wir bald mal hin! Lass
uns wieder zurück!“ Shane und Joanne saßen auf und ritten wieder
zur Ranch.
4 Tage später
„Aufwachen! Bryan, wach auf!“, Kerry zerrte an ihrem Mann. „Mensch Kez, was
ist denn nun schon wieder?“ „Verdammt Bryan, Shane hat angerufen.“ „Deswegen
weckst du mich?“ „Ja...“ „Was wollte er denn?“ Bryan setzte sich auf und nahm
Kerry in den Arm. „Er will Jo heiraten.“ „Er will was?“, rief Bryan entsetzt.
„Das kann er nicht tun. Du und ich, Kez, wir wissen beide warum!! Das kann ich
Jo nicht antun, ich will sie doch nicht verletzen!“ „Dann mach ich das, Bryan!“
„Nein, Kez, nein... Sie war doch schon immer so dicke mit Nixter!“ „Gut, dann
ruf ich jetzt Nicholas an.“ „Ne, lass mich das mal machen!“
Wenig später war Bryan mit Nicky am telefonieren.
„Also Nix, hast du kapiert was ich meine?“ „Bryan, Shay ist mein bester Mate.
Ich kann ihm doch nicht so in den Rücken fallen!“ „Und was ist mit Jo?
Mit der bist du doch auch befreundet!! Nicky...Ich bin doch auch nicht blind.“
„Äh, was meinst du damit?“ „Nicholas Bernard..“ „Ist ja gut, Bryan! Ich
werde mit Joanne reden.“ „Heute?“ „Muss noch so viel machen.. Glaub mir!“ „Nicky..“
„Ja, in Ordnung. Muss dann nur kurz mit Shorty telefonieren. Wissen ob es immer
noch so ist.“ „Hauptsache, du sagst es Joanne. Heute!“ „Keine Panik Großer!
Wir sehen uns dann heut Abend im Pub?“ „Du wirst also nicht für Joanne
da sein?“ „Bryan..“ Meinte Nicky genervt. “Ich zähl auf dich!” „Klar Bry.
Bis dann!“
Aufgelegt. Kerry stand neben Bryan und sah in erwartungsvoll an. Dieser nickte
jedoch nur und ging dann zu Molly ins Zimmer. Kerry seufzte.
„Shane? Nicky hier.” “Hey Nixter, schön von dir zu hören!!” „Ja, in
dieser Angelegenheit eher nicht.“ „Schieß los!“ „Okay.. Hast du noch was
mit Gillian?“ Shane stutzte. Konnte er Nicky die Wahrheit sagen? Natürlich
konnte er das. Nicky war immer hin sein bester Freund. „Ähm, ja..“ „Shane
Steven Filan. Ich will dir nicht drohen, aber ich habe gehört, du willst
unsere süße Jo heiraten?“ „Ja, warum auch nicht?“, fragte Shane verwirrt.
Obwohl er eigentlich genau wusste, worauf Nicky hinaus wollte: Er, Shane, solle
Jo nicht heiraten und lieber Gillian nehmen. „Shane!“, seufzte Nicky. „Entscheide
dich! Und sag Jo die Wahrheit! Ich will nicht, das ihr irgendjemand weh tut!
Auch du nicht. Und Bry fände das sicherlich auch nicht so super klasse.
Also rede mit Joanne!“ „Jo weiß bescheid, keine Angst.“ „Gut, dann fahre
ich jetzt zu ihr!“ „Nicholas, wenn du das machst, sind wir die längste
Zeit miteinander befreundet gewesen. Du weißt doch, dass ich nicht mit
Gillian zusammen sein kann, weil Kian mich dann köpfen würde, würde
ich Gill auch nur einmal zum weinen bringen.“ „Shane. Droh mir nicht! Du bist
ein klasse Kerl, also mach das beste draus. In zwei Stunden bin ich bei Joanne.
Wenn du bis dahin nicht mit ihr geredet hast, mache ich das!“ Nicky legte auf.
Er war wirklich sauer auf Shane. Wie konnte er Joanne nur so etwas antun? Das
geht doch gar nicht!
Zwei Stunden später stand Nicky nervös vor Joannes Tür. Einerseits
wollte er Shane nicht verlieren, andererseits wollte er nicht, das Shane Joanne
so weh tut. Als Nicky klingelte hoffte er, Shane wäre schon da gewesen,
aber da Joanne ihm lächelnd öffnete, vermutete Nicky, dass er nicht
hier gewesen war. „Hey Nicky. Du kommst gerade richtig.“ Sie fiel Nicky um den
Hals. „Na Jo. Was gibt’s denn, dass du so strahlst?“ Joanne hielt Nicky ihre
Hand hin, an der ein wunderbarer Ring steckte. Nicky stutzte. „Ist er noch hier?“,
fragte er monoton. Joanne nickte. Ohne zu zögern ging Nicky ins Wohnzimmer
und stellte sich Shane gegenüber. Dieser stand auf und ging zur Tür.
„Ich muss dann mal los.“ „Grüß Gillian von mir, Shane!“, rief Nicky
ihm noch hinterher. Joanne sah ihn fragend an. Warum hatte er das jetzt gesagt?
Nicky hatte das Gefühl sich selbst ohrfeigen zu müssen. „Gillian?
Das ist doch Shanes Exfreundin, oder?“ „Oh, hat er dir also alles erzählt?
Und du hast trotzdem ‚Ja’ geantwortet?“ „Was soll er mir erzählt haben.
Shane hat doch mit Gillian Schluss gemacht, als wir zusammen gekommen sind.“
Verwirrt sah Joanne Nicky an. Dieser bat sie, sich zu setzen. Gerade, als Joanne
saß, klingelte es an der Tür. Sie ging öffnen und kam nur wenig
später wieder – gefolgt von Bryan und Kerry. „Bryan, Kezza.“ Nicky lächelte
einmal kurz und sah dann wieder zu Joanne. Diese saß neben Kerry auf dem
Sofa. Als Bryan sich neben Nicky stellte, musste Nicky es sagen. „Du darfst
Shane nicht heiraten, Jo!“ Fragend sah Joanne zu Nicky. „Und warum nicht, Nicholas?“
„Weil er dich betrügt!“, antwortete Bryan für Nicky.“ „Nein, das tut
er nicht.“ „Doch, Jo. Leider.“ Entgegnete Kerry ihr. „Wer ist es?“, fragte Joanne
und starrte auf den Ring. Bryan, Kerry und Nicky sahen sich an. Keiner wollte,
geschweige denn konnte es ihr sagen. Nach ein paar Minuten schweigen sah Joanne
auf. „Gillian, richtig? Nicky, das sollte der Kommentar also?!“ Nicky nickte
stumm. Joanne liefen keine Tränen, wie erwartet, sondern sie nahm Nicky
an der Hand und zog ihm zu ihrem Auto. „Fahr mich zu Gillian.“ Bryan und Kerry,
die nun auch draußen standen, nickten Nicky zu. „Wenn du Hilfe brauchst
oder reden möchtest ruf mich an.“ Sagte Kerry und nahm Joanne in den Arm,
ehe Joanne ins Auto stieg und Nicky in Richtung Gillian losfuhr.
Ganz gelassen klingelte Joanne an der Tür. Nicky sah sie verwundert an.
Er wäre an ihrer Stelle total durchgedreht. Erneut klingelte Joanne. Wenig
später kam Gillian in Bademantel zur Tür – gefolgt von einem breitgrinsenden
Shane. „Gill wer ist es denn?“, fragte er munter, bevor er an der Tür ankam
und Joanne sah. „Oh... Jo, das ist nicht so wie es aussieht!“ Joanne grinste.
„Hey Gillian. Hier, den wollte ich dir geben. Die Inschrift soll dich nicht
stören. Viel Spaß noch euch beiden. Und Shane? Ruf mich nie wieder
an... Und schreib mir nie wieder Briefe.“ Joanne nahm ihren Ring ab und gab
ihn Gillian, ehe sie wieder ins Auto stieg. Nicky sah Shane an. „Entschuldige
Kumpel. Aber du hast uns keine andere Wahl gelassen.“
Zehn Minuten später saßen Joanne und Nicky wieder in Joannes Wohnung.
„Es tut mir so Leid, Jo.“ Sagte Nicky. Joanne sah ihn mit Tränen in den
Augen an. „Ja, mir auch!“ „Hey, nicht weinen. Das ist er nicht wert!“ Nicky
nahm Joanne in den Arm, als diese anfing zu weinen. „Doch, das ist er wert!
Shane ist etwas ganz besonderes für mich gewesen. Ich wollte ihn sogar
heiraten, Nicky. Und wenn du und Bryan nicht gewesen wärt, hatte ich es
auch getan. Aber ihr habt mich vor diesem Fehler bewart. Es tut nur so weh,
verstehst du?!“ Nicky nickte und strich Joanne über den Rücken. „Weißt
du, wenn Shane deine Tränen wert wäre, würdest du jetzt nicht
weinen. Weil jeder, der deine Tränen wert ist, würde dich nie zum
Weinen bringen.“ Joanne lächelte leicht. „Das ist lieb von dir Nicky.“
„Hey, kein Problem. Aber ich lass dich mal alleine. Ich bin noch mit den Jungs
im Pub verabredet.“ „Kann ich nicht mit?“ „Shane wird da sein...“ „Na und? Das
ist doch nicht mein Problem!!“ „Okay. Dann komm mit.“
Wenig später im Pub
„Joanne, kann ich mit dir reden?“ „Was willst du denn noch, Shane?“ „Ich will
dir nur erklären, warum!“ „Shane, da gibt’s nichts zu erklären. Also
lass mich jetzt bitte.“ „Joanne wandte sich wieder ihrer Cola zu und alberte
mit den anderen Jungs. „Jo, bitte.“ „Shane, lass sie doch einfach mal in Ruhe!“,
warf Nicky ein. „Du bist doch Schuld an dem Ganzen, Nicholas Byrne!“ „Was, warum
ich?“ „Wenn du nicht gewesen wärst, wüsste Jo nichts von dem Ganzen!“
„Doch, Shay. Hätte Nicky es ihr nicht gesagt, hätte Kerry es ihr gesagt
– oder ich!“ „Meine Güte, hört doch mal auf zu streiten!“, nuschelte
Mark. „Bleibt dabei. Weil ich Shane auch was zu sagen habe.!“, meinte Kian,
der sich rausgehalten hatte. „Shane, wenn du Gill weh tust, oder zum Weinen
bringst, bist du ein toter Mann.“ „Meine Güte!!“, rief Joanne. „Ihr seid
ja schlimmer als der Kindergarten! Shane, nur noch mal zum mitschreiben. Es
ist aus zwischen uns und ich wünsche dir und Gillian alles Gute. Kian,
Gillian ist erwachsen und wird wissen was sie tut. Bryan, ich liebe dich von
ganzem Herzen, Bruder, und ich bin stolz auf dich! Mark, trink weniger!“ Alle
lachten kurz, selbst Mark. „Und Nicky, ich möchte dir danken, dass du immer
für mich da bist. Du bist für mich wie ein zweiter großer Bruder
und ich hoffe, dass das immer so bleiben wird.“ Nicky nickte stumm. Wie ein
großer Bruder war er für sie? Das war doch genau das Gegenteil von
dem was er wollte. Betreten ging er zur Bar.
„Hab ich was falsches gesagt?“, fragte Joanne leise. Kian schüttelte den
Kopf. „Nein, alles gut gesagt, Jojo!“, meinte Mark. Bryan sagte nichts. Er sah
nur zu Nicky, der jetzt an der Bar saß. „Ich geh mal grad zu Nixter. Kian,
du bist hier jetzt mal die neutrale Person zwischen Shane und Jo, da Mark ja
nicht mehr zurechnungsfähig ist.“ Bryan stand auf und rang sich zu Nicky
durch. „Nicky, was ist los?” „Wie ein Bruder...Du bist doch ihr Bruder. Ich
will nicht nur ein Bruder für sie sein.“ „Ich weiß, Nicky, aber gib
ihr Zeit. Zwischen Shane und Jo ist gerade erst Schluss. Ich weiß ja,
dass du sie schon lange kennst, aber genau das ist es. Ihr beiden kennt euch
in und auswendig. Ich weiß nicht, ob das gut für eine Beziehung ist.
Man muss doch immer neues an dem Partner entdecken können!“ „Bryan, du
und Kezza kennt euch inzwischen auch in und auswendig. Und bei euch läuft
es prima. Ihr habt sogar eine Tochter.“ „Ja, eben! Wir entdecken zusammen immer
neue Dinge an Molly. Und ehrlich? Kerry ist einfach eine tolle Frau mit allem
drum und dran.“ „Das kann ich mir denken.“ „Also Nix, lass Jo Zeit und sei für
sie da. Irgendwann kannst du den ersten Schritt machen, wenn du merkst, das
sie wirklich über Shane hinweg ist! Okay?“ „Ja, klar...“ „Und jetzt geh
zurück zu ihr und nimm sie in den Arm.“ Und das tat Nicky.
Zwei Wochen lang waren Nicky und Joanne fast durchgehend zusammen gewesen.
Jetzt saß Joanne jedoch bei Kerry, Bryan und Molly im Haus. „Oh man Jo,
du hast auch immer Pech.“ „Nein, das stimmt nicht. Hätte ich immer Pech
hätte ich nicht so tolle Freunde, Kez.“ „Ja, aber hättest du immer
Glück hättest du jetzt einen festen Freund.“ „Was hör ich da?“,
fragte Bryan, der gerade in die Küche kam. „Ach, unsere Jo ist verliebt.“
„Und in wen?“ „Das geht dich nichts an, mein lieber Bruder.“ „Doch, ich finde
schon.“ „Bryan hat Recht Jo. Ich würde es ihm eh irgendwann sagen müssen.
Du weißt gar nicht, wie schlimm er sein kann, wenn er etwas nicht weiß.“
„Na ja okay.“ Bryan lächelte. „Irgendwie hat Nicky es mir angetan. Weißt
du, er ist immer für mich da und er kümmert und bemüht sich um
mich. Ich fühle mich bei ihm einfach wohl. So habe ich mich noch nie gefühlt.“
„Dann rede mit ihm.“ „Nein, Bryan, dass kann ich nicht. Ich meine, vor zwei
Wochen meinte ich noch, er wäre für mich nur wie ein Bruder. Was soll
er denn von mir denken?“ „Jo, du fährst jetzt zu Nicky und redest mit ihm.
So schlimm kann es gar nicht werden.“ Warf Kerry ein. „Okay...“ „Und ruf mich
heute Abend an, wie es gelaufen ist, Maus.“ „Klar, mach ich Bryan. Bis dann.“
Joanne ging zu ihrem Auto und fuhr zu Nicky.
Dort angekommen sah sie noch mal in den Rückspiegel um zu gucken, ob ihr
Make-Up noch in Ordnung war. Langsam ging sie zur Tür, atmete tief durch
und klingelte. Nach wenigen Sekunden hatte Nicky die Tür geöffnet.
In Boxershorts stand er vor ihr. „Oh, sorry, ich hoffe ich störe nicht?“
„Nein, nein. Komm ruhig rein. Ich hatte mich gerade hingelegt.“ „Ach so...“
„Möchtest du was trinken?“ „Ein Wasser wäre nett.“ „Ich hab auch Cola
und so was.“ „Nein, nein. Ein Wasser ist schon in Ordnung.“ „Okay, wenn du meinst.“
Nicky ging in die Küche und kam wenig später mit zwei Wasser wieder
und stellte diese auf den Tisch. „Du, Nix, ich muss mit dir reden.“ „Was gibt
es denn?“ „Na ja... Du.. ich...“ Nicky sah sie fragend an. „Du brauchst nicht
zu stottern. Sag es einfach. Immer raus damit. Außerdem bist du doch Schauspielerin!“
Nicky lachte. „Ja, ja, eine ohne Rolle.“ „Ach komm. Das wird wieder. Also, was
wolltest du mir sagen?“ Joanne fing gerade an zu reden, als Nickys Handy klingelte.
„Du entschuldigst mich kurz.“ Dann ging er ran. Nach fünfzehn Minuten legte
er auf. „Entschuldige. War etwas wichtiges.” „Kein Problem.“ „Also, was gibt
es nun?“ „Ach, weißt du, so wichtig ist das gar nicht.“ „Doch, alles was
du sagst ist wichtig, Jo!“ Joanne lächelte verlegen. „Na ja, Nicky, es
ist so, dass ich mich in dich verliebt habe...“ „Du....Ich dachte, ich wäre
für dich wie ein Bruder.“ „Das dachte ich auch. Aber die letzten zwei Wochen
waren so schön. Du bist der erste Mensch, der sich richtig um mich bemüht
hat, der sich richtig um mich gekümmert hat und bei dem ich mich so richtig
wohl fühlen kann!“ „Das ist alles ganz schön, dass du das sagst, aber
inzwischen bist du eher wie eine Schwester für mich.“ Joanne stiegen Tränen
in die Augen. „Ja, klar. Ich geh dann mal.“ Schnell lief sie zu ihrem Auto und
fuhr davon. Während der Fahrt rief sie Kerry an. „McFadden.“ „Bryan? Ich
bin’s. Gibst du mir mal bitte Kerry?“ „Ja, Sekunde.“ Gleich darauf hatte sie
Kerry am Telefon. „Und, Maus, wie lief es?“ „Schrecklich!“ „Was? Warum denn
das?“ „Er sagte, ich bin inzwischen wie eine Schwester für ihn!“ Durch
die Tränen sah Joanne alles verschwommen und bemerkte den LKW nicht, der
von rechts kam. Ein lauter Knall und Kerry hörte nichts mehr. „Jo? Joanne?
Hey, bist du noch dran?” Keine Antwort. Kerry legte verwirrt auf. „Bryan, wir
haben ein Problem!!“
Alle standen sie um Joanne rum, die inzwischen im Krankenhaus lag. „Wenn sie
aufwacht, richtet ihr gute Besserung von Gillian und mir aus. Ich muss jetzt
leider los. Mark, soll ich dich mitnehmen?“, sagte Shane, der später am
Abend auf die Uhr sah. Mark nickte. „Kannst du mich bitte auch mitnehmen? Ich
hab Jodi versprochen noch vorbei zukommen.“ „Ja klar. Dann lasst uns mal los.“
So verließen die drei das Krankenhaus und Bryan und Kerry mit Molly waren
alleine mit Nicky. Bryan klopfte Nicky, der neben Joanne saß, sanft auf
die Schulter. „Sollen wir dich mit zurück nehmen, Nix? Molly muss auch
langsam mal in ihr Bettchen.“ „Nein. Ich bleibe hier!“ „Okay, ruf uns an, wenn
sie aufwacht!“
Nicky war nun alleine mit Joanne. Nach einer Weile schlief er mit dem Kopf auf
ihrer Hand ein.
Mitten in der Nacht öffnete Joanne langsam die Augen. Sie sah sich um und
als sie Nicky sah, lächelte sie. Vorsichtig zog sie ihre Hand unter seinem
Kopf hervor. Nicky schreckte hoch. „Jo, du bist wach? Gott sei Dank.“, nuschelte
er und setzte sich gerade hin. „Was ist passiert, Jo?“ „Ich weiß es nur
noch, dass ich nach unserem Treffen mit Kerry telefoniert hatte. Ich habe geweint
und dann kam der LKW.“ Nicky sah sie fragend an. „Dann bin ich also Schuld an
deinem Unfall?“ „Nein, Nicky, das bist du nicht.“ „Doch! Wenn ich dir die Wahrheit
gesagt hätte, wärst du nicht weinend in dein Auto gestiegen und der
LKW hätte dich nicht mitgenommen.“ Tränen liefen über Nickys
Wangen. Das war das erste Mal, das Joanne Nicky weinen sah. „Hey, nicht weinen.
Das ist schon okay!“ Nicky wischte sich schnell die Tränen weg. „Entschuldige
bitte. Es überkam mich gerade so!“ „Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen...Aber
ich schlaf lieber noch ein bisschen.“ Joanne drehte sich um und schloss die
Augen. Sie bemerkte gar nicht, dass Nicky das Krankenhaus eine Stunde nach ihrem
„Erwachen“ verlassen hatte. Immer wieder wiederholten sich seine Worte „Wenn
ich dir die Wahrheit gesagt hätte...“ in ihrem Kopf. Was meinte er mit
Wahrheit? Hatte er doch mehr Gefühle zu ihr?
Am nächsten Tag ging Nicky nicht ins Krankenhaus, sondern auf den Fußballplatz.
Immer wieder schoss er aufs Tor – drei Stunden lang. Dann klingelte sein Handy.
Außer Atem ging er ran. „Ja?“ „Nicky, Bryan hier. Joanne kommt später
nach Hause. Könntest du dann bitte endlich mal Klartext mit ihr reden?
Sie ist total durcheinander.“ „Ja, mach ich.“ „Übrigens hat Shorty angerufen.“
„Aha. Was wollte der von dir?“ Während dem Gespräch ging Nicky nach
Hause. Wo er, nachdem er aufgelegt hatte, in die Dusche stieg und das Wasser
einfach laufen lief. Sauer auf sich selbst stützte Nicky seine Hände
gegen die Wand. Warum hatte er Joanne nicht gesagt, dass er sie auch liebt?
Warum hatte er sie angelogen? Nach dem er sich eingeseift und wieder abgespült
hatte, stellte er das Wasser aus und zog sich neue Sachen an. Ein Blick auf
die Uhr verriet ihm, das es inzwischen halb sieben war. Nicky beschloss zu Joanne
zu fahren um, wie Bryan ihm riet, ihr die Wahrheit zu sagen.
Als es klingelte ging Joanne vorsichtig zur Tür und öffnete diese.
Als sie Nicky sah lächelte sie wieder. „Hey, komm rein.“ Nicky ging in
das Haus. „Geh durch ins Wohnzimmer.“ Auch dies tat Nicky und setzte sich auf
das Sofa. Joanne setzte sich neben ihn. „Und, wie geht’s dir so, Jo?“ „Wie soll’s
mir schon gehen. Hab noch ein bisschen Kopfschmerzen, aber sonst geht es.“ „Dann
ist ja gut.“ „Ja. Hat mich ja nicht so schwer erwischt..“ Nicky sagte nichts.
„Möchtest du was trinken?“ „Ja, gerne. Aber bleib mal sitzen. Ich hol mir
schon selber was. Soll ich dir was mitbringen?“ „Ja, eine Cola bitte.“ Nicky
lächelte. „Klar!“
„Also, Jo, der Grund warum ich hier bin ist folgendes.“ „Nein, sag nichts. Das
ist schon okay. Du bist nicht Schuld an meinem Unfall.“ „Das wollte ich dir
gar nicht sagen.“ „Oh, entschuldige.“ „Jo, lass mich jetzt bitte mal reden und
unterbrich mich nicht.“ „In Ordnung.“ Also fing Nicky an Joanne alles zu erzählen.
Auch, dass er sie seit ihrem ersten Treffen total gern hatte und das er sich
in sie verliebt hat, als sie mit Shane zusammen kam. „Entschuldige, dass ich
dich angelogen habe, Jo!“ „Das macht nichts. Immerhin weit ich jetzt die Wahrheit.
Und ganz ehrlich gefällt die mir besser als das ich für dich eine
Schwester wäre.“ Nicky lächelte. „Dann sind wir uns ja einig.“ Er
beugte sich zu ihr rüber und küsste Joanne. „Nicky, ich liebe dich!“,
murmelte Joanne. „Ich dich auch!“, erwiderte Nicky, ehe er Joanne erneut küsste.
Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen. Schreibt an: mine_feehily@web.de
Danke ^^