Diese Story möchte ich an erster Stelle Ilka widmen, da sie meine aller, aller beste Freundin ist. Süße, ich will dich nie, nie verlieren! Du bist echt mein ein und alles. Und an zweiter Stelle Jacqy. Hier hast du eine Geschichte ? Sie ist zwar nicht nur für dich geschrieben, aber ich hoffe das macht nichts. Ich hab euch beide ganz doll lieb und hoffe das euch die Story gefällt.

Joanne seufzte, als sie sich das Bild von Shane und ihr ansah. Die 20-jährige Schauspielerin lag auf ihrem Bett, hörte Westlife und dachte an ihren Freund, den sie vermisste. Shane Filan, 23, war sein Name. Er war Mitglied der irischen Band Westlife und dadurch viel unterwegs. Shane und Joanne lernten sich vor vier Jahren auf einem Festival kennen und waren seit zwei Jahren ein Paar, hatten sich allerdings seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Ein Wiedersehen war erst in einigen Monaten geplant.
In ihre Gedanken versunken sang Joanne <What makes a man> mit um ignorierte ihren Stiefbruder Bryan, der in der Tür stand. Bryan McFadden hatte Westlife vor einem Jahr verlassen um sich mehr um seine Familie zu kümmern. Er wohnte zusammen mit seiner Frau Kerry und Tochter Molly Marie neben Joanne, die noch bei ihren Eltern in Sligo lebte. Diese hatten Joanne im Alter von viel Jahren adoptiert. Bryan war jedoch von Anfang an eher ein Freund anstatt der große Bruder für Joanne.
Als das Lied zu Ende war stoppte Joanne die CD und sah zu Bryan.
„Was willst du, McFadden?“, fragte sie gereizt.
„Du hast Besuch!“, erwiderte Bryan gelassen und grinste breit.

„Shane!“, rief Joanne ehe sie die Treppen runter stürmte und unten ihrem Freund um den Hals fiel. „Ich hatte dich erst in ein paar Wochen erwartet!“ Shane lächelte sie an. „Tja, der Job erlaubt eben ab und zu mal Auszeiten. Aber zieh dich mal um. Ich brauche einen schönen, langen Ausritt!“
Gesagt, getan. Im nu war Joanne umgezogen und Shane und sie fuhren zu Shanes Ranch. Und eine Stunde nach Shanes Ankuft bei Joanne ging es los. Die beiden ritten durch den Wald, über Felder und ein Stückchen am Strand, dass war Joannes Lieblingsplatz.
In einer etwas abgelegenen Bucht stieg Shane von seinem Pferd und ließ sich in den Sand fallen. Joanne tat es ihm gleich.
„Ich hab dich total vermisst, Shorty!“ „Frag mich mal. Aber was soll ich machen?!“ „Ich weiß es nicht...Aber es wird schon irgendwie gehen!“ Joanne lehnte sich an Shanes Schulter und sah über das Meer. „Es ist wirklich toll hier! Wir sollten wieder öfter hierher kommen.“ Seufzte Joanne. „Och ne. Ich weiß noch einen viel tolleren Platz. Und da fahren wir bald mal hin! Lass uns wieder zurück!“ Shane und Joanne saßen auf und ritten wieder zur Ranch.

4 Tage später
„Aufwachen! Bryan, wach auf!“, Kerry zerrte an ihrem Mann. „Mensch Kez, was ist denn nun schon wieder?“ „Verdammt Bryan, Shane hat angerufen.“ „Deswegen weckst du mich?“ „Ja...“ „Was wollte er denn?“ Bryan setzte sich auf und nahm Kerry in den Arm. „Er will Jo heiraten.“ „Er will was?“, rief Bryan entsetzt. „Das kann er nicht tun. Du und ich, Kez, wir wissen beide warum!! Das kann ich Jo nicht antun, ich will sie doch nicht verletzen!“ „Dann mach ich das, Bryan!“ „Nein, Kez, nein... Sie war doch schon immer so dicke mit Nixter!“ „Gut, dann ruf ich jetzt Nicholas an.“ „Ne, lass mich das mal machen!“
Wenig später war Bryan mit Nicky am telefonieren.
„Also Nix, hast du kapiert was ich meine?“ „Bryan, Shay ist mein bester Mate. Ich kann ihm doch nicht so in den Rücken fallen!“ „Und was ist mit Jo? Mit der bist du doch auch befreundet!! Nicky...Ich bin doch auch nicht blind.“ „Äh, was meinst du damit?“ „Nicholas Bernard..“ „Ist ja gut, Bryan! Ich werde mit Joanne reden.“ „Heute?“ „Muss noch so viel machen.. Glaub mir!“ „Nicky..“ „Ja, in Ordnung. Muss dann nur kurz mit Shorty telefonieren. Wissen ob es immer noch so ist.“ „Hauptsache, du sagst es Joanne. Heute!“ „Keine Panik Großer! Wir sehen uns dann heut Abend im Pub?“ „Du wirst also nicht für Joanne da sein?“ „Bryan..“ Meinte Nicky genervt. “Ich zähl auf dich!” „Klar Bry. Bis dann!“
Aufgelegt. Kerry stand neben Bryan und sah in erwartungsvoll an. Dieser nickte jedoch nur und ging dann zu Molly ins Zimmer. Kerry seufzte.
„Shane? Nicky hier.” “Hey Nixter, schön von dir zu hören!!” „Ja, in dieser Angelegenheit eher nicht.“ „Schieß los!“ „Okay.. Hast du noch was mit Gillian?“ Shane stutzte. Konnte er Nicky die Wahrheit sagen? Natürlich konnte er das. Nicky war immer hin sein bester Freund. „Ähm, ja..“ „Shane Steven Filan. Ich will dir nicht drohen, aber ich habe gehört, du willst unsere süße Jo heiraten?“ „Ja, warum auch nicht?“, fragte Shane verwirrt. Obwohl er eigentlich genau wusste, worauf Nicky hinaus wollte: Er, Shane, solle Jo nicht heiraten und lieber Gillian nehmen. „Shane!“, seufzte Nicky. „Entscheide dich! Und sag Jo die Wahrheit! Ich will nicht, das ihr irgendjemand weh tut! Auch du nicht. Und Bry fände das sicherlich auch nicht so super klasse. Also rede mit Joanne!“ „Jo weiß bescheid, keine Angst.“ „Gut, dann fahre ich jetzt zu ihr!“ „Nicholas, wenn du das machst, sind wir die längste Zeit miteinander befreundet gewesen. Du weißt doch, dass ich nicht mit Gillian zusammen sein kann, weil Kian mich dann köpfen würde, würde ich Gill auch nur einmal zum weinen bringen.“ „Shane. Droh mir nicht! Du bist ein klasse Kerl, also mach das beste draus. In zwei Stunden bin ich bei Joanne. Wenn du bis dahin nicht mit ihr geredet hast, mache ich das!“ Nicky legte auf. Er war wirklich sauer auf Shane. Wie konnte er Joanne nur so etwas antun? Das geht doch gar nicht!

Zwei Stunden später stand Nicky nervös vor Joannes Tür. Einerseits wollte er Shane nicht verlieren, andererseits wollte er nicht, das Shane Joanne so weh tut. Als Nicky klingelte hoffte er, Shane wäre schon da gewesen, aber da Joanne ihm lächelnd öffnete, vermutete Nicky, dass er nicht hier gewesen war. „Hey Nicky. Du kommst gerade richtig.“ Sie fiel Nicky um den Hals. „Na Jo. Was gibt’s denn, dass du so strahlst?“ Joanne hielt Nicky ihre Hand hin, an der ein wunderbarer Ring steckte. Nicky stutzte. „Ist er noch hier?“, fragte er monoton. Joanne nickte. Ohne zu zögern ging Nicky ins Wohnzimmer und stellte sich Shane gegenüber. Dieser stand auf und ging zur Tür. „Ich muss dann mal los.“ „Grüß Gillian von mir, Shane!“, rief Nicky ihm noch hinterher. Joanne sah ihn fragend an. Warum hatte er das jetzt gesagt? Nicky hatte das Gefühl sich selbst ohrfeigen zu müssen. „Gillian? Das ist doch Shanes Exfreundin, oder?“ „Oh, hat er dir also alles erzählt? Und du hast trotzdem ‚Ja’ geantwortet?“ „Was soll er mir erzählt haben. Shane hat doch mit Gillian Schluss gemacht, als wir zusammen gekommen sind.“ Verwirrt sah Joanne Nicky an. Dieser bat sie, sich zu setzen. Gerade, als Joanne saß, klingelte es an der Tür. Sie ging öffnen und kam nur wenig später wieder – gefolgt von Bryan und Kerry. „Bryan, Kezza.“ Nicky lächelte einmal kurz und sah dann wieder zu Joanne. Diese saß neben Kerry auf dem Sofa. Als Bryan sich neben Nicky stellte, musste Nicky es sagen. „Du darfst Shane nicht heiraten, Jo!“ Fragend sah Joanne zu Nicky. „Und warum nicht, Nicholas?“ „Weil er dich betrügt!“, antwortete Bryan für Nicky.“ „Nein, das tut er nicht.“ „Doch, Jo. Leider.“ Entgegnete Kerry ihr. „Wer ist es?“, fragte Joanne und starrte auf den Ring. Bryan, Kerry und Nicky sahen sich an. Keiner wollte, geschweige denn konnte es ihr sagen. Nach ein paar Minuten schweigen sah Joanne auf. „Gillian, richtig? Nicky, das sollte der Kommentar also?!“ Nicky nickte stumm. Joanne liefen keine Tränen, wie erwartet, sondern sie nahm Nicky an der Hand und zog ihm zu ihrem Auto. „Fahr mich zu Gillian.“ Bryan und Kerry, die nun auch draußen standen, nickten Nicky zu. „Wenn du Hilfe brauchst oder reden möchtest ruf mich an.“ Sagte Kerry und nahm Joanne in den Arm, ehe Joanne ins Auto stieg und Nicky in Richtung Gillian losfuhr.
Ganz gelassen klingelte Joanne an der Tür. Nicky sah sie verwundert an. Er wäre an ihrer Stelle total durchgedreht. Erneut klingelte Joanne. Wenig später kam Gillian in Bademantel zur Tür – gefolgt von einem breitgrinsenden Shane. „Gill wer ist es denn?“, fragte er munter, bevor er an der Tür ankam und Joanne sah. „Oh... Jo, das ist nicht so wie es aussieht!“ Joanne grinste. „Hey Gillian. Hier, den wollte ich dir geben. Die Inschrift soll dich nicht stören. Viel Spaß noch euch beiden. Und Shane? Ruf mich nie wieder an... Und schreib mir nie wieder Briefe.“ Joanne nahm ihren Ring ab und gab ihn Gillian, ehe sie wieder ins Auto stieg. Nicky sah Shane an. „Entschuldige Kumpel. Aber du hast uns keine andere Wahl gelassen.“
Zehn Minuten später saßen Joanne und Nicky wieder in Joannes Wohnung. „Es tut mir so Leid, Jo.“ Sagte Nicky. Joanne sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Ja, mir auch!“ „Hey, nicht weinen. Das ist er nicht wert!“ Nicky nahm Joanne in den Arm, als diese anfing zu weinen. „Doch, das ist er wert! Shane ist etwas ganz besonderes für mich gewesen. Ich wollte ihn sogar heiraten, Nicky. Und wenn du und Bryan nicht gewesen wärt, hatte ich es auch getan. Aber ihr habt mich vor diesem Fehler bewart. Es tut nur so weh, verstehst du?!“ Nicky nickte und strich Joanne über den Rücken. „Weißt du, wenn Shane deine Tränen wert wäre, würdest du jetzt nicht weinen. Weil jeder, der deine Tränen wert ist, würde dich nie zum Weinen bringen.“ Joanne lächelte leicht. „Das ist lieb von dir Nicky.“ „Hey, kein Problem. Aber ich lass dich mal alleine. Ich bin noch mit den Jungs im Pub verabredet.“ „Kann ich nicht mit?“ „Shane wird da sein...“ „Na und? Das ist doch nicht mein Problem!!“ „Okay. Dann komm mit.“

Wenig später im Pub
„Joanne, kann ich mit dir reden?“ „Was willst du denn noch, Shane?“ „Ich will dir nur erklären, warum!“ „Shane, da gibt’s nichts zu erklären. Also lass mich jetzt bitte.“ „Joanne wandte sich wieder ihrer Cola zu und alberte mit den anderen Jungs. „Jo, bitte.“ „Shane, lass sie doch einfach mal in Ruhe!“, warf Nicky ein. „Du bist doch Schuld an dem Ganzen, Nicholas Byrne!“ „Was, warum ich?“ „Wenn du nicht gewesen wärst, wüsste Jo nichts von dem Ganzen!“ „Doch, Shay. Hätte Nicky es ihr nicht gesagt, hätte Kerry es ihr gesagt – oder ich!“ „Meine Güte, hört doch mal auf zu streiten!“, nuschelte Mark. „Bleibt dabei. Weil ich Shane auch was zu sagen habe.!“, meinte Kian, der sich rausgehalten hatte. „Shane, wenn du Gill weh tust, oder zum Weinen bringst, bist du ein toter Mann.“ „Meine Güte!!“, rief Joanne. „Ihr seid ja schlimmer als der Kindergarten! Shane, nur noch mal zum mitschreiben. Es ist aus zwischen uns und ich wünsche dir und Gillian alles Gute. Kian, Gillian ist erwachsen und wird wissen was sie tut. Bryan, ich liebe dich von ganzem Herzen, Bruder, und ich bin stolz auf dich! Mark, trink weniger!“ Alle lachten kurz, selbst Mark. „Und Nicky, ich möchte dir danken, dass du immer für mich da bist. Du bist für mich wie ein zweiter großer Bruder und ich hoffe, dass das immer so bleiben wird.“ Nicky nickte stumm. Wie ein großer Bruder war er für sie? Das war doch genau das Gegenteil von dem was er wollte. Betreten ging er zur Bar.
„Hab ich was falsches gesagt?“, fragte Joanne leise. Kian schüttelte den Kopf. „Nein, alles gut gesagt, Jojo!“, meinte Mark. Bryan sagte nichts. Er sah nur zu Nicky, der jetzt an der Bar saß. „Ich geh mal grad zu Nixter. Kian, du bist hier jetzt mal die neutrale Person zwischen Shane und Jo, da Mark ja nicht mehr zurechnungsfähig ist.“ Bryan stand auf und rang sich zu Nicky durch. „Nicky, was ist los?” „Wie ein Bruder...Du bist doch ihr Bruder. Ich will nicht nur ein Bruder für sie sein.“ „Ich weiß, Nicky, aber gib ihr Zeit. Zwischen Shane und Jo ist gerade erst Schluss. Ich weiß ja, dass du sie schon lange kennst, aber genau das ist es. Ihr beiden kennt euch in und auswendig. Ich weiß nicht, ob das gut für eine Beziehung ist. Man muss doch immer neues an dem Partner entdecken können!“ „Bryan, du und Kezza kennt euch inzwischen auch in und auswendig. Und bei euch läuft es prima. Ihr habt sogar eine Tochter.“ „Ja, eben! Wir entdecken zusammen immer neue Dinge an Molly. Und ehrlich? Kerry ist einfach eine tolle Frau mit allem drum und dran.“ „Das kann ich mir denken.“ „Also Nix, lass Jo Zeit und sei für sie da. Irgendwann kannst du den ersten Schritt machen, wenn du merkst, das sie wirklich über Shane hinweg ist! Okay?“ „Ja, klar...“ „Und jetzt geh zurück zu ihr und nimm sie in den Arm.“ Und das tat Nicky.

Zwei Wochen lang waren Nicky und Joanne fast durchgehend zusammen gewesen. Jetzt saß Joanne jedoch bei Kerry, Bryan und Molly im Haus. „Oh man Jo, du hast auch immer Pech.“ „Nein, das stimmt nicht. Hätte ich immer Pech hätte ich nicht so tolle Freunde, Kez.“ „Ja, aber hättest du immer Glück hättest du jetzt einen festen Freund.“ „Was hör ich da?“, fragte Bryan, der gerade in die Küche kam. „Ach, unsere Jo ist verliebt.“ „Und in wen?“ „Das geht dich nichts an, mein lieber Bruder.“ „Doch, ich finde schon.“ „Bryan hat Recht Jo. Ich würde es ihm eh irgendwann sagen müssen. Du weißt gar nicht, wie schlimm er sein kann, wenn er etwas nicht weiß.“ „Na ja okay.“ Bryan lächelte. „Irgendwie hat Nicky es mir angetan. Weißt du, er ist immer für mich da und er kümmert und bemüht sich um mich. Ich fühle mich bei ihm einfach wohl. So habe ich mich noch nie gefühlt.“ „Dann rede mit ihm.“ „Nein, Bryan, dass kann ich nicht. Ich meine, vor zwei Wochen meinte ich noch, er wäre für mich nur wie ein Bruder. Was soll er denn von mir denken?“ „Jo, du fährst jetzt zu Nicky und redest mit ihm. So schlimm kann es gar nicht werden.“ Warf Kerry ein. „Okay...“ „Und ruf mich heute Abend an, wie es gelaufen ist, Maus.“ „Klar, mach ich Bryan. Bis dann.“ Joanne ging zu ihrem Auto und fuhr zu Nicky.
Dort angekommen sah sie noch mal in den Rückspiegel um zu gucken, ob ihr Make-Up noch in Ordnung war. Langsam ging sie zur Tür, atmete tief durch und klingelte. Nach wenigen Sekunden hatte Nicky die Tür geöffnet. In Boxershorts stand er vor ihr. „Oh, sorry, ich hoffe ich störe nicht?“ „Nein, nein. Komm ruhig rein. Ich hatte mich gerade hingelegt.“ „Ach so...“ „Möchtest du was trinken?“ „Ein Wasser wäre nett.“ „Ich hab auch Cola und so was.“ „Nein, nein. Ein Wasser ist schon in Ordnung.“ „Okay, wenn du meinst.“ Nicky ging in die Küche und kam wenig später mit zwei Wasser wieder und stellte diese auf den Tisch. „Du, Nix, ich muss mit dir reden.“ „Was gibt es denn?“ „Na ja... Du.. ich...“ Nicky sah sie fragend an. „Du brauchst nicht zu stottern. Sag es einfach. Immer raus damit. Außerdem bist du doch Schauspielerin!“ Nicky lachte. „Ja, ja, eine ohne Rolle.“ „Ach komm. Das wird wieder. Also, was wolltest du mir sagen?“ Joanne fing gerade an zu reden, als Nickys Handy klingelte. „Du entschuldigst mich kurz.“ Dann ging er ran. Nach fünfzehn Minuten legte er auf. „Entschuldige. War etwas wichtiges.” „Kein Problem.“ „Also, was gibt es nun?“ „Ach, weißt du, so wichtig ist das gar nicht.“ „Doch, alles was du sagst ist wichtig, Jo!“ Joanne lächelte verlegen. „Na ja, Nicky, es ist so, dass ich mich in dich verliebt habe...“ „Du....Ich dachte, ich wäre für dich wie ein Bruder.“ „Das dachte ich auch. Aber die letzten zwei Wochen waren so schön. Du bist der erste Mensch, der sich richtig um mich bemüht hat, der sich richtig um mich gekümmert hat und bei dem ich mich so richtig wohl fühlen kann!“ „Das ist alles ganz schön, dass du das sagst, aber inzwischen bist du eher wie eine Schwester für mich.“ Joanne stiegen Tränen in die Augen. „Ja, klar. Ich geh dann mal.“ Schnell lief sie zu ihrem Auto und fuhr davon. Während der Fahrt rief sie Kerry an. „McFadden.“ „Bryan? Ich bin’s. Gibst du mir mal bitte Kerry?“ „Ja, Sekunde.“ Gleich darauf hatte sie Kerry am Telefon. „Und, Maus, wie lief es?“ „Schrecklich!“ „Was? Warum denn das?“ „Er sagte, ich bin inzwischen wie eine Schwester für ihn!“ Durch die Tränen sah Joanne alles verschwommen und bemerkte den LKW nicht, der von rechts kam. Ein lauter Knall und Kerry hörte nichts mehr. „Jo? Joanne? Hey, bist du noch dran?” Keine Antwort. Kerry legte verwirrt auf. „Bryan, wir haben ein Problem!!“
Alle standen sie um Joanne rum, die inzwischen im Krankenhaus lag. „Wenn sie aufwacht, richtet ihr gute Besserung von Gillian und mir aus. Ich muss jetzt leider los. Mark, soll ich dich mitnehmen?“, sagte Shane, der später am Abend auf die Uhr sah. Mark nickte. „Kannst du mich bitte auch mitnehmen? Ich hab Jodi versprochen noch vorbei zukommen.“ „Ja klar. Dann lasst uns mal los.“ So verließen die drei das Krankenhaus und Bryan und Kerry mit Molly waren alleine mit Nicky. Bryan klopfte Nicky, der neben Joanne saß, sanft auf die Schulter. „Sollen wir dich mit zurück nehmen, Nix? Molly muss auch langsam mal in ihr Bettchen.“ „Nein. Ich bleibe hier!“ „Okay, ruf uns an, wenn sie aufwacht!“
Nicky war nun alleine mit Joanne. Nach einer Weile schlief er mit dem Kopf auf ihrer Hand ein.
Mitten in der Nacht öffnete Joanne langsam die Augen. Sie sah sich um und als sie Nicky sah, lächelte sie. Vorsichtig zog sie ihre Hand unter seinem Kopf hervor. Nicky schreckte hoch. „Jo, du bist wach? Gott sei Dank.“, nuschelte er und setzte sich gerade hin. „Was ist passiert, Jo?“ „Ich weiß es nur noch, dass ich nach unserem Treffen mit Kerry telefoniert hatte. Ich habe geweint und dann kam der LKW.“ Nicky sah sie fragend an. „Dann bin ich also Schuld an deinem Unfall?“ „Nein, Nicky, das bist du nicht.“ „Doch! Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte, wärst du nicht weinend in dein Auto gestiegen und der LKW hätte dich nicht mitgenommen.“ Tränen liefen über Nickys Wangen. Das war das erste Mal, das Joanne Nicky weinen sah. „Hey, nicht weinen. Das ist schon okay!“ Nicky wischte sich schnell die Tränen weg. „Entschuldige bitte. Es überkam mich gerade so!“ „Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen...Aber ich schlaf lieber noch ein bisschen.“ Joanne drehte sich um und schloss die Augen. Sie bemerkte gar nicht, dass Nicky das Krankenhaus eine Stunde nach ihrem „Erwachen“ verlassen hatte. Immer wieder wiederholten sich seine Worte „Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte...“ in ihrem Kopf. Was meinte er mit Wahrheit? Hatte er doch mehr Gefühle zu ihr?
Am nächsten Tag ging Nicky nicht ins Krankenhaus, sondern auf den Fußballplatz. Immer wieder schoss er aufs Tor – drei Stunden lang. Dann klingelte sein Handy. Außer Atem ging er ran. „Ja?“ „Nicky, Bryan hier. Joanne kommt später nach Hause. Könntest du dann bitte endlich mal Klartext mit ihr reden? Sie ist total durcheinander.“ „Ja, mach ich.“ „Übrigens hat Shorty angerufen.“ „Aha. Was wollte der von dir?“ Während dem Gespräch ging Nicky nach Hause. Wo er, nachdem er aufgelegt hatte, in die Dusche stieg und das Wasser einfach laufen lief. Sauer auf sich selbst stützte Nicky seine Hände gegen die Wand. Warum hatte er Joanne nicht gesagt, dass er sie auch liebt? Warum hatte er sie angelogen? Nach dem er sich eingeseift und wieder abgespült hatte, stellte er das Wasser aus und zog sich neue Sachen an. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, das es inzwischen halb sieben war. Nicky beschloss zu Joanne zu fahren um, wie Bryan ihm riet, ihr die Wahrheit zu sagen.
Als es klingelte ging Joanne vorsichtig zur Tür und öffnete diese. Als sie Nicky sah lächelte sie wieder. „Hey, komm rein.“ Nicky ging in das Haus. „Geh durch ins Wohnzimmer.“ Auch dies tat Nicky und setzte sich auf das Sofa. Joanne setzte sich neben ihn. „Und, wie geht’s dir so, Jo?“ „Wie soll’s mir schon gehen. Hab noch ein bisschen Kopfschmerzen, aber sonst geht es.“ „Dann ist ja gut.“ „Ja. Hat mich ja nicht so schwer erwischt..“ Nicky sagte nichts. „Möchtest du was trinken?“ „Ja, gerne. Aber bleib mal sitzen. Ich hol mir schon selber was. Soll ich dir was mitbringen?“ „Ja, eine Cola bitte.“ Nicky lächelte. „Klar!“
„Also, Jo, der Grund warum ich hier bin ist folgendes.“ „Nein, sag nichts. Das ist schon okay. Du bist nicht Schuld an meinem Unfall.“ „Das wollte ich dir gar nicht sagen.“ „Oh, entschuldige.“ „Jo, lass mich jetzt bitte mal reden und unterbrich mich nicht.“ „In Ordnung.“ Also fing Nicky an Joanne alles zu erzählen. Auch, dass er sie seit ihrem ersten Treffen total gern hatte und das er sich in sie verliebt hat, als sie mit Shane zusammen kam. „Entschuldige, dass ich dich angelogen habe, Jo!“ „Das macht nichts. Immerhin weit ich jetzt die Wahrheit. Und ganz ehrlich gefällt die mir besser als das ich für dich eine Schwester wäre.“ Nicky lächelte. „Dann sind wir uns ja einig.“ Er beugte sich zu ihr rüber und küsste Joanne. „Nicky, ich liebe dich!“, murmelte Joanne. „Ich dich auch!“, erwiderte Nicky, ehe er Joanne erneut küsste.

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