Sequel to *One last Cry*


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Chapter 1

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« Rebekka !!!! …. Ach da bist du ja, kannst du bitte mal auf Gillian aufpassen ? Ich muss noch kurz etwas erledigen. » Während Shane seinen braunen Mantel überstreifte, lief er wieder aus der Küche, in der er Rebekka gefunden hatte. Er ging ins Wohnzimmer, um das Sofa herum und kniete sich neben eine kleine rote Decke, auf der ein kleines Mädchen saß. Sie hielt ein blaues Bällchen in den Händen und sah ihren Vater mit ihren großen, blauen Augen erwartungsvoll an. Er lächelte ihr zu und sie schoss ihm den Ball ungeschickt entgegen. Er versuchte ihn aufzufangen, liess ihn dann aber absichtlich fallen, was ein fröhliches Lachen von Gillian zur Folge hatte. Sie klatschte in ihre winzigen Hände und schüttelte fröhlich ihren kleinen Kopf, so dass die beiden braunen Zöpfe die sie rechts und links am Kopf trug hin und her flatterten. Nach zwei Jahren konnte sie Shane immer noch durch ihr Lächeln so bezaubern, als ob es das erste Mal wäre. "Sie ist schon süss nicht?" Eine Frau mit braun gelocktem Haar kniete sich neben Shane und sah Gillian lächelnd an. Shane war etwas irritiert, weil er Rebekka nicht kommen gesehen hatte und antwortete perplex "Ja…ja das ist sie." Er erhob sich wieder und strich seinen Mantel wieder glatt. "Ich bin in spätestens zwei Stunden wieder da.. Viel Spass mit dem kleinen Teufel" Rebekka lachte und nickte ihm zu. "Ich werd schon fertig mit ihr werden, bis dann, wir warten auf dich "Danke, du bist ein Schatz, bye!" Er drehte sich um und verschwand hinter der Tür.

Trotz des Regens war die Straße ziemlich belebt. Er zog seinen Mantel fester um sich und steckte seine Hände in die Taschen. Als er an einem Kiosk vorbei kam, nahm er sich eine Zeitung und setzte sich in ein Café, das sich nicht weit entfernt vom Kiosk befand. Nachdem er sich einen Capuccino bestellt hatte, entfaltete er die Zeitung und blätterte ein wenig darin. Es stand nichts wirklich wichtiges drin, aber vielleicht lag das auch nur an seiner seltsamen Stimmung. Seine Gedanken kreisten sowieso ständig nur um das Eine, das Einzige was ihn an der Zeitung vielleicht noch interessiert hätte, war das Datum….17. Oktober. Wie er dieses Datum zugleich hasste und liebte. Am 17. war Gillian zur Welt gekommen und er war auf dem Weg ihr etwas hübsches zu besorgen, aber noch etwas anderes bestimmte seine Gedanken an diesem Tag. Genau vor 2 Jahren war Amy gestorben. Als er merkte, dass seine Gedanken sich zunehmend verdüsterten klappte er die Zeitung wieder zu, nahm einen letzten Schluck von seinem Capuccino und verließ das Lokal, nachdem er bezahlt hatte. Seine Gefühle waren einfach nicht zu beschreiben, zum einen freute er sich weil Gillian heute 2 Jahre alt wurde und zum anderen fühlte er sich, als ob dieser Tag geschaffen worden wäre, um ihn zu quälen. Er wollte ja an Amy denken, er wollte in Gedanken bei ihr sein , wenn er schon nicht wirklich bei ihr sein konnte aber alleine die Gedanken schmerzten ihn und sein Körper fühlte sich taub vor Leid an.

Er bog um eine Ecke und erspähte einen netten Laden für Spielsachen. In letzter Zeit redete Gillian nur noch von Bären. Jeden Abend wollte sie eine Bärengeschichte hören, jeden Morgen erzählte sie von den Bären die in ihren Träumen vorkamen, was aufgrund ihres noch geringen Wortschatzes nicht immer leicht zu verstehen war, aber auf jeden Fall hatte sie einen Narren an ihnen gefressen. Also fiel es Shane leicht, zu entscheiden was das Richtige für sie wäre.

Er schlängelte sich zwischen den Regalen hindurch und steuerte auf Eins zu, auf dem es nur so vor Stoffbären wimmelte. Da waren welche in allen Größen, allen Farben, allen Sorten, einfach alles was das Herz begehrte. Er brauchte eine halbe Stunde, um sich alle genau anzusehen aber sein Entschluss stand fest. Ein Bär von dreissig Zentimetern Höhe, stand auf dem obersten Regal und hatte ein wunderschönes Fell, es war weich wie Watte und von einen warmen braun, das einen an das Sitzen vor dem Kamin an kalten Wintertagen erinnerte. Seine Augen schauten glücklich und zufrieden vor sich hin und sein dunkelgrüner Schal lag ihm weich um seinen Hals. Er strahlte die selbe Zufriedenheit wie Gillian aus und Shane spürte einfach, dass er wie für sie gemacht war.

"Hi Amy…unsre Gillian hat heute Geburtstag…" Er stand vor einem Marmorgrabstein und blickte auf ihn hinab. "Ich…ich...schau mal was ich ihr gekauft habe…"Während er sich zu seiner Einkaufstüte hinabbeugte redete er weiter "Sie ist ganz verrückt nach diesen Dingern, du glaubst mir nicht wie oft ich das Wort ‘Bär’ am Tag höre..." Er lachte, während er das Stofftier aus der Tüte fischte und es zum Grabstein hinhielt. Sein Lachen verstummte, als er vor sich hin sah. Es erlosch von seinen Lippen und seine Augen fingen an zu glitzern. « Amy…ich vermisse dich so sehr, ich liebe dich immer noch, ich werde nie mehr in meinem Leben eine Frau so lieben wie dich….ich wünschte du wärst hier und ich könnte dich für immer fest halten…deine Nähe fehlt mir…wenn ich Gillian nicht hätte, wüsste ich nicht wie ich das durchstehen sollte… » Er musste schlucken, seine Stimme war von Wort zu Wort immer leiser geworden, von den Tränen erstickt. Er legte beide Hände über sein Gesicht und ging auf die Knie. Die Tränen liefen ihm unter den Händen durch und immer wenn er versuchte weiter zu reden kam eine neue Emotionswelle über ihn und spülte die Worte aus seinem Kopf weg. Er hatte den Teddy immer noch zwischen den Armen und drückte ihn an sich. "Bitte komm zurück zu mir…bitte…" Er hätte nicht herkommen sollen. Er hatte es von vorneherein gewusst. Was änderte das Ganze denn?? Amy war weg und daran änderte auch nichts, wenn er sich hinkniete und ihr immer wieder sagte, wie sehr er sie liebte. Es fing erneut an zu regnen und Shane erhob sich. Seine Augen waren gerötet und er betrachtete den Grabstein noch ein letztes Mal. Er sah zum Himmel hinauf und schrie "Ich hasse dich!! Wieso hast du mir das angetan? Wieso hast du mir meine Amy aus dem Armen gerissen ??? Ich schwöre dir Rache !! » Wütend stopfte er den Teddy wieder zurück in seine Tüte und verließ verwirrt den Friedhof.

Wie konnte Gott ihm sowas antun? Wieso musste er nur so grausame Dinge tun?? Wieso?? Die Wege Gottes sind unergründlich….Shane pfiff auf diesen Satz. Ob er nun einen Grund gehabt hat oder nicht, er hasste ihn für diese Tat. Wieso konnte er ihr nicht ein letztes Mal sagen, dass er sie liebte? Mit ihr reden, wieso nur ? Das war doch nicht fair, womit hatte er das verdient?

Er ging an einem zefallenen Haus vorbei und ein lila Schild fiel ihm ins Auge. Er machte abrupt halt und las was auf dem Schild geschrieben stand.

"Seher Panutschka

Ich helfe ihnen sich von ihren Verstorbenen zu verabschieden, ihnen Fragen zu stellen und sie um Vergebung zu bitten, denn ich bin ein Medium"

Was für ein Humbug! Er wollte gerade weiter gehen, als er es sich doch anders überlegte. Wieso sollte er es nicht versuchen? Wahrscheinlich würde dieser Panutschki-dings ihm das Blaue vom Himmel herab lügen, aber vielleicht würde Shane es schaffen sich einzubilden es wäre die Wahrheit und vielleicht könnte er seinen Schmerz so vergessen. Er blickte auf seine Uhr und sah, dass er noch eine Stunde Zeit hatte bis es 4 war und er wieder nach Hause musste. Er zögerte einen Moment und trat dann ein.

Chapter 2

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Ein modriger Geruch stieg ihm in die Nase und abgestandene Luft füllte seine Lungen. Ein dämmriges Licht beleuchtete den Raum und Shane erkannte nicht viel. Draußen war schlechtes Wetter, aber immerhin war es heller gewesen als hier. Er musste einen Moment warten, bis er sich an das Licht gewöhnt hatte. Er erkannte eine Person am anderen Ende des Raumes, die auf Kissen im Schneidersitz vor einem kleinen Tisch saß. Zögernd trat er näher. Die Umrisse des Mannes am anderene Ende wurden klarer und er erkannte, dass er die Augen geschlossen hatte. Es war ein Mann mit langem weißen Bart und einem blauen Gewand. Irgendwie kam es Shane vor, als ob der Mann in einer Art Trance war. Seine Arme ruhten auf den Knien und Shane kam sich vor als ob dieser Panutschka nicht einmal merken würde, dass er hier war. Er wollte sich räuspern um auf sich aufmerksam zu machen, aber Panutschka öffnete seine Augen und sah ihn geradewegs in die seinen. Sie waren kalt und eisblau. Er lächelte kühl und sagte: "Treten sie näher Herr Filan" Zuerst wunderte er sich, dass der Seher seinen Namen kannte, sollte doch etwas an der ganzen Sache dran sein? Aber andererseits, war es auch kein Wunder, schließlich waren Westtlife doch schon ziemlich berühmt. Es war nicht mehr außergewöhnlich für ihn, dass manche Leute ihn mit seinem Namen ansprachen, ohne dass er diese kannte. Er setzte sich ungeschickt auf die Kissen auf der anderen Seite des Tisches, die noch frei waren und blieb still. Wieder ergriff Panutschka das Wort. "Sie wollen mit jemandem Verstorbenen sprechen stimmt’s?"

Das war ja wohl nicht schwer zu erraten gewesen. Schließlich stand es auf dem Schild, dass das Medium darauf spezialisiert war. Shane nickte. Geben sie mir bitte ihre Hand. Shane wollte sie ihm gerade hinhalten, als er sie zurückzog und ihn ansah. "Ehm…also…ehe wir anfangen können sie mir bitte etwas versprechen?" Panutschka sah ihn erstaunt an und machte ihm ein Zeichen, er solle fortfahren "Also…ich...könnten sie das bitte für sich behalten, dass ich hier war? Ich will nicht, dass die ganze Welt weiß, dass ich…" Dass er so verrückt war so einen Quatsch zu glauben, wollte er sagen, aber er überlegte es sich anders, er wollte Panutschka nicht reizen und sagte stattdessen: "Dass ich ihn solchen Problemen stecke, einen Seher aufzusuchen…" Der Seher nickte. Shane wusste nicht, ob er es wirklich einhalten würde, aber er konnte jetzt nicht mehr gehen, sonst würde der Seher es wahrscheinlich genau deswegen erzählen. Also blieb er sitzen und hielt ihm seine Hand wieder hin. Panutschka’s kalte Augen wichen nicht mehr von denen Shane’s ab, während er seine Hand ergriff und mit seinen Fingerspitzen darüber strich. Sein Blick wurde immer unfixierter auf Shane’s Augen, bis es nur noch so aussah, als ob er durch ihn hindurch sehen würde. Je unklarer der Blick wurde, umso mehr schloss er die Augen, bis sie schlussendlich ganz geschlossen waren. "Der hat wohl zu viele Filme gesehn….", dachte sich Shane, ließ das Medium aber gewähren. Schlagartig öffnete der Seher die Augen wieder und sie wurden wieder klar, trotzdem sahen sie immer noch durch Shane hindurch. Er regte sich nicht mehr und verharrte eine Minute so. Es wurde Shane allmählich zu blöd. Was machte er denn hier? War er denn verrückt geworden? Zu einem Seher zugehen…Er wollte dem Seher gerade erklären, dass es gut sei, er hätte es sich anders überlegt, als dieser seinen Mund öffnete und sprach " Ich sehe eine Frau…" Shane wurde aufmerksam. "Sie…sie steht in einem Büro…sie hat blondes Haar...sie steht bei einer Kopiermaschine …und…sie macht Kopien…auf den Kopien steht überall ‘Copy’" Shane öffnete den Mund, doch der Seher hob warnend die andere Hand und Shane verstummte wieder. "Sie hat Angst vor den Kopien, es tropft Blut an ihnen herab...sie…schreit...sie" Panutschka sah eine andere Frau die sich von hinten an Amy heranschlich und sie mit dem Fuß rannte, Amy drehte sich aprupt um. Die Frau war um 1,60m und hatte braunes Haar. Sie trug schwarz und Amy trug weiss. Das Bild erinnerte stark an das ewige Engel-gegen-Teufel-Spiel aber die Verbindung brach ab. Ehe Panutschka etwas von der anderen Frau erzählen konnte, wurden die Bilder aus seinem Kopf gezogen, er fühlte den Sog, er versuchte die Bilder zurückzuhalten aber die kalte Welle brach über ihn hinweg und riss sie mit sich.

Sein Blick wurde wieder klarer und er sah, dass Shane aufgestanden war. "Wieso haben sie die Verbindung abgebrochen??" Shane wollte nicht zugeben, dass er nicht an das glaubte was Panutschka ihm da erzählt hatte und stotterte" Es, es tut mir Leid ich hab Amy schreien gehört, ich hatte Angst..." So, das wäre geschafft, einen auf überzeugt machen und schleunigst hier weg kommen. Panutschka fixierte ihn. Es war klar, dass er Shane nichts glaubte. Er konnte es kontrollieren ob er seinen Kunden die selben Bilder zeigte wie die, die ihm durch den Kopf huschten und eins war klar, er hatte Shane die Bilder nicht gezeigt und er hatte auch nichts gehört, aber es war ihm egal. Es kam nicht selten vor, dass ihm jemand absolut nichts glaubte, aber er war daran gewohnt. Er fixierte ihn weiter und sagte: "Das macht 25 Euro." Was? Soviel für diesen Humbug? Egal. Shane wollte nur noch weg hier. Er kramte zwei Scheine aus seinem Portemonnaie und legte sie ihm auf den kleinen verstaubten Tisch vor ihm. Er verabschiedete sich und begab sich so schnell wie möglich zur Tür.

Er trat wieder in das helle Tageslicht. Er kniff die Augen zusammen und tat einen Schritt nach vorne. Ehe er die Augen wieder öffnen konnte, war er mit einer Frau zuammengestoßen. Er öffnete vorsichtig seine Augen. Es ging wieder allmählich, er hatte sich ans Licht gewöhnt und sah die Frau in die er gerannt war. Sie war um 1,60m gross und trug schulterlanges braunes Haar. Er stammelte schnell ein "Entschudigung" und ging weiter. Die Frau tat es ihm gleich und setzte ihren Weg fort. Nach weniger als fünf Minuten hatten beide den Vorfall bereits vergessen. Und auch wenn sich ihre Wege hier trennten so werden sie sich wieder kreuzen…

Chapter 3

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"Hi Shane!" Rebekka hatte ihm die Tür geöffnet, noch ehe seine Hand den Türgriff berührt hatte. "Oh..hi", gab er verwundert zurück, "Wie…" "Wunder dich nicht, Gillian hat die letzte halbe Stunde auf dem Sofa verbracht, aus dem Fenster zu sehen. Ich hätte ihr nicht sagen sollen, dass du gleich kommst. Sobald sie dich gesehn hat, ist sie zur Tür gelaufen und hat nur noch gerufen ‘Daddy ist da! Daddy ist da!’ Shane musste grinsen. Gillian stand hinter Becky und breitete überglücklich ihre Arme aus, um ihren Daddy zu umarmen. Shane nahm schnell seinen Mantel ab, weil er vom Regen durchnässt war und nahm seine kleine Maus auf den Arm. Sie drückte ihm sofort einen dicken Schmatzer auf die Wange und lachte fröhlich. "Mhhh…hier riecht es aber gut! Hast du Gillian etwa wieder einmal meine Küche verwüsten lassen?", fragte er Becky, als er ins Wohnzimmer trat und ihm der warme Duft von frischgebackenem Kuchen entgegenströmte. "Ja, sie wollte sich nicht davon abbringen lassen, einen Kuchen zu backen", antwortete Becky, während sie ein paar Spielsachen aus dem Weg räumte, die Gillian offensichtlich hinterlassen hatte. Er wandte sich wieder Gillian zu. Er sah sie tief in die Augen und fragte. "Habt ihr einen hübschen Kuchen gebacken?" Gillian hatte zwar nur das Wort Kuchen verstanden, aber das genügte ihr, um stolz zu nicken und in die Hände zu klatschen und ihren Vater mit ihren kurzen Ärmchen zu umarmen. Shane musste lächeln und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor er sie wieder zu Boden liess. Gillian lief wieder zu ihrer roten Decke und setzte sich hin. "So dann schneiden wir euren Kuchen mal an, nicht?" Er hatte gar nicht bemerkt, dass Becky in der Küche verschwunden war und mit einem Kuchen wieder aus ihr hervortrat. "Da ist er schon" "Manchmal denke ich wirklich du kannst Gedanken lesen Becky" Becky schmunzelte ihm zu und setzte den Kuchen auf dem kleinen hölzernen Tisch vor dem Sofa ab. "Und…", setze Shane an, doch wieder übernahm Becky für ihn das Denken. "…das Besteck, schon im Anmarsch" Sie verschwand wieder in der Küche und wiedereinmal wurde Shane sich bewusst, dass er einen wahren Glückstreffer mit Rebekka gelandet hatte. Durch den engen Terminplan von Westlife, hatte Shane schnell den Entschluss gefasst, sich ein Kindermädchen für Gillian zuzulegen. Aber nicht nur der Zeitdruck hatte es ihm leicht gemacht so zu entscheiden, sondern auch die Tatsache, dass er Angst hatte, Gillian müsste ohne ihre Mutter aufwachsen. Natürlich war er sich im Klaren darüber gewesen, dass er keinen wahren Ersatz für Amy finden würde, aber wenigstens hatte er versucht jemanden zu finden, der ihr so ähnlich wie möglich war. Er war sehr zufrieden mit seiner Wahl. Sie hatte das selbe Wesen wie Amy und sie hatte den Job schon in der Tasche gehabt, als sie auch nur einen Fuß in den Raum gesetzt hatte. Doch Becky war Amy ähnlicher als er geahnt hatte…Zu anfangs war es schwierig gewesen, jemanden zu finden, der den ganzen Tag hier blieb, um sich um Gillian und den Haushalt zu kümmern. Für sich alleine den Haushalt zu schmeißen hatte Shane gerade noch fertiggebracht, aber mit einem Kind sah das Ganze schon ganz anders aus. Becky hatte eingewilligt, zumals es ihr sehr entgegen gekommen war hier wohnen zu können. Sie hatte keine Familie hier und so musste sie sich wenigstens keine neue Wohnung suchen. Wenn Shane Becky in einem Wort beschreiben hätte müssen, dann hätte er ‘mysteriös’ gewählt. Man konnte gut mir ihr reden und sie war auch immer offen und doch wusste Shane so gut wie nichts aus ihrer Vergangeheit, er wusste noch nicht einmal woher sie kam.

"So, da bin ich" Becky trat wieder aus der Küche und nahm auf dem Sofa Platz. Shane gesellte sich zu ihr und half ihr die Teller und das Besteck auf dem Tisch zu platzieren, während sie zwei kleine Kerzen in den Kuchen steckte. Becky wollte sie gerade anzünden, als Shane wieder aufstand und die Tüte hinter der Tür herausfischte, die er dort abgestellt hatte, bevor er seinen Mantel ausgezogen hatte. "So jetzt kannst du sie anzünden" Becky tat was Shane ihr gesagt hatte, stand auf, nahm Gillian zu sich und setzte sie zwischen die beiden auf das Sofa. Alle beide sangen ihr ein Geburtstagsständchen, während sie fröhlich hin und her wippte und fröhlich mitquiekte."So und jetzt ausblasen", sagte Shane zu ihr, als sie fertig mit singen waren. Gillian blies ihre Backen auf und füllte sie mit soviel Luft wie nur möglich. Dann beugte sie sich nach vorne und öffnete ihren Mund. Nun gut, man hörte zwar die Luft entweichen, aber das Feuer wollte nicht so ganz erlöschen. Beim zweiten Versuch half Shane ihr unauffällig mit und Gillian war begeistert, als sie sah das sie ganz alleine zwei Kerzen zum Erlöschen gebracht hatte. Anschließend gab Shane ihr den Teddy, den sie sofort in ihr Herz schloss und nicht mehr hergeben wollte. Becky schenkte ihr eine kleine Plüschkatze die miaute, wenn man sie auf den Kopf stellte. Auch für ihr Geschenk war Gillian sofort Feuer und Flamme. Nachdem sie ihre Geschenke erhalten hatte, spitzte Gillian ihre Lippen und streckte sie jeweils Shane und Becky einmal entgegen, voraufhin sie ihnen einen lauten Schmatzer verpasste. Shane kümmerte sich nicht darum, dass Gillian sich beim Essen nicht gerade gepflegt verhielt, heute war ihr Geburtstag und sie konnte tun und lassen was sie wollte.

"Shane?? Shane geht’s dir gut??…" "Was? Was ist los?…oh entshuldigung..mir war nur einen Moment nicht gut, es geht schon wieder danke" Becky hatte ihn aus Gedanken gerissen, an die er sich nicht einmal mehr erinnern konnte. Dieses Gefühl war komisch gewesen. Er hatte sich so leer gefühlt, irgendwie als ob seine Seele aus ihm rausgezogen worden wäre und eine andere in ihm Platz genommen hätte. Aber er wollte Becky nichts davon erzählen. Es waren wahrscheinlich nur die Folgen eines anstrengenden Tages und natürlich Amy’s Garbesuchs. "Ich glaube ich geh schlafen, ich fühle mich wirklich nicht so gut. Soll ich Gillian mit nach oben nehmen?", fragte er nachdem er sich den Mund an der Serviette abgewischt hatte. "Oh nein, ist gut, ich hab ihr versprochen, dass ich mir mit ihr, ihr Lieblings video anschaue, geh ruhig schon mal vor, ich werd’ das Chaos hier schon beseitigen" "Danke, dafür hast du was gut bei mir!"

"Shane, ich werd’ dafür bezahlt, schon vergessen?" Shane war schon auf dem Weg zur Treppe gewesen, als er irritiert den Kopf schüttelte. "Ach ja stimmt ja…" "Ich glaub’ dir geht’s wirklich nicht gut, erhol’ dich gut! Oh und ich glaube hier will sich noch jemand von dir verabschieden…."Sie hob Gillian hoch und trug sie zu Shane, der sie kurz umarmte, ihr eine Kuss gab und ihr eine gute Nacht wünschte. "Daddy krank?" Shane nickte. "Keine Sorge mein Schatz, Daddy ist nur müde…" Gillian sah ihn mitleidig und besorgt an. "Nacht ihr beiden!", sagte Shane nur noch, bevor er nach oben ging und sich schlafen legte.

Es war eine unruhige Nacht. Ein verrückter Traum nach dem anderen jagte ihn. In dem einen, musste er zusehen wie Amy in einem Meer aus Blätter ertrank, auf denen überall ‘Copy’ stand. Er hatte ihr helfen wollen, aber eine unsichtbare Macht hatte ihn zurückgehalten. Er hatte sich umdrehen wollen, aber diese Macht, oder Person, oder was auch immer es war, schien ihn zu kennen wie kein zweiter. Sie wusste jede einzelne Bewegung die Shane in Planung hatte im Vorraus und hinderte ihn immer, sich zu befreien und Amy schrie immer weiter und weiter…

Das war nur einer der vielen Träume die seinen Schlaf zu einer Horrorvorstellung werden ließen, aber es war auch der Letzte gewesen, der ihn schweißgebadet aufschrecken ließ.

Er erinnerte sich nur dumpf an seinen Traum und ein paar Fetzen aus den weiteren Träumen schossen ihm durch den Kopf. Er sah die Frau die ihn angerempelt hatte wieder vor sich, aber sie sah ganz anders aus. Eigentlich konnte er nicht wissen ob sie im Traum anders ausgesehen hatte, als in der Realität, da er auf der Straße nicht viel von ihr hatte erkennen können, aber er war sich sicher, dass sie keine spitzen Zähne, Krallen und blutrote Augen gehabt hatte, nicht so wie in seinem Traum.

Als er einen Blick auf die Uhr warf, sah er, dass es 7 Uhr morgens war und er beschloss aufzustehen. Er konnte darauf verzichten sich einem weiteren Alptraum hinzugeben.

Er war mit der Absicht sich eine Kaffee zu kochen, um wieder zu klarem Verstand zu kommen, nach unten gegangen aber kaum war er am Ende der Treppe angekommen, konnte er nicht mehr weiter gehen. "Geh zur Tür", flüsterte eine Stimme. Zuerst erschrak Shane und sah sich hektisch um. War etwa jemand im Haus? Doch dann begriff er, dass diese Stimme aus seinem Kopf kam. Er hatte den Kaffee wohl nötiger als er gedacht hatte. Die Träume verfolgten ihn ja sogar noch wenn er wach war. "Geh zu Tür, öffne sie…" Die Stimme war zuvor nur ein Flüstern gewesen, aber jetzt wurde sie immer fordernder, sie klang fast aggressive. Wie jemand der nicht erhielt was er wollte. Shane beschloss abzuwarten was geschehen würde. "GEH ZUR TÜR, HAB ICH GESAGT!!" Die Stimme hallte in seinem Kopf wider und Shane hielt sich die Ohren zu, während er schrie "Wer bist du? Was machst du? Lass mich in Ruhe!! Lass mich doch einfach nur in Ruhe!!!…" Er war in Panik, das stritt Shane nicht ab. Was ging hier vor?

"Wenn du schön brav zur Tür gehst, lass’ ich dich in Ruhe.." Es war komisch zu hören, wie die Stimme zuvor gekreischt hatte und jetzt in einem fast besänftigtem Ton zu ihm sprach. Zögernd ging Shane zur Tür und öffnete sie. Niemand war da. "Sieh nach unten…" Die Stimme schien sich zu entfernen und wurde immer leiser. Shane’s Blick sank nach unten und er sah einen Zettel der zusammengefaltet und einsam unter seinem Teppich lag und nur eine Ecke des Briefes verriet, dass er dort lag. Er hob ihn auf und enfaltete ihn. ‘COPY’ stand in grossen roten Lettern darauf. Shane drehte das Stück Papier um, doch auf der Rückseite befand sich nichts. "Was soll das?", schrie Shane panisch. Ein leises Flüstern ertönte wieder "Ich habe dir versprochen zu gehen, wenn du die Tür geöffnet hast….", mit jedem Wort entfernte sich die Stimme bis sie schließlich ganz veschwunden war. "Nein, bleib hier! Was soll das? Wer bist du? Wieso machst du das???" Aber die Stimme war weg, sie hatte ihr Versprechen eingehalten. Shane’s Hand ballte sich um den Zettel und knüllte ihn zusammen. "Was ist nur los mit mir? Was passiert hier??" Er hasste es, wenn er etwas nicht verstand, er hasste sich selbst, dafür etwas nicht zu verstehen. War er dabei verrückt zu werden?? Ohne es zu merken war seine Faust auf den Türrahmen niedergesaust. "Scheisse…", schrie er voller Wut und von den Tränen erstickt die sich ihren Weg nach oben bahnten. Wieso quälte ihn jemand so? Wieso? Hatte er nicht schon genug durchmachen müssen??

Chapter 4

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"Shane!! Shane was ist los? Um Himmels Willen was ist denn passiert?" Shane stand ,mit dem Kopf nach vorne, an den Türrahmen gelehnt vor der Tür und sein Gesicht war von Tränen überströmt. Becky legte sanft ihre Hand auf seine Schulter, voraufhin er erschrocken zusammenzuckte. Er konnte diese Berührung nicht vertragen. Nicht weil es Becky war, nicht weil er alleine sein wollte, oder gar weil er sich schämte, sondern weil er vor sich selbst Angst hatte. Er hatte Angst er wäre verrückt und unberechenbar geworden, er wollte niemanden damit belasten und wand sich von ihr ab.

Becky unterließ es, ihn nocheinmal zu berühren, auch wenn sie nicht wusste, was los war mit ihm. Trotzdem, ließ sie nicht locker. Sie respektierte es, wenn ein Mensch etwas nicht wollte, aber sie ließ niemanden einsam mit all seinen Problemen einfach so da stehen. "Komm mit rein Shane, es ist kalt, du trägst nichts außer Boxershorts und einem T-Shirt" Es war ihm in diesem Moment ziemlich egal, ob er sich erkälten würde oder nicht, aber es war von solch einer Belanglosigkeit für ihn ob er nun hier draußen stand oder Becky ins Warme folgte, dass er nachgab und sich von ihr ins Wohnzimmer ziehen ließ. "Was ist passiert Shane? Bitte, ich mache mir doch bloß Sorgen…Was glaubst du wie geschockt ich war meinen Chef so da stehn zu sehen? Ich machte mir ja schon fast Sorgen, dass ich um meinen Job bangen muss!" Shane lächelte ein wenig. Er wusste nicht ob er Becky alles erzählen sollte. Er war doch noch nicht einmal soweit, seine eigenen Gedanken zu ordnen. "Ich...Becky ich will dich nicht damit belasten, das ist wirklich sehr lieb von dir aber..." Sie sah ihn tief in die Augen. Sie spiegelten ein warmes blau-grau wieder, sie spiegelten Besorgtheit wieder. "Shane, du hast mich noch nie mit etwas belastet und überhaupt, vielleicht kann ich dir ja helfen, ohne, dass du es weißt! Stell dir mal vor ich hätte die Lösung für dein Problem und du würdest die Chance vertun dies zu nutzen!?" Sie sah ihn immer noch an. Er wand seinen Blick von ihr ab und sah zu Boden Er war sich sicher, dass sie ihm nicht helfen konnte, aber bei Becky biss man bei so etwas auf Granit, das Wort ‘nachgeben’ kannte sie gar nicht. "Ich war gestern ein Geschenk für Gillian kaufen und auf dem Friedhof…ich hab Amy besucht…auf dem Weg zurück kam ich an einem Hellseher vorbei...ich, ich weiß selbst nicht wieso ich da rein gegangen bin, aber ich konnte nicht anders, ich hatte gehofft ich könnte mir vorspielen mein Schmerz so zu betäuben, aber es hat alles nur noch schlimmer gemacht. Dieser Panutschka hat mir irgendetwas erzählt von einer blonden Frau die Kopien machte, auf denen mit Blut ‘Copy’ stand und sie Angst vor ihnen hatte. Ich hab ihm keinen Glauben geschenkt und bin gegangen. Verstehst du, ich habe gespürt, dass er wusste, dass ich ihm nichts glaube. Und dann…" er öffnete seine Hand in der sich noch immer der Zettel befand, den er vor wenigen Minuten vor seiner Haustür gefunden hatte. Er versuchte ihn glatt zustreichen und hielt ihn Amy hin. "Was zum…", sie nahm ihn sprachlos entgegen und schaute wieder zu Shane auf. "Da erlaubt sich jemand einen Scherz mit dir! Aber es weiß doch keiner von dem, was dieser Seher dir erzählt hat, außer dir und ihm. Das heißt es gibt nur zwei Möglichkeiten, respektiv nur eine, denn als Geschädigten können wir dich ja wohl ausschließen." "Aber wieso Becky? Weißt du was…ich glaube wir vergessen das Ganze einfach, niemand ist zu Schaden gekommen und" "Shane, es tut mir Leid, aber als ich dich vor der Tür gesehn habe, hatte ich echt Angst. Ich meine, ein großer Mann steht vor der Tür und schreit wie wild um sich herum und kann nicht einmal mehr seine Tränen kontrollieren. Da ist mehr dran als du mir erzählen willst…" Shane sah beschämt zu Boden, was sollte er ihr denn jetzt erzählen?? Dass er gerade sentimental drauf war und ihm nach Weinen zumute war? Wohl kaum… "Becky, hör mal, ich…verstehst du es hat mich an Amy erinnert, sogar wenn Panutschka nur alles erfunden hat, hab ich es als Dreistigkeit gegenüber der Liebe die mich und Amy einst verbunden hat empfunden. Ich vertrage es nicht wenn sich jemand über sie lustig macht!" Becky schwieg. "Ich glaube wir vergessen das Ganze", sagte sie nach kurzer Zeit und stand auf, "diese Leute sind es nicht Wert, dass man sich über sie aufregt"

Becky wusste, dass etwas im Busch war, Shane konnte es spüren, aber solange sie so tat, als ob sie ihm glauben würde war er zufrieden.

Shane hatte einen freien Tag gehabt, weil Gillian’s Geburtstag gewesen war und heute war Sonntag. Sowas wie Wochenende gab es zwar nicht für Popstars, aber manchmal machte man auch ihnen eine Ausnahme.

Er dehnte sein Frühstück aus und beschloss am Mittag etwas mit Gillian und Becky zu unternehmen. Dabei wählte er absichtlich die Gegend aus, in der sich der Seher befand. In einem günstigen Moment stahl Shane sich, unter dem Vorwand sich eine Zeitung zu kaufen, davon und begab sich in Richtung Panutschka.

Er erkannte die Ecke genau wieder, auch wenn das Schild was sich gestern dort befunden hatte nicht mehr dort stand. Das Wetter war heute wesentlich schöner und er erkannte in der kalten Herbstsonne seine Fußabdrücke vor dem staubigen Eingang. Er trat ein und wieder einmal befand er sich in dem selben schummrigen Raum, doch auch als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er diesmal niemanden am anderen Ende erkennen. Panutschka machte anscheinend eine große Sache aus diesem kleinen Zettel, gleich alles zusammen zu packen und von hier zu verschwinden. Aber Shane war ja auch nicht besser, er war ja auch sofort zu ihm hin gekommen. Er verfluchte es je zu diesem Seher gekommen zu sein und verließ den Raum wieder. Auf dem Weg zurück zum Spielplatz, kaufte er sich eine Zeitung, was er Becky ja auch gesagt hatte und machte sich dann ab zu den zwei.

Unterwegs blätterte er ein wenig in der Zeitung, aber es war nicht viel aussergewöhnliches passiert. Nur Eins ließ ihn stocken. Ungefähr auf der fünften Seite war ein Bericht über zwei Mordfälle, die vergangene Nacht passiert waren. Er las den Artikel interessiert durch und sah sich die Bilder der Opfer, die die Fotografen erwischt hatten, an. Es kam ihm vor, als ob er diese Menschen kennen würde. Noch nicht lange und auch nicht gut, aber so wie eine Kurzbekanntschaft. Doch die Namen sagten ihm absolut nichts. Er wunderte sich. Aber nachdem ihm einfiel, dass er auch von der Frau die ihn am Tag zuvor angerempelt hatte geträumt hatte, wunderte er sich nicht, dass ihm zwei weitere Menschen aufeinmal bekannt vorkamen. Ihm lief es kalt den Rücken hinunter, als er daran dachte, dass er vielleicht schon an genau diese Menschen vorbeigelaufen war und diese jetzt tot waren.

Er klappte die Zeitung wieder zu und setzte seinen Weg wieder fort. Er war so in die Gedanken an seine Träume vertieft, dass er das Gesicht, das gerade skrupelos lächelnd an ihm vorbeigelaufen war, fast nicht von den Bildern seiner Träume unterscheiden konnte. Aber eben nur fast, denn er wusste, er hatte gerade wieder in das Gesicht der Frau geschaut, das ihm in seinem Traum so grausam erschienen war. Es stellte sich natürlich heraus, dass sie keine blutroten Augen hatte und ihre Zähne auch nicht spitz waren, genausowenig wie die Krallen existierten, aber trotzdem wich Shane zurück, als sie, ihm zulächelnd, an ihm vorbeilief. Das Gesicht kam ihm wieder seltsam bekannt vor und etwas stach ihn, als sie vorbeiging. Körperlich war nichts von einem Monster zu sehen aber ihm war, als ob er ihr in die Seele geschaut hätte und dort hatte er das selbe Bildnis, wie das aus seinem Traum gesehn, hässlich und gemeingefährlich. Das dumpfe Gefühl wich langsam wieder aus ihm heraus und die Wärme floss zurück in seine Finger. Hatte er die Bilder wirklich auseinander gehalten oder doch nicht? Waren das, was er gesehen hatte nur Hirngespinnste oder Visionen? Hatte er die Macht in die Seelen von Menschen zu schauen, die er noch nie zuvor gesehn hatte? Aber wie war das möglich? Hatte Panutschka sich nicht aufgeregt, als er die Verbindung unterbrochen hatte? War er vielleicht so aufgebracht gewesen, weil Shane ihm seine Macht irgendwie entzogen hatte, ohne es zu wollen? Terrorisierte er ihn deshalb? Er war sich nicht sicher. Aber eins wusste er, irgendetwas sehr Seltsames ging hier vor….

Chapter 5

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Shane hatte kein Geheimnis um Gillian gemacht. Er stand dazu, eine Tochter zu haben und, dass die Mutter seines Kindes umgekommen war. Natürlich, hatte er die Umstände ihres Todes für sich behalten, es gab auch schon so genug Aufruhr wegen Gillian und Amy. Im Laufe der letzen beiden Jahre, hatte sich wieder alles normalisiert und man hatte sich daran gewöhnt, dass Shane nun alleinstehender Vater war. Vor Amy’s Tod allerdings, vermied Shane es mit ihr in der Öffentlichkeit gesehn zu werden. Amy wollte nicht in diesen Starrummel hineingeraten und Shane hatte auch nichts dagegen sein Privatleben von seinem Starleben zu trennen. Beide hatten zwar beschlossen ihre Liebe bekannt zu geben sobald Gillian zur Welt gekommen wäre, aber dass alles so kommen würde, wie es gekommen war, hatte keiner von ihnen voraussehen können. Shane war auf großes Mitleid gestoßen und viele seiner Fans sprachen ihm ihr Beleid aus und schickten ihm Zeichnungen oder kleine Teddybären für Gillian. Shane war froh darüber, dass niemand ihn mit Fragen löcherte wie Amy zu Tode gekommen war, es war so schon schwer genug für ihn gewesen es zu verarbeiten.

Scheinbar war die Presse doch nicht so skrupellos, wie er immer gedacht hatte.

Becky sass auf einer Bank vor einem Sandkasten, in dem Gillian sich mit Burgenbauen verausgabte, als Shane zurückkam. Er setzte sich neben sie und legte seine Zeitung zur Seite. Er sah Gillian beim Spielen zu, aber in Wirklichkeit, bekam er nicht wirklich viel davon mit. Seine Gedanken kreisten immer noch um seine Träume und um die zwei Mordfälle. Was war wenn Panutschka hier rumstreifte und Shane suchen würde? Shane hatte gar nichts dagegen ihm seine Kräfte zurück zu geben. Was wollte er denn damit? Es war ihm unheimlich genug auf einmal über Ereignisse Bescheid zu wissen, denen er nicht einmal beigewohnt hatte, Dinge zu sehen die ihm nicht geheuer waren, Menschen in ihre schwarze Seele schauen zu können, nein er konnte wahrlich darauf vezichten! Und überhaupt, bildete sich Shane da nicht irgendetwas sein? Aber die Erklärung mit Panutschka war die einzige die logisch wäre. Becky hatte in Zwischenzeit in der Zeitung geblättert und war auf die Seite gestossen, auf der von den beiden Mordfällen berichtet wurde. "Schrecklich sowas….wie kann ein Mensch so etwas nur tun?..", seufzte sie und sah sich die Fotos an. "Ich weiss es nicht…der muss doch irgendwie krank sein, ich meine wie schwer muss man leiden um zwei unschuldige Menschen umzubringen??" Becky zuckte mit den Schultern. "Wenigstens haben die Opfer nicht viel mitgekriegt, sie waren beide auf Drogen. Wenigstens einmal wo Drogen jemandem geholfen haben…" Er hasste Drogen. Sie hatten ihm sein Leben zerstört, ohne dass er je welche genommen hatte. Becky saß da und sah stumm vor sich hin. "Das ist nicht wahr Shane…Drogen verstärken nur deine Gefühle, das heißt noch lange nicht, dass du keine Angst haben kannst, es bedeutet sogar, dass diese Menschen noch mehr Angst hatten, es verstärkt jeden Schmerz den du tief in dir sitzen hast…am Anfang sieht alles besser aus, aber kaum lässt die Wirkung nach, die am Anfang eintritt bist du auch schon drin und du kommst nicht mehr los…" Sie sah Shane nicht an. Sie starrte nur stumm vor sich her. Ihre Unterlippe zitterte. "Becky…was…was ist los?" Shane war besorgt, hatte er etwas Falsches gesagt? "Nichts...es geht schon wieder danke" Shane wollte nocheinmal nachfragen was los sei. Er konnte sie doch nicht so da sitzen lassen. Sie konnte ihm noch so oft sagen, dass alles in Ordnung wäre, er glaubte es ihr nicht. Doch kaum hatte den Mund geöffnet da fuhr Becky schon fort. Sie wollte das Thema umgehen, sie wollte nicht, dass Shane ihre dunkle Vergangeheit kannte, sie wollte es ja selbst verdrängen. "Ich trau mich ja schon gar nicht mehr mit Gillian auf die Straße zu gehen, wenn ich weiß, dass so ein Irrer hier rumläuft" Gillian…Oh Gott, was war denn wenn Panutschka sich Gillian schnappen würde um ihn zu erpressen? Dieser Gedanke hatte ihn so hart getroffen, dass Becky Erfolg damit hatte, das Thema zu wechseln. "Du hast Recht, geh bitte nicht mehr so weit weg mit ihr spazieren, bleib in der Nähe des Hauses und lass sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr raus. Auch nicht in den Garten, es ist zu gefährlich…auch für dich…"

Keine halbe Stunde später waren alle drei wieder zu Hause. Jetzt Mitte Oktober, begann die Kälte einem bis in die Knochen zu dringen. Nach dem Abendessen brachten sie Gillian zu Bett. Es war erst knapp Acht Uhr und ihre Müdigkeit würde wohl noch auf sich warten lassen. Während Shane Gillian eine Gute-Nacht Geschichte erzählte erledigte Becky den Abwasch. Gillian war friedlich eingeschlafen, kein Wunder so wie sie heute im Sand gebuddelt hatte. Shane stieg die Treppen wieder hinab. Er hatte sehr wohl bemerkt wie Becky am Nachmittag von ihren Sorgen hatte ablenken wollen, er war darauf eingegangen, aber er hatte nicht vor sie damit in Ruhe zu lassen. Es war doch offensichtlich, dass da etwas nicht stimmte. Becky hatte ihm den Rücken zugedreht und machte sich an einer Pfanne zu schaffen. "Becky?…" Sie drehte sich erstaunt um. "Oh, na schläft Gillian schön?" "Darüber wollte ich eigentlich nicht mit dir reden." sagte er ernst und trat näher. Becky drehte den Wasserhahn ab und drehte sich erstaunt um, während sie ihre Hände an einem Tuch abtrocknete. "Was ist los Shane, worüber wolltest du mit mir reden?" Er bewegte sich einige Schritte auf sie zu, bis er ihr genau in die Augen schauen konnte. "Du weißt wovon ich rede, was war heute Mittag mit dir los auf der Bank?" Sie senkte ihren Blick und sah ihn dann wieder geradewegs in seine haselnussbraunen Augen. "Das geht dich wirklich nichts an Shane, lass das meine Sorge sein." Sie wollte sich umdrehen, aber Shane hatte ihren Arm gepackt und hielt sie fest. Er trat noch näher an sie heran. "Becky…ich mache mir doch nur Sorgen, ich dachte wir könnten einander vertrauen, hab ich dir heute Morgen nicht auch meine Sorgen erzählt?" "Das ist doch was ganz anderes ich-" "Ach ja? Was soll denn daran anders gewesen sein? Ich will dir doch nichts Schlechtes, ich will dir nur helfen…ich liebe dich doch…" Er wusste nicht was in ihn gefahren war. Hatte er wirklich gerade gesagt ‘Ich liebe dich’? Becky sah ihn erstaunt an. "Was hast du da gesagt?…ich meine, hab ich mich gerade verhört od-" Shane legte seine Händer um ihre Taille und kam ihren Gesicht immer näher. Was machte er eigentlich hier? Er liebte doch Amy, für immer und ewig, hatte er sich nicht geschworen nie wieder eine andere Frau zu lieben als sie? Hatte er ihr nicht gestern erst gesagt, dass er nie wieder eine Frau so lieben könnte, wie er sie geliebt hatte? Aber es half nichts. Becky’s grün-blaue Augen schauten ihn verwirrt an. Shane zog sie immer näher an sich heran, bis sich ihre Lippen berührten. Er schloss seine Augen und ließ seine Lippen einen Moment auf ihren ruhen. Sie waren so weich. Wie hatte er es vermisst Amy zu küssen...Endlich wieder dieses Gefühl jemanden willenlos zu lieben. Becky rührte sich nicht, doch sie konnte es nicht abstreiten, dass sie ihn wollte. Shane’s Hände wanderten an ihrem Rücken ein wenig aufwärts und sein Kuss wurde leidenschaftlicher. Er erinnerte sich an das Gefühl wie auf Wolken zu gehn wenn er Amy geküsst hatte. Dieses Gefühl zu schweben, ja, ohne Flügel fliegen zu können. Auch Becky konnte nicht mehr anders, als seinen Kuss zu erwidern. Zuerst nur schüchtern, dann immer wilder, bis sie in ein Gefühl versank, das sie nicht beschreiben konnte. Sie zog ihre Lippen aprupt zurück. Es fiel ihr schwer ihre Zunge zu lösen und das beruhigende Gefühl zu unterbrechen. Sie ohrffeigte ihn. Shane sah sie verdutzt an. "Was…?" Ihre Hände zitterten. Sie konnte doch nicht ihren Chef küssen, das geht doch einfach nicht. Sie hatte gespürt wie Shane sie geküsst hatte. Leidenschaftlich und doch als ob er nicht sie spüren würde sondern eine andere Frau. Nicht sie, sondern Amy. Sie wollte nicht Amy’s Ersatz spielen, nur weil Shane sie vermisste. Sie wollte, dass er SIE liebt, dass er sie mit Leib und Seele wollte. Dass er das brennende Gefühl haben soll nur sie zu wollen und sie nicht zu benutzen um die Erinnerungen an Amy wachzukitzeln, zurückzurufen.

Chapter 6

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Shane starrte sie nur ungläubig an. Unmittelbar nach dem Schlag war er einen Schritt zurückgewichen und die Lähmung raste durch seinen Körper, alles was er noch spürte war der brennende Abdruck von Becky’s Hand auf seiner Wange der im Abstand seines Pulses glühte. Sein Mund war halbgeöffnet und seine Augen fixierten Becky als ob er gerade Zeuge des 8. Weltwunders geworden wäre. Erstarrt wie sein Körper auch war so flink waren seine Augen die unablässig die Becky’s suchten, die krampfhaft versuchten seinem Blick auszuweichen.

Shane suchte nach Antworten in Becky’s verlegenem Gesicht doch ihm wurde klar, dass die Schuld bei ihm lag. Auch wenn er den genauen Grund ihrer Reaktion nicht kannte, so war er sich doch bewusst, dass ER sie geküsst hatte und nicht SIE ihn. Becky wollte ihn also nicht. Aber wieso hatte sie seinen Kuss so zärtlich und wild erwidert? Der Kuss...wieder stieg in ihm die Erinnerung an Amy hoch. Er nahm wieder wahr, dass Becky vor ihm stand. Amy...Becky...

„Du hast Amy wirklich sehr geliebt stimmt es?" Woher...? Shane wurde auf einmal bewusst, dass Becky ihm schlussendlich selbst ihre Beweggründe genannt hatte. Sie hatte es also gemerkt. Sie hatte begriffen, dass Shane nicht sie sondern Amy geküsst hatte. Seine Starre löste sich und seine Arme hingen schlaff an seinen Schultern herab. „Es tut mir leid...Becky ich-„ „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen.", ihre Stimme bebte als müsse sie sich beherrschen ihn nicht anzuschreien oder zu weinen. „Ich will mich aber entschuldigen Becky, ich hätte das nicht tun sollen, es war falsch. Ich glaub ich geh dann mal..." Er kratze sich verlegen am Kopf. „Ja ok, ich mach den Abwasch dann mal fertig und äh sorry deswegen..." Sie zeigte auf seine Wange und erötete ein wenig. „Oh ja , kein Problem", er lächelte und ging dann aus der Küche. Für den Rest des Abends vermieden die beiden sich anzusehen oder miteinander zu reden und später gingen sie schweigend zu Bett.

Am nächsten Morgen musste Shane wieder mit den Jungs zum Studio um an ihrem Album zu feilen. Es sollte in Kürze auf den Markt kommen. Er verschwieg ihnen was ihm in den letzen Tagen wiederfahren war.. Er konnte darauf verzichten, dass sie ihn für verrückt hielten. Nach zahlreichen Stunden im Studio und Interviewgeben, setzte er sich erschöpft in seinen Wagen und wollte nach Hause fahren. Doch kaum hatte er den Schlüssel gesteckt tauchte Nicky’s Gesicht vor seinem Fenster auf. Er klopfte an das Glas und bedeutete ihm das Fenster hinunterzukurbeln. Shane betätigte einen Schalter neben sich und das Fenster öffnete sich unter einem Sirren. Nicky streckte seinen Kopf in den Wagen und lächelte: „Hey, wir haben gerade beschlossen was trinken zu gehen, kommst du noch mit auf einen Schluck?" Shane kniff die Augen zusammen und wiegte abschätzend seinen Kopf von links nach rechts und wieder zurück. Schlussendlich verdrehte er die Augen, weil er sich schon wieder hatte breitschlagen lassen und sagte zu: „Na gut" Nicky schmunzelte: „Wunderprächtig, wir sehn uns dann gleich bei ‚Nicholson’s’ Bye!"

Shane zündete den Wagen und fuhr zu ihrem Treffpunkt. Vielleicht würde ihn ja das von seinen zunehmend düsteren Gedanken etwas ablenken.

Als er im Pub eintraf bemerkte er, dass er wohl der erste war und suchte sich und den anderen vier einen Platz am Fenster. Er musste eine Zeitung unter seinem Hintern wegziehen ehe er sich bequem hinsetzen konnte. Die hatte wohl sein Vorgänger hier liegen lassen. Er musterte die Strasse die am Fenster vorbeilief um zu sehen wann die anderen eintrafen. Eine weibliche Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und liess ihn den Kopf nach links schnellen. „Was kann ich ihnen bringen?" Wie es aussah eine alte Bekannte für Shane und wirklich gute Erinnerungen verband er nicht gerade mit ihr obwohl er sie nicht einmal kannte. Doch zu wissen, dass dies bis jetzt der erste und einzige Mensch war an dem Shane die Wucht seiner neu gewonnen Macht entdeckte schien für ihn keinen Anlass zu sein Luftsprünge zu machen. Die Frau lächelte ihn an als ob es sie nicht im geringsten wundern würde wie er reagierte. Sie stand mit ihren Notizblock da, eine weise Schürze die einige Flecken abbekommen hatte um ihre schlanke Taille gebunden. Sie nur ungefähr 1,60 gross und ihr braunes Haar hatte sie sich hinter dem Kopf zusammen gebunden. Sie nickte zur Zeitung rüber, die vor Shane auf dem Tisch lag „Schlimm so was nicht?" Wieder huschte ein merkwürdiges Lächeln über ihr Gesicht doch diesmal kam es Shane vor als ob es ein kindisches Lächeln wäre, so etwa wie es junge Mädchen aufsetzten wenn sie mit einer Person redeten über die sie etwas wussten und diese Person sich dessen nicht bewusst war. In etwa als ob ein Gerücht unterwegs wäre und nur die Person um die es sich handelt die einzige wäre, die noch keinen Wind davon bekommen hätte. Eine starke Abneigung gegen diese Frau regte sich in Shane und die Tatsache das wahre Innere ihrer Seele gesehen zu haben war nicht wirklich hilfreich dabei dieses Gefühl zu lindern. Er nickte nur kurz ohne zu wissen von was der Artikel überhaupt handelte und bestellte ein Guiness. Er wollte sie loswerden. Immer noch ihr Lächeln auf den Lippen schwebend verschwand sie hinterm Tresen und beobachtete interessiert wie Shane sich nun dem Zeitungsartikel widmete.

Polizei findet geheimnisvolle Inschrift des Mörders

Dublin 19. November 2002

‚Die beiden Mordfälle, die sich vor 2 Tagen, am 17 . November in der Innenstadt Dublin’s ereignet hatten bleiben weiterhin ein Mysterium für die Polizei, doch vielleicht bringt sie eine geheimnisvolle Innschrift, die wahrscheinlich vom Mörder herrührt, der Lösung ein Stück näher. Das Zeichen, sei es ein Symbol, der Deckname des Mörders oder ein Hinweis den nur der Vermittler dieser Botschaft entschlüsseln kann, wurde auf höchstbrutale Art in die Genitalien der beiden Opfer geritzt. Die Gerichtsmediziner entdeckten die blutige Schrift bei ihrer Untersuchung. Ein Sprecher der Polizei berichtete uns: „Zuerst dachten wir es würde sich um Spuren des Kampfes handeln, doch als wir genauer hinsahen, erkannten wir, dass auf den Geschlechtsteilen der Opfer klar und deutlich C-O-P-Y eingeritzt war. Wir tappen weiterhin im Dunkeln"

Shane kam nicht dazu weiter zu lesen, denn die Zeitung war ihm geräuschlos aus der Hand geglitten. Die Bedienung stand wieder vor seinem Tisch, doch Shane konnte sich nicht mehr aus seinem Schockzustand lösen, was die Frau in vollen Zügen zu geniessen schien .Jetzt erkannte Shane das Ebenebild ihrer teuflischen Seele, das sich nach Aussen gekehrt hatte. Er wünschte nur, dass er nicht noch weiteren Menschen in die Seele blicken musste. Sie setzte das Bier vor ihm ab und verschwand dann wieder, immer noch das geniesserische Lächeln auf den Lippen schwebend.

Chapter 7

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Das rückte die ganze Sache natürlich in ein ganz anderes Licht. Bis jetzt hatte Shane keinerlei Verbindung zwischen den Morden und Panutschka’s irren Psycho-Spielchen vermutet. Und es bedeutete nichts Gutes. Ganz und gar nichts Gutes. Mal abgesehen davon, dass Panutschka weiter ging als Shane es vermutet hatte, wuchs seine Furcht um Gillian unaufhaltsam. Er wollte Becky eigentlich nicht jedes Detail, das seine Gedanken leitete nennen, aber sie musste bescheid wissen über diesen Irren. Er würde es sich nie verzeihen, wenn seine Tochter einem Mörder in die Hände fallen würde, nur weil sein verdammter Stolz es ihm nicht erlaubt hatte sich vor Becky blosszustellen. Ihm wurde übel. Diese Information belastete seine Gedanken zu viel. Neue Türen öffneten sich in seinem Kopf und so viele verschiedene Erklärungen lagen ihm offen. Nur darauf wartend der Reihe nach dran zu kommen und von seinem Gehirn zerquetscht zu werden, bis er dieses Chaos geordnet hatte. Aber eine Tür blieb Shane nach wie vor verschlossen. Wieso kommunizierte Panutschka auf diese Weise mit ihm? Wieso stellte er sich nicht vor seine Tür und versuchte wie ein normaler Mensch mit ihm zu reden? Shane dachte krampfhaft darüber nach wieso ein Mensch direkten Kontakt zu einer anderen Person vermied und zwar peinlichst vermied. Angst. Angst war das einzige Gefühl, das Shane einfiel, das einen davon abhielt zu nahen Kontakt mit einer Person zu pflegen. Aber wieso sollte Panutschka Angst vor Shane haben? Schmerz meldete sich in seinem Hinterkopf, doch er ignorierte das ständige Stechen, er wollte nicht eher aufgeben als dass er jede Möglichkeit durch hatte und vielleicht sogar auf irgend eine Lösung stiess. Das letzte und eigentlich auch das erste Mal, dass Shane direkten Kontakt zu Panutschka hatte, war in diesem dunklen Zimmer gewesen. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass der Seher in irgend einer Art und Weise vor ihm zurück gewichen war. Was hatte sich denn von da an an Shane verändert, was furchteinflössend sein konnte? Seine neugewonnen Macht...hatte Panutschka tatsächlich Angst vor seiner eigenen Macht? Vielleicht steckte noch viel mehr hinter der Kraft als Shane bis jetzt gemerkt hatte und das Medium fürchtete Shane hätte die volle Macht unter Kontrolle und könnte eine Bedrohung darstellen. Aber wieso dann diese Morde? Weitere Zettel vor der Tür hätten doch auch genügt, Briefe in denen er Shane erklärt hätte, dass er seine Macht zurück haben wollte, von ihm aus Erpressungen enthalten konnten, aber wieso immer und immer wieder dieses selbe Wort COPY. Wieso terrorisierte er Shane nur mit diesem einen Wort und noch schlimmer wieso hatte er damit Erfolg? Es war doch nur ein Wort! Wieso musste er unschuldige Menschen da mit hinein ziehen? Als Shane über die Bedeutung von COPY nachdachte lenkten sich seine Gedanken auf die Stimme die seinen Kopf erfüllt hatte. Wieder stand ihm ein neues Rätsel offen. Wenn doch seine ganze Kraft auf Shane übergegangen war, wie konnte er dann mittels Telepathie mit ihm reden? Diese Stimme...Shane, spürte dass sie irgendwie der Kern der Sache war, er wusste nicht wieso, aber sie war ein wichtiges Indiz, er konnte es spüren, genau wie das Gefühl das ihn nicht losliess, dass die Lösung genau vor ihm lag und so einfach und doch zugleich genial war, dass er sie nicht fand. Er musste lächeln. Lächeln über die Albernheit seiner Überlegung. Wie weit war er gesunken, dass er sich ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigte geheimnisvolle Kräfte zu besitzen. Aber er spürte sie doch. Er spürte etwas Fremdes in seinem Körper, spürte wie er sie unter Kontrolle bringen musste, hörte Stimmen die ihm Dinge zuflüstern, die sich als wahr erweisen, Stimmen die ihm logisch antworteten und Bilder, Abzüge menschlicher Seelen die ihm in seinen Träumen und sogar im Wachzustand entgegenblickten. Entweder war er verrückt oder er klammerte sich an den einzigen Gedanken der Hoffnung enthielt, wenn auch nur minimale Hoffnung, ein Gedanke voller Unzurechnungsfähigkeit und getränkt von der Unmöglichkeit, aber trotzdem es war das einzige was ihm logisch erschien. Sogar wenn er verrückt, war wie konnte dann eine ganze Stadt das selbe wissen wie er? Jeder hatte gelesen welches Wort der Mörder eingeritzt hatte und damit, dass die ganze Stadt auf einmal den Verstand verloren hatte wollte er sich nicht anfreunden, er blieb bei seiner Theorie.

Mittlerweile war das Stechen so stark, dass es sich so anfühlte als ob sein Kopf pulsieren würde, wie eine Lampe die man andauernd an und ausknipste. Er musste Ordnung in diese Sache bringen!

Das erste was er machen musste, war zur Polizei zu gehen. Er wollte Panutschka finden. Er wollte sein normales Leben wieder haben. Unter anderen Umständen hätte er die Polizei nicht eingeschaltet, aber wenn Panutschka sogar schon soweit ging zu Morden, um Shane unter Druck zu setzen, war es mehr als notwendig.Er hatte den Zettel, den er vor seiner Tür gefunden hatte immer noch und vielleicht war Panutschka was ihn betrifft nicht so vorsichtig gewesen mit seinen Fingerabdrücken. Dann müssten sie ihn zwar noch immer finden und die Beweise wären bis dahin ziemlich dürftig, aber wenigstens war es ein Anhaltspunkt. Natürlich war er sich bewusst, dass er der Polizei einige Erklärungen liefern musste, wieso er Morgens einen Zettel vor der Tür liegen hat auf dem das selbe Wort draufsteht, wie das was ein Mörder seinen Opfern auf den Körper einritze. Er war sich wohl im Klaren darüber und deswegen, legte er sich zurecht was für Polizeiohren bestimmt war und was nicht. Die Stimmen liess er lieber weg, nicht dass sie ihn danach noch für unzurechnungsfähig hielten und seine Aussage für sie soviel wert war wie der Furz eines Kamels. Er musste sie auch bitten seinen Namen der Öffentlichkeit vorzuenthalten, das wäre mehr als schlecht für sein Image und das der Band.

„Sag mal pennst du grad, oder so?", eine Stimme riss ihn jäh aus seinen von Schmerz umhüllten Gedanken.

Chapter 8

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Mark rüttelte an seiner Schulter und sah auf ihn herab. „Äh, nee. Hab nur grad über was nachgedacht. Wo wart ihr denn so lange?" Mark sah ihn irritiert an „Also hast aber ziemlich geschockt ausgesehen, dafür dass du nur über was nachgedacht hast mein Lieber!" Shane rang sich ein Lächeln ab und schaute die anderen an. Bryan hatte sich neben ihn gesetzt und Nicky und Kian sassen ihm gegenüber. Mark zuckte mit den Schultern und setzte sich neben ihn. Er sah sich um und sein Blick blieb an der braunhaarigen Bedienung hängen. „Hey, wen haben wir denn da? Is die neu hier?" Shane wäre schon fast wieder in Gedanken abgedriftet und wand den Kopf in die Richtung, in die Mark schaute. „Was?...Oh keine Ahnung. Jetz sag bloss die gefällt dir?" Ekelerregt verzog er das Gesicht. „Klar doch, is doch süss die Kleine!"

„Find ich auch, en bisschen kleinwüchsig aber ganz ok", pflichtete Bryan ihm zu während er ihr auf ihren Hintern starrte. „Ja im Gegensatz zu dir is jeder kleinwüchsig Bry!", lachte Kian. Gleichzeitig drehten Mark und Bryan ihren Blick von ihr weg, als sie sich in Bewegung setzte und an ihren Tisch kam. Wieder klappte sie ihren Notizblock auf und hielt sich bereit Bestellungen entgegen zu nehmen. „Ich nehm en....hmm... was nehmen wer denn da? Naja, dann nehm ich halt en Bier" Sie notierte ein Bier für Kian. Nicky meinte er könnte mal wieder Baileys vertragen und Mark und Bryan bestellten sich ebenfalls Bier. Als sie wieder weg war wand Kian sich an Shane : „Na mein Dicker die hat dich ja fast mit den Augen ausgezogen!"

„Oh Gott...Na hoffentlich nicht...", stöhnte Shane. „Sach ma hasse irgendwie so was wie geschmackverirrende Pillen geschluckt oder so?", fragte Bryan. Shane schüttelte den Kopf. „Nee, keine Ahnung, aber is irgendwie gar nich mein Typ." Er konnte ja wohl schlecht sagen „Naja son Biest mit Krallen will ich ja nich so unbedingt hamn...", aber wer ausser ihm hätte diesen Satz schon verstanden?

„Najaaaa...", schmatzte Nicky nach einem Schluck Baileys.

Irgendwie genoss Shane es mit seinen Freunden hier rumzuhängen, obwohl in so viele Sorgen plagten. Er war doch hierher gekommen um sich abzulenken also würde er das jetzt auch versuchen.

Wenn Shane nicht so sturzbetrunken gewesen wäre, hätte er sich gewundert wie viel Guiness es in diesem Café gab. Eigentlich müsste er denen doch schon alles leergetrunken haben.

„Haha, der Filan hat sich eine zu viel hinter die Binde gekippt", lachte Bryan. „Ja nee mein juter du bist ja auch noch v...voll n..nüchtern", grinste Shane mit einem etwas dümmlich aussehenden Ausdruck in den Augen. „Gut gesagt Shay, mit dem MacFadden kannse echt nirgendwo hingehn, ohne dass der danach aus en paar Kilometern Distanz nach Alki stinkt.", lachte Kian vorauf hin er sich einen viel zu grossen Schluck von seinem Bier genehmigte.

Eigentlich war jeder einzelne von ihnen besoffen wie ein Schwein, das zwei Tage lang in einem Swimmingpool aus Schnaps geschwommen war.

„Hätt ich doch meine Kerry hier...", sang Bryan lauthals und Nicky stimmte ein mit „Hätt ich doch meine Gina hier..." Kian und Mark konnten da irgendwie nicht mithalten denn was hätten sie denn schon singen können? „Ach hätt ich doch meine Ma hier...?" Auch Shane hätte da keinen equivalenten Namen nennen können, jedenfalls dachte jeder das...

„Ach hätt ich doch meine Becky hier..." Bryan und Nicky verstummten und sahen ihn stirnrunzelnd an. Ihr Zustand half ihnen nicht gerade schneller zu denken. „Becky?? Deine Haushälterin?" Shane nickte heftig. „Jo jo jo, meine Beckyyyyyy, lalalala und diese Biene die ich meine die heisst Becky, kleine, süsse, nette Biene Becky..."

„Ach meine Becky, ich dachte immer ich würde sie nur mögen aber jetzt weiss ich dass ich sie liebe!" Und dieser Satz war keinesfalls ein Unfall wegen dem Alkohol. Manches sieht man viel klarer wenn man betrunken ist, vor allem Gefühle werden verstärkt und man erkennt wer man wirklich ist und wie man fühlt. Irgendwie erschreckte Shane dieser Gedanke. Er musste sich zusammenreissen ehe er den anderen noch auf die Nase band über WAS er vorhin nachgedacht hatte. Aber er war sich sicher, dass er Becky liebte und alle Hebel in Bewegung setzen würde um ihr das klar zu machen.

Chapter 9

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Keiner von ihnen hätte in diesem Zustand fahren dürfen, aber man begegnet selten einen betrunkenen Menschen der sich noch Sorgen darüber macht ob er nun fahren darf, oder nicht und so setzte jeder sich in seinen Wagen und fuhr nach Hause, nachdem sie aus dem Café geflogen waren, das auch irgendwann mal schliessen wollte.

Aber keiner von ihnen baute einen Unfall, was jeden von ihnen insgeheim wunderte.

Shane gelang es endlich den Schlüssel richtig ins Loch zu stecken und öffnete kichern die Haustür. Irgendwie schien es ihm, als ob er Probleme hätte richtig zu gehen, aber das belustigte ihn nur noch mehr. Doch er bremste sich. Er versuchte so wenig wie möglich Krach zu machen, schliesslich mussten Gillian und Becky schon längst im Bett liegen. Unter grösster Mühe versuchte er seine Jacke abzustreifen und seine Schuhe auszuziehen, ohne dabei umzufallen, was ihm ziemlich schwer fiel.

So gut wie er auch drauf war, so langsam spürte er die Müdigkeit, die in seinen Körper kroch. Er wollte nur noch Schlafen. Er schleifte sich die Treppe hinauf, wobei er öfters die Stufen verfehlte, aber er kam oben an. Endlich hatte er seine Zimmertür erreicht. Leise öffnete er sie und trat ein. Er hatte jetzt nicht mehr die nötige Kraft sich auszuziehen, sondern liess sich so wie er da stand einfach aufs Bett fallen. Ohne zu achten wo er hingrabschte, zog er sich sein Kissen herbei und vergrub sein Gesicht darin. Komisch, wieso war das Kissen denn so warm? Naja, es konnte ihm ja auch egal sein, Hauptsache der Schlaf würde bald über ihn kommen.

Becky schreckte hoch. Ihr Kissen war zu Boden gefallen und sie streckte ihre Hand nach unten um es aufzuheben. Langsam tastete sie den Boden unter sich ab. Dann wurde ihr klar, dass sie so verschlafen sein musste, dass es auf die andere Seite gefallen war. Mühsam drehte sie sich um und griff nach links.

Es hatte keine Minute gedauert bis Shane fest eingeschlafen war und genau so schnell fing er wieder an zu träumen. Er träumte, dass Becky ihn berühren würde. Sanft seinen Rücken berühren würde und mit den Fingern abtastete. Es war eine Wohltat so da zu liegen und sich Berührungen einzubilden die ihm ein beruhigendes Gefühl verschafften.

Becky hatte ihr Kissen gefunden, aber nicht auf dem Boden zu ihrer Linken, wie sie gedacht hatte sondern neben ihr auf dem Bett, er musste wohl nur etwas weggerutscht sein. Sie zog daran.

Die Berührung brach ab. Ein Ziehen ging durch seinen Körper und er merkte wie sich seine Arme fester um das Kissen zogen. Er wollte wissen was los war und öffnete die Augen.

Wieso klemmte diese verdammte Kissen denn jetzt? Sie wollte wissen was los war und öffnete die Augen.

„Becky?? Hä? Was machst du in meinem Bett??" Becky sah ihn schlaftrunken an. „Was? Das ist mein Bett, was machst du hier?" Shane sah sich um und er musste sich eingestehen, dass sein Zimmer, abgesehn davon, dass das Bett genau dort stand wo seins steht, nicht wie sein Zimmer aussah. „Oh..."

Becky fasste das als klares „Na dann geh ich wohl besser mal" auf, drehte sich wieder um, nicht ohne ihr Kissen unter ihm wegzuziehen und sich in die Decke einzuwickeln und versuchte wieder einzuschlafen.

Etwas weiches berührte ihren Nacken und eine Hand legte sich um ihre Taille.

Shane war gerade beherzt damit beschäftigt Becky mit Küssen zu übersäen. „Shane!!! Ich dachte wir hätten das geklärt!?" Sie ertrug es nicht, dass er die selbe Masche zweimal bei ihr abzog. Sie hatte nun wahrlich nichts dagegen mit Shane Zärtlichkeiten auszutauschen, aber nicht so. Nicht als ‚Amy Ersatz’.

Aber Shane konnte nicht aufhören. Irgendetwas animalisches trieb ihn dazu weiter zu machen. Es schien ihm als würde die Welt zusammenbrechen, wenn er jetzt aufhören würde. Als wenn es alles auf der Welt bedeuten würde jetzt weiter zu machen.

Seine Zunge berührte ihren Hals und suchte sich ihren Weg nach vorne. Doch Becky spielte sein kleines ‚Ich-bin-besoffen-Spiel’nicht mit, denn so nah wie Shane ihr jetzt war, war ihr nicht entgangen wie dermassen er nach Alkohol roch. Sie setzte sich auf und Shane’s Kopf blieb, völlig überrascht, neben ihr zurück. „Kannst du jetzt bitte mal damit aufhören? Ich versuche hier zu schlafen!", sagte sie und kam nicht drum rum ihn süss zu finden wie er so neben ihr lag und sein Kopf noch immer in der gleichen Position neben ihr schwebte.

Becky hatte ihren Rücken gegen das Kopfende des Bettes gestützt und sass ruhig da während sie ihn, auf eine Antwort wartend, ansah.

Na so leicht wollte Shane aber nicht aufgeben. Wenn er nicht gerade so viel Prozente im Blut hätte, dann hätte er sich zurückgehalten und wäre die Sache langsamer angegangen, aber nun erschien ihm das ganze so...so leicht irgendwie. Er rutschte etwas zur Seite und legte seinen Kopf in ihren Schoss und sah sie von unter herauf an. „Wieso soll ich aufhören?" Er lächelte sie entwaffnend an und wartete auf eine Antwort. „Weil...weil..." Ja wieso denn eigentlich? Sie hatte ja im Grunde absolut nichts dagegen einzuwenden, aber ihm zu sagen, dass sie ihn liebte wäre ja auch keine Lösung.

Sie bückte sich zu ihm hinunter, bis sie ganz nah an seinem Gesicht war und sagte: „Weil es mich stört, deshalb!" Shane grinste nur und hob seinen Kopf an bis sich ihre Lippen berührten. Er hob seine Arme und verschränkte sie hinter ihrem Kopf und zog sie zu sich hinunter. Die Arme wären eigentlich gar nicht nötig gewesen, denn Becky war ihm wiedereinmal restlos verfallen. Genau wie Shane überfiel sie ein animalisches Gefühl. Sie konnte einfach nicht aufhören. Wieso sollte sie das tun?? Gierig war sie und nicht nur sie. Sie spürte wie Shane’s Hände gierig an ihrem Körper herumglitten, suchend nach irgend etwas was seine Gier stillen konnte.

Doch Becky’s Stolz meldete sich wieder und bewegte sie dazu ihn von sich zu lösen. „Nein! Nein Shane, ich will nicht Ersatz für Amy spielen!"

„Aber ich liebe dich doch!" „Das sagst du doch nur, weil du sturzbetrunken bist, in Wirklichkeit hängst du noch an Amy!" „Nein Becky! Bitte glaub mir. Ich weiss, dass ich noch an Amy hänge, aber sie ist tot, ich kann nicht mein ganzes Leben lang keine andere Frau mehr lieben. Mich der Liebe für ewig entziehen und ich weiss jetzt, dass ich dich liebe!! Bitte glaub mir, wenn ich jemanden als Ersatz brauchen würde, könnte ich mir genau so gut einen Groupi schnappen. Bitte Becky hör mir doch zu..." Doch Becky schenkte ihm keinen Glauben. „Bitte, wenn du nicht aus meinem Zimmer verschwinden willst, dann geh ich eben in deins. Das hast du nun davon. Und wenn du Befriedigung suchst, du hast auch eine Hand. Du weißt ja sicher wie es geht." Mit diesen Worten stand sie auf und suchte sich ihren Morgenmantel und ihren Pantoffel. „Aber...verdammt..."

Sie hatte Recht. Er wusste, dass sie Recht hatte. Er war besoffen, er war nur wie ein wildes Tier auf Befriedigung aus. Aber in einem Punkt irrte sie sich gewaltig. Er liebte sie, aber er wusste, dass sie ihm nicht glauben würde, ehe er nicht wieder nüchtern war. Dann vielleicht auch nicht, aber SO ganz sicher nicht.

Becky stampfte aus der Tür und er hörte wie sie im Zimmer nebenan verschwand. Sauer kroch er unter die Decke und dachte über Becky’s Worte nach. Ihm fiel noch ein Punkt ein wo sie Recht hatte. Die Gedanken an Becky’s Berührungen würden genügen... Er zog die Decke zurecht und knüllte das Kissen unter seinem Kopf zusammen ehe er sich flach auf den Rücken legte, seine Jeans öffnete und seine Hand zwischen seine Beine gleiten liess...

Chapter 10

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Sein Kopf schmerzte. Er wollte aufstehen, aber es kam ihm vor als ob er ein paar Tonnen Blei unter der Schädeldecke hätte, und die Schwäche die seinen Körper verseuchte, zwang ihn zurück aufs Bett. Er streckte sich, aber das änderte auch nicht viel daran, dass er einen gewaltigen Kater hatte. Mit letzter Kraft versuchte er sich mühsam aus dem Bett zu hieven und es gelang ihm, wenn auch unter grösster Anstrengung. Wütend schlug er auf den Wecker, dessen monotones Piepen darauf hin verstummte. Er hätte nichts lieber getan, als sich zurück in sein Bett zu legen, aber er konnte nicht Er musste noch duschen und sich dann ab zu den Jungs machen. Die Perfomences für ihre Welttournee im Frühling, sassen noch lange nicht so wie sie sollten.

Er stellte das Wasser ab und griff nach dem Handtuch, das über der Dusche hing. Nachdem er es um seine Hüften gewickelt hatte, begab er sich zum Spiegel und betrachtete sich zum ersten mal an diesem Tag. Ein Mann mit Ringel unter den Augen, durch die man hätte durchspringen können, geröteten Augen und einem toten Ausdruck in den Augen starrte ihm entgegen. Er fuhr sich mit der Hand über sein Kinn und griff darauf hin nach seinem Rasierer.

„Hey Bry! Kannst du mir heute Abend vielleicht einen Gefallen machen?" Bryan sass neben ihm auf einer Bank, im Hintergrund ihrer Tanzfläche. Er legte sich ein Handtuch um den Nacken und trocknete seine Stirn, die von Schweiss Perlen bedeckt war ab. „Klar, erzähl." Shane setzte seine Trinkflasche, aus die er kurz zuvor einen kräftigen Schluck genommen hatte, ab. „Also, die andern kann ich nicht fragen, das will ich ihnen nicht zumuten aber könntest du heute Abend auf Gill aufpassen? Sie könnte ja mit Molly ein bisschen spielen?" „Klar wieso nicht" Er stellte nicht lange Fragen, wieso Shane nicht selbst auf sie aufpassen konnte, oder wieso Becky wohl verhindert war, sondern leistete Shane diesen Gefallen einfach. Er würde schon seine Gründe haben.

Als er am Abend durch die Haustür hineinkam entdeckte er Becky und Gillian. Becky war damit beschäftig Gillian’s Schuhe zuzubinden und ihr die Jacke fester zuzumachen. „Hey, wo wollt ihr denn hin?" Becky sah nicht auf. „Ich hab ihr versprochen heute mit ihr in den Zirkus zu gehen. Komm mein Bärchen wir sind schon spät dran." Sie stubste Gillian’s Nase mit dem Finger an und erhob sich. Es wäre nicht einmal einem Blinden entgangen, dass Becky peinlichst Blickkontakt zu Shane vermied. Sie drängte sich an Shane vorbei und öfnete die Haustür, doch Shane hielt sie fest. „Das geht aber nicht, tut mir leid. Ich hab Bryan gesagt, dass Gillian heute zu Molly rüber kommt. Sie kann ja mit den beiden zum Zirkus gehen."

„Aber wieso? Ich komm schon damit klar. Ich hab sehr grosse Lust mit ihr dahin zu gehen. Also holen wir jetzt Molly ab und gehen gemeinsam dahin, dann kannst du mit Bryan ‚einen’ trinken gehen. Machst du ja so gerne!" Autsch! Shane hatte gewusst, das es nicht leicht werden würde, aber dass sie jetzt schon mit ihm redete wie seine Mutter, hatte ihn schon ein wenig getroffen. „Nee, ich geh lieber mit dir einen trinken. Was meinst du? Wir haben noch was zu klären glaub ich."

Mann, wieso liess der einfach nicht locker? Sie hatte sich doch klar und deutlich ausgedrückt. Naja, ok sie war ihm schon ausgewichen und mit keinem Wort erwähnt, dass sie ihn mochte und sie dieses ‚Amy-Spiels’ desshalb leid war, aber sie hatte ihm zu verstehen gegeben, dass sie nicht wollte. Obwohl...vielleicht könnte es nichts schaden. Man weiss ja nie. Wenn sie sich von ihrer besten Seite zeigen würde, würde er sich vielleicht doch noch in sie verlieben und sehen, dass die Welt nicht nur aus einer einzigen Frau besteht. Na gut, sie mussten ja nichts machen. Reden hat noch keinen umgebracht.

„Ok, aber bloss reden verstanden?" Shane schmunzelte und nahm Gillian an der Hand. „Geht klar! So ähm, ich fahr Gill dann mal zu Bry und du ziehst dich in der Zeit um. Is ja wohl bekannt, dass Frauen dazu länger brauchen, als Männer. Kann ruhig en bissl eleganter werden, ich will dich ja nicht in so ein raues Pub mitschleifen" „Haha, immer dasselbe. Ich erwähne wohl besser nicht worin Männer langsamer sind als Frauen. Ich glaube es nennt sich Denken." Shane stand schon halb draussen und ehe er die Tür vollständig schloss, schaute er noch einmal durch die Türspalt und meinte: „Eins ist jedenfalls klar, ihr müsst immer das letzte Wort haben." Lächelnd schloss er die Tür und stieg mit Gillian an der Hand die Treppe runter.

Der Schrank stand offen. Sie hatte genug Kleider, es waren auch einige elegante darunter, aber eins stach ihr ins Auge. Ihr Entschluss hatte fest gestanden sobald sie es gesehen hatte. Sie hatte es noch nie getragen, aber es übertraf all ihre Kleider an Schönheit. Der Weg wie sie an das Kleid gekommen war, war ihr zwar etwas peinlich, aber sie hatte es so geliebt, dass sie nicht anders konnte.

Shane teilte einen Container im Hinterhof mit dem Nachbarn. Es war ein riesengrosses Ding und es passte genug rein. Eines Tages, Becky war noch nicht lange als Haushälterin angestellt, trug sie den Müll hinunter zu besagtem Container. Sie wollte die Tüte gerade absetzen, als ihr ein silbrig glitzernder Stoff ins Auge fiel. Sie zog den Stoff heraus und es stellte sich heraus, dass es en fast nagelneues Kleid war. Sie hatte es nicht übers Herz gebracht es zurück zu legen und es der Müllkippe zu überlassen. Wie es aussah war es erst kürzlich hinein geworfen worden und fast gar nicht verdreckt. Wahrscheinlich war es von der Nachbarsfrau. Wenn es so war, dann hatte diese Frau einen wahnsinnig schlechten Mode Geschmack. So ein Schönes Kleid kann man doch nicht einfach dem Müll überlassen.

Von da an hing es in ihrem Schrank. Sie hatte aber noch keine Gelegenheit es anzuziehen. Sie zweifelte zwar daran, dass die Nachbarin, das Kleid wieder erkennen würde, aber sicher war sicher. Doch heute war niemand da. Sie waren in Ferien gefahren und so bot sich eine gute Gelegenheit es anzuziehen.

Der schwarze Stoff schmiegte sich an ihren Körper und ihre Rücken fühlte sich kühl an. Das Kleid war rückenfrei und liess ihre Schultern entblösst. Sie hatte sich dafür entschieden keine Strumpfhose zu tragen und, das Kleid das bis übers Knie ging, zeigte ihre langen Beine. Schlussendlich schlüpfte sie in ihre schwarzen Schuhe und betrachtete sich im Spiegel. So müsste es gehen. Noch kurz die Haare hochgesteckt, etwas geschminkt und fertig. Sie wollte es ja nicht übertreiben.

Es klopfte an der Tür. „Kann ich rein?" Becky stand, nach Schmuck wühlend, über ihrer Komode gebeugt und antwortete : „ Jup, bin fast fertig."

„Dann lass mal sehen..." Er öffnete die Tür und sah Becky ungläubig an. „Was ist? Nimmst du mich so etwa nicht mit? Hey schliesslich weiss ich nicht wo wir hingehen. Isses nicht gut?" Sie lachte und sah ihn fragend an, aber Shane war anscheinend gar nicht zum Lachen zumute. Seine Finger klammerten sich um den Türgriff und die Farbe wich ihm aus dem Gesicht. Becky’s Lachen verstummte. „Shane?! Hey was ist los ist dir nicht gut, was hast du denn?" Sie kam zögernd auf ihn zu. Er machte einen Schritt zurück. Und massierte seine Stirn. „Nein bitte bleib da...ich..." Seine Augen nahmen einen eigenartigen Glanz an und wanderten an Becky’s Körper hinab. Das Licht an der Decke reflektierte in seinen feuchten Augen und ein dünnes Rinnsal lief ihm an der Wange hinab. Becky wollte ihm helfen. Verstehen wieso er so reagierte, aber er stoppte sie : „Woher hast du dieses Kleid?" „Ich...ähm...habs gefunden" das „Im Müll" liess sie spontan bei Seite. „Amy hatte das selbe..." Er fuhr sich mit der Handfläche über die Augen und versuchte sich wieder zu beherrschen, aber die Tränen bahnten sich weiter hin ihren Weg an seinem Gesicht hinab. „Ist, ist schon ok. Ich...." „Shane? Soll ich das Kleid ausziehen?"

Chapter 11
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Sie waren schon längst aus dem Zentrum Dublin’s raus.Becky wunderte sich wo Shane denn vor hatte mit ihr zu Abend zu Essen. Es kam ihr seltsam vor, dass er nicht ein Restaurant in ihrer Nähe gewählt hatte. Es war ja nicht so, als ob es in Dublin kein einziges gutes Resaurant gab.

Sie sah aus dem Fenster. Mittlerweile waren sie in Ringsend eingeroffen und Dublin Bay lag vor ihnen. Was hatte er denn vor? Shane sagte kein Wort. Das letze Mal, dass er mit ihr gesprochen hatte, war als sie aus der N11 ausgebogen waren. Sie wusste nicht worüber er nachdachte, aber dass er es tat stand fest. Sie betrachtete sein Gesicht von der Seite. Seine Augen waren streng auf die Straße gerichtet, seine Finger umklammerten krampfhaft das Steuerrad und seine Schultern waren gestrafft.

Er hatte ihr zwar versichert, sie könne das Kleid anbealten, aber sie hatte sich strikt geweigert. Sie hielt es für eine Quälerei, in das durchmahen zu lassen. Sie wusste, dass er es nicht ertrug, auch wenn er es ihr beteurte hatte. Sie strich sich über ihr dunkelblaues Kleid, das mit Gänseblümchen gemustert war und legte sich eine Strähne hinters Ohr, die ihre Nase gekitzelt hatte.

Ihr Weg führte sie an einem Kraftwerk vorbei und wenig später, schlug Shane einen Weg ein, der sie über die See führte. « Wo fahren wir eigentlich in ? » Shane’s Verkrampfung löste sich und er sah sie ein wenig erschrocken an. « Oh… », entwich es ihm. Er war wohl sehr tief in Gedanken versunken gewesen. « Das wirst du gleich sehen, es ist nicht mehr weit. » Ein Lächeln huschte ihm über die Lippen und verschwand wieder so shnell wie es aufgetaucht war.
Ihr Blick richtete sich wieder nach vorne. Die Frage wo Shane hier ein Restaurant finden wollte, wurde unklarer denn je. Der Weg endete vor einem kleinen Hügel, auf dem ein Has trohnte, Nein. Es war ein Leuchtturm. « Endstation ! » Shane ließ den Motor erstummen und zog den Schlüssel aus dem Zündschloss.

Becky schaute etwas irritiert zu ihm hinüber, merkte aber, dass er scheinbar nicht vorhatte ihr das ganze zu erklären. Sie stieg aus und blickte wieder zu ihm. Er bewegte sich zielstrebig auf das Haus zu.
« Darfst du da überhaupt rein ? » Unschlüssig blieb sie einige Schritte hinter ihm stehen. « Mach dir darüber mal keine Sorgen, ich kenne den Besitzer. Er hat mir den Leuchtturm netterweise diese Nacht überlassen. » « Sekunde mal…diese Nacht ? Heisst das wir bleiben die ganze Nact hier ? » « Ich musste ihm hoch und heilig versprechen den Turm nicht zu verlassen, bis er am Morgen wieder hier sein wird. »
Na das konnte ja heiter werden. Den Versuch zu starten und zu fragen, was denn Gillian machen würde, war sogut wie hoffnungslos. Sie war sich sicher, dass sich Shane darum schon längst gekümmert hatte. Er zog einen Schlüsselbund aus der Tasche und öffnete die Tür. Becky folgte ihm..

Als sie aus dem Wagen gestiegen waren, hatte die Dämmerung bereits eingesetzt und obwohl in der Zwischenzeit nur einige Minuten verstrichen waren, war die Dunkelheit gespenstig schnell eingebrochen.
Als Becky eintrat, fand sie ein normales Wohnzimmer vor, das was man im Dunkeln kaum erkennen konnte, dahinter in die Küche führte.
Doch Shane machte sich nicht die Mühe ein Licht einzuschalten und betrat eine hölzerne Treppe, die nach oben führte.
Treppe um Treppe kämpften sie sich nach oben. Sie brauchte nur eins und eins zusammen zu zählen, um zu wissen wohin Shane sie führen wollte. In gewisser Weise schmeichelte es ihr ja auch, dass Shane sich solche Mühe gegeben hatte, andererseits aber…Ja was war denn andererseits ? Noch ehe ihr Fuß die letzte Stufe berührt hatte, hatte sie den Entschluss gefassst, ihm diesmal eine Chance zu geben.
Es herschte völlige Dunkelheit, doch durch das Verhallen seiner Schritte begriff sie, dass er stehen geblieben war. Das Geräusch eines Schlüsselbundes war zu vernehmen und anschließend durchhallte ein Klicken das Treppenhaus.
Shane betrat den Raum, der nun vor ihnen lag. Er war vollgestopft mit Kartons, die sich bis zur Decke übereinander türmten. Es überraschte Becky ein wenig dies zu sehen. Doch Shane ging weiter durch den Raum und bewegte sich zielstrebig auf eine Wand, die aus Glas bestand, zu. Etwas zögernd folgte sie ihm.

Nachdem er an einem Griff gezogen hatte, öffnete sich ein Fenster, das sich als Tür herausstellte. Becky’s Neugier trieb sie an schneller zum Fenster hinüber zugehen.
Shane blieb weiterhin neben der Glastür stehen und sah sie erwartungsvoll an. Kurz vor dem Fenster verlangsamte sie ihre Schritte, warf einen Blick zu Shane und schritt danach hinaus auf eine Art Terrasse.

Vor ihr lag der Dublin Bay, erleuchtet von einem gelblichen Licht von gigantischen Durhmesser.

Nach einem Blick nach rechts entdeckte sie einen Tisch, der ihr vorher nicht aufgefallen war. Er war rechteckig und eine blaue Tischdecke lag darüber, die von zwei weißen Kerzen geschmückt war.

Zwei Kristallgläser standen jeweils gegenüber einem weißen Teller. Neben einem der Teller lag eine rote Rose die wie Samt schimmerte und dessen Wassertrofen auf den Blüten im Licht glitzerten.
Erstaunt drehte sie sich zu ihm um. « Und ? », fragte er erwartungsvoll. « …Es…es ist wundervoll, aber wieso machst du das für mich ? » Sie war völlig aus der Fassung.
« Weil ich dich liebe…. »

Chapter 12
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Er fühlte sich erschlagen. Eigentlich wollte er die Augen öffnen, aber er
fühlte sich zu erschöpft dafür, als ob er die ganze Nacht wie ein Hund
geschufet hätte. Er war sich bewusst, dass es spät geworden war, aber er konnte sich
nicht entsinnen je so schlecht geschlafen zu haben, nach einer Nacht mit
einer Frau, die er liebte. Er lächelte zufrieden und es stand im tiefen Kontrast
zu dem dumpfen Schmerz, der in seinem Hinterkopf pochte. Wieso lag er so hart
? Aber seine Gedanken wendeten sich wieder der letzen Nacht zu.Sie war
aufgetaut. Er hatte es geschaft. Endlich stand Fortuna wieder auf seiner Seite.
Sie hatte ihm getsanden, dass sie sich nicht länger wehren konnte, dass sie ihn
liebte. Er erinnerte sich an ihr Gespräch, bis lange in die Nacht hatten sie
geredet ohne jeglichen körperlichen Kontakt und doch wusste, dass er ihr so
nahe gewesen war wie nur irgend möglich.Er versuchte sich an das Gespräch zu
erinnern, er wusste, dass es einen prekären Moment gegeben hatte. Becky's
Geheimnis.ihre Vergangenheit. Ihre Worte fielen ihm wieder ein und ihr Gesicht
als sie sie gesagt hatte, liefen vor seinem inneren Auge ab.

Sie sah ihn nervös an. Sie hatte nicht daran geglaubt, dass er nocheinmal
auf dieses Thema zurück kommen würde, aber er hatte es getan. Es beruhigte sie,
in seine Augen zu sehen und reine Führsorge zu lesen . Trotzdem war dieses
Gefühl schutzlos zu sein zu ihr durchgdrungen und es zerfstze fast ihre
Nerven. Sie spürte wie das Adrenalin durch ihren Körper strömte und es ihr fast
unmöglich machte eines von den Wörtern auszusprechen, die ihr durch den Kopf
liefen. « Ich war einmal Heroinabhängig » Es überraschte ihn wie bestimmt und
sicher sie diese Worte augesprochen hatte und doch leuchtete Furcht in ihren
Augen. Ihm wurde aufeinmal klar, wo er Becky schoneinmal gesehen hatte. Er
erinnerte sich nicht an den Ort oder den Zeitpunkt, aber der Zusammenhang wurde
ihm um einiges klarer.

Er war erstaunlich gut mit dieser Konfrontation fertig geworden und sie
hatten eine Weile darüber geredet. Ihm war natürlich klar, wieso sie solch eine
Furcht gehegt hatte, ihm das zu gestehen. Er hatte oft genug betont, wie sehr
er Drogen hasste und sogar, wenn er dies nicht getan hätte, wäre es ihr durch
Amy klar geworden.
Erinnerungen von Berührungen überströmten seinen Körper. Er spürte etwas
Heisses, das durch seinen Körper rieselte, er spürte sie. Ihre heisse Haut auf
seiner. Ihr Körper wie er sich im Rhytmus zu seinem bewegte, die sanften
Berührungen, die ihn hatten aufstöhnen lassen, ihre Lippen die die seinen
streiften und ihren Atem der stoßweise seine Haut erwärmte und ihn erschaudern
liessen.
Der Schmerz arbeitete mit allen Mitteln gegen ihn und sabotierte den Versuch
seine Erinnerungen fortzuführen. Soweit er sich erinnern konnte, hatte er
nicht viel getrunken und doch pulsierte der Schmerz immer stärker.

Er öffnete die Augen. Er erkannte die Kartontürme vor sich. Sie waren doch
nach unten gegangen, oder nicht?! Sein Blick drehte sich nach unten und er
erforschte den Untergrund, auf dem er lag. Er war grau und rot. Wahrscheinlich
war hier einmal angestrichen worden, denn woher sollte die rote Farbe denn
sonst herkommen? Seine Gedanken ordneten sich wieder und ihm wurde klar, dass
niemand hier angestrichen hatte. Denn die Farbe war noch frisch und schimmerte
im Schein der Sonne, das durch das Fenster drang. Er fühlte, dass sein Kopf
zum Teil auch in der Flüssigkeit lag. Als er ihn anheben wollte blieb er
kleben und schaffte es erst sich davon zu befreien, nachdem er es mit einem
kräftigen Ruck versucht hatte. Der Ruck löste eine weitere Schmerzenswelle in
seinem Körper aus und er schloss kurz die Augen. Blut! Es ist Blut! Er öffnete
wieder die Augen und blickte nach unten. Er hatte in einer Blutlache gelegen.
Reflexartig griff er an seinen Hinterkopf und fuhr langsam nach einer Wunde
suchend auf und ab. Aber er fand nichts. Doch dies war die einzige Stelle an
seinem Körper, die schmerzte. Es war nicht sein Blut.Becky.Suchend sah er
sich um. Aber sie war nicht da. Panik überkam ihn, er sprang auf und ein
Schwächeanfall zwang ihn auf die Knie. Er atmete tief durch, aber sein Hals war so
trocken, als ob er drei Tage lang nichts mehr getrunken hätte. Er sah sich
auf der Terasse um, ging durch das Zimmer, rannte alle Kartons um, schrie nach
ihr, begann zu zittern, brüllte die Wand an, aber...seine Tränen versiegten
und er starrte wie ein Mensch der keine Seele besaß, wie ein Verückter auf die
Wand.
Blut triefte von ihr herab und bildeten das furcheinflössenste Wort, das er
kannte
Ich habe sie!
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Chapter 13

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Das konnte doch nicht war sein. Wie hatte dieses Schwein sie hier gefunden? Er konnte doch nicht ständig wissen wo Shane sich befand! Der Schmerz pulsierte weiter und ein bitterer Geschmack breitete sich in seinem Mund aus. Nun, da er wusste was passiert war, konnte er sich die Schmerzen und den bitteren Nachgeschmack auch erklären. Panutschka musste ihn wohl betäubt haben, oder ihm irgend etwas gegen den Kopf geschlagen haben, so dass er sich nicht mehr wehren konnte und er Becky bequem entführen konnte. Shane hoffte, dass er sie wirklich nur entführt hatte. Aber von wem stammte das Blut? Wenn es von Becky stammte...aber wieso tat er das? Wieso um Gottes Willen brachte dieser Mann es nicht einfach fertig zu Shane zu sprechen? Ohne mit der Wimper zu zucken, würde Shane ihm alles geben was er wollte, wenn er ihn nur in Ruhe lassen würde. Es sei denn er wollte etwas anderes? Aber was? Was konnte Shane ihm denn angetan haben, dass er so...so verrückt war?

Von neuem betrachtete er die Schrift und auf einmal leuchtete Hoffnung in ihm auf. Ich hab sie Das musste doch bedeuten, dass sie noch am Leben war. Wenn er sie hier getötet hätte, könnte er Shane doch viel mehr fertig machen, indem er sie hier als Warnung liegen lassen würde. Aber je mehr Shane darüber nachdachte, wurde er sich bewusst, dass genau diese Ungewissheit ihn in den Wahnsinn trieb. Aber was hätte Panutschka davon sie zu töten? Es wäre ja dann kein Druckmittel mehr, sie wäre tot und er könnte ihn mit nichts mehr erpressen! Gillian...Wie vom Teufel verfolgt, stürzte er aus dem Raum und rannte die Treppe hinab. Er machte sich nicht die Mühe, die Tür hinter sich zu schliessen sondern riss die Wagentür auf. Der Wagen war blutbesudelt und die Sitze waren demoliert, aber Shane liess sich dadurch nicht beeindrucken sondern riss das Steuerrad, nachdem er den Wagen gestartet hatte, energisch herum und verschwand unter Reifenquietschen aus der Einfahrt. Wie ein Besessener raste er durch die Strassen, nicht darauf achtend, ob er andere Autofahrer gefährdete.

Sein Fuss schnellte auf die Bremse hinab. Der Wagen kam ins Schleudern und blieb halb auf der Strasse halb auf dem Bürgersteig stehen. Die Reifen hatten Bremsspuren hinterlassen und der Motor stotterte, als Shane den Schlüssel hinaus riss. Immer noch von Adrenalin angestachelt, lief er die Stufen vor Bryans Haus hoch und klopfte unerbittlich an dessen Tür. Keiner öffnete ihm. Shane wollte an der Tür rütteln, doch sobald er den Türgriff umklammerte und daran riss öffnete sich die Tür von selbst. Die Tür schwang auf und vor Shane tat sich Bryans Eingang auf. Er trat ein und betrat Bryans Wohnzimmer, der Boden war übersät mit Spielsachen und verschiedene Gegenstände lagen wirr auf dem Boden herum. Shane stieg über sie hinweg. Er war sich ja bewusst, dass Byran nicht der Ordentlichste war, aber seine Angst um Gillian liess ihn das schlimmste vermuten. Es sah aus als ob hier ein Kampf stattgefunden hätte. Als er sich umwand fand er Bryan auf dem Sofa vor. Er lag in einer unnatürlichen Haltung auf den Kissen und schien zu schlafen...das wäre jedenfalls ein normaler Gedanke gewesen, aber schlief er wirklich oder war es ihm genauso ergangen wie Shane diese Nacht?

Er trat näher an ihn heran und rüttelte ihn. „Bry...alles OK? Wo ist Gillian??" Bryan stöhnte und wollte sich unter den Kissen vergraben, aber Shane liess ihm keine Chance im Erlösenden Schlaf zu bleiben. „Was...?" Bryan blinzelte gegen das helle Mittagslicht und hielt sich die Hand vor seine Augen. „Bry...was ist geschehen, wo ist Gillian?" „Daddy!!" Neben Bryan bewegte sich ein Knäuel aus Decken und ein zerzauster Haarschopf schaute daraus hervor. „Gott, dir ist nichts passiert!" Er nahm sie erleichtert auf den Arm. Ein zweites Knäuel bewegte sich und auch Molly kam zum Vorschein. Bryan war auf einmal hellwach. „Shane? Was ist denn los? Was ist denn passiert, man könnte denken du wärst dem Teufel persönlich begegnet!" Shane gab Gillian einen Kuss auf den Kopf und murmelte, mehr zu sich als zu Bryan : „Das bin ich auch..."

„Ok Gill, Mausebär, kannst du noch ein bisschen bei Molly und Onkel Pooh bleiben? Daddy muss noch etwas erledigen." Er setzte sie wieder neben Molly ab, streichelte dieser den Kopf und wand sich dann ab. „Sorry, Bry, aber es ist wichtig, ich kann dir jetzt nichts erklären. Später vielleicht..." Er stieg wieder über die Spielsachen hinweg und liess einen völlig verwirrten Bryan zurück. Er sah Gillian fragend an: „Ich bedaure dich, dein Daddy ist komplett dülle..."

Chapter 14

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Er sass zu Hause. Schuldgefühle plagten ihn. War das wirklich das Richtige gewesen? Nachdem er Bryan verlassen hatte, war er zur Polizei gefahren. Er wusste, dass er Becky so in Gefahr gebracht hatte, aber dieser Irrer konnte sie nicht umbringen, wenn er das gewollt hätte, hätte er es schon längst getan. Er will Shane mit Ungewissheit in den Wahnsinn treiben. Trotz dieser Gewissheit, war Shane auf Nummer sicher gegangen und hatte vorsichtshalber einen Freund um Hilfe gebeten. Er wusste, dass es der Polizei nicht erlaubt war, ihr Wissen für private Zwecke einzusetzen, aber nachdem er seinem Freund von seiner Lage erzählt hatte, wobei er den grössten Teil natürlich für sich behalten hatte, erklärte dieser sich bereit ihm zu helfen, obwohl ihn dies seinen Job kosten konnte.

Shane hatte ihm die Adresse des Leuchtturmes mitgeteilt und dieser hatte anschliessend eine Blutprobe mit genommen. In drei-vier Stunden schätzte er, müsse ihm das Ergebnis vorliegen.

Fünf Stunden waren seitdem vergangen. Diese ganze Sache fing an, an seinen Nerven zu zerren und er zuckte bei dem kleinsten Geräusch zusammen. Das kleinste Knistern, liess ihn aufspringen und zum Telefon laufen und immer wieder musste er die Erfahrung machen, dass sein Einbildungskraft von Sekunde zu Sekunde wuchs.

Nein. Diesmal war es echt. Es war kein Zischen, kein Knistern, kein Pfeifen, es war ein Schrillen, das die nervenzerfetzende Stille durchbrach. Es hallte im Raum wider und füllte die Leere in Shanes Kopf. Er stürzte sich auf den Hörer und nahm ab.

„Ja!", die Ungeduld war nicht zu überhören und sein Atem rasselte. „Ich bins Freddy...alles ok mit dir Shane?" Sahen wäre ihm gerne dankbar gegenüber erschienen, aber diese ständige Warten machte ihm dies unmöglich „Ja, ja was ist mit den Proben hast du alles?" Sein Atem verschnellerte sich und die Stille am anderen Ende liess Panik über ihn kommen. „Ja...das Blut stammt von...es stammt von Becky" Wieder Stille. Alles was Shane hören konnte, war sein eigener Atem, der im Hörer wie ein Keuchen widerhallte. „Und die Fingerabdrücke?" es war ein ständiges Kommen und Gehen von Stille und Keuchen. „Es waren keine da Shane...nur deine und Beckys..." „Scheisse...gottverdammte Scheisse!" Es war nur ein Flüstern, sein Hals war zugeschnürt. „Es tut mir Leid Shane..." Freddys klare Stimme stand in tiefem Kontrast zu Shanes heiserem Flüstern. „Danke..." das Tonzeichen ertönte in Freddys Ohr. Er konnte es seinem Freund nicht verübeln einfach aufgelegt zu haben.

Shane sass neben dem Telefon und starrte mit einem leeren Blick zu der gegenüberliegenden Ecke. Verdammte Scheisse! Etwas Heisses lief ihm an der Wange hinab. Verdammt tat das gut. Er hatte die ganze Zeit da gesessen und sein Kopf war leer gewesen, ein gähnendes Loch war entstanden. Und jetzt war der Damm gebrochen. Die Tränen liefen ihm übers Gesicht und er fühlte sich in irgend einer Art und Weise erlöst.

Erneutes Schrillen. Was war denn jetzt schon wieder? Shane wollte nicht abnehmen, er musste erst wieder zu klarem Verstand kommen, ehe er sein Loch mit neuen belanglosen Informationen stopfen konnte. Doch das Schrillen dauerte an. Jeder Ton verursachte ein Stechen in Shanes Ohr und nach drei Minuten wurde es ihm zuviel. Genervt nahm er den Hörer ab. „Ja?" „Hallo Shane..." Shane war verblüfft, er kannte diese Stimme, aber er wusste nicht, wem er sie zuschreiben sollte. "Wer ist da?" „Zum Teufel, du weißt wer ich bin, du kannst doch an nichts anderes mehr denken!" Wieder breitete sich Stille aus. „Panutschka..."

„Ich sehe, deine grauen Zellen funktionieren noch." „Was wollen sie?" „Ich hätte dir auch gleich sagen können, dass Freddy nichts finden würde." „Woher...?" „Ich weiss mehr, als du dir denken kannst, jedenfalls unterlässt du diesen Blödsinn in Zukunft verstanden?" Es ärgerte Shane, dass Panutschka ihn dutzte. „Was ist mit Becky?" „Mach dir darüber mal keine Gedanken, ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Die Kleine hat sich en bisschen gewundert, als sie gesehen hat, wer sie entführt hat..." Ein spöttisches Kichern ertönte am anderen Ende. „Was muss ich machen um sie zurück zu bekommen?" „Du stellst die falschen Fragen...", antwortete der Seher überheblich. „Verdammt noch mal, was wollen sie? Ich gebe ihnen ihre Kraft zurück, ich will sie gar nicht, nehmen sie sie!" „So kommen wir der Sache schon näher...ja ich will deine Kraft" Endlich war Shane ein Stück näher gekommen, sein Gehirn arbeitete auf Hochturen. Wieso deine Kraft? „Wieso meine Kraft?" „Es ist doch deine Kraft nicht?" „Aber es war doch immer ihre Kraft!?" „Wir kommen von Thema ab, du kannst mir die Kraft nicht einfach so geben, es bedarf einer bestimmten Prozedur dafür." „Was muss ich machen?" Shane fühlte sich, als ob das Ende dieser ganzen Odyssee gleich vorbei wäre. „Das kann ich dir nicht sagen" Ein Sturm kam auf, sein Schiff wurde von der rettenden Insel hinweggeschwemmt, in die Weiten der See hineingewirbelt. „Wie?..." „Ich kann es dir nicht genau sagen, mach einfach nur weiter mit und niemand wird zu Schaden kommen." Stille. Ein greller Laut drang in Shanes Ohr ein und er senkte resigniert den Hörer. Panutschka hatte einfach aufgelegt. Er Spiel lag vollkommen in dessen Hände und Shane kam sich wie eine Marionette vor. Eine Marionette in einem furchtbar makaberen Spiel.

Chapter 15

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Ihr Kopf schoss in die Höhe und senkte sich vornüber. Ihr braunes Haar peitschte auf seinen Rücken ein und hinterliess einen kurzen Schmerz. Er stöhnte auf und blickte ihr geradewegs in die Augen. Mit einem Blick der nichts ausser purere Begierde und Wollust ausdrückte fixierte sie ihn und liess ihre Lippen hart auf die seinen sinken. Mit solch einer Wildheit und Kraft hatte ihn noch niemand geküsst. Das Holz der Bar war hart und es schmerzte mit jedem Ruck darauf zu sitzen. Genauso hart wie ihre gegenseitigen Berührungen, es lag keine Zärtlichkeit darin, nichts Sanftes oder Liebevolles es war einfach nur die pure Begierde die sie dazu antrieb. Sein Becken stiess gegen ihres und sie genoss den Schmerz, den er ihr zufügte. Schweiss trat aus ihren Poren und das Eichenholz, der Bar unter ihr begann feucht zu werden. Mit jeder Bewegung die ihr Spiel auslöste rutschte sie nach vorne. Der Teil der Bar, auf der sie sass, war etwas niedriger und er stand vor ihr. Seine Finger hielten ihre Taille umschlossen und seine Zunge glitt ihr am Decollté entlang. Ein leichtes Schaudern überkam sie und noch ehe sie sich an ihm festhalten konnte, rutschte sie herab und fiel auf ihn. Shane löste sich aus ihr und trat durch die Wucht ihres Aufpralles einen Schritt zurück. Sie war erschöpft, das musste sie zugeben, aber nicht schwach genug um aufzuhören. Sie wollte ihn, bis ans äusserste Ende. Langsam sank sie auf die Knie wobei ihre Hände an seinem Körper hinab glitten und auf seinem Hintern ruhten. Unter anderen Umständen könnten man es Liebkosen nennen was sie mit ihrer Zunge zwischen seinen Beinen machte, aber mit der Brutalität und Unersättlichkeit mit der sie ihre Arbeit verrichtete wäre das unmöglich gewesen. Ihre Finger krallten sich in seinen Rücken und er stützte sicht mit den Händen auf die Bar die sich nun hinter ihr befand. Ein sadistisches Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus als sie mit ihrer Zunge seine Männlichkeit umkreiste und sie anschliessend in den Mund nahm. Shane stöhnte auf, legte seine Hände auf ihren Kopf und leitete sie, während ihre Hände von hinten an seinen Innenbeinen hinab glitten. Sichtlich erregt genoss er das Gefühl dem Höhepunkt nahe zu kommen und trotz seinem Verlangen danach drückte er ihren Kopf zurück und zog sie wieder hoch. Sie wischte sich den Mund ab und liess sich von ihm in die hinterste Ecke des Cafés ziehen. Seine Hände umfassten wieder zittrig aber willensstark ihre Taille und hoben sie auf den Billardtisch hinter ihr. Aber anstatt sich wieder vor sie zu stellen drückte er sie hinunter und legte seinen Oberkörper auf ihren. Ohne in sie einzudringen stellte er sich zwischen ihre Beine und passte sich wieder dem Rhythmus von vorhin an. Alleine die Berührung liess ihn kochen und er stieg selbst auf den Billardtisch. Sie stützte sich auf ihre Ellbogen und legte sich ganz auf den Tisch. Im Gegensatz zu der Bar, war der grüne Teppich eine Wohltat für ihren Rücken, auch wenn er ein wenig kratze. Aber gerade das machte sie heiss. Sie sah Shane’s verschwitzten Oberkörper über ihr und die Wollust in ihren Augen und fühlte wie ungeduldig sie wurden. Zittrig vor Begierde und Anstrengung erhob sie sich wieder und setzte sich auf die Knie. Wenige Augenblicke später spürte sie wie Shane seine Hände um ihre Brust legte und sie umfassten. Ihr Becken schob sich nach hinten und nur kurz nachdem sie Shane hinter sich gespürt hatte drang er wieder in sie ein. Seine Hände lösten sich von ihr und stützten sich neben ihrem Körper auf den Tisch, was sie dazu zwang ihren Rücken zu senken. Sie fühlte sich als ob sie die Kraft eines Löwen in sich tragen würde und das liess sie ihn auch spüren. In einem wilden Rhythmus bewegte sich ihr Becken während Shane heisser Atem ihre Haut erhitzte. Er atmete unregelmässig und stossweise unterbrochen von leisem Stöhnen, das sie mit ihm teilte. Ihr Haar war verschwitzt und klebte ihr am Gesicht und sie hatte die Augen geschlossen. Sie konnte spüren wie Shanes Brust sich auf ihrem Rücken bewegte und sie der Ekstase näher kam. Er verschnellerte sich wollte es aber nicht so enden lassen. Nur für einen kurzen Augenblick glitt er aus ihr hinaus bevor er wieder in sie eindrang und sie mit seiner Härte fast ganz auf den Tisch zwang. Er machte sie einfach verrückt. Für beide existierte nur noch der Billardtisch und das, was darauf vorging. Er stöhnte wieder und verlangsamte sich, seine Raserei hatte sich gelegt und er atmete langsam aus. Dennoch fuhr er fort, langsamer aber trotzdem nicht seien Wirkung verfehlend und sie spürte wie ihr Körper abhob und sich bebend dem Höhepunkt hingab, auch sie stöhnte auf und liess ihre Hüfte zurückschnellen.

Chapter 16

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Schweissgebadet fuhr er hoch. Er schämte sich. Schämte sich dessen, so etwas zu träumen obwohl er Becky liebte. Aber ausser diesem Schuldgefühl hatte noch ein anderes Gefühl seinen Körper eingenommen. Wollust. Er kannte diese Frau nicht, abgesehen davon, dass er ihr schon ein paar Mal begegnet war und er nie ein gutes Gefühl bei ihrem Anblick gehabt hatte. Wieso hatte er so etwas...erregendes von einer Frau geträumt, die er in wachem Zustand als Misstrauen erweckend empfand? Zerlina war ihr Name...jedenfalls kam es ihm so vor, als ob sie so hiesse. Er wischte sich den Schweiss von der Stirn und warf einen Blick auf den Wecker. Es war vier Uhr Morgens, aber er wusste, dass er es nicht mehr schaffen würde einzuschlafen, es hatte ihn viel Kraft gekostet überhaupt einzuschlafen, aber jetzt konnte er das auch vergessen. Er merkte, dass sich nicht nur auf seiner Stirn Schweissperlen gebildet hatten, sondern sein ganzer Körper feucht war und er beschloss zuerst eine Dusche zu nehmen. Dass sein Rücken schmerzte bemerkte er erst, als er mühsam aus dem Bett stieg. Seine Füsse berührten den warmen Teppich, aber unter seinem linken Fuss spürte er etwas kaltes und hartes. Es war ein Kugelschreiber der ihm wahrscheinlich aus der Tasche gefallen war und er kickte ihn weg bevor er ins Bad ging.

Er hatte den Anruf nicht untersuchen lassen. Es hätte nichts gebracht. Panutschka würde ein solches Risiko, anzurufen, gar nicht erst eingehen, wenn er sich davor nicht hundertprozentig sicher gewesen wäre, dass man ihm nichts nachweisen konnte. Zweitens hatte ihn Panutschka diesmal gewarnt, dass er Nachforschungen unterlassen sollte, dann würde auch niemand zu Schaden kommen. Er hatte gehofft, dass ein Gespräch zu dem Seher ihm einige Fragen beantworten könnte und für Klarheit in seinem Kopf sorgen könnte, wenn auch nur für eine sehr geringe. Aber der Anruf hat alles was in seinem Kopf ein bisschen nach Ordnung ausgesehen hatte aufgewirbelt und durcheinander gebracht. Was hatte Becky mit einer ‚Prozedur um die Kraft wieder zu erlangen’ zu tun? Wieso war solch eine Prozedur überhaupt nötig? Wieso nannte Panutschka die Kraft immer DEINE Kraft und nicht MEINE Kraft? Was sollte das heissen: „ Mach einfach weiter so", wie weiter machen? Durchdrehen und in Ungewissheit stecken bleiben? War Shane nicht einfach nur verrückt geworden?

Mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt betrat er sein Schlafzimmer wieder und liess sich auf seinem Bett nieder. Er wusste nicht mehr, was er tun sollte. Einfach so weiter tun wie sonst immer. Aber das würde nie mehr möglich sein. Jetzt wo er WUSSTE, dass er etwas tun musste um zu der Prozedur beizutragen, würden ihn ewig Zweifel auffressen, ob das was er tat denn auch das ‚bisherige’ oder es schon nicht mehr war. Während seine Gedanken hin und her gingen, hing sein Blick über seinem Sessel, der am Fenster stand. In einer Ecke des Sofas sass ein brauner Teddybär, Gillians Lieblingsbär um genau zu sein, und sah Shane mit seinen schwarzen Augen an. Er hatte Gillian bei Bryan gelassen, er konnte nicht besser für sie sorgen, als Bryan und er wollte nicht, dass sie das alles mitbekam. Er war sich sicher, dass der Seher Gillian dort nichts anhaben konnte. Wenn er es gewollt hätte, hätte er sie schon längst entführt. Sein Blick klebte an dem Teddy fest, irgend etwas war anders. Er wusste nur nicht was. Der Teddy starrte mit einem toten leeren Blick und einem halb offenstehenden Mund an. Offenstehend? Er war sich nicht sicher, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass sein Maul sonst nicht offen gestanden hatte. Er erhob sich und trat näher an den Teddy heran.

Aus seinem Maul ragte ein Stück Papier, das so klein war, dass man es nur aus näherer Betrachtung sehen konnte. Er zog es heraus und entfaltete es.

Das Spiel geht weiter. Es ist gleich soweit, gleich wirst du wieder ein erfülltes Leben haben. Wenn dir das zusagt, dann begib dich zur Baker street 74, ich heisse dich herzlich willkommen. Becky sicherlich auch.

Dann folgte eine Reihe von Zahlen denen Shane keine Bedeutung zuschreiben konnte.

AC-0812187456

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P.S.: Falls du dich fragst wessen Blut es ist mit dem ich den Brief geschrieben habe, du kennst doch sicher noch Jacob nicht?

Chapter 17

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Er hetzte durch die Strassen von Dublin. Der Wind blies unerbittlich durch sein feuchtes Haar. Baker street. Noch einen Block und er war da. Er hatte es für unnötig gehalten mit dem Wagen dorthin zu fahren. Er spürte die Waffe wie sie ,in der Innenseite seinen Mantels, mit jedem weiteren gehetzten Schritt gegen seine Brust klopfte. Panutschka war nicht zu unterschätzen, er hatte schon drei Menschen umgebracht und weder durch seine Briefe, noch durch die Art wie er diese Menschen umgebracht hatte, liess sich erahnen, dass er so etwas wie Reue empfand. Er spürte wie das Blut in seinen Adern auf unnatürliche Weise pulsierte und ihn antrieb seine Gedanken zu schärfen und sich alles zu durchdenken. Er würde jede Sekunde bereit sein einzugreifen und Becky zu beschützen. Aber war das überhaupt möglich? Wenn Pannutschka immer wusste wo Shane sich befand, was er tat, oder getan hatte, war es dann nicht auch möglich dass er jeden seiner Gedankengänge verfolgen konnte? Aber er musste es darauf ankommen lassen.

Eine verlassene Fabrik stand vor ihm. Leere vernagelte Fenster sahen auf ihn hinab und verkündeten Unheil. Zögernd stieg Shane die Treppen des Haupteinganges hinauf und legte seine Hand auf den Türgriff. Das kalte Eisen seiner Waffe ruhte kraftgebend auf seiner Brust und er öffnete die Tür.

Ein kühler dunkler Flur lag vor ihm und liess erkennen, dass am Ende eine Treppe nach oben führte. Zögernd trat er ein und sah sich um. Es schien als sei dies der einzige Weg der von hier aus irgendwo hinführte. Die Stufen knarrten unter seinen Füssen und er hatte das ungute Gefühl, dass sie jeden Moment einstürzen konnten. Getrieben durch diese zusätzliche Angst stieg er weiter empor bis er vor einer einsamen Tür zum Stehen kam. Ein altes Schild hing, nur noch von einem Nagel gehalten, schief und verstaubt von der Tür hinab, und verkündete.

Lebensgefahr

Eintritt verboten!

Shane musste lächeln. Wie wahr, wie wahr, dachte er und trat ein.

Es war offensichtlich etwas wie eine Lagerhalle. Sicherlich war es früher etwas anderes gewesen, was das ‚Lebensgefahr-Schild’ vermuten lässt, aber für Shane sah es sich an wie ein Lagerraum. Er kam sich vor wie in einem leergeräumten und aufgegebenen Supermarkt, so gross war die Halle. Die Tür hinter ihm fiel zu. Eschrocken drehte er sich um.

„Hallo Süsser" Zerlina stand vor der Tür. Sie trug eine schwarze Hose und ein enges blutrotes Top. „Wer, wer sind sie?" Ein hysterisches Lachen, war die Folge auf Shane’s Frage. „Süsser, ich...ach ja is ja war, du bist ja...ach na ja", sie streckte ihm ihre Hand aus aber Shane ergriff sie nicht. Als ob sie dies nicht bemerkt hätte steckte sie, sie wieder in ihre Tasche zurück und erlaubte sich ein selbstgefälliges Grinsen. „Ich bin Zerlina, Zerlina da Nove" Er war verblüfft. Aber einen kurzen Moment später, wurde ihm klar, dass er den Namen wohl schon vorher gewusst hatte, weil er ihn auf dem kleinen Plakett, dass sie an ihrer Bluse trug, wenn sie im Café arbeitete, gelesen hatte. „Man hat mich herbestellt. Wo ist Becky?" Er versuchte seiner Stimme so viel Gelassenheit wie möglich zu verleihen. Er wollte nicht, dass man ihm seine Nervosität sofort ansah. Zerlina sah ihn verächtlich an sobald Shane den Namen Becky ausgesprochen hatte. Zum Teufel er wollte sie sehen, er wollte Panutschka sehen, ihm seine Kraft in seiner gottverdammten Zeremonie zurück geben und mit Becky hier abhauen und nicht mit dieser Zerlina hier sprechen. Was hatte sie überhaupt mit der ganzen Sache zu tun. „Und wo ist Panutschka überhaupt?" „Er hatte, nun ja anderweitig zu tun", sie grinste als ob das, was sie gerade gesagt hatte ein Witz gewesen wäre. „Was?? Er, er macht sich nicht einmal die Mühe hierher zu kommen? Ich dachte er wäre so scharf auf dieses Zeremonie dings." Ist er ja auch. Mach dir mal keine Sorgen mein Süsser, wird schon alles klappen. Noch ehe du hier raus gehst wirst du ihn treffen. Und jetzt, gehen wir zu deiner ach so geliebten Becky ja? Die wird sich vielleicht freuen..." Wieder ein verächtliches Grinsen, das pure Ironie ausstrahlte. Sie setzten sich in Richtung einer Tür am Ende der Halle in Bewegung und traten ein. Becky sass auf einem Stuhl gefesselt in einer Ecke. Ihr Haar hing ihr wirr im Gesicht und schmale feuchte Pfade die sich durch ihr Gesicht zogen, liessen annehmen, dass sie erst kürzlich geweint hatte. Shane eilte sofort zu ihr. Ihr Mund war mit einem schwarzen Klebeband zugeklebt, doch ohne dass sie ein Wort sagen musste, las Shane Verzweiflung und Angst in ihren Augen. Sie sah ihn angsterfüllt an und erst als er „Becky, mein Schatz oh Gott, was haben sie dir angetan", gesagt hatte, löste sich die Angst aus ihren Augen, als ob sie Shane nur durch seine Stimme erkannt hätte. Er wollte das Klebeband lösen, aber Zerlina gebot ihm Einhalt. „Wenn du das tust, seid ihr beide tot!" Shanes Hand fuhr zurück und sein hasserfüllter Blick traf Zerlina wie ein Schuss. „Wie dem auch sei, fangen wir an, du hast dich davon überzeugt, dass sie noch lebt, jetzt geht’s zur Sache. Becky trägt etwas um den Hals, das wir benötigen." Shanes Blick wanderte zu Becky und er stellte fest, dass sie eine Kette, an der ein Schlüssel hing um den Hals trug. Shane löste sie von ihrem hals und warf ihr einen beruhigenden Blick zu. Die Verzweiflung in ihren Augen wuchs, sie schien darauf zu brennen ihm etwas zu sagen, aber Shane konnte das Klebeband nicht lösen. „Gehen wir, hast du den Brief von heute Morgen dabei?" Shane zog ihn aus der Tasche und hielt ihn ihr fragend hin. Getrocknetes Blut bröckelte ab und fiel zu Boden, als sie den Brief umfasste. „Die Nummer darauf ist die eines Schliessfaches. Der Schlüssel wird dir einen Einblick darin verschaffen."

Chapter 18

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Becky sass auf ihrem Stuhl. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie fühlte sich als ob sie durchdrehen würde vor Verzweiflung. Sie wusste was in dem Brief stand. Sie wusste was diesen Irren dazu angetrieben hatte drei Menschen, umzubringen. Sie wusste die Antworten auf alle Fragen die Shane durch den Kopf gingen. Und nun sass er mit dieser Zerlina in einem anderen Zimmer. Vor einer halben Stunde waren sie wieder zurück gekommen. Zerlina hatte den Brief in ihren Händen gehalten, geschlossen natürlich.. Sie würde nicht so unvorsichtig sein ihn Shane zu lesen zu geben bevor er nicht sicher in einem Zimmer eingeschlossen war. Obwohl sie den Brief nicht gelesen hatte wusste sie wie Shane auf ihn reagieren würde. Der Gedanke an all diese Ausweglosigkeit machte sie verrückt. Sie hasste Shane aber sie liebte ihn auch. Sie wollte nicht, dass er so enden würde, wie er es offensichtlich tun würde. Verzweifelt wand sie sich auf ihrem Stuhl aber es brachte nichts. Die Fesseln waren einfach zu fest, aber die Unfähigkeit liess sie ziehen und reissen bis sie nicht mehr konnte. Das einzige was sie mit ihrem Fluchtversucht bewirkte, war, dass der Stuhl umfiel und sie hart auf den Boden aufschlug. Etwas schnitt ihre Hand und Blut begann aus ihr zu tropfen. Ein Segen. Sie hielt die Luft an und wartete darauf, dass Zerlina durch den Aufschlag angelockt kommen würde. Doch es blieb still. Shane hatte ihr, als er die Kette lösen wollte ein Stück Glas hingelegt, damit sie fliehen konnte. Nur durch den glücklichen Zufall, dass sie gefallen war, hatte sie den Splitter gefunden. Ihre Hand ergriff das Glas und nach wenigen Minuten war eine Hand frei. Es dauerte insgesamt zehn Minuten bis sie sich von ihren fesseln befreit hatte. Sie wusste, dass Shane gewollt hatte, dass sie flieht, aber sie konnte ihn nicht diesem Brief überlassen. Diesem Brief der schlimmer war, als alles andere. Sie lief durch die Halle. „Mein Gott, hoffentlich komme ich nicht zu spät!" Wer weiss wie weit er den Brief schon gelesen hatte? Doch noch bevor sie an der Tür angekommen war hallte ein Schuss durch das Gebäude. Das Echo prallte gegen die Wände und liessen das Geräusch schon lange nach seinem eigentlichen Verklingen durch den Raum fliegen und den Moment revue passieren.

Sie hielt inne. Ohne es zu merken war sie bis zur Tür vorgedrungen und ihre Hand lag auf dem Türgriff. Ihr Herz raste, als sie ihn hinunterdrückte und sich die Tür öffnete. Vor ihr auf dem Boden lag ein Mann, blutüberströmt, in der einen Hand ein paar Blätter in der anderen eine Pistole, den Finger noch am Abzug. Eine Blutlache umrandete seinen Kopf und seine haselnussbraunen Augen waren entsetzt aufgerissen. Eine Träne, die er vor seinem Tod vergossen hatte ruhte auf seiner linken Wange. Sie ging vor ihm auf die Knie und ihre Finger berührten bebend seine Lippen. Sie waren noch warm. Ihre Unterlippe zitterte und ihre Augen wollten sich nicht mehr von dem Ausdruck in den seinen lösen. Trauer, Entsetzung, Verzweiflung. Sie beugte sich über ihn und küsste seine feuchten Lippen. Weinend hob sie ihr Haupt wieder und liess ihre Finger über seine Augen gleiten. Sie wollte diesen Blick nicht mehr sehen. Sie konnte ihm nicht mehr stand halten. Ihre Tränen fielen auf ihn hinab und vermischten sich mit der einen Träne die noch immer an seiner Wange hing. Sie küsste die Tränen.

Chapter 19

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Ihre Finger glitten über seine Augen und schlossen sie, verwehrten der Welt diesen Ausdruck von Entsetzen, Verzweiflung und Wahnsinn in ihnen. Als hätte sich in diesem Raum schreckliches abgespielt und der Menschheit die Hintergründe verschwiegen werden müsste, kam ein Luftstoss auf, fuhr Shane durch sein blutverklebtes Haar und wehte den Brief wie vertrocknete Herbstblätter aus seiner Hand und liess sie in den See aus Blut segeln. Das Papier saugte das Blut auf und die Tinte vermischte sich damit.

Der blaue Schriftzug verlief und liess ein grotesk verzogenes Wort zurück.

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Epilog

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Ich weiss, wie viele Fragen dir durch den Kopf laufen müssen. Ich weiss wie qualvoll es gewesen sein muss, unwissend zu sein. Wieso nun all das? Es gibt so viele Frage die nach einer Antwort verlangen. Ich fühle jeden Schmerz den ich dir zufüge selbst, glaub mir es hat mich sehr viel Kraft gekostet, das alles durch zuziehen. Es wäre vielleicht schwierig dir auf alle Fragen eine Antwort zu geben, aber das ist es nicht, auch wenn es so viele sind, die dich plagen, denn es gibt nur eine Antwort auf alle.

Dennoch, ich weiss, dass du nicht mehr in der Lage bist, das ganze rational zu sehen und dir alles wie ein Puzzle zusammen zulegen. Verschiedene Fragen die sich bei dir in den Vordergrund gedrängt haben, erscheinen dir vielleicht wichtig und andere, die sich deiner Aufmerksamkeit entzogen haben, oder auf die du, wie du denkst schon eine Antwort gefunden hast, sind wichtiger als die andern.

Aber ich werde am Anfang beginnen, um dir die ganze Sache vor Augen halten zu können und du verstehen kannst und wirst.

Du erinnerst dich bestimmt noch an unser erstes Zusammentreffen? Und nein, deine Antwort ist falsch. Du erinnerst dich nicht. Man muss im Leben die Erfahrung machen, dass der Schein manchmal trügt. Wir kennen uns schon von Geburt an. Nur dass ich keinen direkten Kontakt zu dir hatte. Es mag alles sehr verwirrend klingen, aber du wirst verstehen.

Wie dem auch sei, jeder hat eine andere Definition von Zusammentreffen und so wie sie auf deine passt, war unser erstes Treffen am 17.Oktober. Demnach wäre deine Antwort richtig, dich an unser erstes Treffen zu erinnern, aber ich meine nicht 2002 sondern 2000, ja du erinnerst dich an diesen Tag,, so gut wie ich es tue und es mich schmerzt.

Wir verfielen beide in Trauer, Trauer die Schwäche hervorrief. Aber ich wollte mein Leben nicht so leben. Rache war das einzig mögliche. Deshalb die Morde. Jeder der Opfer hatte eine Beziehung zu Amy. Und jedes von ihnen, war zu einem kleinen Teil Schuld an ihrem Tod.

Wieso aber habe ich Gillian nichts getan? Wieso wusste ich immer wo du warst und was du tust? Wieso kenne ich deine Schwachpunkte? Wieso habe ich auf solch umständliche Weise kommuniziert? Wieso diese Sache mit der Kraft? Es kam mir Recht, dass du dir selbst eine Erklärung geliefert hast, für das was vorging. Und in einem gewissen, absurden Sinne, auf eine seltsame Art und Weise war es genau die richtige Erklärung. Nur hast du sie aus einem falschen Winkel betrachtet. Wir reden von nichts übernatürlichem. Ich wollte deine Kraft, später wirst du verstehen ,wie ich das meine, aber ich habe sie dir nie gegeben. Du hattest sie von Anfang an, deshalb nannte ich sie DEINE Kraft. Wie konnte Becky mit der Sache in Zusammenhang gebracht werden? Wie gesagt ich kenne deine Schwachpunkte... Ich brauche dich um meine Rache an dieser Welt zu vollenden. Ich weiss, dass du dich an all denen rächen willst, die Schuld an Amys Tod sind und auch nur in irgend einer Weise in Zusammenhang mit Drogen stehen, ich weiss es und es gefällt mir. Einen kleinen Teil unserer gemeinsamen Rache haben wir schon vollendet, der Rest wartet...Ein Wort bereitet dir Kopfzerbrechen, COPY, ich werde versuchen dir diesen Hinweis zu erklären. Erinnerst du dich an meine Vision, die ich dir erklärt habe? An Amy die darin vorkam? Das war ein Teil meines Plans, Schwäche und Verzweiflung in dir hervor zurufen, damit deine Seele, dein Ich ins Wanken geraten konnte. Nur wenn du schwach bist, kann ich dich kontrollieren. Deshalb war auch Becky nötig. Alles was dich schwächen konnte war mir Recht. Zerlina...glaube deinem Unterbewusstsein...ich weiss nicht was es dir noch zeigen wird, aber glaube alles was es dir erzählt, denn es ist das einzige was dich nicht betrügen kann. Und daher ist der Zeitpunkt nahe, an dem ich dir selbst sage, was dies alles zu bedeuten hat. Die fehlenden Fingerabdrücke, kein Indiz das auf mich hinweisen konnte? Falsch. Die ganze Welt kann einen betrügen und sie tut es auch. Denk noch mal über die Indizien nach...es waren überall Spuren von mir.

Wieso hast du dir nie die Frage gestellt ‚Copy von was?’, denn die Antwort darauf ist so kompliziert, unverständlich und doch so absurd und schockierend wie normal.

Du bist ich. Ich bin du. Die Kopie von dir. Die Kopie von allem Ärger und all der Trauer, die du in dich hinein gefressen hast. Aus ihr hat sich ein zweites Ich entwickelt. Ich will deine Kraft, deinen Körper und gemeinsam mit dir können wir uns an der ganzen Welt rächen. Ich war in deinem Kopf eingesperrt, aber jetzt bin ich frei...frei alles zu tun was ich will!!

Shane Steven Filan

Das Echo des Schusses legte sich über Dublin. Warnte jeden und doch niemanden.

-The End-