Erschöpft lag ich in meinem Bett und die Geräte rundherum piepsten in unregelmäßigen Abständen. Meine Augen brannten von den Tränen. Ich hatte ihn verloren....ich streichelte über meinen flachen Bauch. Mein kleiner Engel war fort.
Die Tür wurde geöffnet und Mark stand in der Tür.
„Mia...“ er kam ans Bett und nahm meine Hand.
„Mark, ich habe ihn verloren....“ ich begann zu schluchzen „....Es ist meine Schuld!“
„Nein, es ist nicht deine Schuld.“ auch ihm liefen Tränen übers Gesicht.
Eine Schwester betrat das Zimmer.
„Dr. Evan meinte es wäre gut für sie sich von dem Baby zu verabschieden. Ich soll ihn ihnen bringen damit sie sich verabschieden können.“ sie legte ihn mir in den Arm.
Seine Haut war fast durchsichtig und auf seinem Kopf hatten er schon kleine dunkle Löckchen. Ich strich vorsichtig über sein Köpfchen, er war eiskalt. Seine kleinen Lippen waren blaßrosa und er sah wahrhaftig wir ein kleiner Engel aus. Er war winzig und seine kleinen Händchen waren gerade mal so groß wie eine Fingerkuppe von mir. Ich betrachte ihn lange und sah dann zu Mark, auch er sah ihn an.
„Nimm ihn und verabschiede dich von ihm.“ ich legte ihn in seinen Arm.
Eine Stunde später kam die Schwester und holte unseren Kleinen ab.
„Wollen sie ihm einen Namen geben? Er ist schon groß genug um eine Beerdigung zu bekommen.“ sie nahm ihn und sah uns an.
„Ja, er heißt Angelo.“ sagte ich bestimmt und sie verließ mit ihm das Zimmer.
„Mia...ich weiß nicht was ich sagen soll!“ Mark nahm wieder meine Hand.
„Du brauchst nichts sagen. Es ändert nichts zwischen uns, wir haben uns getrennt und ich werde das auch alleine schaffen. Bitte geh jetzt!“ ich entzog meine Hand und drehte mich um.
Ich hörte wie er das Zimmer verließ und begann wieder zu weinen. Ich liebte ihn so sehr und ich habe unseren kleinen Angelo so sehr geliebt und nun waren beide fort. Jeder auf seine Weise...
Nach gut einer Woche konnte ich entlassen werden und Angelo`s Beerdigung fand statt. Er wurde auf einem kleinen Friedhof in Sligo begraben. Auf seinem Grabstein stand nur Angelo und 22. Juli 2005. Die anderen waren auch gekommen und trösteten Mark und sagten mir wie leid es ihnen täte. Nach der Trauerfeier verließ ich fluchtartig die Kirche und lief zu meinem Wagen. Nicky holte mich ein.
„Warte Mia! Wo willst du denn hin?“ er packte mich am Arm und drehte mich zu sich.
„Ich muß hier weg, ich habe das Gefühl gleich zu ersticken. Ich kann nicht mehr!“ ich begann zu weinen und er zog mich zu sich.
„Es tut mir so leid!“ er streichelte über meinen Rücken.
Nach ein paar Minuten hatte ich mich beruhigt und Nicky sah mich an. „Warum reagierst du nicht auf meine Anrufe?“
„Nicky was soll das? Ihr wart nur nett zu mir weil ich mal Marks Freundin war und selbst das nur ziemlich kurz. Du weißt doch gar nicht wer ich bin. Einige Sachen sind anders als sie scheinen. “ ich schloß meinen Wagen auf.
„Ich mag dich um deinetwillen nicht weil du die Ex Freundin von Mark bist. Was meinst du überhaupt damit? Die Sache mit Aaron?“ er hielt meine Hand fest.
„Nicky, bitte nicht!“ ich stieg ein und fuhr los.

Es klingelte an der Tür und lief die Treppe hinunter um zu öffnen. Gerade als ich sie geöffnet hatte blieb ich wie angewurzelt stehen, vor mit stand Mark.
„Hallo! Darf ich rein kommen?“ er schob sich an mir vorbei und ging die Treppe hoch.
Ich sah ihm verständnislos hinterher und folgte ihm dann. Er ging ins Wohnzimmer und setzte sich.
„Mark, was willst du hier?“ ich stand in der Tür und sah ihn an, er zog seine Jacke aus und sah zu mir.
„Ich möchte mit dir reden.“
„Worüber?“
„Über Aaron.“
„Was gibt es da noch zu reden? Ich denke du hast deutlich genug gesagt was du dazu meinst.“ ich ließ mich seufzend auf den Sessel fallen.
„Ja, aber ich habe einen ganz entschiedenen Fehler gemacht.“ er sah mich traurig an.
„Der da wäre?“
„Ich habe nicht ein einziges Mal gefragt was du dazu sagst.“
„Oh, wie gut das dir das nach einem halben Jahr auffällt.“ meinte ich sarkastisch zu ihm.
„Mia, ich will mich nicht streiten! Es tut mir wirklich sehr leid und ich möchte nur wissen ob du etwas mit ihm hattest oder nicht!“ er stand auf und kam zu mir.
„Natürlich nicht! Mark ich habe dich geliebt und war schwanger von dir! Was denkst du eigentlich von mir?“ ich hatte Tränen in den Augen.
Er ging vor dem Sessel in die Knie und zwang mich ihn anzusehen. „Mia? Liebst du mich immer noch?“
„Ich weiß nicht!“ ich blinzelte und eine Träne lief über meine Wange.
„Mia! Es tut mir leid, gerade ich hätte wissen müssen das nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Verzeihst du mir?“ er nahm meine Hände und küßte sie.
„Brauchst du jedes mal so lange um dich zu entschuldigen?“ ich versuchte zu lächeln.
„Hmmm, nein ich denke nicht. Weil ich lernen werde dir zu vertrauen!“ er nahm mein Gesicht in seine Hände und küßte mich sanft.