>> Alle Passagiere des Fluges BA 404 von Dublin nach Madrid werden gebeten sich umgehend an Gate 17 einzufinden. Dies ist der letzte Aufruf für den Flug BA 404 von Dublin nach Madrid!<<

Ich hörte diese Durchsage beim Betreten des Flughafens. –Shit!- Ich lief zum Check in Schalter und die Dame dahinter sah mich böse an. Ich hielt ihr mein Ticket entgegen und sah sie flehentlich an.
„Frau Mason, sie sind sehr spät dran!“ sie schaute mich tadelnd an.
„Es tut mir leid, aber in der Stadt war die Hölle los.“ versuchte ich mich zu verteidigen.
„Bitte beeilen sie sich!“ sie nahm mir mein Gepäck ab und befestigte die Aufkleber. „Gate 17.“
„In welche Richtung?“ ich blickte sie ratlos an.
„Dort entlang...“ sie zeigte nach rechts und ich konnte einen Aufschrift erkennen, Gate 3, ich sah sie an. „... in 13 Minuten startet dieser Flieger, mit ihnen oder ohne sie.“
„Vielen Dank!“ erwiderte ich sauer und begann zu laufen.
-So etwas kann auch nur mir passieren, die Stadt war zum Überlaufen voll, überall Stau und dann bekomme ich zu allem Überfluß auch noch die wahrscheinlich unhöflichste Flughafenangestellte ab! Toller Tag!-
Ich bremste schlitternd bei der Paßkontrolle und der Kontrolleur schaute mich genauso mies gelaunt an, wie ich mich jetzt fühlte.
„Bitte den Paß oder den Ausweis!“ brummte er mich an.
Ich kramte in meiner Tasche und gab ihm beides.
„Ich sagte Paß ODER Ausweis!“ fuhr er mich an.
„Entschuld....“ stammelte ich und nahm meinen Ausweis wieder an mich.
„Das Ticket....“ er sah mich böse an „...ich brauche ihr TICKET!“
Ich gab es ihm und er zeigte zur Einstiegskontrolle. Ich sah auf meine Uhr .
- Noch 5 Minuten! Bitte nicht ohne mich fliegen! –
Ich schickte ein Stoßgebet zum Himmel und lief los. Ich passierte die Sicherheitsschleuse und prallte dann kurz vor dem Einstieg gegen einen Schrank von einem Mann. Ich fiel auf meinen Allerwertesten und sah ihn böse an. Er tat als ob er mich gar nicht bemerkt hatte und starrte weiter mit finsterer Miene ins Leere. Ich rappelte mich auf und wollte zur Stuardess gehen und endlich in diese gottverdammte Maschine steigen. Doch der Typ hielt mich fest und ließ mich erst los als die Stuardess auf uns zu kam.
„Tut mir leid Miss! Immer diese ganz anhänglichen Fans!“ sagte er zu ihr.
„Hör mal zu du Schrank, ich habe ein Ticket für diese Maschine und ich werde sie jetzt betreten, ob es dir paßt oder nicht!“ antwortete ich und drängelte mich an ihm vorbei zur Stuardess. Diese nahm mein Ticket und führte mich endlich in den Flieger. Ich ließ mich in meinen Sitz fallen und schloß meine Augen.
- Was für ein absoluter Scheiß Tag! –
Kurz nachdem ich mich angeschnallt hatte startete das Flugzeug.
Nur noch gute 3 Stunden und ich würde Mel wieder sehen. Ich freute mich schon seit langem darauf meine beste Freundin in Spanien zu besuchen. Sie war vor 2 ½ Jahren mit ihrem Mann Louis und ihrem Sohn Ricky nach Spanien ausgewandert und wir sahen uns nur noch 2 – 3 Mal im Jahr. Da sie ja mit dem Kleinen und ihrem Job genug zu tun hat und ich als Fremdsprachenkorrespondentin von meiner Agentur von Dublin aus über den halben Erdball gejagt werde. Jetzt ließ sich zum ersten Mal beides verbinden. Ich hatte einen Job über 3 Monate in ganz Spanien und konnte sie regelmäßig sehen. Ich freute mich sehr auf sie. Wir hatten uns seit gut 5 Monaten nicht gesehen und ich war sehr gespannt auf sie und den Rest ihrer Familie.
Ich schlief schließlich ein und wurde dann von der Stuardess geweckt.
„Entschuldigen sie bitte, ich wollte nur Beschied sagen, daß wir in 5 Minuten in Madrid landen.“ sie lächelte mich freundlich an.
„Danke!“ erwiderte ich verschlafen und sah aus dem Fenster. Die Stadt lag noch weit unter uns aber wir bewegten uns kontinuierlich auf den Boden zu. Kurz darauf spürte ich den Ruck der Landung und dann ertönte die Stimme des Kapitäns.
>> Sehr geehrte Passagiere, hier spricht ihr Kapitän. Wir sind so eben in Madrid gelandet. Die Lufttemperatur beträgt schätzungsweise 33?C. Bitte warten sie bis ihre Anschnallzeichen erloschen sind. Vielen Dank das sie mit Air Lingus geflogen sind. Wir hoffen sie bald wieder an Bord begrüßen zu dürfen. Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt!<<
Er hatte noch gar nicht zu Ende gesprochen, da sprang ich von meinem Sitz auf, schnappte mir meine Tasche und lief zu Ausgang und prallte – welch Überraschung – gegen den mir schon bekannten Schrank. Er wollte gerade etwas sagen, aber ich kam ihm zuvor.
„Hören sie zu Mister...“
„Paul Higgens, ich bin Body...“ unterbrach er mich.
„Ja, ja sie sind Bodyguard, schon verstanden. Ich muß jetzt raus. Haben sie das verstanden?“ ich deutete zur Tür.
„Das geht nicht...“
„Hören sie zu es ist mir Scheißegal wen sie beschützen wollen, ich bin keine Gefahr. Das heißt ich könnte eine werden, wenn ich nicht sofort hier raus komme!“ ich funkelte ihn böse an und er trat zur Seite. Ich stürzte die Gangway hinunter und rannte dabei einen jungen Mann über den Haufen, dessen Gemecker mich bis zum Gepäckband begleitete. Ich stand da und trat von einen Fuß auf den anderen. Wo waren meine Taschen und wo waren die anderen Passagiere. Endlich setzte sich das Band in Bewegung und einige Taschen kamen zu Vorschein, nur meine war noch nicht dabei. Ich drehte mich um, außer mir waren nur noch 8 weitere Leute in der Halle. 3 Männer von der Sorte Schrank, mit der ich heute schon Bekanntschaft gemacht hatte und 4 weitere, mit Sonnenbrillen, Cäppi usw. gaaanz unauffällig. Ich mußte unwillkürlich grinsen. Die drei Schränke hoben nach und nach Taschen von Gepäckband, dann rollten meine Taschen endlich an. Ich drängelte mich an den drei finster aussehenden Jungs vorbei, schnappte mir meinen großen Rucksack und schnallte ihn auf den Rücken, dann schnappte ich mir noch meine beiden Taschen und stapfte voll bepackt zum Ausgang. Draußen machte ich mich sofort auf die Suche nach einem Taxi, nach ein paar Minuten kam dann auch endlich eines. Bevor ich mich versah begannen die Jungs das Taxi zu beladen. Ich traute meinen Augen nicht, das war ja wohl...., na warte. Ich ging auf den mir schon bekannten Mr. Bodyguard zu.
„Hören sie Mister, das ist mein Taxi.“ sagte ich etwas lauter als beabsichtigt.
„Steht da etwa der Name von Miss Wichtig dran?“ er sah mich herablassend an.
„WAS? Hören sie mal zu, das ist mein Taxi, auch wenn da nicht mein Name eingraviert ist!“ funkelte ich ihn an.
- Mann, was ist denn das nur für ein Tag? Besteht die Welt aus Idioten? –
„Hast du Probleme, Paul?“ ertönte hinter ihm eine Stimme.
„Nein, nein Shane, alles ist in Ordnung!“ erwiderte er.
„Gar nichts ist in Ordnung Mister, ich bestehe auf das Taxi!“ ich stand nur noch wenige Zentimeter von ihm entfernt und war kurz davor richtig, wirklich richtig böse zu werden, als ich eine mir vertraute Stimme hörte.
„Joanne Mason! Willst du den ganzen Flughafen unterhalten? Noch etwas lauter und du hast gute Chancen!“ Mel und Ricky standen gute 50 m von mir entfernt und Mel brüllte zu mir herüber.
Ich riß meine Arme hoch und ließ meine Tasche und meinen Rucksack fallen. Ricky kam auf mich zu gestürmt.
„Jo, Jo guck mal ich hab was für dich!“ schrie er auf spanisch und hielt ein Schild hoch auf dem <Vamos Jo!> stand und das mit vielen Herzchen bemalt war. Ich fing ihn auf und wirbelte ihn durch die Luft.
„Ricky, mein Engel! Wie geht es dir? Ich freu mich so!“ antwortete ich ihm auf spanisch.
„Joanne Mason! Du benimmst dich wie ein kleines Kind, bekommen wir dich noch mal groß?“ sagte Mel lachend als ich Ricky immer wieder durch die Luft wirbelte. Ich ließ ihn los und umarmte Mel lange.
„Du hast mir soooo gefehlt!“ flüsterte ich ihr ins Ohr.
„Du mir auch Cake!“
„Hör auf mich so zu nennen!“ ich knuffte sie in die Seite.
„Warum? Ich nenn dich schon immer so!“ sie lachte mich an.
„Dann nenn mich so, aber nicht in der Öffentlichkeit!“
„Sag mal reist du neuerdings ohne Gepäck?“ sie deutete auf meine leeren Hände.
- Oh Shit meine ganzen Sachen! -
Ich drehte mich um und das Taxi war zum Glück noch nicht abgefahren. Ich lief hin und sammelte meine ganzen Sachen zusammen. Mel half mir.
„Guten Tag! Entschuldigen sie bitte wenn Jo sie geärgert hat. So ist sie manchmal!“ Mel sah Paul an und dieser blickte mich nur noch finsterer an.
„Mel, du brauchst dich nicht für mich zu entschuldigen, er ist selbst Schuld!“ sagte ich auf spanisch, ich grinste sie an und verdrehte die Augen.
Sie wiederholte das ganze noch mal Paul brummte sie an und drückte ihr eine meiner Taschen in die Hand.
„Bye Sir!“ ich betonte jeden Buchstaben und warf dann meine Haare in den Nacken.
Von Paul hörte ich nichts mehr, er stieg ins Auto und sie fuhren los.
„Kaum 10 Minuten spanischen Boden unter den Füßen, schon brennt dein Temperament mit dir durch! Cake! Cake! Cake!“ Mel lachte mich an.
Mel, Ricky und ich gingen zum Auto und fuhren zu Mel, wo Louis schon mit einem leckerem Essen auf uns wartete. Tequila, Mel`s Bernadiener begrüßte uns stürmisch. Ich kraulte ihn und er war wieder mein allerbester Freund. Wir redeten bis spät in die Nacht, gegen Mitternacht brachte ich Ricky zu Bett, der bis dahin auf meinem Schoß geschlafen hatte. Dann setzten Mel und ich uns in die Küche um unter 4 Augen zu reden. Louis verstand das und sagte uns Gute Nacht.
„So ihr zwei Hübschen ich gehe jetzt zu Bett! Macht nicht mehr so lange!“ er zwinkerte uns zu.
„Nein!“ erwiderten Mel und ich gleichzeitig, was uns allen ein lächeln aufs Gesicht zauberte.
Nachdem Louis im Bett war begannen Mel und ich uns alles wesentlich über das letzte halbe Jahr zu erzählen.
„Sag mal Jo, wann warst du das letzte Mal bei Nana und Pop?“ Mel schlürfte an ihrem Kaffee.
„Vor zwei Wochen, es geht ihnen gut. Ich soll euch allen schöne Grüße bestellen! Ich feiere dieses Jahr mit Sicherheit Weihnachten und Sylvester bei ihnen! Warum?“
„Ich wollte deine Großeltern gerne auch mal wieder sehen, schließlich waren wir 6 Jahre lang jede Sommerferien bei ihnen. Wie kommst du denn dazu die Feiertage bei ihnen in Sligo zu verbringen? Mal abgesehen davon das wir gerade mal den 20.07. haben. Da ist doch gar nichts los, während in Dublin der Bär tobt.“ sie rührte in ihrer Tasse herum.
„Ich habe es Nana versprochen, es wollen noch einige Leute vorbei kommen. Das werden dann so um die 20 Leute sein. Also nicht ganz so ruhig!“
„Und du bist das Unterhaltungsprogramm?“ lachte sie.
„Sehr witzig Mel! Selten so gelacht! Aber wir müssen sie unbedingt mal wieder zusammen besuchen, sie werden sich riesig freuen dich und Louis wieder zu sehen. Sie wollen Ricky unbedingt kennen lernen. Er ist schon fast 3 und sie kennen ihn nur von Fotos. Nana freut sich übrigens jedesmal tierisch wenn sie einen Brief von euch bekommt.“
„Das freut mich! Und sonst Jo? Wie geht es Claire und Big Ben?“ sie grinste mich breit an.
„Meiner Mum geht es ausgezeichnet, sie leitet jetzt alle Filialen von H&M in Dublin und Daddy ist beruflich immer noch sehr viel unterwegs, er ist jetzt seit 3 Monaten im ersten Vorstand!“ ich zog eine Augenbraue hoch und sah sie an.
„Und wie sieht es mit deinem Studium aus?“
„Ich bin fertig!“
„NEIN! Warum hast du denn nichts gesagt?“ sie fiel mir um den Hals.
„Ich wollte es dir persönlich sagen. Ich habe in Spanisch, Französisch, Italienisch und in Japanisch mit Auszeichnung bestanden. In Deutsch, Griechisch, Russisch, Schwedisch und Finnisch hat es nur für ein Bestanden gereicht. Die Agentur hat mich sofort fest eingestellt.“ ich sah sie lange an.
„Das ist ja wunderbar, aber naja spanisch ist auch keine große Sache. Mit Ricky und Louis mußt du ja spanisch sprechen....“ sie verdrehte die Augen.
„Na, warte Melanie Lopez dir wird das Lachen gleich vergehen!“ ich jagte sie durch die Küche.
Nach ein paar Minuten lagen wir erschöpft auf dem Fußboden und lachten. Plötzlich stand Louis in der Tür. Er schüttelte den Kopf und half uns auf.
„Sag mal Cake, bekommen wir dich irgendwann groß?“ er griente mich an.
„Weiß nicht, das haben vor euch schon einige andere probiert!“ ich blickte ihn unschuldig an.
„Ja, ja jetzt komm mir nicht auf die Tour Miss! Ab ins Bett jetzt, kleine Mädchen brauchen ihren Schlaf!“ er bugsierte mich zu Tür.
„Hey Seniór, ich bin 24 ich brauche niemanden der mich ins Bett schickt....“ ich sah ihn überheblich an, dann wendete ich mich Mel zu „...Mel ich gehe jetzt ins Bett, ....aus freien Stücken...., ich bin total kaputt von diesem Tag!“
Mel grinste mich an, ich hatte ihr die Story von Stau bis zum Taxi erzählt.
„Gute Nacht Cake!“ hörte ich ihre Stimme auf halber Höhe der Treppe.
„Mel!“ stöhnte ich.
„Ist ja gut! Schlaf gut Joanne!“ ich hörte ihr grinsen förmlich aus der Stimme.
„Gute Nacht!“
Ich legte mich ins Bett und war Sekunden später schon im Traumland. Ich wurde von etwas in meinem Gesicht geweckt, ich machte ganz langsam meine Augen auf und Rickys Gesicht war nur Millimeter von meinem entfernt. Er quiekte als ich meine Augen öffnete. Ich tobte mit ihm eine Weile herum ehe ich duschen ging. Mel und ich wollten heute shoppen gehen. Wir ließen Ricky trotz heftiger Proteste bei seinem Daddy. Dann fuhren wir nach Madrid und machten die Läden unsicher. In einer Boutique probierte Mel etwas an und ich wartete, dann sollte ich ihr ein Teil in einer anderen Größe holen. Als ich zurück kam hatte ich vergessen in welcher Kabine sie gerade war und stürmte einfach in die Nächstbeste. Vor mir stand allerdings nicht Mel, sondern ein junger Mann, der zugegeben ziemlich gut aussah. Er sah mich und fing an zu schreien.
- Mann so furchtbar bin ich nun auch nicht...O.K. meine Haare könnten mal wieder ein Friseur sehen, aber sonst?.. –
Ich sah ihn an und ging rückwärts aus der Kabine und stieß mit etwas oder jemanden zusammen. Ich drehte mich um.
- Das darf jetzt nicht wahr sein, das ist nur ein schlechter Traum! –
Und vor mir steht Paul, böser Blick und verschränkte Arme.
„Hi... ich meine guten Tag Sir!“ ich blicke ihn mit meinem schönsten Unschuldsblick an.
Er allerdings ignorierte mich erst einmal völlig und sprach mit dem Mann in der Kabine.
„Alles in Odnung, Nicky?“
- Er klingt ja richtig freundlich! -
„Ja, habe mich nur erschrocken!“ er streckt seinen Kopf raus und ich winke ihm mit einer Hand zu.
„Nun zu dir Miss Wichtig! Laß die Jungs endlich in Ruhe, die brauchen auch mal Pause von euch!“ er blaffte mich an.
– Wo ist denn der freundliche Mann von eben? Wahrscheinlich bei dem Gebrüll weg gelaufen –
„Jetzt hören sie mal Mister Schrank! Ooops ich meine Mister Higgens...“ ich blicke ihn zornig an „... ich kann nichts dafür wenn wir uns andauernd über den Weg laufen...“
„Cake! Wo ist das Oberteil?“ Mel quengelte rum.
Ich stapfte noch einmal in die Umkleidekabine des Mannes und schnappte mir Mel´s Oberteil, er schaute mich zwar verwirrt an, aber er verzichtete dieses Mal aufs Schreien. Ich reichte es Mel über die Tür und wendete mich wieder Paul zu.
„.... Wie schon gesagt Mister, ich kann gut und gerne darauf verzichten ihnen oder ihren JUNGS zu begegnen. Ich möchte mich ein Wochenende erholen, ohne hingeschubst, angeschrien oder nieder gemacht zu werden. Klar?“ ich hatte mich richtig in rage geschrien.
Paul schaute mich verwirrt an und Nicky steckte den Kopf aus der Umkleidekabine.
„Beruhigen sie sich...“ er sah mich an.
„Ich beruhige mich, wenn ich das für Richtig halte MR. ICH HABE MICH SO ERSCHROCKEN; DA FANG ICH AN WIE EIN MÄDCHEN ZU SCHREIEN!“ ich war auf 180.
„Cake, ist ja gut! Komm wir gehen!“ Mel war fertig, sie drückte die Sachen einer Verkäuferin in die Hand und zog mich zur Tür. Dort stand der Mann von Taxi und grinste übers ganze Gesicht.
„Grins nicht so dämlich MR. IST ALLES IN ORDNUNG PAULCHEN!“ sagte ich mit einer Kleinmädchenstimme zu ihm.
„Hey komm mal runter!“ schrie er mir hinterher.
Ich wollte gerade zurück brüllen als Mel mich ins Auto schubste.
„Du hast uns für heute genug blamiert! Miss Mason! Hinsetzten! Klappe halten und anschnallen!“ Mel war richtig sauer und auf dem Weg nach Hause sprachen wir kein Wort mit einander, als wir die Auffahrt hochfuhren sah mich Mel an.
„Bist du wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen?“ sie sah mich ernst an.
„Ja.“ erwiderte ich kleinlaut.
Wir sahen uns an und fingen beide laut an zu lachen. Als wir ins Haus kamen und stürmisch von Ricky begrüßt wurden, hatten wir uns immer noch nicht wieder beruhigt. Louis schaute uns beide fragend an.
„Louis....“ Mel kringelte sich vor Lachen „... das hättest du sehen müssen, Cake steht vor so einem zwei Meter Mann, der aussieht wie ein Schrank und redet ihn in Grund und Boden, dann beleidigt sie noch zwei der berühmtesten Männer Irlands. Ich kann dir sagen, wenn ich es nicht besser wüßte würde ich sagen, sie hat Feuer im Blut. Das hättest du sehen müssen!“ sie gab ihrem Mann einen Kuß und sah dann zu mir. Ich hatte aufgehört zu lachen und starrte sie an.
„Wen habe ich beleidigt?“ ich sah sie fragend an.
„Hast du sie nicht erkannt?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Mensch Cake, das waren Nicky Bryne und Shane Filan, zwei von Westlife. Das müßte selbst dir ein Begriff sein. Mann, die Jungs von Paul Higgens sind Westlife!“ sie grinste mich aufgrund meines sprachlosen Gesichtsausdruckes an.
„Oooops!“ ich grinste sie nach der Schrecksekunde an.
„Sei froh das die Wahrscheinlichkeit sie wieder zu sehen so gering ist!“
„Das kannst du laut sagen, aber ich nehme es jederzeit wieder mit ihnen auf!“ ich hielt meine Faust hoch und Louis und Mel machten ein Schritt zurück und lachten.
Den Rest des Wochenendes verbrachten wir ganz gemütlich am Strand und Louis bekochte uns großartig. Am Montag Morgen lieh ich mir sein Motorrad und fuhr zu einer unserer Zweigstellen nach Madrid. Ich betrat das Bürogebäude noch mit Helm und meldete mich am Empfang. Ich war verdammt spät dran. Immer noch mit Helm klopfte ich an die Bürotür von meinem momentanen Chef.
Kurz darauf wurde die Tür geöffnet und ich trat ein, ich wollte gerade meinen Helm abnehmen als ich erblickte wer noch im Raum war. Westlife und ihr Bodyguard-Team, unter ihnen mein allerliebster Freund Paul. Ich widerstand der Versuchung den Helm einfach aufzulassen und nahm ihn schließlich ab. Was das Grinsen aus den Gesichtern von Shane, Nicky und Paul verschwinden ließ. Sie starrten mich nur an. Dann ergriff mein Chef das Wort.
„Guten Tag Miss Mason, schön das sie jetzt da sind!....“ ein Seitenblick auf mich.
- Es waren doch nur 10 Minuten! Bist du in dieser Stadt schon mal Auto oder schlimmer noch Motorrad gefahren? -
Ich biß die Zähne zusammen und grinste ihn an.
„Also Mister Bryne, wir hatten das letzte Mal mit einander gesprochen. Hier ist ihre Dolmetscherin für die nächsten drei Monate!“ er zeigte auf mich.
„Das ist ja fein, wir hatten ja bereits das Vergnügen, richtig!...“ Nicky reichte mir freundlich die Hand „...Wie war noch der Name MISS WICHTIG, ICH GEH BEI JEDEM BISCHEN AN DIE DECKE; BIN ARROGANT UND RESPEKTLOS, oder?!“ er sah mich mit einem eiskaltem lächeln an.
„Ja richtig, hätte nie gedacht das sie sich einen so langen und so schwierigen Namen merken können!“ ich grinste ihn triumphierend an. Die anderen Jungs feixten.
„Hey Nicky 1:0 für sie! Das kann ja heiter werden!“ Kian klatschte in die Hände.
„So, das sind meine JUNGS...“ Paul kam aus der Ecke in der er sich, ziemlich schlecht, versteckt hatte „... Das sind Nicky Bryne, Mark Feehily, Kian Egan und Shane Filan!“ er deutete einzeln auf die Jungs und sprach extrem langsam. Ich reichte den Jungs die Hand.
„Ich bin J o a n n e M a s o n!“ ich buchstabierte jeden Buchstaben einzeln und sah Paul dabei an.
Er mußte sich sein grinsen ganz schön verkneifen.
„Tja Paul, auch bei dir 1:0 für sie!“ Kian lachte los.
„Gut wir sehen uns dann morgen früh, 09:00 Casa de la Sol, bis dann! Bye!“ ich ging zur Tür.
„Moment, wir brauchen noch ihre Handynummer, falls irgend etwas unvorhergesehenes passiert!“ Nicky stürmte mir hinterher.
„Ich denke für die Übersetzung irgendeiner Speise- oder Getränkekarte werdet ihr mich nicht brauchen und was anderes dürfte heute nicht passieren, heute ist hier in Spanien Feiertag!“ ich lachte ihn breit an.
„Mensch Nicky, du bist doch sonst so schlagfertig. Du mußt aufholen. Es steht 2:0 für die Dame im blauen Shirt.“ Kian schlug Nicky auf die Schulter.
„Sie sollten wirklich ihre Handynummer da lassen Miss Mason!“ nun mischte sich mein Chef ein.
„O.k. O.k.!“ ich schrieb meine Nummer auf einen Zettel und drückte ihn Paul in die Hand.
„Nur im NOTFALL! Klar?“ ich sah ihn ernst an.
„Klar!“ er grinste leicht und salutierte vor mir.
Ich verließ das Büro und fuhr zu Mel`s kleiner Finca zurück. Ricky wartete schon ungeduldig auf mich. Ich hatte ihm versprochen mit ihm zu spielen. Gegen 15 Uhr klingelte mein Handy.
„Hallo hier ist Jo!“
„Hallo hier ist Paul Higgens..“
„Was gibt es für einen NOTFALL?“ blaffte ich in den Hörer.
- Kommen die nicht mal einen Tag alleine klar? –
„Entschuldigen sie die Störung Miss Mason, aber...“
„Nun kommen sie zum Punkt MR. HIGGENS!“
„Das Hotel ist von Fans belagert, wir wollten fragen ob sie nicht irgendwo ein kleines Hotel kennen, gerne außerhalb...!“
„Moment ich soll ihnen helfen ein Hotel zu suchen?“
„Ja!“ Paul klang irgendwie gar nicht mehr so selbstsicher.
„Tut mir leid, das gehört nicht zu meinem Job!“
„Miss Mason Biiiitttteeee! Sonst sitzen die Jungs heute Nacht auf der Straße!“
Ich mußte lachen. „Verlockende Vorstellung, ich versuche was sich machen läßt! Wie viele Personen?“
„Zehn. Die Jungs, vier Bodyguards, ein Tourmanager und ein Busfahrer.“
„Ein Busfahrer?“
„Ja, wir haben für die nächsten drei Monate einen Tourbus.“
„O.k. ich schaue was sich machen läßt! Ich melde mich!“ damit legte ich auf. Paul hatte Rufnummerübertragung an, somit hatte ich seine Nummer. Ich ging zu Mel ins Büro, sie arbeitete als Schneiderin und designt ab und zu etwas herum. Ich stellte mich an ihren Tisch und schaute ihr über die Schulter.
„Was willst du Cake?“ sie sah mich über ihre Brille hinweg an.
„Wie kommst du darauf das ich was will? Und Herrgott Mel, nimm diese Brille ab, ich habe das Gefühl du guckst mich mit 4 Augen an.“
„Ich brauche sie zum Arbeiten. Woher ich weiß das du was willst?“
Ich nickte.
„Du schleichst um mich herum wie eine Katze, fehlt nur noch, das du anfängst zu schnurren.“
„Du hast ja Recht, habt ihr noch Zimmer frei?“ ich sah sie unschuldig an.
„Ja, noch 4 Stück. Warum?“
„Sind es Doppelzimmer?“
„Ja, warum Cake?“
„Meinst du José hat auch noch ein Zimmer frei?“ ich deutete auf die kleine Pension nebenan.
„Ich denke doch. Warum Cake?“ sie stand auf und sah mich an.
„In einer guten Stunde werden die Zimmer belegt sein, die Jungs haben ein Problem in ihrem Hotel und ich dachte sie könnten hier schlafen, nur ein paar Tage, dann müssen wir eh weiter!“ erklärte ich schnell.
„Moment Jo, welche Jungs? Welches Problem? Wovon redest du?“
Ich erklärte ihr alles mit meinem Job, mit den Jungs und mit dem Hotel. Sie lachte sich halb tot über die Story.
„Und du sagst noch: Die sehe ich ja so bald nicht wieder! Ich lach mich schlapp! Das muß ich mit eigenen Augen sehen! Rufe sie an und sage es geht klar, ich spreche mit José!“ sie ging gleich rüber und ich wählte Pauls Nummer.
„Higgens!“
„Gute Nachrichten Mr. Higgens! Sie haben ein Quartier für die nächsten Nächte!“
„Super! Wo?“
„In Aranjuez, 1 Stunde von Madrid entfernt. Aber es gibt einen Haken.“
„Der da wäre...“
„Ich wohne in der gleichen Pension.“
„Das werden wir schon überleben.“
„Es hat auch keiner eine Allergie gegen Hunde oder Katzen?“
„Nein!“
„Gut, dann erkläre ich ihnen den Weg....“ ich erklärte ihm genau den Weg und legte auf. Dann suchte ich Ricky, er wollte bei seinem Daddy spielen, aber Louis wäre mir bestimmt dankbar wenn ich den Kleinen an mich nehmen würde.
Ich fand die beiden in der Küche und Louis blickte mich hilfesuchend an.
„Alles klar Lou, ich nehme den Rabauken mit.“ ich schnappte mir Ricky und warf ihn über die Schulter.
Er quiekte und strampelte aber ich ließ ihn erst auf den Hof wieder runter. Wir spielten Versteck und dann jagten wir die Katzen über den Hof. Dann fuhr ein Bus auf den Hof. Ich hatte Ricky gerade gefangen und wir lagen beide auf der Erde und kringelten uns vor lachen, da uns Tequila das Gesicht abschleckte. Ich schubst Tequila von mir und Ricky sprang auf meinen Rücken. Paul stieg aus und grinste mich an. Kurz nach ihm folgte Nicky, der sofort von Tequila stürmisch begrüßt wurde. Das hieß, er landete rückwärts im Bus und riß dabei Shane und Mark gleich mit. Ich mußte mir das lachen verkneifen und pfiff Tequila zurück.
Dann waren endlich alle ausgestiegen. Sie wurden mir vorgestellt und ich stellte mich vor sie und Ricky ließ mich los und lief über den Hof. Ich rannte ihn hinterher.
„Ricky bleib stehen!“ rief ich ihm nach.
„Fang mich!“ er lief in den Hühnerstall.
„Ricky Steven José Lopez ich spiele jetzt nicht mit dir Fange, komm her.... Biiittteee!“ ich blieb vor der Tür des Stalls stehen, dann gab ich mir einen Ruck und ging hinein. Nach ein paar Sekunden kamen Ricky und ich wieder zum Vorschein. Beide voll Stroh, aber sonst unversehrt.
„So, Mr. Bryne, Mr. Egan, Mr. Filan, Mr. Feehily, Mr. Higgens, Mr. Smith, Mr. Clarens, Mr. James, Mr. O´Neill und Mr. Raden, also 8 Personen können hier in dieser Pension schlafen, zwei dort drüben“ ich deutete auf Josés Pension. Schnell war klar, das Mr. Raden, der Busfahrer und Mr. James der Manager drüben schlafen würden.
„Ich bringe sie kurz rüber, Mr....“
„Ich bin Jason, nennen sie mich ruhig J“ meinte der Tourmanager freundlich zu mir.
„Ich bin Tom!“ meinte nun auch der Busfahrer.
„O.k. Ich bin Jo, kommt mit, ich stell euch José vor....“ ich blickte zu den anderen „ Würden sie bitte hier warten.“
„Ja Miss!“ antwortete Paul.
Ich brachte die beiden rüber und brachte Mel gleich mit. Ich stellte ihr alle vor und wir gingen ins Haus.
„Na im Dreck gespielt?“ Nicky trat neben mich.
„Ja. Und sie heute schon arrogant und spießig gewesen? Oder jemanden in die Flucht geschrien?“
„Haha, Nicky 3:0 für sie!“ Kian lachte mich an.
Ich sah die Jungs erst zum Abendessen wieder, ich hatte noch mit Ricky den Hof unsicher gemacht und war danach duschen gegangen. Jetzt war ich kaum wieder zu erkennen. Vorher hatte ich einen ziemlich wuscheligen Zopf gehabt, ich hatte dreckige Jeans und ein superaltes T-Shirt angehabt und an mir klebte überall Stroh. Nun betrachtete ich mich im Spiegel. Meine braunen Locken fielen weich über meine Schultern, ich trug ein Blaues Kleid, welches meine Augen hervor hob und dazu trug ich eine schlichte Kette und FlipFlops. Die Jungs staunten nicht schlecht als sie mich so sauber sahen.
„Mensch, da steckte ja unter all dem Dreck eine schöne Frau!“ Kian pfiff anerkennend.
„Tja, es geschehen noch Zeichen und Wunder!“ meinte Shane
„Gar nicht so übel!“ gab nun auch noch Nicky seinen Senf dazu.
„Jo, meine Jo! Du bist so hübsch!“ Ricky sprang mir auf den Arm und ich knuddelte ihn.
„Echt nicht schlecht!“ gab Mark sein Kommentar dazu.
Ich ging auf Nicky zu. Er sah mich erschrocken an. Ich hielt ihm meine Hand hin.
„Waffenstillstand Mr. Bryne?“
„Nicky! Klar doch!“ er nahm meine Hand und grinste mich an.
„Du hättest eh verloren!“ Kian gab mir über den Tisch die Hand „Kian!“
Nun folgten die anderen dem Beispiel. Paul hielt meine Hand etwas länger als nötig.
„Jo, Jo, Jo mit dir werden wir noch Spaß haben!“ er grinste mich an.
„Ich kann nichts versprechen, aber ich gebe mein Bestes!“
Während des Essens fühlte ich mich beobachtet, aber jedesmal wenn ich aufschaute, waren alle anderweitig beschäftigt. Nach dem Essen ging ich etwas spazieren und traf unterwegs auf Mark. Er sah mich an und fragte ob er mich ein Stück begleiten könnte. Ich stimmte zu und wir liefen eine Weile schweigend neben einander her. Ich brach dann schließlich das Schweigen.
„Du bist der ruhige Pol der Jungs, hmmm?“
„Eigentlich nicht, eigentlich ist es eher Shane.“ er sah zu Boden.
„Shorty?? du veralberst mich!“ ich grinst ihn an.„Aber du bist so still, oder liegt es an mir?“
„Nein oder doch ja, es liegt an dir!“
Mein Grinsen gefror.
„An mir?“
„Ja, ich habe den Jungs gesagt das ich dich ziemlich nett finde und sie haben mir die ganzen Geschichten von dir erzählt. Jetzt habe ich Angst...“
„Sieh mich an!“
Mark folgte der Aufforderung und ich schaute in ein lachendes Gesicht.
„Na warte, dafür wirst du büßen!“ ich lief ihm hinterher und packte ihn am Kragen seines T-Shirts. Wir fielen ins Gras und lachten.
„Ich bin also so furchteinflößend?“
„Nein, im Gegenteil, ich habe dich heute mit little Ricky gesehen. Ihr habt getobt und herum getollt und dir war es egal wie du danach aussahst. Das finde ich toll, so etwas gibt es nicht oft.“
„Danke!“ es war mir peinlich das er so lieb von mir sprach.
Er kam langsam zu mir und seine Lippen kamen meinen ganz Nahe. Plötzlich versanken wir in einem Kuß. Ich spürte seine Hände an meinem Bauch, an meiner Brust und auch sonst überall.
„Willst du?“ fragte er zwischen zwei Küssen.
„Ja!“ hauchte ich.
Wir schliefen miteinander, danach gingen wir zurück zur Pension und taten so als ob nie etwas gewesen wäre. Mein Job mit den Jungs verlief super. Ich sah Mel jedes Wochenende. Mark und ich schliefen noch ein paar Mal mit einander und dann passierte das was wir beide nicht wollten. Ich verliebte mich in ihn. Ich sprach mit ihm und er erklärte mir das er im Moment keine Beziehung will. Er wollte sich nicht so gebunden fühlen wie die anderen Jungs, die entweder verheiratet oder verlobt waren. So gingen wir auseinander.

Ich hörte lange nichts von ihm. Über zwei Jahre. Unsere kleine Affäre war für mich nicht ohne Folgen geblieben. Jeden Morgen wurde ich von der Folge geweckt und jeder liebevolle Gedanke galt ihm. Meinem kleinen 1 Jahr altem Sohn. Tyler kannte seinen Daddy nicht und er war noch zu klein um zu fragen. Dann bekam ich einen Anruf der mein ganzes Leben noch mehr verändern sollte.
„Jo hier!“
„Hallo Mäuschen, hier ist Pop.“
„Hallo Pop, wie geht’s euch?“
„Nicht gut, Nana hatte heute morgen eine Schlaganfall. Ich weiß nicht was ich tun soll..“ Pop schluchzte ins Telefon.
Es war das erste Mal das ich Pop weinen hörte und das machte mir Angst.
„Ich komme! Ich pack Tyler ins Auto und wir sind in 2 Stunden da, bleib wo du bist! Ich komme Pop, hast du mich gehört?“
„Bis gleich Mäuschen, ich bin im Krankenhaus!“
„Bye“
Ich ging zu Tyler`s ins Zimmer und weckte ihn. Er war furchtbar wenn er geweckt wurde und ich brauchte 20 Minuten um ihn anzuziehen, da er sich mit Leibeskräfte wehrte und das Haus zusammen brüllte. Dann packte ich schnell eine Tasche für uns zwei und fuhr dann los. Nach gut 2 Stunden erreichte ich das Krankenhaus, ich parkte, schnappte mir Tyler und lief hinein.
„Entschuldigen sie bitte, ich suche Elisabeth Mason. Wo kann ich sie finden?“
„2. Stock Zimmer 235!“ erwiderte die Schwester freundlich.
Ich fuhr hoch, vor ihrem Zimmer saßen einige Leute und ich sah durch das Fenster ins Zimmer. Mir liefen die Tränen übers Gesicht.
- Das kann nicht sein! Das kann nicht meine Nana sein! –
Eine Frau stand auf und kam auf mich zu.
„Hallo, ich bin Marie und das ist Oliver, wir sind Freunde von Liz. Soll ich ihnen den Kleinen abnehmen? Dann können sie rein.“
Ich schaute die Frau skeptisch an, sie war mindestens 20 Jahre jünger wie Nana, dann sah ich auf Tyler, der auf meinem Arm herum turnte. Dann nickte ich, gab ihr Tyler, holte mir Sachen und betrat Nana`s Zimmer. Ich legte Pop meine Hand auf die Schulter. Er blickte mich mit roten Augen an. Ich setzte mich auf die andere Seite des Bettes und nahm Nanas Hand. Sie sah mich an.
„Engelchen“ flüsterte sie.
„Ich bin da Nana! Ich laß dich nicht alleine!“ ich streichelte ihre Hand.
Pop stand auf und ging für einen Moment in den Flur.
„Nana, bitte verlaß mich nicht! Ich brauche dich!“ ich weinte und Nana strich mir über den Kopf.
„Meine kleine Jo, ich liebe dich so sehr! Paß mir bitte auf Pop auf, du weißt doch er kann nicht mehr alles allein.“ ich beugte mich zu ihr runter um sie verstehen zu können.
„Sag nicht so was Nana, du machst mir Angst!“ weinte ich.
„Engelchen, ich werde gehen, ich weiß es!“ sagte sie ernst und gefaßt.
„NEIN!“ ich weinte noch mehr und vergrub mein Gesicht in ihrer Hand.
„Jo, ich habe noch eine Bitte!“ sie sah mich durchdringend an.
„Alles!“ ich wischte meine Tränen beiseite.
„Sag Tyler`s Daddy das es den Kleinen gibt. Er ist dein, nein euer Geschenk an die Welt, er sollte es wissen!“ sie drückte kurz meine Hand.
„Es geht nicht! Er liebt mich nicht!“ schluchzte ich.
„Darum geht es nicht, er wird seinen Sohn lieben und ihm alles geben, was nur ein Daddy seinem Kind geben kann. Bitte Jo!“
„O.k. ich verspreche es dir!“
„Ich liebe dich, mein Engel! Sag Pop ich warte auf ihn!“
Damit schloß sie ihre Augen für immer.
„NEIN NANA! NEIN! DU KANNST NICHT GEHEN! DAS IST NICHT FAIR! LAß MICH NICHT ALLEIN! NEIN NANA! DENK AN POP!“ schrie ich und streichelte unablässig ihre Hand.
Pop betrat das Zimmer, ich stürmte ihm entgegen.
„Pop, sie ist gegangen. Ich wollte das nicht! Es tut mir so leid!“
„Nicht doch Mäuschen! Es war Zeit für sie zu gehen!“ er nahm mich in den Arm.
„Es tut mir so leid!“
„Es braucht dir nichts leid zu tun, komm wir fahren nach Hause.“ er führte mich nach draußen auf den Flur. Da kam der nächste Schock für mich. Mark kam gerade den Flur entlang und hielt vor Marie und Oliver an. Sie erzählten ihm wohl gerade was los war, als er mich entdeckte.
„Jo, was machst du denn hier? Wie geht es Liz?“ er sah mich an aber ich wich seinem Blick aus.
„Nana ist tot!“ stammelte ich und ging an ihm vorbei.
„Liz war deine Grandma?“
„Ja, sie ist vor 5 Minuten zu den Engeln gegangen!“ ich zog meinen grünen Kittel aus und legte meinen Mundschutz ab.
„Komm Mäuschen! Ich will nach Hause!“ Pop legte seine Krankenhauskleidung ab und ging zu Tür.
„Ja.“ ich ging zu Marie und nahm ihr Tyler ab.
„Soll ich euch fahren? Ich will nicht, das euch auch noch was zustößt!“ Oliver kam auf mich zu.
Mark stand bei der weinenden Marie und versuchte sie zu trösten, aber auch ihm liefen Tränen übers Gesicht. Dann schien irgend etwas in seinem Kopf Klick gemacht zu haben. Er schaute auf Tyler und dann auf mich.
„Ist das deiner?“ er deutete auf Tyler.
„Ja, das ist Lizzy`s Urenkel, sie war ganz vernarrt in ihn. Der kleine Ty, überall hatte sie Fotos von ihm. Zu seiner Geburt letztes Jahr am 02.05. hat sie eine große Party gegeben. Ich habe sie selten so glücklich gesehen. Und so stolz! Sie hat dich sehr geliebt Jo!“ antwortete Marie für mich.
„Ich weiß und danke Marie!“
Ich verließ mit Tyler und Pop das Krankenhaus. Oliver fuhr uns nach Hause. Ich legte Tyler zu seinem Mittagsschlaf hin und machte mir und Pop was zu Essen. Alles im Haus erinnerte mich an Nana und ich fing immer wieder an zu weinen. Selbst Ty war erstaunlich brav und quengelte nicht herum, so wie es im Moment seine Art war.
Am nächsten Morgen wollte ich Pop wecken, aber schon als ich das Zimmer betrat kam mir etwas anders vor. Ich ging zum Bett und rüttelte an seiner Schulter. Ich zitterte als ich versuchte seinen Puls zu fühlen. Er war ihr gefolgt...
„WIE KANNST DU MIR DAS ANTUN POP! WARUM LASST IHR MICH ALLE IM STICH!“ schrie ich ihn an.
Ich wußte nicht was ich tun sollte und so rief ich bei Marie an.
„Feehily!“ meldete sich Mark.
„Hallo ist Marie da?“ schluchzte ich in den Hörer.
„Jo? Bist du das Jo?“
„Ja, Pop ist heute Nacht gestorben!“
„Bleib wo du bist, ich wecke Mum und wir kommen! Bleib wo du bist! Ja?!“ er legte den Hörer auf bevor ich antworten konnte.
15 Minuten später kamen sie, Marie mußte einen Schlüssel haben, denn plötzlich hörte ich ihre Stimmen im Haus.
„Jo?“
„Wo bist du Jo?“ Mark und Marie riefen abwechselnd nach mir.
„Ich bin hier!“
Ich saß in Nanas Lieblingssessel im Wohnzimmer. Tyler schlief auf meinem Schoß.
„Oh, mein Gott! Jo!“ Marie stürmte auf mich zu.
Den Rest des Tages nahm ich wie in Trance wahr. Meine Eltern kamen und fuhren gegen Abend wieder nach Dublin zurück. Ich konnte und wollte nicht weg. Marie nahm mich mit zu sich nach Hause. Mark, Barry und Colin, ihre beiden anderen Söhne kümmerten sich um Tyler. Marie wich nicht von meiner Seite. Nach einer guten Woche ging es mir besser, aber ich konnte nicht auf die Beerdigung von Nana und Pop gehen. Marie blieb bei mir. Wir saßen im Wohnzimmer und unterhielten uns. Ty spielte auf dem Fußboden.
„Woher kennst du eigentlich Mark?“ Marie riß mich aus meinen Gedanken.
„Wir haben uns im Sommer vor zwei Jahren in Spanien kennengelernt. Ich war die Dolmetscherin der Jungs. Wie geht es ihnen eigentlich, ich habe lange nichts von ihnen gehört.“
„Die Gruppe hat sich vor einem halben Jahr aufgelöst, die anderen wollten mehr Zeit für ihre Familien haben. Sie sind alle Daddys und wollten bei ihren Kindern und bei ihren Frauen sein. Mark hat das ziemlich getroffen, er hat niemanden.“
„Das ist so nicht ganz richtig.“ sagte ich leise und blickte auf Tyler. Marie verstand sofort.
„Ist das wahr? Warum hast du nie etwas gesagt? Nicht einmal Nana wußte es!“ Marie sah mich verständnislos an.
„Er liebt mich nicht und ich habe mein Glück über das meines Sohnes gestellt!“ ich fing an zu weinen und Marie brauchte eine ganze Weile um mich zu beruhigen.
„Es wird alles gut!“ sie streichelte mir über den Rücken.
Ty kam angelaufen und ich nahm ihn hoch.
„Mein Engel! Ich habe dich so lieb!“ ich gab ihm einen Kuß.
„Mama“ brabbelte er.
„Ja, mein Engel. Ich bin deine Mami! Aber schau mal, das ist deine Grandma.“ ich gab Tyler Marie, die vor Glück anfing zu weinen.
„Nana!“ quiekte er und tatschte mit seinen kleinen Händchen in Maries Gesicht herum.
„Ja, da ist deine Nana! Es tut mir leid das ich sie dir so lange vorenthalten habe.“ ich stand auf und ging zum Fenster. Ich sah die Männer die Auffahrt hoch kommen. Mark kam gleich ins Wohnzimmer und Marie ging mit ihm in die Küche. Nach ein paar Minuten kam er wutentbrannt ins Wohnzimmer.
„Du hast mir meinen Sohn vorenthalten, das wird Konsequenzen haben. Ich werde das alleinige Sorgerecht beantragen. Wie konntest du nur so egoistisch sein?.....“ er sah mich wütend an „....Jetzt sag schon was!“
„Es tut mir leid!“ sagte ich leise.
„Das bringt mir und dem Kleinen gar nichts! Uns fehlt über ein Jahr! Wie konntest du nur so etwas tun?“ schrie er weiter auf mich ein.
Er nahm den Kleinen und ging. Kurz darauf kam Marie ins Zimmer. „Jo...“
„Es ist O.k. Marie, ich werde gehen. Mark braucht sein Recht nicht einzuklagen. Ich gehe!“ sagte ich ruhig und ging an ihr vorbei nach draußen.
Vor der Tür lief ich los. Ich lief ziellos durch die Straßen, bis ich mich plötzlich vor dem Friedhof wieder fand. Ich öffnete das Tor und suchte.
Dann fand ich was ich gesucht hatte unter einer alten Eiche.

Elisabeth Cathrin Mason
Geliebte Ehefrau, Mum und Grandma
Für Nana
Ich liebe dich auf immer und ewig
Dein Engel
23.12.1940 – 23.07.2006

Gleich daneben hatten sie Pop begraben.

Paul Adam Mason
Geliebter Eheman, Dad und Grandpa
Er wollte seine große Liebe nicht verlassen
und folgte ihr!
07.04.1936 – 24.07.2006

Ich ließ mich auf die noch frischen Gräbern fallen und weinte. Ich weinte um alles, um meine Nana, meine beste Freundin, meine Vertraute, den weisesten Menschen der Welt, um Pop, meine Stütze, mein Halt in jeder Situation und ich weinte um meinen Sohn. Ich hatte alles verloren was mir jemals wichtig war.
„Nana, ich wünsche mir so sehr du wärst hier, du warst die einzige die mich immer geliebt hat egal welche Fehler ich gemacht habe! Du fehlst mir so sehr. Ty ist jetzt bei seinem Daddy, er wird sich gut um ihn kümmern. Ich werde gehen...“
„Du gehst nirgendwo hin Joanne Mason, was soll dein Sohn ohne dich machen?“ Mark kam hinter dem Baum hervor.
„Aber du hast Recht, ich war egoistisch, ich habe nur an mich gedacht und nicht an ihn..“
„Jo, es tut mir leid! Ich habe da vorhin einige Sachen gesagt, die ich nicht so gemeint habe. Das wollte dir auch meine Mum erklären aber du bist ja gleich weg gelaufen.“
„Mark ich habe so viele Fehler gemacht!“ ich schlug die Hände vors Gesicht.
Mark kniete sich neben mich und nahm mein Gesicht in seine Hände, er zwang mich in anzusehen.
„Jo, dein kleiner Sohn braucht dich, er liebt dich von ganzem Herzen. Und ich liebe dich auch!“ er gab mir einen Kuß.
„Du sagtest doch du liebst mich nicht!“
„Das war gelogen........ ich hatte Angst!“

Am 10.10.2006 heirateten Mark und ich in der Kirche in der Nana und Pop vor über 50 Jahren geheiratet hatten. Wir sind heute fast 70 Jahre alt. Wir haben außer Tyler noch vier weitere entzückende Kinder: Jonah, Katie, Emely und Jeremy. Sie haben uns mit 9 Enkelkindern und 4 Urenkeln beschenkt und ich danke Gott jeden Tag für diese wundervolle Familie.