Direkt danach verschlug es die vier Iren abermals auf
die Bühne - ihre No.1's Tour war ausverkauft bis auf den letzten Platz
und erschien kürzlich auf DVD. Nach einer 4-monatigen Pause in der Sänger
Shane Filan zum ersten Mal Vater wurde und Mark Feehily sich als Schwul outete,
nahmen sie ihr mittlerweile siebtes Album auf, was den Titel Face to Face
trägt. Sowohl mit dem Album als auch mit der ersten Single "You
raise me up" stiegen sie auf Platz 1 der englischen Charts ein und bewiesen
ein weiteres Mal, dass sie noch immer ganz oben mit dabei sind.
So begann alles...
Die Westlife-Story begann in Sligo, einem kleinen, verschlafenen Städtchen,
2 Stunden westlich von Dublin. Die drei Freunde Shane Filan (19), Kian Egan
(18) und Mark Feehily (18) spielten zusammen in einer lokalen Theatertruppe.
"In der Pause sind wir auf die Bühne gegangen und haben Popsongs gecovert",
erinnert sich Shane. "Wir sind damit so gut angekommen, dass wir unsere eigenen
Auftritte organisiert haben und ein paar hundert selbsthergestellte CDs über
unseren Plattenladen hier im Ort verkauft haben. Es war nichts besonders Grossartiges,
aber es war unser Start."
Bei einem Bericht in den Lokalnachrichten waren WESTLIFE bei einem Auftritt
in einem Kinderkrankenhaus zu sehen. Diesen Fernsehbeitrag sah zufällig auch
ihr jetziger Manager Louis Walsh . Er war sofort begeistert - und gleichzeitig
frustriert, weil er keine Ahnung hatte, wie er mit der Band in Kontakt kommen
sollte.
"Zu unserem Glück hat Shane’s Mutter in Louis’ Büro angerufen, während er
uns ausfindig zu machen versuchte", erzählt Kian. "Und als die beiden schließlich
zusammensaßen, bot Louis uns an, als Support Act mit den Backstreet Boys in
Dublin aufzutreten".
Dieses Konzert war ein Riesenerfolg für WESTLIFE. Das Interesse von Ronan
Keating, der im Publikum saß, wurde geweckt. Gleichzeitig wurde jedoch auch
ein dringendes Problem deutlich: "Wir wussten, dass die Band noch nicht vollständig
war", erklärt Mark die Situation. "Wir alle wollten den nächsten Schritt vorwärts
machen, aber es fehlten einfach noch zwei Sänger. Gemeinsam mit Louis organisierten
wir eine Audition, um zwei weitere Bandmitglieder zu finden".
Nicky Byrne (19) war gerade erst zu seiner Familie nach Dublin zurückgekehrt.
Zwei Jahre hatte er bei Leeds United eine Torwartausbildung gemacht. Jetzt
organisierte er mit seinem Vater Karaoke-Veranstaltungen.
"Ich singe einfach unheimlich gerne und habe immer jeden Vorwand genutzt,
um auf die Bühne zu gehen und einen Song zu präsentieren. Als ich von der
Audition hörte, war mir bewusst, dass ich nur diesen Job will und habe mir
das Herz aus der Seele gesungen".
Das gleiche tat auch Nicky’s Freund Bryan McFadden, der sich in Dublin schon
als Sänger einen Namen gemacht hatte. "Wir waren damals schon befreundet und
ich erinnere mich genau, wie ich zu Nicky sagte: Möge der Beste gewinnen,
und vergiss nicht, mich anzurufen, wenn Du’s bist", erinnert sich Bryan. "Wir
wollten einfach beide in dieser Band sein".
"Letztendlich kam es dann erst gar nicht zum Wettbewerb", erzählt Shane. "Nicky
und Bryan waren die ersten, die zum Vorsingen kamen, und als wir sie erlebt
hatten, wussten wir einfach, dass unser Team mit ihnen perfekt ist. Es kommt
mir so vor, als ob wir schon unser ganzes Leben lang Freunde sind."
Als die Band ein Showcase für die Plattenfirmen spielte, flogen Vertreter
aller grossen Firmen nach Irland und WESTLIFE wurden zu einem heiss begehrten
Objekt. "Wir wurden mit Angeboten geradezu überschüttet - ich habe so etwas
noch nicht erlebt", bestätigt Louis. "Aber RCA war von Anfang an unserer Favorit,
weil sie mit Take That und Five gezeigt haben, wie sie eine gute Band zu weltweitem
Erfolg führen können."